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Nr. 3 / September 2009

InfoRetica Mitarbeiterzeitung der Rh채tischen Bahn Periodico della ferrovia retica


In MGB-Triebzüge dieser Ausgabe laufen vom Stapel Von Roberto G. Paravicini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Editorial/Editoriale Die Stimme der Geschäftsleitung La Voce della Direzione 121. Generalversammlung Treffen der RHB-Mannschaft 100 Jahre Davos-Filisur Hakone Tozan Railway 100 Jahre Berninalinie Sponsoring HC Davos Interview mit Marc Gianola Vertrieb steuert klaren Kurs an Infos über laufende Infrastrukturprojekte Mitarbeitergeschichten Besuch der Parlamentarier Interview mit Andrea Tuffli Attraktion auf der Alp Grüm Sicherheitsportal Blutspendeaktion Pensionskasse der RhB – Geschäftsbericht 2008 Die Medienbahn Damals, vor 30 Jahren Schutzbauten am Bernina Neues in Kürze Metabolic Balance Mitarbeiteraktion Gemeinsame Lokführerausbildung RhB/MGB Weiterbildung RhB/MGB Eine Ära geht zu Ende GO 2009! Spurwechsel ESV Rätia CalandaBroncos Personalchronik RhB In-Team Wortspiel

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Herausgeber:

Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn 7002 Chur

Redaktion:

Peider Härtli (hä), p.haertli@rhb.ch Sandra Beeli (be), s.beeli@rhb.ch Walter Frei (Fr), w.frei@rhb.ch

Frontbild:

Mitarbeiterlok, Bild Tibert Keller

Nächster Redaktionsschluss:

13. November 2009

Auflage: Abonnement:

3 100 Exemplare, 4-farbig Inland: Fr. 50.– / Ausland: Fr. 60.–

© by RhB:

Weiterverwendung und Nachdruck erwünscht, jedoch nur unter Quellenangabe Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier


MGB-Triebzüge laufen vom Stapel Editorial/Editoriale Von Roberto Peider Härtli G. Paravicini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Löcher …

Buchi, fori, trafori …

Sommerzeit ist in aller Regel – medial betrachtet – die Zeit der Löcher. Da mag das gute alte Januarloch nicht mithalten, weil es bei den meisten erst im Februar oder März durchschlägt – zumindest bei mir! Ebenfalls unzuverlässig ist das Ozonloch – das macht eh, was es will, wächst und schrumpft und bringt Wissenschaftler und Umweltaktivisten um den Verstand. Auch Loch Ness ist nicht mehr das, was es einmal war – good old Nessie hat ausgedient. Nicht so das Sommerloch. Darauf ist Verlass. Bekannt auch als Sauregurkenzeit, beschäftigt es mit grosser Regelmässigkeit unterbeschäftigte Redaktoren und treibt sie zu geschäftigem Treiben mit relativ belanglosen Geschäften, bzw. Geschichten.

Di solito i mesi estivi – usando una perifrasi – sono il periodo dei buchi. E il caro vecchio buco di gennaio non può competere, visto che i suoi effetti si manifestano per lo più in febbraio o marzo, almeno nel mio caso! Altrettanto inaffidabile è il buco dell’ozono che, per parlar chiaro, fa quello che vuole, si allarga, si restringe e fa uscir di testa scienziati e ambientalisti. Anche Loch Ness non ha più la fama di una volta, good old Nessie è ormai giunto al capolinea. Il buco estivo invece no, di lui ci si può fidare. Noto anche come periodo in cui si batte la fiacca, si preoccupa di occupare con manifesta regolarità i redattori sottoccupati e li invoglia ad affaccendarsi controvoglia in faccende o storielle relativamente insulse ...

Mit Löchern haben auch wir bei der RhB zur Zeit mehr als genug zu tun. Wir nennen sie jedoch nicht despektierlich «Löcher», sondern «Tunnel». Der Tasnatunnel wird auf über 300 Metern neu erstellt, beim Albulatunnel suchen wir nach Lösungen für sichere Fahrten ins Engadin für die nächsten 100 Jahre (die Verfärbung des Palpuognasees zwecks Prüfung der unterirdischen Wasserläufe hat übrigens auch manch Sommerloch in den Zeitungen gestopft), der Sandgrindtunnel wird derzeit instand gesetzt, der Lüenerrüfetunnel wurde bereits fertig gestellt. Und das grösste Loch-, pardon, Tunneljubiläum steht uns erst noch bevor: 10 Jahre Vereinatunnel vom 19.–21. November 2009! A propos Loch: Wir hoffen, dass wir Ihnen trotz Sauregurkenzeit eine interessante, informative und ausgewogene InfoRetica vorlegen können. Auf jeden Fall wünschen wir viel Lesespass! Ihr Peider Härtli

Al momento anche noi della RhB abbiamo il nostro bel daffare con i buchi. Non li insultiamo tuttavia con il denigratorio «foro», ma li rivalutiamo con il più nobile «traforo». Il tunnel del Tasna viene ristrutturato su una lunghezza di 300 metri, per quello dell’Albula stiamo ricercando soluzioni atte a garantire un tragitto sicuro fino in Engadina per i prossimi 100 anni (la colorazione del laghetto di Palpuogna per stabilire il corso sotterraneo delle acque ha tra l’altro colmato più di un buco estivo nei quotidiani), il tunnel del Sandgrind è attualmente oggetto di lavori di manutenzione, il tunnel del Lüenerrüfe è invece già stato sanato. E la principale manifestazione forata, pardon, relativa a un traforo, è ancora da venire: i festeggiamenti per i 10 anni del tunnel della Vereina, dal 19 al 22 novembre 2009! A proposito di buchi: ci auguriamo che in barba alla fiacca dei mesi estivi abbiamo potuto dare alle stampe un’edizione di InfoRetica interessante, equilibrata e ricca di spunti. In ogni caso vi auguriamo buona lettura! Vostro Peider Härtli

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Stimme der Geschäftsleitung Von Christian Florin

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Wir bauen an unserer Zukunft Allegra, liebe Mitarbeitenden Dass unsere Bahn einmalig ist, muss ich Ihnen bestimmt nicht sagen. Besonders um die einzigartigen Pionierbauwerke beneiden uns doch so manch andere Bahnunternehmungen. Immer wieder sehen wir imposante Bilder, die um die Welt gehen und uns vertraut sind. Nun ist es aber auch so, dass die meisten dieser Infrastrukturbauten 100 Jahre und älter sind und somit zahlreiche dieser «Kunstwerke» dringend einer Erneuerung bedürfen. Was das heisst, erleben Sie täglich auf dem Netz der RhB – das sind vermehrt Baustellen. Wir haben das Glück, dass unsere Vorfahren ausgezeichnete Arbeit geleistet haben, so dass wir die meisten Anlagen durch eine geschickte Instandsetzung auch noch für weitere Jahrzehnte ertüchtigen können. Damit bleibt das Gesamtbild weiter bewahrt. Vor allem im Bereich der Brücken konnten wir zusammen mit der Denkmalpflege eine Bauweise entwickeln, welche auch optisch überzeugt. Neben dem Substanzerhalt sind Kriterien wie Sicherheit, Anpassungen an gesetzliche Vorschriften, Verbesserung der Produktivität und vor allem der Kundennutzen massgebend für den Umfang der Massnahmen. Dies zeigt sich sehr ausgeprägt bei der Erneuerung von Stationen. Sie kennen die Bahnhöfe bestens, wo der schienenfreie Zugang fehlt, keine Rampen vorhanden sind und auch sonst beinahe akrobatische Fähigkeiten vorausgesetzt werden, um den Zug zu «besteigen». Deshalb sind wir jetzt daran, die Stationen so zu erneuern, dass diese wieder zeitgemäss und gleichzeitig auch für die Zukunft gerüstet sind. Gemeinsam versuchen wir dabei das richtige Mass an Massnahmen zu definieren. Alle Beteiligten sind stark gefordert. Es gilt abzuwägen, gegenüberzustellen und letztendlich ein Optimum an technischen und betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten zu finden.

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Schliesslich geht es aber darum, was der Kunde nach einer Erneuerung für Verbesserungen vorfindet. Vorbei die Zeit, als er seinen Koffer noch mühsam über die Treppe tragen musste. Kinderwagen können dann elegant via Rampe zum Perron geschoben werden. Auch das Einsteigen in die Züge ab den erhöhten Perrons wird für den Bahnkunden zum Genuss. Dabei gehört ein schützendes Perrondach fast schon zu einem Muss auf einem zeitgemässen Bahnhof. Informationen über den nächsten Zug oder über den Betriebszustand können bequem über die Kopfanzeiger auf dem Perron oder an den Bildschirmen des neuen Kundeninformationssystems abgelesen werden. Eines scheint mir bei solch komplexen Arbeiten besonders wichtig – die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Es können nur optimale Lösungen gefunden werden, wenn alle zusammen arbeiten. Der Grundstein wird hier schon in der Definition der Anforderungen an eine Station gelegt. Helfen Sie mit, dass auch Ihre Erfahrungen dazu beitragen, eine Lösung zu finden, die den Kunden begeistert. Ein zweiter Punkt ist ebenso wichtig – Verständnis für einander. Verständnis braucht es dann, wenn der Bau und der Betrieb aufeinander treffen. Ich bin überzeugt, dass es möglich ist, durch frühzeitige Planung den Betrieb und das eigentliche Bauen so zu gestalten, dass es für alle Beteiligten erträglich ist. Dabei sind gute Bauphasenpläne ebenso wichtig wie optimierte Betriebskonzepte. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass selbst provisorische Anpassungen am Fahrplan möglich, ja betriebswirtschaftlich für die RhB sogar sinnvoll sind. Der Geschäftsbereich Infrastruktur ist bemüht, hier den Dialog zu suchen und nach ganzheitlichen Lösungen zu suchen. Helfen Sie mit, dass wir gemeinsam eine gute Lösung finden, um uns für die Zukunft fit zu machen. Vielleicht schauen Sie auch mal auf einer der Baustellen vorbei – wir würden uns freuen!


La voce della Direzione Da Christian Florin

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Stiamo impostando il nostro futuro Allegra, gentili collaboratrici e stimati collaboratori Non sono certo io a dovervi ricordare che la nostra ferrovia è unica. E impareggiabili sono i manufatti pionieristici invidiatici da molte altre imprese ferroviarie. Le immagini mozzafiato a noi tanto care si susseguono e raggiungono i quattro angoli della Terra. Ricordiamo tuttavia che la gran parte di queste infrastrutture sono ultracentenarie e che numerosi di questi “capolavori” necessitano con urgenza ampi lavori di risanamento. Cosa significhi tutto ciò nella prassi lo potete constatare giorno per giorno e su tutta la rete della RhB: i cantieri si moltiplicano. Fortunatamente i nostri predecessori hanno effettuato un lavoro eccezionale, tanto che per la maggior parte degli impianti basterà un’accorta manutenzione per garantirne il funzionamento per altri cento anni almeno. Il quadro d’insieme rimane così intatto. In particolare per quanto riguarda i ponti, in collaborazione con il Servizio monumenti abbiamo sviluppato un approccio architettonico molto convincente anche sul piano estetico. Oltre alla conservazione dei manufatti l’incisività degli interventi si basa anche su criteri come la sicurezza, l’adeguamento alle disposizioni di legge, il miglioramento della produttività e soprattutto i benefici per la clientela. Un esempio su tutti è il rinnovo delle stazioni. Chi meglio di voi conosce certe stazioni dove l’accesso passa sempre dai binari, mancano le rampe e occorrono doti quasi acrobatiche per potersi “arrampicare” sui treni. Abbiamo pertanto dato il via al risanamento delle stazioni nell’intento di renderle al passo coi tempi, ma contemporaneamente anche pronte per il futuro. Uniti cerchiamo di trovare la giusta misura per coordinare gl’interventi. Tutti gli interessati sono fortemente coinvolti nei raffronti e nella definizione ottimale delle misure di ordine tecnico e aziendale.

In ultima analisi l’importante sono i miglioramenti che il cliente accerterà dopo il rinnovo. I tempi in cui doveva trascinarsi a fatica le valige su una scala sono ormai passati, e le carrozzine possono essere spinte elegantemente sulla rampa fino al binario. Anche salire in carrozza, grazie ai marciapiedi rialzati, diventa un piacere per il viaggiatore dei nostri giorni. E la tettoia di protezione è già quasi cosa ovvia per una stazione moderna. Le insegne luminose o gli schermi del nuovo sistema di informazione della clientela presentano gli orari delle prossime partenze o i dati sulle condizioni d’esercizio. Un aspetto essenziale e che vorrei sottolineare nel quadro di questi complessi interventi è la collaborazione interdisciplinare. Soltanto grazie all’operato congiunto è infatti possibile trovare soluzioni ottimali. La pietra miliare coincide già con la definizione dei requisiti posti a una stazione. Cooperate anche voi, affinché la vostra esperienza possa aiutarci ad elaborare un prodotto che entusiasmi i nostri clienti. Un altro punto che mi sembra rilevante è la comprensione reciproca. Una comprensione richiesta ad esempio quando interventi ed esercizio si condizionano l’un l’altro. Sono persuaso che una pianificazione tempestiva permetta di gestire l’esercizio, i lavori di manutenzione e di costruzione, in modo tale da renderli accettabili per tutti gli interessati. In tal senso l’accento va posto sia sulla pianificazione delle varie fasi d’intervento che sull’ottimizzazione dei concetti d’esercizio. L’esperienza ci insegna che anche gli adeguamenti transitori dell’orario sono possibili e possono rivelarsi addirittura sensati per la redditività della RhB. Il Settore aziendale Infrastruttura si adopera per cercare il dialogo e trovare soluzioni globali. Collaborate anche voi alla ricerca di una soluzione adeguata per tutti che ci consenta di affrontare di petto il futuro. E magari gettate uno sguardo ad uno dei nostri numerosi cantieri: ci farebbe piacere!

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121. Generalversammlung in Disentis/Mustér Auszug aus der Rede von VR-Präsident Hans-Jürg Spillmann vom 19. Juni 2009

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Liebe Aktionärinnen, liebe Aktionäre Sehr verehrte Damen und Herren Gentili signore, egregi signori, Azionisti e ospiti della Ferrovia retica Preziadas damas, stimads signurs. Acziunaris e giasts da la Viafier retica Es ist mir eine besondere Freude, die diesjährige Generalversammlung hier in Disentis/Mustér durchzuführen. Ich begrüsse bei dieser Gelegenheit ganz besonders die Aktionäre und geladenen Gäste aus Disentis/Mustér und Umgebung. Herzlich willkommen hier in Disentis/Mustér Herzlich willkommen zur 121. Generalversammlung der Rhätischen Bahn Es ist zur guten Tradition geworden, dass die Rhätische Bahn ihre jährliche Generalversammlung immer an verschiedenen Orten entlang ihres 384 km langen Streckennetzes durchführt. Und wir sind damit immer gut gefahren – auch im wortwörtlichen Sinne. Die Bahnanfahrt zur Generalversammlung durch die einzigartige Bündner Landschaft bedeutet jedes Mal einen idealen Auftakt zum RhB-Jahresanlass – mit zahlreichen Kontakten und spannenden Gesprächen. So auch in diesem Jahr: Ob Sie nun den Weg durch die Ruinaulta oder über den Oberalp-

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pass in die Surselva gewählt haben – die Eindrücke werden, so wie bei mir, noch lange in Erinnerung bleiben. Und bei dieser Gelegenheit darf ich auch betonen: wir sind sehr gerne nach Disentis/Mustér gekommen und danken für den überaus freundlichen Empfang und das Gastrecht hier im Peter-Kaiser-Saal des Klosters. Der Bezug der Rhätischen Bahn zu Disentis/Mustér ist naheliegend. Disentis/Mustér ist Nahtstelle der Partnerbahnen Rhätische Bahn und Matterhorn Gotthard Bahn. Disentis/Mustér bedeutet das Ende der RhB-Strecke und den Anfang der MGB-Strecke oder umgekehrt. Oder um es mit Göthe zu sagen: «Lass den Anfang mit dem Ende sich in Eins zusammenziehn!» Der berühmte Glacier Express wechselt in Disentis/Mustér die Lokomotive – im Regionalverkehr wechselt der Fahrgast von einem Zug in den anderen. Die Rhätische Bahn bietet in der Surselva 50 Mitarbeitenden eine Arbeitsstelle, alleine in Disentis/Mustér 14 – ist damit eine bedeutende Arbeitgeberin und erfüllt auch in dieser Region eine wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe. Seit Jahrhunderten führt die Benediktinerabtei Disentis eine Schule, seit 1880 als Gymnasium. Heute ist die Klosterschule Disentis eine moderne private Mittelschule mit staatlicher Maturitätsanerkennung. Seit 30 Jahren werden auch Mädchen unterrichtet. Klammerbemerkung:


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Seit sieben Jahren werden bei der Rhätischen Bahn Züge auch von Lokomotivführerinnen gesteuert. Viele berühmte Persönlichkeiten haben die Klosterschule durchlaufen und kleiden heute wichtige Positionen im öffentlichen Leben. Und wir müssen gar nicht soweit suchen, um auch unter uns ehemalige Schüler des Klosters Disentis/Mustér ausfindig zu machen: VRMitglieder Stefan Engler und Benno Burtscher fallen an den VR-Sitzungen jeweils durch besondere Hartnäckigkeit und Disziplin auf – offensichtlich bleibende Zeichen einer intensiven Studienzeit. Zur heutigen 121. Generalversammlung der Rhätischen Bahn in Landquart darf ich Sie, sehr verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, sehr geschätzte Gäste, im Namen des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung herzlich begrüssen und freundlich willkommen heissen. Ich freue mich auch über die Anwesenheit des Verwaltungsrates, des Konsultativrates sowie der Mitglieder der Geschäftsleitung mit Erwin Rutishauser an der Spitze. Und ich benütze gerne jetzt und hier die Gelegenheit, unserer operativen Leitung und ihrer Mannschaft für die hervorragende Arbeit im Geschäfts- und im laufenden Jahr zu danken. Ihnen ist es gelungen – in einem nicht immer einfachen Umfeld – aus 1 348 Mitarbeitenden eine Mannschaft zu bilden und zu führen, die die Rhätische Bahn in die Zukunft führt. Denn dank einer starken Mannschaftsleistung ist unsere Bahn auf Kurs!

Den hier anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Medien danke ich besonders für die interessierte, bisweilen kritische, aber stets konstruktive und faire mediale Begleitung der Rhätischen Bahn durch das Geschäftsjahr 2008. Nach der Begrüssung der anwesenden Persönlichkeiten aus dem Kanton und dem Bund, verbunden mit dem Dank für die mehrfach zum Ausdruck gebrachte Unterstützung und das vielerorts gespürte Wohlwollen, übergab VR-Präsident Hans-Jürg Spillmann das Wort an den Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Erwin Rutishauser. Dieser konnte – trotz der globalen Finanzkrise und unsicheren Wirtschaftslage - bereits eine erfreuliche aktuelle Standortbestimmung vermelden und gedämpft optimistisch in den weiteren Verlauf des Jahres blicken. Als grosse Herausforderung stellte Erwin Rutishauser die Substanzerhaltung der bereits über 100 Jahre alten Infrastruktur dar. Auch die Substanzerhaltung im Bereich Rollmaterial ist für die RhB von grösster Bedeutung. Entsprechende Erwartungen werden in die dringend benötigten neuen Triebzüge gesetzt, welche im Herbst 2009 ausgeliefert werden. Auf den Sommerfahrplan 2010 werden die ersten fünf Triebzüge eine willkommene Entlastung auf der Berninalinie bewirken. Auch eine verbesserte Anbindung Graubündens an das nationale und internationale Eisenbahnnetz mit einem entsprechenden Halbstundentakt zwischen Zürich und Chur ist für die Wettbewerbsfähigkeit der RhB von zentraler Bedeutung. Zum Schluss bedankte sich Erwin Rutishauser beim Verwaltungsrat für die konstruktive Zusammenarbeit: «Die RhB hat einen engagierten Verwaltungsrat. Der RhB-Mannschaft mache ich gerne ein Kompliment für die gute und mit hohem Engagement erbrachte Arbeit – und dies Tag für Tag und bei jedem Wetter. Herzlichen Dank!»

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Treffen der RhB-Mannschaft Von Elisa Caimi-Cavadini

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Im Juni haben mehr als 600 Mitarbeitende die Chance genutzt, in Landquart, Poschiavo, Ilanz, Klosters, Chur und Samedan den Vorsitzenden der Geschäftsleitung und sein Führungsteam ganz nah zu erleben. Erwin Rutishauser oder Silvio Briccola begrüssten die Mitarbeitenden jeweils auf eine besondere Art und Weise. Eine Fotocollage, die als Kurzfilm präsentiert wurde, illustrierte allen Anwesenden, wie toll und einzigartig die Leistung der RhB-Mannschaft Tag für Tag ist. Während der Filmvorführung wurde nicht geredet, denn die Eindrücke, die diese Bilder und die Musik vermittelten, hatten mehr Wert als tausend Worte. Ein ausgesprochenes «Dankeschön für die tolle Leistung» hätte weniger Bedeutung gehabt, denn es hätte nicht 1:1 wiedergegeben, was eigentlich gemeint war. Diese Bilder beinhalteten hingegen genau das Unfassbare von einem «Dankeschön». Eigentlich wurde aber viel mehr als die RhB-Leistung mit dem Ziel der Kundenverblüffung ge-

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zeigt. Die Präsentation machte sichtbar, dass die 8 Köpfe des Führungsteams sehen und wissen, was für eine Arbeit, Hartnäckigkeit und Engagement von den Mitarbeitenden geleistet und auch benötigt wird, um unsere Kunden das Verblüffungserlebnis zu schenken. Denn die RhB schenkt ihren Kunden nicht nur eine Leistung, sondern auch Träume! Was die RhB ausmacht, sind wir alle, die von A bis Z alle genau dies machen, damit der Kunde zufrieden ist! Von den Lernenden bis zur Geschäftsleitung sind wir 1 einzige Mannschaft mit 1 Ziel: Der Erfolg der Rhätischen Bahn! Das Treffen war nicht nur eine Möglichkeit, ein Dankeschön auszusprechen. Die Mitarbeitenden erhielten auch die wichtigsten und aktuellsten Informationen sowie einen Ausblick in die Zukunft der RhB. Zusätzlich wurde die Gelegenheit auch als Plattform für einen ehrlichen Austausch zwischen dem Führungsteam und den Mitar-


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beitenden rege genutzt. Das Führungsteam nahm viel von diesem Austausch mit. Als Abschluss von jeder Veranstaltung wurde zu der angekündigten Überraschung übergeleitet. Erwin Rutishauser oder Silvio Briccola leiteten sie mit folgenden Leitsätzen ein:

Zukunft dank Fortschritt … Fortschritt dank Erfahrung … Erfahrung dank Einsatz … Einsatz dank Leidenschaft … Leidenschaft dank Verbundenheit … Verbundenheit durchs rote Band

schaft! Schön in einem roten Band «eingepackt» ist sie. Auf dem roten Band sind die Sätze verewigt, die die Verbundenheit der Mitarbeitenden widerspiegeln. Während dem Apéro nutzten alle die Möglichkeit, sich selber auf der Lok zu finden und auch heute noch, wenn die Lok an einem Bahnhof hält, nutzen die Mitarbeitenden die Gelegenheit, um sich wieder auf der Lok zu finden! Die RhB-Mannschaftslok ist ein Zeichen von Wertschätzung, die uns täglich alle daran erinnert, dass die RhB nur dank einer tollen Mannschaftsleistung die Kunden verblüffen kann!

Dann griffen sie zum Horn, welches den Mitarbeitenden seit dem grossen Mitarbeiterfest bestens bekannt ist. Ein lauter Ton und … Da war sie: Die Lok der RhB-Mann-

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100 Jahre Davos-Filisur – Das Fest Text von Geni Rohner, Bilder von Tibert Keller

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Am 1. Juli 1909 wurde die Strecke Davos–Filisur mit einem würdigen Volksfest in Betrieb genommen. Hundert Jahre später, am Wochenende vom 3. – 5. Juli 2009 liess die RhB das Ereignis nochmals aufleben. Das bunte Festprogramm mit zahlreichen Überraschungen und Attraktionen besuchten rund 13 000 Gäste. Am Freitagabend wurde die Feier zusammen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Tourismus eröffnet. Im historischen Sonderzug begaben sich die Gäste ab Filisur in die nahe wildromantische Zügenschlucht. Bereits kurz nach Abfahrt war für erste Aufregung gesorgt: Ein Überfall durch Mitglieder der «Postkutschen-Mafia» (Nachkommen der ehemaligen Postkutschenbetreiber Davos) im Bärentritttunnel sorgte wohl bei manchen Teilnehmern für erstes Herzklopfen… Alle Gäste wurden mitten im Tunnel aus dem Zug getrieben und durch einen Seitenstollen auf die alte Zügenstrasse entführt! Spätestens beim Erklingen der ersten Weisen, dargeboten durch die RhB-Musikgesellschaft, dürfte nun allen klar gewesen sein, dass alles «nur» inszeniert war. Einmalig war wohl auch der Auftritt der RhB-Musikgesellschaft im alten Zügen-Strassentunnel. Die schmissige Marschmusik wurde durch den Tunnel akustisch verstärkt und beschallte

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die Teilnehmer am anderen Ende des Tunnels. Die Crew des Hotels Bellevue Wiesen zog ebenfalls alle Register und präsentierte den rund 140 geladenen Gästen einen reichhaltigen Aperitif mit lokalen Spezialitäten aus Küche und Keller. Nach einer Stunde rief man leider bereits wieder zum Aufbruch. Der Sonderzug fuhr ab der neu erstellten «Tunnelhaltestelle Bärentritt» Richtung Davos. Nach Ankunft in Davos Platz herrschte nochmals Aufruhr! Die «Postkutschen-Mafia» schlug erneut zu und entführte Vera Stiffler vor den Augen der überraschten Teilnehmer an einen unbekannten Ort … Unterdessen begaben sich die Gäste in den festlich dekorierten Güterschuppen. Während den kommenden drei Stunden wurde ein abwechslungsreiches Dinner-Spektakel mit Unterhaltung geboten. Sehr gelobt wurde auch der SuperService der Crew des gegenüberliegenden Hotels Terminus. Fazit am Ende des Tages: Ein rundum gelungener Anlass. Bei optimalen Wetterbedingungen erfolgte am Samstagmorgen die offizielle Eröffnung des zweitägigen Jubiläumsfestes. Grossen Zuspruch bei den zahlreichen Eisenbahnfans sowie auch bei den Einheimischen fand die grosse Zugparade zwischen Davos–Filisur. Im 30 Minuten-


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Takt verkehrten Sonderzüge der verschiedenen Zeitepochen: Dampfzug aus der Anfangszeit, Nostalgiezug aus den 30ern, historischer Güterzug mit Personenbeförderung (GmP), Railrider oder klimatisierte Panoramazüge 2009 (Glacier- und Bernina Express). Auch auf den verschiedenen Festplätzen entlang der Jubiläumslinie ging die «Bahn» ab. Ausstellungen mit verschiedenen Themen gab es zu besichtigen, zahlreiche Dioramas waren zu bewundern, nicht alltägliche Dienstfahrzeuge (Fahrleitung und Streckenunterhalt) wurden ausgestellt, geführte Besichtigungen von Baustellen und Viadukten konnten unternommen werden und im Loksimulator wurden Führerstandsfahrten von Filisur nach Preda angeboten. Auch das kulinarische Angebot der verschiedenen Festbeizer durfte sich sehen lassen: vom längsten Davoser Capuns zum exotischen Thai-Gericht oder von der einheimischen Grillschnecke zum Bio-Filisurer-Salsiz; dem Gast stand eine reichhaltige Karte zur Auswahl.

somit den bisherigen «Rekordhalter» (Solisviadukt) ab! Elektronische Nachmessungen haben ergeben, dass der Solisviadukt «nur» 85m bzw. der Wiesener Viadukt von der Wasserlinie bis zur Schienenoberkante eine Höhe von 88,9m aufweist. Eine spezielle Rekordtafel wurde beim zweiten Brückenpfeiler montiert und ist für die Wanderer gut sichtbar (Fussgängersteg). Am Sonntagabend ging das 100-Jahr-Jubiläum mit einer in allen Belangen positiven Bilanz zu Ende. Ein reger Besucheraufmarsch, bestes Sommerwetter sowie ein reibungsloser, unfallfreier Programmablauf sorgten rundum für fröhliche Gesichter und gute Laune. Die Organisatoren danken nochmals allen involvierten Kolleginnen und Kollegen für die tatkräftige Unterstützung. Ohne deren Einsatz wäre es nie möglich gewesen, ein so tolles Fest auf die Beine zu stellen. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal – Bernina 2010 wartet!

Höhepunkt der Feierlichkeiten am Samstagabend war ein grossartiges Feuerwerk am Wiesener Viadukt – dem Wahrzeichen der Jubiläumslinie bzw. der Zügenstrecke. Dieser Viadukt erhielt nach 100 Jahren die Auszeichnung «höchster Viadukt der Rhätischen Bahn» und löste

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Hakone Tozan –laufen 30 Jahre Partnerschaft MGB-Triebzüge vom Stapel Von Reto Roberto Rostetter G. Paravicini

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Vom 1. bis 6. Juni 2009 reisten Hans-Jürg Spillmann, Erwin Rutishauser, Jacques Hefti und Reto Rostetter auf Einladung der Hakone Tozan Railway Company nach Japan. Die Hakone Tozan Railway ist seit 30 Jahren die Partnerbahn der RhB und erschliesst ein wunderschönes Wander- und Ausflugsgebiet rund 100 km südwestlich von Tokyo. Exakt am 1. Juni 2009 jährte sich die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags zum dreissigsten Mal und dies war der Grund des Besuches. Gleichzeitig konnte auch der komplett umgebaute und moderne Ausgangsbahnhof Yumoto Hakone in Betrieb genommen werden. Aber nicht nur dies ist neu, auch der Glacier Express fährt jetzt in Japan. Die Hakone Tozan Railway beschloss, einen neuen Triebzug komplett im neuen Design des Glacier Express zu bemalen. Ein zweiter Triebzug besitzt das Design und die Farben des Bernina Express. Überhaupt fällt auf, dass die Rhätische Bahn überall auf dem Netz der Hakone Tozan Railway präsent ist. Poster, Bilder und ganze Modellzüge der RhB werden ausgestellt. Am ersten Tag nach einem langen Flug besuchte die Delegation das Büro von Schweiz Tourismus und erhielt Fakten über den Reisemarkt Japan. Der zweite Tag war für «sight seeing» in Tokyo reserviert inklusive einem Besuch auf dem Fischmarkt und Sushi-Frühstück um 6.30 Uhr morgens. Am 3. und 4. Tag wurde die Gegend um Hakone inklusive der Fahrt mit der Partnerbahn besucht. Der offizielle Festakt in Gora, der Endstation der Hakone Tozan Rail-

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way, war einer der vielen Höhepunkte der Reise. Als Gastgeschenke wurden zwei Kuhglocken und zwei Alphörner nach Japan mitgenommen und der Geschäftsleitung feierlich übergeben. Diese werden in Zukunft in Gora und Yumoto Hakone Werbung für die Rhätische Bahn machen. Eine offizielle Teezeremonie und ein Besuch der heissen Quellen, welche sich überall in der Region Hakone finden lassen, gehörten zum Programm. Der letzte Tag stand ganz im Zeichen der Eisenbahn. Der Bahnhof «Shinjuku» ist der grösste Bahnhof Tokyos und wird täglich von rund 4.5 Mio. Personen frequentiert. Wir hatten die Gelegenheit, hinter die Kulissen dieses Bahnhofs zu schauen. Anschliessend empfing uns der Präsident der Odakyu Railway Holding, Herr Osuga. Ein Besuch auf einer Tunnelbaustelle, eines Unterhaltswerks sowie einer Netzleitstelle rundeten den bahntechnischen Tag ab. Zufälligerweise lernten wir bereits am ersten Tag in Japan André Zimmermann kennen. Er ist Direktor der japanischen Niederlassung der Firma Matisa. Matisa ist bekannt als Gleisunterhaltsfirma und agiert weltweit. André Zimmermann konnte uns viele technische Informationen geben und war gleichzeitig unser Übersetzer. Während dem ganzen Aufenthalt in Japan waren Roger Zbinden, Direktor Schweiz Tourismus Asien sowie seine Stellvertreterin, Kasumi Abe stets an unserer Seite. Dem Team von Schweiz Tourismus gebührt ein grosser Dank für die organisatorische Hilfe.


100 Jahre Berninalinie – und die RhB in Festlaune Von Peider Härtli

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2010 feiert die Rhätische Bahn das 100-jährige Bestehen der Berninalinie – und mit ihr feiert die ganze Region Valposchiavo, die Valtellina und das Oberengadin. Mit gutem Grund: die Berninalinie hat seit der durchgehenden Inbetriebnahme 1910 nichts von ihrer Faszination eingebüsst. Im Gegenteil: Dank dem weltbekannten Bernina Express und der 2008 erlangten UNESCO Welterbeauszeichnung gehört sie heute zu den weltweit bekanntesten Bahnlinien. Aus der Not entstanden Die ersten Bestrebungen einer Bahnverbindung zwischen dem Valposchiavo und dem Engadin gehen auf die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. «Rege, freundschaftliche und geschäftliche Beziehungen zwischen Graubünden und dem Veltlin riefen nach einem schnelleren und modernen Verkehrsmittel über den Berninapass …» berichtete die «Schweiz. Bauzeitung» in ihrer Ausgabe 1912. In der Tat: die Fahrzeit der Pferdepost zwischen Samedan und Tirano betrug volle neun Stunden. Diese Tatsache, sowie der technische Fortschritt dank der Anwendung der elektrischen Traktionsenergie führten bald zur konkreten Verwirklichung der Berninalinie. So stand der Bau der Berninalinie in engem Zusammenhang mit dem Bau der Kraftwerke Brusio, welche in den Jahren 1904 bis 1907 im Valposchiavo erstellt wurden. Wichtiger Bestandteil der Konzession war die Verpflichtung, «die für den Betrieb der Berninabahn notwendige elektrische Energie zu günstigen Bedingungen zu liefern» (Schweiz. Bauzeitung 1912). Die Berninabahn heute Wenn es die Berninalinie nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Wobei eine realistische Umsetzung eines solchen Projekts mit identischer Linienführung heute eher pessimistisch beurteilt werden müsste. Die Vision unserer Vorfahren, nebst der Erschliessung der Valposchiavo und der Valtellina mit dem Engadin und Nordbünden auch die touristische Komponente einzubeziehen, verdient Hochachtung und grössten Respekt. Auch hier stellt die «Schweiz. Bauzeitung 1912» fest: «Es war Aufgabe des Projektes gewesen, ein billiges und dennoch sicheres Tracé zu suchen, das einerseits den Charakter

der Touristenbahn dadurch fest zu halten hatte, dass es die mannigfaltigen Schönheiten der Gegend in möglichst günstiger Weise von der Bahn aus sichtbar machte». – Heutige Marketingstrategen würden von «nachhaltiger USP- Pflege» sprechen … Dank dieser visionären Einstellung geniessen heute Fahrgäste aus der ganzen Welt die Fahrt über die Berninalinie. Das «National Geographic Magazine» zählt die Berninalinie weltweit zu den zehn schönsten Bahnstrecken. 2008 fand die Berninalinie, zusammen mit der Albulalinie, Aufnahme in die UNESCO Welterbeliste. Der Panoramazug Bernina Express entführt seit Jahrzehnten staunende Fahrgäste in rund vier Stunden von Chur nach Tirano durch drei Sprachregionen, über 196 Brücken und Viadukte und durch 55 Tunnels und Galerien – von den Gletschern zu den Palmen. Literaturkritiker Iso Camartin: «Wir Heutigen haben allen Grund, den unternehmerischen Wagemut, die bautechnischen Leistungen und den Schönheitssinn jener Pioniere zu bewundern, welche dafür gesorgt haben, dass die Bewohner von Norden und Süden, von Osten und Westen nicht nur zueinander finden, sondern im Herzen der Alpen eine Landschaft neu entdecken konnten, wie unser Planet nur wenige zu bieten hat».

2010 zeigt sich die Jubiläumsbahn von ihrer besten Seite. Mit einem bunten Strauss von Anlässen entlang der Strecke - im Winter, Frühling, Sommer und Herbst, von Norden nach Süden und umgekehrt. Für Kulturliebhaber, Naturfreunde, Bahnfans, Familien, Gourmets, Wanderer, Historiker, Faulenzer, Bündner und alle Nichtbündner.

Während des ganzen Jahres feiern die Rhätische Bahn und ihre Partner - unter anderem an vier Hauptevents:

Events 16./17.01.2010 08./09.05.2010 18.-20.06.2010 18./19.09.2010

Winter: Oberengadin/Thema: Schnee- und Eisbahn Frühling: Tirano/Thema: Spitzenbahn Sommer: Valposchiavo/Thema: Festbahn/Jubiläumsbahn Herbst: Pontresina/Thema: Wanderbahn

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Pontresina

Ausstellungen /Kultur Museum Alpin Pontresina Museo Poschiavino Circolo Filatelico Cavaglia Casa Besta Mulino Aino Albergo Stazione Casa Console Bernina-Ausstellung St. Moritz

St. Moritz Bernina-Ausstellung, Bahnhof Eröffnung Porta Bernina Schneeschleuderfahrten Mondscheinfahrten Kulinarik-Train Historische Züge

Pontresina Teileröffnung Wanderweg «Via Albula / Bernina» Wanderprogramm «Rote Socken» Dorf- und Bernina-Fest Ausstellung Museum Alpin Jassturnier

Kinder und Familien Schneemann-Bauen auf Alp Grüm Wettbewerb in Verbindung mit www.mybernina.ch Spezialangebot «Kind lädt ein» Steinmännli-Markierungen Ospizio-Alp Grüm Pedalo-Fahren Lago Bianco Bahninteressierte Schneeschleuderfahrten Mondscheinfahrten Schnupperfahrten Triebzüge Kulinarik- Train Zugparade Historische Züge Bildung (z. B. Alpen-Akademie) virtuelle Lehrerplattform «Kick-Net» nutzen Integration neues Bernina/UNESCO Welterbe RhB Lehrmit tel Externe Teilprojekte 3 Buchprojekte Wanderführer Via Albula/Bernina UNESCO Welterbe Workshop 1. Meeting UNESCO Welterben CH/I (Pontresina) Thema: Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit

Poschiavo Ausstellungen Valposchiavo Teileröffnung Wanderweg «Via Albula / Bernina» Info- und Rastplatz UNESCO Welterbe RhB Dorffest

Winter 16. / 17. Januar 2010

Frühling 8. / 9. Mai 2010

Engadin St.Moritz Thema: Schnee- und Eisbahn

Tirano Thema: Spitzenbahn

Zielgruppen Medien und Lokale VIPs Bahninteressierte Senioren Gäste Norditalien Kultur und Ausstellungen Kinder und Familien Chur 1. /2. Mai Sternfahrt «neue Triebzüge»


Lago Bianco Wetterturm «Pedalos» Steinmännli-Markierungen Ospizio — Alp Grüm Info- und Rastplatz UNESCO Welterbe RhB Ausstellung Berninalinie im Wetterturm

Lago Bianco

Alp Grüm Eismuseum Schneeschleuderfahrten Mondscheinfahrten Schneemann-Bauen Steinmännli-Markierungen Ospizio — Alp Grüm

Alp Grüm Kreisviadukt Brusio GV RhB (Nachmittag) und Festakt (Abend) am Freitag 18.06.2010 Festarena Kreisviadukt Verschiedene Inszenierungen Tal- und Marktfest im Kreisviadukt Info- und Rastplatz UNESCO Welterbe RhB (Public Viewing der Fussball-WM) Poschiavo

Kreisviadukt Brusio

Tirano Eröffnung Porta Bernina Teileröffnung Wanderweg «Via Albula / Bernina» Stadt- und Bahnhofsfest Tirano Eröffnung Kulturprojekt in Tirano FAM-Trip (Reisebranche)

Tirano

Sommer 18. — 20. Juni 2010 Valposchiavo – rund um den Kreisviadukt bei Brusio Thema: Festbahn / Jubiläumsbahn

Herbst 18. / 19. September 2010 Pontresina Thema: Wanderbahn

Internet-Plattform www.mybernina.ch

Konzept Version Stand 20. August 2009

Kreisviadukt bei Brusio 18. Juni GV RhB und Festakt

Änderungen vorbehalten


HC Davos Sponsoring Von Piotr Caviezel, Vera Stiffler und Felix Ulber

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Dank der guten Zusammenarbeit zwischen der RhB und dem Hockey Club Davos (HCD) wurde der seit 2006 bestehende Sponsoringvertrag um zwei Jahre verlängert (mit einer Option auf ein drittes Jahr). Doch warum sponsert die RhB den HC Davos? Was sagt uns der langjährige Spieler und ehemalige RhB-Praktikant Marc Gianola über den HC Davos und seine Erfahrungen bei der RhB? Und was genau hat es auf sich mit einem Goaliestock in RhB-Rot? Facts & Figures HC Davos HC Davos als 29-facher Schweizermeister sowie 14-facher Gewinner des Spengler Cup ist mit Abstand der erfolgreichste Eishockeyclub in der Schweiz und eine der bekanntesten Bündner Marken mit nationaler Ausstrahlung • 1921 Gründung • 21 Fan Clubs in der ganzen Schweiz • 9 Mannschaften • 2 382 Vereinsmitglieder • Namhafte Gönner-Organisationen (Club 89, Kristall Club) • Der

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Einige ausgewählte Gründe für das Sponsoring Eishockeyclub der Schweiz • Direkter Zugang zur Bevölkerung (Zuschauer vor Ort, sowie über TV, Medien) • Hoher emotionaler Wert (Sport, Fangemeinde, Medien) • Erlebniswelt (Sport, Fangemeinde) • Einzigartige Popularität des HCD in der ganzen Schweiz (Sportverein mit der höchsten Medienpräsenz und wohl grössten Fangemeinde) • Plattform um gezielte Aktivitäten auf die RhB-Zielgruppen auszurichten (Anreise im Zug sowie vor Ort im Eisstadion) • Steigerung der Bekanntheit in Graubünden (durch Medienresonanz verstärkt) sowie Schaffung der Bekanntheit im Markt Schweiz • Imagetransfer (Sportlichkeit, Dynamik, Leistungsfähigkeit, Jugendlichkeit) • Interessante Plattform für Kontaktpflege zu Kunden • Schulterschluss von weiteren starken Bündner Botschaftern und HCD-Sponsoren (Rätia Energie, Graubündner Kantonalbank) • Erfolgreichster


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Aktivitäten der RhB rund ums HCD-Sponsoring Tickets für Mitarbeitende • Kundenevents an Spielen in der Vaillant Arena • Lokwerbung • Möglichkeit für ein Kurzpraktikum bei der RhB für HCD-Spieler • Autogrammstunde mit Spielern oder Trainer • Logopräsenz der RhB auf verschiedenen Kommunikationsinstrumenten wie Leibchen der 1. Mannschaft, Mannschaftsposter, Autogrammkarten, Spielplan, Matchflyer und Inside-Magazin • Werbepräsenz: Bande, Lautsprecherdurchsagen, Videowürfel, Inserate • Sampling-Aktion • Vergünstigte

• Sparen

mit der RhB: 20 % Vergünstigung auf der An- und Rückreise nach Davos, 10 % Ermässigung für RhB-Mitarbeitende auf Saisonkarte • Familienticket. zu Sonntagnachmittagspielen: 2 Erwachsene (Eltern oder Grosseltern) mit Kindern in unbeschränkter Zahl bezahlen nur 102 Franken für Sitzplätze und An-/Abreise mit der RhB. • Verkauf von Eintrittsbilletten zu HCD-Spielen an allen bedienten RhB-Bahnhöfen

News und Facts ab dem Saisonstart 09/10 Goalie Leonardo Genoni spielt die Saison 2009/10 mit einem Goaliestock in RhB-Rot (ca. ab Mitte Oktober) • Extrazüge: Extrazug an allen Spielen bis Chur (bisher in der Qualifikation nur bis Landquart), ab Halbfinale auch Zug von Klosters nach Samedan • RhB-Hockeystock:

HCD Mitarbeiter-Aktion: 10 % Ermässigung auf die Saisonkarte 2009/10 Erlebe Eishockeyspektakel pur und sichere jetzt deinen Platz in der Vaillant Arena und bestelle deine HCD-Saisonkarte 2009/2010. Die Rhätische Bahn offeriert allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 10 % Ermässigung beim Kauf einer Saisonkarte auf die aktuellen Verkaufspreise des HC Davos (siehe hcd.ch). Die Saisonkarte ist gültig für sämtliche HCD-Heimspiele der 1. Mannschaft: Qualifikationsrunde und Play-off (exkl. Spengler Cup). So ist jedes Spiel dein Spiel und jeder Sieg dein Sieg! Die ermässigten Saisonkarten können bei Personal (HR) bis am 4. September 2009 bestellt werden (Kennwort: Mitarbeiter-Aktion HCD), von wo aus die Anfragen an den Hockey Club Davos weitergeleitet werden. Die Saisonkarte wird vom HC Davos gegen Rechnung zugestellt. Kontakt: Claudia Scaramella, HR-Support, Bahnhofstrasse 25, 7002 Chur, Diensttelefon 990 578, c.scaramella@rhb.ch 19


Interview mit HCD-Spieler Marc Gianola Von Piotr Caviezel

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Marc Gianola ist ein Davoser Urgestein und eine Spielerpersönlichkeit mit grossen Leaderqualitäten. Für den 35-jährigen Engadiner ist die kommende Saison die 17. im Dress des HC Davos. In dieser langen Zeit hat sich der Verteidiger mit viel Engagement und zuverlässiger Defensivarbeit in die Herzen der gelb-blauen Fangemeinde gespielt. Piotr Caviezel: Marc Gianola Sie haben im April den 29. Meistertitel des HCD gefeiert – Sie haben sicher langsam Routine, es war schliesslich auch Ihr vierter Triumph innert acht Jahren Marc Gianola: Ja, die letzten Jahre waren in der Tat sehr erfolgreich für die Mannschaft, den HC Davos und für mich selbst. Aber von Routine zu sprechen, wäre der falsche Ausdruck, denn hinter jedem Titel steckt viel harte Arbeit. Piotr Caviezel: Sie und Ihre Teamkollegen haben auf dem Weg zum letzten Titel 21 Playoff-Partien in 47 Tagen gespielt, was neuer NLA-Rekord ist – definitiv ein Rekord für die Ewigkeit, da mehr einfach nicht mehr geht. Wie haben Sie diese enorme mentale Belastung bewältigt? Während 47 Tagen permanent die Konzentration hochzuhalten ist nicht selbstverständlich. Marc Gianola: Während drei Serien immer über sieben Spiele zu gehen und am Ende noch den Titel zu gewinnen, war wirklich ein unglaubliches Erlebnis. Im Moment, in dem man in die entscheidende Phase der Saison geht, denkt man gar nicht an die Belastung, sondern versucht tagtäglich oder besser gesagt, von Spiel zu Spiel sein Bestes zu geben und seinem Team zu helfen, die Saison erfolgreich zu beenden.

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Piotr Caviezel: Es ging sicher auch nicht ohne mentale Tiefs. Wann hatten Sie Ihre? Marc Gianola: Ein kleines Tief hatten ich und die Mannschaft nach dem Spiel sechs im Final gegen Kloten. Wir spielten in Davos und wollten unbedingt den Heimvorteil nutzen, um die Meisterschaft für uns zu entscheiden. Leider ging das Spiel mit 0:1 nach Verlängerung an die Kloten Flyers. Die Stimmung nach dem Spiel war bei den Fans wie auch bei der Mannschaft ziemlich bedrückt. Piotr Caviezel: Weshalb gibt es eigentlich zwischen dem Coach Arno del Curto und der Mannschaft auch nach dreizehn Jahren der Zusammenarbeit noch keine «Zerschleisserscheinungen»? Marc Gianola: Arno del Curto ist ein sehr fordernder aber auch sehr menschlicher Trainer. Er hat Visionen und treibt die Mannschaft unermüdlich an diese heran. So werden die Ziele, die er an die Spieler stellt, nie vollständig erreicht und jeder hat noch viel an sich zu arbeiten. Piotr Caviezel: Wie würden Sie einen klassischen Leadertyp bezeichnen? Marc Gianola: Ein Leadertyp ist der, welcher seine Bestleistung dann abrufen kann, wenn diese gefordert wird.

«Arno del Curto ist ein sehr fordernder aber auch sehr menschlicher Trainer.» Piotr Caviezel: Wie lange dürfen die HCD-Fans Marc Gianola noch als aktiven Eishockeyspieler bewundern? Marc Gianola: Ich hab mir noch keine konkreten Gedanken über das Ende meiner Karriere gemacht. Es ist in erster Linie wichtig die kommende Saison unfallfrei bestehen zu können und danach kann man immer noch weitersehen.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Piotr Caviezel: Weshalb haben Sie nie den HC Davos verlassen, an Offerten soll es Ihnen ja nicht gefehlt haben (HC Lugano, EV Zug u.a.)? Marc Gianola: Meine Familie fühlt sich sehr wohl in Davos und sportlich gibt es ja auch keine bessere Adresse als den HCD. Zudem war die Identifikation mit dem HC Davos immer gross und dann kann man sich einen Wechsel zu einem Konkurrenten gar nicht vorstellen.

Piotr Caviezel: Gibt es Ihrer Meinung nach Punkte, welche für den Teamgeist einer Sportmannschaft von zentraler Bedeutung sind, aber auch in der Arbeitswelt einen Einfluss haben? Marc Gianola: Die Kollegialität und Loyalität unter den Teammitgliedern sollte stimmen, damit vermeidet man unnötige Konflikte, die ein Team auseinander dividieren können.

Piotr Caviezel: Sie sind bald vierfacher Vater. Was bedeutet Ihnen die Familie? Marc Gianola: Die Familie ist das wichtigste im Leben. Wenn es in der Familie nicht klappt, sind die Voraussetzungen für zukünftige Erfolge, sei es im Beruf als auch im Sport nicht möglich.

Piotr Caviezel: Die Rhätische Bahn hat vor einigen Tagen das Engagement als Co-Sponsor des HC Davos um zwei Jahre verlängert. Wird das von einem Spieler überhaupt wahrgenommen? Und was für eine Bedeutung haben die Sponsoren generell für einen Spieler? Marc Gianola: Ich denke, je näher der Sponsor der Mannschaft oder den Spielern ist, desto mehr nehmen diese die Vertragsverlängerung auch wahr. Mich persönlich freut es, dass die Rhätische Bahn sich entschieden hat, das Engagement zu verlängern. Auch im Bezug auf die Bedeutung zwischen Spieler und Sponsor ist es so – je enger man zusammenarbeitet, desto grösser ist die Bedeutung des Spielers zum Sponsor. Persönlich verfolge ich den Bereich Sponsoring ein wenig genauer als meine Teamkollegen, da es mich interessiert und ich mich auch in diesem Bereich weitergebildet habe.

«Hinter jedem Titel steckt viel harte Arbeit.» Piotr Caviezel: Sie hatten im Sommer 2008 ein kurzes Praktikum bei der Rhätischen Bahn absolviert. Was für Eindrücke haben Sie dabei gewonnen? Marc Gianola: Ich hatte den Eindruck, dass bei der Rhätischen Bahn vieles im Umbruch ist und viele motivierte Mitarbeitende versuchen, das Unternehmen vorwärts zu bringen. Piotr Caviezel: Sie haben sich während Ihrer Laufbahn laufend aus- und weitergebildet (siehe Steckbrief). Was sind die Gründe dafür? Marc Gianola: Für mich war immer klar, dass das Leben als Sportler nur ein kurzer Lebensabschnitt sein wird und man sich auch für das Leben danach rüsten muss. Ich habe dann mit einer allgemeinen Weiterbildung begonnen und mich in eine Fachrichtung vertieft.

«Ich hatte den Eindruck, dass bei der Rhätischen Bahn vieles im Umbruch ist und viele motivierte Mitarbeitende versuchen, das Unternehmen vorwärts zu bringen.»

Steckbrief Marc Gianola Wohnort: Davos Alter: 35 Jahre Zivilstand: verheiratet mit Andrea, drei Kinder (Julina, Livio und Luca) – viertes Kind wird im September erwartet Ausbildung: Elektromonteur Weiterbildung: Handelsschule, technischer Kaufmann, dipl. Event- und Sponsoringplaner SMA, eidg. Marketingplaner FA Eishockey-Karriere: - Beim HC Davos seit 1993 (Captain) - Schweizermeister: 2002, 2005, 2007, 2009 - Siege Spengler Cup: 2000, 2001, 2004, 2006 - 49 Einsätze für die Schweizer Eishockey Nationalmannschaft Hobbies: Fischen, Familie, Lesen

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Vertrieb CH/I steuert klaren Kurs an Von Sandra Beeli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Die Zeichen stehen auf rot. Die Krise fährt ein. Die Rhätische Bahn ist dem rauen Wind des globalen Wirtschaftsabschwungs wie jeder andere touristische Anbieter ausgesetzt. Aber sie meistert die Herausforderung bislang gut. Die Buchungen sind auf den Starzügen stabil. Der Fachbereich Vertrieb Schweiz / International ist doppelt gefordert. Ein neues Team unter Piotr Caviezel hält die Nachfrage der RhB-Produkte im In- und Ausland bislang auf Kurs.

Eine runde Sache: Plakat- und TV-Kampagne in der Ostschweiz «Rundreise» – das Bild zeigt den Kreisviadukt von Brusio. Diese Plakataktion für ein Paket mit RailAway in Zürich, Schaffhausen, Frauenfeld, Wil, Herisau, St. Gallen und Appenzell zieht. Viel Aufsehen bringt auch ein TV-Spot auf Tele Top, dem Regionalsender, der die ganze Ostschweiz und den nordöstlichen Grossraum Zürich abdeckt.

Mit Partnern am Ball: Leserreisen, Sonderaktionen und Impulsprogramm Die RhB spannt in der Vermarktung auch gezielt mit Partnern zusammen. Zahlreiche Efforts erbringt Schweiz Tourismus im Rahmen des Impulsprogramms des Bundes. Die RhB ist in diesen Kanälen mehrfach präsent. So hat sie den Glacier Express und den Bernina Express als herausragende Erlebnisperlen im «Reiseverführer» von Schweiz Tourismus und COOP platziert. Mit e-Newslettern werden über 33 000 Endkunden in der Schweiz und nochmals 37 000 in Deutschland erreicht. Die Verlockung für eine Fahrt mit der RhB steigt, weil oft parallel Wettbewerbe geschaltet werden. In Deutschland macht die RhB zum Beispiel gemeinsame Sache mit dem ADAC, dem Pendant zum TCS in der Schweiz. In deren Reisemagazin besetzte die RhB sage und schreibe 12 Seiten. Last-Minute-Anstrengungen für die RhB unternehmen auch der Partner Ameropa und die Deutsche Bahn – zum Beispiel mit einer Leserreise zum Thema «UNESCO» in deren Kundenmagazin DB Mobil. Dieses erreicht 1,2 Millionen Leser. In Italien schliesslich hat die RhB mehrere Pressekonferenzen und Workshops mit Schweiz Tourismus bestritten. Zudem hat sie Publireportagen und Inserate in den grossen Tageszeitungen platziert. Besonders auffällig war der «Sonderzug» von Schweiz Tourismus, der als Komposition von Stadt zu Stadt

Läuft rund: die Plakatkampagne «Rundreise» für BEX an allen wichtigen Bahnhöfen im Raum Zürich und Ostschweiz.

Der Kluge fährt im Zuge: 12 Seiten über die RhB im Magazin des ADAC.

Allen Unkenrufen zum Trotz: Das schwierige Jahr 2009 mit einem schweizweiten Rückgang der Gästeankünfte von aktuell rund 8 bis 12 Prozent ist für die RhB bis jetzt weniger holprig verlaufen. Die Buchungsstände auf den zwei Starzügen Bernina Express und Glacier Express sind trotz Wirtschaftskrise und Schweinegrippe für den Sommer 2009 bis jetzt weiterhin auf einem erfreulich hohen Niveau. Und das Jahr 2008 war für beide Züge ein Rekordjahr. Wie kommt dies? «Wir haben frühzeitig reagiert und neue Akzente gesetzt. Gezielte Massnahmen in der Verkaufsförderung greifen. Wir haben uns bewusst auf Einzelreisende aus den nahen Märkten Schweiz, Süddeutschland und Norditalien konzentriert», erklärt Piotr Caviezel.

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Im Juni und im August laufen 510 Ausstrahlungen à 20 Sekunden. Da wird der Bernina Express im besten Licht präsentiert. Unübersehbar sind auch die riesigen e- Boards, die leuchtenden Tafeln, am Hauptbahnhof in Zürich, Bern und Basel. Hier lockt ein Spezialangebot für eine Reise auf dem Glacier Express.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

fuhr: von Mailand bis Venedig. Mit dabei auch die RhB. «Etwas grössere Sorgen bereiten uns die Märkte Grossbritannien, das die Rezession besonders stark spürt sowie die Fernmärkte wie Japan. Hier sind vor allem kurzfristige Stornierungen auf dem Glacier Express zu verzeichnen. Aber ich denke, hier müssen wir langfristig am Ball sein – und gerade jetzt auch Präsenz markieren. Gewiss ist nur: In diesen Zeiten muss man in der Marktbearbeitung flexibel agieren können», sagt Piotr Caviezel zum Schluss. Und plant schon mit seinem Team die Aktivitäten für das 2010, die unter anderem das Highlight «100 Jahre Berninalinie» in den Vordergrund rücken sollen. Die Abschlussfrage an Piotr Caviezel* Wohin geht die Reise in der Marktbearbeitung der RhB mittelfristig? Ich denke, dass wir in Zukunft noch mehr auf Kooperationen setzen müssen. Das heisst, wir brauchen starke Partner – in der Reiseindustrie, aber auch ausserhalb. Ich denke hier an prestigeträchtige Marken im In- und Ausland, die zu uns passen. Zum Beispiel planen wir eine grössere Sache mit dem Verkehrshaus der Schweiz. In Deutschland könnte es beispielsweise der Verlag Weltbild sein und in Japan wollen wir unsere Partnerschaft mit Hakone Tozan Railways ausbauen. Wir wollen unsere Gäste dort abholen, wo sie sonst verkehren. Hier wollen wir vermehrt neue Allianzen schmieden. Wir teilen mit unseren Partnern die Kosten und profitieren gegenseitig von den Kommunikationskanälen. *Piotr Caviezel übernahm am 1. September 2009 ad interim die Leitung des Geschäftsbereiches Vertrieb bis zur Wahl des Nachfolgers von Jacques Hefti.

Neue Teamstützen: Pascal Rechsteiner (Key Account Manager Schweiz) und …

Auf einen Blick: neues Marktbearbeitungsteam komplett Im Team von Piotr Caviezel, Leiter Vertrieb Schweiz/International, gab es in den letzten Monaten zwei Neuzuzüger. Die neuen Teammitglieder sind: Pascal Rechsteiner, Key Account Manager Schweiz, seit 1. Juni 2009 bei der RhB. Der 34-jährige Zürcher kennt das Geschäft. Er ist ausgebildeter Bahnbetriebsdisponent und war in mehreren Funktionen bei der SBB tätig. Zuletzt war er als Produkt- und Marktmanager bei Zürich Tourismus aktiv. André Brugger, Key Account Manager Deutschland, seit 1. April 2009 bei der RhB. Der 44-jährige Bahnprofi, ursprünglich Kondukteur, war schon früher bei der RhB als Leiter Reiseverkehr/Märkte und auch als Marktverantwortlicher Deutschland tätig. Er lebt und arbeitet in Augsburg (Deutschland). Ausserdem im Team Vertrieb Schweiz/International: Enrico Bernasconi (Marktbearbeitung Italien mit Büro in Milano), Reto Rostetter (Marktbearbeitung UK, Frankreich, Benelux, Japan, China, Korea und USA) sowie Piotr Caviezel (Leiter des Fachbereichs und ab 2010 verantwortlich für die Zukunftsmärkte Polen und Tschechien).

Facts & Figures: ein Jahr Marktbearbeitung in Zahlen ■ über

500 Massnahmen pro Jahr in 11 geografischen Märkten ■ 14 Messeauftritte ■ 12 Workshops für Reisebranche ■ 10 Studienreisen ■ 13 Schulungen für Wiederverkäufer ■ 200 Sales Calls (RhB-Verkäufer besuchen Kunden) ■ über 25 Broschüren in bis zu 4 Sprachen ■ ca. 50 Journalistenbesuche/-reisen ■ ca. 25 TV-Produktionen pro Jahr ■ 960 000 Besuche auf rhb.ch pro Jahr (80 000 pro Monat)

… André Brugger (Key Account Manager Deutschland) ganz rechts im Fachgespräch am RDA-Workshop in Köln, neu (wieder) bei der RhB.

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Inframation Von Reto Sidler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Aufhebung unbewachter Bahnübergang in Rhäzüns Mit dem Bau eines neuen Weges von den Sportanlagen her durch schwieriges Gelände wurde der unbewachte, sehr unübersichtliche Bahnübergang km 29.185 unter der Station der Seilbahn nach Feldis aufgehoben. Damit konnten auch die für die Anwohner lästigen Pfeifsignale entfernt werden. Finanziert wurde der Weg von der RhB, dem Kanton und der Gemeinde. Tasnatunnel: Wichtiges Etappenziel erreicht! Geschafft! Am 10. August 2009 durfte die Fertigstellung der Vortriebsarbeiten der 330 m langen Umbaustrecke des Tasnatunnels gefeiert werden. Nach den geologischen Schwierigkeiten der Bausaison 2008 haben die Totalsperre und der Einsatz des Rohrschirms die Erwartungen vollauf erfüllt: das Programm wurde eingehalten und die Sicherheit war jederzeit gewährleistet.

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Woche der Totalsperrung von Mitte November reserviert, was für alle Beteiligten einen besonderen Effort bedeutet. Die Projektbeteiligten sind optimistisch, das gesteckte Ziel der Inbetriebnahme des Tunnels am 23. November 2009 zu erreichen. Tunnelsanierung im Schanfigg Im August 2008 wurden die Bauarbeiten zur Teilerneuerung des Lüener Rüfe Tunnels aufgenommen. Die Teilerneuerung hat sich aufgrund starker Betonzersetzungen und daraus resultierenden, sicherheitsrelevanten Abplatzungen der Spritzbetonschale aufgedrängt. Nach dem vollständigen Rückbau der maroden Betonverkleidung erfolgte die Erneuerung und die lokale Erweiterung der Tunnelverkleidung. Nach 7.5-monatiger Bauzeit konnte das Bauwerk Mitte Juli 2009 fertig gestellt werden.

Die Bauarbeiten gehen ohne Unterbruch im 24 h Betrieb an 7 Tagen pro Woche weiter. Zunächst wird die Tunnelsohle eingebaut und anschliessend die Tunnelverkleidung in Spritzbetonbauweise appliziert. Für den Einbau der bahntechnischen Einrichtungen ist nur die letzte

Im Schanfigg geht’s Schlag-auf-Schlag! Nach einer kurzen Sommerpause wird die Teilerneuerung des Sandgrindtunnels in Angriff genommen, an welchem vergleichbare Schäden an der Tunnelverkleidung wie beim Lüener Rüfe Tunnel festgestellt wurden. Die Sanierung weist deshalb ebenfalls die gleichen Elemente auf:

Bahnübergang in Rhäzüns vor der Aufhebung.

Tasnatunnel mit «Sägezahnprofil» infolge Rohrschirmvortrieb.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Rückbau marode Spritzbetonschale, Drainage der bestehenden Tunnelverkleidung, Fugensanierung, Applikation neue Tunnelverkleidung. Zusätzlich wird für das am Tunnelgewölbe montierte Mittelspannungskabel eine neue Trasse im Sohlbereich erstellt und eine neue Entwässerungsleitung auf der gesamten Tunnellänge eingebaut. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte Juli 2010.

Fahrzeuglokalisierung bei der RhB Im zweiten Quartal 2009 wurden von I-EA-NT auf dem ganzen Streckennetz der RhB 38 Lesestellen an 26 Standorten für die Lokalisierung des Rollmaterials installiert. Bis Ende Jahr steht das Fahrzeuglokalisierungs-System den Benutzern RCC, Fstz Bahnhöfe, Güterverkehr - Disposition, Infrastruktur - Logistik/Services und Rollmaterial Planung/Steuerung zur Verfügung.

Farbspektakel am Lai da Palpuogna Zur Erkundung der hydrologischen Verhältnisse im Einflussbereich des Albulatunnels wurden am 04. August 2009 Färbversuche durchgeführt. Zur «Impfung» wurden 5 fluoreszierende Farbstoffe in die Oberflächengewässer am Albulapass eingetragen. Die Farbstoffe sind ungiftig und umweltverträglich. Mögliche Rückschlüsse auf die unterirdischen Wasserwege werden anhand von Wasserproben gewonnen, welche jetzt täglich an den Tunnelportalen entnommen werden. Mit einem Fluorometer können die einzelnen Farbstoffe im Labor bis zu 1 Hundertstel-Millionstel-Gramm pro m3 Wasser nachgewiesen werden. Dies entspricht einer Konzentration von 6 Würfelzuckern im Walensee.

Sanierung Hangrutsch «Plaschenz» Im Frühjahr 2008 ist nach einer längeren Regenperiode auf der Linie Chur–Arosa bei km 11.2 (Lüen-C.–St. Peter-M.) im Gebiet «Plaschenz/Grosstobel» ein Hangrutsch niedergegangen. Die Erdmassen wurden hinter der 1992 erstellten Ankerwand gestoppt. Das Gleis wurde dabei nicht verschüttet. Es wurden dann Sofortmassnahmen eingeleitet.

Lüener Rüfe Tunnel nach der Teilerneuerung.

Lai da Palpuogna in neuer Farbenpracht.

Im Frühjahr 2009 wurden nun umfangreiche Sanierungsmassnahmen in Angriff genommen. Das Verbauungsprojekt umfasst die Verlängerung der unteren Ankerwand entlang des Bahntrasses, 3 Reihen rückverankerte Querwerke, Entwässerungen im Rutschgebiet und

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

verschiedene forstliche Massnahmen. Die Anker- und Betonarbeiten konnten im Juni abgeschlossen werden. Im Herbst 09 werden dann noch die restlichen Arbeiten durchgeführt. Ausbau der Energieversorgung auf der Berninalinie An den beiden Endpunkten der Berninalinie werden zur Zeit neue Energieeinspeisepunkte erstellt. Die beiden Gleichrichter sind nötig, damit die neuen Triebzüge ihre volle Leistung auch im Raum St. Moritz resp. Tirano uneingeschränkt ausnützen können.

In St. Moritz ist der Hochbau in der Endphase. Hier wird im September mit der Montage des Gleichrichters begonnen. Beide Anlagen werden ab Ende Oktober einer intensiven Testphase (zum Teil mit den neuen Triebzügen) unterzogen und wenn alles gut läuft, auf Weihnachten 2009 dem Betrieb übergeben.

In Campocologno ist die Montage der neuen Gleichrichteranlage schon sehr weit vorangeschritten. Was fehlt ist u.a. noch der Transformator, welcher im Oktober geliefert und montiert wird.

RFID Leser im Gleis und der Anschlusskasten am Fahrleitungsmast in Malans.

Bild oben: Rutschhang Plaschenz mit den erstellten Querwerken. Bild unten: Gleichrichtergebäude St. Moritz.

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«Die RhB machte es möglich» Von Reto Mathiuet

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Leitsatz: Wir sind ein stabiles Unternehmen Als Arbeitgeber trägt die RhB eine grosse Verantwortung, besonders für jene Menschen, die längere Zeit krank oder verunfallt sind. Mit einer kompetenten Betreuung soll eine mit dem Behandlungsnetz abgestimmte Wiedereingliederung erreicht werden. Die betriebsinterne Beratung übernimmt dabei die Rolle einer unterstützenden und vermittelnden Anlaufstelle. Eine Krankheit oder ein schwerer Unfall können einen Menschen plötzlich und unerwartet aus dem Alltag reissen. Meistens sind Betroffene mit der neuen Situation überfordert. Von einem Tag auf den anderen nicht dasselbe leisten zu können schmerzt, denn in unserer Gesellschaft definieren sich viele Menschen weitgehend über ihre Arbeit. Die Gefahr, dass auf körperliche Leiden auch psychische folgen, ist gross. Auch für Vorgesetzte sind längere Absenzen von Teammitgliedern eine Herausforderung. In solchen Fällen bietet die RhB kompetente Unterstützung. Die Abteilung HR fungiert als unabhängige Stelle zwischen dem erkrankten oder verunfallten Mitarbeiter, dem Vorgesetzten, dem Behandlungsnetz, der Personalabteilung und den zuständigen Versicherungen. Ziel dieser Massnahmen ist es, verunfallte oder erkrankte Mitarbeitende – ihrer gesundheitlichen Situation angepasst – wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern und somit dazu beizutragen, dass Mitarbeitende nicht zu IV-Rentenbezügern werden. Voraussetzung für

das erfolgreiche Funktionieren dieses Modells ist in erster Linie die volle Unterstützung der Unternehmensleitung. Anlässlich eines Nichtbetriebsunfalls am 1. Februar 2008, welcher einen unfreiwilligen Aufenthalt in der SUVAReha-Klinik Bellikon nötig machte, wurde ich bei der Wiedereingliederung in meinen Beruf als Lokführer vom fortschrittlichen und fairen internen sowie externen Betreuungssystem begleitet und gut betreut. Dabei ist es mir persönlich ein Anliegen allen Beteiligten sowie meinen Vorgesetzten und meinen Berufskollegen ein herzliches Dankeschön auszusprechen. Zurück aus der Reha-Klinik, war ein Berufseinstieg als Lokführer vorerst leider nicht mehr möglich. Mit dem Ziel, wieder hundert Prozent als Lokführer eingegliedert zu werden, startete ich ein Umschulungsprogramm für eine Bürotätigkeit. Gleichzeitig konnte ich schrittweise den Wiedereinstieg als Lokführer vorantreiben und habe es schliesslich geschafft und dabei noch vieles dazugelernt. Das Resultat: Heute arbeite ich wieder als Lokführer. Möglich machte dies einerseits die Rhätische Bahn, andererseits die externen Partner. Ich möchte allen Mut machen, bei einem noch so schweren Ereignis nicht gleich zu verzweifeln, denn es gibt ein sehr gutes «Win-Win-Win-Modell» der SUVA, welches dir wieder auf die Beine hilft. Es ist natürlich zu hoffen, dass du es nie benötigen wirst.

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«Nachhaltig im Umgang mit dem Welterbe» Von Christopher Richter

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Leitsatz: Wir arbeiten nachhaltig Die Geschichte beschäftigte mich vor rund zwei Jahren, als ich bei der Rhätischen Bahn zu arbeiten begann. Vom Rotary Club Zürich Flughafen erreichte uns eine Anfrage für ein gemeinnütziges Projekt. Der Club beabsichtigte im Rahmen eines «Gemeindiensteinsatzes» die Baracke der Station Stugl/Stuls der Rhätischen Bahn zu renovieren. Bei der Prüfung dieses Antrages bin ich auf die interessante Vergangenheit dieses Gebäudes gestossen. Einerseits diente diese Baracke früher etwa 50 Bauarbeitern beim Bau des Albulatunnels als Unterkunft in Preda. Zwei Drittel der Baracke wurden nach dem Tunnelbau in Stugl/Stuls wieder aufgebaut. Stugl/Stuls besteht aus zwei Hauptgebäuden, dem Bahnwärtergebäude sowie dem Bahnhofgebäude. Da früher in beiden Gebäuden viele Kinder wohnten, wurde die Baracke als Schulzimmer benutzt. Später in den 50er Jahren, während dem Bau des Kraftwerkes im Albulatal, wurde das Gebäude als Kantine für die Arbeiter sowie durch einen Schuster genutzt. In den 70er Jahren hat die RhB beschlossen diesen Bahnhof als Haltestelle aufzugeben. Mit der Aufgabe des Bahnhofs sollte gleichzeitig die baufällig gewordene Baracke abgerissen werden. Schon damals gab es die Möglichkeit, Bahnwärterhäuschen zu mieten. Um die Baracke vom Abriss zu bewahren, hatte die Familie aus Zürich, die das Bahnwärter-

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häuschen in Stugl/Stuls mietete, entschlossen diese zu übernehmen. Sie nutzten das Gebäude als «Spielzimmer» für regnerische Tage für ihre Kinder und stellten einen Pingpongtisch auf. Als darüber diskutiert wurde, wie dieses Gebäude verkauft werden könnte, kam zu Tage, dass es auf Bergüner Gemeindeboden stand und somit nicht durch die Rhätischen Bahn verkauft werden konnte. Anschliessend verlor man das Gebäude aus den Augen. Resultat: Wie sieht die Situation heute aus? Der Rotary Club hat das Gebäude renoviert. Der Beitrag der RhB bestand darin, dass Sie das benötigte Material transportiert und die Mitglieder des Rotary Club täglich mit der Bahn nach Stugl/ Stuls und zurück nach Filisur gefahren hat. Obwohl die Mieter des Bahnwärterhauses aus Zürich die Baracke nicht erwerben konnten, haben sie die Baracke während 30 Jahren unterhalten. Die damalige Mieterin ist unterdessen verwitwet und hat während der Renovation ihre Küche den Leuten vom Rotary Club zur Verfügung gestellt. Inzwischen konnte die RhB auch das durch das Gebäude beanspruchte Grundstück von der Gemeinde Bergün übernehmen. Schlussendlich ist dies ein schönes Zeichen von Flexibilität und es zeugt auch von einer gewissen Nachhaltigkeit mit dem Umgang und der Substanz von unseren Gebäuden sowie mit unserem Welterbe.


MGB-Triebzüge Hoher Besuch aus laufen Bernvom Stapel Von Roberto ChristianG. Florin Paravicini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Am 29./30. Juni 2009 hat die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates ihre Sitzung von Bern nach Graubünden verlegt. Unter dem Präsidium von Nationalrat Andrea Hämmerle wurde den 23 Parlamentariern ein spannendes und abwechslungsreiches Programm entlang der Rhätischen Bahn geboten. Von der RhB wurde die Delegation durch den VR-Präsidenten Hans-Jürg Spillmann, VGL Erwin Rutishauser, L F Silvio Briccola sowie L I Christian Florin begleitet. Nach einer gemütlichen Fahrt durch das Prättigau und den Vereinatunnel besuchte die illustre Gruppe das Nationalparkmuseum in Zernez. Anschliessend verwöhnten uns die Gastgeber mit kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region. Mit dem Postauto ging es weiter nach Samedan, wo den Kommissionsmitgliedern auf eindrückliche Art und Weise das Rollmaterial der verschiedenen Epochen vorgestellt wurde. Gleichzeitig konnte auch transparent aufgezeigt werden, dass bei der RhB dringender Bedarf für neues Rollmaterial vorhanden ist. Mit einem Extrazug ging die Reise weiter nach Spinas. Dort angelangt, durften die Parlamentarier und Parlamentarierinnen fast in das gewohnte «Rund» des Nationalrates sitzen und sich über die Rhätische Bahn informieren lassen. Das Ambiente in dieser faszinierenden Landschaft war einmalig und wird allen «Reisenden» für immer in Erinnerung bleiben. Hans-Jürg Spillmann konnte in dieser Umgebung zeigen, wo die RhB heute steht und wohin die Reise in nächster Zukunft gehen wird. Was im Markt zurzeit alles gemacht wird, erläuterte Erwin Rutishauser an Hand von zahlreichen Beispielen wie dem Glacier Express oder dem neuen Label UNESCO Welterbe. Die Zuhörer zeigten sich erfreut über die gute Entwicklung der RhB

in den letzten Jahren. Als Verantwortlicher für die Infrastrukturbauten der RhB konnte ich anhand der Beispiele Landwasserviadukt und Albulatunnel die Problematik des Substanzerhalts bei der Rhätischen Bahn aufzeigen. Anschliessend durften zahlreiche Fragen der interessierten Zuhörerschaft beantwortet werden und eine angeregte Diskussion wurde durch Bündner Spezialitäten aus der Küche des Restaurants Spinas abgerundet. Während der anschliessenden Langsamfahrt im offenen Aussichtswagen durch den Albulatunnel konnten den Kommissionsmitgliedern der Zustand des Tunnels direkt und authentisch gezeigt werden. Die Fahrgäste waren nachhaltig beeindruckt von Impressionen, die jede und jeder von ihnen von diesem einmaligen Erlebnis mitgenommen haben. Zum krönenden Abschluss wurde ein Sonderhalt auf dem Landwasserviadukt eingelegt und alle Nationalräte konnten sich direkt von der Bauweise der Rhätischen Bahn bei der Instandsetzung von Natursteinbrücken überzeugen. Das wohl berühmteste Bauwerk der RhB hat auch bei den «Baustellenbesuchern» einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. So sehr, dass es schwierig wurde, die Fahrt einigermassen fahrplanmässig fortzusetzen. In Thusis hat sich die Verkehrskommission von der RhB verabschiedet – im Gepäck viele tolle Eindrücke und Impressionen, die Erinnerung an die RhB als gute Gastgeberin und viele Erkenntnisse, wie die RhB mit dem Substanzerhalt umgeht. Wir freuen uns, alle Kommissionsmitglieder schon bald wieder in Graubünden und im Speziellen bei der RhB begrüssen zu dürfen!

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Swiss Alpine Marathon Davos und RhB Von Peider Härtli, Bilder von Andy Mettler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Der Swiss Alpine Marathon Davos (SAD) 2009 ist Geschichte. Ins Leben gerufen wurde dieser legendäre Ultraberglauf 1986 von Andrea Tuffli (67), der auch heute noch Veranstaltungschef ist. Andrea Tuffli ist berg- und sportbegeistert und blickt auf persönliche Erfahrungen im Langstreckenlauf zurück. Heute pflegt und geniesst er regelmässig das Alpine Walking. Beruflich ist Tuffli VRPräsident der Tuffli&Partner AG mit 17 Mitarbeitenden in Chur, Mels und Zürich. Welche Rolle spielt die Gebirgsbahn RhB bei diesem Ultraberglauf? Wie wir in einem Gespräch mit dem Initiator des SAD erfahren, ist die RhB am ungebrochenen Erfolg dieses Grossevents nicht ganz «unschuldig». Redaktion: Der Verdacht liegt nahe, dass Sie selber vom Lauffieber infiziert sind. Waren Sie selber in der Langstreckenszene aktiv dabei? Laufen Sie heute noch regelmässig? Andrea Tuffli: Das Virus «Ausdauersport» hat mich bereits in meiner Kindheit gepackt. Über den Orientierungslauf habe ich meine Liebe zum Marathon und zum Berglauf gefunden. Allein den New York Marathon habe ich sieben Mal bewältigt. Nun habe ich das Alpine Walking entdeckt, welches meine ganze Passion verbindet: Berge und Laufen! Zudem bin ich gerne mit dem Bike über Stock und Stein, über Berg und Tal, unterwegs. Redaktion: Haben Sie auch schon an «Ihrem» Marathon teilgenommen? Andrea Tuffli: Natürlich musste ich einmal selber erfahren, was ich all jenen SAD-Läuferinnen und -Läufern zugemutet habe (lacht). 1988 habe ich den SAD über den Sertigpass im Massstab 1:1 kennen gelernt. Mit meiner Zeit von 8 Stunden und 38 Minuten befand ich mich im guten Mittelfeld.

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«Der SAD ist ein Juwel, welcher immer noch Feinschliff benötigt» Redaktion: Seit 23 Jahren organisieren Sie diese Grossveranstaltung. Sie sind quasi der Vater dieser Idee. Noch kein bisschen müde? Andrea Tuffli: Im Gegenteil, es macht immer noch grossen Spass, an der Weiterentwicklung des SAD zu arbeiten, neue Ideen einzubringen und umzusetzen. Der SAD ist ein Juwel, welcher immer noch Feinschliff benötigt. Redaktion: Für kreative Ideen sind Sie ja auch bekannt. So haben Sie den SAD immer wieder mit überraschenden Anpassungen, Änderungen und Innovationen angereichert. Sind diese «Eingriffe» immer gut aufgenommen worden? Andrea Tuffli: Grossmehrheitlich ja. Die immer grössere Beliebtheit und der grosse Erfolg des SAD spricht eine deutliche Sprache. Doch selbstverständlich gelang nicht alles, einige Ideen mussten rückgängig gemacht werden, getreu dem Motto: Wer nichts wagt, nichts gewinnt! Redaltion: Wie hat sich der SAD zum weltweit anerkannten Grossevent – zum Mekka der Ultrabergläufer entwickelt? Andrea Tuffli: 1986 fand der erste Ultraberglauf statt. Dank einer engen Partnerschaft mit Berlin hat der Anlass rasch eine internationale Bekanntheit erreicht. Heute nehmen 50 Nationen am SAD teil, davon stammen 50 % aus der Schweiz, 30 % aus Deutschland und die restlichen 20 % aus der ganzen Welt! Mit den Siegen von Jonas Buud aus Schweden von 2007–2009 ist der SAD in ganz Skandinavien überaus populär geworden.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Der K78 (über die Originaldistanz von 78 Kilometern von Davos-Filisur-Bergün-Keschhütte-Davos, die Redaktion) ist der grösste Ultraberglauf der Welt.

«Ein SAD ohne RhB wäre wie ein SAD ohne Keschhütte oder ohne Wiesnerviadukt» Redaktion: Auf welches Ereignis im Zusammenhang mit dem SAD blicken Sie besonders gerne zurück? Andrea Tuffli: Es sind nicht die einzelnen Ereignisse, die den SAD ausmachen, der SAD lebt und begeistert mit 1000 Geschichten. Auf das grösste Geschenk blicke ich mit grosser Dankbarkeit zurück: Wir mussten bis heute noch keinen Todesfall beklagen. Redaktion: Die RhB erbringt am SAD, aber auch beispielsweise am Engadin Skimarathon eine beachtliche Leistung. Wäre die Durchführung des SAD ohne Einbezug des öffentlichen Verkehrs denkbar? Andrea Tuffli: Ein SAD ohne RhB wäre wie ein SAD ohne Keschhütte oder ohne Wiesnerviadukt – völlig undenkbar! Die RhB – und auch die Verkehrsbetriebe Davos – erbringen Jahr für Jahr eine Meisterleistung, welche auch von den Athleten und von den unzähligen Besuchern überaus geschätzt werden. Auch aus ökologischer Sicht ist der Einbezug des öffentlichen Verkehrs überaus wichtig – die Natur und die einzigartige Landschaft sind das wichtigste Gut des SAD. Die RhB ist ständige Begleiterin des SAD. Auf rund 70 Kilometern (Klosters-Davos-FilisurBergün, inkl. Tiefencastel - die Redaktion) verläuft der SAD entlang den RhB-Gleisen

«Das Engagement und die Flexibilität der RhB sind schlicht grossartig».

Redaktion: Wie empfinden Sie die Zusammenarbeit mit den zuständigen RhB-Mitarbeitenden? Andrea Tuffli: Die Zusammenarbeit mit der RhB ist über viele Jahre gewachsen und hat sich wie der SAD ständig entwickelt. Das Engagement und die Flexibilität der RhB sind schlicht grossartig. Die RhB ist für uns weit mehr als ein Dienstleister – sie ist ein kompetenter und professioneller Partner. Auf dieser Basis lassen sich hervorragend Synergien nutzen – es entsteht eine echte WinWin-Situation Redaktion: Nächstes Jahr feiert der SAD die 25. Austragung. Welche Überraschung führen Sie da im Schilde? Kann sich die RhB noch besser in Szene setzen? Andrea Tuffli: Im Zusammenhang mit dem JubiläumsSAD im nächsten Jahr werden derzeit viele Ideen geprüft. In der Vorwoche beabsichtigen wir unter anderem eine Jubifahrt über die UNESCO Welterbestrecke der RhB. Da werden wir schon bald die RhB mit unseren Ideen bombardieren. Weitere Überraschungen sind in der Pipeline, sind aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht spruchreif. Und überhaupt: wir wollen doch ein wenig Spannung bereithalten! Redaktion: Daran zweifeln wir nicht! Wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch und wünschen Ihnen für die Planung der Jubiläumsaustragung des Swiss Alpine Marathons Davos und für viele weitere SAD’s viel Erfolg. Die RhB ist natürlich auch ein bisschen Stolz, dass sie einen Beitrag zum guten Image dieses Grossanlasses beitragen kann. Wir werden uns weiterhin professionell und partnerschaftlich in Szene setzen. Darauf freuen wir uns!

In Action: Andrea Tuffli rechts mit seinem Sohn.

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Bianca und Nero als Attraktion auf der Alp Grüm Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

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Seit dem Samstag, 20.06.2009, ist die Alp Grüm um eine Attraktion reicher. Zum grossen Gaudi der Fahrgäste und Wanderfreunde weiden auf der Wiese vor dem Bahnhofrestaurant Alp Grüm zwei Esel. Im weiten Bogen der berühmten Alp Grüm-Kurve der Rhätischen Bahn und mit dem imposanten Palügletscher im Hintergrund werden die nach den beiden Seen im Berninagebiet, Lago Bianco und Lago Nero, getauften Grautiere in den kommenden Sommermonaten für unzählige Hobbyfotografen Modell stehen. Der Palügletscher hat ernsthafte Konkurrenz als Fotosujet auf Alp Grüm erhalten!

Esel sind ausgesprochen kinderfreundliche Tiere. Sie sind – entgegen der landläufigen Meinung – sehr klug und vor allem liebsam. Mitunter können sie ein bisschen störrisch sein, was jedoch Teil ihres Charmes ausmacht. Auf jeden Fall werden sie sich kaum ernsthaft gegen die Streicheleinheiten und Fütterung durch die Kinder wehren. Begleitete Spaziergänge gehören mit Sicherheit zu den Höhepunkten für die Esel und für die Kinder. An Heimweh werden die zwei Esel nicht leiden müssen. Von ihrem Weideplatz aus haben sie ihre Heimat, das Valposchiavo, immer im Blickfeld.

Eine Idee wird in die Tat umgesetzt Dass das Motto «Alles ist möglich auf Alp Grüm» wortwörtlich genommen wird, beweisen die Gerantin des RhB-Albergo Ristorante Alp Grüm, Elisabeth Erber, und ihre Mitarbeiterin, Tanja Scharner, wieder einmal. Mit Bianca und Nero wollen sie einen Beitrag zur Belebung der Alp Grüm leisten. Thomas Baumgartner, Leiter Produktion, liess es sich nicht nehmen, die zwei Esel auf dem Wanderweg von Ospizio Bernina nach Alp Grüm persönlich zu begleiten. «Nicht in meiner Funktion als RhB’ler, sondern weil ich ein riesiger Fan dieser Tiere bin», outete er sich mit breitem Lächeln.

Esel lieben die Bernina Ganz neu ist diese Idee natürlich nicht - so können sich viele noch an Zeiten erinnern, als die legendären Esel Charly und Nina auf Ospizio Bernina für Aufsehen sorgten. Damals wurde in Ospizio Bernina die Post mit den Tieren vom Bahnpersonal in die Haushalte und Hotels auf dem Berninapass verteilt. Die legendären Esel Rosina, Charly, Berni und Nina lockten dabei unzählige Gäste nach Ospizio.


Ziele, Aufgaben und Köpfe SIO Von Roli Hofmann

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Um das Thema noch besser in der RhB zu verankern, sind im Mai die Linienvorgesetzten in Sachen Sicherheitsportal geschult worden. Dabei sind die aus der ISO/ OHSAS-Zertifizierung und auch gesetzlich vorgeschriebenen verbindlich wahrzunehmenden Aufgaben näher erläutert worden. Neu werden die bisherigen Audittätigkeiten in Zukunft anzahlmässig etwas zurückgenommen und durch ein jährlich einmal durchzuführendes Durcharbeiten der sogenannten Betriebschecklisten ergänzt.

Sicherheit ist in einem Bahnbetrieb unabdingbar und muss erste Priorität haben. Nur dadurch wird sichergestellt, dass das Sicherheitsniveau kontinuierlich dem Stand der Technik angepasst und das hohe Sicherheitsimage der Eisenbahn in der öffentlichen Meinung beibehalten werden kann. Die wichtigsten Grundsätze in Sachen Sicherheit sind im Sicherheitskonzept verankert. Dieses kann von allen Mitarbeitenden im Intranet das «Sicherheitsportal» aufgerufen werden. Dort steht es an oberster Stelle der Sicherheitspyramide. Im Sicherheitskonzept sind die wichtigsten Grundsätze in Sachen Sicherheit zusammengefasst. Ein Blick in diese Dokumente lohnt sich alleweil und jederzeit.

Damit kann sichergestellt werden, dass die einzelnen Arbeitsplätze jährlich einmal systematisch betrachtet und auf allfällige Mängel hin überprüft werden. Basis für die tätigkeits- und arbeitsplatzbezogenen Betriebschecklisten bilden spezifische Risiko- und Gefährdungsanalysen. So wird das Augenmerk auf das Wesentliche gelenkt, ohne dass ein grosser Papierkram durchgearbeitet werden muss. Auch wenn die rund 100 Fragen als viel erscheinen mögen – das Durcharbeiten aller für unsere Tätigkeiten relevanten Checklisten und Vorgaben der SUVA würde ein Mehrfaches an Zeit in Anspruch nehmen.

Wichtig zu wissen ist, dass nicht die Sicherheitsorganisation selber für die Sicherheit verantwortlich ist. Diese Verantwortung tragen die Linien und die Linienvorgesetzten mit ihren Budgets. Die SIO übernimmt eine beratende und kontrollierende Funktion. Sie setzt sich zusammen aus der Gefahrengutbeauftragten (Madeleine Mäder), den drei Sicherheitsbeauftragten der Geschäftsbereiche I (Urs Looser), P/V (Reto Brunner) und R (Mathias Gort) sowie dem Prozessmentor ISO (Matthias Tscharner) und dem Leiter (Roald Hofmann).

Damit aus den Berufsunfällen die erforderlichen Lehren besser abgeleitet und der Prozess der technischen, organisatorischen und personenbezogenen Verbesserungsmassnahmen effizienter gesteuert werden kann, ist auch das Unfallabklärungsformular neu und benutzerfreundlicher gestaltet worden. Nur mit einem konsequenten Nachhaken und Aufklären auch anscheinend kleiner und unspektakulärer Unfallursachen kommen wir unserem langfristigen Ziel näher – 4 BU pro 100 Mitarbeitende und Jahr und damit sicherer als heute zu werden.

Nebst dem formellen Rahmen (Konzepte, Organisation) geht es darum, dass die Sicherheit aktiv gelebt wird. Nur so sind wir in der Lage, das Zertifizierungslabel OHSAS 18001 zu halten. Das geht uns alle an. Dabei geht es nicht nur um das Tragen der persönlichen Sicherheitsausrüstung, sondern vielmehr darum, dem Thema Sicherheit mit offenen Augen entgegenzutreten und erkannte Mängel mit den Vorgesetzten zu thematisieren und nach Lösungen zu suchen. Auch die Sicherheitsbeauftragten der Geschäftsbereiche können jederzeit als Ansprechpartner kontaktiert werden.

SICHERHEITSPORTAL Management-System

RL 9.50.01

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Sicherheitskonzept

Mitgeltende Unterlagen

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Gefahrengut Unfall- / Absenzenbarometer Aktuelle Präventionskampagne

Die Struktur Das Managementsystem (MS) ist gemäss nebenstehender Architektur strukturiert. Dabei wurden die Forderungen der Normen ISO 9001:2008, OHSAS 18001, EN 15085-2, ISO 3834 direkt in die Geschäftsprozesse integriert. Das Prozessmodell orientiert sich am internen und externen Kunden.

Bausicherheit Sicherheitsdatenblätter

Prozessarchitektur Organigramm

FO Unfallabklärung

Abkürzungen

Sicherheitsrelevante Ausbildungen

Rollenverteilung

Risikobeurteilung ASi

Einstiegsportal

Ausbildungs- / Instruktionsnachweis

Massnahmenliste ASi Seiten

FO Sicherheitsaudit

FO Betriebschecklisten 29.06.2009 / S-QRS-PMS

RL9.50.02

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Blutspendeaktion in Landquart – positive Bilanz Von Roli Hofmann

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Mit dem bekannten Slogan «spende Blut – rette Leben» ruft das schweizerische Rote Kreuz (SRK) zum Blutspenden auf. Der Anteil an Blutspendern unter der Gesamtbevölkerung bewegt sich leider deutlich unter der 5 %-Grenze. Mit dem Blutspenden unmittelbar verbunden ist ein kleiner Gesundheitscheck – Gewicht, Blutdruck, genügend Blut/Blutbestandteile. Das hat – zusammen mit dem gesellschaftlichen Verantwortungsgefühl – das BGMTeam bewogen, erstmals einen Blutspendeanlass bei der RhB durchzuführen. Aus organisatorischen Gründen (Generalreinigung Schulhäuser/Ferienabwesenheiten der Hausdienste der Schulhäuser/Turnhallen) sind insbesondere während der Schulferien Frischblutkonserven knapp. Deshalb haben wir uns in Zusammenarbeit mit dem SRK für die Durchführung einer RhB-eigenen Aktion auf den Zeitraum der Schulferien geeinigt. Der Geschäftsbereich Rollmaterial hat sich spontan für das Zurverfügungstellen der Lokalitäten und die Übernahme der Supportarbeiten durch das Sanitätsteam bereit erklärt.

auch beim Blutspenden unverzichtbar – Informatik.

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Gesamtüberblick aus der Vogelperspektive.

Die am 6. August, also unmittelbar nach den Betriebsferien in Landquart durchgeführte Aktion hat gezeigt, dass der Anteil an Spendern bei der RhB mit rund einem Drittel der Mitarbeitenden bei der Erneuerung hoch ist. Zusammen mit den Spendern aus der Wartung, dem RCC aber auch von Lokführern und Mitarbeitenden aus Chur konnte die «Rentabilitätsschwelle» des SRK für einen eigens durchzuführenden betriebsinternen Anlass gerade erreicht werden. Dieses Resultat gibt den Verantwortlichen Antrieb, die Aktion nächstes Jahr in optimierter Form weiterzuführen und allenfalls auch auf den Standort Chur auszudehnen. Ganz besonderen Dank gebührt dem engagierten Team der Betriebssanitäter des Geschäftsbereichs Rollmaterial unter der Leitung von Martina Luzi und der für die Verpflegung verantwortlichen Kantinenleiterin Heidi Vetsch. Übrigens: wer auch ausserhalb dieses Anlasses Blut spenden möchte, der findet auf der Homepage des Blutspendedienstes unter www.blutspende-gr.ch (Link «Standort» – «wann sind wir wo» folgen) Informationen über die Durchführung der Blutspendeaktionen im ganzen Kanton Graubünden.

Gedankenaustausch.


Pensionskasse der Rhätischen Bahn Von Urs Brunett

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Geschäftsbericht 2008 Nach einem wenig erfreulichen Anlagejahr 2007 haben sich die Finanzmärkte 2008 nochmals deutlich nach unten entwickelt. Der überaus grosse Kursrückgang vor allem an den Aktienmärkten, hat weltweit und auch in unserer Pensionskasse deutliche Spuren hinterlassen. Der Wertverlust z.B. an den Schweizerischen Aktienbörsen mit minus 34.05 % wurde auch historisch betrachtet noch nie erreicht. Der damit verbundene Rückschlag in unserer Kasse mit einer Anlagerendite von minus 9.05 % und die laufende Verzinsung von 2.75 % auf den Altersguthaben konnte durch die bestehende Wertschwankungsreserve nicht mehr aufgefangen werden. Der Deckungsgrad der Kasse verminderte sich in der Folge von 106.85 % (2007) auf 94.8 %. Trotz dieser völlig unbefriedigenden Entwicklung dürfen wir festhalten, dass im Vergleich mit anderen Pensionskassen ein gutes Anlageresultat erzielt wurde. Die bestehende Deckungs-

lücke von rund 5 % muss behoben werden. Die diesbezüglichen Schritte wurden eingeleitet. Nur auf die Erholung der Finanzmärkte zu hoffen ist keine zukunftstaugliche Strategie. Grundsätzlich dürfen wir festhalten, dass die Pensionskasse keine strukturellen Probleme aufweist, d.h. die Unterdeckung ist auf die ungenügende Rendite auf unseren Wertanlagen zurückzuführen und nicht etwa auf unrealistischen versicherungstechnischen Grundlagen. In den Geschäftsjahren 2000 bis 2008 erzielte die Pensionskasse eine durchschnittliche Rendite von 2.07 % und erreichte bei weitem nicht die erforderliche Sollrendite von ca. 3.9 %. Der Grund für diese negative Entwicklung liegt vor allem in der völlig ungenügenden Renditeentwicklung der Aktienmärkte der letzten 10 Jahre. Entwicklung der Bilanzsumme in den Jahren 2002 bis 2008 Analog mit den erlittenen Verlusten an den Anlagemärkten hat sich die Bilanzsumme ebenfalls reduziert.

Kennzahlen 2008 Nachfolgend die wichtigsten Kennzahlen:

Bilanzsumme Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen Rendite auf Anlagevermögen Nettoergebnis aus Vermögensanlagen Deckungsgrad der Kasse Wertschwankungsreserve Wertschwankungsreserve in % Anzahl aktive Versicherte Anzahl Rentner

31.12.2008 460 032 366.– 471 967 710.– - 9.05 % - 42 801 635.– 94.82 % 0 0% 1 297 955

31.12.2007 514 371 041.– 466 873 303.– 1.54 % 7 730 166.– 106.84 % 31 913 671.– 6.2 % 1 273 948

Abweichung - 10.57 % 1.09 % - 10.59 - 653.69 % - 12.02 - 100.00 % - 6.2 1.88 % 0.74 %

Bilanzsumme der Pensionskasse in den Jahren 2002 bis 2008

540

518

520 500

503

Mio.

480 460 440 420

514

455

460

462

Aktiven

439

400 380 2002

2003

2004

2005

(Aktueller Stand am 30.06.2009 = CHF 477'200'000.-)

2006

2007

2008

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Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Deckungsgrad Der Deckungsgrad einer Pensionskasse kann – nebst anderen Faktoren – ein Indiz ihrer finanziellen Sicherheit sein. Er ist für Versicherte eine zentrale Kennziffer. Sie gibt Auskunft, wie sicher die Leistungen einer Pensionskasse sind oder ob sogar Kürzungen und Sanierungsbeiträge drohen. Der Deckungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen den Verpflichtungen einer Pensionskasse und dem vorhandenen Vermögen. Der ausgewiesene Deckungsgrad von 94.82 % zeigt auf, dass die Risikofähigkeit der Pensionskasse und damit auch die Renditemöglichkeit eingeschränkt sind. Die Liquidität und somit auch die zu erbringenden Leistungen sind nicht gefährdet. Trotz dieser Unterdeckung ist die PK RhB nach wie vor eine sichere Vorsorgeeinrichtung. Das Gesetz über die Berufliche Vorsorge schreibt vor, dass bei einer Unterdeckung Massnahmen ergriffen werden müssen, um die Unterdeckung in einer ange-

messenen Frist (5 bis 7 Jahre) wieder zu beheben. In Frage kommt in erster Linie eine so genannte Nullrunde, bei der auf die gesetzlich vorgeschriebene Mindestverzinsung im Anrechnungsprinzip verzichtet und lediglich für den obligatorischen Teil des Alterskontos ein Zins gutgeschrieben wird. Der Stiftungsrat hat ferner beschlossen, die Anlagestrategie zu überprüfen. Vermögensanlagen Gemäss Gesetz muss eine Vorsorgeeinrichtung ihre Vermögensanlagen sorgfältig auswählen, bewirtschaften und überwachen. Dabei muss sie in erster Linie darauf achten, dass die Sicherheit zur Erfüllung des Vorsorgezweckes jederzeit gewährleistet ist. Die Kasse muss bei der Anlage des Vermögens die Grundsätze einer angemessenen Risikoverteilung einhalten, d. h. die Mittel müssen auf verschiedene Anlagekategorien, Regionen und Wirtschaftszweige verteilt werden.

Der Deckungsgrad hat sich in den vergangenen Jahren wie folgt entwickelt:

Deckungsgrad der Pensionskasse in den Jahren 2002 bis 2008 110%

108.12% 106.83%

106.86%

105%

102.80% 100%

100.80%

102.80% Deckungsgrad

95%

94.82% 90%

85% 2002

2003

2004

2005

(Aktueller Stand am 30.06.2009 = ca. 96.0 %) 36

2006

2007

2008


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Umwandlungssatz Der vom Bundesrat und einer grossen Mehrheit im Parlament vorgeschlagene Umwandlungssatz von 6.4 % wird auch in der Pensionskasse nach einer Übergangsfrist bis 2018 angewendet. Gegen den Beschluss des Parlaments wurde mit über 200 000 Unterschriften das Referendum ergriffen, d.h. das Schweizer Volk wird über die Senkung des Umwandlungssatzes abstimmen. Der Ausgang der Abstimmung ist für unsere überobligatorische Kasse nicht verbindlich, dies deshalb, weil wir die obligatorischen Leistungen mit unserem Versicherungsplan übertreffen. Bei einem Umwandlungssatz von 6.4 % geht man von der Annahme aus, dass jährlich eine Rendite von ca. 4 % erzielt wird. Dies ist angesichts des aktuell tiefen Zinsniveaus und im Hinblick auf die Rendite der letzten 10 Jahre ein ambitiöses Ziel. Eine Rente wird aufgrund dieser Basis unverändert lebenslänglich ausgerichtet; d.h. sofern eine durchschnittliche Rendite von 4 % nicht erreicht wird, erleidet die Kasse einen Verlust. Da die Rentner bei einer notwendigen Sanierung der Kasse nicht beteiligt werden können, muss dieser Verlust von den aktiven Versicherten und dem Arbeitgeber getragen werden. Ein zu hoher Umwandlungssatz führt also zu Umverteilungen des Vermögens von den aktiven Versicherten zu den Rentnern, was nicht im Sinne der Beruflichen Vorsorge ist.

Internet Für weitere Auskünfte empfehlen wir Ihnen die neue Internet Plattform. Der Geschäftsbericht 2008 und weitere Informationen können auf dieser Seite eingesehen werden: http://www.pkrhb.ch Aussichten 2009 Im Vordergrund steht die Ausfinanzierung der Kasse. Der entstandene Verlust von CHF 24 400 000.– muss so schnell als möglich behoben werden. Einerseits werden die beschlossenen Massnahmen (u. a. Nullverzinsung) dazu einen Beitrag leisten, andererseits ist die Kasse weiterhin auf eine Gesundung der Anlagemärkte angewiesen. Die sich rasend schnell verschlechternde globale Wirtschaft hinterlässt nach wie vor Spuren. Die Entwicklung der Aktienbörsen 2009 lässt vermuten, dass der Tiefststand erreicht wurde. Mit weiteren Rückschlägen ist aber weiterhin zu rechnen. Erfreulich ist die Tatsache, dass sich der Deckungsgrad im Laufe des Jahres nicht weiter vermindert hat. Eine Entwicklung, die wir seit fast zwei Jahren nicht mehr feststellen konnten. Entscheidend für die Entwicklung des Deckungsgrades wird der Aktienmarkt der nächsten Monate sein. Nur auf diesem Markt können wir die erforderliche Sollrendite erzielen.

Das Vermögen der Pensionskasse ist wie folgt angelegt:

Flüssige Mittel, Festgeld Forderungen, aktive Rechnungsabgrenzung Hypotheken Kapitalversicherungen Obligationen Schweiz Obligationen Ausland in CHF Obligationen Ausland Total Nominalwerte Aktien Schweiz Aktien Ausland Immobilien Total Sachwerte Total Vermögen

31.12.2008 8 914 001.3 101 822.84 290 924.6 000 000.79 310 508.38 002 291.34 871 929.254 491 475.49 145 809.59 339 309.97 055 773.205 540 891.460 032 366.-

in % des Vermögens 1.94 0.67 18.33 1.30 17.24 8.26 7.58 55.32 10.68 12.90 21.10 44.68 100.00

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Medienbahn

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Damals, vor 30 Jahren

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(Winter-) sichere Berninastrecke Text von Gian Brüngger, Bilder von Tibert Keller

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Als 1908 die Berninabahn den regelmässigen Verkehr auf ihren eben fertig gestellten Talstrecken Poschiavo– Tirano und Pontresina–Morteratsch aufnahm, wagte noch niemand an einen Jahresbetrieb auf der ursprünglich nur für den Sommerverkehr gebauten Bahnlinie zu denken. Aber schon 1909, als die eigentliche Bergstrecke sich noch im Bau befand, begannen sich die Verantwortlichen bereits mit der Möglichkeit eines Winterbetriebes zu befassen. Die Bahngesellschaft war sich einerseits klar darüber, dass nur ein Jahresbetrieb die erwartete Steigerung des Verkehrs und damit der Einnahmen bringen konnte, dass aber anderseits die Offenhaltung der Linie über den gegen 2300 m hohen Berninapass an rauen Wintertagen grosse Unkosten mit sich bringen musste und kostspielige Schutzbauten erfordern würde. Es war ihnen jedoch bewusst, dass im Frühjahr die Freilegung der Linie von hartgepresstem Schnee und Eis viel Geld kostete und die Instandstellung des Bahnkörpers ebenfalls erhebliche Mittel verschlang. Diese Überlegungen führten schon beim Bau unter Aufwendungen beträchtlicher Mehrkosten dazu, dass einem späteren Ausbau für den Winterbetrieb keine unüberwindlichen Hindernisse im Wege standen. Günstige Wetterverhältnisse im Winter 1909/10 erlaubten die Strecke St. Moritz-Hospiz Bernina (Ospizio Bernina) trotz grossen Schneemengen offen zu halten, nachdem die Berninabahn bereits im vergangenen Sommer nördlich vom Hospiz Bernina, bei Arlas, eine Schneegalerie erstellte.

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Durch diesen Versuch ermutigt, entschloss sich die Direktion nach beendigtem Bahnbau zur Anschaffung einer Dampfschneeschleuder, welche im Winter 1910/11 erstmals zum Einsatz gelangte und eine erhebliche Einsparung an Schneeräumungskosten brachte. Aufgrund dieser Erfahrungen, entschieden die Verantwortlichen, den Winterbetrieb in den Jahren 1911/12 von Norden her bis nach Alp Grüm auszudehnen und zur Sicherung der Bahn und Erleichterung der Schneeräumung im Sommer 1911 auf der Strecke Hospiz Bernina–Alp Grüm sieben Galerien von insgesamt 569 m Länge zu bauen. Nachdem die Verkehrsabwicklung auf der Strecke Poschiavo-Cavaglia dank ihrer klimatisch günstigen Lage keine besonderen Schwierigkeiten bot, lag es nahe, eine finanziell tragbare Lösung für eine provisorische Verbindung des Zwischenstückes Alp Grüm–Cavaglia zu suchen. Es lag ausserdem im Interesse der Bahnverwaltung, den durchgehenden Postverkehr, welcher sich immer noch auf der Passstrasse über La Rösa abwickelte, ebenfalls auf die Bahn überzuleiten. Der Vorschlag der Bahndirektion, die fehlende Verbindung im Bedarfsfalle durch einen Schlittentransport aufrecht zu erhalten, fand günstige Aufnahme bei den Behörden. Die Postverwaltung unter Mithilfe von Kanton, Kraftwerke Brusio und Gemeinde Poschiavo subventionierten das Vorhaben mit total Fr. 39 000.–. 1912 beschaffte die Berninabahn eine zweite Schneeschleuder. Die Postpferdehalter H. & M. Meisser aus Davos verpflichteten sie vertraglich zur Übernahme der Schlittentransporte. Die zwei folgenden schneearmen Winter verlangten ihren


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Einsatz jedoch nur an wenigen Tagen und in der Zwischenzeit studierten die Verantwortlichen Möglichkeiten, um von diesem «Verkehrsmittel» unabhängig zu werden. Aufgrund einer Expertise von Oberingenieur Gilli der Rhätischen Bahn und dem kantonalen Forstinspektor Enderlin lies die Direktion noch 1913 verschiedene Galeriebauten und ausgedehnte Lawinenverbauungen und Aufforstungen am Palühang und im Val Pila in Angriff nehmen, deren Fertigstellung sich durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges sehr verzögerten. Namhafte Mittel verschlangen umfangreiche Steinschlagverbauungen zur Sicherung der Anlagen längs des Puschlaversees, zwischen Miralago und Brusio und in der Piattamala unterhalb der Landesgrenze. Obschon die Bahn durch die Konzession zum Winterbetrieb nicht verpflichtet war, gelang es doch, trotz den verkehrsschwachen Kriegsjahren einen bescheidenen Jahresbetrieb aufrecht zu erhalten, an dessen Kosten der Bund, Kanton und die interessierten Gemeinden immer wieder mit Subventionen beitrugen. Auch konnte für die Behebung von Unterbrüchen und die Schneeräumung im Lawinenwinter 1916/17 öfters das Militär beigezogen werden. In den folgenden Jahren kamen verschiedene Ergänzungsarbeiten an den Verbauungen und Linienverlegungen zur Umgehung von Windschattenlöchern zur Ausführung, womit eine wesentliche Erleichterung der Schneeräumung erreicht werden konnte. Eine grössere

Verlegung der Linie vom gefährdeten Hang des Piz Lagalb weg nach der lawinensicheren Talsohle der Alp Bondo von rund 2 km Länge erfolgte im Jahre 1934, nachdem ein Jahr vorher die mit Hilfe von Bund und Kanton durchgeführte Sanierung die konzessionsgemässe Verpflichtung zum Jahresbetrieb brachte. Ende 1934 schossen Bahnangestellte erstmals bei Berninahäuser (Bernina Suot) mit Gebirgsgeschützen und Minenwerfern auf die Lawinenhänge. Seither wird von der Station Bernina Suot aus die lawinengefährliche Flanke des «Munt pers» mit gutem Erfolg beschossen. In den Jahren 1949 und 1952 erstellte die RhB am steilen Abhang bei der Station Alp Grüm, der von der Bahn dreimal durchfahren wird, zu deren Sicherung Galeriebauten von zusammen 765 m Länge mit einem Kostenaufwand von rund 1,2 Millionen Franken. Im Schutze der mit grossem Aufwand an Geld und Arbeit erstellten Verbauungen kann heute der durchgehende Betrieb auf der Berninastrecke weitgehend als gesichert gelten. Ausserdem hat eine 100-jährige Betriebserfahrung gelehrt, den noch bestehenden Gefahren zu begegnen und ein berggewohntes, wetterhartes Personal einzustellen. Zudem ermöglicht ein gut ausgerüsteter Park von Schneeräumungsmaschinen die Offenhaltung der Linie auch bei schwersten Winterstürmen, sodass der einst so gefürchtete Bergwinter heute viel von seinen Schrecken verloren hat.

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Neues in Kürze

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E-Mail von Tildy Clemann Meier «Sehr geehrter Herr Härtli Wie Sie sehen, bin ich völlig begeistert vom Landwasserviadukt und bekomme jedes Mal Hühnerhaut, wenn wir dieses phänomenale ‹Monument› per RhB überqueren. So manches Foto liegt schon in unseren Alben, aber nun hat das Viadukt ein rotes Kleid erhalten und damit ist die Attraktion absolut perfekt. Ich konnte mich nicht enthalten und habe so mit meinen letzten Aufnahmen eine Collage in Grösse 50x70 cm zusammengestellt. Jetzt hängt das Bild in unserer Ferienwohnung in Lantsch. Die Fotoqualität entspricht nicht dem Original, aber hoffentlich vermittelt sie doch einen Eindruck. Natürlich möchte ich meine Begeisterung mit möglichst vielen Leuten teilen und deshalb dieses E-Mail. Ich nehme an, dass Sie sicher schon tausende von Viaduktbildern haben. Aber hier ist halt nochmals eine Eigenkreation des Landwasserviadukts!»

Hochzeit Rahel und Hitsch Von Carmen Gredig Ein unvergesslicher Tag für zwei eingefleischte Bähnler.

Alte Liebe rostet nicht Vom Güterteam Unser Fredy Bärtsch wurde durch die Dampfzüge in Filisur inspiriert. Auch seine Lok hat nun einen Tender gefunden, der ihm zünftig «einheizt». Wir gratulieren herzlich!

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Dampfverein RhB Von Carmen Gredig Motiviertes Bahnhofteam macht einen «kleinen Ausflug» auf Gleis 1 in Bonaduz.

Die Wirtschaftskrise Von Matthias Schaufelberger Die Wirtschaftskrise hat nun auch die Rhätische Bahn erreicht. Dieses Gespann wurde Mitte Juni über den Berninapass abgeführt.

Grillabend in Filisur Von Martina Wyss An einem Freitagabend machten wir uns auf den Weg nach Filisur, im Herzen des Albulatals. Wir, das Team der Reservierungszentrale. Wir gingen der Einladung von Dres Langenegger nach, zu einem gemütlichen Grillabend. Er hat sich dort ein hübsches Fleckchen auf dem Campingplatz reserviert. Die Anfahrt genossen wir im Star[c] ken Stück mit einem kleinen Apéro. Es wurde ein wahrhaftig toller und lustiger Abend. Vielen herzlichen Dank an Dres + Lisi!

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Grillplausch der RhB Nordic Walking Gruppe Von Tanja Felix Der Grillplausch galt als Abschluss vom Nordic Walking Kurs mit Jolanda. Da uns der Kurs riesig Spass gemacht hat und das Nordic Walking wirklich gut tut, sind einige jeden Dienstag fleissig am weiterwalken! Unter anderem haben wir es schon geschafft bei strömendem Regen zu walken oder das letzte Highlight war eine Nacht-Walking Runde.

Auf dem Bild von links hinten: Hans Schlegel, Jolanda Guntern, Urs Marugg, Martha Butzerin, Karin Bluder, Theres Dreier. Vorne von links: Roman Arpagaus, Tanja Arpagaus, Tanja Felix, Anna Gartmann. Auf dem Bild fehlen: Carmen Müller, Susanne Jäger, HansPeter Heiniger, Ueli Schlegel, Thomas Rüdiger, Erwin und Käthi Krättli, Jürg Deiniger, Beat Widmer.

Natürlich setzen wir uns auch Ziele im Sinne von BGM: Gesund bleiben und Spass am Sport zu haben.

Dorfmarkt in Bergün und Savognin Von Claudio Föhn Die Marktstände werden bereits frühmorgens aufgebaut. Die Ware wird fein säuberlich ausgepackt und am Stand präsentiert: Es ist Dorfmarkt und für gross und klein beginnt ein interessanter Tag mit vielen Erlebnissen. So nutzten auch die Bahnhöfe Bergün/Br. und Tiefencastel die Gelegenheit am Marktleben teilzunehmen. Ausgerüstet mit Souvenirs, Prospekten und Stelltafel bemühten sich die Mitarbeitenden der beiden Bahnhöfe, die Angebote der Rhätischen Bahn an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Zudem konnten die Marktstandbesucher ihr Wissen über den Landwasserviadukt anhand eines Wettbewerbs testen und dabei zwei UNESCO Welterbe Pässe gewinnen. Dank des schönen Wetters durften wir viele zufriedene Kunden kennenlernen. Manch einem Feriengast konnten wir dank dieser Gelegenheit erlebnisreiche Ausflüge empfehlen.

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Der unfreiwillige Stopp des «Speedy Gonzalez» Von Felix Ulber Beim letzten Swiss Alpine Marathon Davos traf zu, was für die Organisatoren der Veranstaltung eines der unbeliebteren Szenarien darstellt: dass der Spitzenläufer vor den Barrieren an einem gesicherten Bahnübergang anhalten muss. So geschehen beim letzten Swiss Alpine Marathon, als der schnellste Läufer des Hauptfeldes, der Mexikaner «Speedy» Giovanni Gonzalez, beim Bahnübergang in Wiesen jäh gestoppt wurde. Auch wenn er am Anfang nicht so recht wusste, was da los ist, fand er dann doch Gefallen an der roten Bahn und nahm sich sogar die Zeit, den Reisenden im Zug zuzuwinken. Nach dem einminütigen unfreiwilligen Aufenthalt konnte er sein Rennen fortsetzen und über dem Wiesner Viadukt entschwinden, ohne dass er von anderen Läufern eingeholt wurde. Auf den Rennverlauf nahm das ganze keinen Einfluss, da «Speedy» Gonzalez beim Ziel in Tiefencastel mit einem Vorsprung von über 11 Minuten eintraf. Von der Begegnung mit der roten Bahn dürfte er aber in Mexiko wohl noch weitererzählt haben. Studienreisen Von Miriam Caviezel Am 11. Juni 2009 fand die Gourmino- und am 8. Juli die Bernina Express-Studienreisen mit Partnern aus Tourismus und Hotellerie sowie Touroperators aus Davos/Klosters statt. Die Davoser Gourminorundfahrt konnte mit 34 Teilnehmern durchgeführt werden. Es gab ein grosses positives Echo über die Fahrt, das Essen und das Ambiente. Die Bernina Express Studienfahrt war ebenfalls ein grosser Erfolg. Die Teilnehmer aus Klosters reisten mit dem Engadin Star nach Samedan und stiegen dort in den Bernina Express, zu den Teilnehmern aus Davos. Im Restaurant Ai Portici wurden die Teilnehmer mit einem reichhaltigen Menu verwöhnt und jeder konnte noch ein Geschenk des Hauses als Erinnerung mitnehmen. Unsere Partner konnten sich selbst ein Bild über unsere Angebote machen und können diese jetzt geschmückt mit eigenen Erfahrungen an unsere Kunden weitergeben.

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Hollywood in Guarda Von Simon Rageth Am 18. August drehte Milka ihren neuen TV-Spot am Bahnhof Guarda. Für den 30-sekündigen Werbespot waren 12 Stunden Dreharbeiten nötig. 50 – 60 Helfer, Statisten, Schauspieler, Visagisten, Aufnahmeverantwortliche, Kameramänner, etc … verwandelten den Bahnhof für einen Tag in ein gigantisches Filmset. Auf dem Bild verfolgen Kurt Eggenberger (Lokführer) und Tobias Angerer (Bahndienst Süd) gespannt das Treiben. Der Werbefilm ist ab Mitte September im TV zu sehen.

Hello and good morning! Buon giorno a tutti! Von Walter Järmann Diese Begrüssungen sind im Juni nach rund 25 Jahren in den login-Schulräumen in Landquart verklungen. Lisette Schmidt und Monica Schneller, seit über einem Vierteljahrhundert Sprachlehrerinnen für angehende Bahnbetriebsdisponenten und Zugbegleiter – selbstverständlich auch für -innen – haben den letzten beiden Klassen die sprachlichen Finessen, die Grammatik und den vielfältigen Wortschatz vermittelt. 25 Jahre mit jungen Menschen gearbeitet, sie gefördert und gefordert, sie motiviert und in manch schwierigen Situationen begleitet, Wissen geteilt – aussergewöhnliche Leistungen für unseren Berufsnachwuchs. Eine stattliche Anzahl RhBMitarbeitende beraten ausländische Gäste kompetent in englischer und italienischer Sprache – Dank Lisette Schmidt und Monica Schneller. Lisette und Monica, für euer Engagement während den vielen Jahren zugunsten der Lernenden danke ich euch herzlich. Die beiden letzten Jahre – als login Mitarbeitende – waren bereichernd und ihr seid immer gern gesehene und willkommene Lehrerinnen gewesen, auch für die Lernenden. Lisette, thank you very much for your performance and all the best for your future! Monica, grazie mille per il tuo impegno e tutto bene per il tuo futuro!

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USIC – Internationales Badmintonturnier Von Martin Balz Mit dem Swiss Badmintonteam des SVSE durften die beiden RhB’ler Beat Gansner und Martin Balz die Schweizer Farben am Internationalen USIC-Badmintonturnier in Alomuc (Tschechien) vertreten. Nach knappen Niederlagen in den Startspielen erkämpfte sich das Team den guten 8. Rang.

Schleudereinsatz im Hochsommer? Von Thomas Baumgartner und Christian Ticar Nein, ein Lawinenräumungseinsatz war es nicht und die Showfahrten fanden auch nicht statt. Gleichwohl: Die Dampfschneeschleuder X rot 9213 wurde mitten im Sommer eingeheizt. Die Sache ist einfach: die einzige betriebsfähige Dampfschneeschleuder möchte fürs 100 Jahrjubiläum am Bernina wieder in frischem Glanz erscheinen. Grund genug, die mächtige Maschine von Pontresina nach Poschiavo zu überführen. In der BW Poschiavo wird sie revidiert und aufgefrischt, um im nächsten Jahr einer Vielzahl von RhB-Fans wieder kraftvoll zu beweisen, wie bei der RhB Schnee geräumt wird. Um die knappen Trassenkapazitäten am Bernina nicht unnötig zu belasten, wurde der interessanten Komposition auch gleich TW 34 (Leerfahrt für Zug 860) beigestellt. Effizient – wie eben bei der RhB.

Dem Vandalismus vorbeugen Von Simon Rageth Mit einem innovativen Pilotprojekt versucht die Rhätische Bahn, Vandalismus in den Räumlichkeiten des Bahnhofs Rabius-Surrein vorzubeugen. Der 2006 geschlossene Warteraum sowie die öffentliche Toilette wurden am 15. Juni 2009 mit einer kleinen Einweihungsfeier wiedereröffnet. Lokale Schulklassen durften den neuen Warteraum gestalten und gleich selbst das rote Band aufschneiden.

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Sicherheitsrundgang Von Roli Hofmann Kürzlich hat Erwin Rutishauser, Vorsitzender der Geschäftsleitung, gemeinsam mit Roald Hofmann (S-QRS) im Engadin, in Davos und in Landquart unangekündigte Sicherheitsrundgänge durchgeführt. Denn: Sicherheit ist auch Führungsaufgabe. Erwin Rutishauser konnte mit grosser Genugtuung feststellen, dass die Vorschriften eingehalten werden. Er schätzte insbesondere die zahlreichen Gespräche mit den Mitarbeitenden und nutzte dabei die Gelegenheit, auf die Wichtigkeit der Arbeitssicherheit aufmerksam zu machen. Natürlich wurden auch einige zum Glück kleinere Mängel festgestellt. Diese wurden aufgenommen und werden mit den zuständigen Chefs zur Einleitung von Massnahmen besprochen. Verstösse gegen Sicherheitsvorschriften sind kein Kavaliersdelikt. Die RhB legt grossen Wert darauf, dass alle Mitarbeitenden und insbesondere Führungskräfte für ihre Sicherheit und die Sicherheit ihrer Arbeitskollegen verantwortlich sind. Zweck dieser Audits ist, mögliche Mängel aufzudecken und diese auch rasch zu beheben.

Sessiun Valposchiavo Von Peider Härtli In der Zwischenzeit ist die Landsession des Grossen Rates in Poschiavo erfolgreich zu Ende gegangen. Die Bündner Parlamentarier haben eine intensive und von interessanten Begegnungen geprägte Juni-Session in einer einzigartigen Region, dem Valposchiavo, erlebt. Nicht ganz unschuldig am guten Gelingen der Sessiun ist die Rhätische Bahn: Auf eindrückliche Weise konnte sie einmal mehr den Beweis ihrer Einzigartigkeit und Gastfreundschaft erbringen. Stellvertretend der Dank von Silvio Zuccolini, FDP Pressechef: «Auch den Verantwortlichen der Rhätischen Bahn dankt die FDP Fraktion für den Transport und die Bewirtung während den Fahrten an die Session nach und von Poschiavo».

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Standespräsidentenfeier Von Peider Härtli Traditionell entführt die RhB den frisch gewählten Standespräsidenten mit (fast) allem, was Rang und Namen hat in der Bündner Politik von der Hauptstadt zu seinem Wohnort. Mit der Wahl von Christian Rathgeb aus Chur war alles anders. Wäre auch skurril gewesen, einen Extrazug beispielsweise vom Churer Bahnhof zur Haltestelle Wiesental zu führen… Nach dem Umzug durch die Stadt fand beim Apéro im Park vor dem RhB-Verwaltungsgebäude ein fröhliches Treffen mit der Bevölkerung statt. Die RhB wusste sich dabei einmal mehr vorzüglich in Szene zu setzen. Die Gruppe um Sandra Beeli und Simon Rageth hat aber wirklich auch alles gegeben. «Viele der Besucher wähnten sich an einem RhB-Fest», zog Simon Rageth Bilanz.

Quereinsteiger bei der RhB Von Eugen Cantieni Am 1. September 2009 haben sieben neue Quereinsteiger mit der Zweitausbildung zum Zugbegleiter begonnen. Der Fachbereich Zugpersonal wünscht den neuen Mitarbeitenden viel Spass, Ausdauer und Erfolg während des intensiven Lernjahres. Flankiert vom Fachbereich- und Ausbildungsverantwortlichen zeigt das Foto die neuen Kolleginnen und Kollegen an ihrem ersten Arbeitstag.

Pension Hanspeter Pitschi Von Roli Hofmann Nach etwas über 41 Jahren im treuen und loyalen Dienst der RhB ist Hanspeter Pitschi von seinen Arbeitskollegen und Vorgesetzten in corpore in den Ruhestand begleitet worden. Hanspeters erster RhB-Arbeitstag als «Stift» begann im Bahnhof Malans und so lag es nahe, die stimmige Feier zum Ausklang des Berufslebens im Beisein der Familienangehörigen im selben Bahnhof durchzuführen – war und ist Malans der Wurzelpunkt von Hanspeters Lebensbaum.

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Metabolic Balance® Stoffwechselprogramm Von Simone Widmer

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Auswertung 2009 Auch dieses Jahr ist die Durchführung des metabolic balance ® Stoffwechselprogrammes für die Teilnehmer ein voller Erfolg. Erfreulich ist, dass nebst der Gewichtsreduktion auch gesundheitliche Erfolge zu verzeichnen sind. Bei einigen Teilnehmern konnten Medikamente reduziert oder ganz abgesetzt werden. Jahrelange Beschwerden wurden gelindert oder verschwanden gar ganz. Dies betrifft verschiedenste Bereiche von Hauterkrankungen über Verdauungs-Beschwerden, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel bis Gelenkbeschwerden. Es purzelten insgesamt rund 210 kg Gewicht! Einzelne Teilnehmer haben bis 15 cm Umfang an Nabel oder 12 cm an Hüfte verloren. Die Teilnehmer fühlen sich allesamt wohl und viele erhielten ein neues Körpergefühl. Durch die Stoffwechselbeeinflussung erfolgte eine Sensibilisierung, d. h. es wird vermehrt wahrgenommen, welche Lebensmittel verträglich sind und welche nicht. Auch auf die Portionengrösse wird nun vermehrt geachtet und neue Lebensmittel oder Lebensmittel-Kombinationen werden ausprobiert, kennen und schätzen gelernt. 18 Teilnehmer durften vom grosszügigen Angebot der RhB profitieren. Ende April erhielten die Teilnehmer ihre individuellen Ernährungspläne. Am 5. Mai ging es dann los mit der Ernährungsumstellung, was verständlicherweise nicht allen leicht fiel. Hie und da gab es stärkere körperliche Reaktionen, was jedoch durchaus vorkommen kann. Alle Teilnehmer blieben hartnäckig dabei und nach Ablauf der ersten Phase stellten sich bereits die ersten Erfolge ein. Manche waren überrascht, wie einfach eine Ernährungsumstellung durchführbar ist. Die schnell sichtbaren Erfolge und das gesteigerte Wohlbefinden wirkten motivierend. Natürlich erfordert die

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Umstellung und Einhaltung der Pläne eine gewisse Disziplin. Die Beteiligten nahmen das Programm jedoch sehr ernst und zogen es strikte durch. Innert vier Monaten hatten bereits mehr als die Hälfte ihr Idealgewicht erreicht. Ich bin überzeugt, dass auch alle anderen Teilnehmer ihr Ziel noch erreichen werden. Der Erfahrungsaustausch in den Gruppen wirkte zusätzlich motivierend. Wenn es die Zeit erlaubte, wurden elementare Ernährungsthemen genauer angeschaut und diskutiert. Die Teilnehmer schätzten, dass auf individuelle Probleme und Fragen eingegangen werden konnte, dies auch neben den offiziellen Gruppenzeiten per E-Mail oder Telefon. Ich danke der RhB und den Teilnehmern für das mir entgegen gebrachte Vertrauen. Viele nette Menschen durfte ich während der vergangenen Wochen kennen lernen und begleiten. Ich danke ebenfalls für die vielen positiven «Feedbacks». Anbei ein kleiner Auszug erhaltener Feedbacks: «Super die Betreuung durch dich Simone. Du nimmst Dir Zeit für Deine «Kunden», das finde ich sehr wichtig. Die erste Zeit der Umstellung war etwas hart aber die geht ja auch vorbei.» «Ich fühle mich nach wie vor wohl und für mich ist mein Zweck, meine Magenprobleme in den Griff zu bekommen; erfüllt. Ich merke allerdings sobald ich etwas über die Stränge haue, dass ich wieder an den Rand meiner Probleme (Übersäuerung) komme.» «Es macht auch wieder Freude neue Kleider zu kaufen. Meiner Haut geht es gut, habe sogar das Gefühl, dass ich weniger Akne habe.»


Mitarbeiteraktionen Von Werner Caluori

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Ein Herbstausflug mit der RhB mit Freunden und Bekannten? Profitieren Sie von September bis November von der RhB-Mitnahme-Tageskarte. Möchten Sie und ihre Familienmitglieder gemeinsam mit Kollegen oder Bekannten einen Tag lang kreuz und quer auf dem Netz der Rhätischen Bahn durch Graubünden reisen? Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie eine Bahnreise ins mondäne St. Moritz und weiter über den hochalpinen Berninapass bis hinunter ins mediterrane Palmengrün. Oder wann haben Sie das letzte Mal einen Ausflug, verbunden mit einer Wanderung in der Nationalparkregion, ins Schanfigg oder in die Surselva, gemacht? Auch die Landschaft Davos ist immer eine Reise Wert. Und das zu einem vorteilhaften Preis. Wir haben das passende Angebot für Sie: die RhBMitnahme-Tageskarte. Mit einem GA-FVP RhB oder einer FVP-Tageskarte RhB intern können Sie und ihre Familienmitglieder jetzt die RhB-Mitnahme-Tageskarte für 25 Franken (2. Klasse) oder 35 Franken (1. Klasse) kaufen und so eine Begleitperson auf Ihrer Tagesreise durch Graubünden mitnehmen. Und das Beste daran: Ihre Begleitperson braucht weder ein GA noch ein Halbtax.

Das Angebot im Überblick: ■ Vergünstigte RhB-Mitnahme-Tageskarte gültig von September – November 2009. ■ Gültig Montag – Freitag auf dem gesamten RhB-Netz ■ Ohne Bernina- und Glacier Express und Sonderfahrten ■ Erhältlich an jedem bedienten RhB-Bahnhof ■ Gültig 1 Tag, zum Entwerten ■ Nur gültig bei gemeinsamer Reise mit einem Inhaber eines GA-FVP RhB oder einer gültigen FVP-Tageskarte RhB intern ■ Preise: 2. Klasse CHF 25.–, 1. Klasse CHF 35.– Ihr Geschenk vom Autoverlad Vereina Möchten Sie mit Ihrer Familie die Herbstferien im Engadin oder in Italien verbringen? Oder einfach mal einen Grosseinkauf in einem Shopping-Center im Unterland tätigen? Und sind dabei auf Ihr Auto angewiesen? Das alles noch zu einem vorteilhaften Preis? Seit dem 1. Mai erhalten Sie als aktiver RhB-Mitarbeiter einen Rabatt von 35 % auf die aktuellen Transportpreise. Sie erhalten Ihre Ermässigung bequem und direkt bei den Kassen des Autoverlades. FVP-Ausweis vorweisen und profitieren! Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt.

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MGB-Triebzüge Erste gemeinsame laufen Lokführerausbildung vom Stapel Von Thomas Roberto Baumgartner G. Paravicini

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Die Bündner und Walliser machen gemeinsame Sache: Am 01.09.2009 startete die erste gemeinsame Lokführer-Ausbildung mit sechs Anwärtern der Rhätischen Bahn (RhB) und drei Anwärtern der Matterhorn Gotthard Bahn (MGBahn). Diese unternehmensübergreifende Ausbildung steht unter dem Patronat von RAILplus, einer Interessengemeinschaft von acht Meterspurbahnen der Schweiz. Während den nächsten 14 Monaten bilden die RhB und MGBahn gemeinsam neun Lokführeranwärter zu Lokführern aus. Die Basis dazu bilden die Fahrdienstvorschriften, welche seit einiger Zeit die gleichen und für beide Bahnen gültigen Ausführungsbestimmungen beinhalten. Daher fiel es leicht, den Schritt zur gemeinsamen Ausbildung zu wagen. Gemeinsam bedeutet auch, dass die Aufgaben der Unterrichtserteilung aufgeteilt werden –

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und zwar paritätisch. Während die Lokführeranwärter der MGBahn 12 Kurstage in Landquart absolvieren, reisen die Anwärter der RhB für 6 Kurstage nach Andermatt. Den Ausbildungsorten entsprechend erteilen die Instruktoren der jeweiligen Bahn die Lektionen, welche bis ins Detail geplant und terminiert sind. Die zukünftigen Lokführer erhalten durch diesen Austausch auch wertvolle Einblicke in die benachbarte Bahnunternehmung. Die Aneignung der Fahrzeug- und Streckenkenntnisse sowie der Fahrpraxis erfolgt dann spezifisch im jeweiligen Bahnunternehmen. Ob bei der Vertiefung der praktischen Ausbildung nochmals gemeinsame Kurse durchgeführt werden, steht noch in Abklärung. Auch sind Anstrengungen vorhanden, um künftig weitere gemeinsame Lokführerausbildungen unter RAILplus durchführen zu können, allenfalls sogar unter Miteinbezug der Zentralbahn.


Gemeinsam für ein Top-Produkt Von Eugen Cantieni

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Glacier Express: eine «Star Allianz» von RhB und MGB. Mit dieser Botschaft wurden die Expresszugbegleiter/innen beider Bahnen zur gemeinsamen Weiterbildung in Ilanz respektive in Brig empfangen. Erstmals in der Geschichte der beiden Partnerunternehmen wurde das Zugpersonal kollektiv in Bezug auf die Servicequalität auf dem Glacier Express vorbereitet und geschult. Ein Meilenstein und dank der engagierten Mitarbeit der 84 Teilnehmer/innen auch ein nachhaltiger Schritt. Wesentliche Bestandteile der Schulung waren die vertiefte Thematisierung der Gastfreundschaft sowie die Vorstellung und Erarbeitung eines Drehbuches, welches wichtige Eckpfeiler des Serviceablaufes darstellt. So wurden bestimmte Pfade bewusst gemeinsam begangen und in der Theorie eine gleiche Ansicht über die Unternehmensphilosophie geschaffen.

Dass diese Kurse umgesetzt werden konnten, ist der Tatsache zu verdanken, dass sich verschiedenste Abteilungen aktiv beteiligt haben. Technische Ingenieure, Wagen- und Personaldisponenten, Produktmanager und Führungskräfte haben dazu beigetragen, dass die Schulungen mit Erfolg absolviert werden konnten. Dieses Beispiel zeigt mustergültig, dass nur Teamarbeit zielführend sein kann. Nach dem Kurs, ist vor dem Kurs – die Umsetzung ist nun der Prüfstein. Der Wissenstransfer von der Theorie in die Praxis wird durch die Vorgesetzten aktiv begleitet. Zählbare Ergebnisse werden hauptsächlich an der Front geliefert. Eine Fortführung dieser Art von Weiterbildung ist auch im 2010 vorgesehen.

Die angestrebten Kurszielsetzungen konnten erreicht werden und die Gesamtbeurteilung erhielt von den Mitarbeitenden eine sehr hohe Note. In allen Belangen wurde eine sehr gute Motivation zur Zusammenarbeit zwischen dem RhB- und MGB- Zugpersonal festgestellt. Die Teilnehmenden erkennen die Wichtigkeit einer formidablen Kundenbetreuung!

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Eine Ära geht zu Ende Text von Markus Cadosch, Bilder von Erika Wismer

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Lehrabschlussfeier der Rhätischen Bahn und login Berufsbildung Landquart, 1. Juli 2009 – Die Rhätische Bahn und login Berufsbildung übergeben dem Arbeitsmarkt qualifizierte und motivierte Berufsleute. 31 Lehrabgänger/innen im Raum Südostschweiz der beiden Ausbildungspartner haben ihre Lehren erfolgreich abgeschlossen. Mit den letzten Bahnbetriebsdisponent/innen und Zugbegleiter/ innen geht bei der RhB auch eine Ära zu Ende. Diese beiden Berufslehren werden nicht mehr angeboten. Sie werden durch die Grundausbildung Kauffrau/Kaufmann öffentlicher Verkehr ersetzt. Die Lehre ist beendet, das Lernen geht aber weiter! Diese Aussage stand im Zentrum der Lehrabschlussfeier der Rhätischen Bahn und ihres Ausbildungspartners login Berufsbildung. In Kurzinterviews gaben Führungskräfte der RhB, von login und Vertretern des Berufsbildungsamtes ihren Werdegang von der ursprünglichen Berufslehre bis zu ihrer heutigen Berufssituation preis. Den Lehrabgängern wurde damit aufgezeigt, dass sie zwar einen wichtigen Lebensabschnitt hinter sich haben, die stete Weiterbildung aber noch viele Entwicklungsmöglichkeiten mit sich bringen kann. Der Vorsitzende der RhB-Geschäftsleitung, Erwin Rutishauser, beglückwünschte in einem Kurzreferat die Lehrabgänger/innen zu ihrem Erfolg. Stolz konnte er auf die Früchte der Ausbildungsarbeit der Rhätischen Bahn blicken und betonen, dass die RhB auch in Zukunft ihre Verantwortung als Lehrbetrieb wahrnehmen wird. Die beiden Berufslehren als Betriebsdisponent/in und Zugbegleiter/in werden nicht mehr angeboten. Diese Ausbildungen werden durch die Ausbildung Kauffrau/ Kaufmann öffentlicher Verkehr ersetzt und in Zusammen-

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arbeit mit login Berufsbildung umgesetzt. Entsprechend wurden an der diesjährigen Lehrabschlussfeier die letzten Vertreter/innen dieser Berufslehren geehrt. Dass diese Lernenden bis zuletzt voll motiviert ihre Ausbildung absolviert haben, zeigt sich darin, dass bei den Zugbegleitern gleich zwei Lehrabgänger einen Notenschnitt von 5,3 und höher erzielten: Fabian Maasch als Klassenbester erreichte den Notenschnitt 5,4 und Daniel Walti erreichte den Wert 5,3. Klassenbeste bei den Betriebsdisponent/innen wurde Tamara Kühne mit einem Notenschnitt von 5,2. Gar als Bester Lernender seines Ausbildungslehrganges in Graubünden schloss der Automatiker Lothar Künzli ab. Er erreichte den Notenschnitt 5,5. Stolz durften aber alle anwesenden Lehrabgänger/ innen sein und entsprechend mit strahlenden Augen und glücklichen Gesichtern ihre Diplome und Zeugnisse entgegennehmen. Strahlende und vor Stolz und Freude geprägte Gesichter dominierten auch im zweiten Teil der Feier. Die Lernenden und ihre Angehörigen konnten bei strahlendem Sonnenschein unter dem Himmel Graubündens in ungezwungener Atmosphäre ein letztes Mal in dieser Zusammensetzung gemeinsam feiern. Bei Speis und Trank wurden Erinnerungen an die zurückliegende Lehrzeit ausgetauscht. Unter dem Motto «Bündner Olympiade» wurden zudem noch diverse Spassdisziplinen absolviert. Der Tag ging für die Beteiligten viel zu schnell vorbei und die frisch gebackenen Berufsleute zerstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Was für die Einen mit der Feier zu einem würdigen Abschluss führte, kann für Andere schon bald zum Alltag gehören: um den wachsenden Bedarf an Nachwuchskräften zu decken, suchen login und die RhB auf Lehrbeginn 2010 nämlich über 40 Lernende in 8 Berufen.


Go 2009 – RhB erleben Von Celina Sütterlin

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Wir, die 35 neuen Lernenden von der RhB, starteten unsere Lehre mit einer Einführungswoche in Sursee. Da haben wir schon einiges über login Berufsbildung erfahren. Wir arbeiten bei der RhB, sind aber bei login angestellt. Am Montag darauf konnten wir am Go-Tag (erster Arbeitstag bei der RhB) teilnehmen. Sie teilten uns in vier verschiedene Gruppen auf. Alle, die ihre Lehre jetzt bei der RhB starteten, waren dabei. Jeder durfte eine Schachtel mit Traubenzucker ziehen und auf dieser Schachtel war ein Punkt, mit dem man dann der Gruppe zugewiesen wurde. Eine Gruppe fuhr von Chur nach Landquart und zurück eine andere nach Arosa und zurück und eine weitere nach Davos und retour. Die Gewinnergruppe hatte das Vergnügen, nach Disentis und zurück zu kurven. Jede Gruppe erhielt die passenden Materialien dazu: einen Laptop, eine Kamera und das Vergnügen Fotos von der RhB und diversen Sehenswürdigkeiten zu schiessen. Auf dem Rückweg erstellten wir dann eine Powerpoint-Präsentation, die wir dann im Verwaltungsratsaal vor namhaften Gästen vorstellen durften. Unter den Präsentationen gab es verschiedene

Vorträge. Unsere Verpflegung wurde von der RhB gesponsert. Somit hatten wir keinen Hunger mehr und konnten gesund zurückkehren. Wir erhielten alle als Geschenk einen Kugelschreiber, einen Block mit RhBAufschrift und ein Schweizersackmesser. Die Mitglieder der Gewinnergruppe erhielten zudem noch je einen Gutschein, für ein Minigolfspiel in St. Moritz, inklusive Begleitperson. Der Tag war dann auch schon wieder vorbei und wir konnten am nächsten Tag am Arbeitsplatz erscheinen. Wir danken für die grosszügigen Geschenke und den erlebnisreichen Tag.

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Spurwechsel RhBLS Von Daniel Schacht

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«Oh, the swiss travel system is wonderfull» So, oder ähnlich klingt es, wenn wir uns mit englisch sprechenden Touristen unterhalten. The swiss travel system – Bahn – Bus – Schiff – Seilbahn alle gehören dazu. Alle sind ein Teil des Ganzen.

sechster Lokführer, für eine Zeit von 15 Monaten (drei Monate Umschulung, danach 12 Monate Einsatz als RhB Lokführer) bei der RhB ihren Dienst an. Selbstverständlich mussten alle BLS Lokführer/in die VTE Prüfung Schmalspur mit Vakuummodul absolvieren. Nach bestandener Prüfung sind sie seit Juni 2009 bei der RhB als Lokführer im Einsatz.

Ein Teil des Ganzen sein, gilt für die RhB wie auch für die BLS. Es kann für alle nur bereichernd sein, wenn sich konzessionierte Bahnen bei Personalengpässen oder Personalüberbestand, gegenseitig aushelfen. Aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise hat die BLS bei den Lokführern einen massiven Personalüberbestand. Bei der RhB hingegen, war ein zusätzlicher Mehr- und Überzeitabbau wünschenswert – was liegt also näher, als sich gegenseitig auszuhelfen! So fingen anfangs März 2009 fünf BLS Lokführer und etwas später noch ein

Armon Stupan Landquart

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Beat Müller Landquart

Chantal Carole Homberger Landquart

Daniel Ogi Scuol

Herbert Stadelmann Landquart

Matthias Hügli Davos


ESV Rätia auf Bergtour Von Jürg Boner und Stufi Wyss

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Der ESV Rätia führt unter anderem auch Bergtouren durch. Endlich konnten wir eine schöne Tour durchführen. Piz Chalchagn/Piz Morteratsch 24./25. Juni 09 Teilnehmer: Heini Neukom, Peter Bellmont, Stufi Wyss Treffpunkt Pontresina Bahnhof - wir nehmen den Zug bis Surovas. Wir folgen zuerst dem Forststrässchen, steigen weiter durchs «Ugfider» und gelangen so an den Fuss von Heinis östlichem N-Grat des Piz Chalchagn. Gemütlich erklimmen wir die kurzweilige Rippe zum grossen Plateau. Der Weiterweg zum Gipfel wird durch den hier noch haufenweise liegenden Schnee begünstigt. Nach ausgiebiger Gipfelrast geht’s über den S-Grat weiter Richtung Piz Mandra. Stets die rutschbaren Schneefelder benutzend, steigen, resp. rutschen wir nun zur Bovalhütte ab, wo uns zwei deutsche «Komiker» durch den Abend begleiten! Bei Tagesanbruch steigen wir Richtung Fuorcla Boval auf. Bald schon stehen wir wieder im Schnee, was abermals eher nützlich denn hinderlich ist, einmal abgesehen von den letzten Felsen vor der Fuorcla. Den Gipfel erreichen wir über den steilen Firnrücken, den direkten N-Grat. Ringsum herrscht schönes Wetter, einzig an unserem Piz fliegen ein paar Thermikwolkenfetzen vorbei,

was uns aber geniale Aussichten, u. a. zum Biancograt vis-à-vis, einbringt. Auf der Westseite, direkt unterhalb des Gipfels, erspähen wir das Dach der Tschiervahütte. Also nichts wie hin, denn da gibt’s sicher etwas zum «Schnouse». Und so stehen wir via Normalroute bald schon vor der Hütte. Dieser Hüttenbesuch ergibt neben etwas Süssem, ganz unerwartet noch einen weiteren Lichtblick: die Hüttenwartin wollte ihr Auto umparkiert haben, und dies vom Val Roseg nach Pontresina! Liebe Kollegen und Kolleginnen, wir freuen uns auf ein engagiertes Mitmachen bei unseren diversen Veranstaltungen. UND nicht vergessen, Die Generalversammlung findet am 24.10.2009 auf dem Malanser Älpli statt. Also – bis bald!

www.esvraetia.ch

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Ausgleichssport auf hohem Niveau! Von Alfred Koch

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Der Norm-Mitarbeiter Fachrichtung «Bürostuhl» betreibt als Ausgleich zum Arbeitsalltag irgendeine bewegte Sportart. Sei das Jogging, Walken, orientalische Kampfsportart oder was auch immer auf dem Fitness-Markt angeboten wird.

Diese Saison wollten sie den Schweizermeistertitel. Nach intensivem Wintertraining und einer spannenden kräfteraubenden Schweizermeisterschaft, natürlich alles neben der normalen Arbeitstätigkeit als RhB-Mitarbeiter, qualifizierten sich die Calanda Broncos für die Swiss-Bowl.

Die Fachrichtung «Körperliche Arbeit» betätigt sich mit Billard, Jassen, Kreuzworträtsel-Lösen oder spielt Schach. Drei unserer RhB-Mitarbeitenden haben sich für Schach auf dem Rasen mit über 1000 Regeln und sehr viel Körpereinsatz entschieden.

Aufwand und Ertrag Was heisst Training für einen Footballer? Das sind drei bis vier Trainings mit dem Team. Taktik, Spielabläufe und Grundkondition. Hinzu kommt noch zwei bis drei Mal Kraftraum. So streng ist es nicht ganz. Der Mittwoch ist freiwillig, da kann man den «richtigen Fussballern» im Fernsehen zuschauen.

American Football mit den Calanda Broncos Nach der schmerzlichen Niederlage in der Swiss-Bowl 2008 im letzten Jahr setzten sich die drei RhB-Mitarbeiter Martin Meuli, Marco Gallina und Samuel Koch zusammen mit ihren Teamkameraden und der Organisation der Calanda Broncos für diese Saison ein neues Ziel.

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Nicht vergessen werden darf der Ausrüstungskauf. Jeder Spieler braucht eine Ausrüstung für seine Spielposition und seinen Körperbau passend. Und vergessen wir nicht den Clubbeitrag von 650.– Franken.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Dazwischen wurden noch zwei Europacup-Spiele gespielt Das Spiel im April gegen Frankreichs Vizemeister Thonon Black Panthers, die aktuelle Nummer 12 Europas, wurde vor 1700 Zuschauern in Thonon etwas unglücklich mit 20:41 verloren. Im Mai empfingen die Calanda Broncos den italienischen Vizemeister Parma Panthers zum Gruppenspiel im Europacup (Efaf-Cup). Die Bündner unterlagen an der Churer Ringstrasse vor knapp 1000 Zuschauern mit 27:43. Damit waren die Calanda Broncos aus dem Efaf-Cup, dem Football-Pendant zum Fussball-Uefa-Cup, ausgeschieden.

Das Finale Am 25. Juli 2009 in Bern, spielten die Mannschaft der Zürich Renegades und das Team der Calanda Broncos die Swiss-Bowl 2009. Die RhB’ler wurden Schweizermeister!

Im Juni organisierten die Calanda Broncos ein Benefizspiel gegen das amerikanische College-Football-Team der North Central Cardinals. Vor knapp 500 Zuschauern an der Churer Ringstrasse unterlagen die Bündner «nur» mit 7:29.

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Personalchronik vom 2. Juni bis 1. September 2009

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Eintritte

Valeria Arpagaus Fida Bardill Erika Bärtsch Badreddine Bedoui Franz Bislin Livio Camenisch Roman Cathomas Ursin Conrad Gianni Cordasco Arno Derungs Simon Donau Christian Dörsam Bruno Frischknecht Marlyse Furger Remo Geeser Andreas Halter Hermann Huber Urs Huber Simon Jäger Andreas Jenny Besart Kamaj Tamara Kühne Fabian Maasch Petra Margadant Doreen Michel-Obst Tobias Perini Max Pfiffner Andreas Platz René Schläppi Diana Schubert Markus Spielmann Bill Staub Andry Stefani Simona Stefanoni Anton Steiner André Trejo Olvera Patrick Vorburger Katja Wild Heidi Wyss

als Allrounder, Pontresina als Zugbegleiterin in Ausbildung, Samedan als Allrounder, Bergün/Br. als Wagenreiniger, Chur als Fahrdienstleiter, Landquart als Fachspezialist, Landquart als Projektleiter UNESCO, Chur als Allrounder, Tiefencastel als Wagenreiniger, Landquart als Zugbegleiter in Ausbildung, Chur als Lokführer-Anwärter, Landquart als Zugbegleiter in Ausbildung, Chur als Lokführer-Anwärter, Landquart als Zugbegleiterin in Ausbildung, Chur als Zugbegleiter, Chur als Lokführer-Anwärter, Landquart als Lokführer, Samedan als Lokführer, Samedan als Lokführer-Anwärter, Landquart als Zugbegleiter in Ausbildung, Samedan als Kunden- und Reiseberater, Ilanz als Betriebsdisponentin, Davos Platz als Zugbegleiter, Davos Platz als Assistentin des Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Chur als Zugbegleiterin in Ausbildung, Samedan als Zugbegleiter, Davos Platz als Praktikant, Chur als Lokführer-Anwärter, Landquart als Gleismonteur, Thusis als Zugbegleiterin, Chur als Gleismonteur, Bergün/Bravuogn als IT Projektleiter, Chur als Zugbegleiter, Samedan als Allrounder, Thusis als Betriebsdisponent, Arosa als Zugbegleiter in Ausbildung, Chur als Betriebsangestellter, GUZO Samedan als Allrounder, Thusis als Kunden- und Reiseberaterin, St. Moritz

HERZLICH WILLKOMMEN! Austritte

Alexander Ernst Regula Groll Leonie Hämmerle Jacques Hefti Dario Karakas Susanna Roffler Philippe Schaller Gerrit Van der Schans Markus Walther

Lokführer, Samedan Kunden- und Reiseberaterin, Davos Platz Assistentin des Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Chur Leiter Vertrieb, Chur Betriebsdisponent, Klosters Bahnbetriebsdisponentin, Thusis Kunden- und Reiseberater, Chur Projektleiter, Chur Lokführer Rangierdienst, Landquart

ALLES GUTE FÜR DIE ZUKUNFT! 60


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 3 / 2009

Pensionierungen

Andreas Christ, Lokführer, Landquart Robert Fässler, Fachmeister, Samedan Arthur Hagger, Leiter Dienstbereich, Chur Werner Perl, Fahrdienstleiter Fernsteuerung, Samedan

ALLES GUTE IM RUHESTAND! Beförderungen und Ernennungen

Pierangelo Crameri

Spezialhandwerker, Samedan zum Meister, Samedan

HERZLICHE GRATULATION! Dienstjubiläen

25 Dienstjahre Pierangelo Crameri, Meister, Samedan Rico Fuchs, Leiter Dienstbereich, Landquart Hansjörg Salzgeber, Spezialhandwerker, Landquart

40 Dienstjahre

Renzo Isepponi Chefmonteur Poschiavo

HERZLICHE GRATULATION!

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RhB in-team

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04.06.2009 26.06.2009

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03.07.2009 25.07.2009 07.08.2009

Hansruedi Burkhalter, Spezialhandwerker, Landquart, mit Patricia Bass Rahel Wildi, Kondukteuse, Davos Platz, mit Christian Meyer, Stv. Leiter Bahnhof, Bergün/Bravuogn Alfred Bärtsch, Sachbearbeiter, Landquart, mit Astrid Ruoss Brigitte Flück, Sachbearbeiterin, Chur, mit Fabian Simeon Urs Hörler, IT System Engineer, Chur, mit Petra Theus

07.04.2009 28.04.2009 19.05.2009 13.06.2009 20.06.2009 21.06.2009 23.06.2009 01.07.2009

Filipe, des Victor Ferreira Loureiro, Wagenreiniger, St. Moritz Alessio, des Michael Casanova, Zugführer, Chur Leano, des Carlo Custer, Lokführer Aushilfe, Landquart Kay, des Jürg Wielath, Spezialmonteur, Landquart Mona, des René Vogel, Mitarbeiter Controlling, Chur Sergio, des Graziano Crameri, Spezialhandwerker, Poschiavo Larina, des Christoph Clavadetscher, Leiter Dienstbereich, Chur Morena, des Michele Bondolfi, Spezialhandwerker, Poschiavo


Wortspiel Von Heinz Maurer, Kondukteur, Chur

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Senda Sursilvana: Ladir - Schlans S

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Achtung! In der Wortliste Unterstrichenes ist im Buchstabengitter nicht aufgeführt

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Winter 2009 / 2010

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InfoRetica 3/2009