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Liebe Leser, jüngst ließ das Thema einer Presseveranstaltung aufhorchen, die sich mit der Frage beschäftigte, ob es noch lohnt, in Handelsimmobilien zu investieren, oder ob der Hype vorbei sei? Diese grundlegende Fragestellung ist typisch für das Büro-Immobilien-Land Deutschland, wo das Thema „Handelsimmobilien“ von vielen immer noch als Exoten- oder Nischenthema betrachtet wird, das wieder in der Versenkung verschwindet, sobald der Mode-Trend vorbei ist. Tatsächlich sind Handelsimmobilien ein fester und schwergewichtiger Bestandteil des gewerblichen Immobilien-Marktes. Das zeigt schon der Blick ins Ausland, wo es große, börsennotierte Unternehmen mit Schwergewicht Handelsimmobilien – oft Shopping-Center – gibt oder Weltkonzerne, die ihre Wurzeln im Geschäft mit Handelsimmobilien haben. Auch der Blick auf den europäischen Investmentmarkt zeigt, dass der Anteil von Retail Assets stetig bei 25 bis 30% des Gewerbeimmobilienmarkts liegt. Da das Segment Handelsimmobilien hierzulande jedoch jahrzehntelang ein Schattendasein führte und Spezialisten vorbehalten war, unterscheidet sich der Markt in seiner Struktur deutlich etwa vom britischen, der von institutionellen Investoren gern als Benchmark genommen wird. Da Retail Assets in Großbritannien als Anlageklasse anerkannt waren, ist hier mehr Geld in die Immobilien investiert worden. Der deutsche Markt wird dagegen geprägt von einem großen Bestand, der in die Jahre gekommen ist. Das gilt für alle Segmente, vom Geschäftshaus über Shopping-Center bis zu Fach- und Supermärkten. Durch die Ausrichtung der Handelskonzerne auf Größe und Wachstum durch Übernahmen und die Expansion in Wachstumsmärkten wie Mittel- und Osteuropa sind die Immobilien aus dem Blick der Verantwortlichen geraten. Bei Shopping-Centern ist der Revitalisierungsbedarf mit etwa 50% des Bestands bereits bekannt. Bei anderen Anlageklassen dürfte er in einer ähnlichen Größenklasse liegen. Durch das Interesse der Investoren an deutschen Handelsimmobilien seit der Boom-Phase eröffnet sich für den hiesigen Markt nun die Chance, das Wertsteigerungspotenzial zu heben. Gefragt sind deshalb vor allem Investoren mit langfristiger Ausrichtung. Und für diese Anleger sind gerade Handelsimmobilien gut geeignet, da die Lage für den Erfolg des Mieters unabdingbar ist und gut etablierte alte Objekte nicht durch beliebige neue Standorte ersetzbar sind. Zumal für großflächige Handelsimmobilien immer schwerer Genehmigungen zu kommen sind. Da die Ausstattung mit Verkaufsflächen in Deutschland jedoch recht gut ist, und in den vergangenen Jahren in den Innenstädten noch viel verdichtet wurde, ist es wichtig, die erfolgversprechenden Revitalisierungsprojekte herauszufiltern. Die Frage, ob der Hype bei deutschen Handelsimmobilien vorbei ist lässt sich aber klar beantworten: Sie sind zum festen Bestandteil des Gewerbeimmobilienmarkts geworden – zumal Innenstädte ohne attraktive Geschäfte nicht vorstellbar sind. Dr. Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin

Nr. 147 vom 03.06.2013 Kostenlos per E-Mail ISSN 1860-6369

Inhaltsverzeichnis Editorial

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Shopping-Center-Markt Europa: Russland meldet sich wieder zurück

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Sonae Sierra: Die Portugiesen haben ihre Angebotspalette ausgeweitet

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Das Interview: Mit Susanne Klaußner, 9 Chefin der GRR REM GmbH über die Markenpersönlichkeit von Fachmarktzentren Hofstatt in München: Integriertes Einkaufszentrum schafft Mehrwert

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Investmentmarkt: Interesse an revitali- 16 sierungsbedürftigen Assets wächst Expansion: Deutschland bleibt im Fokus der internationalen Händler

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18 Vermietungsmarkt: Nachfrage nach knappen Flächen stabilisiert die Preise

Douglas: Hauptversammlung besiegelt 19 den Rückzug von der Börse Impressum

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Deals NABU-Umweltpreis: Die grünsten Händler Deutschlands gesucht

Fotolia Der russische Markt spielt bei Handelsimmobilien wieder eine größere Rolle Shopping-Center-Markt

Russland meldet sich in Europa wieder zurück Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Weltweit entstehen die meisten Shopping-Center-Flächen im chinesischen Raum. In Europa gewinnt der russische Markt - nach dem Einbruch 2008 – wieder an Bedeutung. Nach der Studie von Cushman & Wakefield über die europäischen ShoppingCenter-Entwicklungen des Jahres 2013 ist die Pipeline gut gefüllt: 2,4 Mio. qm sollen 2013 und 2014 neu auf den russischen Markt kommen. Das sind 22% der gesamten europäischen Shopping-Center-Pipeline, die sich auf 7 Mio. qm oder 215 neue Shopping-Center summiert. Für Europa ist das der zweithöchste Wert nach dem Spitzenjahr 2009, als 7,8 Mio. qm neue Center-Fläche als Folge der Boom-Jahre 2006/07 auf den Markt kamen. Wie die Experten von Cushman & Wakefield (C&W) berichten waren 2012 europaweit 5,7 Mio. qm Center-Fläche fertig gestellt worden. Ein wesentlicher Grund für den hohen Wert 2013 ist nach den Worten von Justin Taylor, CEO UK Retail bei C&W vor allem die Verzögerung bei einigen Projekten durch Finanzierungsprobleme. Dadurch verschiebt sich die Fertigstellung vom ursprünglich angepeilten 2. Halbjahr 2012 ins Jahr 2013. Für Taylor ist dieser Aufwärtstrend in der europäischen Shopping-Center-Industrie aber ein ermutigendes Zeichen dafür, dass große Projekte fertig gestellt werden können. Der Wachstumsmarkt Türkei steht mit 1,55 Mio. qm bis Ende 2014 hinter Russland europaweit auf Platz 2. Das Gros der Fläche (über 50%) wird in der Metropole Istanbul gebaut. Hier wurde mit dem Marmara Park (knapp 100 000 qm) im vergangenen Jahr laut C & W auch das größte Shopping-Center Europas eröffnet. Innerhalb der europäischen Shopping-Center-Industrie verschieben sich bei den Entwicklungen die Gewichte damit wieder mehr nach Mittel- und Ost-Europa (resp. Südosteuropa). Hier entstehen laut C&W bis 2014 etwa 70% (4,9 Mio. qm) der neuen Center-Flächen. 2012 waren es 65%. „Mittel- und Osteuropa wird den ShoppingCenter-Markt kurzfristig weiter dominieren“, ist Taylor überzeugt. Im Investmentmarkt mit Handelsimmobilien bleibt der Fokus der Investoren dagegen immer noch auf die etablierten Märkte in Westeuropa – vor allem Großbritannien und Deutschland - gerichtet. Die Übernahme des 82 000 qm großen Metropolis Center in Moskau qm durch Morgan Stanley – dem 2. Deal der Investmentbank in Russland in 15 Monaten - zeigt jedoch auch wieder das Interesse internationaler Investoren an dem riesigen aber nicht

Um den NABUUmweltpreis „Grüner Einkaufskorb 2013“ können sich bundesweit alle Lebensmitteleinzelhändler bewerben. Damit zeichnet der Naturschutzbund Deutschland engagierte Lebensmittelmärkte aus, die ein zukunftsweisendes und ökologisches Handelsmodell verfolgen. Ziel des Wettbewerbs ist es, jene Märkte herauszuheben, die mit einem saisonalen, regionalen und umweltfreundlichen Warensortiment Verbrauchern den ökologischen Einkauf erleichtern. Preise werden in den 3 Kategorien „Filialen der großen Lebensmittelketten“, „Selbstständige Lebensmittelmärkte“ und „Biolebensmittelmärkte“ vergeben. Zusätzlich wird ein Jury-Sonderpreis für umweltfreundliche Entwicklung ausgeschrieben. Damit wird das Engagement von Teilnehmern aus den Vorjahren gewürdigt, die sich für den Wandel zum grünen Geschäftsmodell eingesetzt haben. Der Teilnahmebogen kann bis 9. September 2013 beim NABU eingereicht werden. Über die Sieger entscheidet eine Jury aus Einzelhandels- und Umweltexperten sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. . Den Gewinnern wird am 25. November 2013 in festlichem Rahmen mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der „Grüne Einkaufskorb 2013“ verliehen. Den ausgezeichneten Märkten winkt als Hauptpreis nicht nur der ansehnliche Award, sondern auch ein Kochevent im eigenen Markt.


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Cities & Center & Developments einfachen Markt. Dieser Deal trug auch maßgeblich dazu bei, dass die Region Mittelund Osteuropa (CEE) laut CBRE im 1. Quartal 2013 ein Investitionsvolumen von 1,01 Mrd. Euro erreichte. Für ganz Europa beziffert der Immobiliendienstleister das Volumen mit 7,9 Mrd. Euro, C&W kommt in diesem Zeitraum auf 8,4 Mrd. Euro. Und auch die Entwicklung des etwa 60 000 qm großen Shopping-Centers Aura, das der US-Entwickler Renaissance Development mit ECE als Center-Manager und Vermieter in der Innenstadt des russischen Jaroslawl entwickelt, zeigt, dass Russland den scharfen Einbruch nach der Finanzkrise überwindet. Bei dem „Aura“ handelt es sich um das vor der Krise von der ECE mit dem US-Shopping-Center-Spezialist Diversified Development Reality (DDR) an seiner Seite geplante Center „Golden Ring Gallery“, das auf Eis gelegt werden musste, nachdem DDR nach der LehmanPleite aussteigen musste. Das neue Aura in Jaroslawl soll Ende 2013 eröffnet werden. Es bietet – ganz wichtig für den russischen Markt – neben den 220 Läden mit neuen Marken auch einen großen Bereich für Unterhaltung. Als weiterer namhafter internationaler Entwicklung ist Ikea in Russland aktiv. Nach Einschätzung von C&W sind die russischen Entwickler mit einem Anteil von 80% gegenüber den internationalen (20%) aber dominierend. Mit Blick auf diese Entwicklung dürfte sich Russland in der Rangliste der europäischen Länder mit der meisten Shopping-Center-Fläche über kurz oder lang an die Spitze schieben. Allein der Avia Park, der 2014 in Moskau eröffnet werden soll, bringt es auf 231 000 qm, das Columbus Center, das bereits 2013 in der Metropole an den Start geht, auf 140 000 qm.

Baustart für Aquis Plaza Aachen Der Anfang ist gemacht: Am 16. Mai haben ECE und STRABAG Real Estate den ersten Spatenstich für das Aquis Plaza (ehemals Kaiserplatz-Galerie) in Aachen gesetzt. Ab Herbst 2015/Frühjahr 2016 präsentiert das Center auf über 29.000 m2 Verkaufsfläche ca. 130 Geschäfte. Investitionsvolumen: rund 290 Mio. Euro. www.ece.de

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Deals Weiterstadt: Eine luxemburgische Gesellschaft hat einen Fachmarkt mit 111 Parkplätzen in der Nachbarschaft zum ShoppingCenter Loop5 in Weiterstadt an Privatinvestoren verkauft. Der Käufer hat bereits Investitionen im Umfeld getätigt. Mieter der Immobilie in der FriedrichSchäfer-Straße 6-8 sind die Spielwarenkette Toys „R“ Us und die Götze Sport + Mode GmbH. Das Gebäude mit ca. 5 300 qm Gesamtnutzfläche befindet sich auf einem rd. 7 370 qm großen Grundstück. Comfort vermittelte. Das Areal ist Teil einer Han-

delsagglomeration, die zu den größten im RheinMain-Gebiet gehört.


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Cities & Center & Developments Derzeit rangiert aber noch Frankreich mit 16,95 Mio. qm laut C&W an der Spitze vor Großbritannien mit 16,48 Mio. qm und Russland mit 16,47 Mio. qm auf dem 3. Platz. Angesichts der gut gefüllten Shopping-Center-Pipeline und der Größe des Marktes wird es aus Sicht der C&W-Experten jedoch eine Frage der Zeit sein, bis Russland an Großbritannien vorbei ziehen kann. Deutschland mit seinen vielen Großstädten und gewachsenen Innenstadt-Strukturen spielt in der Rangliste der großen Center-Nationen nicht im Spitzenfeld mit. Hier entfällt ein großer Teil der Einzelhandelsfläche auf die zahlreichen innerstädtische Geschäftshäuser und Fachmarktprodukte für die Nahversorgung. Auch der Blick auf die Entwicklung des russischen Einzelhandels zeigt recht gute Daten. Nach der Studie von GfK Geomarketing für den Shopping Aura Shopping-Center in Jaroslawl Foto: ECE European Center Trust (ESCT) über die Lage des europäischen Einzelhandels wird der russische Einzelhandel 2013 um 9,94% wachsen – allerdings bei einer Inflationsrate von 5%. Mit einem Gesamtumsatz von 453,2 Mrd. Euro hat sich Russland bereits an die Spitze der europäischen Rangliste geschoben – vor Frankreich mit 418,2 Mrd. Euro und Deutschland mit 410,1 Mrd. Euro (ohne Online-Handel). Die Russen geben 60% ihrer privaten Ausgaben im Einzelhandel aus. Zum Vergleich: In Frankreich sind es 36%, in Großbritannien 30% und in Deutschland 27%. Auch die durchschnittliche Flächenproduktivität von 4 771 Euro je qm und eine Verkaufsfläche von 0,66 qm pro Kopf zeigen, dass es im Land - im Durchschnitt betrachtet - noch nicht zu viel Verkaufsfläche gibt. Das sagt natürlich nichts aus über die Qualität des einzelnen Standorts.

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Deals Kattowitz: Konsortium kauft Silesia City Center Ein internationales Investorenkonsortium unter Führung der Allianz kauft für 412 Mio. Euro das Einkaufszentrum „Silesia City Center“ im polnischen Kattowitz. Die Allianz hat das Center in einem Konsortium mit anderen Investoren erworben. Die Hamburger ECE beteiligt sich mit einem Minderheitsanteil und wird das langfristige Center-Management übernehmen. Verkäufer ist Nowe Centrum Sp.z.o.o., eine Tochtergesellscahft der österreichischen Immofinanz. Das Silesia City Center wurde im Jahr 2005 gebaut und 2011 erweitert. Durch seine Größe, den attraktiven Mieterbesatz und die überregionale Bedeutung zählt es zu den Top-5 Einkaufszentren in Polen. Die 260 Shops auf rd. 85 000 qm sind fast vollständig vermietet. Zu den größten Mietern gehören C&A, Cinema City, H&M, Pure Health and Fitness, Saturn, Smyk, Tes-

Pro-Kopf-Einkommen liegt noch unter EU-Durchschnitt Bislang konzentriert sich die Neuentwicklung von Einkaufszentren auf die Kaufkraftund Bevölkerungsstarken Großstädte. Denn ein Pro-Kopf-Einkommen von etwas über 10 000 Euro im Landesdurchschnitt zeigt auch, dass das Land im europäischen Vergleich noch großen Nachholbedarf hat. Der Durchschnitt der EU-27-Länder liegt laut ESCT-Studie bei 25 738 Euro. Neben Russland und der Türkei erwartet Neal Best, Associate Director in der C&W European Research Group auch in Ländern wie Kroatien, Bosnien, Herzegovina, Bulgarien und der Ukraine bis zum Ende des Jahre 2014 noch starkes Wachstum bei der Shopping-Center-Fläche, wodurch sich das Gewicht der Länder Mittel- und Osteuropas noch erhöhen wird. Angesichts der niedrigen Kaufkraft in einigen dieser Länder – Bulgarien steht mit deutlich unter 10 000 Euro als ärmstes Land am Ende der europäischen Rangliste – gilt es jedoch die kaufkraftstarken Regionen herauszufiltern. In Westeuropa geht der Trend laut Cushman & Wakefield – erwartungsgemäß – mehr in Richtung Revitalisierung und Erweiterung von bestehenden Centern, statt der Entwicklung neuer Center. Von den 109 geplanten Erweiterungen und Revitalisierungen entfallen 77 auf Westeuropa. Allerdings entstehen in Westeuropa auch noch 68 neue Center, in Osteuropa sind es 147.

co, Van Graaf und Zara. Das Einkaufszentrum zählt - neben anderen Auszeichnungen - auch zu den Gewinnern der ICSC European Shopping Center Awards 2013. Nach den Worten von ECE-Chef Alexander Otto betreibt die ECE mit dem Silesia City Center nunmehr das 7. Center in Polen: „Unser Vertrauen in die Zukunft des Centers zeigen wir auch durch unsere Beteiligung am Kauf.“


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Stadt News

Sonae Sierra

Die Portugiesen haben ihre Angebotspalette ausgebaut Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Der portugiesische Shopping-Center-Spezialist Sonae Sierra setzt in jeder Hinsicht auf Diversifizierung: Seit der Finanzkrise hat der Bestandshalter seine Geschäftsfelder ausgeweitet. Bereits seit 2000 treibt das Unternehmen die Internationalisierung voran. Deutschland gehört zu den Schlüsselmärkten. In den „Emerging Markets“ steht zunächst die kontinuierliche Basis-Arbeit im Vordergrund. Die Realisierung der Neuen Mitte Garbsen rückt – nach jahrelanger Hängepartie - in greifbare Nähe, nachdem das Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Klagen der benachbarten Kommunen gegen das Projekt abgewiesen hat. Thomas Binder, Managing Director von Sonae Sierra Deutschland, rechnet bis spätestens Ende Juli 2013 mit dem Bebauungsplan, den Baustart erwartet er im 1. Halbjahr 2014. Da sich Garbsen aus 7 Gemeinden zusammensetzt, soll das Shopping-Center den neuen Mittelpunkt der zusammen gewürfelten Stadt bilden. Bislang befinden sich hier das Rathaus und ein Kino, das ins Center integriert werden soll. Damit summiert sich die Fläche (GLA) der Neuen Mitte Garbsen laut Binder auf 41 000 qm, die Investitionssumme auf 120 Mio. Euro. Das Datum der Eröffnung steht noch nicht fest. Neben dem Hofgarten in Solingen, der im Oktober 2013 eröffnet wird, ist Garbsen damit das 2. Bauprojekt, das Sonae Sierra in Deutschland in der Pipeline hat. Beim Revitalisierungsprojekt Bikini Berlin in der City West übernimmt das portugiesische HBB

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Mfi-Grüner Weiss pflanzt vor den Pasing Arcaden R. Roger Weiss (69), Gründer der Essener mfi AG und deren heutiger Aufsichtsratsvorsitzender, wurde im Dezember vom Urban Land Institute (ULI), der international agierende gemeinnützige Forschungs- und Bildungsorganisation, mit dem Leadership-Award für sein „Lebenswerk“ geehrt. Den echten Gingko-Baum, den er neben dem „Goldenen Ginkgo-Blatt“, erhielt, hat er im Mai an einem Ort seiner Wahl eingepflanzt. Er entschied sich für die prämierten Pasing Arcaden, die von der mfi entwickelt wurden und heute auch zu ihrem Bestand gehört.


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Cities & Center & Developments Unternehmen das Center-Management. Beim Alexa in Berlin und beim Loop5 in Weiterstadt ist Sonae Sierra Entwickler, Miteigentümer und Center-Manager. Der jüngste Verkauf der Münster Arkaden an die Aachener Grundvermögen zu einem Erlös, der den ursprünglichen Verkehrswert nach Unternehmensangaben übertroffen hat, diente dem internationalen Bestandshalter von Shopping-Centern der Kapitalrückgewinnung, um Mittel für Neu-Entwicklungen zu generieren. In diesem Kontext hat Sonae Sierra 2012 auch seine Beteiligung an 3 für das Unternehmen nicht so bedeutende Shopping-Center in Brasilien verkauft. Deutschland mit seinem Ruf als „sicherer Hafen“ ist nach den Worten von Fernando Guedes Oliveira, Vorstandsvorsitzender von Sonae Sierra, für das Unternehmen seit F. Guedes Oliveira über 10 Jahren einer der Schlüsselmärkte in Europa – auch oder gerade weil der Schwerpunkt von Sonae Sierra noch in den Krisenländern Portugal und Spanien liegt. Gemessen am Wert entfallen 74% des europäischen SonaeSierra-Portfolios auf diese Region. In Deutschland möchte Sonae Sierra nach den Worten von Thomas Binder weitere Projekte auf die Schiene setzen und neue Dienstleistungsaufträge gewinnen. Insgesamt ist der 1989 gegründete Shopping-CenterSpezialist mit Sitz in Porto mit 48 eigenen Centern in 11 Ländern auf 3 Kontinenten vertreten. Eigentümer von Sonae Sierra sind zu gleichen Teilen der portugiesische Mischkonzern Sonae Holding (Shopping-Center, Telekommunikation) und die britische Immobilien-Gruppe Grosvenor. Die globale Verteilung des Portfolios unter- Thomas Binder streicht bereits die strategische Ausrichtung: Diversifizierung in jeder Hinsicht. Gestartet als Entwickler und Bestandshalter von ShoppingCentern hat Sonae Sierra im Zuge der Finanzmarktkrise das Dienstleistungsgeschäft für Dritte ausgebaut. „Wir bieten alles von A bis Z“, so Oliveira. Das beginnt mit der Grundstückssuche über die komplette Center-Entwicklung und die Vermietung bis hin zum Center- und Property-Management. Seine internationale Expansion startete Sonae Sierra im Jahr 2 000. Ziel ist es, mit der Präsenz in wachstumsstarken Märkte – Stichwort: „Emerging Markets“ – einen Ausgleich zu den schwächelnden südeuropäischen Märkten zu schaffen. Ein wichtiger regionaler Grundpfeiler im Portfolio ist Brasilien, das zu den wachstumsstarken Märkten jenseits der Krisenzonen in Europa und in Nordamerika gehört. „In Brasilien profitieren wir von einer der am schnellsten wachsenden VolkswirtHofgarten in Solingen Visualisierung: Sonae Sierra schaft“, so Oliveira. 2012 wuchs das BIP um 3%. Und Oliveira geht von einem nachhaltigen Wachstumskurs aus. Hier sind die Portugiesen mit der Tochter Sonae Sierra Brazil vertreten, die

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Sonstiges Bürgerbegehren: Geringe Auswirkungen auf Immobilienprojekte Nur rd. ein Viertel aller Bürgerbegehren in Deutschland betreffen Immobilienoder Stadtentwicklungsprojekte. Ist ein solches Projekt Gegenstand eines Bürgerbegehrens, so hat dieses in 75% der Fälle keiner Veränderungen am Bauvorhaben zur Folge. Zu diesen Ergebnissen kommt eine empirische Untersuchung der Bergischen Universität Wuppertal, die vom Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) beauftragt und im Buch „Bürgerbeteiligung in der Projektentwicklung“ veröffentlicht wurde. Die Studie analysiert den Einfluss, die Bedeutung, die Zielsetzungen und Themen von Bürgerbegehren und Bürgerentscheiden. Die meisten Bürgerentscheide, die sich gegen Immobilienprojekte richten, scheitern daran, dass sich eine Mehrheit gegen das Vorhaben ausgesprochen hat (also für das Immobilienprojekt) oder das notwendige Quorum nicht erreicht wurde. Die Erfolgsquote von Bürgerbegehren für Immobilienprojekte liegt mit 31% knapp unter der Erfolgsquote aller in Deutschland initiierten und angekündigten Bürgerbegehren (rd. 35%). Die Entscheidungen der Bürger sind bei Immobilien- und Stadtentwicklungsprojekten häufiger als im Gesamtdurchschnitt der Verfahren investitionsfreundlich. Aus Sicht der Experten ist es aber wichtig, die Bürger im Interesse der Planungssicherheit früh und professionell in Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubinden.


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Cities & Center & Developments an 9 Centern beteiligt ist. Beteiligungspartner bei der brasilianischen Tochter ist die US-Größe Developers Diversified Reality (DDR) mit gut 30%. Dass sich die regionale Diversifizierung auszahlt, lässt sich an der Umsatzentwicklung der Mieter ablesen. Während in Portugal und Spanien die Mieter 2012 einen Umsatzrückgang von 7,1% bzw. 8,2% und in Griechenland sogar von 15,5% verzeichneten, stiegen die Einzelhandelsumsätze in Italien bedingt durch die Eröffnung von LeTerazze um 22,9% (flächenbereinigt: 5,4%), in Rumänien um 10,7% und in Brasilien um 4,2% (flächenbereinigt: 2,4%). In Deutschland blieben die Einzelhandelsumsätze mit +0,1% stabil und stiegen flächenbereinigt um 1,8%.

Starke regionale Unterschiede bei den Mieten Auch bei der Entwicklung der Mieten zeigt sich der regionale Unterschied. In Portugal gingen die Mieten 2012 – gegenüber 2011 – flächenbereinigt um 4,7%, in Spanien um 2,6% und in Griechenland um 0,8% zurück. Dem stand ein Plus von 3,7% in Italien, von 5,9% in Deutschland und 4,4% in Brasilien gegenüber. Nach einem schwierigen Jahr 2012 mit einer Wirtschaft, die in Portugal um 3,4% und in Spanien um 1,8% geschrumpft ist, sieht Oliveira beide Länder auch 2013 vor weiteren Herausforderungen. Der Sparkurs der Regierungen und die steigende Arbeitslosigkeit würden zu einer weiteren Schrumpfung des BIP führen und die Konsumneigung und damit den Einzelhandel belasten. In diesem Umfeld sieht Sonae Sierra-Chef Oliveira sein Unternehmen aber gut aufgestellt – vor allem mit Blick auf die Tatsache, dass die Vermietungsquote in den portugiesischen Centern bei über 97% und in den spanischen bei über 93% liegt. Im gesamGRR

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Personalien Herne: Die ehemalige iPunkt Passage in Herne bringt Glanz in die Bahnhofstraße und wertet die Innenstadt auf. Mit Depot und Takko hat Lührmann nach eigener Darstellung die passenden Mieter für das Objekt gefunden. Nachdem die Nomos Projektgesellschaft das Gebäude Anfang 2012 gekauft hatte, übernahm Lührmann Projektmanagement die Beratung bei der Kernsanierung der ehemaligen i-Punkt-Passage. Die neuen Mieter und die Tanzschule Dance Area Herne konnten nach rd. 6 Monaten Umbauzeit eröffnet werden. Lührmann Projektmanagement hat bereits Erfahrungen mit Passagen aus den 1970er-Jahren.


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Cities & Center & Developments ten Portfolio liegt sie per Saldo bei 96%. Der Sonae Sierra-Chef sieht darin den Beleg, dass es dem Unternehmen mit einem guten Property-Management und einem erfolgreichen Mietermix gelingt, die Einkaufszentren auch in den schwierigen Märkten auf Kurs zu halten. Mit der Fokussierung auf eine attraktive Architektur, auf ThemenCenter, die mehr Erlebnis bieten und einer attraktiven Gastronomie sucht er seine Center von den Wettbewerbern abzuheben. Dieses Niveau zu halten, hat deshalb auch Priorität. Gegenüber den Mietern setzt Sonae Sierra darauf, bei den Dienstleistungen effizienter zu werden und dadurch die Kosten zu senken. Für Jens Horeis, General Manager und zuständig für das Property Management bei Soanes Sierra in Center-Management bei Bikini Berlin Bild: Bayerische Hausbau Deutschland, ist es wichtig, beim Mietermix auf die besten Konzepte zu setzen und immer wieder attraktive neue Marken zu bringen. Das sichert die Frequenz.. Mit Blick auf die Zukunft legt Oliveira den Schwerpunkt der Expansion auf Deutschland, Italien, Rumänien sowie Brasilien und mit Blick auf die Erschließung wachstumsstarker neuer Märkte wie Kolumbien, Marokko und Algerien setzt er zunächst auf das Angebot von Dienstleistungen rund um die Entwicklung und den Betrieb von Centern. Um den Markt und die länderspezifischen Gepflogenheiten kennen zu lernen, sind dabei lokale Partner wichtig.

Kooperation mit regionalen Partnern In Algerien gründete Sonae Sierra mit dem Nahrungsmittel-Hersteller Cevital das Gemeinschaftsunternehmen Sierra Cevital. Hier wurden 3 neue Verträge im Bereich Vermietung, 3 im Bereich Immobilienverwaltung und einer im Bereich Entwicklung abgeschlossen. In Marokko hat das Unternehmen u.a. 3 Verträge über die Entwicklung von Einkaufszentren in Casablanca und einen über die Vermietung eines Centers in Tanger abgeschlossen. Oliveira geht davon aus, dass Sonae Sierra bis 2014 genügend Wissen über den marokkanischen Markt gesammelt hat, um selbst zu investieren. Ein Jahr später soll Algerien folgen. In Rumänien hat Sonae Sierra 3 Center (Adora Mall, Ploiesti Shopping und ParkLake) in der Planung

Die Fußball-Weltmeisterschaft wirft ihre Schatten voraus In Brasilien werfen die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 ihre Schatten voraus. Die Bauaktivitäten haben die Baukosten steigen lassen. Deshalb dürfte sich das Tempo bei Neuentwicklungen verlangsamen. Sonae Sierra will sich deshalb stärker auf den Erwerb von Immobilien mit Entwicklungspotenzial konzentrieren und dafür das Kapital aus Verkäufen einsetzen. Mit Blick auf das Thema Online-Handel, das die Branche derzeit umtreibt, betonte Tiago Vidal, Head of Corporate Communications von Sonae Sierra, dass es sich hier nicht um getrennte Welten handelt, sondern dass die Konsumenten beide Vertriebsschienen in Kombination haben wollen. Einig sind sich die Sonae-Sierra-Experten, dass es kaum einen reinen Online-Händler gibt, der Geld verdient.

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Unternehmens News Teilweise Aufhebung der Sortimentsbeschränkung WealthCap Real Estate Management GmbH konnte durch aktives AssetManagement eine teilweise Aufhebung der seit Fertigstellung der Bahnhofspassagen Potsdam im Jahr 1999 gültigen Sortimentsbeschränkung erwirken. Bislang durften keine Flächen an die Branchen Textil, Schuhe, Haushaltswaren, Sportartikel, Parfüm, Uhren oder Schmuck vermietet werden. Seit Ende Januar 2013 können nun rd. 5 000 qm Verkaufsfläche an Mieter der aufgeführten Sortimente vergeben werden. In wenigen Monaten wurde mit mehr als 3 500 qm bereits 70% der Fläche an Filialisten wie Claire´s, Deichmann, Tom Tailor, Nanu-Nana, Vera-Moda, Olymp & Hades u.a. vermietet. Zudem haben dm und Bio Company GmbH auf rd. 1 500 qm eröffnet. Das AssetManagement von WealthCap ist daher zuversichtlich, in Kürze eine Vollvermietung der Einzelhandelsflächen erreichen zu können.

Deals Berlin: Tumi, die international führende Marke für exklusiver Reise-, Business- und LifestyleAccessoires, wird auf dem Kurfürstendamm 45 in Berlin einen Flagshipstore von ca. 300 qm eröffnen. Das Unternehmen plant weitere Flagshipstores in den europäischen Luxuslagen. Die IKP Immobilien Gruppe und Harper Dennis Hobbs (HDH), die exklusiv für Tumi tätig sind, vermittelten den Mietvertrag.


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Deals

Das Interview

Vom „No Name“ zur echten „Markenpersönlichkeit“ Gespräch mit Susanne Klaußner, Vorsitzende der Geschäftsführung der GRR Real Estate Management GmbH, über die wachsenden Anforderungen an Fachmärkte und Fachmarktzentren. Handelsimmobilien Report: Fachmärkte werden auf Grund ihrer einfachen Bauweise oft als „Flachmänner“ bezeichnet. Seit einiger Zeit erleben vor allem die Ankermieter aus dem Lebensmittelhandel eine Renaissance, und die Ansprüche an die Ladenflächen steigen. Können Sie das bestätigen? Susanne Klaußner: Ja, das kann ich in jedem Fall bestätigen. Letztlich ist es das Ergebnis des stärker gewordenen Wettbewerbs um Kunden und um Marktanteile. Auch wenn die Ladeneinrichtung in erster Linie Mietersache ist, so gibt es doch klare Tendenzen, auch Neubauten deutlich attraktiver zu gestalten, und da sind natürlich die Entwickler und Investoren gefragt. HIR: Worauf kommt es besonders an? Klaußner: Kunden gewinnt man sicher in erster Linie mit einem guten Warenangebot, aber das muss auch attraktiv präsentiert werden im Innern wie nach außen – und da lassen sich die Händler heute einiges einfallen, auch und vor allem bezüglich des architektonischen Erscheinungsbilds. Es gibt wirklich gute Beispiele, wie die neueste Generation der EDEKA-Märkte mit einer vollverglasten Front- und Seitenfassade oder auch die neuen REWE-Konzepte, die Green-Building-Standards erfüllen und architekto-

Wien: Nach der Errichtung eines neuartigen Baustoffhandels Sochor Neu im Jahr 2011 plant die Unternehmensgruppe Sochor nun am gleichen Standort einen Obi-Baumarkt, um den Standort, an dem sie seit 70 Jahren tätig ist, weiter zu entwickeln. Mit einem Investitionsvolumen von 30 Mio. Euro, finanziert von der Hypo Immobilien Leasing Vorarlberg, folgt im Juni der Spatenstich für den neuartigen Obi Baumarkt an der Triester Straße mit 10 000 qm Vkfl und 3 000 qm Gartencenter. Geplant vom Architektenbüro Marschalek & Marschalek soll sich der neue Obi unter die größten und modernsten Baumärkte Österreichs einreihen. Eröffnung ist 2014 geplant.

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Cities & Center & Developments nisch sehr attraktiv sind. Das setzt sich in der attraktiven Ladengestaltung und in der Angebotsvielfalt fort. So kann eine Lebensmittelvollversorgung heute auch integrierte Food-Konzepte beinhalten. Auch im Discountsegment werden die Ladenflächen immer kundenfreundlicher und übersichtlicher. Lidl setzt zudem auf energieoptimierte Konzepte, indem die Abwärme aus den Kühlboxen zur Beheizung genutzt wird. Gleichwohl wird der Discountmarkt stets schlichter sein als ein Vollsortimenter, ansonsten entstünde beim Kunden der Eindruck der Höherpreisigkeit, und das wäre kontraproduktiv.

Österreich bei Fachmarktarchitektur vorbildlich Unser Nachbar Österreich macht uns übrigens schon seit längerem vor, wie man Fachmärkte und Fachmarktzentren attraktiv gestalten kann. HIR: Was sollte ein attraktives, erlebnisorientiertes Fachmarktzentrum bieten, um sich als Marke zu positionieren? Klaußner: Zunächst ist es wichtig, den richtigen Mietermix an den Standort zu bringen. Ideal sind immer zwei Lebensmittelmärkte, einen Vollsortimenter und einen Discounter, als Ankermieter zu gewinnen. Die ideale Ergänzung bilden Drogerie- und Bekleidungsfachmärkte. Ebenfalls interessant sind Märkte für den Heimtierbedarf und Elektronikfachmärkte. Hinzu kommen sollte ein Bäcker mit Café oder Mittagstisch. Reiner Backwarenverkauf ist nicht mehr so gefragt, da vor allem die Discounter mehr frische Backwaren in Backstationen anbieten. Ideal sind auch gastronomische Konzepte, die qualitativ hochwertige Gerichte ohne lange Wartezeiten bieten (z.B. Wokgerichte, Pasta). Das erhöht die Aufenthaltsqualität des Fachmarktzentrums und damit die Verweildauer der Besucher.

Freundliche Sitzgelegenheiten erhöhen die Attraktivität Kurze Wege, eine großzügige Parkplatzanlage und eine ansprechende Objektgestaltung runden das Angebot ab. Wichtig sind auch großzügig und freundlich gestaltete Sitzgelegenheiten und Kunden-WC-Anlagen. Gerade ältere Kunden und junge Mütter mit Kindern sind dankbar dafür. Das schafft Kundenbindung und fördert ein positives Image. HIR: Wie wichtig ist die Verwaltung eines Fachmarktzentrums? Klaußner: Ein laufendes Management ist unbedingt notwendig. Denn ein attraktives Fachmarktzentrum muss heute Veranstaltungen bieten, um Kunden anzuziehen. Hier können sich Asset-Manager und Investoren einiges von den Betreibern großer Shopping-Center abschauen. Man muss aber berücksichtigen, dass die Budgets bei Fachmarktzentren viel bescheidener ausfallen, weil die Gewinnspannen der Mieter niedriger und diese oft nur teilweise bereit sind, einer Werbegemeinschaft beizutreten.

Händler sind aufgeschlossen, Events zu unterstützen Dennoch sollten Investoren ein Budget für derartige Maßnahmen und für ein einheitliches Layout in der Beschilderung einrichten. Das ist gut angelegtes Geld, denn damit hebt sich der Standort positiv von anderen ab. Die Händler sind überwiegend aufgeschlossen, Events zu unterstützen, wenn der Aufwand für den einzelnen nicht zu hoch ist. Hier sind Kreativität und Erfahrung gefragt. Wichtig ist es dabei, den richtigen Zeitpunkt zu finden, damit nicht zu viele Konkurrenzevents die Aufmerksamkeit von der eigenen Veranstaltung ablenken. HIR: Was bedeuten Namen für die Markenpersönlichkeit? Klaußner: Namen sorgen für einen hohen Wiedererkennungseffekt. Wenn der Kunde seine Einkaufserfahrungen weitergibt, ist es einfacher, den Namen des Centers zu nennen, als aufzuzählen, welche Anbieter dort sind. Ein Center-Namen erleichtert zudem

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Unternehmens News ECE startet mit dem Bau des Aquis Plaza Aachen Baustart für die neue Einkaufsgalerie im Stadtzentrum von Aachen: Gemeinsam mit Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp haben die Projektpartner ECE und Strabag Real Estate am 16. Mai 2013 den 1. Spatenstich für das 290-Mio.-Euro-Projekt an der Adalbertstraße gesetzt.

Gleichzeitig wurde der neue Name des ShoppingCenters, Aquis Plaza, bekannt. Geplant sind ca. 130 Fachgeschäfte auf 29 200 qm sowie ein Food-Court mit vielen gastronomischen Angeboten im 2. Obergeschoss und rd. 600 Parkplätzen. Die Eröffnung des Aquis Plaza ist nach derzeitigem Planungsstand für Herbst 2015/Frühjahr 2016 vorgesehen – je nach Verlauf der archäologischen Grabungen. Die ECE übernimmt das CenterManagement. Endinvestor ist die KG Farmsen, eine Beteiligungsgesellschaft der Familie Otto sowie weiterer institutioneller und privater Investoren.

Deals Leipzig: Ein institutioneller Investor aus NRW hat ein Geschäftshaus in LeipzigSüdvorstadt erworben. Die Gesamtnutzfläche von 1 871 qm bietet 10 Gewerbeeinheiten. Engel & Völkers Commercial Leipzig vermittelte.


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Cities & Center & Developments die gemeinsame Werbung, und der Kunde kann den Standort eindeutig zuordnen, was wiederum zur Markenbildung beiträgt. HIR: Was zeichnet in diesem Kontext das kleinere Nahversorgungszentrum aus? Klaußner: Es zielt mehr auf die Versorgung eines Stadtteils oder Ortsteils ab, oder versorgt kleinere Standorte mit etwa 4 000 bis 5 000 Einwohner. Hier geht der Trend zu Koppelstandorten (Vollsortimenter mit Discounter), ergänzt um einen Drogeriemarkt und ein bis zwei Fachmärkte, gegebenenfalls mit Bäcker, soweit er nicht ohnehin im Vollsortimenter integriert ist. Die Marktanordnung verläuft parallel, aber auch hier ist eine großzügige Parkplatzanlage wichtig. Eine Namensgebung bringt nur bedingt einen Zusatznutzen. Die Möglichkeit, durch Veranstaltungen Kunden anzulocken, ist auch eher begrenzt. HIR: Werden diese Ansprüche bei Neuentwicklungen heute berücksichtigt? Klaußner: Fachmarktzentren haben heute oft einen Namen. Allerdings sind wir noch nicht so weit, dass auch ein einheitliches „Branding“ und Veranstaltungen zum Standard gehören. Hier ist gerade auf Investorenseite noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Es gibt aber Beispiele, auch in unserem Bestandsportfolio, wo wir ein sehr positives Feedback der Fachmarktkunden und der Mieter erhalten haben und die Besucherzahlen sowie die Umsätze gestiegen sind. HIR: Was bedeuten die gestiegenen Ansprüche für die vielen Bestandsobjekte? Klaußner: Es gibt zu viele Standorte, die in die Jahre gekommen sind. Hier müssen die Fassadengestaltung und z.T. auch der Mietermix an die geänderten Anforderungen angepasst werden. Diese Standorte werden in den nächsten Jahren erhebliche Schwie-

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Deals Salzgitter/Nordwalde: Das Asset-Management der Hahn-Gruppe hat mit der Real,- SB-Warenhaus GmbH 2 vorzeitige Mietvertragsverlängerungen über eine Gesamtmietfläche von rund 23 100 qm vereinbart. Damit sichert sich die Metro-Tochter 2 erfolgreiche SB-Warenhaus-Standorte in Salzgitter und Nordwalde. Das Objekt in Niedersachsen bietet rd. 13 100 qm Mietfläche. Im nordrhein-westfälischen Nordwalde / Wallgraben beträgt die Mietfläche rd. 10 000 qm. Beide Mietverträge sind indexiert und wurden mit einer langfristigen Laufzeit abgeschlossen. Die Hahn-Gruppe managt die Immobilien für private und institutionelle Kunden.

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Cities & Center & Developments rigkeiten bekommen, wenn sie mit neuen, attraktiven Standorten konkurrieren müssen. HIR: Welche Rolle spielt das Baurecht, wenn die Nutzung oder der Branchenmix geändert werden müssen? Klaußner: Das Baurecht spielt im Handel immer eine wichtige Rolle. Unsere Erfahrung ist jedoch, dass die Kommunen gerade bei bestehenden Standorten ein hohes Interesse haben, keine Handelsruinen entstehen zu lassen und zu Konzessionen bereit sind. In den Bebauungsplänen wurden Handelsnutzungen oft sehr detailliert festgelegt und andere ausgeschlossen. Das kann bei einer Neukonzeption zu Problemen führen. Hier ist eine enge Einbindung der Genehmigungsbehörden und der Kommune gefragt, um für eine positive Grundstimmung zwischen den Beteiligten zu sorgen.

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Stadt News Meppen: Die Meppener Einkaufs Passage (MEP) hat Mitte Mai ihre Pforten geöffnet. Das neue Center

HIR: Wie stehen die Lebensmittel-Konzerne und andere Mieter zu diesem Thema? Werden hier auch klare Vorstellungen und Ansprüche formuliert?

Oft sind die Mieter die Initiatoren der Revitalisierung Klaußner: Sie stehen dem Thema durchaus positiv gegenüber. Im Gegensatz zu Shopping-Centern sind sie jedoch meist noch nicht bereit, auch einen signifikanten finanziellen Beitrag in Form einer Werbekostenpauschale zu leisten oder in einer Werbegemeinschaft Werbeaktionen mitzugehen. Daher ist oft der Investor gefragt. Ideal ist die Verhandlung einer einheitlichen Regelung beim Mietvertragsabschluss vor dem Bezug. Danach ist eine Verhandlung nahezu unmöglich. HIR: Wie groß ist die Bereitschaft der Mieter, mit der eigenen Ladengestaltung mitzuziehen? Klaußner: Die Mieter haben in Bezug auf die Ladengestaltung ohnehin ihre Vorgaben und sind meist auch die Initiatoren für das Refurbishment einer Immobilie. Die Fachmarktmieter wissen allesamt, dass eine attraktive Ladengestaltung neben dem Warenangebot heute zwingende Voraussetzung für gute Umsätze ist. An dieser Stelle muss der Investor wenig Überzeugungsarbeit leisten. Im Gegenteil, derzeit sind es meist die Mieter, auf deren Vorgaben hin der Investor seine Immobilie umgestalten muss, insbesondere wenn sich dem Mieter Standortalternativen bieten. HIR: Höhere Ansprüche an die Immobilien und die Ausstattung erzeugen auch höhere Kosten. Was bedeutet das für die Investoren und die Rentabilität? Kann das über die Mieten überhaupt wieder hereingeholt werden?

Man kann mit wenig Mitteleinsatz viel erreichen Klaußner: In Bezug auf die Rentabilität ist die Kreativität entscheidend. Man kann mit wenig Mitteleinsatz viel erreichen, was Veranstaltungen und Werbung angeht. In Bezug auf die erforderlichen Refurbishments wurden diese Kosten, die in anderen Immobilien-Asset-Klassen inzwischen standardmäßig in den Businessplänen berücksichtigt wurden, in der Vergangenheit außen vor gelassen. Hier werden Investoren umdenken müssen. Das mag sich optisch zunächst auf die Rendite auswirken, ist aber gut angelegtes Geld. Denn es ist wesentlich aufwendiger, Nachnutzungen zu konzipieren. Nicht zuletzt durch die Zunahme des E-Commerce wird sich der Konkurrenzkampf auch im Lebensmitteleinzelhandel verstärken. Und da gilt es, den richtigen Standort im Portfolio zu haben und diesen stets auf hohem Niveau instand zu halten und immer wieder in die Immobilie zu investieren. Die Zeiten, in denen man sich Handelsimmobilien ins Portfolio genommen hat und dann über ein Jahrzehnt nur die Miete vereinnahmt, sind endgültig vorbei. In enger Koordination mit dem Mieter muss der Investor in regelmäßigen Abschnitten in den Standort investieren und ihn für den Mieter und den Kunden attraktiv halten. Wenn dann noch die Lage stimmt, sind Handelsimmobilien wirklich nachhaltige Investments, an denen Investoren lange ihre Freude haben.

bietet auf 13 000 qm für 45 Geschäfte und Gastronomie. Zudem gibt es 500 Parkplätze. Wahrzeichen des Shopping-Centers ist der Diamant, der aus 446 Stahldreiecken besteht. Jedes Dreieck ist mit einer speziellen LED- und Steuerungstechnik ausgerüstet, so dass er in allen Farben leuchten kann.

Personalien Dania Berger verstärkt Lührmann-Team Berlin Dania Berger verstärkt das Retail-Team von Lührmann Berlin. Die gebürtige Berlinerin war seit 2008 bei BNP Paribas in Berlin tätig und dort im Wesentlichen im Bereich Vermietung tätig. Anfang Mai wechselte sie zu Lührmann. Hier verstärkt Dania Berger jetzt das Maklerteam Retail.

Deals Hanau: Ein privater Käufer hat ein Wohn- und Geschäftshaus in der Lamoystraße in Hanau bei Frankfurt erworben. Die Immobilie hat eine Gesamtnutzfläche von ca. 1 020 qm und 6 Wohnungen (ca. 370 qm) sowie 3 Gewerbeeinheiten (ca. 650 qm). Verkäufer ist ein privater Eigentümer. Vermittelt wurde der Kaufvertrag durch Engel & Völkers Commercial Frankfurt.


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Die Hofstatt in München

Integriertes Einkaufszentrum schafft Mehrwert Dipl.-Geogr. Markus Wotruba, Leiter Standortforschung BBE Handelsberatung GmbH Mit der Hofstatt hat München nicht nur neue Einzelhandelsflächen in der Innenstadt bekommen. Das neue Einkaufszentrum schafft darüber hinaus auch einen beträchtlichen Mehrwert für die City. Könnte das ein Vorbild für andere Projekte sein? Die neue Hofstatt ist zunächst ein kleines und feines integriertes Einkaufszentrum in der Münchener Innenstadt. Zugegeben, viele Mieter (Abercrombie & Fitch, Hollister, Adidas Flagship Store, Humanic, Liujo, Codello,…) sind neu in München bzw. in der City und gehören zu den derzeit sehr angesagten Marken. Doch das ist ein Anspruch, den man an ein neues Einkaufszentrum stellen darf. Aber wo liegt der darüber hinausgehende Mehrwert für den Kunden und für die Stadt München? Darauf gibt es gleich mehrere Antworten: Es entsteht mehr Fußgängerzone für München durch die Weiterentwicklung der zweiten Achse: Denn die Hofstatt trägt dazu bei, den Einzelhandelsbesatz der Sendlinger Straße weiter zu stärken durch die Konversion eines Verlagshauses in Einzelhandelsflächen. Den beliebten und gelobten Fünf Höfen in der Theatinerstraße wird damit – gespiegelt an der Achse Kaufinger Straße / Neuhauser Straße – ein Pendant gegenüber gestellt.

Pocking: Die Internos GmbH, Frankfurt/M., hat für die Invista European Real Estate Trust SICAF (IERET) den Mietvertrag mit dem Textildiscounter KiK für ein Fachmarktzentrum im bayerischen Pocking bis 2022 verlängert. KiK ist bereits seit 2005 Mieter der 1 300 qm großen Fläche in der Füssinger Straße 4a. Weitere Mieter des Zentrums mit einer Gesamtmietfläche von rund 18 500 qm sind u.a. Obi, Netto, Expert, Fressnapf und Tedi. Bei dem Invista Real Estate Trust SICAF handelt es sich um eine seit 2006 an der London Stock Exchange notierte Gesellschaft mit Sitz in Luxemburg.

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Cities & Center & Developments Neben der Haupteinkaufsmeile zwischen Karlstor und Isartor, der Neuhauser Straße / Kaufinger Straße mit der (noch) unterentwickelten Verlängerung „Tal“ wird damit die zweite wichtige Achse Odeonsplatz – Sendlinger Tor weiter aufgewertet. Pünktlich zur Eröffnung der Hofstatt wurde zudem ein - noch kurzes - Stück neuer Fußgängerzone zwischen Rindermarkt und Hackenstraße geschaffen. Das ist ein vielversprechender Auftakt für die Umwidmung der gesamten Sendlinger Straße, die - anders als noch vor wenigen Jahren - nun auch aus der Händlerschaft gefordert wird. Die Schaffung neuer Lagen schafft die Basis für weiteren Einzelhandel: Die Hofstatt schafft darüber hinaus auch die Grundvoraussetzung für die Neue Verkaufsflächen in der Innenstadt Foto: BBE Entwicklung einer ganz neuen Lage in der Münchener Innenstadt. Denn zum ersten Mal bildet die bestehende - aber kaum frequentierte - Passage zwischen Kaufinger Straße und Färbergraben, das „Kaufinger Tor“, eine sinnvolle Verbindung zwischen zwei interessanten Einkaufslagen, da die Hofstatt hier einen Zugang hat. Dadurch entsteht Frequenz, wo vorher keine war. Zudem wäre es sinnvoll, das bestehende Parkhaus und eine durch die Post AG genutzte Immobilie am Färbergraben in Einzelhandelsfläche um zu nutzen. Der Abriss des Parkhauses ist bereits geplant. Endlich Großzügigkeit statt Fußgänger-Stau: An Samstagen herrscht in der Münchner Fußgängerzone regelmäßig Stau. Ob die (kurze) Erweiterung der Fußgängerzone in der Sendlinger Straße jedoch eine Entzerrung bringen wird, ist fraglich. Denn die Kunden besuchen bei mehr Angebot auch mehr Geschäfte, so dass die Frequenz nicht unbedingt abnimmt. Die Hofstatt selbst bietet für Münchner Verhältnisse ungewöhnlich großzügige Verkaufsflächen. Vor allem in den oberen Etagen. Zusammen mit groß dimensionierten Eingangsbereichen in Verbindung mit den großzügig ausgebauten passagenartigen Durchgängen schafft sie damit eine angenehme Einkaufsatmosphäre, die auch in Zeiten starker Frequenz ein angenehmes und vergleichsweise stressfreies Einkaufen ermöglichen. Trotz hoher Frequenz verteilen sich die Kunden auf den Verkaufsflächen. Ladenbau und Erlebnis als „State of the Art“: Die entspannte Atmosphäre wird ergänzt durch einen erlebnisorientierten Ladenbau. So finden sich bei Humanic nicht nur ein eigenes Kinderstudio und wohnzimmerähnliche Sitzecken, sondern auch ein gläsernes Lager mit spektakulärem Glasaufzug für die Beschickung der unteren Etage mit Ware. Abercrombie & Hollister bieten ihrer Zielgruppe dank Dunkelheit, Sound und Geruchseffekten sowieso ein unvergleichbares Einkaufserlebnis. Foto: BBE Auch die Gastronomie mit einem Innenhof, der die Geschichte des Gebäudes erlebbar macht, trägt zum Gesamterlebnis bei. Zudem bieten die dynamischen bzw. animierten „Schaufenster“ der verschiedenen Läden ein bisher unbekanntes visuelles Erlebnis für die Kunden.

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Unternehmens News Deutsche EuroShop erhöht Ergebnis um 22% Der Shopping-CenterInvestor Deutsche EuroShop konnte im 1. Quartal 2013 den Umsatz um 10% auf 42,4 Mio. Euro erhöhen. Das Nettobetriebsergebnis stieg nach Angaben des Unternehmens um 12% auf 38,6 Mio. Euro und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 10% auf 37,3 Mio. Euro. „Dieses Wachstum basiert vor allem auf dem Beitrag des Herold-Centers in Norderstedt, das seit Anfang des Jahres zu unserem Portfolio gehört“, wie Claus-Matthias Böge, Sprecher des Vorstands der Deutsche EuroShop berichtet. Das Konzernergebnis wuchs laut Quartalsbericht um 22% auf 20,1 Mio. Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 0,32 Euro auf 0,37 Euro. Das um Bewertungseffekte bereinigte EPRAErgebnis stieg von 0,34 auf 0,40 Euro je Aktie, was einem Plus von 18% entspricht. Die Kennzahl FFO (Funds from Operations) verbesserte sich um 16% auf 26,9 Mio. Euro.

Deals München: Die Samsung Electronics GmbH hat in der Münchner Parkstadt Schwabing rd. 350 qm im Objekt „Premino“, WilhelmWagenfeld-Straße 26-30, gemietet. Eigentümer ist die von Competo Capital Partners gemanagte Beteiligungsgesellschaft Competo BestandPlus. Das Gebäude bietet auf rd. 11 300 qm Büros und Showrooms. CBRE hat bei der Anmietung beraten.


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Cities & Center & Developments Fazit: Die Hofstatt hat in der zuvor bereits recht dynamischen Sendlinger Straße einen Entwicklungsimpuls gesetzt, der weit über die eigentliche Immobilie hinausgeht. Es ist zu erwarten und zu hoffen, dass diese Initialzündung zu ebenso hochwertigen Nutzungskonzepten für die benachbarten Flächen am Färbergraben und in der Sendlinger Straße (mit Blick auf die anstehende Verlagerung von Sport Scheck) führen wird. Am Ende dieser Entwicklung könnte München zwischen den vier Hauptzugängen zur Einkaufsinnenstadt – dem Karlstor, dem Odeonsplatz, dem Isartor und dem Sendlinger Tor - auf den verbindenden Hauptachsen in einigen Jahren womöglich ausschließlich Fußgängerzonen bieten. Die Sendlinger Straße ist auf dem besten Weg dahin. Das Tal wird zunächst fußgängerfreundlich umgestaltet – ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Fußgängerzone? Save the Date: Die Hofstatt wird auch Thema beim 4. CoRE Handelsimmobilientag am 21. und 22. Oktober 2013 in München sein. Investmentmarkt

Interesse an arbeitsintensiven Retail Assets wächst Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Die größte Restriktion auf dem Investmentmarkt für Handelsimmobilien bleibt das knappe Angebot. Das beklagte die Mehrheit (70% der Nennungen) der von der HahnGruppe befragten 30 Entscheidungsträger von Immobilienfonds, Immobilien AGs, Private Equity Gesellschaften und Immobilienbanken. Dagegen sind Themen wie eine zu „restriktive Bankenfinanzierung“ (43% der Nennungen), zu hohe Preise (30%), eine zu geringe Nachfrage (13%) oder die Erhöhung der Grunderwerbssteuer (10%) nur von untergeordneter Bedeutung. Diese Ergebnisse präsentierte Thomas Kuhlmann, Mitglied des Vorstands der Hahn-Gruppe aus Bergisch Gladbach bei einem Pressefrühstück in Frankfurt/M. Vor diesem Hintergrund mahnen Experten bereits seit längerem, dass die Investoren den Blick dafür schärfen müssen, dass im Segment Handelsimmobilien nicht nur das Top-Shopping-Center oder das Geschäftshaus in der 1A-Lage einer Metropole zu den lukrativen Anlagen gehören. Da auf Grund der restriktiven Genehmigungspraxis in Deutschland aber nur eine begrenzte Anzahl neuer Einzelhandelsflächen an den Markt kommen wird, erwartet Kuhlmann, dass sich Investoren vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage auch stärker auf die management-intensiven Immobilien konzentrieren werden. Davon gibt es in Deutschland genügend. Denn zum einen führte der deutsche Markt für Handelsimmobilien bis zur Boom-Phase 2006/07 nur ein Schattendasein und war primär bei den wenigen Spezialisten bekannt, nicht aber bei den großen Investoren. Viele Fachmärkte, Fachmarktzentren aber auch innerstädtische Geschäftshäuser weisen heute einen erheblichen Investitionsbedarf auf. Zum andern hat der deutsche Einzelhandel seit dem Vereinigungs-Boom 1990 bis 1992 keinen richtigen Aufschwung mehr erlebt und manche Branchen haben sich lange mit der Investition in die Verkaufsflächen zurück gehalten. Das beginnt sich seit einigen Jahren zu ändern. Laut Hahn-Umfrage nimmt das Interesse der Investoren an solchen Objekten nun aber zu. Neben den neuen, langfristig vermieteten Core-Objekten (50% der Nennungen) sehen die Investoren die besten Investitionschancen bei Objekten mit Revitalisierungsbedarf und/oder Leerstand (auch 50% der Nennungen). Auch etablierte Objekte mit kurzen bis mittleren Vertragslaufzeiten, werden von vielen (40% der Nennungen) als gute Investitionschance angesehen. Auf Projektentwicklungen entfallen 23% der Nennungen.

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Personalien Geschäftsführerwechsel bei Comfort Berlin Zum 1. Juni 2013 hat Björn Gottschling die Position des Geschäftsführers und Gesellschafters bei der Comfort Berlin-Leipzig GmbH übernommen. Er tritt die Nachfolge von Alexander Folz an, der nach rd. 6 Jahren aus dem Unternehmen ausscheidet. Folz wird der ComfortGruppe noch einige Zeit für laufende Geschäfte zur Verfügung stehen. Gottschling startete nach seinem Studium an der FH Lippe, der University of Florida und der European Business School seine berufliche Karriere bei Kemper´s und Jones Lang LaSalle. 2010 wurde er Partner und übernahm die Leitung des Bereichs Investment bei Comfort Berlin-Leipzig, den er auch zukünftig leiten wird.

**** Comfort verstärkt sein Ieam in München Tomislav Pavlovic ist seit Mai Teil des Münchner InvestmentTeams bei Comfort. Der 30-jährige DiplomWirtschaftsingenieur war zuvor bei der DIC in Frankfurt/M. u.a. für die Vermietung der Quartiersentwicklung MainTor tätig. Pavlovic berät nationale und internationale Investoren im High Street Investment. Das auf Einzelhandelsimmobilien in Toplagen spezialisierte Makler- und Beratungsunternehmen trägt somit der steigenden Nachfrage nach Investments insbesondere in Süddeutschland Rechnung.


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Cities & Center & Developments Die steigende Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien, die guten Rahmenbedingungen für den deutschen Einzelhandel und die rechtlich limitierten Möglichkeiten für Neuentwicklungen im großflächigen Einzelhandel begünstigen laut Hahn-Vorstand Kuhlmann den Trend zu Modernisierungsprojekten. Besonders ausgeprägt ist das Interesse an revitalisierungsbedürftigen Objekten bei Immobilien-AGs (80% der Nennungen). Bei Immobilienbanken liegen die Präferenzen vor allem bei neuen, langfristig vermieteten Objekten und etablierten Handelsimmobilien mit kurzer oder mittlerer Laufzeit. An Projektentwicklungen trauen sie sich dagegen nicht heran. Auch Immobilien AGs sind hier sehr vorsichtig (nur 4% der Nennungen). Hand in Hand mit dem wachsenden Interesse an Objekten mit Revitalisierungsbedarf geht auch die Ausrichtung der Investoren auf Mittelstädte, die – im Gegensatz zu den großen Metropolen – als B-Städte bezeichnet werden. Hier spielt immer noch die Ausrichtung der Core-Definition am Büro-Segment eine Rolle, wo in der Tat das größte Geschäft in den Großstädten abgewickelt wird. Bei Handelsimmobilien sind dagegen auch die kleineren Städte interessant. „Wir beobachten, dass sich Ehemalige Hertie-Filiale wurde zum Bavier-Center Investoren schon seit längerer Zeit verstärkt Fachmarktzentren in den Mittelstädten zuwenden“, berichtet Kuhlmann. Die Hahn-Gruppe ist auf Fonds mit großflächigen Handelsimmobilien wie Fachmärkte und Fachmarktzentren spezialisiert. Laut Hahn-Gruppe wurden seit 2011 mehr als 9,6 Mrd. Euro in Mittelstädten investiert. Dazu gehören Städte mit „mehr als 50 000 Einwohnern außerhalb der Top-7Städte und der 18 Regionalzentren“, zählt Kuhlmann auf. „Es handelt sich bei ihnen um Groß- und Mittelstädte mit regionalem Anziehungspotenzial auf das Umland.“ Foto: Hahn-Gruppe

Das bietet in Deutschland noch viel Potenzial. Denn GfK Geomarketing stellte in einer Studie über 153 bundesdeutsche Städte mit 40 000 bis 75 000 Einwohnern fest, dass hier zwar nur rd. 9,5% der Einwohner Deutschlands leben, sie in ihrem Einzugsgebieten aber fast 3,5 Mal so viele, nämlich knapp 26 Millionen Menschen erreichen. In 71 dieser Städte liegt das Einzugsgebiet bei 100 000 bis 200 000 Menschen, bei 33 Städten leben im Einzugsgebiet sogar mehr als 200 000 Einwohner. Expansion im Einzelhandel.

Das Interesse an Deutschland ist ungebrochen HIR DÜSSELDORF. Das starke Gefälle beim europäischen Konsumklima zwischen Deutschland und der Peripherie lässt erahnen, warum der globalisierte Einzelhandel bei seiner Expansion so stark auf den deutschen Markt drängt. Die GfK-Übersicht über das Verbrauchervertrauen zeigt für die meisten Länder ein dickes Minuszeichen vor der „Anschaffungsneigung“, also der Bereitschaft zu größeren Anschaffungen. In Deutschland entfielen 2012 dagegen 569 Neuvermietungen auf Ausländer. Allerdings waren die einheimischen Filialisten noch aktiver. Für 2012 hat der Immobiliendienstleister CBRE hierzulande 3 013 Mietvertragsabschlüsse gezählt. Im Jahr 2011 waren es 2017 Neuvermietungen. Die Zahl der Vermietungen an ausländische Einzelhändler war mit 491 Abschlüssen in absoluten Zahlen gemessen 2011 zwar niedriger, der relative Anteil mit fast 25% jedoch höher. Gestiegen ist der Anteil der ausländischen Einzelhändler unter den Neumietern im Vorjahr

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Deals Friedrichshafen: Das Asset Management der Hahn Gruppe hat mit der Obi AG eine vorzeitige Mietvertragsverlängerung am Standort Friedrichshafen, Baden-Württemberg, vereinbart. Obi ist mit 11 300 qm Mietfläche einer der Ankermieter des Bodensee-Center, das eine Gesamtmietfläche von rd. 40 000 qm hat. Der Mietvertrag für die Baumarktflächen ist indexiert und wurde mit einer Laufzeit von 15 Jahren abgeschlossen. Das im Jahr 2002 erbaute, voll vermietete BodenseeCenter verfügt mit dem SBWarenhausbetreiber Kaufland und dem Elektronikanbieter Media-Markt über 2 weitere attraktive Ankermieter. Das Angebot wird ergänzt durch zahlreiche kleinere Handelsflächenund Gastronomieflächen sowie einen großzügigen Entertainmentbereich.

Deals Düsseldorf: Auf rd. 400 qm hat Ende Mai die Fossil Europe GmbH ihren neuen Store eröffnet. Die BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) hat sowohl für den Mieter als auch im Alleinauftrag für die private Eigentümergemeinschaft vermittelt. Das Uhren- und Accessoires-Label bezieht nach aufwendigen Modernisierungs- und Umbauarbeiten einen Eck-Laden in der Flinger Straße 21/ Mittelstraße 1a. Das Geschäft in der Düsseldorfer Altstadt, das zuvor an Deichmann vermietet war, wird der 3. Fossil-Store in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt sein. Zu den unmittelbaren Nachbarn gehören Zara, Kult, Tally Weijl und Esprit. Das US-Unternehmen ist in über 100 Ländern präsent.


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Cities & Center & Developments allerdings gegenüber 2010 und 2009 mit 431 von 2 186 und 391 von 2 040. Mit 119 Abschlüssen stehen die US-amerikanischen Einzelhandelskonzepte hierzulande mit weitem Abstand an der Spitze. Die Niederländer bildeten mit 69 Vermietungen die zweitstärkste Gruppe, vor den Dänen (50), den Franzosen (48), den Italienern (47) und den Spaniern (45). Die Schweizer sind mit 39 Abschlüssen vertreten, die Briten und die Schweden mit je 37 und die Österreicher sowie die Türken mit 31 bzw. 24. Aber auch einzelne Anbieter aus Ländern wie Australien, Japan, China, Saudi-Arabien und Südkorea versuchen hier Fuß zu fassen. Laut CBRE sind im vergangenen Jahr etwa 52 internationale Konzepte neu auf den deutschen Markt gekommen. Das Engagement der Internationalen erzeugt hierzulande natürlich Druck auf die Mieten - insbesondere in den Metropolen und vor allem in Berlin. So konstatiert Karsten Burbach, Head of Retail bei CBRE, dass die Stadt „in bemerkenswerter Weise zu den Metropolen München und Frankfurt/M. aufgeholt hat: „Auch hier werden als Spitzenmiete in einem kleinen Segment am Tauentzien nun mehr als 300 Euro pro qm monatlich erzielt.“ Nach Erfahrung des Experten werden solche Spitzenpreise jedoch nur von wenigen Unternehmen aus bestimmten Branchen gezahlt. Filialisten, die schon ein gut verdichtetes Standort-Netz haben, halten bei Bieterwettbewerben dagegen zurück. Vermietungsmarkt global

Nachfrage nach knappen Flächen stabilisiert die Preise Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Obwohl sich das Umsatzwachstum im Einzelhandel abgeschwächt hat und die Konsumlaune tendenziell eher verhalten ist, halten internationale Einzelhandelsmarken an ihrer langfristigen Expansionsstrategie in den angesagten Schlüsselmärkten wie Hongkong, New York, London oder Moskau fest. Zu diesem Ergebnis kommt der Immobiliendienstleister CBRE in seinem Global Retail View für das 1. Quartal 2013. Die teuerste Stadt ist Hongkong vor New York. Wenn dieses Interesse auf ein begrenztes Angebot an Top-Geschäften stößt, dann sind Mietsteigerungen beinahe unausweichlich. Zumindest hält diese Konstellation das Mietniveau ziemlich stabil. „Auf dem aktuell hohen Niveau ziehen Einzelhändler jedoch auch Standorte jenseits der Top-Lagen sowie alternative Standorte in Erwägung und sind offenbar nicht durchgängig gewillt, Rekordpreise zu zahlen“, berichtet Karsten Burbach, Head of Retail bei CBRE in Deutschland. Das gilt auch für Hongkong, den Spitzenreiter in der Rangliste der weltweit teuersten Einkaufsstraßen. Vor allem die internationalen Luxusmarken, die auf der TopEinkaufsmeile Causeway Bay nach den wenigen geeigneten Verkaufsflächen suchen, treiben hier die Mieten nach oben. Deshalb sind laut CBRE viele traditionelle Einzelhändler an „alternative Nischenstandorte“ umgezogen. Im 1. Quartal hat der Immobiliendienstleister in Hongkong für ideale ebenerdige Kleinflächen von etwa 200 qm eine Spitzenmiete von 3 029 Euro je qm und Monat ermittelt. Das ist inzwischen deutlich mehr als die Spitzenmiete in der New Yorker Top-Lage Fifth Avenue (Foto: C&W) die mit 2 027 Euro je qm und Monat beziffert wird. In der Metropole am Hudson River sind es vor allem die internationalen Touristen, die für die

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Auszeichnung Sonae Sierra erhält 4 Preise für Marketing Sonae Sierra war bei den ICSC Solal Marketing Awards des International Council of Shopping Centres (ICSC) mit seinen Marketing-Aktivitäten sehr erfolgreich: Viermal fiel die Wahl der Jury auf Aktionen des Shopping-Center Spezialisten in Portugal und Spanien. Mit 2 "Gold Awards" und 2 "Silver Awards" war Sonae Sierra das am häufigsten ausgezeichnete Unternehmen in diesen Ländern. Das Konzept "Flash Stores" und die Kulturinitiative "Arte chega ao Colombo"-Initiative erhielten den "Gold Award" in den Kategorien "Business to Business" bzw. "Public Relations". Die Plattform PromoFans® und das Event "Fashion Preview" gewannen den "Silver Award" in den Kategorien "Sales Promotion" und "Advertising".

Deals Bergisch Gladbach: Der schwedische Modeanbieter H&M wird voraussichtlich 2015 in dem Neubau der Kreissparkasse Köln in Bergisch Gladbach ziehen. Lührmann Düsseldorf vermittelte den Deal. Mit dem Bau des Geschäftshauses wird vermutlich im Sommer 2013 nach dem Abriss des jetzigen Gebäudes begonnen. In dem im Auftrag der Kreissparkasse Köln von Development Partner entwickelten Objekt wird auf rd. 250 qm im Erdgeschoss und weiteren 800 qm in den oberen Etagen die Kreissparkasse ansässig sein; rd. 2 500 qm Einzelhandelsfläche mietete jetzt H&M. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Anfang 2015 geplant.


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Cities & Center & Developments angesagten Handelsmarken so interessant sind. Insgesamt ist zwar auch hier die Pipeline für neue Einzelhandelsflächen gering, doch sieht CBRE entlang der Fifth Avenue zwischen der 49. und der 59. Straße ein beachtliches Angebot. Die Top-Städte in Europa – London und Paris – sind von solchen Preisen noch sehr weit entfernt. In London wurde ein Spitzenwert von 737 Euro je qm und Monat gemessen, in Paris waren es 735 Euro. „Ähnlich wie in Hongkong, waren viele neue Einzelhändler auf dem Londoner Markt gezwungen, alternative Standorte in Erwägung zu ziehen“, berichtet CBRE und erläutert das anhand der beiden Londoner Newcomer Oscar de La Renta und Celine, die statt in die Bond Street (Foto: C&W) alternative Flächen in der Mount Street in Mayfair bezogen haben. Das Modeunternehmen Oscar de la Renta auf 190 qm und Celine auf 750 qm. London rangiert in der Liste der 10 teuersten Straßen – allerdings mit großem Abstand - auf Platz 3 hinter New York und vor Paris auf Rang 4. Die Positionen von London und Paris zeigen, dass Top-Lagen auch in ansonsten schwierigen Märkten eine stabile Miete bieten können. Denn abgesehen von den Top-Straßen in London und Paris ist die Kauflaune auf Grund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds eher moderat. Deutsche Städte finden sich im 1. Quartal 2013 nicht unter den Top 10. In der traditionellen Rangliste von Cushman & Wakefield im vergangenen Sommer hatte es München als teuerster deutscher Standort immerhin noch auf den 10. Platz geschafft. Der Blick auf die CBRE-Rangliste zeigt indessen, dass derzeit die Städte weit jenseits der kriselnden Euro-Zone reüssieren. Nur Zürich findet sich mit 575 Euro Monatsmiete je qm als weiterer Vertreter Europas auf dem 7. Platz. Ansonsten ist der asiatisch-pazifische Raum derzeit sehr gefragt. In Sydney, mit 712 Euro auf Rang 5, treiben insbesondere internationale Einzelhändler aus den USA die Mieten mit vielen neuen Marken nach oben. In Brisbanes Queen Street Mall sind die Mieten laut CBRE gemessen am Vorjahresquartal um 15% gestiegen und liegen nun bei 517 Euro/qm. Dadurch hat sich die Stadt um 2 Plätze auf Rang 9 verbessert. Australiens Metropole Melbourne befindet sich mit 596 Euro pro qm auf Platz 7, hinter Tokio auf Platz 6 mit 627 Euro. Auf dem 10. Platz hat sich Moskau etabliert, bei der Miete (517 Euro) gleichauf mit Brisbane. Auch der russische Markt mit Moskau und St. Petersburg setzt sich zunehmend von der darbenden Euro-Zone ab. Douglas Holding AG

Hauptversammlung besiegelt Rückzug von der Börse Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“ Die Hauptversammlung am 28. Mai war für die Douglas Holding AG eine Zäsur. Mit der Beschlussfassung unter Tagesordnungspunkt 6, dass die Minderheitsaktionäre im Rahmen eines „Squeeze out“ ihre Anteile gegen angemessene Barabfindung an den neuen Großaktionär Beauty Holding Two GmbH übertragen, zieht sich der Fachgeschäftskonzern endgültig von der Börse zurück. Die Beuaty Holding Two GmbH ist die Nachfolgegesellschaft der Beauty Holding Three AG, die indirekt von der Familie Kreke und von Fonds gehalten wird, die von Advent International beraten werden. Damit endet eine lange Ära, denn das Unternehmen war 1962 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden. Damals war das

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Deals Frequenzzählung: München auf Platz 1 München steht zum 3. Mal in Folge auf Platz 1 der bestfrequentierten 1ALagen in Deutschland. Die Kaufingerstraße in München konnte mit über 15 000 Passanten pro Stunde ihren Platz als deutsche Einkaufsmeile Nr. 1 verteidigen – gefolgt von der Neuhauser Straße in München mit über 13 000 Passanten pro Stunde. Wien (Kärntner Straße, Graben und Mariahilfer Straße), Stuttgart (Königsstraße), Hamburg (Mönckebergstraße und Spitaler Straße), Köln (Schildergasse) und Hannover (Georgstraße) folgen auf den Rängen.

Deals Hansa Center will im November eröffnen Redos hat die Abbrucharbeiten und den Rohbau des Hansa Centers in Bottrop abgeschlossen und beginnt im Rahmen der Revitalisierung mit dem Innenausbau des 15 000 qm großen Einkaufszentrums. Nach den Worten von Helge Stößel, technischer Projektleiter bei Redos wird das Center in Abstimmung mit dem Behindertenausschuss barrierefrei geplant. Im Rahmen der LEEDZertifizierung in Gold werden in der Tiefgarage Stromtankstellen installiert. Auch die Tiefgarage soll kundenfreundlich werden. Derzeit werden die Außenfassade errichtet. Nach dem bisherigen Zeitplan soll das Center im November 2013 eröffnet werden. Von den etwa 30 Geschäften sind laut Redos 85% vermarktet. Zu den Mietern gehören u.a. Spiele Max, Saturn, Kult sowie Adler Modemarkt.


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Cities & Center & Developments aber noch die Hussel AG, die in erster Linie Einzelhandel mit Süßwaren betrieb. Im Jahr 1949 war sie als Hussel Süßwaren GmbH gegründet worden. Der entscheidende Schritt für die heutige Douglas-Gruppe war 1969 die Übernahme der Hamburger Parfümerie-Kette Douglas und die nachhaltige Diversifizierung in den wachstumsstärkeren Parfümerie-Bereich. Nach Übernahme weiterer mittelständischer Parfümerie-Ketten entwickelte sich die vormalige Hussel Holding AG zu Deutschlands größtem Parfümerie-Betreiber – und später auch zu einem der maßgeblichen Spieler in Europa. Die Sparte ist das Zugpferd des Fachgeschäftskonzerns, der daneben auch die Buchkette Thalia (Foto), die Uhren- und Schmuckkette Christ, die Modekaufhäuser Appelrath Cüpper und -– als Erinnerung an die Wurzeln – auch noch die Süßwarenkette Hussel betreibt. Als Konsequenz aus der Fokussierung auf das Parfümerie-Geschäft firmiert das Unternehmen seit 1989 unter dem Namen Douglas Holding AG. Die Historie zeigt, dass der Hagener Fachgeschäftskonzern keine Furcht vor gravierenden Neuausrichtungen hatte. Mit dem Geschäftsmodell, unter dem Dach einer Holding eigenständige Sparten zu

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Impressum führen – dazu gehörten früher u.a. auch der Sportanbieter Vosswinkel, die Modekette Biba und der Herrenausstatter Pohland – ging das Unternehmen bereits in den 1980erJahren im deutschen Einzelhandel seinen eigenen Weg - und trennte sich auch wieder von Beteiligungen, wenn der Erfolg ausblieb. Zuletzt geriet die Buch-Tochter Thalia vor allem durch die Konkurrenz der onlineBuchkette amazon.de unter Druck. Bedingt durch die hohen Wertberichtigungen im Buchgeschäft sank das Ergebnis vor Steuern im Konzern (Ebit) im Geschäftsjahr 2011/12 auf -89,1 Mio. Euro nach 137,8 Mio. Euro im Jahr zuvor. Entsprechend fällt die Dividende für 2011/12 aus. Dagegen ist der Start ins laufende Geschäftsjahr 2012/13 (30.9.) recht gut gelungen. Im 1. Halbjahr erzielte die Douglas-Gruppe ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 180,7 Mio. nach 143,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Ebitda-Marge betrug 9,3% nach 7,5% im Vorjahr, als der Restrukturierungsaufwand bei Thalia das Ergebnis belastete. Mit 512 Mio. Euro erreichte die Thalia-Gruppe einen Umsatz, der knapp auf Vorjahresniveau lag (513 Mio. Euro). Besonders im Ausland stiegen die Umsätze um 1,6%, während die Erlöse im Inland um 1% zurückgingen. Insgesamt konnte die DouglasGruppe den Konzernumsatz nach Ablauf der ersten 7 Monate (1.10. 2012 bis 30.4. 2013) um 0,9% auf über 2 Mrd. Euro steigern. In Deutschland lag das Plus bei 0,5%, im Ausland bei 1,9%. Bei seinem Ausblick auf das Gesamtjahr 2012/13 legte sich Vorstandschef Henning Kreke noch nicht auf konkrete Zahlen fest. Nur so viel: Der Vorstand erwarte aus heutiger Sicht eine leichte Umsatz- und Ebitda-Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert. Die aktuelle Entwicklung liegt nach seinen Worten „im Rahmen unserer Erwartungen“. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte der Konzern einen Umsatz von 3,44 Mrd. Euro (+1,7%) erzielt und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 201,2 Mio. Euro.

Chefredaktion: Dr. Ruth Vierbuchen (V.i.S.d.P.); Kontakt: vierbuchen@rohmert.de Herausgeber: Werner Rohmert Korrespondentin Köln: Christine Scharrenbroch Anzeigen: Marion Götza, 05242-901-250 Verlag: Research Medien AG, Rietberger Str. 18 33378 Rheda-Wiedenbrück, T.: 05242 - 901-250, F.: 05242 - 901-251 E.: info@rohmert.de www.rohmert-medien.de Vorstand: Werner Rohmert Aufsichtsrat: Senator E.h. Volker Hardegen (Vorsitz). Bankverbindung auf Anfrage Namens-Beiträge geben die Meinung des Autors und nicht unbedingt der Redaktion wieder.

Der handelsimmobilien report nr 147  

Fakten, Meinungen, Tendenzen zum deutschen Gewerbeimmobilienmarkt.

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