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[Sa|T체|R] Salzburg-T체binger-Rhetorikgespr채che

Reden s

chreibe n n e t l a h n e ed

R

T체bingen 1. bis 3. Juni 2017


theorie trifft praxis • praxis fragt theorie • vermutungen der theorie • berichte aus der praxis


Reden schreiben – Reden halten Fachtagung: 1. – 3. Juni 2017 Eberhard Karls Universität Tübingen Veranstalter: Prof. Dr. Joachim Knape Prof. Dr. Olaf Kramer Prof. Dr. Dietmar Till Seminar für Allgemeine Rhetorik Grafische Gestaltung: Viktorija Romascenko Unterstützt durch:

Pia Engel Rhetorikforum

Jacqueline Schäfer VRdS


Allgemeine Informationen Veranstalter Rhetorikforum. Verein zur Förderung der Rhetorik in Wissenschaft und Praxis e.V. Seminar für Allgemeine Rhetorik, Eberhard Karls Universität Tübingen Verband der Redenschreiber deutscher Sprache Veranstaltungsorte Tagungsort Brechtbau Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen Festvortrag Festsaal Neue Aula Geschwister-Scholl-Platz 72074 Tübingen

Organisation Prof. Dr. Joachim Knape, Prof. Dr. Olaf Kramer, Prof. Dr. Dietmar Till Pia Engel Fotografen Patrick Gerstorfer Gloria Röpke-Marfurt Tagungsbüro Brechtbau-Foyer Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen Im Foyer finden auch die Kaffee- und Snackpausen statt. Bei dringenden Fragen während der Tagung +49 179 410 8666 (Pia Engel)

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Inhalt Allgemeine Informationen

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Universität Tübingen

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Was ist [sa|tü|r] ?

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Tübinger Rhetorik: Erfolgreich reden seit 1496 11 20 Jahre Rhetorikforum

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Abstracts der Vorträge und Workshops

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ReferentInnen und ModeratorInnen

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Sektionsplan

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Persönlicher Plan

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Impressum

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Universität Tübingen Die Eberhard Karls Universität Tübingen gehört zu den ältesten Universitäten Europas. Hier wurde während mehrerer Jahrhunderte Geistes- und Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Ihre Geschichte beginnt 1477, als Graf Eberhard „im Bart“ von Württemberg die Universität Tübingen gründet. Tübingen ist eine Stadt der Forschung und Lehre. Auf die rund 86.000 Einwohner kommen gut 28.500 Studierende aus dem In- und Ausland. An den sieben Fakultäten der Universität lehren und forschen etwa 450 ProfessorInnen und mehr als 4.000 WissenschaftlerInnen.

schung, Mikrobiologie, Bildung und Medien. Darüber hinaus pflegt die Universität feste Beziehungen zu mehr als 150 Bildungseinrichtungen in 45 Ländern weltweit, vor allem in Nordamerika, Asien, Lateinamerika sowie in allen Ländern Europas. Etwa 12 Prozent der Studierenden der Universität Tübingen kommen aus dem Ausland, und viele Studierende der Eberhard Karls Universität verbringen ihrerseits einen Teil ihres Studiums an Hochschulen im Ausland.

Die jüngste Etappe in der Entwicklung der Universi- International seit 1477 – so könnte man die Geschichtät ist bestimmt durch den Erfolg im Exzellenzwett- te der Universität Tübingen zusammenfassen. bewerb des Bundes und der Länder: Die Universität Tübingen konnte sich mit einer Graduiertenschule, einem Exzellenzcluster sowie ihrem Zukunftskonzept durchsetzen. Besondere Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Sprache und Kognition, Integrative Neurowissenschaften, Medizinische Bildgebung, Translationale Immunologie und Krebsfor- www.uni-tuebingen.de

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Was ist [sa|tü|r] ? Die Rhetorikgespräche wurden 2004 unter dem Namen „Salzburger Rhetorikgespräche“ durch das Referatsbüro Rhetorik an der Paris-Lodron-Universität Salzburg ins Leben gerufen und fanden dort fortan jährlich statt. 2008 wurde die Tagung erstmals vom Seminar für Allgemeine Rhetorik und dem Verein zur Förderung der Rhetorik in Wissenschaft und Praxis e.V. an der Eberhard Karls Universität Tübingen ausgerichtet – nun unter dem Namen „Salzburg-Tübinger-Rhetorikgespräche“. Seitdem findet die Veranstaltung in dieser Kooperation und im jährlichen Ortswechsel mit der Paris-Lodron-Universität Salzburg statt.

www.rhetorikgespraeche.at

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Tübinger Rhetorik: Erfolgreich reden seit 1496 Das Seminar für Allgemeine Rhetorik an der Eberhard Karls Universität Tübingen kann auf eine über 500-jährige Tradition zurückblicken: 1496 wurde Heinrich Bebel als erster Professor für Beredsamkeit und Dichtkunst in Tübingen berufen. Wenn man heute von der Tübinger Rhetorik spricht, ist aber vor allem an die jüngere Institutsgeschichte zu denken, die 1967 mit der Gründung des Seminars für Allgemeine Rhetorik durch Walter Jens ihren Anfang nahm. In diesem Jahr feiern wir nun im Rahmen der Salzburg-Tübinger-Rhetorikgespräche das 50-jährige Bestehen des Seminars für Allgemeine Rhetorik.

wird das Phänomen Rhetorik dabei in seiner ganzen historischen Tiefe und theoretischen Breite beleuchtet. Wissenschaftlich hat das Tübinger Seminar für Allgemeine Rhetorik wichtige Beiträge zum Wiederaufleben der Rhetorikforschung in Deutschland und Europa geleistet. So sind in Tübingen umfassende Werke zur Geschichte der Rhetorik, zur literarischen Rhetorik, aber auch neue Theoriemodelle wie die Orator-Theorie entstanden.

Das Institut hat sich seit den 1970er-Jahren zur führenden europäischen Forschungs- und Ausbildungsstelle für Rhetorik entwickelt. Die fundierte theoretische und realitätsnahe praktische Ausbildung der derzeit 500 Studierenden der Allgemeinen Rhetorik ist in Tübingen in einem europaweit einmaligen Modell über Theorie- und Praxisseminare eng miteinander verzahnt. In der Lehre wie auch in der Forschung www.rhetorik-uni-tuebingen.de

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20 Jahre Rhetorikforum

Verein zur Förderung der Rhetorik in Wissenschaft und Praxis e.V. Die meisten Menschen kennen den Begriff Rhetorik, doch die wenigsten wissen, was sich wirklich dahinter verbirgt. Das bei uns gebräuchliche Wort „Rhetorik“ ist vieldeutig. Es kann eine bestimmte kommunikative Praxis bezeichnen, aber auch die darauf bezogene Theorie sowie die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit dem Fachgebiet Rhetorik beschäftigt. Die allgemein verbreiteten Unklarheiten beginnen damit, dass die Einen rhetorische Praxis für erstrebenswertes Schönreden oder wünschenswerte kommunikative Cleverness halten, die Anderen aber für eine hinterlistige Kunst, die nur auf egoistische, trickreiche Manipulation der Menschen aus ist.

strangige Bedeutung gewinnt.

Auf der einen Seite steht die Rhetorik als eine positive Möglichkeit, sich sozial zu entfalten, auf der anderen aber nur als eine sozial gefährliche Technik. Jenseits all dieser unterschiedlichen Einschätzungen besteht aber Konsens darüber, dass das Thema Rhetorik in der modernen Kommunikationsgesellschaft neue, er-

Darum haben Rhetoriktraining und Rhetorikunterricht in allen Varianten hier einen angestammten Platz, und auch Verein, und auch die ideelle Anbindung des vereins an das in Tübingen existierende, einzige europäische Universitätsinstitut zur Erforschung der Rhetorik in Geschichte und Gegenwart beruht auf

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Der 1997 gegründete Verein zur Förderung der Rhetorik hat sich zum Ziel gesetzt, sich mit all diesen Aspekten zu beschäftigen, um das Interesse an dem alten und zugleich hoch aktuellen Wissens- und Praxisbereich Rhetorik auch außerhalb der rein akademischen Sphäre lebendig zu halten: Die Freunde der Rhetorik sollen hier ein Forum fniden, auf dem nicht einfach nur Rhetorik praktiziert wird, wie es jederzeit an allerorten geschieht, sondern die Rhetorik auch als eigenständiges Aufgaben- und ggf. auch Problemfeld bedacht, erörtert und gepflegt werden kann.


diesem Anliegen, sodass das Rhetorikforum Raum Xing-Gruppe: fßr Begegnungen und Austausch zwischen Lehren- http://goo.gl/GmXiNO den und Studierenden des Faches Allgemeine Rhetorik sowie Berufstätigen der freien Wirtschaft bietet. LinkedIn-Gruppe: https://www.linkedin.com/groups/7490789 www.rhetorikforum.de

Facebook-Seite: www.fb.com/rhetorikforum

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Abstracts der Vorträge und Workshops mit Kurzvitae (in alphabetischer Reihenfolge)

Dr. Katie Böhme, Beate Lichtwald, Dr. Nicole Schwäbe Die Rede in der internen Unternehmenskommunikation (Workshop) Die Rede, originäres Gravitationszentrum rhetoriktheoretischen und -praktischen Interesses, spielt in der modernen Unternehmenskommunikation eine nach wie vor große Rolle – trotz und gerade auch wegen der zunehmenden Digitalisierung. Dieser Workshop widmet sich der Rede aus Sicht der internen Kommunikation. Konkret geht es darum, wie der klassische rhetorische Ansatz in der internen Unternehmenskommunikation praktisch angewandt werden kann. Teilnehmer lernen typische Redesituationen des Firmenalltags kennen und erfahren, welche Rolle die Rede als Einzelmaßnahme im gesamten internen Kommunikationsmix spielt. Außerdem untersuchen wir, wie sich die digitalen Medien auf Rede

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und Textbausteine auswirken und beleuchten Rolle und Bedeutung des Orators im Unternehmenskontext. Danach ermitteln die Teilnehmer Zielgruppen und Instrumente, besprechen das Zusammenspiel der verschiedenen Oratoren im Unternehmen und erarbeiten anhand von Praxisbeispielen, wie integrierte Kommunikation mit Hilfe des rhetorischen Instrumentariums erfolgreich gelebt werden kann. Der Workshop richtet sich insbesondere an Studierende und Young Professionals mit berufspraktischem Interesse an der internen Unternehmenskommunikation. Dr. Katie Böhme war nach ihrem Rhetorik- und Anglistikstudium als Akademische Mitarbeiterin am Seminar für Allgemeine Rhetorik und dem Career Service der Universität Tübingen unter anderem für die Kursleitung des Online-Seminars „Rede- und Präsentationskompetenz“ (Virtuelle Rhetorik/Career Service) verantwortlich. Parallel dazu nahm sie in-


nerhalb und außerhalb der Universität diverse Dozententätigkeiten wahr. Von 2005–2008 war sie als stellvertretende Vorsitzende und Schatzmeisterin im Vorstand des Rhetorikforums e.V. Seit 2012 ist Katie Böhme beim mittelständischen Software- und Beratungsunternehmen iPoint-systems tätig. Nach Stationen als E-Learning & Communications Manager und Leiterin des Global Marketing verantwortet sie dort seit 2016 die interne und externe Unternehmenskommunikation. 2015 erschien ihre Promotion zum Thema „Rhetoriktraining online“. Beate Lichtwald, M.A. hat an der Universität Tübingen ihr Studium der Germanistik, Politikwissenschaften und Rhetorik erfolgreich abgeschlossen. Sie begann ihre berufliche Laufbahn in einer PR-Agentur, die sich auf Öffentlichkeitsarbeit für Mittelständler spezialisiert hatte. Berufsbegleitend absolvierte sie ein Fernstudium zur PR-Beraterin (DPRG). Seit 2005 ist Beate Lichtwald als Spezialistin für interne Kommunikation bei der Robert Bosch GmbH tätig. In unterschiedlichen Funktionen und Geschäftsbereichen lagen die Schwerpunkte ihrer Arbeit zunächst beim Mitarbeitermagazin, im Aufbau eines weltweiten

Kommunikationsnetzwerks sowie in der Kommunikationsberatung von Fach- und Führungskräften. Später übernahm sie Hauptverantwortung für diverse Kommunikationskampagnen (z.B. internationaler Roll-out des Leitbilds im Geschäftsbereich AE). Ferner begleitete sie kommunikativ mehrere Change Management Projekte im Unternehmen. Dr. Nicole Schwäbe: Nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums in Rhetorik und Linguistik des Deutschen promovierte Nicole Schwäbe über Real-LifeSoap-Formate und deren Wirkungsweisen. Seit 2004 ist sie in leitender Position beim Automobilzulieferer peiker acustic tätig, der inzwischen zum französischen Konzern Valeo gehört. Stationen ihrer beruflichen Laufbahn waren: Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Unternehmenssprecherin, Bereichsleiterin für Personal und Kommunikation sowie Interimsmanagerin in unterschiedlichsten Fachdisziplinen. Aktuell hat Nicole Schwäbe bei Valeo die internationale Managementverantwortung für die Personal- und Kommunikationsstrategie einer Produktlinie inne. Seit 2016 ist sie zertifizierte systemische Organisationsberaterin.

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Prof. Dr. Frank Brettschneider Verständlichkeit von Reden

und besser erinnert. Zudem sind die Zuhörer eher in der Lage, die Kernbotschaft einer Rede wiederzugeben.

Nur wer verstanden wird, kann auch überzeugen. Aber die Verständlichkeit der Kommunikation von Parteien, Unternehmen und Verwaltungen lässt oft zu wünschen übrig. Häufige Verständlichkeits-Hürden sind Bandwurmsätze, abstrakte Begriffe, zusammengesetzte Wörter und nicht erklärte Fachbegriffe. Die formale Verständlichkeit von Reden lässt sich mit einer Verständlichkeits-Software berechnen. Sie ermittelt den Hohenheimer Verständlichkeits-Index. Er reicht von 0 (unverständlich) bis 20 (sehr verständlich). Diesem Index zufolge werden die Reden der Vorstandsvorsitzenden auf den Hauptversammlungen der DAX-30-Unternehmen immer verständlicher. Im Schnitt erreichten sie 2016 14,3 Punkte auf dem Hohenheimer Index – das sind 1,3 Punkte mehr als 2015 und zwei Punkte mehr als 2014. Die formale Verständlichkeit ist aber nicht das einzige Kriterium, von dem die Güte einer Rede abhängt. Wichtiger noch sind der Inhalt, der Aufbau der Rede und der Vortragsstil. Aber: Formal verständliche Botschaften werden von den Zuhörern besser verstanden

Prof. Dr. Frank Brettschneider ist Kommunikationswissenschaftler an der Universität Hohenheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die politische Kommunikation, die Kommunikation bei Bau- und Infrastrukturprojekten sowie die Verständlichkeitsforschung. Mit Hilfe des Hohenheimer Verständlichkeitsindex hat er zahlreiche Texte analysiert – u.a. Wahlprogramme, Produktinformationsblätter, Pressemitteilungen von Unternehmen, Homepage-Texte und Broschüren. Seit 2012 führt er zusammen mit dem Handelsblatt das Verständlichkeits-Ranking der CEOs der DAX 30-Unternehmen durch.

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https://komm.uni-hohenheim.de/


Jahre in der Spitzenhotellerie in Deutschland und der Schweiz und studierte anschließend Allgemeine Rhetorik in Tübingen. Seit 2011 berät er Parteigremien und Kandidaten im Rahmen ihrer Wahlkämpfe und Wer Politiker ist oder werden will, muss noch lange bei ihrer Arbeit als Abgeordnete. Im Mai erscheint kein guter Redner sein. Dabei sind die kommunikati- sein Buch „Wie man eine Wahl gewinnt. Leitfaden für ven Herausforderungen an Politikerinnen und Politi- einen erfolgreichen Wahlkampf.“ ker – insbesondere in Wahlkampfzeiten – besonders hoch. Oft entscheidet ein einziger Redeauftritt über den Erfolg oder Misserfolg jahrelanger Vorarbeit, Sine Carlsen, Dr. Henrik Juel Teaching the Magic of Speech (Workshop) etwa bei Nominierungen oder Listenaufstellungen. Viele suchen hier die Unterstützung von professionellen Redecoaches. Lorenz Brockmann bereitet Po- At Roskilde University (Denmark) we have developed litikerinnen und Politiker auf solche Redesituationen a uniquely oral and phenomenological approach to vor und verfolgt dabei einen mäeutischen Ansatz: teaching Speech. First steps are not writing manuRedeschreiben als Hebammenkunst. Politische Re- scripts, but - perhaps surprisingly - actio. den entstehen hier nicht auf dem Papier, sondern im We start out with on-the-floor exercises showing stuZusammenspiel zwischen Coach und Kandidat. Der dents how to establish contact and live communicatiCoach ist im besten Sinne Begleiter und Hebamme on with actual audiences. One advantage of this is that und führt den Kandidaten von der Rede-Strategie body-language and voice are not artificially added afüber Struktur und Text zur frei vorgetragenen Rede. ter writing a text, but integrated and aptly developed (aptum). Lorenz Brockmann ist Politikberater und Rheto- Next steps include instruction and immediate lively rik-Trainer. Nach dem Abitur arbeitete er mehrere trial of classical rhetorical structures, types of appeals Lorenz Brockmann Mäeutik des Redeschreibens Politisches Redecoaching in der Praxis

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and phases. The students collaborate on developing their own individual potentials as well as their analytical skills in evaluating rhetorical performances, e.g. in modern media. We would like to demonstrate our special Speech-line method, and how we work with actio as an intellectual tool as well. Furthermore, we want to reflect upon the theoretical background in phenomenology and pedagogy, and to open up for discussion with colleagues. Sine Carlsen: Master in Rhetorik und Folklore an der Universität in Kopenhagen, seit 1999 fest und in Vollzeit an der Roskilde Universität (RUC) angestellt. Ihre Interessen liegen in den Bereichen Rhetorik und Didaktik: Integration von Theorie und Praxis, Redeentwicklung, die Beziehung zwischen klassischer und moderner Rhetorik sowie rhetorischer Pädagogik und Didaktik. Dr. Henrik Juel. Educated in Philosophy from Copenhagen University, now researching and teaching as an associate professor, Ph.d. at Communication Studies, Roskilde University, Denmark, in Rhetoric & Speech, 18

Film Theory & Video Production. Die Workshop-Sprache ist sowohl Englisch als auch Deutsch. Simon Drescher Reden halten als Moment rhetorischer Intersubjektivität Eine fundamentalrhetorische Betrachtung unter Rekurs auf Davidsons Intersubjektivitätsphilosophie Der Beitrag befasst sich mit fundamentalrhetorischen Gedanken zum Raum der Intersubjektivität, der in der besonderen sozialen Situation einer gehaltenen Rede entsteht. Ausgang der Überlegungen bildet die philosophische Intersubjektivitätstheorie Donald Davidsons, die Überzeugungen einen grundsätzlich öffentlichen Charakter zuspricht und Kommunikation zum Ausgangspunkt aller Meinungen und allen Wissens macht. Nur durch das kommunikative Zusammenspiel zweier Erkenntnissubjekte mit einem Bezugspunkt der gemeinsamen Welt, welches Davidson als ‚Triangulation‘ bezeichnet, verfügen Subjekte


überhaupt über die Möglichkeit, Überzeugungen auszubilden. Vor diesem Hintergrund soll das Halten einer Rede als rhetorischer Prototyp eines solchen triangulären Prozesses behandelt werden. Die Interaktion zwischen Orator und Adressat lässt sich als Basis triangulären Verhaltens auffassen, welche durch einen gemeinsamen Bezug zur verhandelten Sache komplettiert wird. So entsteht eine rhetorisch konstituierte, das heißt vom Orator strategisch erzeugte, gemeinsame Wirklichkeit, die zum Geltungsraum des Überzeugungshandelns wird. Die Charakteristik rhetorischer Intersubjektivität soll damit anhand des Tagungsthemas näher beleuchtet werden. Simon Drescher studierte Allgemeine Rhetorik und Philosophie an der Universität Tübingen. Seit April 2015 promoviert er am Seminar für Allgemeine Rhetorik zum Themenbereich der Fundamentalrhetorik. Von April 2015 bis Juli 2016 arbeitete er als verantwortlicher Dozent beim Projekt Virtuelle Rhetorik/ Redekompetenz des Career Service der Universität Tübingen. Seit September 2016 ist er Akademischer Mitarbeiter am Seminar für Allgemeine Rhetorik und

seit November 2016 assoziiertes Mitglied im Graduiertenkolleg „Ambiguität – Produktion und Rezeption“ der Universität Tübingen. Isa Fünfhausen Trump als Hassredner? Donald J. Trump gilt als eine der umstrittensten Persönlichkeiten unserer Zeit. In seinem Wahlkampf nutzte er gezielt rhetorische Kommunikationsverfahren der Irritation und Verunsicherung, um seine machtpolitischen Tele zu erreichen. Immer wieder fällt er dabei durch besonders hohe Offensivität und Radikalität auf - sowohl gegenüber seinen politischen Gegnern, als auch gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen. Waren Trumps Wahlkampfreden also Hassreden? Sind diese noch im rhetorischen System, d.h. im gesellschaftlich akzeptierten Bereich anzusiedeln oder befinden wir uns hier schon auf dem Gebiet kriminell-kommunikativer und manipulativer Propaganda? Im Rahmen dieser Überlegungen wird der Begriff der Hassrede gegenüber ähnlichen Phänomenen abgegrenzt. Anschließend soll die Analyse von

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Wahlkampfreden Trumps zeigen, ob diese als Hassreden eingestuft werden können. Dabei wird sich auch auf gängige und anerkannte Verhaltensmuster im US-amerikanischen Wahlkampf berufen. Schließlich wird diskutiert, ob der derzeitige Präsident der USA rhetorik-theoretisch als Hassredner bezeichnet werden kann. Isa Fünfhausen studiert Allgemeine Rhetorik und Anglistik/Amerikanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen und studierte an der Universität Kopenhagen. Sie ist Tutorin im Online-Seminar „Gesprächskompetenz“ der Virtuellen Rhetorik. Tomma Galonska Die Rede und ihre somatische Erfahrung (Workshop) Ausgehend von der These, dass ein Publikum Inhalte „nicht allein kognitiv, sondern unter Beteiligung des ganzen Körpers wahrnimmt“[1], lädt dieser Workshop dazu ein, die somatische Rückkoppelung zwischen RednerIn und Zuhörerschaft zu untersuchen. Forschungen zur somatischen Erfahrung beim Ein-

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satz neuer Medien werden ebenfalls erörtert, um von da aus die Bedeutung der physischen Aspekte eines Vortragskonzeptes zu betrachten. Anschließend wird anhand von praktischen Übungen und weiterführenden Arbeitstechniken aufgezeigt, wie die Rolle des Körpers im Sinne einer physischen Gestaltung von Rede gestärkt werden kann: Nicht allein Gestik und Blicke des/der Vortragenden, auch inneres und äußeres Tempo, die Körpertonalität, der vorbereitende Impuls und das Ausklingenlassen einer Formulierung und nicht zuletzt Momente der Stille beeinflussen die somatische Kommunikation zwischen Podium und Parkett… [1] Vergl. Morsch, Thomas: Medienästhetik des Films. Verkörperte Wahrnehmung und ästhetische Erfahrung im Kino. Wilhelm Fink Verlag, München (2011), S 14 ff. Morsch geht in dieser Studie vielfach auf die leibphilosophisch fundierte Theorie Maurice Merleau-Pontys ein, in der die Verschränkung von Körper und Wahrnehmung thematisiert wird.

Tomma Galonska ist freischaffende Theaterkünstlerin in München. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind das Verhältnis zwischen Text und Performanz, Sprache als Medium zeitgenössischer Kunst und die Kompositio-


nen von Sprech-Akten. Zuletzt war ihr performativer Essay: „Das ist alles wahr“ im Rahmen der Ausstellung „6 : 9 Weltversprechen“ in München (Januar – Februar 2017) zu sehen, in dem sie sich mit Aischylos Tragödie „Die Perser“ kritisch auseinandergesetzt und die Beziehung zwischen Sprache und Gewalt untersucht hat. Tomma Galonska studierte Schauspiel am Max Reinhardt Seminar in Wien, Schauspiel und Regie bei George Shdanoff in Los Angeles und war viele Jahre an deutschsprachigen Bühnen und in Film und Fernsehen tätig. Seit 2000 ist Tomma Galonska auch in der Aus- und Fortbildung für SchauspielerInnen, TänzerInnen, PerformerInnen und SprecherInnen tätig. 2016 war Tomma Galonska Referentin und Workshop-Leiterin bei SaTüR in Salzburg. Gerhard Gieschen Speaker als Beruf. Wie Sie mit Reden Geld verdienen Im Gegensatz zu den angelsächsischen Ländern wird der Speaker in Deutschland häufiger als Berufung denn als Beruf gesehen, und wer sich als Speaker selbstständig machen möchte, steht vielen Fragen gegenüber, die kaum jemand beantworten kann. Denn

Speaker ist kein offizielles Berufsbild und Informationen über die Inhalte, die Belastungen, die Erfolgsfaktoren und die Honorargestaltung sind dünn gesät. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass zwar knapp 10 Prozent aller Speaker über 100.000 Euro verdienen, dafür aber fast ein Drittel weniger als 30.000 Euro verdient. Dieser Vortrag gibt konkrete Antworten aus der Praxis eines Speakers: Wie kann ich davon leben? Welche Honorare sind angemessen? Was sind die Voraussetzungen für den Beruf des Speakers? Wie gewinne ich meine Kunden? Muss ich wirklich jedes Jahr ein neues Buch schreiben, um als Speaker gesehen zu werden? Wie hoch ist die Belastung? Mit wie viel Vorträgen pro Jahr muss ich rechnen? Gerhard Gieschen ist Unternehmer-Coach, Consultant, Speaker, Trainer- und Coach-Ausbilder. Er ist Mitbegründer, Gesellschafter und Beirat der Rhetorik-Akademie Tübingen. Nach dem Studium der

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Betriebswirtschaft und seinen ersten Berufsjahren bei der IBM startete er schon 1983 erfolgreich in die Selbständigkeit. Gerhard Gieschen gründete und leitete selbst mehr als 18 Unternehmen. Er entwickelte spezielle Consulting-Methoden und Coaching-Formate, mit dem nachweislich deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen möglich sind. Dr. Claudia Gruhn Redenschreiber im Unternehmen Wer schreibt die Reden für große Konzerne und mittelständische Betriebe? Wie entsteht eine Rede im Unternehmen? Welchen Anteil hat der Redenschreiber an der fertigen Rede? Welches Anforderungsprofil ist an einen Redenschreiber gerichtet und unterscheiden sich festangestellte und freiberufliche Redenschreiber? Auf Fragen wie diese wird im Vortrag, unter Bezugnahme auf empirische Untersuchungen, Auskunft gegeben. Ergänzt wird eine theoretische Diskussion: Wie lassen sich Spezifikum und Leistung des Redenschreibers in einem rhetorischen Blickwinkel beschreiben?

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Dr. Claudia Gruhn, Jg. 1985, Promotion zum „Redenschreiber im Unternehmen“ am Seminar für Allgemeine Rhetorik, heute Senior Consultant für Strategie und Marketing in der Automobil- und Konsumgüterindustrie. Dr. Michael Hoppmann Pathetische Etymologie Die Wirkung von Sprachebenen in der Rede Jüngere Forschungsarbeiten zur rhetorischen Stilistik im Englischen (z.B. J. Fahnestock: Rhetorical Style, 2011) haben maßgebliche Fortschritte in unserem Verständnis des Einflusses von Wortwahl auf Rederezeption mit sich gebracht. Mit Hilfe einer etymologischen Analyse der jeweiligen lexikalischen Schicht lassen sich klare Korrelationen zwischen Wortherkunft und emotionaler Konnotation herausarbeiten. Obwohl es sich beispielsweise bei den Begriffen asking (germ.), questioning (franz.) und inquiring (lat.) oder holy (germ.), sacred (franz.), consecrated (lat.) um nahezu vollständige Synonyme handelt, lassen Worte mit germanischer Wurzel die Rede klarer und ehrlicher erscheinen, Worte mit französischer Wurzel


führen zu einer Wahrnehmung als elegant und gehoben, und lateinische Wortursprünge wirken formaler und differenzierter. Diese Effekte lassen sich im Englischen empirisch klar belegen und sind von zentraler Bedeutung für Redner und Redenschreiber. Gibt es vergleichbare Ebenen und Effekte auch im Deutschen? Dr. Michael Hoppmann ist Absolvent des Instituts für Allgemeine Rhetorik in Tübingen. Er arbeitet als Assistant Teaching Professor und Leiter der Angewandten Rhetorikausbildung (Public Speaking Director) an der Northeastern University in Boston. Seine Forschungsschwerpunkte sind Moderne Argumentationstheorie und Angewandte Rhetorik. Rafał Jakiel Die rhetorischen suasoriae und die popkulturellen Modifikationen der geschichtlichen Ereignisse und Reden

Tatsachen im Kontext der persuasiven Kommunikation. Zu besprechen sind die möglichen, wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen, denkbaren und undenkbaren, zeitgenössischen (aktuellen) und vergangenen Situationen und ausgewählten Komponenten der politischen Kommunikation, die in den populären, audiovisuellen Werken aufgeführt werden. Die rhetorischen suasoriae möchte ich als eines der genera orationis darstellen (Beratungsrede, genus deliberativum), obwohl meine Beispiele nicht immer die kommenden Ereignisse betreffen oder als solche eingestuft werden können, was für manche Forscher als Grundvoraussetzung beim Bestimmen der Arten der Rede gelten kann. Meine Beobachtungen möchte ich am Beispiel der amerikanischen Spielfilme und US-Fernsehindustrie illustrieren (u.a. „Braveheart“ „Herr der Ringe“, „Chroniken von Narnia“, „2012“, Abraham Lincoln Vampirjäger“, „Sleepy Hallow“, „Duck-Tales. Geschichten aus Entenhausen“).

Rafał Jakiel M.A., 2012 – Magisterabschluss, Fach: Das Hauptanliegen meiner Arbeit ist die Darstellung Sprachwissenschaft, Institut für Germanische Philoder in der Popkultur vorkommenden Modifikationen logie, Universität Wrocław 2012 – Beginn des Dokder historischen und quasi-historischen (erdachten) torandenstudiums an der Philologischen Fakultät der

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Universität Wrocław, Fach: Sprachwissenschaft 2013 – Beginn des Doktorandenstudiums an der Historisch-Pädagogischen Fakultät der Universität Opole, Fach: Philosophie Ab 2016 – Angestellt im Lehrstuhl für Deutsche Sprache, Institut für Germanische Philologie, Universität Wrocław.

virulent wird. Sie bestimmt und formiert maßgeblich die öffentlichen Kommunikations- und Persuasionsprozesse, die gesellschaftlichen Verkehrsformen und damit auch die sprachliche Ausdrucksseite des ökonomischen Prozesses – also die Sprechereignisse der Werbung, der inner- und außerbetrieblichen Interaktion oder der public relations.

Dr. Gregor Kalivoda WERBUNG – IMAGE – EVENT Zu Rhetorik und Ethik der Public relations

Dr. Gregor Kalivoda studierte von 1970 bis 1974 Germanistik und Politikwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Weingarten und war anschließend zwei Jahre im Schuldienst tätig. Von 1976 bis 1980 absolvierte er ein Magisterstudium an der Universität Konstanz in den Fächern Theoretische Linguistik, Neuere deutsche Literatur und Politikwissenschaft. Nach seinem Magisterexamen arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität/GHS Kassel im Fachbereich Germanistik. 1986 promovierte Kalivoda mit einer Arbeit zur „Parlamentarischen Rhetorik und Argumentation“. Von 1987 bis 2011 war er Geschäftsführer des DFG-Projekts „Historisches Wörterbuch der Rhetorik“. Seit 2012 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität

Mit Begriffen wie Imagepflege, PR, Marketing, Werbung oder Event ist ein noch unscharf konturiertes Feld öffentlicher Kommunikation und Selbstdarstellung aufgerufen, in dem unternehmerische oder institutionelle Botschaften einerseits und Kunden- oder Rezipientenerwartungen andererseits ein dialogisches Geflecht bilden, in dem sich Wunsch und Warenpräsentation, Verkaufsinteressen und Bedürfnisdispositive begegnen und auf Vorteil oder Befriedigung streben. Und dies ist ein Feld, in dem die Rhetorik als analytische Disziplin und als Technik, als praktische Fertigkeit erkenntnis- und handlungsanleitend

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Tübingen. Seine wichtigsten Forschungsfelder sind Politische Rede, Argumentationstheorie und Topik, Gesprächsrhetorik, Juristische Rhetorik, Wissenschaftsbegriff der Rhetorik, Stilistik und Homiletik. Prof. Dr. Walther Kindt Was man beim Schreiben, Halten und Rezipieren von Reden über Argumentationen wissen sollte Argumentationen sind ein zentraler Bestandteil von Reden. Allerdings erfährt man in Rhetoriklehrbüchern und Ratgebern viel zu wenig über theoretische Grundlagen und sprachliche Realisierungen von Argumentation. Überdies sind die dortigen Aussagen und Beispielanalysen häufig fehlerhaft. In dem Vortrag soll ein Überblick gegeben werden über die wichtigsten theoretischen, methodischen und praktischen Aspekte einer fundierten Formulierung und kritischen Analyse von Argumentationen. Dabei geht es u.a. um folgende Fragen: In welchen Teilen einer Rede sind welche Arten von Argumentationen erwartbar? Welche argumentationsrelevanten Sprechhandlungen muss man unterscheiden? Aus welchen Komponen-

ten besteht eine elementare Argumentation und an welchen sprachlichen Indikatoren kann man sie erkennen? Welche alltagslogischen Schlussmuster sind besonders wichtig und welche sprachlichen Formulierungen gibt es für sie? Welche Informationen liefert eine auf heutigen Erkenntnissen basierende ToposTheorie? Übergeordnetes Ziel des Vortrags ist es zu demonstrieren, dass die Ergebnisse der neueren Argumentationsforschung es erlauben, Argumentationen und ihre sprachliche Realisierung präziser anzulegen und zu reflektieren als bisher. Im Anschluss folgt nach einer Pause der Workshop „Datensitzung mit gemeinsamer Analyse einer politischen Rede auf Grundlage der im Vortrag dargestellten Verfahren“. Prof. Dr. Walther Kindt, Universität Bielefeld: Promotion in mathematischer Logik; danach Wechsel in die Linguistik. Seit 1988 Forschungsschwerpunkt: Empirische Argumentationsanalyse auf topostheoretischer Grundlage. Ab 1997 Entwicklung einer Konzeption „Linguistische Rhetorik“ mit entsprechenden Veröffentlichungen.

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Dr. Alexander Kirchner „Klatsch! Klatsch! Klatsch!“ Beifall und „Claptraps“ in der Rede Inwiefern eine rednerische Leistung dem Publikum gefällt oder missfällt, dokumentiert sich gemeinhin im anschließenden Beifall. Von „müde“ bis „minutenlang“ reichen die Adjektive, um seine Qualität einzuschätzen; der stenografische Dienst des Bundestages verfügt gar über eine eigene Nomenklatur für diese Klammerbemerkungen. Applaus als hörbarer Ausdruck von Zustimmung zu einer Rede wird ein hoher Grad an Glaubwürdigkeit zugeschrieben. Der Beitrag widmet sich zum einen kulturgeschichtlich dem nebensächlichen Phänomen des „Beifalls“. Wie wird geklatscht, warum wird geklatscht, und wo wird nicht geklatscht? Zum anderen werden sogenannte „Claptraps“ vorgestellt, also rhetorische Stilmittel, wie sie insbesondere in der politischen Rede und Propaganda eingesetzt werden, um das Klatschen zu forcieren. Schließlich geht es auch um die Frage, weshalb eine auf Applaus abzielende Rhetorik einen gewissen Argwohn auslöst.

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Dr. Alexander Kirchner M.A., geb. 1969 in Stuttgart, ist seit 20 Jahren bei „Kirchner-Seminare“ als Seminarleiter und Coach (DGSv) für Wirtschaft und Politik tätig. Er studierte Politikwissenschaft, Psychologie und Philosophie und promovierte 1999 an der Universität Augsburg über „Rhetorik und Glaubwürdigkeit“. Er ist Lehrbeauftragter für Rhetorik an der Universität Salzburg. PD Dr. Nadia Koch Der wissenschaftliche Vortrag: Gattungsprobleme Eine Sonderform der Rede im Kontext der Wissenschaften ist der Fachvortrag. Heute ist er aber keineswegs eine feste Größe, sondern im raschen Wandel begriffen: War es früher noch gang und gäbe, dass Wissenschaftler ihre Thesen im festlichen Rahmen des Abendvortrags einem geneigten Publikum zur Diskussion stellten, so wächst dem wissenschaftlichen Vortrag nun eine neue Rolle im Agon der globalisierten Wissensgesellschaft zu: Als Ausweis wissenschaftlicher Expertise oder gar Exzellenz steigert oder vernichtet der Vortrag die Aussicht auf einen


Studienabschluss, eine Mittelbewilligung, eine Berufung, einen Lehrpreis. Da eine Zuordnung des Fachvortrags in die drei Redegenera nicht leicht fällt, lassen sich über die partes artis hinaus kaum spezifische Anleitungen zum wissenschaftlichen Redenschreiben formulieren. Denn in der Praxis ist es die jeweilige Fachkultur, die sich als Maßstab des Erfolges erweist: Fordern einige Disziplinen von ihren Vortragenden mittlerweile ein medial elaboriertes Gesamtkunstwerk, beharren manche noch auf der puristischen Wissensvermittlung mit Wort und Tafel allein. Fallbeispiele aus Kultur‐ und Naturwissenschaft sollen zeigen, welche unterschiedlichen Ideale von Expertentum Vorträge zum Ausdruck bringen können und welche Medien dabei Vorrang haben.

tation an der Universität Tübingen mit ‚Paradeigma. Die antike Kunstschriftstellerei als Grundlage der frühneuzeitlichen Kunsttheorie‘, erschienen 2013. Anschließend Lehrstuhlvertretungen in Klassischer Archäologie an der Universität Regensburg und eine Gastprofessur 2014/15 an der FU Berlin. Seit 2014 Senior Scientist am FB Altertumswissenschaften der Universität Salzburg, Koordination der Studienergänzung Klassische Rhetorik.

PD Dr. Nadia Koch, geb. in Oakland, California. Studium der Klassischen Archäologie, Gräzistik und Kunstgeschichte in Hamburg, München und Bochum. Nach dem Abschluss des Magister artium in München folgte 1995 die Promotion an der Universität Bochum mit ‚De picturae initiis‘. Forschungsstipendien der DFG zur griechischen Malerei und zur kunsttheoretischen Antikenrezeption. 2011 Habili-

Die Inaugurationsrede ist ein rhetorischer Fixpunkt amerikanischer Präsidenten. Sie gilt als inhaltlich-programmatisches Manifest für die kommenden vier Jahre, will dabei aber auch bereits die Tonalität der kommenden Präsidentschaft exemplifizieren. Dabei stehen Inaugurationsreden immer auch im Kontext ihrer Vorgänger und so ist der Redner in ihrer Ausgestaltung auch nicht vollkommen frei. Vielmehr

Prof. Dr. Olaf Kramer, Dr. Thomas Susanka Interesse statt Vernunft. Die Inaugurationsrede Trumps im Kontext der Gattungstradition

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muss er über die spezifische Aktivierung und Ausdeutung verschiedener amerikanischer Motive und Topoi (u.a. American Exceptionalism, City upon a Hill, Frontier Spirit, Manifest Destiny, The American Dream, die Beschwörung amerikanischer Einheit etc.), sein präsidentielles Programm legitimieren. Gleichzeitig müssen die Reden immer auch vor dem Hintergrund der aktuellen Medienlandschaft entwickelt werden, denn längst ist der zentrale Adressat nicht mehr allein das anwesende Publikum. Vor diesem Hintergrund soll im Vortrag Donald Trumps Inaugurationsrede im Rückblick auf seine historischen Vorredner untersucht werden. Olaf Kramer ist Professor für Rhetorik und Wissenskommunikation und Leiter der Forschungsstelle Präsentationskompetenz an der Universität Tübingen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen literarische Ästhetik um 1800, kommunikative Kompetenzentwicklung, politische Kommunikation und strategische Positionierung sowie Rhetoriktraining und virtuelle Realität.

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Dr. Thomas Susanka ist Mitglied der Forschungsstelle Präsentationskompetenz an der Universität Tübingen. M.A. in Amerikanistik und Rhetorik. Dissertation zu Rhetorik und Fotografie am Beispiel von James Nachtwey. Forschungsinteressen: Visuelle Rhetorik, Authentizität, Ambiguität, Rhetoric of Science, Rhetorik und Kognitionspsychologie sowie Rhetorik in der Wissenskommunikation.


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Viktorija Romascenko Die Ars des Witzes Das Geheimnis einer humorvollen Rede Eine humorvolle Rede hält die Zuhörer einer Business-Präsentation wach, Hochzeitsgäste bei guter Laune, und sorgt für die wertvollen ‚Clicks‘ bei einem Online-Video. Mit einem witzigen Kommentar kann man auf eine gesellschaftlich akzeptierte Weise Kritik äußern und trotzdem ein positives Bild von sich selbst konstruieren. Die Vorteile von humorvollen Reden sind zahlreich, allerdings sind witzige Reden eine Herausforderung für den Redenschreiber. Die Schwierigkeit fängt bei der Erfindung des Humors an. Wie findet man den passenden Witz für die Rede? Witzproduktion lässt sich sehr schwer nach Bedarf erzwingen. Muss man auf die Inspiration warten, kann man nach passenden Witzen gezielt suchen, oder gibt es vielleicht eine Humor-Formel, durch die sich der Prozess automatisieren lässt? Das Ziel des Vortrages ist, zu klären, ob es eine Ars der witzigen Rede gibt oder das ein Bereich ist, der ausschließlich von Natura gesteuert wird. Die Antwort auf diese Frage wird sowohl in der Theorie der Rhetorik als auch in Ratge-

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bern und Erfahrungsberichten gesucht. Viktorija Romascenko studierte Philosophie in Riga (Lettland) und Mainz sowie Allgemeine Rhetorik in Tübingen. Seit Oktober 2015 ist sie Akademische Mitarbeiterin am Seminar für Allgemeine Rhetorik. Im Rahmen ihres Promotionsprojekts beschäftigt sich sie mit Funktionen des Humors in der politischen Kommunikation. Dr. Martin Roos Redenschreiben ist Redenhalten (Redenschreiben im Beruf) Der Vortrag orientiert sich an meinem im Herbst 2016 erschienen Buch „Mach’s Maul auf – eine Kurzanleitung zum Redenschreiben“. Meine Überzeugung ist: Jeder kann eine Rede halten. Drei Dinge hindern einen daran: 1. Die Angst. 2. Das fehlende Wissen, wie eine Rede aufgebaut ist. Und 3. Ein paar Tricks für die tatsächliche Redesituation. Um diese drei Elemente soll es in meinem Vortrag gehen. Ziel: Nach 30 Minuten ist mehr oder weniger jeder davon überzeugt, dass er eine Rede halten kann.


Dr. Martin Roos Redenschreiben für Wirtschaft (Workshop) (Geschäftsführer/Vorstände/Aufsichtsräte) Redenschreiben für die Wirtschaft ist für Redenschreiber am lukrativsten. Der Bedarf ist enorm hoch – und die Qualität der Reden immer noch oder gerade deswegen schlecht. Als Redenschreiber und Ghostwriter für die Wirtschaft möchte ich in diesem Workshop zunächst grundsätzliche Informationen für den Typus „Wirtschaftsrede“ vermitteln. Ich will über die Erwartungen der Kunden und die Herausforderungen für den Redenschreiber sprechen. An Beispielen sollen die Teilnehmer üben, Teile einer Rede (Anrede/Einleitung/Schluss) für die Hauptversammlung eines börsennotierten Unternehmens oder für Experten der Industrie- und Handelskammer oder einer Wirtschaftsvereinigung zu schreiben. Martin Roos (Jg. 1967) hat Allgemeine Rhetorik, Linguistik und Neuere Deutsche Literatur an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, der Sorbonne in Paris, der Universiteit van Amsterdam (Uva) und an der Universität Wien studiert. Danach wurde er am

Lehrstuhl für Allgemeine Rhetorik promoviert. Nach einem Zeitungsvolontariat bei der Rheinischen Post und verschiedenen Stationen bei Funk und Fernsehen arbeitet er als Wirtschaftsredakteur bei der Verlagsgruppe Handelsblatt. Seit 2008 ist er freiberuflicher Journalist, Schreib- und Rhetorik-Dozent, Autor, Redenschreiber und Ghostwriter in Düsseldorf; 2016 veröffentlichte er seinen Ratgeber „Mach’s Maul auf – eine Kurzanleitung zum Redenschreiben“. Im März 2017 kam sein erster Roman in den Handel: „Jan Wellem im Salon – Düsseldorfer Eskapaden“. Jacqueline Schäfer Von der Verantwortung der Redenschreiber Redenschreiben ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Es geht nicht allein darum, Rednerinnen und Redner mit eleganten Formulierungen und wohlgewählten Zitaten glänzen zu lassen. Auch eine Analyse des Umfeldes – vom Publikum bis zur Konkurrenz – ist erforderlich, um Taktlosigkeiten und Angriffsflächen zu vermeiden. Beim Redenschreiben ist zudem nicht nur Handwerk, sondern auch Haltung gefordert.

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Aufgewachsen in Bonn, sammelte Jacqueline Schäfer schon als Schülerin erste journalistische Erfahrungen. Nach dem Grundstudium der Rechtswissenschaften folgte 1989 ein Tageszeitungsvolontariat bei der PASSAUER NEUEN PRESSE. Nach Stationen bei der überregionalen Tageszeitung DIE WELT und DEUTSCHE WELLE tv als Redakteurin bzw. Parlamentskorrespondentin und Chefin vom Dienst in Bonn und Berlin wurde sie Redenschreiberin und Verantwortliche für Kommunikationsprojekte beim Pharmaverband vfa. Seit 2007 selbstständig als Redenschreiberin, Kommunikationsberaterin, Ghostwriterin und Medientrainerin in Berlin. Sie ist seit 2012 Präsidiumsmitglied des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) und seit Juni 2016 dessen Präsidentin.

angst erweist sich nicht nur in Vortragssituationen als hinderlich für eine souveräne und überzeugende Performanz, sondern blockiert schlimmstenfalls sogar von vornherein, indem sie den Redner bzw. die Rednerin so grundlegend hemmt, dass er bzw. sie zwar durchaus das Bedürfnis verspürt, der eigenen Meinung soziale Geltung zu verschaffen, es jedoch nicht wagt, auch tatsächlich kommunikativ in Erscheinung zu treten. Kein Wunder also, dass der Abbau von Redeangst zu den typischen Gründen für die Teilnahme an einem Rhetoriktraining zählt. Das Problem dabei? Redeangst im eigentlichen Sinn stellt eine Angststörung dar, die durch ein auf einige wenige Termine begrenztes Trainingsprogramm nicht bewältigt werden kann; hierzu bedarf es vielmehr psychotherapeutischer Betreuung über einen längeren Zeitraum hinweg. Aber leiden wirklich alle, die Angst davor haben, als RednerIn aufzutreten, auch wirklich unter Redeangst im Kathrin Schelling strikten Wortsinn? Redeangst-Bewältigung im Rhetoriktraining Der Vortrag befasst sich mit Auslösern, Symptomatik Weiche Knie, zittrige Hände, brüchige Stimme, Herz- und Auswirkungen der Redeangst auf die rhetorische rasen – und mit jedem Augenpaar, das sich nach dem Kompetenz eines Redners bzw. einer Rednerin – und Pult umwendet, wird es nur noch schlimmer. Rede- mit der Frage, was hinsichtlich der Bewältigung even-

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tueller Ängste im Rahmen eines Rhetoriktrainings philosophierende Schüler hervorzubringen. Der Vorgeleistet werden kann und sollte, um eine möglichst trag möchte die sophistische Tradition dieses Lehrers und dieser Lehre freilegen und auf die besondere Rolsouveräne Performanz zu gewährleisten. le des gesellschaftlich agierenden Intellektuellen, den Kathrin Schelling M.A., studierte Allgemeine Rhetorik Isokrates geradezu erfunden hat, eingehen. und Internationale Literaturen an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Seit 2016 leitet sie dort den Thomas Carl Schirren. Studium der Klassischen PhiKurs „Rede- und Präsentationskompetenz“ der Vir- lologie und Philosophie in Göttingen und München. tuellen Rhetorik. Sie promoviert im Fach Allgemeine 1996 Promotion. 2004 Habilitation in Tübingen (venia legendi für Klassische Philologie). ArbeitsschwerRhetorik zum Thema projektives Adressatenkalkül. punkte sind Antike Philosophie, Rhetorik, Rezeption der Antike. Seit 2007 Professor für Gräzistik an der Paris-Lodron-Universität Salzburg und Leiter des Prof. Dr. Thomas Carl Schirren Rektoratsbüros (BdR) für Rhetorik. Vom Winkellogographen zum panhellenischen Publizisten: Isokrates von Athen Isokrates von Athen hat den diffamierten Beruf des Logographen bald aufgegeben und sich zunächst als Redelehrer, dann aber auch als politischer Lehrer von Griechenland profiliert. Seine Reden, die nicht aufgeführt wurden, zählen zu den ersten politischen Sendschreiben. Als Redenschreiber in eigener und allgemeiner Sache sieht er sich in der besonderen Aufgabe, Rhetorik als Philosophie zu betreiben und

Dr. Tobias Schmohl (abgesagt) Die moderne Vorlesung Ein akademisches Redeformat? Der akademische Lehrvortrag ist ein klassisches Format der Hochschullehre. Aber sind Vorlesungen an den Universitäten der Zukunft noch zeitgemäß? Zunehmend wird in den Hörsälen mit digitalen Prä-

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sentations- und Vermittlungsformen der Hochschullehre experimentiert. Science Notes, Ted Talks oder Science Slams sind Schlaglichter dieser Entwicklungen. Zugleich steht diesen Versuchen, vom „klassischen“ Format der Vorlesung abzuweichen, aber kein wissenschaftlich fundierter Rahmen entgegen: Die Vorlesung ist seit den Impulsen der 1960er Jahre als Gegenstand wissenschaftlicher Reflexion kaum mehr Thema. Forschung zu Vorlesungen, aus denen sich theoretische Impulse ergeben würden, fehlt fast gänzlich. Welche rhetorischen Mechanismen sind etwa bei der Konzeption und Durchführung von Vorlesungen am Werk und was genau wird damit bewirkt? Bestehende Forschungsbeiträge zu Vorlesungen sind meist empirisch-sozialwissenschaftlich oder hochschulpädagogisch ausgerichtet und zielen auf akute Problembearbeitungen ab. Was aber fehlt, sind sowohl eine ganzheitliche Betrachtung (Tremp 2009, S. 211) als auch eine tragfähige theoretische Rahmung (Friesen 2011, S. 100), die sich auf empirische Erkenntnisse stützt und dabei neben kommunikationstheoretischen und rhetorischen insbesondere auch didaktische und wissenstheoretische Aspekte mitberücksichtigt. Der Beitrag stellt die Grundidee eines

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hochschulübergreifenden Verbundprojekts vor, in dem Vorlesungen erstmals aus einer rhetorischen und didaktischen Perspektive wissenschaftlich beleuchtet werden sollen. Literatur Friesen, N. (2011). The lecture as a transmedial pedagogical form: A historical analysis. Educational Researcher, 40 (3), S. 95–102. Tremp, P. (2009). Hochschuldidaktische Forschungen. Orientierende Referenzpunkte für didaktische Professionalität und Studienreform. In R. Schneider, B. Szczyrba, U. Welbers & J. Wildt (Hrsg.), Wandel der Lehr- und Lernkulturen (Blickpunkt Hochschuldidaktik, Bd. 120, S. 206-219). Bielefeld: Bertelsmann.

Tobias Schmohl; Jg. 1984; Studium der Allgemeinen Rhetorik, Philosophie und Komparatistik; Zusatzstudium der Germanistik. Wissenschaftlicher Mitarbeiter als Modulleitung des fachübergreifenden Blended-Learning-Projekts Virtuelle Rhetorik; daneben wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Seminar der Universität Tübingen (Lehrstuhl Prof. Braungart). Von 2014–2015 Programmdirektor an der Zeppelin Universität Friedrichshafen für einen interdisziplinären Bachelor-Studiengang und einen nicht-konsekutiven Masterstudiengang. Diverse Lehraufträge an


den Universitäten Stuttgart, Tübingen und der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Promotion im Fach Allgemeine Rhetorik im Jahr 2015; Seit September 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen (HUL) als Senior Researcher (Lehrstuhl Prof. Reinmann). Dort Arbeit an einem Habilitationsprojekt, das mit dem vorgestellten Beitrag verknüpft ist. Frank Schuhmacher Die ganz große Geste: Wie Mussolini sich in Szene setzt Der Faschismus hat sich ins kollektive Gedächtnis der Italiener präzise eingebrannt: Mussolini steht auf einem Balkon und redet zu den wogenden Massen unten auf dem Platz (Isnenghi 1997: 50). Die Performanz und Gestik Mussolinis, die Inszenierungsabläufe, die Proxemik als rhetorischer Faktor und ihr Zusammenwirken sind in der Forschung bisher wenig beachtet (→ oratoria di piazza, Müller 2006: 71). Diese Aspekte bilden jedoch zusammen einen komplexen strategischen Propaganda-Apparat. Anhand von zwei Wochenschaudokumenten möchte ich die

genannten Punkte exemplarisch analysieren und zeigen, welche semiosischen Synergieeffekte sich daraus ergeben können. Mein leitendes Erkenntnisinteresse soll die These sein, dass sich anhand der filmischen Aufzeichnungen der Wochenschau LUCE zeigen lässt, wie Mussolini im Laufe der Jahre eine performative Wende durch ein höheres Medienbewusstsein vollzogen hat. Literatur: Isnenghi, Mario (1997): La Piazza. In: I Luoghi della Memoria. Stutture ed eventi dell’Italia unita. A cura di Isnenghi Mario. Roma/Bari, P. 41-52. Müller, Frank E. (2006): Aspekte der Rhetorik von Mussolini – die ‚oratoria di piazza‘. In: Retorica. Ordnung und Brüche. Rita Fransceschini et al (Hg.). Tübingen, S. 71- 87.

Frank Schuhmacher M.A., studierte Allgemeine Rhetorik und Politikwissenschaften im Bachelor an der Eberhard Karls Universität. Darauf folgte der Master in Rhetorik. Seit Oktober 2015 ist er Akademischer Mitarbeiter am Seminar für Allgemeine Rhetorik. Seit 2016 promoviert er über die faschistische Rhetorik von Benito Mussolini.

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Bahdana Shkliar Hate Speech – Rassistische Hassrede im Deutsch-Russischen Vergleich Heutzutage kommt es in vielen europäischen Ländern zu einem rasanten Aufschwung von rechtsextremistischen und rechtspopulistischen Parteien und Bewegungen, die über explizite und auch implizite hate speech-Botschaften ihre Ziele zu realisieren versuchen. Die agierenden Kommunikatoren verstoßen dabei häufig gegen den rhetorischen Ansatz und bewegen sich im Bereich der Manipulation. Betrachtet man die bisherigen Forschungen im Bereich hate speech, so fällt auf, dass der Fokus vor allem auf der Betroffenenperspektive (der Perspektive des Adressaten), somit auf den Wirkungsaspekten und der Frage der Regulierung von hate speech lag. Bis jetzt liegen aber keine rhetorischen Untersuchungen des Phänomens hate speech vor. Auch komparatistische Arbeiten zum Thema fehlen, die die deutschen und russischen Verhältnisse in den Blick nehmen. In Deutschland gehören vor allem die islamkritische Bewegung PEGIDA, die rechtspopulistische Partei AfD und rechte Kleinparteien zu den rassistischen

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Stimmungsmachern, während in Russland in erster Linie die antikaukasische und antimuslimische Bewegung „Hvatit kormit‘ Kavkaz“ zu erwähnen ist. In letzter Zeit gewinnen die rassistischen hate speech-Bewegungen in beiden Ländern immer mehr Anhänger. Die für die Rhetorik relevante Fragestellung lautet hier: Wie gelingt es den agierenden Kommunikatoren immer mehr Menschen in ihren Bann zu ziehen und inwiefern liegt hier überhaupt der rhetorische Fall vor? Im Vortrag soll den folgenden Fragen nachgegangen werden: 1) Gibt es spezifische Hasstextsorten und Hassredegattungen, derer sich hate speech-verbreitende Kommunikatoren bedienen? 2) Wie kann man die Kommunikatorrolle des Hassredners beschreiben? 3) Wodurch zeichnet sich moderne rassistische hate speech in Deutschland und Russland aus? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten lassen sich finden? Bahdana Shkliar M.A., studierte Germanistik und Anglistik mit Profilfach Rhetorik an der Staatlichen


Linguistischen Universität Minsk. Dort schloss sie im Fach Sprachtheorie den Magister der philologischen Wissenschaften ab. 2011 bis 2013 unterrichtete sie an der Staatlichen Linguistischen Universität Minsk die Fächer Rhetorik, Sprache in den Massenmedien und Übersetzung. 2016 schloss Sie an der Eberhard Karls Universität Tübingen im Fach Allgemeine Rhetorik mit dem Master of Arts ab. Seit 2016 ist sie Koordinatorin für das Zertifikat „Rhetorik und Kommunikation“. Der vorliegende Vortrag ist Teil Ihres Dissertationsvorhabens. Peter Sprong Nehmen Sie Haltung an – am besten die eigene (Workshop) Gute Redner, sagt Aristoteles, überzeugen vor allem durch ihr Ethos. Denn: Nur wenn der eigene innere Kompass zuverlässig funktioniert, können Redner/ innen auch anderen Orientierung bieten – erst recht im Moment der Krise. Der Workshop diskutiert klassische Konflikte und skizziert Optionen einer ethisch reflektierten Rhetorikberatung.

Peter Sprong (Jg. 1966) arbeitet seit über 20 Jahren hauptberuflich als freier Redenschreiber. Mit seiner Kölner Agentur SprongCom GmbH unterstützt er Top-Führungskräfte aus Wirtschaft (CEO-Level), Politik, Kultur und Wissenschaft. Der Historiker, Literaturwissenschaftler und Philosoph ist auch als Buchautor tätig (z.B.: Das befreite Wort, Berlin, 2011). Prof. Dr. Dietmar Till Reden schreiben – Reden halten: Das Beispiel Hitler In dem Vortrag geht es um die scheinbar triviale, bislang aber noch nicht eingehender untersuchte Frage, wie Hitler seine Reden schrieb und wie er sie hielt. Denn Hitler hat fast nie aus dem Stegreif gesprochen. Es geht in dem Vortrag also um Fragen der Textproduktion und des Rede-Vortrags. Im Zentrum stehen dabei verschiedene Hilfsmittel wie Schemata, Manuskripte, Typoskripte, Stenographen und Sekretärinnen etc. und die Frage, welche Rolle sie bei Produktion und Performanz der Rede einnehmen. Sollte noch Zeit sein, werde ich am Schluss einen Blick auf die zwei wichtigsten oratorischen Gegner werfen, Roosevelt und Churchill.

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Dietmar Till ist Professor für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen. Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Rhetorik seit der Antike – Poetik und Ästhetik – Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit – Propagandaforschung – Theorie der Rhetorik. Wichtige Publikationen: Transformationen der Rhetorik (2004); Das doppelte Erhabene (2006); Rhetorik im 18. Jahrhundert (Hg., 2014); Mörike und sein Freundeskreis (Hg. mit Barbara Potthast und Kristin Rheinwald, 2015), ZEIT Akademie Rhetorik (mit Andreas Sentker und Carl Philip von Maldeghem, 2016). Céline Wieders-Lohéac Erbauliche Worte – Predigten in der Frühen Neuzeit

Bildungsstandes und Einkommens zusammen. Oft ist es nur die geografische Nähe, die die Kirchenglieder zusätzlich zur Konfession miteinander eint. Dieser Vortrag wird sich mit der Predigt in der Frühen Neuzeit befassen, insbesondere damit, welche erbaulichen Elemente für eine Predigt notwendig sind. Erbauung ist hierbei sowohl als kollektives Ereignis zu verstehen, nämlich als Erbauen der Kirchengemeinde, der Ekklesia, als auch als individuelle geistliche Entwicklung. Hierzu wird kurz die Funktion der Predigt in der Frühen Neuzeit skizziert, um anschließend favorisierte Topoi und Strukturen von Predigten zu benennen. Wichtig ist, dass die Predigt innerhalb eines fest vorgeschriebenen, ritualisierten Settings, namentlich eines Gottesdienstes, stattfindet. Nur Predigten dieser Form werden im Vortrag als Predigten behandelt.

Eine Predigt muss stärker überzeugen als alle anderen Redeformen, da sie nicht nur von einer Sache überzeugen muss, sondern gleichzeitig auch immer von etwas Grundsätzlichem, vom (eigenen) Glauben. Sie soll den Glauben festigen bzw. erst erzeugen und dies für verschiedene Adressaten: Die Gemeinde, der die Predigt gilt, setzt sich aus Personen unterschiedlichen

Céline Wieders-Lohéac M.A., ist seit 2016 Doktorandin am Seminar für Allgemeine Rhetorik (Tübingen). Sie studierte Geschichtswissenschaft und Allgemeine Rhetorik an den Universitäten Tübingen und Aix-Marseille (Frankreich). Von 2012 bis 2013 unterrichtete sie am Lycée St Charles, Marseille. Sie ist freiberuflich als DELF-Prüferin, Dolmetscherin und

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Übersetzerin (Deutsch-Französisch) tätig. Astrid Zapf Was bedeutet Redekompetenz? Wie kann diese in Trainings vermittelt werden?

Übung und Freude in das Training. Es stärkt die Persönlichkeit. Auch des Trainers Kompetenz ist vor allem: 1., 2., 3.

Astrid Zapf ist Rhetorik-Trainerin und Coach im Institut Rede & Antwort (www.rede-und-antwort.de). Was ist Redekompetenz? Drei Dinge entscheiden vor Sie ist Mitglied im Verband der Redenschreiber deutallem darüber, ob eine Rede, ein Diskussionsbeitrag scher Sprache, VRdS. oder eine Projektpräsentation gelingen: 1. Wenn ich mir genau überlege, was ich weglassen sollte (Beispiel: Steve Jobs). 2. Das Wissen darum, wie ich mich einfach aber präzise ausdrücke (Beispiel: Barack Obama). 3. Wenn ich kraftvolle Bilder und Geschichten verwende (Beispiel: Norbert Lammert). Was ist mangelnde Redekompetenz? Ich hätte Gelegenheit, das Wort zu ergreifen, und tu’ es entweder gar nicht – oder ohne Gewinn für die Zuhörer. Oder: Wenn ich dem Publikum Zeit stehle und es unterschätze, zum Beispiel mit endlosen Power-Point Folien, die endlose Texte enthalten, die entsetzlich unbeteiligt vorgelesen werden... Und wie sieht ein effektives Training aus? Es vermittelt nicht nur das Handwerkszeug für Sprache, Körpersprache und Überzeugungskraft. Kompakte Theorie, Video-Analyse und Improvisation bringen

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ReferentInnen und ModeratorInnen (in alphabetischer Reihenfolge)

Böhme, Katie Dr. KatieBoehme@web.de Brettschneider, Frank Prof. Dr. Universität Hohenheim Fachgebiet Kommunikationswissenschaft (540C) Fruwirthstraße 46 70593 Stuttgart frank.brettschneider@uni-hohenheim.de Brockmann, Lorenz plus X - Agentur für Wahlerfolg Sofienstraße 2 72070 Tübingen lorenz@plus-x.info

Carlsen, Sine Roskilde Universität Institut for Kommunikation og Humanistisk videnskab Department of Communication and Arts Postbox 260, Building 40.2 4000 Roskilde Dänemark stove@ruc.dk Drescher, Simon Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen simon.drescher@uni-tuebingen.de

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Engel, Pia Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen pia.engel@uni-tuebingen.de Fünfhausen, Isa isa.fuenfhausen@gmx.de Galonska, Tomma Freischaffende Theaterkünstlerin Volkartstrasse 53 80636 München tommagalonska@web.de Gieschen, Gerhard AfG Akademie für Geschäftserfolg GmbH Rittweg 3/1 72070 Tübingen gieschen@akademie-fuer-geschaeftserfolg.de Gruhn, Claudia Dr. claudia.gruhn@gmx.de

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Hoppmann, Michael Dr. Northeastern University Department of Communication Studies, 204 Lake Hall 360 Huntington Avenue Boston, MA 02115 USA m.hoppmann@neu.edu Jakiel, Rafał Universität Wrocław Philologische Fakultät Pl. Nankiera 15b 50-140 Wrocław Polen rafal.jakiel@uwr.edu.pl Juel, Henrik Dr. Roskilde Universität Department of Communication and Arts Universitetsvej 1 Building: 40.2 4000 Roskilde Dänemark hjuel@ruc.dk


Kalivoda, Gregor Dr. Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen hwrh-kalivoda@uni-tuebingen.de Kindt, Walther Prof. Dr. walther.kindt@uni-bielefeld.de Kirchner, Alexander Dr. Kirchner Seminare GbR Tannenweg 4 89358 Kammeltal Ettenbeuren aki@kirchner-seminare.de Knape, Joachim Prof. Dr. Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen joachim.knape@uni-tuebingen.de

Koch, Nadia PD Dr. Paris-Lodron-Universität Salzburg FB Altertumswissenschaften - Klass. Rhetorik Residenzplatz 1 /I 5020 Salzburg Österreich nadiajustine.koch@sbg.ac.at König, Sebastian Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen sebastian.koenig@uni-tuebingen.de Kramer, Olaf Prof. Dr. Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen olaf.kramer@uni-tuebingen.de

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Lichtwald, Beate Robert Bosch GmbH Tübinger Str. 123 72762 Reutlingen beate.lichtwald@santorin.de Robling, Franz-Hubert PD Dr. Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen franz-hubert.robling@uni-tuebingen.de Romascenko, Viktorija Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen viktorija.romascenko@uni-tuebingen.de

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Roos, Martin Dr. Autor & Journalist Leostraße 63 40545 Düsseldorf info@martinroos-autor.de www.martinroos-autor.de Schäfer, Jacqueline Verband der Redenschreiber deutscher Sprache Auf der Steinkaule 7 53639 Königswinter schaefer@vrds.de Schelling, Kathrin Virtuelle Rhetorik / Career Service Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen kathrin.schelling@uni-tuebingen.de


Schirren, Thomas C. Prof. Dr. Paris-Lodron-Universität Salzburg FB Altertumswissenschaften – Klass. Philologie Residenzplatz 1 /I 5020 Salzburg Österreich thomascarl.schirren@sbg.ac.at

Schwäbe, Nicole Dr. Product Line HR & Communication Director peiker acustic GmbH & Co. KG Valeo peiker Telematics Product Line Max-Planck-Strasse 28-32 61381 Friedrichsdorf nicoleschwaebe@web.de

Shkliar, Bahdana Schmohl, Tobias Dr. Koordination des Zertifikats Universität Hamburg Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und „Rhetorik und Kommunikation“ Seminar für Allgemeine Rhetorik Lernen (HUL) Eberhard Karls Universität Tübingen Schlüterstr. 51 Wilhelmstraße 50 20146 Hamburg 72074 Tübingen tobias.schmohl@uni-hamburg.de bahdana.shkliar@uni-tuebingen.de Schuhmacher, Frank Sprong, Peter Seminar für Allgemeine Rhetorik SprongCom GmbH Eberhard Karls Universität Tübingen Bayenstr. 28a Wilhelmstraße 50 c/o Kölner Yachthafen, Steg 1 72074 Tübingen 50768 Köln frank-holger.schuhmacher@uni-tuebingen.de pasprong@aol.com

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Susanka, Thomas Dr. Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Hölderlinstraße 29 72072 Tübingen thomas.susanka@uni-tuebingen.de Till, Dietmar Prof. Dr. Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen dietmar.till@uni-tuebingen.de Wieders-Lohéac, Céline celine.wieders@uni-tuebingen.de Zapf, Astrid Rede&Antwort Institut für Rhetorik Parkstraße 82 90571 Schwaig bei Nürnberg az@rede-und-antwort.de

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Sektionsplan

14:00 – 14:15 14:15 – 15:15

15:15 – 16:00

16:00 – 16:45

16:45 – 17:15

Donnerstag, 1.06.2017 Raum 027 Raum 119 Raum 120 Raum 035 Begrüßung durch Joachim Knape, 1. Vorsitzender Rhetorikforum e.V. Jacqueline Schäfer Von der Verantwortung der Redenschreiber Sektion 1: Redepraxis Workshop I Workshop II (Moderation: Sebastian König) Martin Roos Tomma Galonska Peter Sprong Redenschreiben ist Die Rede und ihre Nehmen Sie Haltung Redenhalten (Reden- somatische Erfahrung an – am besten die schreiben im Beruf) eigene Kathrin Schelling Redeangst-Bewältigung im Rhetoriktraining Kaffeepause Kaffeepause Kaffeepause Kaffeepause

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Raum 027

17:15 – 18:00

18:00 20:15

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Donnerstag, 1.06.2017 Raum 119 Raum 120 Sektion 2: Witz Sektion 3: Predigt (Moderation: (Moderation: Simon Drescher) Bahdana Shkliar) Viktorija Céline Romascenko Wieders-Lohéac

Die Ars des Witzes: Erbauliche Worte. Das Geheimnis einer Predigten in der humorvollen Rede Frühen Neuzeit 20-Jahre-Apéro mit Buffet zum Vereinsjubiläum Karl-Heinz Göttert Typographie und Layout rhetorisch betrachtet Wie sich die Literatur in Erstausgaben präsentierte Hörsaal 21, Kupferbau, Hölderlinstraße 5, 72074 Tübingen

Raum 035 Workshop III (45-minütig) Martin Roos Redenschreiben für Wirtschaft (Geschäftsführer / Vorstände / Aufsichtsräte)


Freitag, 2.06.17 Raum 06

Raum 010

Mittagspause

Kaffeepause Sektion 5: Spielfilm & Werbung (Moderation: Michael Hoppmann) Rafał Jakiel Die rhetorischen suasoriae und die popkulturellen Modifikationen der geschichtlichen Ereignisse und Reden Gregor Kalivoda Werbung – Image – Event: Zur Rhetorik und Ethik der Public relations Mittagspause

Raum 027 09:00 – 10:00 Claudia Gruhn Redenschreiber im Unternehmen 10:00 – 10:30 Kaffeepause Kaffeepause Sektion 4: Hassrede Workshop IV (Moderation: Joachim Knape) 10:30 – 11:15 Bahdana Shkliar Sine Carlsen, Henrik Juel Hate Speech Teaching the Magic of Speech Rassistische Hassrede im Deutsch-Russischen Vergleich 11:15 – 12:00 Isa Fünfhausen Trump als Hassredner?

12:00 – 13:30 Mittagspause 13:30 – 14:30 Frank Brettschneider Verständlichkeit von Reden

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Raum 027 Sektion 6: Politik I (Moderation: Franz-Hubert Robling) 14:30 – 15:15 Frank Schuhmacher Die ganz große Geste: Wie Mussolini sich in Szene setzt 15:15 – 16:00 Dietmar Till Reden schreiben – Reden halten: Das Beispiel Hitler 16:00 – 16:30 Kaffeepause

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Freitag, 2.06.17 Raum 06 Sektion 7: Rede & Rezeption (Moderation: Gregor Kalivoda) Alexander Kirchner „Klatsch! Klatsch! Klatsch!“ – Beifall und „Claptraps“ in der Rede Walther Kindt Was man beim Schreiben, Halten und Rezipieren von Reden über Argumentation wissen sollte Kaffeepause

Raum 010 Sektion 8: Rede in der Wissenschaft (Moderation: Thomas Susanka) Tobias Schmohl abgesagt Die moderne Vorlesung: Ein akademisches Redeformat? Nadia Koch Der wissenschaftliche Vortrag: Gattungsprobleme Kaffeepause


Freitag, 2.06.17 Raum 06 Workshop V

Raum 027 Sektion 9: Politik II (Moderation: Frank Schuhmacher) 16:30 – 17:15 Olaf Kramer, Thomas Susanka Walther Kindt Interesse statt Vernunft. Die Datensitzung mit gemeinsaInaugurationsrede Trumps im mer Analyse einer politischen Kontext der Gattungstradition Rede auf Grundlage der im Vortrag dargestellten 17:15 – 18:00 Lorenz Brockmann Mäeutik des Redenschreibens. Verfahren Politisches Redecoaching in der Praxis 19:00 Bundestagspräsident Norbert Lammert Reden in der Demokratie Festsaal, Neue Aula im Empfang im Kleinen Senat, Neue Aula Anschluss

Raum 010 Sektion 10: Theorie (Moderation: Rafał Jakiel) Simon Drescher Reden halten als Moment rhetorischer Intersubjektivität Michael Hoppmann Pathetische Etymologie: Die Wirkung der Sprachebenen in der Rede

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Samstag, 3.06.17

10:00 – 10:45 10:45 – 11:30 11:30 – 12:00 12:00 – 13:00 13:00 – 14:00

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Raum 027 Raum 06 Sektion 11: Praxis & Beruf Workshop VI (Moderation: Kathrin Schelling) Gerhard Gieschen Katie Böhme, Beate Lichtwald, Nicole Schwäbe Speaker als Beruf Die Rede in der internen UnternehmensWie Sie mit Reden Geld verdienen kommunikation Astrid Zapf Was bedeutet Redekompetenz? Wie kann diese in Trainings vermittelt werden? Kaffeepause mit Snack Kaffeepause mit Snack Thomas Schirren Vom Winkellogographen zum panhellenischen Publizisten: Isokrates von Athen Abschlussdiskussion


Persönlicher Plan Donnerstag, 1.06.2017 14:00 – 14:15 Begrüßung durch Joachim Knape, 1. Vorsitzender Rhetorikforum e.V. (027) 14:15 – 15:15 Jacqueline Schäfer: Von der Verantwortung der Redenschreiber (027) 15:15 – 16:00 16:00 – 16:45 16:45 – 17:15 Kaffeepause im Brechtbau-Foyer 17:15 – 18:00 18:00 20:15

20-Jahre-Apéro mit Buffet zum Vereinsjubiläum (027) Karl-Heinz Göttert: Typographie und Layout rhetorisch betrachtet Wie sich die Literatur in Erstausgaben präsentierte Hörsaal 21, Kupferbau, Hölderlinstraße 5, 72074 Tübingen

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Freitag, 2.06.17 09:00 – 10:00 Claudia Gruhn: Redenschreiber im Unternehmen (027) 10:00 – 10:30 Kaffeepause im Brechtbau-Foyer 10:30 – 11:15 11:15 – 12:00 12:00 – 13:30 Mittagspause 13:30 – 14:30 Frank Brettschneider: Verständlichkeit von Reden (027) 14:30 – 15:15 15:15 – 16:00 16:00 – 16:30 Kaffeepause im Brechtbau-Foyer 16:30 – 17:15 17:15 – 18:00 19:00 im Anschluss

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Bundestagspräsident Norbert Lammert: Reden in der Demokratie (Festsaal, Neue Aula) Empfang im Kleinen Senat, Neue Aula


Samstag, 3.06.17 10:00 – 10:45 10:45 – 11:30 11:30 – 12:00 Kaffeepause mit Snack im Brechtbau-Foyer 12:00 – 13:00 Thomas Schirren: Vom Winkellogographen zum panhellenischen Publizisten: Isokrates von Athen (027) 13:00 – 14:00 Abschlussdiskussion (027)

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Impressum Herausgeber Prof. Dr. Joachim Knape, Prof. Dr. Olaf Kramer, Prof. Dr. Dietmar Till Seminar für Allgemeine Rhetorik Eberhard Karls Universität Tübingen Wilhelmstraße 50 72074 Tübingen Rhetorikforum. Verein zur Förderung der Rhetorik in Wissenschaft und Praxis e.V. www.rhetorikforum.de Redaktion Selina Bernarding Pia Engel Kathrin Schelling Gestaltung Viktorija Romascenko © Tübingen 2017

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[sa|tü|r] Reden schreiben - Reden halten  

Programm der Fachtagung vom 1. bis 3. Juni 2017 in Tübingen

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