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nicolas fischer portfolio


Informationsgrafiken „DIE gESTALT DeR musIkInduStrIe“ Unter dem Titel „Die Gestalt der Musikindustrie“ entstanden vier komplexe Informationsgrafiken die aktuelle Daten und Prognosen der deutschen Musikindustrie entgegen gängiger optischer Informationsgrafik-Trends visualisieren. Die Arbeit besteht aus einem Ausklappbaren Innenteil mit den 4 Grafiken + Beschreibungstexten sowie dazugehörigem Schuber. Das Grundformat von 30x30cm ist zum Thema passend an 12Inch Vinyl LPs angelehnt.


schuber vorder-/rückseite

Informationsgrafiken „DIE gESTALT DeR musIkInduStrIe“

DIE GESTALT DER MUSIKINDUSTRIE


204 277 327 378 421 14

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grafik 1/4 mit beschreibungstext

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Informationsgrafiken „DIE gESTALT DeR musIkInduStrIe“

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GESAMTUMSATZ IN MILLIONEN EURO 2014 2013 2012 2010 2011

GESAMTUMSATZ IN MILLIONEN EURO

DIGITALE MUSIKVERKAEUFE

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DOWNLOAD VIDEO DOWNLOAD SINGLE

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Die Grafik zeigt Absatzzahlen des digitalen- und physischen Musikmarktes aus dem Jahr 2010. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Darstellung des Verhältnisses der verschiedenen Bereiche untereinander, sowie im Verhältnis zur gesamten Absatzmenge. Wie in der Grafik verdeutlicht, wird der Absatz hauptsächlich von einigen wenigen besonders starken Bereichen gestützt. So ist der physische Verkauf von CD-Alben mit fast 50% am gesamten Absatz beteiligt und bildet damit noch vor dem digitalen EinzeltrackVerkauf (ca. 30% Anteil) den Absatzstärksten Sektor der Musikindustrie. Musik-Dvds, MCs oder LPs, sogar die physische Single spielen 2010 keine signifikante Rolle mehr für die Absatzzahlen der Musikindustrie.

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DIGITALE MUSIKVERKAEUFE DOWNLOAD VIDEO DOWNLOAD SINGLE

2012 MOBILE REALTONES DOWNLOAD ALBEN ABOANGEBOTE SONSTIGES

UMSATZANTEILE


U ENDVERBRAUCHE ATZ ZIN MILLIONEN EURORPREISEN S M U

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Informationsgrafiken „DIE gESTALT DeR musIkInduStrIe“

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fotos innenteil

Informationsgrafiken „DIE gESTALT DeR musIkInduStrIe“


font „Koholint“ Die Koholint ist eine von mir entwickelte Schrift deren Formsprache mit ihren abgerundeten Ecken und minimalem Strichstärkenkontrast eine Hommage an den Nintendo Gameboy darstellt. Sie eignet sich trotz ihrer konstruierten Anmutung auch in kleineren Schriftgrößen im Fließtext und besitzt dennoch genug Eigenständigkeit um auch in größeren Schriftgraden zu wirken.


koholint regular

font „Koholint“

Koholint Regular


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reg u la r 55pt.

zeichensatz

font „Koholint“

ABCDEFGHIJKLMN O PQ RSTUVWXYZ 12 34567890 !?&%/()@ß


hamburgefonts hamburgefonts schriftausgleich

font „Koholint“

contains most of the various shapes and strokes found in a typeface


"What a relief! anmutung in verschiedenen schriftgrösssen

font „Koholint“

I thought you'd never wake up! You were tossing and turning...

What? Zelda? No, my name's Marin! You must still be feeling a little woozy. You are on

Koholint Island!“


Logo-redesign „gameboy“ Die Basis für mein Redesign des Nintendo Gameboy Classic Logos bildet die von der Formsprache des Gameboy inspirierte Koholint. Zusammen mit der Abstraktion der für den klassischen Gameboy unverwechselbaren lilafarbenen A-, und B-Buttons entstand so ein characteristisches und zeitgemäßes Logotype.


gestaltungsanlaesse

Logo-redesign „gameboy“


logo farbe/sw

Logo-redesign „gameboy“


Illustration „The Raven“ „The Raven“ ist das wohl bekannteste Gedicht des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe. Es schildert den mysteriösen, mitternächtlichen Besuch eines Raben bei einem verzweifelten Liebenden. Zur düsteren Atmosphäre des Gedichts passend habe ich eine Serie von 8 collagenhaften SchwarzWeiß-Illustrationen mit Tusche angefertigt. Das Panoramaformat 60x20cm ermöglichte dabei spannende Kompositionen und einen variablen Umgang im Spiel mit dem Kontrast von großen Schwarz-, und Weißflächen.


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Illustration „The Raven“


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Illustration „The Raven“


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Illustration „The Raven“


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Illustration „The Raven“


Programmheft „designfusion 2011“ Die Designfusion der FH Trier ist Werkschau und Event zugleich. So fanden in der Woche vom 11.- 15. Mai 2011 Verni-, sowie Finissage, Mappenberatungen, Fachbereichsführungen, Workshops, Vorträge, eine Kurzfilmnacht, die Diplommodenschau des Fachbereichs Gestaltung und mehrere Parties statt. Das Programmheft zur diesjährigen Designfusion wurde in Anlehnung an das zuvor entwickelte Corporate Design von mir gestaltet.


11.-15. MAI 2011

DESIGNFUSION VERANSTALTUNG DES FACHBEREICHS GESTALTUNG DER FH TRIER ARCHITEKTUR, INNENARCHITEKTUR, EDELSTEIN- UND SCHMUCKDESIGN KOMMUNIKATIONSDESIGN, INTERMEDIALES DESIGN, MODEDESIGN

COVER

Programmheft „designfusion 2011“

M M A R PROG


AUSSTELLUNGEN VORTRÄGE WORKSHOPS

EINLEITUNG ERÖFFNUNG INHALT

trennseiten

Programmheft „designfusion 2011“

Öffnungszeiten der Ausstellungen Mi. 11.5. 10-15 Uhr und 19-22 Uhr Do. 12.5. 13-18 Uhr Fr . 13.5. 13-18 Uhr Sa. 14.5. 11-18 Uhr So. 15.5. 11-18 Uhr

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EVENTS

Bewerbertag Vernissage Kurzfilmnacht Interkulturelles Symposium Diplom-Modenschau Finissage

PARTIES

Vernissage-Party Modenschau-Party


EINLEITUNG

ERÖFFNUNG INHALT

AUSSTELLUNGEN

VORTRÄGE WORKSHOPS

GRUßWORT SCHIRMHERR

FREITAG, 13.MAI Marcel Befort www.mbefort.com Büro für Design und Strategie, Köln Jan Glas www.glasjan.com Studio for product design and design management, Lux. Perspektive change: vom Designer zum Designmanager Irminenfreihof Q128 10.00 Uhr

insbesondere die Aspekte des Storytellings, der Dramaturgie und der Konzeption im Kontext der Potenziale interaktiver Designprozesse erörtert. Dipl. Des. Anne-Marie Herckes www.anne-marieherckes.com Modedesignerin aus Luxemburg Dipl. Des. Silvano Vidale www.designfriends.lu Präsident von Designfriends Luxemburg miniature couture Paulusplatz Aula 13.00 Uhr Anne-Marie Herckes beschäftigt sich im Rahmen ihrer Arbeit als Modedesignerin mit der Miniaturisierung typischer Kleidung der zeitgenössischen Mode. Im Anschluss an ihren Vortrag wird der Designer Silvano Vidale die Community „Designfriends“ aus Luxemburg vorstellen ein non-profit Verein, der Designer, Kreative und Künstler durch kulturelle Veranstaltungen und Konferenzen zusammenbringen möchte.

Prof. Manfred Waffnender www.musikundmedien.net Professor für Mediendramaturgie am Institut Fuer Musik und Medien, Düsseldorf Sinnesbildung - Grenzgänge und Expeditionen sinnlicher Wahrnehmung Paulusplatz Aula 11.00 Uhr Das Institut Fuer Musik Und Medien (IMM) ist Teil der Robert Schumann Musikhochschule Düsseldorf. Seine Aktivitäten in Forschung und Lehre liegen auf den Schnittstellen von Musik, Gestaltung, Technologie und Theorie.

Marc Günnewig, M.A. in Architecture Jan Kampshoff, M.A. in Architecture Modulorbeat www.modulorbeat.de BE AMBITIOUS! Irminenfreihof Q128 14.00 Uhr

Prof. Dr. Linda Breitlauch www.mediadesign.de Professorin für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule Düsseldorf GAMEDESIGN interdisziplinär und intermedial Irminenfreihof Q128 12.00 Uhr

beispielseiten

Programmheft „designfusion 2011“

Was wird heutzutage von Designern erwartet und welche Rolle spielt Design Management? Marcel Befort und Jan Glas zeigen Ihre Sicht auf diese Frage. Sie zeigen Beispiele aus der Praxis und berichten über ihre Erfahrung von Unternehmens- und Agenturseite.

Marc Günnewig und Jan Kampshoff von Modulorbeat aus Münster berichten in Ihrem Vortrag „BE AMBITIOUS!“ über geplante und realisierte Projekte und erklären wie aus einer studentischen Initiative ein professionelles Netzwerk wurde.

Der Vortrag beleuchtet die Anforderungen, die an Spieleentwickler gestellt werden, die sich in einem interdisziplinären Entwicklungs- und Forschungsfeld bewegen. Hierbei werden

Es ist eine große Freude, als Schirmherr, dieses Grußwort für das studentische Projekt „DESIGNFUSION“ zu schreiben, denn die Ausstellungen, Workshops und Vorträge, das Interkulturelle Symposium sowie Kurzfilmnacht und Diplom-Modenschau, versprechen Information, Neugier, Wissen, Kreativität, Ästhetik, Kommunikation, Spannung und vieles andere mehr und das an verschiedenen Orten. Das Lernen voneinander und das Wahrnehmen sowie Überwinden von wissenschaftlichen Grenzen schafft neue Horizonte, Gedanken, Innovationen, Ideen und Projekte. Ich bin sehr gespannt, zu erfahren, welche Ergebnisse die Designfusion, also das Miteinander von Kommunikationsdesign, Modedesign, Architektur, Intermediales Design, Innenarchitektur, Edelstein- und Schmuckdesign, präsentieren wird. „Die meisten leben in den Ruinen ihrer Gewohnheiten“, sagte Jean Cocteau, und die Designfusion 2011 ist ein gelungenes Beispiel dafür, die Gewohnheiten in denen wir uns wohl, sicher und kompetent fühlen, zu überwinden und eine Offenheit sowie Neugier für Neues zu entwickeln. Ich wünsche den Studentinnen und Studenten, den betreuenden Professoren und Professorinnen sowie dem ganzen Organisationsteam, die mit viel Herzblut, Kompetenz und Leidenschaft an diesem Projekt mitgewirkt haben, viel Erfolg, gute Begegnungen und Diskussionen, aber auch viel Freude und Spaß bei der DESIGNFUSION 2011.

Der deutsche Wissenschaftsrat wünscht sich Studentinnen und Studenten, die ihr Studium mit der erforderlichen Verbindlichkeit und Konzentration angehen und sich für ihren Studienerfolg entschlossen einsetzen. Für diese Maxime steht die Designfusion als eine durchgängig selbstorganisierte und programmatisch in die Zukunft gerichtete, studentische Initiative beispielhaft ein. Mein Glückwunsch für das Gelingen dieses wichtigen Projekts verbindet sich mit einem herzlichen Dank an die jungen Kreativen unseres Fachbereichs. Vor allem dafür, dass Sie so engagiert und beispielhaft an einer wertvollen Vision mitarbeiten: die Gestaltungsaufgabe als eine dringend gebotene Kultur der Überschreitung auf der Höhe der Zeit neu zu formulieren. Die Überwindungen von Schranken und Kreativitätsblockaden ist Zukunftsgestaltung, die man sich wünschen muss. Ich bin zuversichtlich, dass die Designfusion 2011 einmal mehr dazu beitragen wird, aus Ihrem kreativen Potenzial kostbare Energien freizusetzen – gerichtet auf die Freude an Entdeckungen und Experimenten wie auch auf kulturelle Innovationen in gesellschaftlicher Verantwortung.

Prof. Franz Kluge Dekan Fachbereich Gestaltung

Klaus Jensen Oberbürgermeister

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EVENTS PARTIES

Bewerbertag Mittwoch, 11. Mai 2011 10.00 bis 17.30 Uhr Paulusplatz Mappe, NC, Eignungstest? Wie geht das? Wir erklären euch die Zulassungsvoraussetzungen. Ihr seht Bewerbermappen, Studienprojekte, die Ateliers und könnt selbst in Schnupperkursen kreativ sein. Studenten und Professoren stehen euch einen ganzen Tag lang Rede und Antwort. Das Anmeldeformular und weitere aktuelle Informationen findet ihr auf www.designfusion.me Teilnahmegebühr pro Person 2 Euro Vernissage Mittwoch, 11. Mai 2011 18.00 Uhr Paulusplatz 2.OG Aula

Finissage Sonntag, 15. Mai 2011 11.00 - 18.00 Uhr Eine letzte Gelegenheit, um die Ausstellungen an Irminenfreihof, Paulusplatz und der alten Post am Kornmarkt zu besichtigen, bevor die DesignFusion für dieses Jahr zu Ende geht. Diplom-Modenschau „LÄUFT“ Samstag, 14. Mai 2011 Zwei Veranstaltungen 18.00 und 22.00 Uhr Europäische Rechtsakademie Eintritt (Kategorie A-C inkl. Aftershow-Party) A 12€  B 11€  C 10€

Der Schirmherr, Herr Oberbürgermeister Klaus Jensen, der Dekan des Fachbereichs Gestaltung, Prof. Franz Kluge, und die studentischen Organisatoren der Veranstaltung eröffnen die diesjährige Designfusion - Kult.

11 Diplomandinnen und Diplomanden der Fachrichtung Modedesign präsentieren unter dem Namen „LÄUFT“ ihre Kollektionen in den Räumen der Europäischen Rechtsakademie. Eine aus Experten bestehende Jury wird anschließend den Modepreis der Stadt Trier im Wert von 3500,Euro unter den Diplomanden verleihen.

Kurzfilmnacht Donnerstag, 12. Mai 2011 Einlass ab 21.00 Uhr alte Post am Kornmarkt Eintritt 4 / 6 Euro

Vernissage-Party Mittwoch, 11. Mai 2011 ab 21.00 Uhr Paulusplatz Zelt Eintritt 3 / 5 Euro

An diesem Abend wird ein äußerst breites Spektrum studentischer Kurzfilme aus aller Welt präsentiert, die der Designfusion zur Verfügung gestellt wurden. Das Publikum darf sich auf einen cineastischen Hochgenuss freuen, der an Qualität und Vielfalt kaum zu überbieten sein dürfte.

Die DesignFusion wird mit euch tanzenderweise eröffnet. Seid dabei!

Interkulturelles Symposium Samstag, 14. Mai 2011 10.00 bis 12.30 und 15.00 - 18.00 Uhr Paulusplatz Aula

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GRUßWORT DEKAN

Aftershow-Party Samstag, 14. Mai 2011 ab 21.00 Uhr Grüne Rakete Domfreihof Eintritt 5 Euro Nach der Diplom-Modenschau „LÄUFT“ in der Europäischen Rechtsakademie geht es in der Grünen Rakete am Domfreihof weiter!

Bei unserem interkulturellen Symposium wird die grenzüberschreitende Kulturarbeit an Hochschulen zum Gegenstand der Diskussion.

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Programmheft „designfusion 2011“


Zeitschrift „dezibel“ Die „dezibel“ ist eine fiktive, monatlich erscheinende Musikzeitschrift deren Zielgruppe Abseits der Chartsmusik zu finden ist. Ein hoher Anteil an Weißraum sowie die Anlehnung des Layouts an die Optik von LautstärkePegeln legten die Rahmenbedingungen der Gestaltung fest und ermöglichten eine hohe Variabilität in der Gestaltung. Neben dem Leitsystem am oberen Seitenrand ermöglicht die farblich individuelle akzentuierung der Kategorien eine schnelle Orientierung innerhalb der Zeitschrift. Die konsequente Verwendung von SchwarzWeiß-Fotos unterstützt die farblich individuellen Kategorien und damit eine gute Orientierung des Lesers.


dezibel 08

Retrospektive 2011

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Interview All That Remains

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inhaltsverzeichnis

Zeitschrift „dezibel“

07 Stories

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Interview Escapado

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Tourtagebuch The Effort

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Bericht Promotionmasche Reunion?

Platten

48 Bühnen

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Subkultur

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Festivalbericht Denovali Swingfest

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Vergessene Wurzeln moderner Musik-Subgenres

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Tourbericht Never Say Die! Tour

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Musik & Artwork Die begehrtesten Coverartists 2011

Review Turbostaat - Das Island Manöver

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Support your local Heros Wie weit geht unsere Solidarität?

Review A Day To Remember What Separates Me From You

Konzertbericht Adolar, Jupiter Jones Köln - Live Music Hall

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Konzertbericht Dead Swans, Endbringer, Mother Of Mercy Bochum - Matrix

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Konzertbericht Supermutant, Captain Planet, Willy Fog Köln - Aetherblissement

Platte des Monats Bring Me The Horizon There Is A Hell Belive Me I‘ve Seen It, There Is A Heaven Let‘s Ke

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Review Maybeshewill I Was Here For A Moment, Then I Was Gone

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Andsoiwatchyoufromafar Gangs

dezibel 03


07 Stories

25 Platten

48 Bühnen

70 Subkultur

Denovali Swingfest Auch dieses Jahr entpuppt sich das Denovali Swingfest als eines der spannendsten Feste seiner Art

Textseite

Zeitschrift „dezibel“

E

chen abgegriffen und ab in den Raum. Im Vorfeld hörte man vieles über das JZE Papestraße – nur nicht viel Gutes. Besonders im Bereich des Sounds hatten schon viele Bekannte schlechte Erfahrungen gemacht. Die erste Band des Tages – The Samual Jackson Five ist schon zugange, der Raum schon angenehm gefüllt. Von schlechtem Sound ist nichts zu spüren. Die recht jazzige Abart von Postrock schallt durchaus klar durch die Boxen, der Mischer macht seinen Job gut. Die Band selber überzeugt durch nette Songstrukturen, lang gezogene Melodien, wie man das eben kennt aus dieser Musikrichtung. Nichts besonderes eigentlich. Aber doch wirklich sehr nett. Meine Begleitung muss sich hinsetzen, ihr Kreislauf macht schlapp. Verdammter Alkohol. Konterbier. Es schmeckt gut. Viel zu gut. Besonders für den Preis. Das sollten wir an dem Tag und besonders am nächsten Tag noch schmerzlich erfahren. The Eye Of Time is up next. Der erste Act auf den ich mich freue. Ambiente Klänge, Cello, Klavier. Ruhe, dann fiese Gitarrenwände, vereinzeltes Geschrei vom Aussitot Mort Sänger. Das machen sie wirklich gut, wissen mich und einige andere Gäste zu bewegen und zu be-

s ist Freitag, ich fühle mich krank. Krank ist kein Ausdruck. Hundeelend trifft es eher. Leute reden mir ins Gewissen. Sie sagen: „Alex, bleib daheim, das bringt nichts. Du wirst es eh nicht genießen können.“ Ich bin still, gebe keine Widerworte, denke mir nur leise, ohne es auszusprechen: „Wenn Ihr wüsstet, was ich genießen kann und was nicht“. Jetzt ist es 21 Uhr, ich gehe schlafen. Morgen ist ein wichtiger Tag. 13 Stunden später wache ich auf und fühle mich beschissener als am Tag zuvor. Vielleicht haben die Leute doch Recht. Eigentlich wollte ich schon längst auf dem Weg nach Essen sein, zu meinem ganz persönlichen Highlight des Jahres, welches gerade in diesen Sekunden droht, für mich ins Wasser zu fallen. „Alex, bleib daheim, das bringt nichts. Du wirst es eh nicht genießen können.“ - da ist sie wieder, nein, da sind sie wieder, diese ermahnenden Stimmen in meinem Kopf. Ich ignoriere sie, gehe duschen, ziehe mich an, packe die Kamera ein und gehe vor die Tür. Die Sonne und der Kaffee in der Hand erwecken neue Lebensgeis- „Lichtgeflacker, Abdunklung. Rot. Grün. Kalt. Warm. ter. Ich weiß, dass ich gerade das Gänsehaut. Das erste Mal richtige tue. Ab an diesem Tag.“ nach Essen, ab ins JZE Papestraße, ab zum Denovali Swingfest. Samstag: Nach langem Hin und Her stehe ich vor der Location, drei Freunde im Schlepptau, die noch beschissener aussehen als ich. Sie danken es dem Alkohol, nicht den Viren und Bakterien. Dementsprechend riechen sie auch. Aber es sind Freunde, ich akzeptiere alles. Riechen kann ich eh nicht gut. Als ich das denke, merke ich erst, dass ich zum ersten Mal seit Monaten nicht humpeln muss. Ich mache alles richtig, ich tue das Richtige. Also schnell rein, das hübsche goldene Zwei-Tages-Bänd-

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geistern. Symphonien im elektronischen Gewand. Kratzige Beats, Rage Against The Machine Samples, dann wieder Cello, Ambient und Gitarren. Ich bin überzeugt. War ich vorher auch schon. Jetzt noch mehr. Gesprochen wird auf der Bühne nicht viel. Interaktion zum Publikum ist an diesem Wochenende im Allgemeinen Mangelware. Macht nichts. Die Musik spricht für sich. Lichtgeflacker, Abdunklung. Rot. Grün. Kalt. Warm. Gänsehaut. Das erste Mal an diesem Tag. Mein Bein schmerzt immer noch nicht. Der Husten bahnt sich seinen Weg nicht durch die Gitarrenwände Er ist nicht zu hören. Ich tue das Richtige. Bier, Bier, Bier. Wir wollen mehr Bier. Wir kaufen es. Können es uns leisten. Der Preis verlangt und erlaubt das. Die Leute an der Bar sind mindestens genau so nett wie die Türsteher und die Leute am grandiosen veganen Catering. Sehr angenehm. Schnell die Nikotinsucht befriedigen. Draußen natürlich. Drinnen ist Rauchverbot. Gott sei Dank. Den Auswurf des Hustens schnell in den Busch gespuckt und wieder rein gehuscht in die kuschelige Atmosphäre des Konzertsaales. Andere befinden sich im Ambient-Kino, welches alte Filme zeigt und dabei dissonante Störgeräusche laufen lässt. Switchblade. Das erste Gewitter des Tages. Ein Drummer. Ein Gitarrist. Eine Leinwand. Visuals. Schweden. Tod. Melodie? Nein. Tod! Soundwände türmen sich. Songs bauen sich auf. Soundwände fallen in sich zusammen. Ruhe. Krach. Dann die Apokalypse. Geschrei aus dem Kasten. Nicht von der Bühne. Hier steht der Drummer im Mittelpunkt. Hypnotisch ballert er in Zeitlupe auf seine Schießbude ein. Schlägt immer wieder ins Nichts. Um den langsamen Takt zu halten. Interessant zu beobachten, wenn man denn kann vor lauter auf den Boden starren und autistischer Körper- und Kopfbewegungen. Switchblade sind hart, aber unterbewusst. Gar nicht mal plakativ. Härte entsteht im Kopf. Oder am Ende der Songs. Ich kann nicht mehr. Das macht mich fertig. Ich kann mich

man hinsieht. Dankende Blicke des Sextetts und schon wieder Schluss. Ruhe. Alles trifft sich draußen. Die Atmosphäre ist freundschaftlich. Alle sind zufrie„Ein Drummer. Ein Gitarrist. den. Bislang. Da steht der Eine Leinwand. Visuals. Landschaftsgärtner, zieht an Schweden. Tod. seiner Tüte, der Penner samMelodie? Nein. Tod!“ melt leere Bierflaschen. Ich sitze auf dem Boden. Mein erster Fehler an diesem Tag. Ich mache doch nicht alles richtig. Denn hochkommen fällt mir schwer. Der erste Schmerz im Knie. BIER! Yndi Halda stehen auf der Bühne. Märchenhafte Musik. Spannende Arrangements. Nur die Stimme gefällt mir nicht. Bitte nicht singen. BITTE. Doch, er tut es es. Fuck. Das macht alles kaputt. So jungenhaft. So unausgegoren. Unperfekt. Eigentlich genau richtig. Und doch irgendwie nicht. Musikalisch mehr als stark. Über jeden Zweifel erhaben. Finden auch die Zuschauer. Sie feiern die Band frenetisch. Für mich sind sie leider ein mehr schlechter als rechter Ersatz für The Pirat Ship Quintett. Man kann´s nicht ändern. Nur aknicht lösen. Gehe auf und ab. Stehe auf dem zeptieren und trotzdem gut finden. Klappt. Fleck. Starre wie gebannt auf meine Schuhe. Ohne Probleme. Ich sitze auf einem Stuhl. Sie sind kaputt. Genau wie ich. Ein letztes Auf- Mache die Augen zu. Bekomme von meiner bäumen der musikalischen Kräfte. Die Masse Umwelt nichts mehr mit und fange an zu bewegt ein letztes Mal ihre Oberkörper und träumen. Märchenhafte Bilder. Genauso märKöpfe. Küsst dabei fast den Boden. Dann wie- chenhaft wie die Musik. Postrock in Reinform. der die Decke. Faszinierend was hier passiert. Sehr schön. Fordernd. Aber nicht zu sehr. AnDann Schluss. Ende. Aus. Und Applaus. Ge- genehmes Kopfkino. Angenehmer als nebensprochen wird trotzdem nicht. Ein freundli- an. Und dann wieder dieses Verlangen nach ches Nicken in Richtung der Gäste und schon Bier. Es wird gestillt. Draußen. An der frischen sie die beiden Herren wieder weg. Raus und Luft. Da wo das Leben tobt. Her Name Is Calla machen sich auf der BühVerarbeiten. Zigarette. Noch eine. Bier. Mehr Bier. Kino. Fünf Minuten entspannen. Zittern ne fertig. Später machen sie das mit den Zuin den Beinen. Hummeln im Arsch. Also wie- schauern. Wer die aktuelle oder aber auch die der auf in den Konzertsaal. Jetzt ist Jazz ange- alte Platte kennt, weiß Bescheid, warum das sagt. Das Contemporary Noise Sextett schickt so ist. Sie bauen sich auf. Machen sich bereit. Der sich an, die wankelmütigen, depressiven Gemüter der Zuschauer wieder in Wallung zu Raum füllt sich. Wir stehen am Stehtisch. Wolbringen. Gut gelaunte Herren auf der Bühne, len einfach nur genießen. Schaffen wir auch. swingende Menschen davor. Der Plan geht Her Name Is Calla geben alles. Tom Morris auf. Die Mischung ist perfekt. Die Musik an- spielt und singt sich in Trance. Sie lesen ihren spruchsvoll. Aber nicht zu fordernd. Es macht Zuschauern die Wünsche von den Lippen ab. Spaß. Spaß vor der Bühne und auch auf ihr. Müssen sie aber gar nicht. Das Set ist perfekt Das sieht man. Die Songs haben Drive, zeigen ausbalanciert. Genug „The Heritage“. Genug das Potential der Band. Diese protzt nicht. „The Quiet Lamb“. „Pour More Oil“ und „ConSondern glänzt mit Understatement. So wie dor And River“ sind die Highlights. Es wird eigentlich jede Band an diesem Wochenende. leise. Der Raum schweigt. Tom spielt Klavier. Es geht schnell vorbei. Wie im Flug. Die Kurz- Setzt an. Töte mich. Er tötet mich. Nur mit seiweiligkeit der Musik erlaubt das. Applaus wo nen Worten. Sie stechen in mein Herz. Mein Ohr töten die Dänen am anderen Tisch. Sie Fotos © Igor Essling reden. Laut. Lauter als diet Musik. Ich möchte sie töten. Ich bewerfe sie mit Serviettenkugeln. Sie halten die Schnauze. Ich lasse mich weiter töten. Jeder lässt sich gehen. Sie beenden ihr Set mit einem lauten Knall. Die Instrumente drohen zu Bruch zu gehen. Als es leise wird, dauert es ein wenig bis der Applaus folgt. Die Leute wachen aus ihren Träumen auf. Sie klatschen in die Hände. Halten dezibel 59


07 Stories

25 Platten

48 Bühnen

70 Subkultur

N

ever really kept a tour journal before, but it seems like touring might be winding down and life is ever changing. I guess that means this tour is a good time to start. Christmas and holidays get harder every year they aren‘t spent with loved ones. This type of life is really starting to take it‘s toll with the relationship between my fiancé and I. Every time she says good-bye to me at an airport or in front of a van, it visibly seems easier, but we both know it‘s just getting harder and harder. I want more than anything for her to have the same opportunity to see the world like I do, and I hope in the future we can together . I called my family today, and talked to those who were home. All it did was remind me that everyone gets older, and everyone dies. The older you get, the more you question how you spend your time. I love my family and siblings, but the older I get, the more I drift away from them, and the more I feel like we don‘t even know each other anymore. I spoke with my younger sister, and she didn‘t even know I was flying to Europe today. It‘s just as much my fault as it is her‘s. Everyone gets too busy for each other, it‘s sad.

„We tried to play Risk after the show, but the dice were missing. Needless to say, this day was not my day.“ It‘s freezing out, and I‘ve packed an unbelievable amount of layers. From what I‘ve heard, Europe has been blanketed in snow the past week, and they are only expecting more. So with that in mind, I packed for a frigid 3 weeks. I‘ve gotten real good at learning how much I can sneak on an airplane with me, only having to check in one bag and avoiding insane baggage fees. I slightly pride myself in how good I‘ve gotten at getting way too much stuff through airport security, especially due to ever increasing airport restrictions. I‘m on my first flight right now where I‘ll be connecting with the rest of the band and Marwan (a friend who is selling merchandise for us on this tour) in Philadelphia. From there we will be flying into Munich to start our grand venture. I‘m actually quite nervous about this tour. We haven‘t played in Europe for a year and a half now and we will be touring on a new record that I feel people haven‘t received

27-12-2010 2:21 Germany

So the past couple of days have just been go, go, go. We got picked up in Munich by At Daggers Drawn in the van used by Man Overboard and that thing smelled awful. So many McDonalds wrappers. We got to venue eventually and luckily early so we could practice. I had not toured with the band since August, so I was anxious and nervous about how it would sound. We also had hours upon hours of merch sorting to do and sadly we need to still do more tonight! The show in Munich last night was amazing, a lot of people came out and people seemed to have a great time. We ate this great stew type meal and after the show slept like kings. Then we were given a delicious pancake breakfast in the morning. It was a great way to start off the tour.

„I‘m actually quite nervous about this tour. We haven‘t played in Europe for a year and a half now and we will be touring on a new record that I feel people haven‘t received nearly as well as our first full length.“ Foto © Igor Essling

12-25-2010 4:38pm USA

Text-bildseite

Zeitschrift „dezibel“

The Effort Tourtagebuch

nearly as well as our first full length. I‘m scared it will be our last tour and that no one will care. I‘m afraid we will lose a lot of money, but I‘m optimistic that we will have a good time, and we will finally tour Europe as a full band. I guess time will tell.

„I‘ll keep getting in the van, worrying about money for the rest of my life“ 14 dezibel

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07 Stories

25 Platten

48 Bühnen

70 Subkultur

„Lichtgef lacker. Rot. Grün. Kalt. Warm. Gänsehaut. Das erste Mal an diesem Tag.“

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Zeitschrift „dezibel“

Foto © Igor Essling

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Website/Flyer „Typotreats“ „Typotreats“ ist ein fiktives Projekt zur Promotion und Unterstützung von FreeFonts und deren Schöpfern sowie zur Förderung des kreativen Austausches innerhalb einer typophilen Community. Unter der Dachmarke verbirgt sich ein Internetportal mit einer individualisierbaren Fontbibliothek qualitativ hochwertiger(!) FreeFonts, Typo-Blog, sowie Portfolio-Plattform für die Macher der Fonts. Neben der Website wurden zur Promotion von Typotreats mehrere doppelseitig-bedruckte Flyer von mir gestaltet, die sowohl die Plattform an sich, als auch eine Auswahl neuer Schriften und deren Macher bewerben.


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Website/Flyer „Typotreats“


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Website/Flyer „Typotreats“


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Website/Flyer „Typotreats“


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TYPOTREATS

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OH, LOOK! IT‘S FREE!

OH, LOOK! IT‘S FREE!

OH, LOOK! IT‘S FREE!

PRESENTS

PRESENTS

PRESENTS

Olivia

ACID REGULAR

CRIMSON ROMAN Aa Bb Cc Dd Ee Ff Gg Oo Pp Qq Rr Ss Tt Uu

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Portfolio 2011 Nicolas FIscher  

My current portfolio with samples of a few designs I did so far.

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