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Rettungshunde im Einsatz

Rettungshunde Niederösterreich Rückblick auf das Jahr 2012 Newsletter 01/2013

» 2012 war das arbeitsintensivste Jahr für die Rettungshunde Niederösterreich • Fertigstellung des neuen Ausbildungszen­ trums für Rettungs­ und Therapiehunde • Einsatzrekord für die Rettungshunde • Intensive Ausbildung für neue Therapie­ hundeteams • unzählige Stunden für unsere Therapie­ und Schulhunde • Start mit Hundekursen in unserem neuen Ausbildungszentrum

"Es war ein Jahr geprägt von vielen Arbeitsstunden unserer ehrenamtlichen Hundeführer", so Anton Endsdorfer, Obmann der Rettungshunde Nieder­ österreich. Neben der Abwicklung von 70 Sucheinsätzen, unzähligen Therapieein­ sätzen und dem Trainingsalltag, stand auch die Fertigstellung des Rettungs­ und Therapiehundezentrums täglich auf dem Programm. Als Höhepunkt, dieser intensiven Zeit, konnte im Juni das Ausbildungszentrum offiziell durch Vertreter des Landes Niederösterreich übergeben und für den Betrieb eröffnet werden. Unsere Hundeführer und Helfer aus den Bereichen der Rettungs­ und Therapie­ hundearbeit leisteten wieder vorbildliche Arbeit. Unsere Teams standen 365 Tage im Jahr, 24 Stunden täglich, kostenlos bereit. Dabei arbeiteten wir sehr eng mit Feuerwehr, Polizei und anderen Rettungseinheiten zu­ sammen. Alarmierung durch Privatpersonen oder Behörden. Der direkte Kontakt: 0664­8440100 oder 0664­8440101.

ZAHLEN & FAKTEN • 70 Sucheinsätze • 78 Trainingstage • 32 Öffentlichkeitsauftritte • Internationale Trainingstage mit Kollegen anderer Rettungshundeeinheiten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich • zahlreiche Einsatzübungen mit Feuerweh­ ren, Polizei und Rettungsdiensteinheiten

» Eröffnung des Ausbildungszentrums für Rettungs­ und Therapiehunde Am 02.06.2012 wurde das neue Aus­ bildungszentrum der Rettungshunde Niederösterreich durch LH­Stv. Mag. Wolfgang Sobotka feierlich eröffnet. Nach dem feierlichen Festakt konnten dem zahlreich erschienenen Publikum die eindrucksvollen Leistungen unserer Hunde zur Schau gestellt werden. Im Zuge einer Präsentation wurde sowohl die Arbeit der Rettungs­ als auch Schulhunde vorgeführt. Ein Schulhund ist ein ausgebildeter Therapiehund, welcher in eine Klassen­ gemeinschaft integriert wird. Dieser Hund kann aktiv zur Lernmotivation oder passiv als Ruhepol in der Klasse eingesetzt werden. In intensiven Fachgesprächen hatten wir die Möglichkeit unsere Arbeit im Sucheinsatz zu beschreiben. Besonders die Suche mit unseren Mantrailern stieß auf großes Interesse. In diesem Bereich können wir auf langjährige Erfahrung zurückblicken. Das neue Zentrum bietet uns optimale Vorraussetzungen für Therapie­ und Ret­


Feuerwehrübung Etzmannsdorf

Fortbildung für das Rote Kreuz

tungshundearbeit. Im Speziellen aber auch für Hundeausbildung, wie Welpen­, Junghunde­ oder Unterordnungskurse. Verschiedene Workshops und Seminare stehen ebenfalls auf dem Programm.

Das Rettungs­ und Therapiehundezentrum bietet auf 3000m2 Grundfläche ein ergiebiges Aus­ bildungsgelände, einen großzügigen Bürobereich mit Seminarkomplex, sowie eine Halle für Indoor­ trainings und Lagerungszwecke. Dank großzügiger Unterstützung durch unsere Sponsoren konnte das Projekt realisiert werden, mit dem nicht nur für unsere Rettungshunde, bzw. Therapiehunde der nötige Platz geschaffen wurde, sondern auch für allgemeine Hundeausbildung und alle Fragen rund um den Hund. » Rettungshunde­Einsätze am laufenden Band Im Jahr 2012 wurden wir 70 mal zur Hilfe gerufen. Diese hohe Anzahl von Einsätzen spiegelt die gute Ausbildung und die Einsatzbereitschaft unserer Rettungshundeteams wieder. Diese werden von Jahr zu Jahr immer öfter angefordert. Haben wir im Jahr 2005 mit 9 Einsätzen begonnen, liegen wir heute schon bei 70 Anforderungen, wodurch wir in Niederösterreich und Wien zur führenden Organisation heranreiften. Auf Grund dieser Tendenz konnten wir wertvolle Erfahrungen sam­ meln (seit 2005 mittlerweile 341 Einsätze), die wir aktiv bei unseren Einsätzen umzusetzen gelernt haben. Wir sind mit unserer einsatzorientierten und professionellen Ausbildung auf dem richtigen Weg, um Menschen in Not zu helfen. Falls Sie jemals in die Situation kommen sollten, dann können Sie jederzeit unentgeltlich auf unsere Erfahrung zurückgreifen und unsere Rettungs­ hunde alarmieren.

Gesundheitstag Innermanzing

Gesundheitstag Innermanzing

» Ainuk wurde zu knapp 200 Einsätzen gerufen 04. November 2012: Der Tag ist gekommen, an dem Ainuk von dieser Welt gehen musste. Und das viel zu früh, im Alter von 9 Jahren. Ainuk, ein so genannter Mantrailer der Rettungshunde Nieder­ österreich. Sie war ein Mantrailer der ersten Stunde, einer, der überhaupt ersten, welche in Österreich für die Verfolgung einer menschlichen Spur ausgebildet wurde. Ihre Ausbildung hat sie bei den Rettungshunden Niederösterreich absolviert. Jahr für Jahr konnte Sie Erfahrung bei internationalen Trainings sammeln. Zu knapp 200 Mantrailer­Einsätzen wurde sie gerufen. Mit dieser hohen Anzahl liegt sie weit voraus, weit vor allen anderen Rettungshunden anderer Organsisationen. Sie war stets einsatz­ bereit, um Personen in Notlagen zu helfen. Sie verfolgte Spuren von vermissten Personen, von Kindern, die nicht mehr nach Hause kamen, von älteren Menschen, welche nicht mehr heimgekehrt sind. „Wenn wir Hilfe bei der Suche nach einem vermissten Menschen benötigten, dann konnten wir uns auf Ainuk mit ihrer Hundeführerin Birgit Richter verlassen. Sie hat uns stets den richtigen Weg gezeigt, und damit zum Auffinden vermisster Personen viel beigetragen“, berichtet Karin Kuhn, Ausbildnerin der Rettungshunde Niederösterreich. „Wir haben mit Ainuk als eine der ersten Hunde im Bereich Mantrailing begonnen. Die ersten Schritte waren sehr schwierig, da es in Österreich noch keine Erfahrung in diesem Bereich gegeben hat. Ainuk und ihre Hundekollegin Gionna waren die ersten Hunde, welche im Einsatz getrailt haben.


Eröffnungsfest Ausbildungszentrum

Sommernachtsfest Laxenburg

„Ainuk fehlt uns sehr. Sie war nicht nur stets zu Diensten, wenn jemand Hilfe benötigte, sondern sie war ein ganz besonderer Familienhund“, so Birgit Richter nach ihrem schweren Verlust. » Übung für den Ernstfall „Verkehrsunfall mit im Schock geflüchteten, ver­ mutlich verletzten Personen“. So lautete die Übungsalarmierung für die Feuerwehren Markgraf­ neusiedl, Glinzendorf, Obersiebenbrunn, Parbasdorf, Raasdorf und Großhofen, sowie für das Rote Kreuz Groß­Enzersdorf, die Johanniter aus Orth/D. und die Rettungshunde Niederösterreich. Ein PKW eingeklemmt unter einem Bagger, mehrere schwer Verletzte; eine Person mit Herz­ infarkt, mehrere im Schock davongelaufene Perso­ nen. Diese konnten von den Rettungshunden Nie­ derösterreich im schwierigem Gelände aufgespürt werden. Versorgt mussten die gefundenen Personen vom Rettungsdienst werden, für die Bergung der Patienten war die Feuerwehr zum Teil mit schwerem Gerät angerückt. Nach ca. 2 Stun­ den waren alle verletzten Personen gut versorgt. Eine weitere Großübung stellte das Beüben der neuen Hochleistungsstrecke der ÖBB dar. Auch hier waren wir in eine Großschadensübung mit eingebunden. Hier galt es, nach einem Zugunglück die im Schock aus einem Tunnel geflüchteten Personen zu finden und diese zur weiteren Versorgung dem Rettungsdienst zu übergeben. Bei dieser Großübung arbeiteten viele Organisationen

I N F O R M AT I O N Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, Rettungs­ und Therapiehunde auszubilden und einzusetzen. Unsere Rettungshunde verfolgen die Geruchsspur einer abgängigen Person durch die Stadt und am Land. Wir suchen Vermisste im unwegsamen Gelände, sowie Verschüttete nach Erdbeben, Mu­ renabgängen, Gebäudeeinstürzen und anderen Ka­ tastrophen. Unsere Therapiehunde zaubern Tag für Tag Kin­ dern und Erwachsenen mit speziellen Bedüfnissen und älteren Personen ein Lächeln ins Gesicht und helfen den Alltag zu bewältigen.

Therapiehunde­Kursabschluss

Weinlesefest Retz

Hand in Hand, unter anderem der Rettungsdienst des Roten Kreuzes, die umliegenden Feuerwehren, die Polizei mit Spezialeinheiten, die ÖBB, etc. Auch bei dieser Übung konnten alle vermissten Personen aufgefunden werden.

» Zoey (griech. ­ das Leben) Die damals etwa 5 Monate alte Hündin war in Souda (Kreta) gefunden worden, unfähig zu laufen, da ihre Vorderbeine vollständig gebrochen waren. Claudia Bäuerl, eine langjährige Hundeführerin bei uns, erfuhr von dem Schicksal der armen Hündin und entschied sich der Kleinen eine Chance zu leben zu geben. Nach einer Not­OP durfte Zoey am 13.02.12 den Flug nach Österreich antreten. Claudia flog daraufhin nach Kreta um sie heim zu holen. Es folgte eine weitere OP, da leider nicht nur die äußeren Wunden sondern auch die Knochen mas­ siv entzunden waren. Die Erhaltung der rechten Pfote stand auf Messers Schneide und es wurde lange befürchtet, dass man sie amputieren müsse. Beinahe ein Jahr und zwei weitere OPs später kann Zoey endlich als geheilt angesehen werden. Sie ist eine lebenslustige Junghündin.


Rettungshunde Niederösterreich Jederzeit einsatzbereit

Text: Claudia Bäuerl

» Die Ausbildung zum Therapiehund Als ich Jamie und mich für die Therapie­ hundeausbildung anmeldete, wusste ich nocht nicht, wie viel Spaß in der spannenden Ausbildung auf mich wartete. Nachdem wir den Eignungstest gemeistert haben, ging es erst so richtig los. Bei einem intensiven Einstiegsmodul prüften die Trainer den Hund auf Herz und Nieren. Es wurde geknuddelt, mit anderen Hunden gespielt, erster Kontakt mit Gehhilfen gemacht und der Gehorsam überprüft. Auf das Einstiegsmodul folgte ein wöchent­ liches Training, wobei die einzelnen Einheiten sehr abwechslungsreich ge­ staltet wurden. Weiters wurden auch Altersheime und Schulen besucht. Ergänzt wurde das Ganze durch Wochenend­ Workshops wie z.B. über Calming Signals (Beschwichtigungssignale). Der Lohn für die Arbeit war eine positive Leis­ tungsabnahme im Geriatriezentrum und in der Schule, eine bestandene theoretische

AUSBILDUNGEN • Welpenkurse • Junghundekurse • Kurse für erwachsene Hunde • Seminare Mantrailing und Trickdogging • Therapiehundeseminare • Rettungshundeausbildung • Beratung und Coaching im Bereich Hundekauf und Hundeerziehung, etc.

ZAHLEN & FAKTEN • mehr als 1600 Therapiehundeeinsätze • Therapiehunde im Geriatriebereich z.B. LPPH Gänserndorf, St. Pölten, Tulln und Zistersdorf, SeneCura Pöchlarn und Pur­ kersdorf, LPKH Schwedenstift Perchtolds­ dorf, Landesklinikum Krems, Elisabethheim St. Pölten • Therapiehunde im Schulbereich in Niederösterreich und Wien

Prüfung, sowie eine überzeugende Leis­ tung bei der Überprüfung des Gehorsams. Seit August „arbeitet“ Jamie einmal pro Woche in einem Kinderheim und darf mich seit Jänner 2013 an meinem Arbeitsplatz, im Kindergarten, unterstützen. Darüber freue nicht nur ich mich, sondern auch die Kinder.

Text: Nina Diasek

Die nächsten Ausbildungen zum geprüften Therapiehundeteam entnehmen sie un­ serer Homepage www.therapiehunde.at Nähere Informationen finden Sie unter www.rettungshunde.eu oder per Telefon unter 0664­8440101.

RETTUNGSHUNDE NIEDERÖSTERREICH A­3071 Böheimkirchen | Am Steinbühel 22 | Fax: 02742­25883 | Notruf 122 & 144 Obm. Anton Endsdorfer 0664­8440100 | endsdorfer@rettungshunde.eu ObmStv. Karin Kuhn 0664­8440101 | karin@rettungshunde.eu www.rettungshunde.eu

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Therapiehunde berühren

Claudia und Zoey gingen einen langen und harten Weg. Bis jetzt haben Ärzte die Richtung bestimmt, nun übernimmt Zoey als angehender Mantrailer die Führung. Zoey ­ einst retteten ihr Menschen das Leben, vielleicht rettet sie einmal einem Menschen das Leben!


Rettungshunde Niederösterreich Newsletter 01/2013