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Trier im Gespräch.

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Hong and Friends ist ein junges, innovatives Modelabel aus Trier, das sich in erster Linie auf die Print-Gestaltung von ökologisch einwandfreien Oberteilen spezi alisiert hat. Neben T-Shirts, Longsleeves, Sweatshirts und Co. finden sich im Sortiment aber auch weitere Gadgets, wie bei spielsweise bedruckte Tassen, Taschen, Buttons usw. Gegründet wurde hongandfriends im März 2011 von den Brüdern Hong (Erzieher) und Johannes Truong (Modedesigner). Durch das komplementäre Zusammenspiel von modetechnischem Know-how und pädagogischen Konzepten entsteht so – in liebevoller Handarbeit – hochwertige Kleidung für Jung und Alt. Die Facetten der kreativen Motive reichen von der Gestaltung durch Tangrams über wertvolle Playshirt§s wie „Malen nach Zahlen“ bis hin zu humor voll inszenierten politischen Statements. Alle Drucke erzählen dabei eine kleine Geschichte.

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Auf euerer Homepage steht dass ihr T-shirts für jung & alt entwickelt. Wie alt sind denn die Leute, die in euren Laden kommen?

Von null Jahren an und der älteste Käufer war um die 60. Der Käufer hat sich zwischen einem Pulli mit Hund und noch einen anderen entschieden. Euch ist Nachhaltigkeit sehr wichtig. War das schon immer so?

Wir haben damit eigentlich schon sehr früh begonnen. Ganz am Anfang haben wir erstmal verschiedene Textilien ausprobiert und dann Und dann kam Johannes auf die Idee sich ausschliesslich auf Bio und Fairtrade zu konzentrieren. Es ist leider nur sehr schwierig entsprechende Bioprodukte zu finden.

tungs-Verhältnis hat uns überzeugt. Diese Firma produziert nämlich erstens Biostoffe, zweitens ist es Fairtrade und drittens suchen sie extra Gebiete aus, wo zum Beispiel das Wasser aus einem Monsunregen verwendet wird anstatt des Grundwassers. Wir finden das ist eine gute Sache aber natürlich haben wir auch noch andere Lieferanten. Die Prints selber werden hauptsächlich mit Siebdruck, teilweise auch mit Flock- und Digitaldruck hergestellt. Ja, die meisten nehmen das schon so an und sind sich auch bewusst dass es sich um Bioprodukte handelt. Jeder weiß es zwar nicht aber im Nachhinein finden sie es gut. Hong du warst Erzieher? Wie kam es zum Wechsel zum T-shirt Designer?

Ich bin da irgendwie reingerutscht. Am Anfang haben der Jens und der Johannes das Büro hier zusammen Ihr benutzt fast nur gemietet, und da ich viel Freizeit Bioprodukte. hatte, habe ich die beiden oft beWissen das eure Kunden sucht. Als ich gesehen habe, welche und nehmen die das auch Möglichkeiten diese Räumlichkeiten so an? bieten, habe ich mit den SiebdruWir haben uns mehrere Firmen an- cken angefangen. geschaut die Bio Materialien anbie- Früher war das eine Bürogemeinten und die Firma „Earth Positiv“ schaft mit Trick 17, aber das hat war am authentischsten. Der Sitz der sich irgendwann freundschaftlich Firma ist in Berlin und das Preis-Leis- aufgelöst, weil jeder noch soviel


Auf die Auswahl der Stoffe und der Farben wird größte Sorgfalt gelegt: Alle Textilien sind aus 100% BioBaumwolle und unter ethischen Gesichtspunkten hergestellt. Verwendet werden ausschließlich umweltfreundliche Materialien, die dem Textilstandard ÖkoTex entsprechen.

anderes zu tun hatte. Da ich die Räumlichkeiten aber so schön fand, habe ich sie behalten und dachte mir, dass man irgendwas daraus machen muss. Zuerst war nur der Jens da, aber später kam dann Hong dazu und hat hier an seinen Prints gearbeitet. Da uns sie so gut gefallen haben, kam die Idee, diese Prints auf T-shirts zu drucken und so haben wir eigentlich angefangen. Johannes, mit was hast du hier angefangen?

Ich bin Diplommodesigener und habe hier an der Hochschule Trier studiert und später dort auch vier Jahre lang als Lehrbeauftragter unterrichtet. Hier hatte ich damals mein Büro, indem ich auch an meinem ersten Printbuch gearbeitet habe. Außerdem habe ich hier auch andere Kundenaufträge bearbeitet. Die Aufträge sind allerdings mehr im grafischen Bereich, deshalb nähe ich nicht mehr. Ich kümmere mich also um die Konzepte und Printausarbeitungen. Zusätzlich bin ich freischaffend für eine Sockenfirma tätig. Es hört sich zwar sehr unspektakulär an, ist aber eigentlich nicht, da ich mich nicht nur um die Kollektion kümmere sondern auch um die dazugehörigem Medien- und Produktgestal-

tungen (wie z.B einen Displayentwurf) bis hin zum Trendresearch. Was sind eure nächsten Ziele? Was möchtet ihr als nächstes erreichen?

Unser vorläufiges Ziel ist es das Label Hong zu vergrößern und einen eigenen Digitaldrucker anzuschaffen. Auf längere Sicht, wollen wir das Label auf weitere Printarten ausweiten, um dann später bei größeren Geschäften anzufragen, ob wir das Label von Hong dort verkaufen könnten. Aber das dauert noch. Design ist heutzutage ein vielfältig benutzter Begriff geworden. Was ist denn euerer Meinung nach die Defintion von Design?

Es muss es uns zu aller erst gefallen und bestenfalls auch eine Aussage beinhalten. Für mich ist Design etwas mit strukturelles, das verkäuflicher ist als Kunst. Die eigene Ästhetik bringt man schon mit rein, aber man sich dabei auch dem Massengeschmack anpassen. Kunst ist etwas. das man für sich selbst tut.

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Printmuster von Hong & Friends


Wieviel Hype kann Trier vertragen?

Wie seht ihr denn die momentane Situation der Trierer Gestaltungsbranche?

Wir sind in Trier aufgewachsen und wissen dass es in Trier seit Jahrzehnten durch die FH super viele kreative Menschen gibt. Im Moment ist gerade eine Bewegung oder ein Hype im Gange, das natürlich sehr positiv ist (mein aktuelles Print Buch heißt übrigens auch „Hype ORM“). Letztendlich muss man aber schauen was unterm Strich dabei rauskommt. Ein Beispiel dieser Bewegung ist das „Papergirl-Projekt“: das haben wir auch von uns aus sehr gerne unterstützt. Der Mario, der das Projekt leitet, hat in Zusammenarbeit mit „We Convert Our Mind To Creativity“ in die Ausstellung dazu organisiert für die wir unsere Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben. Das sind aber Projekte die nicht finanziert werden, dass bedeutet man verdient damit kein Geld. Als Student kann man das noch machen, aber wenn ich als Designer seinen Lebensunterhalt verdienen muss, es das etwas schwieriger weil dann Geld reinkommen muss. Die meisten freischaffenden Desi-

gner sind nun mal keine Vereine und werden auch nicht vom Staat gefördert. Was haltet ihr davon dass, viele fertig studierte designer in Grosse metropolen flüchten um arbeit zu

Ich halte diese Massenflucht für total blödsinnig. Einerseits ist es natürlich ganz schön für Studenten, wenn sie nach Berlin oder Köln gehen und um dort ihre Erfahrungen zu sammeln. Aber meines Erachtens ist es ganz egal wo man ist, denn die Kreativität findet man auch in kleineren Städten. Man merkt das ja auch in Trier. In zTrier findet man genauso authentische Menschen wie in Berlin, vielleicht sogar noch viel authentischer. Der ganze Trend, der beispielsweise in Berlin stattfindet ist hier nicht so stark ausgeprägt. Zum Beispiel: Einer hat die Haare Der ganze Trend, der beispielsweise in Berlin stattfindet ist hier nicht so stark ausgeprägt. Zum Beispiel: Einer hat die Haare auf einer Seite abgeschoren und plötzlich läuft jeder so rum. Hier ist das nicht. Mode, Trends und Design sind für mich sowieso ein schwieriges Thema. Ich weiß zwar was Trend ist, aber ich finde jeder sollte sich so

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anziehen wie er es für richtig hält und nicht hundertprozentig mit jedem Trend mitlaufen. Was macht fèr euch den Charme der Stadt aus?

Hmm der Charm der Stadt... Also ich bin sechs Jahre fast nur gereist und war alle zwei Wochen in Istanbul oder London etc. Der Reiz an Trier ist, wenn ich in Trier-Süd bin und ich rufe einen Freund aus Trier Nord an und wir sagen, wir treffen uns in der Mitte, dann ist man in fünf Minuten dort. In einer Großstadt wie London oder Berlin muss man erst mal eine Stunde fahren, bis man einen Freund besuchen kann. Das finde ich nicht so gut. Und die Mädchen sind sooo nett in Trier, wenn man sie kennt. Wie wird die Zukunft in Trier aussehen? Wird dieser Hype noch weitergehen?

Das ist eine schwierige Frage. Der Bund ist dabei etwas aufzubauen, aber meiner Meinung nach fehlt das nötige Geld. Es wird eher eine Struktur aufgebaut oder ein Netz werk anstatt wirklich Selbständigen zu helfen. Es sei denn man ist ein Verein. Das finde ich komisch. Ich würde mich sehr freuen wenn der Hype auf eine Art und Weise

erhalten bleibt. Aber die Frage ist auch: wieviel Hype kann Trier vertragen? Und eine andere Frage ist natürlich auch noch: wieviele kreative Köpfe kann man hier ernähren? Wenn jetzt fünfzig Designagenturen kommen, die alle Logos machen wollen, dann frag ich mich woher die Auftraggeber kommen sollen. Aber, ich bin auf jeden Fall dafür, dass der Hype bleibt. Welchen Tipp würdet ihr jungen motivierten Menschen, die sich in Trier selbständig machen wollen, geben?

Ein erster Tipp wäre: man muss fleißig sein, man muss innovativ sein und man muss offen sein. Wenn man offen ist lernt man viele Leute kennen. Das ist gut und man sollte immer lächeln. Lächeln öffnet viele Türen. Das häufige Problem bei den meisten kreativen Leuten, auch bei den sehr begabten, ist, dass die eigene Präsentation schlecht ist. Sie zudem auch oft nicht sehr offen und haben Schwierigekeiten auf Leute zuzugehen. Da sollte man als Designer unbedingt daran arbeiten

Sind wir dann fertig? Ja wir sind fertig. Dann rauche ich noch ein Kippchen.


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Monika Dorniak im Gespr채ch


Die Gruppe WCOMTC ist ein wachsendes Netzwerk internationaler Künstler, Neudenker & Studenten mit unterschiedlichen Interessen wie z.B.: Wissenschaft, Kunst, Musik, etc. Sie möchten die Grenzen der Gesellschaft durch innovative Kulturprojekte öffnen und langfristig eine Szene der jungen Kultur in Trier aufbauen, in der Meinungsfreiheit & internationale Kooperation gewährleistet sind.

Illustration von Lynn Harles

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In Trier sollte sich ich ein Netzwerk aus Leuten bilden, die hier etwas verändern wollen.

Was hat dich dazu bewegt nach Trier zu kommen?

Die Stadt habe ich ausgesucht weil ich in der Gegend aufgewachsen bin und als ich nach dem Modedesign Studium von London nach Berlin umgezogen bin um da weiter zu studieren und zu arbeiten, wollte ich nochmals etwas in Richtung Psychologie oder Wissenschaft studieren. Ich hab mir da ein paar Hochschulorte angeschaut und Trier fand ich ganz interessant weil ich dachte es wäre auch spannend in eine Stadt zu gehen zu der man sowieso schon Bezug hat. Als ich dann ankam im Oktober 2011, habe ich sofort überlegt, dass man hier etwas machen muss, weil es hier sehr wenig Kultur und Interaktion im Vergleich zu Städten wie London oder Berlin gab. In Trier gibt es nichts während es in anderen Städten ein Überfluss gibt. Mein Kopf war also voller Ideen und Wünsche wie man eine Stadt verändern könnte. So habe ich zuhause angefangen zu überlegen

ein Festival zu organisieren, da ich auch viele Freunde aus der Gegend, Berlin und London habe, die ich für Ausstellungen oder Konzerte fragen könnte. Da habe ich mich entschieden das „Festival der Kunst und Wissenschaft“ ins Leben zu rufen, das dann auch am Mai diesen Jahres in der alten Post zum stattfand. In den Konzeptplänen die ich geschrieben und auch an die Stiftungen geschickt habe, habe ich betont dass in Trier etwas passieren muss und sich ein Netzwerk, aus Leute, die etwas verändern wollen bilden sollte. Es war mir wichtig viele Leute für dieses Projekt zu gewinnen, und sogar noch 2 Monate vor dem Festival haben sich noch Leute angeschlossen. Es sollte auch nicht immer alles von nur einer Person organisiert werden, sondern es sollten sich immer wieder neue Leute zu dem Team dazusetzen und so auch immer neue Ideen entwickelt werden können. Von Anfang war mir das sehr wichtig, da ich wusste dass ich nicht lange in Trier bleiben werden, da

ich das Psychologiestudium als Exkurs betrachte. Das zweite Festival, das gerade in Bearbeitung ist, macht momentan auch wieder ein neues Team und findet auch in einem neuen Kontext statt und somit klappt das auch ganz gut. Du hast ja gesagt dass du nicht lange Trier bleiben wirst. Wohin wird es dich hinziehen und warum?

Ich werde im Februar wieder nach Berlin umziehen um wieder in Richtung in Kunst weiter zu studieren. Das Psychologiestudium hat mir mehr als Recherche gedient, weil ich es interessant finde diesen Bereiche mit dem Bereich der Kunst miteinander zu verbinden, wie zum Beispiel in Richtung Neuroästhetik und Bionik. Ich habe gemerkt dass ich durch das Studium zu wenig Zeit hatte für Kunst und das macht mich nervös. Das kann man nicht vereinen mit so einem theoretischen Studium, weil man teilweise an einem Tag ein ganzes Buch lesen muss,


Das erste Festival der Kunst und Wissenschaft fand im Mai 2012 in der alten Post statt. Dieses Jahr gab es bereits das 2. Festival aus der Reihe. Mit neuem Team, neuer Location und vielen neuen Ideen.

und dann muss man seinen Kopf komplett freimachen und füllen mit theoretsciehn informationen, und dafür bin ich nicht gemacht. Ich arbeite zwar ganz gerne mit Wissenschaftlern zusammen und mag es auch weiter hin zu recherchieren, aber es werden viele Informationen in dem Studium rübergebracht, die ich so nicht benötige.

auch, aber da bleibt es in fairem Verhältnis zu kontemporären Sachen. Als ich letztes Wochenende in Metz war, ist es mir wieder bewusst geworden. Da wird auch viel Wert auf die Erhaltung historischer Gebäude gelegt, aber gleichzeitig gibt es das Centre Pompidou und andere Kunstmuseen in denen auch die kontemporäre Darstellung der Welt gezeigt wird. Trier hat so etwas nicht, sondern konzentriert sich zu sehr auf die Vergangenheit.

bleiben am Wochenende nicht hier. Es müsste sich etwas aufbauen wo Leute mehr Möglichkeiten hätten zu interagieren, z.B ein Kulturzentrum oder etwas Ähnliches, wo auch Ausstellungen von FH Studenten gemacht werden können.

Auch bei den Vorbereitungen für das Festival habe ich immer gesagt dass die FH und Uni viel mehr zusammenarbeiten müssen. Was denkst du was Trier Kunststudenten der FH oder Uni hat, was anderen Städte haben hier in der Stadt ausser nicht haben? den Diplompräsentationen nicht Ich denke dass es eher etwas wirklich die Möglichkeiten ihre negatives ist das Trier im Vergleich Arbeiten zu präsentieren. Es müsste Was fehlt Trier am meisten? zu andern Städten hat. Trier hängt viel mehr geben damit man sich auch weiterentwickeln kann. nämlich sehr an der Vergangenheit. Ich glaube das ist der Punkt, den ich soeben angesprochen habe. Wie würdest du Design Das negative an diesem Aspekt Die Stadt muss etwas entwickeln definieren? ist, dass die Stadt insbesondere für junge Leute, um mit den meine ich damit die Politiker einen umliegenden Städten mitzuhalten Der Bergriff hat sich schon sehr Schutzmantel um die Stadt gelegt und ein Netzwerk aufzubauen. Der verändert in der Geschichte. Irhaben, so dass ein sehr grosser Teil Kontrast ist sehr extrem zu den gendwann war Design etwas sehr der Kulturgelder für alte historianderen Städten wie z.B Köln. abstraktes oder funktionales, aber sche Sachen ausgegeben werden, mittlerweile ist Design zu etwas wie z.B Heilig Rock Pilgerungen. Ich glaube dieser negative Kontrast sehr vielfältigerem geworden. Also Dinge die in der Vergangenhat einen sehr grossen Einfluss auf Es ist etwas geworden, das Kunst heit liegen und hauptsächlich die Leute die hier leben, da es hier und Wissenschaft beinhalten kann Touristen deswegen so anziehen. wenig zum „spielen“ gibt. Deshalb und das gleichzeitig sehr nachhalDas machen andere Städte zwar ziehen Leute weg oder Studenten tig und weltverändernd sein kann

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Flyer Gedankenskulptur

oder auch etwas politisches gewissermassen haben kann. Deswegen ist der Begriff Design mittlerweile in unserem Zeitalter absolut vielfältig, so wie die Kunst es auch vorher war. Für mich ist Design ein wichtiges Handwerk, um die Welt zu verbessern. Heutzutage muss ein Designer sich überlegen wie Produkte die aktuelle Situation verbessern können. Und wie bereits existierende Produkte so verbessert werden können dass man Probleme nachhaltig lösen könnte, Beispielsweise der Entwurf eines Autos. Deswegen finde ich, ist Design ist ein vielfältiger Beruf und Definition geworden.

Denkst du, dass Design ist Geschmacksache ist?

Das kommt darauf an. Ich denke ja, das es sehr vielfältig ist, gibt es sehr unterschiedliche Stile im Design. Zum Beispiel kann ein Designer sehr minimalistisch arbeiten und dabei sehr wenig Materialien benutzten und manche benutzen wiederum sehr viele Elemente die sehr verwirrend sein können. Aber dadurch dass es so viele Designer gibt, ist es ganz praktisch da jeder seinen Designer wählen kann. Das ist auch in der Modewelt so, dass Designer für ein bestimmtes Publikum arbeiten. Mittlerweile ist es auch ganz interessant da Designer nicht nur kom-


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merziell arbeiten müssen, sondern sie können auch sehr frei arbeiten und ihren eigenen Charakter mit einbringen.

Welchen Tipp würdesz jungen Designer mit auf den Weg geben?

Was sehr wichtig ist, ist dass man

Denkst du der Beruf des zunächst einmal sich international Designers wird auch in Zu- orientiert. kunft noch benötigt? Man muss unbedingt reisen und

Ich denke das der Designer definitiv immer benötigt wird. Ich bin persönlich ein Gegner von Portalen, bei denen man ganz einfach und schnell ein Logo entwerfen kann. Trotzdem wird es immer noch den Designer geben müssen, besonders für bestimmte Produkte, die sehr viel mehr Arbeit benötigen als nur ein schnelles Logo zu entwerfen.

nicht nur in einer Stadt bleiben. Ausserdem muss man unbedingt verstehen wie diese Designindustrie funktioniert. Wenn man einmal in einer anderen Stadt gewesen und merkt wie unglaublich heftig diese Industrie ist, und welche Konkurrenz da herrscht, dann wird man auch mir einen stärkeren Gefühl wieder nach Hause kommen.

Ich glaube, es gibt einen großen Unterschied zwischen arbeitsintensiven Design, wie zum im Bereich der Architektur, bei sehr viele Faktoren berücksichtigen muss und dem zeitschnellen Design. Dieser Unterschied spiegelt auch unser Zeitalter wieder, weil wie noch immer dieses präzise Handwerk benötigen und gleichzeitig sehr schnelllebigen Zeitalter sind.

Zu diesem Punkt kommt aber noch ein anderer wichtiger Punkt hinzu: und zwar dass man sich in dieser Konkurrenz und in dieser Schnelllebigkeit sehr schnell verlieren kann. Das habe ich selber sehr oft gemerkt, wie z.B.: in London. Da gibt es Leutem die extrem hart für etwas arbeiten und auch unglaublich gut darin. Sogar wenn sie ausgehen arbeiten sie , um die Kontakte

zu knüpfen. Aber genau auf diese Weise verlieren sich viele von den besonders jungen Leuten, weil sie einfach nicht mehr genau wissen was sie selber machen wollten. Auf diese Weise arbeiten sie auf einmal gegen sich selber, weil sie sehr kommerziell arbeiten, obwohl sie das vorher nicht wollten. Es gibt aber natürlich auch die Leute die gezielt kommerziell arbeiten wollen, aber da muss man sehr hart im Nehmen sein. Die Designszene ist nicht immer so wie viele sich vorstellen, zum Beispiel dass man den ganzen Tag nur kreativ ist, und alles super viel Spass macht. In Wirklichkeit ist es sehr viel Nervenarbeit, man muss sehr stark sein und darf niemals aufgeben, auch wenn etwas mal nicht funktioniert. Ein wichtiger Tipp, den ich also geben kann, ist dass man von Fehlern lernen muss.

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wechseln vermag und ja: Es gibt ein Leben in Trier jenseits der verkaufsoffenen Sonntage (an denen man sich ohnehin im Zupport-Store einfinden sollte, da die Inhaber neben netten Gesprächen, meist auch Freibier anbieten an dem ach so heiligen Wochentag). Ein Beitrag von Anne Schaaf

Nun wollte ich meinen Post mit einem Zitat beginnen und bin auf der Suche nach etwas Geeignetem auf das hier gestoßen: „Wenn Sie heute Radieschen säen, können Sie morgen keine Ananas ernten.“ Wo der unbekannte Autor Recht hat, hat er Recht. Passen tut es trotzdem nicht zu dem, was ich eigentlich sagen wollte. Ich möchte im Endeffekt nämlich nur ankündigen, dass ihr hier demnächst so etwas Ähnliches wie eine Wochenrück- und Vorschau zu lesen bekommen werdet. Hier in Trier passiert nämlich ein wenig mehr, als nur die Ausstellung eines schmutzigen Unterhemdchens, die so manch einer

aufgrund des Titels mit einem katholischen Rockfestival zu ver-

Diese Woche lud beispielsweise die künftige Ministerpräsidentin vom Rheinland-Pfalz, nämlich Malu Dreyer gemeinsam mit den Kreativen Trier zum Kaffee ein. Die kleine Veranstaltung war gut besucht und da ganz unterschiedliche Vertreter der Kreativwirtschaft anwesend waren, kam es auch zu interessanten Diskussionen. Ein bisschen schmunzeln muss ich dann trotzdem, wenn ich mir so einige Gespräche anhöre, die geführt werden vor solch einer Veranstaltung. Zum einen erinnern sie mich an meine erste Konfrontation mit der teilweise in Erscheinung tretenden Politikverdrossenheit der Trierer und zum anderen geht es halt immer wieder um das Geplänkel um die Bezeichnung “Kreative”.


Was den politischen Part anbelangt, so bin ich recht schnell raus aus dem Spiel, da ich in Deutschland nicht wählen gehen darf. Ich bin an meine luxemburgische Wahlpflicht gebunden. Zudem ich muss ehrlich sagen, dass ich bei Veranstaltungen dieser Art, welche einer doch sehr sehr luxemburgischen Auffassung des Begriffs “Bürgernähe” folgen, im Großherzogtum schon weitaus öfter mit weniger Inhalt und dafür mehr mit Ehrenwein berieselt wurde. Bezüglich der Bezeichnung “Kreative”, geht mir zugegebenermaßen die Diskussion darum, wer sich als solches bezeichnen darf, ein wenig auf die Nerven. Ich komme nicht umhin, ein weiteres Mal auf das Beispiel des Papergirl Trier Projektes zurückzugreifen. Wie ich schon in einem früheren Post berichtete, kam es im Rahmen dieser Aktion teilweise zu Definitionsdebatten, bei denen man sich fragte, ob der eine oder andere nicht indirekt um ein Motorsägenmassaker flehte, das ihm dazu verhelfen könnte, das Brett vor dem eigenen Kopf loszuwerden.

Der Initiator des Projektes hat gar nicht erst danach gefragt, was Kunst ist, wer sich Künstler nennen darf und noch viel weniger hat es ihn interessiert, ob es okay ist, Kunst zu verschenken. Er hat es einfach gemacht. Und er wird es wieder tun.

Wenn Sie heute Radieschen säen, können Sie morgen keine Ananas ernten.

Und für den kreativen Bereich gilt das Gleiche. Es hat was Absurdes, sich bei einem Begriff der von der Heterogenität der Definitionsansätzen lebt, einschränken zu wollen. Ich beziehe das sowohl auf jene, die sich davor scheuen, an den einzelnen Treffen teilzunehmen, da sie Angst haben, einer nicht vorhandenen Definition nicht zu entsprechen und zum anderen gilt das auch jenen, die sich aufregen, dass es jemand wagt, sich selbst als “kreativ” zu bezeichnen. Es handelt sich bei “Die Kreativen Trier” um ein offenes, interdisziplinäres Netzwerk. Anders als vielerorts in Luxemburg, geht es weniger darum, wer mit

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wem mit schlechtem Sekt anstößt und darüber sinniert, wie man gemeinsam Geld aus dem Fenster schmeißen könnte und es geht auch nicht darum, sich gegenseitig die übersättigten Bäuche zu streicheln. Wir haben es also mit einer Plattform für Kreativschaffende und -verbundene zu tun. Ich lebe zwar erst zwei Jahre hier, aber ich habe feststellen dürfen, dass es deren definitiv viele hier gibt. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mich freuen würde, wenn der ein oder andere anstatt im stillen Kämmerlein auf halbwegs hohen Niveau zu jammern, den Weg zu einem Netzwerktreffen beschreiten würde. Denn wenn es einen Bereich gibt, in dem falsche Scheu definitiv nicht konstruktiv ist, dann ist es dieser. Da ich selbst erst vor kurzem angefangen habe, nach dem Prinzip “Ne Stadt ist das, was du draus machst” zu agieren, bin ich sehr dankbar für Ratschläge, Feedback und Einblicke in die Arbeit anderer gewesen. Mehr als einmal hab

ich hier kund getan, dass ich die “Sharing culture”-Idee für sehr ansprechend halte, und diese bezieht sich halt keineswegs nur auf jene Phänomene, die sich in der Netzwelt abspielen, sondern auch auf eine allgemeine Haltung, bezüglich der Weitergabe und dem Teilen von Kompetenzen in der Offline-Welt. Daher spreche ich mich dafür aus, dass man in Trier davon profitieren sollte, dass es eine Möglichkeit zum Austausch gibt. Es besteht weder ein Zwang zur Friede, Freude, Eierkuchen-Atmosphäre, noch müssen wir uns gegenseitig alle unglaublich toll finden.

Aber das mit dem Plänkeln, das kann man auch machen, nachdem man vorbeigeschaut hat. Ihr seid also herzlich willkommen.


Eine Stadt ist das, was du draus machst. Tintenfischstadt / Illustration von Lynn Harles

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www,rindertanz.de

Muselfösch  

A magazine about subcultural life in Trier, the oldest town in Germany.