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In MGB-Triebzüge dieser Ausgabe laufen vom Stapel Von Roberto G. Paravicini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Editorial/Editoriale Die Stimme der Geschäftsleitung La Voce della Direzione 100 Jahre Berninalinie – Auftakt St. Moritz 100 Jahre Berninalinie – Das Fest geht weiter Weisse Schwarzfahrer 100 Tage Bahnhof Scuol-Tarasp Unsere Ziele 2010 Projekt «Chronos» Dienstleistungsqualität Interview Mitarbeiterumfrage Mitarbeitergeschichte Arbeitssicherheit Neues Steinbock-Magazin Diesellokomotiven damals 70 Jahre Pullman Medienbahn Damals vor 30 Jahren Neues in Kürze Loksimulator Verkehrshaus Luzern Interview mit Andreas Donatsch Kundenanlass Güterbahn 10 Jahre Vereina - Mitarbeiteranlass Weihnachtsevent F-MW login Siemens ESV Rätia - Riesenslalom SVSE – Europameisterschaft Langlauf Timeout auf Rädern Leserbrief Pensioniertenfeier Personalchronik

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Herausgeber:

Geschäftsleitung der Rhätischen Bahn 7002 Chur

Redaktion:

Peider Härtli (hä), p.haertli@rhb.ch Sandra Beeli (sb), s.beeli@rhb.ch Simon Rageth (sr), s.rageth@rhb.ch Walter Frei (Fr), w.frei@rhb.ch

Frontbild:

Mit Volldampf ins Jubiläumsjahr Bild Andy Mettler

Nächster Redaktionsschluss:

14. Mai 2010

Auflage: Abonnement:

3 100 Exemplare, 4-farbig Inland: Fr. 50.– / Ausland: Fr. 60.–

© by RhB:

Weiterverwendung und Nachdruck erwünscht, jedoch nur unter Quellenangabe Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier


MGB-Triebzüge laufen vom Stapel Editorial/Editoriale Von Sandra RobertoBeeli G. Paravicini

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Quattro Stagioni

Quattro Stagioni

Liebe Mitarbeitende

Cari collaboratori

Das Jahr 2010 steht ganz im Zeichen des Feierns. Der Auftakt zum Jubiläum «100 Jahre Berninalinie» mit dem Winterevent im Januar war schon ein voller Erfolg. Jedoch kein Grund sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn der Frühlingsevent steht schon bald vor der Tür. Und die Party geht weiter: Wie Peider Härtli kürzlich in einem Interview im TV-Sender ARD schon erwähnte, feiern wir einen sogenannten «Quattro Stagioni»-Event – von St. Moritz bis Tirano und in allen Jahreszeiten!

Il 2010 è ormai tutto all’insegna dei festeggiamenti. L’apertura del giubileo «100 anni della linea del Bernina» con il fantastico evento invernale di gennaio è stato un enorme successo. Tuttavia non è un buon motivo per adagiarsi sugli allori, dato che l’evento primaverile è già alle porte. E la festa continua: come ha già avuto modo di sostenere recentemente Peider Härtli in un’intervista al canale televisivo ARD, festeggeremo un evento per così dire a «Quattro Stagioni», da St. Moritz fino Tirano e in tutte e quattro le stagioni!

Die Vorbereitungen sind schon weit fortgeschritten. Einmal mehr braucht es wieder eine Teamleistung der ganzen Unternehmung, ansonsten wäre die Durchführung solcher Grossanlässe gar nicht möglich – eine offene, transparente und bereichsübergreifende Kommunikation ist Voraussetzung für ein gutes Gelingen! Soviel zum Thema Kommunikation: Auf meiner Reise durch Cuba, im Februar, habe ich einmal mehr erfahren, dass der Begriff Kommunikation etwas sehr Wichtiges ist und in Cuba zum Teil extrem anders interpretiert wird als beispielsweise in der Schweiz. Im Gegensatz zur Schweiz ist es in Cuba sehr schwierig an Informationen aus Europa zu kommen. Auch über innenpolitische Angelegenheiten redet man nicht offen und auch nicht gerne – auch weil man nicht darf… Aus diesem Grund ist es umso erfrischender bei einer Unternehmung zu arbeiten, wo die Informationen fliessen. Und bei solch freudigen Ereignissen fällt die Kommunikation natürlich auch nicht schwer. An dieser Stelle danke ich der ganzen RhB-Mannschaft im Namen der Redaktion für ihre wertvolle Mitarbeit und im Speziellen für die immer wieder spannenden Beiträge für unsere InfoRetica. Ihre Sandra Beeli

I preparativi sono già un bel passo avanti. Ancora una volta serve un bel lavoro di squadra da parte di tutta l’azienda, altrimenti non sarebbe possibile organizzare questi grandi eventi; una comunicazione aperta, trasparente e interdisciplinare è un presupposto fondamentale per una buona riuscita! Sempre in tema di comunicazione: durante un mio viaggio a Cuba, a febbraio, ancora una volta ho avuto modo di constatare che il concetto di comunicazione è di fondamentale importanza e che a Cuba in parte viene interpretato in modo completamente diverso rispetto ad esempio a come viene inteso qui in Svizzera. A differenza della Svizzera a Cuba è difficilissimo accedere a qualsiasi tipo di informazione proveniente dall’Europa. Anche sulle questioni di politica interna non si parla apertamente e nemmeno tanto volentieri, anche perché non è consentito … Per questo motivo è un’esperienza ancora più eccitante lavorare in un’azienda dove è presente un regolare flusso di informazioni. Ed è proprio in queste occasioni di festa che la comunicazione regna incontrastata. A questo punto vorrei ringraziare a nome della redazione tutto il team della Ferrovia Retica per la sua preziosa collaborazione ed in particolare per i suoi contributi sempre più appassionanti nella nostra InfoRetica. Cordialmente Sandra Beeli

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Wandel und Fortschritt Von Johann Georg Bühler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Über 30 Jahre Rhätische Bahn, ein Viertel der gesamten Lebensgeschichte in einer der spannendsten und auch mit Emotionen geladenen Unternehmung. Eine Zeit im Wandel und Fortschritt hat die RhB auch in diesem Abschnitt stark geprägt. Fortschritt ist immer auch ein Schritt weg vom Bekannten, vom Vertrauten. Ist es nicht so, dass wir der Vergangenheit immer ein wenig nachtrauern? So zerstört der Fortschritt meistens ein Teil der Nostalgie. Nicht anders als heute galt es, die Zauderer davon zu überzeugen, dass Wandel auch Aufbruch und Chance bedeutet. Orientiert er sich am Nutzen für die Allgemeinheit und die Unternehmung, so gibt es wenig Argumente auf der Seite derjenigen, die sich gegen den Wandel stellen. Entscheidend und Voraussetzung für eine Unternehmung wie die RhB ist, dass sie sich aus eigener Kraft erneuert und sich den Gegebenheiten und Trends anpasst, aber die Tradition und die über lange Zeit erarbeiteten und gelebten Werte bewahrt. 10 Jahre Ausbau und Modernisierung der Werkstätteninfrastruktur Der Zeitabschnitt 1980–1990 war geprägt vom Ausbau und der Modernisierung der Werkstätteninfrastruktur: Dies wurde notwendig, weil die bestehenden Anlagen in einem überalterten Zustand waren. Zudem waren die Gebäude und Anlagen für einen rationellen Rollmaterialunterhalt nicht mehr geeignet. Es musste mehr Platz für den Unterhalt von neuen und komplexeren Fahrzeugen geschaffen werden. In Landquart entstanden verschiedene Neubauten, so die Lokomotivmontagehalle, die Elektrowerkstatt und eine neue Heizzentrale für das gesamte Werkstättenareal in Landquart. Die alte Dampfheizanlage wurde durch eine moderne und wirtschaftliche Warmwasserheizanlage ersetzt.

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Neben den Neubauten wurden sämtliche Hallen und Anlagen einer eingehenden Sanierung und Modernisierung unterzogen und dies immer im Fokus, einen rationellen und betriebswirtschaftlichen Unterhalt des Rollmaterials sicherzustellen. Diese Zeit war geprägt von starken Veränderungen. Veränderungen, die die Mitarbeitenden direkt betrafen, indem ihre Arbeitsplätze in Frage gestellt wurden oder eben alteingesessene Abläufe und Gewohnheiten aufgegeben werden mussten. Die Betriebswerkstätte in Poschiavo wurde ebenfalls erneuert und die Maschinen und Einrichtungen weitgehendst ersetzt. Im Engadin – Samedan und Pontresina – entstanden zum gleichen Zeitpunkt neue Betriebswerkstätten. 10 Jahre Ausbau und Modernisierung der Energieversorgungsanlagen Der Zeitabschnitt 1990–2000 war geprägt - nicht zuletzt getrieben von den damals laufenden Grossprojekten wie Vereina und Alp Transit – vom netzweiten Ausbau der Energieversorgungsanlagen: Im Zuge der erwähnten Grossprojekte musste die Energieversorgung für die kommenden neuen Bedürfnisse wie Mehrverkehr und leistungsstarke Streckenlokomotiven ausgebaut und verstärkt werden. Gleichzeitig diente der Ausbau aber auch der Erhöhung der Verfügbarkeit auf dem gesamten Netz der RhB. Das der Fahrleitung überlagerte Hochspannungsnetz konnte vollständig als Ringsystem ausgebaut und die Einspeisepunkte (Unterwerke) erhöht werden.


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Damit war eine redundante Energieversorgung gewährleistet. Gleichzeitig mit dem Ausbau des Hochspannungsnetzes wurden auf dem gesamten Netz die Fahrleitungsanlagen, verbunden mit einem Fahrleitungs-Systemwechsel, erneuert. Auf der Berninalinie wurden sämtliche Einspeisepunkte (Gleichrichter) verstärkt und durch neue Anlagen ersetzt. Die Chur-Arosalinie wurde 1999 von 2400 V Gleichspannung auf 11 kV/16,7 Hz umgestellt. Es war die Zeit, wo viele finanzielle Mittel in die Infrastruktur flossen, um in der Zukunft für die neuen Herausforderungen gerüstet zu sein. Dies hatte aber auch direkte Auswirkungen auf die Beschaffungsprojekte im Rollmaterialbereich. 10 Jahre Aufbau und Modernisierung der Rollmaterialflotte Die Jahre 2000–2010 waren von einem aussergewöhnlichen Erneuerungsschub im Bereich Rollmaterial gezeichnet. Hervorgerufen durch die extreme Überalterung des Rollmaterials und aufgrund neuer Marktbedürfnisse wurden die neuen Panoramawagen für den Glacierund Bernina Express sowie Steuerwagen für die Verpendelung von Zugskompositionen beschafft. Basierend auf der Strategie Offensive 2012 wurde 2005 das Flottenkonzept Personenverkehr erarbeitet. Dieses Flottenkonzept soll mittel- und langfristig aufzeigen, wie und wann Beschaffungen zu tätigen sind, um am Markt rechtzeitig bereit zu sein und gleichzeitig die Attraktivität und Modernität des Fahrzeugparks zu erhöhen.

Die Beschaffung der neuen 15 Zweispannungstriebzüge und der 5 Stammnetztriebzüge ist der erste Teil aus dem erwähnten Flottenkonzept. Weitere Etappen werden folgen. Sie sind bereits in Bearbeitung. Diese Beschaffung ist für die RhB ein weiterer Meilenstein in ihrer Erfolgsgeschichte und wird das Bild nach aussen nachhaltig prägen. Nebst den aufgeführten Highligths wurde der Güterwagenpark mit rund 100 neuen Fahrzeugen massiv erneuert und den neuen Transportbedürfnissen angepasst. Vier neue leistungsstarke Diesellokomotiven, vier neue Schneeräumfahrzeuge und diverse Spezialfahrzeuge konnten in den letzten paar Jahren für den Bereich Infrastruktur beschafft und umgesetzt werden, wovon ein grosser Teil dieser Arbeiten in den Werkstätten in Landquart ausgeführt wurde. Über 30 Jahre sind eine lange Zeit und gleichzeitig ist es nur ein Augenzwinkern. Vieles erlebt, Vieles erfahren, mit vielen Menschen zusammengearbeitet, Freundschaften aufgebaut, aber auch liebe Menschen verloren. Eben ein Spiegel vom Lauf des Lebens. RhB, du hast mir viel gegeben. Den Verantwortlichen und allen Mitarbeitenden wünsche ich beim Wandel zum Fortschritt ein gutes Augenmass und gesunden Menschenverstand. Tragt Sorge zu diesem Juwel, denn es ist einzigartig! Vielen Dank, mille grazie und grazcha fich!

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Cambiamento e progresso Di Johann Georg Bühler

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Oltre 30 anni di Ferrovia retica, un quarto dell’intera storia di vita di una delle imprese più entusiasmanti e ricche di emozioni di sempre. La FR ha segnato fortemente anche questo periodo di cambiamento e progresso. Il progresso è sempre un passo avanti rispetto a ciò che si conosce e di cui ci si fida. Non è forse vero che rimpiangiamo sempre un po’ il passato? In un certo senso, il progresso distrugge anche una parte del passato. Proprio come oggi, anche allora si trattava di convincere le persone titubanti che il cambiamento significava anche risveglio e nuove opportunità. Soprattutto se il cambiamento si traduce in vantaggi per la collettività e l’impresa, ci sono pochi argomenti validi per i fermi oppositori. Per un’azienda come la FR è fondamentale rinnovarsi con le proprie forze e adeguarsi alle nuove circostanze e tendenze pur preservando i valori consolidati nel tempo. 10 anni di potenziamento e modernizzazione delle officine Il decennio 1980–1990 è stato caratterizzato dal potenziamento e dalla modernizzazione delle officine. Ciò si è reso necessario, perché gli impianti esistenti erano ormai obsoleti. Inoltre gli edifici e gli impianti non erano più adatti a una manutenzione razionale del materiale rotabile. Era necessario creare più spazio per la manutenzione di veicoli nuovi e complessi. A Landquart furono realizzati diversi nuovi edifici, come la sala di montaggio locomotive, l’officina per riparazioni e lavori elettrici e una nuova centrale di riscaldamento per l’intera area di lavoro a Landquart. Il vecchio impianto di riscaldamento a vapore fu sostituito da un conveniente impianto di riscaldamento ad acqua calda.

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Oltre ai nuovi edifici furono sottoposti a ristrutturazione e modernizzazione tutte le sale e gli impianti, sempre nell›ottica di garantire una manutenzione del materiale rotabile sostenibile a livello economico. Questo periodo fu caratterizzato da forti cambiamenti, che coinvolsero direttamente i collaboratori, i quali vedevano messi in discussione i propri posti di lavoro o erano costretti a rinunciare a vecchie procedure e abitudini. Le officine aziendali di Poschiavo furono ristrutturate mentre le macchine e gli equipaggiamenti furono ampiamente sostituiti. In Engadina, a Samedan e Pontresina, vennero costruite nello stesso periodo nuove officine aziendali. 10 anni di potenziamento e modernizzazione degli impianti di approvvigionamento energetico Il decennio 1990-2000 fu caratterizzato - anche per via dei grandi progetti in corso all’epoca, ovvero Vereina e Alp Transit - dal potenziamento degli impianti di approvvigionamento energetico a livello dell’intera rete. In seguito ai grandi progetti summenzionati, si rese necessario potenziare e rafforzare le nuove esigenze, quali ad esempio maggiore circolazione e locomotive più potenti. Al contempo il potenziamento servì all’aumento della disponibilità sull’intera rete della FR. La rete di alta tensione sovrapposta al filo di linea fu potenziata completamente come sistema circolare e i punti di alimentazione vennero aumentati. In questo modo si garantì un’alimentazione energetica ridondante. In concomitanza con il potenziamento della rete di alta tensione vennero rinnovati gli impianti dei fili di linea correlati con una sostituzione del sistema.


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Sulla linea del Bernina sono stati rafforzati tutti i punti di alimentazione (raddrizzatori) e sostituiti da nuovi impianti.

Questi acquisti rappresentano un’ulteriore pietra miliare per la FR nella sua storia di successo e caratterizzeranno a lungo termine la sua immagine esterna.

Nel 1999 la linea di Arosa fu convertita da 2400 V a 11kV/16,7 Hz di tensione continua.

Oltre agli eventi importanti sopra elencati, il parco vetture commerciali è stato rinnovato con quasi 100 nuovi veicoli e adeguato alle nuove esigenze di trasporto.

Era l’epoca in cui molti sostegni finanziari confluivano nell’infrastruttura, per prepararsi tecnologicamente alle nuove sfide del futuro. Ciò influì direttamente anche sui progetti di fornitura nel settore del materiale rotabile. 10 anni di potenziamento e modernizzazione parco mezzi di materiale rotabile Il decennio 2000–2010 è stato contrassegnato da una spinta innovativa straordinaria nel settore del materiale rotabile. In seguito a un invecchiamento estremo del materiale rotabile e alle nuove esigenze di mercato, sono state acquistate nuove carrozze panoramiche per il Glacier Express e il Bernina Express nonché vetture di comando per realizzare diverse composizioni di treni. Sulla base della strategia Offensiva 2012, nel 2005 è stato elaborato il concetto di parco mezzi per il traffico di persone. Tale concetto deve mostrare a medio e lungo termine come e quando effettuare gli acquisti per essere preparati in tempo utile al mercato e al contempo aumentare l’attrattività e la modernità del parco vetture.

Quattro nuove e potenti locomotive diesel, quattro nuovi spazzaneve e vari veicoli speciali sono stati acquistati e impiegati negli ultimi anni per il settore infrastrutture e la maggior parte di queste opere è stata eseguita nelle officine di Landquart. 30 anni sono un lungo periodo di tempo ma anche solo un battito di ciglia. Tante esperienze, collaborazioni con molte persone, instaurazione di amicizie e perdita di tanti affetti. Proprio uno specchio della vita. FR, mi hai dato tanto. Ai responsabili e a tutti i collaboratori auguro lungimiranza e tanto buonsenso per il cambiamento attuato dal progresso. Prendetevi cura di questo gioiello, perché è unico! Vielen Dank, mille grazie e grazcha fich!

L’acquisto dei 15 nuovi elettrotreni a doppia tensione e 5 elettrotreni per la rete di base rappresenta la prima fase del summenzionato concetto. Seguiranno altre fasi che sono già in elaborazione.

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100 Jahre Berninalinie - Jubiläum feierlich eröffnet Text von Peider Härtli, Fotos von Andy Mettler, Christian Ticar, Peter Pfeiffer

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Am 16. Januar stieg die grosse Eröffnungsparty im Rahmen der 100-Jahrfeier der Berninalinie. 60 Medienschaffende und über 70 geladene Gäste aus Italien, Deutschland und der Schweiz nahmen am gelungen Event in St. Moritz bei schönstem Wetter teil. Im Verlauf des Jahres finden entlang der Berninastrecke noch drei weitere grosse Publikumsevents statt. 2010 feiert die Rhätische Bahn das 100-jährige Bestehen ihrer Berninalinie. Ein Jahr lang dauern die Festivitäten, entlang von 61 Kilometern Bahn und in allen vier Jahreszeiten – vom Veltlin über das Valposchiavo bis ins Oberengadin. Anlässlich des medialen Eröffnungsevents begrüssten wir namhafte Medien wie SF DRS, SWR, RAI 3, RSI und RTR sowie bedeutende regionale, nationale und internationale Print- und Radiojournalisten. Viele Highlights … Höhepunkte der Festivitäten waren die Eröffnung der UNESCO Welterbe Ausstellung am Bahnhof St. Moritz, die Einweihung der Porta Bernina im Bahnhofbereich, wo die historische Dampfschneeschleuder «Xrot d 9213», gefolgt von 22 Schneemännern im offenen Aussichts-

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wagen eine Schneewand durchbrach sowie die Eröffnung der Ausstellung im RhB Schneedom bei der Talstation Bernina Diavolezza. Dieser Schneedom besteht aus zwei riesigen, miteinander verbundenen Iglus, erbaut aus 3000m3 Schnee und Eis. Dieser Hingucker in Steinwurf- oder treffender gesagt in Schneeballdistanz der RhB-Station Diavolezza und der Luftseilbahn Diavolezza kann bis Ostern besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. … zu Beginn der Festivitäten Damit hat die RhB das Jubiläumsjahr mit einem kräftigen Paukenschlag eingerufen. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Erwin Rutishauser, gab sich über den gelungen Auftakt denn auch sichtlich erfreut: «Die Anwesenheit von zahlreichen Medienschaffenden aus Deutschland, Italien und der Schweiz zeigt, dass die Berninalinie international als ein Symbol für den hochalpinen Bahnbau wahrgenommen wird. Ich freue mich auf die drei kommenden Publikumsevents in diesem Jahr». Die Tatsache, dass ARD, ZDF und SWR, aber auch nationale Sender wie RTR und RSI bereits für weitere Geschichten entlang der Jubiläumsstrecke interessierten, deutet in der Tat auf ein spannendes Jubiläumsjahr


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hin. Auch VR-Präsident Hans-Jürg Spillmann, Regierungsrat Hansjörg Trachsel und Engadin/St. Moritz-CEO Ariane Ehrat würdigten die Einzigartigkeit dieser «Hochalpinen Bahnstrecke mit UNESCO Welterbestatus». Hans-Jürg Spillmann zitierte das Schweizerische Baublatt 1912: «Es war Aufgabe des Projektes gewesen, ein billiges und dennoch schönes Trassee zu sichern, dass es den Charakter der Touristenbahn dadurch festzuhalten hatte, dass es die mannigfaltige Schönheiten der Gegend in möglichst günstiger Weise von der Bahn aus sichtbar machte». Und fügte schmunzelnd hinzu: «Heutige Marketingstrategen würden von ‹nachhaltiger USP-Pflege› sprechen!»

Die nächsten Events 08./09. Mai 19./20. Juni 18./19. September

Tirano Valposchiavo Pontresina

Weitere Infos unter www.mybernina.ch

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100 Jahre Berninalinie - der Festreigen geht weiter von Geni Rohner

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Nach dem fulminanten Winterauftaktevent vom 16. Januar 2010 in St. Moritz geht es mit den Jubiläumsfestivitäten weiter. Getreu dem Motto der vier Jahreszeiten folgen am Wochenende vom 8./9. Mai 2010 der Frühlingsund am 19./20. Juni 2010 der Sommerevent. Mit einem bunten Strauss von Veranstaltungen wird im südlichsten Zipfel Graubündens und im nahen Italien gefeiert. Die Vorbereitungen in den lokalen Organisationskomitees in Tirano und Valposchiavo laufen auf Hochtouren; schliesslich sollen die Besucher mit attraktiven Ausstellungen, kulinarischen Spezialitäten und den rhätischen Schienenstars aller Generationen überrascht werden. Frühlingsevent Tirano Samstag/Sonntag, 8./9. Mai 2010 Obwohl nur drei der 61 kilometerlangen Berninalinie auf italienischem Territorium verlaufen, ist Tirano das Eingangsportal zur berühmten RhB UNESCO Welterbestrecke Albula/Bernina und gleichzeitig südlichster Punkt des rhätischen Streckennetzes. Die Stadt Tirano nutzt das Jubiläum, um erstmals am erwähnten Wochenende ein grosses Bahnhofs- und Stadtfest auf die Beine zu stellen. «Una grande Festa» rund um den «Trenino Rosso» ist angesagt! Das lokale Organisationskomitee arbeitet schon seit Wochen an vielen Überraschungen und ist überzeugt, ein echtes Volksfest mit italienischem Charme auszulösen. Am Samstagvormittag eröffnen Schulklassen aus Tirano und Brusio eine erste Teiletappe des Weitwanderweges «Via Albula / Bernina» (Tirano - Thusis). Mit der Loktaufe des fünften «ALLEGRA»-Triebzuges sowie der neuen Werbelok «Credito Valtellinese» (Tw III, Nr. 52) wird das Fest kurz vor Mittag offiziell eröffnet. Natürlich erhält die Bevölkerung Gelegenheit, den Fahrkomfort des neuesten Paradezuges der RhB anlässlich einer Schnupperfahrt zwischen Tirano und Poschiavo zu testen (Sams-

tag und Sonntag). Kinder können im Loksimulator für einmal auf dem Führerstand Platz nehmen und unter Instruktion ein Teilstück der Berninalinie befahren. Geführte Besichtigungen zu den Sehenswürdigkeiten Tiranos – Basilica Madonna di Tirano, Altstadt und Palazzi sowie Weinkellerbesuche mit Degustationen – werden zu festgelegten Zeiten an beiden Tagen angeboten. Kulinarische Köstlichkeiten aus der Region werden die Besucher ebenfalls bei guter Laune halten. Die Gewerbeausstellung «historisches Tirano und die Berninalinie» wird bestimmt auf entsprechendes Interesse stossen. Am Samstagnachmittag wird in der Nähe der Basilica die «Porta Bernina» eröffnet. Diese Inszenierung wird dauerhaft Bestand haben und fortan die Passanten auf die Berninastrecke hinweisen. Am Samstagabend und bis in die späte Nacht wird auf verschiedenen Plätzen das erste «Stadtfest Tirano» lanciert. Mit einem Gottesdienst in der Basilica di Madonna di Tirano wird der Sonntag lanciert. Sämtliche Geschäfte sind geöffnet und die Via d’Italia ist an diesem Tag den Fussgängern reserviert. Unterhaltungsprogramme auf verschiedenen Plätzen, Prämierung der schönsten Schaufenster (Thema 100 Jahre Berninalinie) und der historischen Fotoausstellung, Vorstellung der neuen Sonderbriefmarke, Anschnitt der riesigen Geburtstagstorte usw. sind nur einige Highlights, die am Sonntag den Besuchern geboten werden. Und last but not least: Besucher aus ganz Graubünden profitieren bei der RhB mit «Einfach für Retour»! Sommerevent Valposchiavo Samstag/Sonntag, 19./20. Juni 2010 Mit der 122. RhB-Generalversammlung in Poschiavo (Schulhaus Santa Maria) wird der Hauptanlass des Jubiläumsjahres am Freitagnachmittag, 18. Juni 2010 feierlich

In Tirano und rund um den Kreisviadukt Brusio sowie in Poschiavo wird gefeiert

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eingeläutet. Es versteht sich, dass die Puschlaver alle Register ziehen werden, um bei den Aktionären und Besuchern einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Nach den statutarischen Traktanden erfolgt die Uraufführung des Filmes «Strapatschs sul Bernina» (24 Minuten; realisiert durch RTR). Mit dem Gala-Dinner am Freitagabend für die geladenen Gäste in der Festarena «Kreisviadukt Brusio» folgt die Fortsetzung. Das Wahrzeichen der Berninalinie steht während den drei Tagen im Mittelpunkt der verschiedenen Festivitäten. Am gleichen Abend erfolgt die Eröffnung des Labyrinths «Berninabahn», das während der ganzen Sommersaison den Besuchern die Berninalinie aus ungewohnten Perspektiven zeigen wird. Am Wochenende stehen dem Publikum die zwei Festplätze «Kreisviadukt» und «Poschiavo» im Mittelpunkt des Geschehens. In der Festarena «Kreisviadukt» laden nebst dem bereits erwähnten Labyrinth, Marktstände, das Bernina Kinderland, die Festwirtschaft und Unterhaltung zu einem Besuche ein. Wenn in der Endphase der Restaurierung keine unverhofften Überraschungen auftreten, wird der Club 1889 das «Bernina Krokodil» der RhB an diesem Wochenende offiziell übergeben. Der Güterverkehr der RhB ist bekannt für die problemlosen Transporte von Holz und anderen schweren Massengütern. Weniger bekannt ist, dass die Bahn auch bei sensiblen Materialien eingesetzt werden kann! Mit einer riesigen Geburtstagstorte auf einem Tiefladewagen folgt ein «süsser Gruss aus der Hauptstadt»; ein Geschenk der RhB für das Publikum! Am Samstagabend wird auch die erste Zugparade mit Lokomotiven aus allen Zeitepochen sowie dem anschliessenden Feuerwerk für einen weiteren Höhepunkt sorgen. Wichtig für die Besucher: Ein Spezialangebot

rundet das Fest-Wochenende ab: alle Züge halten am provisorisch erstellten Festbahnhof «Kreisviadukt Brusio»! Poschiavo bzw. das Depot steht ganz im Zeichen der historischen und modernen RhB. Für die Modellbaufreunde präsentieren die Firmen Bemo und LGB (Märklin) ihre neusten RhB-Lokmodelle und Dioramen. Der Dachverband «historic RhB» wird mit den sechs Vereinen die Besucher über die vielseitigen Vereinsaktivitäten informieren. Verschiedene Verkaufsstände mit «RhB-Artikeln aller Art» runden das Ganze ab. Sonderausstellungen zur 100-jährigen Berninalinie können in den Museen besucht werden (ganze Saison geöffnet). Bei geführten Dorfrundgängen erhält der Besucher Einblick in die vielseitige Geschichte und Kultur dieses Tales. Die Festwirtschaften am Bahnhof und am verkehrsfreien Dorfplatz sorgen für das Wohlergehen der Besucher. Am Sonntagnachmittag wird auf Ospizio Bernina die «Naturund Erlebniswelt Bernina» (Projekt UNESCO) teileröffnet. Ebenfalls sehr speziell und für Aufsehen wird ein ungewöhnlicher Schwimm- und Klangkörper auf dem Lago Bianco sorgen: Die Skulptur «ARKSOUND». Und auch für den Sommerevent gilt: Besucher aus ganz Graubünden profitieren bei der RhB mit «Einfach für Retour»!

Namenstaufe der neuen «ALLEGRA»-Triebzüge Am 1. Mai findet in Landquart die Namenstaufe der ersten vier leistungsstarken, modernen «ALLEGRA»-Triebzüge statt. Für Jung und Alt wird dazu ein Teil der Werkstätten in Landquart geöffnet und zahlreiche Attraktionen von 10 bis 17 Uhr laden zu einem interessanten Tag ein. Für die Besucher verkehrt zudem ein Shuttlezug – die neuen Triebzüge können somit fahrend erlebt werden. Auch für die Anreise zur Namenstaufe gilt «Einfach für Retour». (sr)

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Weisse Schwarzfahrer MGB-Triebzüge laufen vom Stapel Text Von Roberto von GeniG.Rohner, Paravicini Fotos von Andy Mettler und Sylvain Meillasson

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Nicht schlecht staunte am 17. Januar 2010 Zugbegleiter Christian Ticar, als er im Extrazug 2617 eine Gruppe von 23 Schneemännern entdeckte! Aus klimatischen Gründen bevorzugten sie den offenen Aussichtswagen, welcher am Schluss des Zuges verkehrte. Die Minustemperaturen konnten der Gesellschaft nichts anhaben; im Gegenteil! Sie genossen den kühlen Fahrtwind und tankten wieder Kälte für den bevorstehenden sonnigen Wintertag auf. Für den Ausflug haben sie den gelben Nostalgiezug ausgewählt, der die Medienvertreter von St. Moritz zum Aussichtsplateau Alp Grüm führte. Es war wohl Zufall, dass die Heizung in der «Bucunada» nicht funktionierte. Die Schneemänner hatten davon keine Kenntnis; sonst hätten sie auch noch die «rollende Beiz» – für einen coolen Drink – gestürmt. Mehr Ärger als die nicht funktionierende Heizung gab es bei der Billettkontrolle. Die Schneemänner besassen keine gültigen Fahrausweise für die erwähnte Strecke. Hinzu kam, dass auch keine Sitzplatzreservation für den offenen Aussichtswagen vorgewiesen werden konnte. Der «Anführer» der Gruppe erklärte Christian Ticar, dass sie zu dieser Fahrt eingeladen worden wären. Sie repräsentieren die 22 Bahnhöfe und Haltestellen der Berninalinie; für jeden Bahnhof einen Schneemann! Und das kleine Schneekind, welches mit der Mutter reiste, vertritt die zukünftige Haltestelle «Tirano Basilica». Aber dieses Projekt befindet sich bekanntlich erst in der Planungsphase … (zuerst werden sich die Verantwortlichen der RhB mit den Zollbehörden Italiens herumschlagen müssen).

Schneemann beim Schwarzfahren erwischt

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Auf der Fahrt Richtung Alp Grüm

Voilà, so lautete der Auftrag von Geni Rohner und sie haben von ihm auch kein Geld oder ein Billett für die Fahrt erhalten! Christian Ticar ging auf diese Geschichte gar nicht ein und verlangte ein gültiges Gruppenbillett. Leider erfolglos. Nun war der Zugbegleiter gezwungen, einen Rapport zu Handen des Kundendienstes zu erstellen, damit der ausstehende Betrag von Fr. 679.40 eingetrieben werden kann. Er erntete jedoch nur schallendes Gelächter. Beim Ausfüllen des Formulars «Reise ohne gültigen Fahrausweis» erwähnte er beiläufig, dass auch eine Bearbeitungsgebühr von Fr. 30.– in Rechnung gestellt würde. Diese Bemerkung hätte er wohl besser weggelassen, denn plötzlich wurde der Zugbegleiter mit Dutzenden von Schneebällen beschossen. Ihm blieb nichts anderes übrig als das Weite bzw. Schutz in der nahen «Bucunada» zu suchen. Für das inakzeptable Verhalten werden nun durch den Rechtsdienst der RhB rechtliche Schritte eingeleitet. Aus klimatischen Gründen muss das ganze Verfahren jedoch bis Ende März 2010 abgeschlossen sein… Die ganze Schneemann-Gruppe wurde durch den Bildhauer, Markus Buschor (Altstätten), Lucia Deuring und Peter Bissig aus Kunstschnee erstellt. Die Schneemänner wurden aus ganzen Schneeklötzen geschaffen. Vorgängig wurde auch eine «Schüttel- und Rumpelfahrt» mit dem Traktor des Bahnmeisters durchgeführt, um die Stabilität der Schneemänner zu prüfen (hält der Kopf während einer Berninareise?).


«Tirolerstumpen West» - Die ersten 100 Tage Von Simon Rohner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Am 23. November 2009 wurde er am frühen Morgen «still und leise» in Betreib genommen - erst einige Tage später, am 11. Dezember 2009, fand die offizielle Einweihung statt. Nach acht Monaten Unterbruch ist der «neue» Bahnhof Scuol-Tarasp nun bereits seit gut 100 Tagen in Betrieb. Der Härtetest über die Festtage und im Februar ist bestanden – eine erste Bilanz kann gezogen werden. Bei den zahlreichen positiven Kundenrückmeldungen fallen oft Worte wie «wunderschön», «grossartig», «genial». Die funktionale Gesamtkonzeption, der behutsame Umgang mit der historischen Bausubstanz, die Integration von modernen Kundenanlagen und Arbeitsplätzen begeistert Kunden und Mitarbeitende gleichermassen. Das neu erstellte Mittelperron mit Überdachung, welches sich am Kopfende zu einer eigentlichen Halle erweitert, deckt die Grundbedürfnisse des öV-Nutzers bestens ab. Reisende profitieren von kurzen und direkten Wegen zwischen Perron, Postauto, Bergbahn und Parkplatz. Dank einer cleveren Konzeption der Gleisanlage sind diese Verbindungen frei von Unterführungen, Treppen, Rampen oder anderen «Hindernissen». Dienstleistungen wie Billettautomat, Entwerter, Kundeninformationssystem, Bankomat, Waren- und Fotoautomat sowie die neuen WC-Anlagen und ein Kurzzeit-Warteraum sind zentral angeordnet und werden rege genutzt. Ergänzt wird das Angebot durch einen passenden «Unterstand» mit nützlichen Tourismusinfos sowie dem Imbiss-Lokal «La boccada», deren Gebäude sich hervorragend in das Gesamtbild einfügen. Kunden, welche eine Beratung oder weitere Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen, betreten das altehrwürdige Aufnahmegebäude. Wie 1913 werden die Kunden wieder in der Haupthalle, dem Herzen des Gebäudes betreut und somit wörtlich «ins Zentrum gerückt».

An breiten Holzthresen mit grosszügigen mobilen Verglasungen, welche in die Steinbögen der ursprünglichen Schalter aus der Eröffnungszeit integriert sind, erleben Kunden wie Mitarbeitende eine angenehme und offene Beratungs- und Verkaufsatmosphäre. Die moderne und speziell gestaltete Info- und Wartezone lädt so manchen Kunden zum Verweilen ein und ist mehr als ein würdiger Ersatz für den «berühmt-berüchtigten» alten Wartesaal mit den roten Polstermöbel an dessen Stelle eine moderne Kiosk-Anlage gerückt ist. Unsere Mitarbeitenden profitieren nun von Arbeitsplätzen, welche modernsten Anforderungen entsprechen. Nebst multifunktionalen Arbeitsplätzen an den Kundenthresen kann auf ein kleines Backoffice für Hintergrundarbeiten zurückgegriffen werden. Das neue Fahrdienstbüro ist zwar klein, aber mit allen notwendigen Einrichtungen wie Stellwerk, Videoüberwachung, Zugnummern-Terminal, Rangier- und Postautofunk bestens ausgerüstet und erfüllt seinen Zweck vollumfänglich. Von aussen kaum sichtbar, wurde am meisten in die komplett erneuerte Gleisanlage investiert. Dank der neuen Sicherungsanlage (Domino 67) mit Vollfernsteuerung wurden die Abläufe von Zugs- und Rangierbewegungen optimiert, automatisiert und die Sicherheit erhöht. Die neue Blockstelle im Tasnatunnel ermöglicht nun eine Flexibilisierung in der Fahrplangestaltung und trägt wesentlich zur Erhöhung der Fahrplanstabilität bei. Obwohl noch manch eine Schraube nachjustiert wird und die neuen Personalräume auch noch nicht bezogen wurden, freuen wir uns zusammen mit unseren Kunden über die erfolgreichen ersten 100 Tage am neuen Bahnhof – westlich vom «Tirolerstumpen». «Arrevair a Scuol» – wir freuen uns auf euren Besuch!

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Unsere Ziele 2010 Von Marc-Andrì Leuthold

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

2009 war für die Rhätische Bahn trotz einer wirtschaftlich schwierigen Situation ein erfolgreiches Jahr. Damit die Rhätische Bahn 2010 auf Erfolgskurs bleibt und als ein leistungsstarkes Unternehmen die Zukunft in Angriff nehmen kann, bedarf es von der ganzen RhB-Mannschaft weiterhin vollen Einsatz. Der Verwaltungsrat hat deshalb auch 2010 Ziele und strategische Projekte definiert, mit deren Erreichung die Rhätische Bahn weiterhin auf Kurs bleiben soll. Neu ist hingegen, dass die RhB ihre wichtigsten Ziele allen Mitarbeitenden kommuniziert und aushängt. Seit anfangs Februar finden Sie deshalb die Unternehmensziele 2010 und die Schlüsselprojekte an allen Aushängen der RhB. Wenn Sie Fragen oder Vorschläge zu den einzelnen Vorhaben haben, wenden sie sich doch an ihren Vorgesetzten. Wir wollen als Mannschaft auch 2010 wieder erfolgreich unsere Ziele erreichen!

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Die Unternehmensziele der RhB 2010: • Wir erreichen die festgelegten finanziellen Ergebnisse. • Wir setzen Massnahmen aus der Mitarbeiterbefragung 2009 um. • Wir konkretisieren und treiben die geplante Angebotsentwicklung voran. • Wir verbessern unsere online Vertriebskanäle und -systeme.

Die strategischen Projekte der RhB 2010: • Infrastrukturprogramm: Werterhaltung und Erneuerung der Infrastruktur • Albulatunnel: Weiterführung Projekt und Klärung Finanzierung • Rollmaterialprogramm: Zweispannungsund Stammnetztriebzüge, Albula-Gliederzüge, Dieselloks und Schneeschleudern • Arealentwicklung St. Moritz und Davos: Kundenfreundliche Treffpunkte werden geschaffen • 100 Jahre Berninalinie: Mit vier Events zu nachhaltigem Erfolg • Gesamtkonzept Vereina: Optimierung der betrieblichen Abläufe


Projekt Chronos Von Jürg Hertner und Erika Wismer

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Das neue Zeit- und Leistungserfassungssystem ist bereit. Die Einführung des Projekts Chronos erfolgt per 1. April 2010. Eine einzigartige Kombination von einem Planungssystem und einem «online-Zeiterfassungstool» stellt einen hohen Benutzerkomfort sicher. Betroffen sind alle Mitarbeitenden der RhB ausser das Zug- und Lokpersonal sowie die Mitarbeitenden mit Auftragszeiterfassung im GB R. Mit der Umsetzung der Arbeitszeit ab 2010 verfolgt die Geschäftsleitung das Ziel, die Zeit- und Leistungserfassung zu vereinheitlichen und zu vereinfachen sowie die gesetzlichen Bestimmungen optimaler abzubilden und mehr Transparenz zu schaffen. Die heutigen, unterschiedlichen Zeiterfassungsarten werden nun fortlaufend in das neue Arbeitszeitsystem überführt. Das Zusammenführen sowie die gleichzeitige Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse (z. B. der Tourenberufe bzw. der admin./techn. Bereiche) ist eine interessante Herausforderung für die Projektleitung. Den Mitarbeitenden wird ein modernes Instrument zur Verfügung gestellt, welches erlaubt Zeit, Leistung und Spesen zentral zu verwalten. Neu können die Mitarbeitenden ihre Arbeitszeiten selber erfassen und haben jederzeit Einblick in die Einteilung oder in ihre persönlichen Abrechnungsdaten wie Salden, Leistungserfassung, Spesen, Absenzen etc. Wo sinnvoll, wird die Zeiterfassung delegiert (z. B. an Planer bei Tourenberufen, an Gruppenleiter in Bahndiensten). Zeitstempelungen via Benzing-Terminals werden vom System «Chronos» automatisch übernommen. Der Zugang zum System ist auf jedem RhB-PC via Browser abrufbar. Weiter bietet das neue System folgendes: ■ die aktuellen, persönlichen Zeitsalden sind stets auf Knopfdruck abrufbar ■ die Einsicht in die aktuellen Einteilungsdaten ist jederzeit möglich

■ vereinfachte,

vereinheitlichte, direkte Verrechnung von Vergütungen und Spesen ■ elektronischer Genehmigungsprozess von Zeit/Leistung und Vergütungen ■ schnellere Verfügbarkeit der Abrechnungsdaten für die Monatsrechnung ■ diverse Auswertungsmöglichkeiten für Vorgesetzte und Planer ■ Option zur flexiblen und gezielten Leistungszeitverrechnung Grundsätzlich erlernen die Anwender das System im Selbststudium. Dafür stehen ein Testsystem sowie detaillierte Unterlagen zur Verfügung. Planer, Vorgesetzte sowie Personen mit Spezialfunktionen werden geschult. Die Ansprechpartner in den Geschäftsbereichen sind auf dem Organigramm der Betriebsorganisation «Chronos» ersichtlich. Weiter steht den Anwendern ein «offenes Forum» zur Verfügung. An diesen «offenen Foren», welche an zwei halben Tagen pro Monat im EDV Schulungsraum U11 in Chur stattfinden, stehen Projektmitarbeiter zur Verfügung, welche Fragen klären, Hilfestellung leisten und auf Neuerungen hinweisen. => Daten im Intranet unter «Anwendungen > Chronos» Die Unterlagen und Informationen über die Themen Arbeitszeit und «Chronos» sind im Intranet platziert worden: 1. Hilfsmittel Thema «Arbeitszeit»: => Im Intranet unter «Vorschriften > Allgemeine und Personelle > RhB > Arbeitszeit» 2. Hilfsmittel für die Systembedienung: => Im Intranet unter «Anwendungen > Chronos > Unterlagen» Das Projektteam freut sich auf eine spannende und erfolgreiche Überführung in die neue «Zeiterfassungsära» der Rhätischen Bahn.

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«Kleine Details machen die RhB einzigartig!» Von Eric Wyss

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In der Phase des Zielsetzungsprozesses haben sich V und P-ENG gemeinsam Gedanken gemacht, wie die Dienstleistungsqualität gegenüber unseren Kunden nachhaltig verbessert werden kann. Ausgehend vom Stand 2008 formulierten wir das Ziel, im Jahr 2009 dreissig positive, schriftliche Kundenrückmeldungen zur Dienstleistungsqualität zu erhalten. Wichtig in diesem Zusammenhang war, allen Mitarbeitenden aufzuzeigen, dass jede und jeder seinen Beitrag dazu leisten kann. Es beschränkt sich nicht nur auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkauf, welche den Kunden kompetent und freundlich beraten; genauso leisten die Mitarbeitenden im Rangier, Fahrdienst oder der Wagenreinigung einen wichtigen Beitrag dazu. Damit die Mitarbeitenden selber erfahren, was es heisst, einen Beitrag zum Ganzen zu leisten und was es braucht, um als Kunde verblüfft zu werden, starteten Vertrieb und Produktion Engadin im Januar 2009 das Projekt «Dienstleistungsqualität».

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Vier gemischte Gruppen, V und P, Büro- und Rangierpersonal, besuchten vier verschiedene Betriebe im Tourismusbereich und trugen anhand einer Checkliste ihre Erfahrungen zusammen. Die Mitarbeitenden konnten sich für das Testen eines Restaurants, eines Geschäfts, eines Hotels oder einer Ausflugsdestination einer Bergbahn melden. Wichtig dabei war die Kundensicht, den Fokus auf Verblüffungsmomente und die Wirkung der Dienstleistung zu erleben. Nach einem kleinen Imbiss wurden wir als Restaurantgäste des Hotels Belvedere gleich selber verblüfft, wurde uns doch ein Dessert offeriert. Die verschiedenen Gruppen wurden zusammengestellt und erhielten den Auftrag, mit einer Checkliste die verschiedenen Punkte, die sie beobachten wollten, zusammenzutragen, immer den Kundenfokus im Mittelpunkt: von der Begrüssung beim ersten Telefonkontakt, dem Erstellen und Zusenden der Offerte über die Begrüssung beim Dienstleister, dem Nachhaken und dem Konsumieren der angebotenen Leistung. Die Gruppen hatten den Auftrag, am Junibummel ihre Erkenntnisse zu präsentieren.

Herr Baumgartner vom Hotel Belvedere in Scuol vermittelte uns als Kick-off seine Philosophie der Dienstleistungsqualität. Bei einem Rundgang im Hotel erhielten wir einen Eindruck, dass es jeden Mitarbeitenden in einem Hotelbetrieb braucht, um dem Gast, ein einmaliges Erlebnis zu ermöglichen. Die Parallelen zur RhB waren dabei verblüffend!

Zusammenfassung der Erkenntnisse Am Junibummel präsentierten die Mitarbeitenden ihre Ergebnisse, was aus ihrer persönlicher Kundensicht aufgefallen ist:

Die Leitung V und P Engadin erläuterte die Idee, wie die Mitarbeitenden der RhB selber in die Kundenrolle schlüpfen sollten, um den Kundenfokus zu erleben.

Auf die Details kommt es an ■ Begrüssung und Verabschiedung sind zentrale Elemente einer Dienstleistung. Es fiel uns auf, wenn wir nicht

RhB Mitarbeitende auf dem Pilatus …

… und beim Test der Leistungen im Hotel …


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empfangen/begrüsst bzw. verabschiedet und nach unserer Zufriedenheit gefragt wurden. Die Begrüssung und der Empfang sind wichtig für den ersten Eindruck – dafür gibt es keine zweite Chance. Die Verabschiedung klingt nach: wenn diese nicht stimmt, bleibt auch wenn die Leistung recht war, ein schaler Nachgeschmack. ■ Auch

grosse Unternehmen können einen sehr persönlichen und zuvorkommenden Service bieten. ■ Die Freundlichkeit des gesamten Personals fiel uns positiv auf, auch wenn es nicht im direkten Kundenkontakt stand (Zimmermädchen im Hotel). ■ Wir hören gerne unseren eigenen Namen: nennen wir also den Namen unseres Kunden, wenn wir ihn kennen. ■ Die Detailpflege ist sehr wichtig: Small talk, persönliche Aufmerksamkeit, Begrüssung, Verabschiedung. Transport oder Ferien gibt es auch anderswo. ■ Wir fühlten uns ernst genommen. Das Team gab sein Bestes. ■ Das WC war verschmutzt. ■ Die telefonische Erreichbarkeit war schlecht. ■ Mein Auftrag wurde nicht ernst genommen und vom Interesse war ich enttäuscht. ■ Wissen des Verkäufers muss auf dem neusten Stand sein. ■ Den Kunden nie warten lassen. Fazit: Es sind die Details, welche eine Dienstleistung und damit die RhB einzigartig machen!

Verblüffungsmomente ■ Handschlag zur Begrüssung – und zur Verabschiedung ■ Steinbockstarkes Dessert ■ Dienstleister kam persönlich mit Angebotsvarianten und Fotos vorbei Anlässlich des Junibummels, lernten die MA V und PENG sowie die Stationshalter aus dem Engadin die Verbindung ins Livigno kennen, welche seit dem 01.06.2009 dem DV Schweiz angeschlossen ist. Nach einer Präsentation der Busunternehmung Silvestri und der Tourismusorganisation Livigno, präsentierten die verschiedenen Gruppen ihre Erkenntnisse. Anschliessend wurden wir erneut verblüfft! Wir wurden in der Schaukäserei von Livigno zu einem herrlichen Nachtessen eingeladen. Nach einer bravourösen Leistung unseres Chauffeurs, landeten wir wieder in Zernez, wo wir uns von den Kollegen aus dem Unterengadin verabschiedeten. Dieses Projekt der Dienstleistungsqualität wird auch im 2010 weitergeführt. Am 1. und 2.Februar 2010 fand für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von V und P-Engadin ein Workshop zum Thema statt. Wir wollen den Bezug zur Dienstleistungsqualität und den Kundenfokus weiter stärken und weiterentwickeln.

… und beim Testen der Qualität in einem Restaurant

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«Visita» für das gemeinsame Verständnis Von Peider Härtli

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Nach 2005 und 2007 fand im vergangenen Jahr wiederum eine Mitarbeiterumfrage statt. Erneut bot sich den Mitarbeitenden die Gelegenheit, ihr Befinden am Arbeitsplatz zu bewerten. Für die RhB als Arbeitgeberin ist das Befinden der Mitarbeitenden von zentraler Bedeutung; nur mit einer motivierten Mannschaft kann der RhB-Zug auf Kurs gehalten werden und in eine erfolgreiche Zukunft rollen. Die Auswertung der Umfrage zeigt folglich auf, wo die Mitarbeitenden mit ihrer Arbeitgeberin zufrieden sind, aber auch, wo ihnen der Schuh drückt. Die Redaktion hat Leiter HR Dani Grünenfelder und Leiter Personalentwicklung Markus Wetter zur Umfrage und zum weiteren Vorgehen befragt. Redaktion (R): Rund 60% der RhB-Mitarbeitenden haben an der Umfrage teilgenommen. Wie schätzen Sie diese Quote ein? Gibt es dazu Vergleiche zu ähnlichen Unternehmen oder gar zu anderen Bahnunternehmen? Dani Grünenfelder (DG): Die Umfrage basierte auf Freiwilligkeit. Der Rücklauf von 60% ist daher im Vergleich zu anderen Bahnunternehmen aber auch zu branchenfremden Unternehmen eine gute Quote. Es zeigt erfreulicherweise klar auf, dass etwa gleich viele Mitarbeitende wie 2007 mitgemacht und ihre Meinung kund getan haben. Markus Wetter (MW): Die Höhe der Rücklaufquote ist einerseits ein Indikator für die Überzeugung der Mitarbeitenden, was den Nutzen einer solchen Umfrage anbelangt. Andererseits erwarten sie, dass die Ergebnisse ernst genommen werden und nachhaltig an den Verbesserungspotenzialen gearbeitet wird. R: Die Umfragen finden nun seit 2005 im Zweijahresrhythmus statt. Warum? Führt dies nicht zu einem sogenannten Overkill? DG: Ein modernes und zukunftorientiertes Unternehmen nimmt eine Mitarbeiterumfrage in Angriff, wenn es davon überzeugt ist, dass ihre Mitarbeitenden ein Schlüsselfaktor zum Unternehmenserfolg sind. Es ist ein InstruMarkus Wetter

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ment der Unternehmensführung und -entwicklung. Das wichtigste an einer Mitarbeiterbefragung ist die Umsetzung der Ergebnisse. MW: Zu Beginn eines solchen Prozesses ist es in der Regel üblich, dass alle zwei Jahre eine Umfrage durchgeführt wird. Es gibt aber auch Unternehmen, die jedes Jahr eine Umfrage realisieren. Es geht dabei darum, zu überprüfen, was die definierten und kommunizierten Massnahmen zur Verbesserung oder Optimierung bewirkt haben, respektive wie sie von den Mitarbeitenden wahrgenommen wurden. Es gibt Massnahmen, die kurzfristig eine positive Veränderung bewirken, beispielsweise in sicherheitsrelevanten Themen und solche, wie die Optimierung der Führungsqualität, die mehr Zeit in Anspruch nehmen. Aufgrund der Art der Massnahmen ergibt sich die für die Unternehmung sinnvolle Periodizität. R: Wie hat sich die Zufriedenheit der Mitarbeitenden in den letzten Jahren generell entwickelt? Setzt sich die RhB-Mannschaft noch mit vollem Engagement für das Unternehmen ein? DG: Das Engagement der Mitarbeitenden der RhB hat nach dem Rückschlag 2007 die Werte von 2005 wieder erreicht und in einigen Punkten übertroffen. Das Engagement liegt leicht über dem Durchschnitt anderer Unternehmen im europäischen Vergleich. R: Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf? Die bereichsübergreifende Zusammenarbeit wurde ziemlich tief bewertet. Sind da konkrete Massnahmen geplant? MW: Die grössten Handlungsfelder zeigen sich in der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit und in der Führungsqualität. Die bereichsübergreifende und reibungslose Zusammenarbeit ist für den Erfolg der RhB von essentieller Bedeutung. Aufgrund dieser Tatsache wurde das Projekt «Visita» gestartet. Dieses soll durch die Schaffung von Plattformen für Information und Kommunikation das gemeinsame Verständnis fördern und die gemeinsamen Interessen in den Vordergrund


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stellen. Dabei geht es um den gegenseitigen Gedankenaustausch aber auch um Einblicke in andere Aufgabengebiete, Problemstellungen und Herausforderungen zu erhalten. Markus Wetter: «Ein weiterer bedeutender Wert der RhB ist, dass wir offen und transparent kommunizieren». R: …womit die Sensibilität für bereichsübergreifende Zusammenarbeit gefördert wird. Wie sieht es im Bereich der Führungsqualität aus? Ist da alles beim Besten? DG: Die Umfrage hat uns vor Augen geführt, dass wir auch in diesem Bereich ein grosses Optimierungspotenzial haben. Dies ist enorm wichtig, denn wir halten in unseren Werten fest, dass unsere Führungskräfte Vorbilder sind. Dazu haben wir das Projekt «Führungsentwicklung» initiiert. Die Basis für sämtliche Aktivitäten im Bereich Führungsqualität ist ein geklärtes und einheitliches Führungsverständnis, das es zu erarbeiten gilt. Aufbauend darauf ist die Entwicklung und Umsetzung eines nachhaltigen Nachwuchs- und Führungsentwicklungskonzeptes. Wir möchten, dass sich unsere Führungskräfte einerseits intensiv mit sich auseinandersetzen, sich ihrem Führungsverständnis bewusst werden und andererseits durch gezielte Massnahmen ihre Professionalität als Führungskraft weiterentwickeln. R: Was verstehen Sie unter «Feedbackkultur»? Auge um Auge, Zahn um Zahn? MW: Im positiven Sinne: Ja! Ein weiterer bedeutender Wert der RhB ist, dass wir offen und transparent kommunizieren. Feedback ist demzufolge ein eminenter Teil der Unternehmenskultur. Durch eine gut funktionierende Feedbackkultur quer durch alle Hierarchiestufen können sich Mitarbeitende und Organisationen weiterentwickeln. Feedback geben ist eine bedeutende Form der Wertschätzung. Die Zusammenarbeit wird effektiver, das Vertrauen kann wachsen und die sozialen sowie persönlichen Kompetenzen werden weiterentwickelt. Um eine offene und transparente Feedbackkultur zu er-

halten, sind der Austausch und die Kommunikation untereinander von enormer Bedeutung. Offene, ehrliche und konstruktive Rückmeldungen, beispielsweise über Arbeitsleistung oder Führungsverhalten zu geben, aber auch die Bereitschaft, offene Rückmeldungen entgegenund anzunehmen, muss gelernt werden. DG: «Ergänzend zu Projekten ‹Visita›, ‹Feedbackkultur› und ‹Führungsentwicklung› werden in den einzelnen Geschäftsbereichen individuelle Massnahmen mit den entsprechenden Vorgesetzten vereinbart». R: Wie wollen Sie die Massnahmen für eine noch bessere Mitarbeiterkultur konkret umsetzen und wann? DG: Im Dezember 2009 haben sich Führungsteam und HöKa mit den Resultaten auseinandergesetzt und sich für 2010 Ziele zur Verbesserung und Optimierung gesetzt. Im Projekt «Visita» wurde im Februar ein Workshop mit Führungskräften durchgeführt und Massnahmen und deren Umsetzung definiert. Im Projekt «Feedbackkultur» geschieht dies im März und im Projekt «Führungsentwicklung» im April. Ergänzend zu diesen drei Projekten werden aufgrund der Resultate der Mitarbeiterumfrage und der FGLB-Runde 2009/10 in den einzelnen Geschäftsbereichen individuelle Massnahmen mit den entsprechenden Vorgesetzten vereinbart. R: Nutzen Sie die Gelegenheit, um unseren Mitarbeitenden über die InfoRetica Ihre Wünsche, Erwartungen oder auch Bedenken mitzuteilen. DG: Wir erwarten, dass alle Mitarbeitenden und insbesondere die Führungskräfte aktiv an der Umsetzung der Massnahmen mitarbeiten… MW: ... Massnahmen, die Veränderungen mit sich bringen. Veränderungen brauchen Zeit, insbesondere wenn es um die Entwicklung der Persönlichkeits-, Sozial- und Führungskompetenzen geht. Dani Grünenfelder, Markus Wetter, wir danken im Namen von allen Mitarbeitenden herzlich für das Gespräch! Dani Grünenfelder

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Wir verblüffen unsere Kunden Von Luis Maissen, Leiter Verkauf St. Moritz

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Leitsatz: Wir arbeiten flexibel und bieten unseren Kunden ein unvergessliches Erlebnis

Leserbrief in «Die Südostschweiz» vom 20. November 2009

Die Fahrgäste der Rhätischen Bahn haben sehr individuelle Bedürfnisse. Unsere Aufgabe ist es, diese tagtäglich von Neuem zu erkennen und für jeden Kunden die bestmöglichen Lösungen zu finden. St. Moritz ist ein renommiertes Reiseziel mit einer sehr internationalen und vielfältigen Kundschaft. Immer wieder werden wir mit spannenden und vielseitigen Aufgaben konfrontiert. Dies erfordert von allen Mitarbeitenden ein entsprechendes Know-how sowie hohe Flexibilität. Nur Dank dem Engagement und der guten Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Geschäftsbereiche gelingt es auch kurzfristig auf unverhoffte Kundenprobleme zu reagieren, wie der vorliegende Leserbrief zeigt. Resultat: Positive Kundenrückmeldungen wie dieser Leserbrief motivieren von Neuem und sind eine erfreuliche Anerkennung für getätigte Anstrengungen. Indem wir den Gast mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft begegnen, wird es uns auch zukünftig gelingen, zufriedene Kunden für die Rhätische Bahn zu begeistern.

Luis Maissen

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Sicherheit ist machbar! Von Roald Hofmann

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sowie des Visiteurdienstes mit neuen Winterschuhen ausgerüstet werden. Die von unserem Lieferanten neu entwickelte Sohle ist gegenüber den bisher verwendeten Sohlen auch bei tiefen Temperaturen griffig und leistet einen Beitrag, dass die Unfallzahlen, die auf das Konto «ausgleiten, stolpern» zurückzuführen sind, weiter gesenkt werden können.

Im Jahr 2009 haben wir das Ziel in Sachen Arbeitssicherheit mit 72 Berufsunfällen knapp erreicht. Das ist wiederum eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Viele Fach- und Dienstbereiche im Aussendienst und Bahnhöfe haben bereits ein ganzes Jahr oder gar noch länger unfallfrei gearbeitet. Das sind Mannschaftsleistungen, die zeigen, dass man auch bei strengen handwerklichen Arbeiten mit gutem Teamwork in der Tat unfallfrei arbeiten kann - denn: Sicherheit ist machbar.

Mit der im ersten Semester 2010 vorgesehenen Inkraftsetzung des Elektrosicherheitskonzepts werden die Erdungsvorgänge sicherer gemacht. Unter anderem sind damit auch Verbesserungen in der persönlichen Schutzausrüstung für die Mitarbeitenden vorgesehen, welche Schaltungs- und Erdungsvorgänge vornehmen.

Dass sich diese Anstrengungen auszahlen, zeigt auch die Entwicklung des Prämiensatzes für die SUVA-Prämien: musste die RhB im Jahr 2000 Prämien in der Höhe rund 1.5 Mio CHF bezahlen, so hat sich dieses Volumen in der Zwischenzeit massiv reduziert – 2010 bezahlt die RhB erstmals eine Prämie weniger als 1 Mio CHF. Dieser Effekt ist nicht auf den tieferen Personalbestand zurückzuführen, sondern dadurch begründet, dass die SUVA als Versicherung wegen des Rückgangs der Berufsunfälle bei der RhB deutlich Kosten spart. Diese Einsparung wird uns als Grosskunde direkt weitergegeben. So ist nämlich auch der Prämiensatz von 1.56 % auf 0.94 % (der Lohnsumme) gesunken.

Weiter ist vorgesehen, dass noch im ersten Semester ein neues EDV-Tool für das Abklären der Unfälle eingeführt wird. Dieses erleichtert das Zusammentragen der vielen für eine seriöse Abklärung eines allfälligen Unfalles erforderlichen Sachverhalte, Daten und Unterlagen. Damit wird es möglich sein, auch Details auswerten zu können und allfällige Regelmässigkeiten von Ursachenkombinationen besser herauszufiltern. Denn nur diejenigen Ursachen, die bekannt sind, können mit Massnahmen angegangen werden.

Die Zahlen zeigen, dass sich die führungs- und frankenmässigen Investitionen in die Arbeitssicherheit ganz konkret rechnen.

Im Nachgang zu den im November und im Januar durchgeführten Seminaren «Arbeitssicherheit im Rangierbetrieb» ist vorgesehen, dass im März/April die Güterwagen durch ein Team nochmals begutachtet werden, damit Nachrüstungsbedarfe für bessere (und ergonomisch möglichst richtige) Stehplattformen-/Haltemöglichkeiten ermittelt und entsprechende Nach-/Umrüstungsaktionen in die Wege geleitet werden können.

Die Sicherheitsorganisation wird zusammen mit den Linienvorgesetzten auch in Zukunft alles daran setzen, dass der Schwung und die Entwicklung der positiven Trendwende auch in Zukunft anhalten werden. So ist unter anderem für dieses Jahr vorgesehen, dass die Mitarbeitenden der Produktion und der Infrastruktur

Arbeitssicherheit ist ein allgegenwärtiges Thema, auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten kann mit wenig viel erreicht werden. Sanierte Treppe in Samedan

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1.8

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1.6 1.4

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Prämiensatz (in % der Lohnsumme)

Anzahl Berufsunfälle

Entwicklung Berufsunfälle / SUVA-Prämiensatz

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2002

2003

2004

2005

2006

2007

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Jahr Anzahl Berufsunfälle RhB

Prämiensatz (in % der Lohnsumme)

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Neues Steinbock-Magazin Von Marielene Froidevaux

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Im Rahmen einer Überarbeitung unserer Angebotsbroschüre «Steinbockstarke Bahnerlebnisse» hat der Bereich Marketing-Kommunikation zusammen mit der Agentur panta rhei pr und Süsskind Graphic’s ein neues Konzept für ein Nachfolgeprodukt ausgearbeitet. Mit Vertretern aus den Märkten, Produktmanagement und Unternehmenskommunikation wurden dazu zwei Workshops mit folgenden Zielen durchgeführt: Der Workshop brachte die Teilnehmenden zu folgendem Fazit: Das neue Produkt soll die RhB-Flaggschiffe kommunizieren. Also Trägerprodukte der RhB wie der Glacier Express, der Bernina Express und das UNESCO Welterbe. Weiter soll das Magazin saisongerecht informieren und vermehrt mit «mood maker» gespickt sein, sich in erster Linie an den Einzelgast richten, nicht nur über Produkte informieren, sondern vordergründig die Leser zum Kauf und Konsum anregen. Produziert wird das Magazin in drei Sprachen. Das Leit- und auch Titelmotiv bleibt natürlich unser Steinbock. Was dann geschah … Es entstand ein neues, modernes, spektakuläres Steinbock Magazin, oder kurz – der Steinbock! Es ist also ganz bewusst keine «Broschüre» mehr, sondern ein «Magazin» sein. Die «mood maker»: Der neue Steinbock weckt mit vielen Bildern die Emotionen des Lesers. Nicht nur Bilder zu den Angeboten selbst sind zu finden, auch ganzseitige, auf Hochglanz polierte Fotografien laden zum Träumen ein. Ein Zückerchen für die Fans: Eine doppelseitige Fotografie kann sogar als Poster herausgenommen und wenn gewünscht, über das Bett gehängt werden. Zurück in die Zukunft schickt uns das Editorial des Magazins. Mit Geschichten und Anekdoten aus früheren Zeiten, im Zusammenhang mit dem Jahresthema «100 Jahre Berninalinie». Wer dann zu Taten schreiten will,

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kann sich aus dem Eventkalender gleich schon mal die Termine von Jubiläumsevents und Sonderfahrten in die Agenda schreiben. Die Gewichtung der Angebote liegt neben den diesjährigen «100 Jahr Bernina»-Angeboten natürlich nach wie vor auf den Flaggschiffen UNESCO Welterbe, Bernina Express und dem Glacier Express. Weitere Produkte werden einzeln oder zu zweit auf einer Seite angepriesen und die kleineren Angebote auf sogenannten Kombi-Seiten zusammengefasst. Trockene Informationen wie Preise und Fahrpläne wurden neu im hinteren Teil des Magazins zusammengefasst. So wird der Leser nicht von lästigen Zahlen geplagt und kann sich voll und ganz von den Angeboten überzeugen lassen. Wer sich nicht ganz sicher ist, ob ein Angebot zu einem passt, kann sich in der Eignungstabelle auf Seite 28 davon überzeugen oder sich ein anderes Angebot heraussuchen. Haben Sie gewusst, dass der Steinbock eine ganze Seite den «Crazy Figures» der Rhätischen Bahn widmet? Imageprägende Facts & Figures werden unter dem Titel: «Hätten Sie das gewusst?» präsentiert und lässt die Leser gar nicht schlecht staunen. Hätten Sie es denn gewusst? Für weitere Informationen besuchen Sie bitte unsere Website Das Steinbock Magazin serviert zu jedem Angebot gleich auch noch den Webcode auf dem Silbertablett. Somit kann unter www.rhb.ch bequem auf die gewünschten Details zugegriffen werden. Dort finden Kunden mehr Details zu den Steinbock-Angeboten. Verweisende Links auf den Angebotsseiten wecken das Interesse des Users für subsidiäre Produkte und Angebote. Das neue Steinbock Magazin ist ausgeliefert worden und kann ab Ende März an den RhB-Bahnhöfen bezogen werden – viel Spass beim Durchblättern!


Diesellokomotiven damals Von Franz Skvor

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Die Rhätische Bahn bestellt im Dezember 2009 bei der Schalker Eisenhütte in Gelsenkirchen, Deutschland, vier dieselelektrische Lokomotiven. Es ist wahrscheinlich kaum (mehr) bekannt, dass diese Firma, damals hiess sie noch «Gewerkschaft Schalker Eisenhütte», der RhB schon einmal Triebfahrzeuge für den Bahndienst geliefert hat: es waren dies 1968/69 die beiden schweren Elektro-Traktoren Te2/2 74 und 75 (232 kW, 24 t). Damals war die Firma ein Zulieferer der Stahlwerke und Kohlenzechen im Ruhrgebiet, also für «sehr robuste» Produkte zuständig. Wenn man die Bergbau-Fahrzeuge im Einsatz sah, hatte man Verständnis dafür, dass die Schalke-Leute die RhB-Traktoren als extreme Leichtfahrzeuge einstuften und etwas Mühe mit der «Feinarbeit» hatten – für RhB-Begriffe waren die Traktoren immer noch extrem massiv, fast «Panzerwagen». Inzwischen ist die Bergwerk- und Schwerindustrie im Ruhrgebiet weitgehend verschwunden und damit haben sich auch die Zulieferer - soweit noch vorhanden verändert und den neuen Märkten angepasst. Aus der «Gewerkschaft Schalker Eisenhütte» ist eine «Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH» geworden, die nun unter anderem auch «normale» Eisenbahnfahrzeuge produziert. Die beiden RhB-Traktoren Te2/2 74 und 75, Inbetriebnahme 1969, Ausmusterung 2002, waren ganz besondere Fahrzeuge. Es waren die ersten «Thyristor-Fahrzeuge» der RhB. Hier wurden also erstmals anstelle von elektromechanischen Apparaten rein elektronische Steuerelemente (Dioden, Thyristoren) verwendet. Damit war auch eine sehr feine, stufenlose Geschwindigkeits-

und Zugkraftregulierung möglich, was der Bahndienst bei diesen Traktoren forderte, denn sie mussten Schotterwagen mit kleiner und fein regulierbarer Geschwindigkeit hinter der Schotterreinigungsmaschine nachführen. Lieferant der elektrischen Ausrüstung und auch Generalunternehmer war Siemens, Bahnabteilung, Erlangen. Als Vorbilder für die RhB-Bahndiensttraktoren dienten die bereits in grosser Zahl bei Ewald Kohle AG, Recklinghausen, im sehr rauen Einsatz sich befindlichen Elektrolokomotiven mit Thyristorsteuerung von Siemens. Dort war beim Kohleverlad auch eine subtile Geschwindigkeitsanpassung notwendig. Nebst den genannten betrieblichen Vorteilen für den Bahndienst wollte man mit den neuartigen ThyristorTraktoren Te2/2 74 und 75 aber noch etwas anderes erwirken. Die RhB plante Nahverkehrs-Pendelzüge und Lokomotiven für das Stammnetz zu beschaffen. Die «Techniker der RhB in Landquart» wollten für diese grossen Neubeschaffungen unbedingt auf die zukunftsgerichtete Leistungs- und Steuerelektronik übergehen, was dann auch geschah. Aber es galt noch sehr viele Versuche und Messungen durchzuführen, um die Einflüsse auf das speisende Netz (Oberwellen) und die Sicherungs- und Fernmeldeanlagen abzuklären. Und es waren noch viele Leute in Bern und anderswo von der neuen Technik zu überzeugen. Dazu dienten eben auch die 1968/69 von Siemens und Schalke gelieferten Traktoren Te2/2 74 und 75. Sie waren bei der RhB sozusagen die Vorreiter der modernen Triebfahrzeug-Generation mit Gleichrichter- und Umrichtertechnik! (siehe auch «RhB-Nachrichten» 3/1969)

Abnahme der 2 RhB-Bahndiensttraktoren Te 2/2 74 und 75 am 11./12.2.1969 in der Montagehalle der Schalker Eisenhütte in Gelsenkirchen, Deutschland (Foto V. Asper, Fotosammlung F. Skvor, Chur)

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70 Jahre Pullmanwagen bei der RhB Von Gian Brüngger

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An der internationalen Fahrplankonferenz vom 10.–15. Oktober 1938 in Budapest, offerierte Generaldirektor Windhoff von der Internationalen Speisewagen- und Schlafwagengesellschaft CIWL RhB-Direktor Branger und Betriebschef Lang vier bei der Montreux – Berner Oberland Bahn (MOB) nicht verwendete Pullmanwagen. Die Gesellschaft liess die Fahrzeuge im Jahre 1931 von der Schweizerischen Industriegesellschaft in Neuhausen am Rheinfall (SIG) zum Preis von je Fr. 92 853.– für den Einsatz in den Golden Mountain Pullman Express (Montreux – Zweisimmen [Interlaken]) bauen. Wegen der Weltwirtschaftskrise kamen diese Luxuswagen nur im Sommer 1931 zum Einsatz und standen nachher vorwiegend in der Werkstätte Chernex abgestellt. Die CIWL offerierte alle vier Wagen zum halben Anschaffungspreis. Nach Besichtigung der Wagen durch die RhB in Chernex entschied die Direktion, diese an Stelle von Zweiachsern in den Bestand zu nehmen. Für die Anpassung an die Verhältnisse der RhB waren Fr. 17 517.40 pro Wagen nötig. Der Verwaltungsrat erteilte einen Kredit für den Kauf dieser vier Wagen und den Umbau durch die Hauptwerkstätte in Landquart. Die Überführung von Montreux nach Landquart erfolgte noch im Jahre 1939, während die Umbauarbeiten sich bis ins Jahr 1940 erstreckten. Die freizügigere erste Klasse enthält zehn breite einzelne Stühle und an jeder Wand einen Doppelsitz, also 14 Plätze, während die zweite Klasse sechs Einzel- und sechs Doppelstühle, 18 Sitzplätze aufweist. Wände und Decken sind

AS 1144 bei St. Moritz

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in hellem Holz gehalten und mit Blumenintarsien orniert. Die Beschläge und die kleinen Gepäcknetze über den Fenstern sind aus Messing. Polsterüberzüge und die dazu passenden Teppiche geben dem Innern einen Hauch von Luxus aus der Zeit der «Belle Epoque» der späteren 20erJahre. Im Gegensatz zur weiss/dunkelblauen Lackierung mit den Emblemen und Aufschriften der CIWL erhielten die Wagen bei der RhB als erste den crème/grünen Anstrich und bescheiden die Initialen der RhB. Die Pullmanwagen standen während der Kriegsjahre der obersten Armeeführung unter General Guisan und seinem Stab zur Verfügung und kamen anlässlich von Inspektionsfahrten in Graubünden immer wieder zum Einsatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die RhB die Salonwagen teilweise im «Calais Engadin Express» ein, welcher als Anschlusszug an den gleichnamigen Normalspurzug von Chur nach St. Moritz verkehrte. Um die nicht besonders guten Laufeigenschaften dieser Wagen zu verbessern, führte die HW Landquart im Jahre 1954 einige Anpassungen an allen vier Wagen durch. Die Drehgestelle erhielten Pendelwiegen zur besseren Abfederung. Um den Wagen ein ansprechenderes Aussehen zu verleihen, versteckte die HW die freistehenden Rahmen durch heruntergezogene Schürzen, wodurch sich die Proportion zwischen Fensterreihe und Untergurte verbesserte. Nach der Zusammenlegung der beiden Polsterklassen wollte die RhB für ihre doch noch zahlreiche Kundschaft,

Zug 1144 mit Matterhorn


MGB-Triebzüge laufen vom Stapel Von Roberto G. Paravicini

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welche die 1. Klasse benutzte einen besonderen Service bieten und führten deshalb ab 3. Juni 1956 die Salonklasse ein. Die fünf Salonwagen, welche nun neu die Bezeichnung ASalon und die Nr. 1161 und 1241–1244 erhielten, fuhren während der Hochsaison in verschiedenen Zügen gegen Taxzuschlag in der neuen 1. Klasse. In der Mitte des Wagens über den Initialen und der Wagennummer stand gross «SALONWAGEN» angeschrieben. Auf diese Weise dienten sie noch viele Jahre auch Prominenten wie Farah Diba, Kaiserin von Persien, Mitgliedern des englischen Königshauses, Feldmarschall Montgomery, Herbert von Karajan, Louis Armstrong, Claudette Colbert, Fernandel und viele andere für Fahrten nach den Bündner Ferienorten. Nach Ablieferung einer grösseren Zahl Erstklass-Einheitswagen waren die Salonwagen mit ihren schlechten Laufeigenschaften und den gefährlichen Seitentüren für den gehobenen Reiseverkehr nicht mehr geeignet. Das Aufkommen der Hobby- und Nostalgiewelle Anfang der 70er-Jahre rettete die Wagen vor dem Abbruch. Nachdem die MOB ihre beiden Salonwagen A 101 und 102 für Gesellschaftsfahrten gut einsetzen konnte, machte sich auch die RhB Gedanken, die Salonwagen entsprechend einzusetzen. Die Wagen erhielten Mitte der 70erJahre in der Hauptwerkstätte in Landquart die dringend nötige Erneuerung mit Torsionsstabdrehgestellen aus ausrangierten Personenwagen von 1913. An Stelle der schlecht funktionierenden und gefährlichen Seitentüren traten UIC-Falttüren, wie sie in den RIC-Wagen Am

und Bm der SBB eingebaut sind, zum Einbau. Die HW frischte die Inneneinrichtungen auf und bezog alle Polstersitze und die Teppiche neu. Mit dem nun crème/ weinroten Anstrich mit goldenen Anschriften gleichen sie den TEE-Wagen. Seither standen sie übers ganze Jahr im Einsatz für Hochzeiten, Firmen- und Gesellschaftsausflüge, Jubiläumsveranstaltungen, Reisebüros usw. Oft werden sie alle zusammen mit einem oder zwei Speisewagen, geführt von einer Ge 6/6 I, auf dem Stammnetz eingesetzt. An Spitzentagen im Winter dienten sie als 1. Klasswagen. In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre stand wiederum eine grössere Erneuerung oder der Abbruch dieser schönen Wagen an. Eine Aufarbeitung hätte beinahe eine Million Franken pro Wagen gekostet und da diese nicht zum Kerngeschäft der RhB gehören, musste ein anderer Weg gesucht werden. Dank dem Verein «pro Salonwagen», welcher vier Millionen Franken in Form von Sponsorgeldern auftrieb, baute die RhB-Werkstätte Landquart abermals die Wagen um und verpasste ihnen beinahe das Aussehen von 1931. Ihr Aussenanstrich gleicht wieder den Pullmanwagen der CIWLT und in der Mitte des Wagens ziert das Emblem «Festina lente» die Fahrzeuge. Die beiden Wagen As 1141 und 1142 sind zusätzlich mit der Heizung für die Berninalinie ausgestattet und die 1143 und 1144 mit einem Bremszahnrad für den Einsatz auf der MGB. Schliesslich besitzt der As 1144 die spezielle Lasche für den Einsatz auf der Gornergratbahn.

Bild oben: AS 1144 bei Poschiavo AS 1144 bei St. Moritz

Bild unten: Zug 1145F mit 707 und 4 WR, 4 AS bei Samedan

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Medienbahn

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Damals, vor 30 Jahren

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Neues in Kürze

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TGV in Landquart Von Bernhard Studer Anzeigetafel Landquart am 16. Dezember 2009. Zu beachten ist der RhB-Zug mit Abfahrt um 16.12 Uhr. Um einen «Train à grande vibration» kann es sich nicht gehandelt haben, so schlecht sind die 500er Pendel nicht. Auch ein Lyria-Zug (mit Halt in Seewis-Valzeina) ist wohl kaum gemeint, denn diese kommen ja nicht mehr nach Graubünden.

Badminton Turnier für den Eisenbahner-Breitensport Von Alberto Pedrillo Für alle, die gerne Badminton spielen: Die SVSE Technische Kommission der Sportart Badminton organisiert dieses Turnier mit Unterstützung von Eisenbahnern der RhB für Gross und Klein, Jung und jung gebliebene sowie Sportler/innen, die es noch werden möchten. Dies ist eine Gelegenheit der Fitness, Seele und Körper etwas Gutes zu tun, ein Ausgleich zum Alltag. Am 15. Mai 2010 treffen sich sowohl Anfänger als auch Profis in der Sporthalle VIAL in Domat/Ems, um Sport zu treiben und Kameradschaft zu pflegen. Das Turnier dauert von 10.15 bis 16.00 Uhr. Mit einem Einsatz von Fr. 15.00 (SVSEMitglied)/Fr. 20.00 (nicht SVSE-Mitglied) verbringst du einen tollen Badminton-Tag. Kinder bis 12 Jahre können gratis mitspielen. Es soll für dich eine Gelegenheit sein, dich mit anderen Sportler/innen des öffentlichen Verkehrs zu messen. Willst du dabei sein? Das Anmeldeformular findest du auf der Homepage www.svse.ch unter Badminton oder melde dich bei: Beat Gansner – Bahnhof Domat/Ems – b.gansner@rhb.ch. Anmeldeschluss ist der 05.05.2010

Mach mal Pause … Von Kurt Wyss So gesehen und sogleich fotografisch festgehalten in Chur: Abstellgeleise, am 3. Februar 2010.

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RhB verblüfft als Gastgeberin Von Eugen Cantieni Zwei Delegationen aus Asien wurden erfolgreich auf unserem Netz befördert. Sehr erfreut haben sich diese über das kleine Präsent in Form einer RhB-Schokolade und die Grussworte des VGL gezeigt. Die vielen Fotos, welche sie während der Fahrt gemacht haben, werden sie auch zu Hause an unsere Landschaft und Unternehmung erinnern. Der zufriedene Staatsmann von Korea, Lee Myung-bak, liess sich gar noch zusammen mit Gastgeber Claudio Melcher fotografieren.

Hochbetrieb in Bergün Von Claudio Föhn Seit Jahrzehnten sind die Massen von Schlittler ein gewohnter Anblick in Bergün. Jahr für Jahr erfreuen sich Jung und Alt an der berühmten Abfahrt zwischen Preda und Bergün. Auch dieses Jahr fanden tausende Schlittler ihren Weg ins Albulatal. Bei Sonnenschein und guten Pistenverhältnissen geniessen die Wintersportler die schöne Umgebung und das abwechslungsreiche Angebot. So sind wir immer bemüht, die Qualität des Angebots zu verbessern. Eine grosse Optimierung erreichten wir durch die Einführung eines zweiten Schlittelzuges. Dieser fährt jeweils Samstag und Sonntag 8 Minuten nach dem Regio Express ab Chur und entlastet den Fahrplan spürbar. Seit bald 50 Jahren nutzten die Wintersportler die Rhätische Bahn zum Transport nach Preda. Millionen Schlitten hat das Bahnhofgebäude schon gesehen und seit dem Bahnbau hat sich auch das Aussehen des Bahnhofareals nicht oft gewandelt. Das ändert sich jedoch ab diesem Frühling. Der ganze Bahnhof Bergün wird umund ausgebaut. Die Rampe samt Güterschuppen wird entfernt und an die Stelle rückt ein separates Schlittelzuggleis. Um eine höhere Sicherheit zu gewährleisten werden die Perronanlagen verbreitert und erhöht. Die Strasse nach Latsch, welche zurzeit über den Bahnhofplatz führt, wird ebenfalls verlegt und führt in Zukunft am Bahnhof vorbei. Auch das Domino 65 wird durch ein neues Domino 67 ersetzt.

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100 Jahre Berninastrecke und deren Fahrzeuge Von Christian Theus (pens. Lokführer) Das Bild zeigt den Berninatriebwagen Nr. 30 auf der Arosalinie im Einsatz. Anno 1948 habe ich beim Umbau der BB Triebwagen Nr. 30 bis 34 als Lernender mitgewirkt. Der Umbau hat sich bewährt und die TW haben gute Dienste auf den Strecken der Bernina und ChurArosalinie geleistet. Mögen sich die neuen Fahrzeuge der RhB auf allen Strecken auch so lange bewähren.

Eine Rarität Von Christoph Berger Im Jubiläumsjahr der Berninabahn bin ich auf diese Ansichtskarte gestossen, welche ich vor Jahren erwerben konnte. Es hiess, dass sie rar sei, was die Ansichtskartenhändler aber bei jeder Karte sagen.

Neue Berufskleider für das Lokpersonal Von Thomas Baumgartner Rechtzeitig auf die Sommersaison wird das Lokpersonal erstmals mit komplett neuen Berufskleidern ausgerüstet. Derzeit werden die Masse der über 220 Mitarbeitenden genommen. Das attraktive Kleidersortiment mit einem ausgesprochen hohen Grad an Funktionalität soll die Lokführerinnen und Lokführer als wichtige Botschafter der RhB präsentieren.

Spitzenleistung an einem Spitzenverkehrstag Von Thomas Baumgartner Erstmals in der Geschichte der RhB konnte am 14. Februar 2010 ein Albula-Entlastungsschnellzug mit einem Triebzug geführt werden. Damit wurden den Fahrgästen gegen 100 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung gestellt. Dieser Entlastungszug brachte hunderte von Fahrgästen von den Ferien, vom Tagesausflug, vom Skifahren, vom Schneeschuhwandern, vom Pferderennen und von vielen andern Aktivitäten sicher, zuverlässig und pünktlich nach Chur. Die RhB-Mannschaft hat an diesem speziellen Wochenende einmal mehr eine gemeinschaftliche Topleistung erbracht. 32


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ALLEGRA – designed by Livio Von Thomas Baumgartner Livio Baumgartner (8) ist vom «ALLEGRA»-Triebzug begeistert. Er bastelte allein aufgrund von Fotos in der InfoRetica Nr. 4/2009 aus Papier den Triebzug mit vielen Details wie Wagenübergänge, Nummer, Pantograf, Türanordnung, usw. nach. Natürlich gehört zum Zug auch ein Bahnhof – und zwar der höchste Bahnhof der RhB, Ospizio Bernina.

Guetzli-Verteilung sorgte für verblüffte Pendler Von Thomas Sonderegger Am 15. Dezember 2009 überraschten die Teams der Bahnhöfe Davos Platz und Klosters die treuen Bahnpendler mit Mailänderli-Guetzlis. Rund 200 Gäste erhielten in den Frühzügen diese süsse Überraschung überreicht. Vom Bahnhofteam wurden 10 Kilo Teig zu ca. 1000 Mailänderli verarbeitet.

Vertrag Diesellok Von Simon Rageth Die RhB bestellt für ihren Infrastrukturbereich beim Schienenfahrzeughersteller Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH in Gelsenkirchen (Deutschland) vier neue leistungsstarke Diesellokomotiven. Der Auftragswert beträgt rund 25 Millionen Franken. Der Vertrag dazu wurde am 17. Dezember 2009 unterschrieben.

Signaletik Verwaltungsgebäude Von Simon Rageth Die Signaletik im Verwaltungsgebäude wurde kürzlich neu gestaltet. Hinter der alten Empfangstafel kam eine noch viel ältere Empfangstafel zum Vorschein. Der «Chef der Ausland-Propaganda» war beispielsweise schon früher im Erdgeschoss angesiedelt und im 1. Stock war Platz für ein «Lesezimmer».

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ARD hoch zwei Von Peider Härtli

V.l.n.r.: Jan Gehring (Ton), Alexander Gross (Regie), Linda Koˇsa, Elisabeth Erber, Peter Michaely (Kamera), Primo Semadeni, Peider Härtli

Gleich zweimal durften wir kürzlich das ARD bei uns empfangen. Vom 18. bis 20. Februar drehte das Team um Alexander Gross einen Beitrag für die bekannte und beliebte Sendung Ratgeber Reisen. Thema war (natürlich) das Jubiläum der 100-jährigen Berninalinie. Aber nicht nur: Start der Reise war Chur. Auf der Fahrt im Bernina Express Richtung Bernina machte das TV-Team Halt beim Hotel Grischuna in Filisur und auf der Schlittelbahn Preda – Bergün. Auf der Berninalinie ging›s dann so richtig zur Sache. Hauptthema war das Hotel/ Ristorante Alp Grüm. Der Pächter Primo Semadeni und die Geschäftsführerin Elisabeth Erber haben ihr Haus im besten Licht gezeigt - die ganze TV-Mannschaft war begeistert, auch von den kulinarischen Künsten der Küchenmannschaft! Genau zum selben Zeitpunkt war nochmals ein ARDTeam auf der Berninalinie unterwegs. Volker Schwenk drehte einen Filmbeitrag für die Sendung Europa Magazin. Hauptthema war dabei die Schneeräumung am Bernina, bzw. die hohe Kunst, die Gleise von den Schneemassen zu befreien, damit die Züge wieder sicher und fahrplanmässig verkehren können – Situationen, welche die nicht schneegewohnten Zuschauer in Deutschland stark beeindruckt haben. Wie auf Kommando fiel an den Drehtagen Schnee in Hülle und Fülle. Einmal mehr war auch Bahnmeister Stefano Crameri und seine Mannschaft gefordert – nicht «nur» in seiner anspruchsvollen Schneeräumungsarbeit, sondern auch noch als Betreuer des TV-Teams. Grazcha fich, mille grazie!

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Die Berninastrecke als Lokführer erleben Von Pascal Rechsteiner und Verkehrshaus Schweiz

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Am 20. Januar 2010 eröffnete das Verkehrshaus der Schweiz gemeinsam mit den CEO’s der drei bedeutendsten Schweizer Bahngesellschaften BLS, RhB und SBB drei neue Bahnsimulatoren in der Halle Schienenverkehr. Mit den neuen Bahnsimulatoren ermöglicht das Verkehrshaus der Schweiz seinen Besuchern das Erlebnis einer Führerstandsfahrt auf verschiedensten spannenden Strecken in der Schweiz. Diese Führerstandsfahrten basieren auf «echten» Videoaufnahmen der jeweiligen Partner; aufgenommen, digitalisiert und installiert mit Unterstützung der Fachhochschule Bern, Bereich Elektrotechnik. Optisch werden Schienenfahrzeuge der Partner an den Aussenwänden der Simulationsboxen auf die zu erwartenden Strecken in der Führerstandsbox aufmerksam machen. Der RhB-Simulator begeistert mit der beeindruckenden Strecke der Berninalinie in drei Etappen: Von Tirano nach Poschiavo, weiter über Alp Grüm zum Ospizio Bernina und zum Schluss nach Pontresina. Jungfernfahrten durch die 3 CEO’s medial inszeniert Nach einem kurzen Interview durch Daniel Suter, Direktor des Verkehrshauses, über die Motivation für das Engagement der einzelnen Bahnen mit je einem Loksimulator sowie einer Frage zum Hauptgrund für die Streckenauswahl, weihte jeder CEO den eigenen Loksimulator mit der Jungfernfahrt offiziell ein. Bernhard Guillelmon von der BLS legte vor und gab einen ersten

Eindruck zum Fahrgefühl in einem solchen Simulator. Anschliessend trumpfte Erwin Rutishauser mit einer Fahrt von Ospizio Bernina dem Lago Bianco entlang nach Bernina Lagalb auf. Er steuerte die Maschine dabei im vorgegebenen Tempo und bewies sein MultitaskingTalent, indem er gleichzeitig fuhr und Fragen zu Schneeräumungen, Streckendetails, Bernina Jubiläum usw. beantwortete. Als letzter war Andreas Meyer (CEO SBB) an der Reihe. Dynamisch beschleunigte er auf 120 Km/h und machte dabei Sprüche wie: «jetzt mal mit richtigem Tempo und Normalspur in einem Doppelstöckigen Zug und erst noch mit Speisewagen», was von allen als klare Sticheleien Richtung BLS und RhB erkannt wurde. Aus dem Schmunzeln wurde bei den rund 30 Journalisten und rund 70 anwesenden Gäste dann aber ein Lachen, als der Zug kurz vor dem Ziel nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung mit einer Schnellbremsung vor einer wartenden Schulklasse auf einem Unterwegsbahnhof zu stehen kam. «Der Loksimulator verzeiht nicht alles. Es ist nichts passiert. Es wurde eine Schnellbremsung eingeführt», wurde gross auf dem Bildschirm sichtbar. Andreas Meyer trug das ganze jedoch mit Fassung. Anschiessend waren die einzelnen CEO’s bei interessierten Medien von TV, Radio und Print gefragte Interviewpartner. Es entstanden insgesamt über 40 Berichte in der Schweizer Medienlandschaft.

Andreas Meyer, Bernhard Guillermon, Erwin Rutishauser und Daniel Suter weihen die Loksimulatoren ein

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«Die RHB ist ein Wunderwerk» Von Dijana Mutvar und Peider Härtli

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Er ist der älteste, noch lebende Lokführer der Rhätischen Bahn. In seinem neusten Werk «Ausser Dienst» erzählt er von 42 Berufsjahren, von denen er 33 Jahre als Lokführer erlebte. Er durchquerte den ganzen Kanton in vielen verschiedenen RhB-Lokomotiven. Nach seiner Lehre als Maschinenschlosser und verschiedenen Stellen bei der Rhätischen Bahn, konnte sich Andreas Donatsch seinen Bubentraum erfüllen und Ende der 30er Jahre als Lokführer durchstarten. Spannende Erlebnisse und Erfahrungen in vielen Situationen erzählt er in seinem Buch. Seine Jahre bei der Rhätischen Bahn wurden nicht nur durch wunderschöne Erfahrungen begleitet, sondern auch durch manche Stolpersteine. Trotzdem ist und bleibt die Rhätische Bahn für den heute 94-jährigen ehemaligen Lokführer Andreas Donatsch eine Herzensangelegenheit. Die Redaktion wollte die Erlebnisse von Andreas Donatsch hören und besuchte den Pensionierten im Alters- und Pflegeheim in Maienfeld.

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Andreas Donatsch, verfolgen Sie das Geschehen der Rhätische Bahn immer noch? Selbstverständlich. Bis vor meinem Unfall, der sich am 17. August 2009 ereignete, reiste ich sehr viel mit der RhB und hatte auch Kontakt mit den Kollegen der Rhätischen Bahn. Dieser Unfall hat meinen Aktionsradius stark eingeschränkt und damit hat sich auch mein Leben stark verändert. Ich verfolge das Geschehen der RhB nur noch anhand der InfoRetica und aus den Medien.

«Ich durfte mir meinen Bubentraumberuf erfüllen.» Was haben Sie an der Rhätischen Bahn als Arbeitgeberin besonders geschätzt? Durch meine Arbeit bei der RhB hatte ich die Möglichkeit, die schönen Landschaften in allen Jahreszeiten zu sehen und lernte viele Menschen kennen. Ich durfte mir meinen Bubentraumberuf erfüllen. Herr Donatsch, was waren Ihre schönsten Erlebnisse? Diese gebe ich natürlich nicht preis. Dazu sage ich nur, kauft das Buch mit meinen Erlebnissen als Lokomotivführer, auf der Seite 68 ist es beschrieben. (schmunzelt)


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Andersrum, was waren Ihre schlimmsten Erlebnisse? Dieses Erlebnis steht auf der Seite 42. (schmunzelt immer noch)

«Eine geniale Idee wird Wirklichkeit!» Zur heutigen RhB: Wie finden Sie die neusten «ALLEGRA» Triebzüge? Eine geniale Idee wird Wirklichkeit! Im Bereich der Technik und Entwicklung hat die Geschäftsleitung einen klaren Blick nach vorne. Diese neuen Züge bedeuten einen Quantensprung im Rollmaterial der RhB. Was sagen Sie zur allgemeinen Entwicklungen der Technik und der Sicherheit? Ich verstehe natürlich, dass alles automatisiert worden ist, viele Bahnhöfe sind nicht mehr besetzt, das ist aber die Folge der Entwicklung der Technik. Dafür haben die Sicherheit und der Komfort enorm zugelegt. Wie sind Sie dazu gekommen, Bücher zu verfassen? Ich habe in meinen 42 Berufsjahren so viel erlebt und will das alles nicht für mich behalten. Mein erstes Buch erschien im Jahre 1983 und mein neustes Werk letztes Jahr.

Haben Sie noch weitere Hobbies? Vor dem Unfall habe ich viel Zeit der Schnitzerei gewidmet. Was denken Sie hat sich zwischen früher und heute verändert? Früher waren es nur Männer, die Lokführer waren. Dazumals musste der Lokführer jeweils auch einen Hammer in die Hand nehmen und teilweise Reparaturen vor Ort vornehmen. Heute gibt es auch Frauen, die diesen Beruf erlernen. Andreas Donatsch, was wünschen Sie der RhB? Ich wünsche der RhB weiterhin viel Erfolg und viele gute Jahre. Sie soll weiterhin Fortschritte in der Technik machen. Der Bekanntheitsgrad der Rhätischen Bahn soll weiter steigen. Die RhB ist ein Wunderwerk. Und wir danken Andreas Donatsch für das interessante Gespräch und wünschen ihm, dass er noch viele gesunde Jahre verbringt und weiterhin das Geschehen der RhB interessiert verfolgt! Das Buch «Ausser Dienst» von Andreas Donatsch ist für Lesende der InfoRetica zum Spezialpreis von 19 Franken erhältlich, siehe Seite 51.

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Kundenanlass der Bündner Güterbahn Von Wiro Capol

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Die Bündner Güterbahn hat zum Kundenanlass eingeladen und zahlreiche Güterkunden sind dem Aufruf gefolgt. Es wurden keine Mühen gescheut, um den Gästen ein abwechslungsreiches Programm anbieten zu können. Nachdem die Kundschaft in Landquart und Chur durch Mitarbeitende vom Team G begrüsst wurden, haben sich alle im Verwaltungsratsaal der Rhätischen Bahn in Chur versammelt. Dort erwartete sie der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Erwin Rutishauser, mit einer abwechslungsreichen Präsentation über das letzte Geschäftsjahr im Güterverkehr und die neuen Projekte im Gesamtunternehmen RhB. Danach informierte Martin Burkhardt, Leiter Güterverkehr speziell über die neuen Projekte im Güterverkehr wie Anschaffung der 2. Tranche Güterwagen, eines Reach Stackers in der Surselva und die damit verbundene Eröffnung eines Güterumschlagzentrums Surselva in Schnaus-Strada ab dem Jahr 2011. Abschliessend bedankte sich Erwin Rutishauser für die Aufträge und die gute Zusammenarbeit. Die ganze Gesellschaft von dreissig Personen begab sich zum Bahnhof Chur, wo am Zug nach Disentis/M. die Stiva retica bereit stand. Während der Fahrt nach Disentis/M. wurden die Gäste mit Speis und Trank verpflegt, um für das Nachmittagsprogramm gestärkt zu sein. Nach einem kurzen Aufenthalt in Disentis/M. führte die Matterhorn Gotthard Bahn die Gesellschaft nach Sedrun. Beim Hauptgebäude warteten schon die Herren Schmid und Pfiffner, um in zwei Gruppen den Teilnehmern die NEAT-Baustelle in Sedrun näher zu bringen.

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Gut ausgerüstet mit einem Helm der Bündner Güterbahn und der notwendigen Sicherheitsausrüstung begab sich die erste Gruppe mit dem Tunnel-TGV zum Schachtkopf. Hier wurde die eindrückliche Transportliftanlage und die dazu notwendigen Betriebsaggregate besichtig. Nach der exklusiven Führung wurde die Gruppe im Infozentrum mit einem Film und einer Führung durch das Museum umfangreich informiert, während die zweite Gruppe sich nach dem Museumsbesuch ebenfalls in den Tunnel begab. Nach Beendigung dieser sehr informativen und empfehlenswerten Führung erwartete die Gäste eine kleine Überraschung. In Zusammenarbeit mit dem Bahnhof Disentis/M. und der Matterhorn Gotthard Bahn wurde die Stiva retica mit dem Bauzug bis zum Baustellenbahnhof gefahren. Somit konnte die Gruppe direkt vor Ort in den Sonderwagen einsteigen und die Fahrt nach Disentis/M. aus einer ganz anderen Perspektive geniessen. Auf der Rückfahrt zwischen Sedrun und Chur/Landquart wurden interessante Gespräche geführt, Informationen wie auch Visitenkarten ausgetauscht oder einfach die Bahnfahrt genossen. Die Kunden der Bündner Güterbahn bedankten sich am Schluss der Reise herzlich für den erlebnisreichen Nachmittag mit Erwin Rutishauser und dem Güterteam. Das Güterteam bedankt sich an dieser Stelle auch bei den Hostessen für die nette Bedienung im Sonderwagen, allen anderen Beteiligten und vor allem auch bei der AlpTransit Sedrun, beim Bahnhof Disentis/M. und der Matterhorn Gotthard Bahn für den reibungslosen Ablauf.


MGB-Triebzüge 10 Jahre Vereinalaufen – im Zeichen vom Stapel der Mitarbeitenden Von Roberto Text von Erhard G. Paravicini Wattenhofer und Thomas Glükler, Bilder von Annelies Bulfoni

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Die Feierlichkeiten von Ende November anlässlich des Jubiläums «10 Jahre Vereina» lösten ein grosses Echo in der Öffentlichkeit und bei den Medien aus. Der VIP-Anlass war ein voller Erfolg, aber auch die Kundenanlässe in den Reisezügen sowie auf den Verladebahnhöfen Selfranga und Sagliains wurden sehr gut aufgenommen. Das bestätigte die positive Resonanz verblüffter Kunden.

Scuol hat nicht nur einen neu umgebauten Bahnhof, sondern auch eine neue Bergbahn zu bieten. Wir durften uns, von der vor kurzem eröffneten Bahn auf die Motta Naluns fahren lassen. Wir waren beeindruckt von der modernen und grosszügigen Gondelbahn.

Einen grossen Teil zum Erfolg haben die vielen Mitarbeitenden der RhB beigetragen. Täglich und bei jedem Wetter haben sie unsere Kundschaft beim Autoverlad mit vollem Einsatz bedient.

Oben angekommen wurden wir im Bergrestaurant La Motta von Nadia Potenza und ihrem Team in Empfang genommen. Bei strahlendem Sonnenschein durften wir auf der Terrasse bei einem Glas Weisswein das herrliche Bergpanorama geniessen. Anschliessend erwartete uns im Restaurant ein schmackhaftes Mittagessen.

Als Dankeschön für den Einsatz wurden alle Mitarbeitenden vom Vereina auf einen Ausflug eingeladen. Um 09.34 Uhr fuhren wir mit der RhB nach Scuol. Gian Meyer, Leiter Betrieb, und der Simon Rohner, Leiter Verkauf empfingen uns herzlich.

Nach gemütlichem Beisammensein, wo unter anderem auch diverse lustige Geschichten der letzten 10 Jahre Vereina zu hören waren, verliessen wir die Motta wieder. Der interessante und gemütliche Tag wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben.

Nach der Begrüssung hatten wir die Möglichkeit, den neu umgebauten Bahnhof zu besichtigen. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Simon und Gian.

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Weihnachtsevent F-MW Von Rahel Horrer

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Es war meine Aufgabe, einen Anlass für unsere Abteilung zu organisieren. Grenzen waren mir fast keine gesetzt: Ich hatte nur eine bestimmte Zeit - und Budgetvorgaben. Das Auswählen einer geeigneten Aktivität war nicht so einfach wie gedacht. Es war schwierig etwas zu finden, um allen gerecht zu werden und obendrein den Spassfaktor nicht zu vernachlässigen. Fünf Vorschläge musste ich meiner Berufsbildnerin und unserem Abteilungsleiter präsentieren. Gemeinsam entschlossen wir uns fürs Eisstockschiessen. Eventtag Alle organisatorischen Vorbereitungen waren abgeschlossen. Es konnte losgehen… Wir trafen uns am 9. Dezember 2009 um 16.30 Uhr und fuhren mit dem Zug von Landquart nach Klosters. Obwohl keiner der Mitarbeitenden wusste, was geplant war, gelang es einigen doch, die Aktivität herauszufinden. Nach rund 45 Minuten Zugfahrt erreichten wir Klosters. Es war kälter als gedacht und so brachten wir die Strecke Bahnhof – Sportzentrum schnell hinter uns. Kaum angekommen, ging es auch schon los. Der Instrukteur erklärte uns die Schwerpunkte des Eisstockschiessens und wir machten uns sofort ans Ausprobieren. Die gewohnten Anfängerschwierigkeiten tauchten

auf, hinderten uns aber schliesslich nicht daran, einen kleinen Wettkampf zu veranstalten. Eisstockschiessen war für viele etwas Unbekanntes. Diese Tatsache führte denn auch zu einigen lustigen Situationen. Je später der Abend, desto kälter wurde es und die Zeit für ein warmes Getränk schien unweigerlich da zu sein. Das Abendessen wurde der Kälte wegen um 30 Minuten vorverlegt, was bei allen positive Aufnahme fand. Warmen Boden unter die kalten Füsse zu bekommen, war wirklich ein Bedürfnis. «Älplermakkaronen» und Apfelmus sorgten dafür, dass wir uns alle wieder rundum warm fühlten. Gemütlich sassen wir noch zusammen, bevor wir uns wieder Richtung Bahnhof bewegten. Inzwischen war es 21.30 Uhr und der Zug für unsere Heimfahrt stand schon bereit. Ich denke, es war ein gelungener Abend. Die Mitarbeitenden der F-MW sind unkompliziert, spontan und offen, was mir als Organisatorin die Arbeit sehr erleichtert hat. Die Stimmung während des Abends war locker und ungezwungen. Einen solchen Anlass zu organisieren, ist nicht so einfach, wie man sich das zuerst vorstellt. Es war eine sehr positive und für die Zukunft hilfreiche Erfahrung! Verbesserungspotenzial ist auf alle Fälle vorhanden, doch im Grossen und Ganzen bin ich recht zufrieden, wie alles abgelaufen ist.

Einsatz total: Simona Zanetti schiesst den «Stock» in die richtige Richtung!

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Unsere Lernenden werden sichtbar Von Thomas Baumgartner

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Kundinnen und Kunden der Rhätischen Bahn begegnen immer öfter einer gelben Ergänzung am Namensschild des Personals: «Meine Ausbildung: made by login». Das bedeutet, dass unsere Gäste von einem/r Lernenden bedient werden – und auf Wunsch Informationen über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Welt des Verkehrs erhalten. Die RhB ist Mitglied von login, dem Ausbildungsverbund in der Welt des Verkehrs. Über 100 Lernende bildet die Rhätische Bahn derzeit gemeinsam mit login in zehn verschiedenen Berufen aus. Mit der Kenntlichmachung möchte die RhB ihr Engagement in der Ausbildung sichtbar machen. Ausserdem soll so die Bekanntheit des Ausbildungsverbunds gesteigert werden, um den Nachwuchs für die Welt des Verkehrs langfristig zu sichern. Ein einheitlicher Auftritt stärkt den Wiedererkennungseffekt, die Homepage login.org wird interaktiver und Schulen, Berufsinformationszentren sowie Arbeitsvermittlungen werden noch intensiver betreut. Berufsbildner/innen erhalten einen Kleber, mit dem sie ihren Arbeitsplatz als Ausbildungsplatz kenntlich machen können. Dies führt zu einer höheren Sichtbarkeit ihres

Lernende Nina Tarnutzer, die zurzeit im HR-Bereich tätig ist

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täglichen Engagements für die Ausbildung und zu einer Imagesteigerung der RhB. Lernende, die im Kundenkontakt arbeiten, erhalten kleine Plaketten, die sie an ihr RhB-Namensschild anbringen und die sie als Lernende ausweisen. Wenn Kunden/innen Interesse an einer Ausbildung im öffentlichen Verkehr zeigen, geben die Lernenden eine Minibroschüre mit den wichtigsten Informationen ab. Persönliche Empfehlungen sind oftmals entscheidend für eine Lehrstellenwahl. Auch dank der guten Praxisausbildung bei der RhB und den anderen 51 Mitgliedsfirmen würden 94.6% der Lernenden wieder login als Lehrbetrieb wählen. Und so empfehlen viele Lernende schon bisher die Lehren in ihrem Umfeld. Jetzt sind sie auch für die breite Öffentlichkeit als Botschafter/innen für die Ausbildungsmöglichkeiten in der Welt des Verkehrs unterwegs.


Vom Bündnerland in alle Welt

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Siemens kann auf eine jahrzehntelange Partnerschaft mit vielen Kunden in der Schweiz zählen. Das hohe Qualitätsbewusstsein in unserem Land hat dazu geführt, dass zahlreiche Produkte und Systeme, die hier erfolgreich eingeführt wurden, sich auch auf dem Weltmarkt durchgesetzt haben. Die Rhätische Bahn gehört zu jenen Schlüsselkunden, die den Innovationsgeist unserer Fachleute besonders anspornen. Seit über hundert Jahren fährt die RhB durch die Bündner Landschaften. Um den effizienten und sicheren Bahnbetrieb zu gewährleisten, optimiert die RhB laufend ihr Schienen- und Rollmaterial sowie die elektrotechnischen Anlagen. Siemens Schweiz und insbesondere die Division Mobility gehört seit mehreren Jahrzehnten zu jenen Lieferanten, die mit der RhB sehr eng zusammenarbeiten. Nahe am Weltrekord Ein herausragendes Beispiel für die gute Partnerschaft ist ein Projekt aus jüngerer Vergangenheit. Siemens Schweiz erhielt im Dezember 2008 den Auftrag, das bestehende Domino 69-Stellwerk (Baujahr 1986) in ScuolTarasp durch ein neues Domino 67-Stellwerk zu ersetzen. Weltrekordverdächtig war dabei nicht die Technologie, sondern die zeitlich unschlagbare Angebots- und Vergabegeschichte des Projekts. Der Hintergrund für die schnelle Realisierung war die Sanierung des Tunnels Tasna vor Scuol-Tarasp. Die RhB entschied, dass für die dringend nötige Tunnelsanierung der Abschnitt zwischen

Neuer Domino-Pult

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Ardez und Scuol-Tarasp von Mitte März bis Ende November 2009 während 35 Wochen gesperrt, jedoch mittels Busbetrieb aufrecht erhalten wird. Eine günstige Gelegenheit also, den Bahnhof Scuol-Tarasp komplett umzubauen und mit einer neuen Sicherungsanlage auszustatten. Unter normalen Umständen dauert bei einem Projekt dieser Grösse die Phase «Pflichtenheft und Offerte» ein bis zwei Monate, während zwischen Auftragserteilung und Inbetriebnahme rund 18 bis 24 Monate verstreichen. In diesem Fall wurden aufgrund der ausserordentlichen Dringlichkeit Pflichtenheft und Offerte in je einer Woche (Tag- und Nachtarbeit) erstellt, worauf der Verwaltungsrat der RhB innerhalb von zwei Tagen den Auftrag erteilte! Für die Realisierung ab Auftragserteilung hatte man lediglich 11 Monate Zeit. Dank dem Einsatz aller Beteiligten konnte das Projekt termingerecht abgeschlossen werden. Der Bahnhof Scuol-Tarasp verfügt nun über eine neue Sicherungsanlage mit gesicherten Rangierfahrstrassen. Bedient wird das neue Stellwerk Do67 vor Ort über ein neues Domino-Pult. Zusätzlich ist das Stellwerk über die Iltis-Fernsteuerung in Landquart oder Klosters bedienbar. Weiter realisierte Siemens Schweiz zwischen Ardez und


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Scuol-Taraps die neue Blockstelle «Tasna» sowie die Sicherung des Bahnübergangs «Ftan» mit einer Schrankenanlage BA8. Die Erfolgsgeschichte Simis IS Eine sehr wichtiges Produkt im Siemens-Portfolio ist das elektronische Stellwerk Simis IS, bei dessen Markteinführung die Rhätische Bahn eine zentrale Rolle einnimmt. Beim RhB-Bahnhof Castrisch wurde vor bald 10 Jahren das erste Simis IS als Weltpremiere in Betrieb genommen. Siemens Schweiz hatte dieses System in der Absicht entwickelt, auch für kleine und mittelgrosse Bahnhöfe ein modernes und preisgünstiges elektronisches Stellwerk anbieten zu können, das allen Anforderungen im Bereich Sicherheit, Standardisierung, Automatisierung und Verfügbarkeit genügt. Mittlerweile sind in der Schweiz mehrere Dutzend dieser elektronischen Stellwerke im Einsatz. Auch ausländische Kunden vertrauen auf das Schweizer Produkt. So sind Simis IS-Systeme u. a. in Griechenland, Estland, Litauen, Ungarn und sogar Saudi-Arabien installiert worden. Landquart als Fernsteuerzentrum Ein weiteres zentrales Projekt war der grosse Fahrplanwechsel im öffentlichen Verkehr im Dezember 2004, der auch bei RhB einige Veränderungen gebracht hat. In Landquart wurde ein neues Rail Control Center (RCC) in Betrieb genommen und das Fernsteuerzentrum Klosters wurde ausgebaut. Das neue Rail Control Center bedingte u.a. den Um- und Neubau von rund 70 Stellwerken.

Iltis

Daneben wurden auch zahlreiche neue elektronische Stellwerke vom Typ Simis IS installiert. Das Siemens Leitsystem Iltis überwacht das ganze RhBNetz und stellt die Betriebslage übersichtlich dar; der Regelbetrieb lässt sich über die automatische Zuglenkung abwickeln. Rechtzeitig zum grossen Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurde auch die 2. Etappe dieses Leitsystemprojekts abgeschlossen, welches nun das gesamte RhBNetz – inklusive Engadin und Berninalinie bis hinunter nach Tirano – umfasst. Langjährige Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen Für die RhB konnten auch andere Siemens-Bereiche attraktive Lösungen einsetzen. So hat die Siemens-Division Building Technologies zahlreiche Brandmeldesysteme in RhB-Loks installiert. Zudem wird die RhB-Hauptwerkstätte in Landquart, das Verwaltungsgebäude in Chur und zahlreiche Bahnhöfe mit Brandmeldeanlagen, Einbruch- oder Videosystemen überwacht. Zusätzlich kommen Speziallösungen dazu, wie etwa die Überwachung des wichtigen EDV-Raumes im Fernsteuerzentrum Landquart mit einer Stickstofflöschanlage.

Schrankenanlage BA8

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Entscheidung auf Pischa Von Jürg Boner

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Am Sonntag, 31. Januar 2010 konnte der ESV Rätia auf Davos Pischa mit grossem Erfolg das Rennen durchführen. Mit dem zum SVSE-Cup zählenden Riesenslalom wurde ebenfalls die ESV Rätia Klubmeisterschaften durchgeführt. So durften wir rund 50 startende RennläuferInnen (Alpin und Snowboard) bei gutem aber sehr kaltem Wetter und hervorragend präparierter Piste empfangen. Der durch

unseren Präsidenten ausgesteckte Lauf forderte viel von den Rennläuferinnen und Rennläufern. Trotzdem haben alle Teilnehmer das Ziel der beiden Läufe unfallfrei erreicht. Auch dank dem grossen Engagement der Helfer (Rutschkommandos) musste der zweite Lauf nicht neu gesteckt werden. Auf ein Wiedersehen bei einem Anlass des ESV Rätia freuen wir uns.

Ranglisten-Auszug SVSE Rennen: Herren Elite 1. Indermühle 2. Camenisch 3. Fische

Ernst Ursin Urs

BLS Spiez ESV Soldanella ESV Soldanella

1.42.92 1.46.12 1.47.50

Damen 1. Huber 2. Wagner

Rahel Erika

ESC Soldanella ESC Winterthur

1.52.69 2.20.46

Ranglisten-Auszug ESV Klubmeisterschaft: Herren 1. Bebi 2. Cortesi 3. Perini

Jürg Aldo Tobias

Damen 1. Allensbach 2. Groll 3. Thöny

Mäggi Regula Silvia

1.49.13 Klubmeister 2.01.47 2.01.70

1.59.91 2.01.47 2.27.11

Knaben 1995-96 1. Bebi Jan

2.02.33

2. Sonderegger 3. Schefer

Fabio Jan

2.07.65 2.13.47

Mädchen 1990-96 1. Bebi Flavia 2. Thöny Flavia

1.50.62 2.40.32

Klubmeister ESV Rätia: Klubmeisterin ESV Rätia:

Jürg Bebi Flavia Bebi

Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern und allen Teilnehmern. Ein grosses Dankeschön an die Helfer und an die Sponsoren und Inserenten.

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www.esvraetia.ch


Loipe statt der gewohnten Schienen Von Remo Gatti

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Kurt Wyss und Mario Vinzens qualifizierten sich für die Eisenbahner Europameisterschaften Langlauf in Russland. Insgesamt bildeten acht Langläufer vom Schweizerischen Sportverband öffentlicher Verkehr (SVSE) das «USIC-Team» und konnten sich einem europäischen Vergleich stellen. Über eineinhalb Jahre dauerten die Ausscheidungsverfahren bis die grössten Talente feststanden, welche für die Nordischen Wettkämpfe nach Russland fahren durften. In Russland erwarteten die Teilnehmer zum einen Temperaturen um minus 28 Grad und andererseits ein starkes Gegnerfeld. Hatten doch die einheimischen Sportler ihre kalten Nasen stets ein paar Längen vorher im Ziel als alle anderen Nationen. Die Vorbereitungen für das Langlauf-Abenteuer Russland waren umständlich, erforderten viel Geduld und vor allem eines: Zeit. Nur schon die Besorgung der Einreise-Visa für Russland machte ein fünfmaliges Anstehen vor der russischen Botschaft nötig, bevor dann das USIC-Team Langlauf mit den Czech-Airlines Richtung Moskau abheben konnte. Die erste Nacht auf russischem Boden verbrachten alle acht teilnehmenden Nationenteams mehr oder weniger schlafend im Nachtzug nach Rybinsk. Die eingebaute Dampf- und Kohlenheizung in den Eisenbahnwagen muss unter Volllast gelaufen sein, betrug die Temperatur am Ankunftsmorgen bitterkalte minus 26 Grad! Logieren durften alle Teilnehmer in dem etwas abgelegenen Demino-Sportzentrum, welches sich rund 300 Kilometer nördlich von Moskau befindet. Bereits bei der Besichtigung wurde klar, dass sich die Austragungen auf einem hohen Weltcup-Niveau befinden werden. Die gesamte Anlage dient nicht nur den Eisenbahnern als Austragungsstätte für internationale Wettkämpfe, sondern die grosszügig dimensionierte Sportstätte ist für Anlässe von ganz anderem Format ausgelegt, wie zum Beispiel die langen Tribünen und der grosse Zieleinlauf zeigen. Wegen der eisigen Kälte – offiziell wurden 23 Mario Vinzens: Kraftvoller Doppelstock

Grad minus angegeben – wurde der erste Wettkampf mit einem klassischen Rennen um die Hälfte auf 15 Kilometer gekürzt. Für den SVSE war unter anderen auch Mario Vinzens am Start. Auch Rybinsk war nicht mit grossen Schneemengen verwöhnt und so war nur eine mehrheitlich aus Kunstschnee gefertigte Loipe zu 2.5 Kilometer für den Wettkampf verfügbar. Die einheimischen Teilnehmer haben dem Rest der weiten Welt getrotzt und mit grossem zeitlichem Vorsprung die ersten sechs Ränge für sich belegt. Mario Vinzens klassierte sich als bester Schweizer Eisenbahner auf dem sehr guten zwölften Rang. Fünf Schweizer Athleten bestritten nach einem Ruhetag bei weiterhin sehr kalten 24 Grad minus den 15 km Freistil-Langlauf. Am Start waren insgesamt 46 Läufer. Lokführer Kurt Wyss klassierte sich im starken Teilnehmerfeld auf dem guten 28. Platz. Am letzten Wettkampftag wurde schliesslich zum Staffellauf über 4-mal 10 Kilometer gestartet. Das Resultat der ersten Staffel mit Mario Vinzens entschied darüber, ob das Schweizer Team auf den vierten oder fünften Schlussrang in der Nationenwertung kam. Der direkte Konkurrent Frankreich war schlussendlich mit der ersten Staffel um 35 Sekunden schneller im Ziel und verwies das SVSE-Team auf den 5. Schlussrang. In Anbetracht dessen, dass das Thermometer auch anlässlich der letzten Austragung noch immer ganze 20 Grad minus anzeigte, ist dieses Schlussresultat in der Nationenwertung eine sehr gute Leistung. Leider ohne Medaillen, dafür mit der Erinnerung an faire und frostige Wettkämpfe und einem wärmenden Schlussabend, wurde schliesslich die weite Heimreise in Angriff genommen. Weitere Berichte, Ranglisten und Bilder sind unter www. svse.ch abrufbar. Kurt Wyss: Kalt aber happy!

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Timeout auf Rädern Von Marc König

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Die Vision des Pan-American Highway war es, Nordund Südamerika mit einer durchgehenden Strasse zu verbinden. Eine Strasse von Alaska in Nordamerika bis nach Feuerland in Argentinien. Diese Strasse zu befahren ist schon lange ein Traum von mir und dieser begann Ende November 2009 nach über fünfjähriger Planung Realität zu werden. Die für diese Reise geeigneten Reisepartner fanden sich schnell. Ein langjähriger, reiseerfahrener Kollege, mit dem ich die Lehre zusammen absolviert habe und ein zuverlässiges, robustes Fahrzeug mit möglichst wenig Elektronik. Am 10. Dezember, bei Regen, liessen wir die Schweiz hinter uns und strebten Antwerpen, unser Zwischenziel an. Dort konnten wir unser Frachtschiff nach Buenos Aires besteigen. Mit der Warnweste der RhB fuhren wir ohne aufzufallen in den bewachten Hafen ein und erkundeten das Gelände. Hinter einigen Containern und Staplern aller Art tauchte das erste Mal unser Schiff auf. Die «Grande Buenos Aires», ein kombiniertes Container und Roll-on/Roll-off Schiff der Grimaldi Reederei, war für die nächsten 28 Tage unser Zuhause. Die Crew – halb indisch, halb italienisch – empfing uns zuerst skeptisch, dann nervös. Der Steward hatte unsere Kabine noch nicht hergerichtet – warum müssen diese Schweizer auch bereits um 10 Uhr morgens kommen! Unser Auto blieb für die Überfahrt auf Deck 6, wir konnten uns auf Deck 12 einrichten. Bereits um 11 Uhr war Essenszeit. 1. Gang: Antipasti, 2. Gang: Spaghetti Pesto, 3. Gang: Thunfischfilet … Dies ging die nächsten 27 Tage auch weiter so. Ubaldo, der sardische Koch versüsste unsere Ferien in Italien, äh pardon unsere Schifffahrt mit allerlei italienischen Spezialitäten vom selbst gemachten

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Brot oder Kuchen bis zu exquisiten 9 Gängen an Weihnachten oder Neujahr. Das Frachtschiff, mit Hauptzweck Gütertransport, legte zu diesem Zweck noch in Le Havre, Bilbao, Dakar, Banjul, Freetown, Vitoria, Rio de Janeiro, Santos und Zarate an, bis wir in Buenos Aires vom Schiff konnten. Überraschenderweise gingen die Zollformalitäten in einer halben Stunde und sehr unbürokratisch vonstatten. So konnten wir uns direkt ins Verkehrsgewühl von Buenos Aires stürzen. Nach einem, für argentinische Verhältnisse üblichen Stück Fleisch sowie einem Schlückchen dortigem Rotwein – der Produzent soll anscheinend der ehemalige Besitzer der Valserquellen sein – verbrachten wir die erste Nacht auf dem «neuen Kontinent» in einem bewachten Parkplatz an einer Hauptverkehrsstrasse mitten im Zentrum von Buenos Aires. Unser Weg führte uns nun auf der Ruta 3, mit einigen Zwischenstopps, 3400 Km Richtung Süden bis nach Ushuaia. Die südlichste Stadt der Welt wird vom Tourismus dominiert. So stiegen wir auf dem gut ausgerüsteten, örtlichen Campingplatz ab und machten einige Wanderungen. Der höchste, erstiegene Punkt liegt auf 1200 Meter. Die dort angetroffene Vegetation und das Klima erinnern uns an die Schweiz, nur an diesem Ort sieht es ab etwa 3000 Meter so aus. Nach unserem siebentägigen Aufenthalt in Ushuaia begann die eigentliche Reise. Nordwärts auf der Panamericana … noch geschätzte 50 000 Kilometer! www.panamericanatour.ch


Kundenfreundliche Rhätische Bahn Leserbrief

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Mit unseren Freunden aus Neuseeland reisten wir am Sonntag, den 20. Dezember 2009 mit der Rhätischen Bahn auf der Albula- und der Berninastrecke ins Val Poschiavo. Bei unserer letzten Reise nach Poschiavo vor einem Jahr hatten wir aus Fahrplangründen auf die Besichtigung des Kreisviaduktes bei Brusio verzichten müssen. Dies wollten wir heute nachholen.

Wir haben dem Zugbegleiter des Bernina Express, Gion Camathias, unser Problem erläutert. Dieser erklärte sich spontan bereit, für uns einen ausserplanmässigen Kurzstop im Bahnhof von Campascio einzulegen. Sein Kollege, Willy Dorsa, hat uns dann auch sehr zuvorkommend um etwa 13:15 Uhr im Bahnhof von Campascio aussteigen lassen.

Erwartungsvoll bestiegen wir den Regio Express in Chur (Chur ab 08:58). Unser Plan war es, um 10:49 in Samedan den Zug zu erreichen, mit dem wir nach der Überfahrt des Viaduktes im Bahnhof Campascio um 12:55 aussteigen konnten. Wir wollten den Viadukt dann zu Fuss besichtigen und anschliessend ab Brusio um 14:10 wieder die Rückfahrt antreten.

Damit waren wir wieder fast im Plan und unsere Freunde aus Neuseeland freuten sich sehr. Für sie war nicht nur die Befahrung und Besichtigung des Viadukts in Erfüllung gegangen; sie freuten sich mit uns nicht minder über die grossartige Kundenfreudlichkeit der Mitarbeitenden der Rhätischen Bahn.

Im Bahnhof Tiefencastel dauerte der Halt ungewöhnlich lange. Die Zugbegleiterin erklärte uns, dass es Probleme mit der Heizung der letzten Wagons gäbe und wir in Filisur auf den Bernina Express, der uns folgte, umsteigen können. Wir sind dann in Filisur in den Bernina Express umgestiegen. Trotzdem hatten wir aber den geplanten und für uns wichtigen Anschluss in Samedan verpasst.

Mit einem herzliches Dankeschön und Gratulation an die Rhätische Bahn und ganz besonders an die beiden Zugbegleiter. Familien Decasper aus Wädenswil (Schweiz) und Cooksley aus Palmerston North (Neuseeland).

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Pensioniertenfeier 2010 Von Sandra Beeli

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Am 25. Januar 2010 fand ein festlicher Anlass für unsere Mitarbeitenden, die im Jahr 2009 pensioniert worden sind, statt. In Pontresina wurden sie von unserer RhB-Musik am Bahnhof musikalisch willkommen geheissen. Herzlichen Dank für diesen stimmungsvollen Empfang. Anschliessend gewährte Erwin Rutishauser im Hotel Walther in Pontresina einen kleinen Einblick in die Zukunft und bedankte sich zusammen mit seinem Führungsteam bei den ehemaligen Mitarbeitenden mit einem Präsent. Nach einem feinen Apéro mit nochmaliger musikalischer Untermalung durch die RhB-Musik ging die Reise weiter nach Alp Grüm. Dort genossen alle das Zusammensein

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bei einem guten Mittagessen und mit einem spannenden Vortrag zum Thema «Schnee und Eis» durch Frau Rothenbühler, Academia Engiadina. Kurz vor 16.00 Uhr traten dann fast alle die Heimreise mit dem Bernina Express Richtung Nordgraubünden an. Die Kollegen aus dem Süden konnten den Tag noch bei Primo Semadeni, im Ristorante Alp Grüm, ausklingen lassen. Wir wünschen allen Pensionierten beste Gesundheit und viele frohe Stunden im neuen Lebensabschnitt.


Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Teilgenommen haben: Hans Peter Pitschi, Disponent, Chur; Arthur Hagger, Leiter Dienstbereich, Chur; Leo Kienast, Verwaltungsangestellter, Chur; Luzi Parpan, Gleismonteur, Thusis; Luzi Cavelti, Spezialhandwerker, Landquart; Anton Hidber, Spezialhandwerker, Landquart; Inge Guler-Schneebacher, Kassiererin, Selfranga; Paul Prevost, Zugführer, Samedan; Andreas Arpagaus, Betriebsangestellter; Disentis/M.; Conrad Buol, Betriebsangestellter, Davos Platz; Reto Crameri, Betriebsdisponent, Surava; Rolando Crameri, Lokführer, Poschiavo; Franco Rinaldi, Betriebsangestellter, Campocologno; Walter Tscharner, Mitarbeiter Kundendienst, Arosa. Geschäftsleitung vertreten durch: Erwin Rutishauser, Silvio Briccola, Thomas Baumgartner und Daniel Grünenfelder. HR/Stab: Rico Wenk, Sonja Lubini, Denise Frei Lehmann, Urs Brunett, Sandra Beeli, Claudia Scaramella Nicht teilnehmen konnten: Peter Bolliger, Leiter Dienstbereich, Samedan; Andreas Christ, Lokführer, Landquart; Werner Perl, Fahrdienstleiter Fernsteuerung, Samedan; Robert Fässler, Fachmeister, Samedan.

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Personalchronik vom 2. Dezember 2009 bis 1. März 2010

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

Eintritte

Marc Berther als Lokführer-Anwärter, Landquart Franz Burtscher als Immobilienbewirtschafter, Chur Michael Cabanlit als Fachspezialist, Landquart Giovanni Ferrari als Gleismonteur, Pontresina Alexander Florineth als Lokführer-Anwärter, Landquart Mathias Hurni als Lokführer-Anwärter, Landquart Pirmin Kobelt als Leiter Personalrestaurant, Landquart Samuel Lauener als Lokführer-Anwärter, Landquart Marlies Levy-Venzin als Aushilfe Kundenbefragung FQ, Disentis/Muster Elisabeth Moor Langenegger als Aushilfe Kundenbefragung FQ, Davos Platz Ruedi Philipp als Fachspezialist, Landquart Luca Raselli als Lokführer, Samedan Reto Sandmeyer als Lokführer-Anwärter, Landquart Nicolas Schlegel als Fachspezialist, Landquart Nadia Steier als Köchin, Landquart Samuel Tschudi als Lokführer-Anwärter, Landquart Marco Vils als Fachspezialist, Landquart Thomas Weibel als Lokführer-Anwärter, Landquart Claudia Winzer-Brunner als Kassiererin, Selfranga Stefan Zbinden als Lokführer-Anwärter, Landquart

HERZLICH WILLKOMMEN! Austritte

Andreas Arpagaus Benedikt Arquint David Benz Sabina Bischof Fabian Bregenzer Agathe Caduff Jeanine Flückiger Tobias Gotsch Ursina Lareida-Gringer Herbert Luchsinger Daniel Rostetter Rolf Schmid Roman Werro

Betriebsangestellter, Disentis/M. Leiter Fachbereich, Landquart Lokführer Rangierdienst, Landquart Fahrdienstleiterin, Landquart Betriebsangestellter, Thusis Köchin, Landquart Disponentin Netzplanung, Landquart Betriebsangestellter, St. Moritz Zugbegleiterin, Samedan Betriebsangestellter, Reichenau-T. Kunden- und Reiseberater, Chur Lokführer, Chur Zugbegleiter, Samedan

ALLES GUTE FÜR DIE ZUKUNFT! Pensionierungen

Emil Cathomen, Zugführer, Chur Leo Kienast, Verwaltungsangestellter, Chur

ALLES GUTE IM RUHESTAND! Beförderungen

Ursin Casanova Pero Dukic Andrea Pfiffner Jakob Salutt

Fahrdienstleiter, Landquart (Nachtrag / 01.11.09) Vorarbeiter Rangierdienst, Samedan Leiterin Zugpersonal Nord, Chur Leiter Zugpersonal Nord, Chur

HERZLICHE GRATULATION! Dienstjubiläen 50

25 Dienstjahre Vincenzo Ferrari, Gleismonteur, Samedan Markus Näf, Spezialhandwerker, Landquart


RhB in-team

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 1 / 2010

26.01.2010 06.02.2010

11.11.2009 16.11.2009 02.12.2009 30.12.2009 30.01.2010 17.02.2010

Vitor Domingos Ferreira Loureiro, Wagenreiniger, St. Moritz, mit Susana Maria Ferreira Loureiro-De Jesus Alves René Vogel, Mitarbeiter Controlling, Chur, mit Vera Altstätter

Josua, des Franclin Jose Oliveira Araujo, Wagenreiniger, Landquart Quirin Nico, der Brigitte Flück Simeon, Sachbearbeiterin, Chur Mia, der Ursina Triet, Zugbegleiterin, Chur, und des René Bärtsch, Sachbearbeiter Support, Landquart Fabian, des Armin Portmann, Lokführer, Scuol Dijard, des Qani Musliji, Gruppenleiter Stellvertreter, Landquart Fabio André, des Jose Manuel Nobrega, Kurzaufenthalter, Chur

NEUERSCHEINUNG ! Ausser Dienst Andreas Donatsch Mit «Ausser Dienst» schrieb Andreas Donatsch ein amüsantes Geschichtenbüchlein. Er nimmt die Leserinnnen und Leser auf seine erlebnisreichen RhB-Lokifahrten durch unseren Kanton mit. Wer nicht in seine «Lokomotive» einsteigt, wird spannende Stunden und ein Stück Zeitgeschichte verpassen. 72 Seiten, Klebebindung Verlag Bezirks-Amtsblatt, 7302 Landquart ISBN 978-3-033-02086-3 Bestellungen: Druckerei Landquart VBA 7302 Landquart, Telefon 081 300 03 60 oder info@druckereilandquart.ch

st n e i D r e s s Au onatsch

Andreas D

otivführer als Lokom itz Erlebnisse hn tischen Ba sis – St. Mor bei der Rhä CO-Teilstrecke Thu ES mit der UN

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InfoRetica 1/2010  

Mitarbeiterzeitschrift der Rhätischen Bahn

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