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Nr. 151 vom 26.07.2013 Kostenlos per E-Mail

unabhängig von der Großwetterlage erlebt der deutsche Einzelhandel seit 5 Jahren im sprichwörtlichen Sinne alljährlich einen „heißen Sommer“. Es begann 2008 mit den Insolvenzen von Wehmeyer, der WarenhausKette Hertie und dann folgte die Bekleidungskette Sinn-Leffers, die freiwillig in die Insolvenz ging, um auf diesem Weg die zu hohen Mieten zu drücken. Im Sommer 2009 folgten der Arcandor-Konzern mit seinen Töchtern Karstadt und Quelle sowie die Klein-Kaufhaus-Kette Woolworth. 2011 musste Wehmeyer erneut Insolvenz anmelden. Inzwischen hat die Bekleidungskette Adler die verbliebenen Filialen übernommen, die Wehmeyer-Zentrale wurde geschlossen.

Editorial

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Planungsrecht: Die Diskussion um § 11,3 Baunutzungsverordnung ist noch nicht beendet

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Der Insolvenzantrag der Drogerie-Kette Schlecker fiel im vergangenen Jahr ausnahmsweise in den Januar, doch mit den Insolvenzanträgen für die Praktiker Holding und einem wesentlichen Teil ihrer operativen Töchter im Juli 2013, ist das Gesetz der Serie wieder erfüllt.

Baumarkt-Branche: Perspektiven im Heimwerker-Paradies Deutschland

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Das Interview: Mit Hahn-CEO Michael Hahn und Vorstand Thomas Kuhlmann

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Während Sinn-Leffers die freiwillige Insolvenz gut überstanden hat und heute zur Bekleidungskette Wöhrl gehört und auch Woolworth unter Ägide ihrer neuen Eigentümer eine ganz gute Perspektive zu haben scheint, geht die Ungewissheit bei Karstadt auch nach Abschluss des Insolvenzplanverfahrens weiter. Im Zuge der Restrukturierungen ist der Turnaround bislang nicht gelungen. Quelle, Schlecker und Hertie wurden abgewickelt, bei Hertie steht noch ein Teil der Immobilien zum Verkauf. Auch bei Praktiker ist eher ungewiss, ob es gelingt, das Unternehmen im Zuge des Insolvenzverfahrens zu erhalten. Für einzelne Standorte gibt es zweifellos Interessenten und die Tochter Max Bahr ist von der Insolvenz nicht betroffen. Am ehesten könnten sich aus dem Kreis der Anteilseigner Interessenten finden, Praktiker durch Übernahme zu retten. Zumal klar ist, dass bei Liquidation der Baumarktkette – ihr gehören nur 3 der deutschen Filialen – kaum Substanz zu verteilen bleibt. Mehr könnte für die Gläubiger herausspringen, wenn es im Zuge der Insolvenz gelingt, durch Schließung unrentabler Märkte ein ertragreiches Filialnetz zu erhalten. Doch aus heutiger Sicht ist im Fall Praktiker alles offen. Gemeinsam ist den Insolvenzfällen aus den vergangenen 5 Jahren, dass es sich um alte Handelskonzepte handelt, die im Zuge des Strukturwandels der Neupositionierung bedurft hätten. Insbesondere die MultiMarken-Bekleidungsketten und auch die Warenhäuser haben damit zu kämpfen, dass sie – auf Grund der großen Flächen - auf viele verschiedene Kunden ausgerichtet werden müssen, und das wird immer schwieriger, seit der Markt in immer kleinere Kunden-Segmente zerfällt, die gezielt angesprochen werden müssen. Positiv-Beispiele wie Galeria Kaufhof, Wöhrl oder Peek & Cloppenburg zeigen aber auch, dass es trotz des Wandels möglich ist. Entscheidend ist, dass in diesem harten Strukturwandel nicht auch noch Manager-Fehler gemacht werden. Denn das hat bei den meisten Insolvenzfällen den Ausschlag gegeben. Der Strukturwandel verzeiht keine Fehler. Dr. Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin

ISSN 1860-6369

Inhaltsverzeichnis

Praktiker Insolvenz: Der Insolvenzver- 5 walter sucht einen neuen Investor

Pamera Retail: Das Unternehmen sieht 14 für sich noch interessante Chancen Re-Urbanisierung II: Lebensmittelhan- 17 del reagiert mit neuen Konzepten Tengelmann: Wetterkapriolen belasten 20 Ausblick für 2013 Impressum

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Deals Rewe Group Electronic Partner kauft 10 Pro-Markt-Filialen

Fotolia Gegner einer zu strikten Verkaufsflächenbeschränkung setzen Hoffnung auf Brüssel GMA Forum Einzelhandel

Diskussion um § 11,3 BauNVO ist noch nicht beendet Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Nachdem die Bundesregierung die Hoffnung insbesondere des deutschen Lebensmitteleinzelhandels auf eine Novellierung von § 11 Abs. 3 Baunutzungsverordnung (BauNVO) in dieser Legislaturperiode enttäuschte, hatten das Beratungsunternehmen GMA und die Anwaltskanzlei Taylor Wessing das Thema mit Blick auf die gängigen Restriktionen bei der Genehmigung von großflächigem Einzelhandel auf die Agenda ihres „Forums Einzelhandel“ gesetzt. Dabei zeigte sich, dass das Thema noch längst nicht vom Tisch ist. Eine Studie gibt jetzt neue Hoffnung. „Wir wollen für jeden Quadratmeter kämpfen“, sagte Norbert Mohren vom Immobilienbüro West des Discounters Lidl. Die Beschränkung der Verkaufsfläche auf 800 qm bzw. 1 200 qm Geschossfläche ist mit Blick auf den Wandel im Einzelhandel, der neue Aufgaben, wachsende Angebote und den Wunsch der Kunden nach breiten Gängen mit sich bringt, aus seiner Sicht nicht mehr zeitgemäß. Mohrens Wunschverkaufsfläche beträgt 1 300 qm. Viele Kollegen - insbesondere Supermarktbetreiber - dürften ihm beipflichten, manche würden die Marke auch noch gerne höher setzen. Unter der Überschrift „8 Jahre 800 qm – Die Rechtsprechung zur Großflächigkeit (Rück- und Ausblick)“ wies Roland Schmidt-Bleker von der Kanzlei Taylor Wessing darauf hin, dass auch bei der Rechtsprechung bislang die Bereitschaft, die Grenze anzuheben, nicht groß sei. Dabei bezog sich der Jurist auf die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom 24.11.2005 zur bauplanungsrechtlichen Zulässigkeit von großflächigen Einzelhandelsbetrieben.

Die Rewe Group hat 10 weitere ProMarkt-Filialen in Bad Nauheim, Bochum, Cottbus (Karl Liebknecht Straße), Dortmund, Eberswalde, Gera, Gotha, GroßGerau, Pfungstadt und Rostock an die Düsseldorfer Verbundgruppe für selbstständige Elektrofachhändler Electronic Partner verkauft. Die Märkte werden bis Oktober 2013 sukzessive in das großflächige Fachmarktkonzept Medimax integriert. Allen rund 240 Marktmitarbeitern wird laut Rewe Group von Electronic Partner ein Übernahmeangebot gemacht. Der Verkauf der ProMarktFilialen steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt. „Der Verkauf von ProMarkt geht zügig voran“, erklärte Rewe-GroupVorstand Frank Wiemer. „Nach der Veräußerung von 16 Filialen an die expert Gruppe haben wir jetzt mit Electronic-Partner einen weiteren starken Partner gefunden, der durch die Übernahme der Filialen seinen Expansionskurs gezielt vorantreiben kann.“ Zugleich werden laut Wiemer die Verhandlungen über den Verkauf der ProMarkt-Filialen fortgesetzt.

In mehreren Verfahren waren die Richter der Frage nachgegangen, unter welchen Voraussetzungen ein Einzelhandelsbetrieb als großflächig einzustufen sei. In ihrer Entscheidung bestätigten sie die Vorgaben von § 11,3 BauNVO und stellten fest, dass ein Einzelhandelsbetrieb als großflächig einzuordnen sei, wenn er eine Verkaufsfläche von 800 qm überschreite. Ein Markt dieser Größenordnung sei dann nur in Kern- und Sondergebieten zulässig. Was genau zur Verkaufsfläche gerechnet werden muss, legten die Richter in ihrer Definition fest: Dazu gehören alle Flächen, die vom Kunden betreten werden können oder die er - wie bei einer Fleischtheke mit Bedienung durch Personal - einsehen, aber aus hygienischen und anderen Gründen nicht betreten darf. Dabei kommt es nicht auf den Standort der Kassen an, vielmehr sind auch die Bereiche, in die der Kunde nach der Bezahlung gelangt, einzubeziehen. Zur Verkaufsfläche gehören laut Mohren in einem durchschnittlichen Lidl-Markt die

„Unser Ziel ist es, schnell konstruktive Lösungen für die jetzt noch verbliebenen Märkte zu finden.“ Das Vertriebsnetz von Pro-Markt umfasste zu Jahresbeginn 54 Filialen.


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Fläche vor der Pfandrückgabe, die Packzone hinter der Kasse und auch der „Eingangskoffer“ – kurz: der Windfang zwischen Eingang und Verkaufsraum, der aus energetischen Gründen eingebaut wird, um zu verhindern, dass im Winter zu viel Wärme entweicht und im Sommer zu viel warme Luft eindringt. Diese Flächen fehlen für den eigentlichen Verkauf. Welche wirtschaftlichen Konsequenzen es für Einzelhandelsunternehmen haben kann, wenn die Verkaufsflächen zu klein und zu alt sind, erläuterte Mohren am Beispiel der Drogerie-Kette Schlecker, die aus diesem Grund in die Insolvenz geschlittert war. Und auch Schmidt-Bleker findet, dass die Festlegung der Verkaufsflächengrenze auf 800 qm schlicht willkürlich sei. Das bestätigt nun auch die Studie „Qualifizierte Nahversorgung im Lebensmitteleinzelhandel“, die jüngst von der HafenCity Universität Hamburg im Auftrag des Handelsverbands Deutschland (HDE), des BVL und der IREBS in Regensburg erstellt wurde. Für die Studie wurden bundesweit an ausgewählten Standorten in Städten und im ländlichen Raum über 4 000 Personen aller Altersgruppen befragt. Nach den Worten von Sascha Anders von der HafenCity Universität Hamburg, der die Ergebnisse beim Forum Einzelhandel vorstellte, ergab die Studie, dass die 800 qm Verkaufsflächenschwelle zur Großflächigkeit empirisch nicht festzustellen ist. Allerdings sei auch kein anderer spezifischer Grenzwert, ab dem sich der Einzugsbereich signifikant verschiebt oder erweitert, festzustellen. So hängen die Höhe des Umsatzes und der Kundenfrequenz sowie die Häufigkeit der Belieferung eines Lebensmittelmarktes mit Ware nicht von seiner Größe, son-

Deals Lüneburg: Henderson Global Investors hat ein Fachmarktzentrum in Lüneburg an die Unternehmensgruppe Bartels-Langness verkauf, zu der auch der Ankermieter, die SBWarenhauskette famila gehört. Die Mietfläche des Zentrums im Stadtteil NeuHagen beträgt 6 359 qm. Neben dem famila-SBWarenhaus befinden sich eine Filiale der Sparkasse Lüneburg und eine Gastronomie im Objekt. Die Immobilie gehörte zum Portfolio eines von Henderson Global Investors verwalteten Fonds für institutionelle Kapitalanleger und wurde nach eigenen Angaben zu einer Nettoanfangsrendite von 8,73% veräußert.

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dern von seinem Standort ab. Die Studie ergab zudem, dass Supermärkte mit 1 170 qm Verkaufsfläche gegenüber Discountern – trotz vergleichbarer Einzugsbereiche und durchschnittlicher Umsätze pro Markt – in ihrer Standortwahl begrenzt seien. Mit Blick auf diese Ergebnisse wünscht sich Mohren bei den Kommunen mehr Flexibilität und eine Diskussion über die einzelnen Standorte und nicht über starre Verkaufsflächengrenzen. Dem schließt sich Michael Reink, Bereichsleiter Standort und Verkehrspolitik beim HDE an: „Wir plädieren für eine flexible Handhabung je nach Standort.“ HDE-Experte Reink bedauert, dass die Studie für die Anhörung beim Bundesbauministerium über die Frage, ob § 11,3 BauNVO geändert werden sollte, einige Monate zu spät kam. Damals habe die Politik moniert, dass es keine Studie zu dieser Problematik gab. Nun liegt sie vor. Laut Reink ist die Foto Rewe Diskussion über § 11,3 BauNVO Die Bedeutung der Größe für die Sogwirkung eines noch nicht beendet. Denn der Bundestag habe einen EntschließungsSupermarktes ist statistisch nicht belegbar. antrag auf den Weg gebracht, wonach die Bundesregierung § 11,3 BauNVO nochmals anpacken solle. Abgehakt ist die Diskussion über das Thema nach Einschätzung von Torsten van Jeger von Taylor Wessing auch mit Blick auf die europäische Harmonisierung in Brüssel nicht. Für den Juristen stellt sich auch deshalb die Frage, ob die deutsche Festlegung, dass der großflächige Einzelhandel bei über 800 qm Verkaufsfläche beginne und besonders reguliert werden müsse, beibehalten werden könne. Aus Sicht von Brüssel verstößt § 11,3 BauNVO gegen die Niederlassungsfreiheit. Über den „sachlichen Teilplan großflächiger Einzelhandel“ für NordrheinWestfalen, der den seit Ende 2011 außer Kraft gesetzten § 24 a des Landesentwicklungs-Programms (LEPro) ablösen wird, berichteten van Jeger und sein Kollege bei Taylor Wessing, Alexander Köpfler, mit Blick auf die Verabschiedung durch den Landtag. In ihrem Resümee kommen die Experten zu dem Ergebnis, dass durch den sachlichen Teilplan die Planungshoheit der Gemeinden stark eingeschränkt werde, die Bauleitplanung für Vorhaben im Sinne von § 11,3 BauNVO komplizierter werde und sich tendenziell nur noch wenige Standorte für Vorhaben im Sinne von § 11,3 BauNVO eignen würden. Ob die neue Rechtsverordnung – anders als § 24, a LEPro – vor der Rechtsprechung Bestand hat, wird sich in einigen Jahren zeigen.

Flachere Hierarchien in deutschen Mittelstädten Ein Thema, das in der deutschen Handelsimmobilien-Szene wachsende Bedeutung gewinnt, ist zudem die Frage, wie attraktiv die Mittelstädte mit 50 000 bis 100 000 qm sind? Denn auch hier wollen die Bürger ein attraktives Einzelhandelsangebot haben, wie der Bürgermeister von Bergisch Gladbach, Bernd Martmann berichtete. Um den eklatanten Kaufkraft-Abfluss seiner Stadt vor den Toren von Köln zu stoppen, gelang es, die hkm Management AG für die Entwicklung von 2 auf die Bedürfnisse der Stadt abgestimmte Shopping-Center zu gewinnen. Wichtig war für hkm-Chef Herbert Krämer, das bestehende Angebot zu ergänzen, um den benachbarten Einzelhandel nicht unter Druck zu setzen. Harald Ortner, Geschäftsführer der HBB GmbH aus Hamburg, die ein innerstädtisches Center in Hanau nach einem „extrovertierten, introvertierten“ Konzept baut, schätzt an der Mittelstadt die Geradlinigkeit, Direktheit und Verlässlichkeit von Politik

Deals Hahn-Fonds beteiligt sich an Bodensee-Center Der von der Hahn-Gruppe aufgelegte Pluswertfonds 161 hat sich mit 39,4 Mio. Euro am Bodensee-Center (Mietfläche: 39 500 qm), einem Shopping- und Entertainment-Center im nördlichen Innenstadtbereich von Friedrichshafen, beteiligt. Das Center bietet ein breites Angebot an Einzelhandel und Freizeit (Kino, Bowling, Sport, Gastronomie) und ist gut an das städtische und regionale Straßennetz angebunden. Das 2002/2003 erbaute Objekt hat laut Hahn in den vergangenen 10 Jahren überregionale Sogwirkung entwickelt und hat eine zentrale Position im Bodenseekreis ein. Das Bodensee-Center setzt seit über 10 Jahren auf generationenübergreifenden, erlebnisorientierten Einkauf. Die durchschnittliche Mietvertragslaufzeit beträgt rd.

10 Jahre. Hauptmieter sind Kaufland, Obi und Media Markt. Kaufland verwaltet einen Teil seiner Mietfläche als Ladenstraße mit Einzelhandelsfachgeschäften aus unterschiedlichen Branchen als Untermieter. Für 86% des Mietaufkommens liegt laut Hahn eine Betriebspflicht der Mieter vor. Das Eigenkapital des Pluswertfonds 161 beläuft sich auf 21,4 Mio. Euro. Anleger können sich mit einer Mindestsumme von 20 000 Euro zzgl. 5% Agio beteiligen. Die geplante jährliche Ausschüttung liegt bei 6% und wird quartalsweise ausgezahlt.


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und Verwaltung. Nach den Worten von Andrea Hermanni von Taylor Wessing sind die Mittelstädte in der Regel attraktiv, weil sie in der Verwaltung flachere Hierarchien haben und vieles schneller geht. Welche 50 Mittelstädte besonders attraktiv sind hat die GMA in einer Studie untersucht. Auf Grundlage von 11 Kriterien – darunter Bevölkerungsentwicklung, Arbeitslosigkeit, Einpendler, Kaufkraft- und Zentralitätskennziffer – wurden die Städte ermittelt, die im Schnitt betrachtet am besten abschneiden. Praktiker-Insolvenz

Insolvenzverwalter sucht einen neuen Investor Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report Am Ende hat es die Baumarkt-Kette Praktiker doch erwischt. Das Damokles-Schwert der Insolvenz hing schon seit geraumer Zeit über der Nummer 3 der deutschen Baumarktbranche. Am 11. und 12. Juli 2013 mussten die Praktiker AG beim Amtsgericht Saarbrücken und 8 ihrer operativen Tochtergesellschaften beim Amtsgericht Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Zu den 8 operativen Gesellschaften gehören die Baumarkt Praktiker Deutschland GmbH, die Baumarkt Praktiker DIY GmbH, die Baumarkt Praktiker GmbH, die Baumarkt Praktiker Online GmbH, die Baumarkt Max Bahr Praktiker Einkaufs GmbH, die Baumarkt Praktiker Warenhandelsgesellschaft mbH, die Baumarkt Praktiker Vierte GmbH und die Baumarkt Praktiker Services GmbH in Hamburg. Nicht betroffen sind die 132 Max-Bahr-Märkte und das Auslandsgeschäft von Praktiker.

Unternehmens News WGF AG: Insolvenzplan rechtsgültig Der Beschluss über die Insolvenzplanbestätigung der WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG ist rechtskräftig. Das teilte die WGF mit. Das Amtsgericht Düsseldorf habe am 18. Juli 2013 das Rechtskraftzeugnis ausgestellt. „Ich bin froh, dass nun eine neue Zukunft für die WGF AG begonnen hat“, teilte der künftige Risikovorstand Julius Reiter mit. Im Rahmen des Sanierungsplans sollen die Anleihegläubiger laut Vorstandschef Pino Sergio eine Quote von 60% und mehr erhalten.

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Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Holdinggesellschaft Praktiker AG wurde Udo Gröner von der Kanzlei Heimes & Müller ernannt, zum vorläufigen Insolvenzverwalter der 8 operativen Gesellschaften Rechtsanwalt Christopher Seagon von der auf Unternehmenssanierungen spezialisierten Sozietät Wellensiek Rechtsanwälte – Partnerschaftsgesellschaft. Um den Geschäftsbetrieb der überschuldeten und illiquiden Baumarkt-Kette zu sichern, geht es zunächst darum, die kurzfristige Finanzierung der Warenlieferung sicherzustellen und zur Sicherung der Löhne und Gehälter der etwa 8 600 Mitarbeiter die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes zu beantragen. Der OnlineShop von Praktiker wurde dagegen bereits geschlossen. Die entscheidende Frage für die Zukunft insbesondere der 8 operativen Gesellschaften wird es sein, welchen Weg der Insolvenzverwalter einschlägt? Dem Vernehmen nach steht eine Insolvenzplansanierung, bei der das/die Unternehmen als Ganzes erhalten bleib(t)en, aus heutiger Sicht nicht zur Debatte. Vielmehr suchen die Insolvenzverwalter einen Investor. Im Rahmen des InsolvenzverFoto: Praktiker fahrens ist es für die Verwalter jetzt leichter, defizitäre Baumärkte zu schließen und selbst lang laufende Mietverträge sowie Arbeitsverträge kurzfristig zu kündigen, um die Verlustbringer in der Baumarkt-Kette zu beseitigen und die verbleibenden Märkte in die Gewinn-Zone zu bringen. Das könnte die Verkaufschancen erhöhen. Mit Blick auf die hohe Verschuldung dürfte es aber schwierig werden, einen Investor für die gesamte Gruppe zu finden. Es sei denn, es findet sich ein Interessent, der die Chance sieht, in den deutschen Markt einzusteigen, oder einer der Anteilseigner ist bereit, sich stärker zu engagieren. Wettbewerber wie der Hauptaktionär von Branchen-Primus Obi und geschäftsführender Gesellschafter der Tengelmann-Gruppe, Karl Erivan Haub, haben dagegen bereits signalisiert, dass das Gros der Praktiker-Standorte für sein Unternehmen nicht interessant ist. Für ihn kommen allenfalls einzelne Standorte in Frage. Auch für die Kölner Rewe Group, die aktuell damit befasst ist, die Elektrofachmarkt-Tochter ProMarkt zu veräußern – zuletzt wurde ein Teil an Expert verkauft – dürfte allenfalls Interesse an einzelnen Standorten und nicht an der gesamten Unternehmensgruppe haben. Ähnlich dürfte es bei anderen Wettbewerbern sein.

Insolvenzverwalter haben weitreichende Möglichkeiten Doch auch wenn viele der Vermieter – Praktiker ist nur bei 3 der über 300 Baumärkte Eigentümer – nach Anmeldung der Insolvenz nervös werden und am liebsten gleich einen Anschlussmieter suchen würden, sie können auf Grund der eröffneten Insolvenzverfahren die Mietverträge nicht kündigen. Die Insolvenzklausel, die dem Vermieter früher ein Sonderkündigungsrecht zubilligte, gilt seit Inkrafttreten der Insolvenzordnung (INSO) im Jahr 1999 nicht mehr. Diese Neuregelung ist vor allem für Filialbetriebe des Einzelhandels in gemieteten Verkaufsräumen von elementarer Bedeutung. Denn bei früheren Fällen haben die Wettbewerber die Vermieter der besten Standorte kontaktiert, um sich die Märkte nach der Sonderkündigung zu sichern. Der Insolvenzverwalter blieb dann auf den defizitären Standorten sitzen. Eine Sanierung war danach ausgeschlossen. Das wollte der Gesetzgeber mit der neuen Insolvenzordnung verhindern. Gleichwohl wird es für die Insolvenzverwalter Gröner und Seagon schwer genug wer-

Deals GRR German Retail Fund erwirbt Edeka-Markt Die GRR Real Estate Management GmbH (GRR REM) hat für ihren GRR German Retail Fund No.1 die 14. Handelsimmobilie erworben. Der 2007 gebaute Edeka aktiv-Markt Boßler in Nauheim, rd. 25 km südwestlich von Frankfurt, hat rd. 2 780 qm Mietfläche und 120 Parkplätze. Nauheim hat eine überdurchschnittliche Kaufkraft. Im Umkreis von 10 Fahrminuten leben rd. 100 000 Menschen. Der Mietvertrag mit der Edeka Handelsgesellschaft Südwest läuft bis Anfang 2027 und hat eine Verlängerungsoption von zweimal 5 Jahre. Verkäuferin ist eine Luxemburger Objektgesellschaft. Jones Lang LaSalle beriet den Verkäufer. Der GRR German Retail Fund No.1 mit Schwerpunkt Basic Retail (Güter des täglichen Bedarfs) verfügt über Eigenkapitalzusagen deutscher institutioneller Investoren von über 100 Mio. Euro und hat rd. 66 Mio. Euro investiert. Das Spezialsondervermögen nach dem deutschen Investmentgesetz soll im Investitionszeitraum von 2 bis 3 Jahren auf 300 Mio. Euro steigen. Den Schwerpunkt sollen – gemessen an den Mieteinnahmen – Lebensmittelhändler mit einem Anteil von 70% bilden. In Frage kommen Immobilien für 3 bis 15 Mio. Euro.

Deals Berlin: Das McArthurGlen Designer Outlet Berlin bekommt internationalen Zuwachs von der Trendmarke Guess. Ab 2. August ist die Denim-Marke mit ihren Kollektionen auf 242 qm vertreten.


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den, einen Investor für den reinen Geschäftsbetrieb von Praktiker – ohne Immobilien zu finden. Eigene Immobilien würden die Substanz deutlich erhöhen und als letztes Mittel im Falle der Einzelverwertung die Chance eröffnen, einzelne Baumarktstandorte zu verkaufen. Da der Verwalter im Zuge des Insolvenzverfahrens den Zugriff auf die Standorte behält, könnte er in der jetzigen Situation zumindest versuchen, für die einzelnen Märkte neue Betreiber zu finden, die den Geschäftsbetrieb erwerben und die Mitarbeitern übernehmen. Zu den Vermietern der Praktiker-Märkte gehört auch die Metro Group, zu der Praktiker bis zum Börsengang im November 2005 gehörte. Metro vermietet nach Auskunft eines Unternehmenssprechers in Deutschland etwa 40 Standorte an Praktiker, ist bei der Mehrzahl der Standorten aber selbst Mieter und vermietet nur weiter. Wie es mit den 40 Standorten weiter geht, konnte der Sprecher naturgemäß noch nicht sagen. Das wird vom Verlauf des Insolvenzverfahrens abhängen. Darüber hinaus sind die Praktiker-Standorte offenbar auf eine große Zahl von Eigentümern verteilt, die jetzt abwarten müssen, welche Strategie die Insolvenzverwalter einschlagen. Solange die Baumärkte weiter betrieben werden, ist auch die Miete gesichert. Schwierig wird es für die schlechten Standorte, die der Insolvenzverwalter kurzfristig schließen kann. Hier wird es auch mit der Nachvermietung schwer. Vor diesem Hintergrund weist auch Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung und der IPH Handelsimmobilien GmbH darauf hin, wie wichtig es vor Abschluss des Mietvertrags ist, die richtige Positionierung und die Wettbewerbsfähigkeit der Mieter genau und gründlich zu analysieren, da sie über den nachhaltigen Erfolg am Markt entscheiden. „Für Experten zeichnet sich die Schieflage eines

Personalien Berlin: Die Strabag Real Estate GmbH hat Jones Lang LaSalle mit der Vermittlung der Einzelhandelsflächen im entstehenden Projekt Upper West auf dem früheren Schimmelpfeng-Areal in Berlin am Anfang des Kurfürstendamm beauftragt. Das Gebäudeensemble im Kurfürstendamm 11 / Kantstraße 163-165 wird etwa 53 000 qm Fläche bieten. Im Einzelhandelsbereich werden rd. 4 000 qm Fläche zur Verfügung stehen. Die Fertigstellung des von der Strabag Real Estate entwickelten Upper West ist für 2016 geplant. Das Upper West in der Nähe des Waldorf Astoria ist für die City West ein weiteres architektonisches Highlight.

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Handelsunternehmens nämlich bereits frühzeitig ab“, so Stumpf (Foto links). Keine Branche sei wirklich gefeit vor Problemen – auch nicht deren große Spieler: „Eine fundierte Standortanalyse für eine Einzelhandelsimmobilie muss sich immer auch mit der Zukunftsfähigkeit der Betreiber-Konzepte befassen.“ Und dass Praktiker ein durchdachtes Konzept und eine klare Positionierung gegenüber den Wettbewerbern fehlte, bestätigt auch Susanne Klaußner (Foto rechts), Vorsitzende der Geschäftsführung der GRR Real Estate Management GmbH. Zusammen mit den fehlenden Investitionen in ein zeitgemäßes Storedesign habe das Praktiker in einem hart umkämpften Markt letztendlich in die Insolvenz geführt: „Nur mit Rabatten zu werben, reicht heute eben bei Weitem nicht mehr aus“, so Klaußner, die nicht nachvollziehen kann, warum sich Praktiker bei seinen Baumärkten nicht an den erfolgreichen Märkten der Tochter Max Bahr orientiert hat. Auch Filipe Costa, Geschäftsführer der Pamera Retail GmbH, weiß, dass die reine Orientierung am Preis heute überholt ist und die Kunden längst nicht mehr nur durch die billigsten Schnäppchen zu gewinnen sind. Belege dafür, dass die Verbraucher Atmosphäre und Beratung zu schätzen wissen, sind aus seiner Sicht die Insolvenzen von Schlecker und eben auch Praktiker sowie die Tatsache, dass die Supermärkte gegenüber den Discountern gewinnen.

Jahrzehntelange Suche nach Identität und Konzept Für Praktiker setzt die Insolvenz nun einen Schlusspunkt unter eine Jahrzehntelange Suche nach Identität, einem tragfähigen Konzept und einer auskömmlichen Rendite. Im Jahr 1978 von der Saarbrücker Lebensmittel-Kette Asko AG gegründet, war die Baumarktkette ein typisches Produkt der 1980er-Jahre, als insbesondere der Lebensmittelhandel durch Unternehmens-Akquisitionen nach Nachfragemacht und besseren Einkaufskonditionen strebte. Der Einstieg in die Baumarkt-Branche sollte die Rendite zusätzlich verbessern. Aber auch bei Praktiker setzten die Eigentümer mehr auf Wachstum durch Firmenübernahmen und einen schlagkräftigen Einkauf als auf ein fundiertes Verkaufskonzept. Zu den Übernahmen gehörten Baywa-Baumärkte, Wickes-Baumärkte und RealBaumärkte. Im Zuge der Übernahme der Asko AG Anfang der 1990er-Jahre wurde auch Praktiker Teil des Metro-Konzerns und die Expansion durch Übernahmen ging weiter. Insbesondere die Akquisition der angeschlagenen Wirichs-Baumärkte 1997 brachte Praktiker damals in Schieflage.

Kein Blick für das Feintuning beim Verkauf Die große Zahl unterschiedlicher Unternehmen und Philosophien machte es Praktiker schwer, eine einheitliche Identität zu entwickeln. Hinzu kam, dass sowohl Asko als auch Metro damals im Zuge ihrer Strategie des Größenwachstums den Fokus zu wenig auf die Sanierung und das Feintuning des Verkaufs legten. Praktiker blieb im MetroKonzern das ertragsschwache Sorgenkind. Mit dem Gang an die Börse im November 2005 gelang der Metro Group zwar der elegante Exit, für Praktiker wurde es als börsennotiertes Unternehmen mit der Pflicht zu regelmäßigen Quartalsberichten und dem Erwartungsdruck der Aktionäre noch schwerer, die Sanierung voranzutreiben. Nicht umsonst meiden viele Familienunternehmen die Börse, weil sie ihre Langfrist-Strategie nicht dem Zwang zu kurzfristigen Erfolgen opfern wollen. Dieser Druck von außen, immer bessere Zahlen vorlegen zu müssen, könnte einer der Gründe dafür sein, dass Praktiker den Weg aus der NiedrigpreisSpirale nicht mehr geschafft hat.

Deals Deutsche Hypo, Pbb und Helaba finanzieren die Höfe am Brühl Die Deutsche Hypothekenbank, die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) und die Helaba übernehmen gemeinsam die Finanzierung des Shopping-Centers ‚Höfe am Brühl‘ in Leipzig. Darlehensnehmerin ist ein Unternehmen der mfi Management für Immobilien AG. Helaba, pbb und Konsortialführerin Deutsche Hypo stellen das Finanzierungsvolumen in Höhe von 170 Mio. Euro jeweils zu einem Drittel zur Verfügung. Die Transaktion wurde im Juni abgeschlossen. Die „Höfe am Brühl“ sind im Stadtkern Leipzigs zwischen Richard-WagnerPlatz, Brühl, Richard-

Wagner-Straße und Am Hallischen Tor. Das im September 2013 eröffnete Center hat eine Nutzfläche von rd. 44 000 qm, 133 Geschäfte und Restaurants sowie 820 Parkplätze. Das Center überzeuge durch seine moderne Konzeption und seine erstklassige Lage im Herzen Leipzigs, so Andreas Pohl, Vorstand der Deutschen Hypo.

Deals Berlin: Der australische Kosmetikkonzern Aesop eröffnet voraussichtlich im Spätsommer seinen 1. deutschen Store in der Berliner 1a-Lage Alte Schönhauser Straße 48 auf rd. 80 qm. Jones Lang LaSalle vermittelte.


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Krise in der Baumarktbranche?

Perspektiven im Heimwerker-Paradies Deutschland HIR BRUCHSAL. „Rabatte und Discounts bieten keinen ausreichenden Wettbewerbsvorteil in einer durch Preiskampf und Marketingdruck geprägten Branche.“ Zu diesem Urteil kommt GfK-Handelsimmobilienexperte Manuel Jahn, der die Entwicklung der Baumarktbranche seit Jahren analysiert, mit Blick auf die Insolvenz von Praktiker. Erfolg werde durch Innovation, Kundenberatungskompetenz, das passende Sortiment und den richtigen Standort erzielt. In den Baumarktbranchen stagniert das Wachstum bei Umsätzen und Flächen laut Jahn seit Jahren. Man könne klar von einer Marktsättigung in Deutschland, dem Eldorado der Heimwerker, sprechen. Unter den Anbietern tobe ein heftiger Kampf um Marktanteile, die Insolvenz von Praktiker überrascht nach vielen Krisenjahren aus seiner Sicht deshalb niemanden so wirklich. Allerdings ist die Entwicklung innerhalb der Branche sehr unterschiedlich und abhängig vom Betreiber. Das lässt sich auch an den erheblichen Unterschieden in der Raumleistung – im Jahr 2012 reichten sie laut GfK GeoMarketing von 990 Euro je qm bis 2 090 Euro je qm p.a - ablesen. Diese riesigen Differenzen seien maßgeblich bedingt durch eine unterschiedlich erfolgreiche Standort-, Sortiments- und Preispolitik der Baumarktbetreiber, so Jahn: „Auch in der Baumarktbranche ist der Erfolg von Innovationen abhängig.“ Der erfolgreiche Ausbau der Drive-In-Konzepte oder die Aufnahme von Handwerkersortimenten bei den MarktGRR

Deals Savills verstärkt Frankfurter Team Zum 10. Juli 2013 hat die Savills Immobilien Beratungs-GmbH Jürgen Schmid (43) als neuen Director Investment für den Frankfurter Standort eingestellt. Schmid verfügt über langjährige Erfahrungen im Immobilien- und Finanzbereich. Er war sowohl auf Eigentümer-, Entwickler- als auch auf Asset Management-Seite tätig u.a. als Investmentmanager bei Deka Immobilien Investment und als Director Asset Management bei der Tishman Speyer Properties Deutschland. Zuletzt war er als Executive Director Asset Management bei der Financial & Real Estate Operations GmbH.


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Cities & Center & Developments führern Bauhaus, Hornbach und Obi zeige, dass auch in gesättigten Märkten eine Erweiterung von Kundschaft und Umsatz möglich sei. So stehen heute erfolgreiche, beratungsorientiertere Konzepte wie Bauhaus, Hornbach, Obi, und Max Bahr weniger erfolgreichen, ausschließlich preis- und discountorientierten wie Praktiker oder B1 gegenüber, wie Jahn zusammenfassend feststellt. Rabatte würden demnach keinen hinreichenden Wettbewerbsvorteil bieten in einem Markt, der ohnehin durch Preiskampf und Marketingdruck geprägt werde. Verschärft wird das Problem außerdem durch ungeeignete Standorte im Filialnetz, denn Immobilienentscheidungen sind langfristig und teuer, für Mieter genauso wie für die Investoren. Das Ursprungsproblem bei Praktiker sieht der Experte im wenig organisch gewachsenen Filialnetz. Denn durch die Foto: Obi Übernahme unterschiedlichster Innovationen machen den Unterschied regionaler Baumarktkonzepte in den vergangenen 30 Jahren sei es schwierig gewesen, das Unternehmen stringent zu führen: „Es gab zu viele Flächen in problematischen Lagen – sei es wegen einer schlechten Erreichbarkeit für die Kunden oder durch ein langfristig zu geringes regionales Gesamtpotenzial, um den nötigen Umsatz am Standort zu erwirtschaften.“ Praktiker habe bei den Übernahmen in der Vergangenheit Standorte schlicht nicht ausreichend auf ihre Tauglichkeit und ihr Umsatzpotenzial geprüft. So entsprechen viele der Baumärkte mit Blick auf Größe und Zuschnitt nicht den Anforderungen eines modernen, kundenorientierten Konzepts.

Der Trend zu größeren Märkten dürfte vorerst anhalten Jahn: „Dazu kamen Mängel im System. Denn der vermeintliche Ausweg, durch Discountorientierung eine stabile Marktposition zu erreichen, machte die Margen von Praktiker immer enger. Zwangsläufig mussten Kosten und damit auch die Mitarbeiterausstattung pro Filiale immer mehr reduziert werden. Der Wunsch der Kunden nach Beratung konnte von dem Unternehmen so immer weniger eingelöst werden.“ Grundlage für eine Neuausrichtung des Konzepts wäre aus Sicht des GfKHandelsexperten eine Bereinigung des Praktiker-Filialnetzes aus aktuell rund 168 Standorten, etwa durch Fokussierung auf regionale oder lokale Märkte (aber nicht beides). Das wäre die Voraussetzung für einen Neuanfang mit einem „rettenden Investor“. Nur ein Konzept, das sich an den Wünschen der Konsumenten ausrichtet, kann erfolgreich sein. Foto: Praktiker

Mit Blick auf die weitere Entwicklung in der deutschen Baumarktbranche geht Jahn davon aus, dass der Trend zu weniger aber insgesamt größeren Märkten anhalten wird, solange der Preis- und Kostendruck in einem dichten Markt bestehen bleibe: „Zwischen 2006 und 2012 sank die Gesamtzahl der Baumärkte in Deutschland bereits um 3,3%.“

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Deals Sonae Sierra gewinnt 3 neue Service-Verträge Der Shopping-CenterSpezialist Sonae Sierra hat 3 neue Dienstleistungsverträge für das Management und die Vermietung von einem Center in Algerien und 2 in Portugal unterzeichnet. Im Einzelnen übernimmt die algerische Tochter Sierra Cevital für die Prombati-Gruppe Management und Vermarktung des neuen Park MallProjekts in Sétif, das im Juni 2014 eröffnet werden soll und 100 Läden, davon 5 großflächige Geschäfte, auf 30 000 qm Mietfläche bieten wird. In Algerien ist das der 4. Dienstleistungsvertrag. Zudem gaben The Edge Group, eine Investment Holding von José Luís Pinto Basto und Miguel Pais do Amaral, und Sonae Sierra ein Abkommen über die Vermarktung und das Management des Forte Center und des Setúbal Centers in Portugal bekannt. Der Bau beider Center soll voraussichtlich 2014 beginnen. Die Edge Group wird in diese beiden Projekte über 100 Mio. Euro investieren. Sonae Sierra übernimmt neben Vermarktung und Management auch den Pre-MarketingProzess, der bereits in diesem Juli anläuft.

**** Köln: Dr. Martens Airwair, die Ikone britischer Schuhmarken, eröffnet einen Flagship-Store im Geschäftshaus Ehrenstraße 57 in der Kölner Innenstadt. Ab August ist die umfangreiche Kollektion des Footwear-Herstellers in Köln erhältlich. Savills und RheinReal Immobilien


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Deals

Das Interview

„In der Revitalisierung liegt noch großes Potenzial“ Gespräch mit Michael Hahn, CEO, und Thomas Kuhlmann, Vorstand der Hahn Immobilien-Beteiligungs AG über die Entwicklung auf dem Markt für Fachmärkte, Anlegerstrukturen, Standortrisiken, das knappe Angebot und das Thema Finanzierung. Handelsimmobilien Report: Die Hahn Gruppe gehört auf dem deutschen Markt für Handelsimmobilien ja im Grunde zu den Pionieren und Spezialisten der ersten Stunde. Wie hat sich das Spezial-Segment Fachmärkte und Fachmarktzentren in den vergangenen 10 Jahren verändert? Michael Hahn: Früher waren Fachmärkte etwas für Spezialisten. Viele Investoren wollten sich nicht damit befassen. Die Objekte galten als optisch wenig attraktiv und die Investmentvolumina als gering im Vergleich zu großen Büroimmobilien oder ShoppingCentern. Die positiven Attribute der Objekte blieben aufgrund dieser Vorbehalte weitgehend unentdeckt. Mit der zunehmenden Professionalisierung des Immobilienmarktes hat sich in den letzten Jahren vieles geändert. Handelsimmobilien und insbesondere auch Fachmarktzentren stehen auf der Einkaufsliste der großen deutschen und internationalen Immobilieninvestoren ganz oben. Die langfristig gute Performance dieser Objekte hat sich herumgesprochen.

Berlin: Der italienische Strickspezialist Twin Set startet seine DeutschlandExpansion im entstehenden Berliner Shopping Center Leipziger Platz 12. Die Verkaufsfläche beträgt rd. 220 qm. Jones Lang LaSalle vermittelte den Vertrag. Das Unternehmen Twin Set aus Carpi bei Modena bietet hochwertige Damenbekleidung. Die feminin und romantisch ausgerichtete Kollektion wird in knapp 20 eigenen Monobrandstores, bei ausgewählten Partnern und online angeboten. Im Jahr 2012 wurde Twin Set mehrheitlich durch den Finanzinvestor Carlyle Group übernommen, um die internationale Expansion des Strickspezialisten zu forcieren.

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Cities & Center & Developments HIR: Haben Sie auch eine Veränderung bei den Anlegern und Anlegerstrukturen festgestellt? Handelsimmobilien und gerade Fachmärkte galten bei der breiten Masse der Anleger früher ja nicht immer als sichere Anlageklasse. Thomas Kuhlmann: Die Anzahl der privaten Anleger ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Bei den institutionellen Adressen hat die Nachfrage hingegen dynamisch zugenommen. Bezüglich der Sicherheit: Hier muss man differenzieren. Solitär betriebene Fachmärkte oder kleine Supermarktstandorte bringen auch heute noch ein hohes Risiko mit sich. Die Standorttreue der Mieter ist bei diesen Objekten gering. Bei Fachmarktzentren oder anderen Agglomerationsformen liegen im Gegensatz dazu ein breit diversifizierter Mietermix und/oder eine genehmigungspflichtige Größe vor. Solche etablierten Standorte sind bei Mietern grundsätzlich sehr begehrt. Die langfristig gesicherten Cashflows von bonitätsstarken Mietern führen zu einem sehr attraktiven Rendite-Risiko-Profil.  HIR: Gibt es, nachdem das Interesse der Investoren an Fachmärkten und Fachmarktzentren wächst, noch genügend Produkte im Angebot?

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Unternehmens News Deichmann baut neues Logistikzentrum Der Schuh-Anbieter Deichmann lässt in Monsheim ein wird 20 000 qm großes und 22 Mio. Euro teures Logistikzentrum für rd. 1,3 Mio. Paar Schuhe errichten. Jährlich sollen hier 20 Mio. Paar umgeschlagen werden. Das Gebäude soll ein nachhaltig gebautes, modern ausgestattetes Distributionszentrum mit

Hahn: Aktuell besteht ein deutlicher Nachfrageüberhang im Markt, der die Akquisition geeigneter Objekte nicht gerade erleichtert. Das ist die Kehrseite der zunehmenden Beliebtheit dieses Segments. Die früheren Jahre mit nur wenigen potentiellen Akquisiteuren im Markt hatten also auch ihr Gutes. Kuhlmann: Andererseits klagen wir da auf hohem Niveau. Die sehr erfreuliche Nachfrage nach dem Produkt „großflächige Einzelhandelsimmobilie“ hat bei uns in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Zeichnungsvolumina geführt. Und mit unseren erfahrenen und gut vernetzten Akquisitionsteams realisieren wir auch in diesem Markt attraktive Erwerbschancen für unsere Investoren. HIR: Wie beurteilen Sie die aktuelle Preisentwicklung? Kuhlmann: Die Preise sind seitwärts bis leicht aufwärts gerichtet. Dabei fokussiert sich die Nachfrage überwiegend auf das Core-Segment. Im Bereich Value-Add sehen wir einen geringeren Nachfragedruck und deshalb besonders gute Chancen.

Eigenkapitalanforderungen bleiben weiterhin hoch HIR: Wie stellt sich das Thema Finanzierung aus Ihrer Sicht derzeit dar? Hahn: Wir investieren für unsere institutionellen und privaten Anleger mit einem hohen Eigenkapitalanteil. Das erleichtert die Finanzierung beträchtlich. Im Rahmen unserer halbjährlichen Marktumfragen wird uns von Investoren allerdings signalisiert, dass die Situation weiterhin schwierig und die Eigenkapitalanforderungen hoch seien. HIR: Wie sieht das Anlage-Profil Ihrer Spezialfonds aus – auch mit Blick auf Revitalisierungsobjekte und Projektentwicklungen? Kuhlmann: Der durch uns gemanagte HAHN FCP ist ein Core Plus Fonds. Das Brutto-Fondsvermögen liegt aktuell bei rund 450 Mio. Euro. Wir streben ein Zielvolumen von 750 Mio. Euro an, planen also noch viele Zukäufe. Zu 80 Prozent investieren wir in Core-Immobilien. Weitere 20 Prozent sind dem Value-Add bzw. opportunistischen Bereich zuzuordnen. Dabei setzen wir überwiegend auf Fachmarktzentren, Verbrauchermärkte und SB-Warenhäuser. HIR: Sie haben in Erkrath (Bavier-Center) und in Hilden (Itter-Karree) zwei ehemalige Hertie-Immobilien zu Hybriden Malls umgebaut. Hätten Sie Interesse an weiteren Projekten dieser Art? Hahn: Ja, absolut. Solche Projekte sind sehr erwünscht, da wir dort unsere Immobilienexpertise und unser Vermietungsnetzwerk auf ideale Weise einbringen können.

angenehmer Arbeitsatmosphäre werden. Rund 50 verschiedene Firmen sind an der Fertigstellung beteiligt. Mit der Koordination beauftragte der Schuheinzelhändler die List Bau Bielefeld GmbH als Generalunternehmen. Das Distributionszentrum an der B271 und der A4 soll die 4 bestehenden Zentren in Deutschland ergänzen und die Wege zu rd. 200 Filialen in Hessen, RheinlandPfalz, im Saarland und Baden-Württemberg verkürzen. Das Zentrum soll im Januar 2014 fertig sein.

Deals Köln-Sülz: Zwei Privatpersonen aus der Region haben ein Wohn- und Geschäftshaus in der Palanter Straße in Sülz erworben. Die 1908/1910 erbaute Immobilie hat 4 Wohneinheiten und eine Gewerbeeinheit. Verkäufer ist ein Kölner Bestandshalter. Engel & Völkers Commercial Köln vermittelte.


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Cities & Center & Developments Anders als im klassischen Projektentwicklungsgeschäft sind die Planungszeiträume kurz und die Risiken geringer, sofern vor dem Erwerb bereits Vorvermietungsgespräche gelaufen sind. Überhaupt liegt in der Revitalisierung von Handelsimmobilien ein großes Potenzial. Komplett neu entwickelte Standorte wird es nach unserer Einschätzung in Zukunft tendenziell weniger geben. HIR: Wie sehen Sie Investments in Mittelstädten, die ja für Handel und Investoren zunehmend interessant werden? Kuhlmann: Wir investieren sowohl in der Innenstadt, dem Stadtrand als auch im außerörtlichen Bereich. Es bedarf jeweils einer genauen Analyse der Lage und des Einzugsgebiets, um zu erkennen, ob ein Standort langfristig funktioniert. Da die Renditen in den Mittelstädten vergleichsweise höher sind als in Großstädten, sehen wir hier gute Investitionschancen - wenn alle anderen Parameter stimmen. HIR: Die Hahn Gruppe hat ja auch ihr Dienstleistungs-Angebot im Asset Management ausgeweitet. Wo liegen Ihre Schwerpunkte? Hahn: Wir sind im Asset Management ein Komplettanbieter, der für seine Investoren alle Dienstleistungen aus einer Hand anbietet. Ausgeweitet haben wir insbesondere das Angebot der Investitionsvehikel, an denen sich Investoren beteiligen können. Vom Publikumsfonds über Private Placements, Family Office Investments und Club Deals bieten wir verschiedene Investmentformen an. Dazu gehört natürlich auch unser institutioneller Fonds HAHN FCP. HIR: Wer sind Ihre klassischen Kunden?

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Personalien Bonn/Essen: Die Hallhuber GmbH, ein auf hochwertige Damenmode spezialisierter Modefilialist, ist weiterhin auf starkem Expansionskurs. Zukünftig sind die trendigen und hochwertigen DOBKollektionen "Hallhuber " und „Hallhubr Donna", die von Accessoires und Schuhen ergänzt werden, auch in Hallhuber Stores in Bonn und Essen vertreten. Für die beiden neuen Stores mietet das Unternehmen jeweils ca. 400 qm Retailfläche in der 1A-Lage Sternstraße 28 in Bonn und in der Limbeckerstraße 42 in Essen. Savills vermittelte beide Flächen. Die Eröffnung der beiden neuen Hallhuber Stores ist für Herbst 2014 geplant.

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Cities & Center & Developments den Privatanleger über das semi-institutionelle Family Office oder die Vermögensverwaltung bis hin zum institutionellen Investor wie etwa Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke. Wir haben in den vergangenen Jahren intensiv daran gearbeitet, potentiellen Kunden, die in großflächige Handelsimmobilien investieren wollen, die passende Investmentform anzubieten. Wir profitieren jetzt von diesem breit diversifiziertem Kundenportfolio und den vielfältigen Absatzwegen. HIR: Wenn Sie ins 2. Halbjahr 2013 und ins Jahr 2014 blicken: Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung des deutschen Markts für Handelsimmobilien ein? Hahn: Wir erwarten eine anhaltend hohe Nachfrage bei konstanten Renditen. Im aktuellen Umfeld gibt es kaum gleichwertige Investmentalternativen. Das niedrige Zinsumfeld sollte für die nächsten Jahre weiter fortbestehen. Pamera Retail GmbH

Das Unternehmen sieht noch interessante Chancen Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Am Thema Handelsimmobilien führt heute meist kein Weg mehr vorbei. „Die Nachfrage unserer Investoren in diesem Bereich gewinnt immer mehr an Bedeutung“, erklärt Filipe Costa, Geschäftsführer der PAMERA Retail GmbH. „Um die Kompetenz im Unternehmen zu bündeln, unternehmerische Beteiligung zu ermöglichen und die Bedeutung zu unterstreichen, haben wir dafür eine eigene Gesellschaft gegründet“, so Christoph Wittkop, Sprecher der Geschäftsführung der PAMERA Asset Management GmbH über die Motive. Die Pamera Retail GmbH ist eine Tochter der Pamera Asset Management in Frankfurt/ M., die als Dienstleister und Co-Investor für institutionelle Investoren und Banken aktiv ist. Schwerpunkt sind dabei Objekte und Portfolien mit Wertschöpfungspotenzial. Filipe Costa selbst, der 2013 zur Pamera-Retail-Tochter wechselte, ist ein Gewächs der Handelsimmobilien-Branche. Zuvor hatte er mit seiner auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierten Beratungsfirma Investoren und Verkäufer bei Transaktionen und Vermietungen im Volumen von zusammen mehr als 1 Mrd. Euro beraten. Ch. Wittkop F. Costa Bei vielen Fachmarktzentren, Shopping-Center und innerstädtischen Geschäftshäusern war er zudem konzeptionell, beratend oder vermittelnd tätig und zwischen 2006 und 2008 hatte der Dipl. Betriebswirt und Immobilienökonom (ebs) den Aufbau der deutschen Asset-Management-Plattform der Garigal Asset Management GmbH begleitet. Ziel der Pamera Retail GmbH ist es laut Costa, dieses Geschäftsfeld mit Investitionen in Einzelhandelsimmobilien und einem transaktionsorientierten Asset-Management zu stärken. Mittelfristig soll diese Asset-Klasse einen Umsatzanteil von etwa 30 % erreichen. Zu den Referenzobjekten der „ersten Stunde“ in diesem Segment gehört das Dieterich-Karree, ein sanierungsbedürftiges Stadtteilzentrum aus dem Jahr 1979 mit Nahversorgungsfunktion im angesagten Düsseldorfer Stadtteil Pempelfort. Das Center bietet neben den 10 500 qm Einzelhandelsfläche noch 280 Wohnungen und 650 Parkplätze – insgesamt 30 000 qm Mietfläche. Die Pamera hatte das Dieterich Karree im Juli 2011 zusammen mit dem von der Real Estate Investment Management Gesellschaft Tristan Capital Partners beratenen Core-plus Fonds Curzon Capital Partners III (CCP III) aus der Insolvenz ersteigert. Der Kaufpreis betrug 34,5 Mio. Euro. Pamera selbst ist mit einem Minderheitsanteil betei-

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Personalien Savills ernennt CFO für Deutschland Michael Wanner (38) hat am 22. Juli 2013 die neugeschaffene Position des CFO für Savills Deutschland übernommen. Wanner war zuvor als Vice President für den Bereich Finance, Accounting und Controlling bei der GAZIT Germany Beteiligungs GmbH & Co. KG verantwortlich. Weitere Stationen waren die Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH sowie die Archon Group Deutschland GmbH. Als CFO für das Deutschlandgeschäft von Savills verantwortet Wanner die Bereiche Finance, Controlling und Compliance. Michael Wanner wird im Frankfurter Savills-Büro arbeiten. Nach den Worten von Marcus Lemli, CEO Savills Deutschland, sind die Anforderungen an Savills Deutschland durch das Wachstum in den vergangenen Jahren gestiegen, so dass die neue Position geschaffen werden musste.

Deals Rhede: Die Acrest Property Group GmbH, Berlin, hat im Auftrag des Eigentümers einen neuen Mietvertrag über rd. 1 200 qm in einem Fachmarktzentrum im nordrheinwestfälischen Rhede, Gronauer Straße 23, mit dem Textildiscounter Takko abgeschlossen. Takko ist bereits seit längerem Mieter des Objekts und hat nach Ablauf des alten Mietvertrages einen neuen Vertrag für eine Laufzeit von 12 Jahren abgeschlossen.


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Cities & Center & Developments ligt und übernimmt für den Eigentümer mit Sitz in Luxemburg die Sanierungs- und Vermietungsaktivitäten. Bei dieser Immobilie, die zuvor offenbar eher nach dem Zufallsprinzip u.a. an Billiganbieter vermietet wurde, ist es nach der umfangreichen Sanierung und Neugestaltung laut Costa gelungen, bei den Einzelhandelsflächen eine völlig neue Qualität zu erreichen, „die von den Mietern und Kunden hervorragend angenommen wird und zur weiteren Aufwertung des Stadtteils führt“. Zu den Mietern gehören Edeka, Aldi, Deichmann, Jumex (Schuhe), dm, die FriseurKette Klier, die Stadtsparkasse Düsseldorf und einige lokale Fachgeschäfte. Die Lebensmittel-Kette Edeka, die neben Aldi bereits vorher im Center vertreten war, hat die Neupositionierung genutzt und die Fläche architektonisch aufgewertet. „Wir befinden Dieterich Karree in Düsseldorf Visualisierung: Pamera uns in Düsseldorf in der Endphase der Vermietung“, so Costa über den aktuellen Stand. Ein weiteres Projekt ist das im Jahr 2000 erbaute NCH Neustadt Centrum Halle a.d. Saale, das auf 30 700 qm 60 Mieter hat – darunter Real, Aldi, Deichmann, Rossmann und die Parfümerie-Kette Douglas. Hier geht es laut Costa vor allem darum, die durchschnittliche Mietvertragslaufzeit des gut gemanagten Centers zu verlängern und den Branchen- und Mietermix zu optimieren. Dazu gehört auch die Umsetzung von Bestandsmietern oder die Ergänzung des Sortiments durch Neuvermietung. Pamera hat das Neustadt Centrum Halle Ende 2012 als Co-Investor gemeinsam mit dem von Tristan Capital Partners beratenen Fonds Curzon Capital Partners III (CCP III) für insgesamt 31 Mio. Euro von einem börsennotierten australischen Investor erworben, der sich aus Europa zurückziehen will. Den Ausschlag für die Übernahme gaben nach den Worten von Christoph Wittkop die Bedeutung des Centers für den Stadtteil Halle-Neustadt und die angrenzende ländliche Region, der gute Mietermix, die hohe Mieterzufriedenheit und „die sehr hohe Bauqualität“.

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Deals Mülheim/Ruhr: Die Acrest Property Group GmbH, Berlin, hat im Ruhrgebiet im Auftrag des Eigentümers 2 Mietvertragsverlängerungen über insgesamt 1 500 qm Einzelhandelsflächen vereinbaren können. In Mülheim, in der Duisburger Straße 283 prolongierte die örtliche Sparkasse ihren seit 1995 bestehenden Mietvertrag über 450 qm Geschäftsfläche. In der Heinz-Bäcker-Straße 1 in Essen-Dellwig hat der dort seit 1997 ansässige 1 050 qm große Getränkemarkt „Trink & Spare“ seinen Mietvertrag verlängert.

**** Essen: Mit dem Renovierungsfachmarkt Tedox auf 3 000 qm konnte neben dem Real- SB-Warenhaus und Gartencenter Seibert ein weiterer Ankermieter für das neue Fachmarktzentrum im Essener KruppGürtel gewonnen werden. Im Herbst 2013 wird die Fachmarktzentrum Essen GmbH & Co. KG, eine Gesellschaft der LHI-Gruppe in Pullach b. München, das Fachmarktzentrum unter dem Namen Kronenberg Center eröffnen. Durch die

Die beiden Objekte mit ihrem Wertschöpfungs- oder Repositionierungspotenzial geben bereits eine grobe Vorstellung davon, wo die Schwerpunkte der Pamera Retail GmbH liegen. Dazu gehören laut Costa auch Revitalisierungen und Mischobjekte mit Einzelhandel und anderen Nutzungsarten wie Wohnen oder Büros, die das Unternehmen mit dem Know-how seiner anderen Sparten abdecken kann. Im Fokus stehen laut Costa zudem zwei weitere Anlageprofile: Dazu gehören Handelsimmobilien in den A-Lagen von sogenannten B-Städten, also deutsche Städte jenseits der 7 großen Metropolen, oder gute Stadtteillagen in den Big 7 für den Stuttgarter Immobilien Spezialfonds (SIS). Die Investitionsvolumina beziffert der PameraGeschäftsführer bei Einzelobjekten mit 20 bis 100 Mio. Euro: „Ein Beispiel dafür ist unser im 1. Quartal erworbenes Shopping-Center in Halle“, erläutert Costa. „Für unsere Bereiche Spezialfonds und Private Wealth kommen auch schon mal Objekte ohne großes Potenzial in Frage, deren Reiz in langen Mietverträgen und/oder in der Qualität der Immobilie selbst besteht.“ Revitalisierungsobjekte im Einzelhandel können zwar ein hohes Potenzial bieten, wichtig ist es jedoch, die Qualität eines Standorts richtig einzuschätzen. Deshalb setzt Pamera im Vorfeld auf eine „intensive Due Diligence von Standort, Immobilie, Potenzial des Marktes aus Sicht der Einzelhändler sowie Mietergespräche“ als Grundlage für

Vermietung an Tedox überschreitet der Vermietungsstand die 90%-Marke. Das etwa 30 000 qm große Center wird von Metro Properties entwickelt und gebaut. Die MEC Metro ECE Centermanagement GmbH & Co. KG ist mit der Vermietung des neuen Nahversorgungsstandorts beauftragt


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Cities & Center & Developments die Beurteilung. Weitere sehr wichtige Kriterien seien der Mikrostandort, die Kaufkraft und das Einzugsgebiet, so der Geschäftsführer. Und ganz wichtig: Revitalisierungsobjekte müssen die heutigen Anforderungen an eine moderne Handelsfläche erfüllen. „Das kann nicht mehr jede der guten alten Handelsimmobilien bieten“, so Costa. Das Potenzial des deutschen Markts für Handelsimmobilien ist laut Costa pauschal schwer einzuschätzen. Allgemein sieht er für die Pamera Retail GmbH aber noch einzelne interessante Investmentmöglichkeiten und Asset-Management-Mandate. Auch das Thema Finanzierung von revitalisierungsbedürftigen Objekten stellt aus seiner Sicht kein unüberwindliches Problem dar. „Grundsätzlich ist eine Finanzierung möglich, wenn die Potenziale für die Bank zu erkennen und nachvollziehbar sind und der Investor das notwendige Know-how und den track record vorweisen kann. Aber nicht jede Bank ist offen für diese Art von Finanzierung, denn es bedarf auch auf der Bankenseite eines entsprechenden Know-hows und einer etwas höheren Risikobereitschaft“, weiß der Experte. Insgesamt gilt, nach seiner Erfahrung, dass Objekte mit laufendem Cash-flow an guten Standorten deutlich leichter zu finanzieren sind als Objekte mit sehr hohem Leerstand bzw. schlechter Performance in einer schwierigeren Lage. Auch die angemessene Rendite bei Revitalisierungsprojekten hängt nach den Worten von Geschäftsführer Wittkop neben der Lage im Wesentlichen von den notwendigen Sanierungs- und Vermietungsmaßnahmen sowie dem Gesamtrisiko ab. Am Ende werde die Rendite wesentlich vom Erfolg beim Verkauf bestimmt, so Wittkop. „Das ist sehr einzelfallbezogen und ist nicht pauschal zu beantworten.“ Die Pamera Asset Management GmbH ist an den Standorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/M., Hamburg und München vertreten und betreut mit einem Team aus 33 Mitarbeitern über 50 Objekte mit einem Volumen von rund 900 Mio. Euro. Re-Urbanisierung – Zurück in die Stadt (II)

Der Lebensmittelhandel reagiert mit neuen Konzepten Dipl.-Geogr. Markus Wotruba, Leiter Standortforschung BBE Handelsberatung GmbH Die Prognosen für das Bevölkerungswachstum in den Großstädten sind in der Vergangenheit zu niedrig ausgefallen, wie Teil 1 der Serie über die Re-Urbanisierung in Deutschland gezeigt hat. Die Städte wachsen deutlich stärker, weil z.B. der Wegzug junger Familien in die Vororte (Suburbanisierung) gestoppt ist und junge sowie alte Menschen zurück in die Städte wandern (Re-Urbanisierung). Im folgenden Beitrag wird gezeigt, wie der Lebensmittelhandel auf diese Entwicklung reagiert. Die Re-Urbanisierung wird seit vielen Jahren zwar diskutiert, doch harte Zahlen gibt es auf Grund des Time-lags bei den statistischen Zahlen erst mit einer gewissen Zeitverzögerung. Dennoch registrierten schon 2008, als die Finanzkrise und gestiegene Kraftstoffpreise zusammenkamen, die Lebensmittel-Filialisten in ihren Märkten die Verlagerung von Umsätzen aus peripheren in zentralere Standorte. Gleichzeitig mussten die Supermarktbetreiber „endlich“ auf das Wachstum der Discounter reagieren. Die innovative Rewe Group startete ihren ersten Testmarkt für ihr Konzept Rewe City in Köln. Nach dem Erfolg des im Jahr 2008 eröffneten Pilot-Marktes setzte das Unternehmen schnell darauf, die City-Märkte zu multiplizieren; heute gehören sie zum Erscheinungsbild der Innenstädte deutscher Metropolen. Plötzlich war die schleichende Abwanderung des Lebensmittelhandels aus den Innenstädten gestoppt. Das Fehlen von Parkplätzen an diesen Standorten war dabei kein Ausschlusskriterium mehr. Auch die

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Personalien Acrest: Elke Lauster wird neue Vermietungschefin Die Acrest Property Group GmbH hat sich erneut personell verstärkt und Elke Lauster (46) als Head of Letting (Vermietung) an Bord geholt. Seit 1. Juni 2013 verantwortet die DiplomBetriebswirtin die bundesweiten Vermietungsaktivitäten der rd. 400 von Acrest betreuten Immobilien im Gesamtvolumen von rund 3,7 Mrd. Euro mit einem Team aus 10 Mitarbeitern. Sie wird darüber hinaus in die Geschäftsführung der Acrest berufen. Elke Lauster hatte 12 Jahre als Bereichsleiterin bei der ECE Projektmanagement die Ergebnisverantwortung für 12 Shopping-Center mit rd. 1 000 Shops. Vor dem Wechsel zu Acrest war sie bei Colliers als Head of Retail seit 2012 für die bundesweite Beratungs- und Vermietungsdienstleistung für Shopping-Center sowie für die Einzelhandelsvermietung zuständig.

Deals Nürnberg: Die Catella Real Estate AG Kapitalanlagegesellschaft hat 2 Geschäftshäuser mit insgesamt 9 300 qm in zentraler Lage in Nürnberg erworben. Das 2011 erbaute Objekt Königstraße 4 verfügt über eine Mietfläche von rd. 1 500 qm. Hauptmieter ist Hennes & Mauritz mit der Marke COS. Bei dem zweiten Objekt in der Spitalgasse 5 handelt es sich um ein rd. 7 800 qm großes Objekt, das langfristig von der Commerzbank genutzt wird.


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Cities & Center & Developments bisher ständig wachsenden Verkaufsflächen konnten mit dem City-Konzept wieder auf ca. 500 qm zurückgeführt werden. Die neuen Märkte mussten sich nicht mal mehr zwingend im Erdgeschoß befinden. Zwar gab es in den Metropolen schon vorher vereinzelt Lebensmittelmärkte ohne Parkplätze - auch von Discountern wie Lidl und Aldi -, doch fanden sich diese meist in Stadtteillagen und nicht in den 1 A-Lagen der City. Das Konzept der Hamburger Edeka-Gruppe setzte in dieser Zeit sehr stark auf Architektur, Erlebnis und Verkaufsflächen von mehr als 2 500 qm für Supermärkte (!) und war nicht in erster Linie auf Innenstadtlagen fokussiert. Mittlerweile hat die Edeka aber die von vorneherein geplante Skalierung ihres Konzeptes nicht nur für Kleinstädte vollzogen, sondern dringt damit ebenfalls in die Fußgängerzonen vor. Ein schönes Beispiel dafür ist der neue Edeka-Markt in der Ingolstädter Theresienstraße. Die faktisch feststellbare ReUrbanisierung, die von einer Veränderung des VerkehrsverFoto: Rewe haltens begleitet wird, setzt die Lebensmittelfilialisten unter Rewe geht mit City-Konzept in die Innenstadt Druck. Die rasante Zunahme von Car-Sharing-Angeboten und -Nutzerzahlen und das von Verbänden, Medien und Autoherstellern festgestellte Desinteresse junger Menschen am eigenen Auto sind nur ein medial ausschlachtbares Symptom. Für die tatsächliche Nachfrage spielen solche Entwicklungen aktuell noch keine Rolle, da der Motorisierungsgrad der deutschen Bevölkerung weiterhin sehr hoch ist. Allerdings treffen ein verändertes Nutzungsverhalten des eigenen Autos und ein sinkender Motorisierungsgrad in den Metropolen, die traditionell weniger Pkw pro 1 000 Einwohner verzeichnen, aufeinander und werden dort daher bereits sichtbar. Auch großflächige Konzepte wie das des SB-Warenhaus-Betreibers Kaufland müssen daher künftig näher an die Menschen heranrücken. Deshalb hat Kaufland sein Konzept von 5 000 – 10 000 qm Verkaufsfläche auf rund 2 000 qm geschrumpft und tritt nun ebenfalls verstärkt in den Fußgängerzonen (z.B. in Göttingen) an. Im Vergleich zu Rewe lässt sich eine zeitliche Verzögerung von rund zwei Jahren feststellen, denn Kaufland forciert diese Entwicklung seit etwa 2010.

Auch Discounter testen neue Innenstadt-Konzepte Der Verbrauchermarkt-Betreiber Hit hat weitere 2 Jahre später, also 2012, reagiert und seinen Pilotmarkt in der Bad Homburger Innenstadt mit 1 500 qm eröffnet. Unter den Discountern experimentieren vor allem die Edeka-Tochter Netto (Netto City) und die Rewe-Tochter Penny mit Innenstadtkonzepten. Die Anbieter Aldi und Lidl suchen in der City verstärkt Einkaufszentren. Während bei Netto immer wieder Berichte die Runde machen, wonach die City-Märkte möglicherweise ein Auslaufmodell seien und künftig Verkaufsflächen von 1 000 qm angestrebt würden, verfolgt Penny seine Strategie der innerstädtischen Märkte ab 450 qm Verkaufsfläche konsequent weiter. Diese Entwicklung der Re-Urbanisierung im Lebensmitteleinzelhandel ist quantitativ an einer lange Zeit nicht gekannten Ausstattung mit Lebensmittelflächen in deutschen Innenstädten abzulesen. So verfügt die Münchner Innenstadt heute über mehr Lebensmittelverkaufsfläche pro Einwohner, als jeder andere Münchner Stadtteil. Lesen Sie im nächsten Teil der Serie: Re-Urbanisierung des Lebensmittelhandels am Beispiel München. Die City als Paradies der Nahversorgung.

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Deals Corpus Sireo übernimmt zweites Treveria-Portfolio Die neu gegründete Corpus Sireo Asset Management Retail GmbH wurde von Treveria mit der Betreuung des „Silo F/K“Portfolios mit über 120 Immobilien beauftragt. Aus dem Portfolio übernimmt Corpus Sireo das Asset Management für 78 Einzelhandelsobjekte mit rd. 180 000 qm Mietfläche. Das „Silo F/K“-Portfolio ist von der Hypothekenbank Frankfurt finanziert. Den gesamten AssetManagement-Auftrag teilt sich Corpus Sireo mit der ATOS Asset Management, Hamburg. Der Leerstand in dem von Corpus Sireo betreuten Portfolio liegt bei knapp 7%. Ingo Hartlief, CEO der Corpus Sireo Asset-ManagementSparte, ist zufrieden, dass die neue Gesellschaft gleich an einem neuen Mandat arbeiten kann.

**** Potsdam: Die Berliner Acrest Property Group hat mit 2 Erweiterungen und Vertragsverlängerungen mit langjährigen Mietern das Babelsberg Center in Potsdam aufgewertet. Neben der Verlängerung des Mietvertrags mit Toom Baumarkt um 15 Jahre im Vorjahr konnte 2013 mit Netto der Mietvertrag bis 2029 verlängert werden. Zudem wird die Fläche von 790 qm auf 1 080 qm erweitert. Zusätzlich erweiterte das FitnessStudio Superfit seine Fläche von 1 350 auf 1 750 qm und verlängerte bis 2025. Laut Johannes Becker, Asset-Manager des Portfolios, konnte die durchschnittliche Laufzeit der Mietverträge von 1,43 (2011)auf 12,5 Jahre erhöht werden.


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Report Nr.151

Cities & Center & Developments Tengelmann-Unternehmensgruppe

Wetterkapriolen belasten den Ausblick für 2013 HIR MÜLHEIM/Ruhr: Der geschäftsführende Gesellschafter der Mülheimer Tengelmann-Gruppe, Karl Erivan Haub liebt es bei seinem Ausblick für 2013 plakativ: Nachdem die Umsätze bis April sprichwörtlich erfroren und im Mai abgesoffen seien, sieht er das Gesamtjahr mit verhaltenem Optimismus. Das Handelsunternehmen, das die Supermarkt-Kette Kaiser’s Tengelmann betreibt, den Textil-Discounter KiK, an diversen Internet-Anbietern beteiligt ist und Anteilseigner der Baumarkt-Kette Obi ist, hat die Kapriolen des Wetters im 1. Halbjahr 2013 stark zu spüren bekommen. Die lange Kältewelle bis in den April hinein hat bei Obi das Geschäft mit Frühjahrspflanzen belastet und bedingt durch die FlutKatastrophe im Mai und Juni waren laut Haub über 80 Filialen zeitweilig geschlossen oder wurden durch die Wassermassen beschädigt. HinFoto: Tengelmann zu kommen Umsatzeinbußen in Märkten, die durch das Hochwasser nicht beliefert werden konnten. Im Vorjahr, es war das 146. Jahr in der Tengelmann-Unternehmensgeschichte, wurde dagegen ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 2,9% auf 11,08 Mrd. Euro erzielt. Trotz der unvermindert schwierigen Rahmenbedingungen sei es 2012 erneut gelungen, ein auskömmlich positives Ergebnis zu erzielen, so Haub. Gewinnzahlen nennt das Familienunternehmen nicht. Die Eigenkapitalquote bezifferte Haub mit 37%. Insgesamt ist die Tengelmann-Gruppe in 18 Ländern aktiv, beschäftigt 83 826 Mitarbeiter in 4 346 Filialen, E-Shops, Dienstleistungs-, Logistik- und Immobiliengesellschaften. Im Ausland wird ein Drittel des Umsatzes erzielt. Die 512 Supermärkte der Kaiser’s Tengelmann GmbH erreichten laut Haub mit 2,13 Mrd. Euro einen „stabilen Umsatz“. Das Supermarkt-Netz ist auf die 3 Kernregionen Berlin, München/ Oberbayern und Nordrhein konzentriert. Bei der Zukunftsstrategie setzt das Unternehmen auf sein „Schwarz-Rot-Gold“-Konzept, bei dem Atmosphäre, Qualität, Frische und Service im Vordergrund stehen. 300 Supermärkte wurden bereits umgestellt. Der Textildiscounter KiK, der 2012 unter dem zu kühlen Sommer und einem zu warmen Herbst gelitten hatte, erreichte insgesamt noch ein Umsatzplus von 3,5% auf 1,75 Mrd. Euro. Dazu dürfte auch der Markteintritt in Polen beigetragen haben. Insgesamt ist KiK damit in 8 Ländern (Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowenien, Ungarn, Slowakei, Kroatien und Polen) mit 3 249 Filialen vertreten. Auch der TextilDiscounter hat mit „KiK 17“ ein neues Ladenkonzept entwickelt, das mit hellen Böden, Wareninseln, neuem Lichtkonzept und silbergrauen Präsentationsflächen mehr Atmosphäre schaffen soll. Die Baumarktkette Obi wuchs in Deutschland um 2,9% auf 6,87 Mrd. Euro und betreibt hier 344 Baumärkte – insgesamt sind es 585 Märkte in 13 Ländern. In diesem Jahr ist laut Haub die Eröffnung von 15 neuen Standorten geplant. Daneben sind unter dem Dach der Tengelmann E-Commerce GmbH das Venture-Geschäft und die Internet-Shops wie Plus.de und Baby-Markt.de zusammengefasst. Anfang 2012 wurden die Immobilienaktivitäten – darunter das deutsche Portfolio mit über 150 Objekten – in die TREI Real Estate eingebracht. Insgesamt verwaltet die TREI Real Estate mehr als 500 eigene Einzelhandels-, Wohn- und Büroimmobilien mit einem Mietvolumen von circa 120 Mio. Euro.

vom 26.07.13 Seite 19 von 17

Deals Berlin: Aengevelt Berlin hat im Auftrag eines internationalen Investoren den Verkauf des langfristig vermieteten, modernen Büro-/ Geschäftshauses Greifswalder Straße 89 im Berliner Szene-Kiez Prenzlauer Berg an einen Investor aus dem westfälischen Münster vermittelt. Die Bruttoanfangsrendite wird mit rd. 8% angegeben. Insgesamt verfügt die 2006/2007 errichtete Immobilie über rd. 2 360 qm gewerbliche Mietfläche, davon rd. 1 600 qm Einzelhandelsfläche, die langfristig an die BioSupermarktkette Alnatura und die Drogeriemarktkette dm vermietet sind, sowie rd. 760 qm Büro-/ Praxisfläche.

Impressum Chefredaktion: Dr. Ruth Vierbuchen (V.i.S.d.P.); Kontakt: vierbuchen@rohmert.de Herausgeber: Werner Rohmert Korrespondentin Köln: Christine Scharrenbroch Anzeigen: Marion Götza, 05242-901-250 Verlag: Research Medien AG, Rietberger Str. 18 33378 Rheda-Wiedenbrück, T.: 05242 - 901-250, F.: 05242 - 901-251 E.: info@rohmert.de www.rohmert-medien.de Vorstand: Werner Rohmert Aufsichtsrat: Senator E.h. Volker Hardegen (Vorsitz). Bankverbindung: Auf Anfrage Namens-Beiträge geben die Meinung des Autors und nicht unbedingt der Redaktion wieder.

Der handelsimmobilien report nr 151  

Cities, Centers und Developments zum deutschen Einzelhandelsimmobilienmarkt

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