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Liebe Leser, fragt man Investoren und Einzelhändler vor welchen Herausforderungen sie die Handelsimmobilien-Branche sehen, dann werden regelmäßig zwei Themen genannt: die Konkurrenz durch den Online-Handel und die neuen Anforderungen, die der demographische Wandel mit seinem wachsenden Anteil älterer Konsumenten mit sich bringt (siehe Seite 5). Vor allem bei institutionellen Investoren stehen diese Themen oben auf der Anforderungsliste, vor Themen wie baurechtliche Restriktionen, die Entwicklung des Konsums oder die Flächenentwicklung.

Nr. 143 vom 05.04.2013 Kostenlos per E-Mail ISSN 1860-6369

Inhaltsverzeichnis Editorial

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Online-/Offline-Handel: Der Unterhal- 2 tungswert macht den Unterschied

Dass diese Themen vom Einzelhandel anders gewichtet werden, je nach Branche des Befragten, gibt bereits einen Hinweis darauf, dass sie nicht den stationären Handel insgesamt betreffen. Für die Lebensmittelbranche, die bereits seit den ersten Anfängen des ECommerce mit dem Online-Verkauf experimentiert, hat die Erfahrung von über 10 Jahren ergeben, dass die Kunden Lebensmittel lieber selbst vor Ort einkaufen. Obst und Gemüse wollen sie anschauen und sich beim Gang zwischen den Regalreihen für den Speiseplan in der nächsten Woche inspirieren lassen. Das belegt auch der Erfolg von Wochenmärkten, die vom Schauen und Anfassen leben. Den Lebensmittelhandel wird das Internet nicht ausradieren. Und auch Baumärkte und Möbelhändler fürchten das Internet nicht.

Umfrage: Für den Handel ist das Baurecht zu restriktiv, für Investoren das Angebot zu knapp

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Vermietungsmarkt 2013: Händler lassen sich bei Entscheidungen Zeit

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Für Drogerie-Märkte gilt das gleiche. Und da die großen Spieler sich mit ihren wohnortnahen Standorten und den altersgerechten Märkten auf die ältere Klientel eingerichtet haben, ist auch der demographische Wandel hier kein Thema mehr. Bei den Buchketten und den Fachmärkten der Unterhaltungselektronik hat die Konkurrenz des Online-Handels dagegen sichtbare Spuren hinterlassen. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass große Spieler wie Media Saturn oder Thalia den Konkurrenzkampf aufnehmen werden.

Hamborner REIT AG: Grundstein für 16 weiteres Wachstum gelegt

Mit kreativen Konzepten und der Möglichkeit, selbst zum Online-Spieler zu werden, hat auch der stationäre Handel gute Chancen, sich zu behaupten. Im Gegenteil: Experten weisen darauf hin, dass der Händler vor Ort durch seine Bekanntheit einen Wettbewerbsvorteil genießt, den er aufs Online-Geschäft übertragen kann. Und das Gros – auch junger – Menschen weiß den Einkaufsbummel sehr zu schätzt.

Lebensmittelhandel: Handelskonzerne 12 entdecken Potenzial des Heimatmarkts Multichannel: Die virtuelle Welt in einem realen Einkaufszentrum

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Hahn-Gruppe: Deutliche Fortschritte auf dem Pfad der Erholung

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Deutsche EuroShop: Verkauf von Center-Beteiligung in Polen geplant

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Logistik: Online-Handel erzeugt neuen Flächenbedarf

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Impressum:

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Ihr direkter Weg zu uns!

Insofern leisten Veranstaltungen, auf denen Internet-Experten prognostizieren, dass der Online-Handel den stationären Einzelhandel vollständig Partner des HandelsimmobilienReport verdrängen werde, keinen sinnvollen Diskussionsbeitrag. Natürlich gibt es den Kunden, der ins Geschäft geht, eine Hose anprobiert, die überall zu weit ist und der dennoch findet, dass sie passt, nur weil er froh ist, dass er den Kauf hinter sich hat. Es gibt die Kunden, für die Einkaufen lästig ist. Viele davon dürften auch gern am Computer sitzen und froh sein über alles, was sich per Mouse-Click erledigen lässt. Eine Blaupause für den durchschnittlichen Konsumenten sind aber sie nicht. Und auch die wachsende Zahl älterer Menschen wird ihre viele Freizeit nicht nur vor dem Computer verbringen wollen. Dr. Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin


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Report Nr.143

Cities & Center & Developments

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Marktbericht Optimistischer Ausklang im ersten Quartal

Preisverleihung „Händler machen Stadt“ in Berlin

Foto: managementforum

Handelsimmobilien Kongress

Handel und Unterhaltung müssen Hand in Hand gehen Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Erstmals wurden Einzelhändler für ihre aktive Stadtentwicklungsarbeit ausgezeichnet. Ort der Preisverleihung für die 5 Prämierten war der 9. Deutsche Handelsimmobilien Kongress in Berlin. Und da Stadtentwicklung unmittelbar mit dem stationären Einzelhandel und seinen Immobilien verknüpft ist, wurde auch über die Frage diskutiert, was die Branche dem Internet entgegensetzten kann. Zwei Jahre nachdem das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) das „Weißbuch Innenstadt“ vorgelegt hat, präsentierte der parlamentarische Staatssekretär Jan Mücke zusammen mit dem Handelsverband Deutschland HDE eine erfolgreiche Initiative zur praktischen Stadtentwicklung: Die 5 Sieger des Wettbewerbs „Händler machen Stadt“, den BMVBS und HDE initiiert haben. Das Preisgeld mit 1 000 Euro je Sieger ist zwar bescheiden, doch zählt bei dem Wettbewerb vor allem, dass die Eigeninitiative von Einzelhändlern und Städten öffentlich honoriert wird. Laut Mücke gab es für den 1. Wettbewerb „Händler machen Stadt“ 166 Bewerbungen, eine Zahl, mit der die Initiatoren nicht gerechnet hatten. Allenfalls 50 Bewerbungen waren erwartet worden. Zu den Siegern gehören die IG Düren mit ihrer Initiative für das 50 Jahre Fest der Stadt, der Eichwalder Gewerbeverband, der in Eigeninitiative den Marktplatz gestaltet hat, die CityO Management e.V. in Oberhausen mit ihrer von den Einzelhändlern finanzierten Weihnachtsbeleuchtung (Oberhausener Winterlicht), die City Marketing Passau mit ihrer Strategie zur Leerstands-Bewältigung und der Verein lebendige Innenstadt Pfaffenhofen, der den Leerstand bekämpft, indem er Existenzgründer beim Start eines neuen Geschäfts nachhaltig unterstützt.

Auszeichnung für Eigeninitiativen des Einzelhandels „Wir würdigen damit das Engagement des Einzelhandels für die Stadt“, erläuterte Mücke. Nach seinen Worten hebt das „Weißbuch Innenstadt“ den Einzelhandel als wichtigen Faktor hervor. Wie der Staatssekretär weiter betonte, setzt sich das Bundesbauministerium auch weiterhin dafür ein, dass die Städtebauförderung bei 455 Mio. Euro stabil gehalten wird. Zentrale Themen wie die wachsende Verlagerung des Verkaufs auf den Online-Handel und die Folgen für die Innenstädte sowie die Fragen, wie mit dem großflächigen Einzelhandel in den Innenstädten oder mit Shopping-Centern umzugehen ist, beschäftigen auch die Politiker. Der versierte Shopping-Center-Spezialist Peter Fuhrmann nutzte denn auch die Bühne des Kongresses, um Antworten auf die Fragen zu geben, ob der Konsument der

Der drohende finanzielle Kollaps Zyperns sorgte in den vergangenen Wochen für eine verhaltene Stimmung in den europäischen Märkten. Dennoch bleiben die Prognosen von Europas Währungshütern, die im März den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,75% belassen haben, optimistisch. Auch die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute setzen ihre Wachstumsprognosen nach oben. Der überwiegende Optimismus spiegelt sich in den Ergebnissen der 63. Monatsbefragung des Deutsche Hypo Immobilienkonjunktur-Index wider. Ohne den Ausgang der Zypernkrise zu kennen, gaben die Experten zum Ende des 1. Quartals überwiegend positive Statements ab. Das ImmobilienKlima stieg im März um 1,8% auf 123,3 Zählerpunkte. Dabei zeigte das stabile Wohnklima mit 160,8 Punkten nur geringe Volatilität. Mit einem Zuwachs von 7 Zählerpunkten

oder 5,3% auf 111,5 Punkte setzt das Büroklima seinen Aufschwung seit Jahresanfang fort. Das Handelsklima erhöhte sich leicht auf 118,0 Punkte, das Industrieklima sank leicht auf 116,7 Zählerpunkte. Mit 222,5 Zählerpunkten steigt die Immobilienkonjunktur um weitere 2,1% und steuert auf den bisher höchsten Wert von 227 zu, der für Februar 2007 ermittelt wurde.


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Cities & Center & Developments Zukunft tatsächlich nur noch „online“ Shoppen gehen wird und zeigte das am Beispiel des US-Einzelhandels, der beherzt und mutig den Kampf mit der Cyber-Welt aufgenommen hat. „Wir können von den Amerikanern nichts mehr lernen“, so der Gründer des German Council of Shopping Centers (GCSC), „außer deren Optimismus. Und wir müssen aufhören zu jammern.“ Die Weltuntergangsstimmung, die derzeit – auch geschürt von der Presse – mit Blick auf den Siegeszug des Online-Handels verbreitet werde, findet der erfahrene Experte überzogen. Fuhrmann ist vielmehr überzeugt, dass die Generation der „Digital Natives“ ihr heutiges Kaufverhalten mit der Zeit ändern wird, wenn sie eine Familie hat und älter wird. Dass der stationäre Einzelhandel aber auch Anreize zum Shoppen bieten muss und dabei erfolgreich sein kann, zeigte er anhand von Positivbeispielen aus USamerikanischen Lifestyle Malls, die vielfach nach dem Vorbild deutscher Innenstädte konstruiert sind. Im Zentrum steht dabei die Schaffung von Third Places für die Freizeitgestaltung in der Zeit zwischen „Arbeiten“ und „Wohnen“. In den USA werden kreativen Handelswelten gebaut wie der „Chelsea Market“ in einer ehemaligen New Yorker Biskuit Fabrik, in der die alten Anlagen als Kulisse dienen. Ein anderes Beispiel ist der italienische Food Market „Italy“, in dem eigentlich nur einfaches italienisches Essen geboten wird. „Aber es ist inszeniert. Auch die Cyber Kids gehen dahin.“ Die großen US-Mega Malls mit 200 000 qm Verkaufsflächen tun sich laut Fuhrmann dagegen schwer. Die Prognose von Bill Gates, der als KeynoteSpeaker beim International Council of Shopping Centers vor Jahren vorausgesagt hatte, dass Einzelhandel und Shopping-Center vom Markt verschwinden würden, werden sich aus Sicht des Experten nicht erfüllen. Wichtig sei es aber, dass der Handel mit

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2013

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„What a wonderful MIPIM“ Wir danken unseren Projektpartnern, den Städten Stuttgart und Istanbul, der Jury der MIPIM-Awards, allen MIPIM-Besuchern, die uns mit ihren Stimmen unterstützt haben – und ganz besonders unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland und der Türkei, deren herausragende Arbeit gleich zweimal im Wettbewerb mit Projekten aus der ganzen Welt mit dem wohl bedeutendsten Immobilien-Preis ausgezeichnet wurde. www.ece.de

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Deals München: Invesco Real Estate (IRE) hat für ein pan-europäisches Einzelmandat der Nordrheinischen Ärzteversorgung (NAEV) für 19,9 Mio. Euro ein Einzelhandelsportfolio, bestehend aus 3 Fachmarktzentren im Westen von Österreich von Redevco erworben. Alle Fachmarktzentren sind langfristig zu 100% vermietet und leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung in den jeweiligen Einzugsgebieten. Auf Grund der restriktiven Planungs- und Genehmigungspraxis, die keinen direkten neuen Wettbewerb erwarten ließen, sei ein stabiler Ertrag zu erwarten, so Fabian Manegold, Director Transactions IRE.


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Cities & Center & Developments dem Internet lebe und sich das Medium zunutze mache. „Es wird eine Symbiose geben“, so Fuhrmann, „keine Verdrängung.“ Für den hiesige Einzelhandelsszene heißt das nach seinen Worten: „Wir müssen attraktiver werden.“ Nicht nur Bedarfsdeckung, sondern mehr Entertainment. Auch Christopher Lee, CEO der US-Mode-Marke Kitson, die zum Handelskonzern „Forever 21“ gehört, bestätigte, dass die Kunden viel Wert auf Einkaufserlebnis legen. Dabei versorgt die Marke Kitson ihre Klientel – die Modetrendsetter – mit einem Mehr Zukunft im stationären Einzelhandel Foto: ECE Rund-um-Lebensgefühl. Egal ob man auf „click“ oder „brick“ setze, so Lee, entscheidend sei, dass man Einzelhandel und Unterhaltung zusammenführe. Dass die deutsche Shopping-Center-Industrie auf diese Herausforderungen reagiert, legte Stephan Jung, Vorstandsvorsitzender des German Council of Shopping Centers (GCSC) dar. So setzen die Einkaufszentren der 8. Generation darauf, einen Marktplatz der Kommunikation zu schaffen und nicht mehr nur einen Ort zur Warenversorgung: „Showrooms, Pop-up-Läden und direkter Kontakt zwischen Hersteller und Endverbraucher gewinnen an Bedeutung.“ Ziel: Die Konsumenten sollen das Center als zweites Wohnzimmer empfinden und länger bleiben. Es geht laut Jung darum, dem Spieltrieb des Menschen entgegen zu kommen, indem die Center Überraschungen bieten und zum Mitmachen animieren.

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Auszeichnung HDE zeichnet die Stores of the Year aus Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat den 14oz Store Haus Cumberland in Berlin, die Frooters Genussmanufaktur in Essen, die Hünting Home Company in Rhede, die Mukk GmbH & Königskinder & Rebellen GmbH in Münster sowie das Husumer Modehaus CJ Schmidt als Stores of the Year 2013 ausgezeichnet. Die Preise wurden im Rahmen des 9. Handelsimmobilienkongresses in Berlin verliehen. Der 14oz Store Haus Cumberland erhielt den Preis in der Kategorie „Fashion“ für sein Geschäft am Kurfürstendamm mit seiner historischen Bausubstanz und der authentischen Laden-

Im Spannungsfeld zwischen Digital Natives und Senioren Dass Shopping-Center, die sich heute primär in integrierten innerstädtischen Lagen befinden, auch für die Mittelstädte Vorteile bringen, unterlegt Jung mit einer Umfrage bei deutschen Industrie- und Handelskammern (IHK). Danach gaben 97% der Befragten an, dass sich die Besucherfrequenz und die Zentralität in ihren Städten nach Eröffnung eines Shopping-Centers erhöht haben. Dass der deutsche Einzelhandel nicht nur im Spannungsfeld zwischen „click“ und „brick“ steht, sondern auch der wachsende Anteil älterer Konsumenten und ihre Ansprüche beachtet werden müssen, legte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE dar. Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld zwischen dem UnterhaltungsEinzelhandel für die Generation der „Digital Natives“ einerseits und dem Einzelhandel, der älteren Konsumenten praktische Orientierungshilfen wie Lupen am Regal oder am Einkaufswagen liefert und der mögliche Barrieren wegräumt. Für Handelsagglomerationen wie Shopping-Center, die sich nicht nur an eine Altersgruppe richten, sind das sehr große Herausforderungen.

Der Trend zum Online-Handel ist keine Einbahnstraße Dass der Trend zum Online-Handel aber keine Einbahnstraße ist, stellte Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung und IPH Handelsimmobilien in seinem Vortrag über die neuesten Trends fest. So gehen viele „pure Internet-Player“ verstärkt ins Offline-Geschäft, um ihre Bekanntheit zu erhöhen. Als Beispiele nennt er Jako-O, Manufactum, bon prix, notebookbilliger.de, my Toys und Cyberport. Umgekehrt setzt der stationäre Handel auf die Digitalisierung der Verkaufsräume z.B. durch die digitale Unterstützung von neuen Dienstleistungen in Geschäften und Einkaufszentren. Eines der interessanten Beispiele für den stationären Handel sind digitalisierte

gestaltung. Frooters gewann in der Kategorie „Food“ für sein besonders edel und nachhaltig gestaltetes Laden-Design. Die Hünting Home Company (Sparte Living) hat 2012 das gesamte Gebäude umgebaut und ein neues, moderneres Image eingeführt. Mukk & Königskinder & Rebellen gewann in der Kategorie “Out of Line“ für die gekonnte Inszenierung seines Spielwarenangebots z.B. mit Karussell und Kinderbetreuung. Der Neubau passe hervorragend in die Münsteraner Altstadt, so die Jury. Einen „Sonderpreis“ erhielt das Modehaus CJ Schmidt für seine besondere Leuchtturmfunktion in der Region.


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Cities & Center & Developments Modebügel bei C & A Brasilien mit „Facebook Like-Zählungen“ oder der magische Spiegel mit vielen Funktionen. Da die Verbindung von Online- und Offline-Shop zunehmen und die Flächenleistung des Geschäfts nach Stumpfs Worten sinken wird, dürfte mittelfristig der Druck auf die Mieten steigen und die Umsatzmieten unkalkulierbarer werden. Eine Ausnahme bilden aus seiner Sicht nur die Top-Lagen. Zudem geht Stumpf davon aus, dass sich der Auslese-Prozess bei schlechten Standorten und Konzepten beschleunigen wird. Update zum Hahn Retail Real Estate Report

Für den Handel ist das Baurecht zu restriktiv, für die Investoren das Angebot zu knapp Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Der GfK-Konsumklima-Index zeigte sich auch im März stabil: Ein wenig mehr Optimismus bei den Konjunkturerwartungen, dafür etwas weniger Optimismus beim erwarteten Einkommen und auch die Anschaffungsneigung lässt leicht nach. Im europäischen Vergleich bleibt das deutsche Konsumklima aber stabil auf hohem Niveau. Das stimmt auch Deutschlands Einzelhändler für 2013 zuversichtlich – insbesondere den Lebensmittelhandel und die Drogerie-Ketten. Das Gros erwartet steigende Umsätze. Die Investoren bedauern dagegen einmal mehr das zu geringe Angebot an Handelsimmobilien im gesuchten Segment. Das sind einige Ergebnisse der Expertenbefragung für das „Update zum Hahn Retail Real Estate Report“ der Hahn-Gruppe aus Bergisch Gladbach, die im Februar/März

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Deals Österreich: Die Warburg Henderson Kapitalanlagegesellschaft hat von der Bank Austria Real Invest Immobilien Kapitalanlage das vollvermietete Fachmarktzentrum „M-City“ im niederösterreichischen Mistelbach, rd. 60 km nördlich von Wien, erworben. Es ist die 7. Übernahme für den Warburg - Henderson Österreich Fonds Nr. 2. Das Objekt wurde 2004/2005 erbaut und bietet 10 811 qm Einzelhandelsflächen. Die größten Mieter sind mit rd 1 400 qm Intersport XL und der Elektromarkt Red Zac (1 000 qm). In der Nachbarschaft befinden sich Billa, Obi und Möbelix. Der Verkauf wurde von Henderson Global Investors Immobilien Austria vermittelt.

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Cities & Center & Developments 2013 durchgeführt wurde. Befragt wurden 40 Verantwortliche aus den Expansionsabteilungen von Einzelhandelsunternehmen und 30 Entscheidungsträger von institutionellen Investoren. Die wichtige Botschaft der Einzelhändler, die aus den Branchen Lebensmittel (32,5%), Bekleidung (32,5%), Bau- und Gartenmärkte (20%) sowie Schuhe, Unterhaltungselektronik und Drogerie (jeweils 5%) kommen: Mehr Expansionsleiter als bei der Umfrage im Sommer 2012 gehen davon aus, dass die Flächennachfrage des Einzelhandels steigen wird. Der Anteil stieg von 42,5 auf 45%. Weitere 45% erwarten eine stabile Flächennachfrage. Mit einem Rückgang rechnen nur noch 10%, gegenüber 12,5% im Vorjahr. Da alle Befragten aus der Drogerie-Branche mit steigenden Umsätzen rechnen – die Insolvenz von Schlecker eröffnet noch Potenzial – und auch die Lebensmitteleinzelhändler von steigenden (rd. 62%) oder stabilen (rd. 39%) Umsätzen ausgehen, dürfte sich dieser Optimismus in der Expansionspolitik niederschlagen. Auch in der Baumarkt-Branche geht das Gros (69%) von stabilen Erlösen aus. Rückgänge erwartet nieFachmarktzentren sehr gefragt Foto: Hahn-Gruppe mand. In der Bekleidungsbranche rechnen dagegen 10% der Befragten mit rückläufigen Umsätzen. Der lang andauernde Winter 2013, der den Verkauf der Frühjahrsmode belastet, dürfte die Stimmung noch mehr eintrüben. Als größte Behinderung bei ihrer Expansion sehen die meisten Expansionsleiter (67,5%) auch im Frühjahr 2013 die baurechtlichen Rahmenbedingungen. Daran dürfte die von der Bundesregierung geplante Novelle des Baurechts auch kaum etwas ändern. Das Interesse der Politik, auch den großflächigen Einzelhandel vor allem in innerstädtischen Lagen anzusiedeln, ist ungebrochen. Das Thema Finanzierung ist dagegen weitaus weniger brisant. Nur 7,5% der Händler nannten sie als Problem. Das Thema Internet, das derzeit vor allem den Buchhandel und die Unterhaltungselektronik-Fachmärkte vor Herausforderungen stellt, ist für Lebensmittelanbieter, Drogerie-Ketten und Baumärkte kaum relevant. Dagegen setzen sich auch die Bekleidungsanbieter (46%) mehr damit auseinander.

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Unternehmens News ECE: „Future Labs“ in Hamburg und Essen Das AlstertalEinkaufszentrum in Hamburg und der Limbecker Platz in Essen sind die „Future Labs“ des Shopping-Center-Spezialisten ECE. In beiden „Zukunftslaboren“ werden seit Mitte März zahlreiche technische ServiceAngebote getestet:. Das reicht vom virtuellen Wegeleitsystem über eine Vielzahl von Social-MediaVerknüpfungen bis hin zu interaktiven Spielflächen. „Damit nehmen wir die Ergebnisse unserer im Februar vorgestellten Studie zum Kaufverhalten in der Multichannel-Welt auf und bringen neue interaktive Einkaufserlebnisse in unsere Shopping-Center“, so Alexander Otto, Vorsitzender der Geschäftsführung der ECE. „Entwicklungen, die den Kunden gefallen, werden weiterverfolgt und auch in anderen Centern eingesetzt“, erläutert Henrie W. Kötter, Geschäftsführer Center Management der

Die Standortqualität bestimmt den Erfolg des Handels Befragt nach den Erfolgsfaktoren des stationären Einzelhandels, nannten die Expansionsleiter vor allem den Standort und die Immobilie, vor Qualität und Service sowie die Sortimentsauswahl. Dann folgt die Preispolitik vor der Ladenoptik, dem Sozialund dem Umweltimage eines Unternehmens. Das Thema „demographischer Wandel“ behalten alle Branchen mehr (Lebensmittel) oder weniger (Drogeriemärkte) im Blick. Im Durchschnitt aller befragten Expansionsleiter ist das Thema mit 47,5% der Nennungen das drittwichtigste. Die Händler gehen mit Blick auf den steigenden Anteil älterer Menschen davon aus, dass der Bedarf an Geschäften in Innenstädten und Wohngebieten wachsen wird. Wichtige Themen sind dabei auch die Verkehrsanbindung und Parkplätze für altersgerechtes Einkaufen. Und natürlich gehört das Thema Barrierefreiheit dazu. Die 30 befragten institutionellen Investoren sehen die Themen „demographischer Wandel“ und „Internethandel“ derzeit ganz oben auf der Liste der Herausforderungen. Die Gruppe setzt sich zusammen aus Immobilienfonds (50%), Private Equity und Ver-

ECE: „Was nicht ankommt, wird wieder aus dem Programm genommen und durch neue Ideen ersetzt“. Hinter der Aktion steht laut Kötter die Frage, was der Shopping-Center-Spezialist von Online-Händlern lernen kann. Die ECE will potenziellen Kunden maßgeschneiderte Informationen zum richtigen Zeitpunkt bieten.


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Cities & Center & Developments mögensverwalter (23%), Immobilien-AGs (17%) und Immobilienbanken (10%). Etwa die Hälfte verwaltet ein Immobilienvermögen von über 3 Mrd. Euro. Bei den Investoren sind – noch mehr als im Sommer 2012 – Fachmarktzentren mit 79% der Nennungen die präferierten Anlageobjekte vor Shopping-Centern und innerstädtischen Geschäftshäusern mit jeweils 43% der Nennungen. Interessant ist auch, dass das Interesse an einzelnen SB-Warenhäusern mit 36% der Nennungen gegenüber 2012 (14%) zugenommen hat. Bei Bau- und Heimwerkermärkten ist das Interesse leicht, von 5 auf 7% gestiegen. Dagegen hat das Interesse an Discountern und Supermärkten von 19 auf 7% abgenommen. Diese Präferenzen bei den Anlageobjekten korrespondieren mit den bevorzugten Anlage-Volumina. 37% der Befragten richten ihr Augenmerk bei Fachmärkten und Fachmarktzentren auf eine Größenordnung von 10 Mio. bis 30 Mio. Euro, 23% suchen eher in der Kategorie 30 bis 50 Mio. Euro und 17% suchen Objekte in der Größenordnung von 5 bis 10 Mio. Euro. Weniger als 5 Mio. Euro möchte nur eine Minderheit von 3% ausgeben. Immobilienbanken orientieren sich ausschließlich an größeren Objekten zwischen 10 Mio. und 50 Mio. Euro. Bei den Investoren bleibt laut Hahn-Studie das Thema Finanzierung eine Herausforderung. Sie wird von der Mehrheit als unverändert schwierig beurteilt. Oder andersherum gesagt: 67% der Befragten gaben an, dass die Finanzierung „nicht einfacher“ geworden ist. Tendenziell schwierigere Bedingungen sehen 23% der Befragten laut Studie vor allem in der Gruppe der Immobilien-AGs und der Private EquityInvestoren. Nur für 3% scheinen sich die Bedingungen verbessert zu haben. Bei der Investition in Fachmarktzentren halten sich die Anleger an klar festgelegte Kri-

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Marktbericht Investmentmarkt mit einem Plus von 32% In deutsche Gewerbeimmobilien wurden nach Auskunft des Immobiliendienstleisters CBRE im 1. Quartal 2013 rd. 6,7 Mrd. Euro investiert. Das waren 32% oder 1,6 Mrd. Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit diesem furiosen Jahresauftakt lag das Investitionsvolumen nur unwesentlich unter dem Ergebnis des ersten Quartals im Jahr 2008, vor Eskalation der Finanzmarktkrise.

Auf Büroimmobilien entfielen 2,8 Mrd. Euro (41%). Bei einzelhandelsgenutzten Immobilien stieg das Volumen um knapp 43% auf 2,1 Mrd. Euro oder 31% des Transaktionsvolumens.

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Cities & Center & Developments terien: Für 87% ist der Ankermieter aus der Lebensmittelbranche (Vollsortimenter), der die Frequenz sichert, unverzichtbar. Auf Position 2 folgen die ebenerdigen Parkplätze (77% der Nennungen), vor der einstöckigen Bauweise (63%) und der Nähe zu einem Wohngebiet (47%). Auffällig ist die Präferenz der Immobilien-Banken, für die die Themen „Ankermieter aus dem Lebensmittelbereich“, „ebenerdige Parkplätze“ und die „Nähe zum Wohngebiet“ mit jeweils 67% gleichwertige Auswahlkriterien sind. Nur die einstöckige Bauweise wird weniger stark gewichtet. Auf die Frage nach der Investitionsstrategie in den kommenden 12 Monaten gaben Foto: Foto: Edeka Edeka 30% an, dass sie „zukaufen“ wollen. Das Lebensmittelhändler sind als Ankermieter ein Muss sind deutlich weniger als im vorigen Sommer (55%). Aber mit 17% wollen mehr Investoren als im Sommer (13%) „stark zukaufen“. Der Anteil, der „halten“ will ist mit 27% - gegenüber 26% fast gleich geblieben. „Moderat verkaufen“ wollen 13% und „stark verkaufen“ 7%. Dass die Nachfrage nach Handelsimmobilien hoch bleiben wird, lässt sich an der Einschätzung der Investoren über die Entwicklung der Kaufpreise und der Renditen ablesen. Niemand rechnet mit sinkenden Kaufpreisen oder steigenden Renditen, vielmehr erwarten 77% eine Seitwärts-Bewegung und 23% sinkende Renditen und steigende Preise. Neben den gesuchten Core-Objekten werden laut Studie auch CorePlus- (50%) und Value-Add-Immobilien (40%) gesucht. Bei Projektentwicklungen sind die Investoren dagegen skeptischer. Nur 23% sehen hier gute Chancen. Vor allem bei Immobilien AGs (40% der Nennungen) sind Entwicklungen genauso beliebt wie „Core Plus“ und „Value Add-Objekte“.

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Deals Lausitz-Center wurde deutlich erweitert Neues Leben hinter historischer Fassade: Rund 4 Mio. Euro hat die ECE in die Erweiterung des Lausitz-Center Hoyerswerda investiert, das von der MEC Metro-ECE Centermanagement GmbH & Co. KG gemanagt wird. Die Mittel flossen in die Renovierung und Umgestaltung der benachbarten ehemaligen Karstadt-Filiale, deren Fläche ins Center integriert wurde. Auf rd. 2 700 qm Verkaufsfläche im Erdgeschoss sind u.a. Aldi, Intersport, E-Plus, Ernsting’s Family und Backhaus eingezogen. Auch der Bestandsmieter des Centers, Rossmann, ist hier eingezogen und hat seine Fläche auf 800 qm vergrößert. Nachmieter von Rossmann ist Depot. Über die Nutzung der 1. und 2. Etage mit wei-

Befragt wurden die Investoren auch zum Thema Baumärkte, die bei der Notwendigkeit eine Nachnutzung zu finden, zum Problem werden können. Baumärkte an guten Standorten gelten laut Studie aber für 73% der befragten Investoren als „uneingeschränkt nachhaltiges Investment“. Das gilt vor allem für Immobilienfonds und Private-Equity-Investoren. Nur 10% sehen das anders. Vermietungsmarkt 2013

Einzelhändler lassen sich bei Entscheidungen Zeit Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Das große Interesse internationaler Investoren und des global agierenden Einzelhandels am stabilen deutschen Markt dürfte nicht ohne Wirkung auf die Mieten in angesagten Städten bleiben. Der Immobiliendienstleister Jones Lang LaSalle (JLL), der alljährlich 185 Top-Städte beobachtet, geht im 1. Halbjahr 2013 davon aus, dass die Mieten – gemessen am 2. Halbjahr 2012 -– im Durchschnitt betrachtet um 1,6% steigen werden. Allerdings werden sie nicht überall zulegen. In einigen Städten dürften die Mieten konstant bleiben und mancherorts auch sinken. Grob gesehen sind steigende Mieten in etwa 28% der untersuchten Städte zu erwarten, in 56% dürften die Spitzenmieten gleich bleiben und in 16% rückläufig sein. Dass die Bayern-Metropole München in der Rubrik „stärkster Anstieg“ und „höchste Spitzenmiete“ bei ideal geschnittenen Kleinflächen von 100 qm auf dem 1. Rang steht, kommt angesichts der guten Fundamentaldaten als Einzelhandelsstandort nicht überraschend: So geht JLL davon aus, dass die Spitzenmiete in München im 1. Halbjahr 2013 um 6%

teren 8 000 qm Fläche soll in den nächsten Monaten entschieden werden. „Es gibt verschiedene Anfragen von Gewerbetreibenden und sozialen Einrichtungen mit denen wir zurzeit noch Sondierungsgespräche führen“, so CenterManager Dieter Henke: Bisher sei aber noch nichts spruchreif. Das Karstadt Haus war im Jahr 2007 aufgegeben worden und hatte bis zum endgültigen Leerstand 2011 einen Schnäppchenmarkt beherbergt. Der ShoppingCenter-Spezialist ECE hat die Immobilie im Frühjahr 2012 gekauft.


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Cities & Center & Developments oder 20 Euro auf 350 Euro steigen wird. Solche Spitzenpreise zahlt der Einzelhandel aber nur für Kleinflächen in der absoluten Top-Lage, die sich laut Matthias Stich, Berater bei der IPH Handelsimmobilien GmbH in der Kaufingerstraße im Bereich des Marienplatzes befindet. Bei großen Flächen und etwas abseits der absoluten Spitzenlage können die Preise deutlich niedriger sein. Unter den 10 teuersten Städten Deutschlands finden sich erwartungsgemäß die großen Metropolen, doch die Mietentwicklung ist recht unterschiedlich. Steigende Mieten von jeweils 4% erwartet Jones Lang Lasalle für die Berliner Tauentzienstraße auf Rang 3 (auf 280 Euro je qm) und die Düsseldorfer Königsallee auf Platz 4 (265 Euro je qm). Zulegen werden die Mieten auch in Hamburgs Spitaler Straße (Rang 5) auf 255 Euro, in der Kölner Schildergasse (6) auf 250 Euro, in der Stuttgarter Königsstraße (7) auf 240 Euro und in Nürnberg in den Lagen am Ludwigsplatz, am Hefnerplatz und in der Karolinenstraße (10) auf 165 Euro. In den gefragten Metropolen sorgt nach den Worten von Dirk Wichner, Leiter Einzelhandelsvermietung Deutschland bei JLL, der Verdrängungswettbewerb zu einem großen Druck auf die Mieten. Vor diesem Hintergrund stellt auch Wichner fest, dass die großen Handelskonzerne „verstärkt auch mittelgroße Städte in Betracht (ziehen), sofern Kaufkraft und Zentralität stimmen“. Konstante Mieten erwartet Jones Lang LaSalle in der Liste der Top 10 für Frankfurt/ M, das sich mit stabilen 290 Euro auf dem 2. Platz befindet, Dortmunds Westenhellweg (8) mit stabilen 220 Euro je qm und Hannovers Georgstraße/Bahnhofstraße/ Große Packhofstraße (9) mit stabilen 185 Euro je qm. Rückläufige Mieten werden nur bei einigen Top 50-Städten auf den hinteren Rängen erwartet: In Ingolstadt auf

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Unternehmens News Food.de weitet seinen Online-Supermarkt aus Der Online-Supermarkt food.de bietet seinen Einkaufservice nun auch in Frankfurt/M sowie in 5 Städten des Main-Taunusund des HochtaunusKreises an. Dazu gehören Bad Soden, Eschborn, Königstein, Oberursel und Bad Homburg. Food.de bietet ein Sortiment mit über 10 000 Waren. Lebensmittel, Getränke und Drogerieartikel werden laut food.de auf Wunsch noch am gleichen Tag geliefert. Die OnlineBestellung ist rund um die Uhr möglich. Die Lieferung erfolgt von Montag bis Samstag von 8 bis 22 Uhr.

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Cities & Center & Developments Rang 39 mit einem Mietrückgang auf 87 Euro je qm, in Potsdam (48) mit 80 Euro und in Bochum mit 75 Euro. Insgesamt wird das Mietniveau in den Top 50 Städten laut JLL um durchschnittlich 1,7% steigen, wobei steigende Mieten in 40% der Städte erwartet werden. Eine interessante Mietentwicklung zeigen auch kleinere Städte, die nicht jeder auf dem Radar hat. Hier erwartet Jones Lang LaSalle sogar Zuwächse von 5%. Dazu gehören Darmstadt auf Rang 24 mit einem Anstieg auf 105 Euro je qm, die alte Römerstadt Trier (27) auf 100 Euro, die Ruhr-Metropole Essen (35) und das bayerische Rosenheim (38) auf jeweils 90 Euro sowie Regensburg (44) auf 85 Euro. In den Top 25 Städten Ostdeutschlands war die Entwicklung etwas moderater. Hier legten die Mieten um durchschnittlich 0,9% zu. Dabei zeigt sich erneut, dass die Stadt Leipzig, die im Preiserhöhung in der Kölner Schildergasse Krieg kaum zerstört wurde, die Spitzenposition inne hat und die Mieten um 5% auf 120 Euro steigen werden. In der deutschen Gesamtliste rangiert Leipzig auf Rang 17. Die Mieten in der sächsische Landeshauptstadt Dresden (25) bleiben mit 100 Euro dagegen konstant. Auf den Plätzen folgen Rostock (31) mit 95 Euro, Erfurt (41) mit 85 Euro, Potsdam (48) mit 80 Euro und Halle (50) mit 75 Euro. Insgesamt gehen die Forscher davon aus, dass in allen 25 betrachteten ostdeutschen Städten stabile (80%) oder steigende (16%) Mieten zu erwarten sind. Die Ausnahme bildet – wie erwähnt -– nur Potsdam.

Seitwärtsbewegung im 1. Halbjahr 2014 erwartet Ungeachtet der hohen Flächennachfrage, die Wichner beobachtet, und des daraus erwachsenden Drucks auf die Mieten, neigen die Einzelhändler keinesfalls zu überstürzten Entscheidungen. Im Gegenteil, stellt der JLL-Experte fest, dass sich der Trend zu längeren EntscheiMiete in den 10 teuersten Einkaufsstra Miete je qm dungszeiträumen fortsetzt. Immerhin Stadt Straße 2. Hj. 2012 1. Hj 2013 sendet die andau- 1. München Kaufinger/Neuhauser 330 € 350 € ernde Euro- und 2. Frankfurt/M Zeil 290 € 290 € Schuldenkrise in 3. Berlin Tauentzienstr. 270 € 280 € regelmäßigen AbKönigsallee 255 € 265 € ständen neue Stö- 4. Düsseldorf 5. Hamburg Spitaler Straße 250 € 255 € rungen. „Die UnSchildergasse 245 € 250 € ternehmen sind 6. Köln vorsichtig und jede 7. Stuttgart Königsstraße 235 € 240 € atmosphärische 8. Dortmund Westenhellweg 220 € 220 € Störung bedeutet 9. Hannover Georgstr./Bahnhofstr. 185 € 185 € Stillstand“, so 10. Nürnberg Ludwigspl./Hefnerplatz 160 € 165 € Wichner. Zwischen der Erstvorstellung einer Verkaufsfläche und dem Einzug des Mieters vergehen in der Regel 3 Monate. Auch im 2. Halbjahr 2013 rechnet der Vermietungsexperte von Jones Lang LaSalle noch mit moderat steigenden Mieten: „Eine Seitwärtsbewegung deutet sich an, spiegelt sich in den Mieten allerdings noch nicht wider und wird frühestens im ersten Halbjahr 2014 einsetzen.“

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Unternehmens News Neinver und MAB planen Outlet Center in Werl Das Joint Venture aus Neinver und MAB Development ist in Deutschland und Frankreich auf Expansionskurs. Im nordrheinwestfälischen Werl konnten sich die Projektpartner nach eigenen Angaben geeignete Flächen für den Bau eines Outlet-Centers sichern. Die Grundstücke grenzen auf Höhe der Ausfahrt „Werl Zentrum“ an die Autobahn A445 und im Norden bzw. Nordosten an die Bundesstraße B1. Neinver verwaltet 15 OutletCenter, darunter das größte deutsche Center „Zweibrücken The Style Outlets“. MAB Development ist als Projektentwickler auf gewerbliche Immobilien mit Schwerpunkt Einzelhandel spezialisiert. Neinver und MAB haben 2009 eine strategische Partnerschaft gegründet. Unter Federführung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung in Werl seien erste Gespräche mit Vertretern der Stadt über eine Outlet-Ansiedlung geführt worden, teilten beide Unternehmen mit.

Deals Köln: Eine Institution hat ein Wohn- und Geschäftshaus in der Annostraße im Stadtteil Altstadt-Süd in Köln erworben. Das 1948 errichtete zweistöckige Gebäude, das 1961 um 2 weitere Etagen aufgestockt wurde, bietet 9 Wohneinheiten und eine Gewerbeeinheit (ca. 120 qm). Verkäufer ist eine Privatperson. Vermittelnd tätig war Engel & Völkers Commercial Köln.


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Report Nr.143

Cities & Center & Developments Lebensmittelhandel im Zeitraffer

Deutsche Handelskonzerne entdecken das Potenzial ihres Heimatmarkts Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Zwei plakative Zitate des früheren Metro-Chefs Erwin Conradi beschreiben die Lage auf dem deutschen Lebensmitteleinzelhandelsmarkt in den 1980er- und 1990er-Jahren sehr zutreffend:„Es sitzt sich sehr viel komfortabler vor einem globalen Lebensmittelhersteller wie Unilever oder Nestlé, wenn man selbst ein Großer ist.“ Und: „To have lunch or to be lunch“ – fressen oder gefressen werden – das werde die entscheidende Frage sein. Diese Zitate beschreiben eine Marktentwicklung, die geprägt war von einer Strategie des Wachstums und der Diversifizierung in neue Branchen durch Unternehmensakquisitionen. Vorausgegangen war die Einführung des Selbstbedienungsprinzips im Einzelhandel, das bei wachsenden Sortimenten immer größere Verkaufsflächen hervor brachte. Revolutionär waren – neben den preisaggressiven Discountern – vor allem die SB-Warenhäuser der 1. Generation, die auf Flächen von bis zu 20 000 qm am kostengünstigen Stadtrand oder auf der grünen Wiese kostenlose Parkplätze für den wöchentlichen Großeinkauf boten. Mit Blick auf das Thema Stadtentwicklung sollte diese Phase in den 1970erund 1980er-Jahre unter dem Schlagwort in die Ge- Mehr Atmosphäre im Lebensmittelmarkt Foto: Metro schichte eingehen: Der Einzelhandel braucht die Stadt nicht mehr. Um die Anbieter in den Innenstädten – vor allem die traditionellen Warenhäuser -– gegen die kostengünstigere Konkurrenz auf der grünen Wiese zu schützen, wurde 1986 die Novelle von § 11 Abs. 3 BauNutzungsverordnung (BauNVO) in Kraft gesetzt, wonach für die Ansiedlung von Lebensmittelgeschäften und Fachmärkten mit mehr als 1 200 qm Geschossfläche – das sind etwa 800 qm Verkaufsfläche – außerhalb der Innenstadtlagen Sondergebiete ausgewiesen werden mussten. Kurz gesagt: Die Kommunen konnten entscheiden, ob sie den Bau eines großflächigen Marktes mit einigen Tausend qm erlauben oder nicht.

Große Fusionswelle zum Ende der 1980er-Jahre Da der knapp kalkulierende Lebensmitteleinzelhandel – nicht zuletzt unter dem Druck der Aldi-Discounter – mit niedrigen Netto-Renditen von etwa einem Prozent auskommen mussten, setzte die Branche auf die Diversifizierung in Märkte mit höheren Renditen wie etwa die Baumarktsparte oder Unterhaltungsfachmärkte. Im Lebensmittelsegment stand die Bündelung von Nachfragemacht durch Größenwachstum im Vordergrund. Da die Genehmigung von Großflächen durch die Novelle von § 11,3 BauNVO begrenzt war, setzten große Spieler wie Rewe, Tengelmann, Asko und Metro auf die Übernahme von Wettbewerbern. Der größte Sprung gelang dem Cash & Carry-Unternehmen Metro, das seine Expansion in den Einzelhandel 1987 mit der Kaufhof-Übernahme gestartet hatte, zu Beginn der 1990er-Jahre durch die komplette Übernahme der Asko AG, damals die Nummer eins

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Personalien Friedemann wechselt zu Cushman & Wakefield Tajo Friedemann verstärkt seit 1. April 2013 als Associate das Sustainability-Team von Cushman & Wakefield (C&W). Sein Aufgabenschwerpunkt ist es, den Aufbau von immobiliennahen Beratungsdienstleistungen im Bereich nachhaltiger Unternehmensstrategien, CSRBerichterstattung, Green Project Management, Green Leases sowie Zertifizierungen voranzutreiben. Der DGNB-Consultant und LEED-AP kommt von Jones Lang LaSalle und wird von Frankfurt aus agieren. C & W will damit sein interdisziplinäres Dienstleistungsspektrum ausbauen.

Deals Bad Tennstedt: Die Internos GmbH, Frankfurt/M., konnte für den von ihr betreuten Einzelhandelsfonds GRP den Mietvertrag mit der Penny Markt GmbH für eine Mietfläche von 1 100 qm um 6 Jahre verlängern. Das SingleTenant-Objekt befindet sich in der im nördlichen Thüringen gelegenen Stadt Bad Tennsted in Bahnhofstraße 94. Es handelt sich um ein freistehendes Gebäude mit 100 Stellplätzen und einer Grundstücksfläche von 4 761 qm. Der zur Rewe Group gehörende Discounter betreibt die Filiale bereits seit 1991. Bonn: Auf rd. 170 qm eröffnet in der „Breite Straße“ in Bonn eine Kaffeebar. Vermieter der Ladenfläche ist einer Privatperson. Engel & Völkers Commercial Bonn vermittelte.


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Report Nr.143

Cities & Center & Developments auf dem SB-Warenhaus-Markt. Die aus einer Einkaufsgenossenschaft entstandene Rewe Group hatte gemeinsam mit dem Kaufmann Willi Leibbrand die auf den großflächigen Lebensmitteleinzelhandel spezialisierte Tochter Rewe Leibbrand aufgebaut und sie zum Jahreswechsel 1989/1990 komplett übernommen. Damit rückte sie in die Spitzengruppe der deutschen Handelskonzerne vor. Nach Auskunft des Bundeskartellamts erzielten im Zuge dieser Fusionswelle einige Unternehmen durch die Bündelung ihrer Nachfragemacht beim Einkauf Konditionsvorteile im dreistelligen Millionenbereich. Manche verdienten damit mehr als im operativen Foto: Metro Geschäft. Der frühere Mehr Service für die Kunden von Metro Cash & Carry Vorstandschef der Asko AG, Helmut Wagner, forderte von den Herstellern, nachdem das Unternehmen durch zahlreiche Übernahmen einen Umsatz von etwa 15 Mrd. DM erreichte, einen „Hochzeitsrabatt“. Die gleichfalls aus einer Einkaufsgenossenschaft entstandene Hamburger Edeka war 1985 in Schieflage geraten, weil viele Filialen der selbstständigen Edeka-Kaufleute zu klein waren und die Kosten für die Belieferung das Unternehmen in die Verlustzone rutschen ließ. Edeka entschloss sich das Filialnetz zu bereinigten und die Durchschnittsfläche zu vergrößern. Gleichzeitig baute Edeka das Filialnetz weiter aus und setzt dabei – wie auch Rewe – auf ein Partnerschaftsmodell, d.h. selbstständige Kaufleute führen die Märkte. Edeka tritt als Mieter oder Eigentümer der Verkaufsflächen auf. Relativ spät – im Jahr 2005 – wuchs der Hamburger Verbund durch vollständige Übernahme des SB-Warenhausbetreibers AVA AG (Marktkauf) und der angeschlagenen Spar Handels-AG.

Baurecht begünstigte die Expansion der Discounter Die Discounter Aldi und Lidl (Schwarz-Gruppe) hatten dagegen keine Probleme, durch Neueröffnungen zu wachsen. Mit ihren relativ kleinen Sortimenten aus Schnelldrehern kommen sie mit Flächen aus, die unter die Grenzen von § 11,3 BauNVO fallen. So ist das Netz insbesondere von Aldi eng geknüpft, was den Preiswettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel erhöhte. Der deutsche Einzelhandel gilt weltweit als einer der härtesten Märkte. Die SB-Warenhaus-Kette Kaufland, die gleichfalls zur Schwarz-Gruppe gehört, konnte ihr Filialnetz, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit deutlich ausbauen, setzt dabei auch auf die Übernahme von Filialen von Wettbewerbern und integrierte Lagen. So erwarb Kaufland einige leer stehende HertieImmobilien. Inzwischen haben die großen Spieler eine Größe erreicht, die es keinem erlaubt, hierzulande noch größere Übernahmen zu realisieren. Das Bundeskartellamt würde das untersagen, wie die Zusammenarbeit von Edeka und Tengelmann 2007 zeigte. Entgegen den ursprünglichen Plänen der Tengelmann-Gruppe, die Discount-Tochter Plus mit der Edeka-Tochter Netto zusammenzuführen, untersagte das Kartellamt die vollständige Fusion – einige Plus-Märkte wurden an Rewe verkauft. Und auch die Pläne von Tengelmann, den Einkauf für seine Supermarkt-Kette Kaiser’s und Tengelmann über die Edeka-Großhandlungen abzuwickeln, wurden von der Kartellbehörde untersagt. Da der deutsche Handel seit dem Auslaufen des Wiedervereinigungsbooms Ende 1992

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Unternehmens News Hahn startet Vertrieb des Pluswertfonds 162 Die Hahn-Gruppe hat mit dem Vertrieb des neuen Publikumsfonds Pluswertfonds 162 begonnen. Er investiert rd. 12,5 Mio. Euro in ein Fachmarktzentrum in Bad Hersfeld in Hessen, das auf einem seit 30 Jahren etablierten, frequentierten Einzelhandelsstandort neu erbaut wurde. Mit einer Gesamtmietfläche von rd. 6 300 qm handelt es sich laut Hahn-Gruppe um die größte, nahe der Innenstadt gelegene Fachmarktansiedlung in Bad Hersfeld. Hauptmieter sind ein Verbrauchermarkt von tegut und Drogerie Müller mit Mietverträgen für 15 Jahre. Weitere Mieter sind Deichmann und Jeans Fritz. Zudem gibt es rd. 230 Parkplätze. Laut Hahn ist Bad Hersfeld (rd. 30 000 Einwohner) die größte Stadt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und hat als Kur- und Festspielstadt mit jährlich 300 000 Übernachtungen große touristische Bedeutung. Die Mindestbeteiligungssumme am Pluswertfonds 162 beträgt 20 000 Euro zzgl. 5% Agio. Die geplante anfängliche Ausschüttung liegt bei 6% jährlich und wird voraussichtlich ab Ende September 2013 quartalsweise gezahlt. Die Zinsen der Fremdfinanzierung sind für 10 Jahre festgeschrieben.

Deals Leipzig: Ein institutioneller Investor aus Berlin hat ein Wohn- und Geschäftshaus in der Karl-LiebknechtStraße in LeipzigSüdvorstadt gekauft. Verkäufer ist eine ausländische Immobiliengesellschaft.


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Report Nr.143

Cities & Center & Developments keine Einzelhandelskonjunktur mehr erlebt hat, war das Interesse der Branche an der Expansion ins wachstumsstarke Ausland sehr ausgeprägt. Das belegen die Untersuchungen des Beratungsunternehmens Deloitte, wonach deutsche Einzelhändler zu den internationalsten weltweit gehören. Insbesondere der Fall des Eisernen Vorhangs eröffnete 1990 neue Chancen. Mit der Finanzmarktkrise 2008, die den als langweilig geltenden deutschen Einzelhandels- und Immobilienmarkt über Nacht zum Stabilitätsanker machte, während viele Auslandsmärkte schwächelten, hat sich auch der deutsche Einzelhandel wieder dem Heimatmarkt zugewandt, um hier die Wachstumspotenziale zu heben. Die liegen in der Modernisierung der Filialen und der Verfeinerung der Konzepte, die im Zuge der extrovertierten Wachstumsstrategie zu kurz gekommen waren. Dass bei der Rewe Group mit Alain Caparros ein Franzose die Supermärkte erstmals in Räume mit Erlebnisqualität verwandelte und damit Erfolge feiert, ist kein Zufall. Hier können die nüchtern rechnenden Deutschen von der französischen Lebensart lernen. Und auch die Kehrtwende, die der neue Metro-Chef Olaf Koch dem Handelskonzern verordnet hat, zeigt, wie groß der Strategiewechsel ist, den Metro vollziehen muss: Das Feintuning an den Konzepten etwa im deutschen und westeuropäischen Cash & Carry-Geschäft, das sich mit neuen Angeboten und mehr Service auf Kunden einstellen muss. Oder die Tochter Real mit ihrer vielen SB-Warenhäusern der 1. Generation, die zu groß sind, aber viel Potenzial für die Umwandlung in Fachmarktzentren haben. Im deutschen Einzelhandel gibt es noch großes Potenzial. Die Edeka-Gruppe, die sich nur auf den deutschen Markt konzentriert hat, zeigt, dass man damit auch Erfolg haben kann. Multichannel-Strategie

Die virtuelle Welt in einem realen Einkaufszentrum Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Die Frage, wie weit der Online-Handel den stationären Einzelhandel tatsächlich verändern wird, dürfte die Handelsimmobilien-Szene noch lange beschäftigen – bis abschließende Antworten auf diese Frage vorliegen. Mit einer möglichen Antwort befassen sich auch die Shopping-Center-Spezialisten, indem sie die „reale“ und die „virtuelle“ Welt verknüpfen. Darin sehen Experten die Zukunft. Für Marcus U. Hüttermann, Vorstand der Essener mfi AG, besteht die Zielsetzung darin, „die konsequente Integration von Onlineund OfflineVertriebskanälen im Rahmen einer gesamten Multichannel-Strategie für unsere Malls mit unseren Mietpartnern“ zu erreichen. Konkret: Der stationäre Einzelhandel wird in den mfiShopping-Centern mit der OnlineWelt so verknüpft, dass er seine Angebote via Internet auf verschiedenen Wegen direkt auf die jeweiligen interFoto: mfi aktiven Center-Websites bringen Digitales Aquarium: Fische zum selber basteln kann, über mobile Applikationen auf Smartphones, auf die gängigen sozialen Netzwerke, die laut mfi redaktionell intensiv betreut werden und auch auf die vielen Multimedia-Infostelen, die in den Arcaden des Essener Shopping-Center-Spezialisten zu finden sind. Wichtig bei der Umsetzung neuer Ideen sind für mfi-Vorstand Hüttermann dabei auch die Anregungen von Kunden – über soziale Netzwerke – und von den Mietpartnern

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Personalien Centermanager-Tausch im Norden und Osten Managertausch zwischen Flensburg/Neumünster und Schwedt an der Oder: Zum 1. April haben 2 CenterManager der MEC MetroECE Centermanagement GmbH & Co. KG ihr Einsatzgebiet getauscht. Ralf Müller (46), der bislang den Förde Park in Flensburg und das Freesen Center in Neumünster geleitet hat, übernimmt anstelle von Norbert Fels (48) das Management des Oder-Center in Schwedt, während Fels auf Müllers Position im hohen Norden wechselt. Der gebürtige Brandenburger Müller, der mit seiner Familie seit langem in Neubrandenburg lebt, nennt familiäre Gründe für seinen Wechsel. Fels, der ihm nun den Platz freimacht und Müllers Aufgaben in den beiden norddeutschen Einkaufszentren übernimmt, hat das Oder Center vier Jahre lang gemanagt.

Deals Mülheim a.d. Ruhr: Eine Privatperson hat ein Wohnund Geschäftshaus in der Oberhausener Straße in Mülheim-Styrum erworben. Das fünfstöckige Wohnund Geschäftshaus wurde im Jahr 1963 in Massivbauweise errichtet und befindet sich in einem gepflegten Zustand. Das Objekt verfügt über 4 Wohnungen (ca. 469 qm) und eine Gewerbeeinheit (ca. 237 qm) im Erdgeschoss. Die Gesamtnutzfläche beträgt ca. 706 qm. Verkäufer ist eine Erbengemeinschaft. Nach nur zwei Tagen Vermarktungszeit konnte Engel & Völkers Commercial Mülheim das Geschäftshaus vermitteln.


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Report Nr.143

Cities & Center & Developments (Einzelhändlern), genauso wie die Informationen und Beiträge der professionellen Analyse-Partner Inforbiz, Innofact und das e-web-Research-Center der Uni Mönchengladbach. Eines der Ergebnisse dieses kommunikativen Austauschs war die Installation von digitalen Multimedia-Infostelen an vielen Plätzen der mfi-Arcaden. Sie geben den Besuchern laut Hüttermann einen Überblick über das Shop-Angebot nebst Standortangaben und bieten wichtige Informationen wie Aktions- und Mieterangebote, Coupons oder Stau-Meldungen für den Heimweg sowie interaktive Spiele und Fotofunktionen einschließlich der Facebook-Verbindung. In ihren Parkhäusern bietet die mfi zudem Elektrotankstellen. Ab April geht der Shopping-Center-Spezialist laut Hüttermann mit einem „ShoppingClub für Besucher der mfi-Center“ an den Start. Er soll den Mitgliedern exklusive Vorteile bietet. Damit will die mfi im Wettbewerb mit dem Online-Handel punkten. Auch für die jungen „Digital Natives“ bietet das in den Höfen am Brühl in Leipzig und in den Pasing Arcaden installierte digitale Aquarium einen Anreiz, sich im Center zu beschäftigen. Hier können sie eigene Fische kreieren und beim regelmäßigen Besuch im Center füttern und pflegen. Für Herbst hat sich die mfi mit dem Bezahlen per Fingerprint eine weitere Neuheit ausgedacht. Die Deutschlandpremiere in den Berliner Arcaden ist in Vorbereitung.

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Deutliche Fortschritte auf dem Pfad der Erholung Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Mit einem kurzen Fazit kann die Hahn-Gruppe aus Bergisch Gladbach für das Geschäftsjahr 2012 Bilanz ziehen: „Gute Geschäftsentwicklung bestätigt den Aufwärtstrend der Hahn AG.“ So überschreibt der Spezialist für großflächige Handelsimmobilien seinen Bericht für das Geschäftsjahr 2012. Vorstandschef Michael Hahn spricht von einem zufriedenstellenden Verlauf des Geschäftsjahres. Daran will das Unternehmen auch 2013 anknüpfen, trotz schwieriger Rahmenbedingungenn an den Finanzund Kapitalmärkten. Der Aufwärtstrend lässt sich zunächst am Konzernergebnis nach Steuern ablesen, das sich von 1,04 Mio. Euro (2011) auf nun 2,6 Mio. Euro erhöht hat. Das entspricht nach Unternehmensangaben 0,20 Euro je Aktie nach 0,08 Euro im Jahr zuvor. 2010 hatte das Konzernergebnis nach Steuern noch -1,07 Mio. Euro betragen. Der Bild: Hahn Aufwärtstrend ist demnach unverNeues Hahn-Projekt Itter Center in Hilden kennbar. Basis des Erfolgs ist nach den Worten von Vorstandschef Michael Hahn vor allem die hohe Nachfrage institutioneller Investoren nach indirekten Anlagen in großflächige Fachmärkte und Fachmarktzentren, „die wir mit zahlreichen Fondszeichnungen und einem neu begonnenen Joint-Venture erfüllen konnten“. Zudem hat die Verschlankung der Konzernstrukturen zur Ergebnisverbesserung beigetragen. Insgesamt konnte die Hahn-Gruppe bei institutionellen Kunden ein Eigenkapital von 60 Mio. Euro für den Luxemburger Fonds HAHN FCP-FIS German Retail Fund, einwerben. Das gezeichnete Eigenkapital summierte sich zum Bilanzstichtag auf 261,5 Mio. Euro, nach 201,5 Mio. Euro im Jahr zuvor. Das Brutto-Fondsvermögen betrug

Deals Stuttgart: Die kanadische FirstService Corporation, der weltweit drittgrößte Dienstleister für Gewerbeimmobilien, hat die Mehrheit an Colliers Schauer & Schöll GmbH, München, sowie Colliers Bräutigam & Krämer GmbH, Stuttgart, erworben. Damit ist der börsennotierte Konzern erstmals auch auf dem deutschen Markt aktiv. Die Übernahme betrifft die Standorte von Colliers in München, Stuttgart und Berlin. Ein Team um M&AExperten Peter Baisch von CMS Hasche Sigle hat die FirstService Corporation bei dieser Transaktion beraten. Das PropertyManagement-Unternehmen FirstService verwaltet mehr als 213 Mio. qm an Wohnund Gewerbeimmobilienflächen über drei branchenführende Dienstleistungsplattformen. Weltweit setzte der Konzern zuletzt mehr als 2,3 Mrd. $ um und beschäftigt rund 23 000 Mitarbeiter.


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Report Nr.143

Cities & Center & Developments zum Jahresende 429 Mio. Euro. Im Privatkundengeschäft warb die ImmobilienGruppe mit 28 Mio. Euro Eigenkapital über neue Publikumsfonds und Private Placements etwas weniger ein als 2011 mit 35 Mio. Euro ein. Im Vorjahr wurden 2 geschlossene Immobilienfonds, ein Publikumsfonds und ein Private Placement aufgelegt. Insgesamt addiert sich das eingeworbene Eigenkapital auf etwa 88 Mio. Euro, 57% mehr als 2011 mit 56 Mio. Euro. Eine der größten Aktionen des Vorjahres war die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens mit dem Namen Prebo im 4. Quartal mit einer deutschen Immobiliengesellschaft, die 50% des Eigenkapitals eingebracht hat. Das Unternehmen hat für 137 Mio. Euro ein Portfolio aus 16 Einzelhandelsimmobilien mit Wertsteigerungspotenzial erworben. Die Objekte sind der Hahn-Gruppe bekannt, da sie sich bereits früher und in ihrem Management befunden haben. Für die HahnGruppe ist Prebo ein wichtiger Schritt in der Unternehmensentwicklung. Die Beteiligungserträge sollen zum festen Bestandteil des operativen Geschäfts werden.

Höhere Platzierungsleistung im Privatkundengeschäft Hahn-Vorstand Thomas Kuhlmann ist beim Blick auf 2013 zuversichtlich, da er eine wachsende Nachfrage für „unsere Art der Dienstleistungen“ sieht. Der 1982 gegründete Asset Manager für Einzelhandelsimmobilien bringt laut Kuhlmann für die Investoren „über alle Risikoklassen hinweg den entscheidenden Mehrwert ein, um in einem dynamischen Markt langfristig erfolgreich zu investieren“. Im Privatkundengeschäft strebt Vorstandschef Michael Hahn eine Erhöhung der Platzierungsleistung an. Mit Blick auf die Regulierung durch die AIFM-Richtlinie geht er davon aus, dass „hochwertige Sachwertbeteiligungen auch von Privatkunden wieder stärker nachgefragt werden“. Zudem soll der Bereich individuell konzipierter Private Placements und Clubdeals ausgebaut werden. 2012 hat die Hahn-Gruppe den Rohertrag im Konzern um 9,3% auf 17,7 Mio. Euro verbessert und den Personalaufwand von 6,5 Mio. auf 6,3 Mio. Euro gesenkt. Das Finanzergebnis ist auf Grund höherer Zinsaufwendungen von -1,7 Mio. auf -2,3 Mio. Euro zurückgegangen. Die Bilanzsumme lag mit 97,9 Mio. Euro um 26,7% über dem Vorjahresniveau. Dadurch sank die Eigenkapitalquote von 33,9 auf 30,5%. Hamborner REIT AG

Den Grundstein für weiteres Wachstum gelegt HIR DÜSSELDORF. Die Hamborner REIT AG hat im Vorjahr etwa 75 Mio. Euro in

neue Objekte in Aachen, Tübingen und Karlsruhe investiert und den Wert des Portfolios damit um 15% auf 580 Mio. Euro gesteigert. Die Grundlage für weiteres Wachstum 2013 wurde nach Angaben des Unternehmens durch die Übernahme von 2 Objekten in München und Berlin im Zeitraum von Januar bis März gelegt. Dadurch erreicht das Hamborner-Portfolio derzeit einen Wert von 655 Mio. Euro. Hinzu kommt noch der Vertrag über den Kauf eines Obi-Baumarktes in Hamburg (Volumen: rd. 17 Mio. Euro), der nach den bisherigen Plänen im Herbst 2013 fertig werden soll und den Immobilienbestand weiter erhöhen wird. Die Erhöhung des Immobilienbestands trug im vergangenen Jahr auch dazu bei, dass die Miet- und Hamborner Bestandsobjekt in Herford Pachteinnahmen um 15% von 32,2 Mio. Euro auf etwa 37 Mio. Euro gestiegen sind. Damit lag die Wachstumsrate aber unter dem Wert des Jahres 2011 mit 29%. Das Betriebsergebnis stieg auf 17,5 Mio. Euro,

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Unternehmens News Arkad 2 in Budapest wurde eröffnet Nach 18 Monaten Bauzeit wurde Mitte März das

Árkád 2 in Budapest eröffnet. Das neue ShoppingCenter vergrößert auf 3 Etagen das bereits bestehende Árkád 1 um rund 20 000 qm Mietfläche und zahlreiche neue Geschäfte – darunter Interspar, Van Graaf, New Yorker, Hervis, Deichmann und der AppleReseller „iStyle“. Mit einer Gesamtmietfläche von 68 000 qm bilden beide Center zusammen den größten Shopping-Standort in Ungarn. Insgesamt bieten sie Platz für ca. 200 Fachgeschäfte, Cafés, Gastronomie und Servicebetriebe, davon ca. 23 im Árkád 2. „Die Besucher können sich auf einen neuen Anziehungspunkt in der Hauptstadt freuen. Die gute Lage sowie der attraktive Branchen- und Mietermix werden das Árkád 1 und 2 zum beliebtesten Einkaufsstandort in Budapest machen“, so ECE-Chef Alexander Otto.

Deals Leipzig: Ein privater Investor aus Irland hat eine Gewerbeimmobilie in der Heinrichstraße in LeipzigReudnitz-Thonberg mit 7 Gewerbeeinheiten gekauft. 1992 wurde das Objekt kernsarniert. Verkäufer ist eine ausländische Immobiliengesellschaft. Engel & Völkers Commercial Leipzig vermittelte.


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Cities & Center & Developments nach 14,9 Mio. Euro im Jahr 2011, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich um 7% von 17,1 Mio. auf 18,4 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss sank dagegen leicht von 7,9 Mio. auf 7,7 Mio. Euro. Die Mietverträge des Portfolios haben nach Unternehmensangaben noch eine durchschnittliche Restlaufzeit von 7,2 Jahren. Die Eigenkapitalquote lag im vergangenen Jahr mit 60,3% deutlich über der für REITs vorgeschriebenen Quote von 45%. Die Aktionäre erhalten nach Mitteilung des Duisburger Bestandhalters, der schwerpunktmäßig in Handelsimmobilien investiert, für 2012 eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen bei den Miet- und Pachterlösen ein Wachstum von 20%. Es ist davon auszugehen, dass 2013 noch die eine oder andere Übernahme gelingt. Deutsche EuroShop AG

Verkauf von Center-Beteiligung in Polen geplant Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Die Übernahme des Herold-Centers in Norderstedt und des Allee Centers in Magdeburg im vergangenen Jahr sowie die anteilige Konsolidierung von Centererweiterungen wie der Altmarkt Galerie in Dresden, des Main-Taunus-Centers und des A10 haben den Wachstumspfad der Deutschen EuroShop AG in Hamburg 2012 vorgezeichnet. So erreichte der im S-Dax notierte Shopping-Center-Investor nach vorläufigen Zahlen 2012 ein Umsatzwachstum von 11% auf 211,2 Mio. Euro. Die Bestandsobjekte verzeichneten ein Plus von 2,6%. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich mit 9% auf 181 Mio. Euro (i.Vj.: 65,7 Mio. Euro) etwas weniger stark, während das Ergebnis vor Steuern und Bewertung (Ebt) um 11% auf 95,9 Mio. Euro zulegte. Das Bewertungsergebnis lag laut Deutsche EuroShop AG 2012 mit 7,2 Mio. Herold-Center in Norderstedt Foto: ECE Euro deutlich unter dem Wert des Jahres 2011 mit 47,5 Mio. Euro. Entsprechend lag auch das Vorsteuerergebnis unter Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses im Vorjahr mit 103,1 Mio. Euro um 23% unter dem 2011er Ergebnis von 134,0 Mio. Euro. Den Bewertungsgewinn der Bestandobjekte, die im Schnitt um 0,6% höher bewertet wurden, wird mit 12,4 Mio. Euro beziffert, der Net Asset Value mit rund 1,54 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis stieg um 24 % auf 123,2 Mio. Euro (99 Mio. Euro). Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis auch durch die Auflösung von Rückstellungen für latente Gewerbesteuern in Höhe von 20,1 Mio. Euro, die in den Vorjahren gebildet worden waren. 2011 hatte der Steuerertrag in der Ergebnisrechnung bei -35 Mio. Euro gelegen. „Die erwähnten einmaligen Steuererträge trugen 0,95 Euro zum Ergebnis je Aktie bei, das Bewertungsergebnis 0,03 Euro (2011: 0,73 Euro)“, teilt die Deutsche EuroShop mit. Der Beitrag des operativen Geschäfts je Aktie stieg im vergangenen Jahr von 1,19 auf 1,39 Euro je Aktie. Insgesamt wird der Gewinn je Aktie mit 2,37 Euro gegenüber 1,92 Euro im Jahr 2011 beziffert. In diesem Zusammenhang weist das Unternehmen darauf hin, dass die Zahl der Aktien 2012 im Zuge einer Kapitalerhöhung um gut 2,314 Mio. neue Aktien erhöht wurde.

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Deals Landkreis Leer: Im Auftrag einer Bank vermittelt Aengevelt den Verkauf von 2 voll vermieteten

Fachmärkten im Norden von Niedersachsen im Landkreis Leer. Zum einen in der Rudolf-EuckenStraße 24-26“ in Moormerland einen Fachmarkt mit 2 885 qm Mietfläche, davon ca. 1 860 qm Einzelhandelsfläche und rd. 1 025 qm für Hotelnutzung. Mieter sind Lidl und Kik und ein privat geführtes Hotel. Der Investor plant eine Erweiterung der Einzelhandelsflächen. Zum andern wurde der 2003 erbaute Fachmarkt „Im Brink 17“ in Hesel mit rd. 1 770 qm Handelsfläche sowie ca. 100 Parkplätzen vermittelt. Hauptmieter ist Lidl. Das Objekt bildet künftig den Teil einer größeren Handelsagglomeration, da der Investor auf dem Nachbargrundstück einen weiteren Fachmarkt errichtet. Die Märkte wurden für einen siebenstelligen Euro-Betrag an eine regionale Immobiliengesellschaft verkauft. Die Bruttoanfangsrendite wird in beiden Fällen mit über 10% angegeben.

Deals Düsseldorf: Mehrere Privatpersonen haben 3 Wohn- und Geschäftshäuser in der Jahnstraße in Düsseldorf-Friedrichstadt erworben. Die 1914 und 1955 erbauten Objekte verfügen über 25 Wohneinheiten (ca. 1 462 qm) und 4 Gewerbeeinheiten (ca. 1 797 qm). Verkäufer ist eine Erbengemeinschaft.


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Report Nr.143

Cities & Center & Developments Nach den Übernahmen des Vorjahres betreibt die Deutsche EuroShop 20 ShoppingCenter in Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn. Dass der Shopping-CenterInvestor seine Messlatte für den erwarteten Umsatz im Jahr 2013 mit 170 bis 173 Mio. Euro unter den Vorjahreswert legt, begründet das Unternehmen mit der Umstellung der Bilanzierung von „Gemeinschaftsunternehmen“ auf „At-equity“. Bezogen auf vergleichbare Bedingungen setzt die Deutsche EuroShop das Umsatzwachstum mit 9% an und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll in diesem Jahr bei 148 bis 151 Mio. Euro liegen. Bei vergleichbaren Bedingungen sei das ein Wachstum von 13%, beim Vorsteuerergebnis sollen es 112 bis 115 Mio. Euro werden, das wären 18% mehr als 2012. Aktienkurs

Quelle: Comdirect

Zur Ergebnissteigerung dürfte 2013 auch der angekündigte Verkauf der Beteiligung von einem Drittel am polnischen Einkaufszentrum Galeria Dominikanska in Breslau zur Portfolio-Bereinigung beitragen. Nach den Worten des CEO Claus-Matthias Böge ist das Unternehmen mit 2 potenziellen Käufern im Gespräch. Mit Blick auf den Geschäftsabschluss für das Jahr 2011 teilt der Deutsche-Euro-ShopVorstand mit, dass der Konzernabschluss auf Grund der falschen zeitlichen Zuordnung von Bewertungen im Zusammenhang mit der Übernahme des Billstedt-Centers einen Fehler aufweist. So hätte das Bewertungsergebnis von 8,3 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2010 und nicht in der G + V des Jahres 2011 erfasst werden müssen. Außerdem wurden in der Konzernkapitalflussrechnung 2011 im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit Zahlungsmittelzuflüsse in Höhe von 155,2 Mio. Euro und im Cashflow aus Investitionstätigkeit Zahlungsmittelabflüsse in gleicher Höhe jeweils im Zusammenhang mit dem Kauf des Billstedt-Centers ausgewiesen, Zahlungsmittelzu- oder -abflüsse hätten in dieser Periode aber tatsächlich nicht stattgefunden. Logistik-Markt

Der Online-Handel erzeugt einen neuen Flächenbedarf Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Der dynamisch wachsende Online-Handel beflügelt naturgemäß auch den LogistikMarkt. Der Immobilien-Dienstleister Jones Lang LaSalle (JLL) schätzt, dass der europäische Einzelhandel in den kommenden 5 Jahren zusätzlich etwa 25 Mio. qm Logistikflächen benötigen wird. Deutschland hat dabei eine führende Rolle. Das geht aus dem neuen JLL-Report über den Einfluss des Multichannel-Handels auf den Logistik-Markt hervor. Der Immobiliendienstleister geht davon aus, dass sich der Online-Umsatz im europäischen Einzelhandel in der ersten Hälfte dieser Dekade – also bis 2015 – auf etwa 10% verdoppeln wird. Der Zusatzbedarf an Logistikfläche betrifft die reinen Online-Anbieter und den stationären Einzelhandel, der das Geschäft vor Ort durch ein Internet-Angebot ergänzt, um vor allem jüngere Kunden zu erreichen. Nach den Worten von Alexandra Tornow, Associate Director EMEA Logistics & Industrial Research bei Jones Lang LaSalle, setzt sich der Flächenbedarf zusammen aus Logistikzentren mit über 100 000 qm auf der grünen Wiese, spezialisierten Paketvertriebs-Zentren und kleineren, lokalen Auslieferungs-Depots in der Nähe oder innerhalb von größeren Städten. Europaweit wird der Logistikflächenbedarf des Einzelhandels von Jones Lang LaSalle auf etwa 3 Mio. qm Spezialflächen für „E-Fulfillment-Zentren“ der reinen OnlineHändler und 22 Mio. qm für den darüber hinausgehenden Lagernachschub des Einzel-

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Personalien Lührmann hat eine neue Pressesprecherin Judith Beckering-Proffe ist seit Anfang des Jahres Pressesprecherin bei Lührmann Deutschland. Die 38jährige war zuvor 7 Jahre lang bei der Bremer Agentur nolte-PR tätig. Als PR-Beraterin betreute sie hier insbesondere Kunden aus dem Markenartikelbereich, Verbände, Vereine und wissenschaftliche Organisationen. In ihrer neuen Funktion verantwortet die gelernte Redakteurin und PR-Beraterin (dapr) die gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens. Sie berichtet direkt an die geschäftsführenden Gesellschafter Achim Weitkamp, Ansgar Meyer, Guido Kleinschmidt und Mario Hampel.

Deals Mainz: Rund 100 qm Einzelhandelsfläche vermittelte BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) an Marc Picard in der Innenstadtl von Mainz. Der Anbieter hochwertiger Ledertaschen wird im Herbst 2013 seine Filiale in der Stadthausstraße 15 eröffnen. Zuvor wurde die Fläche von engbers genutzt. Eigentümer ist ein institutioneller Anleger. Marc Picard bietet seit über 30 Jahren Damen- und Herren- sowie Reisetaschen, Rucksäcke und Trolleys an. Das Familienunternehmen kreiert seine exklusive Marc-PicardKollektion, die sich vor allem durch hohe Produktqualität auszeichnet. Filialen gibt es in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Tschechien.


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Cities & Center & Developments handels geschätzt. Da auch der stationäre Einzelhandel neben seinen Läden vor Ort quasi noch einen Online-Versand betreibt, muss er die notwendige logistische Lieferkette dafür aufbauen. Das Wachstum des Online-Handels werde eine fundamentale Veränderung der Größe, der Gestalt und der Lage der Logistikzentren zur Folge haben, glaubt Rainer Koepke, Leiter Industrie Immobilien Jones Lang LaSalle Deutschland. Viele Einzelhändler müssten ihre Lieferkette an das neue Konsumverhalten anpassen. Welche Strategie sie wählen würden, werde abhängen von der Art der angebotenen Produkte des Einzelhändlers, seines Umsatzvolumens, das er im Internet erziele und dem Tempo, in dem der Online-Umsatz wächst. ECommerce Logistikflächen-Umsatz 2009-2012

Quelle: JLL

Wie stark der reine Online-Handel zuletzt gewachsen ist, lässt sich laut JLL auch an seiner LogistikNachfrage ablesen: Sie ist zwischen 2009 und 2012 von 2% des gesamten Logistikflächenumsatzes auf 7% gestiegen und erreichte ein Volumen von insgesamt 2,7 Mio. qm. Der Anteil des Einzelhandels am gesamten Logistikflächenumsatz blieb in dieser Zeit bei etwa einem Drittel oder 16,5 Mio. qm konstant.

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Deals Grevenbroich: Die mobilcom-debitel Shop GmbH mietete über die Retail Berater von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) gut 100 qm Gesamtfläche in der Grevenbroicher Innenstadt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Oberkrämer/Eichstädt bei Berlin wird in der 1A-Lage Ostwall 31 im Shopping-Center Montanushof einen neuen Shop eröffnen, der damit einer von 132 mobilcomdebitel-Läden in NordrheinWestfalen ist. Der Montanushof im Herzen der Stadt ist mit 30 000 qm und über 30 Markengeschäften seit 30 Jahren das zentrale Einkaufs- und Freizeitzentrum in Grevenbroich.

Impressum

Da Deutschland nach Einschätzung von Alexandra Tornow gemessen am Logistikflächenbestand mit rund 50 Mio. qm und einem durchschnittlichen Umsatz von 3,8 Mio. qm (2009 bis 2012) führend in Europa ist und – hinter Großbritannien – in punkto Online-Markt europaweit am weitesten entwickelt ist, so ist es aus ihrer Sicht auch folgerichtig, dass das Land den Wandel bei der Logistikflächen-Nachfrage angestoßen hat. Dazu einige Beispiele: Amazon sicherte sich hierzulande 2011 mehr als 400 000 qm Neubauflächen, Zalando betreibt in Erfurt ein Logistikzentrum mit 128 000 qm. Laut Koepke entfiel in den vergangenen 4 Jahren mehr als 50% des europäischen E-Commerce-Logistikflächen-Umsatzes auf Deutschland. „Das waren mehr als 1,4 Mio. qm Fläche.“

Chefredaktion: Dr. Ruth Vierbuchen (V.i.S.d.P.);

Rasantes Flächenwachstum in Russland und Italien

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In den kommenden 5 Jahren erwartet er hierzulande einen Flächenumsatz durch Handelsunternehmen von etwa 6 Mio. qm, davon könnte auf Lagerflächen für ECommerce-Unternehmen ein Viertel entfallen. Erst mit weitem Abstand folgen andere europäische Ländern – allerdings mit steigender Tendenz: In Frankreich stieg der Flächenumsatz von 2% oder 30 000 qm (2009) auf 11% oder mehr als 140 000 qm im Vorjahr. In Italien konnte erstmals 2011 die Anmietung von Logistikflächen dem ECommerce zugerechnet werden. Damals waren es 2% oder 20 000 qm, 2012 waren es bereits 12% oder knapp unter 100 000 qm. „Noch rasanter verlief die Entwicklung“, so Jones Lang LaSalle, „in Russland“. Nach 15 000 qm im Jahr 2011 waren es im vergangenen Jahr bereits 165 000 qm (11% des Umsatzes). Mit Blick auf die restriktive Genehmigungspraxis beim großflächigen Einzelhandel in Deutschland fordert mfi-Vorstand Marcus Hüttermann eine Gleichbehandlung von stationärem und Online-Handel. So kritisiert er, dass es für einen Online-Händler leichter ist, die Genehmigung für eine große Logistikfläche zu bekommen als für den Einzelhandel für eine große Handelsimmobilie. Mit Blick auf das Thema Stadtentwicklung schneiden sich die Kommunen ins eigene Fleisch, wenn sie den stationären Einzelhandel gegenüber dem Online-Handel benachteiligen.

Kontakt: vierbuchen@rohmert.de Herausgeber: Werner Rohmert Korrespondentin Köln: Christine Scharrenbroch

Verlag: Research Medien AG, Rietberger Str. 18 33378 Rheda-Wiedenbrück, T.: 05242 - 901-250, F.: 05242 - 901-251 E.: info@rohmert.de www.rohmert-medien.de Vorstand: Werner Rohmert Aufsichtsrat: Senator E.h. Volker Hardegen (Vorsitz). Bankverbindung: Auf Anfrage Namens-Beiträge geben die Meinung des Autors und nicht unbedingt der Redaktion wieder.


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