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Intensivstationin Boppard werden neue Wege beschritten

Angehörige können wesentlich zur Genesung beitragen Boppard. Brigitte Eßer streicht sanft über die Arme ihres Lebensgefährten. Mit der Creme, die sie von zu Hause mitgebracht hat und die er so liebt, reibt sie seinen Oberkörper ein. „Das tut uns beiden so gut. Mir, weil ich nicht tatenlos herumsitzen muss und ihm, weil er meine Nähe intensiv spürt und dabei glücklich ist.“ Helmut Rütten liegt seit 35 Tagen auf der Intensivstation im Stiftungsklinikum Mittelrhein in Boppard. Er kann nicht selbstständig atmen und ist oft ohne Bewusstsein. Seine Lebensgefährtin kümmert sich liebevoll um ihn, mehr als es üblich ist auf einer Intensivstation. Im Stiftungsklinikum werden die Angehörigen mit in die Pflege einbezogen, natürlich nur, wenn sie möchten. Stationsleiterin Katrin SchmidtNeumann erklärt das neue Konzept: „Wenn die Angehörigen auf die Intensivstation kommen macht ihnen das meist Angst und sie sind hilflos. Da liegt ein geliebter Mensch, umgeben von Geräten und Schläuchen, nicht wiederzuerkennen und von einer erschreckenden Geräuschkulisse umgeben. Das Personal ist ständig in Bewegung und man merkt, dass sie zügig arbeiten müssen. Da der Besucher nicht im Weg stehen möchte und sich unsicher ist, was und wann er Fragen stellen darf, zieht er sich oftmals zurück. So weit wollen wir es nicht kommen lassen. Bei uns können die Angehörigen selbst aktiv werden.“ Ob waschen, cremen, Essen anreichen oder bei Bewegungen/Mobilisation helfen, beide Seiten profitieren davon. „Ich fühle mich hier nicht als Störfaktor, sondern bin willkommen und wertgeschätzt“, erzählt Brigitte Eßer. Sie kommt täglich ihren Partner mehrere Stunden besuchen, bringt ihm liebgewonnene und vertraute Dinge von zu Hause mit und hilft, wo sie nur kann. Das Pflegepersonal steht ihr bei bestimmten Anwendungen zur Seite, „denn ausgebildet bin ich für so was ja nicht. Zuerst wurde mir hier alles genau erklärt und gezeigt. Vor allem was da piepst und warum. Das hat mich anfangs wahnsinnig gemacht und ich bekam jedes Mal Angst, wenn ein Alarm losging. Jetzt kann ich damit viel besser umgehen und die Situation annehmen.“ Studien belegen, dass Angehörige wesentlich zur Genesung beitragen können, wenn sie aktiv in den Pflegeprozess integriert werden. „Im Rahmen unseres Projektes versuchen wir, dies den Angehörigen zu ermöglichen“, so Pflegedienstleiter Christoph MarxPyko. „Dafür muss unser Personal speziell geschult sein, denn die Angehörigen werden zum Partner und Begleiter.“Angeboten wird diese besondere Art der Begleitung für Patienten, die länger als eine Woche auf der Intensivstation verbringen und beatmet werden müssen. Brigitte Eßer ist begeistert. „Helmut gibt mir zu verstehen, dass er glücklich ist, dass ich da bin und auch nicht nur so einfach dasitze. Wir beide genießen die Körpernähe und schöpfen daraus viel Kraft.“

Eigenleistung funktioniert in Boppard. Boppard. 1994 importierte die Stadt Boppard eine britische Telefonzelle aus der Partnerstadt Truro in Cornwall, mit der im Jahre 1991 die formelle Städtepartnerschaft gegründet wurde. Zur feierlichen Inbetriebnahme des Münzfernsprechers telefonierte der damalige Bürgermeister Wolfgang Gipp mit seiner damaligen Amtskollegin Myra Pryor in Truro. Der Münzfernsprecher funktioniert weiterhin bis heute. Allerdings haben die zurückliegenden 18 Jahre ihre Spuren an der Telefonzelle hinterlassen. Sechs kleine Scheiben waren herausgeschlagen und Grünspan hatte sich angesetzt. Aufgrund einer Initiative in der Internetgruppe „Besser Boppard“ haben sich nun freiwillige Helfer daran gemacht, die Telefonzelle zu renovieren. Schreiner Simon Bausen ersetzte die sechs fehlenden Glasscheiben, Monika Schmidhuber und Malermeister Gerd Birnstock verpassten der Telefonzelle einen neuen Anstrich. Nun glänzt sie wieder wie neu und kann weiterhin am Standort Penny in der Oberstraße benutzt werden. „Eigenleistung funktioniert in Boppard. Darüber freue ich mich sehr“, so Bürgermeister Dr. Walter Bersch. Bei einem gemeinsamen Abschlussessen sprach der Bürgermeister den freiwilligen Helfern für ihr ehrenamtliches Engagement Dank und Anerkennung aus. Die Aufnahme zeigt: Gerd Birnstock und Monika Schmidhuber bei der Arbeit.

Jugendliche aus Ome freuen sich

auf Boppard Boppard. Im jährlichen Wechsel finden zwischen den Partnerstädten Ome und Boppard Aufenthalte von offiziellen Jugenddelegationen statt. Nachdem Bürgermeister Dr. Walter Bersch im Oktober letzten Jahres mit 9 Bopparder Jugendlichen die Partnerstadt besucht hat, steht nun die Reise der Jugenddelegation aus Ome unmittelbar bevor. In der Zeit vom 15. bis 21.08.2012 werden sich die Gäste in Boppard aufhalten. Die Gruppe besteht aus 13 jungen Japanerinnen und Japanern im Alter von 13 bis 17 Jahren und drei erwachsenen Begleitern. Delegationsleiter ist Bürgermeister Toshio Takeuchi. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind in Bopparder Familien untergebracht und werden somit einen hervorragenden Einblick in die deutsche Lebensweise und den Alltag erhalten. Die zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Peter Korneli und Martina Weirich-Mohr, haben ein umfangreiches und interessantes Besuchsprogramm erarbeitet. Insbesondere die jungen Japanerinnen und Japaner sind voller Vorfreude und fiebern der Reise in die Partnerstadt entgegen. Bevor sie den Flug nach Deutschland antreten, werden sie noch einige gemeinsame Vorbereitungstreffen in Ome absolvieren. Neben den Gastfamilien freuen sich zahlreiche Ome-Freunde aus Boppard auf den Aufenthalt der Gäste aus Japan. Für alle Beteiligten wird es eine eindrucksvolle gemeinsame Zeit werden. Weitere Berichterstattung folgt. Foto: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugenddelegation aus Ome bei ihrem Vorbereitungstreffen Mitte Juni 2012.

Presse-Sprechtag DRV Boppard. Am 02.08. und 16.08. berät die Deutsche Rentenversicherung Rheinland- Pfalz in der Stadtverwaltung Boppard von 8:30 bis 15:00 Uhr vor Ort in allen Fragen zu Rente, Reha und Altersvorsorge individuell und neutral. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Rentenversicherungsträger das Konto führt. Der Berater/die Beraterin informiert über den Stand des Versicherungskontos und die aktuelle Rentenhöhe oder hilft dabei, einen Antrag auszufüllen. Dazu sind der Personalausweis oder Reisepass sowie sämtliche Rentenversicherungsunterlagen erforderlich. Auskünfte über andere Personen, zum Beispiel den Ehegatten, sind möglich, wenn eine Vollmacht vorliegt. Einen Termin für eine persönliche Beratung gibt es bei der Stadtverwaltung Boppard, Marita König, Zimmer 143, Telefon 06742/103-27. Dabei sollten die Versicherungsnummer und der Grund der Beratung angegeben werden. Auskunft und Beratung bieten auch täglich die Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung an, und zwar in Andernach, Breite Straße 12 und in Koblenz, Hohenfelder Straße 7 – 9. Gerne kann auch hier ein Termin für ein persönliches Beratungsgespräch vereinbart werden.

Termine für die Entgegennahme von Rentenanträgen in Boppard im August 2012 Boppard. Am 09.08. und 23.08. nimmt der Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herr Gerhard Pawelski, in der Stadtverwaltung Boppard von 9:00 bis 16:00 Uhr Renten- und Kontenklärungsanträge entgegen, unabhängig davon, bei welchem Rentenversicherungsträger das Konto geführt wird. Dazu sind der Personalausweis oder Reisepass sowie sämtliche Rentenversicherungsunterlagen erforderlich. Die Antragstellung für andere Personen, zum Beispiel den Ehegatten, ist nur bei Vorlage einer Vollmacht möglich. Terminvereinbarung: Stadtverwaltung Boppard, Marita König, Zimmer 143, Telefon 06742/103-27.

Sozialverband VdK Bad Salzig

herrliche Schiffsfahrt auf dem Rhein nach Bin-gen unternommen Region. Wie in jedem Jahr, so hat der Sozialverband VdK Bad Salzig in Verbindung mit dem VdK Ortsverband Spay am Donnerstag, dem 12. Juli 21012 wieder eine Schiffstour auf dem Rhein bei gutem Sonnenschein angetreten. Mitglieder und deren Partner erlebten eine wunderschöne Fahrt auf dem schönsten Teilstück unseres herrlichen Rheines, dem Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Von den Heimatorten der beiden VdK Ortsverbänden ging die Fahrt

rheinaufwärts und durch das Binger Loch bis an die Anlegestelle in Bingen. Vor dem Ausstieg und dem Stadtbesuch in Bingen war es der Crew gelungen, die Fahrgäste mit guten Getränken und einem schönen, sehr schmackhaften Mittagessen zufrieden zu stellen. Bis Bingen erreicht war hatte der Wettergott alle „Schleusen“ geöffnet. Viele Teilnehmer hatten schon Sorge, den Landgang nicht vornehmen zu können. Aber das Wetter hatte ein Einsehen und bei Ankunft in Bingen war Sonnenschein angesagt. Alle konnten einen Stadtbesuch unternehmen oder auf der schönen Uferpromenade bummeln. Nach der vorgesehenen Aufenthaltsdauer fanden sich die Reiseteilnehmer wieder zeitig auf der LA PALOMA wieder ein und die Rückfahrt durch das schöne Rheintal konnte pünktlich angetreten werden. Viel zu schnell waren die Heimatorte wieder erreicht. Die schöne Ausflugsfahrt ging viel zu schnell vorbei. Danke sagten alle der Schiffsbesatzung für die schöne Fahrt, gute Betreuung / Bedienung während der Fahrt und auch den beiden Vorständen, die diese herrliche Fahrt wieder einmal gut organisiert und vorbereitet hatten. Die Reiseteilnehmer hoffen auf eine erneute Schiffsfahrt im kommenden Jahr 2013 und freuen sich bereits jetzt darauf.

Bekannter amerikanischer Maler des 19. Jahrhunderts ein Bopparder!? Boppard. Am 06. Januar 2012 erhielt das Museum der Stadt Boppard eine Anfrage des „Philadelphia Museum of Art”. Man bat um Hilfe bei der Suche nach Informationen zum amerikanischen Künstler Severin Roesen. Über Leben und Herkunft von Severin Roesen war bisher wenig bekannt. Das ungefähre Geburtsjahr wurde mit 1816/17 angegeben. In einem Wikipedia-Eintrag ist die vage Aussage „geboren in der Nähe von Köln“ zu finden und dass er eine Ausbildung zum Porzellan- und Emailmaler besaß. Später spezialisierte er sich auf florale Stillleben in der Tradition niederländischer und deutscher Maler des 17. Jahrhunderts. Roesen soll 1848 in die Vereinigten Staaten emigriert sein, wo er eine Zeit lang in New York City lebte. 1857 zog er nach Williamsport, Pennsylvania. Jackie Kennedy ließ bei ihrem Einzug ins Weiße Haus die frisch renovierten Räume mit Bildern von Roesen ausstatten. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Severin_Roesen) Im „Philadelphia Museum of Art“ hatte man nun einen konkreteren Hinweis. Severin Roesen soll bei seiner Heirat im Jahr 1849 in der Lutherischen Kirche in New York als Geburtsort Boppard angegeben haben. Hierfür suchte man nun einen Beleg. Der erste Weg der Recherche führte ins Archiv des Standesamtes der Stadt Boppard, wo man zunächst nur Angaben zu einer Theresia Roesen und deren Eltern fand. Das Geburtsjahr passte aber zur Geschichte von Severin Roesen. Im zweiten Schritt brachte eine Anfrage in der Evangelischen Archivstelle Boppard sehr schnell einen konkreteren Hinweis – ein Severus Roesen wurde am 5. Februar 1816 in Boppard katholisch getauft. Seine Schwester, ebenfalls 1817 katholisch getauft, hieß Theresia Roesen. Man kann sicher davon ausgehen, dass im amerikanischen Sprachgebrauch der Vorname Severin von Severus herrührt. So führte der nächste Schritt zum Bistumsarchiv nach Trier. Bereits nach einem Tag kam die Bestätigung – Severus Roesen, getauft am 5. Februar 1816 (vermutlich auch das Geburtsdatum) in der Pfarrkirche in Boppard. Er hatte drei jüngere Schwestern, von denen zwei bereits nach einem Jahr verstarben. Sein Vater war Stephan Roesen, Landvermesser, verheiratet mit Margaretha Krebs aus Boppard, Tochter der Eheleute Matthias Krebs und Therese Kirch. 1872 verließ Severin Roesen Williamsport und verschwand spurlos. Anlage Bild: Gemälde von Severin Roesen Im Besitz des „Philiadelphia Museum of Art“

Mitgliederversammlung des SKFM Betreuungsvereins Neuer Mitarbeiter des Vereins stellt sich vor

Boppard. Der Betreuungsverein Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer im Rhein-HunsrückKreis e.V. traf sich am Mittwoch, den 20. Juni zur alljährlichen Mitgliederversammlung in Hotel Waldfrieden in Emmelshausen. Da in diesem Jahr keine Vorstandswahlen anstanden, nutzte die Vereinsvorsitzende, Frau Gisela Neubauer, die Gelegenheit, ausführlich über die Ereignisse des Jahres zu berichten. Der Betreuungsverein bietet seinen Mitgliedern ein reichhaltiges Informations- und Fortbildungsprogramm in Form von Veranstaltungen und Einzelberatungen. Die Themenschwerpunkte liegen hierbei im

RHA3012  

Interview mit Marc Pircher

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