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Nr. 3 / September 2013

InfoRetica Mitarbeiterzeitung der Rh채tischen Bahn Periodico della Ferrovia retica Periodica da la Viafier retica

Gemeinsam besser werden


In dieser Ausgabe

Editorial/Editoriale Novitads aus der Direktion Novitads dalla Direzione Rückblick 100 Jahre Bever – Scuol-Tarasp IT-Avegnir Stammnetztriebzüge Bahnhof St. Moritz Mitarbeitendenumfrage Mitarbeitergespräch Risikohinweiskarte Naturgefahren Baustellen im Prättigau GUZ Surselva Gebäudeverschiebung Schnaus – Strada Schwertransport bei der RhB Neue RhB-Kreditkarte Inframation Wagenvorheizanlage Auffrischung «s’Blaue Bähnli» Gak – Neues Zuhause Medienbahn Damals, vor 30 Jahren Damals, vor 100 Jahren Neues vom Bahnmuseum Albula 125 Jahre RhB Glacier Express Social Media Movis Peko – Verbeiständigung login Lehrabgänger login Lehrabschlussfeier login Go-Tag Nachruf Hotel Bellaval Neues in Kürze Nachruf Personalchronik

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Herausgeber:

Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn 7002 Chur

Redaktion:

Simon Rageth (sr), s.rageth@rhb.ch Sandra Beeli (sb), s.beeli@rhb.ch Manuela Gallati (mg), m.gallati@rhb.ch

Frontbild:

«Gemeinsam besser werden» (Alexander Zimmermann, links, Marco Bernhard, rechts) Foto Andy Mettler

Nächster Redaktionsschluss:

1. November 2013

Auflage:

3200 Exemplare, 4-farbig

Abonnement:

Inland: Fr. 50.– / Ausland: Fr. 60.–

© by RhB:

Weiterverwendung und Nachdruck erwünscht, jedoch nur unter Quellenangabe

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier


Editorial/Editoriale Von Manuela Gallati/Di Manuela Gallati

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Care collaboratrici, cari collaboratori,

Es ist leicht, sich um seinen eigenen Kram zu kümmern. Schwieriger wird es dann, wenn man über den Tellerrand hinausschaut und versucht, sich in andere hinein­zuversetzen. Denn dafür braucht es Interesse, ­Offenheit und eine Portion Empathie. Und den Willen, bekannte Pfade auch mal zu verlassen. Der Austausch mit anderen birgt aber einen unbezahlbaren Mehrwert: Es entstehen neue Ideen und Wege. Und genau aus diesem Grund bin ich als Social Media und Online Marketing Managerin immer wieder auf der Suche nach dem Austausch mit jeder und jedem von Ihnen. Das ist Inspiration pur, die für meine täglichen Aufgaben unabdingbar ist. Und ich bin sicher, dass diese nicht nur bei meiner Arbeit hilfreich ist. Wir alle können davon profitieren, verschiedene Ansichten zu kennen.

è facile occuparsi dei propri affari. Più difficile è guardare oltre il proprio naso e cercare di mettersi nei panni altrui: a questo fine sono necessari interesse, apertura e una buona dose di empatia. Oltre alla volontà di uscire dai soliti schemi conosciuti. Ma lo scambio con altri porta con sé un incalcolabile valore aggiunto: sorgono nuove idee e nuovi percorsi. Ed è proprio per questo motivo che io, in quanto manager addetta a Social Media e Online Marketing, sono sempre alla ricerca di opportunità di scambio con ciascuno di voi: si tratta di pura ispirazione, ineludibile per i miei compiti di tutti i giorni. E sono sicura che ciò sia di grande aiuto non soltanto a livello professionale; tutti quanti possiamo trarre vantaggio dalla conoscenza delle opinioni degli altri.

In den neun Monaten, die ich nun bei der RhB bin, durfte ich schon RhB-Mitarbeitende aus den verschiedensten Geschäfts- und Fachbereichen kennenlernen. Sei es im Gespräch mit einer Zugbegleiterin, beim Umsetzen eines Filmprojekts in der Werkstatt in Landquart oder als Voluntari beim 100-jährigen Jubiläum Bever – Scuol-Tarasp. Und eines habe ich schnell gemerkt: In der RhB-Familie stösst man auf offene Ohren, hier kann man mit einem Gespräch (fast) alles erreichen, hier herrscht eine offene Feedbackkultur. Das zeigt auch die Mitarbeitendenumfrage, die diesen Frühling wieder durchgeführt wurde. 66 % aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben den Fragebogen ausgefüllt. Lassen Sie sich inspirieren!

In questi miei primi nove mesi alla FR ho già potuto fare la conoscenza di collaboratori dei più diversi settori commerciali e tecnici: nel colloquio con una capotreno, nella realizzazione di un progetto video presso l’officina di Landquart oppure nell’incontro con i volontari per il centenario della linea Bever – ScuolTarasp. Una cosa mi è subito risultata evidente: la famiglia FR è composta da persone che sanno ascoltare; basta un colloquio per ottenere (quasi) tutto ed è presente una sana e aperta cultura di feedback. Ne è testimonianza anche il sondaggio tra i collaboratori che è stato nuovamente effettuato questa primavera: il 66 % di tutte le collaboratrici e di tutti i collaboratori hanno compilato il questionario. Lasciatevi ispirare!

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Gemeinsam geht es besser Von Christian Florin

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Liebe Kolleginnen und Kollegen Die Aussage «gemeinsam geht es besser» leuchtet jedem sofort ein – interessant ist aber, dass fast jeder etwas anderes darunter versteht. Ich bin nun seit über acht Jahren bei der RhB, und es macht mir immer noch so viel Spass wie am ersten Tag. Etwas aber hat mich während dieser Zeit immer wieder beschäftigt: das sagenumwobene und immer wieder betonte «Gärtlidenken». So erscheint es immer wieder bei Mitarbeiterumfragen, Kaderanlässen oder bei Besuchen in der Fläche. Dabei höre ich immer wieder, dass dies oder das besser gemacht werden könnte, wenn nur der oder die andere doch auch endlich sich so verhalten würde, wie ich das gerne hätte. Sie spüren sicher aus meinem leichten zynischen Unterton heraus, dass häufig der andere seine Gewohnheiten ändern muss, damit man gemeinsam besser wird. Schön wäre es doch, wenn jeder einzelne zuerst bei sich selber anfangen würde, gute Lösungen zu finden. Denn wenn alle so denken würden, bin ich überzeugt, wird das Wort «Gärtlidenken» an Bedeutung verlieren. Dass es auch anders geht, zeigen mir die vielen Situationen, bei denen rasch gehandelt werden muss, um ein unerwartetes Ereignis zu bewältigen. Ein Beispiel ist der Steinschlag in Brusio oder der Murgang im Val Parghera bei Domat/Ems: Unabhängig von Hierarchie, Funktion oder Geschäftsbereich arbeiten hier alle aus einer Hand, und siehe da, es macht auch noch Spass. Kürzlich hat die RhB die Strecke zwischen Klosters und Davos für total drei Monate geschlossen, damit in dieser Zeit 15 Projekte für den Substanzerhalt unserer Infrastrukturanlagen optimal umgesetzt werden konnten.

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Dieser Entscheid fiel nicht zuletzt auch aus unternehmerischen Überlegungen, konnten die Kosten doch um gut 15 Prozent reduziert, die Qualität ohne ständige Provisorien gesteigert und die Sicherheit der Arbeiter sowie die Lärmbelastung markant verbessert werden. Dies war nur möglich, weil alle Bereiche aktiv und mit grossem Engagement mitgearbeitet haben. So hat der Güterverkehr für seine Kunden eine gute Ersatzlösung gefunden, die Bereiche Produktion und Vertrieb konnten mit der Bahnersatzlösung zwischen Klosters und Davos unsere Kunden begeistern und erst noch die Expresszüge aufrecht erhalten. Der Bereich Rollmaterial hat den Unterhalt des Wagenparks flexibel auf die Baustelle angepasst und in der Öffentlichkeit konnten wir dank unserer Unternehmenskommunikation viel «Goodwill» schaffen. Da versteht es sich von alleine, dass die beiden Bereiche Immobilien und Infrastruktur diese Ausgangslage genutzt haben und – trotz teils sehr schlechten Witterungsverhältnissen – alles in bester Qualität und erst noch innerhalb der Termine und der Kostenvorgaben umsetzten. Hier darf man zu Recht von einer perfekten Mannschaftsleistung sprechen, und mein Dank gilt all jenen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Mein Dank gilt aber auch all jenen, die nicht bereits von Beginn an fragen, was der andere zu einem erfolgreichen Projekt beitragen muss, sondern uneigennützig jeden Tag selber Lösungsvorschläge suchen und sich damit konstruktiv einbringen. Das freut mich persönlich sehr, und ich hoffe, dass wir getreu diesem Motto weiterhin gemeinsam besser werden und noch lange von einander lernen.

Herzliche Grüsse Christian Florin


Insieme è meglio Di Christian Florin

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Care colleghe, cari colleghi, l’espressione «insieme è meglio» appare immediatamente chiara a chiunque; è però interessante notare come quasi tutti ne diano una diversa interpretazione. Lavoro per la FR ormai da oltre otto anni, con lo stesso piacere che avevo il primo giorno; tuttavia, c’è una cosa che mi ha sempre dato da pensare in tutto questo tempo: la fantomatica e tanto spesso citata questione del «coltivare il proprio orticello»; si tratta di un concetto che riaffiora ripetutamente nei sondaggi tra i collaboratori, negli incontri con i quadri o in occasione di visite alla base. In queste circostanze sento continuamente ripetere che questa o quella cosa potrebbe essere fatta meglio se solo questa o quella persona si decidesse a comportarsi come «io» vorrei. Avrete intuito, dal mio tono leggermente cinico, che spesso si pretende che siano gli altri a cambiare le proprie abitudini al fine di poter migliorare la collaborazione. E invece sarebbe bello se ognuno cominciasse da sé a trovare delle buone soluzioni. Sono convinto che se tutti ragionassero così il concetto del «proprio orticello» perderebbe significato. Che le cose vadano anche in altro modo lo dimostrano del resto le molte situazioni nelle quali bisogna agire rapidamente per gestire un evento inaspettato. Un esempio in questo senso è rappresentato dalla caduta massi a Brusio o dalla frana in Val Parghera presso Domat/Ems: indipendentemente dalla posizione gerarchica, dalla funzione o dal settore commerciale di appartenenza, tutti hanno lavorato insieme e, per giunta, divertendosi. Recentemente la FR ha chiuso per tre mesi il tratto compreso tra Klosters e Davos, al fine di consentire durante questo periodo la realizzazione ottimale di 15 progetti per la manutenzione dei nostri impianti di infrastrutture. Questa decisione è stata presa anche in base a considerazioni aziendali: si potevano ridurre i costi di un

buon 15 %, migliorare la qualità senza ricorrere continuamente a misure provvisorie, incrementare la sicurezza dei lavoratori e ridurre in modo significativo l’inquinamento acustico. Ciò è stato possibile solamente perché tutti i settori hanno collaborato attivamente e con grande impegno: il reparto Trasporto merci ha trovato una buona soluzione alternativa per i suoi clienti, mentre il reparto Produzione e Vendita ha riscosso l’ammirazione della clientela con la soluzione sostitutiva per la ferrovia tra Klosters e Davos, mantenendo inalterato solo il servizio dei treni express. Il reparto Materiale rotabile ha adeguato in modo flessibile la gestione del parco vetture nella zona del cantiere e grazie al nostro settore per la Comunicazione aziendale abbiamo ricevuti ottimi riscontri da parte dell’opinione pubblica. Va da sé che i due reparti Immobili e Infrastruttura hanno sfruttato queste condizioni e, nonostante le situazioni atmosferiche talvolta davvero pessime, sono riusciti ad eseguire tutti i lavori con il massimo della qualità ed entro i tempi ed il preventivo spese previsti. Si può quindi davvero parlare di un perfetto lavoro di squadra ed il mio ringraziamento va a tutti coloro che hanno contribuito a questo successo. Ma ringrazio anche tutti quelli che non cominciano da subito a chiedersi quello che gli altri dovrebbero fare per contribuire al successo del progetto, bensì cercano loro stessi ogni giorno in modo disinteressato di formulare proposte risolutive e di impegnarsi in modo costruttivo. Questo è ciò che personalmente mi fa più piacere; mi auguro che continuiamo a migliorare insieme sulla base di questo motto e che possiamo ancora imparare a lungo gli uni dagli altri.

Cordiali saluti Christian Florin

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Rückblick 100 Jahre Bever – Scuol-Tarasp Fotos von Andy Mettler, Geni Rohner und Florian Ambauen

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IT-Avegnir in der Umsetzungsphase Von Marcel Fischer, Projektoffice IT-Avegnir

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Das Projekt IT-Avegnir bewegt sich termingerecht fort Richtung Zukunft. Die neuen zentralen Systeme sind eingerichtet, haben den Sicherheitsreview bestanden, sind abgenommen und an die Betriebsorganisation übergeben. Seit Mitte August arbeiten knapp 30 Quality Scouts, verteilt auf alle Geschäftsbereiche, bereits mit den neuen Systemen. An der IT-Hotline unterstützt ein eigens für IT-Avegnir eingesetzter Systemspezialist unsere Supporter. So erhält das Projektteam wertvolle Hinweise zur weiteren Optimierung der neuen Systemumgebung. Die Rückmeldungen der Quality Scouts haben die Qualität erheblich verbessert, denn wer schon einmal ein ITProjekt erlebt hat, weiss, dass ausführliche Tests Gold wert sind. Das Projektteam wurde stark motiviert durch Aussagen über die hohe Geschwindigkeit beim Starten der Programme und die begeisterte Aufnahme der neuen Thin Clients. Urs Püntener, Projektleiter IT-Avegnir und Leiter IT, zieht eine positive Bilanz, hat doch das produktive Rollout planmässig Anfang September begonnen. Als Erstes wurden alle Bahnhöfe auf die Avegnir-Umgebung umgestellt. Diese Arbeiten werden in den nächsten Tagen abgeschlossen sein. In der ersten Oktoberwoche werden in Samedan die Computer der Werkstätten und des Güterzentrums aktualisiert. In der zweiten Oktoberhälfte ist Landquart und in der ersten Novemberhälfte Chur an der Reihe. An diesen beiden grossen Standorten wird das Rollout nach Geschäfts- und Fachbereichen gestaffelt durchgeführt. Damit ist sichergestellt, dass Organisationseinheiten, die thematisch zusammenarbeiten, auch möglichst zeitnah wieder mit den gleichen Systemen arbeiten.

15 Minuten Erstinstruktion in Ilanz.

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Rollout-Briefing.

Neue Hardware ist eingetroffen Pünktlich zum vereinbarten Termin traf eine LKW-Ladung Thin Clients im Zentrallager in Landquart ein. Zur Bereitstellung musste die Ware nach Chur zur IT transportiert werden. Eine schweisstreibende Arbeit, weil das Stellwerk über keinen Lift verfügt. Alle Schachteln mussten in den ersten Stock getragen werden. Wie Patrick Senti, Mitarbeiter im IT-Support erklärte, werden die neuen Geräte zuerst inventarisiert, dann werden die neuen Programme aufgespielt und alle Grundeinstellungen gemacht. Dieser Vorgang, der «Staging» genannt wird, dauert etwa 90 Minuten. Eine grosse Zeitersparnis gegenüber der alten Methode, mit der die Bereitstellung zwei bis vier Stunden in Anspruch nahm.

Was ist ein Thin Client? Ein Thin Client ist grundsätzlich ein normaler Computer. Er ist jedoch darauf «spezialisiert», eine Verbindung zu einem zentralen Sever aufzubauen. Dieser stellt alle Programme zentral zur Verfügung. Der Thin Client enthält nur die notwendigsten Komponenten. Dadurch ist er kleiner, kann auf Lüfter und Kühler verzichten und verbraucht lediglich 1/5 der Energie eines alten PC’s.

Bei der Anlieferung Thin Clients in Landquart …


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Interview mit Felix Caviezel, Quality Scout Wir haben Felix Caviezel, Reiseberater und Quality Scout am Tag des Rollouts begleitet. In einer halben Stunde treffen die Rollouter von Abraxas ein. Was sind Ihre Erwartungen an die IT-Avegnir-Umgebung? Ich hoffe, dass Aufbau und Struktur der neuen Umgebung ähnlich ist wie die Bestehende und dass ich alle meine Daten nach der Umstellung wieder finde. Was ist für Sie ein absolutes MUSS für die neue Umgebung? Das System muss moderner und vor allem schneller sein als das Alte. Was soll die neue Umgebung auf keinen Fall bringen? Ein Rückschritt in der Technologie oder der Bedienung wären ein absolutes NoGo. Auch wenn die Zuverlässigkeit oder die Geschwindigkeit abnehmen würden, wäre das nicht akzeptabel. Sie haben sich schon sehr früh mit dem ganzen Team des Bahnhofes Ilanz als Quality Scouts zur Verfügung gestellt. Warum ist es so wichtig für Euch, in dieser frühen Phase dabei zu sein? Wir sind interessiert an der neuen Umgebung und an der Technologie. Bis anhin waren wir in Sachen Geschwindigkeit mit unseren alten Dell-PC’s nicht verwöhnt. Zudem ist es spannend, bei so einem wichtigen Projekt aktiv dabei sein zu können.

… ist Muskelkraft gefragt.

Die neuen Thin Clients sind nun installiert, und ihre Anmeldeprofile sind auf die neue Umgebung umgestellt. Von den Rollout-Mitarbeitenden haben Sie und Ihre KollegInnen eine Kurzschulung erhalten. Wie haben Sie die Umstellung und die anschliessende Schulung erlebt? Die Umstellung verlief problemlos und im angekündigten Rahmen. Die anschliessende Kurzschulung hat einen guten Überblick zur Handhabung der neuen Thin Clients gegeben. In den ersten Tagen werde ich für die Bedienung den Quickflyer zu Hilfe nehmen und auch selber etwas «tüfteln». In der Zwischenzeit haben Sie schon kurze Zeit auf dem neuen System gearbeitet. Wie sind ihre Eindrücke? Das System ist tatsächlich viel schneller als die alte Umgebung. Soweit ich es in der kurzen Zeit beurteilen kann, funktioniert fast alles perfekt. Mit der Zuweisung des Standarddruckers scheint etwas noch nicht zu klappen. Aber dafür habe ich beim Helpdesk bereits ein Ticket erstellt. Nachdem ich die Anleitung «Einstellungen nach dem Rollout» durchgearbeitet hatte, habe ich meine Daten auf dem Laufwerk P sofort wieder gefunden. Die Struktur auf dem Laufwerk L hat sich nicht verändert, und meine Mails sind auch alle noch da. Praktisch finde ich, dass ich mir über das eLearning selber aussuchen kann, welche Schulung ich online absolvieren will. Ich selbst werde mich auf die Umsteigerschulung 2010 konzentrieren. Für unsere Lernende sind die Word- und Excel-Kurse perfekt. Sobald ich Zeit habe, werde ich die zusätzlichen Kurzanleitungen im Intranet einmal durchstöbern und das eine oder andere ausprobieren.

15 Minuten Erstinstruktion von Felix Caviezel in Ilanz durch einen Abraxas Mitarbeiter.

Die Installation in Ilanz erfolgt strikt nach Checkliste.

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Stammnetztriebzüge in Betrieb Von André Bieri

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Seit Montag, 29. Juli 2013, sind die ersten, lang ersehnten Stammnetztriebzüge (STZ) (ABe 4/16 3101, 3103 und 3104) fahrplanmässig auf dem RhB-Netz im Einsatz. Im Zeitraum zwischen dem Ertüchtigungsbetrieb und der Betriebsübergabe wurde viel getestet, validiert und optimiert. Nebst den vom Zweispannungstriebzug bekannten Systemen wurden unter anderem die für die RhB neue «Videoüberwachung» sowie zusätzlich die «automatische Fahrgastzählung» in Betrieb genommen. Der Diagnose und dem Redundanzsystem wurde besondere Beachtung geschenkt. Diese erhöhen die Zuverlässigkeit, erleichtern die Problemanalyse und begünstigen eine rasche Problembehebung bei allfällig auftretenden Problemen. Bei der fünf Wochen dauernden Netzabnahme sind die ersten drei Stammnetztriebzüge auf Herz und Nieren geprüft und abgenommen worden. Hierbei wurden nicht nur die Einzelfahrzeuge für sich, sondern auch deren Kombinationen mit unterschiedlichem RhBRollmaterial getestet. Bei diesen umfangreichen Untersuchungen wurden beispielsweise auch Szenarien durchgespielt, wie viele und welche Teilausfälle verkraftbar sind, wie das System darauf zu reagieren hat und wie die Ausfälle beherrscht werden können. Nach Behebung der festgestellten Abnahme-Pendenzen sind nun die STZ für die Betriebsarten «Einzel- und artenreine Doppeltraktion (STZ-STZ)» freigegeben. Dennoch gibt es noch einiges zu tun. So sind weitere Optimierungen an der Traktionsregelung notwendig und zusätzliche Anstrengungen erforderlich, die anderen Betriebsarten für den Fahrgastbetrieb fertig zu stellen und frei zu geben. So konnte beispielsweise der Steuerwagenbetrieb aufgrund der laufenden Steuer-

Testfahrten des STZ im Wallis © Stadler Rail.

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wagen-Umbauten noch nicht freigegeben werden. Ebenso derzeit noch pendent ist die Mischtraktion mit den Zweispannungstriebzügen und die Dreifachtrak­ tion. Um die betriebliche Flexibilität zu wahren sind die oben genannten Betriebsarten notwendig. Die letzten beiden STZ (ABe 4/16 3102 und 3105) wurden auf der Strasse als Einzelwagen von Winterthur zur MGB nach Brig überstellt. Dort wurden sie fertig gestellt, und auch ein Teil der Testfahrten wurden im Wallis durchgeführt. Nach der erfolgreichen Werkabnahme wurden die Züge in ihre zukünftige Heimat über den Oberalppass überführt und in Reichenau parkiert. Es sind wohl die einzigen zwei Stammnetztriebzüge, welche im «Ausland» Luft schnuppern durften. Seit Ende Juli sind diese beiden STZ nun in Landquart. Die Inbetriebsetzung schreitet zügig voran und kann demnächst abgeschlossen werden. Die beiden Stammnetztriebzüge werden von Stadler für die ausstehenden Mischtraktionsversuche mit dem ZTZ benötigt. Bevor die Mischtraktion jedoch getestet und erprobt werden kann, sind einige der ZTZ auf dasselbe Niveau des STZ anzuheben. Aktuell arbeitet Stadler an diesem Upgrade. Die Betriebsarten Doppel-, Dreifachtraktion, Steuerwagen- und Mischtraktion sind auch beim ZTZ noch umzusetzen. Sobald die Zweispannungstriebzüge erfolgreich mit den beiden Stammnetztriebzügen und den Steuerwagen die Mischtraktion absolvieren, können die restlichen ZTZ sukzessive nachgezogen, die STZ dem Betrieb übergeben und die noch offenen Betriebsarten freigegeben werden.

… und in Graubünden © Willy Hartmann.


Bahnhof St. Moritz – Ein stimmiges Gesamtpaket Von Christopher Richter

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Ein attraktives und belebtes Tor zur «Top of the World»Destination – dies ist das Ziel der Arealentwicklung rund um den Bahnhof St. Moritz. Am 24. November 2013 ist der Abstimmungstermin vorgesehen, an welchem die Stimmbürger von St. Moritz über die Zukunft des Bahnhofareals entscheiden. Von Juni bis August wurden die Anwohner, Stimmbürger und auch die Mitarbeitenden vor Ort bereits vertieft über das Projekt informiert. Geplant ist, dass die RhB ab 2014 ihre Infrastrukturanlagen am Bahnhof St. Moritz umbaut. Für Sicherungsanlagen, neue Gleisanlagen und Perrondächer werden rund 53 Millionen Franken investiert. Diese Arbeiten werden rechtzeitig auf die Ski-WM 2017 beendet sein. In der Volksabstimmung vom November geht es um die Baufelder, welche künftig attraktive Nutzungsmöglichkeiten auf dem Bahnhofareal ermöglichen. Das Areal soll zu einem einladenden «Tor» aufgewertet werden, das der Destination «Top of the World» angemessen ist, da dieser Bahnhof jedes Jahr von rund 1.1 Millionen Reisenden frequentiert wird. Verkehrsseitig beinhaltet das Projekt einen neuen Bushof, optimierte Verkehrsflüsse sowie bessere, ebenerdige Umsteigewege, welche 2016 umgesetzt werden. Die Torwirkung entsteht durch den Bahnhofplatz und einen neuen Kopfbau als Abschluss der Perrons (Bild). Mittelfristig ist beim Bahnhofplatz die Realisierung eines zusätzlichen Geschäftsgebäudes möglich. Dieses soll unter der Federführung privater Investoren entstehen. Im östlichen Teil des Bahnhofareals ist zudem ein Baufeld für Wohnbauten mit einzelnen Dienstleistungen wie Arztpraxen und Büros reserviert. Die Gemeinde

Modell Bahnhof St. Moritz.

hat die Möglichkeit, dieses Areal nach dem Umbau der Infrastrukturanlagen von der RhB im Baurecht zu übernehmen und Erstwohnungen zu realisieren. Die Gemeinde St. Moritz und die RhB haben für die Entwicklung des Bahnhofareals sehr eng zusammengearbeitet. Die Gemeinde kann im Zuge des Gesamtprojekts mehrere eigene Projekte durchführen: Im Gebiet Dimlej, unterhalb des Bahnhofs, ist ein neuer Kreisel vorgesehen. Dieser stellt einerseits die Erschliessung einzelner Baufelder auf dem Bahnhofareal sicher. Anderseits kann die Gemeinde damit den Zugang zum Quartier Dimlej verbessern und die bestehende Gefahrensituation auf der Hauptstrasse entschärfen. Ebenfalls mit dem Kreisel verknüpft ist eine Haltemöglichkeit für fünf Reisebusse und eine öffentliche Toilette, die auch Spaziergängern zur Verfügung stehen wird. Zusätzlich ist von der Gemeinde ein Radweg vorgesehen, der die Seepromenade mit dem Dorf verbindet. All diese Projekte sind eng miteinander verknüpft, sodass für die Bevölkerung und die Feriengäste ein optimaler Nutzen entstehen wird. Die Kosten für diese flankierenden Massnahmen auf dem Bahnhofareal, im Gebiet Dimlej und entlang der Kantonsstrasse werden durch die RhB und die Gemeinde als Bauherren sowie dem Kanton Graubünden gemeinsam getragen.

Neuorganisation Verkehr.

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Mitarbeitendenumfrage 2013 Von Sonja Lubini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

66 Prozent oder geradeaus 900 Mitarbeitende haben sich an der Mitarbeitendenumfrage 2013 beteiligt. Damit liegen wir leicht über den Werten der letzten Befragung von 2011. Für Verwaltungsrat und Geschäftsleitung ist die Mitarbeitendenumfrage von grosser Bedeutung. Die Resultate zeigen auf, womit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zufrieden sind und wo allenfalls der Schuh noch drückt. Dadurch können wir Schwachstellen gezielter angehen und vorhandene Stärken aufbauen. In diesem Jahr konnten wir uns sowohl mit den Unternehmen des Swiss Arbeitgeber Awards als auch anderen öV-Unternehmen vergleichen. Dies erlaubt uns nicht nur Vergleiche mit der letzten Umfrage der RhB, sondern gibt uns auch Hinweise, wie wir in den einzelnen Themen im Benchmark zu anderen Unternehmen stehen. Die Auswertungen der Ergebnisse laufen derzeit auf Hochtouren. Voraussichtlich Ende Oktober bis Anfang November werden die Mitarbeitenden über die Ergebnisse in ihren Bereichen informiert und es werden gemeinsam mit den Führungskräften gezielte Massnahmen definiert. Wir danken Ihnen für Ihr Mitwirken an der Mitarbeitendenumfrage und Ihr grosses Engagement bei Ihrer Arbeit.

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3 Fragen – 3 Antworten Interview mit Stefanie Rielle von Simon Rageth Stefanie Rielle, im Anschluss an die letzte Umfrage wurden 220 Massnahmen definiert und davon bis heute 90 % umgesetzt. Hat sich dieser enorme Aufwand gelohnt? Auf jeden Fall! Die Organisation RhB hat durch diese vielen kleinen Puzzle-Steine gelernt, die Mitarbeitenden wurden aktiv in den Verbesserungsprozess einbezogen, gemeinsam wurden Lösungen erarbeitet, und eine offene Kommunikation wurde gelebt. Ich werte die Massnahmen, auch wenn nicht alle umgesetzt wurden, als einen grossen Erfolg – für die Mitarbeitenden, aber auch für die Unternehmung. Werden 2013 wiederum so viele Massnahmen und Workshops in Bewegung gesetzt? Wir lassen zuerst die Massnahmen aus den Jahren 2012 und 2013 wirken. Die Geschäftsleitung möchte den Massnahme­ prozess in diesem Jahr weniger aufwendig gestalten. Wichtig ist, dass alle Mitarbeitenden über die Unternehmens- und jeweiligen Bereichsergebnisse informiert werden. Selbstverständlich werden wir wiederum gezielt Verbesserungsmöglichkeiten suchen und auch umsetzen. Die RhB hat sich für den Swiss Arbeitgeber Award beworben, aber nicht gewonnen. Enttäuscht? Nein, denn wir konnten nicht ernsthaft von einem Sieg ausgehen, zumal Arbeitgeber mit geringer Anzahl Mitarbeitenden erfahrungsgemäss höher bewertet werden. Vielmehr war und ist uns wichtig, dass wir uns mit anderen Unternehmen aus der Schweiz und der Verkehrsbranche mit gleichen Messkrite­ rien vergleichen können.


Mitarbeitergespräch – eine Chance Von Stephanie Rielle La Bella

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Die Mitarbeitergespräche (MAG) starten in diesen Tagen erneut. Ziel des Gesprächs ist es, die Mitarbeitenden bei der Entwicklung Ihrer Fähigkeiten und der Vorbereitung künftiger Aufgaben zu unterstützen, ihre Zufriedenheit in der Arbeit zu erhalten, die Qualifikation zu besprechen sowie die Ziele für die nächste Beurteilungsperiode festzulegen. Insbesondere ist das MAG damit auch eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Hier einige Tipps aus der Personalabteilung: «Seien Sie neugierig und aufmerksam!» Sehen Sie das Gespräch als Chance für Ihre persönliche Weiterentwicklung: Fordern Sie aktiv Feedback ein und geben Sie Ihrem Vorgesetzen Rückmeldung. Das darf übrigens auch mal ein Lob sein, und wenn Sie wirklich etwas an Ihrem Vorgesetzten stört, versuchen Sie ihm zu sagen, was Sie sich an seinem Verhalten anders wünschen, oder was Sie generell von Führung erwarten. Dann wird Ihr Vorgesetzter sich auch nicht persönlich angegriffen fühlen. «Bereiten Sie sich auf das MAG vor!» Bereiten Sie sich gut vor: Welche erreichten Ergebnisse erfüllen Sie mit Stolz? Was haben Sie besonders gut gemacht? Was lief schief und warum? Wo möchten Sie sich weiterentwickeln? In welchen Bereichen benötigen Sie mehr Unterstützung von Ihrem Vorgesetzten? «Seien Sie mutig!» Sprechen Sie auch Dinge an, die Sie stören und die Sie sich anders wünschen. Nur wenn Sie Ihre Anliegen zum

Ausdruck bringen, entsteht Veränderung. Sie werden sehen, dass es Ihnen danach besser geht. Sind Sie überfordert, unterfordert, möchten Sie in absehbarer Zeit andere Aufgaben übernehmen? Was müsste passieren, dass Sie noch effizienter arbeiten können? Gibt es Dinge über die Sie sich häufig ärgern? Teilen Sie es Ihrem Vorgesetzten mit und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. Überlegen Sie sich, wo sie in 3 bis 5 Jahren stehen möchten. Haben Sie Entwicklungs- oder Karriereziele? Wenn Sie ihn nicht schon haben, was wäre Ihr Traumjob bei der RhB? Haben Sie Fähigkeiten, die Sie auf Ihrer Stelle überhaupt nicht nutzen können? Reden Sie auch darüber offen mit Ihrem Vorgesetzten. Sie sehen, es gibt viele Themen, die das MAG bereichern können. Tragen Sie durch eine gute Vorbereitung Ihren Teil dazu bei. Zur Unterstützung finden Sie im Intranet einen überarbeiteten Leitfaden. Und noch etwas: Sehen Sie das MAG vorrangig als Chance für Ihre persönliche Weiterentwicklung und als Chance für einen vertrauensvollen Austausch mit Ihrem Vorgesetzten. Wenn Sie Fragen haben, oder nicht wissen, wie Sie ein Thema ansprechen sollen, wenden Sie sich doch vertrauensvoll an Ihren Bereichspersonalleiter oder an andere Mitarbeitende des HR-Teams Ihres Vertrauens. Wir sind für Sie da!

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Risikohinweiskarte Naturgefahren Von Ralph Rechsteiner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Bei einer Gebirgsbahn wie der RhB gibt es diverse Orte, welche von einem Naturereignis betroffen sein könnten. Der Ausbaustandard bei den Verbauungen und somit der Schutz der RhB ist bereits heute sehr hoch. Wenn man alle bestehenden Verbauungen wie Mauern, Schutznetze, Lawinenrechen etc. aneinanderreiht, kommt man auf 50 Kilometer Schutzwerke, welche grösstenteils weit oberhalb der Gleise stehen und gar nicht sichtbar sind. Zusätzlich sind nochmals 42 000 m2 Verbauungen vorhanden, welche sich nicht in Länge ausdrücken lassen (flächige Lawinenanrissverbauungen etc.). Trotzdem bestehen noch Schutzlücken, welche sich bei Steinschlägen wie in Lüen oder Lawinenabgängen wie im Februar 2009 manifestieren. Die RhB ist bestrebt, diese Schutzlücken zu schliessen, wo dies machbar und sinnvoll ist. Wo aber ist das Geld in Massnahmen am besten investiert? Wo erreicht man die grösste Reduktion des Risikos und erhöht dadurch die Sicherheit am meisten? Weshalb eine Risikohinweiskarte? Das Wissen bei unseren Mitarbeitenden in der Fläche ist sehr gross, auch was Naturgefahren betrifft. Die wichtigsten Gefahrengebiete sind bekannt. Dieses Wissen war einerseits bisher aber nicht sauber dokumentiert. Andererseits könnte es durchaus sein, dass es Gefahrengebiete gibt, welche bislang noch nie zu einem Ereignis geführt haben und deshalb wenig bekannt sind. Deshalb wurde eine Karte über das gesamte Netz der RhB erarbeitet, welche die Gebiete mit einem Naturgefahrenrisiko aufzeigt und auf welcher die Risiken priorisiert sind – die Risikohinweiskarte. Richtige Priorisierung der Mittel Bis anhin hat die RhB dort in Schutzmassnahmen investiert, wo grössere oder häufige Ereignisse stattgefunden

Steinschlagverbauung Sils i. D. (2011–2015).

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haben, oder wo Ereignisse mit Schadenfolge zu verzeichnen waren. Sicherlich war dies immer gut investiertes Geld wie beispielsweise das Folgeereignis in Brusio diesen Januar gezeigt hat – und trotzdem konnte sich wegen der fehlenden Gefahrenanalyse über das ganze Netz niemand ganz sicher sein, ob es nicht 20 Kilometer weiter oben oder unten eine Stelle gibt, welche gefährlicher ist und an welcher die Investitionen noch besser gewesen wären. Mit der Risikohinweiskarte besteht ein Instrument, welches dank der Risikopriorisierung erlaubt, die Investitionen in die richtigen Projekte zu tätigen. Darin werden die Gefahrenprozesse Lawinen, Sturz (z. B. Steinschlag, Felssturz), Wasser (z. B. Hochwasser, Murgang) und Rutschungen abgebildet. Vom Groben ins Feine Die Risikohinweiskarte wurde in enger Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt für Wald und Natur­ gefahren (AWN) erstellt. Das Vorgehen wurde in vier Phasen unterteilt: Modellierung der Gefahrenprozesse auf dem Computer Anhand von Daten aus der Landeskarte 1:25 000 wie der Steilheit des Geländes, Angaben über Felsbänder, Waldflächen etc. wurden alle Gefahrenprozesse ermittelt, welche die Bahn treffen können. Zusätzlich wurde das Schadenpotenzial ermittelt. Dieses ist beispielsweise grösser, je mehr Züge unterwegs sind, je höher der Besetzungsgrad oder je steiler das Gelände ist. Das Gefahrenpotenzial wurde im Anschluss mit dem Schadenpotenzial zum Risiko verrechnet. Dies gab erste flächendeckende Hinweise, wo die RhB ihre grössten Risiken aufweist, wobei eine Skala von 0 bis 5 gewählt wurde. Erwartungsgemäss waren die Resultate aus dieser reinen Modellierung «am Schreibtisch» aber noch von zu tiefer Qualität.

Geplante Steinschlagverbauung Glatscheras (2014).

Geplante Sprengmasten Val Bever (2014).


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Einbezug von weiteren bekannten Grundlagen Die RhB verfügt mit dem Ereigniskataster, in welchem seit dem Bahnbau rund 1 000 Naturereignisse dokumentiert wurden, über wertvolle Daten. Zusätzlich wurden bis 2010 alle bestehenden Schutzbauten aufgenommen, und der Kanton verfügt vor allem im Siedlungsbereich über Gefahrenkarten. Diese Kenntnisse wurden in der zweiten Phase der Arbeiten berücksichtigt und die Resultate aus der Modellierung entsprechend verfeinert. Kenntnis aus der Praxis und Begehungen Die Resultate nach der Phase 2 wurden durch die Bahnmeister und die Leiter Bahndienstregionen kritisch begutachtet und wo notwendig angepasst. Im Anschluss wurden alle Standorte der Risikoklassen 3 bis 5 durch spezialisierte Geologen begangen – an insgesamt 666 Standorten. Dabei wurden sie von erfahrenen Mitarbeitenden der RhB begleitet, welche wichtige Hintergrundinformationen lieferten. Bei den Begehungen wurden noch einmal Korrekturen vorgenommen und zudem mögliche Schutzmassnahmen ermittelt sowie deren Kosten-Nutzen-Verhältnis abgeschätzt. Dies ermöglichte eine weitere Priorisierung der Risikostellen mit einer Konzentration auf 24 «Hotspots», welche das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis auf dem Netz der RhB aufweisen. Zusätzlich zu diesen 24 «Hotspots» befinden sich momentan acht Projekte in einer Studien-, Projekt- oder Ausführungsphase.

RhB ist gut unterwegs Die RhB hat mit der Erarbeitung der vorliegenden Arbeiten eine Pionierrolle übernommen. Andere Verkehrsträger im Kanton und der Schweiz sind bei der Erarbeitung einer solchen Karte zeitlich weiter zurück oder haben damit noch gar nicht gestartet. Kompletten Schutz gibt es nie Die RhB ist eine Gebirgsbahn. Entsprechend bestehen höhere Risiken bezüglich Naturgefahren als dies bei einer Bahn im Mittelland der Fall ist. Die Risikohinweiskarte wird bis Ende 2013 erarbeitet sein. Wir werden in Zukunft besser wissen, ob unsere Mittel am richtigen Ort investiert sind und wir haben ein umfangreicheres Wissen über die Naturgefahren auf dem Netz der RhB erarbeitet. Naturereignisse auf die Bahn werden sich dadurch nicht komplett vermeiden lassen. Sie sollten aber in der Anzahl und Intensität reduziert werden können.

Massnahmen und Finanzen In der letzten Phase werden für die 24 «Hotspots» Massnahmen definiert und mit Kosten hinterlegt, welche in den Mittelfristplan der RhB eingearbeitet werden.

Geplante Steinschlagverbauung La Livera (2013–2016).

Steinschlagverbauung Lüen (2013).

Steinschlagereignis Brusio (Januar 2013).

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Streckensperrung Klosters Platz – Davos Glaris Von Walter Schmid und Simon Rageth

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Vom 2. April bis 28. Juni 2013 wurde die Strecke Klosters Platz – Davos Glaris total gesperrt, und es wurde auf zwölf Baustellen der RhB, einer des Tiefbauamtes Graubünden (Überführung Wolfgang), einer der Gemeinde Klosters (Unterführung Graströchni) und auf einer der Parsennbahnen (Unterführung Davos Dorf) gleichzeitig gearbeitet. Ausschlaggebend für die Streckensperrung waren die umfassenden Sanierungsarbeiten am Klosterstunnel oberhalb Klosters Platz. Die Sanierung der gesamten Tunnelsohle mit der Entwässerung und die Erneuerung des Gewölbes auf einer Länge von 90 Meter war die letzte Etappe der Gesamtsanierung des Tunnels. Die Ausserbetriebnahme des Klosterstunnels nutzte die RhB, um gleichzeitig zahlreiche weitere Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten auf dem gesperrten Streckenabschnitt durchzuführen. Dabei war der Gesamtumbau des Bahnhofs Davos Platz die grösste von allen 15 Baustellen. Bündelung von Baustellen … Durch die Bündelung der Bauarbeiten wurden die Auswirkungen auf die Fahrgäste auf ein Minimum reduziert, indem diese sich nur einmal auf eine längere Sperrung einstellen mussten. Zudem wurden auch erhebliche Kosten eingespart: Allein bei der Umsetzung der Arbeiten im Klosterstunnel betragen die Einsparungen infolge der Totalsperre ca. 3.8 Millionen Franken und beim Bahnhof Davos Platz (Totalumbau der Gleis- und Perronanlagen) rund 2.5 Millionen Franken gegenüber der Ausführung unter Bahnbetrieb. Allerdings bedeutete die gleichzeitige Umsetzung der Arbeiten an 15 verschiedenen Baustellen für alle

Bündelung von 15 Baustellen.

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Beteiligten eine enorme Herausforderung bezüglich Logistik und Einhaltung der vorgegebenen Bauzeit. Rund 300 Personen, davon ca. 50 Mitarbeitende der RhB, haben bei den Arbeiten mitgewirkt und dazu beigetragen, dass die Strecke am 29. Juni 2013 rechtzeitig für den Bahnbetrieb und damit für die Kunden wieder freigegeben werden konnte. Die grossen Anforderungen wurden von allen Beteiligten bravourös gemeistert! Verschiedene Arbeiten werden nun im Herbst 2013 und anfangs 2014 während dem regulären Betrieb noch zu Ende geführt. … in der Nebensaison Um die Auswirkungen auf den Tourismus in der Region Klosters und Davos so gering wie möglich zu halten, wurde die Streckensperrung absichtlich in die frequenzschwächere Nebensaison gelegt. Für den Transport der Fahrgäste zwischen Klosters Platz und Davos Glaris wurde während der gesamten Zeitspanne ein Ersatzbetrieb mit Bussen von PostAuto Graubünden eingerichtet. Fazit der Totalsperre Dieses Modell einer Totalsperre über mehrere Wochen und die dabei mögliche Bündelung von mehreren Baustellen wurde von der RhB auch schon im Unter­ engadin im Jahre 2009 beim Tasnatunnel praktiziert. Auch dieses Mal hat sich dieses Vorgehen bewährt, und es kann, wenn der Zeitpunkt optimal festgelegt wird, auch in Zukunft wegweisend auf anderen, geeigneten Streckenabschnitten angewandt werden.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Impressionen der Bauarbeiten

Der Klosterstunnel war 3 Monate ausser Betrieb.

Logistikleiter Georg Caviezel und Bahnmeister Luis Delfino Marques.

Streckengleis oberhalb Klosters umfunktioniert als «Skipistenabgang».

Einfahrt erster Zug nach Unterbruch.

Davos Platz vor dem Umbau.

Davos Platz während dem Umbau.

Davos Platz während dem Umbau.

Davos Platz während dem Umbau.

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GUZ Surselva Von Wiro Capol

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Seit Anfang September 2013 steht dem Güterverkehr RhB in der Surselva nach mehrjähriger Planung und knapp einjähriger Bauzeit ein neues Güterumschlagszentrum (GUZ) zur Verfügung. Bereits im Jahr 2009 wurden verschiedene Standorte im Raum Ilanz für den Bau des GUZ Surselva auf ihre Eignung geprüft. Schlussendlich entschied sich die RhB für den Standort Schnaus-Strada. Im Hinblick auf die geplanten Umbauarbeiten des Bahnhofs Ilanz sowie der Umstellung eines Grosskunden der Region vom konventionellen auf den kombinierten Verkehr, wurde der Bau eines neuen Güterumschlagszentrums in der Surselva lanciert. Ziel dieses Projekts war es, den Kunden des Güterverkehrs in der Surselva eine geeignete Plattform für den Umschlag von Wechselbehälter und Container anzubieten und gleichzeitig den Reise- wie auch Güterverkehr zu entflechten. Der Umschlag von Gütern fand bisher mitten in der Stadt statt, was schon zu mehreren Reklamationen wegen Lärm- und Emissionsbelästigungen führte. Deshalb unterstützte neben dem Amt für Raumentwicklung des Kantons Graubünden auch die Stadt Ilanz dieses Projekt. Vorteile des Standortes Die Vorteile des gewählten Standortes Schnaus-Strada sind vielfältig. Er befindet sich in einem Gewerbegebiet mit direktem Anschluss an die Kantonsstrasse. Es waren keine Rodungen notwendig, und es fand kein Verlust von Kulturland statt. Auch aus wirtschaftlicher Sicht war es die kostengünstigste Lösung. Ausserdem ist es möglich, den gewählten Standort, falls notwendig, in einer zweiten Bauetappe weiter auszubauen. Dies zum Beispiel mit einem zweiten Formationsgleis.

Schnaus-Strada vor Beginn der Bauarbeiten.

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Nach dem Bau der Umfahrungsstrasse Ilanz – Vals kann dann die Anlieferung per LKW des grössten Kunden in der Region (Valser Mineralquellen) ohne Durchquerung der Stadt erfolgen. Hindernis Aufnahmegebäude Grösstes Hindernis war der Standort des Aufnahmegebäudes mitten auf dem Verladeplatz. Anfänglich war geplant, das nicht mehr benutzte Gebäude abzubrechen. Gegen dieses Vorhaben gab es jedoch seitens des Bundesamtes für Kultur, der Denkmalpflege Graubünden sowie Gemeinde Schnaus-Strada grossen Widerstand. Dank guten Verhandlungen und dem Willen aller Parteien wurde eine einvernehmliche Lösung gefunden: Das Gebäude bleibt nun am Ort SchnausStrada und wurde einfach an den Rand des Platzes verschoben (siehe auch Seite 20). Die Kosten einer Verschiebung von knapp 75 000 Franken schienen vertretbar. Ausserdem wurden die Technikräume, sanitäre Einrichtungen und der Aufenthaltsraum in das verschobene Aufnahmegebäude integriert. 1. Bauphase im Jahr 2012 Mit dem Abbruch von zwei Industriehallen auf dem Areal des Bahnhofs Schnaus–Strada wurde im Frühjahr 2012 mit dem Ausbau des Platzes Seite Disentis/Mustér begonnen. Da der zukünftige Umschlag mit einem Reach Stacker (Containerstapler) erfolgt, musste der Platz entsprechend umgebaut werden. Deshalb wurde auf der Platzseite Richtung Disentis/Mustér ein Unterstand für den Containerstapler gebaut. Dieser soll das Fahrzeug während den Wintermonaten vor den Schneefällen schützen und damit die ganzjährige Einsatzbereitschaft gewährleisten. Ende 2012 wurden die Bauarbeiten der ersten Bauphase über die Wintermonate eingestellt.

Der neue Unterstand für den Reach Stacker (Containerstapler).

Die gekaufte Wagenverschiebe-Anlage der Wyndental- und Suhrentalbahn (WSB).


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Kauf einer Wagenverschiebe-Anlage András Besse, der für den Umbau Schnaus-Strada zuständige Projektleiter Infrastruktur und Produktmanager Wiro Capol hatten im Herbst 2012 die Möglichkeit, eine knapp zweijährige Wagen-Verschiebeanlage der Whynental- und Suhrentalbahn (WSB) zu besichtigen. Weil die Bahn ihren Schienengüterverkehr auf Ende Jahr 2012 einstellte, wurde diese Seilzuganlage nicht mehr benötigt und relativ günstig an andere Bahnen zum Verkauf angeboten. Die Anlage ist ideal geeignet, im neuen GUZ Surselva die abgestellten Tragwagen ohne Mithilfe eines Rangierfahrzeuges innerhalb des Verladegleises zu verschieben. Nachdem die Besichtigung und Verhandlung positiv verlaufen und die Finanzierung sichergestellt war, konnte die Anlage im Januar 2013 in Suhr durch die Firma Flück AG demontiert und bis zum Gebrauch eingelagert werden. Die Anlage wurde während den Bauarbeiten der zweiten Bauphase in die neue Gleisanlage von Schnaus-Strada integriert. Sie wird nach einer eingehenden Instruktion den Mitarbeitenden vor Ort zur Verfügung stehen. Versetzung des Stationsgebäudes Ein wichtiger Meilenstein innerhalb der 2. Bauphase war die Verlegung des Aufnahmengebäudes vom bisherigen Standort in der Mitte des Platzes hinaus an den Rand auf die vorbereitete Unterkellerung Seite Ilanz. Nach Vorbereitungsarbeiten wurde das Gebäude am 25. Juli 2013 mit zwei grossen Pneukranen angehoben und die ca. 50 Meter an den neuen Standort verschoben. Das mediale Interesse war entsprechend gross und zahlreiche Print- und elektronische Medien in der Schweiz haben über dieses Ereignis berichtet. Nach Abbruch des «alten» Fundamentes und der Planierung

Verschiebung des Aufnahmegebäudes im Juli 2013.

des Platzes steht nun genügend Umschlagsfläche für den Reach Stacker zur Verfügung. Restliche Arbeiten der 2. Bauphase Im Verlauf des Monats August wurden noch verschiedene Arbeiten fertig gestellt. Unter anderem musste noch das restliche Rangiergleis eingebaut, eingeschottert und gestopft werden. Ausserdem wird eine Anpassung an der Einfahrt notwendig, damit die Lastwagen von Seite Disentis besser in die Anlage einfahren können. Grösste Aufmerksamkeit wurde auf die Planierung des Umschlagsplatzes gelegt. Derzeit ist vorgesehen, den Platz nicht mit einem Bitumen- oder Betonbelag zu versehen. Die Achslasten des Reach Stacker betragen auf der vorderen Achse über 80 Tonnen. Damit wäre ein normaler Strassenbelag in der warmen Jahreszeit an sehr heissen Tagen überfordert und würde rasch unbrauchbar werden. Eröffnungsfeier im September 2013 Am 13. September 2013 wurde das neue Güterumschlagszentrum Surselva mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft offiziell eröffnet. Gleichzeitig veranstaltete der Güterverkehr einen Güterkundenanlass, bei dem die Vorteile des neuen GUZ Surselva vorgestellt wurden.

Der neue Reach Stacker Kalmar DRF 450-60-C5X im Einsatz.

Der neue Transportumlauf eines Containers der Post über das GUZ Surselva.

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Gebäudeverschiebung in Schnaus Text von Jasmin Epp, Bilder von Jasmin Epp und Christian Ticar

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Die RhB erstellte bis Mitte September 2013 in Schnaus ein neues Güterumschlagszentrum für die Surselva. Um das Areal optimal für dieses nutzen zu können, wird das 100-jährige Stationsgebäude um etwa 50 Meter in Richtung Ilanz verschoben. Die Gebäudestreben wurden dafür in den vorangegangenen Wochen bereits vom alten Fundament gelöst, die Türen entfernt. Die Fenster bleiben. Die Fassade des Untergeschosses ist im Innern ringsum mit Holzbalken versehen. Diese «Aussteifung» ist für die Stabilität der Wände zuständig. Letzte Vorbereitungen für das Anheben laufen. Bei diesem Vorgang muss nämlich darauf geachtet werden, dass die beiden Kräne gleichlaufend sind. Hebt ein Kran das Gebäude schneller an, gerät das Gebäude ins Schwanken oder in Schräglage. Die dadurch entstehenden Kräfte verursachen Risse im Mauerwerk. Gespannte Erwartungen deshalb auf allen Seiten, als sich das Gebäude knarrend etwa einen Meter in die Höhe erhebt, bevor es präzise auf den Tieflader positioniert wird. Es ist das erste Mal, dass ein Gebäude auf diese Weise verschoben wird.

Deutschland, die eigens für Schwertransporte gemacht wurden. «Bis zu elf Achsen können angehängt werden. Für so ein kleines Gebäude sind acht jedoch ausreichend» erzählen die Mitarbeitenden, während sich der LkW langsam in Bewegung setzt. Das Gebäude, das immerhin rund 60 Tonnen wiegt, balanciert ruhig auf der Abladefläche. Der Lastenausgleich erfolgt mittels einer speziellen Hydraulik, die um wenige Millimeter justiert werden kann. Bereits über 100 Gebäude hat die Iten AG verschoben. Mit stetem Blick auf die Wasserwaage erzählen die Mitarbeitenden, dass sie vor einem Jahr bei der grössten Gebäudeverschiebung Europas dabei gewesen seien. Damals wurde das 6 200 Tonnen schwere Direktionsgebäude der Maschinenfabrik Oerlikon um 60 Meter verschoben. «Das hier ist ein vergleichsweise einfaches Unterfangen». Jedoch nicht minder spektakulär. Rund 50 Schaulustige versammeln sich an der Hauptstrasse und sehen gebannt zu, wie das Gebäude nach seiner Reise auf dem Lastwagen wieder in Ketten gelegt und über das neue Fundament gehoben wird. Während der Verschiebung sind ebenfalls Gemeindevertreter von Schnaus anwesend. Auf ihren Wunsch und der Denkmalpflege verschonte man das Stationsgebäude vor der Abrissbirne. Zentimeter für Zentimeter wird das Gebäude durch die zwei Kräne gesenkt, Anweisungen werden per Funk gegeben. Nach 2 ½ Stunden setzt das Gebäude auf. Wie gerufen fährt die RhB pünktlich am alten Sta­ tionsgebäude mit neuem Standort vorbei. Und die Fenster sind heil geblieben.

Arbeiter der Iten AG und der RhB in gelben und orangen Warnwesten machen sich für den Transport mit dem Tieflader bereit. Er ist eine Spezialanfertigung aus

Das Video dazu finden Sie unter: www.youtube.com/rhaetischebahn.

Zwei Autokräne strecken ihre langen Ausleger in den blauen Himmel. Acht schwere, von Rost überzogene Stahlketten sind daran gespannt, umfassen vier Stahlträger am Boden. Auf diesen Stahlträgern ruht ein von der Sonne verbranntes Holzgebäude. Die 279 PS der Träger beginnen zu brummen, und das Stationsgebäude in Schnaus-Strada tritt am 25. Juli 2013 um 9.00 Uhr seine Reise an.

András Besse, Projektleiter Infrastruktur RhB, steht der Presse Red und Antwort.

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Ein Arbeiter der Iten AG leisten Präzisionsarbeit beim Verladen auf den Tieflader.

Zum ersten Mal wird ein Gebäude auf diese Weise verschoben.


80 Tonnen Stahl auf Reisen Von Daniel Fratschöl

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Die Firma Tschudy & Co. transportierte für das ewz Elektrizitätswerk der Stadt Zürich einen Transformator mit einem Eigengewicht von knapp 80 Tonnen ab Chur nach Surava (Kraftwerk Tinizong) auf der Schiene. Am 19. August 2013 fand in Graubünden zwischen Surava und dem ewz-Kraftwerk Tinizong die letzte Etappe des Schwetransportes eines Transformators statt. Vom Produktionsstandort der Firma Siemens in Linz (Deutschland) bis nach Chur wurde der Transport zunächst auf der Strasse durchgeführt. Dort wurde auf entsprechendes Rollmaterial der Rhätischen Bahn umgeladen und nach Surava befördert. Als Vorbereitung für diesen Schwertransport auf der Schiene wurde im Freiverlad Chur die «Tschudy-Brücke» auf die RhB-Drehgestelle der Serie 8251 mit 12 Achsen montiert. Am Mittwoch, 14. August 2013, konnte dann im Verlauf des Tages der Transformator mit einem Pneukran vom LKW-Tieflader auf den Bahnwagen umplatziert werden. Die Firma Tschudy & Co. ist ein langjähriger Partner der Bündner Güterbahn bei Transporten von schweren Lasten auf der Schiene. Die vorhandene Ladebrücke der Firma wurde speziell für solche Schwertransporte mit der Bahn entwickelt und auf die RhB-Drehgestelle der Serie 8251 abgestimmt.

trazug nur mit maximal 40 km/h verkehren. Deshalb benötigte der Zug von Chur bis Surava eine Fahrzeit von knapp dreieinhalb Stunden. Für den Schwetransport wurde das Güterumschlagszentrum Surava gesperrt. Es wurde weder eine Zunoch eine Abfuhr bewilligt, da der Trafo mit der über 30 Meter langen Ladebrücke hier für den Transport nach Tinizong gewendet werden musste. Am Bahnhof Surava wurde der Trafo am Montag, 19. August, auf den LKW-Tieflader umgeladen. Dazu musste erst der Bahnwagen Nr. 8251 weggestellt werden. Danach wurde der Tieflader mit dem LKW unter die Ladebrücke geschoben und der Trafo auf den Tieflader verladen. Dasselbe folgte auf der anderen Seite, was etwa 3 Stunden dauerte. Der Bahnwagen besteht aus zwei Drehgestellen mit je 6 Axen. Um 10.30 Uhr wurde der Schwertransport mit dem Tieflader von insgesamt über 30 Meter Länge durch Polizeibegleitung die letzte Etappe von über 15 Kilometer zum ewz-Kraftwerk Tinizong transportiert. Der Transport eines weiteren Trafos ist im Jahr 2014 geplant. Ich hätte den Transport zum ewz-Kraftwerk Tinizong gerne begleitet, doch dazu fehlte mir die Zeit. Das Güterumschlagszentrum Surava ist jederzeit bereit für solche Aufgaben. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für diesen grossen Moment.

In der Nacht vom Freitag, 16. August, auf Samstag, 17. August 2013, fand der Transport mit einem Güterextrazug zwischen Chur und Surava statt. Wegen der Grös­se und dem Gewicht des Trafos durfte der Güterex-

Der Trafo wird von der Firma Tschudy auf den LKW-Anhänger verladen.

Nach dem Verlad wird der 80 Tonnen schwere Trafo im Güterumschlagszentrum Surava abgedreht.

Durch die Begleitung der Polizei geht’s nun weiter nach Tinizong.

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RhB-Kreditkarte auch für Mitarbeitende Von Ladina Gredig und Yvonne Dünser

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Die RhB lancierte in Zusammenarbeit mit dem Kreditund Prepaid-Kartenherausgeber Cornèrcard die RhBKreditkarte. Nebst der Möglichkeit, im Alltag, auf Reisen oder im Internet bargeldlos zu bezahlen und von exklusiven Rabatten für Bahn- und Freizeiterlebnisse zu profitieren, verfügt die RhB-Kreditkarte über eine weitere Funktion, mit welcher sie zum Erhalt von historischen Bahnwagen beiträgt. Auch RhB-Mitarbeitende können profitieren. Sonderkonditionen für Mitarbeitende Den Mitarbeitenden der RhB wird die Jahresgebühr im ersten Jahr erlassen. In den Folgejahren kostet die Karte 50 Franken pro Jahr. Antragsformulare für die Bestellung einer RhB-Kreditkarte können an allen Bahnhöfen oder beim Vertrieb Schweiz/International bezogen werden. Weitere Informationen rund um die RhB-Kreditkarte sind unter www.rhb.ch/cornercard oder im Internet erhältlich. Eine gute Partnerschaft Cornèrcard ist ein Unternehmen der Cornèr Bank AG, eines privaten und unabhängigen Schweizer Bankinstituts, das 1952 in Lugano gegründet wurde. 1975 lancierte die Cornèr Bank AG als erste Schweizer Bank die Visa Kreditkarte und gestaltet seitdem dank ständiger Innovationsleistungen die Schweizer Kreditkartenlandschaft wesentlich mit. Die Partnerschaft zwischen der Rhätischen Bahn und Cornèrcard bietet für Kunden entscheidende Vorteile und dazu die Möglichkeit, die Vorzüge eines modernen Zahlungsmittels mit einem gemeinsamen Engagement für «historic RhB» zu kombinieren.

Gemeinsam für «historic RhB» Der Verein historic RhB bezweckt auf gemeinnütziger Basis die Erhaltung, Restaurierung und Instandstellung sowie den Betrieb von historischen Fahrzeugen der RhB auf deren Netz. «Die neue RhB-Kreditkarte überzeugt mit erstklassigen und nützlichen Leistungen, verbunden mit einem Beitrag zur Kulturförderung», freut sich Piotr Caviezel, Leiter Vertrieb und Marketing: Als Kooperationspartnerin von Cornèrcard und Initiantin der neuen Kreditkarte spendet die RhB vom ersten Jahresbeitrag jeder Kreditkarte 30 Franken zugunsten des Vereins historic RhB. Ergänzend dazu überweist Cornèrcard von jedem getätigten Einkauf mit der RhBKreditkarte 0,2 % an historic RhB – ohne Mehrkosten für die Karteninhaber. Vorteile auf der ganzen Linie Nebst der Förderung von «historic RhB» profitiert auch jeder Kreditkarteninhaber persönlich vom neuen RhBZahlungsmittel. Inhaber einer RhB-Kreditkarte erhalten einen Jahresumsatz-Bonus in Form von RhB-Railbons und exklusive Rabatte und Preisvorteile z. B. für Führerstandsfahrten, historische Dampffahrten durch Graubünden oder beim Besuch des Bahnmuseums Albula in Bergün. Für das Design der RhB-Kreditkarte stehen drei attraktive Motive zur Auswahl: Glacier Express, Bernina Express und Rhätische Bahn. Weitere Informationen: www.rhb.ch/cornercard

Philippe Sundermann, Produkt Manager, Cornèrcard, Pascal Rechsteiner, Leiter Marktbearbeitung CH/International, Piotr Caviezel, Leiter Vertrieb und Daniel Frey, Supervisor Partner Managemen, Cornèrcard.

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Inframation Von Reto Sidler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Zwischenstand Umbau Bahnhof Samedan Im Bahnhof Samedan sind die Bauarbeiten für den Umbau des Westkopfes und die Erweiterung der Abstellgleisanlagen abgeschlossen. Beim Umbau wurden auch die Wagenvorheizanlage und die Fahrleitung im ganzen Bahnhofbereich erneuert. Zudem sind in den langen Abstellgleisen neben den Heizstöcken neu auch stationäre Druckluftzapfstellen vorhanden. Die Kapazitäten der Abstellgleisanlagen in Samedan wurden für den Mehrbedarf während dem bevorstehenden Umbau des Bahnhofs St. Moritz und im Hinblick auf den Angebotsausbau Retica 30 erweitert. Noch im Gang ist der Ausbau der Sicherungsanlage mit der Vollfernsteuerung. Diese Arbeiten werden 2014 abgeschlossen.

Umbau Perrons in Malans, Bonaduz und Diavolezza Die Bahnhöfe Malans und Bonaduz werden bis Ende 2014 zu modernen, zweigleisigen S-Bahnstationen mit Aussenperrons von mindestens 150 Meter Länge ausgebaut. Im Herbst 2013 werden in Malans der neue Perron vor dem Bahnhofgebäude und die neue Wartekabine erstellt. In Bonaduz werden der neue Perron auf der Südseite sowie die neue Überdachung der Rampe und Treppe in die Personenunterführung ausgeführt. Ab Dezember 2013 stehen unseren Fahrgästen bei beiden Bahnhöfen je eine Hochperronkante und damit komfortable Ein- und Ausstiegsverhältnisse zur Verfügung. Die Ausführung des zweiten Hochperrons ist bei beiden Bahnhöfen 2014 geplant. Für die Kundeninformation ist künftig neben dem KIS zusätzlich pro Perron je ein Überkopfanzeiger vorhanden. Auch die Sicherungsanlagen beider Bahnhöfe werden mit einer Vollfernsteuerung ausgebaut. Ebenfalls im Gang ist der Ausbau der Perronanlage der Haltestelle Bernina Diavolezza.

Zwischenstand des Umbaus am Bahnhof Samedan.

Bahnhof Malans.

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Wagenvorheizanlage Von Mario Beck

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Eine Wagenvorheizanlage ist eine Einrichtung, die dazu dient, abgestellte Züge oder Wagen mit elektrischer Energie zu versorgen, ohne dass dazu eine Lokomotive angeschlossen werden muss. Oftmals werden Wagen auch ohne gekuppelte Lokomotive abgestellt, sodass eine externe Stromversorgung notwendig ist. Wie der Name vermuten lässt, dient diese Massnahme hauptsächlich der Vorheizung beziehungsweise der Klimatisierung der abgestellten Wagen, damit diese bei ihrem nächsten Einsatz angenehm temperiert zur Verfügung stehen. Die Rhätische Bahn betreibt in ihrem Netz insgesamt 14 Wagenvorheizanlagen, die an folgenden Bahnhöfen aufgestellt sind: Arosa, Chur Personenbahnhof, Chur West, Davos Platz, Disentis/Mustér, Landquart Nord, Landquart Süd, Pontresina, Samedan, Scoul-Tarasp, Selfranga, St. Moritz, Tirano und Zernez. Ebenfalls zur Verfügung stehen zwei mobile Wagenvorheizanlagen, die auf einen Flachwagen aufgebaut sind und je nach Bedarf zwischen den Bahnhöfen verschoben werden können. Allzeit angenehme Temperaturen Um den Fahrgästen in jeder Jahreszeit eine angenehme Reise in beheizten oder gekühlten Reisewagen zu ermöglichen, müssen sich die Verantwortlichen der RhB verschiedensten Herausforderungen stellen. So ist die Betriebssicherheit der Wagenvorheizanlage ein zentraler Punkt. Ebenfalls müssen Störungen oder Schäden an der Anlage so rasch als möglich behoben werden,

Elektrant mit Ausreissvorrichtung.

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Verkabelung der Transformatoren.

um keine grössere Komforteinbussen in Kauf nehmen zu müssen. Eine weitere Hürde stellte der stetig wachsende Komfort in den Reisezügen dar, weshalb immer mehr Energie benötigt wird. Um genügend Leistung für alle diese Systeme über die Zugsammelschiene (ZSS) transportieren zu können, hat sich die RhB entschieden, längerfristig die ZSS-Spannung von den heutigen 320VAC auf 990VAC zu erhöhen. Da diese Umstellung nicht «über Nacht» erfolgen kann, werden sich 320V und 990V Wagen nebeneinander im Betrieb befinden. Alle diese Herausforderungen haben die RhB dazu gezwungen, ihr bisheriges Wagenvorheizanlagen-System zu überarbeiten und den neuen Gegebenheiten anzupassen. Dieses besteht im wesentlichen aus zwei Transformatoren, wobei der eine 990V und der andere 320V Heizspannung abgibt, einer zentralen Steuerung, auf die mittels Fernwartung zugegriffen werden kann, einer Niederspannungsschaltanlage, die die einzelnen Elektranten zu- und abschaltet, und den Elektranten, die eine integrierte Abreisskupplung haben. Diese integrierte Abreisskupplung hat den Vorteil, dass beim Abfahren eines Zuges, der am Elektrant angeschlossen ist, nicht der Elektrant beschädigt wird, sondern lediglich das Kabel ausgetauscht werden muss. Das neue Wagenvorheizanlagen-System wurde bereits an den Bahnhöfen Davos Platz, Samedan und Chur Personenbahnhof installiert und erfolgreich in Betrieb genommen. Ebenfalls in naher Zukunft plant die RhB den Umbau der Wagenvorheizanlage St. Moritz.

Zentrale Steuerung mit Touch-Panel zur Bedienung vor Ort.


Das Blaue Bähnli Von Bertram Dietsch und Verein «Ds Blaue Bähnli»

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Zur Betriebseröffnung nahm die damalige Worblentalbahn (WT) am 25. August 1913 den Triebwagen CFe 4/4 101 (ab 1927 Cfe 4/4 36) in Betrieb, wo er bis ins Jahr 1988 im Dienst stand. Dann erfolgte der Verkauf an die Bahngesellschaft Montreux–Oberland bernois, wo er bis zu seiner Ausrangierung im Jahr 2007 als Be 4/4 36 diente. Der im September 2007 gegründete Verein «Ds Blaue Bähnli» setzte sich zum Ziel, dieses letzte noch betriebsfähige Blaue Bähnli für das 100-Jahr-Jubiläum der Worblentallinie im Jahr 2013 wieder Instand zu stellen. Am 21. November 2007 kehrte der Triebwagen 36 von der MOB auf das RBS-Netz zurück. Umgehend begannen Vereinsmitglieder im RBS-Depot Solothurn mit der Demontage des Triebwagens. Im November 2009 gelangte der Verein «Ds Blaue Bähnli» mit folgender Anfrage an die RhB: «Aufarbeitung und Wiederherstellung des damaligen VBW-Triebwagens 36 (Vereinigte Bern-Worb-Bahnen) in einen betriebsfähigen Zustand». Nach einer intensiven Angebotserstellungsphase erhielt die RhB den Zuschlag für die Auf­ arbeitung des VBW-Bde 4/4 36 in Landquart. Am 15. Februar 2011 erfolgte die Anlieferung per LKW. Da für diesen Oldtimer nicht genügend detaillierte Unterlagen zur Verfügung standen, wurde der Holzgerippe-­ Neubau in zwei Etappen durchgeführt und nur eine Seite des Fahrzeuges wurde demontiert. Die andere Hälfte blieb als Referenz stehen. Nach der Demontage des Holzgerippes kamen am Untergestellrahmen Roststellen zum Vorschein, welche saniert wurden, bevor das Untergestell grundiert und neu gestrichen wurde. Der Aufbau des Kastengerippes erfolgte nach Muster.

Die Anlieferung im Februar 2011.

Das dazu verwendete Eichenholz wurde aus «Klotzbrettern» herausgeschnitten und gehobelt. Die runden Deckenspriegel wurden eigens auf einer dazu hergestellten Presse gefertigt. Nachdem die erste Hälfte des Kastengerippes wieder aufgebaut war, wurde mit dem zweiten Teil begonnen. In der Folge wurde das Fahrzeug mit teils neu hergestellten Blechteilen an den Seitenwänden und im Dachbereich eingekleidet. Anschliessend konnten die Mechaniker und Elektriker mit der Arbeit am «neuen Schmuckstück» beginnen. Auf dem Dach, in den Führerständen und im Untergestell wurden sämtliche mechanischen Teile montiert. Im elektrischen Bereich wurden alle Kabel neu eingezogen und ein neues Elektrotableau aufgebaut. Im Innenausbau wurden die teilweise durch Vereinsmitglieder revidierten Fensterheber und Fenster montiert, Rollos angebracht, Sitzbänke eingebaut und Türen eingepasst. Anfang Dezember 2012 konnte die RhB dem Verein «Ds Blaue Bähnli» das Fahrzeug wieder übergeben. Am 11. und 12. Mai 2013 unternahm das fast 100-jährige «36i» im Depot Solothurn schliesslich seine ersten Fahrversuche. Im Juli erfolgte die erfolgreiche BAV Abnahme, sodass das Blaue Bähnli nach der Instruktion des Lokpersonals am Wochenende vom 23. bis 25. August 2013 – exakt nach 100 Jahren seine zweite Jungfernfahrt absolvieren konnte. Mit der Restaurierung dieses Fahrzeuges stellte die Werkstatt Landquart der RhB wieder einmal eindrücklich ihr Fachwissen und ihre Fertigkeiten unter Beweis! Weitere Informationen: www.blausbaehnli.ch

Das Fahrzeug Ende 2011.

Das Blaue Bähnli heute.

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Zweites Leben für die Gak Von Pierre-Yves Kalbfuss

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Zwanzig vierachsige Güterwagen Gak (5401–4520) wurden 1979 bei der RhB in Betrieb genommen. Im Laufe der Jahre zeigte sich, dass diese Wagengattung für den modernen Güterverkehr nicht geeignet ist, und die Wagen wurden nur noch vereinzelt eingesetzt. Für Güter, welche mit den Gak transportiert werden könnten, werden heute Schiebewandwagen und immer öfter Container bevorzugt. Aus heutiger Sicht ist die damalige Beschaffung von Wagen mit Holz-Seitenwänden und konventionellen Toren kaum verständlich, denn zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits die ersten Schiebewandwagen im Betrieb bewährt. «Recycling» und Verkauf der Wagen Deshalb wurden die Gak 5412–5420 bereits 2007 und 5404–5406 im Jahr 2010 abgebrochen. Die Drehgestelle wurden für die Sanierung von Kesselwagen der Serie Za 8101-8113 wiederverwendet. Die übrigen acht Wagen 5401–5403 und 5407–5411 wurden 2012 ausrangiert und nach Frankreich an die Chemin de fer du Vivarais verkauft. Der erste Wagen wurde im November 2011 mit einem Tieflader nach Tournon im Rhônetal transportiert und diente als Prototyp für den Umbau in einen offenen Personenwagen. Fünf Wagen folgten im April 2012 und die letzten zwei im Oktober. So war diese Wagengattung nach erst 33 Jahren Einsatzzeit bei der RhB vollständig eliminiert. Das neue Zuhause der Gak Das Meterspurnetz im Vivarais wurde zwischen 1890 und 1903 eröffnet und erschloss die Region zwischen den Flüssen Rhône und Loire. Die Streckenlänge betrug

Gak 5405 war 2004 noch Graubünden …

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… wurde sorgfältig umgebaut und …

203 Kilometer. Es handelte sich um echte, aufwändig gebaute Bergstrecken mit einem Minimalradius von 100 Metern. Über längere Steigungen von bis zu 32.5 ‰ wurde der höchste Punkt bei 1060 Metern über Meer erreicht. Der Ausbaustandard war mit demjenigen der Rhätischen Bahn vergleichbar. Betreiber war die Compagnie de Chemins de Fer Départementaux (CFD), die mehrere Meterspurnetze und einzelne Normalspurstrecken in ganz Frankreich verwaltete. In dieser dünn besiedelten Region generierte der Güterverkehr anfänglich die grössten Einnahmen. Befördert wurde hauptsächlich Holz, das für die Abstützung von Stollen im Bergbau verwendet wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg waren die Verkehrszahlen rückläufig, einerseits wegen der aufkommenden Konkurrenz durch die Stras­ se, andererseits weil die Kohlen-Bergwerke in Mittelfrankreich nach und nach geschlossen wurden. Eine Strecke mit Geschichte Vierzehn sechsachsige Dampflokomotiven übernahmen den grössten Anteil der Zugleistungen. Die ersten acht dieser leistungsfähigen Maschinen wurden durch die SLM in Winterthur 1901–1905 hergestellt. Ab 1935 wurde die Dampftraktion mehrheitlich durch wirtschaftlichere und schnellere Dieseltriebwagen abgelöst. Nach einer ersten Streckenschliessung 1952 wurden die übriggebliebenen 160 km am 31. Oktober 1968 stillgelegt. Glücklicherweise wurden aber ab 1969 die Abschnitte Tournon – Lamastre (32 Kilometer) und ab 1970 Dunières – St Agrèves (36 Kilometer) als Museumsbahnen wieder in Betrieb genommen.

… erfreut heute Touristen in Frankreich.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Die Museumstrecke Tournon – Lamastre wurde 2008 mit dem Konkurs des Betreibers erneut stillgelegt. Mangelnde finanzielle Mittel zehrten an der Substanz, der Unterhalt wurde vernachlässigt, und die revisionsfälligen Dampflokomotiven nach und nach abgestellt. Der Zustand des Wagenparks und der Infrastruktur war bedenklich. Wiederaufbau für den Tourismus Für die Region war indes diese wichtige touristische Attraktion nicht mehr wegzudenken, und dank Investitionen von 8.6 Millionen Euro konnte der Wiederaufbau sichergestellt werden. Die regionalen, politischen Organe haben die Finanzierung übernommen (Region Rhône-Alpes, Conseil général de l’Ardèche, Communauté de communes du Pays de Lamastre und Communauté de communes du Tournonais). Der zwei Kilometer lange Dreischienenabschnitt ausgangs Tournon im Rhônetal musste jedoch aufgegeben werden, weil eine gemeinsame Nutzung der SNCF-Strecke finanziell nicht tragbar gewesen wäre. Ein Bahnhof mit Lokremise und Drehscheibe musste bei der Abzweigstelle der eigenen Strecke gänzlich neu aufgebaut werden. Eine erste Mallet-Dampflokomotive wurde revidiert und mit einem neuen Kessel ausgerüstet. Mehrere historische Wagen wurden ebenfalls instand gestellt. Wagenkästen aus Holz mussten vollständig neu aufgebaut werden. Im Allgemeinen wurden alle Arbeiten sehr sorgfältig und unter Berücksichtigung der historischen Aspekte stilgerecht ausgeführt.

Die Anlieferung im Februar 2011.

Gak-Wagen neu für Personentransport Die acht Gak-Güterwagen der RhB wurden in offene Personenwagen umgebaut. Im für höhere Lasten gebauten Rahmen wurde eine Aussparung für einen grosszügigen Mitteleinstieg geschaffen. Die Holzböden wurden geschliffen und lackiert. Unter dem Blechdach wurden eine ansprechende Holzverkleidung mit integrierten Lautsprechern sowie eine Beleuchtung eingebaut. Die neu gefertigten, sehr schön gestalteten Holzbänke bieten pro Wagen 66 Sitzplätze. Einweihung der Museumsbahn Am 2. Juli 2013 wurde die wieder aufgebaute Museumsbahn feierlich eingeweiht, der reguläre Betrieb wurde am nächsten Tag aufgenommen. Die Strecke folgt vom neuen Bahnhof Tournon – St Jean de Muzols bis Colombier-le-Vieux in einer Steigung von 20 ‰ der wilden Schlucht des Flusses Doux mit seinen sehr schönen Kunstbauten. Auf diesem Abschnitt verkehren täglich Dampfzüge mit der in der Schweiz durch SLM erbauten Dampflok. Auf dem attraktivsten Streckenteil werden zudem Talfahrten mit Schienenvelos angeboten. Fahrten von Tournon bis nach Lamastre mit Dampfzügen und Dieseltriebwagen werden vereinzelt durchgeführt (siehe www.trainardeche.fr). Mit der Einweihung sind noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Unter anderem wird bis Frühling 2014 eine zweite Mallet-Dampflok vollständig revidiert. Die ersten Erfahrungen mit den umgebauten Gak sind sehr positiv, und man kann zuversichtlich sein, dass diese Wagen in ihrem zweiten Leben besser geschätzt werden als in ihrem ursprünglichen Einsatz als Güterwagen.

Niederflurfahrzeug aus dem Jahr 1938.

Bahnhofgebäude im Jahr 2013 gebaut.

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Tagblatt – Zeitung fir Lëtzebuerg Freitag, 12. April 2013

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Damals, vor 30 Jahren InfoRetica, Nr. 3/1983

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Damals, vor 100 Jahren Von Gian Brüngger

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Damals, vor 100 Jahren, fanden Abnahmeversuche auf der Linie St. Moritz – Scuol-Tarasp statt. Zur Ermittlung des Energieverbrauchs in Wattstunden pro Bruttotonnenkilometer erfolgten in den Nächten vom 1. bis 4. Oktober 1913 mit den 1’D1‘ Lokomotiven à 600 PS, Nr. 301 von Brown Boveri & Cie. (BBC), Nr. 351 von der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO), Nr. 391 von der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft in Berlin (AEG), nachstehende Versuchsfahrten:

Um für einen Vergleich der drei Lokomotiven möglichst einwandfreie Werte zu bekommen, prüften die Techniker in einer Nacht jeweils alle drei Lokomotiven. Die Witterung war sehr günstig, meistens windstill und trocken.

auf den 2. Oktober: von abends 19 Uhr 36 bis morgens 7 Uhr 33 je eine Leerfahrt St. Moritz – Scuol-Tarasp – St. Moritz; n auf den 3. Oktober: von abends 19 Uhr 36 bis morgens 7 Uhr 33 je eine Fahrt mit halbem Anhängegewicht St. Moritz – Scuol-Tarasp – St. Moritz;

Sie registrierten in der Umformerstation Bever Spannung, Stromstärke, Leistung und auf den Lokomotiven die Fahrgeschwindigkeit. Zur Kontrolle der registrierten Leistungen diente ein Kilowattstunden-Zähler. Die in der abgehenden 11‘000 Volt-Einphasenleitung eingebauten Registrierinstrumente für Spannung, Stromstärke

n

n

auf den 4. Oktober: von abends 19 Uhr 36 bis morgens 7 Uhr 33 je eine Fahrt mit vollem Anhängegewicht St. Moritz – Scuol-Tarasp – St. Moritz.

Tabelle zur Ermittlung der verbrauchten Wattstunden für den Bruttotonnenkilometer Lokomotive Nr.  

 von    

Gewicht der Lokomotive t

Anhängegewicht   t

301 351 391

BBC MFO AEG

55.17 49.57 55.38

0 0 0

Leerfahrt: 55.17 6‘261 49.57 5‘626 55.38 6‘285

145.0 114.6 130.4

274.6 230.7 248.0

419.6 345.3 378.4

67.0 61.4 60.2

301 351 391

BBC MFO AEG

55.17 49.57 55.38

62.35 65.24 62.35

Halblast: 117.52 13‘338 114.81 13‘030 117.73 13‘362

154.5 140.4 142.0

393.9 375.8 383.5

548.4 516.2 525.5

41.1 39.6 39.3

124.7 130.62 124.7

Volllast: 179.87 20‘414 180.19 20‘450 180.08 20‘438

155.2 142.0 144.9

516.6 517.0 517.4

671.8 659.0 662.3

32.9 32.2 32.4

301 351 391

BBC MFO AEG

55.17 49.57 55.38

Zugsgewicht   t

BruttoVerbrauchte kWStd. tonnen-   Kilometer         Tal- und Talfahrt Bergfahrt (BTkm) Bergfahrt

Lok 352 in Landquart am 25. August 1972.

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Wattstd. für den BTkm Mittelwert  

Lok 391 in Samedan am 19. August 1972.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

und Leistung massen für jede Lokomotive den Energieverlust in der Fahrleitung, in der Speiseleitung und in den Schienen. Die Messergebnisse zeigten eigentlich bei allen drei Lokomotivtypen ähnliche Resultate. Einzig die von BBC gelieferte Nr. 301 wich überall etwas ab. Bei der Lokomotive 351 von MFO überstieg die Temperatur in der Primärwicklung des Transformators leicht die zulässige Grenze. Die Versuchsfahrten dauerten mit jeder Lokomotive zwölf Stunden. Damit konnte nachgewiesen werden, dass sie jedem praktischen Dauerbetrieb genügen würden. Das Pflichtenheft für die Lieferung der Lokomotiven bezüglich Anfahrleistung lautete: «Die Lokomotive soll imstande sein, einem Zug von 180 Tonnen Gesamtgewicht, bei normalem Schienenzustand und bei 10‘000 Volt mittlerer Fahrdrahtspannung, auf 25 ‰ Steigung eine mittlere Beschleunigung von ca. 15 cm/Sek2 zu erteilen, so dass derselbe die volle Fahrgeschwindigkeit von 28 km/h in ca. 52 Sekunden erreicht».  Zeit  

Spannung ab Umformerstation

HöchstStromstärke

Die Anfahrversuche mit den Lokomotiven Nr. 301, 351 und 391 fanden in der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 1913 bei klarem und ziemlich kaltem Wetter statt; der Schienenzustand war gut. Da die Rampe von 25 ‰ Steigung sich aber am Ende der elektrisch betriebenen Linie zwischen Ardez und Scuol befindet und die Durchführung der Anfahrversuche betreffend Verständigung mit der Umformerstation Bever sich somit schwerfälliger gestaltet hätte, begnügten sich die Verantwortlichen Techniker, die Versuche auf der Rampe von 20 ‰ Steigung nach der Ausfahrt aus der Station Bever durchzuführen. Bei Gegenüberstellung der Beschleunigungswerte der drei Lokomotiven ist festzustellen, dass die Lokomotive Nr. 351 die kleinsten Werte aufweist. Der Grund dazu liegt im Steuermechanismus dieses Lokomotivtyps, der ein so rasches Vorwärtsschalten nicht zulässt, wie es bei den andern Lokomotivtypen der Fall ist. Immerhin erreichte auch die Lokomotive Nr. 351 die Garantiewerte.

HöchstLeistung

EndGeschwindigkeit

Anfahrzeit

Anfahrweg

kW

V

t

m

Mittl. Beschleunigung aus V = b x t; b in cm/sek2

22:11 22:19 22:28

10100 10000 10000

a) Lokomotive Nr. 301 von BBC Zugsgewicht = 179,87 Tonnen 106 900 28 35 165 108 900 28 31 143.5 108 910 28 31.5 136

22 25 25

01:54 01:59 02:04

10100 10100 10100

b) Lokomotive Nr. 351 von MFO Zugsgewicht = 180,16 Tonnen 78 680 28 52 87 800 28 42 102 880 28 38

15 18 20

23:58 00:04 00:09

10100 10100 10100

c) Lokomotive Nr. 391 von AEG Zugsgewicht = 180,08 Tonnen 105 910 28 31 133.5 113 1050 28 26 126 108 1000 28 31 131 Ge 4/6 301 beim Depot Landquart am 1. Mai 1960 (Foto Peter Willen).

211 194 170

25 30 25

Ge 4/6 351 Bever 1913 (Archiv RhB).

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Bahnmuseum – «My first sonic Lok» Von Gion Caprez, Konservator Bahnmuseum

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

In der neuen Wechselausstellung im Bahnmuseum Albula in Bergün kreiert der St. Galler Künstler und Musiker Andy Guhl vom 1. September 2013 bis 28. Februar 2014 aus den unhörbaren elektromagnetischen Schwingungen einer Lokomotive hör- und sichtbare Klangund Lichtwellen. Die poetische Geräusch- und Bildkomposition lässt das Publikum die Kraft der Maschine ebenso ungewohnt erleben wie die virtuell vorbeiziehende Landschaft. Andy Guhl installiert im Raum für Wechselausstellungen eine 5-Kanal-Video-Arbeit. Mit den Aufnahmen nimmt der Künstler die Betrachter mit auf eine Reise von Samedan nach Landquart. Technik und Natur erscheinen in poetischen, ungewohnten Bildern – mal rasant und mal gemächlich ziehen die Landschaften vorbei. Für die Performance und Ausstellung im Bahnmuseum Albula verwendet er eine Lokomotive als Instrument. Er fängt die unhörbaren elektromagnetischen Schwingungen einer 65 Tonnen schweren und 2400 PS starken Maschine ein und formt daraus neue hör- und sichtbare Klang- und Lichtwellen. So kommt das Publikum der Maschine auf eine ungewöhnliche Weise nahe. Verschiedene Motive sind wahrnehmbar, wie die Kraft beim Anfahren, verschiedene Zustände des Motors oder der Zustand der Schienen. Mit dieser Installation knüpft Guhl an die Verwendung der Lokomotive als Motiv in der Musik durch bekannte Künstler wie Arthur Honegger an. Eröffnung mit Performance In der Performance am 1. September im Bahnmuseum hat Andy Guhl die Aufnahmen der Lok Ge 6/6 II vor Ort live gemischt und schaffte damit für Bähnler, Soundund Musikliebhaber, wie auch den Wandertouristen ein klangliches und visuelles Abenteuer und gab einen eindrücklichen und nachvollziehbaren Einblick in sein Schaffen.

Im Bahnmuseum Albula: Elektromagnetische Schwingungen sichtbar aufbereitet.

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Visuelle Geräuschmusik Andy Guhl (*1952) hat sich mit dem Duo Voice Crack einen Namen gemacht. 2001 war das Duo an der Biennale Venedig, wo sie mit den Klängen des Canale Grande die Kirche San Staë bespielten. In seinem aktuellen Solo-Projekt «The Instrument» erweitert Andy Guhl seine Geräuschmusik um die Dimension des Visuellen. Neben den elektromagnetischen Schwingungen von Maschinen und Apparaten macht er Lichtwellen und Impulse hör- und sichtbar, collagiert sie zum Teil zusätzlich mit Fehlern von Hard- und Software und gibt sie als bewegte Bilder wieder aus. Er hackt dafür die bestehenden Funktionen von Alltagsgeräten wie Video­ kameras, Veloblinklichtern, Spielzeugen, Radios oder Blitzlichtern. Neues in der Sammlung Im Sommer 2013 organisierten wir zweimal Workshops, wo freiwillige Helfer während mehrerer Tage tatkräftig Hand anlegten: in verstaubten Kisten angelieferte Exponate wurden gereinigt und in die Datenbank aufgenommen, ein neuer Archivraum wurde eingerichtet, und an einigen Grossobjekten begannen die Restaurierungsarbeiten. Unsere Besucher können den Fortgang der Arbeiten im Schaudepot selbst verfolgen. Zurzeit arbeiten wir an der Aufstellung einer funktionsfähigen Hipp’schen Wendescheibe, an der Revision eines BBC-Stufenschalters aus einer CC-Lokomotive und der Reinigung und Präsentation unserer Sammlung von historischen Vermessungsinstrumenten. Wer gerne selbst mitmachen möchte, findet neue Termine und Kontaktadressen unter: www.bahnmuseum-albula.ch


125 Jahre RhB – Bilder und Anekdoten gesucht Von Simon Rageth

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Schon bald ist es so weit: Die Rhätische Bahn wird 125-jährig. Dies wollen wir mit einem Blick in die Geschichtsbücher auch gebührend aufarbeiten. Die Unternehmenskommunikation erarbeitet derzeit verschiedene Geschichten und Anekdoten aus der 125-jährigen Geschichte der Bündner Bahn, welche 2014 für Medien, Ausstellungen, Präsentationen oder sogar für ein Buch verwendet werden können. Das kommende Jahr steht unter dem Motto «RhB – 125 Jahre faszinierend unterwegs». Und: Wir brauchen Ihre Unterstützung! Wir suchen Folgendes: n Historische Bilder n  Fotografisch festgehaltene, spezielle Situationen aus 125 Jahren RhB n Fotos von Promis bei der RhB n Fotos mit Mitarbeitenden damals n Anekdoten n Alte Fahrpläne und Tickets n Briefmarken mit RhB-Sujets n Frühere Menüs aus den Speisewagen n Alte Werbeposter n Lohnbriefe aus den Anfängen n Kundenreklamationen anfangs des 20. Jahrhundert

Als Beispiel sei diese «Anekdote» aus dem Geschäfts­ bericht 1945 genannt: «Da der Verlauf der Kriegsereignisse im Sommer 1944 erwarten liess, dass bis zum Inkrafttreten des Fahrplanes 1945/46 der Krieg wenigsten in Europa beendigt sein werde, wurde in den Fahrplanentwürfen für die Fahrplanperiode 1945/46 die kriegsbedingten Einschränkungen fallen gelassen, (…). Wenn auch der Friede nicht so rasch einkehrte, wie man es allgemein erwartet hatte, so hat der Optimismus der Bahnen doch seine Rechtfertigung erhalten, indem der Tag des Inkrafttretens des ersten Friedensfahrplanes, der 7. Mai 1945, genau mit dem Tag der Waffenruhe in Europa zusammenfiel. Möge darin ein gutes Omen für eine weitere glückliche Entwicklung der Eisenbahnen liegen!» Senden Sie oder teilen Sie uns mit, was Sie persönlich als eine spannende Geschichte aus den Annalen der Rhätischen Bahn empfinden.

Und: Wir suchen noch viel mehr. Kurioses, Spezielles, Originelles und Seltenes.

Der japanische Thronfolger Akihito in den 50er Jahren bei der RhB.

Wie erreichen Sie uns? Melden Sie sich doch zuerst telefonisch bei uns, damit wir gemeinsam besprechen können, in welcher Form wir die Unterlagen erhalten, ob Sie die Rechte an den Bildern besitzen und ob eine Rückgabe erwünscht ist. Anekdoten können Sie uns auch mündlich übermitteln. Wir freuen uns auf Ihren Anruf. Simon Rageth: Telefon 081 288 64 06 Florian Ambauen: Telefon 081 288 64 02 Minnie Silfverberg: Telefon 081 288 64 65

Kofi Annan bei der RhB.

Briefmarke von Union Island.

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Der Glacier Express rollt weiter Von Sabrina Dattilo

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Der Glacier Express ist der Klassiker unter den Panoramazügen und international sehr beliebt. In diesem Jahr standen einige Neuerungen an: Eine Partnerschaft mit dem Schweizer Uhrenhersteller TAG Heuer wurde erfolgreich umgesetzt und das Produktkonzept für das Jahr 2014 erarbeitet. Kooperation mit TAG Heuer Seit diesem Sommer profitieren die Gäste des Glacier Express von einem Uhrenverkauf an Bord des langsamsten Schnellzugs der Welt. Im Angebot sind je eine TAG Heuer Herren- und Damenuhr, exklusiv kreiert für den Glacier Express in limitierter Edition. Der Verkauf auf dem Zug wird erfolgreich durch das RhB-Zugpersonal umgesetzt. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an das Zug- und Bahnhofspersonal, das diese Aktion ermöglicht hat und sich täglich dafür engagiert! Das Ziel der Partnerschaft ist eine Aufwertung der Panoramabar sowie eine Zusatzleistung für den Gast im Glacier Express. Gleichzeitig werden gegenseitige Marketingkanäle genutzt. Das Uhrenmodell wird sowohl auf der Facebook-Seite von TAG Heuer als auch auf jener des Glacier Express mittels eines grossen Wettbewerbs kommuniziert. Mitarbeiter der RhB können die Uhren zu einem Vorzugspreis beziehen. Weitere Informationen erhalten Sie über s.dattilo@rhb.ch. Neues Betriebskonzept ab 2014 Um einerseits den Rückgängen aus dem Euroraum sowie den wegfallenden Abgeltungen von Bund und Kanton entgegen zu wirken und andererseits die Wirtschaftlichkeit weiter zu optimieren, erfährt das Produkt einige Änderungen. Ziel ist es, die Erträge des Erlebnisproduk-

Das Damenmodell der TAG Heuer Special Edition Glacier Express.

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tes weiter zu steigern und neue Kunden zu gewinnen. Die Partnerunternehmen Matterhorn Gotthard Bahn und RhB haben entschieden, dass der Glacier Express im Sommer um ein Zugpaar reduziert wird. Ab Sommer 2014 verkehren auf der Strecke St. Moritz – Zermatt neu drei Zugpaare. Der Glacier Express wird auf der Albulalinie gemeinsam mit den Regionalzügen geführt. Ab Sommer 2014 wird Davos mit einem Glacier Express Bus an den langsamsten Schnellzug der Welt angebunden. Und neu auch die Ferienregion Lenzerheide! Der Glacier Express Bus wird ab Davos Dorf über die Lenzerheide bis nach Chur geführt. Der Bus garantiert in Chur den Anschluss auf den Glacier Express 903 sowie in umgekehrter Richtung die Abnahme des Glacier Express 902. Die Ferienregion Lenzerheide, wird das Einzugsgebiet des Glacier Express vergrössern. RhB Jubiläums-Angebot Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums bieten wir unseren Kunden im Sommer 2014 eine Schnupperfahrt im Glacier Express. Dieses Jubiläumsangebot verkehrt vom 31. Mai bis 21. September 2014 zwischen Disentis und St. Moritz. Es handelt sich hierbei um einen Glacier Express mit reduzierten Serviceleistungen zu einem tieferen Zuschlag von CHF 12.- pro Person. In Chur haben die Gäste einen Aufenthalt von rund 55 Minuten, welche für interessante Mini-Stadtführungen oder kulinarische Höhenflüge zum Vorzugspreis genutzt werden können. Die Partnerbahnen sind überzeugt mit diesen Massnahmen die Wirtschaftlichkeit des Glacier Express zu optimieren und das Produkt für die neuen Rahmenbedingungen fit zu machen.

Der Glacier Express bei Disentis/Mustér.

Das Herrenmodell.


Ihre Bilder und Ideen sind gefragt Von Manuela Gallati

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Die RhB ist nicht nur auf Schienen, sondern auch in der Onlinewelt faszinierend anders unterwegs. Dazu gehört der Auftritt auf Social Media Plattformen wie Facebook, YouTube oder Twitter. Hier halten wir unsere Fans auf dem Laufenden über neue Produkte und Angebote, wir machen sie im Rahmen der Erbtage zu UNESCO Erben und gewähren ihnen immer wieder einen Blick hinter die Kulissen der RhB. So konnten wir eine sehr aktive, begeisterte und mittlerweile sehr grosse Community aufbauen. Je eher wir die Bedürfnisse unserer Fans befriedigen und ihre Feedbacks ernst nehmen, desto nachhaltiger wird die Bindung zur RhB. Um das umsetzen zu können, eruieren wir immer wieder, welche Inhalte am besten ankommen. Ganz oben auf der Liste stehen dabei gute Bilder. Am besten solche, die einen besonderen Blick auf die RhB ermöglichen. Diese besonderen Schnappschüsse liegen in der Regel nicht im Bildarchiv. Sie sind auf den Kameras und Handys der RhB-Mitarbeitenden gespeichert, die einen Augenblick festhalten wollten. Vor einiger Zeit haben wir einen Versuch gestartet und die Zugbegleiter da­ rum gebeten, uns ihre Bilder zu schicken. Das Ergebnis war sehr erfreulich, einige der Bilder wurden bereits mit viel Erfolg auf Facebook gepostet. So zum Beispiel das Bild eines Regenbogens im Prättigau von Fabio Peng: Mit 1 270 Likes, 139 Mal geteilt und 29 Kommentaren einer unserer besten Beiträge.

Auch die Bilder von Max Deplazes …

Wir schätzen es sehr, wenn wir Fotos und Ideen zugeschickt bekommen, denn wir selbst haben als «Bürogummis» kaum die Möglichkeit, solche Bilder zu machen. Aus diesem Grund möch­ten wir Sie alle dazu aufrufen, uns Ihre Bilder, Ideen und Inputs zu­ kom­ men zu las­ s en. Am besten schrei­ben Sie Das Foto von Zugbegleiter Fabio eine E-Mail an: Peng ist bei unserer Community community ­ @ rhb.ch, sehr gut angekommen. und wir nehmen mit Ihnen Kontakt auf. Die Bilder werden gespeichert, und wir treten nochmals mit Ihnen in Kontakt, bevor wir sie online verwenden. P.S.: Möchten Sie gerne mal im Schaufenster der RhB stehen? Wir suchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die als Absender des RhB-Newsletters fungieren möchten. Melden Sie sich!

… und Claudio Brasser fanden grossen Anklang.

Das Editorial des RhB-Newsletters neu als Plattform für RhB-Mitarbeitende.

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Neutrale Beratungsstelle Movis Von Claudia Christen Kühnis, Movis

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Seit März 2013 hat die RhB eine Partnerschaft mit der Movis. Anlässlich der Kadertagung in Klosters anfangs Juni stellten sich Claudia Christen Kühnis und Jasmin Meier von der Movis den Kadermitarbeitenden vor. Es zeigte sich von Anfang an, dass fast jeder Kadermitarbeitende im Verlaufe seines Berufslebens in irgendeiner Form mit der Themenvielfalt, welche die externe Mitarbeitendenberatung abdeckt, in Berührung gekommen ist – sei es im Privaten oder als Vorgesetzter. Welchen Gewinn hat die Partnerschaft zwischen der RhB und der Movis für die Mitarbeitenden? Erstens ist es der RhB ein Anliegen, den Mitarbeitenden ausserhalb des Betriebes eine Möglichkeit zu bieten, Anliegen, Fragen und Probleme deponieren zu können und Antworten auf persönliche Fragen, zu betrieblichen Themen, zu Gesundheit und Krankheit oder zu Finanzfragen zu erhalten. Zweitens wollte die RhB diese Möglichkeit im vertrauten Rahmen anbieten können. Vertraulichkeit und Schutz der Persönlichkeit ist oberstes Gebot der Movis. Sie kann bei Bedarf sogar anonym kontaktiert werden. Von Montag bis Freitag sind ausgebildete Berater­ innen und Berater zwischen 8 und 20 Uhr erreichbar. Aus welchen Gründen wurde die Movis im ersten Quartal der Zusammenarbeit kontaktiert? Die RhB-Mitarbeitenden suchten die Beratungsstelle u. a. auf, weil sie herausfinden wollten, wie sie dem Druck am Arbeitsplatz standhalten können und welche Strategien sie zum Stressabbau und zur Vorbeugung eines Burn Outs entwickeln können. Natürlich gehen wir in diesem Falle auch der Frage nach, was dazu beiträgt, dass es zu einer überhöhten Belastung gekommen ist. Mit der Problemerkennung ist nämlich der erste Schritt zur Lösung getan! Im Weiteren konnten Fragen zu familiären Belastungen oder zu Sozialversicherungen geklärt werden. Wir begleiteten auch Mitarbeitende, die infolge einer Erkran-

kung damit konfrontiert worden sind, in welchem Rahmen die angestammte Tätigkeit weiterhin ausgeübt werden könnte oder wo es allenfalls eine Möglichkeit der internen Neuorientierung geben dürfte. Wir erleben immer wieder, dass die Mitarbeitenden den vertraulichen Rahmen schätzen und froh darüber sind, in einer von Wertschätzung geprägten Atmosphäre Schwieriges ansprechen zu können. Auch die Hilfe, Dingen auf den Grund gehen zu können, zu reflektieren, was die Problemlage ist und wie die Lebens- und Arbeitssituation verbessert werden könnte, wird gerne angenommen. Unser Prinzip ist hierbei die «Hilfe zur Selbsthilfe». Besuchen Sie uns im RhB-Intranet unter «Für Mitarbeitende  Neutrale Beratungsstelle». Sie finden da alle Zugangsdaten. Die Movis bietet über 150 Firmen in der Schweiz externe Mitarbeitendenberatungen an und ist an mehr als 20 Standorten präsent. Neu auch ganz zentral an der Engadinstrasse 2 in Chur.

Wie erreichen Sie uns? Ihre persönlichen Beratungspersonen: Claudia Christen Kühnis (Deutsch) +41 81 353 48 00 claudia.christen@movis.ch Ruth Latella-Klaus (Italienisch) +41 79 203 21 65 ruth.latella@movis.ch Jasmin Meier (Deutsch) +41 71 220 99 29 jasmin.meier@movis.ch Unsere Zentrale für telefonische Beratungen, Termine und alle weiteren Fragen: Movis AG | Engadinstrasse 2 | 7000 Chur 0848 270 270 (Montag bis Freitag, 8.00–20.00 Uhr) www.movis.ch | www.movis24.ch

Rico Wenk, Bereichspersonalleiter, überreicht Claudia Christen Kühnis und Jasmin Meier von der Movis einen Willkommensgruss der RhB.

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Verbeiständigung – was ist das? Von Reto Mathiuet

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Auszug aus dem Firmenarbeitsvertrag der RhB: 31. Recht auf Aussprache und Verbeiständigung 1. Die Mitarbeitenden haben das Recht auf eine Aussprache bei ihrer/ihrem Vorgesetzten. 2.  Die Mitarbeitenden haben das Recht, sich verbeiständigen zu lassen. Die verbeiständigende Person muss auf Verlangen eine Vertretungsvollmacht vorweisen. Das Recht auf Verbeiständigung des Mitarbeitenden gilt insbesondere im Fall eines Zweitgespräches beim Mit­ arbeitergespräch (MAG) mit dem nächsthöheren Vorgesetzten. In den nachfolgenden, nicht abschliessenden Fällen und Gesprächsgegenständen ist das Recht auf Verbeiständigung gegeben: n Der/Die

Mitarbeitende hat zum Gespräch mit dem/der Vorgesetzten gebeten. n  Zweitgespräch mit dem nächsthöheren Vorgesetzen bei Uneinigkeit im MAG. n  In allen Fällen, die eine Zielvereinbarung zur Folge haben. Die Zielvereinbarung muss bei der Einladung zum Gespräch erwähnt sein. n  Bei Reintegrationsgesprächen in eine andere Funk­ tion, nach Krankheit oder Unfall. n  Bei Angeboten für eine vorzeitige Pensionierung auf Wunsch der Arbeitgeberin. n  Bei Eintritt in den IV-Pool respektive bei Pensionierungen aus dem IV-Pool.

In der nachfolgenden, nicht abschliessenden Auswahl an Fällen und Gesprächsgegenständen ist das Recht auf Verbeiständigung nicht notwendig, weil es nach Meinung der Sozialpartner zu einem normalen Umgang zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden gehört: n Führungsgespräche

nach Kundenrückmeldungen ohne weitergehende Massnahmen. n Führungsgespräche nach kleineren Vorfällen wie Verschlafen, Kassenunregelmässigkeiten, Fehlverhalten im Team usw., sofern diese keine Zielvereinbarung zur Folge haben. Wer kann und soll verbeiständigen? Grundsätzlich kann jede Person – sofern eine Vertretungsvollmacht vorhanden ist – verbeiständigen. Die PeKo-Mitglieder können natürlich auch verbeiständigen, es ist jedoch nicht in jedem Fall vorteilhaft, wenn das PeKo-Mitglied in der Sache befangen ist. Zum Beispiel bei gleicher Funktion im Beruf. Deshalb scheint es eher sinnvoll, wenn die verbeiständigende Person ausserhalb des Berufstandes noch besser durch einen Sozialpartner gestellt wird. Die PeKo-Mitglieder können natürlich auch in beratender Funktion, vor dem Gespräch mit dem nächsthöheren Vorgesetzten konsultiert werden. Es wird jedoch geraten, keine «Einzelkämpfe» einzugehen.

Die PeKo-Mitglieder: Jürg Wielath, Andreas Brot, Heinz Zwicky, Emil Strub, Roger Tschirky und Reto Mathiuet. (Es fehlt: Beat Drittenbass)

1. April 2012

Firmenarbeitsvertrag FAV RhB

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Viele Lehrabgänger bleiben bei der RhB Von Erika Wismer

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

32 Lehrabgänger in acht verschiedenen Berufen haben Ende Juli ihre Lehre abgeschlossen. 16 von ihnen haben einen Arbeitsvertrag mit der RhB unterschrieben. Zusätzlich befinden sich noch weitere Lehrabgänger in laufenden Rekrutierungsverfahren. Wo früher vor allem Bahnbetriebsdisponenten und Kondukteure nach der Lehre übernommen wurden, sind es jetzt junge Berufsleute aus allen Sparten: Polymechaniker, Automatiker, Anlage- und Apparatebauer, Kaufleute öffentlicher Verkehr (darunter Fahrdienstleiter, Reiseberater, Zugbegleiter, Zugdisponenten/Reiseberater, Sachbearbeiter) sowie Logistiker (Rangier und Lager). Eine Übernahmequote von 50 % gab es letztmals im Jahr 2006. Die Lehrabgänger bewerben sich jeweils wie alle externen Bewerber für eine ausgeschriebene Stelle und durchlaufen alle Tests und Bewerbungsgespräche. Ein Vorteil haben unsere Lehrabgänger auf ihrer Seite – sie haben sich während drei bis vier Jahre Bahnkenntnisse angeeignet. Die RhB ist bei den Lehrabgängern beliebt: 24 der 32 diesjährigen Lehrabgänger wünschten sich eine Anstellung bei der RhB. Bei den übrigen Lehrabgängern stehen eine weiterführende Schule (Weiterbildung, Studium), ein Auslandsaufenthalt, ein neuer Arbeitsplatz oder die Rekrutenschule an. Für die jungen Berufsleute geht das Lernen auch bei der RhB weiter. In gewissen Berufen müssen die Fachausbildungen noch vertieft und abgeschlossen werden. Die Zugbegleiterinnen werden noch während vier Monaten ausgebildet und können dann ab Dezember selbständig Touren fahren. Im RCC werden die Fahrdienstleiter noch rund drei Monate ausgebildet – gleich lange, wie bei einer Versetzung von der Fläche ins RCC – und können nach den bestandenen Stellwerkprüfungen selbständig eingesetzt werden.

Lehrbeginn im Jahr 2009.

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Lehrbeginn im Jahr 2010.

Wir heissen die Lehrabgänger herzlich willkommen bei der RhB und wünschen viel Freude und Erfolg im Berufsalltag! Folgende Lehrabgänger arbeiten seit August bei der RhB: Geschäftsbereich Produktion Maura Derungs, Zugdisponentin und Reiseberaterin, Arosa Patrick Däscher, Disponent Netzplanung, RCC Landquart Matthias Horlacher, Fahrdienstleiter NPS, RCC Landquart Silvio Flisch, Betriebsangestellter, Arosa Etienne Reimann, Betriebsangestellter, Untervaz Marco Zwahlen, Betriebsangestellter, Untervaz Geschäftsbereich Vertrieb Natalie Bonotto, Zugbegleiterin, Chur Sina Casanova, Zugbegleiterin, Chur Andreas Diethelm, Reiseberater, Davos Platz Geschäftsbereich Finanzen Lina Dolf, Sachbearbeiterin, Rechnungswesen Chur Dario Pippia, Lagerist, Materialwirtschaft Landquart Geschäftsbereich Rollmaterial Lucian Bischof, Polymechaniker, Erneuerung Landquart Gino Marty, Konstruktionsschlosser, Erneuerung Landquart Gian Wetten, Elektrowickler, Erneuerung Landquart Clà-Fadri Gaudenz, Fachspezialist, Wartung Landquart Dominik Sprecher, Fachspezialist, Wartung Landquart

Gian Wetten.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Wieso haben Sie sich bei der RhB beworben?

Ebenso möchte ich mich voll und ganz in die RhB-Familie eingliedern. Das Arbeitsklima im Berufsumfeld und die Teamzugehörigkeit erachte ich als einen sehr wichtigen Faktor bei der Arbeit.

Maura Derungs: Ich durfte diesen Sommer meine Lehre bei der RhB beenden. Aufgrund des familiären Zusammenhaltes, den hilfsbereiten Mitarbeitenden und den abwechslungsreichen Aufgaben wollte ich unbedingt bleiben. Das Arbeiten am Schalter und der Kundenkontakt bereiten mir sehr viel Freude.

Etienne Reimann: Mein Wunsch ist es, noch die Lokführerausbildung zu machen. Was mir an meiner jetzigen Arbeit gefällt, ist die Abwechslung: Kein Tag gleicht dem andern. Durch meine Lehrzeit habe ich den Zusammenhalt innerhalb der Unternehmung RhB kennen und schätzen gelernt.

Etienne Reimann: Weil mich die RhB schon seit meiner Kindheit interessiert und fasziniert hat.

Marco Zwahlen: Mein Berufswunsch ist Lokführer zu werden. Wichtig ist mir, in einem Team zu sein, das gut zusammenarbeitet und man gut miteinander auskommt.

Stellvertretend für unsere jungen Berufsleute haben sich fünf von ihnen zu zwei Fragen geäussert:

Marco Zwahlen: Weil ich während der Lehre einen guten Eindruck von der RhB erhalten habe. Gian Wetten: Die letzten zwei Jahre meiner Lehre durfte ich in der Hauptwerkstatt der RhB in Landquart absolvieren. In den zwei Jahren konnte ich viel Neues erlernen und durfte zahlreich neue Menschen kennenlernen. Ich konnte mich sehr schnell in das Team der Wicklerei einleben und das zeigte mir, dass ich mich hier sehr wohl fühle. All diese positiven Aspekte haben mich dazu bewogen meine Bewerbung der RhB vorzulegen. Matthias Horlacher: Es war mir schon vor meiner Lehre klar, dass ich bei der RhB arbeiten möchte, weshalb, ist mir aber bis heute nicht wirklich klar. Ich wollte weg vom Flachland in die Berge. Ausserdem ist es bei der RhB noch etwas gemütlicher und familiärer als bei der SBB. Was sind Ihre Berufswünsche und was ist wichtig, dass Ihnen die Arbeit Spass macht?

Gian Wetten: Momentan geniesse ich das sorgenfreie arbeiten. Bis zu der Rekrutenschule im März habe ich keine besonderen Berufswünsche. Nach der RS könnte ich mir eine Weiterbildung gut vorstellen. Aber in so jungen Jahren wechseln die Wünsche von Tag zu Tag. Die Arbeit in der Wicklerei machte mir von Anfang an sehr viel Spass. Die Fachrichtung Elektromaschinenbauer war eine Herausforderung für mich. Nach zwei Jahren Grundausbildung bei login Berufsbildung kam etwas ganz Neues auf mich zu. Die Arbeit in der Wicklerei machte mir sehr viel Spass, weil ich etwas erlernen konnte, das nicht mehr viele Berufsleute können. Die Arbeit im Team kommt auch nicht zu kurz, was ich sehr schätze. Matthias Horlacher: Das Team muss stimmen, damit mir die Arbeit Spass macht. Das Ziel meiner beruflichen Laufbahn ist Lokführer.

Maura Derungs: In erster Linie möchte ich Erfahrungen bei der Bahn sammeln und mein Wissen vertiefen.

Etienne Reimann und Marco Zwahlen.

Maura Derungs.

Matthias Horlacher.

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Lehrabschlussfeier 2013 Von Nora Zindel und Markus Cadosch

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Am 27. Juni 2013 war es endlich so weit: 43 stolze Lernende des login-Standortes Landquart und Ihre Berufsbildner/innen stürmten die Halle der Abteilung Rollmaterial in Landquart. Zu ihnen gesellten sich zahlreiche Gäste aus Verkehr und Politik. Darunter auch Herr Regierungsrat Mario Cavigelli, welcher mit seiner Anwesenheit den Anlass ehrte und im Namen des Kantons Graubünden einige Worte an die Lehrabgänger/innen richtete. Auch Herr Hans Amacker, Direktor der Rhätischen Bahn, und Herr Michael Schweizer, CEO von login, gaben den jungen Erwachsenen Botschaften mit auf ihren weiteren Lebensweg. Hans Amacker war sichtlich stolz auf die frischgebackenen Berufsleute, welche teilweise ihre Laufbahn in seinem Unternehmen fortsetzen werden. In seiner Ansprache zeigte er anhand seines eigenen Werdeganges die Möglichkeiten auf, welche das Bildungssystem in der Schweiz ermöglicht. Dann kam der Moment, auf den viele gespannt gewartet haben: Die Fähigkeitszeugnisse (ausser KV) wurden von Michael Schweizer und Christoph Bollinger, Standortleiter login Landquart, überreicht und von strahlenden Lehrabgängern entgegengenommen. Besonderen Applaus verdienten sich zwei Herren, deren Abschlussnoten alle Erwartungen übertrafen: Lucian Bischof, Anlagen- und Apparatebauer, schloss seine Lehre mit der sehr hohen Durchschnittsnote von 5.7 ab und Michael

Gäste der Lehrabschlussfeier 2013.

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Halter, Polymechaniker, erreichte eine ebenfalls sehr hohe Durchschnittsnote von 5.5! Hungrig vom Zuhören und Applaudieren, begaben sich die zahlreichen Gäste zum Buffet, wo – nebst bunten Salaten – leckere Pizza, frisch aus dem heissen Ofen, gereicht wurde. Dazu einen feinen Tropfen Wein, und auch für das kulinarische Wohl war gesorgt – auf die erfolgreiche Lehre konnte gebührend angestossen werden. Beim munteren Zusammensitzen liessen einige ihre Lehrzeit noch einmal Revue passieren, philosophierten über ihre Zukunft oder genossen ganz einfach nur die Gesellschaft ihrer Kameraden, Berufsbildner/ innen oder Ausbildungsleiter. Und doch fand auch dieses schöne Fest langsam aber sicher seinen Ausklang, auch der letzte Besucher fand irgendwann den Weg nach Hause und legte sich erschöpft aber glücklich ins Bett. So mancher Traum wird in dieser Nacht von einer ereignisreichen, spannenden Lehrzeit gehandelt haben. Herzliche Gratulation an alle erfolgreichen Lehrabgänger/innen und ein grosses Dankeschön an alle Beteiligten, allen voran den Berufsbildner/innen, welche es ermöglicht haben, dass auch in diesem Jahr gut ausgebildeter und motivierter Berufsnachwuchs in die Welt des Verkehrs übergeben wurde!

Die Lernenden Michael Halter und Lucian Bischof mit Rangnote, in der Mitte Regierungsrat Mario Cavigelli.


Go-Tag 2013 Von Fabienne Mühlemann

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Wie jedes Jahr sind Mitte August die neuen Lernenden von login, die bei der Rhätischen Bahn arbeiten, in Chur im Verwaltungsgebäude eingetroffen. Der Go-Tag war ihr erster Arbeitstag. Gespannt betraten sie den Verwaltungsratssaal. Leiterin Personal (HR) Stephanie Rielle und die Verantwortliche der Grundbildung RhB, Erika Wismer, begrüssten die 33 Lernenden. Danach führte ein kurzer Film ins Unternehmen ein, somit erhielten die Lernenden einen ersten Einblick. Herr Amacker, der Direktor der Rhätischen Bahn rundete dies mit einer passenden Präsentation ab. Anschliessend wurden die wichtigsten Verhaltensregeln im Berufsalltag von Erika Wismer kurz erläutert. Nach diesen ersten interessanten Informa­ tionen genossen alle die z’Nüni-Pause. Um 10 Uhr ging es an die Arbeit. Die Lernenden wurden in Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhielt eine der fünf bestimmten Destinationen und die dazu gehörenden Aufträge, die sie im Verlauf des Tages lösen sollten. Zur Verfügung standen die Orte Davos, Arosa, Disentis/Mustér, Ilanz/Flims und Chur/Landquart. Jede Gruppe erhielt einen Laptop, eine Kamera und einen Stick. Mit diesen Geräten und vielen Ideen konnten sie eine Präsentation des ganzen Tages erstellen. Und dann hiess es: «Achtung, RhB, fertig, los!». Spätestens um 15.10 Uhr mussten alle Gruppen in Chur zurück sein. Motiviert machten sich die Lernenden auf den Weg.

Die neuen Lernenden treffen langsam ein.

Ich begleitete die Gruppe, die nach Landquart aufbrach. Zusammen durften wir die Werkstatt und das Rail Control Center (RCC) besichtigen. Es war sehr interessant. Die Werkstatt ist riesig, und im RCC ist es spannend zu sehen, wie die Züge gelenkt werden und wie Unfälle passieren könnten. Vielen Dank an Thomas Leuener und Franz Bislin, die sich Zeit nahmen, uns herumzuführen. Zwischendurch assen wir den z’Mittag. Den ganzen Tag über mussten alle Gruppen fleissig Fotos schiessen. Nach der Ankunft der Lernenden im Verwaltungsgebäude präsentierten sie den anderen Lernenden und einigen Mitarbeitenden der RhB ihre zusammengestellten Präsentationen. Die Lernenden berichteten von Erfahrungen, Eindrücken, Erkenntnissen und lustigen Erlebnissen. Die Präsentationen wurden von einer ausgewählten Jury beurteilt. Natürlich wurden diese Arbeiten auch belohnt. Nach einer kurzen z’Vieri-Pause mit Crèmeschnitten fand die Rangverkündigung statt. Alle Mitglieder der Siegergruppe erhielten zwei Eintritte ins Bogn Engiadina in Scuol inklusive einer Tageskarte der RhB für die zweite Person. Markus Barth, auch ein Mitglied der Jury, übergab den stolzen Siegern der Gruppe Ilanz/Flims ihren wohlverdienten Preis. Nach einem lehrreichen und spannenden Tag waren alle ein wenig erschöpft. Wir verabschiedeten uns von den neuen Lernenden und wünschen ihnen für ihre Lehre und ihre Zukunft alles Gute.

Die Siegergruppe Ilanz/Flims.

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Abschied vom Hotel Bellaval in St. Moritz Von Christoph Benz

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«Guten Morgen 06.30 Uhr, Gute Nacht 23.00 Uhr», verkündete ein Schild an der Eingangstüre zum Hotel Bellaval, wo während 110 Jahren unzählige Gäste eingekehrt sind, 365 Tage im Jahr, Sommer wie Winter. Tempi passati: Per 18. August 2013 schloss das Bellaval für immer. Das der RhB gehörende Gebäude muss der Umgestaltung des Bahnhofs weichen. Dieser einschneidende Schritt kam nicht von heute auf morgen, er war absehbar: 2010 kündete die RhB den Vertrag mit dem Pächter, Hotelier Claudio Bernasconi. Geräumt werden musste das Hotel aber nicht sofort. Auf «Zusehen hin» wurde der Pachtvertrag jeweils um ein weiteres Jahr verlängert. Jetzt ist Schluss. Pikant: Bereits 1906 erwarb die RhB das Hotel, um sich dessen Boden für künftige Bahnhofserweiterungen zu sichern. Ein Entscheid, der sich jetzt gerechnet hat: Die Gleisanlagen des «Top of the World»Bahnhofs sind für heutige Verhältnisse zu knapp bemessen und teilweise stark heruntergekommen, sie schreien längst nach einer Modernisierung. Daran wird schon lange herumstudiert, nun werden Nägel mit Köpfen gemacht – nicht zuletzt darum, weil 2017 die Wettkämpfe der Alpinen Ski-WM in St. Moritz ausgetragen werden, so wie bereits 1934, 1948, 1974 und 2003. Schon immer sorgte dieser Anlass dafür, dass mal mehr, mal weniger am Bahnhof gefeilt wurde. Böse Zungen sprachen dabei von «Pflästerli-Politik». Nicht so beim aktuellen Projekt, wo die Pläne den Eindruck erwecken, kein Stein bleibe auf dem anderen. Zumindest für das Bellaval trifft dies spätestens dann zu, wenn die Abbruchbagger auffahren und das Schicksal des ehrenwerten Hauses endgültig besiegeln.

1904: noch unter dem Namen «Hotel Bahnhof».

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ab 2005: der neue Speisewagen.

Dank sanftem Umgang mit seiner Struktur behielt das Hotel stets das Gesicht, welches Architekt Niclaus Hartmann dem 1903 errichteten Bau – ursprünglich Hotel Bahnhof genannt – schenkte. Von 1907 an hörte das Gasthaus vorerst auf Bristol, ehe ab den 1940er-Jahren der Name Bellaval an der Fassade prangte. Während den letzten zehn Jahren sorgten Daniela und Heini Mettier mit viel Herzblut für das Wohl der Gäste, und das mit Erfolg: Die 23 Hotelzimmer waren bei Touristen sehr gefragt, und besonders zur Mittagszeit fand man kaum freie Plätze im Restaurant – eine abwechslungsreiche Menukarte und moderate Preise sorgten für «Full House». Hier traf man sich: Der Tourist mit dem Einheimischen, der Fischer mit dem Jäger, der Zugbegleiter mit dem Lokführer – drinnen im Arvenbeizli, draussen auf der Terrasse. Oder im «Wagen»: Als Blickfang zügelte 2005 der Personenwagen B 2211 vom RhB-Netz auf den Vorplatz des Hotels, wo er als «Speisewagen 2211» mit RhBar und Fumoir zu einem beliebten Treffpunkt mutierte. Nicht nur für die Stammgäste bedeutet die Schliessung des Bellaval einen grossen Verlust, auch für uns RhBler, welche die 365 Tage-Öffnungszeiten, die Flexibilität des Bellaval-Teams und letzten Endes auch die Preisgestaltung (Kaffee und Gipfel für 4 Franken oder Mittagsmenu ab 15 Franken) sehr zu schätzen wussten, fällt der Abschied alles andere als leicht. Liebe Daniela, lieber Heini, liebes Bellaval-Team, wir danken Euch ganz herzlich für die Gastfreundschaft und das familiäre Ambiente, welches Euer Bellaval zu einem Ort mit ganz besonderem Charme werden liess!

Die Gastgeber: Daniela und Heini Mettier.


Neues in Kürze

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Besuch aus Australien Von Vera Lynn Niklaus Am 8. Mai 2013 hatte ich Gäste aus Brisbane auf meinem Zug. Sie sind vor 20 Jahren nach Australien ausgewandert. In Brisbane haben sie an einem Wettbewerb teilgenommen und eine Reise mit Bernina Express von St. Moritz nach Tirano gewonnen. Ich fand das sehr speziell und habe von den beiden ein Foto gemacht und ihnen einen Kaffee offeriert. Sie waren durchwegs begeistert von der Fahrt und unserem Service.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit Von Marc König Die Kooperation von Stadtbus Chur und RhB in Sachen Klimaerwärmung ist bereits weit fortgeschritten. Die neuen Haltestellentafeln des Stadtbusses haben die Eigenschaft, Abstrahlungswärme von RhB-Signalen zu absorbieren und helfen damit die globale Klimaerwärmung zu verlangsamen. Ob der Versuch in einer zweiten Phase, zwecks besserer Sichtbarkeit der Signale dahinter, mit einem durchsichtigen Material fortgeführt wird, ist noch nicht abschliessend geklärt.

Grillabend im Engadin Von Gerhard Meister Im Engadin haben wir uns am Dienstag, 25. Juni 2013, zum RhB-Grillabend Team-Oberengadin im Zelt beim Fussballplatz Celerina/Schlarigna getroffen. Rund 40 Personen aus verschiedenen Bereichen grillierten und genossen im Zelt den gemütlichen Anlass. Jeder hat was zum Bräteln mitgebracht, Getränke konnte man vor Ort günstig beziehen, und zum Nachtisch durften wir auch die hausgemachten Süssigkeiten, die einige mitgebracht hatten, kosten. Ein gelungener Abend neigte sich der Nacht entgegen. Besten Dank an unsere Organisatoren.

Scuol – Vancouver direkt Von Simon Rohner Am Jubiwochenende waren sie noch im Engadin im Einsatz, gut eine Woche später bereits 8438 Kilometer weiter – in Vancouver. Unsere Lernenden Janin Brazerol (rechts) und Nadja Flütsch (links) entführten die Jubishirts bis nach Kanada. Ein Rechenspiel: Bei einer geschätzten Durchschnittsgeschwindigkeit von 45  km/h hätte die Reise mit der RhB rund 187 Stunden gedauert.   

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Feuerwehrübung in Landquart Von Michelle Amrein und Hansjürg Erhard Die RhB stellt in Landquart regelmässig ihr Areal für Feuerwehrübungen zur Verfügung. Am Mittwoch 5. Juni 2013 war es wieder einmal so weit. Dies war die Übung: «Kurz vor Feierabend verschiebt ein Mitarbeiter der RhB gefährliche, hochentzündbare Chemikalien mit dem Stapler. Nur einen Augenblick lang ist er unachtsam, schon ist es passiert. Der Mitarbeiter landet bei den Öltanks in der Tiefe. Die Gifte fallen zu den Öltanks und dem gestürzten Mitarbeiter herab. Durch den Schlag der giftigen Mittel entflammen sich diese und ein heftiger Rauch steigt auf.» Schon nach kurzer Zeit war die Feuerwehr auf dem Platz. Sofort wussten die Retter, was zu tun ist. Zuerst retteten sie den Mitarbeiter der durch den schweren Sturz ohnmächtig wurde. Die Sanitäter standen schon bereit und verarzteten ihn. Nach dem Absichern des Geländes und Verlegen der Schläuche, bedeckte die Feuerwehr zuerst den Boden mit Schaum, damit die hochentzündbare Flüssigkeit nicht noch einen grösseren Schaden anrichtet. Knietief mit Schaum bedeckt arbeiteten die Feuerwehrmänner sich bis zu den Tanks vor, löschten das Feuer endgültig und verhinderten so grösseren Schaden. Die Feuerwehrmänner und -frauen leisteten in dieser Übung gute Arbeit und sind für den Ernstfall hervorragend vorbereitet.

Alles Gute im Ruhestand! Von Patrick Lipp Am Donnerstag, 18. Juli 2013, verabschiedeten wir unseren langjährigen Mitarbeiter (25 Dienstjahre) Adelino Rodriguez in den wohlverdienten Ruhestand. Wir wünschen ihm alles Gute und beste Gesundheit!

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Wettbewerb für RhB-Mitarbeitende! Von Hans Amacker Herzlichen Dank an alle die am Wettbewerb in der letzten Ausgabe der InfoRetica teilgenommen haben. Die richtige Lösung ist Podbrdo auf der Wocheinerbahn in Slowenien. Die Glücksfee, Jasmin Epp, hat den Gewinner unter den 16 richtigen Antworten gezogen. Herzliche Gratulation an Benno Scherrer!

Loktaufe Lazzarini – 999 Luftballons Von Geni Rohner Hast Du etwas Zeit für mich Dann singe ich ein Lied für Dich Von 99 Luftballons Auf ihrem Weg zum Horizont Ganz bestimmt, beim Anblick der 999 gelben und 999 schwarzen Luftballons hätte die deutsche Sängerin Nena am 22. Juni 2013 ihre helle Freude gehabt. Die Firma Lazzarini feierte ihr 100-jähriges Firmenjubiläum mit einem gelungenen Festakt auf dem Churer Bahnhofplatz. Die gesamte Belegschaft aus dem Engadin, Rheintal und Chur liess es sich nicht nehmen, «ihrer Lok» die gebührende Ehre zu erweisen. Auch für den VR-Präsidenten der Firma Lazzarini, Stefan Engler, dürfte es eine besondere Freude gewesen sein, gleich «zwei seiner bekanntesten Zugpferde der Bündner Wirtschaft» dem zahlreich erschienen Publikum zu präsentieren. Mit viel Witz und Humor führte der Komiker Archibald, in Form eines tölpelhaften Securitas-Angestellten, durch das abwechslungsreiche Festprogramm. Nach dem Aperitif auf dem Bahnhofplatz bewegte sich die Festgesellschaft zum Bankett in den nahen Titthof. Der neue Werbeauftritt der Ge 4/4 II Nr. 644 ist gelungen und wir wünschen der Lok für die Zukunft viel Anhängelast und weiterhin eine unfallfreie Fahrt auf Bündens Schienenstrang.

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Team RhB gewinnt den Fairnesspreis Von Christian Ticar

RhB-Team mit Fanclub: Sonja Fischer, Celine Derungs, Silvan Derungs und Karin Derungs (von links).

Am 20. Juni 2013 fand in St. Gallen das gesamtschweizerische Plausch-Fussballturnier des Zugpersonals statt. Neun Mannschaften aus der ganzen Schweiz nahmen an diesem Plauschturnier teil. Douang Phommarath stellte eine RhB Team zusammen, welches durch SBB Zugpersonal verstärkt war. Dank eines Tores von Douang in der letzten Minute, beendeten wir das Turnier auf dem neunten Rang doch nicht torlos. Tatkräftige Unterstützung erhielten wir vom eigenen Fanclub. Die Kameradschaft, der Spass und das Mitmachen waren wichtiger als gewinnen.

Das RhB-Badetuch auf Reise Von Erika Bärtsch Am 14. Juli 2013 begab sich das Badetuch der RhB auf grosse Fahrt. Innerhalb von drei Wochen ging die Reise mit Bus und Surfbretter von Bergün via Frankreich und Spanien der Küste entlang nach Portugal und zurück. Vielen Dank der RhB für das Badetuch!

Beste Aussichten Von Simon Rageth Von unserem ehemaligen Mitarbeitenden und heutigen Pensionär Thuri Heldstab haben wir dieses spektakuläre Bild von der Baustelle Unterführung Chur Wiesental erhalten. Von seiner Wohnung aus hatte er beste Aussichten auf die Baustelle. Die Unterführung wurde am 22. Juni 2013 eröffnet.

Grillabend bei der Burgruine Belfort Von Erika Bärtsch

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Am 7. August 2013 hat der Parc Ela als Teambildung für die Mitarbeitenden vom Dienstleistungszentrum Bergün, Bahnhof Tiefencastel sowie Savognin Tourismus einen Ausflug in die Burgruine Belfort mit anschliessendem Grillabend organisiert. Wir trafen uns gegen Abend auf dem Parkplatz bei der Burgruine Belfort und begaben uns mit einem gemütlichen Spaziergang zur Burgruine, wo wir eine spannende und imposante Führung erhielten. Während dem gemeinsamen Grillieren konnten wir uns besser kennenlernen, was auch die Synergiennutzung in der ganzen Region fördern wird.


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Die RhB im ARTE TV Von Yvonne Dünser Unsere Lokführerin Vera Rudolf wirkte mit bei einer Film-Produktion für ARTE TV und das Westschweizer Fernsehen RTS. In der zweiteiligen Sendung wird einerseits das UNESCO Welterbe «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina» vorgestellt und andererseits ein Arbeitstag von Vera portraitiert. Das TV-Team war von unserer Bahn als auch von Veras Einsatz und ihrem Engagement begeistert. Der Ausstrahlungstermin der Sendung steht zum Redaktionsschluss noch nicht fest.

Herzliche Gratulation zum Weltrekord Von Wiro Capol Am Samstag 17. August um 11.15 Uhr führten 508 Alphornbläser – unter ihnen Urs Hugentobler, Leiter GUZO Samedan und seine Frau Sandra – bei schönem Wetter das grösste bisher durchgeführte Alphorn Gemeinschaftskonzert durch. Dabei kam es mit dem Stück «Uf em Gornergrat» von Gilbert Kolly zu einer Welturaufführung. Altbundesrat Adolf Ogi und der CEO der Air Zermatt, Gerold Biner, waren die offiziellen Zeugen des Guinness Weltrekords. Herzliche Gratulation Urs!

Verein Tschernobyl Kinder Von Fabian Maasch Der Verein Tschernobyl Kinder wurde vor 10 Jahren von u. a. Zugbegleiter Luzi Oberer und seinem Bruder Daniel gegründet. Ziel der Gründung war, Kinder und Jugendliche in der Region Lugini, welche durch den Atomunfall betroffen waren, zu unterstützen. Dies ist eindrucksvoll gelungen. So wurde zwischen dem 16. Juli und 6. August 2013 bereits das 10. Kinderlager mit 31 Kindern durchgeführt. Unsere Arbeitsgebiete sind das jährliche Kinderlager am Flumser Kleinberg, Einzelhilfe sowie Grossprojekte vor Ort. So konnten eine neue Bibliothek, ein Kindergarten sowie neue Schultoiletten erstellt werden. Ebenfalls konnte eine Zahnarztklinik, in welcher sich Kinder kostenlos behandeln lassen können, aufgebaut werden. Die Projekte und Kinderlager können auch in Zukunft nur dank der Spende vieler Personen ermöglicht werden. Alle Infos über den Verein und laufende Projekte finden Sie auf unserer Homepage: www.tschernobylkinder.ch, oder erhalten Sie bei Luzi Oberer, Zugführer Samedan oder Fabian Maasch, Zugbegleiter Chur. 47


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Blutspende-Aktion bei der RhB Von Reto Brunner Anfangs Juli nutzten nur wenige Mitarbeitende die Gelegenheit von der Blutspende-Aktion in den Werkstätten in Landquart. Von der Verlosung unter den Teilnehmenden profitieren und aus einer Palette attraktiver Preise auswählen durften Armin Hutter, Lorenz Frischknecht und Ruedi Philipp. Die nächste Spendeaktion in Chur findet am 12. Dezember 2013 im Verwaltungsgebäude in Chur statt.

Eine versüsste Bahnreise Von Jolanda Picenoni Die Aktion «wir versüssen unseren Bahnreisenden die Fahrt auf der Berninalinie» war ein voller Erfolg. Vom 13. Juli bis 16. August 2013 profitierten Bahnreisende von einem Glace-Angebot auf einigen RhB-Regionalzügen zwischen Alp Grüm und Bernina Lagalb. Die Reisenden schätzten diese Versüssung sehr. Initiant Primo Semadeni engagierte zwei «fliegende» Glaceverkäufer (Tamara und Marino Costa), die weit über 1 000 Glaces verkauften. Das schnelle Umsteigen in Bernina Lagalb auf den Gegenzug meisterten sie auch bravourös.

«Orient-Express der Alpen» an der SuisseEMEX Von Eugen Rohner Nicht schlecht staunten die Besucher an der «Suisse­ EMEX» (Fachmesse für Marketing, Kommunikation, Event und Promotion) in Zürich, als sie beim SBB-Stand den Alpine Classic Pullman Express entdeckten. Können die Gäste fortan bereits in Zürich unseren Pullmanzug benützen und die Fahrt entlang den Gestaden des Zürich- und Walensees nach Graubünden im bequemen Polstersessel geniessen? Leider nein, das Rollmaterial wurde nicht auf Normalspur umgerüstet… Unser Paradezug steht einfach stellvertretend für alle übrigen Charterwagen und symbolisiert «stilvolles Reisen auf Schienen».

Die Töfflibuebe am Vereina Von Erhard Wattenhofer

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Auch in diesem Jahr waren die «Töfflibuebe» wieder unterwegs. In der Sendereihe «SRF bi de Lüt» ratterten die Kabarettisten Simon Enzler und Dani Ziegler mit ihrem «Töffli» über die Landstrassen und machten dabei auch Halt am Vereina. (v.l.n.r.): Simon Enzler, Lehrlokführer Guido Ackermann, Hans Hassler und Dani Ziegler.


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Missiun bletsch: Die schönsten Badeplätze entlang des RhB-Streckennetzes Von Manuela Gallati In einer vierteiligen Videoserie präsentierte die RhB von Mitte Juli bis Mitte August auf ihren Social Media Kanälen die schönsten Badeplätze entlang des RhB-Streckennetzes. Die Videos sind mit der Go Pro aus der EgoPerspektive gefilmt, ähnlich wie Webwandern. Die so vorgestellten Badeplätze sind – zusammen mit weiteren Badeplätzen im Kanton Graubünden – auf einer interaktiven Karte dargestellt. So sehen die User auf einen Blick, wo man baden gehen kann. Die Karte wiederum ist auf Facebook eingebunden und kann auch jetzt noch aufgerufen werden. Der Name der Serie «Missiun bletsch» ist rätoromanisch und bedeutet auf Deutsch «Mission nass». Langfristig ist angedacht, dieses Format jeweils einmal im Winter und einmal im Sommer zu nutzen und so laufend eine interaktive Erlebniskarte zu erschaffen. Im Winter könnten zum Beispiel die vier schönsten Schlittelwege, im nächsten Sommer die vier schöns­ ten Grillplätze, etc. vorgestellt werden. Inputs an community­@rhb.ch wie immer herzlich willkommen!

Grüsse vom Kaeserberg Von Hans Wägli Seit bald sechs Jahren bin ich, die Ge 2/4 212, eine alte Engadinerin, im Exil in der Westschweiz – genaugenommen am Kaeserberg bei Freiburg. Und ich fühle mich hier sehr wohl. Ich bin so etwas wie das Markenzeichen einer grossen Modelleisenbahn geworden. Rund ein Drittel dieser Modellbahn, einer kleinen Schweiz im Massstab 1:87, zeigt nämlich meine frühere Heimat: die RhB. Ich habe hier 98 kleine Kolleginnen – ja, mehr als früher zuhause – die hier abwechslungsweise auf einem 400 m langen Netz über 600 m2 zirkulieren. Zu meinem 100. Geburtstag habe ich übrigens ein neues Kleid bekommen. Das macht mich stolz. Mit einem lauten Achtungspfiff schicke ich freundliche Grüsse in meine alte Heimat, nach Graubünden und da vor allem auch ins Engadin. Herzlich Eure Ge 2/4 212 PS: Wer weiss, vielleicht sehen wir uns wieder einmal – hier am Kaeserberg: Näheres unter www.kaeserberg.ch.

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Nachruf Ursin Casanova †

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Unser langjähriger Mitarbeiter Ursin Casanova verstarb am 9. Juli 2013 nach langer schwerer Krankheit im Alter von erst 47 Jahren. Sein Tod kam trotzdem unerwartet und hat uns alle tief betroffen. Ursin Casanova wurde am 28. Februar 1966 geboren. Seine Kindheit verbrachte er im Bündner Oberland, wo er die Primarschule in Siat und die Sekundarschule in Rueun besuchte. Nach einer dreijährigen Käserlehre arbeitete er in verschiedenen Käsereibetrieben in der Ostschweiz. Aufgrund einer Allergie musste er diesen Beruf aufgeben und absolvierte von 1992 bis 1996 eine Ausbildung zum Bahnbetriebsdisponenten bei der Rhätischen Bahn. Auf verschiedenen Bahnhöfen des RhB-Netzes erwarb er sich das berufliche Fundament für seine Tätigkeit als Fahrdienstleiter im Rail Control Center Landquart, die er ab November 2009 ausübte. Seit November 2011 konnte Ursin Casanova seine Aufgaben aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in vollem Umfange ausüben, im Herbst 2012 musste er die Arbeit vollständig niederlegen. In seiner Freizeit ging Ursin Casanova gerne seinen Hobbys Jagen, Fischen und Skifahren nach. Einen besonderen Stellenwert nahm für ihn seine Familie ein, der wir unser herzliches Beileid aussprechen. Im Verstorbenen haben wir einen verantwortungsbewussten und zuverlässigen Mitarbeiter verloren, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden.

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Nachruf Faik Nuhiji †

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3/ 2013

Am 9. August 2013 verstarb unser Mitarbeiter, Faik Nuhiji, nach längerer Krankheit. Sein Tod hat uns getroffen und hinterlässt im Team eine grosse Lücke. Am 13. November 1958 wurde Faik Nuhiji in Jugoslawien geboren. Er verlebte seine Schul- und Jugendzeit in seinem Heimatland. Im Jahre 1981 kam Faik Nuhiji in die Schweiz und arbeitete neun Jahre lang als Gartenarbeiter bei der Firma Grischa Gartenbau in Chur. Am 28. Januar 1991 begann Faik Nuhiji seine Tätigkeit bei der Rhätischen Bahn als Depotangestellter in Landquart. Ein halbes Jahr später wechselte er in die Wagenreinigung Chur, wo er auch bis zum Beginn seiner Krankheit tätig war. In der Freizeit traf man Faik Nuhiji am Fahrrad fahren oder joggen an. Im Verstorbenen haben wir einen verantwortungsvollen, zuverlässigen und loyalen Mitarbeiter verloren, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Seinen Angehörigen entbieten wir unser herzliches Beileid.

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Nachruf José Màrio Meira Oliveira †

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2013

Am 12. Juli 2013 verstarb unser Mitarbeiter, José Màrio Meira Oliveira, nach einer schweren Krankheit im Alter von nur 57 Jahren. Sein Tod hat uns tief getroffen und hinterlässt im Team eine sehr grosse Lücke. José Màrio Meira Oliveira wurde am 14. August 1955 in Portugal geboren, wo er auch seine Schul- und Jugendzeit verbrachte. Im Jahre 1984 kam er in die Schweiz und arbeitete die ersten Jahre im Gastgewerbe. Seine Tätigkeit als Depotangestellter bei der Rhätischen Bahn begann er am 1. September 1993. Dank seiner engagierten Mitarbeit wurde José Màrio Meira Oliveira auf den 1. Juli 2002 zum Gruppenführer Stellvertreter gewählt. Ab dem Jahr 2007 war José Màrio Meira Oliveira immer wieder krank, musste sich verschiedenen Operationen und Behandlungen unterziehen und konnte so seine Tätigkeit nicht mehr in vollem Umfang ausführen. Seine Freizeit verbrachte José Màrio Meira Oliveira am liebsten in seinem Schrebergarten in Malans. Da pflanzte er Gemüse an, welches er nach der Ernte immer zu einem leckeren Essen verarbeitete. Dabei war es ihm auch immer wichtig, seine Familie und Freunde um sich zu haben und diese zu bewirten. Im Verstorbenen haben wir einen verantwortungsvollen, zuverlässigen und loyalen Mitarbeiter verloren, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Seinen Angehörigen entbieten wir unser herzliches Beileid.

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Personalchronik vom 2. Juni bis 1. September 2013

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Eintritte

Simon Allemann-Flütsch Flurina Ambühl Marcel Ancona Mike Kevin Birchler Natalie Bonotto Philipp Brunner Sina Casanova Michaela Caviezel Silvan Crameri Flavio Crivelli Patrick Däscher Andreas Diethelm Lina Dolf Silvio Flisch Clà-Fadri Gaudenz Rachid Heuberger Marc Hintermann Peter Hofer Rita Hofer Matthias Horlacher Damir Kaukovic Urban Kuntner Patrizia Lanfranchi Thomas Leuener Gino Marty Milan Nikic Dario Pippia Etienne Reimann Armando Roner Roberto Rossi Dominik Sprecher Tönet Stuppan Maurizio Troisio Marianne Ulmann Marco Walser Gian Wetten Marco Zwahlen

als Lokführer-Anwärter, Landquart als Reiseberaterin, St. Moritz als Netzwerkspezialist, Landquart als Lokführer-Anwärter, Landquart als Zugbegleiterin in Ausbildung, Samedan als Lokführer-Anwärter, Landquart als Zugbegleiterin in Ausbildung, Samedan als Zugbegleiterin in Ausbildung, Samedan als Zugbegleiter in Ausbildung, Samedan als Gruppenleiter, Ilanz als Disponent Netzplanung, Landquart als Reiseberater, Davos Platz als Sachbearbeiterin Buchhaltung, Chur als Logistiker/Betriebsangestellter, Arosa als Fachspezialist, Landquart als Lokführer-Anwärter, Landquart als Lokführer-Anwärter, Landquart als Lokführer-Anwärter, Landquart als Zugbegleiterin, Samedan als Fahrdienstleiter Fernsteuerung, Landquart als Zugbegleiter in Ausbildung, Chur als Lokführer-Anwärter, Landquart als Zugbegleiterin in Ausbildung, Samedan als Fachleiter Fertigung, Landquart als Konstruktionsschlosser, Landquart als Zugbegleiter in Ausbildung, Samedan als Lagerist, Landquart als Logistiker/Betriebsangestellter, Untervaz als Gleismonteur, Zernez als Gleismonteur, Samedan als Fachspezialist, Landquart als Betriebsangestellter, Sagliains als Handwerker, Landquart als Zugbegleiterin in Ausbildung, Chur als Lokführer-Anwärter, Landquart als Elektrowickler, Landquart als Logistiker/Betriebsangestellter, Untervaz

HERZLICH WILLKOMMEN!

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Austritte

René Allemann Regula Brudermann Franz Burtscher Karin Furger Sarah Hubert Marc König Samuel Marfurt René Müller Franco Schröttenthaler Vreni Spiller Cédric Steiner Patrick Suter

als Automatiker, Landquart als Disponentin Netzplanung, Landquart als Immobilienbewirtschafter, Chur als Produktmanagerin, Chur als Assistentin, Chur als Spezialist QS, Chur als IT Supporter, Chur als Kaizen/Coach, techn. Assistent, Landquart als Gleismonteur, Chur-Sand als Reiseberaterin, Scuol als Lokführer, Landquart als Gleismonteur, Pontresina

ALLES GUTE FÜR DIE ZUKUNFT!

Pensionierungen

Marcel Albertini, Visiteur, Pontresina Bruno Cadosch, Bahnmeister, Ilanz Giacun Chistell, Mitarbeiter Kundendienst, Ilanz Peter Donau, Lokführer, Landquart Men Franziscus, Betriebsangestellter, Sagliains Josef Jäger, Betriebsangestellter, Arosa Hans Wyss, Bauleiter, Chur

ALLES GUTE IM RUHESTAND!

Dienstjubiläen

25 Dienstjahre Bellinda Bärtsch, Betriebsdisponentin, Disentis Christian Derungs, Betriebsangestellter, Landquart Wanja Frey-Aliesch, Betriebsdisponentin, Landquart Lush Kamaj, Handwerker, Landquart Patrick Lüthy, Zugführer, Chur Douang Phommarath, Zugführer, Chur David Rudolf, Leiter Betrieb, Klosters Bruno Tschirky, Spezialhandwerker, Landquart Roland Uetz, Spezialist Controlling und Rechnungswesen, Chur Erhard Wattenhofer, Leiter Betrieb Vereina, Selfranga

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Das Magazin in gedruckter Version, für Zuhause und unterwegs, inspiriert und zeigt die schönsten Ecken und die spannendsten Geschichten rund um die RhB. Immer wieder neu – in den Sprachen deutsch und englisch. Abonnieren Sie sich das Contura unter www.rhb.ch/contura

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InfoRetica 3/2013  

Mitarbeiterzeitung der Rhätischen Bahn

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