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Liebe Leser, das Spannungsfeld, in dem sich der stationäre Einzelhandel und die Immobilieneigentümer im Internet-Zeitalter bewegen, wird immer größer und spannungsreicher. Auf der einen Seite steht die Notwendigkeit, sich in die Stimmungswelten der Konsumenten unterschiedlicher Generationen hineinzudenken. Sich den Kopf darüber zu zerbrechen, warum der Kunde in einer Zeit des Überangebots dieses oder jenes Shopping-Center aufsucht oder in diesem oder jenem Geschäft einkauft? Die immer stärker genutzte Möglichkeit, am stationären Einzelhandel vorbei via Computer, iPhone oder Smartphone online einzukaufen, erhöht den Druck, herauszufinden, was dem Kunden am realen Einzelhandel heute gefällt. Für Einzelhandel und Immobilieneigner ist schon viel Phantasie und Vorstellungskraft gefragt, um tief in die Psyche der Konsumten vorzudringen und herauszufinden, was sie zum Shoppen gehen animiert, obwohl viele schon sehr vieles haben. Dass seit geraumer Zeit das Interesse der Bundesbürger groß ist, abends mit Freunden Essen zu gehen oder sich an Samstagen oder Sonntagen zum geselligen Brunch in einer Kneipe mit Tischen auf den Bürgersteigen zu treffen, ist schon länger zu beobachten. Ergo gewinnt die Gastronomie in Einzelhandelsagglomerationen große Bedeutung, denn bei guter Laune könnten die Restaurant-Gäste anschließend auch noch Einkaufen gehen. Und auch in den klassischen Einkaufsmeilen wären solche Stätten der Geselligkeit und der Kommunikation zur Auflockerung der Monotonie zweifellos wichtig, doch sind hier die Mieten für die Branche zu hoch. Dieser Reise in die Psyche der Konsumenten steht hierzulande als Kontrastprogramm das immer restriktiver werdende Planungsrecht für Handelsimmobilien gegenüber. Betrachtet man etwa die entsprechenden Regelungen in den neuen Landesentwicklungsprogrammen von Bayern und vor allem Nordrhein-Westfalen (NRW), die Mark Butt, Partner der Kanzlei GSK Stockmann + Kollegen beim 4. CoRE Handelsimmobilientag vorstellte, dann stellt sich schon die Frage: Will der Gesetzgeber die Zentren vor der Konkurrenz am Stadt- oder Ortsrand „schützen“ oder die Konsument vor den modernen Konzepten des Einzelhandels? Die Akribie, mit der Juristen fernab jeder Einkaufsrealität das Planungsrecht etwa auf Landesebene ausarbeiten, kann schon in Erstaunen versetzen. Etwa die Festlegung in NRW, dass neue Nonfood-Märkte auf der grünen Wiese nicht mehr als die Kaufkraft der Einwohner in den betreffenden Kommunen auf sich ziehen dürfen. Da sich große Möbelhäuser meist nur auf der grünen Wiese ansiedeln können, sie aber ein großes Einzugsgebiet brauchen, um rentabel zu sein, heißt das: Neue Möbelhäuser sind künftig nicht mehr genehmigungsfähig. Und auch die Nahversorgung ist aufgrund des weltfremden Planungsrechts in vielen ländlichen Gemeinden heute gefährdet. Wahrscheinlich ist es einfacher, die geheimen Wünsche der Konsumenten zu erforschen, als jemals herauszufinden, was die Planungsrechtler so umtreibt. Dr. Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin

Nr. 158 vom 31.10.2013 Kostenlos per E-Mail ISSN 1860-6369

Inhaltsverzeichnis Editorial

1

CoRE Handelsimmobilientag: Gastronomie-Konzepte müssen gut durchdacht sein

2

Revitalisierungen: Das Gros der Fachmärkte ist in die Jahre gekommen

6

Hofgarten Solingen: Riesiger Kundenansturm am Tag der Eröffnung

8

Kronenberg Center: Ein neuer Nahversorger für den Krupp-Gürtel

10

Multi/Blackstone: Mehr Schlagkraft für die Expansion in Europa

12

Studie: Verkaufsfläche wird bis zum Jahr 2025 schrumpfen

14

Praktiker-Insolvenz: Baumarkt-Kette Hellweg verhandelt über Max Bahr

16

Retail Logistik: Bewältigung der Retouren wird zur Herausforderung

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Impressum

19

Ihr direkter Weg zu uns!

Partner des HandelsimmobilienReport


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Unternehmens News Der lange Kampf der Karstadt-Mitarbeiter

Neues Gastronomie-Konzept in der Hofstatt in München.

Foto: Jörg Lühmann

4. CoRE Handelsimmobilientag

Gastronomie-Konzepte müssen gut durchdacht sein Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ In der Shopping-Center-Szene sind die früher unterrepräsentierten GastronomieKonzepte als Frequenzbringer heute wichtiger denn je. Der Anteil an Cafés und Restaurants mit innovativen Konzepten ist stark gewachsen. Und auch die Standorte im Center werden prominenter, obwohl die Branche mit ihren niedrigen Margen bei der Miete engere Grenzen hat als beispielsweise Mode-Anbieter. Doch wie sehen die Gastonomen ihre neue Rolle und was erwarten sie von ihren Vermietern? Dies war eines der Themen, die Experten beim 4. CoRE Handelsimmobilientag in München unter Moderation des Initiators der Veranstaltung, Prof. Winfried Schwatlo, Geschäftsführer der gleichnamigen Managementgesellschaft, diskutierten. CoRE steht als Abkürzung für „Campus of Real Estate“ der HfWU, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtlingen-Geislingen. Die fachliche Leitung hatten neben Schwatlo die BBE Handelsberatung und die IPH Handelsimmobilien. Zu den Teilnehmern gehörten auch etwa 30 Studenten mit großem Interesse am Thema Handelsimmobilien. Wie der Gastronomie-Unternehmer David Baumgartner, der mit seinen Konzepten „Dean + David“, Pommes Freunde und Mama Chili bislang an 41 Standorten – z.T. auch über Franchise-Konzepte – erfolgreich ist, berichtete, hat er an seine erste Erfahrung im klassischen Shopping-Center weniger gute Erinnerungen. In einem neuen Center hatte er – in seiner Unerfahrenheit mit der Vertriebsform – sein „Dean + David“Restaurant im 1. Obergeschoss etabliert. Und scheiterte, was, wie er später erfuhr, den Center-Betreiber bei dem Standort nicht überraschte. Hier wünscht sich Baumgartner, der in seinem Vortrag über „Lauter neue Gastronomie-Konzepte“ sprach, künftig mehr faire Unterstützung vom erfahrenen CenterBetreiber. Mit Blick auf die heute angesagten Food-Courts regte Baumgartner zudem an, dass man die großen, bekannten Konzepte, die ihre Frequenz selbst erzeugen, weiter hinten etablieren sollte und die Frequenzschwachen Konzepte weiter vorne, so dass alle gleichermaßen Beachtung finden. Die Idee für sein erstes Gastronomie-Konzept „Dean + David“ hatte Baumgartner von seiner Weltreise mitgebracht. Das Konzept basiert auf täglich frisch zubereiteten Speisen zu bezahlbaren Preisen. Um die Personalkosten im Griff zu behalten, spielt das Selbstbedienungsprinzip eine wichtige Rolle. Den Durchbruch schaffte Baumgartner mit seinem 1. Restaurant in den „Fünf Höfen“, einem städtebaulich gut integrierten Center in der Münchener Theatinerstraße. Ein Problem für Gastronomen in ShoppingCentern können laut Baumgartner die relativ hohen Nebenkosten sein.

Die Forderungen von Arno Peukes, Verhandlungsführer der KarstadtBundestarifkommission bei ver.di sind klar: „Die Eigentümer Nicolas Berggruen und René Benko müssen endlich deutlich machen, wohin die Reise gehen soll.“ Aus seiner Sicht brauchen die verunsicherten Mitarbeiter, die im Zuge des Insolvenz bereits auf viel Geld verzichtet haben, endlich Klarheit darüber, dass Karstadt nicht nur als Markenname, sondern auch als zuverlässiger Arbeitgeber erhalten bleibt. Bundesweit haben die Karstadt-Mitarbeiter gestreikt, nachdem die Geschäftsführung im Mai die Tarifbindung aufgekündigt hatte und sich weigert, die Tarifbindung zu erneuern und einen Tarifvertrag zur Si-

cherung der Standorte und Beschäftigung zu vereinbaren. Ver.di kritisiert, dass Berggruen den Verkauf der Premium- und Sporthäuser an die österreichische Signa-Gruppe „als seinen Beitrag zur Gesundung des Unternehmens“ feiere statt, wie versprochen, in die Modernisierung zu investieren. „Wer nach der Tarifflucht von Karstadt im Mai jetzt auch noch das Unternehmen und die bisher erfolgreiche Mitbestimmung zerschlägt, spielt unverantwortlich mit den Ängsten der Beschäftigten", findet Peukes, Die nächste Verhandlungsrunde mit der Geschäftsführung findet Mitte November statt.


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Cities & Center & Developments Mit Blick auf die Beziehung „Gastronomie - Shopping-Center“ berichtete der Unternehmer Marc Uebelherr, dass er seine Konzepte speziell für die jeweilige Immobilie in der Innenstadt konzipiert. Für das neue Center Hofstatt in der Sendlinger Straße in München entwickelte er das Konzept „Oh Julia“, das durch sein Frische-Sortiment besticht. Wichtig für den Erfolg eines innovativen Konzepts ist aus seiner Sicht auch die regelmäßige persönliche Präsenz des Inhabers im Restaurant. Und ganz wichtig bei der Planung eines Konzepts sei es, sich über die Handelsmieter im Center zu informieren, um sich so auf die potenziellen Kunden einzustellen. Klare Vorstellungen hat der Gastronom Uebelherr auch bei der Konzeption von FoodCourts unter gemeinsamem Center-Dach: Wichtig ist es, früh „ins Boot“ einzusteigen und die Zusammenarbeit aller Spieler wird großgeschrieben. Die Bedeutung eines innovativen Konzepts wie „Oh Julia“ für die Hofstatt, bestätigte auch CenterManagerin Reinhild Holthaus vom internationalen Immobilienspezialisten Hines. Sie hatte vor einigen Jahren die Fünf Höfe gemanagt und das Konzept „Dean + David“ entdeckt. Für Center-Managerin Holthaus gibt eine innovative Gastronomie dem Center die ganz spezielle und einzigartige Note. Dass es wichtig ist, genau zu planen, an welcher Stelle der Food-Court platziert wird und welche Mieter wo angesiedelt werden, bestätigt auch Lars Jähnichen vom mfi Shopping-Center-Management. Bei den neuen Centern des Essener Unternehmens wurde der Anteil der Gastronomie von 4% auf heute 8% erhöht. Laut Silvia Horn, Niederlassungsleiterin der BBE Handelsberatung in Leipzig, liegt der Durchschnittswert heute bei 10%, in Tourismuslagen kann er auch 15 bis 20% erreichen. Angesichts der niedrigen Margen im Gastronomie-Gewerbe und den damit verbunde-

GRR

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Deals IPH managt künftig das Brunnen Center Die IPH Handelsimmobilien GmbH hat zum 1.10.2013 das CenterManagement des Brunnen Centers in Bad Vilbel nahe Frankfurt/M. übernommen. Das Center hat eine Mietfläche von 11 229 qm und bietet rd. 300 Parkplätze. Zu den 26 Mietern des im Jahr 2000 erbauten Centers gehören ein EdekaCenter, Deichmann und die Sparkasse Oberhessen. Bad Vilbel (rd. 32 000 Einwohner) grenzt an den nördlichen Stadtrand von Frankfurt Durch die Verkehrsanbindung über die B3, die A661 und die SBahn erschließt sich ein großes Einzugsgebiet.


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Cities & Center & Developments nen niedrigen Mieten, gilt es auch den Immobilie-Eigentümer davon zu überzeugen, dennoch prominente Fläche, die er an einen renditestärken Modeanbieter vermieten könnte, im Interesse der Aufenthaltsqualität, der Frequenz und des mittelfristigen Erfolges an Restaurantbetreiber zu vermieten. „Innovative Gastronomie-Konzepte tragen zum Image der Immobilie bei“, so Horn. Umgekehrt ist aber auch das Image des Shopping-Centers bedeutsam für den Erfolg der Gastronomen. Welche wirtschaftliche Bedeutung der Tourismus für Metropolen wie München hat, stellte Angelus Bernreuther, Leiter Standortforschung bei der BBE, in seinem Vortrag fest. Von den 3,5 Mrd. bis 4 Mrd. Euro Jahresumsatz, die im Münchener Innenstadtbereich - innerhalb des Altstadtrings - erzielt werden, entfallen nach einer Untersuchung etwa 1,5 Mrd. Euro auf Touristen, wobei sich vor allem die Besucher aus der arabischen Welt hervortun. Entscheidend ins Gewicht fallen dabei Luxus-Lagen wie die Maximilianstraße. Für Factory Outlet Center im Dunstkreis einer CoRE Handelsimmobilientag im Pschorr Foto: Jörg Lühmann Metropole können Touristen laut Bernreuther sogar die Haupteinnahmequelle sein. Dass aber auch der 4. CoRE Handelsimmobilientag nicht ohne das wichtige Thema Online-Handel, Multichannel-Vertrieb und die Furcht des stationären Einzelhandels vor der starken Konkurrenz, auskam, liegt auf der Hand. Angesichts der Tatsache, dass der Umsatz in Deutschland real nicht wächst – der Kuchen also zwischen mehr Spielern aufgeteilt werden muss – machte Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE und IPH, deutlich, dass es dennoch auch in diesem Wandel Gewinner mit „unglaublich erfolgreichen Konzepten“ gibt.

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Mapic Awards Mapic Awards mit Rekord bei Bewerberzahl Mit mehr als100 Bewerbungen aus 24 Ländern, verzeichnet die Internationale Messe für Handelsimmobilien Mapic in Cannes in diesem Jahr einen Teilnehmer-Rekord. Nach der Vorentscheidung am 17. Oktober in Paris hat die Jury 27 Finalisten ausgewählt. Die Messe, die von der Reed Midem organisiert wird, findet in diesem Jahr vom 13. - 15. November statt. Für Nathalie Depetro, Director der Mapic ist die große Bewerberzahl aus aller Welt ein Beleg für das große Interesse an den Mapic-Awards. Mit Blick auf die hohe Qualität der eingereichten Objekte sei die Auswahl nicht leicht gewesen. Unter den deutschen Bewerbern ist Media Markt Saturn in der Kategorie „beste Omnichannel Strategie“ als eines von 3 Konzepten nominiert. Insgesamt werden Preise in 7 Kategorien ausgelobt. Dazu gehören „Best Fashion & Footwear Retail Con-

Es gibt auch Gewinner mit erfolgreichen Konzepten Dazu zählt er die internationalen Handelsmarken wie Hollister, Abercrombie & Fitch und viele mehr, die sich aber nur in den Top-Lagen der Metropolen ansiedeln. Laut Stumpf gibt es aktuell 20 internationale Suchanfragen für München. Dass sich zudem immer mehr Markenhersteller auch auf Einzelhandel konzentrieren, hat mehrere Gründe. Zum einen füllen sie damit die Lücke, die der wegsterbende Facheinzelhandel hinterlässt und zum anderen erhöhen sie damit die Spannen und können – im Wettbewerb mit anderen Konzepten – höhere Mieten zahlen. Außerdem dient das der Markenerziehung, d.h. die Hersteller können demonstrieren, wie sich die Produkte erfolgreich präsentieren lassen. Beispiele sind die neuen Stores von Milka, Nivea oder Porsche Design. Last not least sind die stationären Läden der „Pure Online Player“ wie Zalando oder Google World in Hamburg zu nennen. Das Problem: Da diese Spieler vor allem in frequentierte Top-Lagen gehen, werden aus Stumpfs Sicht viele weniger prominente Lagen verlieren. Manche Immobilieneigentümer werden sich deshalb darauf einstellen müssen, dass sie ihre alten Mieten nicht mehr erzielen können. Unter der Überschrift „Regionales Online-Marketing für Einkaufszentren“ machte Berater Alexander Heinemann darauf aufmerksam, dass Shopping-Center für viele potenzielle Besucher nicht existent sind, wenn sie „online“ nicht gefunden werden. Auf eine gute Website gehörten alle notwendigen Grundinformationen wie Öffnungszeiten,

cept“, „Best Food & Beverages Retail Concept“, „Best Retail global Expansion“, „Best Factory Outlet Center“, „Best Retail and Leisure Development”, “Best Retail Real Estate in City Center”, “Most Innovative Shopping” und eben “Best Omnichannel Strategy”. Die Preise warden am 14. November in Cannes verliehen.


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Cities & Center & Developments Anfahrtswege, Mieter und Aktionen – alles übersichtlich auf den ersten Blick erkennbar. Da über 80% der Shopping-Suchen bei Google starten, ist laut Heinemann zudem eine Suchmaschinen-Optimierung sehr wichtig, zumal ein großer Teil der Besucher anschließend im stationären Handel einkauft. Eine Werbung über den Dienstleister Google, der zunächst regional ausgerichtet sei, bringt wenig Streuverluste. Wie wichtig ein aktives „Facebook-online-Marketing“ heute ist, bestätigte zudem Baumgartner aus eigener Erfahrung. All dies wird aber nichts daran ändern, dass die Menschen auch in Zukunft ihre Lebensmittel direkt um die Ecke und persönlich einkaufen wollen. Denn beim Lebensmitteleinkauf ist der Online-Handel nur begrenzt gefragt. Hier spielt – nicht zuletzt angesichts der hohen Benzinkosten - die Rückbesinnung der Menschen auf die Städte eine Rolle, wie Markus Wotruba, Leiter Standortforschung bei der BBE, berichtete. Darauf stellen sich auch die deutschen Lebensmittelanbieter seit 2007 bei ihren Konzepten und der Standortwahl ein. Zu den ersten, die reagierten, gehörten laut Wotruba Aldi und Lidl. Neben den typischen Innenstadt gerechten Formaten von Rewe, Kaufland, Hit oder Edeka baute Aldi z.B. in München für seine Filiale ein Geschäftshaus mit Wohnungen, die das Unternehmen selbst vermarktet hat. Dass sich der zur Rewe-Group gehörende Discounter Penny von Anfang an auf wohnortnahe Standorte und weniger auf Auto-Standorte konzentriert hat, zahlt sich nach den Worten von Dietmar Burtzlaff, Bereichsleiter Expansion bei Penny, heute aus. Nachdem das Unternehmen vor 3 Jahren in die roten Zahlen gerutscht war, erarbeitet Penny aktuell für seine 2 200 Filialen ein neues Konzept und investiert pro Markt 150 000 bis 200 000 Euro in die Umgestaltung. Insgesamt beläuft sich das Programm auf 350 Mio. Euro. Es soll 2015 abgeschlossen sein.

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Deals CR verkauft das Hertie-Haus in Gronau CR Investment Management hat das HertieGebäude in der Gronauer Innenstadt an die Stadt Gronau verkauft. Die Immobilie aus dem Jahr 1971 bietet knapp 13 000 qm Bruttogeschossfläche. Laut CR-Director Sebastian Mogos-Lindemann ist das nach Peine der 2. Standort, an dem die Stadt als Investor auftritt. Das könne auch ein Beispiel für andere von der Hertie-Insolvenz betroffenen Kommunen sein. CR hat damit 12 HertieImmobilie in10 Monaten verkauft. Es bleiben noch 20. Der Verkauf wurde u.a. durch Hatfield Philips gesteuert.

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Cities & Center & Developments Weil Discounter heute mehr bieten müssen als die reine Grundversorgung, gibt es in den neuen Penny-Märkten auch ein Regal mit Convenience-Produkten und das Thema Frische wird großgeschrieben. Beim Filial-Relaunch konnte sich Penny nach Burtzlaffs Worten auch auf die Unterstützung vieler Vermieter verlassen. Wie Aldi hat auch Penny Geschäftshäuser mit Wohnungen. In Hamburg sei das vorgeschrieben, weiß der Expansionsleiter. Wie die nachhaltige Nahversorgung in der modernen Quartiersentwicklung aussieht, erläuterte Günter Minge, Vorstand der Deutschen Eigenheim AG am Beispiel von Telkow Town in Berlin. Neben den Lebensmittelvollsortimentern in der Nachbarschaft sieht die Entwicklung private Grünflächen vor, damit die Menschen für die Selbstversorgung Obst- und Gemüse anbauen können. Revitalisierungen und restriktives Planungsrecht

Das Gros der Fachmärkte ist in die Jahre gekommen Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Nach Einschätzung von IVG Research ist in Deutschland etwa 70% des Fachmarktbestands revitalisierungsbedürftig. Denn das Gros der Märkte in Westdeutschland wurde in den 1980er-Jahren gebaut, der größte Teil in Ostdeutschland nach der Wende Anfang der 1990er-Jahre, so dass viele das Ende des Lebenszyklus erreicht haben. Da Fachmarktstandorte auf Grund des restriktiven deutschen Planungsrechts nicht beliebig multiplizierbar sind, ist es für Investoren lohnenswert, sich mit der Revitalisierung und Performancesteigerung von guten etablierten Standorten zu beschäftigen, um Wertsteigerungen zu erzielen. Nach den Worten von Uwe Seidel, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Dr. Lademann & Partner in Hamburg, erreichen umfangreiche Revitalisierungen, die etwa bei Fachmarktzentren auch mit einem neuen Konzept und einem anderen Mietermix einhergehen können, oft die gleiche Komplexität, wie NeuErfolgreiches Revitalisierungsobjekt Indupark Bild: MEC bauprojekte. Dies ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass es in Deutschland keine Immobilienklasse gibt, die so stark reglementiert wird, wie Handelsimmobilien. Mit Themen rund um Fachmarkt-Immobilien beschäftigte sich am 29./30. Oktober auch der 5. Fachmarktimmobilien Kongress in Wiesbaden, über den der „Handelsimmobilien Report“ in der nächsten Ausgabe ausführlich berichten wird. Wie es in der Studie „Fachmärkte in Deutschland“, die von der MEC Metro ECE Centermanagement zusammen mit Partnern (Dr. Lademann & Partner, GfK, Corpus Sireo, Henderson) zur Expo Real vorgestellt wurde, heißt, tragen alle turnusmäßigen Fortschreibungen der Gesetzestexte von Bund und Ländern wie der neue Entwurf zum Landesentwicklungsplan in Nordrhein-Westfalen zur Verschärfung der Ansiedlungsbedingungen bei. Das gilt auch für Umnutzungsmöglichkeiten bei bestehenden Objekten im Zuge einer Revitalisierung, d.h. für die Suche nach einem Nachmieter aus einer anderen Branche, da die Branche im Nutzugskonzept oft festgelegt wird.

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Deals Hahn-Gruppe gewinnt Ankermieter Rewe Das Asset Management der Hahn-Gruppe hat für den institutionellen Fonds

German Super Stores im Namen und Auftrag der MEAG, dem Vermögensmanager von Munich Re und Ergo, mit der Rewe Markt GmbH einen langfristigen Mietvertrag über ca. 3 700 qm Mietfläche im Einkaufszentrum Traunpassage, Werner von Siemens-Straße, Traunreut, abgeschlossen. Die gesamte Traunpassage mit rund 14 000 qm Mietfläche ist noch bis Ende 2013 an den Lebensmittelkonzern Edeka vermietet. Nachdem mit Rewe ein neuer Ankermieter mit hochwertigem Lebensmittelkonzept für das Einkaufszentrum feststeht, können die weiteren Center-Flächen abschließend vermietet werden. Es ist beabsichtigt, langfristige Mietverträge mit Drogerie Müller, C&A, Bürobedarf KautBullinger sowie zahlreichen Shops und Dienstleistungsbetrieben abzuschließen. Ziel ist eine Aufwertung der aktuell größten Handelsimmobilie Traunreuts, damit diese ihre führende Marktstellung in der Region ausbauen kann.

Deals Heidelberg: Planet Sports hat in Heidelberg rund 500 qm in der Hauptstraße 107 gemietet. Vermieter der Fläche ist ein privater Investor. Die Eröffnung des Shops ist für Mitte 2014 geplant .CBRE war bei der Anmietung beratend tätig.


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Cities & Center & Developments Ein Beispiel dafür ist die Insolvenz der Praktiker-Baumarktkette. An einzelnen Standorten sind auch Branchen wie Möbelanbieter interessiert, doch muss geprüft werden, ob es bei den Standorten Sortimentsfestsetzungen oder – beschränkungen gibt. Denn die Festsetzung von Sondergebieten für großflächigen Einzelhandel im Rahmen von § 11,3 Baunutzungsverordnung umfasst i.d.R. die „zulässigen Betriebstypen, zusätzlich zur jeweiligen Gesamtverkaufsfläche und zu etwaigen Regelungen zu Einzel- und Randsortimenten“. Dieses restriktive deutsche Planungsrecht führt dazu, dass der Umfang der Fachmarktflächen nur noch geringfügig wächst. Solche Besonderheiten des deutschen Marktes müssen Investoren berücksichtigen, wenn sie Immobilien aus dem Fachmarkt-Segment mit dem Ziel erwerben, durch Nachnutzung oder Nutzungsänderung die Mieten zu steigern. Aus Sicht von Geschäftsführer Seidel ist bei Revitalisierungen deshalb die frühzeitige Einbindung von spezialisierten Gutachtern und Juristen nötig, um eine hohe Projekteffizienz und Stringenz bei der Anpassung des Baurechts zu erreichen. Denn bei Revitalisierungsprojekten muss zunächst die planungsrechtliche Ausgangslage analysiert werden. „Dazu filtert man zunächst die vorhandenen Festsetzungen im Bebauungsplan und identifiziert, welche Spielräume für Objektanpassungen unter Ausnutzung des bestehenden Planungsrechts gegeben sind“, heißt es in der MEC-Studie. Weitere wichtige Beurteilungskriterien sind sozioökonomische Faktoren wie die Einwohnerzahl und die Kaufkraft im Einzugsgebiet sowie die Wettbewerbsbedingungen in der direkten Umgebung. Aus Sicht von Seidel ist die Einbeziehung von Gutachtern und Spezialisten im Grunde die Voraussetzung, wenn es darum geht, ein klassisches Fachmarktzentrum mit Grüne-Wiese-Sortimenten in ein Fachmarktorientiertes Shopping-Center umzuwandeln. Denn hier spielen auch Sortimente eine Rolle, die sich oft nur in der City ansiedeln dürfen. Da viele Fachmarktstandorte 20 bis 30 Jahre alt sind, ist bei einigen die wirtschaftliche Situation laut MEC-Studie geprägt durch eine negative Wechselwirkung aus veränderten Kundenwünschen, veralteten Ladenkonzepten, zunehmendem Wettbewerb, Leerstand und substanziellen Baumängeln. Hier scheine eine Projektentwicklung der einzige Ausweg zu sein, um die Immobilie wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Das Baurecht gibt dabei eine Art Bestandsschutz.

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Cities & Center & Developments Der Zeitraum, in dem eine Fachmarktimmobilie modernisiert, saniert, umgebaut oder abgerissen werden muss, liegt aus Sicht der Experten zwischen 10 und 15 Jahren: Berücksichtige man zusätzlich die sich laufend ändernden Kunden- und auch Mieteranforderungen, so beginne der substanzielle Modernisierungsbedarf, ähnlich wie bei Shopping-Centern, bereits nach 7 bis 10 Jahren“, heißt es in der Studie. Wie bereits oben erwähnt, sind neben der Bundesregelung durch § 11,3 Baunutzungsverordnung (BauNVO) bei umfangreichen Umbau- resp. Revitalisierungsmaßnahmen auch die Landesplanung der Bundesländer sowie die Regionalplanung zu beachten, die bundesweit unterschiedlich restriktiv ausfällt. Nur geringe Begrenzungen identifiziert die MEC-Studie für die Länder Rheinland-Pfalz, wo es kein Kongruenzverbot gibt, keine prozentuale Begrenzung innenstadtrelevanter Randsortimente und keine ausschließliche Ansiedlung in zentralen Versorgungsbereichen vorgeschrieben ist. Auch in Hessen ist keine zwingende Ansiedlung in zentralen Versorgungsgebieten vorgeschrieben und auch Thüringen kennt nur relativ geringe Einschränkungen. Mittlere Limitierungen identifiziert die Studie für die Bundesländer Saarland, Sachsen, Brandenburg, Berlin, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, SachsenAnhalt, Schleswig-Holstein und Bayern. Hier ist z.T. die Ansiedlung in Zentralen Versorgungslagen vorgeschrieben, das Volumen der Zentren-relevanten Sortimente begrenzt oder es besteht ein Kongruenzgebot, wonach der Verflechtungsbereich nicht wesentlich überschritten werden darf. Starke Begrenzungen hat die Studie in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Hamburg ausgemacht. Hier ist die Ansiedlung des Zentren-relevanten Einzelhandels nur in „Zentralen Versorgungsgebieten“ oder innerhalb von Zentren zulässig. In der Region Stuttgart dürfen bei nicht-zentren-relevanten EinzelhandelsProjekten die Zentren-relevanten Sortimente maximal 3% bzw. 350 qm betragen. Hofgarten Solingen

Riesiger Kundenandrang am Tag der Eröffnung Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Am 24. Oktober wurde das lang erwartete Shopping-Center „Hofgarten Solingen“ eröffnet. Es bildet am Graf Wilhelm Platz, neben dem Busbahnhof, ein architektonisches Highlight für ein modernes Einkaufserlebnis. Prägende Elemente sind ein großzügiger Food-Court mit Blick auf den Marktplatz mit einer Ecke für die kleinen Gäste, außergewöhnliche Toiletten sowie eine großzügige Mall mit hohem Glasdach. Zum Marktplatz hin bietet das Center Raum für Gastronomie mit Außenbestuhlung. Das von Sonae Sierra und MAB Development in einem JointVenture entwickelte Center bietet einen Rundlauf, so dass tote Ecken vermieden werden. Im Souterrain befindet sich ein Edeka-Vollsortimenter der neuesten Generation. Immer häufiger nutzt der Lebensmitteleinzelhandel günstige Gelegenheiten, um sich in den Innenstädten anzusiedeln, wo im Zuge der Re-Urbanisierung auch immer mehr Menschen leben wollen. Als erster Mieter eröffnete Saturn am 24. Oktober bereits um 6 Uhr seinen Elektrofachmarkt, der neue Edeka-Markt folgte um 8 Uhr.

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Stadt News Mainz: Planungskonzept für Einkaufsquartier Die Stadt Mainz und die ECE haben sich auf ein Planungskonzept für das

Einkaufsquartier in der Ludwigstraße geeinigt. Bereits Anfang Juni waren die Rahmenbedingungen durch ein Eckpunktepapier zwischen Stadt und ECE konkretisiert worden. Die Details wurden jetzt dem Lenkungsausschuss vorgestellt. „Heute liegt eine Mainzer Lösung auf dem Tisch“, so Oberbürgermeister Michael Ebling. Das Ensemble bildet mit 5 Einzelbaukörpern ein städtisches Viertel. Alle Gebäude haben auch in den glasüberdeckten Gassen Außenfassaden und die Straßenbeläge lehnen sich an die Umgebung Der Gutenbergplatz wurde architektonisch aufgewertet. Das neue Karstadt-Haus ist zum Gutenbergplatz angeordnet und bildet den 5. alleinstehenden Baukörper. In einem 8. Ludwigsstraßenforum soll das Konzept der Öffentlichkeit zur Diskussion vorgestellt werden. Nach Planung der Verwaltung soll der Rat am 4. Dezember einen Grundsatzbeschluss zum weiteren Verfahren treffen. Auf Grundlage eines positiven Stadtratsbeschlusses soll Anfang 2014 der Architektenwettbewerb und das Bebauungsplanverfahren beginnen. Der Baustart könnte im Herbst 2015 sein und die Eröffnung im Frühjahr 2018.


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Cities & Center & Developments Um 10 Uhr gab nach einem Bericht der Rheinischen Post Oberbürgermeister Norbert Feith mit dem Durchschneiden des roten Bandes das Center offiziell für die Kunden frei. Für ihn ist der neue Hofgarten ein Meilenstein in der Stadtgeschichte. Für die Solinger offenbar auch, denn sie strömten zu Tausenden in die neue Einkaufsstätte. Die Einzelhändler hatten dem Vernehmen nach bereits zu Mittag ihre Planzahlen erreicht. Insgesamt bietet der Hofgarten Solingen auf 29 000 qm Mietfläche bislang 86 namhafte Mieter, davon 16 aus dem Gastronomie-Bereich, darunter auch einige mit internationaler Küche. Mehr als 30 Marken sind laut Sonae Sierra neu in der Stadt, darunter auch einige internationale für die Solingen mit seinen 160 000 Einwohnern und 270 000 Menschen im Einzugsgebiet genügend Potenzial bieten dürfte. 10% der Fläche im Hofgarten sind noch zu vermieten, doch sind die Verantwortlichen zuversichtlich, auch dafür schnell weitere Mieter zu finden. Auf die Frage nach den Clemens-Galerien am unteren Ende der Hauptstraße sagte Thomas Binder, Managing Director von Sonae Sierra Germany, er hoffe, dass hier auch bald etwas zur Aufwertung getan werde. Aus seiner Sicht wäre das gut für die Haupteinkaufmeile von Solingen, da der Hofgarten Solingen und die Clemens Galerien gemäß dem Knochenprinzip zwei wichtige Pole in der Stadt bilden würden. Für Ana Maria Oliveira, Board Director und zuständig für das Development von Sonae Sierra in Europa ist der Hofgarten Solingen auch ein wichtiges Pilot-Projekt, weil hier erstmals die Nutzungsmöglichkeiten des Internets voll zum Einsatz kommen. So gibt es eine interaktive Kommunikationsplattform über die sich die Kunden über die Mieter informieren können und Zugang zu allen Homepages der Mieter erhalten und noch vieles mehr.

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Deals Regensburg: Die K&L Ruppert Zentralverwaltung Stiftung & Co.KG mit Sitz in Weilheim hat ihre Filiale in Regensburg verkauft. Das Geschäftshaus in der Residenzstraße 3 bietet auf insgesamt 5 Etagen eine Gesamtnutzfläche von ca. 2 752 qm. Neuer Eigentümer des Objekts ist die Hubert Haupt Immobilien Holding. Der Münchner Projektentwickler will das rd. 100 Jahre alte Gebäude mit der grau-weißen Stuckfassade in bester Sicht- und Lauflage umfassend modernisieren und zahlreiche Einzelhandelsflächen entwickeln. Bei der Transaktion war Engel & Völkers Commercial Regensburg beratend und vermittelnd tätig.

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Cities & Center & Developments Kronenberg Center Essen

Ein neuer Nahversorger für den Krupp-Gürtel

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Deals Douglas-Gesellschafter wollen Nocibé erwerben

Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Die Entwicklung des Krupp-Gürtels hat im Stadtentwicklungskonzept von Essen große Bedeutung. Ein Baustein bildet neben der Ansiedlung neuer Firmen und dem Freizeitgelände Krupp-Park ein neues Fachmarktzentrum mit auffallender Architektur, das Kronenberg Center, das Mitte Oktober eröffnet wurde. Der 20 ha große Thyssen-Krupp Campus mit der futuristischen Hauptverwaltung als Landmarke auf dem Gelände des ehemaligen Krupp-Gussstahlwerks an der Altendorfer Straße in Essen war für die Stadt ein wichtiges LeuchtturmProjekt. Es war im Grunde der Startschuss für die forcierte Entwicklung des Krupp-Gürtels (Foto: MEC). Für die Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft (EWG) war das zudem die Schlüsselinvestition im westlichen Innenstadtbereich. So, wie die Ruhrmetropole Essen und der Stahlkonzern Krupp in 200 Jahren gemeinsamer Geschichte eng miteinander verbunden sind - nicht umsonst spricht man von der Krupp-Stadt – so war auch die Entwicklung und Restrukturierung des in weiten Teilen brach liegenden Krupp-Gürtels für die Stadtentwicklung von elementarer Bedeutung. Denn der gesamte Krupp-Gürtel umfasst 230 ha und grenzt an die westliche Innenstadt. Er trennt den Stadtteil Altendorf, ein Wohngebiet mit sozialem Wohnungsbau, von der Innenstadt. Durch die Ansiedlung des Thyssen-Krupp-Campus, der weitere Unternehmensansiedlungen nach sich gezogen hat, wird wieder eine wichtige Verbindung zwischen Innenstadt und Wohnquartier geschaffen. Neben der „Industrie“ spielt im Krupp-Gürtel mit dem Krupp-Park auch das Thema Freizeit und Erholung eine wichtige Rolle im Stadtentwicklungs-Konzept. Ein weiteres wichtiges Bauteil ist ein neues SB-Warenhaus resp. Fachmarktzentrum (Foto: MEC) auf einem 63 000 qm großen Areal an der Haedenkampstraße als Ersatz für den in die Jahre gekommenen Real-Markt an der Husmannshofstraße aus dem Jahr 1980. Das Grundstück hatte die Immobilientochter der Düsseldorfer Metro Group, Metro Properties, 2011 im Rahmen eines Bieterverfahrens erworben. Dabei war das Unternehmen mit dem Entwurf eines Fachmarktzentrums vom Essener Architektenteam KZA Koschany + Zimmer, ins Bieterverfahren gegangen. Das Charakteristische: Mit seiner Form – einer weißen Welle – und dem begrünten Dach passt sich das 30 000 qm große Fachmarktzentrum in seine natürliche Umgebung ein – und setzt in punkto Architektur in der Fachmarkt-Szene durchaus Zeichen. Das große Gründach diene der Klimatisierung und sorge für eine natürliche Isolierung, wodurch auch die Heizkosten gesenkt würden, teilt Metro Properties als

AI Perfume France SAS, eine von den Gesellschaftern der Douglas Holding AG kontrollierte Gesellschaft, verhandelt exklusiv mit dem europäischen Finanzinvestor Charterhouse Capital Partners über den Erwerb der französischen Parfümeriekette Nocibé. Damit würde die Douglas-Gruppe, die sich im Eigentum von Advent International und der Familie Kreke befindet, ihre Position als eine der führenden Parfümerieketten in Europa ausbauen. Es ist geplant, dass Nocibé unter dem Dach der DouglasHolding integriert wird. Douglas und Nocibé gehören schon heute als Nummer 4 und Nummer 3 zu den führenden Anbietern im französischen Parfümeriemarkt. Durch den Erwerb von Nocibé würde die größte Parfümeriekette Frankreichs mit 625 Filialen und etwa 4 000 Mitarbeitern entstehen. Gemeinsam würden Douglas und Nocibé gemessen am Umsatz zur Nummer 2 aufsteigen. Die geplante Transaktion wird gemeinsam von der Gründerfamilie Kreke und von Advent Internationals Büros in Frankfurt und Paris durchgeführt, wobei das Frankfurter Team die Sektor-Erfahrung und das Pariser Team das spezifische Wissen über den französischen Markt einbringt.

Deals Karlsruhe: Planet Sports hat in Karlsruhe rd.1 000 qm in der Herrenstraße 2629 gemietet. Vermieter ist ein privater Investor. Der Planet Sports-Store ist seit Anfang Oktober eröffnet. CBRE vermittelte.


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Cities & Center & Developments Projektentwickler und Baumanager des Centers mit. Am 24. Oktober 2013 wurde das neue Fachmarktzentrum als Kronenberg Center eröffnet. Eigentümer ist die Fachmarktzentrum Essen GmbH & Co KG, eine Gesellschaft der LHI-Gruppe in Pullach bei München, das Center-Management übernimmt die MEC Metro ECE Centermanagement GmbH & Co KG aus Düsseldorf. Die Investitionssumme beträgt 60 Mio. Euro. Bevor das neue Center gebaut werden konnte, mussten diverse Blindgänger aus dem Krieg entschärft und ein alter Bunker beseitigt werden. Wichtiger Ankermieter des Kronenberg Centers ist der SB-Warenhaus-Betreiber Real, der auf 9 000 qm nach den Worten von Didier Fleury, Vorsitzender der RealGeschäftsführung, hier die nächste Real-Generation betreiben wird. Mit der ThyssenKrupp-Hauptverwaltung – hier arbeiten etwa 2 500 Mitarbeiter – zahlreichen weiteren Betrieben im Umfeld sowie dem Stadtteil Altendorf in der Nachbarschaft, hat das neue Fachmarktzentrum ein recht großes Einzugsgebiet, von dem bereits der frühere RealMarkt profitiert hat. Laut Christian Schröder, Chief Operating Officer der MEC, schätzen die Kunden beim Versorgungseinkauf möglichst kurze Wege und den damit verbundenen geringen Zeitaufwand. Wie Real-Chef Fleury betont, ist „das Warenangebot optimal auf die Kundenstruktur in Essen-Altendorf zugeschnitten.“ Bei dem Real-Markt handelt es sich um ein klassisches SB-Warenhaus mit großem Nonfood-Angebot, darunter auch Fahrräder und Fernseher, neben dem umfassenden Lebensmittelsortiment. Ins Auge springt auch das Angebot im Bereich „Wohnwelten“ mit einer ansprechenden Produktauswahl für Küche, Wohnen, Essen sowie Schlafen, Bad und Wellness.

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Personalien Comfort Leipzig verstärkt Vermietungs-Team Comfort erweitert das Leipziger VermietungsTeam um Thomas Müller (39). Der Einzelhandelskaufmann bringt neben der Erfahrung, die er bei verschiedenen Handelsunternehmen wie Juwelier Christ, Telekom und Höffner Möbelgesellschaft gesammelt hat, auch immobilienspezifische Berufserfahrung aus der Einzelhandelssparte des internationalen Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle mit. Müller soll künftig beim Ausbau der Comfort-Marktposition in den neuen Bundesländern einen maßgeblichen Beitrag leisten.

Dass sich Real nach Abgabe des internationalen Geschäfts an die französische Auchan

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Cities & Center & Developments im vergangenen Jahr nun ganz auf seine deutschen Märkte konzentrieren kann, sieht Fleury als Vorteil. Da sich das Filialnetz von Real aus vielen unterschiedlichen Unternehmen zusammensetzt und der größte Teil bereits mehr als 20 Jahre alt ist, hat das Unternehmen hier auch noch eine große Aufgabe. Zu den insgesamt 20 Mietern des Kronenberg Centers, die sich auf 25 000 qm Mietfläche (20 000 qm Verkaufsfläche) verteilen, gehören u.a. der Renovierungsdiscounter Tedox, Ernsting’s family, Apollo Optik und die Bäckerei Kamps. Multi/Blackstone

Mehr Schlagkraft für die Expansion in Europa Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Die Spekulationen um etwaige Probleme beim internationalen Shopping-CenterSpezialisten Multi Corporation haben mit der kompletten Übernahme durch den Immobilieninvestor Blackstone Anfang Oktober ein Ende gefunden. Beide Unternehmen wollen gemeinsam im europäischen Handelsimmobilienmarkt expandieren. Als Entwickler von Shopping-Centern hat die im Jahr 1982 in den Niederlanden gegründete Multi Corporation Zeichen gesetzt. Zu nennen ist hier etwa das für seine stadtverträgliche Integration gerühmte „Entre Deux“ in Maastricht. Internationale Auszeichnungen vom ICSC (International Council of Shopping Centers), dem ULI (Urban Land Institute), der Handelsimmobilien-Messe Mapic und der Immobilienmesse Mipim holte sich das Unternehmen für Entwicklungen wie das Forum Istanbul, das Marmara Forum in der Türkei, das Forum Duisburg (Foto: Multi) in Deutschland, das Almada Forum in Portugal und die Innenstadtentwicklung am Beursplein in Rotterdam. Aufmerksamkeit erregte Multi aber auch zu Beginn des Jahres 2010, als sich das Unternehmen entschloss, in Deutschland insgesamt 7 fertige Shopping-Center und Center-Entwicklungen an die Niederländische Corio zu verkaufen, die damit ihren Einstieg auf dem deutschen Markt anbahnte. Zuletzt war das Unternehmen eher mit Spekulationen über seine Finanzkraft resp. seine Zahlungsfähigkeit in die Schlagzeilen geraten. Auch die Meldung im vergangenen Juli, dass Axel Funke, Vorsitzender der Geschäftsführung von Multi Development in Deutschland das Unternehmen zum 30. September verlassen werde, war ein weiterer Hinweis darauf, dass es unter der Oberfläche ziemlich rumort. Nachdem der Blackstone Handelsimmobilienfonds Anfang Oktober bekannt gegeben hat, dass er den Übernahmeprozess mit der vollständigen Akquisition der Multi Corporation abgeschlossen hat, wurde ein Schlusspunkt hinter die Spekulationen gesetzt. Multi gehört mit seinen Tochtergesellschaften Multi Development, Multi Investment, Multi Asset Management und MultiSec Mall Management Projekte zu den führenden europäischen Projektentwicklern, ist in 14 Ländern aktiv, hat mehr als 180 Projekte realisiert und besitzt bzw. verwaltet 56 Shopping-Center. In den Einkaufszentren wird nach Unternehmensangaben ein Jahresumsatz von 3,2 Mrd. Euro erzielt. In der Türkei sei Multi der größte Eigentümer und Betreiber von

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Stadt News ECE und HBB geben Pläne für Velbert auf Nach Abwägung aller Fakten und der Ausschöpfung aller denkbaren Möglichkeiten haben sich die Projektpartner ECE und HBB aus Hamburg entschlossen, die Entwicklung eines Einkaufszentrums in Velbert nicht mehr weiter zu verfolgen. Das teilten die Unternehmen mit. Auf dem planerisch schwierigen Grundstück konnten die Anforderungen der potenziellen Ankermieter an den Standort nicht umgesetzt werden, heißt es. Im Zusammenhang mit der notwendigen Verlängerung von Grundstücksoptionen gab es zusätzliche Forderungen sowohl der privaten Grundstückseigentümer als auch von Bestandsmietern, die eine Fortsetzung des Projektes nicht mehr möglich machten. Sowohl ECE als auch HBB stünden für nachhaltige Projekte, die langfristig wirtschaftlich erfolgreich seien. Dies sei unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr darstellbar. ECE und HBB bedauern die Situation sehr. und bedanken sich bei Politik, Verwaltung und allen Menschen, die in den vergangenen Jahren gemeinsam für die Entwicklung gearbeitet haben.

Deals Norddeutschland: Die SP Service Plattform GmbH aus München hat für das Konzept Kabel Deutschland 3 Läden in Norddeutschland gemietet. Die Läden Kiel, Holstenstraße 106-108, Rendsburg, Hohe Straße 27 und Lüneburg (Kleine Bäckerstraße 19) konnten allesamt von der IKP Immobiliengruppe vermittelt werden.


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Cities & Center & Developments Shopping-Centern. In den Bereichen Asset- und Center-Management, Projektentwicklung und Investment beschäftigt Multi über 500 Mitarbeiter. Dass der internationale Shopping-Center-Spezialist womöglich in der jüngeren Vergangenheit tatsächlich mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, könnte immerhin aus dem Statement von Ken Caplan, Head of European Real Estate bei Blackstone, herausgelesen werden, wenn er betont: „Unsere Übernahme hat Multis finanzielle Position entscheidend verbessert.“ Wie er weiter zu verstehen gibt, wollen Blackstone und Multi in Europa gemeinsam wachsen und im europäischen Handelsgeschäft expandieren. Im Zuge der Übernahme durch Blackstone wurden bei Multi auch einige Posten in Geschäftsführung und Aufsichtsrat neu besetzt. Laut Pressemitteilung wurde Dick van Well, zuvor Vorsitzender des Aufsichtsrates, zum Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt. Weitere Geschäftsführer sind Heino Vink und Mark van den Berg. Jan Meines, seit 2011 Mitglied des Aufsichtsrats, rückte auf die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden nach. Dem Aufsichtsgremium gehören zudem Jonathan Lurie, Geschäftsführer des Blackstone European Real Estate-Bereichs, und Robert Welanetz, früher verantwortlich für das weltweite Einzelhandelsgeschäft von Jones Lang LaSalle, an. Die im Jahr 1991 gegründete Blackstone gehört mit einem Investitionskapital von etwa 64 Mrd. $ zu den global führenden Unternehmen im Bereich Immobilieninvestitionen. Zum Immobilienbestand gehören nach Angaben des Unternehmens u.a. Hilton Worldwide, Equity Office Properties, das Brixmor Shopping-Center und der Londoner Bürogebäudekomplex Broadgate.

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Deals Hamburg: Das italienische Luxuslabel Moncler will Am Neuen Wall 43 auf etwa 200 qm seinen 4. Store in Deutschland eröffnen. Neben hochwertigen Jacken wird es Modekollektionen für Damen und Herren sowie Accessoires geben. Eigentümer des Objekts ist ein privater Eigentümer. BNP Paribas Real Estate vermittelte. Moncler entwickelte sich seit der Gründung 1952 vom Hersteller professioneller BergsteigerAusrüstung zur LifestyleMarke, die seit 1999 komplette Modekollektionen entwirft. Moncler hat Stores in exklusiven WintersportResorts ebenso wie in zahlreichen Metropolen weltweit. Hamburg ist der 3. Standort in Deutschland.

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Cities & Center & Developments Multi-Chef Dick van Well verspricht sich von der neuen Allianz mit Blackstone, dass der Center-Spezialist nun die Chance hat, seine „Erfolgsgeschichte“ fortzuschreiben. Wahrscheinlich wird man also künftig wieder mehr von Multi hören. IVG-Studie Handelsimmobilien

Verkaufsfläche wird bis zum Jahr 2025 schrumpfen Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Die deutsche Bevölkerung wird in den nächsten Jahren schrumpfen, der Anteil der älteren Menschen wachsen und viele zieht es wieder von der grünen Wiese in die großen Städte. Der demographische Wandel und die Re-Urbanisierung in Verbindung mit dem wachsenden Online-Handel werden auch im Einzelhandel den Strukturwandel weiter befeuern. In ihrer Studie „Retail-Logistik Deutschland – Schwerpunkt Handelsimmobilien“ hat IVG-Research, die Folgen für die Handelsimmobilien analysiert. Dabei zeigen sich klare regionale Unterschiede. Die umfangreiche IVG-Analyse basiert auf der Auswertung von 500 kommunalen und regionalen Einzelhandels- und Zentrenkonzepten, um den aktuellen Einzelhandelsflächenbestand in Deutschland zu ermitteln, der bei rund 124 Mio. qm liegt. Auf dieser Basis wurden für 401 Kreise die Veränderungen bis zum Jahr 2025 gemessen. Vergleichsbasis ist das Jahr 2012. Entscheidend sind dabei die Fragen: Um wie viel wird die Verkaufsfläche im deutschen Einzelhandel schrumpfen? Wo wird sie stärker schrumpfen, wo wächst sie noch? Und welche Lagen verlieren in diesem Wettbewerb um den Konsumenten? Nach Einschätzung der IVG-Experten wird der Anteil des Online-Handels am gesamten Einzelhandelsumsatz in den nächsten Jahren auf über 17% wachsen. Dabei habe der InternetFotolia Handel bislang überwiegend „ältere Formen des Versandhandels substituiert“. Das ist nicht überraschend, da beim Online-Handel im Grunde nur die Art der Bestellung und der Warenpräsentation anders ist als bei den traditionellen Versendern. Die Tatsache, dass der Hamburger Otto Versand in Deutschland hinter amazon.de der zweitgrößte Online-Anbieter ist, zeigt, dass auch der traditionelle Versandhandel ins Online-Geschäft einsteigt und dabei die besten Voraussetzungen mitbringt, da die Logistik-Kette bei beiden Versandformen weitgehend gleich ist. Indem über den Online-Handel für die Versender ein ganz neuer – oftmals jüngerer Kundenkreis erschlossen wird, verzeichnete der Versandhandel inkl. Online-Handel in den vergangenen Jahren dynamische Wachstumsraten. Inzwischen geht der OnlineHandel aber auch stärker zu Lasten des stationären Einzelhandels, der – wie seit längerem diskutiert wird – mittelfristig eine Multichannel-Strategie fahren muss, wenn er sich behaupten will. Laut IVG-Studie ist durch die rasante Verbreitung von Smartphones ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Integration von stationärem Einzelhandel und Online-Handel, getan. Wenn die Bevölkerung schrumpft, viele in die Großstädte ziehen und immer mehr im Online-Handel bestellt wird, dann ist die Schlussfolgerung naheliegend, dass ein Teil der Verkaufsfläche womöglich nicht mehr gebraucht wird. Mit einer Pro-KopfVerkaufsfläche von 1,45 qm steht Deutschland in Europa hinter Österreich, den Nie-

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Stadt News Grundstein für das „K in Lautern“ gelegt Die Deutsche Asset & Wealth Management, ECE und Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel haben Mitte Oktober den Grundstein für die neue Einkaufsgalerie „K in Lautern“ gelegt. Bei dem

Projekt handelt es sich um einen wichtigen Teil des Gesamtprojektes „Neue Stadtmitte Kaiserslautern“ in der Innenstadt der rheinland-pfälzischen Technologie- und Universitätsstadt. Das „K in Lautern“ wird nach seiner Eröffnung im Frühjahr 2015 auf einer Verkaufsfläche von 20 900 qm auf 4 Ebenen Raum für Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungen bieten. Neben rd. 100 Fachgeschäften, Restaurants, Cafés und Servicebetrieben entstehen im Center auch etwa 490 Parkplätze. Im Rahmen eines Bürgerentscheids hatte sich im Oktober 2011 eine breite Mehrheit in Kaiserslautern für den Bau der Einkaufsgalerie entschieden. Als Investmentpartner für das 160Mio.-Euro-Projekt konnte ECE die Deutsche Asset & Wealth Management gewinnen, die 94,9% der Projektgesellschaft für den offenen Immobilienfonds grundbesitz europa übernommen hat. Die ECE und die Familie Otto halten noch 5,1%. Die Hamburger ECE wird das ShoppingCenter zudem langfristig betreiben und vermieten.


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Cities & Center & Developments derlanden und der Schweiz auf Platz 4 der Rangliste. In Frankreich und Großbritannien ist die Pro-Kopf-Ausstattung etwas niedriger. Nach Einschätzung der IVG-Experten dürfte die Flächenbereinigung in den Neuen Bundesländern, die unter der Bevölkerungsabwanderung besonders leiden, zwischen 2012 und 2025 bei etwa 15% liegen. Hinzu kommt, dass der größte Teil der Handelsimmobilien nach der Wende Anfang der 1990erJahre entstanden ist und demnächst saniert werden muss: „Viele dieser Objekte lassen sich wirtschaftlich nicht rentabel sanieren, so dass sie voraussichtlich vom Markt genommen werden müssen“, schreiben die IVG-Forscher. Das gilt es bei der Investition in dieser Region zu beachten. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass es in Ostdeutschland keine attraktiven Einzelhandelsobjekte gibt. Sie müssen nur genau herausgefiltert werden. Die größte Flächenbereinigung erwarten die Experten in Sachsen-Anhalt. In den westdeutschen Bundesländern dürfte die Bereinigung im strukturschwachen Saarland am größten sein. Weitere Flächenausweitungen prognostizieren die Experten dagegen für Baden-Württemberg, Bayern sowie für Hamburg und Berlin. Deutschlandweit rechnen die Experten bis 2025 mit einem Flächenrückgang von 4, 3% des aktuellen Bestands. Da der Sanierungsstau bei Fachmärkten und kleinen Shopping-Centern besonders hoch sei, stünden viele Eigentümer vor der Frage, ob sich mit Blick auf die Veränderungen ein Refurbishment oder eine Neupositionierung rechnet, schreiben die IVGExperten. Laut Studie haben gut 70% des Flächenbestands bei Fachmärkten das Ende ihres baulichen Lebenszyklus erreicht und müssten dringend saniert werden. Bei manchen Heimwerker- und Möbelfachmärkten sehen sie das Problem, dass die Größen nicht mehr zeitgemäß sind. Auch bei Elektrofachmärkten, die mit der Konkurrenz der Billig-Anbieter aus dem Internet zu kämpfen haben, stellt sich die Frage nach der richtigen Größe. Gleichwohl gelten sie in vielen Shopping- und Fachmarktzentren – neben namhaften Lebensmittelanbietern – insbesondere in den Klein- und Mittelstädten immer noch als wichtige Kundenmagneten. Da der Einzelhandel – insbesondere die Center mit Einkaufsatmosphäre – jedoch auch eine wichtige soziale Funktion als Begegnungsstätte übernehmen, ist es nicht wahrscheinlich, dass die Händler aus den Innenstädten verschwinden werden. Allerdings muss der Einzelhandel große Anstrengungen unternehmen, um sich von den preisaggressiven Angeboten der Online-Anbieter zu unterscheiden. Bei der Vertriebsform SB-Warenhäuser stellen die IVG-Forscher mit Blick auf die Re-Urbanisierung, die kleiner werdenden Haushalte und das wachsende Umweltbewusstsein in der Bevölkerung die Frage, ob sie noch zeitgemäß seien? Dagegen spricht aber zum einen, dass die jungen Familien mit Kindern nicht aussterben werden, dass SB-Warenhäuser in manchen Regionen die einzigen Anbieter von Gütern des täglichen Bedarfs sind und nach einer Studie der Hahn-Gruppe auch die über 60-Jährigen mit dem Pkw zum SBWarenhaus resp. Fachmarktzentrum fahren. Hinzu kommt, dass sich auch die SBWarenhäuser, dort wo es möglich ist, in Innenstadt oder Stadtteillagen ansiedeln. Das

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Auszeichnung DGNB in Gold für 2 Shopping-Center der mfi Die Mfi management für immobilien AG hat für die im Herbst 2012 eröffneten Einkaufszentren Höfe am Brühl (Foto) in Leipzig und

die „Pasing Arcaden“ in München (2. Bauabschnitt, Eröffnung Frühjahr 2013) von der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) nach der Vorzertifizierung in Gold auch das Endzertifikat in gleicher Wertigkeit erhalten. Dabei handelt es sich um die höchste Vorauszeichnung dieser Art, die es ansonsten noch in Silber bzw. Bronze gibt. Für die Bewertung waren Kriterien der ökologischen, ökonomischen, soziokulturellen und technischen Qualität ausschlaggebend. In beiden Fällen konnten laut mfi klar über 80% der Anforderungen erfüllt werden. Auf der Expo Real in München erhielten Ulrich Wölfer, CDO der mfi und Michael Prior, Leiter Technische Gebäudeausstattung, von DGNB-Präsident Prof. Alexander Rudolphi die Urkunde mit dem Goldemblem.

Deals Heidelberg: Für seinen 1. deutschen HighstreetStandort außerhalb eines Shopping-Centers mietet die Olymp Stores GmbH & Co. KG rd. 80 qm in der Heidelberger Hauptstraße 90. Eigentümer ist ein privater Investor. Eröffnung: Ende November. CBRE vermittelte.


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Cities & Center & Developments zeigt das Beispiel des Betreibers Kaufland, der einige ehemalige Hertie-Häuser in integrierten Lagen übernommen hat. Auch Rewe sucht hier nach Flächen. Zwar schätzen die Bundesbürger den Supermarkt in Wohnungsnähe ganz besonders, doch gibt es nicht in jedem Wohngebiet bezahlbaren Raum für den berühmten Nachbarschaftsladen. Den Sanierungsstau bei Shopping-Centern beziffern die Forscher mit etwa 40%. Meist gehe es neben der baulichen Sanierung um die Neupositionierung bei Mietermix und Nutzungskonzept: „In Einzelfällen hilft nur noch Abriss und Neubau.“ Da bei innerstädtischen Geschäften sowie Supermärkten, Discountern und Verbrauchermärkten die Verjüngung der Bestandsobjekte bereits deutlich früher eingesetzt hat, liegt der Sanierungsbedarf hier bei maximal 30%. Nach Schätzung von IVG Research müssten beim aktuellen Einzelhandelsbestand etwa 12 Mrd. Euro in die Sanierung gesteckt werden, davon 57% in revitalisierungsbedürftige Shopping-Center. Da sich die Sanierung nicht bei allen Objekten rentiert, dürften einige vom Markt verschwinden. Mit Blick auf die Investition in Handelsimmobilien sagen die IVG-Forscher voraus, dass sich die „Polarisierung zwischen guten und weniger guten Objekten und Standorten fortsetzt“. Core-Objekte in Top-Lagen würden sich jedoch auch weiterhin „überdurchschnittlich werthaltig entwickeln“, unproduktive Betriebe in ungünstigen Lagen aus dem Wettbewerb ausscheiden. Praktiker-Insolvenz

Baumarkt-Kette Hellweg verhandelt über Max Bahr Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Während der Insolvenzverwalter für die 78 Max-Bahr-Baumärkte, Jens-Sören Schröder, in seinem Zwischenbericht Zuversicht verbreiten kann, dass er das Gesamt-Paket an einen Investor – im Gespräch ist die Hellweg-Baumarkt-Gruppe – verkaufen kann, sieht es für die 54 auf Max Bahr umgeflaggten Praktiker-Märkte nicht so aus, als könnten sie auch an diesen Investor verkauft werden. Und auch für weitere einzelne Praktiker-Standorte gibt es bislang keine Zukunft, im Verbund mit den Max-BahrMärkten weiter geführt zu werden. Einer der Gründe, die derzeit der großen Lösung entgegenstehen, ist nach Auskunft des zuständigen Insolvenzverwalters Christopher Seagon von Wellensiek & Partner, dass sich die Interessenten für die umgeflaggten Max-BahrMärkte (= Max Bahr 2) zuvor auch mit weiteren Beteiligten des Insolvenzverfahrens einigen müssten. Da diese Einigungen nach Auskunft der Interessenten noch nicht vorliegen, sieht sich Saegon gezwungen, zeitnah eine veränderte Strategie zu fahren, um „den Schaden für alle Beteiligten in den jeweiligen Insolvenzverfahren möglichst gering zu halten“. Die Alternative sieht so aus, dass Seagon auch bei den umgeflaggten Max-Bahr-Märkten die Verhandlungen mit Interessenten intensivieren wird, die nur einzelne oder mehrere leer verkaufte Märkte übernehmen und unter eigener Marke weiterführen wollen. Deshalb beginnt kurzfristig nun auch für die 54 Max-Bahr-2-Baumärkte der Leerverkauf, um sie – wie die normalen Praktiker-Märkte - gegebenenfalls einzeln oder in kleinen Paketen besenrein zu übergeben. Damit will Saegon – nach der Verzögerung bei einer Gesamtlösung - die

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Deals Berlin: Der österreichische Fachhändler für Boardsport Blue Tomato eröffnet einen Standort am Berliner Tauentzien. In der Nürnberger Straße 13 hat das Unternehmen einen Shop mit rd. 380 qm Verkaufsfläche gemietet. Die Eröffnung ist zum Jahresende geplant. Jones Lang LaSalle hat die Vermietung beratend begleitet und vermittelt. Im Frühjahr hatte Jones Lang LaSalle das Unternehmen Blue Tomato bereits bei der Anmietung im Stuttgarter Posto‘s beraten. Blue Tomato wurde 1994 durch den SnowboardEuropameister Gerfried Schuller gegründet und eröffnete damals in der Sportregion Schladming seinen 1. Shop mit Produkten für Snowboarder. Heute bietet das Unternehmen eine weltweit einzigartige Sortimentsbreite sowie Produkte rund um die Bereiche Free-Ski, Surf, Skate und Streetwear / Fashion. Seit 1997 ist das Unternehmen zudem mit seiner Webseite online. Stationäre Shops gibt es in Wien (2), Schladming, Obertauern und Graz sowie in München (2), Stuttgart, Hamburg und Rosenheim.

**** Bad Cannstatt: Das medizinische Labor Dr. med. Michael Matuschin e.V. hat zum 1.10.2013 eine Praxisfläche in der Marktstraße im Herzen von Bad Cannstatt angemietet. Die Praxisfläche mit ca. 92 qm befindet sich im 2. Obergeschoss eines Ärztehauses. Eigentümer ist ein gemeinnütziger Verein. Vermittelnd tätig war Engel & Völkers Commercial Stuttgart.


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Cities & Center & Developments Chancen auf eine bestmögliche Lösung für Gläubiger, Vertragspartner und Beschäftigte aufrecht erhalten. Tröstlich für die Arbeitnehmer: Viele Investoren sind auch an der Übernahme der jeweiligen Praktiker-Mitarbeiter interessiert. Zumal es laut Seagon für viele Standorte gleich mehrere Interessenten gibt: „Viele dieser Interessenten haben zum Ausdruck gebracht, dass sie nach Einigung mit dem jeweiligen Vermieter auch die dortigen Beschäftigten übernehmen möchten.“

Eigenständiges Team für die Einzelvermarktung Mit Blick auf die vielen Anfragen von Interessenten an einzelnen Standorten hat Seagon ein Team eingesetzt, das sich nur um diese Einzel-Vermarktung kümmert. Viele Verhandlungen seien bereits in einem fortgeschritten Stadium, heißt es in der Pressemitteilung. Bei den Max-Bahr-2-Märkten wurden diese Verhandlungen bislang aber noch nicht final geführt, da zunächst die große Paket-Lösung, also die Fortführung zusammen mit den originalen Max-Bahr-Märkten, angepeilt wurde. Da Insolvenzverwalter Seagon den Beschäftigten der Max Bahr-2-Märkte ergänzend anbietet, in eine Transfergesellschaft zu wechseln - dafür muss er noch eine Vereinbarung mit den zuständigen Betriebsräten und Ver.di schließen – ist auf diesem Weg aber auch die Voraussetzung geschaffen, um die einzelnen Standorte einerseits bestmöglich zu übertragen und andererseits gegebenenfalls auch noch die angestrebte große Lösung durch Verkauf an den neuen Max Bahr-Eigentümer zu realisieren. Konkrete Entscheidungen erwartet Seagon nach eigenen Angaben im Laufe des Monats November. Zu den umgeflaggten Max-Bahr-Standorten gehören Aue, Bad Oeynhausen, Bayreuth, Bernburg, Bocholt, Bochum-Weitmar, Burscheid, Celle, Chemnitz (Heinrich-SchützStraße / Planitzwiese), Detmold, Dresden-Gompitz, Eisleben, Elmshorn (Lise-MeitnerStraße), Elxleben bei Erfurt, Eschborn, Flensburg (Schleswiger Straße), Frankenthal, Freiberg, Gägelow, Goslar, Greifswald, Gummersbach (Vollmershauser Straße), Haltern, Hettstedt-Walbeck, Hückelhoven, Kleve, Köln-Buchheim, Leingarten, Leipzig (Torgauer Straße), Lingen, Lippstadt, Lüneburg (Bei der Keulahütte), Marl, Mönchengladbach (Lürriper Straße), Münster (Theodor-Schweiwe-Straße), NeunkirchenSinnerthal, Nordhausen, Oberhausen-Sterkrade (Bahnhofstraße), Paderborn (Frankfurter Weg), Rheda-Wiedenbrück, Teltow, Trier, Unna, Unterwellenborn, Wesel, Wittenberg und Wolfen.

Schwierige Lage für die Praktiker-Holding In 7 Märkten hat bereits der Leerverkauf begonnen. Dazu gehören Bergheim, Delmenhorst, Fulda, Leer, Nienburg, Rostock-Bentwisch und Weingarten Derweil teilte Max-Bahr-Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder von der Kanzlei Johlke Niethammer & Partner mit, dass der Gläubigerausschuss Mitte Oktober beschlossen hat, die Schlussverhandlungen für den Verkauf der Baumarkt-Kette Max Bahr „mit dem Bieterkonsortium um Hellweg zu führen“. Ziel ist es, den Vertragsabschluss bis Ende Oktober zu erreichen. Die im Jahr 1971 in Dortmund gegründete Baumarkt-Kette Hellweg betreibt insgesamt 92 Baumärkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von 725 000 qm, davon 85 in Deutschland und 7 in Österreich.

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Stadt News Horus feiert im Mona Richtfest Direkt neben Münchens bekanntestem ShoppingCenter OEZ entsteht das Büro- und Einkaufszentrum Mona mit ca. 28 000 qm Bruttogeschossfläche. Die dafür veranschlagte Investitionssumme beträgt rund 100 Mio. Euro. Die Horus

Projektentwicklungs GmbH feierte Mitte Oktober Richtfest für das Objekt. Aldi, dm und Tengelmann haben bereits Mietverträge unterzeichnet. Der Händler für Technik und Lifestyle Cyberport hat sich nun ebenfalls eine Mietfläche von 1 200 qm gesichert. Das ganzheitlich strukturierte Büro- und Einkaufszentrum kombiniert Büronutzung mit den Themen Nahversorgung und Einzelhandel sowie Gastronomie und Gesundheitsversorgung. Entwurf und Planung des Büro- und Einkaufszentrums entstammen der Feder von Steidle Architekten. Die finanzierende Bank ist die HSH Nordbank AG.

Deals München/Hamburg: Das auf Reifen- und Felgenhandel spezialisierten Unternehmen R.O.D. Leichtmetallräder GmbH hat eine rund 36 500 qm große Logistikhalle in Straubing gemietet. Das Unternehmen aus Weiden in der Oberpfalz angemietet. Das Objekt aus dem Jahr 2003 befindet sich im Gewerbegebiet Straubing-Sand und gehört zum Warburg Henderson Pan-Europa Fonds Nr. 3. Auf Seiten des Nutzers war die Firma SCS Supply Chain Services AG beratend tätig.


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Cities & Center & Developments Wenig erfreulich sieht es erwartungsgemäß für die Gläubiger der Holdinggesellschaft Praktiker AG aus. Nach einem Bericht der „Zeit“ hat der Insolvenzverwalter der Praktiker AG, Udo Gröner, Anfang Oktober „Masse-Unzulänglichkeit“ angezeigt. Demnach reicht das Geld allenfalls noch für die Verfahrenskosten aus aber nicht mehr, um die Forderungen der Gläubiger teilweise zu erfüllen. Das betrifft laut „Zeit“ die Zeichner einer 250 Mio. Euro schweren Anleihe, die noch bis 2016 laufen sollte, seit dem Insolvenzantrag aber nicht mehr bedient wird. Davon betroffen seien HedgeFonds, institutionelle Investoren und Kleinanleger. Logistik Retail

Bewältigung der Retouren wird zur Herausforderung Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Der Online-Handel verändert den Einzelhandel – aber genauso führt er zu Veränderungen im Logistik-Markt. So registriert IVG Research in ihrer Doppelstudie zu „Retail und Logistik 2025“, „dass insbesondere der Bereich des wachsenden OnlineHandels starke Auswirkungen auf den Logistikmarkt“ hat. Damit seien die Zeiten der unspezifischen Logistikhallen vorbei. Der Logistikmarkt werde sich weiter polarisieren, aber, und das ist die positive Seite der Medaille, auch weiter wachsen. Denn der Online-Handel, den Experten bereits in den 1990er-Jahren nur als eine andere Form des Versandhandels bezeichnet haben, benötigt - wie die klassischen Versender - in erster Linie Lagerhallen. Der wesentliche Unterschied zwischen dem klassischen Versand und den Online-Shops ist das Angebot mittels Katalog und Bestellung per Postkarte und später per Telefon auf der einen Seite und dem Warenangebot in einer virtuellen Internet-Shopping-Welt sowie der Bestellung per Computer oder Smartphone andererseits. Dass die materielle Warenbelieferung über große Logistikzentren gesteuert werden muss, ist bei beiden Versandformen gleich. Und auch die Verteilung über Post/DHL oder Zustelldienste ist dieselbe. Verändern wird sich jedoch die Struktur der Versandresp. Online-Unternehmen. So schreiben die Experten von IVG Research in ihrer Studie, dass neue Logistik-Konzepte wie „Cross-Docking“ an die LogistikImmobilie neue Anforderungen stellen werden. Unter dem Begriff Cross Docking oder Kreuzverkupplung wird laut Wikipedia eine Form des Warenumschlags verstanden, bei der die Ware vom Lieferanten (Absender) vorkommissioniert geliefert wird, der Einlagerungsprozess und die Bestandslagerung entfallen. Das Gegenteil des Cross Dockings ist demnach die sortenreine Anlieferung, Einlagerung und anschließende Kommissionierung von Waren in einem Warenlager. Besondere Anforderungen an die Logistikimmobilie stellt beim Online-Handel auch die veränderte Struktur dieser neuen Gattung von Versendern. Denn im Zuge des Multichannel-Verkaufs steigen auch stationäre Einzelhändler ins Versandgeschäft ein, die ganz neue Anforderungen an die Logistikimmobilie stellen. Laut IVG-Studie führt die zunehmende Beteiligung von kleinen und mittelständischen Händlern am Onlinemarkt zu einer stärkeren Nachfrage nach „E-Fulfillment-Centern“. Diese bieten alle Aktivitäten vom Bestelleingang über Lagerhaltung, Kommissionierung, Versandabwicklung und Retouren-Bearbeitung bis hin zum umfangreichen Reporting.

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Unternehmens News Mondial hat Portfolio deutlich ausgebaut Die Mondial Kapitalanlagegesellschaft hat innerhalb eines Jahres für den mondial nahversorgungsfonds DI 34 Objekte erworben und so die verwaltete Mietfläche auf über 100 000 qm ausgebaut. Mit Investitionen von rund 150 Mio. Euro in deutsche Fachmärkte und Fachmarktzentren mit mehr als 115 Mietern wurde ein deutschlandweites Portfolio aufgebaut. Nach den Worten von Geschäftsführer Michael Vogt soll das vorgelegt Tempo beibehalten und bis Ende 2014 rd. 300 Mio. Euro in deutsche Fachmärkte investiert werden. Insgesamt soll der Fonds dann aus rd. 100 Immobilien bestehen. Danach soll es ein Nachfolgeprodukt geben. Die 2012 gegründete Mondial Kapitalanlagegesellschaft mbH ist der unabhängige Anbieter für Immobilieninvestitionen von Banken, Versicherungen und sonstigen Kapitalsammelstellen.

Auszeichnung DGNB-Zertifikat in Silber für City Plaza in Stuttgart Das Büro- und Einzelhandelsgebäude City Plaza in Stuttgart ist von der DGNB mit einem Zertifikat in Silber ausgezeichnet worden. Als verantwortlicher Asset Manager nahm die HIH die Auszeichnung im Rahmen der Expo Real entgegen. Das Gebäude aus dem Jahr 2003 erhielt im DGNB-Bewertungsschema die Gesamtnote 1,71. Es gehört zu einem Spezialfonds der Warburg - Henderson Kapitalanlagegesellschaft.


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Report Nr.158

Cities & Center & Developments Eine besondere Rolle spielen beim Online-Handel – wie auch generell beim Versandhandel – die Retouren, d.h. die zurückgesandte Ware. Und in dem Maße, in dem der Versandhandel durch das Internet seinen Anteil am deutschen Einzelhandel ausweitet, in dem Maße steigt auch die Zahl der Retouren, die zusätzliche Kosten verursachen. Nach Einschätzung der IVG-Experten dürfte die Zahl der Retouren im Privatkundengeschäft von täglich 800 000 Sendungen im Jahr 2012 auf 1,2 Mio. Sendungen im Jahr 2025 steigen. Damit gewinne das Segment der Retouren-Logistik an Bedeutung. Nach Definition von retourenforschung.de der Uni Bamberg fließen in Abhängigkeit vom Sortiment und der Rücknahme-Bereitschaft gegenüber dem Kunden 10 bis 40% der versandten Waren wieder zurück - in Ausnahmefällen können bis zu 60% erreicht werden. „Die Retourenlogistik hat äußerst zeitkritische Anforderungen zu erfüllen“, schreibt retourenforschung.de weiter. So müsse die Gutschrift auf dem Kundenkonto sehr kurzfristig erfolgen, die zurückgeschickten Waren müssten „sehr schnell kontrolliert, gegebenenfalls aufbereitet, neu verpackt und dem verfügbaren Bestand wieder zugeführt werden“. Dabei hat das Management der Retourenlogistik nur geringe Automatisierungsmöglichkeiten. Durch die Verbindung mit dem Privatkundengeschäft spielt bei diesen Logistikimmobilien laut IVG-Studie die Anbindung des Standorts an Abnahme- und Konsumentenmärkte eine große Rolle und auch die Verkehrsinfrastruktur, z.B. die Anbindung an Bundesautobahnen, wird immer wichtiger. Wachsende Standorte in diesem Segment befinden sich demnach entlang eines Industrie- und Siedlungskorridors vom Ruhrgebiet über das Rhein-Main-Gebiet bis zum Raum München sowie in Berlin und Hamburg. Zudem hat sich ein eCommerce-Cluster in Mitteldeutschland zwischen den Städten Göttingen, Kassel, Erfurt und Leipzig entwickelt. Die Städte zeichnen sich aus durch die zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung und die Tatsache, dass die Verkehrsbelastung noch moderat ist. Zudem gibt es noch genügend preiswerte Flächen. Das eröffnet noch Wachstumspotenzial. In dieser Region sehen die Experten von IVG Research denn auch noch Investmentchancen. Aber auch etablierte Lagen wie Frankfurt oder München „versprechen lukrative Renditen“. In ihrem Ausblick bis zum Jahr 2025 stufen die IVG-Forscher den Investitionsmarkt als „hoch attraktiv“ und dynamisch – allerdings auch volatil - ein. In ihrem Fazit kommen sie zu dem Schluss, dass die moderne Logistik-Immobilie nicht zum klassischen Core-Objekt werde. „Value add ist die dominierende Anlageklasse: „Anleger sollten sich dessen bewusst sein, dass Lebenszyklen der Nutzer, aber auch der Objekte selbst tendenziell eher als kurzlebiger einzuschätzen seien.“ Interessant ist der Blick auf das Bau- und Planungsrecht. Da insbesondere der großflächige Einzelhandel wie keine andere Immobilien-Art reglementiert wird, könnte sich aus dem Bereich des stationären Einzelhandels Widerstand dagegen bilden, dass die Kommunen den Online-Handel unterstützen, indem sie großzügig entsprechende Logistik-Immobilien genehmigen, während der stationäre Einzelhandel inkl. ShoppingCenter im Wettbewerb mit dem Internethandel benachteiligt werden. Zumal die Kommunen ja auch ein direktes Interesse an einem erfolgreichen und lebendigen Einzelhandel haben. Das könnte noch spannend werden.

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Deals Leipzig: „BodyTastic“, ein neu gegründetes Geschäft für Sportnahrung und Fitnesszubehör, hat in der „Gutenberg Galerie“, Gutenbergplatz 1, in Leipziger Zentrumsnähe 100 qm gemietet. Die Eröffnung ist für den 2. November 2013 geplant. Vermieter ist die Westdeutsche Immobilienbank AG. Insgesamt verfügt das markante, im Jahr 1996 fertig gestellte Gebäude im Graphischen Viertel über ca. 23 200 qm Mietfläche, davon rd. 15 700 qm Bürofläche sowie ein Ramada-Hotel mit 122 Zimmern. Aengevelt vermittelte den Mietvertrag und hat bereits über 4.000 qm Bürofläche vermittelt.

Impressum Chefredaktion: Dr. Ruth Vierbuchen (V.i.S.d.P.); Kontakt: vierbuchen@rohmert.de Herausgeber: Werner Rohmert Korrespondentin Köln: Christine Scharrenbroch Anzeigen: Marion Götza, 05242-901-250 Verlag: Research Medien AG, Rietberger Str. 18 33378 Rheda-Wiedenbrück, T.: 05242 - 901-250, F.: 05242 - 901-251 E.: info@rohmert.de www.rohmert-medien.de Vorstand: Werner Rohmert Aufsichtsrat: Senator E.h. Volker Hardegen (Vorsitz). Bankverbindung: auf Anfrage Namens-Beiträge geben die Meinung des Autors und nicht unbedingt der Redaktion wieder.


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