Page 1

Ausgabe #02


Die Kombination von zwei unterschiedlichen Teilen zu einem Ganzen, in dem die zusammengebrachten Elemente auch eigene Lösungen darstellen, zeigt ihre Besonderheit vor allem durch die Verschmelzung und die sich daraus entwickelnden neuen Eigenschaften. Eine überaus faszinierende Form dieses Dualismus ist der Hybrid Mensch-Maschine. Im Verhältnis von Mensch und Maschine ist allerdings nicht klar, wer oder was herstellt und wer oder was hergestellt ist. Es ist unklar, was der Geist und was der Körper von Maschinen ist, die sich in Kodierungspraktiken auflösen. So verhält es sich auch mit den Fotoarbeiten der über vier Jahre entstandenen Hybrid-KulturDokumentation von Klaus Thymann. Für RFLKT hat er vor allem Arbeiten mit außergewöhnlichen, manchmal auch merkwürdig anmutenden Individuen in unterschiedlichen Posen zusammengestellt. Thymann beschreibt recht deutlich, wo sich Mischformen unterschiedlicher Felder entwickeln können, lässt den Betrachter aber im Unklaren darüber, wer oder was den Ton angibt und wer oder was bestimmt wird. Unklarheit besteht auch hinsichtlich der Begründung für die Entstehung der dokumentierten hybriden Kulturformen. Die Betrachtung der Arbeiten über Bike Kill, Burning Man, Gay Rodeo, Holy Land, Ocean Dome, Snow Polo und Underwater Striptease offenbart, dass die Welt, in der wir leben, eine faszinierend intrigante Herausforderung dieser Dualismen darstellen muss. Die Beschleunigung der Lebensumstände, die stetig wachsenden Leistungsanforderungen, die zunehmende Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse, der immer schneller werdende Konsum sowie der moralische und normative Einfluss einer globalen, ökonomischen Elite auf die gesamte Gesellschaft führen dazu, dass Menschen sich schon allein aus Zeitgründen, vor allem aber aus Gründen des Rückzugs, in Milieus begeben, die ein spezielles Gefühl, ein Gefühl von Individualität, ein Gefühl der Abgrenzung vom Mainstream vermitteln.


Ich bin wirklich

scheiSS im Zeichnen, Malen,

Tanzen und so ziemli Kunstformen. Klaus Thymann

Der Fotograf und Filmemacher Klaus Thymann ist unbestritten ein kreativer Geist. Seine Arbeiten sind von durchgängig hohem Niveau. Dies belegen nicht nur diverse Auszeichnungen in seiner bisherigen Laufbahn (er war z.B. der bis heute jüngste Gewinner der Scandinavian Kodak Gold Awards). Auch die Referenzliste des gebürtigen Kopenhageners weist eine Reihe bekannter Namen auf. Sie führt Arbeiten für Musiker wie Depeche Mode, Coldplay, Green Day, David Bowie, Linkin Park und The Kills oder für Magazine wie i-D, The Fader, Details, POP, Wired und V Magazine auf. Klaus Thymann ist zudem für weltweite Werbekampagnen (z.B. für Marken wie Nike, Levi’s, BMW oder Nokia) und diverse NGOs (z.B. Red Cross, London Cycling Campaign oder The Homeless World Cup) tätig. Neben zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen an renommierten Häusern wie dem Institute of Contemporary Art London, dem Museum Centro Arti Visive Pescheria oder der Paul Smith’s Space Gallery Tokyo veröffentlichte Klaus Thymann 2007 auch ein erstes Buch mit Fotoarbeiten.


e Singen,

ich allen


Klaus, deine Arbeit ist vielseitig. Du bewegst dich auf unterschiedlichen Feldern, was ja geradezu direkt dazu verleitet, gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und eine Frage zum Oberthema dieser Ausgabe zu stellen: Was interessiert dich an der Thematik Hybrid bzw. ist dein Werk grundsätzlich als ein hybrides zu verstehen? Ich habe mich schon immer für das Sonderbare interessiert und war offen gegenüber neuen Ideen und Konzepten. Schon lange, bevor ich mit dem HYBRIDS-Projekt anfing, habe ich mich mit kulturellen Mischformen auseinandergesetzt und in diesem Bereich recherchiert. Das HYBRIDS-Projekt war für mich eine Art kulturelle Untersuchung, der ich ganz offen begegnen musste. Das Thema Toleranz ist tief eingebettet in diese Exzentriksammlung, der ich ohne Vorurteile begegnen wollte (oder es zumindest versuchen wollte). Diese Reise war für mich als Künstler interessant; mir ist es wichtig, all die unterschiedlichen Kulturen zu mischen und in einem Projekt zusammenzuführen. Mich interessiert die Idee, zwei unterschiedliche Elemente zu etwas Neuem zusammenzusetzen. Die Widersprüche und Gegensätze schaffen ein interessantes Feld und werfen Fragen zu soziologischen Verbindungen auf. Es ist interessant, von außen zu beobachten, wie sie sich vermischen oder eben nicht. Und schon allein die Auseinandersetzung damit ist ein Akt des Akzeptierens der verschiedenen Kulturen. Du kommst aus Kopenhagen, lebst in London und warst gerade in New York unterwegs, als wir dich gefragt haben, ob du etwas für RFLKT machen würdest. Ich glaube, dass regelmäßige

Wechsel in der Umgebung und von Abläufen dazu führen, Reizpunkte zu setzen, die für einen kreativen Prozess enorm wichtig sein können. Sind Ortswechsel eine Art von Brüchen, die für deine Arbeit notwendig werden (im Sinne von Inspiration) oder schlicht den Anforderungen an die Projekte geschuldet? Reisen und Bewegen ist nicht zwangsläufig das Gleiche. Bewegung kann auch nichtphysisch sein und Reisen ein Katalysator für Bewegung. Ich komme ganz schön viel rum, das ist eine Inspirationsquelle. Oft führt Reisen bei mir zu einem Kontrollverlust. Während man arbeitet, gibt es gibt so viel Unkontrollierbares und noch viel mehr, wenn man mit seiner Arbeit auf Reisen ist. Man muss es einfach akzeptieren, um damit klarzukommen. Das hat mir einen fragmentierten Standpunkt gegeben, ich betrachte die Dinge von verschiedenen Seiten. Ich akzeptiere Ansichten, stimme aber nicht unbedingt mit ihnen überein. Ich sehe Dinge und sauge auf. Dennoch denke ich, Dinge aus mehreren Winkeln zu sehen, ermöglicht es mir gleichzeitig, einen scharfen Fokus zu haben. Ich bin eher von Kopenhagen weg als nach London gezogen. Ich habe auch eine ganze Weile in New York gelebt. Kopenhagen ist in manchen Dingen großartig, hatte aber keine internationale Perspektive, als ich dort lebte. Woher nimmst du deine Inspiration? Was inspiriert dich? Diese Frage wird in jedem Interview gestellt, und ich habe wirklich viel darüber nachgedacht, um vielleicht auch mal etwas Schlaues darauf zu antworten. Es lässt sich für mich auf zwei Punkte herunterbrechen: was ich mag und was ich untersuchen will.


Die meisten meiner Ideen entstehen aus und drehen sich um die Geschichte, die ich erzählen möchte – im Gegensatz zu der Möglichkeit, mit einer visuellen Idee zu starten. Meine Inspiration ist Neugier, und neben meiner technischen Grundlage kommen noch wissenschaftliche oder soziologische Einflüsse hinzu. Es gibt zwei Zugänge zu meiner Arbeit. Viele meiner Arbeiten bestehen aus Elementen, die nur durch eine Linse existieren. Diese Projekte erforschen Landschaften, die in der Kamera geschaffen werden (Film oder Foto). Es sind eher visuell angetriebene Arbeiten. Meine Inspiration dafür kommt meist aus meinen visuellen Experimenten. Der zweite Zugang, bei dem es darum geht, die Realität zu kuratieren, hat eine einfachere Bildsprache, und hier ist die treibende Kraft, soziale und umweltbezogene Themen zu erforschen und/oder zu dokumentieren. HYBRIDS ist dafür ein gutes Beispiel. Bei diesen Werken ist das Geschichtenerzählen der Schlüssel, was oft sämtliche visuellen Entscheidungen ausblendet. Das Gleiche gilt für Project Pressure (www.project-pressure.org). Ich denke, meine Arbeit mit Mode ist eine Mischung aus beidem. Mode erlaubt einem Fotografen zu experimentieren und neue Praktiken auszuprobieren. Meine Inspiration für meine Modearbeit ist sehr vielfältig. Ich tendiere dazu, all meine Arbeit mit dem Aspekt des Geschichtenerzählens zu beginnen. Ich denke, das ist die Hauptinspiration für meine Arbeit. Ist es eigentlich ein aufrichtiger Antrieb, immer etwas Neues, noch nicht Dagewesenes zu erschaffen? Glaubst du daran, dass es möglich ist, immer wieder etwas vollkommen Neues zu erschaffen oder gab es alles irgendwie schon einmal?

Dafür muss man „neu“ zuerst definieren. Wenn man visuelle Kunst weit genug herunterbricht, kommt man zu einigen Kernthemen – Landschaft, Akt, abstrakte Kunst zum Beispiel. Wie dann eigene Ideen und visuelle Konzepte mit diesen Kernthemen zusammengeführt werden – das ist es, was etwas Neues kreiert. Um jedoch die Frage zu beantworten: Ja, ich versuche, etwas völlig Neues zu erschaffen. Es muss neu sein, um mich überhaupt zu interessieren, und meine Neugier muss geweckt werden. Es sind nicht die einzelnen Buchstaben, die ein Buch ausmachen, es sind die Worte, die Sätze und so weiter. Das Gleiche gilt für visuelle Kunstformen. Mir geht es darum, Arbeiten zu erschaffen, die stimulieren und Fragen aufwerfen. Wenn die Fragen in einem neuen Kontext aufgeworfen werden, kann das sehr interessant sein. Dein künstlerischer (Ausdrucks-)Schwerpunkt ist die Fotografie. Wie bist du dazu gekommen? Ich bin wirklich scheiße im Zeichnen, Malen, Singen, Tanzen und so ziemlich allen Kunstformen. Ich kann ganz gut schreiben (glaube ich), aber am Anfang habe ich viele Kunstformen ausprobiert, und Fotografie hat mich dann gepackt. Wichtig für meine Entwicklung war der Wille, Risiken einzugehen und neue Ideen und Techniken auszuprobieren. In meinen frühen Jahren bin ich mit vielen Experimenten gescheitert – und das tue ich auch heute noch. Fotografie ist ein Medium, das diesbezüglich relativ nachsichtig ist, weil man nicht Jahre braucht, um neue Arbeiten zu produzieren. Es ist ein gutes Medium, um zu experimentieren.


Deine Fotografien für die zweite Ausgabe von RFLKT sind über einen Zeitraum von vier Jahren entstanden. Es handelt sich um eine Dokumentation von vielleicht etwas merkwürdig anmutenden Mischformen wie Snow Polo, Bike Kill, Underwater Striptease oder Burning Man. Was hat dich daran interessiert? Alle Menschen und Orte, die für HYBRIDS fotografiert wurden, waren auf die eine oder andere Weise faszinierend, zumindest für mich. Ich mochte die Idee, weniger bekannte Kulturen zusammen- und nebeneinander zu stellen, um aus der Kombination dieser Hybriden wiederum einen neuen Hybrid zu schaffen. Was den Rechercheprozess angeht, bin ich viel gereist, habe mit vielen Leuten gesprochen und auf diese Weise vieles entdeckt. Und manchmal habe ich einfach nur gedacht: „Ob es so was wohl gibt?“ Und manche Sachen gab es wirklich. Dann ging’s los zum Fotografieren. Wie entstehen eigentlich deine Arbeiten? Was für eine Ausrüstung benötigst du dafür? Für dieses Projekt brauchte ich nicht viel. Ich habe einige Hasselblad Kameras, die ich sehr gerne benutze. Die Bilder, in denen viel passiert, habe ich mit einer Leica gemacht, mit der ich schneller fotografieren kann. Generell muss bei mir die technische Seite immer dem Geschichtenerzählen folgen, Licht oder technischer Aufbau werden also von der Geschichte bestimmt und nicht umgekehrt. Wie arbeitest du? Wie kann man sich ein Fotoshooting mit Klaus Thymann vorstellen? Es ist wahrscheinlich besser, jemanden zu

fragen, der mal mit mir gearbeitet hat. Ich glaube, David Palmer, der das HYBRIDSBuch gestaltet hat, sollte das beantworten. Er ist der Mann, von dem das großartige Cover stammt und mit dem ich auch schon bei anderen Projekten zusammengearbeitet, unter anderem bei großen Aufträgen für Nike und Umbro. David Palmer: Es macht sehr viel Spaß, mit Klaus auf einem Shooting zu sein. Er hat eine absolut sichere Hand. Aus Agentursicht kann man sich also entspannen und es einfach genießen, wie Klaus mit seiner Hasselblad umgeht, die Stirn runzelt und sich über den Bart streicht. Wenn du jemanden willst, der mit Licht „malt“, ist er dein Mann, und ich glaube, das ist der Grund dafür, dass bei den Shootings, die ich mit ihm erlebt habe, eine wirkliche Intensität und Energie herrschte. Man muss sehr gut auf die flüchtige Natur des Lichts reagieren können. Darüber hinaus gab es sehr viele lustige Momente. Das HYBRIDS-Buch war ein ganz anderer Prozess, da Klaus hier mein Kunde war, zum Glück war er ein guter Kunde und es gab keinen Streit. Für ihn sehr untypisch, hat er sich aus der Festlegung der Reihenfolge der Fotos ziemlich herausgehalten, so konnte ich das visuelle Tempo des Buchs bestimmen, wie es mir passend erschien. Man muss ihm zugutehalten, dass er dazu fähig war. Denn, wenn jemand ein Werk zum ersten Mal sieht, hat er meist viel zu sagen. Man kann sehr schnell eine Reihenfolge finden, ohne sich um Chronologie oder Geografie usw. Gedanken machen zu müssen. Für die DesignNerds da draußen hat jedes Kapitel sein eigenes Grid System, das es ermöglichte, hinsichtlich der Wirkung die „Lautstärke“ hoch und runter zu drehen.


Beim Cover wollte ich nicht eine einzelne Fotografie als Leitbild auswählen, gleichzeitig brauchte ich jedoch etwas, das die HYBRIDSIdee beschreibt: Kulturen, die zusammengeführt werden, um neue Formen zu erzeugen. Also nahm ich die einzelnen Fotos in der Reihenfolge, wie sie im Buch auftauchen, stellte sie in Photoshop nebeneinander und quetschte sie zusammen, was ein sehr eindrucksvolles Cover wurde. Ich war sehr nervös, als ich es Klaus zeigte. Viele Fotografen wären durchgedreht, weil mit ihren Fotografien so brutal umgegangen wurde. Aber nein, wir blieben Freunde und das Buch wurde gedruckt. Klaus, man nimmt dich tendenziell eher über dein fotografisches Werk wahr. Du bist aber auch Filmemacher. Welche Art von Filmen machst du? Ich habe eine Menge Werbespots gedreht, aber seit Kurzem hat sich mein Fokus auf eher kunstbasierte Formate verlagert: Kurzfilme, Installationen etc. Was reizt dich am Filmemachen? Es ist viel einfacher, im Film eine Geschichte zu erzählen als mit einem Bild. Man hat viel mehr Werkzeuge zur Verfügung, es ist ein Luxus, mit Bewegtbild zu arbeiten. Außerdem ist es ein viel strukturierteres Arbeiten, bei dem idealerweise das Skript fertig ist, bevor man anfängt zu drehen. In dieser Hinsicht kann man weniger Bewegungsspielraum haben. Die Herausforderung besteht darin, dass sich beim Film die Geschichte weiterentwickeln und die Aufmerksamkeit des Zuschauers aufrechterhalten werden muss – das Konzept muss das ermöglichen.

Welche Filme schaut Klaus Thymann? Drama, Action, Dokumentationen, alles Mögliche. Starke Emotionen können sich gut in Spielfilmen entwickeln, das ist bei einem Bild nicht wirklich möglich, deshalb ist es faszinierend. Welche Einflüsse auf deine Arbeit sind prägend und wichtig? Die Begrenzungen und Einschränkungen – welcher Art auch immer – beeinflussen meine Arbeit am meisten. Geldmittel, Ressourcen, Zeit etc. sind Einflüsse. Gleichzeitig kann ich all das sehr gut ignorieren und weitermachen, bis ich mit dem Ergebnis glücklich bin. Ich lese viel, allerdings hauptsächlich NonFiction, auch das beeinflusst meine Ideen. Bist du familiär „vorbelastet“ hinsichtlich deiner Kunst? Nicht wirklich. Meine Eltern waren Wissenschaftler, beide mittlerweile im Ruhestand. Mein Vater war Tierarzt, er konnte also sehr gut Röntgenbilder anschauen, und meine Mutter war forensische Wissenschaftlerin. Sie hat viel im Zusammenhang mit DNSSequenzierung geforscht. Sie war schon immer kunstinteressiert und hat mich bei all meinen verrückten Ideen und Kursen, die ich machen wollte, unterstützt. Du bist der Enkel von Poul Thymann, dem dänischen Olympiateilnehmer. Hast du noch Erinnerungen an deinen Großvater? Ich habe ihn nie kennengelernt, er starb ein Jahr, bevor ich geboren wurde. 1912 gewann er die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Stockholm, was ziemlich cool ist.


Es war damals noch anders: Meine Großmutter hat mir erzählt, dass er auf der Reise dorthin in der Gepäckablage geschlafen hat, weil sie sich keinen Schlafplatz leisten konnten. Wie nimmst du, ganz allgemein, deine eigene Arbeit wahr? Meistens liegt mein Fokus auf dem, was kommt. Es liegt in der Natur der Sache, dass ich mir meine Arbeit immer retrospektiv anschaue. Das Schöne daran ist, dass die Zeit Klarheit bringt und hilft, die eigene Arbeit zu bewerten. Ist es dir per se wichtig, wie deine Arbeit bewertet wird? Ich denke schon. Unterschiedliche Arbeiten stimulieren unterschiedliche Leute, und ich weiß, dass es nicht möglich ist, von allen geschätzt zu werden – das ist auch nicht mein Ziel. Die Meinung von Menschen, die ich respektiere, ist mir wichtig, die der anderen spielt keine wirkliche Rolle. Aber ein wichtiger Teil ist die Beurteilung meiner Arbeit von sachkundigen Leuten. Dieser Bewertungsprozess ist für mich eine treibende Kraft, meine Arbeit besser zu verstehen. Ich teile meine Arbeiten gerne mit anderen, weil Feedback etwas sehr Lohnendes ist, mich weiterbringen kann und mir zu neuen Perspektiven verhilft. Würdest du der Aussage zustimmen: Kunst ist Privatsache, Architektur und Werbung nicht? Ich denke, Architektur und Werbung sind Auftragsarbeiten und Kunst nicht, wobei es

natürlich auch viel Kunst gibt, die in Auftrag gegeben wird. Kunst muss keine Funktionalität erfüllen, und das kann großartig sein, weil du sie um ihrer selbst willen machst und für nichts anderes. Du hast auch mal ein eigenes Magazin gehabt? Es war nicht nur mein Magazin. Ich habe es zusammen mit Freunden in Dänemark angefangen. Ich liebe Magazine, und es hat mir wirklich Spaß gemacht, Ideen dafür zu entwickeln. Am Ende lief es darauf hinaus, dass ich zu viel Administration gemacht habe, und da habe ich mich entschieden, meine Energie auf ein Projekt zu konzentrieren, das mir kreativ mehr bringt und so habe ich mit HYBRIDS angefangen. Ich bin jedoch sehr froh, dass ich zu dieser Publikation beitragen durfte. Was dürfen wir in den kommenden Monaten von dir erwarten? Ich nehme an einer großen Ausstellung in Rom im Juni teil. Ich habe einige Arbeiten gemacht, bei denen ich beugungsbegrenzte Laser benutzt habe, um abstrakte Bilder und AktPorträts zu erzeugen. Und ich verbringe viel Zeit mit Project Pressure. Das ist ein sehr wichtiges Projekt für mich, und es ist ein Langzeitprojekt. Ich denke, es wird 2014 fertig sein. Klaus, ist die Kunstwelt ein Hort von Hybris und Übertreibung? Darüber werde ich kein Urteil fällen. Ich hoffe jedoch, dass andere dazu eine Meinung haben werden.


RFKLT Magazin André Habermann Rottalstraße 13 D-81673 München E-Mail Redaktion: hello@rflkt.net RFLKT online: www.rflkt.net Herausgeber André Habermann (andre@rflkt.net) Thomas Günther (thomas@rflkt.net) Christoph Noe (christoph@rflkt.net) Lektorat Friederike Sinning Konrad Hans Lehnert

Konzept André Habermann (andre@rflkt.net) Thomas Günther (thomas@rflkt.net) Fotos Klaus Thymann (www.thymann.com) Art Direktion André Habermann (andre@rflkt.net) Christoph Noe (christoph@rflkt.net) Text Thomas Günther (thomas@rflkt.net) Interview Klaus Thymann David Palmer Thomas Günther Friederike Sinning Auflage 50 Druck kemna druck kamen Gutenbergstraße 6-8 D-59174 Kamen RFLKT wird unterstützt von: webguerillas GmbH, München Abdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion!


RFLKT 02  

Ausgabe 02

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you