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WELT / BUHNE

Ab der Spielzeit 2016 / 17 startet das Residenztheater in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und unterstützt vom Verein der Freunde des Residenztheaters eine neue Veranstaltungsreihe im Marstall, die zeitgenössische Dramatik und Texte für das Theater präPL AT T F OR M F Ü R I N T ER NAT IONA LE DR A M AT I K sentiert, die an anderen Orten der Welt entstehen. Welche Themen und Ausdrucksformen beschäftigen EI N E V ER A NSTA LT U NGSR EI H E die Theaterautorinnen und -autoren weltweit? Welche DE S R E SI DENZT H E AT ERS U N D DE S G OE T H E -I NST I T U TS Perspektiven nehmen Autoren angesichts aktueller Fragen zur kulturellen Identität ein? Wie wirken sich die großen Umbrüche und Veränderungen in der Welt auf das Dasein des Einzelnen aus? In den ersten Veranstaltungen soll sich die Aufmerksamkeit auf dramatische Literatur aus arabischen und afrikanischen Ländern konzentrieren, die in szenischen Lesungen und Autorengesprächen vorgestellt wird. In Zusammenarbeit mit den lokalen Goethe–Instituten macht sich das Residenztheater auf die Suche nach Texten, die in unterschiedlichster Weise vom Leben und der Kultur eines Landes erzählen. So versucht diese Plattform dem gesellschaftlichen Bedürfnis, mehr voneinander zu erfahren, ein öffentliches Forum zu geben und befördert den interkulturellen Austausch.

Seit im Mai 2013 in München der „NSU“-Prozess stattfindet, konzentriert sich die Arbeit des Gerichtes auf die Täter und ihr Umfeld. Viele Themen und Fragen rund um die Morde und ihre fehlerhafte Aufklärung bleiben offen. Im Anschluss an einzelne Aufführungen der Inszenierung „Urteile“, einem dokumentarischen Theaterprojekt von Christine Umpfenbach und Azar Mortazavi über die Opfer des „NSU“ in München, sprechen Experten und Betroffene über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen sowie über die neuesten Entwicklungen im „NSU“-Prozess.

ALLTAG UND RASSISMUS EI N E DISK USSIONSR EI H E I N KOOPER AT ION M I T DER STÄ D T ISCH EN FACHST ELLE GE GEN R E CH TSE X T R E M ISM US (F GR) U N D BAY ER N 2

Der zeitweise zum Rettungsboot umfunktionierte, wendige Zweimaster neben dem großen Frachtschiff Resi sticht wieder in See. Zum vierten Mal zerschellt die Champagnerflasche am Rumpf, der Name ist derselbe, die Schiffstaufe perfekt. Hier kocht der Guerilla Smutje noch sein Süppchen selbst, ausgelöffelt wird es von der gesamten AssisEI N E R EI H E DER ASSIST E N T E N tentenmannschaft, denn die cross-disziplinäre Reihe DE S R E SI DENZT H E AT ERS zwischen Theater, Musik, Performance, Pop und Party geht weiter. Unter der alten Swingerlosung – dem Psalm der Unverbindlichkeit – „Alles kann, nichts muss“, bespielen die Assistenten des Residenztheaters aus den Bereichen Regie, Dramaturgie, Bühnenbild und Kostüm einmal im Monat das Marstall Café. Unterstützt von Schauspielern des Ensembles und vielen anderen zeigen sie kleine Szenen, veranstalten Konzerte, bauen Installationen oder tun, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Weiterhin gilt also: der Versuch – ein Heiligtum.

NACHTS UND NEBENBEI

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Spielzeitheft 2016 2017  

Residenztheater München

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