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n: r ne fü in n nd w te r u ge a r he fe zu eik kirc aLi Fr Bei Se

200 Jahre Ferdinand Freiligrath

Veteranen Gratzfeld

(1810-1876) Der Dichter, Rheinromantiker, Revolutionär und Patriot lebte von 1839 bis 1841 in Unkel

Waschhäuschen SeaLife Asbach-Löhe Königswinter

Heimatmuseum Villa Schaaffhausen Rheinbreitbach Bad Honnef





Editorial

Liebe Rheinländer, auf einen Besuch! evor ab dem 11. Juni die F u ß b a l l - We l t m e i s t e r schaft die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, bieten wir Ihnen noch drei hochkarätige Veranstaltungen, die einen Besuch wert sind: Am Freitag, 4. Juni, 19 Uhr s p r e ch e n G a by L i m b e rge rKlein und Michael Klein im Un ke l e r H e i m a t l a d e n ü b e r englische Rheinreisende im 19. Jahrhundert und rezitieren deren Texte. Am Dienstag, 8. Juni um 20 Uhr, ebenfalls im Heimatladen, referiert Staats-

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sekretär a.D. Friedhelm Ost m Z u ge u n s e r e r T i te l über: Vom Fernsehen in die ge s ch i ch te ü b e r Fe r d i Politik, von Machern und nand Freiligrath trägt Prof. Dr. Macht. Und schließlich am Kurt Roessler am Donnerstag, Donnerstag, 10. Juni, erleben 1. Juli um 19 Uhr (ein spielfreiwir einen großen Kabarette r W M -Ta g ) z u m T h e m a : abend mit dem in unserer Rheinisches bei Freiligrath Re g i o n b e ste n s b e ka n n te n vor. b dem 1. Juni freuen wir Wahlbonner Konrad Beikiruns auch über Ihren cher. Karten für die VeranB e s u ch i n u n s e r e m n e u e n st a l t u n g i m C e n te r- Fo r u m , Redaktionsbüro, direkt am Unkeler Redaktionsbüro das wir direkt Vorteil-Center sind i m H e i m a t l a d e n direkt neben dem neben dem RHEINHeimatladen LÄNDER-Heimaterhältlich. laden in der Pützgasse 2, Unkel, einrichten werden. Einen Redakteur, den Herausgeber oder die Verlegerin können Sie dort oder im Heimatladen gleich eine Tür we i te r t ä gl i ch vo n 10 b i s 18 Uhr antreffen. Wir freuen uns über Lob und Tadel, über H i n we i s e u n d T h e m e n vo r s ch l ä ge o d e r e i n fa ch e i n Gespräch mit Ihnen.

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RHEINLÄNDER-Redakteurin Martina Kefer mit Konrad Beikircher

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inhaltlich! A59

Rauschendorf Vinxel

D a s

Oelinghoven Oberpleis Oberdollendorf Berghausen Thomasberg Niederdollendorf Heisterbacherrott

Bonn

Königswinter

Königswinter

Buchholz

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3 Liebe Rheinländer, auf einen Besuch!

Eudenbach

Ittenbach

Asbach Rhöndorf

Aegidienberg

VG Unkel

Rheinbreitbach Bruchhausen

Windhagen A3

Neustadt

Vettelschoß

Unkel Erpel Remagen

KasbachOhlenberg Ockenfels

Linz Sinzig

VG Waldbreitbach

St. Katharinen

Roßbach Breitscheid

VG Linz

Dattenberg Leubsdorf

Ahr

Hausen

Bad Hönningen Rhein

kurz & knapp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6 Nachrichten aus der Region

VG Asbach

Bad Honnef

Bad Honnef

Waldbreitbach Niederbreitbach

VG Bad Hönningen B42

Wied

Datzeroth

Rheinbrohl Hammerstein

Titel! Das Leben des Ferdinand Freiligrath . . . . . . . .8 Freiligrath und Carl Löwe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 0 Freiligrath und Ida Meldos in Unkel . . . . . . . .1 1 Ferdinand Freiligrath als Rheinländer . . . . . .13 bilden! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16 Lernen mit und in der Natur untern ehm en! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .18 Paradies auf dem Land kabarettistisch! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Konrad Beikircher: „Am schönsten isset, wenn et schön is“

Leutesdorf Andernach

H e i m a t m a g a z i n

Neuwied

d am als! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .22 Blitztour nach Italien arom atisch! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Im Namen der Rose

. IMPRESSUM Gründungsjahr 2008 Verbreitung: Königswinter, Bad Honnef. VG Unkel, VG Linz VG Bad Hönningen, VG Asbach, VG Waldbreitbach Erscheinungsweise: monatlich Jahresabonnement: p19,50 (nur Portokosten) Auflage: 15.000 V ERLAG D ER R HEINLÄNDER Inh. Sandra Peukert Pützgasse 2 · 53572 Unkel Tel: 0 22 24 - 7 79 65 12 Fax: 0 22 24 - 9 01 30 88 info@rheinlaender-magazin.de www.rheinlaender-magazin.de Herausgeber: Wolfgang Ruland (v.i.S.d.P.) Redaktion: Martina Kefer, Gudrun von Schoenebeck, Bernd Zimmermann, Benedikt Schmidt, Cäcilia Frings-Ruland, Peter Köster, Bernhard Niemann, Hannelore Prangenberg

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Der Rheinländer · Juni 2010

Fotos: Dieter Ruland, Wolfgang Ruland (falls nicht anders angebeben) Grafisches Konzept und Satz: Ruland Werbung & Grafik, www.ruland-grafik.de Druck: medienHaus Plump, Rheinbreitbach Anzeigenannnahme: Wolfgang Ruland, Tel: 0 22 24 - 7 79 65 12, Mobil: 01 76 - 60 84 15 18 Anzeigenschluss: jeweils zum 15. des Vormonats Druckunterlagen an: info@rheinlaender-magazin.de Reprofähige Text- und ungerasterte Bildvorlagen EPS-, TIFF-, PDF-Dateien Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Vervielfältigung, Speicherung und Nachdruck von Texten, Bildern und Grafiken nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandtes Bildund Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle Angaben im Heft nach bestem Wissen und Gewissen. Wir übernehmen keine Gewähr bei Irrtümern oder Druckfehlern.


inhaltlich! Das Leben des Ferdinand Freiligrath Seite 8 d am als! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 Aussöhnung und Vertrauensbildung unter wegs! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Dreiklösterblick untern ehm en! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 Blubberspaß im Badezimmer besichtigt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .34 Bewahrer von Ortsgeschichte und Tradition aquarisch! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .36 Ungeheuerliches aus der Tiefe d am als! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .38 Bootstaufe in Röhndorf vor über 100 Jahren untern ehm en! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .40 Der Traum vom Töpfern genießen! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Kristalltürmchen in Aegidienberg Glitzern und Funkeln tradition ell! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Veteranentreffen in Gratzfeld ausgewählt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .47 Veranstaltungen im Juni besichtigt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .54 Villa Schaaffhausen – im Einklang mit Körper, Geist und Seele untern ehm en! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .56 Heimatliche Spezialitäten und Delikatessen legendär! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .58 Der Strücher Steinhauer

Lernen mit und in der Natur Seite 16

Paradies auf dem Land Seite 18

Blitztour nach Italien Seite 22

Aussöhnung und Vertrauensbildung Seite 26

Ortsgeschichte und Tradition Seite 34

Veteranentreffen in Gratzfeld Seite 44 Der Rheinländer · Juni 2010

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kurz & knapp! Der aktuelle RHEINLÄNDER-Rechtstipp:

Was bedeutet Ausgleichung im Erbrecht? Ausgleichung heißt, unter Berücksichtigung auch lebzeitiger Zuwendungen an Kinder den Nachlass unter diesen wertmäßig „gerecht“ aufzuteilen. Hierbei ist problematisch, dass nicht alle Zuwendungen, die Kinder vom Erblasser erhalte n h a b e n , b e i e i n e m E r b fa l l ge ge n ü b e r Geschwistern ausgeglichen werden müssen. Nur wenn der Erblasser bei der Schenkung an sein Kind ausdrücklich angeordnet hat, dass bei einem späteren Erbfall diesbezüglich ein Ausgleichungsbetrag an Geschwister zu zahlen ist, oder eine sogenannte Ausstattung vorlag, muss dies bei einem Erbfall berücksichtigt werden. Beispiel: Der Witwer Hugo verstirbt und hinterlässt als gesetzlichen Erben einen Sohn und eine Tochter. Dem Sohn hatte er zu dessen Start in die Selbstständigkeit p 50.000 gegeben, damit dieser einen Malerbetrieb übernehmen konnte. Die Tochter hatte zeitlebens keine Geldzahlungen erhalten, allerdings wurde ihr ein Musikstudium durch die Eltern ermöglicht. Beide Kinder streiten sich darüber, ob der Nachlass von p 100.000 hälftig aufzuteilen ist, beziehungsweise wer sich welche Vorempfänge und in welchem Umfang auf das vorhandene Nachlassvermögen anrechnen lassen muss. Ergebnis: Die Zahlung von p 50.000 an den Sohn dürfte als Ausstattung zu werten und damit im Erbfall zu berücksichtigen sein, die Kosten für das Studium muss sich die Tochter nicht anrechnen lassen, da es sich um eine im Rahmen der

Familienverhältnisse geschuldete Ausbildung handelt. Es ergibt sich daher folgende Nachlassaufteilung: Nachlass im Erbfall Ausstattung an den Sohn Nachlass einschließlich Ausstattung

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p

50.000,00

p 150.000,00

Hiervon erhält jedes der beiden Kinder die Hälfte, die Tochter also p 75.000,00 aus dem Nachlass, der Sohn nur noch p 25.000, da er ja bereits i.H.v. p 50.000 eine Ausstattung erhalten hat. Wem ein solches Ergebnis ungerecht vorkommt, muss bei jedem lebzeitigen Vorempfang immer ausdrücklich mitregeln beziehungsweise von seinen Eltern mitregeln lassen, wie dieser im Erbfall zu berücksichtigen ist. Besteht eine Ausgleichungspflicht, ist für eine Wertberechnung der jeweiligen Zurechnung der Zeitpunkt maßgeblich, in dem die Zuwendung auch erfolgt. Zu beachten ist jedoch, dass nur Zuwendungen an Kinder ausgleichungspflichtig sind, nicht jedoch Zuwendungen an den Ehegatten.

Michael Paul Fachanwalt für Erbrecht und Familienrecht



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p 100.000,00


kurz & knapp! Der Alte von Rhöndorf I Rhöndorf. Parlamentarischer Staatssekretär Peter Hintze MdB (von 1992 bis 1998 Generalsekretär der CDU) nahm sich am 16. Mai im Konrad-AdenauerHaus im Rahmen des Familientages die Zeit, von seinem politischen Vorbild, dem 1. Bundeska n z l e r d e r B o n n e r Republik zu erzählen. D e r ge b ü rt i ge B a d Honnefer Hintze war in seiner Jugend einer der ersten Touristenführer im ehemaligen Wohnhaus des „Alten“ und w u s ste e i n i ge A n e k doten zu berichten, so z.B. wie er einst Konrad Adenauer als Schüler begegnete. Einem kleinen Kreis von interessierten Besuchern schilderte er, wie er in seiner eigenen Laufbahn von den politischen Grundsätzen seines Idols geprägt wurde, zu denen er in erster Linie die Westbindung und die Aussöhnung mit Israel zählte. | DR



Der Alte von Rhöndorf II Bad Honnef. Die Stadtinformation hat unter der Federführung von Willy Dreskornfeld einen liebevoll zusammengestellten, amüsanten und äußerst informativen Flyer vorgelegt, der Ko n r a d Ad e n a u e r n i ch t a l s Po l i t i ke r u n d Staatsmann vorstellt, sondern als Bad Honnefer Mitbewohner in den Mittelpunkt stellt. Man erfährt, wie er als Nachbar so war, wie er mit den Honnefern umging und mit wem er hier näher zu tun hatte. Wer möchte, kann sich anhand des gekennzeichneten Stadtplans von Bad Honnef die 26 Stationen in der Stadt erwandern, die einen besonderen Bezug zu Konrad Adenauer haben. Der Flyer weist auf Sehenswertes und Wissenswertes hin, das überraschend und neu sein dürfte. Der Preis für die kleine Broschüre, die in der Stadtinformation am Rathausplatz erhältlich ist, beträgt p 1,50. Stadtinformation Bad Honnef, Rathausplatz 2-4, 53604 Bad Honnef, Tel.: 0 22 24 / 9 88 27 46, E-Mail: info@stadtinfo-badhonnef.de , Öffnungszeiten: Mo-Fr von 10-18 Uhr und Sa von 10 bis 13 Uhr.


Titel!

Das Leben des Ferdinand Freiligrath *17. Juni 1810 I †18. März 1876 von Sieg fried Jagau

n seiner Geburtstadt Detmold besuchte Freiligrath das Gymnasium und begann eine Kaufmannslehre in Soest. Er wurde mit 21 Jahren Kontorist in einem riesigen Überseehandelshaus in Amsterdam. Hier erlebte er eine Weltstadt mit ihrem Hafen und weltweiten Verbindungen. Es entstanden Gedichte, die den Reiz des Exotischen und der Ferne ausdrückten. Freiligrat h merkte aber bald, dass er als Angestellter in einer Schreibstube nicht geeignet war und widmete sich immer mehr seiner dichterischen Berufung. Nach einem Zwischenaufenthalt in Soest und Barmen gab er seinen Beruf als Kontorist auf und beschloss, nur noch Schriftsteller und Poet zu sein. Seine Gedichte waren inzwischen in Deutschland bekannt, und er hatte eine kleine Anhängerschaft. 1839 zog es ihn an den R h e i n , e r l i e ß s i ch i n d e m k l e i n e n Städtchen Unkel nieder, weil er hier unmittelbar am Strom leben konnte. Der Besuch des Rheines war literarische Mode der damaligen Zeit, zudem hoffte Freiligrath, durch die Nähe zur Universitätsstadt Bonn geistige Anregungen für sein literarisches Schaffen zu bekommen. a s J a h r 18 4 0 h a t te f ü r d e n Dichter eine besondere Bedeut u n g : I m D e z e m b e r 18 3 9 wa r d e r Rolandsbogen in einer stürmischen Nacht eingestürzt. Für Freiligrath und seine Freunde war die Burgruine der Inbegriff der Romantik und der lebenslangen Liebesbande wie in der Rolandssage geschildert. So unternahm Freiligrath für die damalige Zeit etwas Einzigartiges und noch nie Dagewesenes: Er verfasste einen poetischen Spendenaufruf, der in der K ö l n i s ch e n Z e i t u n g ve r ö f fe n t l i ch t wurde. Freiligrat h hatte überraschenden Erfolg. Mit dem Spendengeld konnte er die Burgruine neu errichten. Dabei hatte er zwar übersehen, dass die R u i n e i m B e s i t z vo n Marianne Prinzessin

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Wilhelm von Preußen war – aber nach einigen Verhandlungen und unter Fürsprache d e r „ R h e i n g r ä f i n “ S i by l l e Mertens-Schaaffhausen wurde das Vorhaben umgesetzt. In Unkel lernte Freiligrath im selb e n J a h r d i e 2 3 - j ä h r i ge Erzieherin einer preußischen Of f iziersfamilie, Ida Melos, Gymnasialprofessorentochter aus Weimar, kennen und heiratete sie kurz darauf. urch die Wiedererrichtung des Rolandsbogen b e r ü h m t gewo r d e n , w u r d e Freiligrath auch ein gefeierter Dichter. Der preußische König setzte ihm sogar ein Pe n s i o n s ge h a l t a u s , s o dass Freiligrath, d e r a u ch a l s Ü b e r s e t z e r vo n englischen, amerikanischen und französischen Autoren tätig war, eigentlich zufrieden leben konnte. Aber 1844 kündigte Freiligrath die Pension des Königs und verzichtet auf eine Anstellung am Weimarer Hof. Was war geschehen? er Dichter entwickelte sich immer mehr von einem politisch uninteressierten Poeten zu einem sozial und politisch engagierten Schriftsteller. In seinen Gedichten stellt er seinen Unmut über die H e rrs ch e n d e n h e r a u s , d i e ohne parlamentarische Volksvertretung und Pressefreiheit r e g i e rte n . Schließlich wurde er von den preußischen Behörden verfolgt und musste ins Exil gehen. Hier wurde er auch unter dem Einf luss von Karl Marx, dem er 1845 in Brüssel begegnete, zum Anhänger des Revolutionsgedankens und der radikalen demokratischen

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Republik. 1846 veröffentlichte er den Gedichtband Ça ira!, in dem er zum Ausdruck bringt, dass die Zeit für einen Umsturz in Deutschland reif ist. Schließlich siegte in fast ganz Europa 1948 die Revolution: Die adeligen Potentaten mussten fliehen oder eine bürgerlich liberale Verfassung geben. Freiligrath war begeiste rt und ke h rte n a ch D e u t s ch l a n d z u r ü ck . S e i n e Gedichte machten ihn zum populärsten deutschen Dichter der Revolutionsmonate. Doch die Märzrevolution des Jahres 1849 wurde im Juli 1849 vom Militär der alten reaktionären Kräfte gewaltsam niedergeschlage n , u n d d i e Errungenschaften der Revolution wie das erste deutsche Parlament gingen ve r l o r e n . Au ch Fr e i l i g r a t h wurde wegen „Aufreizung zu hochverrät herischen Untern e h m u n ge n “ , ge m e i n t wa r sein Gedicht Die Toten an die Lebenden in Düsseldorf vor Gericht gestellt. Der Prozess e n d e te j e d o ch m i t e i n e m Freispruch. wurde er nochmals steckbrieflich gesucht, so dass er ins Exil nach England ging, wo er fast 17 Jahre bleiben musste. Hier verdiente er teilweise unter schwersten Bedingungen seinen Lebens-

Lebenslange Liebesbande

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1851

VERANSTALTUNGEN IM FREILIGRATH-JAHR Ferdinand Freiligrath – Held der Revolution – Sänger des Volkes Sonntag, 20. Juni 2010 Physikzentrum Bad Honnef, Hauptstr. 5, Großer Hörsaal 14 U h r P r o f . D r. R u d o l f Drux, Köln: Poet und Prolet. Zum Dichtungsverständnis von Ferdinand Freiligrath. 15 Uhr Dr. Rolf Füllmann, Köln: Der Zeitbegriff in den Z e i t ge d i ch te n vo n Fe r d i nand Freiligrath 16 . 3 0 U h r P r o f . D r. Ku rt Roessler, Bornheim: Warum in den Revolutionsgedichten von Freiligrath immer so viel geschossen wird. 17.30 Uhr Theolonius Dilld a p p z u s e i n e n L a u te n : Lieder des Vormärz und der Deutschen Revolution von 1848 18.30 Uhr Ein Glas Sekt auf Freiligraths Geburtstag Eintritt frei Info-Tel.: 02227-6590 Festtag zum 200. Geburtstag: 26. Juni in Remagen und Unkel 11 Uhr Feierstunde mit Ansprachen am restaurierten Freiligrath-Denkmal in Rolandswerth 13 Uhr Restaurant Rolandsbogen: Vorstellung der neuen Freiligrath-Wanderwege um den Rolandsbogen 15.30 Uhr Festakt mit Ansprachen, Rezitationen und Liedvorträgen im Kapitelsaal Kloster Nonnenwerth 18 Uhr Freiligrath-Haus Unkel: Kleine Führung von Siegfried Jagau

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Titel! unterhalt. 1868 konnte er nach Deutschland zurückkehren, wo er bis zu seinem Lebensende 1876, er starb in Cannstatt bei Stuttgart, hoch verehrt wurde. Nach den gescheiterten Aufst ä n d e n ve rf l a ch te Fr e i l i g raths Begeisterung für Revolution, Klassenkampf und Proletariat. In seinem Spätwerk schloss er sich der nationalen Begeisterungswelle an und begrüßte mit patriotischen G e d i ch te n w i e H u r r a , G e r mania! die Reichsgründung von 1871. Die Verbindung mit Ida Melos überstand all die schwierigen Zeiten von Flucht und Exil, die Eheleute hielten immer fest zusammen – wie in der von Freiligrath so geliebten Rolandssage.

VORTRAG UND AUSSTELLUNG Vortrag von Prof. Dr. Kurt Roessler: Rheinisches bei Freiligrath Heimatladen, Pützgasse 2, Unkel Donnerstag, 1. Juli, 19 Uhr Eintritt frei Ausstellung: Freiligrath und Freunde Heimatladen, Pützgasse 2, Unkel Vernissage am Sonntag, 18. Juli, 10 Uhr Eintritt frei!

Freiligrath und Carl Loewe Den beiden Meistern der Romantik sind die Carl Loewe-Musiktage in Unkel gewidmet e r G e s ch i ch t s ve r e i n Un ke l , d e r d i e C a r l Loewe-Musiktage seit 1995 jährlich veranstaltet, erinnert in diesem Jahr auch an den 200. Geburtstag des Dichters Freiligrath. as Barockhaus an der Rheinpromenade, i n d e m Fe r d i n a n d Freiligrath, wie er später selbst später beteuerte, das schönste und wichtigste Jahr seines Lebens verbracht hatte, wurde nach dem Tode Carl Loewes von dessen Familie erworben. Hier wohnten Witwe und zwei Töchter mit ihren

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Fa m i l i e n . L o ewe l i e b te d i e B a l l a d e n Fr e i l i g r a t h s u n d hatte eine Reihe von ihnen vertont. In dem Balladenkonzert „Zwei Meister der Romantik“ am 19. Juni kommen sie im Palmenhaus der Henkel-Villa in Unkel zur Aufführung. Carl L o ewe u n d Fe r d i n a n d Freiligrath trafen sich e i n m a l i n E n gl a n d 1847. In London trat Loewe auf Einladung der Königin am Hofe auf. Freiligrath lebte inzwischen in England im Exil. Wegen seines Eintretens für Freiheit und D e m o k r a t i e h a t te e r a u s Deutschland fliehen müssen.

Auf dem Drachenfels 1839 (Auszug ) Hoch stand ich auf dem Drachenfels; Ich hob die Hand, ich biss die Lippen. Mein Jagdhund freudigen Gebells, Schlug an im Widerhall der Klippen. Er flog hinab, er flog hinan, Er flog , als ob ein Wild ihm liefe; Ich aber stand, ein froher Mann, Und bog hinab mich in die Tiefe.



In seiner Trauben luft’ger Zier, Der dunkelroten, wie der gelben, Sah ich das Rheintal unter mir Wie ein Römer grün sich wölben. Das ist ein Kelch! – Die Sage träumt An seinem Rand auf moos’ger Zinne; Der Wein, der in dem Becher schäumt, Ist die Romantik, ist die Minne!


Titel!

Freiligrath und Ida Melos in Unkel

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m ungestört seiner dichterischen Muße zu leben, wählte sich Freiligrath das Rheinstädtchen Unkel aus; der dortige Aufenthalt sollte für sein ganzes Leben entscheidend werden. „Unkel l i e g t d i ch t a m R h e i n “ , schreibt er, „ist ein Städtchen mit 800 Einwohnern und hat das Glück, neben einigen pensionierten Offizieren außerdem noch ein paar reichen K ö l n e rn und e t we l ch e n Engländern zu stetem oder zum Sommeraufenthalt zu dienen. Die Häuser haben am

R h e i n e i n e e n t z ü cke n d e Aussicht; rechts den Strom h i n u n te r s i e h t m a n d a s S i e b e n ge b i rge i n s e i n e r

Reizendes Städtchen ganzen Schönheit und Ausd e h n u n g vo r s i ch l i e ge n , D r a ch e n fe l s , No n n e n we rt h und Rolandseck bilden ein prächtiges point de vue, das um so reizender erscheint, als

es ein ganz geschlossenes Bild g i b t . Un d i n e i n e s d i e s e r Häuser, ein dreistöckiges, balkonverziertes, unbewohntes ziehe ich nächsten Montag ein.“ in Dezembersturm d e s J a h r e s 18 3 9 hatte dem Rolandsbogen der Ruine Rolandseck übel mitgespielt und ihn zerstört. Dem Dichter, der für die alte Burg s ch w ä rm te , g i n g d a s z u Herzen, und in einem Gedicht

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Des Kaisers Segen 1843 (Auszug ) Ich bin die ganze Nacht hindurch Den Rhein hinaufgeschritten, Vom Drachenfels und Wolkenburg Bis wo die Linzer schnitten. Bei Rhöndorf unterm Drachenloch Anband sein Boot der Ferge (Fährmann); Zu Honnef sang ein Mädchen noch: „Stand ich auf hohem Berge.“

Der Kaiser weiß, was allen frommt, Am ganzen grünen Strome! Sanft ruh’ er, bis er wiederkommt, Zu Aachen in dem Dome.

Foto: Christian Schmiedel

In Breitbach stellte mich die Macht, In Unkel trank man Neuen, In Erpel schlug es Mitternacht, In Erpel vor der Leyen. Und hinter Erpel in dem Feld, Da ist er mir begegnet Der große Karl, der Frankenheld Der seine Trauben segnet

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Titel! der Kölnischen Zeitung erschien er gleichsam mit der Sammelbüchse und forderte zu B e i t r ä ge n f ü r d i e Wi e d e r herstellung des Bogens auf.

Un d m i t E rfo l g : Vo n a l l e n S e i te n g i n ge n i h m s o l ch e Beiträge zu, auch aus Unkel selbst; aus dem Nachbarhause sandte eine Erzieherin der Familie von Steinäcker, Ida Melos, „das prächtige Mädch e n a u s We i m a r “ , e i n e Summe in ihrem Namen und im Namen ihrer Zöglinge. iese Nachbarschaft wurde gefährlich; es knüpften sich freundliche Beziehungen an; durch eine Zaunlücke konnte man bequem aus einem Garten in den anderen gelangen; bald befand sich der westfälische Dichter im Banne der thüringischen Schönheit. Ida Melos war die Tochter

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Erinnerungsplakette an der Unkeler Rheinpromenade

Schwarz-Rot-Gold 1848 (Auszug )

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Das ist noch lange die Freiheit nicht, Sein Recht als Gnade nehmen Von Buben, die zu Recht und Pflicht Aus Furcht nur sich bequemen. Auch nicht: dass, die ihr gründlich hasst, Ihr dennoch auf den Thronen lasst! Die Freiheit ist die Nation, Ist aller gleich gebieten! Die Freiheit ist die Auktion Von dreißig Fürstenhüten! Die Freiheit ist die Republik! Und abermals die Republik! Pulver ist schwarz, Blut ist rot Golden flackert die Flamme!

eines Gymnasialprofessors in Weimar und hatte Goethe noch erlebt. Sie saßen zusammen, machten Ausflüge in die Berge; aber bald war der wilde Falke ge fa n ge n ; a u s d e r Fr e u n d s ch a f t wa r h e i ß e L i e b e s leidenschaft geworden. as schönste, beste und geistreichste Mädchen, das Unkel je gesehen, wie der D i ch te r a n s e i n e n Fr e u n d Levin Schücking schrieb, hatte ganz sein Herz gewonnen. Sie zögerte anfangs, ihr Jawort zu geben, sie kehrte zu ihrer Mutter nach Groß-Monra bei Weimar zurück, um Muße zu finden zu ruhiger Überlegung; doch nach kurzer Zeit kam die ersehnte günstige Entscheidung. m die Redaktion der Zeitschrift „Britannia“, zu leiten, zog Freiligrath mit seiner frisch Vermählten, die Heirat wurde in GroßNeuhausen bei Weimar geschlossen, nach Darmstadt. Ü b e r s e i n e n A b s ch i e d a u s Un ke l s ch r e i b t e r : „ M e i n e Mission in Unkel ist erfüllt. Ich habe mir eine Liebe erkämpft und den Rolandsbogen neu gebaut. Was soll ich länger hier machen?“

Novelle über Freiligraths Unkeler Zeit i12,80 erhältlich im Heimatladen, Unkel

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Rudolf von Gottschall (1823 - 1909), Dramatiker und Literaturkritiker in einer Einführung der Werkausgabe zu Freiligraths Unkeler Zeit


Titel!

Ferdinand Freiligrath als Rheinländer von Prof. Dr. Kurt Roessler

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e r D i ch te r Fe r d i n a n d Freiligrath gilt weithin als westfälischer Autor. Er wurde in Detmold geboren, verbrachte dort seine Kindheit und Schulz e i t b i s z u m 15 . Lebensjahr und trat dann bei Verwandten in Soest bis zum Jahre 1831 eine kaufmännische Lehre an. 1836 bis 1837 lebte Freiligrath noch ein Jahr in Soest zur Redaktion seines e r ste n G e d i ch t s b a n d e s vo n 18 3 8 . Später weilte er nur noch kurz in Soest und Detmold. Im S o m m e r 18 3 9 wa n derte er einige Monate durch Westfalen, um Material für sein Buch Das malerische und romantische Westphalen zu sammeln, d a s d e r B a rm e n e r Ve r l e ge r L a n gew i e sche in Auftrag gegeben hatte. on seinen Eltern her war Fr e i l i g r a t h aber eigentlich Rheinländ e r. S e i n e M u t te r Anna Luise Wilhelmine, geb. Tops (1783 -1817) stammte aus Mülheim am Rhein ( h e u te Köln-Mülheim) und sein Vater Johann Wi l h e l m ( 17 8 4 - 18 2 9 ) a u s Kettwig an der Ruhr, das damals zum Rheinland gehörte. Das typisch Rheinische w u r d e a l l e r d i n g s n i ch t s o wahrgenommen, weil beide Elternteile dem reformierten

Protestantismus angehörten und weil sie lange in Detmold bzw. Soest wohnten.

bis 1844 in St. Goar und Assmannshausen, wo er seine m u t i ge Vo rm ä r z s ch r i f t E i n Glaubensbekenntnis vollendete. Nach seinem dadurch notwendig gewordenen Exil in Belgien, der Schweiz und England kehrte er 1848 zu Anfang der Revolution wieder i n s R h e i n l a n d z u r ü ck u n d wohnte zunächst in Düsseldorf, dann als Redakteur der Ne u e n R h e i n i s ch e n Zeitung in Köln und n a ch d e r e n S ch l i e ß u n g vo n 18 5 0 b i s 1851 wieder in Düsseldorf, bis er sein zweites Exil in England a n t r a t . D e r „ Tr o m peter der Revolution“ erschallte von Köln und Düsseldorf aus. So zählen die knapp acht Jahre am Rhein mehr als die 22 seiner Jugendzeit in Westfalen. uch in seinem Wesen mischte sich Westfälisches mit R h e i n i s ch e m . G u t mütig, etwas phlegm a t i s ch , f r e u n d e s t r e u , e i n e e h r l i ch e Haut – so beschreiben ihn seine Freunde oft. Er konnte aber auch ganz schnell handeln, wie beim Einsturz des Ro l a n d s b o ge n s im Dezember 1839, den er nur wenige Tage danach durch einen Gedichtsaufruf zu einer Spendenaktion in der Kölnischen Zeitung rettete. Endlich freier Schriftsteller

Trompeter der Revolution ie entscheidenden Zeiten seines Lebens verbrachte Freiligrath am Rhein. 1837 bis 1839 arbeitete er als kaufmännischer Angestellter in Barmen, von wo aus er oft

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Freiligrath ca. 1839

Düsseldorf (Karl Immermann), Köln (Verleger Joseph DuMont) und Bonn (Karl Simrock) besuchte. Von 1839 bis 1841 lebte er in Unkel am Rhein, von 1842

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Titel! wollte er sich in Unkel seine Angestelltenzeit von der Seele waschen und schlug dabei oft über die Stränge. Zeitweilig war er mit drei Frauen gleichzeitig liiert: seiner langjährigen, etwas „angestaubten“ Verlobten Lina Schwollmann in Soest, Franziska Schwiter in Köln, der charmanten und umschwärmten Frau eines wohlhabenden Kölner Weinhändlers mit Besitz in Unkel und dann ab April 1840 die aus Thüringen stammende Gouvernante einer Unkeler Familie, Ida Melos, die 1841 seine Frau wurde. Feste feiern, trinken und Unfug machen konnte er wie ein geborener Rheinländer. Im Jahre 1840 hat er am Arm der Franziska Schwiter besonders intensiv am Kölner Karneval teilgenommen, beginnend mit Sitzungen Anfang Januar auf denen sein für das Festkomitee geschaffenes Karnevalslied Köln und Rhein gesungen wurde, Er bedauerte später mit einem gewissen Katzenjammer, dass sein und der Freundin guter Ruf etwas gelitten hätten. reiligrath hat eine beträchtliche Anzahl von rheinischen Gedichten geschrieben, darunter das bekannte Auf dem Drachenfels. Auch in seine politische Lyrik mischt sich oft ein lokaler, rheinischer Bezug, so dass man ihn mit Fug einen rheinischen Dichter nennen darf. Durch seine Herausgebertätigkeit (Rheinische Jahrbücher für Kunst und Poesie, Rolandsalbum) wurde er sogar zur Leitfigur der rheinischen Lyriker der Spätromantik wie Gottfried und Johanna Kinkel und ihr Maikäferbund, Wo l f ga n g M ü l l e r vo n K ö n i g s w i n te r, Ka r l Simrock, Nikolaus Becker, Wilhelm Smets, Gustav Pfarrius u.a., mit denen er durch persönliche Kontakte und einen intensiven Briefwechsel verbunden war. as Rheinland hat ihm seine Aktivitäten von der Rettung des Rolandsbogens bis zum unerschrockenen Eintreten für Recht und Freiheit im Aufbruch Deutschlands zur Demokratie an erster Stelle mit dem 1914 eingeweihten Freiligrath-Denkmal (siehe Titelbild) am Aufgang von Rolandseck zum Rolandsbogen gedankt, das in diesem Jahr vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Oberwinter-Rolandseck völlig restauriert wurde und an dem am 26. Juni 2010 um 11 Uhr ein Festtag beginnt, dessen Stationen sich über den Rolandsbogen und das Kloster Nonnenwerth bis nach Unkel ziehen.

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PraxisCUBUS – Neues Ärztehaus am CURA-Krankenhaus in Bad Honnef Im Frühjahr dieses Jahres haben fünf Arztpraxen ihren Standort an das CURA-Krankenhaus Bad Honnef verlagert. Sie haben jetzt den neu errichteten, modernen Neubau links hinter dem Krankenhaus bezogen: den sogenannten PraxisCUBUS. Initiiert wurde der Anbau von der Gemeinschaftspraxis Radiologie und Nuklearmedizin Bad Honnef, die bisher am Krankenhaus und in der Stauffenbergstraße ihre Standorte hatte. Vier weitere Praxen aus Bonn, Troisdorf und Hennef eröffnen hier einen zweiten bzw. dritten Standort. Die Fachrichtungen Hämatologie und Onkologie, Nephrologie, Diabetologie und die Neurologie (ab Herbst) verstärken das medizinische Angebot in Bad Honnef. Sie sind z.T. bereits seit 2008/2009 am CURA-Krankenhaus in Bad Honnef oder Königswinter niedergelassen. Ab sofort können in neuen Praxisräumen über drei Etagen Patienten aus der gesamten Region mit Blut- und Krebserkrankungen, Nierenerkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems und Diabetes umfassender und auf höchstem medizinischen und technischen Niveau betreut werden.

Ein breites Diagnostikspektrum bietet die Gemeinschaftspraxis Radiologie und Nuklearmedizin Bad Honnef. Es reicht vom Ultraschall, der Computertomographie, über die digitale Vollfeld-Mammografie bis hin zur speziellen Strahlentherapie bei Rheumaerkrankungen. Neben der radiologischen und nuklearmedizinischen Diagnostik wird nun auch die Therapie und Nachsorge von Blut- und Krebserkrankungen, sowie die Betreuung von Patienten mit akuten und chronischen Nierenkrankheiten, Dialyse, Transplantationsnachsorge und die Versorgung von Diabetespatienten angeboten. Die niedergelassenen Ärzte freuen sich nun über das moderne Ambiente, die kurzen Wege und eine enge interdisziplinäre und fachübergreifende Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus und den Ärzten in Bad Honnef und Umgebung. Die Eröffnung des PraxisCUBUS ist ein wichtiger Meilenstein beim Umbau des CURA-Krankenhauses zu einem modernen Haus der Grund- und Regelversorgung in Bad Honnef. Für die Patienten ist die erweiterte wohnortnahe fachärztliche Versorgung in Verbindung mit der haus- und fachärztlichen Betreuung ein echter Gewinn.

Gemeinschaftspraxis Radiologie und Nuklearmedizin Bad Honnef

Praxisnetzwerk Hämatologie und internistische Onkologie

Dr. med. Bernd Sommer, Priv.-Doz. Dr. med. Jörn Risse, Dr. med. Susanne Löhers, Priv.-Doz. Dr. med. Dirk Pauleit, Dr. med. Boris Kinkel, Dr. med. Erich Wegen, Dr. med. Thomas Bloch, Dr. med. Alexius Joe Tätigkeitsschwerpunkte: Röntgen einschl. Kinderradiologie, Mammographie, Ultraschall, Computertomographie, Kernspintomographie, Nuklearmedizin, SPECT, PET/CT, Radiosynoviorthese www.radiologie-badhonnef.de Tel. 02224 / 98800

Dr. med. Helmut Forstbauer, Dr. med. Carsten Ziske, Dr. med. Ruth Reihs, Dr. med. Björn Schöttker Tätigkeitsschwerpunkte: Diagnose, Therapie und Nachsorge von Blut- und Krebserkrankungen www.onkologie-rheinsieg.de Tel. 02224 / 7721175

Diabetologische Schwerpunktpraxis Dr. Thomas Anke / Dr. med. Jacqueline Hiepler Dr. med. Jacqueline Hiepler Tätigkeitsschwerpunkt: Diabetologie www.hausarzt-hennef.de Tel: 02224 / 9 88 75 80

PraxisCUBUS Schülgenstraße 15a, 53604 Bad Honnef am CURA Kath. Krankenhaus im Siebengebirge Bad Honnef, Gebäude links hinter dem Haupteingang Der Rheinländer · Juni 2010

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bilden!

Lernen mit und in der Natur Das Windhagener KinderCollege feiert sein 10-jähriges Bestehen und lädt zu Feierstunde und Familiennachmittag im Biotop ein

Fotos: privat

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as Kinder-College ist eine außerschulische Fördereinrichtung für begabte Kinder. Sie erhalten hier, e rg ä n z e n d z u S ch u l e u n d K i n d e rga rte n , i n Wo ch e n endkursen die intellektuelle Unterstützung und emotionale Wertschätzung, die sie für eine optimale Entwicklung brauchen. Das Kinder-College ist national und mittlerweile auch international hoch geschätzt und wird vom Land RheinlandPfalz finanziell unterstützt“, e r l ä u te rt G r ü n d e r i n u n d Leiterin Helga Thieroff. Vor zehn Jahren hat die Windhagener Pädagogin das Begabten-College ins Leben gerufen ( s i e h e a u ch D e r R H E I N LÄNDER Hef t 4, Dezember 2008) und freut sich heute über die große Resonanz auf die Förderangebote und das gute Renommee ihrer Schule. D i e Fe i e r st u n d e z u m Jubiläum findet am 19. J u n i i n d e r C a rm e n S y lva - S ch u l e i n Ne u wied statt, wo auch die Unterrichtseinheiten stattfinden. azu gibt es – wie jedes Jahr im Juni – den beliebten Familiennachmittag

Spaß und Aktion am und im Baumhaus im Biotop, der am Sonntag, 27. Juni in Windhagen auf einem Grundstück gleich gegenüber der Schulverwaltung stattfin-

u n d M i t st r e i te r vo n H e l ga Thierof f. „Wir sind vor 20 J a h r e n vo n R h e i n b r e i t b a ch nach Windhagen gezogen, weil hier ein großes Grundstück mit viel Natur zur Verfügung stand. Die Idee der Förderung für hochbegabte Kinder haben wir von Anfang an unterstützt“, betonen die beiden Nachbarn, die seit der Gründung dem Vorstand der Schule angehören.

International hochgeschätzt

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det. Besitzer des zweieinhalb H e k t a r g r o ß e n Na t u r- u n d Waldgrundstückes sind Rosem a r i e Vo ch t - M i e l d s u n d A l b r e ch t M i e l d s , Na ch b a rn


„Unser praktischer Beitrag für die Unterrichtung der Kinder ist die Bereitstellung des Grundstückes für den Familientag im Biotop.“ In der Zeit von 14 bis 18 Uhr gibt es bei jedem Wetter Informationen und Experimente um Forst und Gewässer, Boden und Gesteine, Pflanzen- und Tierwelt. Auf dem naturbelassenen Gelände finden sich Bach und Teich mit Kleinstlebewesen, die Albrecht Mields, gelernter Gesteinshüttenkundler und Mineraloge, gerne erklärt. Aber natürlich erläutert er als Fachmann auch die Mineralogie des Geländes anhand von Steinen und Erdzusammensetzung. Auf dem baumbestandenen Teil des Areals können die Kinder unter Anleitung von CollegeLehrer Jan Kybelka, der eine Baumdienst- und Kletterausbildung erfahren hat, betreut und gesichert nach Herzenslust klettern und das bis

Familiennachmittag im Biotop zu sieben Meter hohe Baumhaus erobern. Als besondere Aktion ist in diesem Jahr das Anlegen eines kleinen Herbariums angekündigt. Gesammelte Pflanzen werden bestimmt, gepresst und können zum Trocknen mit nach Hause genommen werden. Eingeladen sind alle an Natur interessierten Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren und ihre Eltern. „Die Kinder sollten motiviert sein, zuzuhören und unsere A n ge b o te a n z u n e h m e n “ , b e s ch r e i b t H e l ga Thieroff die Voraussetzungen zur Teilnahme. Anmeldungen nimmt sie gerne telefonisch bis zum 13. Juni entgegen. Die Kosten betragen p 25 pro Familie. | WR

FAMILIENNACHMITTAG IM BIOTOP Sonntag, 27. Juni 2010, 14 bis 18 Uhr Auf dem Hähnchen 15, Windhagen Tel. 02645-970261, www.kinder-college.de


unternehmen!

Paradies auf dem Land

von Wolfgang Ruland Angelika Barkow-Reichert bietet in ihrem „Waschhäuschen“ in Asbach-Löhe ausgesuchte Antiquitäten und Accessoires im Landhausstil an und öffnet für Besucher auch ihren Garten, der Teil der Kräuterwind-Gartenroute ist.

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n Löhe, einem 273-SeelenF l e cke n n ö r d l i ch vo n Asbach, darf man sich ganz wie auf dem Land fühlen. Öffnet sich die Pforte zum „Waschhäuschen“ und dessen Garten, betritt man ein Areal, dass man getrost als gelebten Landpartietraum b e z e i ch n e n ka n n . St ä d t i s ch e n Besuchern mag es wie ein Paradies vorkommen, so wie man es sonst nur aus Zeitschriften und Büchern kennt. Jahre ist es her, dass A n ge l i ka B a r kow Reichert und Helmut Reichert, a u s B o n n ko m m e n d , e i n e n u n a n s e h n l i ch e n u n d st a r k

renovierungsbedürftigen Dreiseithof in Löhe erwarben und ihm wieder Leben einhauchten. Dabei ist nicht nur Neues entstanden: „Wir haben vieles so belassen, wie wir es vorgefunden haben und wie es uns

ei einem Besuch von Redakteuren der Zeits ch r i f t „ S ch ö n e r wo h n e n “ wurde die Hausherrin in der Idee bestärkt, nicht nur die e i ge n e n v i e r W ä n d e u n d Garten zu verschönern, sondern ihr stilsicheres privates Hobby auch in ein selbst geführtes L a d e n ge s ch ä f t für Liebhaber des Landhausstils zu übertragen. Im alten Waschhäuschen des Hofes entstand

Idylle aus dem Bilderbuch

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für unser Empfinden passend erschien“, beschreiben beide ihre Vorgehensweise, wobei in jedem Winkel ein sicherer Geschmack sichtbar wird. So w i r ke n H a u s u n d G a rte n gewa ch s e n l e b e n d i g u n d atmen geradezu einen natürlichen Charme.

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daher vor zehn Jahren das erste Angebot mit Antiquitäten im Landhausstil, die aber nicht nur zur Dekoration dienen: „Die Dinge sollen eine wohnliche Atmosphäre schaffen, aber auch nützlich sein“, chrakterisiert Angelika BarkowReichert ihr Sortiment. Heute steckt nicht nur das namengebende Waschhäuschen voller Kostbarkeiten, sondern neben ehemaligem Pferdestall und Schweinekoben bieten Innenhof und Remise eine Fülle von Schätzen: antikes Porzellan und Besteck, Emaillegeschirr und -kannen, handgewebtes Bauernleinen, Tisch- und Handtücher, Flaschenträger aus Eisenblech, Eierkörbe aus Drahtgeflecht, Quiltdecken, Weidenkörbe, altes Gartenmobiliar sowie Dekorations-

Die Barkow-Reicherts in ihrem Garten artikel aus Glas, Holz und Eisen. „Gewachsener Landhausstil mit Tupfern proven˛c alischer Lebensart“, so nennt die Waschhäuslerin gerne ihr Warenangebot. Das gleiche gilt für den Garten, um den sich in der Hauptsache ihr Mann kümmert. Alles erscheint organisch und wie aus einem Guss. Auch die Artikel, die zum Verkauf in Hof und Garten angeboten werden, wirken wie an Ort und Stelle gewachsen oder zumindest, als würden sie schon immer dort stehen. I m B a u e rn ga rte n , d e m d a s E h e p a a r d i e Möglichkeit zur eigenen Entfaltung gibt und der


unternehmen! zur Kräuterwind-Gartenroute zählt, trifft man neben Gemüse und vielfältig blühenden B l u m e n a u f K r ä u te r w i e Ro s m a r i n , S a l b e i , M e l i s s e , Bärlauch, Fenchel, Wermut, Thymian, Sauerampfer, Majoran und Waldmeister. „Die Kräuter dienen zum Einsatz in unserer Küche und aufbereitet als Geschenk für Freunde“, berichten die stolzen Gartenb e s i t z e r u n d H o b by k ö ch e . Neben Walnuss- und Maronenbaum gedeihen im Garten auch Mohn, Fingerhut, sogar Hopfen und süße Weintrauben sowie ein uralter Blauregen. ach alter Art hat Helmut Reichert einen jahreszeitlichen Baumspiegel um die Stämme angelegt, gerade blüht das Vergissmeinnicht, erfreut das Auge und lässt beim genießerischen Betrachten alle Alltagssorgen hinter sich.

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INFO Waschhäuschen und Garten sind regelmäßig geöffnet: mittwochs von 10 bis 14 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr und gerne nach Vereinbarung. Besucher dürfen dann auch den Garten genießen. Am Freitag, 18. und Samstag, 19. Juni lädt Angelika BarkowReichert zum Sommerfest im Waschhäuschen ein, an beiden Tagen geöffnet von 12 bis 17 Uhr. Eitorfer Straße 16 · 53567 Asbach-Löhe Tel: 02683-967355 · www.waschhaeuschen.de




kabarettistisch!

„Am schönsten isset, wenn et schön is“ Der RHEINLÄNDER präsentiert gemeinsam mit den Rhein-Westerwald-News das aktuelle Kabarettprogramm von Konrad Beikircher und verlost 5 x 2 Eintrittskarten für die Veranstaltung am 10. Juni in Unkel. er zehnte Teil der Rheinischen Trilogie des Konrad Beikircher i st w i e d e r e i n m a l e i n genussvoller bis aberwitziger Spaziergang durch das rheinische Universum. Dabei geht es auch um ein großes Thema: die Varus-Schlacht, die vor 2000 Jahren irgendwo im Teutoburger Wald stattgefunden hat. Hier muss einiges richtig gestellt werden, vor allem aus r h e i n i s ch e r S i ch t . D i e S i ch t we i s e n a ch B e i kircher wird überraschen aber niemanden wirklich verwundern – der Kabarettist betrachtet die Welt des rheinischen Universums schließlich als einmaliges Wunderwerk. Beikircher kommt bei seiner Beweisführung immer wieder vom Weg ab, weil da so viel herumliegt, was eben auch noch erklärt, erzählt, geschildert werden muss. Ob das die Probleme der Übersetzung aus dem Rheinischen ins Hochdeutsche sind oder das Verhältnis des Rheinländers zum Geld, seine Bereitwilligkeit, Fremden seine Eigen-

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h e i te n z u e r k l ä r e n , s e i n e w u n d e r vo l l e Erfindung des coniunctivus prophylactus, sein unglaublicher Umgang mit dem Futur II oder d i e Ta t s a ch e , d a s s Rheinisch die einzige Sprache der Welt ist, die dem Latein so blutsverwandt ist, dass sie selbst grammatikalische Hocht r a p e z a k te w i e d i e Relativ-Verschränkung wörtlich und exakt übersetzen kann – immer ist es ein Vergnügen, den Mäandern, in denen Beikircher den Rhein durch s e i n e We l t st r ö m e n lässt, zu folgen. | WR

PREISAUSSCHREIBEN Der RHEINLÄNDER verlost für seine Leser 5 x 2 Eintrittskarten für den Kabarettabend mit Konrad Beikircher am Donnerstag, 10. Juni 2010 im Center Forum am Vorteil-Center in Unkel. Einlass ab 18.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Senden Sie Ihre Adresse bis zum 8. Juni mit dem Vermerk: „Beikircher“ per Brief oder Karte an: Verlag Der Rheinländer, Pützgasse 2, 53572 Unkel oder per E-mail an: info@rheinlaender-magazin. Die Gewinner, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, werden unmittelbar nach der Auslosung benachrichtigt.

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damals!

von Ernst L. Reinirkens

B B litztour litztour nach nach I Italien talien Gemüsehändler Hans Krings aus Unkel fährt 1954 mit Familie und Opel Blitz aus einer Laune heraus nach Italien. 1. Teil

Opel Blitz Pritschenwagen (1952-1960)

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m kleinen Städtchen Unkel am Rhein war Winzerfest. Man schrieb das Jahr 1954; eine Zeit, in der es in Unkel sowohl noch eine M e n ge We i n , a l s a u ch n o ch j e d e M e n ge Touristen gab, die ihn oft mehr als reichlich tranken. Aber nicht nur die Touristen tranken auf dem Winzerfest, sondern auch die Unkeler sprachen in diesen Tagen dem heimischen Erzeugnis munter zu. er Schwof im Festsaal der „Löwenburg“ war auf dem Höhepunkt. Alles tanzte, fast alle hatten dem Gott Bacchus großzügig geopfert, so auch der Kringse Häns, der mit sein e r Fra u A n n i a u s ge l a s s e n d a s Ta n z b e i n schwang. Die Kapelle spielte das Lied: „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein – und Italiens blaues Meer im Sonnenschein laden uns ein, laden uns ein.“ Dieser Schlager traf den Häns an einer empfindlichen Stelle, nämlich seiner Begeisterung für Italien, wo er im Krieg gewesen war. Ganz spontan sagte er zu seiner Frau: „Anni, wir fahren nach Italien – nächste Woche geht es los.“

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Zu Italiens blauem Meer ie Anni nahm die Worte ihres, ja doch schon ein wenig angeheiterten Mannes, erst gar nicht ernst, aber der Kringse Häns fuhr fort: „Wir fahren mit unserem neuen Opel Blitz, mit dem ,Blitz‘ kann man überall hinfahren, das weiß ich aus dem Krieg.“ Er sagte dies so laut, dass es über die halbe Tanzfläche zu hören war. Der Paul Berends, auch nicht mehr ganz nüchtern, hatte die Worte ebenfalls gehört und rief begeistert: „Häns, da fahr ich mit!“ Mit dem Tanzen war es nun vorbei, bald saß man am Tisch, trank nur noch mäßig und schmiedete Reisepläne bis in den frühen Morgen.

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Die Reise nimmt Form an m nächsten Tag saß das Ehepaar Krings am Frühstückstisch. Die Anni schenkte den Kaffee ein, und der Hans hatte zum leichten Erschrecken seiner Frau schon die Landkarte aufgefaltet. Es war ihm also durchaus ernst mit der Italienreise. Der Hans Krings hatte in Unkel ein Gemüsegeschäft. Um das regelmäßig mit frischer Ware zu versorgen, hatte er einen Lastwagen angeschafft, mit dem er zum Erzeugergroßmarkt nach Bonn fahren konnte. Mit diesem Lastwagen machte der Häns überdies verschiedene Transporte und er versah auch noch einen wichtigen kommunalen Dienst, der schöne neue „Barock-Blitz“ diente der Müllabfuhr.

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damals! urz und gut, noch beim Fr ü h st ü ck n a h m d e r P l a n z u r I t a l i e n r e i s e fe ste Formen an, bis zum Vesuv und auch noch auf die Insel Capri sollte der Blitz das Paar bringen. Zuvor allerdings gab es noch viel zu tun. Es mussten Formalitäten erledigt werden, damals war für eine Fahrt ins Ausland zum Beispiel noch ein s o ge n a n n te s „ Tr i p t i c “ vo n Nöten. Und, was am wichtigsten war, der LKW musste reisefertig gemacht werden. Der robuste Sechs-Zylinder-Motor des Opel-Blitz lief sowohl mit Benzin als auch mit Gas. Gas war, wie noch heute, erheblich billiger als der schon damals recht teure Sprit. Hans Krings b e s o rg te a l s o s e ch s g r o ß e Flaschen Gas für die Reise, nur bei langen Steigungen und in den Bergen sollte der Blitz auf Benzin umgestellt werden. ie Ladef läche, die ja auch dem Mülltransport diente, wurde peinlich sauber geschrubbt und anschließend darauf ein Brett geschraubt, über das ein kleines Zelt vom Typ „Dackelgarage“ gezurrt wurde. Als das eigenwillige Wohnmobil fertig war, wurde es ausgerüstet. Aus Kostengründen musste alles mitgenommen werden. Man hatte ja s ch l i e ß l i ch e i n G e m ü s e geschäft, also lud der Häns Kartoffeln, Obst und Gemüse, Ko n s e r ve n u n d e i n e n l e i s -

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tungsstarken Gaskocher auf sein Fahrzeug. Bald stand der Abfahrt nichts mehr im Wege. A l l e r d i n g s wa r d e r Pa u l Berends nicht mehr bereit, an der Italien-Expedition teilzunehmen, er hatte das Ganze für eine Schnapsidee gehalten. Aber Anni und Hans hatten s ch l i e ß l i ch e i n e n k l e i n e n Sohn, den Ernst und der freute sich riesig, dass nun er mitfahren durfte. s war ein goldener Oktobertag, als die Familie Krings in den sonnigen Süden aufbrach. Am Anfang ging die Fahrt über die Autobahn, aber d a n n ka m n u r n o ch L a n d st r a ß e . D e r S e ch s z y l i n d e r brummte munter vor sich hin, und seine Insassen waren in b e ste r St i m m u n g . B i s z u m Bodensee, nach Meersburg, ging es am ersten Tag der Tour. Für die erste Nacht der großen Reise gönnte man sich noch einmal echten Luxus und stieg i n e i n e m g u t b ü rge r l i ch e n Gasthaus ab.

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Von Gas auf Benzin und zurück m n ä ch ste n M o rge n ging es dann weiter in die nahe Schweiz. Dass die schweizerischen Zollbeamten recht erstaunt über die merkw ü r d i ge F u h r e wa r e n , i st leicht nachzuvollziehen. Über enge, aber gepflegte Straßen steuerte der Kringse Häns sei-

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nen Blitz nun weiter in die Berge, stets in Richtung SanktGotthard-Pass. In immer kürzeren Abständen musste er vom billigen Gas auf Benzin umschalten. Schon bald fuhr man an den ersten Fahrzeugen vorbei, die mit offener Motorhaube und dampfendem Kühler am Straßenrand standen. Ab Wassen wurde die Strecke noch steiler, der Anstieg zum Pass begann. Der Opel musste sich in engen Serpentinen zum Gott hard empor schrauben, i m m e r w i e d e r vo r b e i a n liegengebliebenen Autos, die dampfend am Wegesrand eine Zwangspause einlegen mussten. n d l i ch wa r d e r Pa s s bewältigt und der Häns konnte erleichtert wieder auf das leistungsschwächere Gas umschalten. Bergab ging die Fahrt, bergab in den Sommer. Es wurde zusehends wärmer, und der kleine Ernst war tief beeindruckt. Die kahle Passhöhe hatte den Jungen eher ge ä n g st i g t , a b e r d e r n u n immer deutlichere Klimawechsel begeisterte ihn. „Mama, Papa, sind wir schon da? – Schon da in Italien?“, fragte er ausgelassen, wobei er seine Hand aus dem Seitenfenster in die laue Luft streckte.

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Teil 2 im nächsten Heft: Capri, Vesuv und ein Unfall auf der Rückreise


aromatisch! von Cäcilia Frings-Ruland

Im Namen der Rose Ich bin eine Rose, eine Königin. Ich bin schön. Wunderschön. Ich bin anmutige Schönheit, wohl wissend, dass nur wenige neben mir bestehen; ich kenne der Gefühle Makel und Dornen, doch ich bin erlöst vom Wettstreit, vom Besser-Sein-Wollen. Neid, Eifersucht, Ich-Sucht, jegliche Sucht ist mir fremd. Ich bin einfach schön, werde darum geliebt, und so gebe ich mich denn dem hin, der mich liebt, und verströme mich. Völlige Hingabe, überströmende Liebe, Sich-Sehnen, das von tief innen kommt und keinen Widerstand mehr kennt; so möchte ich die Seele umschmeicheln, ihre Schatten erleuchten durch die wunderbare, nie vorhersehbare Wirkung der Liebe. Von der wundervollen Heilwirkung der Rose haben wir schon ausführlich berichtet, doch immer wieder fasziniert sie uns aufs Neue. Wie auch diese schöne Poesie von Jürgen Trott-Tschepe aus seinem Buch „AromakundeKunst der Wahrnehmung 1”, welches im Aroma Atelier in Linz erhältlich ist.

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damals!

Aussöhnung und Vertrauensbildung von Michael Klein

Fotos: Deutsch-Britische-Gesellschaft

Vor 60 Jahren wurde die Königswinter-Konferenz für deutsch-britische Konsultationen ins Leben gerufen und erwarb sich bald einen weltweiten Ruf

Königswinter Konferenz 1952: Ray Jenkins, Robert Birley, Lilo Milchsack und Emil Lehnartz

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m Jahre 1950 tagten in Königswinter zum ersten Mal britische und deutsche Gewerkschafter und sozial tätige Menschen, die sich über die gemeinsamen Probleme in der Arbeitsund Sozialpolitik in ihren jeweiligen Ländern b e r i e te n . Nu r we n i ge Jahre nach dem Krieg war dies ungewöhnlich und besonders bedeutsam für die junge Bundesrepublik. Denn Deutschland lebte vordem nahezu anderthalb Jahrzehnte in völliger Isolation zum Ausland, besonders zu Kriegsgegner England. Wie sollte hier jemals wieder Vertrauen zu den Deutschen entstehen?

emerkenswert auch, dass die Gespräche auf nahezu privater Initiative eines Düsseldorfer Freundeskreises um Lilo Milchsack und einem Mitarbeiter der englischen Militärregierung, Prof. Sir Robert Birley, erfolgte. Dieser Kreis hatte ein Jahr zuvor die DeutschE n gl i s ch e - G e s e l l s ch a f t gegründet. ls Ta g u n g s o rt wählte man mit B e d a ch t d a s Ad a m - Ste ge r wa l d - H a u s , e i n Tagungszentrum der christlichen Gewerkschaften in Königswinter. Diese Einrichtung wurde zu dieser Zeit vom Vorsitzenden der CDASozialausschüsse und Bundesarbeitsminister

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Kann man den Deutschen vertrauen?

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Jakob Kaiser und seiner Mitarbeiterin Mina Amann geleitet. Beide gehörten einem Kreis freier Gewerkschafter an, die in Berlin aktiv Widerstand gegen Nazideutschland geleistet hatten. Viele ihrer Mitstreiter waren hingerichtet worden. uch darf davon ausgegangen werden, dass die Nähe zum Sitz der Hohen Kommissare auf dem Königswinterer Petersberg beabsichtigt war. Durch das Besatzungsstatut war die Bundesrepublik bis 1955 nur begrenzt souverän, die Alliierten nahmen eine Reihe von Vo r b e h a l t s r e ch te n wa h r, b e s o n d e r s a b e r Großbritannien räumte der Bundesrepublik das „größtmögliche Maß an Selbstregierung“ ein. Auch dies wurde von den Teilnehmern der ersten Konferenz erörtert.

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Arbeitsatmosphäre in Königswinter ie beiden ersten Treffen fanden in den großen Tageszeitungen beider Länder eine breite Resonanz, da man sich 1951 dort auch mit der Verantwortung der Presse in der Demokratie beschäftigte. Die Londener Times berichtet auf der Titelseite über die „Königswinter-Conference“, man sprach später sogar vom „Anglo-German Parliament “.

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Konferenzort: Adam-Stegerwald-Haus


damals! der Teilnehmer miteinn den Folgejahren ander, man kannte sich 1952 bis 1975 fand und konnte Vertrauen die Konferenz jährlich zueinander haben. Dies in Königswinter statt, ge s ch a h a l l e s u n te r d a n a ch a b we ch s e l n d Ausschluss der Öffenta u ch i n G r o ß b r i t a n l i ch ke i t , d i e P r e s s e nien. Die Themen wurd u rf te e r st anden sehr bald politisch. schließend berichten. Unter den Teilnehmern Abends in den kleinen waren immer bedeutenWein- und Bierstuben de Parlamentarier und des Ortes wurde dann spätere Staatsmänner. Ta ch e l e s ge r e d e t , e s Au f b r i t i s ch e r S e i te wurden Freundschaften führende Politiker wie geschlossen und InitiaRoy Jenkins und Shirley tiven vorbereitet. ManWilliams, der spätere che Spannungen und Premier Edward Heath Meinungsverschiedenund Douglas Hurd. Auf heiten zwischen Deutschdeutscher Seite finden land und Großbritansich in den Teilnehmernien wären wohl sehr l i ste n Na m e n wie v i e l h ä rte r i n d e r R i ch a r d vo n We i z Ö f fe n t l i ch ke i t d i s k u säcker, Helmut Schmidt, tiert worden, wenn sie Kurt Biedenkopf und nicht schon vorher in Schlussprotokoll von 1951 Marion von Dönhof f. Königswinter in gegenAu f h ö ch ste r E b e n e seitiger Achtung und w u r d e n ge m e i n s a m e Vertrauen diskutiert worden wären.“ Ergebnisse über die Montanpolitik in Stahl und as Geschick Lilo Milchsacks bei der Kohle, oder auch zu Fragen des Fischfangs der Durchführung dieser bilateralen Veranbeiden Nordseeanrainer erzielt. Auch außenstaltung wie auch bei und sicherheitspolitider Auswahl der Gäste, sche Themen wurden aus Politik, Wirtschaft nicht ausgespart. Dies und Kultur war unnachi st vo r d e m H i n te r ahmlich. Zumal in den frühen 1950er Jahren grund, dass es bis 1957 keine Europäische noch manches improvisiert werden musste. Für Wirtschaftsgemeinschaft gab und Deutschland ihre Leistung wurde sie von der englischen bis 1955 nicht der NATO angehörte, umso Königin Elisabeth zum „Commander“ des bemerkenswerter. arl Günther von Hase, der langjährige Ordens von St. Michael and St. George ernannt, d e u t s ch e B o t s ch a f te r i n L o n d o n , der dem Titel „Sir“ bei Männern entspricht. Sie beschrieb die Atmosphäre einmal so: „Das war die erste Nichtengländerin, der diese Besondere war der freie und liberale Umgang Ehrung zuteil wurde.

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Außen- und Sicherheitspolitik

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Sir Robert Birley und Marion Gräfin von Dönhoff n Königswinter erfreute man sich fortan einmal jährlich seiner englischen Gäste. M a n e r ka n n te S i e a n e i n i ge n Ta ge n i m Königswinterer Stadtbild und wusste, dass wieder Deutsch-Englische-Gespräche stattfanden. Denn plötzlich wurde Englisch auf der Straße diskutiert und Männer mit typischen Bowlern, Trenchcoats und Aktentaschen bevölkerten die Hauptstraße ebenso wie die interessanten britischen Autos der in großer Zahl erschienen englischen Kommentatoren.

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i e h e u t i ge D e u t s ch - B r i t i s ch e - G e s e l l schaft ist in zahlreichen deutschen Städten wie Bonn, Köln und Düsseldorf tätig. Hauptsitz der G e s e l l s ch a f t i st s e i t 19 9 9 Berlin. Es finden regelmäßige Ku l t u r ve ra n st a l t u n ge n st a t t , ebenso Wirtschaftsgespräche und Seminare. Im September dieses Jahres findet in London eine Feier zum 60. Jubiläum der Königswinter- Konferenz statt.

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unterwegs!

Dreiklösterblick

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om Wanderweg oberhalb von Hausen nach Niederbreitbach hat man einen wunderbaren Blick auf das Wiedtal und gleich drei Klöster vor Augen. Links zu sehen im Ort Hausen das St. Antoniushaus der Franziskaner vom Heiligen Kreuz und die Klosterkirche von 1906. Oben auf dem Felsen thront das Mutterhaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, das „Marienhaus“ mit der Mutterhaus-Kirche von 1887, rechts oben im Bild schließlich die Antoniuskapelle und das Antoniushaus mit angeschlossenen Kliniken.

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unternehmen!

Blubberspaß im Badezimmer

von Hans Ziegler

Die Technikschmiede „sanibay“ aus Bad Hönningen stellt maßgeschneiderte Whirlpools her

Georg Ilsanker und Ulrich Walsdorf lassen es sprudeln

i e e r ste n W h i r l p o o l s ka m e n vo r e t wa 3 0 Jahren auf den Markt, inzwischen finden sich in fast jedem Hallenbad Po o l s , i n d e n e n d a s Wasser sprudelt und blubbert. In deutschen Eigenheimen ist der Whirlpool allerdings noch ein Exot; nur etwa drei Prozent aller Privathaushalte verfügen nach Branchenschätzung über diese Komforttechnik. Die Tendenz ist allerd i n g s d e u t l i ch ste i ge n d . Grund: Die Pools sind inzwischen bezahlbar geworden, zudem verstehen immer mehr Deutsche das eigene Badezimmer als Wellnessbereich.

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as Unternehmen „sanibay“, mit einer umfangreichen Whirlpoolausstellung

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Hersteller – auf maßgeschneiderte Whirlpools spezialisiert. Die beiden Geschäf tsleiter, U l r i ch Wa l s d o rf u n d Georg Ilsanker, die den Betrieb inzwischen im achten Jahr führen, liefern Whirlpools exakt so, wie e s d i e Ku n d e n w ü n s ch e n . Ilsanker: „Wir bieten Pools in

Oberstes Gebot: solide Technik

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ansässig in der Bad Hönninger Sprudel(!)straße, hat sich – anders als das Gros der


der Wanne installiert wird. „Wir verwenden zum Beispiel nur verschraubbare Metalldüsen“, so Walsdorf, „Kunststoffdüsen zum Einklicken gibt es zwar auch, die sind aber nicht so stabil und außerdem lassen sie sich nur schlecht reinigen. Wir verbauen deshalb nur solide und pflegeleichte Metalldüsen mit Gewinde“, erläutert der Ingenieur. o gut die Technik auch i st , ga n z vo r Ü b e rr a schungen gefeit ist der ,sanibay’-Kunde allerdings dennoch n i ch t . D a s b e l e g t d i e G e schichte einer Familie aus Frankfurt. Das Ehepaar mit zwei Kindern meldete sich kurz nach dem Kauf eines Po o l s w i e d e r b e i d e m B a d Hönninger Unternehmen. Mit dem Whirlpool sei man ja sehr zufrieden, aber kürzlich habe die Mutter die Badezimmertür geöffnet und ihr sei ein riesige r S ch a u m b e rg e n t ge ge n gequollen. Des Rätsels Lösung: Die Kinder hatten jede Menge Badezusatz ins Wasser gegossen und dann das Luftsystem auf Maximalkraft gestellt.

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a l l e n Fo rm e n , r u n d , ova l , rechteckig, sechs- oder achteckig; die Wannen werden je nach Kundenwunsch ausgestattet mit Wassermassageu n d Lu f t s yste m e n . “ „ Z u r Ausstattung“, ergänzt Ulrich Walsdorf, „gehört in der Regel auch ein Unterwasserscheinwerfer, noch häufiger wählen unsere Kunden einen Farbl i ch t we ch s l e r. D i e s e Au s leuchtung der Wanne in wechselnden Farben regt die Sinne zusätzlich an.“ amit sich aus Wannenform und Ausstattung tatsächlich die maßgeschneiderte Lösung ergibt, bittet ,sanibay’ jeden Kunden zum Einsteigen in den - dann natürlich trockenen und leeren Pool. G e o rg I l s a n ke r g r e i f t z u m Filzstift und markiert, wo im Po o l d i e D ü s e n f ü r d a s

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Wassermassagesystem installiert werden, wo die angewärmten Luftblasen aufsteigen sollen, die das Bad so angenehm prickeln lassen und wo d a s B e d i e n fe l d a n ge b r a ch t wird, das eine Regulierung der Whirlsysteme per Tastendruck ermöglicht. enn nach der Trockenprobe im Pool und vielen Filzstiftmarkierungen die Fragen geklärt sind, geht es von der Planung zur Umsetzung. Die Acrylwannen werden an den vereinbarten Stellen aufgebohrt. Unter der Wanne werden dann Gebläse und Pumpe installiert, die Komponenten also, die das Wasser erst sprudeln und blubbern lassen. Solide Technik ist für sanibay dabei oberstes Gebot. Das gilt nicht nur für das, was unter, sondern auch in

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INFO sanibay GmbH Sprudelstr. 5 53557 Bad Hönningen Tel: 02635-9229118 www. whirlpool-wanne.de


besichtigt!

Bewahrer von Ortsgeschichte und Tradition Der Rheinbreitbacher Heimatverein ist stolz auf sein „Museum für Alltagsgeschichte“ und richtet am 6. Juni das alljährliche Museumsfest aus nde der 90er Jahre konnte der Heimatverein im alten Ortskern, direkt an der Hauptstraße, von der Gemeinde Rheinbreitbach historische Gebäude pachten, um die Idee eines Heimatmuseums umzusetzen. Das Haupthaus, zur Hofseite hin als Fachwerkbau sichtbar, stammt aus der Zeit um 1650, ein Anbau von ca. 1750. eitdem sind nach und nach die alten Häuser, Gewölbekeller, Anbauten und der Hof in Eigenleistung renoviert und liebevoll eingerichtet worden. Wenn Bernd Hamacher, Erster Vorsitzender des Heimatvereins, die Fotos von der Renovierung zeigt, ist er mehr als zufrieden mit dem Geleisteten: „Die Gebäude waren in einem schlechten Zustand, ohne Heizung, feucht und arg heruntergekommen.“ Nachdem in der ersten Zeit zunächst ein Zimmer mit einer a l te n S ch u ste r- u n d Schneiderwerkstatt eingerichtet war, kamen in d e n l e t z te n J a h r e n i m m e r m e h r Au s ste l l u n g s r ä u m e h i n z u : Bibliothek und Blauer Salon im Eingangsbereich, Schul- und Kinderzimmer, Küche, gute Stube und ein Bergmannszimmer sind im Obergeschoss zu bewundern. Alle eingerichtet mit originalen Gegenständen aus der Rhein-

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Relikte aus der Zeit des Bergbaus breitbacher Heimatgeschichte. „Wir wollen hier zeigen, wie unsere Vorfahren vor mehr als hund e rt J a h r e n ge l e b t haben, die Erinnerung an sie und ihre Zeit wach halten und die örtl i ch e n Tra d i t i o n e n b ewa h r e n “ , e r k l ä rt Hamacher den Zweck des Museums und weist auf einige Besonderheiten hin: „Unser ältestes Stück ist eine gusseiserne Kaminplatte aus dem Jahr 1585“ , zu sehen in der Bibliothek, die man auch zu Studienzwecken über Rheinbreitbacher

Foto: Heimatverein

Bibliothek und Blauer Salon

Unterrichtsstunde wie anno dazumal

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Wandgemälde im Hof des Heimatmuseums

Themen aufsuchen kann. „Im Kinderzimmer zeigen Kölner Decken von einem gewissen Wohlstand der Erbauer dieses Hauses“. Die Deckenbalken sind verputzt und an der wandseitigen Ende mit Stuckfiguren verziert. „Die Möbel der guten Stube stammen aus der Zeit von 1860 bis 1880 und in der Küche sieht man eine Maschine zur Herstellung von Wurst, mit der eine Katharina Frings zu Hausschlachtungen herumgereist ist.“ Reichhaltig bestückt ist das Bergmannszimmer mit Werkzeugen, Steinen und Erinnerungsstücken an die Bergleute, die in einem weit verzweigten Netz von Stollen rund um den Virneberg in bis zu 350 Meter unter der Erde nach Kupfererz gruben. eben dem Bergbau war der Weinbau eine der wichtigsten Einnahmequellen der alten Breitbacher. Daran erinnert ein großer G ew ö l b e ke l l e r, d e r vo m Ve r e i n a u ch f ü r Weinverkostungen genutzt wird. Weiterer Höhepunkt auf dem Gelände ist seit Ende letzten Jahres ein über 100 Quadratmeter großes Wandgemälde, was den Ort um das Jahr 1900 von Süden mit Blick auf das Siebengebirge zeigt. In

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achtmonatiger Arbeit haben dieses Werk die Vereinsmitglieder Hermann Neunkirchen und Franz Weiler geschaffen. uch beim Museumsfest am 6. Juni wird die Wandmalerei wieder im Mittelpunkt des Interesses stehen. Daneben sind an Programmpunkten geplant: Oldtimerausstellung, Kleintiershow, Kinderrallye, Ausstellung mit Werken Rheinbreitbacher Künstler, Auftritt der Burgbläser und des Männergesangvereins. | WR

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Ungeheuerliches aus der Tiefe

Marketingkoordinatorin Kathrin Liepert mit Riesenassel

Im Königswinterer Sea Life, das nun seit fünf Jahren besteht, bietet eine neue Sonderausstellung weitere Attraktionen – Der RHEINLÄNDER verlost 10 x 2 Eintrittkarten für die Unterwasser-Schau

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e b e n d e r b i s h e r i ge n P r ä s e n t a t i o n d e r We l t u n te r Wa s s e r, i n d e m Bachläufe, das Flussbett des Rheins, das Königreich der M e e r j u n g f ra u e n , Ka p i t ä n Nemos Forschungsstation und d a s Un i ve r s u m d e r Ozeane und Tiefsee zu bewundern sind, können die Besucher nun zusätzlich „Ungeheuer unter Wasser“ bestaunen. Zu denen gehören sicher auch die bereits vorhandenen schaurigen Seewölfe, die auf Fischmärkten ohne Kopf angeboten werden, um keine Käufer zu verschrecken. Für die Sonderschau wurde nun aber zum ersten Mal seit

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der Eröffnung des Großa q u a r i u m s vo r k n a p p f ü n f J a h r e n e i n e n e u e Au s ste l lungsfläche für weitere grusel i ge Un te r wa s s e r b ewo h n e r geschaffen. Da sind Riesena s s e l n z u s e h e n , d i e a u ch

Gänsehaut garantiert einem Horrorfilm entsprungen sein könnten. Sie leben in Fr e i h e i t i n At l a n t i k u n d Pazifik und sind Allesfresser – so sehen sie auch aus! Schon dem Na m e n n a ch ein Ungeheuer ist der Axolotl – in d e r a t z te k i s ch e n S p r a ch e m e i n t d a s : Wa s s e rm o n ste r.

Dieses urtümliche Viech exist i e rt s e i t 3 5 0 M i l l i o n e n Jahren auf der Erde und war damit schon Zeitgenosse der Dinosaurier. Es verbringt sein ga n z e s L e b e n i m L a r ve n st a d i u m , vo rn e h m l i ch i n e i n e m m e x i ka n i s ch e n S e e . A l e xa n d e r vo n Humboldt brachte 1804 z we i E xe mp l a r e n a ch E u r o p a , d i e a l s e xo t i s ch e Kuriositäten im Pariser Naturkundemuseum gezeigt wurd e n . I m n ä ch ste n B e cke n erschreckt die Drachenmoräne den Betrachter. Das furchtbare Maul ist jedoch nur geöffnet, um zu atmen. Aber der Besucher tritt unvermittelt einen


einem Fischschwarm umringt und wie aufgedreht beginnen die auf den ersten Blick völlig unscheinbaren Tiere systematisch über die Haut zu gleiten und Hautreste abzuknabbern. D e r n a ch d e r t ü r k i s ch e n Region Kangal benannte Fisch ist seit vielen Jahrhunderten als Wunderheiler bekannt und wird auch hierzulande zur Behandlung von Patienten mit Hautkrankheiten wie Neurodermitis eingesetzt. Für Besucher des Sea Life Königswinter ist die Probebehandlung jedoch gänzlich kostenlos. | WR

Der RHEINLÄNDER verlost 10 x 2 Eintrittskarten für einen einmaligen Besuch im Seal Life Königswinter. Die Karten sind zeitlich unbegrenzt gültig. Teilen Sie uns Ihre Adresse per Brief Karte oder E-mail mit dem Vermerk „Sea Life“ bis zum 30 Juni mit. Die Gewinner werden sofort benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausge s ch l o s s e n . Ve r l a g D e r Rheinländer, Pützgasse 2, 53572 Unkel, info@rheinlaender-magazin.de

Fotos: SeaLife

Schritt zurück, wenn er das unheimliche Tier in seinem Versteck entdeckt hat. Die japanischen Riesenkrabben benötigen etwas mehr Platz und ein größeres Becken. Von Beinspitze zu Beinspitze messen die Meeresbewohner zwei Meter, sie können aber noch größer werden. Sie bewegen sich wie die außerirdischen Monsterkrakenmaschinen, die in den fünfziger Jahren die Science-Fiction-Filme bevölkerten. Rote Piranhas, denen ein blutrünstiger Ruf vorauseilt, dürfen in der Schau natürlich nicht fehlen. Dabei sind sie in der Regel Aasfresser, allerdings stimmt es, dass sie i n s e k u n d e n s ch n e l l e i h r e Beute vertilgen. Bei all diesen „Ungeheuern“ ist Gänsehaut in der neuen Ausstellung garant i e rt – d a n e b e n w i r d d e m Betrachter aber auch höchster Respekt vor den Geschöpfen der Flüsse und Meere, die uns nicht so vertraut sind, abverlangt. ieblich dagegen sind die Knabberfische, ebenfalls neue Bewohner der aquaristis ch e n S ch a u . Ne b e n d e m B e r ü h r u n g s b e cke n , i n d e m m a n a u ch S e e ste rn e u n d St r a n d k r a b b e n st r e i ch e l n kann, darf sich der Besucher mittels Kangalfischen einem Hautpeeling u n te r z i e h e n . Kaum steckt eine Hand im Wasser, wird diese gleich von

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damals!

von Peter Stang

.. Bootstaufe in Rhondorf

Zu einer festlichen Veranstaltung besonderen Ranges trafen sich am 22. April 1908 viele Festgäste in Rhöndorf am Rhein. Es galt zwei neue Boote der Rhöndorfer MotorbooteGesellschaft und der Königswinterer Lokalschifffahrts-Gesellschaft zu taufen.

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ie Boote hatte man am 10. Oktober 1907 a u f d e r S ch i f fs we rf t W. B o d ewe s i n Martenshoek/ Holland auf Kiel gelegt. Am 10. April 1908 waren sie fertiggestellt und wurden vier Tage später auf die 500 Kilometer lange Reise über Nordsee und Rhein nach Rhöndorf zur Auslieferung geschickt. Angetrieben von ihren elektromagnetisch gezündeten Daimler-Motoren, die eine Leistung von 17,3 PS hatten, gelangten sie pünktlich an ihrem Zielort an. Die Motoren konnten Benzin bzw. Benzol verarbeiten und verbrannten in der

Stunde ca. 5 Liter Treibstoff bei 800 Umdrehungen. Der Tank hatte ein Fassungsvermögen von 60 Litern. Rheinaufwärts reichten die Pferdestärken für eine G e s ch w i n d i g ke i t vo n 10 km/h, rheinabwärts kam man auf 25 km/h. Die Schiffe wurden aus drei bis fünf Millimeter starkem Siemens-Martinstahl gefertigt. Ihre Gesamtlänge betrug 17,60 Meter, sie waren 2,75 Meter breit und hatten einen mittleren Tiefgang von 0,80 Meter bei einer Mittschiffshöhe von 1,30 Meter bis zum Gangbord. Bei einem Eigengewicht von 8 Tonnen konnten sie eine

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.. vor uber 100 Jahren Zuladung von 20 Tonnen aufnehmen. Eine Personenzuladung von 70 bis 75 Personen war zulässig. Ausgestattet waren die Schiffe durch sauber und gediegen verarbeitetes Eichenholz, das keinen großen Prunk aufwies, sondern zweckmäßig war. ei der Tauffeier sprach der Vorsitzende der Rhöndorfer Motorboot – Gesellschaft, August Müller, einige Grußworte bevor man zur Schiffstaufe schritt. Die Taufnamen sollten „Luna“ und „Cosse“ sein und als Taufpatin stand Fräulein Ella Fehring bereit. „Luna“ bekam ihren Namen von der Schutzgöttin und Spenderin des fruchtbringenden Taues und der Liebe. Der Name „Cosse“ entstammte einer d a m a l i g b e ka n n te n S e k t ke l l e r e i . Fr ä u l e i n Fehring taufte das Schiff mit den Worten: „Dich tauf ich ,Cosse’. Wie ich freudig die Flasche

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Cosse-Sekt an deinem schlanken Leib zerschelle, so ziehe froh in die Weite, trage nur muntere fidele Gesellschaften, mache der Firma und dir Ehre und kehre stets heil und gewinnbringend zu den heimischen Gestaden zurück.“ Der Sekt spritzte hoch auf am Bug des Schiffes und in das Hoch stimmten alle Anwesenden begeistert ein. Nachdem man die von der Sektkellerei gestifteten Sektflaschen ausgiebig genossen hatte, begab man sich auf die neuen M o to r b o o te u n d u n te rn a h m d i e Jungfernfahrt nach Linz bei Kaffee und Kuchen. Bei der Rückkehr um 19 Uhr wurden die Festgäste durch Böllerschüsse vom Besitzer des „Hotel Traube“ begrüßt. Man begab sich zum „Hotel Drachenfels“, wo Hotelier Max Schiffer für alle Festgäste erlesene Speisen und Getränke besorgt hatte. Bei so manchem Vortrag und beim Klavierspiel von Weingutbesitzer Karl Bro¨e l ließ man d e n s ch ö n e n Ta g a u s k l i n ge n . Vi e l e Jahre versahen die Boote ihren Dienst b e i Ve rg n ü g u n g s fa h rte n o d e r a l s Fährschiffe, um auf die andere Rheins e i te z u ko m m e n . Wa n n s i e a u ß e r Dienst gestellt wurden ist leider nicht belegt.

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Ansichtskarten von der Rhöndorfer Anlegestelle

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Der Traum vom Töpfern von Bernd Zimmermann

Beate Sieberz aus Linz machte aus der Not Werkstatt, finden sich Auszüge eines Konzepteine Tugend: Als sie arbeitslos wurde, eröffpapiers, das den Werdegang der Arbeit dokunete sie „Das Töpferlädchen“ in der Linzer mentiert. Ganz offenbar steckt neben der HandRheinstraße. Dort sitzt sie im Schaufenster arbeit auch eine Menge Kopfarbeit in der und lässt sich beim Töpfern auf die Finger Herstellung von Keramikprodukten. schauen. as ist so sehenswert wie die Keram i ke n , d i e s i e verkauft, und so lehrreich wie die Kurse, die sie anbietet. ch bin Kunsthandwerkerin und keine Künstlerin“, antwortet Beate Sieberz in aller Bescheidenheit auf die Frage, warum sie ihr Geschäft einfach „Töpferlädchen“ und nicht etwa „Galerie“ nennt. Die Frage liegt nahe, denn die künstl e r i s ch e Qualität ihrer Produkte fällt selbst dem auf, der von Design nicht viel versteht und Töpfern eher für eine abgehobene Fr e i z e i t b e schäftigung hält. Da stehen Keramikprod u k te i m Re ga l , d e r e n Fo rm e n u n d Farben zweifelsfrei auf die Kreativität eines K ü n st l e r s Das Töpferlädchen in der historischen Rheinstraße s ch l i e ß e n lassen. We n i g ste n s l ä s st eate Sieberz töpfert mit Lust und Liebe: Sieberz den Anspruch auf Professionalität gel„Das war immer mein Traum, den ich erst ten: „Ich habe Keramik-Design an der Fachhochjetzt verwirklicht habe. Als ich vor zwei Jahren schule in Krefeld studiert. Meine Diplomarbeit dann mit fast 50 arbeitslos wurde, war der hängt im Erpeler Rathaus an der Wand.“ Das Zeitpunkt gekommen, mir mit Ku n st we r k , p a r d o n , Ku n st meinem Diplom eine neue handwerksrelief hatte sie der Existenz aufzubauen.“ Heute Gemeinde als Geschenk verve r ka u f t sie ge t ö p fe rte macht, als sie dort noch wohnGebrauchsgegenstände, wie Vasen, Geschirr, te. Es spiegelt die Farben des Rheintals mit seiÖllampen und Dosen, oder Accessoires für die nem Fluss, seinem Ufer, seinen Wäldern und Wohnungseinrichtung, zum Beispiel Spiegeldem Himmel wider. Im Töpferlädchen, ihrer

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Mit Lust und Liebe

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rahmen, Kacheln, Gartenplastiken und Dekokeramiken. Und da sie immer Wert legt auf die Unverwechselbarkeit ihrer Produkte, bringt sie die Töpferscheibe auch auf Bestellung in Schwung: „Ich fertige individuell nach Ihren Wünschen und Vorstellungen.“ Dabei arbeitet sie mit Westerwälder Steinzeugton und selbst entwickelten Glasuren. Eisen-, Kupfer- und Kobaltoxid liefern dazu die Farben braun, grün und blau. Trotz der uralten Technik sind ihre stets sehr geschmackvollen Erzeugnisse hochmodern: spülmaschinenfest, mikrowellengeeignet, frosthart und lebensmittelecht.

Montierte Gefäßobjekte von Keramik-Designerin Beate Sieberz

eben der Herstellung und dem Verkauf ihrer Töpferkeramik bietet Beate Sieberz auch Einzel- oder Gruppenkurse für Groß und Klein an. So lässt sie alle anderen, die ebenfalls gern kreativ mit Ton gestalten wollen, am Traum vom Töpfern teilhaben. Und zwischen den alten Fachwerkhäusern der Linzer Rheinstraße bleibt ein Jahrhunderte altes Handwerk lebendig.

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Glitzern und Funkeln

Krista Ulmen verwirklichte mit dem eigenen Restaurant „Im Kristalltürmchen“ in Aegidienberg einen lang gehegten Wunsch

D ie Idee vom eigenen Restaurant hatte Krista

von Peter Köster

Stück erzählt quasi seine eigene Geschichte.“ Dazu gehört auch die Theke, die extra für die Ulmen eigentlich so gut wie abgeschrieben. Apsis angefertigt wurde. Und dann ist da noch „Ich fand einfach kein geeignetes Objekt, dass diese auffällige glitzernde Deko, die, fast einem dafür hätte in Frage kommen können“. Als sie so roten Faden gleich, besondere Akzente in dem mit ihrem Schicksal haderte, wurde ihr die gastronomischen Betrieb setzt. „Ich liebe alles, Lösung quasi auf dem Präsentierteller offeriert. was glitzert“, bekennt die Inhaberin. Zum „ Wa r u m b a u st d u d i r n i ch t d e i n e i ge n e s Beweis deutet sie auf Re st a u r a n t ? D e i n die Menükarten hin, G r u n d st ü ck i st s ch l i e ß l i ch groß Jedes Stück erzählt Geschichte d i e m i t k l e i n e n Kristallsteinchen genug!“, lautete die verziert sind. Das setzt sich nahtlos über die familiäre Empfehlung. Und so kam es, wie es Tischnummern fort, die, wie kann es anders kam. Auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal sein, ebenfalls mit Kristallen versehen sind. an der Aegidienberger Straße 96 in Bad HonnefNatürlich dürfen da auch die obligatorischen Aegidienberg entstand – ganz in weiß – das Kristalllüster an der Decke nicht fehlen, die dem Gasthaus „Im Kristalltürmchen“. rista Ulmen, die in Aegidienberg aufGanzen einen besonderen Charme verleihen. wuchs, fand bei der Realisierung ihres er zeigt sich erst recht im Weinkeller. Traums vor allem die Unterstützung ihrer Dieser besteht aus einem Weindepot, das Schwester Illa, die sie nicht nur zum Hausbau d u r ch e i n Ku n st s ch m i e d e g i t te r vo n d e m ermunterte, sondern auch bei der Umsetzung Gastraum abgetrennt ist. Die Gestaltung dieses der einen oder anderen architektonischen Idee st i lvo l l e n I n n e n r a u m s m i t G ew ö l b e d e cke , half. Unverkennbar ist die individuelle Note des Ziegelsteinmauerwerk, Säulen aus der Krypta Kristalltürmchens. „Hier ist nichts aus dem eines alten rheinischen Klosters, einem bleiverKatalog gekauft“, bemerkt Krista Ulmen, „jedes glasten Fenster aus einem Bischofssitz in Unkel

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An der großen Tafel im Weinkeller finden bis zu zwölf Personen Platz. Das Restaurant verfügt darüber hinaus über 50 Plätze im Innenraum und noch einmal 50 Plätze im Au ß e n b e r e i ch , d i e zu Familienfeiern, Gesellschaften und Stammtischen einladen. u einem guten We i n ge h ö rt bekanntlich ein gutes Essen. Dafür zeichnet Kurt Markus J. Prömer verantwortlich. Der aus Kitzbühl stammende Chefkoch verwöhnt die Gäste mit internationaler Küche. Natürlich finden sich auch österreichische Schmankerl auf der Karte. Krista Ulmen lobt den „Tiroler Querschädel“, wie sie ihn scherzhaft nennt. „Er zaubert mit leichter Hand eine bodenständige Küche mit regionalen Produkten.“ Während der Kitzbühler der Küche seinen Stempel aufdrückt, z e i ch n e n n e b e n I n h a b e r i n K r i st a U l m e n , Serviermeister Ralf Schmidt und Ricarda Bonn für den Service „Im Kristalltürmchen“ verantwortlich und bescheren so gemeinsam dem Gast ein besonderes Wohlfühlerlebnis im glitzernden Umfeld.

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und anderen Sammlerstücken geben diesem Raum eine stimmungsvolle und besonders gemütliche Atmosphäre. Das Weinangebot zeigt neben ausgesuchten deutschen und österreichischen Weinen eine Auswahl portugiesischer G ew ä ch s e . H i e r z e i g t s i ch d i e b e s o n d e r e Affinität der Hausherrin zu Portugal und explizit zu Madeira, wo sie sich etliche Male aufhielt.

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Veteranentreffen in Gratzfeld Alle zwei Jahre trifft man im Siebengebirge und im Westerwald an einem sommerlichen Samstagnachmittag auf kleine Gruppen gemütlich dahinrollender Motorradfahrer. Manche sind jung, die meisten reifer, einige stilecht nach dem Baujahr ihrer Maschine gekleidet. Text und Fotos: Bernhard Niemann

Die Chemnitzer Schüttoff von 1929 wurde 1981 mit Liebe und Fachverstand restauriert

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Der Rheinländer · Juni 2010


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ie genießen eine gemeinsame, vom Verein „Veteranen-Freunde Siebengebirge 1983“ organisierte Nachmittagstour, bei welcher es auf G e s ch i ck l i ch ke i t , Wi s s e n u n d d i e Z u ve r lässigkeit der 30 bis 80 Jahre alten Maschinen ankommt. Etwa 200 Freunde aus NordrheinWestfalen, Sachsen, Thüringen, Bayern, dem Schwarzwald, Hessen, und den Niederlanden kommen zu den Veteranentreffen in Gratzfeld bei Eudenbach/Königswinter zusammen. Denn in der Idylle von Wiesen und Wäldern mit guten, ruhigen Landstraßen ringsum der „Sammlerscheune“ des Veteranen-Fachmannes KarlHeinz Bluhm haben die Gratzfelder VeteranenFreunde Besonderes zu bieten.

80 Jahre zuverlässig chon am Freitag reisen die Veteranenfreunde mit Zelten und Wohnwagen an und begutachten Maschinen wie eine DKW von 1938, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hat, noch ältere Opel, Zündapp, NSU, Sachs, Kreidler und BMW mit und ohne Beiwagen. Oder eine von Schüttoff in Chemnitz 1929 gebaute beharrl i ch e B e rg ste i ge r i n : Au s z we i L a n g h u b Zylindern mit zusammen 500 ccm holt sie bei 3000 Umdrehungen 20 PS heraus! Auf 4.500 hochgezogen leistet sie 22 PS, fällt dann jedoch in Ohnmacht. Oder man fachsimpelt über besondere Entwicklungen, wie die einst in der DDR gebaute „Simson“ für Schwerbehinderte: sie lässt sich ohne Füße bedienen, kippt dank zwei-

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traditonell!

er Hinterräder nicht um, bietet Platz für Fahrer, Einkauf und Begleitperson und hat sogar ein Cabrio-Verdeck! Indische Bauern haben sich eine Maschine mit Dieselmotor ausgedacht mit Anschlusskupplung für eine Wasserpumpe und

einen Stromgenerator. Zu manchen Tref fen kommt ein heimisches Fahrrad, das ein Linzer Meister nach dem Krieg in geringer Zahl gebaut hat. Bei genauem Hinsehen entdeckt man unter d e m Tr e t l a ge r d e n w i n z i ge n H a m b u rge r

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WEINHAUS & RESTAURANT Unkel am Rhein

Genießen Sie unseren Rebengarten! Sommermenü am Samstag, 12. Juni 2010 ab 19.00 Uhr Sonja Christ, amtierende Deutsche Weinkönigin, und Gabi Emmerich, Mittelrheinweinkönigin, mit Prinzessinnen werden erwartet näheres auf unserer Homepage – um Anmeldung wird gebeten –

Mai bis Oktober täglich ab 11.00 Uhr geöffnet Mittagstisch · Kaffee und Kuchen Vesperkarte · Abendkarte · gutbürgerliche und feine Küche ganzjährig Außer-Haus-Menü-Service Tanz auf Anfrage möglich Dienstag Ruhetag Familie Lanz · Telefon (0 22 24) 33 15 · Fax (0 22 24) 7 33 62 Lüblingsgasse · 553572 Unkel

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Lohmann-Selbstzünder mit 18 ccm und 0,7 PS; jahrzehntel a n g e r l e i ch te rte n s o l ch e Räder am Berg die Tretarbeit. Das M o t ö r ch e n b r a u ch t Petroleum und Öl, pufft das verbrauchte Öl als Wölkchen aus und erfreut sich dank dieser großzügigen Lebensweise bester Gesundheit.

spräche, Ratschläge, fröhliches Feiern und stets eine Überraschung. 1988 kam GSG G e n e r a l U l r i ch We ge n e r, damals Schirmherr des Treffens, mit seiner Truppe per F l u g z e u g u n d Fa l l s ch i rm absprung an. 2008 knatterte Elvis Presley mit einer blitzenden Harley Davidson seines

In dieser Tracht und mit derselben Maschine brachte sie vor 55 Jahren den Knechten ihr Mittag aufs Feld m Samstagnachmittag geht die Rundfahrt los: Die individuellen Abfahrtszeiten werden genau notiert, denn man startet in kleinen Gruppen mit großen Abständen, um die schöne Strecke zu genießen und unterwegs knifflige, manchmal spaßige Aufgaben zu lösen, z.B. welche Hausnummer, die in der Nähe der Sammlerscheune wohnende Eule hat. Manche Beifahrer filmen die Tour sogar. Wenn Stunden später, nicht zu früh und nicht zu spät, alle Fahrer zurück sind, gibt es im Festzelt S i e ge r e h r u n ge n , Fa ch ge -

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Geburtsjahres 1934 ins Festzelt; wie einst der echte Elvis ließ sich Imitator Jonny Winter aus Kircheib von der Begeiste r u n g s e i n e s ko n ge n i a l e n Publikums mitreißen und sang live bis in die Nacht. um diesjährigen Veteranentreffen in Gratzfeld vom 25. bis zum 27. Juni 2010 hat sich auch die IG Wankelm o to r a n ge m e l d e t ! I n fo s : w w w. ve te r a n e n - f r e u n d e . d e , Tel: 02645-3386

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ausgewählt!sch!

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Veranstaltungen im

17 Uhr

19 Uhr

14 Uhr

Donnerstag, 3. Juni Rheinbreitbach | Obere Burg Vernissage zur Ausstellung mit Bildern von Jamshid Karimi Ausstellung auch Freitag und Samstag, 4. und 5. Juni, 11 bis 18 Uhr Kindermalkurs Samstag 14 bis 18 Uhr Info-Tel: 02224-745129 Freitag, 4. Juni Unkel | Heimatladen, Pützgasse 2 Literarischer Vortrag von Gaby LimbergerKlein und Michael Klein: Von Dichtern, Malern und Regenten Die englischen Rheinreisenden des 19. Jahrhunderts bis zu den Anfängen des modernen Tourismus Eintritt frei Info-Tel: 02224-7796512 Samstag, 12. Juni Bad Honnef-Wülscheid | Wülscheider Str. 35 Wülscheider Backfest bei Marie-Luise Preiß Info-Tel: 02224-80762

ab 15 Uhr

ganztägig

Samstag, 12. Juni Bad Hönningen | Bücherei der Trinitatis Kirchengemeinde, Hauptstr. 52 Jubiläumsfeier: 35 Jahre Ev. Öffentliche Bücherei Lesetheaterstück für Kinder, Literatur und Jazz für Erwachsene und Jugendliche Eintritt frei Info-Tel: 02635/920140 Sonntag, 13. Juni Bad Honnef | Innenstadt Rosenfest City und Geschäfte mit Rosen geschmückt Verkaufsoffener Sonntag mit Tuchmarkt Festumzug ab 12 Uhr

10 Uhr

Rhöndorf Die Winzerinitiative „Gipfelstürmer“ lädt ein zum Wandern und Weingenuss in den Weinbergen rund um den Drachenfels Info: www.gipfelstürmer-mittelrhein.de

13 bis 15.30 Uhr

Bad Honnef | Stadtinformation, Rathausplatz 2-4 Durchs „wilde“ Siebengebirge Eine reizvolle Tour für trittfeste Wanderer durch das Tretschbachtal und auf dem Rheinsteig über die Breiberge, veranstaltet vom KVV - Kur- und VerkehrsVerein Bad Honnef, Beitrag: p 3 Info: Jutta Oberbillig, 02224 - 961 841

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Carl-Loewe-Musiktage Unkel 2010

Immo-News Berater, Wertermittler, Werbefachmann Bei der Vermittlung einer Immobilie erbringt e i n M a k l e r f ü r s e i n e Ku n d e n z a h l r e i ch e D i e n st l e i st u n ge n . F ü r d e n Ve r k ä u fe r d e r Immobilie erstellt er ein Wertgutachten über den Preis, zu dem Haus oder Wohnung verkauft werden sollen. Außerdem kümmert er sich um den Energieausweis, der seit einigen Jahren b e i m Ve r ka u f o d e r d e r Ve rm i e t u n g e i n e r Immobilie vorhanden sein muss. Ein versierter Makler prüft zudem im Grundbuch, ob die Immobilie mit sogenannten Lasten versehen ist. D i e s k ö n n e n b e i s p i e l s we i s e We ge - o d e r Wo h n r e ch te s e i n . F ü r d i e E r ste l l u n g d e r Ve r ka u fs u n te r l a ge n m a ch t d e r Ve rm i t t l e r z u d e m I n n e n - u n d Au ß e n a u f n a h m e n d e s Gebäudes und erstellt oder überarbeitet gegebenenfalls die Grundrisspläne. Mit dem Immobilieninteressenten führt er Besichtigungen durch und berät ihn bei Bedarf über Finanzierungsmöglichkeiten. Zudem kann er über steuerliche Abschreibungen, Denkmalschutzbestimmungen und Förderprogramme für energetische Sanierungen informieren. Vermieter und Mieter können sicher sein, dass ein Makler einen aktuellen Mietvertrag verwendet, wichtig deshalb, weil der Bundesgerichtshof in den zurückliegenden Monaten viele bestehende Schönheitsreparaturklauseln kippte. Ein professioneller Makler schaltet nicht nur in der Tageszeitung Anzeigen, sondern bewirbt die Immobilien auch in verschiedenen Internetportalen. Oftmals braucht der Vermittler die Immobilie nicht umfangreich anpreisen. Denn unter seinen vorgemerkten Interessenten befindet sich jemand, zu dem das Objekt passt. Und wie findet man einen versierten Makler? Ein e r ste r E i n d r u ck ve rm i t te l t d i e Fi rm e n Homepage. Daraus sollte ersichtlich sein, wie lange er am Markt tätig ist, ob er Mitarbeiter hat und wie seine Angebote präsentiert werden.

Freitag, 11. Juni, 19.30 Uhr Ratssaal der Verbandsgemeinde, Linzer Str. 4 Einführungsvortrag von Manfred Walz: Freiligraths Strolchenzeit in Unkel 1839/41 Samstag 12. Juni, 20 Uhr Kirche St. Pantaleon Geistliche Chormusik u. Orgelwerke v. Carl Loewe Sonntag, 13. Juni, 16 Uhr Gemeindezentrum Rheinbreitbach 2. Loewe-Konzert für Kinder Mittwoch, 16. Juni, 19.30 Uhr Palmenhaus im Henkelpark Meisterkonzert – Moderation: K. Beikircher Samstag, 19. Juni, 19.30 Uhr Palmenhaus im Henkelpark Balladenabend – Lieder und Balladen von Carl Loewe nach Texten von Ferdinand Freiligrath Sonntag, 20. Juni, 19. 30 Uhr Palmenhaus im Henkelpark Kammermusikkonzert – romantische Bilder und Naturszenen Weitere Informationen und Vorverkauf: Tel: 02224-6177, 75916, 9602729 und heide.lorenz@t-online.de


ausgewählt! 19 Uhr

10.30 bis 18 Uhr

Ab 14 Uhr

19 bis 23 Uhr

11 Uhr

Sonntag, 13. Juni Rheinbreitbach, | Obere Burg Ludwig van Beethoven – ein musikalisches Porträt Sung-Hee Kim-Wüst (Piano) und Hans Werner Wüst haben ein neues Komponisten-Portrait entworfen – nach Chopin und Schumann nun Beethoven. Die international renommierten Interpreten stellen in Texten und Musik den Klassiker und seine Zeit vor – wieder ein Genuss für Sprach- und Musikliebhaber. Eintritt: p 15 Info-Tel: 02224-745129 Sonntag, 20. Juni Oberscheid | Muß-Hof Heimatfest des Westerwald-Vereins Buchholz e.V. Mit Hunnen, Indianern, der Volkstanzgruppe Linz, einem Schmied, der vorführt wie die legendären Sarazenenklingen geschmiedet werden und Buchholzer Frauen, die zeigen, wie aus geschorener Schafwolle die Wolle zum Stricken entsteht Info-Tel: 02683/7868 Samstag, 26. Juni Bad Honnef | Insel Grafenwerth Open-Air-Festival R(h)einspaziert Mit: Just Pink, Miaomio, SkaGB, Betty True und Queerfälltein Eintritt frei Infos: www.rheinspaziert.de

Samstag, 26. Juni Bad Hönningen | Kristall-Rheinpark-Therme Vollmondschwimmen im nächtlich eleganten Flair mit Edelsteintauchen und speziellen Vollmond-Aufgüssen Sonntag, 27. Juni Bad Hönningen | Rheinanlagen Kurkonzert des Musikvereins 1924 e.V.


Vom Fernsehen in die Politik – von Machern und Macht Vortrag von Friedhelm Ost Dienstag, 8. Juni, 20 Uhr Unkel, Heimatladen, Pützgasse 2 Eintritt frei! Diplom-Volkswirt Friedhelm Ost, Jahrgang 1942, wurde zwischen 1973 und 1985 einem breiten Publikum bekannt als Wirtschaftsredakteur und Fernsehmoderator beim ZDF (WiSo).

Danach wurde er von Helmut Kohl zum Staatssekretär und Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung berufen. Nach 1989 war er wirtschaftspolitischer Berater des Kanzlers und Bundestagsabgeordneter. Der CDU-Politiker und Publizist ist heute freier Berater und in vielen Gremien, Verbänden und Vereinen tätig. Friedhelm Ost ist Träger des Bundesverdienstkreuzes sowie zahlreicher anderer Auszeichnungen und er wurde jüngst mit dem Mérite Européen für seine Verdienste um Europa ausgezeichnet. Friedhelm Ost lebt seit vielen Jahren in Bad Honnef und ist auch hier vielfältig engagiert und karitativ tätig.


ausgewählt! Tipps für die nächste Steuererklärung Teil 5

Einkünfte aus Kapitalvermögen… … im Mittelpunkt die „Anlage KAP 2009“; wen die Abgabepflicht trifft, evtl. auch die Verpflichtung zur Abgabe der sogenannten „Anlage SO 2009“: TIPP 1: Günstigerprüfung In die vollkommen neu gestaltete „Anlage KAP“ tragen Sie dann a l l e Kapitalerträge ein, auch solche aus Aktienveräußerungen, die der Abgeltungssteuer unterlegen haben, wenn ihr persönlicher Steuersatz unter 25 % liegt, also die Maßstabsteuer (Lohn- oder Einkommensteuer 2009). Der Grenzsteuersatz ist für diese Überlegung maßgebend, nicht der Durchschnittssteuersatz. Fragen Sie hier notfalls Ihren Steuerberater oder eine sonst fachkundige Person. Der Eintrag für die Günstigerprüfung erfolgt in der Zeile 4, mit einer „1“ für Ja. Dies trifft in etwa zu bei einem zu versteuernden Einkommen von EUR 15.500 bei Alleinstehenden und in Höhe vo n E U R 31. 0 0 0 b e i Ve r h e i r a te te n . Verschenken Sie also kein Geld, das Ihnen möglicherweise zusteht. TIPP 2: Abgabe der „Anlage KAP“ auf freiwilliger Basis Abgabe immer dann, wenn Sie sich deshalb Geld vom Finanzamt zurückholen wollen, weil Sie keinen oder einen nur zu geringen Fr e i ste l l u n g s a u f t r a g b e i m G e l d i n st i t u t gestellt haben –Alleinstehende bis EUR 801, Verheiratete bis EUR 1.602. Hier tätigen Sie nun Ihre Eintragungen in der Zeile 5 der neu gestalteten „Anlage KAP“ mit einer „1“ für Ja, aber dann auch in Zeilen 7 – 14 a. Machen Sie die erforderlichen Angaben gegenüber dem Finanzamt, damit Sie zu viel gezahlte Steuern zurückerhalten – sonst erfolgt seitens des Finanzamtes keine Erstattung. Steuerberater Friedhelm Diller in Sozietät StB Diller-Schneider-Oepen Am Sändchen 21 · 53545 Linz/Rhein info@stb-diller.de Wegen der komplexen und sich fortlaufend ändernden Rechtslage sind Haftung und Gewährleistung ausgeschlossen


TIPP 3: Verluste nach der Rechtslage von vor 2009 Tragen Sie diese Verluste in den Zeilen 59 und 60 der „Anlage KAP“ ein, und zwar mit „1“ für Ja. Ihr Finanzamt stellt/e diese Verluste bis einschl. 2008 (Bedingung!) mit e i n e m B e s ch e i d fe st . E i n e Ve r l u st ve r rechnung durch das Geldinstitut konnte also bislang n i c h t erfolgen, deshalb müssen Sie hier selbst tätig werden, um kein Geld zu verlieren. Ggf. bietet sich hier eine Nachfrage bei einer fachkundigen Person (Steuerberater, Fachanwalt für Steuerrecht, usw.) an, da unter Umständen auch noch ältere Jahre betroffen sein können. TIPP 4: Kirchensteuerpflicht (ggf. Nachholung) Wenn Sie dem Geldinstitut hierzu keine Angaben gemacht haben, oder dies nicht wollten, anlässlich des Freistellungsverfahrens, dann sind Sie nunmehr verpflichtet, entsprechende Angaben in Zeilen 49/50 zu tätigen, wie auch in dem Mantelbogen in den Zeilen 2 und 35, also in dem allgemeinen Einkommensteuererklärungsvordruck für 2009. TIPP 5: zu Kapitalerträgen, die nicht der Abgeltungssteuer unterlagen Au ch h i e r ka n n e s vo rte i l h a f t s e i n , Eintragungen in der „Anlage KAP“ zu tätigen, etwa um Kapitalertragsteuern aus Lebensversicherungen gegen Einmalzahl u n g z u r ü ck z u e r h a l te n , o d e r a u ch a u s Lebensversicherungen, die Sie (vorzeitig) verkauft haben, weil hier die Steuer auf den halben Steuersatz begrenzt ist, der geringer i st a l s d i e z u vo r e r h o b e n e n Ka p i t a l ertragsteuern. Ansonsten erklären Sie hier auch Ihre Kapitalerträge aus im Ausland geführten Konten, aus t hesaurierenden Auslandsfonds – und Ihre Zinsen, die Ihnen ggf. das Finanzamt auf Steuererstattungen vergütet hat. Eintragungen hierzu erfolgen in den Zeilen 15 – 21 der Anlage KAP. Fortsetzung im nächsten Heft


besichtigt!

Villa Schaaffhausen – in Einklang mit Körper, Geist und Seele

Die ehemals herrschaftliche Residenz in Bad Honnef ist heute bekannt als naturheilkundliches Seminarhaus mit Biogarten

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ine Oase der Ruhe, Entspannung und des Wo h l e mp f i n d e n s f i n d e t d e r G a st u n d Erholungssuchende auf dem Gelände und in den R ä u m e n d e r Vi l l a S ch a a f f h a u s e n i m Bad Honnefer Stadtteil Rommersdorf. Das ganzheitliche Konzept der Villa umfasst Seminare, Au s b i l d u n ge n , Ku r e n u n d ay u r ve d i s ch e Wellness- und Gesundheitsangebote für Körper und Geist. Seit Anfang 2003 gehört die Villa Schaaffhausen mit ihrem e i ge n e n Na t u rga rte n d e m B I O L A N D -Ve r b a n d a n . A l l e Produkte stammen aus kontrolliert ökologischem Anbau. Der zertifizierte Bioland-Garten sowie der Hofladen und die Präsenz auf dem Wochenmarkt in Bad Honnef ergänzen das Angebot rund um die Bio-Produkte. uch die Gesundheitsschulung hat eine große Gewichtung. So wird der BiolandGarten von Kindergärten und Schulen gerne als Lehrgarten genutzt. Eine weitere Attraktion ist der einladende, denkmalgeschützte Park mit dem prachtvollen Gartentempel „Monopteros“.

Hermann Schaaffhausen ließ den klassizistischen Rundtempel 1874 in Gedenken an seine ve r sto r b e n e Fra u A n n a M a r i a e rr i ch te n . Hermanns Vater, Hubert Schaaffhausen, erwarb 1846 die Villa und wurde zum Namensgeber des historischen Gebäudes. Ursprung des Anwesens wa r e n m ö gl i ch e r we i s e Ne b e n ge b ä u d e d e r Löwenburg, die später als Land- und Weingut dienten. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Villa dann bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als unter anderem englische Besitzer die Gebäude im Tudorstil erweiterten. Seit dem 18. Jahrhundert haben zahlreiche hochherrschaftliche Gäste wie Erzbischöfe, Kardinäle, Herzöge, Prinzen, sogar Königinnen und Könige d i e w u n d e r s ch ö n e L a ge a m R a n d e d e s Siebengebirges zu schätzen gewusst und immer wieder die Villa Schaaffhausen aufgesucht. Der wohl berühmteste Stammgast war der junge B o n n e r St u d e n t K r o np r i n z Wi l h e l m vo n Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm II., dem der Blaue Salon als eigenes Zimmer in der Villa

Wellness- und Gesundheitsangebote

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eingerichtet war. Mit der Übernahme des A n we s e n s d u r ch H e rm a n n S ch a a f f hausen, Mitbegründer des Rheinischen Landesmuseums, zog es auch wissenschaftliche Größen wie den Berliner Mediziner Rudolf Virchow nach Bad Honnef. en besonderen Charakter des Gebäudes empfanden auch Hannelore und Günter Fölsing, als s i e a u f d e r S u ch e nach einem Seminarhaus waren und die Villa entdeckten. Das Anwesen befand sich allerdings in bedauerl i ch e m Z u st a n d . Zuvor als Kinderheim ge n u t z t , st a n d e s s ch o n e i n i ge J a h r e l e e r u n d b e n ö t i g te eigentlich eine Generalsanierung. Schritt für Schritt erhielt das Haus durch liebevolle und b e h a rr l i ch e Kleinarbeit sein heutiges Aussehen. Für die zahlreichen Seminare, die vornehmlich in den Bereichen Familie, Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung veranstaltet werden, wurden Räume an- und umgebaut. Ergänzend zu vielen Gesundheitsa n we n d u n ge n s e r v i e rt d i e K ü ch e d e s Schaaffhausen-Teams vegetarische Gerichte,

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Rundtempel von 1874

deren Zutaten weitge h e n d a u s d e m hauseigenen BiolandG a rte n st a m m e n . Denn die Heilung des Körpers durch gesunde Ernährung ist elem e n t a r e r Te i l d e r Philosophie des H a u s e s . Vo r a l l e m a b e r i st d i e Vi l l a S ch a a f f h a u s e n e i n charismatischer Ort, den man zumindest einmal besuchen sollte. Gelegenheit dazu hat man am 3. Juni (Fronleichnam) zum alljährlichen Tag der Offenen Tür, am 20. J u n i z u m Fe st i m Pa r k , e i n e r Ve r a n st a l t u n g d e r B i l dungszentren in Bad Honnef oder zum Familienfest im Park am 21. Juli 2010 sowie am 11. August 2010. | WR

VILLA SCHAAFFHAUSEN Schaaffhausenstr. 5, 53604 Bad Honnef Tel 02224 917-0 Fax 02224 917-110 E-Mail: info@villa-schaaffhausen.de Internet: www.villa-schaaffhausen.de

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unternehmen!

Heimatliche Spezialitäten und Delikatessen von Wolfgang Ruland Brigitte Engelhardt vom Bad Honnefer Geschenkelädchen „Firlefanz exclusiv“ setzt auch auf eigens entwickelte Produkte mit Lokalkolorit. ekorationsartikel, Schmuck, Feinkost, Spielzeug und vieles mehr findet man bei „Firlefanz exclusiv“ in der Lohmarstraße am südlichen Ende der Fußgängerzone ganz in Rathaus-Nähe. nhaberin Brigitte Engelhardt, gebürtige Honneferin, achtet bei ihrer Sortimentsauswahl vor allem darauf, dass die angebotene Ware nicht aus Massenproduktionen, sondern aus spezialisierten Manufakturen in Deutschland oder dem benachbarten Ausland kommt. „Ware aus Fernost kommt mir nicht ins Haus“,

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bestimmt sie und gibt Handarbeit, die meist in Familienbetrieben gefertigt wird, den Vorzug. lein aber fein und von ausgesuchten Herstellern sind auch die Produkte einer Reihe, die Brigitte Engelhard „Stadt-Design“ nennt. Um immer wieder exklusive und nur bei ihr erhältliche Angebote machen zu können, hat sie eigene Kreationen, die die Schönheiten Bad Honnefs zum Thema haben, entwickelt: Angefangen hat es mit dem „Bad Honnefer Rheink i e s e l “ , e i n e m vo n Z u cke r ü b e r z o ge n e n Dragee, gefüllt mit Aprikosencreme und weißer Schokolade. Vom Aussehen her von echten Kieselsteinen am Rheinufer nicht zu unterscheiden. Als „Süße Grüße aus Bad Honnef“ sind belg i s ch e S ch o ko l a d e n t ä fe l ch e n e r h ä l t l i ch .

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Exklusives „Stadt-Design“


Abbildungen historischer Gebäude der Stadt sind im Zuckergussverfahren aufgebracht und „inzwischen ein beliebtes Mitbringsel geworden“, sagt die stolze Initiatorin der Delikatessen. Als Betthupferl oder Präsent eignet sich das „Bad Honnefer Küsschen“, ein Mokkakonfekt mit Marzipan, umhüllt von Schokolade, liebevoll in rot glänzender Folie verpackt. Ein weiteres Markenzeichen Bad Honnefs, der Aalschocker „Aranka“ ist als Aquarelldruck und Passepartoutbild zu bekommen, eine farbenfroh gestaltete Tasse mit weiteren Honnefer Motiven ist „ebenfalls ein begehrtes Objekt“, so Brigitte Engelhardt, die weitere Spezialitäten mit Bezug zur Ihrer Heimatstadt in ihrem Ladenlokal anbietet: So gibt es seit Anfang dieses Jahres einen Kräuterlikör, den sie „Bad Honnefer Spitzentröpfchen“ nennt. Ganz neu auf dem Markt ist der „Rosenlikör“ – gewidmet dem prom i n e n te ste n B ewo h n e r B a d H o n n e fs u n d bekannten Rosenliebhaber: Konrad Adenauer. Doch hier macht Brigitte Engelhardt einmal eine Ausnahme. Der Likör ist nicht nur ausschließlich bei „Firlefanz exclusiv“ erhältlich, sondern auch in der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Rhöndorf. Am 13. Juni wird sie dort zusammen mit Enkel Konrad Adenauer ihre neueste regionale Kreation offiziell der Öffentlichkeit vorstellen. ei all ihren Ideen und Unternehmungen hat Brigitte Engelhardt vor allem ihre Kundschaft im Blick: „Mit meinen Mitarbeiterinnen lege ich den größten Wert darauf, dass sich die Gäste in unserem Geschäft wohlfühlen. Wir bemühen uns, auch ausgefallene Wünsche zu erfüllen – bei uns darf sich der Kunde ganz als König fühlen. Auch mit Aktionen wie Verkostungen möchten wir unser Publikum verwöhnen und überzeugen. Firlefanz exclusiv soll als Geschenke- und Delikatessenparadies spannend und interessant bleiben – mit neuen Produkten, die immer wieder hinzukommen.“ Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis die temperamentvolle Honneferin ihre Kunden wieder mit einer neuen regionalen Köstlichkeit überraschen wird.

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FIRLEFANZ EXKLUSIV Lohmarstr. 2, 53604 Bad Honnef Tel: 02224-9022790 und 02224-820072 Öffnungszeiten: Mo-Do: 10 - 13.30 Uhr und 15 - 18.30 Uhr, Freitag: 10 - 18.30 Uhr durchgehend Samstag: 9.30 - 14 Uhr

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Der Strücher Steinhauer er Bürgerverein Thomasberg setzte im Jahre 2000 den Steinbrucharbeitern, die in der Zeit von 1820 bis 1940 ihre schwere Arbeit in den Steinbrüchen der Strüch ve rr i ch te te n , a u f d e m n e u ge st a l te te n D o rf p l a t z e i n Denkmal. Es wurde gestaltet von der einheimischen Künstlerin Sigrid Wenzel und zeigt einen Steinhauer, der in den Brüchen Stenzelberg, Weilberg und L i mp e r i ch s b e rg im Schatten des Ölbergs Kleinschlag aus den Basaltblöcken herstellte, die man für Deichu n d St ra ß e n b a u u n d U fe r befestigungen nicht einsetzen konnte. Der Kleinschlag per Hand wurde erst um die Jahrhundertwende durch maschinelle Steinbrecher ersetzt.

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Der Rheinländer · Juni 2010


Rheinländer 22 Juni 2010  

Ferdinand Freiligrath

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