Issuu on Google+

Nr. 2 / Juni 2012

InfoRetica Mitarbeiterzeitung der Rh채tischen Bahn Periodico della Ferrovia retica Periodica da la Viafier retica

Damals, vor 체ber 100 Jahren.

Gramper der Rh채tischen Bahn am Lej Nair


In dieser Ausgabe

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Editorial/Editoriale Die Stimme der Direktion La Voce della direzione Adieu Thomas Baumgartner 1000 Stunden angeregte Diskussionen RhB schliesst anspruchsvolles Jahr positiv ab Webwandern Gemeinsam für ein Top-Produkt Marktbearbeitung 100 Jahre Chur – Disentis: Auftakt mit Jubilok Interview mit Thomas Heim Impressionen zur 100-Jahr-Feier Verkauf 2015 100 Jahre Billettfahrkartenpresse Bahnprojekte in der Surselva Relaunch Intranet Bahnmuseum Albula hat seine Fahrt aufgenommen Geschäftsbereich Produktion Bahnhof Davos Dorf Bahnhof Davos Platz RhB-Gleisbau und Zwergenland Interview mit Thomas Poltera Umbau des Portalkrans in Thusis In einem Schub die Albularampe hinauf Führerstandsfahrt Mit 65 Jahren … Medienbahn Damals, vor 30 Jahren Damals 1912 Neues in Kürze PeKo Pensionskasse Café Bernina Stage in Disentis Pensioniertenfeier 2012 Bahnhofbesichtigung Chur Personalchronik Spontan

2

3 4 5 6 7 8 10 11 12 13 14 16 18 20 22 23 24 26 27 28 29 30 32 34 37 38 39 40 41 42 47 48 50 52 53 54 56 58

Herausgeber:

Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn 7002 Chur

Redaktion:

Peider Härtli (hä), p.haertli@rhb.ch Sandra Beeli (sb), s.beeli@rhb.ch Seraina Hartmann (sh), s.hartmann@rhb.ch

Frontbild:

«Damals, vor über 100 Jahren» Bildsammlung Felix Huonder, Disentis

Nächster Redaktionsschluss:

17. August 2012

Auflage:

3200 Exemplare, 4-farbig

Abonnement:

Inland: Fr. 50.– / Ausland: Fr. 60.–

© by RhB:

Weiterverwendung und Nachdruck erwünscht, jedoch nur unter Quellenangabe

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier


Editorial/Editoriale Von Sandra Beeli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Liebe Mitarbeitende Was dem Bündner sein Bär, ist dem Solothurner sein Panther. In der letzten Zeit gab es viel Wirbel um die beiden Exoten. Vor allem musste unser M13 zünftig einstecken, kam es doch am 30. April 2012 zu einer Kolli­ sion mit einem RhB-Zug im Engadin. Ich denke mal, ein Schock für beide Beteiligten, den Lokführer und den Bär – und ein riesiges mediales Thema! So oder so, müssen unsere Lokführer sich mit einigen aussergewöhnlichen Situationen auseinandersetzen. Nebst dem Bär sind auch immer wieder Wild oder Vieh und zuweilen sogar unvorsichtige RhB-Fans auf den Gleisen, die ihnen den Job ziemlich erschweren. So hat jede und jeder bei der RhB sein Rucksäcklein zu tragen. Zusätzlich gab es wieder etwas zu feiern, nämlich 100 Jahre Chur – Disentis/Mustér und an dieser Stelle danken wir allen Mitarbeitenden für den tollen Einsatz über das ganze Jahr und für die zusätzliche Organisation und Durchführung solcher Grossanlässe! Zurück zum Bär … Nachdem es in den Medien hiess, dass der Bär soweit wohl auf sei, fehlte jede Spur von ihm, wie auch vom Panther in Solothurn, der offensichtlich gar nicht existiert. Doch kürzlich vernahm ich dann im Radio, dass er nun nach Italien übergelaufen ist. Entweder ist er uns nicht mehr gut gesinnt oder er macht es wie viele von uns und geht im Sommer in den Süden. Hoffen wir, dass es dem Bär gut geht und auf möglichst keine weiteren Zusammenstösse mit unserem RhBSteinbock.

Cari collaboratori L’orso sta al grigionese come la pantera all‘abitante di Soletta. Ultimamente entrambi gli animali esotici sono stati nel vortice degli eventi. Per di più ci si è messo in mezzo come si deve il nostro orso M13, visto che purtroppo il 30 aprile 2012 nell’Engadina ha provocato una collissione con un convoglio della Ferrovia retica. Penso sia stato uno shock per entrambi i soggetti coinvolti, il macchinista e l‘orso; di fatti si è trattato di un grande evento mediatico! In un modo o nell’altro, i nostri macchinisti dovranno far fronte ad alcune situazioni eccezionali. Oltre all’orso sui binari si vedono sempre più spesso animali selvaggi o capi di bestiame e di tanto in tanto anche qualche sprovveduto fan della Ferrovia retica, tanto per complicare un po‘ il loro lavoro. Quindi ognuno ha la propria croce. Inoltre abbiamo avuto di nuovo altri importanti eventi da festeggiare, e cioè i 100 anni della linea Coira – Disentis/Mustér e a questo punto non possiamo che ringraziare tutti i collaboratori per il grande impegno che hanno dimostrato quest’anno e per il loro contributo all’organizzazione e alla realizzazione di questi grandi eventi! Tornando a parlare dell’orso … Dopo che nei media si diceva che l’orso fosse ancora in circolazione, tuttavia non si è vista più nessuna traccia della sua presenza, come anche della pantera di Soletta, che evidentemente non esiste affatto. Tuttavia recentemente per radio ho sentito che ora è scappata in Italia. O non è più ben intenzionato nei nostri confronti oppure come molti di noi fanno, vuole trascorrere l‘estate al sud. Speriamo che l’orso stia bene e che possibilmente non vada più a scontrarsi di nuovo con il nostro «Stambecco» della Ferrovia retica.

Sandra Beeli

3


Die Stimme der Direktion Von Thomas Baumgartner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Treffen Bähnlerinnen und Bähnler in ungezwungenem Rahmen zusammen, dann reden sie oft über Erlebnisse aus vergangenen Zeiten. Sie erzählen von damals, als in Filisur noch eine Fernsteuerung war, lachen über die unangemeldeten Besuche des Betriebsinspektors, scherzen über das damalige Tun, berichten über unmög­ liche Situationen, wie etwa jene, als auf einem Bahnhof mit zwei Gleisen plötzlich vier Züge standen. Sie machen das nicht mit Wehmut oder weil sie diesen Zeiten nachtrauern, sondern weil sie selber aktiv am Wandel beteiligt waren und erlebten, wie sich die faszinierendste, leistungsstärkste und vielseitigste Meterspurbahn in den Alpen entwickelte. Diese Entwicklung prägte auch die vergangenen 6½ Jahre, während derer ich als Mitglied der Geschäftsleitung den Bereich Produktion führen durfte. Aus dem ursprünglichen Geschäftsbereich Verkehr wurden drei professionelle Bereiche: die Produktion, der Vertrieb und der Güterverkehr. Aus den damals acht Regionen sind deren drei geworden; die Zahl der Fernsteuerzentren halbierte sich. Zahlreiche Bahnhöfe wurden automatisiert und sind nun betrieblich unbedient. Berufe wie der Fahrdienstleiter Fernsteuerung oder die künftige Intervention ersetzen den selbst von mir erlernten Beruf des klassischen Betriebsdisponenten. Das alles wissen wir Bähnlerinnen und Bähnler. Und darüber werden wir auch dereinst an einem Mitarbeiterfest reden, damals «....». Und unsere Kundinnen und Kunden? Was spürten sie in den vergangenen Jahren? Sie profitieren jetzt von einem ganzjährigen Fahrplan. Der Nichtsaisonfahrplan wurde aufgehoben und brachte spürbare Angebotsverbesserungen im Prättigau und in der Landschaft Davos, im Unterengadin und auf der Engadinerlinie. Verschiedene Früh- oder Spätverbindungen, etwa ins Domleschg, in die Surselva und ins Unterengadin, wurden in den Fahr-

4

plan aufgenommen. Pendler aus dem Engadin erreichen jetzt Chur bereits weit vor den Ladenöffnungszeiten. Am Bernina verkehrt nun jede Stunde ein Zug. An Billettautomaten können Tickets in die ganze Schweiz gekauft und mit zeitgemässen Zahlungsmitteln bezahlt werden. Und am KIS kann der Kunde direkt mit dem Rail Control Center Kontakt aufnehmen und sich über die aktuelle Zugslage informieren. Die Pünktlichkeit hat sich spürbar verbessert, der Bahnbetrieb hat deutlich an Stabilität und Verlässlichkeit gewonnen. Das sind die wahren Errungenschaften! Es sind die Errungenschaften von Ihnen allen. Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, tragen mit Ihrem zuverlässigen und professionellen Wirken täglich zum erfolgreichen Produkt RhB bei. Es ist Ihr Verdienst, dass frühmorgens die Post rechtzeitig im Engadin eintrifft, dass bei Wind und Wetter auch der Spätzug rechtzeitig über den Bernina fährt und die Gäste des Glacier Express die Fahrt geniessen können. Sie erfüllen Ihre Aufgabe mit sehr hoher Selbständigkeit, hohem Verantwortungsund Pflichtbewusstsein und Engagement. Als Leiter Produktion war ich auf diese Eigenschaften besonders angewiesen, ansonsten wäre dieser äusserst stark de­ zentrale Geschäftsbereich gar nicht führbar gewesen. Dafür danke ich Ihnen herzlichst; Ihr Engagement wusste ich stets zu schätzen! Es bleibt zu danken. Dem Verwaltungsrat danke ich für das entgegen gebrachte Vertrauen, der Kollegin und den Kollegen aus der Geschäftsleitung für die intensive Zusammenarbeit, den höheren und mittleren Kader aus der Produktion für die tatkräftige Unterstützung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Front für den täglichen, unermüdlichen Einsatz für unsere RhB. Das Produkt RhB ist für den Kunden aber nur dank der Zusammenarbeit mit den andern Bereichen Stab, HR, Infrastruktur, Rollmaterial, Finanzen, Güterverkehr, Vertrieb und mit dem Caterer Rail Gourmino wirkungsvoll.


La voce della direzione Di Thomas Baumgartner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Ich wünsche Ihnen allen weiterhin viel Erfolg, Freude und Spass. Behalten Sie die Werte der Bündner Bahn die letztlich unvergessliche Erlebnisse bietet - im scharfen Auge. Seien Sie sich immer wieder bewusst, dass diese RhB die Surselva, das Prättigau, die Landschaft Davos, das Schanfigg, das Churer Rheintal, das Domleschg und das Albulatal, das Unterengadin, das Oberengadin und natürlich das Puschlav und das italienische Tirano erschliesst und damit diese Einzigartigkeit in den drei Sprachräumen, in der Kultur- und Welterbelandschaft Albula/Bernina an 365 Tagen zuverlässig, sicher, pünktlich und zuvorkommend bedient.

Quando i ferrovieri si radunano in modo informale, spesso cominciano a raccontare di esperienze passate. Con i ricordi tornano indietro nel tempo, all’epoca dei sistemi di comando a distanza installati a Filisur o si scambiano battute divertenti sulle visite ispettive compiute a sorpresa, scherzano su fatti accaduti e narrano di situazioni surreali, come quella di una stazione a doppio binario in cui improvvisamente si fermano quattro treni. Non lo fanno per nostalgia o rimpianto dei tempi passati, ma perché hanno contribuito in prima persona al cambiamento e allo sviluppo della linea ferroviaria a scartamento metrico più affascinante, efficiente ed estesa dell’arco alpino. Lo stato attuale della nostra ferrovia è il risultato di conquiste. Delle conquiste di tutti voi, cari collaboratori e collaboratrici che contribuite ogni giorno con coscienziosità e competenza professionale al successo del prodotto ferrovia. Queste qualità, senza le quali non sarebbe stato possibile gestire un’area di competenza così fortemente decentralizzata, sono state un elemento essenziale nell’esercizio delle mie mansioni come responsabile di produzione.

È stato per me un grande piacere poter apprezzare il vostro entusiasmo e per questo vi ringrazio di cuore. I miei ringraziamenti vanno anche al Consiglio di amministrazione per la fiducia riposta, ai colleghi e alle colleghe della direzione per la proficua collaborazione, ai quadri alti e medi della produzione per il forte sostegno accordato e a tutti i collaboratori e le collaboratrici impegnati in prima fila tutti i giorni con il loro instancabile operato a favore della nostra FR. L’elevata efficienza del prodotto ferrovia a vantaggio dei clienti è possibile tuttavia solo grazie alla collaborazione di tutti gli altri settori, come lo staff, le HR, l’infrastruttura, il materiale rotabile, le finanze, il trasporto merci, la distribuzione e il Caterer Rail Gourmino. Auguro a tutti voi un percorso di successo, di felicità e di gioia. Non perdete di vista i valori della ferrovia grigionese, che offre esperienze indimenticabili. Siate consapevoli che questa FR rende possibile la scoperta di aree geografiche come la Surselva, la Prettigovia, il paesaggio di Davos, lo Schanfigg, la valle del Reno di Coira, il Domleschg e la valle dell’Albula, l’Engadina Inferiore e Superiore e ovviamente Poschiavo e l’italiana Tirano. Dopotutto è questa la straordinarietà del servizio, che collega tre aree linguistiche incluse nella lista del Patrimonio Mondiale dell’Umanità come paesaggio culturale, 365 giorni all’anno, in modo affidabile, sicuro, puntuale e affabile. Arrivederci, Arrevair, uf Wiederluaga!

Thomas Baumgartner

5


Adieu Thomas Baumgartner Von Hans Amacker

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Lieber Thomas Am 5. September 2005 hat der Verwaltungsrat der RhB dich zum Leiter Verkehr und Mitglied der Geschäftsleitung gewählt. Somit konntest du als Vizedirektor zu deinen beruflichen Wurzeln zurückkehren, durftest du doch deine Berufslehre zum Bahnbetriebsdisponent bei der RhB absolvieren und so deine öV-Karriere starten. Bereits anfangs Oktober 2005 nahmst du deine Arbeit als Leiter Verkehr auf. Im Zuge der Umsetzung der Dualstrategie hat der Verwaltungsrat entschieden, den Vertrieb und das Marketing von den betrieblichen Tä­tig­keiten zu trennen. Aufgrund deines beruflichen Werde­gangs, deinen fundierten öV-Erfahrungen und deiner Nähe zum Betrieb warst du prädestiniert ab 2007 die Führung des neuen Geschäftsbereichs Produktion zu übernehmen. Während deiner Tätigkeit in der Geschäftsleitung hast auch du massgeblich zur Umsetzung der vom Verwaltungsrat verabschiedeten Strategie beigetragen und die Qualität sowie Produktivität im Bahnbetrieb erhöht. Unter deiner Leitung wurde das Fahrplanangebot auf

6

dem Netz der RhB schrittweise ausgebaut. Im Rahmen der Strategieumsetzung wurden Effizienzsteigerungen erzielt und die Zentralisierung der Betriebsführung sowie die Professionalisierung der Zugverkehrsleitung wesentlich weiterentwickelt. Auch die Pünktlichkeit der Züge hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Dass du deinen Abschied in Alp Grüm gebührend gefeiert hast, ist bei deiner ausgeprägten Zuneigung zum Puschlav und dem Berninagebiet keine Überraschung gewesen. In deiner Funktion ist es dir auch gelungen, das Führungsteam auch im Süden unseres Streckennetzes spürbar zu machen. Hierfür und für den tollen Abschiedsanlass in Alp Grüm danken wir dir bestens. Das Führungsteam hat Verständnis dafür, dass du als Direktor bei den Appenzeller Bahnen eine neue berufliche Herausforderung annimmst. Wir danken dir für deinen grossen Einsatz und deine vorbildliche Präsenz im Betrieb. Wir wünschen dir für die neue berufliche Herausforderung bei den Appenzeller Bahnen alles Gute und viel Erfolg und Befriedigung. Wir freuen uns auf einen Besuch deinerseits, sei es im Puschlav oder sonst auf unserem Netz.


1000 Stunden angeregte Disussionen Von Stephanie Rielle La Bella

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Im Januar haben bereits die ersten Umsetzungsworkshops betreffend der Mitarbeiterumfrage in den einzelnen Geschäftsbereichen statt­ge­funden. Anschliessend wurden in den Fach- und Dienstbereichen ebenfalls Workshops, Sitzungen oder Team-Meetings durchgeführt, um mit den Mitarbeitenden «ihr» Umfrageergebnis zu reflektieren und Massnahmen zu definieren. Bis zum Drucktermin der vorliegenden InfoRetica sind bereits über 1000 Stunden von Mitarbeitenden, Vorgesetzten, sowie Dienst- und Fachbereichsleitern in dieses Projekt investiert worden. Es wurden angeregte Diskussionen geführt, Ideen geboren, Alternativen aufgezeigt (und wieder verworfen), Lösungsansätze gefunden und festgehalten. Diesem Prozess hat sich auch das Führungsteam angeschlossen und die Ergebnisse auf Ebene Gesamtunternehmung analysiert und drei Fokusthemen für Massnahmen definiert: nD  ie Werte werden mit dem Ziel einer besseren Verständlichkeit verdichtet, in die Verhaltens- und Führungsgrundsätze des neuen MAG integriert und anschaulicher visualisiert. nD  ie Anforderungen an Führung und Führungskompetenzen werden formuliert, die Führungskräfteentwicklung wird überarbeitet. nD  ie bereichsübergreifende Zusammenarbeit wird mit geeigneten Massnahmen gefördert und das Bewusstsein für die Zusammenarbeit im Unternehmen wird geschärft. Jedes Mitglied des Führungsteams arbeitet an einem der drei Themen. Der Prozess wird durch HR begleitet, um auch die Verknüpfung mit den übrigen HR-Instrumenten (z. B. neues Mitarbeitergespräch/MAG) und Prozessen sicherzustellen.

Intensive Workshops.

In den Geschäftsbereichen werden die definierten Massnahmen regelmässig überprüft und auch monatlich an den einzelnen Sitzungen rapportiert. Es wurden schon erste Massnahmen umgesetzt: So sind z. B. bei den grösseren Stationsumbauten wie Davos Platz oder St. Moritz die Sicherheitsleitung an externe Spezialisten vergeben worden, um die Sicherheit bei den Bauarbeiten zu erhöhen. Im Bereich Vertrieb endet jede Begleitfahrt neu mit einem Feedback, welches schriftlich in einem strukturierten Formular festgehalten wird. Auch der diesjährige Junibummel nach Bergün ins neue Bahnmuseum Albula wurde von V-GRS initiiert, um die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Fachbereichen zu verbessern. Ganz nach dem Motto – etwas gemeinsam kennenlernen! Wer sich persönlich kennt, geht auch im Berufsalltag schneller aufeinander zu. So könnte man noch viele Beispiele nennen. Es sind unternehmensweit unter Einbezug der Mitar­ beitenden Themen der Zusammenarbeit, Führung, Arbeitsinhalte und -abläufe, organisatorische Themen, Kommunikation und Einbindung der Mitarbeitenden thematisiert und angegangen worden. Daneben gibt es auch Themen, die von HR mit den einzelnen Bereichen aufgegriffen werden. Der gesamte Prozess wurde von den Führungskräften, den Mitarbeitenden und der Personalkommission mit viel Engagement, Begeisterung, konstruktiver Kritik, kritisch, aber immer sachlich geführt. Alle Beteiligten sind mit grossem Engagement und Eifer dabei Bestehendes zu hinterfragen, Verbesserungen einzuleiten und Massnahmen umzusetzen. Ein Prozess der uns auch weiterhin noch beschäftigen wird. Ein Dankeschön seitens HR und Führungsteam an alle!

Reflektion der Ergebnisse: Rico Wenk und Stephanie Rielle La Bella.

7


RhB schliesst anspruchsvolles Jahr positiv ab Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Die Rhätische Bahn weist im Jahr 2011 einen Gewinn von 52 000 Franken aus. Das Jahresergebnis ist geprägt von anspruchsvollen Marktbedingungen im gesamten Schweizer Tourismus. Auch das Geschäftsjahr 2011 der RhB war von der globalen wirtschaftlichen Situation stark beeinflusst. Mit frühzeitig eingeleiteten Sparmassnahmen und einer Zusatzabgeltung des Bundes aus dem Konjunkturprogramm «Frankenstärke» erreichte die RhB ein ausgeglichenes Jahresergebnis. Die Investitionstätigkeit blieb mit rund 150 Millionen Franken weiterhin hoch und ermöglichte den Substanzerhalt der bestehenden Anlagen sowie weitere wichtige Optimierungen für den öffentlichen Verkehr. Im Personenverkehr wurden 92,5 Mio. Franken erwirtschaftet, 1,1 Mio. Franken weniger als im Vorjahr. Im Güterverkehr wurden die Vorjahreseinnahmen um 3,4 % übertroffen. Das Ergebnis in der Sparte Personenverkehr war durch einen Ertragsrückgang aufgrund der anhaltenden Frankenstärke geprägt. Die RhB hat auf den Ertragsrückgang frühzeitig reagiert und wirksam Sparmassnahmen eingeleitet. Der Bund zahlte aus dem Konjunkturprogramm «Frankenstärke» eine Zusatzabgeltung von 3,8 Mio. Franken. Dieser Sondereffekt und die effizient umgesetzten Sparmassnahmen erlaubten, die erforderlichen Rückstellungen zu bilden, und führten zu einem Gewinn von 52 000 Franken. 2011 hat die RhB Abgeltungszahlungen für ungedeckte Betriebskosten von insgesamt 151,5 Mio. Franken von Bund und Kanton erhalten. Davon wurden 65,4 Mio. Franken für die Finanzierung des Personenverkehrs und 5 Mio. Franken für den Güterverkehr aufgewendet. Auf

Martin Gredig.

8

Leichte Abnahme im Personenverkehr.

die Infrastruktur entfiel eine Abgeltung von 81,0 Mio. Franken. Nebst diesen Beiträgen wurden der RhB zur Bewältigung des überdurchschnittlichen Investitionsbedarfes für die Substanzerhaltung der Infrastruktur zusätzliche Darlehen von 59 Mio. Franken ausgerichtet. Aufgrund der weiterhin hohen Investitionstätigkeit in allen Sparten sowie ausserordentlicher Wertberichtigungen in der Infrastruktur war im Berichtsjahr eine Kostensteigerung von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Kosten im Griff nD  ie Verkehrserträge im Personenverkehr betrugen 92,5 Mio. Franken. Gegenüber dem Vorjahr resultierte eine Abnahme von 1,2 %. n I m Autoreiseverkehr wurde ein Verkehrsertrag von 13,8 Mio. Franken erzielt, womit leicht über den bereits hohen Vorjahreswerten abgeschlossen wurde. nD  er Ertrag im Güterverkehr lag mit 19,8 Mio. Franken um 3,4 % über dem Vorjahr. nD  er Personalaufwand konnte bei 140,4 Mio. Franken stabilisiert werden. nS  owohl die Unterhalts- als auch die Sachaufwände lagen tiefer als geplant. Die eingeleiteten Kostensenkungsmassnahmen zeigten Wirkung. Investitionen für Substanzerhalt Die Investitionstätigkeit war mit 149 Mio. Franken hoch und im Wesentlichen eine Folge des Erneuerungsbedarfs. n I n der Infrastruktur wurden Investitionen von 97,5 Mio. Franken getätigt. Die Mittel wurden in den Substanz­ erhalt der Strecken, in Kunstbauten sowie in Stationsum- und -ausbauten investiert. Die Anpassung der Bahnübergänge an neue gesetzliche Vorschriften hat ebenfalls zur hohen Investitionstätigkeit beigetragen.

Güterverkehr: Ertrag leicht über dem Vorjahr.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

n Im

Bereich Verkehr wurde in die Erneuerung der Rollmaterialflotte investiert. Zusätzlich zu diesen Beschaffungsvorhaben wurden 52 Mio. Franken für Refitprogramme und für die Erneuerung der Güterwagenflotte eingesetzt. Die Finanzierung der Infrastruktur wurde durch Bund und Kanton in der Leistungsvereinbarung 2011 und 2012 zugesichert. Die Finanzierung des Rollmaterials erfolgte aus eingener Kraft, unter anderem durch die erstmalige Beanspruchung des Kapitalmarkts. Die RhB hat erfolgreich 25 Mio. Franken zu günstigen Konditionen als privatplatziertes 10-jähriges Darlehen aufgenommen.

Auch im 2012 wird der Fokus bei den Investitionen auf den Substanzerhalt der Infrastruktur sowie die Flotten­ erneuerung beibehalten. Es stehen weitere wichtige Planungsarbeiten zur Realisierung des neuen Albulatunnels an. Zudem werden im laufenden Geschäftsjahr die ersten neuen Stammnetz-Triebzüge für den Agglomerations­ verkehr im Grossraum Chur in Betrieb genommen. Erfolgsrechnung 2011 für die Periode vom 1. Januar bis 31. Dezember

Ausblick – Herausforderndes Jahr 2012 Per Ende März liegen die Gesamterträge der RhB über den Vorjahresergebnissen und auf Budgetkurs. Die RhB profitierte in den Wintermonaten von guten Schneeverhältnissen und dem damit verbundenen Ausflugsverkehr. Die Buchungsstände von europäischen Gästen auf den touristischen Angeboten Glacier und Bernina Express sind zurzeit verhalten und bestätigen somit das schwierige touristische Umfeld. Auch im Güterverkehr wird es sich weisen, inwiefern sich die Frankenstärke auf das Ertragspotenzial auswirkt. Entsprechend der soliden finanziellen Planung erwarten die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat trotz anspruchsvollen Rahmenbedingungen eine stabile Geschäftsentwicklung. Die intensive Marktbearbeitung und -ausweitung wird fortgesetzt und auf der Kostenseite werden die Massnahmen weitergeführt, um einer negativen Ergebnisentwicklung gegensteuern zu können. Die RhB geht zurzeit davon aus, dass die finanziellen Ziele 2012 erreicht werden.

Premiumzug Glacier Express: Buchungsstände verhalten.

Grosse Investitionen in den Substanzerhalt.

Auch der Bernina Express spürt die Frankenstärke.

3

9


Wandern mit den Steinböcken Gian und Giachen Von Vera Stiffler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Graubünden hat mit dem Steinbock eine eigenständige, authentische und charmante Werbeikone. Der Steinbock steht für die Berge, den wichtigsten Treiber für Ferien in Graubünden. Gleichzeitig sehen sich die Bündnerinnen und Bündner vom Steinbock repräsentiert. Er ist Teil des Kantonswappens und verkörpert Stolz, Authentizität und eine gesunde Portion Eigensinn. Aber wie vermarktet man einen Steinbock? «Enavant Grischun», so lautet seit 2008 die Kommunikationsoffensive von Graubünden Ferien und deren Partnern. Im letzten Jahr hat die RhB entschieden, eine überraschende, nachhaltige Kampagne zu konzipieren, die ein breites Publikum begeistert und gleichzeitig konkrete Angebote transportieren kann. Mit diesen hohen Anforderungen war es rasch klar, dass es ein Webprojekt wird. Das Webwandern war geboren. Konkret heisst das: nD  ie Bündner Steinböcke Gian und Giachen haben die Wanderungen der Via Albula/Bernina entlang der Bahnstrecke abgewandert und gefilmt. Daraus entstand mit 36 Stunden der längste Wanderfilm der Welt. Die aussergewöhnliche Strecke kann nun virtuell abgewandert werden: www.webwandern.ch nZ  iel der Plattform ist es, Wanderer – und natürlich auch jene, die es noch werden möchten – für eine reale Wanderung auf der Via Albula/Bernina zu begeistern. n1  0 Etappen auf 131 Kilometer, entlang dem UNESCO Welterbe. Ein Traum für Wanderer. Insgesamt 100 Hotspots mit Hintergrundinfos für Neugierige: Solisvia-

Übergabe der Wettbewerbspreise.

10

dukt, Landwasserviadukt, Palpuognasee, St. Moritz, Gletschergarten Cavaglia u.v.m. nJ  eder Zeitpunkt der Wanderung sowie alle Hotspots können über zahlreiche Social Media Kanäle geteilt werden. nG  ekoppelt an die Lancierung ist ein Gewinnspiel, bei dem insgesamt 50 RhB UNESCO Welterbe Pässe der 2. Klasse sowie als Hauptpreis eine Führerstandsfahrt verlost werden. Weitere Aktionen sind für 2013 und 2014 geplant. nD  a es eine Webkampagne ist, können wir jeden Schritt - gemäss definierten Zielen - messen. Seit dem 10. Mai sind wir mit der Webwanderplattform www.webwandern.ch live. Der Auftakt präsentierte sich in Zürich mit einer Medienkonferenz zusammen mit Graubünden Ferien. Am Abend läuteten die beiden Partner dann bei herrlichem, sommerlichem Wetter in der hippen Rimini Bar in Zürich den Bündner Bergsommer ein: Grilladen mit Schlangenbrot und Minicervelats, die Gäste in Wandertenue und trendige Hintergrundmusik mit dem Churer Musiker Luca Siseras stimmten die Gäste für Graubünden ein. Danach ging es mit Wanderleitern zu Fuss die 800 Meter entlang dem Schanzengraben zum Restaurant und Eventlokal Reithalle. Dort erwarteten die Gäste Essinseln mit Bündner Spezialitäten, riesige Bildschirme mit dem Webwanderfilm, Feldblumen als Dekoration, trendige Musik und eine überraschende Laudatio von 10vor10-Moderator Stephan Klapproth – ein Liebesgedicht an Graubünden.

Bar Rimini.


Gemeinsam für ein Top-Produkt Von Peider Härtli und Eugen Cantieni

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Aufgeteilt auf vier mal zwei Tage wurden insgesamt 120 Glacier Express-Gästebetreuer und -Betreuerinnen der Rhätischen Bahn, der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) und von Railgourmino SwissAlps (RGSA) im Umgang mit fremden Kulturen an Bord des Panoramazuges geschult. Die Ausbildung fand in Disentis/Mustér – an der Übergangsstelle von der RhB zur MGB – statt. Die Hintergründe der Weiterbildung sind einerseits die hohen Erwartungen der Glacier Express-Kunden an den persönlichen Service an Bord und andererseits die herausfordernde Wirtschaftslage. Um der weiterhin schwierigen Situation aktiv zu begegnen, bearbeiten RhB, MGB und RGSA mit vereinten Kräften intensiv neue Märkte. Voraussetzung für die optimale Betreuung von Gästen aus diesen fernen und zum Teil auch neuen Märkten ist das Verständnis für deren Bedürfnisse und Erwartungen. Besonders der Glacier Express mit einem Gästeanteil von rund 40 % aus dem asia­ tischen Raum erfordert von den Gastgebern eine besondere Sensibilisierung im Umgang, in der Betreuung und im Verständnis für diese Kulturkreise. Dabei

Einführung in die indische Kultur mit Pradeepa Anton.

Richtiges Verhalten …

ist keineswegs geplant, den Zugbegleitern und den Gastro-Serviceverantwortlichen die indische oder japanische Sprache beizubringen, sondern vielmehr fundamentale Regeln für die tägliche Arbeit an Bord dieses weltbekannten Panoramazuges zu erlernen. Die indischstämmige Pradeepa Anton führte die Glacier Express-Mannschaft in die Geheimnisse der indischen (Reise-) Kultur ein. Als Ziel dieser Schulung sollten sich die Glacier Express-Gastgeberinnen und -Gastgeber bewusst werden, mit welchen Erwartungen beispielsweise Inder die Schweiz als Reiseland wählen. Das Vermeiden von Missverständnissen aufgrund der besonderen indischen Verhaltensweise war ebenfalls Teil der Übungen. In einem zweiten wichtigen Kursteil wurde unter Leitung des Samaritervereins Disentis/Mustér das richtige Verhalten in einem Notfall trainiert. Unter Mitwirkung von Figuranten setzten sich die Kursteilnehmer mit möglichen Ereignissen auseinander und übten möglichst realitätsnah Erste Hilfe, Evakuation, Betreuung und Kundeninformation unter Stress.

… im Notfall.

11


Stärkere Präsenz in neuen Märkten Von Piotr Caviezel

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Das Vertriebsteam der RhB hat die Weichen gestellt: Mit der neuen Strategie und erhöhtem Budget will die RhB neue Märkte wie Indien und Österreich erschliessen sowie Aktivitäten in aufstrebenden Ländern wie China, Korea, Japan, Tschechien und Polen stärken. Das Ziel ist klar: die Abhängigkeit von den Europäischen Märkten reduzieren und damit das Euro-Klumpenrisiko minimieren. Drei neue Gesichter sorgen seit kurzem für mehr Fahrt im Marktbearbeitungsteam: Vinita Vasu vertritt die RhB neu in Mumbai (Indien), Jacky Zhu in Shanghai (China) und Patricia Huber verstärkt das Märkteteam in Chur. Die stärkere Präsenz in neuen Märkten entspricht der Strategie, die Abhängigkeit von den Euro-Ländern zu verringern. Das vom Geschäftsbereich Vertrieb erarbeitete Konzept wurde noch 2011 von der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat verabschiedet. «Mit gezielten Massnahmen wollen wir unsere Aktivitäten diversifizieren sowie die Erschliessung neuer Märkte in Angriff nehmen – und damit am Wachstum von aufstrebenden Märkten partizipieren», sagt Martin Sturzenegger, Leiter Vertrieb und Marketing. «Gemeinsam mit unseren Partnern Davos Klosters Tourismus und Engadin St. Moritz Tourismus wollen wir in einem weiteren Schritt die Angebote der RhB und die Feriendestination Graubünden in Wachstumsregionen bekannter machen.» Lehrjahr 2011 2011 hielt der schwache Euro viele Gäste aus den ausländischen Hauptmärkten Deutschland und Italien von den RhB-Schienen fern. Der starke Franken verteuerte Ferien in der Schweiz. Allerdings verzeichneten bei-

Martin Sturzenegger berät am Workshop in Prag potenzielle Kunden.

12

Das neue Gesicht bei Marktbearbei­tung Schweiz/International: Patricia Huber im Verkaufsgespräch mit einer Ein­käu­­ferin von einem tschechischen Reiseveranstalter.

spielsweise die Jungfraubahnen im selben Jahr einen Besucherrekord – vor allem dank den asiatischen Gästen. Nach einer sorgfältigen Analyse des Marktumfelds erarbeitete die RhB darum eine neue Strategie, um im Ausland neue Märkte zu erschliessen und bestehende auszubauen. «Der Einsatz der neuen Sales Repräsentanten in Indien und China ist dabei nur eine Massnahme, um die gesteckten Ziele zu erreichen», sagt Sturzenegger. Netzwerk pflegen: Zwei konkrete Aktivitäten Workshop in Prag Über 65 Reiseveranstalter aus ganz Tschechien trafen sich am 16. Mai in Prag für einen Workshop von Schweiz Tourismus. Bei persönlichen Gesprächen knüpften Patricia Huber, Martin Sturzenegger und Piotr Caviezel Kontakte und tauschten Informationen aus. Im Anschluss an den Workshop begrüssten die Veranstalter der Swiss Business Party Unternehmer und weitere Vertreterinnen und Vertreter der Schweizer Handelskammer. Asia Pacific Workshop Rund 120 Reisefachleute aus Asien, Australien und Neuseeland trafen sich vom 19. bis 21. Mai 2012 am Asia Pacific Workshop (APW) in Zürich. Den Anlass hatte Schweiz Tourismus organisiert. Um die Angebote der Rhätischen Bahn und von Graubünden besser kennenzulernen, reiste eine Gruppe aus Beijing vor dem APW nach St. Moritz und via Tirano bis Lugano. Eine zweite Gruppe aus Hong Kong benutzte den Bernina Express von St. Moritz nach Tirano und wieder zurück. Eine weitere Delegation aus Japan und Korea erlebte zudem im Anschluss an den Workshop eine Fahrt mit dem Glacier Express.

Reto Rostetter wirbt um neue Fahr­gäste aus den aufstrebenden asia­tischen Märkten.

Die neuen Sales Repräsentanten Vinita Vasu aus Indien und Jacky Zhu aus China, unterwegs mit dem Bernina Express.


100 Jahre Chur – Disentis: Auftakt mit Jubilok Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Am 16. und 17. Juni 2012 feierte die Rhätische Bahn das 100-jährige Bestehen der Strecke Chur – Disentis/ Mustér – und mit ihr die ganze Surselva. Zum Auftakt des Jubiläumsfestes präsentierte die RhB gemeinsam mit dem bekannten Publizisten aus der Surselva, Iso Camartin, die speziell bemalte Jubiläumslok, welche im ganzen Kanton auf diesen Anlass aufmerksam machte. Regionale Organisationskomitees planten entlang der Strecke originelle Veranstaltungen für die Besucherinnen und Besucher und die RhB lockte mit «Einfach für Retour» zum Fest. Lok 630 lockt im Jubilook Für den Jubiläumsanlass hat die RhB die Lokomotive Ge 4/4 II 630 «Trun» mit dem Jubiläumslogo «100 Jahre Chur – Disentis»/«100 onns Cuera – Mustér» versehen. Die Jubilok wurde am 23. Mai 2012 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Für die kleine Feier in Chur konnte mit Iso Camartin ein weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannter Bündner mit Surselva-Wurzeln gewonnen werden. Camartin und Leiter Vertrieb und Marketing der RhB, Martin Sturzenegger entliessen die Lok in Chur als Werbeträgerin aufs Bündner Schienennetz. Sturzenegger: «Mit ihrer Präsenz wird sie im ganzen Kanton auf das Fest aufmerksam machen und am 16. und 17. Juni 2012 möglichst viele Besucherinnen und Besucher in die Surselva locken».

Abenteurer kamen ebenso auf ihre Rechnung wie Familien und Geniesser von Kulinarik und Unterhaltung. Grosse Beachtung durften Marie Louise Werth und ihre 17 Musiker erfahren, als sie auf der «Rollende Konzertbühne» an den verschiedenen Bahnhöfen eine halbe Stunde ihre Hits zum Besten gaben. Verschiedene Erlebniszüge entführten die Besucherinnen und Besucher von einem Fest zum anderen. Auf ganz besonderes Interesse stiess die erstmalige Beleuchtung der einzigartigen Rheinschlucht bei Versam am Samstagabend. Einfach für Retour An den Festtagen galt das Motto «Einfach für Retour» für Fahrten ab allen Bahnhöfen der RhB nach Chur oder/ und Reichenau-Tamins. Das Spezialbillet für 10 Franken (Basis Halbtax) galt an den Festtagen als «Generalabonnenment» auf der ganzen Strecke zwischen Chur und Disentis/Mustér in allen Regel- und Extrazügen (ausgenommen Glacier Express). Kinder bis 16 Jahren mit Juniorkarte und in Begleitung eines Eltern- oder Grosselternteils fuhren gratis mit.

Ein Fest für und mit der Bevölkerung Zu Recht, denn an diesem Wochenende wurde zwischen Chur und Disentis/Mustér ein attraktives Programm geboten. Regionale Organisationskomitees überraschten die Gäste mit originellen Festen an ihren Bahnhöfen.

Geni Rohner und Vera Stiffler.

Martin Sturzenegger, Iso Camartin und Peider Härtli (v.l.n.r.).

13


Interview mit Pyrokünstler Thomas Heim Von Eugen Rohner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Zur 100-Jahrfeier der Strecke Chur – Disentis/Mustér hat die Rhätische Bahn am 15. und 16. Juni die Ruinaulta bei Versam in ein besonderes Licht gerückt. Verantwortlich für die Inszenierung war der bekannte Pyrokünstler Thomas Heim der Firma Hamberger. Geni Rohner hat im Vorfeld des Jubiläums mit ihm gesprochen. Eugen Rohner (ER): Die Beleuchtung der Rheinschlucht ist ja eine besondere Herausforderung. Wo liegen die Tücken? Thomas Heim (TH): Das Besondere an dieser Inszenierung ist die Montage der Effekte im sehr steilen Gelände, welches nur schwer zugänglich ist. Da wir bis zu 15 Positionen haben, welche mit Effekten bestückt werden, müssen wir auch per Boot über den Rhein setzen, um zu den vorgesehenen Standorten zu gelangen. ER: Wie viele Personen stehen am Samstagabend im Einsatz? Welche Aufgaben hat jeder? TH: Es werden 8 Personen im Einsatz stehen. Wobei am Abend selbst braucht es nur zwei Personen, welche die Projektionen sowie das Fernauslösen der Beleuchtung bedienen. ER: Ist die Brandgefahr in einem Naturschutzpark ein Thema? Welche Sicherheitsmassnahmen wurden ein­geleitet? TH: Die Brandgefahr ist nicht unbedingt ein Thema. Wir waren bereits ein Jahr vorher vor Ort und haben die Umgebung aufgenommen und die möglichen Standorte bereits so beurteilen können wie wir es dann Mitte Juni auch effektiv antreffen werden. Nun ist es aber so, dass wir keine Effekte einsetzen, welche vom Boden in die Höhe weggeschossen werden und somit fast nicht kontrollierbar wären. Alle Effekte werden am Boden auf felsigem Untergrund mit entsprechender Sicherheitsdistanz zu brennbaren Materialien fixiert. Es werden zum Teil mit Spaten kleinere Furchen gemacht, damit beim Abbrand die zum Teil entstehende Schlacke aufgefangen

wird. Es entstehen keine Abfälle und wir bringen kein Material in den Park resp. in den Fluss ein. Nach der Beleuchtung wird das gesamte Restmaterial wie die Empfänger und Halterungen wieder eingesammelt. ER: Wird das bengalische Licht bei der Firma Ham­berger präpariert? TH: Alle eingesetzten Effekte sind aus unserem Haus resp. werden bei uns grösstenteils noch selber hergestellt. ER: Wie viele Mitarbeiter hat die Firma Hamberger? Seit wann gibt es die Firma? TH: Wir sind zur Zeit 23 festangestellte Mitarbeiter; zudem haben wir eine permanente Zusammenarbeit mit einem regionalen Behindertenheim sowie 6 bis 8 Heimarbeitern. Die Firma gibt es seit 1863 und interessanterweise begann alles mit Beleuchtungen wie z. B. den Giessbachfällen in der Nähe bei uns am Brienzersee. Übrigens machen wir genau diese Beleuchtungen nun wieder seit zwei Jahren am selben Ort wie anno 1863 … ER: Stammt das Material aus China? Werden Feuerwerkskörper in der Schweiz individuell (gemäss Kundenwunsch) zusammen gestellt? TH: Wie bereits erwähnt, ist das Material welches in der Schlucht von Versam eingesetzt wird, alles made by Hamberger. Als Feuerwerksfirma haben wir natürlich (wie jede in dieser Branche tätige Firma) aber auch unsere Lieferanten in China, welche für uns die speziellen Effekte, wie man sie an Seenachtsfesten und dergleichen Feuerwerken sieht, herstellen. Da wir aber als Hersteller auch selber über das nötige Knowhow verfügen, stellen wir viele Effekte auch selbst her. Somit können wir für praktisch alle Anlässe auch massgeschneiderte Lösungen anbieten. ER: Welches war bisher die grösste Herausforderung? TH: Es gab schon sehr viele Projekte welche uns vor Herausforderungen stellten. Sei es im Hochgebirge (Jung-

Thomas Heim.

14


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

fraujoch/Schilthorn bei den Dreharbeiten zu 007 usw.), auf den Seen für die ganz grossen Feuerwerke wie früher das Fête de Genève oder das Zürifäscht. In letzter Vergangenheit waren es aber auch Anlässe wie ein Schaffusia, wo wir eine Eisenbahnbrücke auf einer Länge von ca. 80 Meter mit einem grossen Silberwasserfall bestückten, welcher dann bis auf das Wasser runter fiel. Für die Eröffnung des Nationalstadions in Bern haben wir Tage zum voraus die Linien des Spielfelds mit kleinen Blinklichtern bestückt und auf einen Schlag über 2000 Blinker gezündet, welche das Spielfeld nachgezeichnet haben. Aber auch kleinere Anfragen sind für uns manchmal schwierig umzusetzen, da der Kunde zum Teil auch Wünsche einbringt, die wir unter Berücksichtigung der Sicherheit versuchen entsprechend umzusetzen. ER: Welches war das schönste Feuerwerk? Gibt es Bilder davon? Wie lange dauerte das längste Feuerwerk? TH: Es gibt viele schöne Feuerwerke die wir im Verlaufe der letzten Jahre gemacht haben. Je nach Szenario des Ortes oder des Platzes wirken die Feuerwerke sehr unterschiedlich. Wenn wir auf dem Wasser schiessen, dann hat man oftmals Spiegelungen vom Effekt im Wasser, was natürlich zusätzlich für schöne Stimmung sorgt. Wir haben eine Vielzahl von Bildern und produzieren auch jedes Jahr einen schönen Feuerwerkskalender mit den aktuellsten Feuerwerksbildern. Das längste Feuerwerk, das wir geschossen haben, dauerte ca. 40 Minuten Aber für das Publikum sind solch lange Feuerwerke relativ anstrengend zum Zuschauen. In der Regel dauern die ganz grossen Feuerwerke nicht länger als 30 Minuten. ER: Die Technik verbessert sich ja laufend. Welche Entwicklung gab es bei den Feuerwerken? Was wird in den nächsten Jahren noch umgesetzt ? TH: Seitens der Technik gibt es grosse Fortschritte im Bereich des Zündmaterials d. h. mit den modernen

Funkzündanlagen ist man in der Lage, aus weiter Distanz die Effekte auszulösen ohne Kabelverbindungen herstellen zu müssen. Auf der Seite der Pyrotechnik gibt es noch gewisse Wünsche, welche man versucht zu erfüllen. ER: Gab es schon Unfälle? TH: Unfälle von professionellen Feuerwerken gab es in den letzten Jahren in der Schweiz zum Glück keine. Unfälle aus Fabriken in China gibt es trotz den erhöhten Sicherheitsstandards und Qualitätskontrollen immer wieder (im Schnitt alle zwei Jahre). Unfälle mit herkömmlichen Kleinfeuerwerksartikeln gibt es aber öfters, da die Leute oftmals die Sicherheitshinweise nicht beachten oder irgendwelche Böller oder ähnliches selber herstellen wollen. ER: Welchen Tipp gibt es vom Fachmann für den Besuch eines Feuerwerks? Wo sind die besten Standorte? Was sollte sonst noch beachtet werden? TH: Es gibt für jedes Feuerwerk einen Mindestabstand, den der Feuerwerker gegenüber dem Zuschauer einhalten muss. Ich empfehle jedem Zuschauer mindestens 400 Meter weit weg zu stehen, um das Feuerwerk aus Sicht eines Weitwinkelobjektivs betrachten zu können. Erst aus dieser Perspektive kann man die Gesamtheit eines Feuerwerks erfassen und geniessen. Wenn ein Feuerwerk alljährlich stattfindet, dann empfehle ich auch den Standort zum Zuschauen mal zu wechseln, d. h. vielleicht aus einer grösseren Entfernung auf einem erhöhten Standort das Feuerwerk zu schauen etc. ER: Licht und Feuerwerk, ist das die neue Formel? In der Rheinschlucht sind ja auch Licht-Projektionen geplant. TH: Für uns im Speziellen werden wir vermehrt mit Pyrotechnik und Projektionen arbeiten, weil wir ein zusätzliches Element einbringen können welches eine schöne Kombination darstellt.

15


Impressionen 100 Jahre Chur–Disentis Bilder von Andy Mettler, swiss-image und diverse

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

16


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

17


Verkauf 2015 Von Jolanda Picenoni und Victor Zindel

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Seit 2011 erarbeitet eine Arbeitsgruppe des Vertriebs unter dem Projekttitel «RhB – Verkauf 2015» Ziele und Massnahmen, um die Performance der Verkaufsmitarbeitenden zu steigern. Dabei wurden als erstes unsere Vision wie auch die RhB Leitsätze erarbeitet. InfoRetica Nr. 3/2011 hat darüber berichtet. In der Fläche wurde seither viel trainiert. An Verkaufsschulungen konnten sich die Mitarbeitenden das Rüstzeug erarbeiten.

Unsere Leiter Verkauf bzw. Leiter Bahnhöfe haben im März mit Unterstützung von NZP, eine eigene RhB Verkaufstorte «gebacken». Sie umfasst vier Stockwerke und ist mit sämtlichen Verkaufszutaten bestückt (siehe Abbildung). Dank dieser Verkaufstorte entwickeln nun alle Verkaufsmitarbeitenden das gleiche Verkaufsverständnis und können ihre eigene Leistung besser einstufen.

Vision: «Die Rhätische Bahn hat im 2015 das beste Verkaufsteam aller Schweizer Bahnen und begeistert mit Verkaufsstärke, Kompetenz und Enthusiasmus».

Trainings on the Job Mit «training on the job» stärken wir die Verkaufsleistung jedes einzelnen Verkaufsmitarbeiters. Der jewei­ lige Vorgesetzte schult seine Mitarbeitenden mehrmals pro Jahr und führt mehrere Verkaufsgespräche mit den Mitarbeitenden durch. Als Auswertungstool steht ihm/ ihr dabei der «training on the Job Bewertungsraster» zur Verfügung. Stetes Training steigert die eigene Verkaufsleistung. Und bekanntlich trainieren auch gestandene Profis täglich (wie z. B. Roger Federer, HCD oder Shakira)!

Das Projekt Verkauf 2015 – ist nach der letztjährigen Einwärmphase nun definitiv im Startdrittel. Folgende Schwerpunkte sind für 2012 gelegt: Neuer Verkaufsschulungspartner – NeumannZanetti & Partner (NZP) NeumannZanetti & Partner wurde von der RhB als neuer Schulungspartner für Verkaufsschulungen und -support bestimmt. Mit NZP haben wir einen starken Partner an unserer Seite und gemeinsam wurden spezifische RhB Verkaufsschulungsinhalte definiert. Im 2012 absolvieren nun alle RhB Verkaufsmitarbeitende zwei Verkaufskurse (1. Teil: sympathisch verkaufen/2. Teil: clever verkaufen, um Schweizermeister zu werden!). Vor, zwischen und nach den Schulungen haben die Verkaufsmitarbeitenden den Auftrag, das erlernte Wissen täglich in ihren Berufsalltag einfliessen zu lassen. Die beiden Verkaufsprofis von NZP, Philip Eicher und Adrian Stalder, haben ein grosses «Knowhow» bzw. «Do-how» und geben viele hilfsreiche Anregungen und Tipps, wie profimässig Bahndienstleistungen zu verkaufen sind.

Philip Eicher, NeumannZanetti & Partner.

18

Infoportal, 3. Spalte Im Juni wird auf dem Infoportal (online Portal) die «3. Spalte» eingeführt. Ein Meilenstein. Dank diesem Hilfsmittel verfügen die Bahnhöfe neu über eine zentrale Ablage, wo sämtliche Informationen zu einem Produkt/Angebot abrufbar sind. Neu sind 40 Produktebeschriebe verfügbar, zusätzlich sind alle Kreisschreiben (KAT), alle PM-Weisungen und weitere Informationen an einem Ort schnell und aktuell abrufbar. Patricia Breitenmoser, Leiterin Railservice, hat dies zusammen mit Thomas Glükler, Produkt Management, koordiniert und diverse Schritte unternommen um dies möglich zu machen.

Marco Caviezel und Urs Mader, Ilanz.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Kennzahlen Cockpit Vertriebsleistungen Die Bahnhöfe verfügen heute über kein Kennzahlen Cockpit Vertriebsleistungen. Einzig umsatzrelevante Daten werden erfasst und ausgewertet. Dem wird jetzt Abhilfe geschaffen. Zur Zeit ist V-GR mit Unterstützung von F-RW-V/P an der Erarbeitung eines Kennzahlen Cockpits. In wenigen Wochen liegt dieses vor. Dadurch wir die Messbarkeit der einzelnen Bahnhöfe gewährleistet und ein Vergleich unter allen Bahnhöfen wird möglich. Rekofahrten Glacier und Bernina Express Wer die eigenen Produkte selber erlebt hat, kann sie kompetent und sicher verkaufen. Die Verkaufsmitarbeiter sind aufgefordert unsere beiden Premiumzüge selber zu erkundschaften. Ein attraktives Angebot steht ihnen zur Verfügung. Nun gilt es einfach diese Chance zu nutzen. Stellenbeschriebe Die Stellenbeschriebe für alle Verkaufsmitarbeiter und deren Führungskräfte sind überarbeitet und angepasst. «Verkauf 2015»-Anforderungen sind ebenfalls eingeflossen. Die neuen Stellenbeschriebe sind Bestandteil des neuen Mitarbeitergesprächs (MAG). Leitsätze leben Ob alle Beteiligten die Leitsätze zukünftig richtig einsetzen und leben, werden uns unsere Kunden aufzeigen. Denn sie sind davon betroffen. Unsere Mitarbeitenden sollen lernen, die ihnen zur Verfügung stehenden Leitsätze richtig einzusetzen und dadurch unsere Gäste und Kunden zu überraschen. Es sind die kleinen Dinge im Leben, welche zukünftig das PLUS ausmachen. Erfolg haben werden all jene Mitarbeiten-

Leiter Verkauf Bahnhof am Multiplikatorentag.

den, welchen es gelingt, den Kunden ihre Leidenschaft und Freude am Tun zu übermitteln und so dem Gast einen Mehrwert zu schaffen. Wenn es uns gelingt, in der kurzen Zeit, in welcher unser Kunde am Schalter steht, zu begeistern und wenn möglich Mehrwert zu schaffen, sind wir bereits einen grossen Schritt weiter auf dem Weg zum Schweizermeister Titel. Mystery Testing Railplus 2012 Noch ist es ein langer Weg zum Schweizermeister Titel. Eine Bewährungsprobe steht bereits ab August vor uns. Zwischen August und Oktober 2012 findet erneut ein Mystery Testing von Railplus statt, an welchem wir ebenfalls wieder teilnehmen. Nachdem wir vor 2 Jahren den Schlussrang belegt haben, wollen wir bei diesem Testing punkten, und zwar richtig.

«Das Unmögliche ist oft das, was noch niemand versucht hat.» 

(Johann Wolfgang von Goethe)

Unmöglich ist es nicht, erfolgreich sein zu wollen – aber der Wille und die Leidenschaft erfolgreich zu verkaufen, ist der Weg zum Erfolg und so zum Schweizermeister mit Verkauf 2015.

Multi plikatorentag in Klosters.

19


100 Jahre Billettpresse – 20 Jahre Kinderbillette Von Giusep Collenberg

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Gemäss Protokoll der Direktion vom 26. September 1911 wurde damals der Antrag gestellt, die einfache Billettdruckmaschine mit Handbetrieb aufgrund des gesteigerten Bedarfs an Billetten durch eine neuere Maschine zu ersetzen. Die vorhandene einfache Handmaschine sollte als Reserve behalten werden. In der Ausgabe des 25. Geschäftsberichts der Rhätischen Bahn, Ausgabe 1912, ist unter den Betriebsausgaben die Anschaffung einer neuen Billettdruckmaschine aufgeführt. Somit ist die Rhätische Bahn seit 100 Jahren im Besitz der Fahrkartendruckpresse (Goebel Darmstadt). Wenn das nicht einmal ein Grund für etwas Besonderes ist, dachte ich mir. Ich bin Giusep Collenberg, seit 1991 Billettdrucker im Verwaltungskeller der Rhätischen Bahn und Leiter der Hausdruckerei. Geschichtliches zum Billettwesen Früher wurden die Zugbillette auf einen Zettel oder auf einen Karton in Form einer Quittung geschrieben. Die Abrechnung war schwierig und mühsam. Thomas Edmondson (1792–1851) wurde 1836 Stationsvorsteher der kleinen Station Milton an der neu eröffneten Eisenbahnlinie Newcastle – Carlisle in England. Er nummerierte den geschnittenen Karton und reihte diesen gemäss den verschiedenen Bestimmungen im Fahrkartenschrank ein. Die Abrechnung war somit einfacher und die Billettausgabe verlief rascher. So entstand das Billett-Kastensystem, wie wir es heute noch kennen. Edmondson ist auch der Erfinder des nach ihm benannten und bis in die 1980er Jahre überall verbreiteten Fahrkartensystems und der Edmondsonschen Fahrkartendruckpressen. Seit 1912 werden die Edmondsonschen Kartonbillette bei der RhB auf unserer Jubilarin, der Billettdruckpresse

Der Drucker und der Künstler: Giusep Collenberg und Jörg Binggeli.

20

100 Jahre Billettpresse.

Goebel Darmstadt, gedruckt. Deren Stundenleistung beträgt zwischen 6 000 und 8 000 Billette, je nach Karton und Text. Der Jahresdurchschnitt betrug bis 2007 zwischen 500 000–750 000 Kartonbillette. Die Chronik der Edmondsonschen Billette Seit dem 10. Dezember 2006 dürfen die Edmondsonschen Billette für den direkten Verkehr, gemäss einem Schreiben des Billettwesens SBB Bern, nicht mehr gedruckt werden. Seit dem 9. Dezember 2007 dürfen keine Edmondsonschen Billette mehr im direkten Verkehr verkauft werden. Seit dem 9. Januar 2008 werden die Edmondsonschen Billette im direkten Verkehr bei den SBB, der Post und bei fremden Bahnen nicht mehr als Fahrausweis anerkannt. Bei der Rhätischen Bahn sind sie im internen Verkehr noch immer gültig. Einzelne Verkaufsstellen sind noch mit gewöhnlichen Edmondsonschen Billetten ausgerüstet. Z. B. mit Schlittelbilletten, Spezialbilletten und Kinderbilletten. Die Edmondsonschen Billette wurden durch die 90 neuen Billettautomaten abgelöst; bei den Verkaufsstellen durch die elektronischen Fahrkartendrucker Prisma2. Die Billettdruckerei der Rhätischen Bahn in Chur ist seit 2000 mit zwei Thermo/Direktfahrkartendruckern ausgerüstet und kann somit fast alle Spezialbillette in den Formaten Mehrfahrtenkarte kurz, Mehrfahrtenkarte lang und Abo-Format produzieren. Bei den Kunden sogar je nach Grösse und Qualität mit eigenem Logo. Somit ist die Ära der Fahrkartendruckpresse nicht ganz vorbei; doch auch bei der RhB bestimmt die elektronische und digitale Zeit die Zukunft des Billettwesens. 20 Jahre Edmondsonsche Kinderbillette Auf Anregung und Wunsch von Agnes Grünenfelder,

80 Jahre …


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

habe ich 1992 die ersten Kinderbillette entworfen. Ich habe verschiedene Symbole, Motive, Lokis, ja sogar ein altes RhB Briefkopf-Klischee zurecht gefräst und angepasst. Die Höhe muss genau eine Schrifthöhe von 16 2/3 Cicero (Typografisches Mass 23.5–24 mm) haben, damit man es Drucken kann. Seit 1992 sind mehr als 2 Millionen Kinderbillette in den Zügen und am Billettschalter an unsere zukünftigen Kunden verteilt worden. Da Jubiläen immer etwas Spezielles sind, habe ich immer mit dem Gedanken gespielt, auf diese zwei 100-jährigen Jubiläen im Jahr 2012 hin etwas Aussergewöhnliches herzustellen. Ich habe mit dem Lokführer Jörg Binggeli (Künstlername Jöbi) Kontakt aufgenommen und ihm meine Vision geschildert; denn ich wusste, dass er ein sehr guter Zeichner ist. Er hat die vier Zeichnungen in Originalgrösse A4 Format gemalt. Nachher konnten wir vier Kunststoffklischees bei der Firma Aeschbacher in Worb produzieren lassen, die für uns ferner die verschiedenen bunten Billettkarton herstellen. Am Jubiläumsfest vom 16. und 17. Juni 100 Jahre Chur – Disentis in Ilanz gelangten die neuen Kinderbillette zum ersten Mal zum Einsatz. Wir haben uns schliesslich, nach einer ausgiebigen Absprache für folgende vier Zeichnungen entschieden: Vier Jahreszeiten und mögliche Aktivitäten für Familien mit der RhB. Die besondere Herausforderung war, die Zeichnungen so einfach wie möglich zu gestalten, damit sie auf der Billettgrösse von 2,5 × 3 cm verkleinert auch noch gut sichtbar sind. Dies ist gut gelungen. So hoffe ich, dass viele Kinder in Zukunft Freude an diesen Billetten haben und damit schöne Erinnerungen an die RhB mit nach Hause nehmen.

…Kinderbillette.

Und sie funktioniert.

Thomas Edmondson (1792–1851) war der Erfinder des nach ihm benannten und bis in die 1980er Jahre überall verbreiteten Fahrkartensystems, der Edmondsonschen Fahrkarte, fälschlicherweise auch oft Edmonsonsche Fahrkarte genannt. Die damals übliche Ausgabe von kleinen Zetteln als Fahrausweise, von der Postkutschenzeit übernommen, befriedigte ihn nicht und er begann ein neues Fahrkartensystem zu entwickeln. Fahrkartenschrank im DB-Museum in Nürnberg Um eine bessere Kontrolle, Abrechnung und Prüfung der verkauften Fahrscheine zu haben, baute er eine Maschine zusammen, welche kleine Pappkartone mit dem Format 30,5 mm × 57 mm (13/16“ × 2¼“) und ca. 580 g/m² Gewicht bedrucken und nummerieren konnte. Daneben einen Kasten, in welchen die Billette aufbewahrt wurden und eine Datumspresse, mit welcher die Fahrscheine datiert werden konnten. Schon bald übernahmen einige andere Stationen auf seiner Linie dieses System. Auch Captain Law, der leitende Direktor der Manchester und Leeds Railway erkannte die Möglichkeiten dieses revolutionären Systems und stellte darauf Thomas Edmondson als Direktor an. Dieser führte sein System auf allen Stationen dieser Bahn ein. Die Bauart des Fahrkartenautomaten und der Datumpresse war von Anfang an gelungen, nur die sehr komplizierten Maschinen für Druck und fortschreitende Nummerierung der Billette waren erst das Ergebnis allmählicher Verbesserungen. Heute werden Edmondsonsche Fahrkarten fast nur noch von Museumsbahnen verwendet.

Giusep Collenberg mit seinem Stand am Jubiläum «100 Jahre Chur – Disentis».

21


Bahnprojekte in der Surselva Von Gian Brüngger

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Die Lukmanierbahn Mit dem Bau und der Eröffnung der Eisenbahnlinie Rorschach – Chur im Jahre 1858 bestand bereits das Vorhaben, diese über Chur hinaus und dem Lukmanier Richtung Süden nach Italien zu verlängern. Ja selbst die Linie Rüti ZH – Rapperswil – Uznach – Sargans ist mit dieser Absicht gebaut worden. Die als Normalspurbahn projektierte Linie wäre durch die Ruinaulta über Ilanz bis Disentis mehrheitlich der heutigen RhB-Linie gefolgt und dann links Richtung Lukmanierpass abgeschwenkt. Bei der Vision einer Eisenbahnverbindung über die Alpen hatten die Bündner die Nase vorn: 1845 legte Richard La Nicca ein erstes Projekt vor und beantragte eine Konzession für den Bau einer Eisenbahn durch den Kanton Graubünden über den Lukmanier. 1847 unterzeichneten die Schweizer Kantone St. Gallen, Graubünden und Tessin einen Staatsvertrag mit dem Königreich Sardinien, der den Bau der Lukmanierbahn zum Ziel hatte. Doch sowohl dieser wie auch allen anderen Bündner Varianten (San Bernardino und Splügen) war kein Erfolg beschieden. Der Bündner Ingenieur Richard La Nicca arbeitete in den folgenden Jahren unermüdlich weiter für das Lukmanier-Projekt. Insbesondere wollte er, dass die Südostbahn-Gesellschaft, welche als Vorgängerin der Vereinigten Schweizerbahnen die Linie von Rorschach nach Chur baute, sich verpflichtete, die Konzession der Lukmanier-Bahn bis zur Grenze gegen den Kanton Tessin zu übernehmen, damit die Lukmanier-Bahn nicht zerrissen werde. Im Jahre 1853 entschied der Grosse Rat des Kantons Graubünden gegen La Nicca. Dies hinderte ihn nicht, die Kammer des Königreiches Sardinien noch im gleichen Jahr für die Lukmanier-Bahn zu gewinnen und so kam durch den Beitritt des Kantons Tessin die Konzession der Südost-Lukmanier-Gesellschaft bis zum Herbst 1853 dennoch zustande. Wie schon erwähnt, führte diese nicht zum Erfolg, da überwiegende gesamtschweizerische Interessen

22

schliesslich in den Jahren 1869 und 1871 den Ausschlag zu Gunsten des Gotthards gegeben haben. Der Gotthard war erst im Jahre 1852 mit dem Lukmanier in Konkurrenz getreten. Auch das in letzter Stunde von La Nicca vorgeschlagene Fusionsprojekt Amsteg – Disentis – Biasca vermochte die Niederlage nicht aufzuhalten. Die Linie Reichenau – Disentis Nach dieser Absage war es dann lange still mit Eisenbahnprojekten in der Surselva. Drei Vorstösse in den Jahren 1874, 1883 und 1889 scheiterten immer wieder im Grossen Rat. Am 5. April 1890 reichte der Ingenieur Marchion aus Valendas ein Konzessionsgesuch für die Linie Reichenau – Ilanz beim Bundesrat ein. Er hatte für die Linien keine genaueren Pläne ausgearbeitet, liess es offen ob Normal- oder Schmalspur und schlug vier Varianten vor: 1. Führung grösstenteils dem Rhein entlang, 19 km, 3,1 Mio. Franken 2. R  echtsrheinisch über Versam und Valendas, 22,5 km, 3,4 Mio. Franken 3. L inksrheinisch über Reichenau – Trin Mulin – Sagogn – Schluein, 25,3 km, 4,3 Mio. Franken 4. Ähnliche Linienführung wie 3, aber mit weniger Statio­ nen, Reichenau – Con – Ilanz, 24 km, 4 Mio. Franken Der Initiant favorisierte die Rheinlinie, da diese für einen Dampfbetrieb eine Steigung von lediglich 7 ‰ aufwies. Eine Fortsetzung bis Disentis sah er auch vor, was vor allem der Kleine Rat (Regierung) sehr begrüsste. Der Kleine Rat schrieb dem Eisenbahndepartement, er möge aus strategischen Gründen und im Hinblick auf eine Normalspurbahn, auf eine Linie von mehr als 27 ‰ verzichten. Mitte des Jahres 1894 war Marchion im Besitze einer Konzession für eine Bahnlinie Reichenau – Disentis. Nachdem im Jahre 1896 die RhB-Linie Landquart – Chur – Thusis als Schmalspurbahn in Betrieb kam, trat Marchion seine Konzession der RhB ab.


Relaunch Intranet Von Simon Rageth

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Das Intranet der RhB ist nun achtjährig und in die Jahre gekommen. Die Umsetzung eines neuen Intranetauftritts ist unterdessen in vollem Gang. Die Vorbereitungsarbeiten und die Planung laufen bereits seit längerem. Noch im Herbst 2012 soll das neue Intranet der RhB aufgeschaltet werden. Alle Geschäftsbereiche sind in das Projekt «Relaunch Intranet» eng eingebunden. Ziele sind unter anderem, die Kommunikationsplattform Intranet zu stärken, Dokumente einfacher auffindbar zu machen, die Menüstruktur zu vereinheitlichen und den Redak­tionsprozess klar zu definieren. 2011 wurde RhB-intern eine Umfrage zum bestehenden Intranet gemacht. Sehr geschätzt am bisherigen Auftritt werden insbesondere die aktuellen Newsbeiträge sowie das schnelle Auffinden der Geschäftsbereiche. Als nicht gut beurteilt wurden unter anderem die Dokumentsuche sowie die uneinheitliche Gestaltung der Unterseiten. Das neue Intranet soll nicht alles Bisherige auf den Kopf stellen, sondern die positiven Punkte des bestehenden Auftritts beibehalten und punktuell einige Verbesserungen herbeiführen. Neue Dokumentsuche und mehr News Das aktuelle Intranet hat die Schwäche, dass Dokumente nur gefunden werden können, wenn der Mitarbeitende weiss, wo sie abgelegt wurden. Neu wird das Intranet zusätzlich eine Dokumentsuche enthalten, mit welcher nach inhaltlichen, formalen und organisatorischen Kriterien die Dokumente gefunden werden können. Die zweite wichtige Anpassung umfasst die News. Der bestehende Bereich «Aktuell» bleibt vorhanden. Ergänzt wird dieser aber mit Neuigkeiten aus den Geschäftsbe-

Florian Ambauen (vorne) und Simon Rageth.

reichen. Grundsätzlich jeder Mitarbeitende wird die Möglichkeit haben, selbst Neuigkeiten zu verfassen. Neuigkeiten zu Projekten, Veranstaltungen und so weiter. Diese News wiederum können kommentiert werden. Damit wird dem Anspruch ans Intranet, dass Informationen zum Nutzer kommen und nicht umgekehrt, Rechnung getragen. Die dritte wichtige Anpassung betrifft den Redaktionsprozess. Heute ist häufig nicht mehr klar definiert, wer für die Aktualisierung welcher Inhalte zuständig ist. Resultat daraus ist, dass einige Informationen im Intranet veraltet, nicht mehr gültig oder doppelt vorhanden sind. Der gesamte Redaktionsprozess wird deshalb neu klar definiert und das Redaktionsteam für Seiteninhalte verkleinert. Telefonbuch bleibt vorerst Das bestehende Telefonbuch wird vorerst übernommen. Das Projekt «Stammdaten» wird derzeit vorangetrieben. Sobald die Stammdaten bereinigt sind, wird ein Tool gebaut, welches die Informationen der Mitarbeitenden direkt im Intranet abbildet. Ziel ist es auch, Porträtfotos der Mitarbeitenden zu integrieren.

Kleinere Anpassungen Des Weiteren erhält das Intranet auch kleinere Anpassungen. Zum Beispiel: n

Neues Design

n

Neues Schwarzes Brett

n

Zentralisierung der Personaleintritte

n

Direktzugriffe auf wichtige Inhalte

Die Evolution des Intranets. (Quelle: namics)

23


Bahnmuseum Albula hat Fahrt aufgenommen Von Nora Hauswirth und Peider Härtli, Bilder: Victor Zindel

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Am Wochenende vom 1. bis 3. Juni hat das Bahnmu­ seum Albula in Bergün offiziell seine Türen geöffnet und den ersten Ansturm überstanden. Über 2000 Besucher vertieften sich in die Ausstellung mit ihren interaktiven und multimedialen Inszenierungen, während unzählige Gäste draussen auf dem Platz der Bahnfreunde bei bestem Wetter Musik, Speis und Trank und zahlreiche Vergnügungen genossen. Nach der Generalversammlung begrüsste Andreas Dürst, Projektleiter und VRP der Bahnmuseum Albula AG, die gut 500 geladenen Gäste, unter ihnen Vertreter der RhB, angeführt von Direktor Hans Amacker und des Kantons Graubünden sowie des Vereins historic RhB und des Hauptsponsors Graubündner Kantonalbank, zahlreiche Gönner und Sponsoren, Unternehmer und als besondere Gäste Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr und Mr. Vinay Mittal, Vorsitzender des Railway Board, Ministry of Railways India. Die Kalka-ShimlaBahn in Nordindien, ebenfalls auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe, ist Objekt der aktuellen Sonderausstellung im Bahnmuseum. Am Abend trafen sich die geladenen Gäste im Kurhaus, wo bei einem feinen Dinner angeregte Diskussionen und launige Reden zu beobachten und zu hören waren. Die indische Delegation um Chairman Vinay Mittal zog weiter auf der UNESCO Welterbestrecke nach St. Moritz, wo sie am Samstag in Genuss eines Heilkopterfluges über die Bernina- und Albulastrecke kam, fach- und streckenkundig begleitet durch Direktor Amacker. Hans Amacker, Marco Lüthi, Gion Caprez und dem Schreibenden fiel zudem die Ehre zu, die indischen Gäste, begleitet durch ihre Familienangehörigen, abends im Engadin im Rahmen eines Diners zu betreuen.

Gion Caprez.

24

Am Samstag und Sonntag fand das Volksfest zur Eröffnung statt. An über einem Dutzend Marktstände boten lokale Hersteller ihre Produkte an und präsentierten die Region von ihrer besten Seite. Zu Speis und Trank gab es Musik und Tanz mit den Bands Schtärneföifi, The Leave it all Behinders und Tomazobi – und als Höhepunkt rissen die Sepplis da Bravuegn mit ihrer lüpfigen Musik die Festgemeinde buchstäblich von den Bänken. Über 2000 Besucher verzeichnete das Museum bereits – am Eröffnungswochenende wurden sie in Gruppen durch die Ausstellung geführt. Die Verantwortlichen des Museums um VRP Andreas Dürst sind erfreut über die positiven Reaktionen der Bahnfreunde und der Bevölkerung und sie sind überzeugt, dass diese Institution langfristig Impulse für die Region und über die Region hinaus liefern wird.

Über das Bahnmuseum Albula Das Bahnmuseum Albula steht für die einmaligen kulturellen und historischen Werte der wohl spektakulärsten Alpenbahn Europas. Natur, Kultur, Architektur und Museum haben ein enormes gemeinsames Potenzial, das wir sinnstiftend und öffentlichkeitswirksam nutzen wollen – mit direktem Einbezug der täglich erfahrbaren, zum UNESCO Welterbe RhB zählenden Landschaft Albula/Bernina, der tüchtigen Bevölkerung und des aktiven Tourismus. Das Museum verleiht dem UNESCO Welterbe RhB einen weiteren Akzent: Es erzählt und vertieft Geschichten und Fakten, die auf der UNESCO Welterbe RhB Weitwanderung mit inhaltlichen Inszenierungen und örtlichen Informationsstelen angesprochen werden und schafft damit einen zusätzlichen Attraktionspunkt. Der inszenierte Wanderweg zwischen Filisur und Preda bildet quasi den Aus­senraum des Museums: Themen, die im Museum vermittelt werden, können in natura erfahren werden. Bahnlehrpfad und UNESCO Welterbe RhB Weitwanderung münden auf den Platz der Bahnfreunde und laden gemeinsam zum Museumsbesuch ein. Weitere Infos unter www.bahnmuseum-albula.ch


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

25


Geschäftsbereich Produktion neu aufgestellt Von Patricia Demarmels

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Per 1. April wurden aus vier Regionen drei. Dies nicht wegen Sparmassnahmen wie bereits vermutet wurde, sondern aus rein logischen und zukunftsorientierten Gründen. Dass der bisherige Regionenleiter Engadin, Eric Wyss, im Bereich Personal (HR) eine neue Herausforderung als Projektleiter übernommen hat, war mit Anlass, dass die Geschäftsleitung die Strukturen der Regio­ nen überprüfte und entschied, die Regionen nach betrieblichen Kriterien neu zu strukturieren: Zugläufe, Linienverantwortung, Güterverkehrsknoten aus einer Verantwortung sowie  Sicherheits- und Rettungsorganisation Vereina unter einer Führung. Das Fernsteuerzeitalter hält weiter Einzug: nB  ereits per 10. Dezember 2011 wurde Thusis bekannterweise dem RCC angeschlossen, respektive produktionsseitig die gesamte Zuglenkung übernommen. Der Betrieb vor Ort wird durch die Betriebsangestellten natürlich weiterhin sichergestellt. Der Bahnhof wird als Verkaufspunkt durch den GB Vertrieb geführt. nA  uf den 1. Juni 2012 wurde die Fernsteuerung Oberengadin/Bernina, welche in Samedan stationiert war, ins RCC Landquart integriert. Das Ortsstellwerk Samedan wird nach Abschluss der Umbauten ebenfalls von Landquart aus bedient. In Samedan verbleiben weiterhin personelle Ressourcen aus dem Bereich Produktion für die Leitung, die örtliche Planung und die Unterstützung der noch anstehenden Umbauten im Oberengadin. nB  ergün feierte am 10. Dezember 2011 die Eröffnung des Dienstleistungszentrums und des Bahnhofs (GB Vertrieb). Die Eröffnung des Bahnmuseums Albula fand am 2. Juni 2012 statt. Die Namensgebung war keine einfache Sache. Im Unterschied zum Vertrieb, der eigentlich innerhalb von Grau-

Paolo Sterli, Region Bernina.

26

bünden nur noch zwei Regionen beinhaltet (Süd und Nord) ist die Produktionsregion Bernina weiterhin eigenständig aufgestellt (Gleichstrom und spezielle örtliche Begebenheiten etc.) und deshalb war die Benennung analog den Vetriebsregionen nicht möglich und hätte wohl Verwirrung gestiftet. So existieren neu drei Produktionsregionen. Weitere Details sind auch im Organigramm auf dem Intranet ersichtlich. Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den anderen Geschäftsbereichen sollte keine grossen Veränderungen mit sich bringen. Speziell der Informationsaustausch mit dem GB Vertrieb ist bereits umgesetzt, so wurden die regionalen Vertriebssitzungen (RVS) in den personellen Zusammensetzungen angepasst. Dadurch können die regionalen Kadersitzungen (pro GB und Region) jeweils zu den gewohnten Zeiten durchgeführt werden. Eine Lösung die schlussendlich allen dient. Die grössten Veränderungen betreffen die ehemalige Region Engadin (ENG) mit den Zuteilungen von Scuol und Zernez zur Region Ost, Pontresina zur Region Bernina sowie Samedan und St. Moritz neu zur Region West. Der Betrieb Albulatal wurde dem Leiter Betrieb Landquart unterstellt (Reichenau-Tamins und Thusis bereits per 10.12.2011). Die Anpassung der personellen Unterstellungen konnten aus Sicht Produktion sinnvoll durchgeführt und zeitgerecht allen Betroffenen kommuniziert werden. Nun geht es darum, den Kulturwandel zu vollziehen. Die Mitarbeiter sollen sich mit der neuen Region identifizieren und integriert werden. Die Regionenleiter Paolo Sterli, Aldo Bellasi und Patricia Demarmels freuen sich darauf und sind schon tatkräftig am Umsetzen!

Patricia Demarmels, Region West.

Aldo Bellasi, Region Ost.


Gastfreundliches und modernes Bistro-Angebot Text von Simon Rageth, Bilder von Andreas Brot

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Am Freitag, 13. Januar 2012 öffnete der neue avec.Shop am Bahnhof Davos Dorf seine Türen. Damit kann am für die RhB wichtigen Standort Davos Dorf ein moderner, den Kundenbedürfnissen entsprechender treff­ punkt angeboten werden. Die Gäste profitieren neu an 365 Tagen im Jahr vom gros­sen Frischesortiment und den langen Öffnungszeiten. Die Partnerschaft mit Valora wird damit gestärkt. Davos Dorf ist für die RhB ein wichtiger Bahnhof mit grossem Personenaufkommen. Nachdem im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Gemeinde Davos bereits die ebenerdige, behindertengerechten WC-Anlagen in Betrieb genommen wurde, erhält der Bahnhof Davos Dorf nun Dank dem neuen avec.-Shop eine weitere Aufwertung. Die RhB greift dabei auf ein sehr erfolgreiches und von den Bahnreisenden geschätztes Konzept zurück, sind doch auch die beiden Bahnhöfe Landquart und Samedan mit einem avec.-Shop ausgestattet. Die RhB stärkt damit die Partnerschaft mit Valora – netzweit sind nun 16 Bahnhöfe mit einem k kiosk und drei Bahnhöfe mit einem avec.-Shop ausgerüstet. Qualitativ hochwertiges Angebot Der erste avec.-Shop in Davos besticht durch das Frischesortiment, die Qualität des Angebots und die Gastfreundschaft der Mitarbeitenden. Frische steht im Vordergrund: Die Kunden finden von früh morgens bis spät abends ofenfrische Brotwaren und Süssgebäck bis hin zu frischem Gemüse und Obst. Lebensmittel, Milch- und Fleischprodukte, Artikel für den täglichen Bedarf sowie Presse- und Tabakartikel ergänzen das Sortiment. Eine Alternative zu den Markenprodukten bilden die Artikel der preisgünstigen Eigenmarke ok.-. Neu kommen die Kunden am Bahnhof Davos Dorf in den Genuss des attraktiven Bistro-Angebots. Dazu zählen

die täglich frisch von Hand zubereiteten Sandwiches, die beliebten Hot Dogs und Curry Würste wie auch warme Snacks. Der Bistrobereich mit Tischchen lädt zum Verweilen ein. Der avec.-Shop am RhB-Bahnhof in Davos Dorf ist für Valora die elfte Filiale, die im überarbeiteten Konzept und mit modernem Logo gestaltet wurde. Der Slogan «c’est la vie» beschreibt die Neuausrichtung: Der gastfreundliche Convenience-Treffpunkt deckt die Bedürfnisse des täglichen Lebens aller mobilen Menschen ab.

Zahlen und Fakten avec.-Shop Davos Dorf Ort Franchisenehmerin Team Verkaufsfläche Öffnungszeiten

Bahnhofstrasse 8, 7260 Davos Dorf Esther Schwitter 13 Mitarbeitende 142 m2 Mo.–Fr. 5.00–22.00 Uhr Sa.+So. 6.00–22.00 Uhr

Zahlen und Fakten Valora - Valora ist ein Handelsunternehmen für Konsumgüter, spezialisiert auf den kleinflächigen Einzelhandel und in ausgewählten Nischenmärkten tätig (www.valora.com). - Die Division Valora Retail betreibt europaweit Kioske und andere kleinflächige Ladenkonzepte an Hochfrequenzlagen (www. valoraretail.com) - Zu Valora Retail zählen in den Märkten Schweiz, Deutschland und Luxemburg 1430 Kioske, Convenience-Verkaufsstellen und Gastronomie-Betriebe. - In der Schweiz ist Valora Retail Marktführer im klein- und kleinstflächigen Einzelhandel, an Hochfrequenzlagen und mit standardisierten Formaten. - Valora Retail Schweiz betreibt folgende Verkaufsstellen: - 930 k kiosk - 103 avec.-Shops (Eigenstellen und Franchisenehmer) - 15 Convenience-Shops (z. B. Tamoil Service Stationen) - 18 Press & Books - 41 Gastronomie-Betriebe (30 Caffè Spettacolo, 11 espresso)

Andreas Brot.

27


Totalumbau eines alten Bahnhofs Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Bahnhof Davos Platz heute: 1 Million Fahrgäste … Der Bahnhof Davos Platz spielt eine wichtige Rolle als Verkehrsknoten- und Umsteigepunkt zwischen RhB, PostAuto und den Verkehrsbetrieben Davos. Mit jährlich rund einer Million Fahrgästen gehört er zu den frequenzstärksten Bahnhöfen auf dem Bündner Bahnnetz. Die Bedeutung des Bahnhofs Davos Platz als touristische Drehscheibe untermauern die zwei weltbekannten Pa­ noramazüge Glacier Express und Bernina Express, welche während den Sommermonaten von rund 40 000 Gästen frequentiert werden. … ungenügende Infrastruktur … Zahlreiche Anlageteile haben ihre technische Lebenserwartung klar überschritten und entsprechen den heutigen Kundenbedürfnissen und -erwartungen in keiner Weise. So ist beispielsweise der Zugang zum Mittelperron nur über Treppen möglich, behindertengerechte Zugänge fehlen gänzlich. Die Kundenbereiche im Bahnhofsgebäude sind veraltet und auch das Bahnhofbuffet entspricht nicht den heutigen Standards einer modernen Bahngastronomie. … und veraltete Sicherungsanlagen Die Sicherungsanlage stammt aus dem Jahr 1959 und ist daher technisch völlig überaltert. Zudem weist sie auch erhebliche Sicherheitslücken auf. Zahlreiche Weichen werden heute noch per Hand gesteuert und lassen keine gesicherten Rangierfahrten zu. Bahnhof Davos Platz morgen: 40 Millionen in neue, moderne Anlagen Die geplante Erneuerung des Bahnhofgebäudes entspricht der RhB-Strategie 2012 in Bezug auf Modernität und Tourismus. Die Verbesserungen der Bahnanlagen mit entsprechenden Perronerhöhungen, Rampenaufgängen, schützenden Perrondächern, Personenunterführung zur Jakobshornbahn werden dem Fahrgast

28

deutlich mehr Komfort bieten. Die geplanten Umbauten der Schalteranlagen und Kunden-Aufenthaltsbereiche sollen dem Besucher ein angenehmes Gefühl vermitteln und zu einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsplatzqualität für das RhB-Personal führen. «Bahnhöfe und Züge sind die Visitenkarte einer Bahn. Mit dem Umbau des Bahnhofs Davos Platz wollen wir die hohen Ansprüche des heutigen Fahrgastes an Qualität, Kundenfreundlichkeit und Sicherheit erfüllen», betonte Stefan Engler anlässlich des Spatenstichs. Und Landrat Reto Dürst unterstreicht die Bedeutung eines modernen Bahnhofs für die Gemeinde Davos: «Davos als Tourismusstadt mit weltweiter Ausstrahlung ist auf einen modernen Bahnhof angewiesen». Die geplante Erneuerung und Modernisierung der Sicherungs- und Gleisanlagen führen zu einer deutlich höheren Sicherheit im Zugs- und Rangierbetrieb und entsprechend auch zu einer massgeblichen Entlastung des Personals. Aus technischer Sicht erlaubt das Sicherungssystem, die Zugs- und Rangierbewegungen im Bahnhof Davos Platz grundsätzlich vom Fernsteuerzentrum Klosters aus zu steuern. Auftakt zum Umbau des Bahnhofs Davos Platz bildete der offizielle Spatenstich vom 18. April 2012. Die Ausführung der Arbeiten ist hauptsächlich in den Jahren 2012 bis 2014 vorgesehen. In der Zeitspanne vom 2. April bis 28. Juni 2013 muss die Strecke Davos Platz – Klosters wegen der umfassenden Sanierung des Klostersertunnels gesperrt werden. Die RhB plant, diese Unterbruchszeit intensiv zu nutzen und die wichtigsten Arbeiten an der Personenunterführung, an den Perronkanten und an der Fahrleitung auszuführen. Die Gesamtkosten des Totalumbaus des Bahnhofs Davos Platz betragen rund 40 Millionen Franken. Über 32 Millionen Franken entfallen auf den Bereich Bahntechnik, rund 7 Millionen Franken auf den Umbau des Bahnhofgebäudes.


RhB-Gleisbau und Zwergenland Von Elisabeth Bardill

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Richard Grünenfelder in Versam Arezen arbeitete während 46 Jahren und 3 Monaten als Gleismonteur bei der Rhätischen Bahn. Er pflegt ein beson­deres Hobby: Am steilen Wiesenhang entstand das Zwergenland. Als fünftes von neun Kindern erblickte Richard im Jahr 1949 das Licht der Welt in seinem Elternhaus, «der Mühle» in Arezen. In diesem Weiler erlebte er auch seine Kindheit und Schulzeit. Während der schulfreien Sommermonate war er schon früh, wie damals üblich, als kleiner Knecht im Einsatz. Er habe es mit den Leuten immer gut getroffen und gerne fremdes Brot gegessen. Da hätte es immer passende Arbeiten gegeben, bei denen er mitgeholfen und etwas gelernt habe: Futter für die Schweine kochen, Heu ernten, gebrauchte Nägel gerade hämmern, Vieh hüten und zur Alp treiben oder verschiedene Ausbesserungen vornehmen. In der Schule sei er ein Lausbube gewesen, besonders in jener Zeit, als von den neun Schülern fünf aus seiner Familie gleichzeitig in der Gesamtschule gewesen seien. Lehrer Giovanoli habe jedoch ein gewisses Verständnis für ihn gehabt. Berufsleben im romanischen Sprachgebiet Nach dem Schulabschluss konnte Richard Grünenfelder als Bahnarbeiter bei der RhB einsteigen. Bei dieser gut organisierten Unternehmung arbeitete er durchgehend bis zur Pensionierung. «Seine Bahnlinie» feierte im Juni das hundertjährige Jubiläum. Richard war während 46 Jahren mitverantwortlich bei der Tauglichkeit der Strecke. Aus dem Hilfsarbeiter wurde ein erfahrener Gleismonteur an der Bahnlinie zwischen Reichenau und Disentis. Der Dienst hat ihm gefallen und mit seiner angeborenen Fröhlichkeit und Geselligkeit wurde er ein guter Kamerad unter seinen Kollegen. So wuchs er fast unmerklich in die romanische Sprache hinein. Diese ist und bleibt für ihn die Sprache der «Bähnler», der

Gleisbauer.

Freundschaften. Richard Grünenfelder konnte immer zuhause in Arezen wohnen. Anfänglich fuhr er mit dem Moped zur Arbeit, später mit dem eigenen Auto. Auch das Generalabonnement zu haben, bedeutet ihm viel. Er besucht Ausstellungen wie die BEA, HIGA, GELA, Mustermesse, Autosalon … Im Theaterverein Versam Arezen ist er heute Ehrenmitglied. Als er noch aktiv war, wurden ihm meistens die Narrenrollen zugeteilt, die er erfolgreich spielte. Zwergenland am Wiesenhang Eigentlich fing alles mit einigen geschenkten Zwergen bei Richards Mutter, Julia Grünenfelder, an. Da sie grosse Freude daran hatte, wurden es immer mehr. Ihr Leben war alles andere als leicht. Das anwachsende Zwergenvolk im Grünen vor dem Haus konnte sie oft von ihren Sorgen und arbeitsreichen Tagen ablenken. Ihr unverheirateter Sohn Richard übernahm mehr und mehr die Pflege des Zwergenlandes, sodass seine hoch betagte Mutter und seine behinderte Schwester Anneli dieses jetzt vom Balkon aus betrachten können. Der steile Hang neben dem Haus lässt die Zwerge gut in Erscheinung treten. Vor dem Winter werden alle im Haus untergebracht und restauriert, um dann im Frühling wieder fest im Boden verankert zu werden. Das Erscheinen der Zwerge am Eingang ins Safiental ist wie der Kuckucksruf das Zeichen des Frühlings. Bei Gelegenheit machen die Postautochauffeure sogar ihre Fahrgäste auf das Märchenland aufmerksam. Für Richard Grünenfelder wurden der Blumenschmuck am Haus und das Zwergenland zum Hobby und Ausgleich. Er kümmert sich neben seinen Ausflügen zu Kollegen oder ins Land hinaus um Mutter und Schwester. Er hat nie aufgehört, zu dieser, seiner Familien- und Hausgemeinschaft zu gehören. Die unzähligen Wichtel, die alle als Geschenke ins Haus kamen, sind Teil von Richard Grünenfelders Lebensgeschichte.

Richard Grünenfelder in Versam Arezen.

46 Jahre und 3 Monate Gleismonteur.

29


Interview mit Thomas Poltera Von Peider Härtli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Der Bahnhof Landquart blickt auf eine spannende Geschichte zurück: 1858 wurde die Strecke Sargans – Chur eröffnet und 31 Jahre später die älteste Strecke der RhB, Landquart – Davos. Damit ist Landquart auch der älteste Gemeinschaftsbahnhof von SBB und RhB in Graubünden. Seit 2007 ist Thomas Poltera (54) für die komplexe Rangierabwicklung in diesem Bahnhof zuständig. Im nachfolgenden Gespräch hat uns Thomas Poltera einen kleinen Einblick in seine vielfältigen Aufgaben ermöglicht. Peider Härtli (PH): Thomas Poltera, kann man dich als Bahnhofsvorstand Landquart bezeichnen? Thomas Poltera (TP): Die Bezeichnung Bahnhofsvorstand gibt es schon seit längerer Zeit nicht mehr. Es wäre auch die falsche Bezeichnung. Ich stehe nicht mit dem roten Hut am Perron und fertige mit der Abfahrtskelle die Züge ab. Ich bin Leiter für das Rangierpersonal des Bahnhofs. Dazu kommt noch die Führung des Rangierpersonals der Bahnhöfe Reichenau, Tamins und Thusis. Zu meiner Leitungsaufgabe gehört auch die Betreuung der 3 Mitarbeitenden im Kundendienst im Domleschg und Albulatal. Zusätzlich habe ich noch die ehrenvolle Aufgabe, die Stellvertretung für die Region P-REW zu übernehmen. PH: Beeindruckend, da wird dir die Arbeit ja nicht so schnell ausgehen. Bleiben wir doch bei deiner Hauptaufgabe als Leiter Betrieb Landquart. Wieviele Leute führst du? Und aus welchen Bereichen? Und: Wer ist dein Stellvertreter? TP: Ja, die Arbeit wird mir schon nicht ausgehen, das denke ich auch. In Landquart sind es 3 Rangiermeister,

30

3 Vorarbeiter, 12 Betriebsangestellte und ein Güterwagendienst. Dazu kommen noch 1 Rangiermeister in Thusis und 4 Betriebsangestellte sowie 3 Mkd’s in der Re­gion zwischen Reichenau-Tamins und Bergün/Bravuogn. Mein Stellvertreter ist der Leiter Bahnhof Ilanz, Ueli Nyffenegger. PH: Also gehört der kommerzielle Bereich wie beispielsweise der Billettverkauf und Reisedienst nicht zu deinen Aufgaben? TP: Damit habe ich tatsächlich nichts zu tun. Mir ist die Wichtigkeit dieser Aufgaben aber sehr bewusst. PH: Für den Laien präsentiert sich der Bahnhof Landquart als ein riesiges Wirrwarr von Gleisen, Weichen und Signalen. Zudem rangieren hier die normalspurige SBB und die schmalspurige RhB auf engstem Raum – da sind doch Konflikte programmiert. Wer macht was? Wie teilen sich SBB und RhB die Aufgaben? TP: Mit dem Kommunikationsmittel Funk und Signale sind die komplexen Rangierabläufe zwischen SBB und RhB gut geregelt und gut zu meistern. Die Aufgabenteilung SBB und RhB ist klar definiert. Dazu gibt es Betriebs­ abläufe und Vorschriften. PH: Um da einen reibungslosen und unfallfreien Rangierablauf zu gewährleisten muss der Teamgeist beispielhaft sein. Und wie hast du die Übersicht? Hast du dein Büro in einem «Tower» mit Blick auf das Gleisfeld? TP: Da braucht es tatsächlich einen guten Teamgeist. Dieser ist in Landquart sehr ausgeprägt. Die Mannschaft


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

weiss, was sie zu tun hat. Mein Büro liegt ganz dem Gleisfeld abgewandt. Dafür habe ich den Coopparkplatz voll im Griff. Will ich einen Überblick über das Gleisfeld, begebe ich mich auf die neu gebaute Terrasse des Aufenthaltsraums, trinke dort einen guten Café, höre die Funksprüche ab und habe den vollen Überblick über den Personenbahnhof. Nein im Ernst, brauche ich einen Überblick, fahre ich mit dem Rangier mit oder schreite das Gleisfeld ab.

PH: Zum Schluss: Bezeichne doch kurz das besonders Motivierende an deinem Job. TP: Mein Job ist sehr abwechslungsreich. Der Umgang mit dem Personal, die Planungen und die verschiedenen Kontakte, auch geschäftsübergreifend, motivieren mich immer wieder aufs Neue. Und da ich eine gute und kompetente Vorgesetzte habe, ist sogar die Stellvertretung der Region West eine Motivation.

PH: Durch wen werden die Rangierfahrstrassen und die Weichen und Signale gestellt? Sind auch noch Handweichen zu bedienen? TP: Der zentralisierte Bereich wird vom RCC aus gesteuert. In Landquart gibt es leider noch sehr viele Handweichen. Vor allem im Umlad und zum Teil auch im Personenbahnhof.

PH: Und: gibt es da auch eine Kehrseite der Medaille? TP: Da jede Medaille auch eine Kehrseite hat, gibt es die natürlich auch. Die ist aber so klein, dass es sich nicht lohnt, sie hier zu erwähnen.

PH: Da muss eine klare Kommunikation zwischen deinen Leuten und dem RCC von zentraler Bedeutung sein … TP: Das ist eine klare Voraussetzung für einen reibungslosen und sicheren Rangierablauf. Die Rangierarbeiter kommunizieren mit dem Fahrdienstleiter und der Wagendisposition ausschliesslich per Funk.

Thomas Poltera, herzlichen Dank für deine erklärenden Einblicke in die faszinierende und komplexe Rangierabwicklung im Bahnhof Landquart. Wir wünschen dir und deinem Team viel Freude und Genugtuung an der Arbeit und keine Unfälle.

PH: Betrifft dein Bereich auch die fahrdienstlichen Anlagen im Güterumschlagszentrum GUZ? TP: Die fahrdienstlichen Anlagen reichen bis ins GUZ und in jedes der vielen Anschlussgeleise, die in Landquart vorhanden sind.

Wichtig: der Teamgeist.

31


Umbau des Portalkrans in Thusis Von Wiro Capol und Fredy Bärtsch

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Der bestehende Portalkran in Thusis hat schon viel erlebt. Der Kran aus dem Herstellungsjahr 1987 war von der RhB im Juni 1995 für das neue Güterumschlagszent­ rum in Campocologno vorgesehen. In Absprache mit der Firma Casty Transport AG, Cinous-chel-Brail wurde dann jedoch vom Güterverkehr RhB entschieden, denn Kran nicht in Campocologno sondern in St. Moritz aufzustellen. Die Firma Casty hat dann diesen Portalkran in Beringen gekauft und zusammen mit der Rhätischen Bahn am Bahnhof St. Moritz als Kranersatz eines älteren Models aufgestellt. Dort wurde er für den Umschlag der ersten Wechselbehälter von Coop im Engadin eingesetzt. Umzug nach Thusis Nach dem Bau des Güterumschlagszentrums Samedan im Jahr 1999 fiel der Kran das erste Mal in einen «Dornröschenschlaf». Die Rhätische Bahn kaufte den Portalkran der Firma Casty ab, um ihn nach Poschiavo zu versetzen. Weil er dort jedoch aufgrund seiner Höhe nicht an den vorgesehenen Platz gestellt werden konnte, musste eine Alternative gesucht werden. Der damalige Kran in Thusis begann schon Schrauben zu verlieren und musste ebenfalls ersetzt werden. Weil die Finanzierung für den Umzug nach Poschiavo schon geregelt war und die Firma STAG Maienfeld in Thusis einen Platz am Bahnhof zurück gegeben hat, war der neue Standort schon festgelegt. Im Jahr 2003 wurde der Portalkran ohne gros­se Kostenfolge von Poschiavo nach Thusis verlegt.

Gleisverlängerung unter Krananlage Thusis (Jahr 2005).

32

Mit Aldi aus dem «Dornröschenschlaf» erweckt Am 4. Februar 2008 wurde die erste Filiale von Aldi in Cho d’Punt, Samedan eröffnet. Ab dem 17. Dezember 2008 wurden dann sämtliche Strassentransporte aus dem Unterland nach Samedan durch eine kombinierte Lösung Strasse-Schiene abgelöst. Und hier konnte der Portalkran Thusis wieder voll zum Einsatz kommen. Denn die Transportkette sah vor, die Wechselbehälter in Thusis vom LKW auf die Bahn oder umgekehrt zu kranen. Danach wurden täglich bis zu 8 Kranungen (voll/leer) vorgenommen. Im März 2011 stellte der Transporteur von Aldi die Transportkette um und beförderte die Wechselbehälter per LKW nur noch bis ins Güterumschlagszentrum Landquart. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Kran Thusis zum zweiten Mal in den «Dornröschenschlaf» versetzt. Aufrüstung des Portalkrans Thusis Der Portalkran in Thusis hat eine Tragkraft von 32 Brutto-­ Tonnen. Mit dem notwendigen Krangehänge verbleibt jedoch eine Netto-Traglast von 30 Tonnen. Dies wäre zwar ausreichend für den Umschlag der Silocontainer mit Strassensalz, denn die eingesetzten Container haben ein Bruttogewicht von maximal 29 Tonnen. Jedoch wurde im Verlauf der Abklärungen festgestellt, dass sowohl die Struppen als auch die Traverse nicht auf ein solches Traggewicht ausgelegt sind. Ausserdem sind die Aufnahmehaken an den Traversen falsch positioniert, um einen Silocontainer ohne Schrägzug umladen zu können. Nach

Probekranung eines PelletsSilocontainer der Firma Josias Gasser Baumaterialien AG.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Abklärungen mit verschiedenen Anbietern wurde entschieden, die Traverse zur Prüfung für einen allfälligen Umbau zur Firma Donatsch in Landquart zu senden. Die Spezialisten der Firma haben die Traverse geprüft und für einen Umbau als untauglich befunden. Aus diesem Grund wurde entschieden, eine neue Traverse her­ zustellen. Diese hat dann auch die entsprechenden Hängevorrichtungen, um einen Silocontainer von 29 Tonnen gefahrlos vom Bahnwagen auf den LKW umzukranen. Kran Thusis ist wieder «aufgewacht» Seit Mitte Mai 2012 steht der Kran Thusis wieder für den kombinierten Verkehr bereit. Die Salztransporte der Frühjahresfüllung für das Tiefbauamt Thusis wie auch für San Bernardino können in Silocontainern erfolgen. Der Güterverkehr RhB möchte sich bei allen Beteiligten für die rasche Umrüstung herzlich bedanken.

Umlad ab LKW eines Salzcontainers der Firma Hans Fischer Logistik AG.

Daten und Fakten des Portalkrans in Thusis Baujahr Hersteller (swisscrane)

1987 Bachmann AG, Beringen

Tragkraft (ohne Tragjoch) Spannweite Hakenweg Hubgeschwindigkeit Katzfahrgeschwindigkeit

4 × 8 000 kg = 32 000 kg 9x9m 6m 3,1 m/0,5 Minuten 5 m/20 Minuten

Bemerkungen - Bedienung über frei fahrbare Steuerflasche (Steuerelement) - Ausrüstung mit DEMAG-Bauteilen bestehend aus vier ElektroSeilzügen mit integrierter Überlastsicherung, eine Schutzsteuerung in separatem Steuerschrank sowie notwendige Endschalter und Sicherheitseinrichtungen. - Tragjoch speziell für Bockkran ausgelegt und wahlweise auf 20-, 30- und 40-Fuss-Container einstellbar.

Ablad Strassensalz durch Firma Hans Fischer Logistik AG.

Krantaufe auf den Namen «Griffli».

33


In einem Schub die Albularampe hinauf Von David Wiegratz

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Im Dezember 2010, sozusagen als letzte Amtshandlung des scheidenden Direktors, bestellte die RhB bei Stadler Rail sieben sechsteilige Albula-Gliederzüge, kurz AGZ genannt. Ein AGZ besteht dabei aus sechs kurzgekuppelten, betrieblich nicht trennbaren Gliedwagen ohne eigene Traktionseinheit, welche durch Triebfahrzeuge gezogen werden. Die genauere Beschreibung der AGZ kann in der InfoRetica Nr. 1/2011 nachgelesen werden. Im Zusammenhang mit den AGZ wird auch geprüft, ob die AGZ verpendelt, sprich mit einem Steuerwagen ausgerüstet werden könnten. Durch dieses neue Betriebskonzept würde das Umfahren des AGZ durch das Triebfahrzeug in St. Moritz entfallen und es wären Kurzwendungen möglich. Allerdings würde dies auch bedeuten, dass die AGZ, und allfällig eingereihte Zusatzwagen, die Albularampe durch das Triebfahrzeug nicht hoch gezogen würden, sondern hinauf geschoben. Das Engineering des Geschäftbereichs Rollmaterial erhielt den Auftrag, die technische Machbarkeit des Schiebebetrieb AGZ für die Albulalinie zu untersuchen. Vor allem sollte die Frage geklärt werden, ob und unter welchen Bedingungen, welche und wie viele Wagen zusätzlich vor den AGZ eingereiht und durch welche Triebfahrzeuge die Albula-Süd- und Nordrampen hinauf geschoben werden können. Berechnung AGZ-Schiebebetrieb Albula Die Berechnungsergebnisse lagen im Juli 2011 vor und führten hinsichtlich der technischen Machbarkeit der AGZ-Verpendelung für die Albulalinie unter anderem zu folgenden Erkenntnissen: nD  er Schiebebetrieb auf der Albulalinie ist, unter Einhaltung bestimmter Vorgaben, möglich

Grafik Messkonzept.

34

nM  it

den untersuchten Triebfahrzeugen Ge 4/4II, Ge 4/4III und ZTZ nD  ie maximal mögliche Anhängelast ist auch die maximal möglich Schiebelast. Das heisst, mit einer Ge 4/4III oder einem ZTZ können z. B. 300 t die Albularampe hoch geschoben werden nA  lle eingereihten und geschobenen Wagen, aber auch alle schiebenden Triebfahrzeuge, müssen zwingend mit Nylatronplatten auf dem Hülsenpuffer ausgerüstet sein! Sofern sie nicht kurzgekuppelt oder mit einer automatischen Kupplung ausgerüstet sind nB  eim Einsatz von Nylatronplatten sind sowohl Entgleisungs- wie auch Kippsicherheit gewährleistet nD  ie maximale Schiebekraft darf nicht mehr als 200 kN betragen. Beim Einsatz vom ZTZ als Schiebefahrzeug muss die Stosskraft also auf diesen Wert begrenzt werden nK  ein vor dem Triebfahrzeug eingereihter Wagen darf leichter sein als ein EWII oder längere Abmessungen als ein EWII aufweisen nD  er Umbau auf die automatische Kupplung ist nicht notwendig Messkonzept Seitens BAV wurde Ende September 2011 anlässlich einer Besprechung verlangt, die Berechnungsergebnisse mit Messfahrten auf der Albulalinie zu verifizieren. Das mit dem BAV abgestimmte Messkonzept sah Verifizierungsfahrten mit einem EWII-Personenwagen vor. Im geschobenen Zustand ist der kritischste Wagen jener, welcher sich direkt vor der Schiebelok befindet. Gemäss Verpendelungskonzept sind die RhB-Personenwagen EWII die leichtesten und längsten Wagen (und darum die kritischsten), welche zusammen mit einem AGZ geschoben werden könnten.

Messradsatz mit angeflanschter Telemetrie-Tube.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Das Messkonzept sah vor, an über 40 Messstellen, die meisten davon am EWII-Prüfling, die verschiedensten Messgrössen wie Fahrweg, Geschwindigkeit, Kupplungskraft, Zug- und Bremskräfte, Radführungskräfte, vertikale Radkräfte, vertikale primäre und sekundäre Federwege, Querwege der Federung, Puffer-Relativwege, Kupplungswinkel sowie die Temperaturen der Nylatronplatten, zu erfassen und aufzuzeichnen. Zur Messung der verschiedenen Radkräfte wurden die zwei Messradsätze «Mindener Bauart», welche erstmals 2003 im Rahmen des F+E Projektes «Lärmsanierung» für fahrtechnische Untersuchungen auf dem Netz der RhB eingesetzt wurden, wieder belebt. Bei diesen Messradsätzen handelt es sich um Radsätze, bei welchen auf der Radscheibe und der Achswelle an diversen Stellen Dehnmessstreifen appliziert wurden. Über diese Messstreifen werden die dehnenden Verformungen des Radsatzes bei Belastung erfasst und über die Änderung des elektrischen Widerstandes an die Messtechnik übermittelt. Die Messradsätze mussten dazu durch die DB Systemtechnik Minden für die Messfahrten umgebaut und kalibriert werden. Aufrüstung des Portalkrans Thusis Der Portalkran in Thusis hat eine Tragkraft von 32 Brutto-­ Tonnen. Mit dem notwendigen Krangehänge verbleibt jedoch eine Netto-Traglast von 30 Tonnen. Dies wäre zwar ausreichen für den Umschlag der Silocontainer mit Strassensalz, denn die eingesetzten Container haben ein Bruttogewicht von maximal 29 Tonnen. Jedoch wurde im Verlauf der Abklärungen festgestellt, dass sowohl die Struppen als auch die Traverse nicht auf ein solches Traggewicht ausgelegt sind. Ausserdem sind die Aufnahmehaken an den Traversen falsch positioniert, um einen Silocontainer ohne Schrägzug umladen zu können. Nach

Abklärungen mit verschiedenen Anbietern wurde entschieden, die Traverse zur Prüfung für einen allfälligen Umbau zur Firma Donatsch in Landquart zu senden. Die Spezialisten der Firma haben die Traverse geprüft und für einen Umbau als untauglich befunden. Aus diesem Grund wurde entschieden, eine neue Traverse herzustellen. Diese hat dann auch die entsprechenden Hängevorrichtungen, um einen Silocontainer von 29 Tonnen gefahrlos vom Bahnwagen auf den LKW umzukranen. Kran Thusis ist wieder «aufgewacht» Seit Mitte Mai 2012 steht der Kran Thusis wieder für den kombinierten Verkehr bereit. Die Salztransporte der Frühjahresfüllung für das Tiefbauamt Thusis wie auch für San Bernardino können in Silocontainern erfolgen. Der Güterverkehr RhB möchte sich bei allen Beteiligten für die rasche Umrüstung herzlich bedanken. Verifikationsmessfahrten AGZ-Schiebebetrieb Albula Nach umfangreichen Planungs- und Vorbereitungsarbeiten konnten die Messfahrten nach Ostern 2012 in Angriff genommen werden. Bedingung waren trockene Schienenverhältnisse. Deshalb wurde für die Messfahrten ein Zeitfenster von zwei Wochen eingeplant. Der Messzug setzte sich wie folgt zusammen: Ge 4/4III (Schiebelok) + EWII-Prüfling+Messwageneinheit Xak 9371-71+Ge 4/4III (Bremslok) Der Einbau der Messgeräte durch die beauftragte Prüfstelle TÜV SÜD Rail GmbH in den EWII-Prüfling A1270, die Messwageneinheit Xak 9371–72 und die beiden Lokomotiven Ge 4/4III 650–651 erfolgte in der Woche nach Ostern.

Messzug in Bergün.

35


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Die eigentlichen Messfahrten konnten dann, mehrheitlich trockener Witterung sei Dank, in der Zeit vom 17.– 21. April 2012 unter Teilnahme vom BAV Vertreter gemäss folgenden Programm durchgeführt werden: nR  eferenzfahrt

Klosters – Wolfgang, geschoben, mit 5 Personenwagen anstelle Bremslok. Die Referenzfahrten waren zur Ermittlung eines streckenabhängigen Fahrprofils für die Hauptversuche auf der Albulastrecke notwendig nR  eferenzfahrt Klosters – Wolfgang, geschoben, mit Bremslok, ohne die 5 zusätzlichen Personenwagen nA  nnäherungsfahrten Bergün – Preda mit jeweils 60 und 80 % der Schiebekraft von 200 kN. Aus Sicherheitsgründen begannen die Messfahrten mit reduzierter Schiebekraft, welche dann kontinuierlich erhöht wurde nM  essfahrten Bergün – Preda, geschoben, 100 %-Schiebekraft, Nylatron-Nylatron, jeweils mit vor- und nachlaufendem Messdrehgestell, mit zulässiger Streckengeschwindigkeit nM  essfahrten Bergün – Preda, geschoben, 100 %-Schiebekraft, Stahl-Nylatron nM  essfahrt Bergün – Preda, geschoben, 100 %-Schiebekraft, Nylatron-Nylatron, +5 km/h über zulässiger Streckengeschwindigkeit nM  essfahrt Bergün – Preda, gezogen, Fahrkomfort-Vergleich zum geschobenen Zustand nM  essfahrten Bever – Spinas, geschoben, 100 %-Schiebekraft, Nylatron-Nylatron, mit Langsamfahrt durch Kurvenradius R100 m Ausgangs Bever. nL  angsamfahrten unterhalb Preda, geschoben, 100 %Schiebekraft, Nylatron-Nylatron, Kurvenfolge ab KM83 (vor Zuondratunnel) bis KM84.5 (Kurvenfolge R95R96m) nM  essfahrt Thusis – Rhäzüns, geschoben, 100 %-Schiebekraft, Nylatron-Nylatron. Hier wurde der Kurvenradius bei KM32.1 vor Rhäzüns genauer unter die Lupe genommen.

Ivo Hutter, Leiter Rollmaterial, lässt sich die Messtechnik erklären.

36

nM  essfahrt

Küblis – Klosters – Wolfgang, geschoben, 100 %-Schiebekraft, Steigung 43 ‰, inklusive Befahren Ein- und Ausfahrweichen in Saas.

Auswertung und Resultate Die Online-Darstellungen der wichtigsten Messgrössen haben schon während den Verifikationsfahrten erste Einblicke in die zu erwartenden Ergebnisse gewährt. Die Auswertung der umfangreichen Messrohdaten durch den beauftragten Ingenieur Christoph Wiesener ist Mitte Mai angelaufen und dauert 6 Wochen. Die Resultate werden der RhB Ende Juni 2012 präsentiert und in Form eines Berichtes abgegeben. Eine erste Vor-Auswertung und Einschätzung zeigt, dass die AGZ-Verpendelung gemäss vorgesehenem Konzept unter Berücksichtigung von gewissen Vorgaben und mit gewissen Einschränkungen wahrscheinlich möglich ist. Das Rollmaterial-Engineering klärt zurzeit bereits erste Fragen ab, welche sich aus der Vor-Auswertung ergeben haben (zum Beispiel: Wie sieht es mit dem Prud’Homme Grenzwert aus, einem Kriterium zur Beurteilung des Querverschiebewiderstands des Gleises). Für eine sichere Aussage zur technischen Machbarkeit müssen auf jeden Fall noch die definitiven Auswertungen abgewartet werden. Zum Abschluss noch der Hinweis auf eine «scheinbar unscheinbare» Komponente: ein wichtiges Element für die Realisierung der Verpendelung ist die Nylatronplatte. Dabei handelt es sich um eine 20 mm dicke Kunststoffplatte, welche auf die Hülsen-Pufferplatte aller geschobenen und schiebenden Fahrzeuge aufgeschraubt werden muss. Nur damit können die Reibungskräfte zwischen den Pufferplatten im geschobenen Zustand so klein gehalten werden, dass die Entgleisungs- und Kippsicherheit gewährleistet ist. Die Kombination Stahl­ pufferplatte auf Nylatronplatte ist, aufgrund des höheren Reibwertes, im geschobenen Zustand schon nicht mehr möglich, ganz zu Schweigen von der Kombination Stahlpufferplatte auf Stahlpufferplatte.

Hülsenpuffer mit angeschraubter Nylatronplatte.


Führerstandsfahrt Von Isabella Paiano

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Dieser Bericht über die Führerstandsfahrt ist sehr subjektiv und persönlich. Es sind meine Eindrücke und Erinnerungen, Wahrnehmungen und Erfahrungen. So ein Bericht kann nur subjektiv sein. Ich bedanke mich herzlich für die Möglichkeit, die mir dank Jon Andri Dorta und Thomas Baumgartner geboten wurde und die tolle Organisation durch Moreno Beti. Der Termin für meine Führerstandsfahrt steht fest und meine Vorfreude ist riesig! Dann kommen die beiden typischen Fragen einer Frau: was ziehe ich an? Und was tue ich, wenn ich unterwegs mal muss? Der Tag kommt näher und ich stehe in festen Schuhen und in Schichten gekleidet am Bahnhof Chur. Der Zugführer steht bereit und gibt den Fahrgästen Auskunft und ein anderer Herr in der schicken Uniform leistet ihm Gesellschaft. Auf meine Frage, wer er sei und was seine Aufgabe sei, grinst er: «Ich bin der Bimbo vom Dienst». Er verbringt die Zeit am Bahnhof in Bereitschaft, um Einzuspringen, wo nötig. Aha, dass es diese Funktion auch gibt, wusste ich nicht. Der Lokführer ist noch nicht da, ich bin einiges zu früh. Ich frage mich, wie «sie» wohl sind, diese Lokführer. Diese Typen, die stundenlang allein im Führerstand sitzen und durch Graubünden fahren. Um so zu arbeiten, muss man doch bestimmt ein bisschen schrullig sein! Dann kommt mein erster persönlicher Lokführer für heute, Marcel. Er ist der letzte, der noch von der BLS «ausgemietet» wurde und freut sich, dass er Gesellschaft auf der Lok hat. Und schon geht es los. In einer «richtigen» Lok, nicht einem Triebwagen. Ich frage Marcel, wie er zu den

neuen Allegra-Triebzügen steht. Das seien halt nicht mehr richtige Lokomotiven, das sei ja schon fast wie Tram fahren, ist seine Aussage. Er bevorzugt die Lokomotiven, das ist für ihn das richtige Lok-Feeling. Deshalb liebt er es auch, Güterzüge zu führen. Er erklärt mir die Signale, die alle paar Meter auf­­zu­ tauchen scheinen: Geschwindigkeits­anzeigen-Vor­ warnung, definitive Geschwindigkeitsanzeige, Ende Geschwindigkeits­begrenzung, Übergang voraus und, und, und – mir schwirrt bald der Kopf, während ich versuche, die vielen Signale rechtzeitig zu sehen. Die Zeit vergeht wie im Zug – äh – Flug – und wir erreichen schon meinen ersten Zwischenhalt: St. Moritz. Mittagessen, ein kleiner Spaziergang, und dann treffe ich den zweiten Lokführer, der meine Begleitung erhält: Adriano. Mit ihm fahre ich bis Tirano und von dort wieder zurück nach Poschiavo. Auch Adriano frage ich, ob er Vorlieben hat, was Züge oder Lokomotiven betrifft. Er verneint. Ob ihm der Allegra-Zug gefalle, will ich genauer wissen. Adriano meint, am Anfang sei es gewöhnungsbedürftig gewesen, dass einem die Leute über die Schulter schauen. Aber er habe sich daran gewöhnt. Ist doch schön für die Fahrgäste, wenn sie zuschauen können! Und die Faszination ist gross!

Lust auf den ganzen Bericht? Aus redaktionellen Gründen ist es leider nicht möglich, den ganzen Bericht in der InfoRetica zu publizieren. Wer den ganzen Bericht lesen möchte kann dies im Intranet unter Produktion/ Lokpersonal gerne machen.

Isabella Paiano und Moreno Beti.

Isabella Paiano mit Luzi Oberer.

37


Mit 65 Jahren … Text von Peider Härtli, Bilder von Caspar Frey, Peter Specker und photopress

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Die Lokomotive «Bernina» des Typs Ge 4/4 I der RhB mit Jahrgang 1947 verliess am 7. März 2012 die Werkstätten Landquart in Richtung Luzern. Dort macht sie vom 4. April bis 21. Oktober 2012 als Blickfang die Besucherinnen und Besucher des Verkehrshauses auf die Sonderausstellung «Sonne bewegt» aufmerksam. Die «Bernina» wurde dem Verkehrshaus als Leihgabe für 5 Jahre übergeben. «Kosmetische» Eingriffe Die «Bernina» war eine wohl bekannte und beliebte Lokomotive auf dem Bündner Schienennetz. Zwischen 1947 und 1953 beschaffte die RhB 10 solcher Lokomotiven des Typs Ge 4/4 I mit den Serienummern 601 bis 610. Diese damals sehr modernen Lokomotiven dominierten während Jahrzehnten das Bild der Traktionsfahrzeuge und verstärkten den durch die legendären Krokodilloks aus den 20er Jahren geprägten Fuhrpark der RhB. Während ihrem Einsatz auf dem Stammnetz der RhB (ganzes Netz mit Ausnahme der Berninalinie), mussten sich die «Damen» verschiedenen Liftings unterziehen. Die auffälligsten «kosmetischen» Eingriffe betrafen dabei die Modernisierung und den Ersatz der alten Führerstände durch eine auch optisch völlig neue Frontpartie. Nicht minder für Aufmerksamkeit sorgte der Farbwechsel von grün auf rot zum 100-jährigen Bestehen der RhB 1989. 8 Mal zum Mond – und zurück Im Lauf ihres Loklebens hat die «Bernina» eine Strecke von über 6 Millionen Kilometer abgespult. Oder noch anschaulicher: Dies entspricht einer Strecke von sage und schreibe 8 Mal zum Mond und zurück oder 150 Weltumrundungen! Nach 65 Jahren Einsatz bei Sonne,

38

Wind und Schnee ist ihre Zeit abgelaufen. Mit dem heute erforderlichen Tempo kann sie nicht mehr mithalten und – wen wundert’s – ihre Grundkonstitution ist nicht mehr die beste. Zudem wurde sie durch neue, moderne und noch kräftigere Züge ersetzt. Mit anderen Worten: bald wird die gute alte Ge 4/4 I ausgemustert und ganz von den Bündner Schienen verschwinden. Ein Exemplar, die «Badus» mit der Serienummer 603, wird dem Bahnpark Augsburg übergeben und die 602 «Bernina» wird noch einige Jahre im Verkehrshaus Luzern zu bewundern sein. Vorerst wird sie jedoch während der Sonderausstellung «Sonne bewegt» mächtig Eindruck machen. Unter anderem wird dem Besucher am Beispiel der «Bernina» auf sprichwörtlich spannende Weise erklärt, wie es sich mit Elektroantrieb fährt und seit wann man überhaupt elektrisch fährt. Mit Sicherheit 65 Jahre und mehr …

Einige technische Daten zur Lokreihe Ge 4/4 I Anzahl Lokomotiven Achsfolge Länge über Puffer Anzahl Motoren Stundenleistung am Rad Gewicht Vmax

10 (Reihe 601–610) Bo’Bo’ 12 100 mm 4 1600 PS/1184 kW 47 Tonnen 80 km/h

Die Sonderausstellung «Sonne bewegt» Vom 4. April bis 21. Oktober 2012 legt das Verkehrshaus der Schweiz mit der Sonderausstellung «Sonne bewegt» den Fokus auf nachhaltige Mobilität – vom Elektrofahrzeug oder Solarmobil bis hin zu wendigen Segways. Überraschende Objekte, wie zum Beispiel auch ein Segelboot oder ein Segelflugzeug, schaffen für die Besucher Denkanstösse und veranschaulichen die Rolle der Sonne als vielseitige Energiespenderin.


Medienbahn

AIR, ROAD & SEA

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

AIR, ROAD & SEA AIR, ROAD & SEA

Die Rhätische Bahn Die Rhätische Bahn im des Wassers DieJahr Rhätische Bahn im im Jahr Jahr des des Wassers Wassers

Wie keine andere Bahn ist die Rhätische Bahn (RhB) mit dem Element Wasser verbunden. Im Europäischen Jahrandere des Wassers deshalb RhB Wie keine Bahn istthematisiert die Rhätische Bahndie (RhB) das Lebenselixier, das inistjedem Aggregatszustand Wiedem keineElement andere Wasser Bahn die Rhätische Bahn (RhB) mit verbunden. Im EuropäiMenschen verzaubert undthematisiert die TechnikIm vor grosse mit dem Element Wasser verbunden. Europäischen Jahr des Wassers deshalb die RhB Aufgaben Obdas mineralische Wasser im Thermalschen Jahrstellt. des Wassers deshalb die RhB das Lebenselixier, in thematisiert jedem Aggregatszustand bad Scuol, verzaubert die Schlittelpiste von Preda vor nach Bergün das Lebenselixier, das und in jedem Aggregatszustand Menschen die Technik grosse oder die imposante Rheinschlucht – kein RhB-Ziel, Menschen verzaubert und die Technik vorim grosse Aufgaben stellt. Ob mineralische Wasser Thermaldas nicht Verbindung zu Wasser Das Aufgaben stellt. Ob mineralische Wasser im hat. Thermalbad Scuol,irgendeine die Schlittelpiste von Preda nach Bergün Jahr 2012 steht ausserdem im Zeichen des 100-Jahrbad Scuol, die Schlittelpiste von Preda nach Bergün oder die imposante Rheinschlucht – kein RhB-Ziel, Jubiläums der Strecke Chur–Disentis/Mustér undDas der odernicht die imposante Rheinschlucht kein RhB-Ziel, das irgendeine Verbindung zu–Wasser hat. Eröffnung des Bahnmuseums in des Bergün. das nicht Verbindung zu Wasser hat. Das Jahr 2012irgendeine steht ausserdem im Albula Zeichen 100-JahrJahr 2012 steht ausserdem im Zeichen des 100-JahrJubiläums der Strecke Chur–Disentis/Mustér und der Jubiläums des der Bahnmuseums Strecke Chur–Disentis/Mustér und der Eröffnung Albula in Bergün. Eröffnung des Bahnmuseums Albula in Bergün.

D D

ie RhB bewegt jährlich mit rund 1400 Mitarbeitenden über 10 Millionen Reisende und rund 700’000 Tonnen Güter 384jährlich Kilometer Streckennetz. ie RhBüber bewegt mit hochalpines rund 1400 Mitarbeitenden Mit ihren einzigartigen wie zum ie RhB jährlich mitGebirgsstrecken, rund 1400700’000 Mitarbeitenden über 10bewegt Millionen Reisende und rund Tonnen Beispiel derGüter Albulaund derKilometer Berninalinie, die 2008 weltweit als über 10über Millionen Reisende und rund 700’000 Tonnen 384 hochalpines Streckennetz. dritte Bahnlinie inüber das einzigartigen UNESCO-Welterbe aufgenommen Güterihren 384 KilometerGebirgsstrecken, hochalpines Streckennetz. Mit wiewurde, zum und berühmten Produkten, demGebirgsstrecken, Glacierund Bernina Exihren einzigartigen wie zum Beispiel derMit Albulaund der wie Berninalinie, die 2008 weltweit als press, bürgt sie seit 123 Jahren für erstklassige Bahnerlebnisse Beispiel der AlbulaundUNESCO-Welterbe der Berninalinie, die 2008 weltweit als dritte Bahnlinie in das aufgenommen wurde, quer durch das dreisprachige Graubünden. Die RhB ist heute ein dritteberühmten Bahnlinie in das UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde, und Produkten, wie dem Glacierund Bernina Exmodernes, Transportunternehmen die führende und berühmten Produkten, wie für demerstklassige Glacier- und und Bernina Express, bürgtvielseitiges sie seit 123 Jahren Bahnerlebnisse Meterspurbahn der press,durch bürgtdas sie dreisprachige seitAlpenregion. 123 Jahren für erstklassige Bahnerlebnisse quer Graubünden. Die RhB ist heute ein quer durchvielseitiges das dreisprachige Graubünden. Dieund RhBdie ist heute ein modernes, Transportunternehmen führende Die RhB bringt Schneesportfreunde direkt ins Wintersportmekka modernes, vielseitiges Transportunternehmen und die führende Meterspurbahn der Alpenregion. Graubünden. Für nur einen Franken Aufpreis dient die Tageskarte Meterspurbahn der Alpenregion. des auch als Bahnbillett. gilt für die Die Wintersportorts RhB bringt Schneesportfreunde direktDas insAngebot Wintersportmekka Regionen Davos/Klosters/Arosa, Engadin/St. Moritz/Scuol oder Die RhB bringt Schneesportfreunde direkt insdient Wintersportmekka Graubünden. Für nur einen Franken Aufpreis die Tageskarte Poschiavo/Tirano. Die RhB befördert aberDas nicht nurdie Touristen, sie Graubünden. Für nur einen Aufpreis dient Tageskarte des Wintersportorts auch alsFranken Bahnbillett. Angebot gilt für die bringt jeden Tag Tausende ihren Wohnorten in die des Wintersportorts auch alsvon Bahnbillett. Das Angebot giltZentren füroder die Regionen Davos/Klosters/Arosa, Engadin/St. Moritz/Scuol Chur, Landquart, Davos, St. Moritz undaber zurück. Als Regionen Davos/Klosters/Arosa, Engadin/St. oder Poschiavo/Tirano. Die RhB befördert nichtMoritz/Scuol nurleistungsstarke Touristen, sie Güterbahn sie eine der Bündner Wirtschaft Poschiavo/Tirano. Die wichtige RhB befördert nicht nurinTouristen, sie bringt jedenistTag Tausende vonPartnerin ihrenaber Wohnorten die Zentren und als rollende durch Vereinatunnel sieZentren für die bringt jeden TagStrasse Tausende vonden ihren Wohnorten in die Chur, Landquart, Davos, St. Moritz und zurück. Alssorgt leistungsstarke einzige wintersichere Verbindung von zurück. Nordbünden insWirtschaft Engadin. Chur, Landquart, Davos, St. Moritz und Als leistungsstarke Güterbahn ist sie eine wichtige Partnerin der Bündner Die RhB istist eine privatrechtlich organisierte – Güterbahn sieStrasse eine wichtige Partnerin der Aktiengesellschaft Bündner und als rollende durch den Vereinatunnel sorgtWirtschaft sie für die über 95 rollende Prozent der Anteile sind imvon Besitz der öffentlichenHand. und als Strasse durch den Vereinatunnel sorgt für die einzige wintersichere Verbindung Nordbünden inssie Engadin. einzige Verbindung von Nordbünden ins Engadin. Die RhBwintersichere ist eine privatrechtlich organisierte Aktiengesellschaft – Die RhB ist eine der privatrechtlich über 95 Prozent Anteile sind organisierte im Besitz derAktiengesellschaft öffentlichenHand.– über 95 Prozent der Anteile sind im Besitz der öffentlichenHand.

39

W E lW d W E tlE rd l td h rt U tr B t h K h U U B W B K F K 1 W tF W p F 1 at1 rp t M ap C ra r M S M C sC u S 1 sS k s u e1 u K 1 k tek e K H tK A t lH R H A lA l R R


Damals, vor 30 Jahren

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

40


Damals 1912

41


Neues in Kürze

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Was beobachtet Matthias Tscharner? Von Fredy Bärtsch Mit verwegenem Blick beobachtet Leiter Güterverkehr Matthias Tscharner das Geschehen. Was ist sein Auftrag? Wohin schweift sein Blick? Was schreibt er auf? Wo befindet er sich? Die Lösung ist einfach: Er beobachtet den Schwerverkehr bei der Autobahn Chur Süd und schreibt alle Lastwagen auf. Dies ist Teil der Feldforschung beim Güterverkehr. In unregelmässigen Abständen erfassen die Mitarbeiter von G die vorbeifahrenden Lastwagen, einmal in Davos (Abzweigung Flüelapass), einmal am Julier und diesmal bei den Autobahnausfahrten Chur Süd und Chur Nord. Unter anderem erkennt G mit dieser Methode Transportpotentiale für die Bündner Güterbahn.

Amber UAN è in pensione! Von Paolo Sterli Gigi Fancoli dopo 41 anni dedicati al Trenino rosso, lo scorso 26 febbraio, è entrato a far parte della schiera dei pensionati. Si dice che nessuno è insostituibile, che tutti siamo preziosi e nessuno è indispensabile. Ma Gigi, con le sue bizze e le sue capacità, con il suo carattere e le sue focose idee, è un vulcano di cui certamente sentiremo una grande mancanza. A nome di tutti i colleghi gli auguro di tutto cuore di godersi a lungo la meritata pensione con tutta la sua famiglia e di potersi dedicare ai suoi hobby preferiti.

Ein nichttaugliches Depot Von Hans Amacker Originell, aber nicht in Übereinstimmung mit unserer Hausordnung ist dieses, im Bahnhof Campocologno, aufgestöberte Versteck. Wie unsere Mitarbeitenden sind auch Züge, Bahnhöfe und Bahninfrastrukturobjekte in gewisser Weise Visitenkarten gegenüber unseren Kunden.

42


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Teamevent an der Eisgala Davos Von Markus Brunner An zwei Tagen im Februar trafen sich die Mitarbeitenden der ehemaligen Region V und P Davos/Klosters, um gemeinsam die Eisgala 2012 zu geniessen. Nach einem «speziellen» Apéro in der ehemaligen Kappelle im Alexan­derhaus begab sich unsere Festgesellschaft zur nächsten kulinarisch-sportlichen Station: dem Fondueplausch im Restaurant «Time Out». Die Verköstigung bestand aus einem gluschtigen Schweizer Käsenationalgericht und vorzüglichem Wein. Anschliessend begann in der Vaillant Arena ein Spektakel der Superlative. Christa Rigozzi führte mit viel Charme und Witz durch die atemberaubende Show in welcher Eiskunstkomiker, nationale sowie internationale Stars und auch der Nachwuchs sich mit unglaublichen Kunststücken immer wieder überboten.

Wenn Zug 1276 auf Bär M13 trifft … Text von Peider Härtli Am 13. Mai 2012 ereignete sich bei Ftan-Baraigla ein Zwischenfall, welcher in seiner Art (hoffentlich) einmalig sein und auch bleiben wird: Der eingewanderte Bär M13 wurde abends um 21.45 Uhr von Zug 1276 erfasst und weggeschleudert. Die nachfolgenden Suchaktionen der Wildhut hatten – dank GPS-Ortung – Erfolg: M13 wurde nur rund 300 Meter von der Crash-Stelle gefunden. Angeschlagen und deutlich ramponiert, aber nach ersten Erkenntnissen nicht lebensgefährlich verletzt hat er die unliebsame Begegnung mit dem Nachtzug überlebt. Und das ist doch eine gute Nachricht! Der Cartoon wurde uns von Markus Brunner zugeschickt.

Einweihung der neuen Diensträume Samedan Von Jolanda Lombardi-Mettler Am 20. April 2012 konnten im Depot und Mehrzweck­ gebäude am Bahnhof Samedan die neuen Aufenthalts­ räume, Garderoben, Ruhe- und Übernachtungszimmer mit einer Schlüsselübergabe eingeweiht werden. Ein Dank gebührt allen Beteiligten am Standort für ihr Verständnis während der Umbauarbeiten. Besonders verdankenswert haben sich Jon Andri Dorta (P-LP) und Danilo Del Simone (V-ZP) für die Interessen vor Ort und Hans-Jörg Vils (F-IM-PU) und das Architekturbüro Wolf für die Planung und Begleitung der Umbauarbeiten eingesetzt. Einen schönen und erholsamen Aufenthalt in den neuen Räumlichkeiten wünscht das Projektteam Sanierung Diensträume.

43


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Rückblick Auditserie Auffahrtswoche Von Roli Hofmann Feuerwehrübung Am 12. Mai hat die Stützpunktfeuerwehr eine Übung zum Thema «Personenrettung Bahn/Gefahrgut Bahn» durchgeführt. Seitens RhB waren ein ausrangierter Reisezugwagen und die Übungszisterne ANU im Einsatz. Ziel der Übung war die Zusammenarbeit Feuerwehr/Bahn, die Personenrettung sowie der Umgang mit Gefahrgut. Bei den RhB-Themen waren die Stichworte «Zusammenarbeit mit dem RCC», «Verhalten im Gleisbereich» und «Gefahren des elektrischen Stromes» im Fokus.

Auditierung In der Auffahrtswoche haben drei Aufsichtsbehörden/ -institutionen die RhB auditiert – das BAV, die SQS und die SUVA. Bei den total 60 Auditsequenzen haben die Auditoren eine gut aufgestellte und fitte RhB und motivierte Mitarbeitende angetroffen. Die Ergebnisse der durchgeführten Audits haben aber auch dargelegt, dass beim Dokumentenmanagement und dem Handling der Auflagen, wie auch bei einer konsequenteren Umsetzung von Vorgaben und Vorschriften in Zusammenhang mit der Arbeitssicherheit, noch weiterer Optimierungsbedarf besteht.

Premiere: die Schweizer Armee kombiniert Von Conti Blumenthal Auch die Schweizer Armee will im Rahmen von allfälligen Varianten auf den Zug «Kombiverkehr» aufspringen. Zu diesem Zweck hat sie erstmals mit einem ihrer zahlreichen Wechselbehälter (WB) einen Probetransport durchgeführt. Und wen hat sie sich als Partner ausgesucht? Klar, die RhB, den schweizweiten Spezialisten für Kombitransporte. Unsere Güterbahn führte die Kombi­ premiere unter Teilnahme des Bereichs Verkehr und Transporte LBA am 24. April 2012 auf der Strecke Landquart – Schnaus – Landquart durch. Fazit: «Kombiverkehr» bringt der Armee mehr Unabhängigkeit vom Stras­ senverkehr, Treibstoffeinsparungen, Flexibilität bei einem Engpass an Motorfahrern und mehr Handlungsfreiheit bei Gütertransporten.

44


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

RhB-Mitarbeiter vor der Kamera Von Enzo Schäffeler Erich Cadonau, Stellvertreter Leiter Bahnhof Disentis, vor seinem alterwürdigen ehemaligen «Heimatbahnhof» – Waltensburg/Vuorz. Der Mitarbeitende der RhB wurde von RTR interviewt – Thema 100 Jahre Jubiläum Chur Disentis. Der Film kann unter www.rtr.ch (Dossier: 100 onns viafier en Surselva) angesehen werden.

Buch auf drei DVDs Von Gian Brüngger und Wolfgang Finke Über die Reisezugwagen der Rhätischen Bahn, Stand April 2012 zum Preis pro DVD für das Personal von CHF 30.50.

Spektakulärer Wagentransport Von Erika Bärtsch Am Donnerstag, 24. Mai 2012, wurde der historische Bahnwagen WS 3902 in einer spektakulären Aktion mit Hilfe eines Mobilkrans auf einen Lastwagen gehoben. Anschliessend wurde der Wagen aufs Streckengleis zur Überfuhr nach Stugl/Stuls gesetzt.

Zuwachs an der Bahnhofstrasse

45


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Von Roland Maron Kaum ausgebrütet im Nest noch wohlbehütet doch dreht der Hausmeister seine Runden wird selbst das im RhB-Park gefunden

Viadukt Mulin da Cuas Text: Karl Baumann und Peider Härtli Bild: Bernhard Schlegel Da lockt die Jubilok im Jubilook locker auf dem wunderschönen Viadukt. Der Viadukt Mulin da Cuas in Sumvitg wurde rechtzeitig, gerade für das Jubiläum, fertig gestellt.

Infrastruktur-Tag vom 8. Juni 2012 Von Reto Sidler Anfang Sommer findet immer ein Infrastruktur Mitarbeiter Anlass statt. Dieser Mitarbeiteranlass soll Zeit für einen regen Austausch über die Bereiche hinaus bieten. Turnusmässig findet dieser in den Regionen statt, wobei dieses Jahr der Bereich elektrotechnische Anlagen in Landquart für die Organisation des Anlasses auserkoren war. Der Start um 13:30 vor dem Direktionsgebäude der RhB in Chur nützte Hans Amacker um einige motivierende Worte an die Teilnehmer zu richten. Im Anschluss begaben sich 4 Gruppen auf eine 1 1/2 stündige Stadtführung in der Churer Altstadt. Während dieser Zeit wurden diverse interessante Hintergründe zu Gebäuden und Plätzen spannend erzählt. Schnell ging der kurzweilige Rundgang vorüber und die Gruppen begaben sich mit dem Zug von Chur nach Landquart. Im Fahrleitungswerkhof empfing man danach die «Infrastrukturler» mit einem Apéro. Nach einer kurzen humorvollen Ansprache von Christian Florin konnte der stetig wachsende Hunger mit Grilladen und Salaten gestillt werden. Als Abschluss gab es noch einen feinen Dessert. Um ca. 23:00 fand der erfolgreiche Anlass mit dem Löschen des Lichts seinen Abschluss. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächsten Infrastruktur Tag! 46


PeKo Unternehmung trifft PeKo Fläche Von Roger Tschirky

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Am 30. April traf sich die PeKo Unternehmung mit der PeKo Fläche zur ersten von zwei gemeinsamen Sitzungen, die wir im Jahr zusammen durchführen. Wir konnten als Gäste Roald Hofmann, Leiter Risk/Sicherheit, Stefan Ackermann, Leiter ME, Rico Wenk, Bereichspersonalleiter und Eric Wyss, Projektleiter HR, für die Sitzung gewinnen. Es war ein interessanter Tag. Roald Hofmann instruierte uns in Sachen der integrierten Sicherheit. Was bisher alles geschah, wie die PeKo im Nachhinein integriert wurde, welche Aufgaben die PeKo mitgestaltet hat. Wir konnten bei der Umfrage dabei sein, wir hatten ein Treffen mit den SUVA-Verantwortlichen, wir werden miteinbezogen. Danach stellte er uns kurz die drei Sicherheitsbeauftragten von der RhB vor. Stefan Ackermann erklärte uns den Prozess der Arbeitsgruppe Dienstkleider, welcher ein langer und aufwendiger Prozess ist. Die PeKo war im Prozess immer eingebunden. Zusammen wurden die Kleider-Codes definiert. Die DV 004 und die Punktestruktur werden auch überarbeitet. Die ME hat jährlich 800 000 Franken zur Verfügung. Die ME beinhaltet und umfasst ein riesiges Spektrum, was wohl nicht allen bewusst ist. Aus diesem Grund sind wir bestrebt, viel Informationen und Hintergrundinformationen sowie das Kleidersortiment aufs Intranet aufzuschalten. Die PeKo und der Leiter ME treffen sich vier Mal pro Jahr zu einem Austausch. Falls euch etwas stört, fehlt, ihr unzufrieden oder zufrieden seid, Änderungswünsche habt, lasst es uns wissen und wir können es in unser Gespräch einfliessen lassen. Eric Wyss erklärte uns seine neue Aufgabe, er ist neu zuständig für die PeKo und darf unsere Anliegen verfol-

gen und betreuen. Eric ist an einer guten Zusammenarbeit interessiert, er setzt sich für die PeKo-Anliegen, soweit er kann, ein. Eric wird bei unseren Treffen mit der Leiterin HR Stephanie Rielle dabei sein und ein Protokoll führen. Die Gäste standen uns noch für Fragen zur Verfügung, diese Chance wurde rege genutzt. Die Türen bei der ME, beim Leiter Risk/Sicherheit und bei Eric Wyss stehen jederzeit offen. Der Tag war ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Wir werden von den meisten Kategorien und Vorgesetzten ernst genommen und als gleichwertigen Partner angeschaut. Wir hoffen nun, dass die Restlichen noch folgen. Zum Schluss haben wir die Pendenzenliste abgearbeitet, die Treffen mit der Leiterin HR besprochen und stellten unsere weiteren Anträge vor. Danach durfte jeder noch mitteilen, wo es bei ihm und seiner Kategorie brennt und was wir in der PeKo-Unternehmung besser machen können. Am Ende des Tages wurde Claudio Föhn verabschiedet, welcher bei der RhB und der PeKo seinen letzten Arbeitstag hatte. An seiner Stelle wurde Heinz Zwicky als Vertreter der Mitarbeitenden Produktion, ohne Lokpersonal, in die PeKo gewählt. Es war ein interessanter, lehrreicher und kurzweiliger Tag. Wir sind motiviert und überzeugt, dass wir mit Eurer Mithilfe noch viel erreichen werden. Mit kollegialen Grüssen Eure PeKo

47


Geschäftsbericht Pensionskasse 2011 Von Urs Brunett

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

und Immobilien konnten die Schwäche der Aktienmärkte nur teilweise ausgleichen. Die beinahe panikartige Flucht in den Schweizer Franken hatte zur Folge, dass wir zusätzliche Kursverluste in Anlagen in Fremdwährungen in Kauf nehmen mussten. Erzielte Performance in den Jahren 2002 bis 2011 In der Zeit von 2002 bis 2011 konnte die erforderliche Sollrendite nicht erreicht werden. Die durchschnittliche Rendite von 2.71 % reichte nicht aus, um die notwendigen Rückstellungen zu bilden. Urs Brunett.

Einmal mehr wurde auch im Geschäftsjahr 2011 die für die Pensionskasse notwendige Sollrendite nicht erreicht. Seit 2002 konnte am Kapitalmarkt nur in fünf von zehn Jahren die erforderliche Rendite übertroffen werden. Auf die zukünftigen reglementarischen Leistungsversprechen wirken sich die fehlenden Erträge negativ aus. Die in den Jahren 2002 bis 2011 erreichte durchschnittliche Rendite von 2.71 % und die für die nächsten 10 Jahre bekannten Erträge (10-jährige Bundesobligatio­ nen) reichen nicht aus, um das heutige Leistungsniveau zu finanzieren. Mit einer Jahresperformance von 0.59 % erzielten wir im Quervergleich mit den übrigen Pensions­ kassen jedoch ein vergleichsweise zufriedenstellendes Ergebnis. Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt von heftigen Marktturbulenzen. Unter der europäischen und amerikanischen Schuldenkrise haben die Aktienmärkte arg gelitten. Die Renditen der Obligationen, Hypotheken

Deckungsgrad Der Deckungsgrad einer Pensionskasse kann – nebst anderen Faktoren – ein Indiz ihrer finanziellen Sicherheit sein. Er ist für Versicherte eine zentrale Kennziffer. Der Deckungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen den Verpflichtungen einer Pensionskasse und dem vorhandenen Vermögen. Ein Deckungsgrad von über 100 Prozent weist darauf hin, dass Sanierungsmassnahmen nicht notwendig sind. Internet Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen die Internet Plattform http://www.pkrhb.ch.

Wichtigste Kennzahlen 2011 31.12.2011

31.12.2010

Abweichung

Bilanzsumme

512 566 699.–

515 430 326.–

- 0.56 %

Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen

493 205 067.–

482 658 662.–

2.19 %

0.59 %

3.19 %

- 2.60

2 931 541.–

15 760 458.–

- 81.40 %

Deckungsgrad der Kasse

100.19 %

103.00 %

- 2.81

Wertschwankungsreserve

920 027.–

14 486 881.–

- 93.65 %

0.18 %

2.82 %

- 2.64

1 365

1 363

0.15 %

926

935

- 0.96 %

Rendite auf Anlagevermögen Nettoergebnis aus Vermögensanlagen

Wertschwankungsreserve in % Anzahl aktive Versicherte Anzahl Rentner 48


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

926

Anzahl Rentner

935

- 0.96 %

Performance der der Pensionskasse Pensionskasse von Performance von 2002 2002 bis bis 2011 2011 (geometrisches Mittel 2.71 Prozent) (geometrisches Mittel 2.71 Prozent) 9.96 9.96

8.8 8.8

9 9 5.4 5.4

4.75 4.75

3.4 3.4

4 4

1.54 1.54

0.8 0.8 -1 -1

3.19 3.19

2002 2002

2003 2003

2004 2004

2005 2005

2006 2006

0.59 0.59

2007 2007

2008 2008

2009 2009

2010 2010

2011 2011 Rendite Rendite in in % %

-6 -6 -9.05 -9.05

-11 -11

Der Deckungsgrad hat sich in den vergangenen Jahren wie folgt entwickelt:

Der Deckungsgrad Deckungsgrad hat hat sich sich in in den den vergangenen vergangenen Jahren Der Jahren wie wie folgt folgt entwickelt: entwickelt: Deckungsgrad der der Pensionskasse Pensionskasse in Deckungsgrad in den den Jahren Jahren 2002 2002 bis bis 2011 2011 110% 110%

108.12% 108.12%

108% 108%

104% 104% 102% 102% 100% 100%

106.83% 106.83%

106.86% 106.86%

106% 106%

100.80% 100.80%

102.80% 102.80%

102.27% 102.27%

102.80% 102.80%

103.00% 103.00% 100.19% 100.19% Deckungsgrad Deckungsgrad

98% 98% 96% 96% 94% 94% 92% 92%

94.82% 94.82% 2002 2002

2003 2003

2004 2004

2005 2005

2006 2006

2007 2007

2008 2008

2009 2009

2010 2010

2011 2011

49


Café Bernina Von Elisabeth Erber

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Vorgeschichte Letzthin hab ich mich in Alp Grüm in den Regionalzug gesetzt – und Schmarrn … wieder habe ich vergessen, mir ein Fläschli Wasser zu kaufen. Und wieder habe ich bis Poschiavo keine Chance was zu trinken zu bekommen – so kann ich die Fahrt bis Tirano durstig «genies­ sen». Aber es sind nur 40 Minuten – das überlebe ich unbeschadet. Problematik Leider ergeht es nicht nur mir so, viele Bahnkunden, die in Pontresina in den Regionalzug steigen und dann bis Poschiavo oder Tirano durchfahren haben keine Möglichkeit, sich ein Getränk zu besorgen. Diese Strecke dauert zwei Stunden. Bist du schon einmal zwei Stunden durstig im Zug gesessen? Das Wasser in der Toilette ist ebenfalls angeschrieben mit «Kein Trinkwasser». Zum Glück gibt es eure zuvorkommenden Kondukteure, an die sich die Kunden wenden können, wenn sie durstig und hungrig sind – und diese rufen bei uns an, um für die Gäste Getränke oder auch einmal ein Brötli zu bestellen. Manche Gäste laufen in den zwei Minuten, in denen der Zug hält, schnell zu uns ins Restaurant, um ein Fläschli, ein Sandwich oder ein Glace zu bekommen – mit dem Risiko, dass sie den Zug verpassen. Aber was macht man nicht alles, um die quälenden durstigen Kinder zu beruhi­gen? Wenn das mit dem Kiosk geklappt hätte, hätten die Gäste diese Kleinigkeiten schnell beim Kiosk kaufen können. Zwar schaffe ich diese Lauferei ins Restaurant noch, doch es muss eine andere Lösung her.

Elisabeth Erber (links).

50

Lösung Alp Grüm bietet offiziell einen «Lieferservice» in/an den Zug unter dem Namen «Café Bernina». Wie McDonald's oder die Pizzeria mit Lieferservice – nur origineller – denn schliesslich sind wir nicht irgendwer – sondern die Rhäti­sche Bahn. Die Idee eines Lieferservices gibt es schon lange und wird von uns bereits für Kunden und Reiseleiter angeboten. Nur wenige Kunden wissen davon, deshalb wird das Angebot nicht oder nur selten genutzt. Weiter kennen die Kunden die Telefonnummer und die Preise nicht. Wer kauft schon gerne etwas in der Schweiz, ohne vorher die Preise zu kennen? Konkurrenz Mit unserem Lieferservice machen wir niemandem Konkurrenz und niemand macht uns Konkurrenz. Es gibt den Gourmino – aber der verkehrt von Chur nach St. Moritz. Es gibt im Bernina Express den «Railbarservice». Von diesem nehmen wir Abstand, indem wir immer klar und deutlich anführen, dass unser Lieferservice nicht für den Bernina Express gültig ist, sondern eben nur für Regionalzüge. Kosten für RhB Für die Rhätische Bahn entstehen keine zusätzlichen Kosten. Kosten für Alp Grüm Zusätzliche Personalkosten, weil ein Mitarbeiter für den Dienst immer zur Verfügung stehen muss.   Für diese zusätzlichen Aufwände kommt Alp Grüm auf.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Nutzen für Alp Grüm Zusätzliche Einnahmequelle für Alp Grüm, wenn auch nur kleine Beträge. Guter Werbeeffekt, Alp Grüm wird für diesen Teilbereich den Namen «Café Bernina» bekommen – das einzige Café mit Lieferservice in/an den Zug! Alp Grüm zeichnet sich wieder durch Innovation, Flexibilität und Kundenservice aus. Nutzen für RhB Guter Werbeeffekt; weil: Guter Service, tolle aussergewöhnliche Dienstleistung, die im Regionalzug von Pontresina nach Poschiavo und umgekehrt angeboten wird. Faires Preis-Leistungsverhältnis, das den Kunden zu Gute kommt. Angebot Wir bieten neben warmen Getränken in entsprechender Qualität, kühle Getränke in der praktischen Pet-Flasche. Je eine Sorte Bier, Rot- und Weisswein mit praktischem Plastikbecher und einfache Sandwiches mit Puschlaver Brot. Weiter auch Misolta, Käseteller und Puschlaver Teller. Als Süssigkeit gibt es Engadiner Nusstorte und 2 Sorten Eis. Das Angebot ist nicht das «übliche» wie man es überall bekommt. Probleme, die entstehen können: a) Die Gäste könnten die Züge schmutzig machen Lösung: Die warmen Getränke werden im Thermobecher mit Deckel und Trinköffnung abgefüllt. Die kalten Getränke werden im Fläschli serviert, aus denen die Gäste direkt trinken können oder in einem mit praktischen Plastikbecher b) Müllproblem: Es bleibt Müll im Zug liegen

Lösung: Zu jeder Bestellung geben wir ein weisses Plastiksäckli mit. Damit kann der ganze Abfall gesammelt, verschlossen und beim nächsten Halt oder beim Ausstieg in die Mülleimer am Bahnhof geworfen werden. Risiko Für Alp Grüm: keine Bestellungen oder zu viele Bestellungen. Mit beidem können wir gut umgehen. Für RhB: kein Risiko Vermarktung Über Kunden und über Mitarbeiter der Rhätischen Bahn – auf «freiwilliger» Basis. Wenn Zeit, Möglichkeit und Bedarf herrscht. Facebook Fanseite RhB – keine zusätzlichen Kosten Facebook Fanseite Alp Grüm – keine zusätzlichen Kosten Newsletter RhB – keine zusätzlichen Kosten Newsletter Alp Grüm – keine zusätzlichen Kosten Beitrag in der InfoRetica – keine zusätzlichen Kosten Eintrag auf unserer Homepage – keine zusätzlichen Kosten Eintrag auf der Homepage der RhB – keine zusätzlichen Kosten Mund zu Mund Propaganda – keine zusätzlichen Kosten Kosten für Flyer (siehe beiliegende Anlage) – Druck und Grafikkosten übernimmt Alp Grüm Albergo Ristorante Alp Grüm CH–7710 Alp Grüm + 41 (0) 81 844 03 18 alpgruem@bluewin.ch, www.alpgruem.ch.vu Alp Grüm: Jetzt auch auf Facebook und Twitter http://www.facebook.com/Alpgruem http://twitter.com/alpgruem

51


Was macht ein Tiranese* zuoberst im Oberland? Von Enzo Schäffeler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Antwort: Arbeiten und lernen … Vom 1. März bis Ende April durften wir in Disentis einen Sprach-, Kultur- und Mentalitäts-Austausch geniessen. Marco Ruggiu, normalerweise in Tirano stationiert, verbrachte zwei Monate bei uns, quasi als Stage. Der Fokus lag dabei auf der Verbesserung seiner Deutschkenntnisse. Wer jetzt spottet: Was, in Disentis Deutsch lernen? Dem sei gesagt, dass wir sogar im Büro in dieser Zeit schriftdeutsch gesprochen haben! Marco und wir durften feststellen, das die Mentalitätsunterschiede zwischen dem Val Poschiavo und dem Bündner Oberland gar nicht so gross sind. Nach ein paar Tagen hatten wir, auch wegen Marcos grossem Interesse, das Gefühl, er sei schon viel länger bei uns. Auch in Ilanz wurde er für einzelne Tage gerne willkommen geheissen, eine zusätzliche Herausforderung für Marco. Jeder Bahnhof hat seine Spezialitäten. Und auch wenn Tirano und Disentis Endbahnhöfe der RhB sind und beide über Expresszüge, die Paradepferde der RhB, verfügen, war es sicher eine Bereicherung, die verschiedenen lokalen Verhältnisse vergleichen zu können. Ich denke für uns alle, Marco selber, die Teams in Disentis und in Ilanz, war sein Einsatz eine interessante und spannende Erfahrung. Wir alle konnten vom gegenseitigen Know-how und den Erfahrungen profitieren. Ich bin mir sicher (oder weiss …), dass Marco auch in Zukunft ab und zu in Disentis anzutreffen ist. Danke, grazie Marco! *Tiranese = in Tirano wohnhaft, meist italienischer Staatsangehöriger, Gazetta dello Sport (ihr wisst schon, die rosafarbene Zeitung unter dem Arm) – genüsslich in der Sonne sitzend Kaffee geniessend …

Marco Ruggiu in Disentis/Mustér.

52

Una fantastica esperienza Von Marco Ruggiu L’inverno scorso avevo chiesto la possibilità di lavorare presso un’altra stazione per poter migliorare il mio tedesco ma devo dire che ho avuto la fortuna di ottenere molto, molto di piu’ che un semplice «Stage». Dopo pochi giorni dal mio arrivo a Disentis mi sono subito ambientato molto bene soprattutto grazie ai colleghi che hanno dimostrato nei miei confronti disponibilità, pazienza e voglia di insegnare. Grazie a questa esperienza ho avuto l’opportunità di conoscere nuove mentalità, nuove culture, la nostra ferrovia nella zona dell’Oberland, i collegamenti con la MGB, altri biglietti internazionali, il Glacier Express, un po’ di romancio ma soprattutto nuove persone e nuovi colleghi che purtroppo non si ha mai l’opportunità di sentire o vedere. Consiglio a tutti di avere la possibilità di fare questa esperienza in futuro e di poter avere la mia stessa fortuna nel trovare dei Team come a Disentis ed Ilanz. Ringrazio chi ha permesso il mio trasferimento ma soprattutto tutte le persone (ufficio, manovra, pulitori, etc …) che ho avuto il piacere di conoscere e che mi hanno sopportato per questi due mesi … Grazie mille!! PS: per chi sosta a Disentis posso confermare che ci sono degli ottimi locali per passare tranquille serate (chiedere a Pablo) mentre per chi sosta ad Ilanz consiglio di chiedere in Stazione (Marco, Felix o Urs) per poter giocare a Jorkyball …

Marco Ruggiu in Tirano.


Pensioniertenfeier 2012 Von Caspar Frey

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2012

Jahr für Jahr werden bei der RhB zahlreiche verdienstvolle Mitarbeitende in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Auf dem diesjährigen Ausflug ins Valposchiavo – natürlich mit dem hauseigenen Transportmittel – konnte man sich nochmals austauschen und Anekdoten teilen. Der traditionelle Anlass wurde von den diesjährigen Teilnehmern als «nicht selbstverständlich» erachtet und auch darum gelobt; dieses Lob gilt vor allem der Personalabteilung (HR) für die Organisation und dem Führungsteam der RhB. Dem Slogan «von den Gletschern zu den Palmen» wurde die Berninalinie vollends gerecht. Nachdem im oberen Albulatal noch Schnee fiel, musste man sich am Ospizio seines Pullovers entledigen. Freundlich empfing die RhB-Musik den Salonwagen und dessen Insassen in Poschiavo, was Elisabeth FischerSigrist und Gion Peder Mark zu einem Tänzchen bewegte. Im Hotel Albrici, der ältesten Herberge von Poschiavo, wurde anschliessend ein erstklassiges einheimisches Menü serviert. Zum Tiramisù trat erneut die RhB-Musik auf, bevor der offizielle Teil des Tages folgte. Direktor Hans Amacker blickte in seiner Rede auf das vergangene Jahr zurück und griff einige markante Punkte der RhBGeschichte auf. Daneben brachte er die ehemaligen Mitarbeitenden auf den aktuellen Stand der RhB – Themen wurden vorgestellt und ein Blick in die Zukunft gewagt. Als Ausdruck der Wertschätzung erhielten die im Jahr 2011 Pensionierten ein Abschiedsgeschenk überreicht. Besonders eindrücklich sind die Zahlen, die die Pensionierten zusammen bringen: Die Summe der Dienstjahre beträgt knappe 569 Dienstjahre, das ergibt einen Durchschnitt von rund 33,5. «Spitzenreiter» ist Richard Grünenfelder aus Versam (46 Dienstjahre, 3 Monate, 28 Tage). Er arbeitete zuletzt als Gleismonteur in Ilanz. Auch sonst waren einige «geschichtsträchtige» ehemalige Mitarbei-

tende anwesend: Urs Peter Maurhofer konnte die Entstehung beinahe jeden Signals der Berninalinie erklären, er war schliesslich Fachmeister der Sicherungsanlagen auf dieser Strecke. Und Karl Meile war der erste gelernte Spritzlackierer der RhB. Der Nachmittag stand im Zeichen von Poschiavo. Maria Olgiati führte durch die Strassen des heute schön hergerichteten Dorfes, das noch 1987 durch ein schweres Unwetter verwüstet wurde. Sowohl beim Gang durchs Dorf als auch in der Casa Tomé konnte von Renzo Isepponis (seinerzeit Chefmonteur in Poschiavo) Wissen profitiert werden. Die Rückfahrt im Salonwagen bot dann wieder Zeit für Gespräche über die vergangenen Arbeitsjahre und über die Zeit im Pen­sio­nierten-Dasein. Folgende Personen wurden im Jahr 2011 pensioniert und nahmen an der Pensioniertenfeier 2012 teil: Brunner Peter, Lokführer, Landquart; Cabernard Balzer, Mitarbeiter, Landquart; Cortesi Giulio, Gruppenleiter Stellvertreter, Poschiavo; Fausch Christian, Reiseleiter, Landquart; Fischer-Sigrist Elisabeth, Kunden- und Reiseberaterin, Domat/Ems; Grünenfelder Richard, Gleismonteur, Ilanz; Isepponi Renzo, Chefmonteur, Poschiavo; Köhle Armando, Zugführer, Chur; Maissen Verena, Raumpflegerin, Untervaz; Mark Gion Peder, Betriebsdisponent, Thusis; Maurhofer Urs Peter, Fachmeister, Samedan; Meile Karl, Spezialhandwerker, Poschiavo; Pfister Peter, Mitarbeiter, Samedan; Rinaldi Achille, Leiter Bahnhof, Campocologno; Wiesendanger Hans, Lokführer, Landquart Abwesend waren: Biäsch Hansjörg, Wagenreiniger, Davos Platz; Odermatt Erna, Sekretärin, Landquart

53


Bahnhofbesichtigung Chur Von Laurene Kröpfli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Kinder lieben Züge und Bahnhöfe! Wer war als Kind nicht gerne mit dem Zug unterwegs? Die erste und zweite Primarklasse aus Cazis wollten die vielen Tätigkeiten im und um den Bahnhof genauer kennen lernen. Herr Jörg, Klassenlehrer einer Klasse, fragte bei login Berufsbildung an, ob eine Bahnhofbesichtigung am 12. April 2012 in Chur möglich sei. Bei der Organisation war zu berücksichtigen, dass es sich bei den Teilnehmenden um 30 sieben- bis achtjährige Kinder handelte. Doch dank einer sehr guten Zusammenarbeit mit der RhB und den SBB verlief die Besichtigung problemlos. Ein paar Monate vor dem 12. April begannen die Vorbereitungen. Der Klassenlehrer teilte uns seine Wünsche mit, zusammen mit der RhB konnten wir weitere Ideen sammeln. Nach Absprache mit dem Klassenlehrer konnte der Ablauf des Informationsanlasses definitiv geplant werden. Die Fachpersonen, welche an den «Posten» die Kinder empfingen und ihr Wissen weitergaben, mussten angefragt werden. Für den Posten «Lokbesichtigung» wurde Markus Putzi, Lokführer der RhB, vorgeschlagen. Ich war mit diesem Vorschlag von Daniel Hänni, Leiter Lokführer bei der RhB, mehr als zufrieden. Die Vorbereitungen mit Markus Putzi waren besonders angenehm und ich war mir sicher, dass die Lokbesichtigung ein Erfolg sein würde. Für die Besichtigung des Fachbereiches Logistik hatte ich selbst schon von Anfang an eine Idee: hierzu eignete sich Gino Linto, Logistiker SBB, sehr gut. Seine lustige, freundliche Art war einfach perfekt für eine solche Besichtigung. Zur Vorstellung des KV-Bereiches wollte ich unbedingt Lernende einsetzen. Der 12. April war ein Donnerstag, viele Lernende haben an diesem Wochentag Schulunterricht. Zum Glück konnten wir

Hinterste Reihe v.l.n.r.: Jova Dimic, Laurene Kröpfli und Herr Buchli, Mitte Lehrer Jörg.

54

eine motivierte, sehr kompetente Lernende aus dem SBB-Reisebüro, nämlich Jovana Dimic, für uns gewinnen. Herr Hänni organisierte uns auch noch die benötigten Warnwesten, welche ich einen Tag vor dem Anlass bei Marcel Gruber in der Materialwirtschaft der RhB abholen konnte. Am Tag der Veranstaltung fuhren Herr Jörg, Herr Buchli und die zwei Klassen mit dem RegioExpress von Cazis nach Chur. Um ca. neun Uhr traf der Zug in Chur ein. Jovana Dimic, Kauffrau im ersten Lehrjahr; Kamer Ibrovic, Logistiker im dritten Lehrjahr und ich warteten schwer beladen mit Werbegeschenken schon unten in der Bahnhofsunterführung auf die zwei Klassen. Bei Ankunft hörten wir von der Bahnhofunterführung aus bereits die Vorfreunde der Kinder, sie schrien und rannten herum. Da wir mit dem Wetter Glück hatten, konnten wir beim «Gleis d» die geplante Einführung machen. Wir stellten uns vor und gaben ein paar Sicherheitshinweise. Die Kinder wurden in drei Gruppen eingeteilt. Herr Jörg und seine Begleitperson Herr Buchli übernahmen jeweils je eine Gruppe, Kamer Ibrovic und ich übernahmen die letzte Gruppe. In den zwei Stunden die wir Zeit hatten, konnte jede Gruppe alle drei Posten besuchen. Pro Posten hatten die Fachpersonen zwanzig Minuten Zeit, den Kindern alles über ihren Bereich zu erzählen. Danach wurden die Posten gewechselt, dies durfte nicht länger als fünf Minuten dauern. Auch wenn die Posten teilweise weit weg von einander lagen, funktionierte der Wechsel super. Der erste Posten meiner Gruppe war die Lokbesichtigung. Gespannt warteten wir beim Treffpunkt auf Markus Putzi. Weil die Einführung schneller als geplant ging, waren wir zu früh. Dank der Spontanität von Kamer Ibrovic wurde es aber nicht langweilig. Pünktlich er-

Logistikposten Gleis 5 Gino Linto.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2012

schien Markus Putzi zum Treffpunkt, er hatte noch einen Kollegen dabei. Die beiden Lokführer begleiteten uns zum Lokdepot der RhB. Die acht Kinder in meiner Gruppen überquerten die Gleise mit ihren leuchtenden Warnwesten. Markus fragte: «Kinder, dörf ma eifach so as Gleis überquera?» Ganz dynamisch antworteten die Kinder «Nai, dörf ma nid! Etz aber schu will miar a cooli orangi Jacka trägen». Im Depot angekommen stand die login-Lokomotive der RhB für uns bereit. Markus hatte zudem sogar eine zweite Lok organisiert! Meine Gruppe wurde in zwei Kleingruppen aufgeteilt, danach ging es nach einer kurzen Einführung in die Lokomotive hinein. Markus zeigte meiner Mädchen-Gruppe wie man eine «siebenElefanten»-schwere Lokomotive bedient. Die Kinder durften die Lokomotive auch selbst fahren, dies natürlich auf einem kurzen und dafür abgesperrten Gleisbereich! Die Zeit ging sehr schnell um, schon war es Zeit, zum nächsten Posten zu gehen. Zum Schluss gab es noch RhB-Geschenke. Wir verabschiedeten uns von den Profis und gingen zum nächsten Posten. Jovana wartete schon auf uns vor dem Billettschalter. Sie zeigte uns zuerst die Broschüren die beim Eingang in Regalen stehen. Danach ging es im hinteren Bereich weiter, in welchem das abgegebene Gepäck der Kunden aufbewahrt wird. Die KV-Lernende informierte uns über die Gepäck-Etiketten und schilderte uns den Ablauf der Gepäckannahme am Schalter. Das Reisebüro und den Schalter durften wir auch aus Sicht des Verkäufers sehen. Als Abschluss wurde das Gelernte spielerisch abgefragt. Der letzte Posten für meine Gruppe war die Logistik. Wir trafen uns mit Gino Linto auf dem Gleis 5. Martin Eggenberger, auch Logistiker der SBB, war als Unterstützung dabei. Wir sahen von weitem ein paar kleine Miniaturmenschen mit übergrossen Warnwesten – die zweite

Lokdepot RhB Markus Putzi.

Gruppe war bei der Logistik noch nicht fertig. Meine Gruppe erzählte der anderen Gruppe aufgeregt was sie schon alles gesehen hatten. «I han a Lokomotiva könna fahra!», «I han hinter em Schalter könna sitza!», hörte ich von allen Seiten. Zwei Minuten später gab uns Gino ein paar Sicherheitshinweise bevor wir in die Rangier­ lokomotive einsteigen durften. Gino hatte eine besonders gute Art mit den Kindern umzugehen, meine Kids fanden ihn sehr sympathisch. Sie stellten Fragen und hörten gut zu. Uns wurde auch eine Rangiersicherheitsausrüstung präsentiert. Um 10.45 Uhr trafen sich alle Gruppen wieder beim unteren Bahnhofkiosk. Trotz der Morgenkälte von nur 5° C kamen alle gut gelaunt und mit einem Grinsen im Gesicht zum Schlusstreffpunkt. Bei allen drei Gruppen hatte die Besichtigung super geklappt und wir hatten die Zeit eingehalten. Wir machten ein Gruppenfoto, Jovana verteilte Süssigkeiten und auch von mir gab es login-Geschenke. Die Warnwesten wollten die Kinder am liebsten behalten. Und schon war es Zeit, nach Hause zu fahren. Wie geplant konnten die Klassen pünktlich um 10.58 Uhr in den Zug nach Cazis einsteigen und ich war froh, den Anlass so gut über die Bühne gebracht zu haben. Die Posten mit den Fachpersonen waren sehr interessant und unglaublich spannend und die Organisation zusammen mit SBB und RhB fantastisch. Dank dieser tollen Zusammenarbeit konnten wir den zwei Klassen aus Cazis eine gute Bahnhofbesichtigung anbieten und die zwei Lehrer zufriedenstellen. Ich möchte mich bei allen beteiligten Personen der RhB, den SBB und von login ganz herzlich bedanken. Die Kinder hatten ein unvergessliches Erlebnis und die Begeisterung für den öffentlichen Verkehr wird bei Ihnen sicher anhalten. Der Anlass war ein voller Erfolg!

Schalter SBB und RhB Jovana Dimic.

55


Personalchronik vom 2. März – 1. Juni 2012

Eintritte

Markus Barth Mario Beck Rudolf Caviezel Roman Derungs Patricia Huber Tamara Krebs Jürg Merz Elias Müller Patricia Tschenett

als Leiter Produktion, Chur als Projektleiter, Landquart als Lokführer, Landquart als Gleismonteur/Verkehrswegbauer, Ilanz als Marktverantwortliche, Chur als Personalfachfrau, Chur als Lokführer, Landquart als Polymechaniker, Landquart als Hostess, Samedan

HERZLICH WILLKOMMEN!

Austritte

Marcel Aebersold Zeki Balta Thomas Baumgartner Silvio Briccola Corsin Caviezel Bertram Dietsch Claudio Föhn Ursina Heldstab Ursina Lareida Armando Luzi Christian Müller Lisbeth Roner-Rölli Markus Scherer René Schläppi Marcus Anton Schneller Rafael Stutz Manuela Zuber

als Lokführer, Scuol-Tarasp als Betriebsangestellter, Klosters als Leiter Produktion, Chur als Leiter Finanzen, Chur als Spezialhandwerker, Landquart als Leiter Dienstbereich, Landquart als Kunden- und Reiseberater, Bergün als Betriebsdisponentin, Untervaz als Kondukteuse, Samedan als Gleismonteur, Davos Platz als Lokführer, Chur als Hostess, Samedan als Kunden- und Reiseberater, Arosa als Gleismonter/Verkehrswegbauer, Thusis als Leiter Applikationsmanagement, Chur als Betriebsangestellter, Landquart als Fahrdienstleiterin, Samedan

ALLES GUTE FÜR DIE ZUKUNFT!

Pensionierungen

Bernhard Bösch, Bahnmeister Davos

ALLES GUTE IM RUHESTAND!

56


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Dienstjubiläen

25 Dienstjahre Jose Carlos Antunez Callejo, Spezialhandwerker, Landquart Matias Filli, Mitarbeiter Kundendienst, Scuol-Tarasp Hanspeter Hannemann, Spezialhandwerker, Landquart Daniel Hänni, Leiter Lokführer, Chur Juan Lopez Valcarcel, Wagenreiniger, Samedan Thomas Mengelt, Lokführer, Landquart Luzius Oberer, Zugführer, Samedan Alice Oberteufer, Kaufmännische Mitarbeiterin, Chur Kurt Riederer, Lokführer, Landquart Guido Schwarz, Fachmeister, Landquart Limphone Vongrathsavay, Spezialhandwerker, Landquart

40 Dienstjahre

Ulrich Brunner Kunden- und Reiseberater Klosters

Giordano Crameri Lokführer Pontresina

Agnes Grünenfelder PM S-Bahn Chur

Silvio Hermann Leiter Vorsorge Pensionskasse, Chur

Markus Lipp Leiter Kundendienst Chur

Arthur Schmid Lokführer Landquart

Christian Wellinger Mitarbeiter Kundendienst Davos Platz

Luca Zanolari Zugführer Chur

H E R Z L I C H en G lückwunsch !

RhB in-team

Die Redaktion informiert Sie an dieser Stelle, dass die Rubrik RhB in-team in Zukunft nicht mehr weitergeführt wird. Der Grund dafür, liegt in der Schwierigkeit, alle und vor allem richtig zu erfassen. Wir hoffen auf Ihr Verständnis. 57


Spontan

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Benno Burtscher

Hans Amacker

Christian Florin

Verwaltungsrat

Direktor

Stellvertretender Direktor

Ihre spontane Meinung … … zur Kollision von Bär M13 mit Zug 1276 ? Bärenstark, unser Zug 1276!

Ungewollte Werbung für die RhB. Habe sogar eine Rückmeldung aus Malaysia erhalten.

Der arme Kerl … hoffe nur er ist nicht nachtragend und zeigt sich mal wieder als Touristenattraktion an der RhB-Strecke.

… zum Schwimmprojekt «Blaues Wunder, Rhein 2012» von Ernst Bromeis? Eine gute Idee, die beweist, dass für ihre erfolgreiche Umsetzung eine grosse mediale Inszenierung nicht genügt.

… zur InfoRetica? Rundum gelungen!

Ein R(h)einfall.

Eine unglaubliche Leistung … aber wie ist er eigentlich den Rheinfall runter geschwommen?

Vorfreude ist die schönste Freude.

Spannend, unterhaltsam, infor­mativ – beste Werbung in eigener Sache!

Mit wem würden Sie gerne ein feines Menu im Gourmino geniessen? Mit Bundesrätin und Verkehrsminis­ terin Doris Leuthard, die ich viel fragen möchte und der ich auch was zu sagen hätte.

Achille Schucan, dem ersten RhBDirektor und ihm die heutige RhB zeigen.

Am liebsten mit unserer Bundesrätin Doris Leuthard während einer Fahrt durch den «neuen» Albulatunnel.

Ein feines Essen ist nur dann ungemütlich, wenn man alleine ist. Ich bin offen.

Mit dem Bär.

Und mit wem nicht ? Mit Fifa-Präsident Sepp Blatter, weil ich von einer demokratischen und transparenten Führung eines Welt­ verbandes eine ganz andere Vor­ stellung habe.


sten Sie … Wussten Sie …

Material aus welchem Ihr neues kleika-Produkt wurde, während der im Jahraus 2009 das …Renovation dass das Material welchem Ihr neues kleika-Produkt viadukt umkleidete? hergestellt wurde, während der Renovation im Jahr 2009 das Landwasserviadukt umkleidete? t das Viadukt in «neuem Glanz» – schon gesehen? önnen wir Ihnen eine Reise auf das der UNESCO Seither grüsst Viadukt Weltin «neuem Glanz» – schon gesehen? zwischen Thusis und Tirano nur empfehlen. Falls nicht,(I)können wir Ihnen eine Reise auf der UNESCO Welterbestrecke zwischen Thusis und Tirano (I) nur empfehlen.

/ Reservation ahn, Railservice 1 288 65 65 rhb.ch

Information / Reservation Rhätische Bahn, Railservice Tel +41 (0)81 288 65 65 railservice@rhb.ch www.rhb.ch

kleika Arbeitslosenprojekte St. Gallen kleika bietet erwerbslosen Frauen dieArbeitslosenprojekte Möglichkeit, kleika St. Gallen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt optimieren. kleikazubietet erwerbslosen Frauen die Möglichkeit, Im Textilatelier werden vor allem Recycling-Mateihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu optimieren. rialien zu diversen Produkten verarbeitet. Im Textilatelier werden vor allem Recycling-Materialien zu diversen Produkten verarbeitet. Mehr dazu finden Sie unter www.kleika.ch Mehr dazu finden Sie unter www.kleika.ch

59


Werden auch Sie Fan Bereits 체ber 6 500 Fans folgen der Rh채tischen Bahn auf Facebook

Werden auch Sie Fan und nehmen Sie teil an der RhB-Facebook Erlebniswelt: Neuigkeiten, Wettbewerbe, Geschichten rund um den Bahnalltag sowie interessante Diskussionen warten auf Ihre Teilnahme. www.rhb.ch/facebook


InfoRetica 2/2012