Satans Macht und Gottes Hilfe

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Studieren Sie diesen 7-Wochen-Kurs und lernen Sie Ihre Feinde kennen: Satan mit seinen Helfern sowie Welt und Fleisch! Sehen Sie sich die Mittel an, die Gott Ihnen für den Kampf zur Verfügung stellt. Üben Sie sich darin, diese geistlichen Waffen zu gebrauchen und siegreiche Schlachten zu schlagen! Sie können den Kurs allein oder in einer Gruppe machen. Gewinnen Sie Klarheit über ein Thema, bei dem heute viel Unwissenheit herrscht, das aber für ein gesundes geistliches Leben grundlegend ist. Auf www.rigatio.com finden Sie zusätzliches Material, das Sie kostenlos nutzen können. Eddie Rasnake ist seit über 20 Jahren als Pastor tätig, nachdem er zuvor sieben Jahre mit Campus für Christus unterwegs war. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Bereich Jüngerschaftstraining und Schulung von Ältesten. Er ist außerdem Autor zahlreicher Bücher zu biblischen Themen. Eddie und seine Frau Michele leben mit ihren vier Kindern in Chattanooga, Tennessee.

SATANS MACHT UND GOTTES HILFE

Eddie Rasnake

Haben Sie sich schon einmal mit den Aussagen der Bibel zu Satan und den Dämonen beschäftigt? Wissen Sie, mit welcher Macht diese Wesen ausgestattet sind und wie Sie sich dagegen wehren können? Wenn nicht, dann sollten Sie mehr darüber erfahren!

SATANS MACHT UND GOTTES HILFE

SATANS MACHT UND GOTTES HILFE

Eddie Rasnake

Kurs- und Studienmaterial ISBN 978-3-95790-029-6

www.rigatio.com Best.-Nr. 682029

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7 LEKTIONEN für Einzelne und Gruppen

ZUSATZMATERIAL www.rigatio.com

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Eddie Rasnake

Satans Macht und Go es Hilfe

Ein 7-Wochen-Kurs für Einzelne und Gruppen

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Dank Ich danke von Herzen meinen lieben Freunden Wayne Barber und Rick Shepherd. Mit ihnen gemeinsam habe ich die Bibelkurs-Serie geplant, die jetzt bei AMG-Publishers erscheint. Ein großes Dankeschön auch an die Mitarbeiter von AMG für ihre hohe Wertschätzung des Wortes Gottes sowie für die Qualität, Sorgfalt und Tiefe ihres Materials zum Bibelstudium. Ich bin sehr dankbar, für einen Verlag schreiben zu dürfen, der seine Arbeit mehr unter dem Aspekt des Dienstes sieht und weniger wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund stellt. Hut ab besonders vor Rick Steele, Christy Graeber, Trevor Overcash, Warren Baker, Dale Anderson, Dan Penwell und John Fallahee für ihre Hilfe und Unterstützung. Den meisten Dank aber schulde ich meinem Herrn Jesus, der einen Kerl wie mich errettet hat, und nicht müde wird, mich zu lehren, was es heißt, ihm mit ganzem Herzen nachzufolgen. Eddie Rasnake

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Impressum Falls nicht anders angegeben, sind die Bibelstellen zitiert nach der Revidierten Elberfelder Übersetzung 2006. Copyright SCM R. Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten.

Rasnake, Eddie

Satans Macht un Gottes Hilfe Ein 7-Wochen-Kurs für Einzelne und Gruppen

This book was first published in the United States by AMG Publishers, 815 Shallowford Rd, Chattanooga, TN 37421 with the title Life Principles for Spiritual Warfare © 2010 by Eddie Rasnake. Translated by permission.

ISBN 978-3-95790-029-6

© 2017 rigatio Stiftung gGmbH Übersetzung und Umschlag: rigatio Satz: jensweigel.de, Marburg Druck: Kösel, Altusried

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Inhalt

Inhalt Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Lektion 1 Satan verstehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7 Lektion 2 Satans Methode . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Lektion 3 Dämonen verstehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Lektion 4 Welt, Fleisch und Teufel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .49 Lektion 5 Hilfe zur Verteidigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 Lektion 6 Hilfe beim Angriff. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Lektion 7 Fragwürdige Praktiken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .96

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Vorwort Ein sehr beliebtes Diskussionsthema unter Christen ist heute der ganze Bereich, der gewöhnlich „geistliche Kampfführung“ genannt wird. Das Interesse dafür überrascht nicht. Auch glaube ich, dass dieses Thema zukünftig in der westlichen Welt immer relevanter wird. Wenn man die Evangelien liest, stellt man sehr schnell fest, dass es im Israel zur Zeit Jesu mehr dämonische Aktivität zu geben schien als in Europa und Nordamerika heute. Das trifft aber auf unsere Erde als Ganzes nicht zu; auch in der westlichen Welt ändert sich das. Unsere Kultur entfernt sich von ihrem säkularen Humanismus mit seiner Betonung von Rationalität und Verstand. Das allgemeine Denken bewegt sich hin zur Dominanz einer Weltanschauung, die manche als „kosmischen Humanismus“ bezeichnen – es ist ein menschenzentriertes Glaubenssystem, dem die Dimension des Übernatürlichen hinzugefügt wird. Diese Weltanschauung spiegelt sich wider in der rasant wachsenden Neuauflage östlicher Mystik, dem sogenannten New Age. Viele Europäer und Amerikaner sehen nicht, dass hinter vielen dieser Überzeugungen oft Okkultismus, altes Heidentum und Magie stehen. Mit der Zunahme dieser Bewegung werden wir meiner Meinung nach mehr und mehr offenkundige dämonische Aktivität in der westlichen Welt erleben. Wie antwortet die Gemeinde Jesu auf diesen kosmischen Humanismus? Mir scheint, dass aktuell mehr über geistliche Kampfführung gesprochen wird als jemals zuvor in der Geschichte. Trotzdem ist vieles, was heute über Satan und die Dämonen gelehrt wird, falsch und unbiblisch. Viele moderne Lehren haben tatsächlich eher zu geistlicher Unausgewogenheit statt zu Reife geführt. Ich will darin nicht einen völlig negativen Zustand sehen, sondern ich glaube, dass der Herr das wachsende Interesse am geistlichen Kampf zum Guten nutzt. Auch gehe ich davon aus, dass es die Gläubigen dazu bewegt, sich mit der biblischen Lehre über Satan und die Verantwortung der Gläubigen zu beschäftigen. Es gibt heute in diesem Bereich der Theologie viel Unausgewogenes. Trotzdem gehe ich davon aus, dass sich die Gläubigen mehr und mehr auf die Lehren der Heiligen Schrift und weniger auf die subjektive Erfahrung gründen und verlassen werden. Dieser Kurs will eine Hilfe dazu sein. Es geht nicht darum, Steine auf bestimmte Lehren oder Personen zu werfen. Vielmehr möchte ich Gläubigen dabei helfen, biblische Überzeugungen zu gewinnen. Auch wenn Sie mir nicht in allem zustimmen, was ich in diesem Kurs darlege, wird es Ihnen hoffentlich beim Bibelstudium helfen, Ihre eigenen Schlussfolgerungen vor dem Herrn zu ziehen. Ich bete, dass der Herr Ihr Studium segnet. Eddie Rasnake

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Lektion 1

Satan verstehen Wenn ich Gott wäre, hätte ich den Teufel wahrscheinlich nicht erschaffen. Und was ist mit Ihnen … hätten Sie das gewagt? Wenn wir die Probleme sehen, die er heute verursacht, und sein Zerstörungswerk durch die Geschichte hindurch, scheint es töricht, ihn um sich herum haben zu wollen. Dennoch zwang mich ein Gedanke, diese Haltung zu überdenken: Gott weiß mehr als ich. Denken Sie darüber nach. Der geistliche Kampf, in den wir eintreten, resultiert nicht aus einem Fehler Gottes. Weil Gott allwissend ist, wusste er schon vor Erschaffung dieses gefallenen Engels, was Satan jemals tun würde – es überraschte ihn nicht. Weil unser Gott allmächtig ist, kann er Satans Machenschaften ein Ende setzen, wann immer er will. Auch wenn ich nicht beanspruche, es völlig zu verstehen, muss ich doch als Erstes feststellen: Alles Nachdenken über geistliche Kampfführung beginnt mit dem Anerkennen, dass Gott ein Ziel damit hat, wenn er Satans Aktivitäten zulässt. Aufgrund dieser Tatsache treibt es mich in die Bibel, weil ich dort mehr über Satan und sein Wesen erfahre. Ich lade Sie ein, mich dabei zu begleiten.

Der Teufel sieht es gerne, wenn wir eine unausgewogene Sicht seiner Person haben.

Immer wenn wir eine allgemeine Lehre in einem Bereich des Lebens als Christ formulieren, sollten wir auf Ausgewogenheit achten. Tatsache ist aber: Wo wir auch hinsehen, gibt es Einseitigkeit. Vielleicht ist kein Thema so anfällig dafür wie die geistliche Kampfführung. Unser Widersacher, der Teufel, erscheint als ein Engel des Lichts. Er sieht es nur zu gern, wenn wir eine unausgewogene Sicht seiner Person haben. Dabei ist es ihm wahrscheinlich egal, ob wir links oder rechts vom Pferd fallen, solange wir nicht mit Gottes Gedanken übereinstimmen. C.S. Lewis schreibt in seinem Buch Dienstanweisung für einen Unterteufel: „Es gibt zwei Irrtümer über die Teufel, in die das Menschengeschlecht leicht verfällt. Sie widersprechen sich und haben doch dieselbe Auswirkung. Der eine ist, ihre Existenz überhaupt zu leugnen. Der andere besteht darin, an sie zu glauben und sich in übermäßiger und ungesunder Weise mit ihnen zu beschäftigen. Die Teufel selbst freuen sich über beide Irrtümer gleichmäßig. Sie begrüßen den Materialisten wie den Anhänger der schwarzen Magie mit demselben Vergnügen.“1

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE

Satan verstehen 1. Tag

Die Gefahr der Einseitigkeit Als ich etwa fünf Jahre alt war und im Nachbargarten spielte, wurde ich einmal von einem großen Hund angegriffen. Heute noch habe ich am Unterarm Narben von den Wunden, die er mir zugefügt hatte. Man kann verstehen, dass ich mich immer noch unwohl fühle, wenn ein bellender Hund auf mich zuläuft. Etwas ganz anderes ist es, wenn der Hund an einer Kette liegt. Wenn er bellt und auf mich zu hechtet, werde ich wahrscheinlich trotzdem aufschrecken. Aber ich fühle mich sicher in dem Wissen, dass es sehr bald ein lautes Geräusch gibt und der Hund das Ende der Kette erreicht hat. Ganz egal, wie er sich auch anstrengen mag, er kann nichts außerhalb der Grenzen anrichten, die ihm sein Herrchen gesteckt hat. Die Heilige Schrift sagt sehr deutlich, dass unser Widersacher, der Teufel, umhergeht wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann (siehe 1Petr 5,8). Allerdings ist er ein angebundener Löwe, und Gott hält das Ende der Leine. Wenn wir diese Tatsache verstanden haben, sollte das unsere Sicht von geistlicher Kampfführung sowie von Satan und seinen Gesellen radikal beeinflussen. Die biblische Lehre über den geistlichen Kampf ist nicht umfangreich, aber ganz klar.

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Lesen Sie 2. Korinther 11,14. Wie stellt Satan sich selbst dar?

Die Heilige Schrift enthält Warnungen, die wir beherzigen sollten. Zuerst sehen wir hier, dass Satan sich verkleidet. Wann immer wir dem Feind unserer Seele begegnen, sind die Dinge nicht so, wie sie uns scheinen. Das griechische Wort, das hier mit „verkleiden“ übersetzt wird, lautet metaschematizo und bedeutet „die äußere Erscheinung verändern“. Von daher ist es klar, dass wir uns bei jeder Begegnung mit dem Teufel täuschen können. Unser Vers sagt, dass er „die Gestalt eines Engels des Lichts“ annimmt. Ein Engel ist ein Bote, und seine Botschaft hier scheint Licht oder Erleuchtung zu bringen – aber das ist ein Irrtum. In Wahrheit ist mit der Herrschaft Satans nur Dunkelheit und Finsternis verbunden (siehe Apg 26,18). Wie kommt es nun, dass Gläubige eine unausgewogene Sicht von Satan haben? Ein Grund dafür ist, dass wir mehr auf ihn statt auf den Herrn blicken. A. W. Tozer hat das sehr treffend beschrieben: „Unser Fokus muss einzig und allein auf dem Herrn Jesus Christus liegen. Wenn Satan auftaucht, erscheint er dann nur unscharf und im Randbereich.“ Mit anderen Worten: Wenn wir unsere Augen auf Christus gerichtet halten, sehen wir von Satan so viel wie nötig. Ist Satan aber im Zentrum unseres Blickfeldes, sehen wir wahrscheinlich zu viel von ihm. Ich habe Folgendes

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Lektion 1: Satan verstehen

festgestellt: Liegt mein Hauptaugenmerk auf dem Teufel, halte ich ihn leicht für größer als Gott. Das entspricht nicht den Tatsachen, aber es kann mir so scheinen. Um die richtige Sicht vom Teufel zu bekommen, müssen wir immer den Herrn vor Augen haben. Es gibt eine zweite Ursache für eine unausgewogene Sicht über den Teufel. Sie rührt daher, dass wir manchmal einfach die Meinungen anderer übernehmen, statt unsere Überzeugungen aus dem Studium der Heiligen Schrift zu gewinnen. Erlauben Sie mir, dass ich das erkläre. Es gibt immer Themen, über die Christen unterschiedliche Ansichten vertreten; und geistliche Kampfführung ist eine dieser heißdiskutierten Lehren im Leib Christi. Wenn sich Christen uneins sind, dann geschieht es sehr schnell, dass wir polarisieren. Hören wir eine Ansicht, die uns falsch erscheint, fliehen wir als Reaktion darauf leicht ins entgegengesetzte Extrem. Dadurch kann unsere Sicht genauso falsch sein … halt in die andere Richtung. Bei widerstreitenden lehrmäßigen Ansichten im Leib Christi liegt die Wahrheit für gewöhnlich nicht in einem der Extreme – sie befindet sich meist irgendwo dazwischen. Es bekümmert mich, dass manche Christen dieses Thema als Reaktion auf eine unausgewogene Betonung des Teufels insgesamt meiden. Ein ähnliches Problem tauchte in den 1960er und 70er Jahren in den Gemeinden auf. Die charismatische Bewegung blühte und betonte den Heiligen Geist teilweise übermäßig. Manche konservativen Gemeinden hielten diese starke Betonung nicht für richtig. Sie reagierten darauf, indem sie gar nicht über den Heiligen Geist lehrten aus Furcht, für charismatisch gehalten zu werden. Die Folge davon war eine immer größere Unausgewogenheit. Wenn wir eine umfassende und gesunde Haltung zu geistlicher Kampfführung suchen, dürfen wir uns nicht auf das konzentrieren, was wir für falsch halten. Stattdessen müssen wir uns damit beschäftigen, was Gottes Wort lehrt. Es gibt noch einen dritten Weg, der uns zu einer unausgewogenen Haltung gegenüber dem Teufel führt. Wir werden fehlgeleitet, wenn wir unsere Schlüsse aus unserer Erfahrung ableiten statt auf die klare Lehre der Heiligen Schrift zu hören. Es ist nichts Falsches daran, Erfahrungen zu haben; aber die Erfahrung ist ein sehr subjektiver Lehrer. Wenn ich meine Erfahrung nicht im Licht des Wortes Gottes deute, stehe ich immer in der Gefahr, falsche Schlüsse daraus zu ziehen. Ich möchte Ihnen das an einem Beispiel deutlich machen. Vor einigen Jahren bekam meine Frau die Diagnose Krebs. Hätte ich meinen Fokus damals auf die Erfahrung von Schmerz, Traurigkeit und Furcht gerichtet, wären mir leicht Zweifel an Gottes Güte gekommen. Aber die Heilige Schrift lehrt ganz klar, dass Gott gut ist und Gutes tut (Ps 119,68). Wenn meine Erfahrung und Gottes Wort nicht übereinzustimmen scheinen, dann muss meine Erfahrung umgedeutet werden, nicht Gottes Wort. Jahre sind nun schon seit dieser Diagnose vergangen, und Gott hat seine Güte über und über gezeigt. Auch wenn die Behandlung nicht anschlug, entschied Gott, sie zu heilen. Aber in der Hitze des Kampfes musste ich mein Vertrauen auf Gottes Wort setzen, und nicht auf mein Gefühl oder meine Erfahrung. Wenn ich eine ausgewogene Sicht über Satan bekommen möchte, muss ich zuerst hören, was Gott sagt – meine eigene Erfahrung und die anderer sind da schlechte Ratgeber. Seien wir doch ehrlich!

„Unser Fokus muss einzig und allein auf dem Herrn Jesus Christus liegen. Wenn Satan auftaucht, erscheint er dann nur unscharf und im Randbereich.“ A. W. Tozer

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE Satan, der Vater der Lüge, wird mir gerne eine Erfahrung geben, wenn er mich dadurch täuschen kann.

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Lesen Sie Matthäus 4,5-7. Wie begegnet Jesus dem Satan?

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Warum wohl benutzt Satan Bibelstellen, um Jesus zu versuchen?

Zweifelt Jesus die Gültigkeit der Verse an, die Satan zitiert?

Wie geht Jesus mit Satans Argumenten um?

Satan, der Vater der Lüge, wird mir gerne eine Erfahrung geben, wenn er mich dadurch täuschen kann.

In der Einleitung zu dieser Lektion habe ich darauf hingewiesen, wie wichtig Ausgewogenheit ist. Wir haben nicht unbedingt schon die Wahrheit gefunden, wenn wir unsere Meinung mit einem Bibelvers untermauern können. Verse kann man aus dem Zusammenhang reißen und ihre Bedeutung verbiegen. Sie sind wie Kriegsgefangene: Wenn du sie lange genug folterst, sagen sie fast alles. In diesem Abschnitt reißt Satan Verse aus dem Zusammenhang und verbiegt sie zu seinen Zwecken. Man findet die ganze Wahrheit nie in einem Vers, sondern in der Ausgewogenheit aller Bibelstellen zu einem bestimmten Thema. Je wichtiger das Thema, desto wichtiger ist es, möglichst viele Stellen zu berücksichtigen und zu untersuchen. Beachten Sie: Jesus argumentiert nicht gegen die Verse, die Satan zitiert. Statt zu sagen: „Teufel, du liegst falsch“, sagt Jesus: „Es steht geschrieben …“, und zitiert einen anderen wichtigen Vers. Er stellt die Wahrheit heraus, indem er sie mit einem anderen Vers ausgleicht. Dadurch verhindert er, dass eine Aussage auf die Spitze getrieben wird.

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Lektion 1: Satan verstehen

Wenn wir eine ausgewogene Sicht über geistliche Kampfführung erstreben, müssen wir bei Gott und seinem Wort anfangen. Er betrachtet geistliche Kampfführung als wichtig genug, um in seinem Wort darüber zu reden. Trotzdem ist es wichtig, sich daran zu erinnern: Die Bibel redet viel mehr über meinen Umgang mit mir selbst und meinen sündigen Begierden als darüber, wie ich mit dem Teufel fertig werde. Der Schwerpunkt liegt im Neuen Testament nicht auf dem Umgang mit dem Teufel, sondern auf dem Wandel mit Gott. Lassen Sie uns das im Auge behalten.

Satans Begrenzungen

Satan verstehen 2. Tag

Wer sind die Feinde des Gläubigen? Beachten Sie: die Feinde, nicht der Feind. Wenn wir einen biblischen Standpunkt zur geistlichen Kampfführung einnehmen wollen, müssen wir erkennen, dass wir uns vielen Feinden gegenübersehen. Obwohl Satan ihr Chef ist, steht er nicht allein. In seinem Krieg unterstützen ihn Heere von Dämonen: Das sind jene Engel, die mit ihm fielen, als er aus dem Himmel vertrieben wurde. Bei seinem Angriff hilft ihm außerdem das Weltsystem, das sich selbst gegen Gott gestellt hat. Aber der vielleicht hilfreichste Gefährte Satans in diesem Konflikt findet sich an einem Ort, wo man ihn nie vermutet hätte – in uns selbst. Sie sehen: Alle Angriffe Satans wären sinnlos, gäbe es nicht in jedem von uns ein Begehren, das gegen Gott arbeitet. Die Bibel nennt dieses Begehren Fleisch. Wenn wir verstehen wollen, worum es beim geistlichen Kampf geht, müssen wir zuerst unsere Feinde verstehen. Dazu werfen wir einen Blick in die Bibel und sehen, was sie über jeden dieser Feinde sagt. Mit der Welt und dem Fleisch wollen wir uns in den kommenden Wochen beschäftigen, und so starten wir jetzt mit einem Blick auf Satan.

Um Satans „Make-up“ zu verstehen, müssen wir begreifen, woher er kommt. Lesen Sie die folgenden Verse. Was hat das mit Satan zu tun, was lernen Sie über ihn?

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Kolosser 1,16

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Epheser 1,20-22

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE

Gottes Handeln beruht immer auf seinem Vorherwissen. Noch bevor Gott den Satan schuf, wusste er bereits um dessen Rebellion.

Kolosser 1,16 sagt: „Denn in ihm (Jesus) ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden.“ Sie sehen, Satan ist ein geschaffenes Wesen. Deshalb wissen wir als Erstes, dass er unter Gottes Souveränität steht. Wir müssen uns daran erinnern, dass Gottes Handeln immer auf seinem Vorherwissen beruht. Noch bevor er den Satan schuf, wusste er bereits um dessen Rebellion. Epheser 1,20-22 lehrt uns, dass Gott Jesus „zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt hat, hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft.“ Und der Vers führt weiter aus: „Und alles hat er (Gott) seinen (Jesu) Füßen unterworfen.“ Satan ist wirklich ein Löwe an der Leine. Gottes Souveränität über Satan finden wir im Buch Hiob wohl am anschaulichsten dargestellt. Wahrscheinlich kennen Sie die Geschichte von Hiob und all dem, was Satan ihm zugefügt hat. Wenn Sie aber nicht genau aufpassen, sehen Sie den Herrn hinter all dem vielleicht nicht. Lesen Sie die Abschnitte, die unten angegeben sind. Beantworten Sie dazu die folgenden Fragen. Was lernen Sie aus diesen Begegnungen über Satans Beziehung zu Gott? Frage

Hiob 1,6-22

Hiob 2,1-10

Wo begegnet Satan Gott? Wer bringt Hiob ins Gespräch? Was denkt Satan über Hiobs Gerechtigkeit? Wie will Satan ihn prüfen? Wie reagiert Gott auf Satans Plan? Welche Grenzen setzt Gott für Satans Angriff? Wie greift Satan an?

Wie reagiert Hiob? Wen erkennt Hiob hinter seinem Unglück?

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Lektion 1: Satan verstehen

Zuerst einmal: Ist Ihnen der Anlass für Gottes Gespräch mit Satan aufgefallen? Satan kam mit allen Engeln, „um sich vor dem HERRN einzufinden“ (Hi 1,6). Beachten Sie, wer wem Bericht erstattet. Gott ist derjenige, der Rechenschaft fordert. Zweitens ist es Gott, nicht Satan, der das Thema Hiob anschneidet – zweimal sogar. Gott fragt: „Hast du achtgehabt auf meinen Knecht Hiob?“ (V. 8). Dann wendet Satan ein, dass Hiob nur so gottesfürchtig sei, weil der Herr ihn segne. Beachten Sie, was Gott jetzt tut: Er erlaubt Satan, Hiob anzugreifen. Er gibt Satan Freiheiten, die er zuvor nicht hatte; er setzt Satan Grenzen dafür, was er darf und was nicht. In Kapitel eins gestattet er Satan, Hiobs Besitz und Kinder anzutasten, aber nicht ihn selbst. In Kapitel zwei, als Hiob trotz allen Leids Gott nicht flucht, darf Satan Hiobs Leib antasten, aber er darf ihn nicht töten. Gott hat während der ganzen Zeit die Kontrolle. Tatsächlich rechnet niemand im Buch diese Handlungen Satan zu. Während aller Kapitel sagen sowohl Hiob als auch seine Freunde: „Gott tat dies.“ Und Gott gibt ihnen Recht. Lesen Sie, was Gott in Kapitel 2,3 sagt: „Und dabei hattest du (Satan) mich gegen ihn aufgereizt, ihn ohne Grund zu verschlingen.“ Sogar Satan weiß das, denn in Kapitel 1,11 und 2,5 sagt er: „Strecke jedoch nur einmal deine Hand aus und taste alles an …“

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Schon gewusst?

HIOB

Auch wenn das Buch Hiob vor den Psalmen steht, gehen die meisten Bibellehrer davon aus, dass es das erste niedergeschriebene Buch der Bibel ist. Hiob war vermutlich ein Zeitgenosse Abrahams.

Lesen Sie, was John MacArthur über Hiob schreibt: „Hiobs Geschichte zerstört unsere Vorstellung, dass wir Satans Angriffe verhindern können, wenn wir stark genug sind, ausreichend Erfahrung haben oder im Kampf gegen ihn geübt sind. Niemand war geistlich fitter als Hiob. Trotzdem erlaubte Gott es Satan, ihn heimzusuchen – und es gab nichts, was Hiob dagegen hätte tun können. Schließlich widerstand Hiob den gnadenlosen Angriffen Satans – nicht weil er einen geheimen Weg entdeckt hätte, Satan zu schlagen, weil er ihn zurechtgewiesen oder ihm befohlen hätte aufzuhören, sondern –, weil Gott die ganze Zeit alles unter Kontrolle hatte. Er wusste, wie viel Hiob tragen konnte (1. Korinther 10,13). Als Satan diese Grenze erreicht hatte, hielt Gott ihn zurück und sein Angriff war beendet.“2 Täuschen Sie sich nicht, Satan ist ganz klar gegen die Gläubigen. Trotzdem muss er dem Herrn Bericht erstatten. Er kann nur das tun, was Gott ihm erlaubt.

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Lesen Sie Lukas 22,31 im Zusammenhang. Was erfahren Sie dort über Satans Aktivität an Petrus?

In Lukas 22,31 sagt Jesus zu Petrus: „Satan hat euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen.“ Beachten Sie, dass Jesus von dem drohenden Angriff wusste, bevor er

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Schon gewusst?

WEIZEN

Zur Zeit Jesu bearbeitete man den Weizen in mehreren Schritten. Nach der Ernte wurde er gedroschen. Der Dreschboden war gewöhnlich ein großer, runder Platz auf einem flachen Felsen. Man streute den Weizen auf den festen Untergrund, dann führte man Ochsen oder Esel beständig im Kreis über die Körner. Oft zogen die Tiere einen Dreschschlitten – einen flachen, hölzernen Schlitten, auf dem eine Person stehen konnte, um zusätzliches Gewicht zu erzeugen. Bei diesem Schritt löste sich das Korn vom Halm, und es zerbrach die ungenießbare Schale (genannt Spreu), die das Weizenkorn umgab. Im nächsten Schritt wurden die Körner geworfelt, indem man sie in die Luft warf. Der Wind wehte dabei die Spreu fort, und das Korn fiel wieder zu Boden.

geschah. Er verhindert ihn nicht, aber er sagt Petrus, wozu er dient: Diese Prüfung soll ihn sichten wie Weizen. Man „sichtet“ oder „worfelt“ Weizen, um die Spreu oder andere Verunreinigungen zu entfernen. Jesus weiß das Ergebnis sehr wohl. Er sagt: „wenn du einst zurückgekehrt bist“, und nicht „falls“. Aus diesem Abschnitt können wir schließen, dass Satan sich unter der Autorität und Souveränität Gottes befindet. Weil er unter Gottes Herrschaft steht, gebraucht der Herr ihn manchmal, um seine eigenen Zwecke auszuführen. Im Fall von Hiob und Petrus war es jeweils zu ihrem Guten. Aber manchmal gebraucht Gott Satan auch, um durch ihn zu strafen. Ein Schlagwort in der geistlichen Kampfführung ist heute „Befreiung“, man redet z. B. manchmal auch vom „Befreiungsdienst“. Aber Gott befreit die Menschen nicht immer von Satan. Manchmal übergibt er sie ihm auch.

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Lesen Sie 1. Timotheus 1,18-20. Welche Aufgabe hat Gott dem Satan im Leben von Hymenäus und Alexander zugedacht?

Es ist offensichtlich, dass diese Männer, die Paulus hier erwähnt, Gläubige waren. Er sagt, dass sie „im Hinblick auf den Glauben Schiffbruch erlitten haben“. Das setzt voraus, dass sie Glauben haben. In diesem Fall gebraucht Gott den Satan als sein Werkzeug zur Bestrafung von abgeirrten Gläubigen. In 2. Timotheus 2,17-18 erfahren wir, dass Hymenäus den Glauben mancher zerstörte, indem er sagte, „dass die Auferstehung schon geschehen sei.“ Gott gebraucht Satan, um Hymenäus für diese falsche Lehre zu strafen.

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Lesen Sie 1. Korinther 5,1-5. Mit welchem Ziel wurde hier der Mann „dem Satan überliefert“?

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Lektion 1: Satan verstehen

Was also bedeutete es für einen Menschen, dem Satan überliefert zu werden? Die Heilige Schrift sagt dazu nichts Näheres. Es scheint, dass es sich auf jemanden bezieht, der nicht „den Glauben … und ein gutes Gewissen“ bewahrt hat (1Tim 1,19). Mit anderen Worten, Paulus redet von einem unbußfertigen Gläubigen. Wenn ein Gläubiger in der Sünde verharrt und Buße verweigert, scheint Gott dem Teufel zu befehlen, ihn zu züchtigen und ihn die Hölle auf Erden schmecken zu lassen. Paulus macht deutlich, dass die Errettung dieses Bruders nicht in Frage steht. Aber Gott ist nicht bereit zuzusehen, wenn seine Kinder es sich mit der Sünde bequem machen. Manchmal benutzt er den Teufel als ein Mittel, um Sünde zu richten und den Sünder wiederherzustellen.

Satans Fehler

Satan verstehen 3. Tag

Oswald Sanders hat in seinem Klassiker Geistliche Leiterschaft ein Kapitel mit Besondere Gefahren überschrieben. Bei der Abhandlung dieses Themas gebraucht er Satan als ein Beispiel. Bevor ich diese Gedanken gelesen hatte, war ich nie auf die Idee gekommen, über Satan unter dem Aspekt seiner Leiterschaft nachzudenken – tatsächlich war er ein Führer. Als ein Cherub war er eine Art „Chef“. In 1. Timotheus 3,6 lehrt Paulus, dass das Wesen von Satans Sünde sein Hochmut oder Stolz war. Deswegen versucht er, eine „Imitation“ des Reiches Gottes zu errichten (Off b 2,13; Eph 2,2), aber sein Untergang ist schon besiegelt. Es wird ihm nicht gelingen; der Stolz ist sein Verderben. Mit Blick auf den Stolz und seine Auswirkung auf Leiter schreibt Oswald Sanders: „Nichts ist Gott mehr zuwider als Einbildung. Diese Sünde zielt ihrem Wesen nach auf eine Selbstkrönung auf Kosten Gottes. Das war die Sünde, die den gesalbten Cherubim, den Wächter am Thron Gottes, zum widerwärtigen Feind machte und seine Vertreibung aus dem Himmel veranlasste. Von den unendlich vielen Formen, in denen sich diese Sünde darbietet, ist keine abschreckender als ‚geistlicher Hochmut‘. Auf geistige Gaben stolz sein, die Gott gegeben hat, oder auf die Stellung, in die uns seine Liebe und Gnade erhoben hat, heißt vergessen, dass Gnade eine Gabe ist, und dass wir alles, was wir haben, empfangen haben. Stolz ist eine Sünde, die dem Stolzen am wenigsten bewusst ist … Wenn wir unser Leben an dem Leben unseres Herrn messen, der sich bis zum Tod am Kreuz erniedrigte, werden wir, wenn wir ehrlich sind, von der Schäbigkeit, ja der Niederträchtigkeit unseres Herzens erschüttert.“3

„Stolz ist eine Sünde, die dem Stolzen am wenigsten bewusst ist.“ Oswald Sanders

Wie wir heute sehen werden, konnte Satans machtvolle Stellung seinen Ehrgeiz nicht befriedigen. Vielmehr entflammte sie ihn und verleitete ihn, Gottes Platz zu begehren.

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Lesen Sie Hesekiel 28,12-19. Schreiben Sie alles auf, was Sie über Satan erfahren.

Ein wichtiger Teil von Satans Identität ist, dass er ein Engelwesen ist. Hesekiel 28,13-14 hebt hervor, dass Satan als Cherub geschaffen wurde. Die Cherubim sind eine Ordnung von Engeln, deren Aufgabe es ist, die Heiligkeit Gottes zu bewachen. Als Engel unterliegt Satan den gleichen Begrenzungen wie jeder andere Engel. Das heißt, er ist weder omnipotent (allmächtig) noch omniscient (allwissend) und auch nicht omnipräsent (allgegenwärtig). Wir müssen uns vor der falschen Vorstellung hüten, dass Satan Gott ebenbürtig ist im Kampf zwischen Gut und Böse. Gott hat nicht seinesgleichen. Satan ist ein geschaffenes Wesen mit all den Begrenzungen, die jeder Engel hat, und er ist Gott gegenüber rechenschaftspflichtig. Wenn es ein Gegenüber zum Teufel gibt, dann wäre das der Erzengel Michael; aber dem Allmächtigen ist er nicht ebenbürtig. Wir sehen Satan im Buch Hesekiel als rebellischen Engel. Vers 17 deutet darauf hin, dass der Stolz auf seine Weisheit und Schönheit die Quelle seines Aufbegehrens ist. Und in den Versen 18-19 lesen wir, dass er fürs Feuer bestimmt ist (Off b 20,10 weist auf den Feuer- und Schwefelsee hin) und nicht mehr sein wird.

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Lesen Sie Jesaja 14,12-19. Was erfahren Sie über die Wurzel von Satans Fall?

Ein weiterer Aspekt von Satans Persönlichkeit ist seine Rebellion. In Jesaja 14,12-19 erfahren wir, dass er fiel, weil er wie Gott sein und den rechtmäßigen Platz des einen, wahren Gottes einnehmen wollte. Den Gedanken eines Falls vom Himmel wendet Jesus Christus in Lukas 10,18 ausdrücklich auf Satan an. Das fünfmalige „Ich will“ in Jesaja 14 offenbart Satans Eigenwillen. In Römer 12,3 wird jeder Gläubige ermahnt, „nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern darauf bedacht zu sein, dass er besonnen sei.“ Wenn der Stolz Wurzeln schlägt, denken wir nicht mehr richtig über uns. Diese aufgeblasene Selbstsicht war Satans größter Fehler.

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Lektion 1: Satan verstehen

Satans Motive

Satan verstehen 4. Tag

Sie wissen, dass wir normalerweise niemanden dafür tadeln, dass er sich ein hohes Ziel steckt. Aber es ist schon ein äußerst drastisches Bestreben, Gott zu verdrängen. Satan ist vom Verlangen getrieben, auf dem Thron Gottes zu sitzen. Das haben wir gestern in Jesaja 14,13-14 gesehen. Dort sagt Satan: „Ich will in den Himmel steigen und (ich will) meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen (das könnte sich auf die Engel beziehen), ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden (evtl. ein Hinweis auf die Versammlung der Engel oder auf Israel im Tausendjährigen Reich). Ich will auffahren über die hohen Wolken (er maßt sich die Herrlichkeit Gottes an) und (ich will) gleich sein dem Allerhöchsten (er ahmt Gott und sein Werk nach)“ (Luther84). Satan ist nicht kreativ, er schafft nichts Originelles, Schöpferisches. Bei allem Tun versucht er immer nur, Gott nachzuahmen. Beachten Sie die zentrale Person: Ich. Fünfmal sagt Satan „Ich will“. Seine Rebellion (wie jede Rebellion seither) ist im Kern das Verlangen, sein eigener Gott zu sein und keiner höheren Autorität zu unterstehen.

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Lesen Sie die Bibelstellen unten. Denken Sie darüber nach, dass es nicht Satans einziges Motiv ist, Gott zu verdrängen. Er möchte auch andere dazu bewegen, sich seiner Rebellion anzuschließen.

Satans „Ich will“ • Ich will in den Himmel steigen • Ich will meinen Thron erhöhen • Ich will mich setzen auf den Berg • Ich will auffahren über die Wolken • Ich will gleich sein dem Allerhöchsten

1. Mose 3,1-6

Matthäus 4,1-11

1. Johannes 5,19

Von Anfang an hat Satan versucht, Gläubige auf Abwege zu bringen. Wir sehen ihn im Garten Eden, wie er Adam und Eva zum Ungehorsam gegenüber Gott verführen will (1Mo 3,1-6). Am Beginn von Jesu Dienst auf Erden richtet sich sein Angriff gegen ihn (Mt 4,1-11). Die Ungläubigen hat er schon auf seiner Seite, auch wenn sie es nicht merken. In 1. Johannes 5,19 lesen wir: „… die ganze Welt liegt in dem Bösen.“ Petrus nennt ihn „euer Widersacher“ und beschreibt ihn als umhergehend „wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann“ (1Petr 5,8). Und wenn er Sie nicht verschlingen kann, versucht er, Sie von Gott wegzuziehen.

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE

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Lesen Sie 2. Korinther 11,3. Welche Taktik benutzt Satan gegenüber Gläubigen?

Satan möchte, dass wir so wie er aus Gottes Plan aussteigen. Gerne würde er uns zum direkten Aufstand gegen Gottes Gebote anstiften. Wenn es Satan nicht gelingt, uns zu offener Sünde zu verführen, sind wir trotzdem nicht sicher vor ihm. Er wird immer noch Erfolg haben, wenn wir uns von der einfachen, reinen Hingabe an Christus weglocken lassen. Er kann sogar ein unausgewogenes Interesse an geistlicher Kampfführung benutzen, um unsere Augen auf Satan und Dämonen zu richten statt auf Christus – wohin wir blicken sollten. Täuschen Sie sich nicht, Satan ist niemandes Freund! Jesus hat ihn als Dieb bezeichnet, dessen Ziel es nur ist „zu stehlen und zu schlachten und zu verderben“ (Joh 10,10). Sollte er wirklich meinen, Gott überlisten zu können? Oder weiß er, dass er Gott nicht besiegen kann, und möchte so viel Schaden anrichten wie möglich? Egal wie, wir sind besser gerüstet, wenn wir im Voraus seine Motive verstehen.

Satan verstehen 5. Tag

Ich folge Gott nach Zwischen meinem Abschluss am College und meinem Beginn im vollzeitlichen christlichen Dienst arbeitete ich einige Jahre in einem Restaurant. Am Ende einer langen Schicht musste ich abends oft die Tageseinnahmen zählen. Dadurch hatte ich dann einige Übung darin, dicke Stapel von Geldscheinen schnell und exakt zu addieren. Ich hatte so oft Papiergeld in meiner Hand und war damit so vertraut, dass ich sehr schnell merkte, wenn etwas mit einem Schein nicht stimmte. So auch eines Abends, als mir ein 20-Dollar-Schein auffiel. Irgendwie fühlte er sich nicht „richtig“ an. Als ich mir ihn genauer ansah, merkte ich, dass er sich von den anderen unterschied; und schließlich stellte sich heraus, dass ein Mitarbeiter einen falschen Geldschein angenommen hatte. In einem Crashkurs hatte ich einmal einiges über Falschgeld gelernt, aber mit all den verschiedenen Arten von Blüten konnte man sich gar nicht beschäftigen. Wir wurden vorgewarnt, aber im Wesentlichen ging es nicht darum, Experte für das falsche Geld zu sein, sondern für das echte. Hier gibt es eine Parallele zur geistlichen Kampfführung.

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Lektion 1: Satan verstehen

Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass die Hauptsache bei der geistlichen Kampfführung ist, Satan zu verstehen. Wir müssen wissen, dass wir einen Feind haben, und wir sollten seine Pläne kennen. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass er viele Verkleidungen trägt. Der beste Schutz gegen Verführung ist, mit der Wahrheit vertraut zu sein.

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Denken Sie über Ihre Sicht von Satan und den Dämonen nach. Wo würden Sie sich auf der Skala unten einordnen?

Ich unterschätze Satan und die Dämonen.

Ausgewogene Sicht

Ich habe ein ungesundes Interesse an dunklen Dingen

Denken Sie über unsere heutige Kultur und über die gefallene Welt nach, in der wir leben. Wo erkennen Sie, dass Satan seinen Einfluss ausübt, indem er wie ein „Engel des Lichts“ erscheint?

Was müssen Sie tun, um diesen Einfluss in Ihrem eigenen Bereich zu bekämpfen?

Um den Verschwörungen Satans zu begegnen, müssen wir uns immer wieder daran erinnern, dass er sich als etwas Positives und Gutes darstellt. Wir müssen wachsam sein und damit rechnen, getäuscht zu werden. Nur wenn wir mit der Wahrheit ausgerüstet sind, können wir die Lüge bekämpfen. Bibelstudium ist eine Möglichkeit, sich aktiv darauf vorzubereiten.

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Sehen Sie diese Wochenlektion noch einmal kurz durch. Gibt es Punkte, die der Herr Ihnen besonders aufs Herz legt, damit Sie sie umsetzen?

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE Warum schreiben Sie zum Abschluss der Lektion nicht ein Gebet, in dem Sie sich verpflichten, die erkannten Dinge in die Tat umzusetzen? Befehlen Sie dem Herrn dieses gesamte Studium an.

Wir müssen wachsam sein und damit rechnen, getäuscht zu werden.

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Lektion 2

Satans Methode Unzählige Bücher wurden über den Südstaaten-General Robert E. Lee (1807-1870) und seine erfolgreichen Strategien im amerikanischen Bürgerkrieg geschrieben. Auch wenn die Armee der Nordstaaten letztendlich siegte, bereitete General Lee ihr eine Reihe von Niederlagen, obwohl er deutlich weniger Truppen und schlechtere Ausrüstung hatte. Und auch wenn Lees Heer sowohl zum Angriff als auch zur Verteidigung in einer schlechten Stellung war, brauchte die Armee der Nordstaaten vier Jahre, um ihm die Niederlage zu bereiten – dabei hatten sie fünfmal mehr Gefallene zu beklagen wie er. Der Krieg war schon zur Hälfte vorbei, als die Nordstaaten bei der Schlacht von Gettysburg ihren ersten Sieg gegen General Lee verbuchen konnten. Man nimmt an, dass Lees Armee den Gegnern bei der blutigen Schlacht am Antietam im Verhältnis von eins zu drei unterlegen war. Mit mehr als 23.000 Gefallenen war diese Schlacht am 17. September 1862 die blutigste Einzelschlacht in der amerikanischen Geschichte. Es gab dort mehr als doppelt so viele Opfer wie beim D-Day im Zweiten Weltkrieg. Obwohl General Lee mit seiner Südstaaten-Armee weniger Opfer als das Heer der Nordstaaten zu beklagen hatte, konnten sie ihren Vorteil schlecht nutzen. Die Nordstaaten hatten reichlich Truppen in Reserve, während General Lee jeden Mann in der Schlacht brauchte. Der Bürgerkrieg wäre in weniger als einem Jahr beendet gewesen, wenn Nordstaaten-General McClellan seinen Vorteil erfolgreich genutzt hätte. Irgendwie gelang es Lee, McClellans Armee am Ufer des Potomac zu überlisten und seine Truppen sicher nach Virginia zurückzubringen. Vor dem Bürgerkrieg hatte General Lee im Krieg gegen Mexiko gedient, aber niemals Truppen in einer Schlacht befehligt. Seine einzige Erfahrung im Führen von Soldaten in Auseinandersetzungen machte er im US-Militär Waffendepot in Harper’s Ferry. Dort nahm John Brown mit einer Handvoll Komplizen das Depot ein und hoffte, dadurch Sklaven mit Waffen für eine Revolte ausrüsten zu können. Lee trat ihm dort mutig entgegen und beendete den Aufstand. Als er das Kommando über die Südstaaten-Truppen übernahm, handelte er von Anfang an wie ein erfahrener Veteran. Die Sieben-Tage-Schlacht, die zweite Schlacht am Bull Run, die Schlacht von Fredericksburg und die Schlacht von Chancellorsville werden als seine größten Siege angesehen.

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE Wie konnte Lee trotz einer Unterzahl an Truppen und nur wenig Unterstützung wiederholt seine Gegner besiegen? Zuerst müssen wir einfach feststellen, dass er ein brillanter General war. Und ein wesentlicher Aspekt seiner Genialität bestand darin, dass er den Feind kannte. Er wusste, was die Generäle der Gegenseite tun würden, noch bevor sie es entschieden hatten. Lee hatte mit den meisten Generälen der Nordstaaten-Armee an der Militärakademie in West Point studiert und kannte sie persönlich. Er wusste, wie sie dachten und kämpften. Am 18. September 1872, einen Tag nach der Schlacht am Antietam, sagte er völlig korrekt voraus, dass McClellan eine konservative Taktik verfolgen und den nächsten großen Angriff nicht vor dem folgenden Tag starten würde. Lee ließ im Laufe des Tages immer wieder Geschütze abfeuern, um so McClellan davon zu überzeugen, dass er immer noch genug Truppen hätte, um die Schlacht weiterzuführen. In der folgenden Nacht führte Lee seine Soldaten dann im Schutze der Dunkelheit über den Potomac in Sicherheit. Ein Schlüssel zu seinen Erfolgen war, dass er die Strategien und Denkmuster seines Feindes kannte. Ganz ähnlich ist es ein Schlüssel im geistlichen Kampf, die Muster und Strategien unseres Feindes zu kennen.

Satans Methode 1. Tag

Satan täuscht Wie stellen Sie sich Satan vor? Ist er eine kleine, drahtige Figur im roten Anzug, mit Mistgabel und spitzem Schwanz? Oder vielleicht noch diabolischer, wie die Filmfigur Freddy aus dem Horrorstreifen Nightmare oder wie Jason aus Freitag der 13.? Die Wahrheit ist: Satans wirkungsvollste Methoden sind völlig anders, als wir uns das vorstellen. Er tritt nicht als offensichtlich böse in Erscheinung, sondern kommt wie ein Engel des Lichts daher. Ich glaube auch, dass er uns in unseren Ansichten über seine Taktiken täuscht. Er hat so viele Tricks auf Lager, um unsere Sicht von ihm zu benebeln. Auch versucht er, Gläubige in ihrem Bild von Gott und seinem Wort zu täuschen. Am besten können wir das am Beginn der menschlichen Geschichte beobachten. Satans Rebellion begann damit, dass er die Menschheit im Garten Eden beschmutzte.

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Lesen Sie 1. Mose 3,1-6. Wir sehen, wie Eva sich auf ein Gespräch mit der Schlange einlässt. Warum war das eine schlechte Idee? Berücksichtigen Sie, was der Text über Satans Wesen und Tun sagt.

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Lektion 2: Satans Methode

Der Text zeigt zwei negative Eigenschaften Satans: 1. Im Blick auf sein Wesen – er ist „listiger als alle Tiere des Feldes“ – und 2. hinsichtlich seines Handelns – er stellt Gottes offenbarten Willen in Frage („Hat Gott wirklich gesagt ...?“). Außerdem übertreibt er die Beschränkungen, die Gott dem Menschen auferlegt hat. Er zitiert Gott falsch, als er fragt: „Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen?“

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Vergleichen Sie 1. Mose 3,1-6 mit 2. Korinther 11,3; 11,12-15 und 1. Timotheus 2,14. Was lernen Sie über Satans Aktivitäten?

2. Korinther 11,3

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Wortstudie

ENGEL

Satan erscheint als ein Engel des Lichts. Das Wort „Engel“ (griech. angelos) bedeutet wörtlich „Bote“. Diese Bedeutung hebt die Tatsache hervor, dass ein Großteil von Satans Täuschungen in einer falschen Botschaft wurzelt – in der Lüge.

2. Korinther 11,12-15

1. Timotheus 2,14

Wir lesen in 2. Korinther 11,3, dass „die Schlange Eva durch ihre List verführte“, und in 1. Timotheus 2,14 sagt Paulus, dass die Frau betrogen wurde. Satan und seine Arbeiter handeln durch Täuschung und Verkleidung, und so erfahren wir in 2. Korinther 11,14: „… der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an.“ Wenn man es mit einem Feind zu tun hat, der nicht aufrichtig ist, muss man besonders vorsichtig sein und darf nichts für bare Münze nehmen. Eva hätte sich Gottes Wort als Autorität unterstellen sollen. Aber sobald es Satan gelungen war, bei ihr Misstrauen gegen Gottes Wort zu säen, war es nur eine Frage der Zeit, bis sie ihren eigenen unabhängigen Weg ging. Wenn wir uns zum Richter über die Gültigkeit von Gottes Wort machen, bleibt es nicht aus, dass wir sündigen.

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE

Satans Methode 2. Tag

Satan sät Zweifel Vor Kurzem besuchte ich Verwandte in einer anderen Stadt. Als ich ihnen bei einigen Reparaturarbeiten half, musste ich zum Baumarkt fahren, um Material zu kaufen. Obwohl ich mich auf dem Weg dorthin an die Straßenschilder hielt, kamen mir doch Zweifel, ob ich richtig war. Schließlich sagte ich mir: Ich bin falsch gefahren. Ich gab auf, drehte um und kam mit leeren Händen zurück – um zu erfahren, dass ich weniger als 500 Meter vor meinem Ziel aufgegeben hatte. Zweifel sind ein ganz wirksames Werkzeug – besonders in der Hand eines Feindes.

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Eva hätte Satan fortjagen können, indem sie Gott beim Wort genommen und Satans Lügen kein Gehör geschenkt hätte.

Lesen Sie 1. Mose 3,4-5. Wie sät Satan Zweifel an dem, was Gott wegen des verbotenen Baumes angeordnet hat?

Was können wir aus dieser Begebenheit über Satans Methoden lernen? Satans erstes Ziel ist es, Gottes Wort zu verdrehen und ihn in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. Beachten Sie, wie Satan Gott falsch zitiert: „Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen?“ (V. 1). Satan wusste, dass Gott das nicht gesagt hatte. Aber er versuchte, Evas Aufmerksamkeit auf die Grenzen zu lenken, die Gott gesteckt hatte, statt auf die Freiheit, die er gibt. Sehen Sie, was als Nächstes kommt. Als Eva Satans Aussage korrigiert, legt er schnell einen nach und sät Zweifel an Gottes Aufrichtigkeit und Motiven. Er sagt: „Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.“ Er sagt damit, dass Gott gelogen hat und dass er Adam und Eva etwas Gutes vorenthält. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein! Eva hätte Satan fortjagen können, indem sie Gott beim Wort genommen und Satans Lügen kein Gehör geschenkt hätte. Statt ihre Augen auf Gott zu richten, blickt sie auf die Versprechungen des Betrügers.

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Lesen Sie Johannes 10,10. Was ist laut Jesus das Ziel des Diebes?

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Lektion 2: Satans Methode In diesem Vers sagt Jesus: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben.“ Jesus bezieht sich hier besonders auf falsche Lehrer und falsche Messiasse, die die Menschen vom Herrn wegziehen wollen. Offensichtlich war Satan ihr Anführer. Wenn er schon sein eigenes Reich nicht errichten kann, will er alle Anstrengung darauf verwenden, Gottes Reich zu zerstören.

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Lesen Sie Johannes 8,44 und 1. Johannes 3,8. Was erfahren Sie dort über Satan?

In Johannes 8,44 lehrt Jesus, dass Satan ein Menschenmörder und Lügner ist. Im ersten Johannesbrief lesen wir, dass „der Teufel sündigt von Anfang an“ (3,8). Alles, was er tut, ist schlecht, denn sein Ziel ist Zerstörung. Satan ist nicht sehr originell in seinen Angriffen. Wenn er etwas findet, das funktioniert, dann bleibt er dabei. Er benutzt bei Gläubigen heute noch die gleichen Strategien wie früher. Er und alle seine Komplizen verdrehen immer noch Gottes Wort, wollen unseren Blick auf Gottes Verbote richten statt auf die Freiheit, die er uns schenkt. Sie wollen, dass wir an der Glaubwürdigkeit von Gottes Wort zweifeln und meinen, Gott enthalte uns durch seine Beschränkungen etwas Gutes vor. Aber alles, was Gott gibt, ist gut! Jede Einschränkung, die er macht, ist zu unserem Wohl. Alles, was er sagt, ist gut. Daher besteht das Wesen des Glaubens darin, Gott ganz einfach beim Wort zu nehmen. Wir glauben, dass sein Wort zuverlässiger ist als unser Gefühl. Wir glauben, dass er sein Wort wirklich hält, und wir leben danach.

Satan lauert auf

Satans Methode 3. Tag

Wäre es nicht schön, wenn Sie Ihre Schlachten planen könnten? Wäre es nicht großartig, wenn Sie immer im Voraus wüssten, wann und wo es zu Konfrontationen kommt? Ein Mensch ist am meisten verwundbar, wenn ein Angriff unerwartet erfolgt. Es ist sehr hilfreich, wenn wir das im Hinterkopf behalten. Der Teufel sucht nämlich nach Zeiten, in denen wir schwach sind, um genau dann anzugreifen – wenn wir müde oder unachtsam sind. Das können wir sehr gut an der Begebenheit erkennen, als Satan Jesus in der Wüste versucht.

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE

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Lesen Sie Matthäus 4,1-11. Was stellen Sie über den Zeitpunkt des Angriffs fest? Auf welche menschlichen Bedürfnisse und Begierden scheint er zu zielen?

Wir haben uns diese Begebenheit in Lektion 1 schon einmal angesehen. Aber wir können aus Satans Angriff auf Jesus noch mehr über seine Methoden lernen. Als Erstes sehen wir, dass der Teufel zuschlägt, als Jesus vierzig Tage und Nächte gefastet hat. Bei Satan gibt es keine Ritterlichkeit; er kämpft nicht fair. Er versucht immer dann uns zu fangen, wenn wir am schwächsten sind. Zweites greift er Jesu Ansehen an. Beachten Sie, was er sagt: „Wenn du Gottes Sohn bist …“ Jesus wusste, dass er Gottes Sohn ist. Satan wollte ihn aber dazu bringen, sich irgendwie zu beweisen. Sehen Sie auch, dass Satan Jesus an seinem Schwachpunkt trifft: Hunger. Satan sagt: „… sprich, dass diese Steine Brote werden“. Jesu Antwort darauf ist bezeichnend. Er versucht nicht, mit Satan zu argumentieren, er zitiert einfach die Heilige Schrift und sagt: „Es steht geschrieben: ‚Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.‘“ Satan hat versucht, „die Begierde des Fleisches“ (1Jo 2,16) anzusprechen. Aber weil es nicht funktioniert, wechselt er zum „Hochmut des Lebens“. Er will Jesus dahin bringen zu beweisen, dass er der Sohn Gottes ist.

Unsere Überzeugungen dürfen nicht auf einem Vers hier und da beruhen, sondern müssen sich auf den ganzen Ratschluss Gottes gründen.

Wir müssen verstehen, dass man die Bibel falsch anwenden und missbrauchen kann – besonders wenn wir mit unseren eigenen Absichten an sie herangehen. Unsere Überzeugungen dürfen nicht auf einem Vers hier und da beruhen, sondern müssen sich auf den ganzen Ratschluss Gottes gründen. In seinem Zitat aus Psalm 91,11-12 lässt Satan einen Satz aus, der nicht zu seinem Zweck passt. Dabei missachtet er eine fundamentale Regel der Bibelauslegung: „Man darf einen Vers nicht aus dem Zusammenhang reißen.“ Wir bekommen immer Probleme, wenn wir einen Vers verstehen und anwenden wollen, ohne uns den Kontext richtig anzusehen. Ich habe einmal einen Vortrag zum Thema „Diszipliniert leben“ gehört. Dazu wurde u.a. Hebräer 12,11 zitiert: „Alle Züchtigung (engl. discipline) scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit.“ Dem Redner kam es darauf an, zu zeigen, dass ein diszipliniertes Leben nicht unbedingt Spaß macht, aber dass es besser für uns ist. Damit hat er recht, aber der Vers stützt seine Aussage nicht. Wenn Sie den Kontext von Hebräer 12,11 lesen, stellen Sie fest, dass das Wort Zucht hier nicht im Sinne von persönlicher Disziplin gebraucht wird, um unser Leben zu ordnen oder an guten Gewohnheiten festzuhalten. Der Kontext spricht davon, dass der Herr seine Kinder züchtigt. Als ich den Redner später unter vier Augen darauf aufmerksam machte, erklärte er, dass er sich zuerst das Thema für

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Lektion 2: Satans Methode

den Vortrag überlegt und dann geeignete Bibelverse dazu ausgesucht hatte. Das ist ein einfacher Weg, die Bibel zu verdrehen. Wir sollten nie versuchen, unsere eigenen Gedanken mit ein paar Bibelversen zu stützen. Wir müssen die Bibel selbst sprechen lassen. Dann erst ziehen wir unsere Schlussfolgerungen aus den Prinzipien des ganzen Ratschlusses Gottes. Lassen Sie uns zur Versuchung Jesu zurückkehren. Satan versuchte Jesus mit der Begierde des Fleisches und dem Hochmut des Lebens, aber beides funktionierte nicht. So setzte er seinen letzten Wurf an: „die Begierde der Augen“. Er bot ihm „alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit“ und sagte zu ihm: „Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfallen und mich anbeten willst.“ Darauf erwiderte Jesus: „Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.‘“

Alles, was der Teufel Jesus anbot, lag im Willen Gottes … aber es war nicht Gottes Weg.

Ich möchte Sie etwas fragen. Liegt irgendetwas Magisches in Jesu Ausspruch: „Geh hinweg, Satan!“? Ich denke nicht. Wenn das alles gewesen wäre, um Satan zu vertreiben, warum hat Jesus nicht den Kampf vermieden und gleich als Erstes diesen Befehl ausgesprochen? Hier ist der Schlüssel: Jesus wusste, dass dieser Kampf ein Ziel hatte. Er hatte es nicht selbst ausgewählt. Weder hat er den Teufel gesucht, noch ist er vor ihm davongelaufen. Jesus hat einfach seine Stellung gehalten und den Blick fest auf den Vater gerichtet. Es gibt noch etwas sehr Wichtiges an der Versuchung durch Satan: Alles, was er Jesus anbot, lag im Willen Gottes. Es war Gottes Wille, dass Jesus ernährt wird. Gott wollte, dass Jesus bewahrt wird. Es war Gottes Wille, dass Jesus über alle Reiche der Welt herrscht. Es lag also nichts außerhalb von Gottes Willen – aber es war nicht Gottes Weg. Satan bot Jesus Abkürzungen oder Wege an, für sich selbst zu sorgen, statt mit Gottes Versorgung und Zeitplan zufrieden zu sein, die in seiner unendlichen und vollkommenen Weisheit gründen.

Satan verkleidet sich

Satans Methode 4. Tag

Im Tier- und Pflanzenreich ist Verkleidung eines der meist verbreiteten und wirksamsten Werkzeuge fürs Überleben. Zum Beispiel der Sepiola: Wenn dieser kleine Tintenfisch von einem Räuber angegriffen wird, produziert er eine Tintenwolke, die in Farbe und Form wie ein großer Tintenfisch aussieht. Der Sepiola ändert dann seine eigene Farbe und entkommt, während der Räuber die „Fata Morgana“ jagt. Viele Frösche und Eidechsen sind getarnt und gleichen im Aussehen ihrer Umgebung. Aber nicht jede Täuschung im Tierreich dient der Verteidigung. Einige Tiere nutzen Täuschung und Verstellung, um ihre Beute zu fangen. Die Malaysische Gottesanbeterin sieht aus wie eine Blume und lockt ahnungslose Bienen in

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE ihre Fangarme. Eine weibliche Leuchtkäferart kann die Blinksignale einer anderen Art nachahmen, lockt damit deren Männchen an und frisst sie auf. Sogar Pflanzen praktizieren dieses Spiel der Täuschungen. Einige Orchideen täuschen männliche Insekten, indem ihre Blüte die Musterung der Weibchen imitiert. So kommen die Männchen und ermöglichen die Bestäubung der Pflanze. Wie Pflanzen und Tiere täuscht Satan, um seine Ziele zu erreichen. Im zweiten Korintherbrief tritt Paulus gegen eine Gemeinde auf, in die falsche Lehrer eingedrungen waren – Männer, die um ihres persönlichen Gewinns willen bestechlich waren und das Wort Gottes verdrehten.

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„Satan hat tausend Listen, um zu betrügen. Umso mehr sollte der Gläubige mit geistlichen Waffen für den Kampf ausgerüstet sein. Und umso ernsthafter sollte er aufmerksam und nüchtern Wache halten.“1

Lesen Sie 2. Korinther 11,13-15. Welches ist eine von Satans wirksamsten Methoden?

Satan ist mit seinen Täuschungen am erfolgreichsten, wenn er sich verstellt. Er möchte nicht, dass wir ihn offenkundig als Feind erkennen. Viel lieber versteckt er sich unter dem Anschein von Licht und Güte. Deswegen arbeitet er so gern durch Religion. Warum sonst wohl würde es so viele verschiedene davon geben? Tatsächlich ist nicht jeder ein Nachfolger Gottes, der sich dafür ausgibt. Wie können wir uns also selbst schützen? Wie können wir wissen, ob ein Lehrer von Gott oder ein Wolf im Schafspelz ist? Indem wir die Bibel zum Maßstab nehmen, und nicht Menschen oder unser Gefühl! Jede Botschaft, die wir hören, jede unserer Erfahrungen muss im Licht des Wortes Gottes geprüft werden. Das bedeutet nicht einfach, dass wir einen Bibelvers suchen, der unsere Ansicht stützt. Sondern wir müssen lernen, auf die richtige Art mit der Bibel umzugehen. Durch sie allein sollen unsere Überzeugungen geformt werden. Das ist unsere Sicherheit.

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Lesen Sie Johannes 8,44. Jesus tadelt hier die Pharisäer und ungläubigen Juden. Was sagt er ihnen? Was lernen Sie über den Teufel?

Johannes Calvin

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Lektion 2: Satans Methode

Nicht alles, was Satan sagt, ist eine Lüge. Manchmal webt er auch Wahrheit mit ein, um uns in die Falle zu locken. Aber sein Endziel ist Zerstörung, und nicht Wahrheit. Auch wenn er Wahrheit mitteilt, ist sie doch verzerrt, damit sie seinen Zwecken dient, und das Ergebnis ist Unwahrheit. Eine seiner machtvollsten Methoden ist es, wenn er sich in Religion hüllt. Es lohnt, sich daran zu erinnern, dass es nicht Heiden waren, die Jesus kreuzigten und die Apostel verfolgten und umbrachten. Es war die religiöse Menge, die das Wort Gottes zu ihren eigenen Zwecken verdrehte und die nicht in einer Beziehung mit Gott lebte.

Ich folge Gott nach

Satans Methode 5. Tag

Epheser 6,11 fordert uns auf, die Waffenrüstung Gottes anzuziehen, „damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt.“ Das griechische Wort für „List“ ist hier methodeia. Klingt irgendwie vertraut. Daher stammt unser deutsches Wort „Methode“, das bedeutet, „einem geordneten Ablauf folgen“. Unser Feind, Satan, ist tatsächlich ziemlich vorhersagbar, wenn man seine Methoden kennt und versteht. Deshalb ist solch ein Kurs auch so praktisch und hilfreich für die geistliche Kampfführung. Wenn wir Gott in der feindlichen Umgebung einer gefallenen Welt nachfolgen wollen, müssen wir unseren Feind und seine Strategien kennen. War für Sie die Tatsache neu, dass Satan ein Betrüger ist? Sicherlich nicht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben Sie das schon oftmals zuvor gehört. Trotzdem ist es eine Wahrheit, die leicht vergessen wird. Wenn wir meinen, eher auf einem Spielplatz als auf einem Schlachtfeld zu leben, werden wir nicht die nötige Wachsamkeit haben. In welchen dieser Bereiche erkennen Sie Satans Täuschungen gewöhnlich leicht?

„Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist

Begierde des Fleisches (Genuss) Begierde der Augen (Materialismus) Hochmut des Lebens (Stolz)

nicht vom Vater, sondern ist von der Welt.“

In welchen dieser Bereiche kann der Feind Sie gewöhnlich leicht überrumpeln?

1. Johannes 2,16

Begierde des Fleisches (Genuss) Begierde der Augen (Materialismus) Hochmut des Lebens (Stolz) An Evas Beispiel im Garten Eden haben wir gesehen: Eine Strategie des Teufels besteht darin, dass er Zweifel an der Wahrheit von Gottes Wort sät, Zweifel an seiner Güte und seinen Motiven uns gegenüber.

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SATANS MACHT UND GOTTES HILFE

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In welchen Situationen sind Sie versucht, an der Wahrheit des Wortes Gottes zu zweifeln?

In welchen Situationen sind Sie versucht, daran zu zweifeln, dass Gottes Wille für Sie gut ist?

Was müssen Sie tun, um sich vor der Strategie des Teufels zu schützen?

Wenn wir die Heilige Schrift lesen, entdecken wir bestimmte Muster für Satans Angriffe. Wie wir in Matthäus 4 sahen, versuchte er Jesus zu einem Zeitpunkt, als er körperlich geschwächt war – nach vierzig Tagen des Fastens. Bei Davids Sünde mit Bathseba war die Versuchung an einem Punkt des Müßiggangs gekommen. Elia wurde mit Furcht und Selbstmordgedanken versucht, nachdem er einen großen geistlichen Sieg auf dem Berg Karmel errungen hatte. Mose wurde versucht, den Felsen zu schlagen, als das Volk murrte und sich beschwerte. Im Jakobusbrief lesen wir, dass wir in Zeiten der Prüfung anfällig für Versuchungen sind. Lesen Sie die Liste auf der folgenden Seite durch, und kreisen Sie ein, wann Sie schon gestolpert sind.

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Lektion 2: Satans Methode

Zeiten körperlicher Schwäche Krankheitszeiten Nach einem geistlichen Sieg Wenn Menschen um Sie herum murren und sich beschweren Während einer Prüfung Sonstiges: _________________________________ Was können Sie aus Ihren Erfahrungen für zukünftige Versuchungen lernen?

Erinnern Sie sich: Der Schlüssel zu geistlichem Sieg liegt nicht darin, dass wir Sünde und Teufel überwinden. Der Schlüssel ist, dass Jesus uns überwindet. Schreiben Sie am Ende dieser Lektion ein Gebet auf. Sagen Sie dem Herrn darin, dass Sie sich ihm besonders in den Bereichen ausliefern, in denen Sie anfällig für Sünde sind.

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