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GeSchichten Begegnungsorte entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze

Theresa Tacke Masterthesis Architektur


Inhalt

Prolog GeSchichten

6-7

Geschichte Grenze Demarkationslinie und Staatsgrenze

10-11

Grenzsäuberung Zwangsaussiedlungen geschleifte Orte

12-14 15-19

Grenze nach 1989 Erinnerungslandschaft

20-21

Fazit Ăœberlagerung der Geschichte

22-23


Schichten Vorwort Erinnern

26-31

Einbände Grenze Ort Ruine Lankow Jahrsau Billmuthausen Schichten Grenze als Form Grenze als Weg Grenze Erinnerungslandschaft Grenze Grenzlandschaft Ort als Form Ort Landschaft Ort Siedlung Ort Grenzen Ort Abwesentheit Ort Erinnerung Ort Ăœberformung Spuren als Form Spuren Struktur Spuren Typus Nachwort Montieren

33-40

GeSchichten Konzept Lankow Jahrsau Billmuthausen

42-45 46-67 68-85 86-107

Epilog Danksagung Quellenverzeichnis

110-111 112-115


» Wer die Gegenwart verstehen will, muss sich seiner Verantwortung für die Geschichte bewusst sein «1

Seit 28 Jahren ist Deutschland wieder vereint. Genauso lange, wie die deutsch deutsche Grenze von 1961 bis 1989 DDR und BRD voneinander trennte. Im aktuell globalen Diskurs über Nationalität und territorialer Isolation stellt sich auch die Frage wie es um die Aufarbeitung nationaler Geschichte im Hinblick auf die Auswirkungen von Separation und deren Überwindung steht.

1

Faulenbach, Bernd: Diktaturerfahrungen und demokratische Erinnerungskultur in Deutschland, in: Kaminsky, Anna: Orte der Erinnerung: Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, Berlin 2016, S.9

2

vgl. ebd., S.16

3

ebd., S.9

4

vgl. ebd., S.16

Seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 ist in Deutschland eine große Anzahl von Gedenkstätten und Mahnmalen zur Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur entstanden. Besonders in den neuen Bundesländern entwickelt sich eine Gedenkstättenkultur, welche sich mit den Leiterfahrungen eines geteilten Landes, Flucht und Vertreibung auseinandersetzt. Zu den mehr als 60 Gedenkstätten zählen Orte früherer Speziallager, Zuchthäuser und Gefängnisse. Neben diesen Orten der Geschichtsaufarbeitung und Dokumentation entstanden zudem das Mauermuseum in Berlin, der zum Museum umgebaute Tränenpalast in der Friedrichstraße, sowie zahlreiche Grenzlandmuseen und Mahnmale.2 „Wer die Gegenwart verstehen will, muss sich seiner Verantwortung für die Geschichte bewusst sein.“3 Verantwortung zu übernehmen, bedeutet Antworten zu geben. Erinnerung wird folglich zur Aufgabe, denn Mahnmale und Gedenkstätten geben immer eine subjektive Vorstellung über die Vergangenheit wieder. Ihre Gestaltung, also

die Frage nach dem Was und Wie Vergangenheit dargestellt wird, hat demnach wesentlichen Einfluss auf das individuelle und damit untrennbare kollektive Gedächtnis.4 Eindeutig lässt sich Geschichte und Geschehenes nicht in bloßen Jahreszahlen festschreiben. Die Erinnerung an Vergangenes muss als kontinuierlicher, nicht linearer Prozess verstanden werden. Eine Förderung des Nebeneinander von Geschichte und der mannigfaltigen Formen des Erinnerns führen zu einer angemessenen Repräsentation differenzierter und teilweise konträrer Erfahrungen. Die innerdeutsche Grenze stellt in der Zeit kommunistischer Diktatur und eines geteilten Landes nicht nur Trennlinie zwischen Ost- und Westdeutschland dar. Vielmehr ist sie Symbol für grundlegende Unterschiede zwischen den konträren politischen und wirtschaftlichen Systemen und wird damit zum Brennpunkt der Fronten im kalten Krieg. Neben der kulturellen Trennung führt die ehemalige deutsch-deutsche Grenze als gestaffelter Komplex von Absperrungen, Zäunen und Hindernissen auch zu einer territorial unüberwindbaren Separation von Ost- und Westdeutschland. Die vorliegende Arbeit stellt eine Auseinandersetzung mit der ehemaligen Grenze als gebauter Sperrapparat und den daraus resultierenden räumlichen Konsequenzen dar. Als nach innen gerichtete Reihung von Absperrungen greift die damalige Grenze tief in das Landesinnere der DDR ein, spannt einen Grenzsperrzaum auf und dominiert Diesen Zeit ihres Bestehens maßgeblich.


Wüstungen auf ostdeutscher Seite stellen dabei eine signifikante Auswirkung der Grenze auf ihr Umland dar. Im Zuge des Grenzsäuberungsprozesses werden nicht nur viele Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, auch ihre Heimat selbst muss dem Sperrkomplex zugunsten einer perfektionierten Grenzsicherung weichen. Die Überreste der geschleiften Orte sind heute letzte Zeugen vom Heimatverlust, Verdrängung, Vertreibung und Machtmissbrauch im damaligen Grenzgebiet und bilden somit den Ausgangspunkt der Ausarbeitung. Ziel der Arbeit ist die Aufarbeitung der Themen Verdrängungen, Heimatsverlust und Identitätsverlust in Form einer gegenwartsbezogenen Neueinbindung der Orte. Der Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart soll weitergeführt werden. Es gilt die Gegenwart der Vergangenheit spürbar zu machen. Der Vergegenwärtigungsprozess unterliegt dabei einer eigens entwickelten Methode zum Umgang mit Vergangenem und wird in greifbare Gestaltungsprinzipien überführt. Gliederung erfährt die Methode in den Themen Geschichte, Schichten und geSchichten. Ausgangspunkt bildet wie bereits erwähnt die Geschichte des Ortes, Spuren und Überreste werden zu Zeugen der Vergangenheit. In Schichten wird die Geschichte erinnert. Orte werden in ihre Fragmente aufgelöst, divergente Zugänge zum Geschehenen und Vorhandenen eröffnet. Die Linearität der Geschichte wird durchbrochen, die Ambiguität verdeutlicht. Ausgehend vom Ort und der reflektierten Erinnerung findet in den geSchichten eine Einbindung der Orte in der Gegenwart statt. Neue Schichten werden hinzugefügt, die Vergangenheit erfährt eine Vergegenwärtigung. Mit der Ausarbeitung soll Verantwortung übernommen werden für eine Gestaltung der Vergangenheit. Das Ergebnis der Arbeit verkörpert indes kein Mahnmal der kommunistischen Unterdrückung und Diktatur. Vielmehr werden die Orte mit neuen Schichten belegt, die Geschichte mit der Gegenwart überlagert. Aus bestehenden Mustern entsteht etwas Unerwartetes, Unvorhersehbares, eine Überlagerung der Historie mit der Gegenwart. Erinnerung als unabgeschlossener Prozess im Darstellen von Vergangenem. Der Ort wird zum physischen und metaphorischen Palimpsest.


Geschichte


Grenze Demarkationslinie und Staatsgrenze

10 5

vgl. Bennewitz, Inge; Portratz, Rainer: Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze: Analysen und Dokumente, 4. Aktualisierte und erweiterte Auflage, Berlin 2012, S. 16

6

vgl. ebd. S. 34

7

vgl. Ullrich, Maren: Geteilte Ansichten: Erinnerungslandschaft deutsch-deutsche Grenze, Berlin 2006, S. 9

Im Februar 1945 unterzeichnen alle Siegermächte des zweiten Weltkriegs das Londoner Protokoll in welchem die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen festgelegt ist. Die amerikanisch, französisch und englisch besetzten Zonen werden 1948 zu einer konformen Wirtschaftsverwaltung zusammengeführt während sich in der sowjetischen Besatzungszone ein konträres System instituiert. Diese Entwicklung kann als Grundstein des späteren Klassenkampfes gedeutet werden und leitet außerdem die Gründung zweier deutscher Staaten in 1949 ein.5 Zwar besitzen die neuentstandenen Staaten keine Souveränität, sie verkörpern ursprünglich nur eine Übergangslösung bis zum Wiederaufbau eines vereinten Deutschlands, trotz allem bleibt die Demarkationslinie zwischen der östlichen und den drei westlichen Zonen als trennendes Element bestehen. In ihrem fortlaufenden Bestehen erfährt die Linie eine sich stetig verschärfende Bewachung seitens der Sowjets. Sollte anfänglich lediglich der Schmuggel zwischen West und Ost unterbunden werden, ist es schon 1952 nahezu unmöglich die Linie unkontrolliert zu passieren. Anstrengungen zur Einheit der vier Alliierten münden aufgrund des Scheiterns aller Verhandlungen schließlich in zwei Staaten mit konträren Machtbündnissen. Ihre Front in Form der Demarkationslinie verläuft folglich mitten durch Deutschland. Um sich vom weiteren Einfluss der westlichen Alliierten zu distanzieren planen die Sowjets

1952 einen Ausbau der Linie zur Staatsgrenze. Am 22. April des selben Jahres wird der Beschluss zum Grenzschutz in Form eines 10m breiten Kontrollstreifens, dem sich anschließenden 500m breiten Schutzstreifens und einer 5km abschließenden Sperrzone festgelegt. Zusätzlich werden im Schreiben zum Beschluss des Sekretariats des SED Regimes vom 12. Mai über den „Schutz der Heimat vor amerikanischen Aggressoren“ notwendige Maßnahmen zur Säuberung der Grenzbereiche beschlossen. Diese gelten offiziell dem Schutz vor weiterem Eindringen westdeutscher Spione, Schmuggler, Diversanten und Terroristen. Die Säuberung der Grenzbereiche findet in später folgenden Zwangsaussiedlungsaktionen und dem Abriss grenznaher Orte ihre Umsetzung.6 Der vom SED Regime propagierte „antifaschistische Schutzwall“ zur Verteidigung gegen den amerikanisch geführten „Imperialismus“ stellt sich in der Realität als eine nach innen gerichtete Absperranlage dar, welche sich gegen das eigene Volk richtet.7 Bis zum 13. August 1961 bilden Kontrollstreifen, Schutzstreifen und Sperrzone nur stellenweise die Befestigung des Grenzverlaufs ab. Seit dem Beschluss zum Bau einer Mauer in 1952 hatte man sich vorrangig auf die Deportation von gefährdenden Menschen aus dem Grenzschutzbereich fokussiert. Ab 1961 unterliegt der Grenzausbau dann dem Wunsch des SED Regimes nach einer perfektionierten Undurchlässigkeit. Ausgangpunkt der Grenzsperranlage bildet der


eigentliche Grenzverlauf zwischen DDR und BRD. Zwischen Grenzsteinen und dem ersten 3,2 m hohen Metallgitterzaun befindet sich auf ostdeutschem Boden ein gerodeter Kontrollsteifen.Jener dient der optimalen Einsicht von Aktivitäten entlang der Grenze. Mit dem Zaun findet der circa 500 m breite Schutzstreifen seinen Anfang. In dieser Zone ist ein tiefgestelltes System von Sperranlagen platziert. Es handelt sich dabei um einen am Grenzzaun befindlichen Kfz.-Sperrgraben, gefolgt von einem weiteren Kontrollstreifen. Der Kolonnenweg aus Lochbetonfahrplatten grenzt direkt an diesen von Lichtsperren und Halogenstrahlern ausgeleuchteten Streifen. Ihm folgt ein Feld aus Beobachtungstürmen, Beobachtungsbunkern, Selbstschussanlagen, Hundelaufanlagen, Stolperdrähten, Minenfeldern und weiteren gestaffelten Hindernissen. Der Schutzstreifen, in welchem jegliche Veränderung von Land und Häusern verboten ist und ein Betreten nur mit Genehmigungspflicht erlaubt wird, findet seinen Abschluss im Signalzaun eins. Diesem folgt die ebenfalls abgeriegelte, 5 km breite Sperrzone. Sämtliche Bewohner dieses Streifens erhalten einen geson-

Abb.1; Grenzsperranlagen

derten Stempel in ihren Pass, der ihnen Betreten und Aufenthalt in der Sperrzone ermöglicht. Bewohner haben sich an strikte Verhaltensregeln und Ausgehsperren zu halten. Besuch ist nicht gestattet. Dieser massive Einschnitt ins Landesinnere führt zu Enteignungen, Zwangsaussiedlungen und erheblichen Waldrodungen. Die Grenze agiert folglich weniger als Schutz gegen den Feind von Außen, vielmehr stellt sie eine Abriegelung dar. Sie unterbindet die Flucht aus dem eigenen Land und verkörpert aus westdeutscher Sicht damit politische Unfreiheit.8

11

vgl. ebd., S. 9

8


Grenzsäuberung

Zwangsaussiedlungen In den 28 Jahren des Mauerbestehens müssen tausende DDR Bürger ihre Heimat aufgrund der Nähe zur Grenze verlassen. Die zwei großen Umsiedlungsaktionen „Ungeziefer“ (1952) und „Festigung“ beziehungsweise „Kornblume“ (1961) führen zu ungefähr 10.000 Zwangsaussiedlungen. Konkrete Zahlen der zentral angeordneten und organisierten Aktionen liegen nicht vor, da viele Angaben auf Unterlagen westlicher Geheimdienste und Augenzeugenberichten westdeutscher Nachbarn an der Grenze basieren.9 Auch die Anzahl der betroffenen Personen von den zwischen 1961 bis 1985 fortgeführten Einzelaussiedlungen ist bis dato unbekannt.10

12 9

vgl. Bennewitz, Inge; Portratz, Rainer, 2012, S. 8

10 vgl. ebd. S. 12 11 ebd. S. 29 12 vgl. ebd. S. 39f. 13 Baukes, Otto in: Quellensammlung ProLoG Salzwedel, 1996

Nachdem im Jahr 1952 der Beschluss vom Ausbau der Demarkationslinie zur Staatsgrenze gefasst ist, gilt es, wie bereits erwähnt, von Seiten der Sowjets, ihre Besatzungszone vor dem Einwirken des amerikanisch geprägten Klassensystems der westlichen Besatzungszonen zu schützen. Am 12. Mai 1952 werden Maßnahmen zur „Säuberung der Grenze von feindlichen, kriminellen und verdächtigen Elementen“ beschlossen. Womit die Deportation eines vom Regime festgelegten Personenkreises gemeint war.11 Nach welchen Kriterien die 389.267 in der Sperrzone lebenden Menschen in Klassenfreund und Klassenfeind unterteilt werden, ist bisher nicht vollständig ersichtlich. Verschiedenen Unterlagen sind zwar Gesichtspunkte zu gefährdenden Personengruppen zu

entnehmen, oftmals wirkten die Zwangsaussiedlungen allerdings völlig willkürlich. So sollen vorrangig illegale Grenzgänger, Ausländer, Staatenlose, Kriminelle, Arbeitslose, Prostituierte und Personen, die das antifaschistische System unterwandern, deportiert werden.12 De Facto sind unter den Zwangsausgesiedelten kaum kriminelle Menschen, die größten Personengruppen stellen vielmehr Gegner des Systems und, in Augen des Regimes, Asoziale dar. Betroffen sind also oftmals Menschen mit verwandtschaftlichen Beziehungen in den Westen und Grenzgänger. Vermehrt kommt es zu Deportationen von Gastwirten, um Kommunikationszentren in Form von Gaststätten nahe der Grenze zu negieren Anhand der Vorgehensweise wird deutlich, dass genannte Vorwände zur Zwangsaussiedlung und die Realität stark voneinander abweichen. Befehle zur „Evakuierung aus dem Sperrbezirk“ folgen einer zentralen Weisung und werden den Betroffenen sowohl mündlich als auch schriftlich mitgeteilt. Zeitgleich erfolgt der Einzug von Ausweisdokumenten, welche ihren Besitzern erst im neuen Wohnort erneut ausgehändigt werden. Nach der Kundgabe zur Zwangsumsiedlung bleibt den Menschen ein Zeitraum von maximal 48 Stunden um sich auf den mit LKWs organisierten Abtransport aus ihrer Heimat vorzubereiten. In der Realität verkürzt sich dieser Zeitraum allerdings oft auf wenige Stunden, teilweise Minuten. Die vorgegebene Zeitspanne bietet ein erhebliches Potenzial zum Machtmissbrauch und Willkür.12


„Über 200 Mann waren wir, wie viele genau, weiß ich nicht. Am 6.6.1952 morgens und 7:00 Uhr kamen zwei Geheimpolizisten und ein Polizist auf den Hof, ich war gerade auf dem Kornboden, und teilten mir mit, daß wir sofort den Hof zu räumen hätten. Sie haben mir den Ausweisungsschein gegeben und dann hab ich versucht, das zu organisieren, so gut ich kann. Mittags um 12 waren wir runter gewesen. Die Verwandtschaft hat geholfen. Da gab es noch Querelen mit den Polizisten während des Aufräumens, jemand hat den Polizisten beleidigt, da hat der die Pistole gezogen, zwei reguläre waren auf dem Hof, die für Ordnung sorgten. Dann zum Bahnhof Riebau. Da wurden alle vorgelesen. Bei Namensaufruf taucht der Name Sch. auf und seine Anwesenheit war nicht gegeben. Der eine Polizist sagte zu seinem Kollegen: „Du Dussel – dafür sind doch die Baukes rausgekommen.“ Dann gingen wir in unsere Waggons, normale Personenwagen und Güterwagen, in den Güterwagen waren die Sachen, in den Personenwagen wir und sangen das Deutschlandlied von der ersten Strophe an. Sämtliche Polizisten drehten sich um, damit man die Tränen nicht sah. 24:00 Uhr setzte der Zug sich in Bewegung. Das Essen inzwischen haben wir denen vor die Füße geschmissen – alle. Wir hatten Essen eingepackt- na sicher, keiner hat was von denen genommen. Morgens um 10:00 Uhr wurden wir in Delitzsch schon ausgeladen. Von Delitzsch aus kamen wir nach Beerendorf. Hier wurde uns ein Gemeindehaus als Domizil angewiesen, meinen Eltern und Geschwister, vier Mann. Das war so klein und niedrig, da sind wir gar nicht erst reingegangen. Dann sind wir zum Bürgermeister und haben von dem eine normale Wohnung bekommen. Am Samstag sind wir ins Delitzsch angekommen, am Donnerstag bekam ich dann eine Warnung, daß sie mich am Montag verhaften wollen. Da bin ich am Freitag nach Berlin, ohne Ausweis und von da bin ich rüber geflogen worden, nach Westdeutschland. Dort bin ich in der Gosse gelandet. Es gab keine Unterkünfte, jeden Tag sind 3500 rüber.“13

13


Der Zeitzeugenbericht Otto Baukes zu den Deportationen in der Altmark verdeutlicht, dass den Betroffenen der Zwangsaussiedlungen nicht allein materieller sondern außerdem schwerer psychischer Schaden zugefügt wurde. Vom Militär umstellte Häuser, von der Polizei niedergeschlagener Widerstand, der Abtransport in LKWs mit unbekanntem Zielort und die aufgezwungene neue Heimat in der vorrangig Argwohn gegenüber den Neuankömmlingen herrscht. Dies alles führt dazu, dass Betroffene oftmals unter starken Depressionen und Heimweh leiden, sich nicht selten das Leben nehmen.

14 14 vgl. Heinlein, Anne; Gnaudschun Göran: Wüstungen, Berlin 2017, S. 7 15 Bennewitz, Inge; Portratz, Rainer,2012, S. 150 16 vgl. Heinlein, Anne; Gnaudschun Göran, 2017, S. 7 17 Bennewitz, Inge; Portratz, Rainer, 2012, S. 12 18 vgl. ebd., S. 8

Das offizielle Ziel der Aktion „Ungeziefer“, nämlich ein Eindringen des westlichen Einflusses zu beenden stellt sich als Einschüchterungsmaßnahme der eigenen Bevölkerung heraus. Augenzeugen der Zwangsaussiedlungen wird im Falle vom Austausch über die Vorfälle mit dem Zuchthaus oder dem gleichen Schicksal einer Umsiedlung gedroht. Die Aktion zielt folglich auf die Negierung von Kritik am eigenen System ab.14 Während die Aktion „Ungeziefer“ in scheinbar willkürlichen Blitzaktionen zur Deportation von circa 8.000 verdächtigen Personen ins Landesinnere führt, zielt die Aktion „Festigung“ oder auch Aktion „Kornblume“ genannt, oft auf die Umsiedlung ganzer Ortschaften ab. Ab 1961 stehen weniger verdächtige Personengruppen im Mittelpunkt von Zwangsaussiedlungen. Vielmehr geht es um die Enteignung und Vertreibung ganzer Familien oder Dorfgemeinschaften. Private Grundstücke, Grundstücksteile und Gebäude werden in das Eigentum des Volkes überführt. Zwar wird den Betroffenen eine Entschädigung angeboten, ob sie diese jedoch annehmen oder auch nicht, ändert nichts an ihrem Schicksal der Vertreibung.15 Die Säuberung der Grenzzone entspricht dem Wunsch des Regimes eines perfektionierten Grenzsystems, welches Niemanden aus dem Hoheitsgebiet der DDR fliehen lässt. Jene steht im Kontrast zum bis dato belebten, bewohnten und bewirtschaften Land entlang der Grenze. Nicht nur Verdächtigte, sondern Menschen im Allgemeinen stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Einheimische der Sperrzone kennen sich geografisch zu gut aus, erhöhen damit die Gefahr zur Flucht.16 Zu den circa 10.000 Heimatvertriebenen, „Zwangsausgesiedelte sind Personen, die von welche der Definition von Zwangsausgesie- Behörden aus militärischen Gründen ausgedelten Personen zu- wählt und gegen ihren Willen aus dem Grenzgeordnet werden kön- gebiet ausgesiedelt wurden.“17 nen, addiert sich eine Dunkelziffer solcher Bürger, deren Häuser aus militärischem Zweck abgerissen werden, wodurch ebenfalls ein Heimatverlust herbeiführt wird. Diese Menschen stellen grundsätzlich keine Feinde des Systems dar; ihre Vertreibung verläuft daher nicht unter Zwang sondern mittels fadenscheiniger Versprechungen oder Schikane durch Überwachung.18 Die erzwungene oder provozierte Vertreibung von Menschen aus dem Sperrgebiet stellt somit den ersten Schritt einer absoluten Grenzsicherung dar, welcher die Schleifung von Höfen und teilweise ganzer Ortschaften folgt.


Geschleifte Ortschaften So wie der Mensch ein Risiko im Säuberungsprozess der Grenze verkörpert, stellen auch Ortschaften im Sperrsteifen Gefahrenpunkte dar. Einerseits bieten sie Versteckmöglichkeit für Flüchtige und verhindern ein freies Schussfeld an der Grenze. Andererseits stören grenznahe Ortschaften den lückenlosen Ausbau der perfektionierten Grenzsicherungsanlagen.

„Die vorgeschlagenen Objekte liegen in der Regel im bzw. unmittelbar am Sicherungsstreifen der Grenztruppen. Sie beeinträchtigen die Beobachtungen sowie Handlungen der Grenzposten erheblich, gefährden die Bürger um Grenzgebiet bei erforderlicher Anwendung der Schusswaffe und begünstigen die unbeobachtete Annäherung an die Grenzsicherungsanlagen sowie die Handlungen für Grenzverletzter beim überwinden derselben. Der Kräfte- und Mitteleinsatz ist teilweise unvertretbar hoch und der planmäßige pioniermäßige Ausbau der Grenzsicherungsanlagen kann nicht realisiert werden.“19 Darüberhinaus stellen bereits freigezogene und leerstehende Gebäude Zeugen vorangegangener Deportationen und des Zerfalls dar und machen das System gegenüber dem Feind damit angreifbar.20 Die Schleifung von Ortsteilen und ganzer Ortschaften ist Höhepunkt des jahrzehntelang herrschenden Ausnahmezustands entlang der Grenze. Nach Vertreibung und Deportation von Menschen folgt ab 1970 der systematische Abriss von Häusern, Höfen und Orten und zieht sich bis in die späten achtziger Jahre. 1988, ein Jahr bevor der Mauer das gleiche Schicksal wie den Wüstungen wiederfährt, fällt Erlebach als letzter Ort dem Ausbau der Grenzsicherungsanlagen zum Opfer. Der Anweisung zum Komplettabriss gehen oftmals jahrelange Prozesse des Verfalls und fragmentarischem Abbruchs voraus.21 Oftmals lassen sich die Wüstungen bis 1990 noch unverändert in Atlanten finden, sie besitzen sogar weiterhin ihre ursprüngliche Postleitzahl. Das Regime propagiert Normalität während Bewohner vor einer wüsten Fläche stehen, die sie einst ihre Heimat genannt haben.22

vgl. Heinlein, Anne; Gnaud- 19 schun Göran: Wüstungen, Berlin 2017, S. 9 : Vorschläge über Verlegungs- und Abrissarbeiten zur Erhöhung der Sicherheit an der Staatsgrenze zu Westberlin – Vorlage der Grenztruppen der DDR an die Bezirkseinsatzleitung Bez. Potsdam, 1974 BLHA, Rep.401, Nr.101 vgl. ebd., S. 8 20 vgl. ebd., S. 7 21 vgl. ebd. , S. 11 22

15


Bardowiek Billmuthausen Broda Dornholz Erlebach Grabenstedt Greifenstein Heiligenroda Jahrsau Karneberg Kaulsroth Kleintรถpfer Korberoth Krendelstein Lankow Leitenhausen Lenschow

Abb.2; Lankow geschliffen

Abb.3; Lankow geschliffen

16

Abb.4; Lankow vor der Schleifung

Liebau Lieps Neuhof Neu Gallin Niederndorf Ruppers Scharfroh Schmerbach Schwenge Stรถckigt Stresow Taubenthal Troschenreuth Vockfey Wahlsdorf Wehningen Zarrentin


„Sie hatte sich gefürchtet in dem Tal, in dem als Kind doch zu Hause gewesen war. Eine Totenstille herrschte dort, sogar die Vögel mieden den trostlosen Platz. Und überall in den Wiesen lag Stacheldraht.“23

Ausweisungen sowie Verlegungs- und Abrissarbeiten zur Erhöhung der Sicherheit an der Staatsgrenze verlaufen wie bereits festgehalten stillschweigend. Vertriebene einer Ortschaft werden oftmals in verschiedene Dörfer, teils Regionen ausgesiedelt um die Möglichkeit von Treffen und einem Austausch über den Heimatverlust zu unterbinden. Die Thematik wird dem öffentlichen Interesse mutwillig vorenthalten. Erst mit dem Mauerfall und der darauf folgenden deutschen Wiedervereinigung findet die Diskussion über Heimat, Vertreibung und Heimatverlust erneute Relevanz im Kollektiv. Opfern ist es zum ersten Mal möglich, freie Äußerungen zu den Abläufen der Grenzsäuberung zu tätigen und Entschädigungen einzufordern.

17

Fuchs, Norbert Klaus: Billmut- 23 hausen: Das verurteilte Dorf, Berlin 2010 , S.17


18

Abb.5; Billmuthausen, Ortsansicht


Abb.6; Lankow, Hof Clasen

Abb.7; Jahrsau, Dorfkern

19


Grenze nach 1989

Erinnerungslandschaft Die innerdeutsche Grenze als Trennlinie zweier Klassensysteme, Symbol grundsätzlicher Unterschiede, gebaute Einschüchterungsmaßnahme zur Kontrolle des eigenen Volkes und vor allem als nach innen gerichteter, physisch präsenter Isolationskomplex teilt nach 28 Jahren das Schicksal wie die durch ihn verursachten Wüstungen. 1989 wird die deutsch-deutsche Grenze binnen kurzer Zeit geschleift und damit selbst zum Relikt der Vergangenheit. Im Laufe der Jahre entwickelt sich entlang des ehemaligen Grenzverlaufs eine vielschichtige Erinnerungslandschaft. In Museen werden Themen des geteilten Landes und dem Leben an der Grenze aufgearbeitet. Zahlreiche Gedenksteine, Gedenktafeln und Gedenkstätten verweisen auf Zwangsaussiedlungen und auf die geschleiften Orte. Ruinen ehemaliger Bebauungen an der Grenze existieren nun neben Ruinen der Sperranlage. Während die Relikte geschleifter Orte ein früheres Leben im Grenzraum bezeugen und an Zwangsaussiedlungen und Grenzsäuberung erinnern, stellen Mauerreste das Überwinden einer kommunistischen Diktatur dar. Nach der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland wird die Grenze als materielles Zeugnis der Trennung alsbald geschleift. Erinnerungen an den Schmerz von Flucht-, Vertreibung-, und Separation finden vorerst keinen Platz im kollektiven Gedächtnis. Vielmehr sollen verursachte Wunden schnellstmöglich verheilen, die Staaten wieder zusammenwachsen.24

20

24 vgl. ebd., S. 190

Erst einige Jahre nach der Wiedervereinigung wird der Wunsch zur Aufarbeitung der Thematik laut. Reste der Grenzbefestigung werden als Zeugen der Geschehnisse zwischen 1945 und 1989 schützenswert. Die Landschaft als Zeuge einer geteilten Nation verweist sowohl auf die Zeit der Trennung, als auch auf das Fortlaufen der Geschichte nach 1989. Neben Spuren des Sperrgrabens und Kolonnenwegs zeigt sich im Bereich des ehemaligen Grenzverlaufs eine fehlende oder veränderte Vegetation in Form von Schneisen, Brachflächen, Hecken oder Baumreihen. Das veränderte Landschaftsbild verweist somit auf die massiven Rodungen und Eingriffe zum Grenzausbau.


„Vom Todesstreifen zur

Alle Spuren teilen die Erinnerung von Isolation und dem Abbruch von Tradition und Geschichte. Das Durchdringen ebendieser geschichtlichen Ebenen führt zur Ambiguität im Erinnern, eröffnet mannigfaltige Zugänge zum Geschehenen und erzeugt eine verwobene Landschaft der Erinnerung. Mit dem „grünen Band“ ist eine weitere Form der Lebenslinie.“ Aufarbeitung entstanden. Unter dem Motto „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ entsteht schon kurz nach der deutschen Wiedervereinigung ein zusammenhängender Biotopen-Komplex aus fast allen brachliegenden Flächen des früheren Todesstreifens. In den Jahren des Grenzbestehens liegen viele Flächen brach, unterlagen also keiner menschlichen Einwirkung und konnten sich daher frei entfalten. Das „grüne Band“ Führt zu einer Neuordnung des Grenzverlauf. Jener ist nicht mehr in Kontrollabschnitten, sondern in sieben Kulturlandschaften gegliedert. Das 1393 km lange und circa 50 m breite Biotop versinnbildlicht auf 177 km2 Gesamtfläche den Sieg der Natur gegenüber menschengeschaffener Strukturen. Im Ausblenden des historischen Kontextes lenkt das Bild der malerischen Landschaft allerdings von der Realität einer schmerzvollen Vergangenheit ab. Die Gefahr einer eindimensionalen Sichtweise auf die Geschichte wohnt diesem Projekt demnach inne.25 Erinnerungsorte, Gedächtnisorte und Gedenkorte entlang des ehemaligen Grenzverlaufs überlagern sich. Neue Spuren entstehen, Andere verschwinden. Wieder Andere stärken, schwächen oder verändern sich. Jede dieser Ebenen stellt einen neuen Schriftzug des geschichtlichen Palimpsests dar.26 Die Erinnerungslandschaft befindet sich demnach in einem Prozess fortwährender Veränderung, Überlagerung und Erneuerung.27 Relikte und Spuren bilden Ausgangspunkt der Erinnerung. Ihnen wohnt das Gedächtnis der Dinge in Form von mehrdeutigen, mannigfaltigen und oftmals konträren Schichten inne. Manche Spuren verweisen demnach auf Geschehnisse vor 1945, andere auf die Zeit zwischen 1945 und 1989. Dritte bezeugen das Fortlaufen der Geschichte nach 1989.

21

vgl. ebd., S. 201

25

vgl. Ullrich, Maren, 2006, S. 27 26 vgl. ebd., S. 29

27


Fazit Überlagerung der Geschichte Wenn von der deutsch-deutschen Grenze gesprochen wird ist in den Köpfen Vieler das Bild einer Mauer oder eines Zauns verankert. Dem entgegen wurde allerdings herausgestellt, dass sich hinter dem Begriff der innerdeutschen Grenze sowohl in ideologischer als auch in baulicher Sicht mehr als eine Trennlinie verbirgt. Von der ostdeutschen Regierung als „antifaschistischer Schutzwall“ propagiert, soll die Grenze eine von Außen unüberwindbare Trennung zwischen dem eigenen Land und dem Klassenfeind verkörpern. Allerdings tritt der nach Innen gerichtete Absperrkomplex vielmehr als Einschüchterungsversuch der eigenen Bevölkerung in Erscheinung und wird aus westdeutscher Sicht zum Symbol politischer Unfreiheit sozialistisch regierter Staaten. Auch in materieller Hinsicht verkörpert die ehemalige innerdeutsche Grenze mehr als eine Mauer oder einen Zaun. Die Erläuterung des Aufbaus als Staffelung von Kontrollstreifen, Sperrstreifen und der anschließenden Sperrzone dokumentieren einen bis zur Perfektion durchdachten Grenzsperrkomplex. Die Grenze ist nicht nur trennende Linie, sie spannt vielmehr einen Grenzraum auf. Im „Doch mit der Aufgabe und Grenzsäuberungsprozess werden ihre Auswirkungen auf die Umgebung sehr deutlich. Die Zerstörung eines Ortes ist seine anfängliche Kontrolle des Grenzraums in Form Geschichte noch nicht vorbei, von Zwangsaussiedlungen gezielter Personen- er hält materielle Relikte fest, gruppen findet in der Schleifung ganzer Orte die zu Elementen von Erzähihre Steigerung. Ziel ist der Ausbau eines unüberwindbaren Sperrkomplexes und die voll- lungen und damit wiederum ständige Kontrolle des Grenzraums. Grenze als zu Bezugspunkten eines neuen Raum dominiert Zeit ihres Bestehens das Schick- kulturellen Gedächtnisses wersal der in ihr eingeschlossen Menschen und den.“ 28 Strukturen. Sie verwandelt einst belebte und bewirtschaftete Flächen in einen wüsten Streifen.

22

28 Assmann, Aleida: Das Gedächtnis der Orte in: Bordsdorf, Ulrich; Grütter, Heinrich Theodor: Orte der Erinnerung. Denkmal, Gedenkstätte, Museum, Frankfurt a.M. 1999, S. 309

Wüstungen als Relikt eines perfektionierten Ausbaus der Grenzsicherungsanlage bleiben Zeugnis von Heimatverlust, Vertreibung und Machtmissbrauch. In ihnen lässt sich die physische und psychische Anwesenheit


der Grenze vergangener Tage ablesen, stellte doch die Grenze einen kontinuitätsauflösenden Einschnitt in der Geschichte eben dieser Orte dar. Einerseits negiert der Schleifungsprozess die Identität der grenznahen Orte. Im Sinne der Erinnerungskultur allerdings erhalten die Spuren dieser Ortschaften erst im Teilen eines gemeinsamen Schicksals eine neue Identität. Die Grenze nimmt folglich einen ambiguen Einfluss in der Geschichte geschleifter Orte ein, indem sie erst trennendes und dann verbindendes Element ist. Gleichzeitig lässt sich der ehemalige Grenzverlauf heute beinahe vollständig anhand der Wüstungen nachvollziehen, was bedeutet, dass die Grenze nicht nur eine Verbindung zwischen den Orten darstellt sondern auch, dass erst die Summe der Orte den ehemaligen Grenzverlauf ablesbar macht. Überreste geschleifter Orte erzählen demnach nicht nur die Geschichte von Verdrängung, sondern auch die Geschichte der Grenze selbst. Eine gegenwartsbezogene Einbindung dieser Orte bietet aufgrund der Durchdringung von Ort und Grenze folglich die Chance einer möglichst mannigfaltigen Aufarbeitung vergangener Geschehnisse. So schafft die Geschichte der ehemaligen innerdeutschen Grenze facettenreiche Zugänge, wird aus dem Korsett linearer Erzählung befreit und aus verschiedenen Blickwinkeln begreifbar. Dieser Erkenntnis folgend findet im Kapitel Schichten unter den Aspekten Grenze, Ort und Ruine eine in Fragmenten organisierte Betrachtung geschleifter Orte statt. Mittels facettenreicher Zuordnungsmöglichkeiten der einzelnen Schichten wird die Rolle der Orte in Zusammenhang mit der Grenze, die ortseigene Struktur und die noch zu findenden Spuren der Wüstungen unter verschiedenen Blickwinkeln fassbar. Ziel ist es, diese Methodik zur Verortung von geschleiften Orten im Kapitel geSchichten an drei geschleiften Orten entlang der Grenze exemplarisch anzuwenden. Konkret handelt es sich dabei um Lankow, Jahrsau und Billmuthausen. Die Begründung zur Anzahl und Auswahl ebendieser Orte stellt eine Kombination aus Aspekten der Lage, der regionalen Relevanz, der noch zu findenden Spuren vor Ort und der möglichen Beschaffung von Informationen dar.

23


Master Thesis Teil 1 | Theresa Tacke  
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