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Rengener Dorfzeitung Ausgabe Januar/Februar 2013 Unabhängig - unterfinanziert - in Farbe Liebe Rengener, ich wünsche Euch im Namen des Ortsbeirats alles Gute für das Jahr 2013, Gesundheit, Zeit und Muße für die eigenen Bedürfnisse und Zeit und Muße für die Bedürfnisse derer, die euch am nächsten stehen. Bedanken möchte ich mich bei allen, die sich im vergangenen Jahr in den unterschiedlichsten Funktionen ehrenamtlich engagiert haben, in den Vereinen, der Feuerwehr, im Ortsbeirat oder als Gemeindearbeiter/-in.

www.rengen.de Termine, Termine, Termine

Feuerwehr Rengen Termin Jahreshauptversammlung Freitag 25.01.2013 20.00 Uhr Bürgersaal Rengen Dorfverein Rengen Termin Jahreshauptversammlung Freitag 01.02.2013 20.00 Uhr Bürgersaal Rengen Und dann wäre da noch das Februar-Highlight……

Besonderer Dank gilt Ferdinand Daun, der 15 Jahre als Gemeindearbeiter tätig war und den Ort in Schuss gehalten hat. Vieles im Ort wird einfach durch Mitbürger erledigt, die sich verantwortlich fühlen, für das Kriegerdenkmal, für die Kriegsgräber, die Gestaltung des Seniorennachmittags und vieles andere mehr, ich bedanke mich bei allen, die den Ort durch ihr Engagement lebenswert erhalten. Ein neues Jahr liegt manchmal wie ein großer Berg vor uns, aber „ET hät noch immer jod jegangen“, in diesem Sinne freuen wir uns, wenn die Kraniche wiederkommen. Winfried Schneider

Rengener Jugend bei der Scheckübergabe an Horst Kremer. (seihn doch jot Kerle)

Adventsfeier und anschließendes Konzert der Gruppe „Music and More“ haben jetzt schon Tradition, in diesem Jahr fand das Konzert erstmalig in der Kirche in Rengen statt, wo die Akteure um Horst Kremer und Solistin Anna Marthen die Zuschauer erfreuten. Im Rahmen des Konzertes überreichte die Rengener Jugend einen Scheck über 300,00 € aus dem Erlös des diesjährigen Rockfestivals an den von Horst Kremer geleiteten Verein „Christen helfen Bürgern“. Durch die großzügige Spendenbereitschaft der Konzertbesucher konnte dieser Betrag auf 513,00 € erhöht werden. Horst Kremer bedankte sich bei allen Beteiligten für die großzügige Spende, die Menschen in der Region zugute kommt. Das Heavy-Metal-Festival findet dieses Jahr wieder im August statt.

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Rengener Dorfzeitung Möhnen Rengen

Kappensitzung der Rengener Möhnen

!!!

Impressionen Weihnachtsfenster 2012

am 08.02.2013, 20.11 Uhr im großen Ballsaal von Rengen

Jahresausblick 2013

Januar Das Jahr beginnt, der Glascontainer im Industriegebiet läuft über (Glühweinflaschen). Hab Krach mit meiner Frau, sie meint ich könnte mich mehr im Haushalt einbringen. Ingrid sagt, das wächst sich aus. Die Kraniche kommen zurück, es wird täglich wärmer. Die Griechen geben zu, dass sie Rente an ihre Esel bezahlt haben, daraufhin beschließt die EU einen neuen Milliardenkredit, der DAX steigt auf 8200 Punkte. Februar Kappensitzung in Rengen, klasse Veranstaltung selbst für Karnevalsmuffel. Der Theaterverein ist fleißig am proben und beginnt im März mit seinen Vorstellungen, an den Rändern der Bühne sind Netze und Matrazen ausgelegt. Hausarbeit macht keinen Spass, Berlusconi hat eine neue Freundin, Lothar Matthäus eine Audienz beim Papst. Der Frühling steht in den Startlöchern.

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Rengener Dorfzeitung Jahresausblick 2013 März Fastenzeit, die Rengener Jugend trinkt keinen Alkohol mehr, im Jugendraum hängt ein neuer Flachbildschirm, der Raum ist weiss gestrichen, moderne Sofas und Kissen mit Blumenmuster verzieren den Raum, der Müll wird getrennt, im Hintergrund läuft klassische Musik. Der Ortvorsteher leidet unter Alpträumen, Ingrid sagt, das wächst sich aus. Die Tulpen blühen, die Beete am Ortseingang werden neu bepflanzt, der DAX steigt auf 9600 Punkte, die Griechen sind beleidigt. April Lauschiges Fest am Rengener Drees, lange weise Tafel, Klaviermusik im Hintergrund, 20 Grad, oben sieht man einen leeren, roten Zug vorbeifahren, wir winken trotzdem. Die Backestreffen haben begonnen, das Problem mit den Toiletten ist gelöst, der angegliederte Wellnessbereich mit Sitzlandschaft erfreut sich großer Beliebtheit. Mai Berndorf gibt die Urkunde „Schönster Maibaum“ freiwillig an die Rengener zurück. Schalke 04 ist Deutscher Meister mit 7 Punkten Vorsprung. Meine Frau spricht kein Wort mehr mir mir, muss Ingrid fragen, was das zu bedeuten hat. Der DAX steht bei 10800 Punkten, Berlusconi hat sich getrennt. Die Dauner Feuerwehr hat sich beschwert, weil wir den Grüngutplatz nicht anstecken. Die Sache mit der Fastenzeit hat sich wieder erledigt. Juni Ende des Monats Backfest, Paul freut sich, der Schornstein qualmt schon seit Tagen, im Stall riecht es den ganzen Monat nach frischem Brot. Das Wetter spielt wie immer mit, aber die Geranien blühen schlecht. Hab Helmut Johannes beim heimlichen Rauchen im Bürgersaal erwischt, versuche, es zu vertuschen. Juli Aldi hat Speculatius und Marzipan-Kugeln im Angebot, alles hängt voller Plakate zur bevorstehenden Bundestagswahl, die Politiker entdecken das Volk, Steinbrück empfiehlt, die Aufwandsentschädigung für Ortsvorsteher auf 3000,00 € anzuheben, werde Steinbrück wählen. Saisoneröffnung auf dem Detzenberg, ein Spieler verletzt sich beim Boule. Der DAX geht durch die Decke. Hab die Küche gestrichen, meine Frau spricht wieder mit mir und schenkt mir zum Geburtstag ein Kochbuch, muss Ingrid fragen, was das zu bedeuten hat. August Rockfestival, die Toten Hosen haben kurzfristig abgesagt, 2000 Heavy-Metal-Fans feiern ein rauschendes Fest, die Frittenbude wird in „Jägermeister-City“ umbenannt. Einige Rengener Rentner haben sich heimlich EGitarren gekauft und fragen, ob sie im Jugendraum proben können. Helmut ist dafür, hat wahrscheinlich noch ein schlechtes Gewissen. Gehe zu Fuß über die Alpen, danach künstliches Knie. September Kartoffelernte, dieses Jahr hat es noch mal geklappt. Rainer (et kint alles su eenfach sein) bietet Kochkurse unter freiem Himmel am Drees an. Bundestagswahl, die Eifelzeitung spricht sich für die FDP aus, Merkel 116%, FDP 2%, Griechenland eine Drahme kostet zwei Mark. Seniorenausflug mit Weinprobe in Meckel. Oktober Heiligenhäuschen am Ortseingang neu gestrichen und restauriert. Die EU verschärft die Anti-Raucher-Gesetze, der Anblick einer Zigarette kostet jetzt 5 €. Der Dax fällt unter 5000 Punkte, aber das Wichtigere, das Wetter ist gut. Neubaugebiet im Kornblumenweg entwickelt sich gut, die Hundebesitzer beschweren sich, kaum noch ein Durchkommen. Moody´s stuft den Mond auf Kometenstatus herab. November Bürgerversammlung im Saal, gut besucht, die Sache mit dem demographischen Wandel ist halb so schlimm, wir werden zwar alle älter, dafür leben wir aber auch länger. Kirmes läuft immer besser, großes Presseaufgebot bei der Beerdigung des Kirmesknochen, Norbert Hennen wird letzter beim Siebenschrämturnier. Zum Aufbau des Martinsfeuer kommen 30 Kinder, das Feuer brennt mehrere Tage. Dezember Endlich, es gibt wieder Glühwein und Kinderpunsch, die Gemeinde bietet Anti-Alkoholiker-Seminare an, Jürgen Neisus gibt Trompeten-Kurse für Anfänger, es schneit den ganzen Monat. Weihnachtskonzert in der Kirche, die Jugend singt Stille Nacht, am 21. geht die Welt wieder unter und ab dem 22. freuen wir uns auf ein neues Jahr und nehmen es mit Gelassenheit, Gelasssssssss……….., übrigens Zuhause „Friede, Freude, Eierkuchen“. Ingrid sagt, dass wächst sich aus.

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Rengener Dorfzeitung Rengen – Feuersbrunst, von Alois Mayer

Der 7. Juni 1835 – ein Tag des Grauens Es war an einem Sonntag und zwar am 7. Juni 1835. Es war der Pfingstsonntag. Es war ein wunderschöner Tag. Sonnig und heiß. Das Gras stand saftig und bereits recht hoch. Es würde nicht mehr lange dauern, dann würden die Rengener Landwirte, Ackerer nannte man sie damals, mit der Grasmahd beginnen. Sie würde sicherlich reichlich Heu erbringen, ein gutes Zeichen, dass man damit über einen längeren Winter kommen könnte. 87 Einwohner lebten in Rengen, in 32 Wohnhäusern. Bis zu diesem Junitag waren schon sieben Kinder geboren, darunter aber auch zwei Totgeburten. Und von den fünf lebenden Kindern würden noch bis Ende des Jahres zwei Säuglinge sterben. Ansonsten hatte man Glück mit Todesfällen. Es hatte bis Anfang Juni nur zwei Tote gegeben, den 71jährigen Nikolaus Carpantier und den genau einen Jahr alten Matthias Schneider. Aber es sollten noch sieben Rengener bis zum Ende des Jahres 1835 ihren Weg in die Ewigkeit antreten. Trauernd würden die Angehörigen, und aus jedem Rengener Haus mindestens ein Bewohner, die Leiche über das Messepädchen bis nach Daun begleiten, denn dort auf dem Friedhof rund um die Nikolauskirche wurden die Dauner, die Gemündener, die Boverather und die Rengener beerdigt.

Sommer, Sonne, Essensduft Bei strahlendem Sonnenschein waren die Rengener froh und guter Dinge nach Daun zum Hochamt gegangen. Das Dorf war im Feiertagsfrieden zurückgeblieben. Ein leichter Ostwind spielte in den Kronen von einigen Pfingstbäumen, die auf die Giebel und Strohdächer der Häuser aufgerichtet waren. Keine Menschenseele war auf der Straße. Einige alte Leute, die wegen ihres Alters den Weg zur Kirche nicht mehr machen konnten, saßen noch in den Stuben, beteten den Rosenkranz und achteten auf die kleinen Kinder. Aber aus einigen Häusern duftete es schon ganz lecker, denn etliche Frauen, die bereits sehr zeitig in Daun in der Frühmesse gewesen waren, bereiteten das Mittagessen vor. Zur Feier des Pfingstfestes sollte es heute eine kräftige Suppe aus gepökeltem Fleisch geben, dazu Kartoffeln, von denen man genug hatte, und Sauerkraut. Das war da unten im kühlen Keller in den großen rotbraunen Tonbottichen recht gut geraten. Und Leuschens, Brandens und Schneiders hatten es sich nehmen lassen, für das hochheilige Fest sogar ein Huhn zu köpfen. Nicht gerade viel für die vielköpfigen Familien, aber allemal besser als jeden Tag nur Mus und Hafersuppe.

Rengen genießt den Frieden Die Frauen konnten sich Zeit lassen, denn es würde halt noch längere Zeit dauern, bis die Männer von Daun zurückkehrten. Denn nach dem Hochamt würden etliche noch auf einen kurzen Schoppen in die „Gaststätte zur Post“ gehen, die dem Wirt Hölzer gehörte, und aus der später das Hotel Hommes werden würde. Nicht nur, dass der Schnaps oder der Schoppen Wein den Männern gut tun würde, sie würden dort in der verrauchten Poststube auch etliche Neuigkeiten erfahren, wie zum Beispiel, dass vor kurzem in Österreich Ferdinand I. zum neuen deutschen Kaiser ausgerufen worden war. Aber das interessierte die Dauner und Rengener Bürgerinnen und Bürger weniger. Sie waren ja preußische Rheinländer! Denn zu Preußen gehörte die Eifel nunmehr schon seit 20 Jahren. Und der preußische König Friedrich Wilhelm III. regierte. Mit ihm war man im Allgemeinen recht zufrieden. Denn er mit seiner Regierung und auch der Dauner Landrat hatten schon eine Menge für Rengen und die Eifel getan! Nicht nur die nassen und sumpfigen Flächen waren trocken gelegt, sondern auch die Ödflächen aufgeforstet und für stetige Verbesserungen der Landwirtschaft gesorgt. Auch war zum ersten Male ein etwas besser ausgebildeter Lehrer nach Rengen gekommen, der sich mühte den Rengener Kindern Rechnen, Lesen und Schreiben zu vermitteln, besser als das vorher „Kuhpittchen“ überhaupt konnte.

Mechel, holl Heleff! Der alte Häpen und einige junge Burschen waren in der Frühmesse gewesen und hatten dann das Vieh auf die Weide hinter Inglen getrieben. Hier lagen sie nun in der Heide und rauchten ihre irdenen Pfeifen, erzählten sich vom täglichen Geschehen und schauten in den klaren, wolkenlosen Himmel. Kurz nach 10 Uhr, als in Daun gerade das Hochamt begonnen hatte, stieg über dem Mühlenbüsch plötzlich eine dichte Rauchwolke hoch. „Man sollte meinen, die Mühle sei am Brennen, sagte der alte Häpen. „Ach“, scherzten die Burschen, „Anna von der Mühle hat sicherlich zu viel Wachholderhecken ins Feuer getan.“ Trotzdem gingen sie gemessenen Schrittes die Vorwiese hinan um die Waldecke, wo man aufs Dorf schauen konnte. Entsetzen lähmte ihre Schritte, als sie die wahre Ursache der Rauchwolke erkannten. Und dann riss der Schreckensruf des alten Häpen sie aus der Erstarrung: „Dat Dorf brennt! Mechel holl Heleff!“

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Rengener Dorfzeitung Rengen – Feuersbrunst, von Alois Mayer

Gott, steh den Rengener bei! Der junge Mechel drehte sich um und rannte so schnell er konnte nach Daun. Über eine halbe Stunde brauchte er, bis er die Kirchentür aufriss und mitten in den feierlichen Gottesdienst hineinschrie: „Feuer! Feuer! Rengen brennt!“ Jäh verstummten Orgelspiel und Gebet. Durcheinander entstand im Inneren des Gotteshauses, jeder drängte nach außen. Auch der greise und hochangesehene Pastor Georg Karl Querings, der aus Schönbach stammte und nun bereits genau 20 Jahre in Daun seinen Dienst tat, der Ehrendoktor in Trier war und in seinem Testament 1000 Taler als Grundstock zur Errichtung des jetzigen „Maria-Hilf“-Krankenhauses vermacht hatte, eilte ebenfalls mit nach draußen. Nun standen alle auf dem alten Kirchhof rund um die Pfarrkirche, neben der alten Schule, dort wo heute das große Kreuz steht, und alle sahen über dem Hunert große gewaltige Rauchwolken und sprühende Funken in den Himmel steigen. Draußen stehend spendete Pastor Querings allen den Schlusssegen und rief: „Gott steh euch bei! Helft den Rengener so gut ihr könnt!“

Funken, Qualm und Feuerglut In Schäwisch Scheuer hatte das Feuer seinen Ausgang genommen. Auf den ausgetrockneten Strohdächern verursachte jeder Funke sofort einen neuen Brandherd. Die Fachwerkwände, mit Holzgeflecht und Lehm ausgefüllt, boten dem entfesselten Element die rechte Nahrung zu rascher und völliger Zerstörung. Im Nuh schlugen die Flammen von Haus zu Haus über, von dem leichten, aber stetigen Ostwind angetrieben. Die wenigen Leute, die im Dorf zurückgeblieben waren, hatten kaum Zeit, die Häuser zu verlassen; es waren ja nur Greise, Frauen und Kinder. Verstört und hilflos rannten sie auf die Straße, jammerten und schrien um Hilfe. Einigen beherzten Frauen gelang es noch, Vieh aus den Ställen zu treiben, oder das eine oder andere Stück Hausrat vor die Türe zu schleppen. Das Feuer hatte bereits weit über eine Stunde gewütet, als die ersten Männer völlig erschöpft und außer Atem von Daun aus den Kirchberg herauf gerannt kamen. Da waren die Häuser rechts der Straße, von Branden Pütz bis Mathes Ollen bereits zusammengesunken. Und links von der Straße von Peilches bis Flor stand alles in lichterlohen Flammen. Die brennenden Strohdächer begannen bereits einzustürzen. Himmelhoch stieg jedes Mal ein Funkenmeer, wenn das brennende Stroh und die leichten Dachlatten herabfielen, die Häuser wie einen glühenden Wall umgaben und sofort das Fachwerk, die Türen, Treppen und Fensterrahmen anzündeten. Die Häuser von Scholzen bis Häpen lagen rechts der Straße gegen die Windrichtung. Trotzdem hatte ein Wirbelwind Flugasche, brennendes Stroh und Funken hinübergeweht. An vielen Stellen zugleich loderten auch dort plötzlich die Strohdächer auf.

Tränen, Trauer, Tote Mit Wiesbäumen rannten die Männer die Wände ein, um die Gebäude zum Einsturz zu bringen und ein weiteres und hohes Aufflammen zu verhindern. Von der Lieser, Hasbach und Baubach aus wurden Ketten gebildet. Ledereimer mit Löschwasser flogen von Hand zu Hand, doch jede Mühe war vergebens. Die Mittagssonne schien bereits auf rauchende Trümmer, sah, wie gramvolle Männer und unglückliche Frauen obdachlos, mutlos, aller Habe beraubt auf den mit qualmenden Überresten übersäten Höfen standen. Die Familien fanden sich zusammen. Stets kam Freude in allem Leid auf, wenn man feststellte, dass kein Familienangehöriger fehlte.Aber dennoch hatte es Tote gegeben.

Impressionen Weihnachtsfenster 2012

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Rengener Dorfzeitung Rengen – Feuersbrunst, von Alois Mayer Unter der Asche und den Brandresten des Strohdaches ihres Hauses, das neben dem Schäwisch Haus stand, wo das Feuer seinen Anfang genommen hatte, fand man die 70jährige Anna Göden. Sie war die Tochter von Johann Bernhard Diewald hier aus Rengen, der dann aber später nach Darscheid zog und dort die Maria Gertrud Hermes heiratete. Dort wurde Anna auch geboren. Später heiratete sie den Johann Göden aus Darscheid. Aber ihre älteste Tochter, die Anna Margarethe hatte den Rengener Nikolaus Blasius Hunz geheiratet und war in dessen Haus gezogen. Und als nun Anna Göden 1827 Witwe geworden war, zog sie von Darscheid fort nach Rengen zu ihrer Tochter. Anna Göden war fast 75 Jahre alt und eine altersschwache Frau. Sie konnte sich nicht mehr aus ihrem brennenden Haus retten. Verzweifelt suchte die Tochter sie, rief ihren Namen. Und schließlich fand sie sie. Aber sie war nicht mehr zu erkennen. Nur mehr Knochenreste von ihr wurden auf einer verkohlten Truhe entdeckt. Wahrscheinlich hatte sie versucht, diese aus dem Haus zu zerren, als das herabstürzende Dach sie unter der Glut begrub. Auch der 77jährige Peter Schneider, dessen Sohn Thomas Blasius während den napoleonischen Kriegen gefallen war, konnte nur mehr als Leiche geborgen werden. Er war von der Gicht gelähmt und saß nur mehr in seinem Sorgenstuhl in der guten Stube. Niemand war da, der ihn aus dem brennenden Haus getragen hätte. So versuchte er hinaus zu kriechen. Doch herabstürzendes Gebälk verbrannte ihm beide Beine bis zum Leibe.

Von dieser Schneider Familie leben keine Nachfolger mehr in Rengen, obwohl Peter Schneider aus zwei Ehen sieben Kinder hatte. Der Sohn Joachim heiratete nach Dockweiler. Der zweite Sohn Johann heiratete ein Nerdlener Mädchen, bekam aber keine Kinder. Und die Tochter Maria Magdalena heiratete den Witwer Schmitz aus Utzerath, zog dorthin, bekam aber keine Kinder.

Feuerteufel Gitzen? Das schmucke Dorf Rengen – in wenigen Stunden war es vernichtet. 26 Wohnhäuser, Stallungen und Scheunen. Nur fünf Wohnhäuser, der Kroh-Ollen, die alte baufällige Schule und die Kirche waren verschont geblieben. Glück im Unglück: Es verbrannte kein Großvieh, denn das befand sich alle auf den Weiden. Aber an sonstigem Vieh, wie Hühner und Schweine, gab es eine Menge zu beklagen. Die Ursache des Brandes ist nie einwandfrei geklärt worden. Alle wollten wohl wissen, dass der von Weidenbach nach Rengen gezogene Johann Gitzen der Brandstifter gewesen sein soll, aber keiner traute sich, ihn offen dieser Tat zu bezichtigen. Der streitsüchtige Mensch, der mehr als einmal in Jähzorn oder betrunkenem Zustand seine Frau und Kinder verprügelt hatte, bedrohte einen ständig oder ging mit einem vors Gericht. Mehrmals wurde er auch zu Gefängnisstrafen verurteilt. 1852 soll er auch im Gefängnis gestorben sein. Aus dieser Familie gibt es in Rengen keinerlei Nachfolger. Die Feuersbrunst hatte große Not über die Bewohner von Rengen gebracht. Öffentliche Hilfe und Versicherungen gab es noch nicht. Es bedurfte vieler Arbeit und vieler nachbarschaftlichen Hilfen, das Dorf wieder aufzubauen, so wie es ins einem Altbestand heute noch zu erkennen ist, Mobiliar und Ackergeräte anzuschaffen, Futter zu besorgen, um über den kommenden Winter zu kommen.

Impressionen Weihnachtsfenster 2012

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Rengener Dorfzeitung SC Rot-Weiss Rengen

Protokoll Jahreshauptversammlung 2012 vom 28.12.12 Beginn: 18.00 Uhr, Sitzungsablauf nach TOP’s 1-9: Begrüßung: Vorsitzender Bernd Hohlweck eröffnete die Mitgliederversammlung 2012 und begrüßte die anwesenden Mitglieder. Genehmigung der Tagesordnung: Die Tagesordnung wurde von der Versammlung einstimmig angenommen, vorliegende Anträge unter TOP6 behandelt; ergänzende Anträge wurden nicht gestellt. Geschäftsbericht: Geschäftsführer Franz - J. Hubo trug den Geschäftsbericht des Jahres 2012 vor und begann mit einer zusammenfassenden Darstellung des Vereins im sportlichen und außersportlichen Bereich. Danach berichtete er über eine gering gestiegene Mitgliederzahl (z. Zt. 148 Erw. und 99 Jugendliche = 247 Mitglieder) und gab anschließend einen Überblick über die Abteilungen und Mannschaften sowie die durchgeführten Vorstandssitzungen und verschiedenen Veranstaltungen eines wiederum ereignisreichen Sportjahres. Zum Schluss erfolgte der Dank des Vereins an alle Spieler (-innen), Mitwirkenden und Helfer für die gute Zusammenarbeit und Vereinstreue sowie tatkräftige Unterstützung, auch durch Nichtmitglieder. Kassenbericht: Kassenwart Uwe Diedrich gab detaillierte Auskunft über Einnahmen-Ausgaben wie Mitgliederbeiträge, Spenden, Zuschüsse sowie Darlehen, Verbindlichkeiten und den derzeitigen Kassenstand. Hierüber stellte er eine übersichtliche Aufstellung zur Einsichtnahme zur Verfügung. Bericht Kassenprüfer (Ernst Ziegler + Ernst Theisen): Kassenprüfer Ernst Ziegler berichtete von der Kassenprüfung am 27.12.2012, bei der es keine Beanstandungen gegeben hatte. Die Buchführung war übersichtlich, rechnerisch richtig und alle Belege vorhanden. Außerdem bescheinigte er dem Vorstand eine Vereinsführung, die dem Wirtschaftlichkeitsgebot voll entsprochen hat. E. Ziegler beantragte daher, dem Vorstand Entlastung zu erteilen, woraufhin die Versammlung dies einstimmig beschloss (bei Enthaltung der Stimmen des Vorstandes). Mit Hinweis auf neue Vorstandswahlen 2013 kündigte Vorsitzender B. Hohlweck an, dass 3 Vorstandsmitglieder (Kassenwart, 2.Vorsitzender, Geschäftsführer) aus dem Amt ausscheiden wollen und somit besonders die jüngere Generation sich Gedanken über die Nachfolge machen könnte, um dann vom Vorgänger eine Zeit lang in die Funktion eingearbeitet zu werden. Beschlussfassung über vorliegende Anträge: Gründung einer Boule-Abteilung: Nachdem sich im Laufe des Jahres eine größere Boule-Gruppe eingefunden hat, die samstags nachmittags am Sportlerheim trainiert/spielt, schlug Vorsitzender B. Hohlweck vor, eine Boule-Abteilung zu gründen. Dies beschloss die Versammlung einstimmig mit JA. H. Düx: Anfrage nach Sportfest, Helferabend, Sommerfest oder Weihnachtsfeier 2013? Die Mitgliederversammlung kam nach Diskussion zu der Erkenntnis, Sportfeste vorerst nicht mehr nach bisheriger Art u. Weise durchzuführen und in 2013 ganz darauf zu verzichten. Eine alternative Veranstaltung in neuer Form soll f. 2014 mit dem Organisationsteam H. Düx, B. Hohlweck, W. Schneider geplant werden. Im kommenden Jahr soll nun statt Sportfest ein Sommerfest mit diversen Spaßspielen veranstaltet werden, unter Berücksichtigung der Termine Backfest im Juni und Rock am Detzenberg im August. Als Organisatoren meldeten sich H. Düx, E. Ziegler, P. Görtz, von der Herrenmannschaft werden noch Mithelfer erwartet. Abstimmungsergebnis zu diesem Thema: 13xJA, 2xEnthaltung W. Schneider: Regte an, Beiträge des Sportclubs aus den verschiedenen Abteilungen für die Rengener Dorfzeitung „Kuni“ einzureichen. Gemütliches Beisammensein: Vorsitzender Bernd Hohlweck beendete die Mitgliederversammlung mit ausdrücklichem Hinweis auf ein anschließendes gemütliches Beisammensein mit Freigetränken, was von einigen Herren gerne angenommen wurde. Weitere Informationen zum Sportverein unter: www.rc-rengen.de

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Rengener Dorfzeitung Theaterverein Rengen

Das neue Stück der Saison 2013:

Kartentelefon

0 65 92 98 17 33 Mo - FR: 18 bis 20 Uhr Samstag 9 bis 18 Uhr

Gepflegte, lachmuskelstrapazierende Unterhaltung auch in diesem Jahr wieder garantiert! Das Leben in der Seniorenresidenz "Sonnenschein" ist geprägt von Eifersüchteleien, verspäteten Liebeleien, Intrigen, Neid und Sticheleien. Drei ältere Damen und drei ältere Herren verschiedenster Charaktere - das ergibt eine explosive Mischung. Als dann Elfriede zum hundertsten Geburtstag ein Geschenk vom Minister bekommt, rumort es in der Residenz. Das gibt Chaos und selbst der geliebte Calvados kann da nicht mehr helfen. Die Betreuerin Sabine hat alle Hände voll zu tun, die Gemüter zu besänftigen. Und dann "liefern" Klaus und Susanne Mackenbach auch noch Antonie ein...

Termine: jeweils Samstags 02. März. 2013 09 .März. 2013 16. März. 2013 23. März. 2013 20.00 Uhr Bürgersaal Rengen Weitere Informationen unter: www.theaterverein-rengen.de

Sternsingeraktion 2013 – Segen bringen, Segen sein Unter diesem Thema fand die diesjährige Sternsingeraktion am 6. Januar in Rengen statt. Nach der Hl. Messe am vergangenen Sonntag wurden die Sternsinger von Pastor Ludwig Hoffmann ausgesandt, den Segen Gottes in die Häuser zu bringen. Die Sternsingergruppen bilden sich aus der Messdienergemeinschaft Rengen und den Kommunionkindern des jeweiligen Jahres. In diesem Jahr waren es 8 Messdiener und 3 Kommunionkinder. Sie haben den stattlichen Betrag von 824,63 € für die Sternsingeraktion gesammelt. Durch die diesjährige Aktion wird das Land Tansania in Afrika in sozialen Bereichen unterstützt. Vielen Dank an die Spenderinnen und Spender, die dazu beigetragen haben, dass eine so hohe Summe zusammengekommen ist und für die vielen Süßigkeiten, die die Sternsinger zu ihrer großen Freude untereinander aufteilen. An dieser Stelle sei den Sternsingern ein herzliches Dankeschön gesagt, die durch ihren großartigen Einsatz, Jahr für Jahr, zum Gelingen dieser Aktion beitragen. Ebenso danken wir auf diesem Weg auch mal den Messdienern für ihren tollen Dienst in unserer Kirche, den sie sehr zuverlässig und würdevoll zur Freude der Gottesdienstbesucher versehen. Impressionen Weihnachtsfenster 2012 War eine schöne Sache mit den Weihnachtsfenster, ich hoffe, es hat Spaß gemacht. Ich bedanke mich bei allen die mitgemacht haben, als Ausrichter oder Besucher und entschuldige mich für die verursachten Unkosten. Es war für einen wirklich guten Zweck. Besonderer Dank gilt den 3 Musikern Celina, Sophie und Jonas. Der nächste Dezember kommt bestimmt, wir werden sehen, bis dahin Gruß und……

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Rengener Dorfzeitung  

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