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Nr. 1 / März 2008

Winterzeit, die Zeit der Begegnung 1


In MGB-Triebzüge dieser Ausgabe laufen vom Stapel Von Roberto G. Paravicini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Editorial/Editoriale Die Stimme der Geschäftsleitung La Voce della Direzione Die Leitsätze der RhB Geschichtenstart am Mitarbeiterfest Geschichte von Markus Lipp Collage Mitarbeiterfest Gedicht Allegra Internes Kontrollsystem (IKS) ISO-Zertifizierung Enteisung Bernina Aussendesign neue Triebzüge Aus dem Leben einer Lok Unterhaltskonzept Rollmaterial Einschub Zizerser Brücke Doppelspur Fuchsenwinkel Inframation Damals, vor 30 Jahren Neue Softwareanwendung GAF Charta Sicherheit Die Medienbahn Vor 90 Jahren … UNESCO Welterbe Bahn Nilgiri LANXESS Workshop «Rhätische Bahn» Neues in Kürze Sicherheit, Berufsunfall Tochter-/Sohntag Diplomübergabe Gleismonteure login Vereina Anekdoten spontan Personalchronik RhB In-Team

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Herausgeber:

Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn 7002 Chur

Redaktion:

Peider Härtli (hä), p.haertli@rhb.ch Sandra Beeli (be), s.beeli@rhb.ch Walter Frei (Fr), w.frei@rhb.ch Simon Rageth (ra), s.rageth@rhb.ch

Frontbild:

Mitarbeiterfest

Nächster Redaktionsschluss:

13. Februar 2009

Auflage: Abonnement:

3´100 Exemplare, 4-farbig Inland: Fr. 50.– / Ausland: Fr. 60.–

© by RhB:

Weiterverwendung und Nachdruck erwünscht, jedoch nur unter Quellenangabe

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier


MGB-Triebzüge Gelebte und erlebte laufen Werte vom Stapel Von Peider RobertoHärtli G. Paravicini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Gelebte und erlebte Werte

Valori vissuti e sentiti

«Eine gute Zusammenarbeit über die Berufsgruppen und Bereiche hinweg ist zentral für unseren Erfolg» … Diese nüchterne Botschaft ist ein Teil der sieben Werteleitsätze für unser Unternehmen. Im Rahmen der Mitarbeitertage im Oberengadin haben wir viel erfahren über das starke Symbol des roten Bandes – ein Band, welches nicht nur die UNESCO Linien verbindet. Das rote Band verbindet auch die Mitarbeitenden untereinander; der Mitarbeiteranlass war bestes Beispiel dafür, wie der Zusammenhalt der «Mannschaft RhB» erlebt und gelebt wird – über alle Bereiche und Hierarchien hinweg.

Gentili collaboratrici, stimati collaboratori

Ein beispielhaftes Zusammenspiel verschiedener Bereiche durfte ich kürzlich bei einem konkreten Filmprojekt erleben. Mit SF DRS haben wir einen neuen Auftritt mit den roten «fliegenden Einser» als SF-Signet am Landwasserviadukt realisiert. Und die SF DRS-Crew hat uns gefordert: für den 18-Sekunden-Spot waren die Vor­ gaben enorm anspruchsvoll: An den zwei Drehtagen wurde aus allen «Rohren» und aus allen Perspektiven gefilmt. Dieses Projekt ist nur dank der vorbildlichen Zusammenarbeit aller Beteiligten zu Stande gekommen. Von der Netzplanung und -steuerung über Infrastruktur bis hin zum Bereich Rollmaterial – alle haben an diesen Tagen am selben Strick gezogen. Dieses Beispiel von Kooperation hat mich stark beeindruckt – und gleichzeitig auch bestätigt, dass die Familie RhB tatsächlich «funktioniert». Der Leitsatz endet übrigens mit der Aussage: «Die Arbeit bei der RhB macht Spass». In diesem Sinne freue ich mich auf die zukünftige gemeinsame Zusammenarbeit mit Ihnen! Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen frohe Festtage und alles Gute im neuen Jahr! Ihr Peider Härtli

«Una buona collaborazione tra i diversi gruppi e settori professionali è di centrale importanza per il nostro successo» … Un messaggio sobrio e pulito che ritroviamo tra i sette valori guida della nostra azienda. Durante le giornate dei collaboratori in Engadina Alta abbiamo rilevato la forte valenza simbolica della fascia rossa, una fascia che non si limita a collegare le linee dell’UNESCO. Il nastro rosso unisce anche i dipendenti, e la manifestazione ad essi dedicata è stata la miglior prova di quanto venga vissuta e sentita la collaborazione in seno alla «squadra FR», trascendendo ogni confine settoriale e gerarchico. Di recente, in occasione di un progetto cinematografico concreto, ho potuto assistere ad un esemplare gioco di squadra tra i vari settori. Con la SF DRS abbiamo realizzato un nuovo filmato sui «numeri volanti» rossi come simbolo della televisione svizzera, presso il viadotto della Landwasser. E posso affermare che l’équipe della SF DRS non ci ha certo risparmiati: per i 18 secondi di spot abbiamo fatto salti mortali. Durante i due giorni di riprese ci hanno filmato da tutte le angolazioni. Il progetto ha potuto essere portato a termine soltanto grazie alla collaborazione esemplare tra tutti i partecipanti. Dalla pianificazione e gestione della rete fino all’ infrastruttura, passando per il settore del materiale rotabile: tutti hanno remato nella stessa direzione. Questo esempio di cooperazione mi ha molto colpito e al tempo stesso mi ha dato conferma che la famiglia della FR «funziona» a tutti gli effetti. Tra l’altro, il valore guida conclude: «lavorare presso la FR è un piacere». In tal senso mi compiaccio sin d’ora di poter collaborare anche in futuro con voi! Permettetemi di augurare a tutti, unitamente alle vostre famiglie, Buone Feste e Felice Anno Nuovo!

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Die Stimme der Geschäftsleitung Von Christian Florin

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Liebe RhB-Familie Seit bald vier Jahren bin ich nun bei der Rhätischen Bahn und staune immer noch jeden Tag von neuem über die Vielseitigkeit unserer Bahn. Ich kann mir kaum ein Unternehmen vorstellen, das ähnlich spannend und abwechslungsreich ist wie unsere RhB. Auf den ersten Blick neigt man zu denken, dass diese Einmaligkeit vor allem auf die Pionierleistungen unserer Vorfahren zurück zu führen ist. Sicherlich, die Harmonie von Technik und Eisenbahnkunstbauten in der grandiosen Landschaft ist einmalig, darum sind wir zu Recht jetzt auch Teil des UNESCO-Welterbes. Aber das alleine macht die RhB nicht aus. Für mich sind es insbesondere alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche die RhB verkörpern. Und vor allem sind es ihre Persönlichkeiten, ihre Erfahrungen, ihre Erinnerungen und ihre Geschichten. Ich geniesse jede Begegnung, die sich bietet, um mehr über die RhB und ihre Mitarbeitenden zu erfahren. Damit es zu solchen Begegnungen kommen kann, braucht es die Initiative jedes einzelnen. Kürzlich «öffneten» wir die beiden Baustellen Tasnatunnel und die neue Brücke in Zizers für alle Geschäftsbereiche. Natürlich ging es bei diesen Anlässen auch um die Technik. Aber es wurde ebenso die Gelegenheit genutzt, einander besser kennen zu lernen, Verständnis für einander zu gewinnen, Gesichter hinter den Namen zu sehen oder ganz einfach Vorurteile abzubauen. Die Zufriedenheit aller Besucher konnte buchstäblich von ihren Gesichtern abgelesen werden. Die Zufriedenheit, genauer gesagt die Mitarbeiterzufriedenheit, ist ein Dauerbrenner an den Pausentischen, unterwegs, aber auch in der Geschäftsleitung. Häufig stelle ich dabei aber fest, dass diese Zufriedenheit of-

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fenbar immer bei den anderen anzufangen scheint. Man wartet dabei, beinahe genüsslich, bis die anderen etwas machen, damit sich diese Zufriedenheit verbessert. Als positiv denkender Mensch bin ich fest davon überzeugt, dass, wenn ich den ersten Schritt mache, auch eher etwas zurückkommt. Es genügt also nicht, abzuwarten und zu schauen, ob sich etwas ändert. Zufriedenheit lässt sich auch nicht per Knopfdruck und schon gar nicht per Dekret steuern; wir alle müssen den ersten Schritt machen. Wir müssen Raum für Begegnungen schaffen, uns für einander interessieren und einander auch zuhören – ganz nach dem Motto «tue Gutes und sprich darüber» – unsere Kunden werden es uns danken! Bald schon steht Weihnachten ins Haus, auch hier geht es darum, für einander da zu sein, miteinander zu reden, einander zu begegnen. Geniessen Sie diese Zeit mit Ihren Familien, Freunden und Ihren Liebsten. Machen Sie sich auch Gedanken, wie Sie das neue Jahr beginnen wollen. Vielleicht ist dies auch der ideale Zeitpunkt sich zu überlegen, was man persönlich dazu beitragen möchte, um den Spass an der Arbeit zu fördern – oder anders gesagt, die Mitarbeiterzufriedenheit zu verbessern. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe RhB-Familie, schöne und vor allem erholsame Festtage. Ich freue mich auf jede Begegnung mit Ihnen im neuen Jahr. In meine Wünsche schliesse ich besonders auch all jene ein, die während den Festtagen dafür sorgen, dass die hoffentlich zahlreichen Kunden unvergessliche Tage auf der Rhätischen Bahn verbringen. Ihnen gebührt ein ganz besonderer Dank! Grazcha fich und bis bald im Neuen Jahr. Ihr, Christian Florin


La Voce della Direzione Von Christian Florin

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Cara famiglia della FR È da quasi quattro anni ormai che lavoro presso la Ferrovia retica e ancora mi stupisco, giorno dopo giorno, di quanto sia variegata la nostra ferrovia. Non riesco quasi a immaginare un’altra azienda che sia altrettanto attrattiva e poliedrica. Di primo acchito si verrebbe tentanti di ricondurre questa sua unicità al le imprese pionieristiche dei nostri avi. L’accostamento armonioso tra tecnica, manufatti ferroviari e maestoso paesaggio alpino non ha eguali, non v’è alcun dubbio, e per tale ragione facciamo anche parte del Patrimonio mondiale dell’UNESCO. Ma la FR è ben altro. Per quanto mi riguarda sono soprattutto i collaboratori e le collaboratrici che la rappresentano. E in particolare sono le loro personalità, la ricchezza delle loro esperienze, dei loro ricordi e del loro vissuto. Non perdo dunque l’occasione di gustare ad ogni incontro un nuovo aneddoto sulla FR e i suoi dipendenti. E per poter proporre tali incontri bisogna far leva sull’iniziativa di ognuno. Recentemente abbiamo «aperto» i cantieri del tunnel Tasna e del nuovo ponte di Zizers a tutti i settori aziendali. Non nego che l’evento era in parte polarizzato sulla tecnica, ma al tempo stesso ha offerto l’opportunità di approfondire le conoscenze, dare un viso a molti nomi o semplicemente liberarsi dei pregiudizi. Ad ogni buon conto, la sod­dis­­ fazione di tutti i visitatori era stampata a chiare lettere sui loro volti. La soddisfazione, e per essere più esatti quella dei collaboratori, è un argomento di perenne attualità durante la pausa caffè, per strada, ma anche ai piani superiori della nostra direzione. Molto spesso, tuttavia, mi accorgo che questa soddisfazione sembra dover iniziare

sempre dagli altri. Si aspetta, con malcelato compiacimento, che qualcuno altro faccia scattare la molla per migliorarla. Premesso che sono di indole positiva sono persuaso che i risultati migliori si ottengono prendendo il toro per le corna e facendo il primo passo. Aspettare e guardare se cambia qualcosa non basta. La soddisfazione non può essere azionata da un pulsante o intimata da un decreto; dobbiamo fare tutti il primo passo. Dobbiamo creare spazio per nuovi incontri, interessarci agli altri e anche ascoltarci, il tutto all’insegna del motto «fai del bene e parlane». I nostri clienti ce ne saranno grati! I profumi e le luci del Natale sono alle porte, e anche in questa occasione dobbiamo far prova di altruismo, saper parlare e ascoltare. Godetevi questo particolare periodo con le vostre famiglie, con i vostri amici e i vostri cari. Riflettete anche al vostro personale esordio nel nuovo anno. Non è detto che sia il momento ideale anche per sfornare una proposta atta a vivacizzare il clima di lavoro, aumentarne il piacere o detto altrimenti, migliorare la soddisfazione dei collaboratori. Con questo auspicio auguro Buone Feste a tutta la famiglia della FR, ma soprattutto momenti felici e di ristoro. Ad ogni incontro con voi nell’Anno nuovo! Con le mie parole di augurio mi preme in particolare raggiungere anche tutti coloro che durante le Festività si adopereranno affinché la nostra, speriamo, numerosa clientela possa trascorrere giornate indimenticabili a bordo della Ferrovia retica. Un grazie sentito e profondo! Grazcha fich e a presto nell’Anno nuovo. Vostro Christian Florin

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«Leitsätze sind Wegweiser» Von Simon Rageth

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

In einer schneebedeckten Landschaft, umgeben von hohen Bergen, befindet sich ein Bergführer mit seinen Gästen auf einer Hochtour. Ein Seil verbindet jedes Mitglied dieser Seilschaft zu einer Einheit. Beim Passieren von Gletscherspalten sichert jeder den anderen. Gefahren lauern, Risiken bestehen. Aber das Seil steht als Symbol für die Sicherheit und grösstmögliche Gefahreneinschränkung. Wir bewegen uns meistens nicht auf gefährlichem Terrain. Aber wie das Seil steht unser rotes Band für das gemeinsame Tragen einer hohen Verantwortung. Das rote Band ist ein starkes Symbol, welches uns schon durch das UNESCO Welterbe Fest führte. Jeder Mitarbeiter bildet wie ein Stück Faden einen Teil des ganzen Bandes und trägt durch seinen Einsatz zum Gesamterfolg der RhB bei. In den letzten Wochen hat sich das Führungsteam deshalb intensiv damit befasst, für welche Werte, Botschaften und Inhalte das Band steht. Das Resultat sind sieben ganz kurze und einfache Leitsätze: 1. Wir sind ein leistungsstarkes und zukunftorientiertes Unternehmen 2. Wir bieten unseren Kunden ein unvergessliches Erlebnis 3. Wir arbeiten nachhaltig und sind flexibel 4. Die RhB ist ein fortschrittlicher Arbeitgeber in Graubünden

Donnerstag, 30. Oktober

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5. Wir arbeiten offen und ehrlich miteinander und übernehmen Verantwortung 6. Die Führungskräfte der Rhätischen Bahn sind Vorbilder 7. Wir kommunizieren offen und transparent Gesucht werden nun positive Geschichten, die zeigen, wie die sieben Leitsätze in der RhB bereits gelebt werden. Den Anfang machten Luca Zanolari, Bernhard Bösch, Patrick Schneider und Patricia Demarmels am Mitarbeiterfest (siehe auch Seite 8). Das rote Band wird nun von Markus Lipp, Leiter Kundendienst, erweitert. Er erzählt die nächste Geschichte (siehe Seite 9). Daniel Grünenfelder, Leiter HR, äussert sich im nachfolgenden Interview zu den sieben Leitsätzen der Rhätischen Bahn: Herr Grünenfelder, was verstehen Sie unter einem Leitsatz? Leitsätze sind Wegweiser. Sie zeigen uns die Richtung auf, welche wir für das Verhalten, die Arbeit und die persönliche Entwicklung einschlagen sollen. Die Unternehmenswerte sind solche Wegweiser für die Wert- und Normvorstellungen, Denk- und Verhaltensmuster innerhalb der RhB. Liegen Leitsätze derzeit im Trend oder weshalb braucht die RhB nun auf einmal Leitsätze? Wichtig ist für mich, dass wir gemeinsame Werte entwickeln und uns der bereits vorhandenen Werte bewusst

Frreitag, 31. Oktober


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

werden. Es gibt heute schon Werte bei der RhB. Diese Werte sollen die übergeordneten Ziele unterstützen und mittragen. Weshalb möchte die Rhätische Bahn nun genau diese sieben Leitsätze leben? Die Werte RhB wurden unter Einbezug verschiedener Führungsebenen in mehreren Schritten in den Jahren 2007 und 2008 erarbeitet und gelten nun. Unserer Meinung nach ist es sinnvoll, auf diesem Weg intern und extern zu vermitteln, was wir von unseren Mitarbeitenden als optimal funktionierendes Dienstleistungsunternehmen erwarten und umgesetzt haben möchten. Nur wenn alle am selben Strang ziehen und wir uns dies jeden Tag auf’s Neue bewusst werden, sind wir stark und leistungsfähig.

Vieles wurde schon gelebt und umgesetzt. Wie Sagen, die mündlich überliefert wurden, sind diese jetzt schriftlich festgehalten. Das bisherige positive Verhalten dient nun als Ausgangslage zur kontinuierlichen und nachhaltigen Verbesserung sowie als Orientierungshilfe für neue Mitarbeitende. Was erhoffen Sie sich davon, dass die Geschichten von den Mitarbeitenden erzählt werden? Menschen haben schon immer Geschichten erzählt. Mit Geschichten kann Vieles mitgeteilt aber auch erklärt werden. Geschichten malen Bilder! Jeder einzelne Mitarbeitende prägt unser Unternehmen und ist ein Zahnrad im grossen RhB-Uhrwerk. Erzählte Erfahrungen und Erfolgserlebnisse sind Bestätigungen und Ansporn für Alle, es ihnen gleich zu tun.

War die Rhätische Bahn bisher nicht leistungsstark, bereiteten wir den Kunden nicht schon bisher ein unvergessliches Erlebnis und arbeiteten wir nicht schon bisher nachhaltig und flexibel? Sicher bereiteten wir bis heute den Kunden unvergessliche Erlebnisse, doch geht es darum, diesen Standard nicht nur zu halten, sondern stetig den Kundenbedürfnissen anzupassen. Es ist wie bei einem Fussballtraining: Jeder weiss, dass er gewinnen möchte, doch dafür benötigt es anhaltendes Training, das vor allem im Kopf beginnt. Dafür stehen bei uns die sieben Leitsätze ebenfalls.

Werden Sie uns auch noch eine Geschichte erzählen? Vielleicht später, aber andere haben Vorrang: Ich freue mich auf die Geschichten der Mitarbeitenden, diese stehen jetzt im Mittelpunkt.

Montag, 3. November

Dienstag, 4. November

Danke für das Interview.

Erzählen Sie uns Ihre Geschichte! Senden Sie diese an unsere Unternehmenskommunika­ tion (medien@rhb.ch) oder nehmen Sie für Fragen telefonisch Kontakt mit uns auf (Tel 990 406).

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Geschichtenstart am Mitarbeiterfest Von Simon Rageth

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Die ersten vier Geschichten von Mitarbeitenden der Rhätischen Bahn wurden am Mitarbeiterfest erzählt. Luca Zanolari, Bernhard Bösch, Patrick Schneider und Patricia Demarmels gaben ihr Bestes und konnten so manchen Zuhörer mit ihren Erlebnissen und Geschichten mitreissen. Hier nochmals eine kurze Zusammenfassung des Erzählten.

Luca Zanolari, Zugbegleiter «Ich begleitete Fahrgäste auf der Fahrt von St. Moritz nach Zermatt und wurde von etlichen Fragen durchbohrt. Ich setzte alles daran, unseren Kunden ein unvergessliches Erlebnis zu bieten und beantwortete geduldig ihre Neugier. Zugchef ist mein Beruf, doch als Tourismusförderer arbeite ich.»

Bernhard Bösch, Bahnmeister

Patrick Schneider, Leiter Bahnhof Bergün und Tiefencastel «Eine junge Frau wollte in Bergün Ferien geniessen. Ohne ihren Elektrorollstuhl konnte sie nicht vorankommen. Bergün verfügt über keinen Mobilift. Schon nach kurzer Zeit fanden wir eine Lösung: Wir standen mit einem Handwagen bereit. Für die Frau ein grosses Zeugnis ihrer Selbständigkeit und ein unvergesslicher Moment.»

Patricia Demarmels, Leiterin Region Betrieb Agglo Chur/Surselva «Vor zwei Jahren wurde ich in meinen Job gewählt. Gemäss Pflichtenheft ist für die Ausübung dieser Tätigkeit eine bestimmte Ausbildung vorgesehen. Der Lehrgang hatte bereits gestartet. In dieser Situation zeigte sich die RhB als sehr flexibles Unternehmen. Blitzschnell erhielt ich den positiven Entscheid.»

«Die Verantwortung zur Beurteilung der Lawinengefahr im Raum Davos lag bei mir. Mein Bähnlerherz wollte fahren und trotzdem die Gäste sicher transportieren. Ich bekam die Chance, das Problem bei Erwin Rutishauser zu thematisieren. Die Geschäftleitung hat darauf entschieden, die Seehorngalerie zu bauen.»

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Luca Zanolari

Bernhard Bösch

Patrick Schneider

Patricia Demarmels


«Hilft uns denn keiner?» Von Markus Lipp

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Leitsatz: «Wir bieten unseren Kunden ein unvergessliches Erlebnis» Der verspätete Regio-Expresszug sputet durch die schöne Winterlandschaft vom Engadin kommend dem Bahnhof Chur entgegen. Die Reisenden machen sich für das Umsteigen bereit, greifen hastig und ungeduldig nach ihren Jacken, Mänteln und dem vielen Gepäck. Der Zug hält an. Das Gedränge beginnt. Die Wagen entleeren sich in Rekordzeit von den zu den Anschluss­ zügen hetzenden Gästen aus aller Welt. Zurück bleibt eine vom Tempo sichtlich überforderte und hilflos anmutende ältere, elegant gekleidete Dame mit schönem Hut und einem grossen Koffer. Die Fragen «Was nun? Wie weiter? Hilft uns denn keiner?» stehen der Reisenden geradezu ins Gesicht geschrieben. Nicht weniger hilflos schaut der treuherzig neben der Frau winselnde kleine Hund drein.

rung durch. Bevor es wieder die Stufen hoch geht, Kontrollblick zurück – ja, die Dame folgt mir, der Hund an vorderster Front ist auch dabei – und nun nichts wie die Treppe rauf zum Zug. Dort angekommen, gelingt mir im letzten Moment mit dem Ruf «Es kommt noch jemand!» zum mir persönlich bekannten Zugchef, die Zugsabfahrt zu verzögern. Der Koffer ist auf der Wagenplattform verstaut. Kurze Zeit vergeht. Da kommen sie. Vorauseilend der kleine Hund. Sichtlich die ernste Lage fühlend, zieht er seine völlig ausser Atem geratene Herrin im Schlepptau seiner Leine mit seinen kurzen zappeligen Beinen geradezu die Treppe hoch zum Zug. Wir helfen dem Gast einzusteigen und es bleibt nur noch Zeit, der Reisenden alles Gute und eine schöne Heimreise zu wünschen. Die Wagentüre schliesst sich und der Zug fährt mit der mir freundlich zuwinkenden Reisenden und ihrem «Liebling» auf den Armen davon.

Spontan gehe ich auf die Dame zu. Auf meine Frage «Darf ich Ihnen helfen – wo fahren Sie hin?» kommt zögerlich, aber mit grosser Erleichterung die Antwort «nach Deutschland». Oh, das wird aber knapp! Ich ergreife den schweren Koffer, helfe der Dame aus dem Zug und bitte sie, mir möglichst rasch zu folgen. So hetze ich mit dem Gepäck die Treppe runter, die Unterfüh-

Das Resultat Nicht wenig überrascht und zugegeben auch ein wenig stolz, fand ich dann einige Tage später eine vom Zugchef vermittelte Notiz der Reisenden in meiner Dienstpost. Die Frau bedankte sich für die liebenswerte Hilfe und Unterstützung. Sie werde ihr angenehmes Erlebnis während ihrer Zugfahrt in unvergesslicher Erinnerung behalten.

«Darf ich Ihnen helfen?» Gedränge vor dem Zug.

Markus Lipp, Leiter Kundendienst.

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Mitarbeitende feiern in Samedan Bilder von Esther Lüdi, Sonja Lubini, Giuditta Hartmann, Silvia Heldstab, Andreas Bass und

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Simon Rageth

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«Das Kleid ischt nüd vom Lagerfeld, s’ ischt RhB Uniform …» Von Bruno Graf Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Lokführer Bruno Graf hat sich auf ganz besondere Art auf den Mitarbeiteranlass vorbereitet – mit einer Schnitzelbank vom Feinsten. Leider konnte er «infolge des gedrängten Programms», wie er uns schreibt, die Verse nicht vortragen. Schade – es hätte eine nochmalige Steigerung des in jeder Beziehung gelungenen Anlasses bedeutet. Wir benützen gerne die Gelegenheit, Bruno Graf’s Schnitzelbank in ganzer Länge in der InfoRetica zu veröffentlichen. Viel Spass – Ihre Redaktion! Allegra (Melodie: Miar fahred mit der SBB) Unesco Welterbe, isch sie, dia chlini roti Bahn, das hät sie sicher au verdient, das isch kei Grössawahn. Es wäri no meh schützenswert, vo hüüt und au vo früehner, das Label hätti au verdient, der Schnauz vom Hanggi Büehler. Das Label spüehlt jetzt denn viel Geld, em Briccola in d’ Kassa, denn giit’s viellicht a chlii meh Lohn, dass miar a chlii chönnt prassa. Miar konsumieret denn au meh, und nehmet zue ganz schnell, drum sind dia grüena Warnwesta, nur Grössi XXL. Das Label das bedüüted au, mer muss viel unterhalta, mer chann nöd eifach ändara, es bliibt vieles bim alta. Der Grundsatz vo der UNESCO, der söttet d’ Scheffa kenna, denn müesstet miar nöd all Halbjohr, neui Abchörziga lerna. Au d’ Bocciabahn bim Bahnhof Stuls, dia stoht jetzt unter Schutz, do mues mer öppis macha druus, vermarkta Gopfridstutz. Zur a Brainstorm- Week mit Bocciakurs, muess der Hefti jetzt iilada, zu Wellness im Brunnatrog bim Gleis, und essa im Chuchiwaga.

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In Stuls und Spinas stöhnd au no, so chlini Holz­ kabäuschen, do stoht no Manna und Fraua druuf, nöd Men und au nöd Mäuschen. Do chasch Du ruhig ina goh, mach’sch Tür zue mit ma Rumm’s, und wenn denn s’ Gschäft verrichta tuesch, macht’s hinter dir luut, Plumps.

Jetzt han ii Sonnacreme bechoo, a Tuba Faktor drissg, das muesch hüüt weg da Sonna haa, und au wega da Hitz. Mini Frau sait Faktor 8 wär gnueg, und stricht mi ii ganz zärtlich, denn hättischt du en bruuna Grind, so wia da Peider Härtli. Schutzbrilla giit’s für’s Augaliecht, und Kappaschueh für d’ Zeeba, und für da Grind en Plastikhelm, und Händscha zum dii heeba. Warnwesta für da Gleisbereich, halt alles was mer bruucht, und d’ Ghörschütz dia sind immer guet, wenn der Chef dii zämmastuucht. Ii han 2 Liter Wasser gsoffa, wia’s stoht uf ma Plakäätli, und in Calida Unterhosa, versorget guet mis Gmäächtli. Will ii kei Ziit han khaa zum schiffa, isch d’Bloosa überlaada, drum han ii jetzta an da Tschiins, en dunkelblaua Flaada. Wenn du amol a Störig häsch, denn muesch nöd lang studiera, dia bsetzti Station, dia tuet’s, im QSV notiera. Jo wo isch denn dia Station, fangsch du jetzt still a fluecha, do mues ii doch is Internet, da Google söll dia suecha. Vor Johra isch der Kondukteur, dur da Zug und hät uusgrüeft, jetzt chunnt denn grad der nöchsti Halt, und hät Billet no prüeft. Jetzt händ miar so es Railvoxgrät, do chunnsch doch glatt zum spinna, noch jedem Update hät dä Siech, en neua Fehler dinna. Us em Luutsprecher chunnt a Frauastimm, mer sötti schnell iistiiga, der Zug der fahri jetzt denn ab, er tuet nöd z’ Landquart bliiba. Dia Durchsag dia wär Wunderbar, nur dä Service klappt nid ganz, der Zug der isch scho längstens fort, und stoht jetzt in Malans.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Piep piep, tü tüü, piep piep, tü tüü, piep piep, tü tüü ta too, dia Musig macht nöd min Game-Boy, und nöd Play-Station zwoo. Dia Musig macht ZS I 90, bis miar da Chraga platzt, D’ Gschäftsleitig seit doch explizid, kei Musig am Arbeitsplatz.

Avanti, Futuro, Futuro Plus, dänn Strategie null sechs, jetzt Offensiva zwanzgi- zwölf, was hät das für en Zweck? Dia Üebiga händ miar scho gmacht, alles ist bim Alta bliiba, miar händ no immer Defizit, und fahrend uff da Schiina.

S’ UNESCO Welterbe das bringt, en Huufa neui Gäst, für dia tüend miar vor RhB, ganz sicher eifach s’ Best. Dia Gäst dia zahlend recht viel Geld, wend drum bim Reisa hocka, wenn’s aber nur no Stehplätz gsehnd, denn haut sie’s uss da Socka.

Uf’m ganza Netz wird investiert, mer chauft au neui Khära, i frog mi nu, vo wo chunnt jetzt, das vieli Geld au hera? Hät Direktion viellicht am End, so heimlich, liislig, still, mit da, em ZP versprochana, Benissimo – Löösli gspielt.

Uf’m Laufsteg irgendwo z’ Paris, zeigt a Frau en neua Dress, a helli Blusa, a rot’s Foulard, derzua en Jupe ganz kess. Alli Dama stuunend Aa und Oo, und klatschend ganz enorm, das Kleid ischt nüd vom Lagerfeld, s’ ischt RhB Uniform.

An der Ostara bin ii unterwegs, uff da Lok im Bündnerland, uff ma Perron stoht der Rutishuuser, mit ma Chörbli in der Hand. Er wünscht miar schöni Ostara giit miar en Schoggihas, und es Maitali rüeft luut voller Freud: en Osterhas en Osterhas, en richtiga läbiga Osterhas.

Der Rutishuuser der hätt gseit, iar guata Fraua Manna, iar müend mi‘ m Zug zur Arbeit khoo, üsri Parkplätz tuend nüd langa. Er hät miar aber no nüd gseit, wia ii das macha sötti, wenn ii am vieri an d’Arbet muess, und der erst Zug fahrt am sechsi.

Bruno Graf: Erinnerungen an einen gelungenen Anlass.

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«IK … was?» Von Brigitte Flück

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Ist Ihnen der Begriff «Internes Kontrollsystem», oder kurz «IKS» bereits ein Begriff? «Auch schon mal gehört» oder «IK … was?». Dieser Artikel gibt Ihnen einen kurzen Überblick über das IKS in der RhB und zeigt auf, wie Sie davon betroffen sind. Gesetzliche Neuerungen Seit dem 1. Januar 2008 sind im Obligationenrecht neue Gesetzesartikel in Kraft, welche grössere Unternehmen wie die RhB dazu verpflichten, ein IKS einzuführen. Dieses wird im Rahmen der jährlichen Revision durch die Revisionsstelle überprüft. Ziele und Ausgestaltung des Internen Kontrollsystems der RhB Das Ziel des IKS ist die Sicherstellung der Zuverlässigkeit und Aussagefähigkeit der Buchführung sowie die Einhaltung von Gesetzen und Normen. Ein IKS ist für die RhB grundsätzlich nichts Neues, da eine zuverlässige Buchführung selbstverständlich schon immer ein wichtiges Ziel der RhB war und bleiben wird! Auch die Revisionsstelle testiert uns bereits seit Jahren die Existenz eines Internen Kontrollsystems. Neu ist mit in Krafttreten der neuen Gesetzesartikel nur der gestiegene Anspruch an die Dokumentation und Überprüfbarkeit des Systems.

Welche Arten von Kontrollen gibt es im Internen Kontrollsystem? Kontrollen auf Unternehmensebene/Kontrollumfeld Kontrollen auf Unternehmensebene sind prozessübergreifend. Beispiel: Unterschriftenregelung, Verhaltenskodex (siehe unten). Prozesskontrollen Prozesskontrollen (auch Schlüsselkontrollen genannt) werden direkt im Arbeitsprozess gemacht. Das Einhalten des Vier-Augen-Prinzips ist ein Beispiel von Vielen. Generelle IT Kontrollen Die generellen IT-Kontrollen sollen sicherstellen, dass die korrekte Buchführung nicht durch technische Gegebenheiten gefährdet wird. Beispiel: regelmässige Datensicherung. Der Verhaltenskodex RhB Das Verhalten der RhB-Mitarbeitenden gegenüber den verschiedenen Anspruchsgruppen ist ein wichtiger Bestandteil des Kontrollumfeldes. Der Verhaltenskodex der RhB stellt eine Zusammenfassung der wichtigsten ethischen Grundsätze der RhB dar und bekräftigt selbstverständliche Verhaltensweisen. Der Verhaltenskodex ist im Intranet abrufbar und hat für alle Mitarbeitenden, insbesondere für Führungskräfte, verpflichtenden Charakter.

Kontrollumfeld / Unternehmensweite Kontrollen

INTERNES KONTROLLSYSTEM (IKS) Prozesskontrollen / Schlüsselkontrollen

PROZESSMANAGEMENT-SYSTEM

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RISIKOMANAGEMENT


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Wie ist das Interne Kontrollsystem der RhB dokumentiert? Ein Projektteam hat Anfang dieses Jahres die Aufgabe übernommen, das IKS zu dokumentieren. Dabei ist es folgendermassen vorgegangen: n

Dokumentation des Kontrollumfeldes inkl. Aufnahme der Kontrollen auf Unternehmensebene n Definieren und dokumentieren der finanzrelevanten Prozesse (2008: elf Prozesse, für 2009 sind weitere geplant) n Definieren der Schlüsselkontrollen pro Prozess (gesamthaft rund 60 Stück in den elf Prozessen) n Einführen von neuen Kontrollen (nur sechs Kontrollen wurden neu eingeführt, restliche bestehend) Die Prozesse wurden in das Prozessmanagement-System (im Intranet abrufbar) integriert. Die Schlüsselkontrollen sind in den Prozessen sichtbar. Wer ist für das Interne Kontrollsystem verantwortlich? Der Verwaltungsrat hat im September dieses Jahres die «IKS-Grundsätze» verabschiedet, in denen die Ausgestaltung sowie die Verantwortlichkeiten für das IKS der RhB geregelt sind: Die Gesamtverantwortung liegt beim Verwaltungsrat. Die Geschäftsleitung ist für die Umset-

zung und das Reporting verantwortlich. Das IKS-Projektteam übernimmt auch weiterhin die Koordination der Dokumentation des Gesamtsystems, nicht aber die Dokumentation von einzelnen Kontrollen. Die grösste Verantwortung jedoch liegt bei den Führungskräften resp. bei jedem einzelnen Mitarbeitenden. Sie fragen sich jetzt bestimmt … … «was bedeutet das Interne Kontrollsystem für mich und meine Arbeit?» Jeder Vorgesetzte bzw. Mitarbeitende der RhB ist ein Teil des IKS und kann einen Beitrag leisten! Wie bereits erwähnt, ist das A und O die Dokumentation. Nur so kann die Revisionsstelle eine gemachte Kontrolle überprüfen und bestätigen. So sollte zum Beispiel das VierAugen-Prinzip bei finanzrelevanten Kontrollen mit einem Visum der beiden Mitarbeitenden abgerundet werden. Oder wenn durch Projekte neuartige Finanzprozesse geschaffen werden, müssen diese kritisch daraufhin überprüft werden, welche Kontrollen die zuverlässige Buchführung sicherstellen.

Eine gute Adresse für Fragen, Anregungen und Bemerkungen oder zum Bezug von zusätzlichen Unterlagen: Brigitte Flück, Projektleiterin, b.flueck@rhb.ch

Kontroll - Verantwortung

Prüfungs – Verantwortung EXTERNE REVISION

- Generelle Ausgestaltung IKS - Überwachung IKS - Kontrollumfeld prägen

- Nachvollziehbarkeit - Wirksamkeit - Effizienz

GESCHÄFTSLEITUNG RhB - Umsetzung IKS - Reporting an VR - Kontrollumfeld prägen

ALLE - Dokumentation von Kontrollen - Mithilfe bei Weiterentwicklung IKS

SCHLÜSSELPROZESSVERANTWORTLICHE - Dokumentation der Schlüsselkontrollen - Mithilfe bei Weiterentwicklung IKS

SPEZIALPRÜFUNGEN z.B. Second Opinion

Prozesskontrollen IT Kontrollen

VORGESETZTE / MITARBEITENDE RhB

Unternehmensweite Kontrollen

VERWALTUNGSRAT RhB

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ISO-Zertifizierung bei der RhB. Yes, we can! Von Matthias Tscharner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Am 19.–23.01.2009 wird die RhB nach der internationalen Norm ISO9001-2000 zertifiziert. Während dieser Woche wird durch eine externe Stelle überprüft, ob unser Unternehmen die Vorgaben der ISO erfüllt. Diverse Fragen stehen im Raum. Was haben wir bis jetzt gemacht? Ist die RhB tauglich für eine ISO-Zertifizierung? Was passiert nach dem Januar 2009 mit ISO? Die angestrebte ISO9001-2000 Norm wird an Firmen vergeben, welche bestimmte qualitative Anforderungen erfüllen. Solche Anforderungen sind zum Beispiel die Ermittlung der Kundenbedürfnisse, das Erfüllen der relevanten Sicherheitsvorschriften oder die Beschreibung der Arbeitsabläufe im Unternehmen etc. Bei der RhB wurden in einem ersten Schritt die wichtigsten Arbeitsprozesse aufgezeichnet. Sie sind auf dem Intranet ersichtlich. Eine Prozesslandkarte gibt Übersicht über alle wichtigen Arbeitsabläufe im Unternehmen. In einem weiteren Schritt wurden die Mitarbeiter betreffend ISO und ihren eigenen Prozessen geschult. Jeder Mitarbeitende muss sich in der Landkarte zurechtfinden und seinen eigenen Prozess kennen. Einfacher ausgedrückt heisst dies: Jeder Mitarbeitende muss wissen, was er tut während seiner täglichen Arbeit! Kommenden Januar werden drei von der RhB ausgewählte Mitarbeiter der Schweizer Firma SQS das Unternehmen auditieren. Sie tun dies, indem sie im vorn­ herein ausgewählte Arbeitsplätze besuchen und dort überprüfen, ob die von uns festgelegten Prozesse mit der Praxis übereinstimmen und ob die ISO-Normforderungen erfüllt sind. Dabei werden die Mitarbeitenden von den Auditoren interviewt und zu ihrer Arbeit befragt. Die Personen, die jetzt zu zittern beginnen, können beruhigt werden. Im ganzen Unternehmen wurden und werden weiter Audit-Probeläufe abgehalten. Wir

Audit-Probelauf be­treffend verschweissten Teilen in der Schlosserei.

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spielen mit den betroffenen Mitarbeitenden ein solches Audit durch und überprüfen also schon im Vorfeld, wo es klemmt! Es wurden sowohl Teile der Geschäftsleitung, wie auch die Arbeiten an der Front auditiert. Die Resultate sind bis jetzt alles andere als schlecht – gestorben ist während eines Audits noch niemand – und diverse zu verbessernde Punkte werden noch umgesetzt! Nach dem Audit im Januar 2009 bleibt die ISO-Norm für unser Unternehmen bestehen. Es gilt dann, die Effizienz der erstellten Arbeitsabläufe zu erhöhen. In gescheitem ISO-Deutsch ausgedrückt sagt man dem Ganzen dann «kontinuierliche Verbesserung». Es wird innerhalb des Jahres in monatlichem Rhythmus mittels internen ISO-Audits geprüft, ob unsere Prozesse funktionieren oder ob sie nur noch auf dem Papier bestehen. Sicherlich werden diese Audits mit den zahlreichen anderen, in der RhB durchgeführten Audits (SiBE, BAY,IKS, SUVA etc.) koordiniert. Es kann ja nicht sein, dass der Mitarbeitende nur noch auditiert wird und nicht mehr zum Arbeiten kommt! Ende 2009 oder Anfangs 2010 überprüft dann wieder die SQS in einem kleinen Wiederholaudit die RhB. Die bis jetzt durchgeführten Probeläufe und Rückmeldungen stimmen mich positiv. Ich schätze die Chance, das ISO-Audit im kommenden Januar positiv abzuschliessen als hoch ein. Yes, we can! ISO und RhB passen gut zusammen. Ich glaube, dass die ISO-Norm ab Januar 2009 in die RhB einzieht – nicht so festlich wie die neue First Lady ins Weisse Haus, aber doch mit derselben Chance auf «Change» in unserem Unternehmen – ob zum Positiven, liegt dereinst bei uns!

Audit-Probelauf GUZ: Martin Vital erklärt die Verladelisten.


MGB-Triebzüge Vereiste Fahrdrähte laufen aufvom der Stapel Bernina Von Jürg Roberto BebiG. Paravicini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Der Winter am Bernina, das haben schon unzählige Ereignisse mit der weissen Pracht aufgezeigt, ist und bleibt eine Herausforderung für Mensch und Technik. Die Aufrechterhaltung der wintersicheren Bahnverbindung in den Süden verlangt immer wieder grosse Einsätze unserer Mitarbeitenden. Dabei sind sie täglich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Eine dieser Herausforderungen ist die Enteisung der Fahrleitung. Die Berninalinie wird als einzige noch verbleibende Strecke bei der RhB mit 1000V Gleichstrom und nicht wie das übrige Stammnetz mit 11 000V Wechselstrom betrieben. Diese relativ tiefe Spannung bewirkt, dass bei vereistem Fahrdraht der Kontakt zu der Schleifleiste des Pantografen nicht mehr optimal ist (grosser Übergangswiderstand). Dadurch ist die Übertragung der elektrischen Energie von der Fahrleitung zum Triebwagen nicht mehr ausreichend oder im Extremfall überhaupt nicht mehr sichergestellt. Um dies zu verhindern, muss der Fahrdraht im Winter regelmässig behandelt werden. Diese Behandlung ist vergleichbar mit dem seit Jahren in der Fliegerei bekannten Massnahmen zur Enteisung von Flugzeugen im Winter. Die Tragflächen werden vor dem Abflug zuerst enteist und anschliessend noch gegen erneute Eisbildung in grossen Höhen «imprägniert». Und genau so verfahren wir mit dem Eis am Fahrdraht. Bei speziellen Wetterlagen oder nach Bedarf wird zum Schutz von Eisbildung am Fahrdraht mit einem Gemisch aus Wasser, Glykol und anderen unweltfreundlichen Additiven ein Schutzmantel um den Fahrdraht gesprüht. Die flüchtigen Stoffe des Gemisches verdampfen oder mischen sich mit der Umgebungsluft. Einige wenige Komponenten verfestigen sich dank Eigenwärme und

Temperaturschock des Drahtes und legen sich als dünne Schutzschicht um diesen herum. Das Niederschlagswasser, schlimmstenfalls in Form von Eisregen, bleibt so dank dieser Schicht nicht am Draht kleben. Dadurch kann die Schleifleiste des vorbeifahrenden Zuges die Eisschicht viel besser vom Draht wegkratzen, wodurch ein steter elektrischer Kontakt gewährleistet ist. Um diese Eisbildung am Fahrdraht möglichst effizient zu bekämpfen wurde auf den Winter 2007/08 eine neue mobile Sprühanlage in Betrieb genommen. Diese kann mit sehr wenig Aufwand im Xe 4/4 9922 montiert werden. Die Anlage funktioniert so, dass mit einer Pumpe das auf 75°C vorgewärmte Gemisch durch die Steigleitungen auf das Dach und vom dortigen Verteiler in die Ventile mit den aufgesetzten Sprühdüsen transportiert wird. Dank einem Drahtlagesensor, welcher der Steuerung permanent die exakte Lage des Fahrdrahtes signalisiert, werden genau diejenigen Düsen angesteuert, welche sich direkt unter dem Fahrdraht befinden. Dadurch wird der sehr feine Sprühnebel nur unmittelbar beim Fahrdraht verteilt und schont so die Umwelt. Gleichzeitig verhindert der gezielte feine Sprühnebel, dass grössere Gemischmengen am Fahrdraht eine übermässige Verschmutzung an den Zügen verursacht und das garantiert einen möglichst sparsamen Verbrauch des Gemisches. Erste Erfahrungen im Wintereinsatz 2007/08 haben gezeigt, dass die Anlage die von ihr erwarteten Vorgaben durchwegs erfüllt. Trotz modernster Technik kommt es aber auch hier sehr stark auf den Menschen an. Denn durch die Wahl des richtigen Zeitpunktes für den Sprühvorgang wird der Grundstein für den Erfolg der Enteisung bereits gelegt.

Sprüheinrichtung auf Panto von Xe 4/4 9922 mit den 8 gesteuerten Sprühdüsen.

Sprühnebel.

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Das Aussendesign der neuen Triebzug­ generation ALLEGRA Von Daniel Ritler Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

«ALLEGRA! Herzlich willkommen bei der RhB! Geniessen Sie die Fahrt mit uns.» Mit dieser Botschaft begrüsst die RhB ihre Fahrgäste und Kunden aus aller Welt. Die Begrüssung ALLEGRA ist Sinnbild für die Gastfreundschaft, das Augenzwinkern und die Lebensfreude im «Steinbockland». Diese Botschaft soll auch mit der neuen Serie der RhBTriebzüge vermittelt werden. Darum heisst die gesamte Serie der drei- und vierteiligen Triebzüge ALLEGRA! Das Aussendesign der neuen Triebzüge orientiert sich an den bestehenden Triebfahrzeugen. Die eigenständige, markante Front gibt den neuen Fahrzeugen ein charakteristisches, unverwechselbares Gesicht. Das «RhB-Rot» als Corporate Design Farbe beim Rollmaterial wird beibehalten und mit Dunkelrot ergänzt, um dem Fahrzeug einen modernen Anstrich zu verleihen. Die Stirnfront der Triebzüge ziert das Bündner Kantonswappen. Es symbolisiert das Selbstbewusstsein und das Bekenntnis der RhB zum Kanton Graubünden. Der untere Teil des Führerstands mit der zur Spitze laufenden Form und dem geraden, nach hinten gewölbten Führerstandsfenster verleiht dem Fahrzeug eine gewisse Schnittigkeit. Gleichzeitig vermittelt sie aber auch die Kraft, welche im neuen Triebzug steckt. Mit dieser Formgebung unterscheidet sich die neue Triebzuggeneration ALLEGRA von den Triebzugserien, welche in der letzten Zeit im In- und Ausland in Betrieb gesetzt wurden. Die Lackierung der neuen Triebzüge orientiert sich am bestehenden Rollmaterial der Triebfahrzeuge. Das «RhB-Rot» dominiert den optischen Eindruck des Fahrzeugs. Der Dachbereich, das Untergestell und die Türen sind in den gleichen Grautönen gehalten wie das bisherige Rollmaterial. Der Bereich der Unterschürzen wird neu mit einer dunkelroten Farbe lackiert. Zusammen mit dem hellgrauen Trennstreifen zum «RhB-Rot» wird optisch der Eindruck einer nach innen eingezogenen Schürze geschaffen. Mit

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dieser Farbwahl erhält der Triebzug den nötigen Pfiff und eine sanfte Modernität. Die Fenster werden mit einer dunklen Farbe zusammengefasst. Wegen den kurzen Wagenlängen und den verschiedenen Fensterhöhen, wird das Erscheinungsbild wesentlich beruhigt. Die klaren Linien bewirken eine harmonische Seitenansicht des Triebzuges. Mit dem gewählten Erscheinungsbild wird die Zugskomposition, bestehend aus Triebzug und Verstärkungswagen, auch optisch eine Einheit bilden. Jeder Gliedwagen besitzt neben der Einstiegstüre eine Aussenanzeige. Die weiteren Aussenbeschriftungen erfolgen nach RhB-Standard und entsprechen den verschiedenen Anforderungen von Kundeninformation und auch der Les- und Erkennbarkeit. So wird die erste Klasse deutlich herausgehoben und durch den gelben Strich oberhalb der Fenster markiert. Das Erscheinungsbild der Triebzüge wird wesentlich durch die technische Ausrüstung auf dem Dach der Triebwagen bestimmt. Die Stromabnehmer, Klima- und Kühlgeräte, Bremswiderstände und Wagenübergänge mit Kabeln, Hochspannungsübergang und geschlossenem Faltenbalg prägen das Fahrzeug. Die Triebzugnummern werden nach dem neuen Fahrzeugnummerierungssystem vergeben. Die dreiteiligen Zweispannungstriebzüge erhalten die Nummern 3501 bis 3515 und jene der vierteiligen Stammnetztriebzüge die Nummern 3101 bis 3105. Die einzelnen Gliedwagen erhalten die fünfstellige Fahrzeugnummer. Neben dem Serienamen ALLEGRA wird auch jeder Triebzug für sich einen Namen erhalten. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt bei der Fahrzeugauslieferung bekannt gegeben und sind im nachstehenden Fahrzeugbild nicht dargestellt. Die definitiven Details und die Aussenbeschriftung werden am ersten Triebzug dargestellt, optimiert und festgelegt.


Aus dem Leben einer Lok Von Hendrik Hauschild

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Allegra liebe «InfoRetica» Leser! Heute stelle ich mich mit meinem neuen Gesicht vor. Allen Lesern, denen ich noch nicht bekannt bin, möchte ich mein bisheriges Leben bei der schönsten Mutter der Welt vorstellen. Im Jahr 1994, genauer gesagt am 2. November, wurde ich durch die Rhätische Bahn AG erstmals in Dienst gestellt. Damals war mir überhaupt nicht klar, was mich erwarten wird. Doch bereits bei meinem Hersteller erfuhr ich ausschliesslich Positives über mein Zuhause im Bündnerland. Ausserdem wurde mir nahe gelegt, mich von meiner besten Seite zu präsentieren. Auch meinen elf Schwestern wurde Gleiches mitgegeben. Damit uns unser neuer Besitzer besser auseinander halten kann, wurden wir alle getauft. Ich wurde auf den Namen eines kleinen Engadiner Dörfleins getauft. Seit dem höre ich auf den Namen «Susch». In der numerischen Zuordnung bekam ich zudem noch eine Nummer, die 648. Da ich auf meinen beiden Seiten viel Platz zur Verfügung hatte, entschied sich mein Chef, mich mit einer Werbung zu versehen, so wie meine elf Schwestern auch. Schliesslich war ich ja auch bis in den September 1997 rot. Ehrlich gesagt war ich froh, dass mir ein neues Aussehen verpasst wurde. Genauer gesagt: Ich war wunschlos glücklich auch endlich einmal Werbung machen zu dürfen. Aus aktuellem Anlass wurde ich mit einer Werbebotschaft für den im Bau befindlichen Vereina-Tunnel beklebt. Nach Fertigstellung des Bauwerks «Vereina» wurde ich zur Mitarbeiterlok. Anfangs gefielen mir die vielen kleinen Bilder von Mitarbeitern (über 1000 Stück) nicht so gut. Meine grösste Sorge war da-

1997

2005

mals, dass mich bald sehr viele Touristen fotografieren werden. Es zeigte sich jedoch, dass der befürchtete Ansturm nicht eintrat, Gott sei Dank, dachte ich nur. Im Juli 2005 wurde mir erneut ein neues Outfit verpasst, welches mir von Anfang an sehr gefiel. Passend zu meinem Namen Susch, welcher mit dem Engadin in Verbindung gebracht wird, bekam ich einen Langläufer und einen Abfahrtsläufer auf meine beiden Seiten. Weiterhin verpasste man mir einen durchgehenden Blau-Ton, welcher mir sehr gelegen kam. Es wurde ja auch langsam mal Zeit, mich in einer neuen Grundfarbe zu lackieren. Schiesslich war mein Rot ja mittlerweile auch elf Jahre alt. Ausserdem erhielt ich den Slogan «Swisscom». Ab jetzt konnte mein Chef also auch mit mir noch einige Franken dazuverdienen. Früher wurde ich ja nur für Eigenwerbungen verwendet. Da anscheinend unsere Werbeverträge nicht unendlich laufen, bekam ich im Oktober dieses Jahres wieder ein neues Design. Mein Chef hatte sich bereits im Vorfeld mächtig ins Zeug gelegt einen neuen Werbepartner für mich zu finden, was nicht gerade einfach war. Da er mir etwas Besonderes bieten wollte, verwandelten sie mich in sehr kurzer Zeit in einen durchgehenden schwarzen Untergrund. Lediglich «untenrum» wurde ich rot lackiert. Ach so, fast hätte ich es vergessen, mein neuer Werbepartner heisst LANXESS. Da ist es meinem Chef doch tatsächlich gelungen einen neuen Werbekunden ins Boot zu holen. Endlich hebe ich mich sehr deutlich von meinen Schwestern ab. Nun stelle ich mich in meinem neuen Glanz auch gerne für diverse Bilder zur Verfügung. Ich denke, mittlerweile weiss jeder wer ich bin, eine sehr zuverlässige Lokomotive der Rhätischen Bahn, die Ge 4/4 III 648.

2008

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Unterhaltskonzept Rollmaterial Von Edi Jäger und Alexander Graf

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Zur Erneuerung des Rollmaterials wurde 2007 das Flottenkonzept verabschiedet und zunächst die Fahrzeuge der Etappe I, später auch der Etappe II bestellt. Bei der Etappe I handelt es sich um 15 dreiteilige Zweispannungstriebzüge für das Stammnetz und die BerninaLinie. Etappe II besteht aus fünf vierteiligen Triebzügen für den Agglomerationsverkehr im Raum Thusis–Chur– Schiers. Mit der Bestellung der Triebzüge war klar, dass Anpassungen bei der Infrastruktur im Rollmaterialunterhalt zur effizienten und wirtschaftlichen Wartung notwendig werden.

zeuge hauptsächlich über Baugruppentausch sichergestellt. Dafür werden Reserveteile beschafft und auch die Bauweise der Triebzüge zielt auf möglichst einfach und schnell tauschbare Baugruppen ab. Sie sind vorwiegend auf dem Dach oder im Unterflurbereich angeordnet.

Besonderheit Triebzug Die Werkstätten in Landquart und Samedan sind über Schiebebühnen oder Drehscheiben erschlossen. Diese Anlagen sind für Fahrzeuge mit einer Länge von 18,5 m gebaut. Die dreiteiligen Zweispannungstriebzüge weisen dagegen eine Länge von 49,5 m und die vierteiligen Triebzüge für den Agglomerationsverkehr sind 74,9 m lang. Die Werkstattanlagen in Landquart und Samedan können mit Ausnahme der Pendelzug-Hallen mit den Triebzügen ohne aufwändiges Trennen nicht erreicht werden.

Aufgrund des netzweiten Einsatzkonzepts der neuen Triebzüge muss sowohl im Norden als auch im Süden die Möglichkeit bestehen, Kontrollen und Baugruppentausch an den Triebzügen vorzunehmen.

Neben der Fahrzeuglänge ist bei den Triebzügen auch die Tatsache zu beachten, dass ein Defekt, der nur einen der Fahrzeugteile betrifft, den ganzen Triebzug ausser Betrieb setzt. Ein Teil eines Triebzuges kann weder alleine verkehren noch können Fahrzeuge zusätzlich eingereiht werden.

Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben sind alle Standorte des Rollmaterialunterhalts auf Ausbaumöglichkeiten im Hinblick auf die Nutzbarkeit für den Unterhalt an den Triebzügen detailliert untersucht worden. Dabei wurden auch das geschlossene Depot Pontresina und die Möglichkeit eines Neubaus ausserhalb der bestehenden Anlagen speziell für den Unterhalt der neuen Triebzüge betrachtet. Zusätzlich sind die Umläufe und Übernachtungsorte des Rollmaterials miteinbezogen worden, da der Unterhalt an den Fahrzeugen möglichst

Neues Unterhaltskonzept Um die Ausfallzeit im Schadensfall eines Triebzugs so kurz als möglich zu halten, wird die Wartung der Fahr-

Baugruppenanordnung bei den Triebzügen. 20

Im Reparaturfall wird die defekte Baugruppe ersetzt und der Triebzug wieder dem Betrieb zur Verfügung gestellt. Die defekte Baugruppe kann so unter optimalen Arbeitsbedingungen ausserhalb des Fahrzeugs instand gestellt werden und steht danach als Tauschteil wieder zur Verfügung.

Mit den Abmessungen der Triebzüge, dem wirtschaftlich bedingten Komponententausch, der Baugruppenanordnung sowie dem Gewicht und den Hauptabmessungen der verschiedenen Baugruppen sind die wichtigsten Kenngrössen für die Anforderungen an die Unterhaltsinfrastruktur gegeben.

Ausbau Landquart (Drehscheibe und Verlängerung der Ausserdienst-Halle).


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während der Stilllage der Fahrzeuge auszuführen ist. Damit werden die Fahrzeuge dem Betrieb nicht entzogen und es fallen keine unproduktiven Überfuhren an. Unter Berücksichtigung der Bedingungen zeigte sich, dass der Triebzugunterhalt hauptsächlich im Norden in Landquart konzentriert wird. In Poschiavo wird der Komponententausch durchgeführt und die Kontrollen in Samedan. Damit können die Anforderungen an den Unterhalt der Triebzüge gemäss den wirtschaftlichen Vorgaben aus dem Mittelfristplan erfüllt werden.

Samedan In Samedan werden Anpassungen in der bestehenden Pendelhalle vorgenommen. Im Wesentlichen beinhaltet dies Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit bei Arbeiten auf dem Fahrzeugdach. Poschiavo Poschiavo wird als zweiter Standort für den Baugruppentausch an den Triebzügen hergerichtet. Dazu muss eine Anlage beschafft und installiert werden, die es ermöglicht, an den Triebzügen auch Baugruppen im Unter­gestell zu tauschen.

Geplante Ausbaumassnahmen Landquart In Landquart werden drei Teilprojekte realisiert. Zentrales Element ist die Drehscheibe. Durch den Umbau der Drehscheibe wird die Zufahrt zur Unterflurdrehanlage mit den Triebzügen möglich. Darüber hinaus wird über die Drehscheibe auch die Verlängerung der Ausserdienst-Halle erschlossen. Diese Hallenerweiterung stellt das zweite Teilprojekt dar. Es umfasst den Bau einer 100 m langen, zweigleisigen Halle. Die Halle wird mit einem Kran und diversen Infrastrukturanlagen sowie Dachlaufstegen ausgestattet, um die Komponenten auf dem Dach kontrollieren und tauschen zu können.

Fazit und Ausblick Nach der Genehmigung des Unterhaltskonzepts durch den Verwaltungsrat am 22. Oktober 2008 wurde die Umsetzung der Massnahmen sofort gestartet. Die Pflichtenhefte für die Ausschreibung der Arbeiten sind in Bearbeitung. Die einzelnen Teilprojekte werden entsprechend der erforderlichen Prioritäten aus den Bedürfnissen des Triebzugsunterhalts realisiert. Mit der Realisierung dieses Projektes wird der zukünf­ tige Rollmaterial-Unterhalt wirtschaftlich auf das Flottenkonzept abgestimmt und die gewählte Lösung berücksichtigt weitere mögliche Ausbauschritte.

Das dritte Teilprojekt in Landquart umfasst den Neubau eines Logistikgebäudes. Das Gebäude ist für schwere, grosse sowie schienengebundene Tauschbaugruppen erforderlich. Der Standort der Lagerhalle liegt im Bereich des Werkstattareals. Im Logistikgebäude können die Reservekomponenten witterungsgeschützt und sach­gemäss bereitgestellt und deren langfristige Verfügbarkeit gewährleistet werden.

Kontrollen an Triebzügen in Samedan Komponententausch an Triebzügen in Poschiavo Komponententausch an Triebzügen in Landquart Logistikgebäude (Lagerplatz Tauschkomponenten)

Terminplan für die Umsetzung der Teilprojekte.

5 Triebzüge in Betrieb

Nutzung Unterflurdrehanlage Land-quart für Triebzüge

Lieferung 1. Triebzug zur Inbetriebsetzung

2008 2009 2010 Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Gesamtprojekt: Umsetzung Unterhaltskonzept

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Neubau RhB-Brücke Zizers Von Karl Baumann

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Nach 112 Jahren müde geworden Die alte RhB-Brücke zwischen Zizers und Untervaz wurde 1896 gebaut. Sie überquert das Doppelspurtrassee der SBB stark schiefwinklig mit einer Spannweite von 28.80 m. Das Bauwerk mit einem Gesamtgewicht von rund 40 t musste durch einen Neubau ersetzt werden, weil die Betriebssicherheit in Zukunft nicht mehr gewährleistet werden konnte. Das Problem der 112 Jahre alten Stahlbrücke war die ungenügende Ermüdungssicherheit. Bei Stahlbrücken spricht man neben der Tragsicherheit zusätzlich von der Ermüdungssicherheit. Bei jeder Zugsüberfahrt entstehen Vibrationen, die gegen das Ende der geplanten Nutzungsdauer – normalerweise 100 Jahre nach der Inbetriebnahme – Risse in den Stahlträgern verursachen können. Diese Risse wachsen mit der Zeit langsam an und führen schlussendlich zum Versagen eines Bauteils. Eine Instandsetzung des bestehenden Bauwerks war aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht sinnvoll. Die Fahrbahnkonstruktion hätte vollständig ersetzt werden müssen. Dazu hätte die RhB-Linie Landquart–Chur etwa einen Monat lang gesperrt werden müssen. Die Kosten für diese Massnahme wären zwar wesentlich geringer gewesen als für eine Neubaulösung, dafür hätte die Restnutzungsdauer höchstens noch etwa 30 Jahre betragen.

Modellansicht neues Tragwerk.

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Hohe Anforderungen Eine neue Brückenkonstruktion muss den gegenüber dem vorletzten Jahrhundert gestiegenen Bahnlasten und der höheren Fahrgeschwindigkeit Rechnung tragen. Das Durchfahrtsprofil der SBB wies 1896 für die damalige Einspurstrecke Landquart–Chur nur eine Breite von 8.40 m und eine Höhe von 5.40 m auf. In den 60er Jahren wurde die SBB-Linie auf Doppelspur ausgebaut. Dies konnte mit der vorhandenen Durchfahrtsbreite, jedoch nur unter Inanspruchnahme einer reduzierten Seitenfreiheit, erfolgen. Für den Neubau der RhB-Brücke Zizers ist heute ein Durchfahrtsprofil von 11.60 m Breite und 6.20 m Höhe erforderlich. Im Zuge der Modernisierung strebt die RhB eine Erhöhung der Geschwindigkeit von heute 45 km/h auf 80 km/h an. Neues Bahntrassee Die RhB überquert das SBB-Trassee stark schiefwinklig. Unter Berücksichtigung der erwähnten Anforderungen bedeutet das, dass die Spannweite der neuen Brücke mindestens 55.50 m betragen und im Vergleich mit der alten Brücke ziemlich genau verdoppelt werden musste. Die Erhöhung der Geschwindigkeit der RhB bedingte eine wesentliche Streckung des sehr engen Kurvenradius von 100 m auf mindestens 300 m.

Bauzustand neue Stahlfachwerkbrücke.


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Die neuen Anforderungen an das Durchfahrtsprofil seitens der SBB und die schnellere Streckengeschwindigkeit der RhB führten dazu, dass das RhB-Trassee gegenüber der heutigen Situation rund 1.6 m angehoben und die Spannweite der neuen Brücke auf mindestens 55.50 m verlängert werden musste. Diese Randbedingungen konnten auf dem bestehenden Trassee unter Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes nicht umgesetzt werden. Die RhB baute deshalb auf einer Länge von 225 m, seitlich leicht versetzt gegenüber der alten Anlage, ein neues Trassee. Zu diesem Zweck wurde entlang des Areals Valser Mineralquellen AG eine 140 m lange Stützmauer erstellt. Die neue Brücke Die neue Brückenkonstruktion liegt im seitlichen Abstand von 10 m nordwestlich der alten RhB-Linie. Das Bauwerk besteht aus einer Stahlfachwerkkonstruktion mit einem Gesamtgewicht von 250 t. Die Spannweite beträgt 55.50 m, die Brückenbreite 6.20 m und die Gesamthöhe 7.90 m. Das Stahlfachwerk liegt in einer Kurve mit Radius R = 300 m. Die wesentlichen Elemente des gewählten Brückenkonzepts sind eine geschlossene Fachwerkkonstruktion mit gekrümmtem Grundriss und oberem Windverband. Die Konstruktion ergibt ein leichtes, robustes und qualitativ hochwertiges Bauwerk. Die Querschnitte

der Fachwerkstäbe bestehen aus geschweissten Kastenprofilen, was sich in Bezug auf den Unterhalt und die Verschmutzung positiv auswirkt. Die Stahlkonstruktion wurde aus total 1300 speziell zugeschnittenen Blechteilen, wie ein grosses Puzzle, zusammengesetzt und verschweisst. Dazu waren 3 km Schweissnähte und gut 5000 kg Schweissgut erforderlich. Die Bauteilherstellung und Vormontage in der Werkhalle begann Mitte Juni und dauerte drei Monate. Unmittelbar danach wurden die Bauteile nach Zizers geliefert, dort zum fertigen Bauwerk zusammengestellt und mit dem Schlussanstrich versehen. Diese Arbeiten nahmen erneut rund zwei Monate in Anspruch. Anfangs November präsentierte sich das Bauwerk eingehüllt in einem provisorischen Montagezelt. Dies war aus Witterungsgründen notwendig, da die Schweissund Anstricharbeiten nur bei Trockenheit durchgeführt werden konnten. Bauvorgang Die gesamte Stahlfachwerkbrücke wurde in der Werkstatt gefertigt und vormontiert. Anschliessend erfolgte der Antransport der Einzelteile direkt über die Autobahn A13 auf den Montageplatz. Hier wurde sie vollständig zusammengebaut, verschweisst, mit dem Farbanstrich versehen und für den anschliessenden Brückenver-

Skizze Einschub.

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schub vorbereitet. Die grössten Einzelteile hatten Abmessungen von 18 m mal 3.2 m und ein Gewicht von 20 t. Sie wurden mit Tiefganganhängern in der Nacht angeliefert und mit einem Autokran versetzt. Erschwerend kam dazu, dass sich der Montageplatz genau unter der EWZ Hochspannungsleitung Sils – Sarelli befindet. Dank frühzeitiger Planung konnte mit dem Netzbetreiber vereinbart werden, dass die Starkstromleitung wäh­rend der Stahlbaumontage ausser Betrieb gesetzt wurde. Die Lage des Montageplatzes zwischen der Autobahn A13 und der SBB-Linie Landquart – Chur ermöglichte eine rationelle Anlieferung. Der gewählte Bauvorgang hat folgende Vorteile: n Direkte Erschliessung ab Autobahn A13 n Montage ausserhalb der Bahntrassees von SBB und RhB n Keine Arbeiten im Gefahrenbereich von SBB und RhB n Keine Beeinträchtigung des Bahnbetriebes der SBB und der RhB n Einfacher Eindrehvorgang für den Verschub in die Endlage Das Eindrehen der kompletten Brücke erfolgte in der Nacht vom 27./28. November. Dazu wurde das Bauwerk mit hydraulischen Pressen und Stahlstangen in seine definitive Position gezogen. Der Verschiebeweg betrug etwa 22 m. Für den Verschub der 250 t schweren Konstruktion waren Zugkräfte in der Grössenordnung von 25 t erforderlich. Für den Einschub über das SBB-Trassee mussten der Bahnbetrieb eingestellt und die Fahrleitungen ausgeschaltet werden. Deshalb stand in der Nacht vom 27./28. November lediglich das Zeitfenster der Nachtbetriebspause von 00.45–04.15 Uhr für den Verschub zur Verfügung.

Bereits ab anfangs März wurde mit dem Bau der neuen Betonwiderlager und der insgesamt 140 m langen Stützmauer Seite Zizers begonnen. Diese Bauteile sind inzwischen ebenfalls fertig gestellt. Inbetriebnahme des neuen RhB-Trassees Die Arbeiten für das neue Bahntrassee konnten aus Witterungsgründen nicht mehr in diesem Jahr fertig gestellt werden. Sie erfolgen im Frühjahr 2009. Der Zugsverkehr der RhB wird über das Wochenende von Freitag, 17. April bis Montag, 20. April 2009 eingestellt. Während eines 55-stündigen Betriebsunterbruches wird das Gleis auf das neue Trassee eingebunden. Bis Mitte Juni 2009 erfolgen dann noch der Rückbau der alten Brücke und diverse Fertigstellungsarbeiten. Kosten Die gesamten Investitionskosten betragen rund CHF 5 Mio. Die grössten Einzelpositionen sind dabei die Herstellungskosten für die neue Stahlbrücke mit rund 2 Mio. CHF und die Betonarbeiten für die neuen Brückenwiderlager und Stützmauern von ebenfalls rund 2 Mio. CHF. Die bahntechnische Ausrüstung auf dem neuen RhB-Trassee werden rund CHF 700 000 betragen.

Hauptkennzahlen Am Projekt Beteiligte n Bauherrschaft Rhätische Bahn AG, Infrastruktur n Projekt- und Bauleitung Chitvanni + Wille GmbH, Chur n Stahlbau Schneider Stahlbau AG, Jona n Baumeister Implenia Bau AG, Chur

Technische Daten Brückenlänge: Spannweite Brückenbreite: Brückenhöhe Eigengewicht Gleisradius: Hauptkubaturen Tiefbau: Beton: Bewehrungsstahl: Schalung: Aushub: 24

57.10 55.50 6.20 7.90 250 300

m m m m t m

1300 150 2900 3000

m3 t m2 m3


Doppelspur Schiers – Fuchsenwinkel Text von Peider Härtli, Bilder von Simon Rageth

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Mit der Inbetriebnahme der neuen Doppelspurstrecke Schiers – Fuchsenwinkel am 14. November 2008 verfügt die Rhätischen Bahn im Raum Schiers neu über einen vier Kilometer langen Doppelspurabschnitt. Damit wird eine deutliche Fahrplanstabilisierung auf der sehr stark befahrenen Strecke im Prättigau erzielt. Der Ausbau dient auch der zukünftigen Entwicklung des Bahnbetriebs. Die RhB investierte rund 7.5 Millionen Franken in die 1.2 km lange Doppelspurstrecke. Knappe Umsteigezeiten in Landquart … Das Projekt Bahn 2000 mit der Einführung der stündlichen IC-Verbindungen auf der Linie Zürich–Chur im Jahr 2004 beinhaltet eine knappe Umsteigezeit von sechs Minuten in Landquart. Im Sinne eines optimalen Kundendienstes gewährt die RhB bei verspäteten SBB-ICZügen wenn möglich den Anschluss Richtung Scuol-­ Tarasp sowie Davos. Umgekehrt wartet die SBB in Land­­quart maximal drei Minuten auf die RhB-Züge aus Richtung Scuol-Tarasp und Davos. Diese Vorgaben führten auf der Prättigauer Linie zum Teil zu Verspätungen und diese wiederum zu Kettenreaktionen, welche sich auf andere Züge übertrugen. … und intensiver Zugverkehr im Prättigau … Bei der Strecke im vorderen Prättigau handelt es sich heute um die meist befahrene Einspurstrecke der Rhätischen Bahn und wohl auch um eine der meist befahrenen Einspurstrecken der Schweiz. So begegnen sich im Raum Schiers stündlich vier bis fünf Züge und diese Begegnungen erfolgen innerhalb weniger Minuten. … durch die neue Doppelspurstrecke entschärft Die heutige Fahrplansituation erfordert zur Stabilisierung eine Erweiterung der bestehenden Doppelspur in Richtung Fuchsenwinkel. Mit der nun bestehenden vier

Kilometer langen Doppelspurstrecke zwischen Grüsch– Schiers–Fuchsenwinkel können Verspätungen zum Teil aufgefangen werden. Damit ist die Rhätische Bahn auch für die Entwicklung zukünftiger Bahnprojekte vorbereitet. Die mögliche Einführung des Halbstundentakts Zürich–Chur mit der Führung von direkten Anschlusszügen ab Landquart nach St. Moritz und Davos wird eine weitere Verdichtung des Fahrplanangebots auf dem RhBNetz auslösen. Auch diese Züge werden sich aus Systemgründen im Raum Schiers begegnen. Um eine optimale Fahrplanstabilität auf der gesamten Strecke Landquart–Davos Platz zu gewährleisten, muss zusätzlich zur realisierten Doppelspurstrecke Schiers– Fuchsenwinkel in einer zweiten Phase (Ausführung ab 2011) auch die Doppelspur Klosters gebaut werden. Die Doppelspurstrecke Schiers–Fuchsenwinkel wurde vorgezogen, weil sie betrieblich klar wichtiger als der Doppelspurabschnitt Klosters ist und weil sie deutlich einfacher zu realisieren war. Mehr Sicherheit Im Bereich der neuen Doppelspurstrecke wurden vier gefährliche, ungesicherte Bahnübergänge aufgehoben und durch eine Personenunterführung sowie einen neuen, mit Schranken gesicherten Bahnübergang ersetzt. Zudem wurde ein bestehender Bahnübergang mit Schranken angepasst. 7.5 Millionen Franken Die Kosten für den gesamten Doppelspurabschnitt betragen rund 7.5 Millionen Franken und werden über ordentliche Infrastrukturmittel, welche von Bund und Kanton getragen werden, finanziert. Die Gemeinde Schiers beteiligt sich an den Kosten der neuen Personenunterführung.

Projektleiter Manfred Bertsche und Leiter Infrastruktur Christian Florin. 25


Inframation Von Reto Sidler

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Passmaltunnel, Teilerneuerung Der 1903 in Betrieb genommene Passmaltunnel an der Strecke Sils i.D. – Solis hat eine Länge von 421 m. Über dem Portalbauwerk Seite Solis verläuft das Gerinne eines Trockenbaches. Der Geschiebetransport hat in diesem Bereich zu grossen Schäden an der Mauerwerkkonstruktion geführt, welche jetzt instand gesetzt werden. Gleichzeitig wird auch das Portal Seite Sils instand gesetzt sowie die Abdichtung und Entwässerung auf der gesamten Tunnelstrecke verbessert. Bärentritt-Tunnel, Teilerneuerung Der 969 m lange Bärentritt-Tunnel an der Strecke Davos Monstein – Filisur wurde 1909 in Betrieb genommen. Im Verlauf der Betriebsjahre haben eindringendes Bergwasser sowie Frost-/Tauwechsel zu Fugenschäden an der Mauerwerkverkleidung geführt. Die Fahrleitung und der Fahrweg wurden durch in der Kalotte montierte Wellbleche vor dem Wasser geschützt. Die Wellbleche werden jetzt demontiert und die schadhafte Tunnelverkleidung durch eine Fugensanierung und die Applikation von Spritzbeton abgedichtet. Die Instandsetzungsarbeiten dauern voraussichtlich bis im Mai 2009.

Abdichtung Mauerwerk.

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Tunnel mit Wellblechverkleidung.

Lawinengalerie Seehorn, Davos Dorf Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte der Rohbau der neuen Lawinengalerie Seehorn im Oktober fertig gestellt werden. Die Galerie schützt das RhB-Trassee vor den unberechenbaren Lawinen, die sich bei starken Wind­­verfrachtungen spontan unterhalb des Seehorngipfels lösen. Russeinerviadukt, Sumvitg Der Russeinerviadukt wurde Ende September für rund CHF 2.3 Mio. wieder instand gestellt. An diesem Bauwerk wurde erstmals in grösserem Stil die im nächsten Jahr für den Landwasserviadukt vorgesehene Bauweise angewandt. Selfranga, Verlängerung Ausziehgleis Unterhalts­ anlage Für die Wartung und Behebung von Störungen mussten die Autozugskompositionen in Selfranga bisher getrennt und in zwei Teilen in die Unterhaltsanlage rangiert werden. Mit der Verlängerung des Ausziehgleises um 150 m ist die Trennung der Züge nicht mehr notwendig. Wegen den Platzverhältnissen in Selfranga musste die

Galerie Seehorn.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Gleisverlängerung als Strassenbahn in den zwei bergseitigen Spuren des Warteraumes realisiert werden. Die Benützung des Ausziehgleises im Strassenbereich erfolgt ausschliesslich in den betriebsschwachen Zeiten, sodass keine Konflikte mit dem Strassenverkehr in Stoss­ zeiten auftreten werden. Die Arbeiten wurden im Oktober dieses Jahres durchgeführt und das Gleis kann Ende November benützt werden. Arosa–Litzirüti, Erneuerung Fahrleitung Vor 10 Jahren wurde die Arosabahn umelektrifiert. In der Vorbereitung wurden Anpassungen an Leitungen und an Isolatoren für den Spannungswechsel gemacht. Es mussten auch noch zusätzliche Seile auf der ganzen Länge montiert werden, welche auf den alten Fahrleitungsmasten realisiert wurden. Nur vereinzelte Fundamente und Masten wurden dazumal ersetzt. Die Statik der dünnen Masten, die direkt in den alten Fundamenten eingegossen sind, zeigten in der Vergangenheit immer wieder ihre Schwächen auf. So mussten diverse Masten mit einem Abspannseil gesichert werden. Auf-

grund der herausfordernden Zeitvorgabe, dazumal beim Umbau von 2500V Gleichspannung auf 11 000V Wechselspannung, wurden viele Kompromisse in der Fahrdrahtführung, Aufhängung und den Seilkräften gemacht. So können mit dem Neubau der erhöhte Fahrdrahtverschleiss und diverse Störungen verhindert werden. Über einem Zeitraum von 12–14 Jahren wird in den nächsten Jahren die Fahrleitung auf der ganzen Arosa­ linie ersetzt. Der erste Abschnitt zwischen Arosa und Litzirüti konnte dieses Jahr umgesetzt werden. Val Plaunca Tunnel, Sofortmassnahmen 2008 Der 110 m lange Val Plaunca Tunnel wurde 1912 in Betrieb genommen. Der Tunnel durchfährt mit geringer Überlagerung von lediglich ca. 10 m den Rüfekegel des Val Plaunca Baches, kurz vor dessen Einmündung in den Rhein. Die starke Durchnässung des Mauerwerkes sowie Frost-/Taueinwirkungen haben unzulässige Deformationen der Tunnelverkleidung verursacht. Mit lokalem Mauerwerkersatz wird der lokal ausgeprägte Schaden behoben und die Betriebssicherheit wieder langfristig gewährleistet.

Frisch sanierter Russenviadukt.

Neues Ausziehgleis Selfranga.

Mauerwerk mit Injektionen verfestigt.

Neue Windschiefe Fahrleitung zwischen Litzirüti und Arosa.

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Damals, vor 30 Jahren

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Neue Software-Anwendung «GAF» von Roger Walzer und Patrik Thoma

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Für die Koordination von Gleissperrungen, betrieblichen Anordnungen, Schaltungen im Zusammenhang mit dem Fahrstrom und Langsamfahrten ist Ende November 2008 die neue Software «GAF» (Gleissperrungen, Anordnungen, Fahrleitungsschaltungen) in Betrieb genommen worden. Die Anwendung hat die Firma ELCA im Auftrag der RhB entwickelt. Damit alle RhB-Mitarbeitenden mit einem persönlichen Netzwerklogin die Anwendung benutzen können, wurde sie in Form einer Webanwendung realisiert. Bestellung Alle Bestellungen für Gleissperrungen, betriebliche Anordnungen (Zuganordnungen, Zugausfälle, Info-KS) mit Gültigkeit ab 1. Januar 2009 müssen über die neue Anwendung abgewickelt werden. Alle bisherigen Bestellscheine sind danach nicht mehr gültig. Der Besteller kann die Anwendung im Internet Explorer über den Link «http://rhbgaf/» öffnen. Jeder Benutzer hat die Möglichkeit, im Menü «Antrag» durch Ausfüllen der nötigen Eingabemasken (nicht benötigte können übersprungen werden) seinen Antrag einzureichen. Das System prüft jede Maske, ob die benötigten Werte korrekt vorhanden sind. Ist der Antrag vollständig, kann er eingereicht werden. Weiterverarbeitung, Koordination und Herausgabe Der Antrag wird nach dem Einreichen direkt an die entsprechenden Koordinationsstellen weitergeleitet und durchläuft die Phasen «Reservierung», «Bewilligung», «Freigabe» und «Ausführung». Es sind folgende Koordinationsstellen definiert worden: n Koordinationsstelle Infrastruktur (I-FW-LS): Koordiniert alle Sperrungen und Langsam-fahrten n Koordinationsstelle Produktion (P-NPS-NP): Koordiniert alle Zuganordnungen und Zugausfälle. Gibt alle Kreisschreiben (KS) und Aushang Langsamfahrten heraus. n Netzleitstelle (I-EA-EF): Koordiniert alle Schaltungen von Fahr-, Speise- und Übertragungsleitungen sowie in UW. Gibt Schaltaufträge heraus.

Der Besteller wird bei einem Statuswechsel seines Antrages durch ein automatisch generiertes E-Mail verständigt. Verteilung, Übersicht, Suche Die Verteilung der KS in Papierform wird soweit möglich reduziert. Mit dem Einsatz der Anwendung GAF besteht die Möglichkeit, ein E-Mail mit dem Vermerk für ein neues KS zu versenden. Falls nötig kann der Empfänger direkt aus dem Mail oder über die GAF-Anwendung das entsprechende KS aufrufen und ausdrucken. Im Menü «Übersicht» stehen verschiedene Suchmöglichkeiten zur Verfügung. In der Ansicht «Kontrollliste (Suche)» kann nach verschiedenen Kriterien gesucht werden. Die Ansicht «Streckennetz» zeigt alle Sperrungen für einen auswählbaren Tag (auch sehr nützlich, bevor ein Antrag für eine Sperrung ausgefüllt wird). Für einen Überblick über mehrere Tage dient die Ansicht «Gantt-Diagramm». Prozesse, Info, Termine Die neuen Prozesse wurden ins Prozess-ManagementSystem integriert und sind im Intranet unter «PMS\Infrastruktur\Planung_Steuerung\PB3.10.02_Streckensperrung» zu finden. Der neue Prozessablauf und die Bestellfristen für Extrazüge, Sperrungen und Schaltungen sind unbedingt zu beachten. Weiterführende Informationen: Im Intranet unter «Produktion/Diverses Produktion/ GAF» stehen folgende weiterführenden Informationen zur Verfügung: n Benutzerhandbuch: Hier sind die wichtigsten Bedienungsschritte erläutert n Interne Weisung GAF: Hier sind wichtige Ergänzungen für den betrieblichen Gebrauch aufgeführt n Film «Bestellung»: Hier wird in einem kurzen Film der Bestellvorgang aufgezeigt n Blaues Info-KS: Wichtigste Infos für alle Benutzer

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Klares Signal für mehr Sicherheit Von Simon Rageth

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Die Rhätische Bahn unterzeichnete am 13. November 2008 die «Charta für die Verbesserung der Sicherheit im öffentlichen Verkehr». Die RhB signalisiert damit einerseits für die Mitarbeitenden, andererseits auch für die Fahrgäste ihr Engagement im Bereich «Sicherheit». Die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs stellen seit längerer Zeit fest, dass das Phänomen «Gefährdung der Mitarbeiter durch Aggressionen und Tätlichkeiten» nicht nur in den grossen Zentren und Agglomerationen im zentralen Mittelland, sondern auch im ländlichen Raum zunimmt. Als Antwort auf diese gesellschaftliche Entwicklung hat der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) die Charta für die Verbesserung der Sicherheit im öffentlichen Verkehr geschaffen. Damit bringen die Transportunternehmen zum Ausdruck, ihren Transportauftrag in einem Klima der Sicherheit sowohl für die Fahrgäste als auch für die Mitarbeitenden zu erbringen. Dieser zwischen den Transportunternehmen und den Gewerkschaften bestehenden Charta trat nun auch die Rhätische Bahn bei. Sie bekräftigt damit, dass jede Aggression gegen Mitarbeitende einen Akt gegen die gesamte Unternehmung darstellt und als Offizialdelikt gehandhabt wird. Zusätzlich werden künftig vermehrt präventive Vorkehrungen, wie z. B. Kurse für Mitarbeitende im Bereich «Deeskalation», getroffen. Peter Peyer, Gewerkschaftssekretär SEV: «Mit der Unterzeichnung der Charta signalisiert die Unternehmensleitung der RhB, dass sie das Thema Gewalt ernst nimmt. Die psy-

chische und körperliche Integrität des Verkehrspersonals wird gestärkt. Die Charta drückt damit die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden aus». Eine Wertschätzung, welche sich ganz generell im vitalen Unternehmensziel «Sicherheit in den Fahrzeugen und Immobilien» sowie «Sicherheitsgefühl der Fahrgäste» niederschlägt. Die RhB legt Wert darauf, ihren Transportauftrag in einem Klima der Sicherheit und gegenseitigem Respekt sowohl für ihre Fahrgäste als auch für ihre Mitarbeitenden zu erbringen. Konkret verpflichtete sich die Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn: n präventive Vorkehrungen zu treffen, um eine weitere Zunahme der bekannten Aggression zu verhindern n geeignete Massahmen zu ergreifen, um bei Fahrgästen und Personal situativ nicht das Gefühl von Gewalt aufkommen zu lassen n sicherzustellen, dass bei allen schwerwiegenden Fällen medizinische, psychologische und juristische Unterstützung für die betroffenen Mitarbeitenden gewährleistet wird Die gewerkschaftliche Personalvertretung ihrerseits ver­pflichtet sich: n sich bei den Mitarbeitenden für die Erbringung von Dienstleistungen auf höchstmöglichem Niveau zur Eindämmung von Aggressivität einzusetzen n gezielte Bildungsmassnahmen zu unterstützen

Peter Peyer (SEV), Hans Bortis (transfair) und Erwin Rutishauser: Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden».

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Die Medienbahn 

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Vor 90 Jahren: Ende des Dampfzeitalters Von Gian Brüngger

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Die neue Betriebsart auf den Strecken des Engadins befriedigte sehr. Die nicht zu vermeidenden Kinderkrankheiten konnten bei den Leitungen und bei den Lokomotiven zum grössten Teil rasch überwunden werden. So durfte denn die Verwaltung gegen Ende des 1. Weltkrieges mit umfangreichen Erfahrungen im elektrischen Bahnbetrieb an die Elektrifizierung des restlichen Netzes herantreten. Angesichts der immer schwieriger werdenden Kohlenversorgung veranlasste der Vorstand der Abteilung für industrielle Kriegswirtschaft beim Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement gegen Ende des Jahres 1917 die baldige Elektrifizierung der Schweizerischen Nebenbahnen zu empfehlen. Kohlen sparen Die Verwaltung der RhB nahm die notwendigen Studien sofort auf; für den ersten Ausbau kam Bever - Filisur in Frage, einmal wegen der Möglichkeit des Strombezuges von Brusio für diese Strecke, dann aber auch ganz besonders deshalb, weil sich auf diesem Teilstück eine ganz beträchtliche Einsparung an Kohlen ergeben musste. Am 18. Mai 1918 beschloss der Verwaltungsrat die Ausführung dieser Arbeit und die Ausdehnung der Elektrifizierung auf die Linie Davos–Filisur–Thusis. In der Maisession stellte der Grosse Rat die vorläufigen Kredite zur Verfügung bis zur Abklärung der Frage der

Bundeshilfe. Die Bauarbeiten begannen am 6. Juni 1918 (die Leitungsarbeiten hatte die Aktiengesellschaft Kummler & Matter in Aarau übernommen), und endigten am 20. November 1918. Lieferungsschwierigkeiten Wegen Lieferungsschwierigkeiten mussten statt eiserner Masten, lärcherne verwendet werden. Angestellte Berechnungen ergaben die Möglichkeit der Energielieferung für Bever–Filisur durch die Umformerstation Bever. Weiter reichte deren Leistungsfähigkeit aber nicht. Da der Bau eigener Kraftwerke der hohen Kosten und der zur Verfügung stehenden Zeit wegen nicht in Frage kam, nahm man mit den Bündner Kraftwerken und den Rhätischen Werken Verhandlungen über die Energie­ lieferung für die übrigen Strecken auf. Es gelang, die Energieversorgung durch langfristige Verträge mit beiden Gesellschaften ab den Zentralen Küblis (BK) und Thusis (RW) zu sichern. Damit war die Möglichkeit einer raschen Förderung der Elektrifizierung gegeben. Bereits im Jahre 1919 stand das halbe Netz unter dem Fahrdraht. Das Bundesgesetz vom 2. Oktober 1919 schaffte die Grundlagen für die Unterstützung der Elektrifizierung der Privatbahnen durch Bund und Kantone. Die Rhätische Bahn erhielt von beiden für den Ausbau der Strecken herwärts Bever und ohne die Oberländerlinie

Eröffnungsdaten der Elektrifizierung: St. Moritz–Scuol, Samedan–Pontresina 62,08 km Bever–Filisur 31,24 km Filisur–Thusis 23,17 km Filisur–Davos Dorf 21,94 km Davos Dorf–Klosters 14,69 km Thusis–Chur–Landquart, gemischter Betrieb Thusis–Chur–Landquart, voller el. Betrieb 41,18 km Landquart–Klosters 32,64 km Reichenau–Disentis 49,39 km ganzes RhB-Netz elektrisch betrieben 276,33 km

Bau der Fahrleitung auf dem Landwasserviadukt.

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1. Juli 20. April 15. Oktober 22. Dezember 1. Dezember 1. April 1. August 7. November 1. Juni ab 1. Juni

1913 1919 1919 1919 1920 1921 1921 1921 1922 1922

Leitungsmontage auf Bockleitern auf dem Dach eines Güterwagens.


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(Reichenau–Disentis) zu gleichen Teilen einen Betrag von 17,5 Millionen Franken. Die Elektrifizierung der von ihm nicht als dringlich bezeichneten Strecke Reichenau–Disentis ermöglichte der Bund durch die Freigabe von 12 Dampflokomotiven aus dem Darlehenspfand für den Verkauf. Sicherer Betrieb gewährleistet Von der bereits im Jahre 1920 durch Verträge gesicherten Energielieferung an drei äusserst günstig gelegenen Punkten des Bahnnetzes (Bever, Küblis und Thusis) konnte im Jahre 1921 Gebrauch gemacht werden. Bis zum 6. September 1921 musste die Umformerstation Bever der Kraftwerke Brusio allein die ganze Energie­ lieferung für das 195 Betriebskilometer umfassende elektrifizierte Bahnnetz übernehmen, wovon die längste einseitig gespeiste Strecke (Bever–Landquart) 95,6 km betrug; am 7. September 1921 nahm dann das der Rhätischen Werke in Thusis gehörende Werk die Bahnenergielieferung auf und am 7. November 1921 konnte schon das Werk Küblis der Bündner Kraftwerke Strom abgeben. Damit war der RhB nun ein äusserst sicherer Betrieb gewährleistet; auch beim Versagen einer der drei Stromquellen war es stets möglich, mit den beiden anderen den Verkehr noch aufrecht zu erhalten; ferner bildete der Umstand, dass mit Ausnahme der Engadiner- und Oberländerlinien jede Strecke von zwei Seiten aus gespiesen werden konnten, einen nicht zu unterschätzenden Vorteil im Falle von Störungen an den Leitungen durch Lawinen, Steinschlag, umstürzende Bäume und dergleichen. Am 7. November 1921 konnte die Ringstrecke durch die Eröffnung des letzten Teilstückes Landquart–Klosters, geschlossen werden. Abschluss der Elektrifizierung Als letzte Strecke für die Elektrifizierung blieb noch die Oberländerlinie Reichenau–Disentis. Für die Fahrleitung dieser Linie wählte die RhB ein leichteres System, eine Anordnung mit drehbaren, isolierten befestigten Auslegern, ähnlich der Ausführung bei den SchwediHandtransport auf der Strecke Surava – Tiefencastel für den Bau der Mastfundamente.

schen Staatsbahnen (SJ), allerdings unter Beibehaltung doppelter Isolation. Dabei konnte gleiches Isolatoren-, Draht- und Klemmenmaterial wie auf den übrigen Strecken verwendet werden. Auch bei den Fundamenten der Holzmaste liess sich dadurch sparen, dass die selben, wie schon auf der Strecke Landquart–Klosters, statt in Kastenfundamenten aus Beton einfach mit zwei Steinkränzen gründlich verkeilt und mit einer Ausdeckung aus Beton versehen wurden. So konnte die Rhätische Bahn im Kreise einer grossen Zahl Geladener im Mai 1922 in Chur, stolz über das gelungene Werk, den Abschluss der Elektrifizierung feiern. Das Unternehmen hatte damit einen beneidenswerten Grad der Vervollkommnung und des Fortschrittes erreicht und sich den Ruf einer erstklassigen Touristenbahn geschaffen. Chau, Gian! Lieber Gian. Am 12.12. um 12 Uhr 12 2008 (warum eigentlich nicht erst 2012?) hast du die Rhätische Bahn, «deine» RhB verlassen und bist in den vorzeitigen Ruhestand getreten. Wir bedauern deinen Entschluss, denn mit deiner Person verlieren wir nebst Kompetenz und Wissen in Sachen Eisenbahn generell und RhB im Speziellen auch einen treuen Schreiber für unsere InfoRetica und vor Allem eine liebenswürdige, interessante und immer fröhliche und verständnisvolle Persönlichkeit. Gleichzeitig verstehen wir deinen Schritt und wünschen dir für den dritten Lebensabschnitt gute Gesundheit und viele spannende Erlebnisse mit und abseits der Bahn. Wir würden uns freuen, wenn wir – wenn alle Stricke reissen – auf dein Wissen und deine Erfahrung zurückgreifen dürfen. In diesem Sinne: Chau e a revair! Die Redaktion

Kollaudation mit Ge 4/6 302 und Behördenvertreter (EAV Eidg. Amt für Verkehr) in Bergün.

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UNESCO-Bahn Nilgiri Mountain Railway und ihre Beziehungen zur Schweiz Von Franz Skvor* Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Diese Bahn mit Adhäsions- und Zahnstangenstrecken wurde vom Schweizer Bahn-Pionier Niklaus Riggenbach (Rigibahn usw.) geplant und von den Engländern 1899 gebaut. Einige Kenngrössen: Meterspur, 46 km Streckenlänge, davon 20 km Zahnstangen-Strecke (System Abt, zwei-lamellig) mit bis zu 80 0⁄00 Neigung. Einzige Zahnradbahn Indiens! Ausgangsstation Mettuppalaiyam 350 m ü. M., höchster Punkt Lovedale 2524 m ü. M.! Seit 2005 UNESCO Weltkultur­erbe als Ergänzung zur Darjeeling Himalayan Railway.

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offenbar mit den SLM-Lokomotiven so zufrieden und von den Vorzügen des Dampfbetriebes (robust, in einfachen Werkstätten zu reparieren, günstig verfügbarer Brennstoff usw.) so überzeugt, dass sie nichts anderes wollte. Bei SLM in Winterthur waren diese Nilgiri-Lokomotiven 1952 die letzten Dampflokomotiven, welche dort gebaut wurden! Diese Dampflok-Bestellung machte SLM denn auch einige Sorgen, denn die ganze Konstruktion musste auf moderne Fertigung (z. B. Schweiss- anstatt Nietkonstruktion u. a.) umgestellt werden. Der Verfasser dieser Zeilen arbeitete damals als Konstrukteur bei SLM und war mit viel Überzeit-Arbeit damit beschäftigt, diese Nilgiri-Lokomotive «angemessen zu modernisieren» – auch für uns (damals noch junge Ingenieure) eine eher etwas «exotische» Arbeit, denn «Dampf» war vorbei! Übrigens: Gleichzeitig mit den fünf Nilgiri-Dampflokomotiven entstanden in den Werkhallen der SLM die sechs RhB-Lokomotiven Ge4/4 605-610 (SLM-Fabr.Nr. der Nilgiri-Loks 4069-4073, der RhB-Loks 40804085)! Offenbar sind zurzeit noch acht SLM-Lokomotiven auf der Nilgiribahn im Einsatz. Eine Kostprobe gab es in der Sendung «Zug um Zug» von SF Spezial vom 14. August 2007 mit Moderatorin Mona Vetsch.

Für diese Bahn hat die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur insgesamt 17 Dampflokomotiven für Adhäsions- und Zahnradantrieb geliefert: Sechs im Jahre 1914, vier weitere 1920, dann zwei im Jahre 1925 und interessanterweise noch fünf sozusagen genau gleiche Dampflokomotiven im Jahre 1952, also zu einer Zeit, als von den Bahnen nur noch Diesellokomotiven bestellt wurden. Bei den von 1914 bis 1952 gelieferten SLM-Dampflokomotiven handelte es sich immer um den gleichen Typ (SLM-Bezeichnung Db1h4vt), sie wurden aber konstruktiv jeweils dem technischen Fortschritt angepasst. Es handelte sich um sehr leistungsfähige Lokomotiven, welche auf 80 0⁄00 Steigung 140 t Anhängelast mit 10 km/h befördern mussten; die 4-Zylinder-Verbund-Heissdampf-Lokomotiven wogen 50 t, hatten vier Trieb- und eine Laufachse sowie zwei Triebzahnräder; die Leistung beträgt ca. 700 kW (ca. 950 PS). Die Bahngesellschaft war aber

*Franz Skvor ist ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung der RhB in der Funktion als Chef Zugförderung und Werkstätten.

Die Nilgiri-Bahn auf der Fahrt durch die «Blauen Berge» Südindiens von Madras nach Obtacamund.

Vierzylinder-Verbund-Zahnrad/Adhäsions-Heissdampflokomotive für die Nilgiri-Linie der South Indian Railway.


LANXESS-Workshop «Rhätische Bahn» Von Eugen Rohner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Nicht schlecht staunten 70 Manager einer deutschen Chemiefirma, als sie am 22. Oktober 2008 zu einem «RhB-Workshop» im Depot Samedan antreten mussten. Während eines Tages erhielten die Teilnehmer einen Ein­blick hinter die Kulissen eines Bahnbetriebes. Gleich­zeitig wurden sie auch in die Vorbereitungen «ihres Zuges» mit einbezogen und mussten verschiedene Aufgaben erledigen. Das Rad der Zeit wurde um einige Jahrzehnte zurückgedreht; man schrieb den 22. Oktober 1918. Es wurde nun ein Betriebsablauf simuliert, wie er sich vor 90 Jahren bei der RhB abgespielt haben dürfte. Geplant war die Führung zweier Dampfzüge mit Nebenaufgaben von Samedan nach Scuol. In einem Theorieblock wurden den Teilnehmern vorerst die elementarsten Grundbegriffe einer Eisenbahn vorgestellt. Wie sieht ein grafischer Fahrplan aus? Wie viele Wagen können dem Dampfzug angehängt werden? Wie werden die Wagen zusammengehängt und wie gebremst? Auch die «Nebenaufgaben» wurden formuliert: Zufuhr von zwei Güterwagen an einen bestimmten Bahnhof sowie ein Tier- (50 Geissen) und Milchtransport sind bestellt. Um das gesteckte Ziel, den Endbahnhof Scuol rechtzeitig zu erreichen und alle gestellten Aufgaben zu erfüllen, war von allen Teilnehmern höchste Konzentration gefordert. Für die Umsetzung stand folgendes Rollmaterial zur Verfügung: Dampflok G 4/5 Nr. 107 «Albula» und Nr. 108 «Engiadina», Gepäckwagen D 4052, Gepäckwagen D 4051, Zweitklasswagen B 2060 (40 Sitzplätze), Drittklasswagen C 2012 (40 Plätze) sowie 6 Güterwagen.

tungen. Für alle Beteiligten war dieser RhB-Workshop unvergesslich und einmalig. Es wurden Aufgaben gelöst, die nur mit einem Team umgesetzt werden konnten. Gleichzeitig wurde einiges über die grösste Meterspurbahn der Alpen vermittelt. Manch einer wird wohl wieder einmal zurückkehren, um dann mit der neuen «LANXESS-Lok» und modernen Panoramwagen Graubündens Bergwelt neu zu entdecken. Loktaufe am Vorabend Am Vorabend des RhB-Workshops wurde das Seminar in Flims für einige Stunden unterbrochen und die Gesellschaft begab sich mit Bussen nach Landquart. In der AD-Halle wurden die Gäste in einer speziellen Ambiance empfangen (die AD-Halle war kaum wieder zu erkennen; innert wenigen Stunden wurde der Raum durch Spezialisten in ein «Event-Lokal» verwandelt). Bei romantischem Kerzenlicht liessen sich die Gäste kulinarisch durch das Team von La Culina Bad Ragaz nach Strich und Faden verwöhnen! Was die Crew von Reto Danuser aus der «Depotküche» hervorzauberte war schlichtweg fantastisch. Mit der Einfahrt der neuen Werbelok LANXESS in die Halle – für alle Anwesenden eine riesige Überraschung – war der Höhepunkt des Abends erreicht! Gute Voraussetzungen, um am andern Tag mit voller Elan den «RhB-Tag» zu absolvieren.

Jedes Team startete mit den gleichen Voraussetzungen und Aufgaben. Zwei «Inspektoren» beobachteten das ganze Geschehen und beurteilten am Schluss die Leis-

Loktaufe in Landquart.

Geissen warten in Susch auf den Verlad!

Vor allem die Erstellung der Fahrpläne für die Dampfzüge bereitete einiges an Kopfzerbrechen. Durch die Dichte des heutigen Taktfahrplanes sind freie Bahntrassees für die «langsamen Dampfzüge» Mangelware. Für die «Fahrplanmacher» war es auf jeden Fall eine grosse Herausforderung, eine einigermassen realistische Fahrordnung zusammen zustellen.

Zwei Lok-Generationen in Ardez! 1906 und 1994 bzw. 98 jahre liegen dazwischen!

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Neues in Kürze

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Glacier Express - neue Fensterfront am Bahnhof St. Moritz Von Jolanda Picenoni Seit anfangs Oktober ist der Glacier Express in St. Moritz zu jeder Tageszeit präsent. Am Bahnhof wurde eine Schaufensterfront (Gleis 1) im «Glacier Express Look» gestaltet. … und das Bild ist bereits ein beliebtes Fotossujet bei unseren japanischen Bahnkunden. Die Region freut sich über diesen neuen Farbtupfer.

Drahteselstarke Bahnerlebnisse Text Ueli Nyffenegger, Bild Christoph Berger Unter fachkundiger Erklärung durch Christoph Berger werden die Ferienpass-Teilnehmer in die Geheimnisse einer RhB-Draisine eingeführt. Die Kids konnten am 05.08.2008 auf dem Bahnhof Sumvitg-Cumpadials selber in die Pedalen der Draisine treten und ein bisschen Eisenbahnromantik der anderen Art erleben.

Buchtip Von Peider Härtli «Und die Sonne scheint doch – eine andere Art, erwachsen zu werden…» Marlis Zanolari – die Tochter von unserem Zugführer Luca Zanolari – musste eine schlimme Zeit durchmachen. Die grosse Ungewissheit, die Zweifel und die Erkenntnis, dass sich das Leben durch eine heimtückische Krankheit schlagartig ändern kann, hat sie dazu bewogen, das Erlebte in einen Erfahrungsbericht festzuhalten. Ein empfehlenswertes Buch, spannend, humorvoll und bewegend! Infos: www.einfachlesen.ch ISBN 978-3-9523364-5-8

Korrigenda zum Artikel «Die zwei anderen UNESCO Welterbebahnen» in InfoRetica 3/08 Von Gian Brüngger Verschiedene Spurweiten Bahn Darjeeling Himalayan Railway (DHR) Nilgiri Mountain Railway (NMR) Kalka – Shimla Railway (KSR)

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Spurweite 610 mm 1000 mm 762 mm

Welterbe seit 1999 2005 07.07.2008

Aufgrund von Leserrückmeldungen bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Darjeeling – Himalayan Railway (DHR) und die Nilgiri Mountain Railway (NMR) nicht wie geschrieben die gleiche Ausgangsstation haben. In Indien sind es nun bereits drei Bahnen, die das UNESCO-Label erhielten. Zusammen mit der Albula- und Berninalinie hat das UNESCO-Komitee auch die Kalka – Shimla Railway (KSR) aufgenommen.


Ab nach Rotterdam

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Von Roland Maron Im Büro des OK-Präsidenten der Mitarbeitertage und Leiter Infrastruktur Christian Florin stapelt sich das Reisegepäck. Nach dem riesigen Organisationsaufwand braucht er unbedingt neue Perspektiven. Der Auswanderung via Rotterdam (siehe Aufschriften) stehen nur noch die Projekte des Investitionsplans 2009–2015 im Wege …

November-Unwetter Von Silvio Briccola Der heftige Wintereinbruch hat am Wochenende vom 21.–24. November viele Mitarbeitende sehr stark gefordert. Wieder einmal ist aber eindrücklich bewiesen worden, dass durch eine optimale Mannschaftsleistung und viele Sondereinsätze auch solche Ausnahmesituationen rasch und zuverlässig gemeistert werden. Allen Vorgesetzten und Mitarbeitenden, die einen Beitrag zur Wiederaufnahme und zur Aufrechterhaltung des Betriebes sowie zur Deckung der Kundenbedürfnisse geleistet haben, sei es im RCC, in den Bahndienstregionen, den Fahrleitungsequippen, auf den Stationen, in den Zügen, im Unterhaltsdienst Rollmaterial, im Kundendienst, als Medienbetreuer, usw. ein riesiges Grazcha fich!

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt … Von Andreas Langenegger Mit diesen Worten in seinem Begleitbrief, hat am 1. Dezember der Samichlaus und der Schmutzli alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Theaterweg 1 überrascht. Jeder von uns durfte während der Adventszeit 2 Päckli öffnen. Die Reihenfolge hat das Los bestimmt. Wir danken dir Samichlaus und Schmutzli für diese tolle Geste! Du hast damit auch einen Teil zur guten Stimmung am Theaterweg beigetragen!

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Sicherheit MGB-Triebzüge ist machbar! laufen vom Stapel Von Urs Roberto Looser G. Paravicini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Zwei Jahre ohne einen Berufsunfall Bahnmeisterbezirk Surselva Ohne einen einzigen Berufsunfall wurde in den letzten zwei Jahren im Bahnmeisterbezirk Surselva gearbeitet (12.09.06–11.09.08). Der letzte Berufsunfall mit Arbeitsausfall liegt sogar mehr als vier Jahre zurück. Energie und Niederspannungstechnik Ohne einen einzigen Berufsunfall wurde in den letzten zwei Jahren im Bereich Energie und Niederspannungstechnik gearbeitet (21.08.06–20.08.08).

Drei Jahre ohne einen Berufsunfall Geschäftsbereich Finanzen Ohne einen einzigen Berufsunfall wurde in den letzten drei Jahren im GB Finanzen gearbeitet (09.09.0508.09.08). Als ein kleines Dankeschön für den tollen Einsatz wurde den Mitarbeitern ein kleines Geschenk überreicht.

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Für diese ausserordentliche und vorbildliche Leistung gratulieren wir euch im Namen von der Sicherheitsorganisation ganz herzlich. Wir wünschen euch viel Erfolg und Ausdauer bei der Umsetzung der nächsten 365 Tage unfallfreies Arbeiten! In diesem Zusammenhang danken wir euch auch für die stets gute Zusammenarbeit.


Tochter- und Sohntag 2008 Von Dijana Mutvar

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Am 13. November 2008 fand bereits zum achten Mal fand der Nationale Tochtertag am 13. November 2008 statt. Zum ersten Mal bei der Rhätischen Bahn durften auch die Jungs mitmachen. Mädchen und Jungs der 5. bis zur 7. Schulklasse begleiten ihren Vater, ihre Mutter oder eine andere Person während eines Arbeitstages. Insgesamt waren es 32 interne, davon 17 Mädchen und 15 Jungs, und sechs externe Töchter und Söhne. Ich durfte zwei von ihnen begleiten und einen Teil des Tages miterleben. Auf der Strecke von Chur nach Disentis durfte ich den Lokführer Jürg Thöny und seinen Sohn Florian begleiten. Es hat mir grossen Spass gemacht und ich lernte ein paar Sachen über die Lokomotive, die Strecke und auch ein bisschen von den Signalen, die ein Lokomotivführer beachten muss. Man erfährt von seinen Erfahrungen, wodurch man sich noch besser in solch einen Alltag versetzen kann.

Am Nachmittag begleitete ich Giuditta Hartmann-Poli, die ihrer Tochter Andrina, 13 Jahre, einen ihrer Arbeitstage zeigte. Zuerst erzählte Andrina mir aber, wie es bei ihrem Vater, dem Leiter Support, war. Bei ihm schaute sie die Störfälle an den Billettautomaten. Später wurde ihr das Simulationssystem der Fahrpläne gezeigt. Dann gab es eine Begehung am Bahnhof Chur. Zum Schluss sah sie, wie man einen Fahrplan entwickelt.

Florian, der 13 Jahre alt ist, hat sich sehr genau über alles erkundigt und wollte alles wissen. Wobei ich zugeben muss, dass er schon vieles wusste und sich nur noch genauer erkundigen wollte. Er sagte mir selber, dass er sich seine Zukunft gut in diesem Beruf vorstellen könnte. Seiner Meinung nach sollte der Sohntag überall eingeführt werden. Für uns beide, Florian wie auch für mich, war es das erste Mal, dass wir bei einer Fahrt im Führerstand dabei sein konnten. Wir haben den Morgen im verschneiten Disentis genossen und waren begeistert von der Fahrt. Als ich wieder in Chur angelangt bin, fuhren Florian und sein Vater noch nach Arosa.

Für Andrina war es nicht das erste Mal, dass sie am Tochtertag dabei war. Der ganze Tag gefiel ihr, sie kon­n­ ­te sehen, womit sich ihre Eltern beschäftigen. Es war interessant und lehrreich. Am meisten begeistert war sie vom Mittagessen, im Gourmino am Bahnhof in Chur, das sie mit Ihren Eltern zusammen verbracht hatte. Dass es seit diesem Jahr auch einen Sohntag gibt, findet sie nicht sehr toll.

Bei ihrer Mutter hat sie gelernt, wie man etwas organisiert. Für die Verpackung der Weiterbildungsbroschüren mus­ sten wir einen Raum reservieren und Leute anfragen, die mit dem Verpacken helfen. Die Broschüren wurden bereits vorher bestellt, Couverts und Adressliste mussten bestellt werden. Diese Vorbereitungen sind wichtig, da alles rechtzeitig bei den Empfängern sein sollte.

Ich bedanke mich recht herzlich, dass ich beim Tochter-/Sohntag als Reporterin eingesetzt wurde und den Tag mit euch und euren Eltern verbringen durfte.

Florian und sein Vater im Führerstand.

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Diplome für RhB-Gleisbaupoliere Von Urs Strebel (VöV) und Urs Looser

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Am 4. November 2008 erhielten 16 frisch gebackene Gleisbaupoliere in Zürich aus den Händen von Irene Graf, VöV, und Thomas Küchler, Leiter der Geschäftseinheit Unterhalt Bau und Logistik (I-UB) SBB, das Diplom. Die Prüfung wurde zum zweiten Mal von den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) im Gleisbau VöV (Verband öffentlicher Verkehr) und VSG (Vereinigung Schweiz. Gleisbauunternehmer) durchgeführt. Acht neue Bau­ poliere arbeiten bei den SBB, je drei bei den BLS und der RhB und je einer bei den Jungfraubahnen und der Gleisbaufirma Vanoli. Von der RhB konnten Manfred Darms (I-BN-SUR), Walter Gubser (I-BS-ALB) sowie Ruedi Kienast (I-LS-PD) das Diplom entgegen nehmen. Die Vorbereitung auf die Prüfung erfolgte für die Teilnehmer gemeinsam mit den Kollegen aus dem Strassenbau an der Verkehrswegbauerschule in Sursee. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den früheren Ausbildungen bei den SBB in Hägendorf, wo Gleisbauspezialisten in allen Details in die Materie des Gleisbaus eingeweiht wurden, aber praktisch kein Wissen über die Arbeiten für die Bauwerke unter dem Schotterbett erhielten. In der Vorarbeiterschule (VoS) und der Polierschule (PoS) wurden rund zwei Drittel der Themen von Strassenbauern und Gleisbauern gemeinsam behandelt und rund ein Drittel der Ausbildungszeit wurde für die Spezialisierung in den Vertiefungsrichtungen Strassenbau bzw. Gleisbau aufgewendet. Es liegt auf der Hand,

Diplom­ übergabe.

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dass der Gleisbauteil in einer solchen Ausbildungsform nicht in der gleichen Tiefe behandelt wird, wie das früher bei den Spezialistenausbildungen in Hägendorf der Fall war. «Gleisbaupoliere sind bei den Bahnunternehmungen und natürlich auch bei der RhB gesuchte Leute. Ohne Sie ist der Unterhalt der Gleisanlagen für die RhB nicht möglich. Wir brauchen Sie, Ihr Wissen und Engagement auf den Baustellen. Baupolier im Gleisbau ist ein Beruf mit glänzenden Zukunftsaussichten», erklärte Thomas Küchler den Diplomanden und ihren Angehörigen. Irene Graf, erläuterte, dass der Begriff Polier seinen Ursprung in den Sprechern der mittelalterlichen Bauhütten hat und rief die Diplomanden auf, ihre Aufgabe als Chef, Scharnier zwischen oben und unten und Sprecher der ihnen anvertrauten Menschen wahrzunehmen. Die Schieneninfrastruktur in der Schweiz ist noch nicht fertig gebaut. Neue Gleise entstehen. Ein Beispiel dafür ist die Durchmesserlinie Zürich. Dieses Grossprojekt wurde durch Projektleiter Kobel persönlich vorgestellt. Der nächste Ausbildungsgang ist bereits im November 2008 gestartet. Die Arbeiten für die Anerkennung der Berufsprüfung Baupolier Verkehrswegbau Vertiefungsrichtung Gleisbau durch das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT laufen auf Hochtouren. Spätestens 2010 sollen die Absolventen der OdA-Prüfung den eidg. Fachausweis nachträglich erhalten.


Enterprize 2008 an login Von Karin Muster

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Zum zweiten Mal vergab die Stiftung Enterprise den ENTERPRIZE für hervorragende Projekte zur Vermittlung von unternehmerischem Denken und Handeln in der Berufsbildung. Unter knapp 30 Bewerbern wurde login, der Ausbildungsverbund in der Welt des Verkehrs, als Gewinner ausgewählt: Die unternehmerisch ausgerichteten Junior Teams, zentraler Ausbildungsbestandteil bei login, überzeugten die Jury. KV-Lernende, die selbstständig einen Bahnhof führen, angehende Gebäudereiniger und Polymechanikerinnen, die in der Unterhaltswerkstatt gemeinsam Lokomotiven warten, oder Logistik-Lernende, die für den Versand von Reisegepäck in alle Welt verantwortlich sind: Rund ein Drittel der über 1600 Ausbildungsplätze des nationalen Ausbildungsverbunds login befinden sich in Junior Teams. Dort arbeiten Lernende unterschiedlicher Lehrjahre in einem in sich abgeschlossenen Aufgabenbereich eigenverantwortlich und produktiv zusammen wie in einem Kleinunternehmen. Ziel ist es, bei den Lernenden in einem branchenspezifischen Umfeld frühzeitig Eigenverantwortung, Selbstständig-

keit und unternehmerisches Handeln zu fördern und zu fordern – die Junior Teams sind zentraler Bestandteil der Ausbildungsphilosophie «Lebensunternehmer/in». Preisverleihung Anlässlich der Preisverleihung am 30. September 2008 zeigte sich die Jury des ENTERPRIZE beeindruckt vom Engagement logins, die Idee der «Juniorfirmen» nachhaltig und mit viel Durchhaltevermögen auf die Welt des Verkehrs zu übertragen. Mittlerweile hätte login nicht nur die Praxistauglichkeit des Modells bewiesen, sondern es auch in der gesamten Breite der angebotenen Berufslehren verankert. login-Geschäftsführer Christof Spöring, der die Trophäe entgegennahm, freute sich über die Anerkennung: «Die Junior Teams sind eine Erfolgsstory von login, die wir mit viel Leidenschaft geschrieben haben. Aber sie ist bei weitem noch nicht zu Ende – mit dem Wachstum unseres Ausbildungsverbunds eröffnen sich ständig neue Bereiche, in denen Junior Teams eingesetzt werden können».

Olten, 1. Oktober 2008: Ausbildungsmodell «Junior Teams» für die Vermittlung von Unternehmergeist in der Berufsbildung ausgezeichnet.

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Vereina Anekdoten … Von Geni Rohner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Anlässlich des Mitarbeiteranlasses in Samedan aufgeschnappt: Ein Autofahrer kaufte bei der Kasse in Sagliains ein Ticket für die «rollende Strasse» ins Prättigau. Nach dem Auslad in Selfranga wurde die Reise mit dem PW fortgesetzt. Aber hoppla, nach dem Kreisel folgte bereits die nächste «Zahlstelle Selfranga» und der Lenker buchte die Folgefahrt für den nächsten Autozug. Nach kurzer Wartezeit konnte das Auto wieder verladen werden. In Sagliains angekommen, merkten die Wageninsassen, dass sie hier vor rund einer Stunde schon einmal waren und somit den Autozug Richtung Engadin benutzt hatten. Bei der Kasse erkannte die Verkäuferin den Kunden und man lachte über das Missgeschick. Die Kunden nahmen das Malheur mit Humor und zahlten ohne Murren auch die dritte Fahrt durch den Vereinatunnel. Übrigens, es waren keine Österreicher; das Fahrzeug hatte Zürcher Kennzeichen!

Dank GPS können auch ortsunkundige Automobilisten die Vereina-Verladebahnhöfe Sagliains und Selfranga ohne Probleme anpeilen. Einziger Haken: zahlreiche Personen suchen immer den Hafen, um das Auto verladen zu können. Sehr oft hört man: «Wann fährt das nächste Schiff nach Selfranga?» Der Wortschatz in den GPS-Geräten ist beschränkt; denn hier kennt man für «Autoverlad» nur den Begriff «Fähre». Aber oft stellt man auch fest, dass die Geografiekenntnisse der Automobilisten nicht mehr auf dem neuesten Stand sind. Ist ja dank GPS auch nicht mehr nötig, schliesslich kann man durch ganz Europa ohne Karte reisen. Trotzdem wird das Personal sehr oft gefragt, ob Sagliains in Italien liegt und wo die Zollkontrolle durchgeführt wird … Übrigens, nächstes Jahr feiern wir 10 Jahre Vereina­ linie! Voraussichtlich am Wochenende vom 21./22. November 2009 wird etwas Spezielles organisiert!

Verwirrung am Vereina.

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Spontan

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Peter Laube

Nadja Signorell

Philippe Schaller

Chur Tourismus Chur

SBC Chur

RhB Chur

Gute Sache.

Eine gute Idee, alle drei Unternehmen zusammen in einem Raum zu haben. Für die Kunden ist es vorteilhaft, sie werden nicht von einem Ort zum anderen geschickt.

Deine spontane Meinung… … zu Chur Info? Das «Non-Plus-Ultra» einer Informationsstelle mit einem breiten Angebote für Touristen wie auch für Einheimische in der Alpenstadt Chur, dem Eingangstor zu Graubünden.

… zur globalen Finanzkriese? Weil einige Bänker und Finanzjongleure den Hals nicht voll kriegen konnten, werden viele Leute in den kommenden Jahren zu leiden haben … zur InfoRetica? Das bunteste Inhouse-Magazin das ich kenne… auch was die Beiträge anbelangt.

Betrifft viele Leute. Leider war dies nicht zu vermeiden.

Es war zu erwarten. Wenn man nur schon die Sache mit den Hypotheken in Amerika anschaut. Aber dass es so schlimm wird, dachte ich nicht.

Gute Idee.

Ganz gut. Es ist abwechslungsreich, da in der Rubrik «Spontan» immer Leute von anderen Abteilungen interviewt werden.

Mit wem würdest du gerne ein feines Essen im Gourmino geniessen? Mit Nadeschkin! Ich hab‘s gerne lustig und zum Anschauen ist sie auch «Kai Laidi».

Mis Mami.

Mit Barbara Handricks

Mit unseren Bundesräten.

Mit den drei B‘s. Berlusoni, Bush und Blocher

Und mit wem nicht? Mit Christoph Mörgeli, Brechreiz erachte ich als eine schlechte Voraussetzung für eine Fahrt im Gourmino.

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Personalchronik vom 2. September – 1. Dezember 2008

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Eintritte

Benedikt Arquint Otto Bass Jeanine Flückiger Karin Furger Maja Hossmann Samuel Keiser Annina Mutzner-Schlegel Michael Oberbeck Jeanette Rensch Michael Ruffner Marco Ruggin Markus Scherer Mathias Widmer

als Leiter Fachbereich, Landquart als Gleismonteur als Disponentin Netzplanung, Landquart als Produktmanagerin, Chur als Leiterin Personalentwicklung, Chur als Produktmanager, Chur als Betriebsdisponentin, Scuol-T. als Lokführer, Samedan als Zugbegleiterin, Chur als Leiter Planung und Steuerung als Kunden- und Reiseberater, Tirano als Betriebsdisponent, Ilanz / Arosa als Kunden- und Reiseberater, Samedan

Nachträge Claudio Brasser Sonja Hossmann Christian Tschanz Erika Wismer

als Zugbegleiter i.A., Samedan (01.09.2008) als Betriebsdisponentin/Verkäuferin, Ilanz (01.08.2008) als Betriebsangestellter, Samedan (01.09.2008) als Personalfachfrau, Chur (01.09.2008)

HERZLICH WILLKOMMEN!

Austritte

Claudio Candrian Riet Carnot Orlando Derungs Franziska Frei Desirée Gredig Peter Honegger Christian Monti Urs Michael Schmidt Stephan Weber Marianne Wellinger

Lehrlokführer, Landquart Lokführer, Scuol-T. Leiter Fachbereich, Landquart Produktmanagerin, Chur Zugbegleiterin i.A., Scuol-T. Spezialhandwerker, Landquart Betriebsangestellter/Kranführer, Landquart Leiter Dienstbereich, Landquart Fahrdienstleiter, Samedan Kassiererin, Selfranga

ALLES GUTE FÜR DIE ZUKUNFT!

Pensionierungen

Martin Dolf, Leiter Zugpersonal Express, Landquart Peter Florin, Zugführer, Samedan Stefan Good, Fachleiter, Landquart Anton Nigg, Spezialhandwerker, Landquart

ALLES GUTE IM RUHESTAND!

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

Beförderungen und Ernennungen

Leo Caluori Susanna Fuchs Jakob Jegen Claudio Melcher

Leiter Lokführer Landquart Disponentin Lokpersonal Landquart Fachmeister Energie Landquart Leiter Zugpersonal Express Landquart

HERZLICHE GRATULATION!

Dienstjubiläen

25 Dienstjahre Othmar Blumenthal Christian Moritzi Othmar Müller Markus Sulser

Sachbearbeiter, Landquart Leiter Weiterbildung, Landquart Betriebsdisponent, Davos Platz Spezialhandwerker, Landquart

40 Dienstjahre

Aldo Cortesi Betriebsdisponent Davos Platz

Sisto Gerrasi Guardiano Regolatore Poschiavo

Ezio Menghini Betriebsdisponent St. Moritz

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RhB in-team

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

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12.09.2008 18.09.2008 08.08.2008 28.08.2008 15.10.2008 12.09.2008 01.10.2008 11.08.2008

Christina Goldener-Meili, kaufm. Mitarbeiterin, Landquart, mit Hansjürg Goldener Stephan Lüthi, Lokführer, Samedan, mit Beatrice Tschanz Martin Mutzner, Lokführer, Scuol, mit Annina Schlegel Sandro Pfammatter, Leiter Informatik, Chur, mit Sandra Rohner Ueli à Porta, Lokführer, Samedan, mit Nadia Gander David Tarnutzer, Lokführer, Landquart, mit Barbara Meier Bruno Voneschen, Lokführer, Pontresina, mit Sandra Schläpfer Marcel Walser, Betriebsangestellter, Davos Platz, mit Irene Bucher

09.07.2008 29.07.2008 30.07.2008 11.08.2008 15.08.2008 25.09.2008 15.10.2008 15.10.2008 19.10.2008

Viola, des Maurus Cotti, Leiter Dienstbereich, Landquart Lorena, des Fadri Werro, Spezialmonteur, Samedan Lara, des Daniel Brühwiler, Rangiermeister, Landquart Aurelia, des Marcel Walser, Betriebsangestellter, Davos Platz Matteo, des Enio Pagnoncini, Lokführer, Poschiavo Alessio, des Marco Gallina, Gleismonteur, Thusis Leandro, des René Arpagaus, Sachbearbeiter, Landquart Cheyenne, des René Arpagaus, Sachbearbeiter, Landquart Diana, des Jose Manuel Nobrega, Kurzaufenthalter, Chur


Die Erfolgsstory von login Die Erfolgsstory von login

«Unsere Lernenden «Unsere Lernenden beherrschen komplexe beherrschen komplexe Die Erfolgsstory von login Logistik. Davon könnte Logistik. Davon könnte «Unsere Lernenden selbst der Weihnachtsselbst der Weihnachtsbeherrschen komplexe mann lernen.» mann lernen.» login Berufsbildung wünschtDavon auch Ihnen viele Erfolgsstorys im 2009 Logistik. könnte login Berufsbildung wünscht auch Ihnen viele Erfolgsstorys im 2009 selbst der Weihnachtsmann lernen.» Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 4 / 2008

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login der Ausbildungsverbund in der Welt des Verkehrs login der Ausbildungsverbund in der Welt des Verkehrs

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InfoRetica 4/2008