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uns die monumentalen Bauwerke, die Augustus hier errichten ließ, genauer anzusehen: Die Brücke über die Marecchia und den Torbogen, der das Ende des Via Flaminia markierte. Der Augustusbogen wurde im Jahr 27 v. Chr. als Stadttor zu Ehren von Kai­ser Augustus erbaut. Das zeigen zum einen die Inschrift, die auf seine Ver­dienste bei der Restaurierung der Via Flaminia hinweist, und zum an­deren der gesamte Bau aus istrischem Stein, der starke religiöse Züge auf­weist und scheinbar auch zu Propagandazwecken diente: Die Form ähnelt der eines Tempels, während die offene Tür (wegen seiner Größe konnte die Öffnung des Augustusbogens nicht verschlossen werden) ein Zeichen des langen Friedens nach der Schlacht bei Actium im Jahr 31 v. Chr. ist. Die Verzierungen, besonders am Giebel, sind voller Symbole: die Götter (Jupiter und Apollo an der Außenseite, Neptun und Rom an der Innen­stadt­ seite) stehen für die Macht Roms und die Größe des Kaisers Augustus. Ursprünglich war der Bogen in die Stadtmauer eingebaut, deren Überreste noch sichtbar sind. Auf der Attika war das Standbild des Kaisers auf dem Wagen zu sehen, und seit dem Mittelalter war der Bogen auch mit Zinnen versehen. Im Forum, das heute Piazza Tre Martiri heißt, zeigen Auslassungen noch das Kalksteinpflaster aus der Zeit von Augustus. Damals bedeckte dieses Pflaster den gesamten Platz, an den sich im Norden das aus gebrannten Ziegeln gemauerte Amphitheater und im Süden der Bogen anschloss. Die Basilika stand an der dem Meer zugewandten Seite in Höhe der heutigen Via San Michelino in Foro. Dieser Platz erinnert aber auch an Julius Caesar - mit der Bronzestatue und dem Meilenstein, der am Anfang der Via 4 Novembre steht. Laut Legende hielt er auf diesem Forum die leidenschaftliche Rede an seine Armee nach der Überschreitung des Rubikon und vor dem Marsch auf Rom (was jedoch nicht verbürgt ist). Dieser Legende nach stand Caesar während der Rede auf einem großen Stein - der bis zum zweiten Weltkrieg auf dem Sockel des 1555 errichteten Meilensteines seinen Platz gehabt haben soll. Unser Stadtrundgang geht weiter zur Tiberiusbrücke, deren Bau laut Inschrift an der Brüstung 14 n. Chr. noch von Augustus begonnen und im Jahr 21 von seinem Nachfolger Tiberius vollendet wurde. Die gut 70 Meter lange Brücke aus istrischen Steinen hat fünf Bögen, die auf kräftigen, mit Wellenbrechern versehenen, Pfeilern ruhen. Die Wellenbrecher sind schräg zur Fließrichtung angebracht, um die enorme Kraft des Stromes abzuschwächen. An dieser Brücke beginnen die Via Aemilia und die Via Popillia, und so verschmelzen hier praktische Bauweise mit dem Harmonischen und Monumentalen, das die Macht der Erbauer widerspiegelt. Die Verehrung der Kaiser kann man besonders an der Inschrift erkennen, aber auch an den Verzierungen, die symbolhaft für die politische (Lorbeer­kranz

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