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Das Magazin f端r Ihre

Gesundheit

Die Zeitschrift f端r Mitglieder der

Ersatzkasse 2/2009

2/09

Allergie Rechtzeitig und richtig behandeln

KASSENCHECK

Fr端hling

BARMER TV

Das Beste f端r Ihre Gesundheit

Tipps von den Gesundexperten

Neu im Netz. Bitte aufklappen


Erstklassig

www.barmer.de

NEU: TV im netz Das Internet hat die Welt verändert, ist mittlerweile für viele Menschen die wichtigste Quelle zur Information und Unterhaltung. Neuester Trend: bewegte Bilder. „Bewegte Bilder im Internet sind das Thema der Zukunft“, bestätigt der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig. Für die BARMER hat die Zukunft schon begonnen: Mit „BARMER tv bewegt“, dem neuen Magazin der Gesund­experten, aktuell, exklusiv und informativ. Zum Auftakt gibt es einen abwechslungsreichen Mix aus Interviews, News und Tipps. Unser Ziel: noch bessere Informationen für Sie. Schauen Sie doch auch mal rein!

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Erstklassig

BARMER TV bewEgt Menschen Was kann man für einen gesunden Rücken tun? Welche Ursachen haben Rückenschmerzen, wie lässt sich ihnen vorbeugen? Fragen wie diese beantworten die Gesundexperten mit einem Beitrag, der an die bundesweite Rücken-Aktiv-Woche im März anknüpft. Der Vorteil der bewegten Bilder: Praktische Expertentipps können die Zuschauer unmittelbar nachvollziehen. Ausblick zum Vormerken: Im Mai informiert das TV-Magazin zum Thema Asthma und Allergien.

Titelfotos: getty images, Fotolia/Stas Perov, Fotolia/Artmann Witte; Fotos: getty images

Vorteile checken – Gesundheit gewinnen Neuigkeiten zum BARMER-Bonusprogramm, Tipps für einen bewegten Start in den Frühling, der neue Kindertarif von BARMER und HUK COBURG – bei den Nachrichten und Kurzinfos, die in lockerer Folge den Abschluss jedes TVMagazins bilden, geht es immer um Vorteile und Wissenswertes für unsere Versicherten. Und es geht um Ihre Meinung, die Sie gleich im Anschluss an das Magazin abgeben können. Das Team von „BARMER tv bewegt“ freut sich auf Anregungen, Lob oder auch Kritik. Zugleich haben Sie damit die Gewinnchance auf ein per­ sönliches Rücken-Aktiv-Wochenende mit Olympiasiegerin Heike Drechsler.

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Gewinnspiel „Mitglieder werben Mitglieder“

Raus aus dem alltag – und hinein in das gRüne heRz deutschlands Erleben Sie die reizvolle Naturlandschaft im grünen Herzen Deutschlands, dem Thüringer Wald – zu jeder Jahreszeit eines der schönsten Erholungsgebiete. Am Rande des idyllischen Ortes Friedrichroda liegt auf dem 500 m hohen Reinhardsberg das „Berghotel Friedrichroda“, nahe dem Rennsteig (168 km lang), dem weit bekannten Höhenweg des Thüringer Waldes. Hier gibt es individuellen „Urlaub vom Alltag“ für die ganze Familie: Für die Aktiven bietet das Sport- und Freizeitteam des Hotels Nordic Walking, geführte Wanderungen oder ausgedehnte Fahrradtouren an. Entspannende Momente genießen die Gäste im hoteleigenen Hallenschwimmbad, mit Sauna, Massage und Kosmetikbehandlung. Derweil vergnügen sich die Kleinen im KidsClub, mit Kinderschminken, Spiel- und Bastelstunden und vielem mehr. Erholung pur und Unterhaltung, das ist das Anliegen des A–ZWohlfühlhotels. Berghotel Friedrichroda, Zum Panoramablick 1 99894 Luftkurort Friedrichroda Telefon 0 36 23/35 40, Telefax 0 36 23/3 54 44 45 reservierung@berghotel-friedrichroda.de oder www.berghotel-friedrichroda.de

Sie möchten mit Ihrer Familie gerne einen sportlichen Urlaub gewinnen? Dann einfach mitmachen bei unserem „Mitglieder werben Mitglieder“-Gewinnspiel!

Das ist der Hauptgewinn! Ein Familienurlaub im „Berghotel Friedrichroda“ 5 Übernachtungen für 2 Erwachsene und 2 Kinder mit reichhaltigen Frühstücks- und Abendbuffets & Vitalecke Zusätzliches Kinderprogramm während der Ferien Eintritt in das Hallenschwimmbad mit Wassergymnastik Attraktives Angebot, jetzt buchbar: 10 Prozent Rabatt auf die Halbpensionsangebote, ab 35,50 Euro pro Person/Nacht im Doppelzimmer (auf Anfrage, je nach Verfügbarkeit). Buchungsstichwort: BARMER Wenn es zum Hauptgewinn nicht reicht: Eine Wunschprämie ist Ihnen sicher! Sie haben die Wahl! Handgelenk-Blutdruckmessgerät BC 18 von Beurer Vollautomatische Blutdruck- und Pulsmessung – Sicherheit auf einen Blick. Medizinische Pflege für die Haut Das Pflege-Set von Sebamed reinigt, pflegt und stabilisiert den natürlichen Säureschutzmantel Ihrer Haut. Die internetbasierte BARMER-Gesundheitsakte Informationen über die Gesundheitsakte finden Sie unter www.barmer.de/gesundheitsakte Die intelligente Teekanne Innovativ: mit Aromalift. Sorgt immer für die richtige Brühzeit und macht Wartezeiten überflüssig. Der Lesespaß Ein Buch Ihrer Wahl von www.buecher.de im Wert von 20 Euro. COUPON BITTE ABTRENNEN UND AN IHRE BARMER GESCHÄFTSSTELLE SENDEN!

Ich habe ein neues Mitglied geworben und möchte gewinnen:

Ja, ich möchte zur BARMER Ich bin dabei ab dem

Ich bin seit/ab dem

Name, Vorname

Name, Vorname

Ausbildungsberuf

Straße, Hausnummer

Straße, Hausnummer

Arbeitgeber

PLZ/Ort

PLZ/Ort

Anschrift

Mitgliedsnummer

Geburtsdatum, Telefon

Ort/Datum

Ich wünsche mir folgende Prämie:

-

Blutdruckmessgerät

Pflege-Set

Gesundheitsakte

Teekanne

Einsendeschluss 30. Juni 2009

Büchergutschein

Die Angabe Ihrer persönlichen Daten ist aufgrund der §§ 206 Sozialgesetzbuch V und 50 Sozialgesetzbuch XI erforderlich. Die Angabe Ihrer Telefonnummer ist freiwillig.

Auszubildende(r)

berufstätig

Unterschrift

Die Gewinne sind nicht aus Mitgliederbeiträgen finanziert. BARMER-Mitarbeiter/innen dürfen an diesem Gewinnspiel nicht teilnehmen. Senden Sie diesen Coupon bitte an Ihre BARMER-Geschäftsstelle. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Editorial – Inhalt

Aktiv und Gesund

Dr. Johannes Vöcking, Vorstandsvorsitzender der BARMER

Inhalt Aktiv und Gesund

Fotos: Mauritius, Fotolia/beatuerk, getty images

Liebe Leserinnen und Leser, wie geht es Ihnen? Ich hoffe, gut! Wie wichtig Gesundheit als Basis für ein erfülltes Leben ist, spüren wir oft erst bei einer Erkrankung. In dieser sehr persönlichen Situation brauchen Patientinnen und Patienten Rat und Hilfe von Menschen, denen sie vertrauen. Glücklicherweise bietet unser Gesundheitssystem beste Voraussetzungen dazu. Versicherte können den Arzt oder die Ärztin ihres Vertrauens wählen. Und selbstverständlich helfen auch die BARMER-Gesundexperten, organisieren schnell und professionell alles Notwendige. Ein Blick über den großen Teich zeigt, dass Spitzenmedizin für jedermann in anderen Ländern keineswegs selbstverständlich ist. Jeder vierte US-Bürger hat keine Krankenversicherung. Wird dann zum Beispiel eine größere Operation notwendig, muss diese komplett privat bezahlt werden, kämpft der Patient 8 nicht nur um seine Gesundheit, sondern oftmals auch noch um seine wirtschaftliche Existenz. Bei uns muss niemand für ärztliche Hilfe Haus und Hof versetzen, dafür sorgt die Gesetzliche Krankenversicherung. Ein System, auf das wir stolz sein können. Die BARMER als Interessenwahrer ihrer Versicherten setzt sich dafür ein, das bewährte GKV-System ­weiterzuentwickeln und die vorhandenen Mittel klug zu verwenden, damit alle Menschen in unserem Land auch künftig am medizinischen Fortschritt teilhaben können. Mit gebotenem Augenmaß sollte die Ärzteschaft daher auch ihre Honorardiskussion führen. Der Frust der Mediziner darf nicht auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten, die Honorarforderungen nicht auf dem Rücken der Beitragszahler ausgetragen werden. Gesund werden und gesund bleiben – zum Teil liegt der Erfolg dazu bei jedem selbst. Die BARMER-Gesundexperten liefern in diesem Heft wieder jede Menge Tipps und Ideen dazu. Nutzen Sie die schöne Frühlingszeit, werden Sie aktiv mit neuem Schwung. Alles Gute – vor allem Gesundheit – wünscht Ihnen Ihr

Dr. Johannes Vöcking

Frühlingserwachen 8 Mehr bewegen, besser essen, richtig trinken – jede Menge Tipps von den Gesundexperten

Gesundheitstelefon Heißer Draht zu gutem Rat

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Achtung, Allergie-Alarm! 30 Insektengift- und Kreuzallergien, Experten-Interview: Allergien wie und wann behandeln?

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Servicestark

Verwaltungsräte kontra Ärzteprotest 36 Honorarstreit nicht auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten austragen Schönen Urlaub! Gesundheitslexikon für Sie zusammengestellt

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Selbsthilfegruppen

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Gehirnjogging Rätselspaß für Groß und Klein

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Erstklassig

Das Beste für Ihre Gesundheit 18 BARMER-Versicherte testeten ihre Krankenkasse

Gemeinsam mehr Gesundheit gewinnen 20 Ein Dortmunder Arzt über Alltag und Chancen von Disease-Management-Programmen

Effizient und Flexibel Wadenbeißer, Wahlkampf, Wartezimmer 22 Gesundheitspolitik im Vorfeld der Bundestagswahl

Gutachter-Blick hebt Qualität Im Dialog mit dem Medizinischen Dienst

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Servicestark

BARMER-Jubilare spenden für einen guten Zweck Viele Versicherte bleiben ihrer BARMER ein Leben lang treu. Und etliche von ihnen erleben im Laufe der jahrzehntelangen Mitgliedschaft sogar mehrere Jubiläen. In der Vergangenheit hat die BARMER solche Ehrentage auf die unterschiedlichste Weise gewürdigt – etwa mit einem Dankesbrief nebst Urkunde, einem kleinen Präsent oder einem persönlichen Besuch. Aber nicht immer gelingt es, die unterschiedlichen Erwartungen der Jubilare zu erfüllen. Künftig möchte die BARMER deshalb einen neuen Weg beschreiten, der neben der Gleichbehandlung auch noch einem guten Zweck dient: Für jedes Versicherten-Jubiläum legt die BARMER künftig eine Spende zurück und überweist dann den Gesamtbetrag einmal im Jahr an die Deutsche Kinderkrebshilfe. Ein gerechtes wie sinnvolles Verfahren, das mit den Versichertenvertretern, dem BARMER-Verwaltungsrat, abgestimmt wurde und gewiss auf Zustimmung bei allen Beteiligten trifft.

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Ausflugstipps Neu im Programm bei „Deutschland bewegt sich!“: EUROPA-PARK in Rust bei Freiburg, der größte deutsche Freizeitpark, die Bundesgartenschau in Schwerin und die Chance auf einen Auftritt im ZDF-Fernsehgarten

M

it attraktiven Partnern startet die „Deutschland bewegt sich!“(DBS)-Städtetour in die neue Saison. Im Mittelpunkt steht dabei wieder alles rund um ein bewegtes Leben, mit viel Spaß für die ganze Familie.

EUROPA-PARK Vier Millionen Menschen können sich nicht irren. So viele Besucher zählte der größte Freizeitpark Deutschlands im vergangenen Jahr. Acht von zehn Besuchern kamen mehr als einmal, zu 70 Prozent machten sich Familien auf den 85 Hektar des Parks mit seinen 13 europäischen Themenbereichen und über einhundert Attraktionen vergnügte Stunden. Der EUROPA-PARK in Rust bei Freiburg steht für Spaß und Bewegung pur. Und ist genau der richtige Ort für den Auftakt der diesjährigen DBS-Städtetour. Vom 15. bis 17. Mai bevölkern die BARMER und ihre

vielen Partner große Teile des Geländes, auf dem der EUROPA-PARK seit seiner Gründung 1975 zu Hause ist. Zum Beispiel die Aktionsfläche inmitten des Parks. Weitere gemeinsame Aktionen sollen folgen. Die neue Saison beginnt schon am 4. April. Bis zum 1. November ist dann täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. In der Wintersaison vom 28. November bis zum 10. Januar 2010 ist außer am 24. und 25. Dezember von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Mehr Informationen unter www.europapark.de oder per Telefon unter 0 18 05/77 66 88 (14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise eventuell abweichend). Bundesgartenschau Wenige Tage nach dem Auftakt in Rust macht die DBS-Städtetour auf der nächsten attraktiven Station Halt: der Bundesgartenschau in Schwerin. Zu ihren hervorste-

chenden Besonderheiten gehört ein eindrucksvolles Bild von der historischen Entwicklung der Gartenbaukunst seit dem 18. Jahrhundert. Zugleich ist die Schweriner BUGA sehr kompakt. Alle Ausstellungsareale sind rund um das bezaubernde Schweriner Schloss in unmittelbarer Nachbarschaft zur Altstadt angeordnet. Kurze Wege lassen damit selbst Besuchern mit wenig Zeit eine gute Chance, alle sieben Gärten der Schau kennenzulernen. Dieses Kleinod gärtnerischen Könnens ist am 22. und 23. Mai – genau vier Wochen nach dem Start der BUGA – Heimat für die Städtetour von „Deutschland bewegt sich!“. In besonderer Weise können Besucher dabei nicht nur z. B. die scheinbar über dem Wasser schwebende „Schwimmende Wiese“ genießen, sondern sich auch zu sportlicher Betätigung anregen lassen. Alles zur BUGA unter www.buga-2009.de.


Servicestark

Gast im „ZDF-Fernsehgarten“ Tolle Chance für aktive Einwohner der DBS-Tourstädte 2009 (s. S. 9). Kindergärten, Schulklassen, Vereine, private Sportgruppen oder Einzelpersonen, die auf den Tour-Events etwas Besonderes in Sachen Bewegung zu bieten haben, können sich damit um einen Auftritt in der beliebten Familien-

sendung „ZDF-Fernsehgarten“ bewerben (sonntags ab 10. 5.–13. 9.). Über die beste Aktion entscheidet die ZDF-Redaktion. Als ein Beispiel für eine solche Aktion könnte die sportliche Augsburger Puppenkiste gelten (s. rechts). Vorschläge bitte per E-Mail an: gewinnspiel@barmer.de. Stichwort: DBS im ZDF.

Ab in „die Kiste!“

Augsburger Marionetten als Vorturner

Notdienstapotheke gesucht?

Wählen Sie Wer eine Nacht- oder Notdienst­ apotheke sucht, kann sich jetzt mit einer mobilen Notdienstnummer der Apotheken helfen. Unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 22  8  33 können Patienten erfahren, welche Apotheke in ihrer Nähe gerade Dienst hat. Diese Information ist rund um die Uhr auf verschiedenen Wegen abrufbar. Vom Mobiltelefon aus kostet ein Anruf (ohne Vorwahl) 69 Cent pro Minute. Bei einem

22 8 33!

Anruf aus dem deutschen Festnetz erreicht man den Service unter der Rufnummer 01  37/8  88  22  8  33 zum Preis von 50 Cent pro Minute. Auch möglich ist eine Anfrage per SMS mit dem Stichwort „apo“ an die 22 8 33 von jedem Handy aus. Der Preis dafür beträgt 69 Cent pro SMS. Und schließlich kann man auf modernen, internetfähigen Mobiltelefonen unter www.22833.mobi die nächste Notdienstapotheke finden.

Aktiv und Gesund

Mitmachen beim gröSSten JugendfuSSball-Turnier! Der Danone Nations Cup ist das größte internationale Jugendfußball-Turnier der Welt. Das Finale findet 2009 in São Paulo (Brasilien) statt. Dort spielen im Oktober 2009 die besten Jugendmannschaften aus 40 Nationen um den Cup. Zurzeit laufen die regionalen Vorrunden-Turniere der Jugend-Kicker für das große Deutschlandfinale an Pfingsten 2009 in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Doch auch unabhängig davon erhält eine Mannschaft die Chance, durch den Gewinn einer sogenannten Wildcard direkt in das DeutschlandFinale einzusteigen. Der Gewinn der Wildcard beinhaltet auch die Reise nach Frankfurt, inklusive Unterkunft und Verpflegung für die komplette Mannschaft (14 Kinder plus zwei Trainer/Betreuer). Die Turnier-Sieger treten dann für Deutschland beim großen Weltturnier in São Paulo an, das unter der Schirmherrschaft des berühmten französischen Fußballspielers Zinedine Zidane steht. Um die Wildcard bewerben können sich Mannschaften aus Vereinen und Schulen und erstmals auch „Straßenmannschaften“, deren Spieler oder Spielerinnen (!) in den Jahren 1997 und 1998 geboren sind. Mehr Infos und Anmeldung zum Gewinnspiel (Anmeldeschluss 3. Mai 2009) unter: www.danonecup.de

Mit Sport hat man Kater Mikesch, Jim Knopf, Urmel und Co. bisher kaum in Verbindung gebracht. Das wird sich bald ändern. Denn die berühmte „Augsburger Puppenkiste“ macht mobil. Unter dem Motto „Auf geht’s: Bewegt Euch!“ startet im Puppentheatermuseum „Die Kiste“ in Augsburg ab 11. März 2009 eine interaktive Sonderausstellung, die die Besucher nicht nur zum Staunen, sondern auch auf Trab bringen soll. In einer Sonderschau gibt es über 250 nationale und internationale Puppen zum Thema Akrobatik, Sport und Tanz zu bewundern. Und in der „Turnhalle“ der Augsburger Puppenkiste sind Marionetten-Sportler spektakulär in Szene gesetzt.

Aber nicht nur Schauen, auch Mitmachen ist angesagt. Der Museumsrundgang erweist sich beim Erkunden zusätzlich als eine Art „Trimm-dich-Pfad“. Sportliche Filmstationen mit Übungsanleitungen animieren die Besucher zum Mitmachen. Prof. Dr. Helmut Altenberger vom Bereich Sportpädagogik der Uni Augsburg sieht gute Chancen, durch die beliebten Marionetten und den hohen Spaßfaktor, der dramatischen Bewegungsarmut entgegenzuwirken. Unterstützt wird die Ausstellung von zahlreichen renommierten Institutionen und Vereinen sowie dem Bundesgesundheitsministerium und der BARMER. Mehr Info: www.diekiste.net

Gewinnspiel 1 Tag Augsburg für 4 Familien mit einer Übernachtung in einem Augsburger Hotel, Museumsbesuch, Theatervorstellung in der Augsburger Puppenkiste Preisfrage: Wie heißt die berühmteste Figur der Augsburger Puppenkiste? A) Jim Knopf, B) Bernd das Brot oder C) Goleo? Richtige Antwort bitte mailen an: gewinnspiel@barmer.de, Stichwort: Kiste – oder per Postkarte senden an: BARMER-Redaktion, Stichwort: Kiste, 42271 Wuppertal. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2009. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Alle Preise wurden gestiftet und nicht aus Mitgliederbeiträgen finanziert.

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Aktiv und Gesund

Fotos: Fotolia/Maceo, Mauritius

FRĂœHLINGS ERWACHEN

BARMER


„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche Durch des Frühlings holden, belebenden Blick, Im Tale grünet Hoffnungsglück; Der alte Winter, in seiner Schwäche, Zog sich in raue Berge zurück. Von dort her sendet er, fliehend, nur Ohnmächtige Schauer körnigen Eises In Streifen über die grünende Flur ... ... Zufrieden jauchzet Groß und Klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“ Osterspaziergang, (Johann Wolfgang von Goethe, Faust I)

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Endlich Frühling! Raus aus dem Winterschlaf – hinein ins aktive Leben. Die Natur kennt keine Frühjahrsmüdigkeit. Energie und gute Laune tanken Kinder und Erwachsene durch viel Bewegung im Freien und frühlingsleichte Schlemmerkost. Nachfolgend ein paar Tipps von den BARMER-Gesundexperten: Wussten Sie, dass die große Gesundheitsinitiative „Deutschland bewegt sich!“ (DBS, Foto 1 ), von BARMER, BILD am SONNTAG und ZDF vor sechs Jahren ins Leben ge­ rufen, schon 30 Millionen Menschen auf die Beine gebracht hat? Wie anregend, aktivierend und nicht zuletzt gesundheitsfördernd diese Initiative wirkt, das vermittelt DBS jedes Jahr auf der großen Städtetour mit tollen Sportevents und Aktionen rund um

ein bewegtes Leben, präsentiert von Prominenten und starken Partnern aus Politik, Kultur und Wirtschaft. DBS zum Anfassen und Mitmachen startet 2009 am 15. bis 17. Mai im Europa-Park in Rust, macht am 22. und 23. Mai Station auf der Bundesgartenschau in Schwerin, ist am 29. und 30. Mai in Halberstadt, am 12. und 13. Juni in Wesel und am 19. und 20. Juni in Wiesbaden zu Gast.* Vorbeikommen lohnt sich! Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Koordinationsvermögen – viele Helden in Computerspielen können mit diesen Eigenschaften punkten. Die „Helden“ hinter der Spielekonsole oftmals eher nicht. Bewegungsmangel bei Kindern und daraus resultierende motorische Defizite sind seit Jahren Dauerthema. Damit Eltern besser einschätzen können, wie es um die körperliche Fitness ihres Nachwuchses bestellt ist, ließen BARMER und Deutscher Turnerbund

einen Kinderturntest entwickeln, der schon über 300.000 Mal in Vereinen, Schulen und Kindergärten zum Einsatz kam. Den vom „Forschungszentrum für den Schulsport“ (Foss) unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Bös konzipierten Test gibt es jetzt neu, mit 2x2 Schwierigkeitsstufen, angepasst an die Altersgruppen 3 bis 6 und 7 bis 10 Jahre. Premiere feiert der neue Kinderturntest auf dem Internationalen Deutschen Turnfest (Foto 2) vom 30. Mai bis 5. Juni 2009 in Frankfurt. Ein Breitensportereignis der Superlative mit über 10.000 Veranstaltungen. Zentraler Austragungsort für internationale Wettkämpfe, Mitmach-Aktionen, Workshops und neue Trends aus Sport-Praxis und -Wissenschaft ist die Messe Frankfurt. Alles über Show- und SportHighlights der Turnfestwoche und wo es Karten gibt unter www.turnfest.de.

*DBS-Termine für das 2. Halbjahr in der nächsten Ausgabe

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Aktiv und Gesund

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Sich fit halten und dafür jedes Jahr eine tolle Prämie bekommen – mit den Bonusprogrammen der Gesundexperten ist das kein Problem. Und es macht Spaß, wie das Beispiel der sauerländischen Familie Weingarten (Foto 1) zeigt. Als die Weingartens vor Jahren von den Bonusprogrammen der BARMER erfuhren, war für sie klar: Da machen wir mit! Seit 2004 sammeln die vier Sauerländer fleißig Punkte und lassen sich Bewegungsfreude und Spaß an einem aktiven Leben mit Prämien belohnen. An ihre erste Prämie kann sich Regina Weingarten (38) gut erinnern. Sie entschied sich für NordicWalking-Stöcke, die sie seitdem häufig nutzt. „An frischer Luft kann ich abschalten und fühle mich einfach besser“, so die Verwaltungsangestellte. Auch Timo und Paula sind mit dem

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Bewegungsvirus infiziert worden. Sie machen bei „Leo & Bixi“ mit, dem Bonusprogramm für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren. Timo, der die sechste Klasse des Sankt-Franziskus-Gymnasiums in Olpe besucht, hat durch seine Mitgliedschaft im Fußballverein und mit einer Zahnvorsorgeuntersuchung schon wieder genug Punkte zusammen, um sich eine Prämie auszusuchen. Seine Schwester Paula, die in die dritte Klasse der Wendener Grundschule geht, will ihr Punktekonto schnell aufstocken. Als gute Leichtathletin fällt ihr das Kindersportabzeichen nicht schwer. Etwas anderes ist es da schon mit der nächsten Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt. Doch ist die erst einmal geschafft, hat Paula die Bonuspunkte und damit eine Prämie sicher. Und Vater Weingarten? Der mischt kräftig mit. Peter Weingarten muss in seinen Job meistens sitzen. Da

freut sich der 42-Jährige auf Bewegung in seiner Freizeit. Vom ­Bonusprogramm ist der Bankkaufmann überzeugt: „Ich finde es super, dass meine Krankenkasse unser gesundheitsbewusstes Leben unterstützt.“ Und so geht das Punktesammeln auch in diesem Frühjahr weiter ... Auf einen Blick Die Bonuskarte zum Mitmachen bei den BARMER-Bonusprogrammen gibt es auf verschiedenen Wegen: Im Internet bei www.barmer.de/aktivpluspunkten zum Ausdrucken oder in jeder Geschäftsstelle. Wie bei der Hotline 01 80/ 5 80 57 52 (Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr für 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom) gibt es einen Überblick über Ablauf, bonusfähige Leistungen und aktuelle Prämien.


Bonusprogramme für alle Aktiven: Die Gesundexperten empfehlen „Leo & Bixi“ – das Bonusprogramm für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren – tolle Prämien für bonusfähige Leistungen – Gesundheitsknüller, die Spaß machen. „BARMER aktiv pluspunkten teens“ für 13- bis 17-Jährige: dreimal etwas für die Gesundheit tun – und es gibt Prämien für ein bewegteres Leben.

Frühlingserwachen

BEWEGEN

Fotos: getty images (2)

„BARMER aktiv pluspunkten“ bietet allen ab 18 attraktive Prämien, die aktiv für die Gesundheit punkten – beispielsweise mit Früherkennung oder einem Gesundheitskurs.


Aktiv und Gesund

Der Vitamin-Frühjahrs-Check: Die Gesundexperten haben getestet Spargel: fast kalorienfreier Fitmacher, reich an Vitamin C, B-Vitaminen, Folsäure, ß-Karotin, Kalium und Phosphor. Salat: Die Inhaltsstoffe von Salat sind je nach Sorte sehr unterschiedlich. Punkten kann er mit Ballaststoffen, die sättigen, ohne dick zu machen. Radieschen: Vitamin C, Karotin, B-Vitamine, Natrium, Magnesium u.v.m., darunter Senföl, das den typischen scharfen Geschmack verursacht.

Erdbeeren: gelten als Wellness-Früchtchen! Teils höherer Vitamin-C-Gehalt als Zitronen, Biotin, Vitamin K, Mineralstoffe, 100 g ca. 35 Kilokalorien. Rhabarber: ist ein kalorienarmes Gemüse (!), vorausgesetzt es wird nicht zu stark gezuckert, außerdem reich an Kalium, das entwässernd wirkt. Fotolia/arnowssr, Fotolia/Jens Hilberger, Fotolia/cristina, Fotolia/Sergey Kolodkin

Fotos: Fotolia/IV, Fotolia/Monika Adamczyk, Fotolia/Liv Friis-Larsen, Fotolia/Tomboy, Fotolia/Giuseppe Porzani,

Spinat: nicht so eisenhaltig wie lange vermutet. Dafür aber hoher Gehalt an Mineralien, Vitaminen (A, B und C) und Eiweiß.

Frühlingserwachen

ESSEN

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Frische Frühlingsfarben heben nicht nur die Laune, sie machen auch Appetit auf frisches Obst und Gemüse. Dass Genießen, gesund Essen und Essen mit Spaß kein Widerspruch sind, zeigten die Trends der Grünen Woche, der größten internationalen Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, im Januar in Berlin. Die neuen „Food-Trends“ Biokost, mehr Obst und Gemüse und langsameres Essen mit Genuss – das sind, kurz zusammengefasst, die Haupttrends der Grünen Woche 2009. Die weiter steigende Beliebtheit von Biokost und Lebensmitteln aus integriertem Anbau zeigt, dass Menschen sich wieder bewusster für Lebensmittel entscheiden, die

weitgehend ohne synthetischkünstliche Hilfsstoffe und im Einklang mit der Natur produziert werden. Seitdem Bio-Lebensmittel Einzug in viele große Verbrauchermärkte gehalten haben, sind auch die Preise deutlich erschwinglicher geworden. Wie wär’s mit einem FamilienPicknick à la Grüne Woche? Zarter Salat, frisches Gemüse und aromatisches Obst aus ökologischem Anbau schmecken im Frühling und Frühsommer besonders köstlich und liefern jede Menge Vitamine und Ballaststoffe. Vollkorntoast, Knäckebrot, Körnerbrötchen und frisches Roggenbrot bieten die ideale Plattform für appetitliche Sandwich-Kreationen (Foto 2). Mit Sandwichcreme oder mildem Schmelzkäse als Aufstrich, belegt mit frischem Salat, Gurken, Radieschen & Co lassen sich köstliche wie gesunde PicknickSnacks zaubern. Ein paar Tricks,

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z.B. lächelnde „Gemüsegesichter“ (Foto1) oder „Radieschen-Mäuse“ überzeugen kleine Gemüsemuffel mitunter davon, dass „Grünzeug“ gar nicht so übel ist. Und draußen an der frischen Luft schmeckt es ja sowieso viel besser. Auch braucht das Picknick mit Familie oder Freunden etwas Zeit. Eine gute Gelegenheit, die mitgebrachten Köstlichkeiten in aller Ruhe zu verzehren und neben einer gesunden Mahlzeit auch etwas Entspannung zu genießen. Gemeinsam mit namhaften Partnern wie dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der Initiative 5-am-Tag u.a. setzt sich die BARMER dafür ein, Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen präventiv entgegenzuwirken. Mehr Ernährungstipps unter: www.kinder-leicht.net und www.5-am-tag.de. Und was es zu trinken gibt? Bitte umblättern!

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Aktiv und Gesund

Besser als der Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry es tat, (s. Vers rechts) lässt es sich nicht beschreiben: Wasser ist Leben! Und im Gegensatz zu anderen Ländern auf dieser Erde leiden wir in unseren Breiten keinen Mangel daran, im Gegenteil. Selbst ganz normales Leitungswasser in Deutschland bietet hohe Qualität und kann in der Regel bedenkenlos getrunken werden, ohne vorheriges Abkochen oder sonstige Aufbereitung. Die hat das erfrischende Nass längst hinter sich, wenn es aus dem Hahn strömt. Leitungswasser stammt in Deutschland teils aus Grund-, teils aus Oberflächenwasser (Talsperren, Seen, Uferfiltrat) und ist somit zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Deshalb wird es im Rahmen der Trinkwasserver-

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ordnung durch Zusatz chemischer Stoffe trinkbar gemacht. Wer seinen Durst nicht mit Leitungswasser löschen möchte, hat zusätzlich die Wahl zwischen rund 500 heimischen Mineral-, 60 Heil- und diversen Quell- und Tafelwässern. Rein optisch nicht zu unterscheiden, ist Wasser trotzdem nicht gleich Wasser – auf den Inhalt kommt es an. Natürliches Mineralwasser stammt aus unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen mit natürlichen Mineralstoffen und Spurenelementen. Die im Wasser gelösten Mineralien müssen auf dem Etikett aufgeführt werden, ebenso der Zusatz von Kohlensäure. Mineralwasser muss direkt an der Quelle in die Verkaufsflaschen abgefüllt werden und braucht als einziges Lebensmittel in Deutschland eine amtliche Anerkennung. Aufgesprudeltes Leitungswasser

ist also niemals echtes Mineralwasser. Natürliches Heilwasser unterscheidet sich von natürlichem Mineralwasser durch einen höheren Mineralstoffgehalt, dessen vorbeugende bzw. lindernde Wirkung wissenschaftlich belegt ist. Heilwasser wird deshalb nach dem Arzneimittelrecht zugelassen, ist aber frei verkäuflich. Quellwasser muss in seiner Zusammensetzung der Qualität von Trinkwasser entsprechen. Es wird ebenfalls direkt am Quellort abgefüllt, erhält jedoch keine amtliche Anerkennung. Tafelwasser wird „künstlich“ erzeugt. Es besteht meist aus Trinkwasser, angereichert mit wei­ teren Zutaten wie z.B. Meerwas­ser, Mineralstoffen und Kohlensäure. Tafelwasser darf überall


„Du hast weder Geschmack, noch Farbe noch Aroma. Man kann dich nicht beschreiben. Man schmeckt dich, ohne dich zu kennen. Es ist nicht so, dass man dich zum Leben braucht: Du bist das Leben!“

Frühlingserwachen

TRINKEN

Fotos: Fotolia/dpaint, Fotolia/onoky, Fotolia/diego cervo, Fotolia/Monika Adamczyk

WASSER! (Antoine de Saint-Exupéry)


Aktiv und Gesund

Welche Trinkmengen für wen? Wasser ist das optimale Getränk. Pur enthält es keine Kalorien – dient aber auch als ideale Grundlage zur Herstellung anderer Durstlöscher (Tee, Saftschorle).

Nach Sport und anderen schweißtreibenden Tätigkeiten muss der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen werden. Wenn Kinder unkonzentriert sind, kann Flüssigkeitsmangel die Ursache sein. Sie sollten im Normalfall etwa einen Liter pro Tag trinken.

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Säuglinge brauchen in den ersten Lebensmonaten nichts außer Muttermilch oder entsprechender Flaschennahrung, etwas Tee zusätzlich nur bei großer Hitze, Fieber oder Durchfall. Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung gibt es sowohl für Leitungswasser als auch für Mineralwasser bestimmte Grenzwerte für Inhalts- und Schadstoffe (z.B. Nitrat). Über die Zusammensetzung des Trinkwassers geben die örtlichen Wasserwerke Auskunft. Das verwendete Mineralwasser sollte natriumarm sein. Am besten auf dem Etikett den Hinweis „geeignet zur Zubereitung von Säuglingsnahrung“ beachten. Babys ab dem Breialter brauchen täglich etwa 400 ml zu trinken. Kleinkinder bis vier Jahre ca. die doppelte Menge (800 ml). Für Kinder zwischen vier und sieben Jahren steigt der Bedarf auf etwa 950 ml (also knapp 1 Liter) an – ab sieben Jahre brauchen Kinder etwa 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag. Dabei spielt Wasser als Grundlage für (möglichst ungesüßte) Kräuter-

Trinken beim Sport Was und wie viel wann getrunken wird, spielt besonders bei hoher körperlicher Arbeitsbelastung und beim Sport eine wichtige Rolle. Je nachdem wie lange die Belastung dauert, wie intensiv sie ist und welches Klima vorherrscht, muss die Trinkbilanz die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) täglich empfohlenen 1,5 Liter für Erwachsene (außer bei Herzmuskelschwäche oder eingeschränkter Nierenfunktion) deutlich übersteigen. Im Allgemeinen ist bei intensivem Training in gemäßigtem Klima von einem Wasserverlust von einem bis 1,5 Liter pro Stunde auszugehen. Wer vor dem Sport ein Glas Mineralwasser (möglichst mit hohem Natriumgehalt) oder Saftschorle trinkt, braucht unter normalen Bedingungen während der sportlichen Aktivitäten bis zu einer Stunde nichts zu trinken. Gehen die Aktivitäten über 60 Minuten hinaus, ist es sinnvoll, währenddessen in regelmäßigen Abständen einige Schlucke, am besten Apfelschorle, zu sich zu nehmen. Nach der körperlichen Belastung sollte die durch Schwitzen verlorene Flüssigkeit durch Getränke wie Mineralwasser, Fruchtschorle oder ungesüßte

Tees wieder aufgefüllt werden. Apfelschorle im Verhältnis 1:4 (ein Teil Saft, vier Teile Mineralwasser) ist das optimale Sportlergetränk. Das Mineralwasser füllt den Flüssigkeitsverlust auf und ersetzt wichtige Mineralien und Spurenelemente. Die Kohlenhydrate aus dem Apfelsaft liefern neue Energie. Gesundexperten-Tipp: Vor und nach dem Sport kurz auf die Waage stellen. Die Differenz (Gramm = Milliliter) entspricht der benötigten Trinkmenge nach dem Sport. Wassertrinken hilft beim Abnehmen Neben vielen anderen Eigenschaften, die das frische Nass zu bieten hat, fanden Forscher jetzt heraus, warum Wasser auch beim Abnehmen helfen kann. Wer vor einer Mahlzeit ca. einen halben Liter Leitungswasser trinkt, isst anschließend weniger und spart bei der Mahlzeit durchschnittlich etwa 75 Kilokalorien ein, immerhin 27.375 Kilokalorien pro Jahr, das wiesen amerikanische Forscher kürzlich in einer Studie nach. Ein Forscherteam der Charité Berlin und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung ermittelte außerdem, dass ein halber Liter Wasser vor dem Essen getrunken nicht nur das Hungergefühl dämpft, sondern zusätzlich auch den Kalorienverbrauch erhöht: bei Übergewichtigen um ca. 30 Kilokalorien, bei Normalgewichtigen sogar um 50 Kilokalorien. Aber auch darüber hinaus erfüllt Wasser im Körper zahlreiche lebenswichtige Funktionen. Fazit: Ohne Wasser „läuft“ nichts. Ein Grund mehr, jeden Tag ausreichend davon zu genießen. Mehr Infos zu diesem spannenden Thema unter: www.forum-trinkwasser.de, www.dge.de (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) oder beim Forschungsinstitut für Kinderernährung: www.fke-shop.de

Fotos: getty images

hergestellt, abgefüllt und in unterschiedlichsten Behältern gelagert werden. Es darf sich nicht mit dem Begriff „natürlich“ schmücken und keinen Quellen- oder Brunnennamen tragen.

und Früchtetees sowie Saftschorlen (Mischverhältnis 1 Teil Saft mit 2 bzw. 3 Teilen Wasser) eine entscheidende Rolle. Stark gesüßte Getränke wie Eistee, Limo, Cola, Fruchtsaftgetränke etc. eignen sich nicht als Durstlöscher und liefern durch den Zucker jede Menge Kalorien. Trinken während des Unterrichts war noch bis vor wenigen Jahren in vielen Schulen ein Tabu. Da jedoch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr nachweislich die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann, achten viele Lehrer insbesondere bei jüngeren Jahrgängen auf regelmäßiges Trinken und sorgen dafür, dass Mineralwasser im Klassenraum bereitsteht.


Erstklassig

Für Ihre Gesundheit ist das Gleicher Beitrag, gleiche Leistungen? Diese Frage stellen sich seit der Einführung des Gesundheitsfonds viele Versicherte. Unter dem Motto „Fragen Sie Ihre Krankenkasse“ initiieren Bundesgesundheitsministerium und Verbraucherorganisationen mit einer

Individuelle und kompetente Hilfe GUTE ERREICHBARKEIT Christine Vogt: „Die BARMER ist einfach immer zu erreichen. Per Telefon, im Internet rund um die Uhr und in der Geschäftsstelle vor Ort. Letzteres finde ich manchmal besonders wichtig. Bei ganz persönlichen Servicefragen wende ich mich gern an einen echten Ansprechpartner. Bei 17.000 Gesundexperten in 1.000 BARMERGeschäftsstellen bundesweit kein Problem.“

Hilfe bei der Vermittlung von Arztterminen Gaetan de Blecker. Seit Monaten laboriert der Angestellte bei den Städtischen Bühnen Krefeld an einer komplizierten Schultererkrankung. Die lang ersehnte OP wurde für Ende Mai terminiert. De Blecker: „Dann hat die BARMER dafür gesorgt, dass ich schon acht Wochen früher unters Messer kam. Super. Umso schneller kann ich endlich wieder arbeiten!“

18 BARMER 2/2009

Jessica Wüstermann: „Ich brauche Beratung, die verständlich ist und meine Situation aufgreift. Das hat mit der BARMER und ihrem Gesundheitstelefon gut geklappt.“

Zusatzleistungen bei Krankheit zu Hause Prof. Dr. Manfred Lotsch und Gattin Helena. Die Erkrankung und Pflegebedürftigkeit von Frau Lotsch begründen einen häufigen Kontakt des Ehepaares mit der BARMER. Prof. Lotsch: „Die Kranken- und Pflegekasse unter einem Dach, das ermöglicht eine übergreifende Versorgung aus einer Hand. Ein großer Vorteil. Wir haben die BARMER stets als leistungsstarke, gut organisierte Kasse erlebt, mit liebenswürdigen, gut informierten Ansprechpartnern.“

Kostenübernahme für Gesundheitsprogramme Martina Warzitz. Im Mai 2007 wog sie noch 107 kg. Dann meldete sie sich bei www. mobilis-programm.de an, einem wissenschaftlich begleiteten Ernährungs- und Bewegungsprogramm. „Die Anforderungen sind hart, aber es hat sich gelohnt. Ein Jahr später hatte ich 30 kg weniger und die BARMER beteiligte sich an den Programmkosten.“


Erstklassig

Beste gerade gut genug! bundesweiten Kampagne einen Service- und Qualitätswettbewerb unter den Krankenkassen. Die BARMER-Gesundexperten brauchen keinen Vergleich zu scheuen. Hier die Antworten unserer Versicherten und eines Insiders.

Attraktiver Hausarzttarif Joachim Stamm, Hauptabteilungsleiter Leistungen, Verträge und Pflege bei der BARMER: „Wir waren 2005 die erste Krankenkasse, die ihren Versicherten bundesweit einen attraktiven Hausarzttarif angeboten hat. Die Zunahme chronischer Erkrankungen und die wachsende Spezialisierung in der Medizin erfordern nun weitere Anpassungen. Ein neuer Hausarzttarif muss zu mehr Qualität und spürbaren Verbesserungen für unsere Versicherten führen – in der Versorgung und im Service. Dafür setzen wir uns ein.“

Antworten Ihrer Krankenkasse! Erstklassig, Servicestark, Sorgenfrei

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24 Stunden /7 Tage Gesundheitstelefon 1.000 Geschäftsstellen bundesweit Ja, flexibel und individuell Von 17. 000 Gesundexperten Bei der BARMER selbstverständlich Bis zu 100 % der Kosten Die BARMER war Vorreiter! Einige sogar exklusiv z. B. Disease-Management-Programme Ja, u. a. Naturheilverfahren

Gute Angebote für Chronisch Kranke Monika Wegner: „Ich bin eine Art Vertrag mit meinem Arzt und der BARMER eingegangen, etwas für meine Gesundheit zu tun. Die regelmäßigen Unter­ suchungen im Behandlungsprogramm alle drei Monate erinnern mich daran, gerade wenn die Werte mal schlechter werden. Dann weiß ich, ich muss wieder mehr tun. Das hilft mir, mit meiner Krankheit besser zu leben. So fühle ich mich gut versorgt.“

Kostenübernahme für alternative Medizin

Claudia Stang. Als Managerin eines Sechs-Personen-Haushalts mit vier fitten Jungs achtet Claudia Stang automatisch auf gute Ange­ bote. „An den Krankenkassenbeiträgen kann ich nichts ändern. Aber ich kann sie günstiger rechnen, indem ich die Angebote der BARMER nutze. Zum Beispiel die Bonusprogramme. Für zwei Erwachsene und vier Kinder, das lohnt sich. Das Punktesammeln macht Spaß, und die Kinder motiviert es, weil sie sich dann tolle Prämien aussuchen dürfen. Die freuen sich immer auf die Päckchen von der BARMER.“

Irmgard Niebel. Einfach nur Tabletten schlucken ist ihre Sache nicht. Durch eine chronische Erkrankung lernte Irmgard Niebel die ganzheitliche Medizin kennen und achtet seither vor allem auf eine gesunde vollwertige Ernährung für sich und ihre Familie. „Als mein Ischias-Nerv eingeklemmt war, hat eine Behandlung mit Akupunktur und Gymnastik geholfen.“ Im Rahmen der Prävention hat Irmgard Niebel vor einigen Jahren einen Yoga-Kurs von der BARMER besucht. Seither nutzt sie Yoga regelmäßig zur Bewegung und Entspannung. Fotos: Mathias Kehren, Frank Koch

Bonusprogramme, Zuzahlungsoder Praxisgebühr-ErmäSSigung

BARMER 2/2009 19


Erstklassig

Einfache Untersuchung, große Bedeutung: Dr. Prosper Rodewyk, Internist in Dortmund, untersucht die Füße einer Patientin

„Ein Drittel bin ich, zwei Drittel der Patient“

Fotos: Mathias Kehren, gettyimages (4)

Über einen Dortmunder Arzt, Alltag und Chancen von Disease-ManagementProgrammen

20 BARMER 2/2009


Erstklassig

gemeinsam mehr gesundheit gewinnen Disease-Management-Programme (DMP) sind maßgeschneiderte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke. Sie bieten Betroffenen gute Chancen zu mehr Lebensqualität, vorausgesetzt Arzt und Patient wirken optimal zusammen .

K

onzentriert hält Prosper Rodewyk den Fuß seiner Patientin. Das Gerät in seiner Hand ähnelt einer Stimm­ gabel. Es soll zeigen, ob die Nerven im Fuß Schwingungen wahrnehmen. Versagen sie ihren Dienst, ist das ein ernstes Warnzeichen. Die einfach scheinende Untersuchung ist wichtig und exemplarisch für das Ziel der Disease-Management-Programme. Die DMP sollen durch strukturierte Behandlung nach wissenschaftlichen Leitlinien ermöglichen, chronische Erkrankungen bestmöglich zu beherrschen. Rodewyk führt – gemeinsam mit Kollegin Ingrid Thau – eine internistische Praxis im Dortmunder Süden. Es ist keine normale Hausarztpraxis – und dies in zweierlei Hinsicht. Da ist ihre lange Geschichte seit den 1930er Jahren. Auch ihre Größe ist nicht alltäglich. Bis zu 3.500 Patienten werden jedes Quartal behandelt. Zehn Prozent von ihnen sind in DMP eingeschrieben. Die Programme sorgen aus Sicht des Arztes vor allem dafür, seine Patienten regelmäßig in der Praxis

zu betreuen. „Dadurch habe ich zum Beispiel die Chance, bei einem Diabetiker früh zu erkennen, ob sich seine Werte schlecht entwickeln. Ich sehe schneller eine Entgleisung und kann besser gegensteuern.“ Verhindert werden damit die gefürchteten Folgen unbehandelter chronischer Erkrankungen, beim Diabetes etwa Erblindung oder Amputation. Erste Studien, auch der BARMER, signalisieren, dass dies tatsächlich erreicht wird. „Schweres Geschütz“ als Motivationshilfe Ob er erfolgreich ist, schreibt Rodewyk nicht allein seiner Arbeit zu. „Den Hauptteil muss der Patient beisteuern. Ärztliche Kunst nutzt nichts, wenn sich am Lebensstil eines Patienten nichts ändert“, weiß der promovierte Internist aus langjähriger Erfahrung. Und fährt schon einmal „schweres Geschütz“ auf, um Patienten zu einem anderen Leben zu moti­ vieren. „Ich warne vor Folgekomplikationen, die ein Diabetes haben kann. Ich warne vor den Folgen des Rauchens für Herz und Lunge.

Und wenn ich sehe, jemand hat abgenommen, jemand hat aufgehört zu rauchen, freue ich mich.“ Doch das ist oft ein zäher Kampf. Denn seine Patienten haben oft lange Jahre falscher Gewohnheiten hinter sich. Und da scheint es manchmal eine schwere Krise zu brauchen, um Veränderungen anzustoßen. „Wer einen Herzinfarkt hinter sich hat, ist offener für einen Verzicht auf die Zigarette.“ Bei allen Chancen und Vorteilen der DMP macht Prosper Rodewyk Schwächen aus. So würde er gern einiges an den Schulungen für Diabetiker verbessern. Und aus der Anfangszeit der Programme ist ihm der bürokratische Aufwand noch gut in Erinnerung. Der gehört dank moderner Technik inzwischen der Vergangenheit an. Für den Dortmunder Arzt sind die Behandlungsprogramme ein Entwicklungs- und Lernprozess, in dem alle Beteiligten viele Schritte gemeinsam gehen müssen. Dennoch hält Rodewyk die DMP insgesamt für das Beste, was den Patienten derzeit geboten werden kann.

Stichwort DMP D  isease-ManagementProgramme sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke. Dabei arbeiten bei der Behandlung und Betreuung der Patienten verschiedene Leistungserbringer und Krankenkassen koordiniert und auf Grundlage wissenschaftlich gesicherter medizinischer Erkenntnisse zusammen. A  n den BARMER-DMP zu Brustkrebs, Diabetes mellitus Typ 1 und 2, Koronarer Herzkrankheit, Asthma und COPD nehmen rund 561.000 Versicherte teil. Weil manche Versicherte in mehrere Programme eingeschrieben sind, betreut die BARMER insgesamt sogar 627.000 DMP-Teilnahmen.

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Effizient und Flexibel

WadenbeiSSer, Wahlkampf, Wartezimmer 2009 ist – wieder einmal – ein Jahr wichtiger Weichenstellungen. Dass dabei auch die Gesundheitspolitik eine große Rolle spielt, ist schon angesichts der Diskussion um die Honorarreform zu spüren. Und auch die Unzufriedenen und Nörgler sind schon da.

E

igentlich ist es noch lange hin bis zur Bundestagswahl am 27. September. Doch schon jetzt bilanzieren Medien und Beobachter: Die Gemeinsamkeiten der Großen Koalition werden weniger. Der Ton wird rauer, öfter wird Trennendes anstelle Verbindendem betont. Selbst innerhalb der Unions-Parteien sind „Wadenbeißer“ unterwegs, gerade bei Gesundheitsthemen.

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Der Wahlkampf beginnt damit recht früh. Und er wird auch – nach Vorstellung der Ärztefunktionäre – in den Wartezimmern der Arztpraxen geführt. Über Gesundheitspolitik lässt sich trefflich streiten. Die Regierungskoalition wollte mit dem „gemeinsamen Kind“ Gesundheitsfonds eines der schwierigsten innenpolitischen Probleme lösen: das Gesundheitswesen zukunftsfähig zu gestalten.

Die Oppositionspartei FDP läuft Sturm gegen den Fonds. Was nicht verwundert. Doch schießt sie über das Ziel hinaus. Denn die FDP will der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) den Garaus machen. „Das wäre ein Angriff auf die soziale Sicherheit in Deutschland“, sagt BARMER-Chef Dr. Johannes Vöcking. Das bundesdeutsche Gesundheitssystem gehört unbestritten zu den


Fotos: Mauritius, Fotolia/HP_Photo

besten der Welt. Dennoch leidet seine Wertschätzung oft unter einem negativen Bild. Dieses entspricht jedoch weniger den Tatsachen, als dass es Ausdruck (berufs-)politischer Interessen ist. Obwohl die GKV-Leistungsausgaben 2008 auf 151 Milliarden Euro gestiegen sind und damit um 6,8 Milliarden Euro über dem Vorjahr lagen, fühlen sich Leistungserbringer als „Verlierer“. „Das Problem der modernen Medizin sind in erster Linie ihre Möglichkeiten. Der Bedarf an Ressourcen ist auf diesem Feld nach oben unbegrenzt“, analysierte der Charité-Vorstandsvorsitzende Prof. Karl Max Einhäupl. Typisches Beispiel für diesen Dauerkonflikt: Dass die Krankenhäuser mehr Geld bekommen, dass es dort mehr Pflegepersonal geben soll, finden die Menschen gut. Dass dafür mehr Beitragsmittel benötigt werden, wird aber gerne verdrängt – vor allem von denen, die den Gesundheitsfonds mit dem für alle Kassen gleichen Beitragssatz lieber in Grund und Boden reden. Pluspunkt soziale Sicherheit Bundespräsident Horst Köhler wies jetzt auf eine aktuelle Umfrage der BBC hin. Der britische Fernsehsender hatte gefragt, welches Land positiven Einfluss auf das Weltgeschehen habe. Danach steht Deutschland an der Spitze. Für BARMER-Vorstandschef Vöcking ist klar: „Dazu tragen gerade die Systeme sozialer Sicherheit bei. Und auch die Amerikaner, die gegenwärtig nach einer Lösung für ihr Gesundheitssystem suchen, zeigen sich überrascht, wie zufriedenstellend und umfassend die medizinische Versorgung hierzulande funktioniert.“ Keine Bittsteller Das deutsche Gesundheitswesen arbeitet gut. Es muss sich

jedoch immer neuen Anforderungen stellen, im Interesse der Versicherten weiterentwickeln. Es ist reformfähig, gerade weil es über eine solide und gerechte Grundsubstanz verfügt. Jedes Mitglied zahlt einen Beitrag nach seinen finanziellen Möglichkeiten. Es gehört als vollwertiges Mitglied zur Solidargemeinschaft und ist eben kein Bittsteller. Jeder Versicherte hat einen Rechtsanspruch auf notwendige, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung. Das schließt den Zugang zu Innovationen ein. Alter, Geschlecht oder soziale Stellung spielen in diesem System keine Rolle. Organisiert wird die medizinische Versorgung in Deutschland nach dem Prinzip von Sachleistungen. Die Versicherten brauchen nicht mehr als ihre Krankenkassenkarte, egal ob sie Behandlung durch den Arzt, ein Medikament oder eine Operation benötigen. Das liegt daran, dass die Krankenkassen mit Ärzten, Krankenhäusern und Therapeuten Verträge über die Qualität, die Menge und den Preis von medizinischen Leistungen abschließen. Patienten müssen keine „Vorkasse“ leisten und nicht im OPSaal Verhandlungen führen. Wem das Sachleistungsprinzip zu unmodern erscheint, der darf sich gern daran erinnern, dass es zu den Grundlagen des hohen Niveaus des Gesundheitswesens gehört. Die Wahlkämpfer des Jahrgangs 2009 werden wohl auch wieder intensiv über Gesundheitspolitik streiten. Sie dürfen dabei gern Ideen für eine gute, sorgenfreie Zukunft des Gesundheitswesens entwickeln. Eine Zukunft, die Bewährtes weiterführt und den Menschen Sicherheit bietet. Wadenbeißer aller politischer Couleur, die vornehmlich an medialer Aufmerksamkeit interessiert sind, dürfen derweil gern draußen warten.

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Effizient und Flexibel

Verwaltungsrat und Widerspruchsausschüsse der BARMER im Dialog mit dem Medizinischen Dienst

Gutachter-Blick hebt Qualität

Stichwort Medizinischer Dienst Die Medizinischen Dienste prüfen die Qualität ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen, nehmen die Kodierung von Diagnosen der Krankenhäuser unter die Lupe und beraten die Krankenkassen bei Entscheidungen, welche Leistungen für Versicherte in Frage kommen. Sie erstellen Gutachten für die gesetzliche Krankenversicherung und die soziale Pflegeversicherung. Die Medizinischen Dienste sind regional organisiert; ihre Arbeit koordiniert der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen. Allein 2008 haben die MDK 1,42 Millionen Begutachtungen Pflegebedürftiger durchgeführt, 15 Prozent mehr als 2007.

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Begutachtung mit Sorgfalt und Sachkunde Diskutiert wurden Themen, die beider Arbeit tagtäglich berühren: Zum einen ging es um die Praxis der Begutachtungen, mit denen die einzelnen Medizinischen Dienste für die Krankenkassen (MDK) die medizinische Grund­ lage für Leistungsentscheidungen schaffen. Das andere Thema war eines, das viele Menschen sehr direkt betrifft: die Sicherung der Qualität der Pflege in Heimen. Wie weit Gutachten des MDK in die Arbeit der BARMER hinein­ wirken, schilderten Claudia Chirizzi und Ingrid Prager. Sie leiten Widerspruchsausschüsse des Verwaltungsrates. Diese Ausschüsse beurteilen, ob Beschwerden von Versicherten zu Entscheidungen der BARMER berechtigt sind. Diskussionen gebe es dabei zum Beispiel, wenn Gutachten des MDK zu ein und demselben Fall stark voneinander abweichen oder die Voraussetzungen für eine MutterKind-Kur zwar medizinisch korrekt bewertet, aber die Lebensumstände der Frau nicht ausreichend gewürdigt werden. Mit welcher Sorgfalt und Sachkunde Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes

arbeiten, schilderte Tanja Caspers vom Medizinischen Dienst Nordrhein. Ihnen komme es auf ein Bild an, das weit über die Empfehlung zur Pflegestufe hinausgeht. Menschliche und fachliche Autorität der Gutachterinnen und Gutachter und ihr Einfühlungsvermögen in den Menschen, den man zu begutachten hat, helfen dabei. Außerdem Maß­nahmen zur Qualitätssicherung, die eine einheitliche Begutachtungspraxis gewährleisten. Peter Pick knüpfte beim zweiten Schwerpunktthema dieses Nachmittags an aktuelle Bestandsaufnahmen zur Situation in Pflegeheimen an. Zwar habe es in den letzten Jahren Verbesserungen gegeben, immer noch aber habe „Pflege ein Qualitätsproblem“. Anliegen von BARMER und Medizinischem Dienst ist es, die Qualität der Leistungen eines Pflegeheims transparenter zu machen. Ein neues wichtiges Instrument ist die Prüfung aller Pflegeheime, die bis Ende 2010 geschafft sein soll. Danach, so Pick, werde jede Einrichtung einmal jährlich ohne Voranmeldung geprüft. Vergleichbarkeit und Transparenz unverzichtbar Für die BARMER seien Transparenz und Vergleichbarkeit im Pflegemarkt unabdingbar, stellte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BARMER, Birgit Fischer, klar. Wie bei der Sicherstellung einer einheitlichen Begutachtungspraxis gelinge höhere Qualität in Pflegeheimen nur mit einer sehr engen Kooperation. „Letztendlich arbeiten wir an einem Ziel: Pflegebedürftigen ein selbstständiges Leben in Würde durch eine quali­ fizierte Pflege zu ermöglichen.“ Dass Menschen und nicht Akten

Rund 1,4 Millionen Pflegebedürftige wurden durch den Medizinischen Dienst 2008 begutachtet.

ihre Arbeit bestimmen, machten die Mitglieder der Widerspruchsausschüsse und des Verwaltungsrates mit ihren Fragen und Meinungen deutlich. Da gab es neben mancher kritischen Anmerkung – etwa zu der noch nicht zufriedenstellenden Zeit zwischen Pflege­ antrag und Begutachtung – auch viele Anregungen. Etwa die, dass Zweitgutachter für ihre Arbeit das erste Gutachten nicht kennen sollten, um unbefangener ihr eigenes Urteil zu bilden. Oder die Frage, ob die BARMER ihre auf dem Rat des Medizinischen Dienstes fußenden Entscheidungen nicht dadurch transparenter machen sollte, dass Versicherte von vornherein diese Gutachten kennen. „Wir bauen eine neue Welt der Qualitätssicherung“, bilanzierte Holger Langkutsch nach gut drei Stunden Diskussion und Erfahrungsaustausch. Treffen wie diese werde es daher auch in Zukunft geben – die Menschen, um die es dabei geht, immer fest im Blick.

Fotos: getty images

H

ier treffen sich Fachleute. Wir können also gleich zu den Kernfragen kommen.“ Gemünzt waren diese Worte von Holger Langkutsch, Vorsitzender des Verwaltungsrates der BARMER, auf ein Treffen des Verwaltungsrates, seiner Wider­ spruchsausschüsse und des Vor­standes der BARMER Mitte März in Wuppertal. Ihr Gast: Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen.


Aktiv und Gesund

Spezialisten am Telefon – heiSSer Draht zu gutem Rat BARMER-Vorstand Jürgen Rothmaier über den Telefonservice für Versicherte und seine Schwerpunkte 24 Stunden, sieben Tage in der Woche: Das Gesundheitstelefon der BARMER berät unsere Versicherten erstklassig über medizinische Fragen. Ärztinnen und Ärzte arbeiten daran gemeinsam mit weiterem medizinischem Fachpersonal. Neben dem Gesundheitstelefon bietet das Servicetelefon das zweite Standbein der „sprechenden“ Kommunikation bei der BARMER. Unsere wichtigste Erfahrung dabei in den letzten Jahren: Die Anrufer interessieren sich vor allem für

einige Schwerpunkte: Herz- und Kreislauferkrankungen, Prävention, Frauen-, Kinder- und Jugendgesundheit und Schmerztherapie. Daneben hat die BARMER einen Telefonservice speziell für Versicherte in strukturierten Behandlungsprogrammen (DMP) wie zum Beispiel für Diabetes oder Brustkrebs. Telefonieren wird von den Versicherten immer noch als der leichteste Weg gesehen, mit der BARMER ins Gespräch zu kommen. Er bietet spezielle Vorteile, vor allem

in Hinblick auf die Erreichbarkeit, die Schnelligkeit und Flexibilität. Dass alle Themen in der Qualität besprochen werden können, wie in einem Vier-Augen-Gespräch, gehört zum selbstverständlichen Standard. Und sicherlich ist es von Vorteil, dass man neben der 018 500-Vorwahl mit ihren günstigen Konditionen die BARMER über das herkömmliche Festnetz erreichen kann. Die Themenvielfalt unserer Versicherten erlaubt interessante Beobachtungen: Sie belegt zum

Jürgen Rothmaier, Vorstand der BARMER

Beispiel die vielen Fragen werdender Mütter am Beginn einer Schwangerschaft. Oder aber, dass viele Versicherte neben Antworten auf Medizin-Fragen wissen wollen, welches Krankenhaus sich auf bestimmte Behandlungsfelder spezialisiert hat. Bei dieser Suche helfen wir gern.

Das BARMER Gesundheitstelefon Was tun, wenn der Rücken nicht mehr will? Schon seit Tagen Schmerzen im Rücken? Wer kennt es nicht, das „Kreuz“ mit dem Kreuz? Das medizinische Team des BARMER Gesundheits‑ telefons gibt qualifizierte Antworten und Tipps, wie Sie Ihre verspannte Muskulatur trainieren und wieder Haltung bewahren können. Rufen Sie einfach an unter 018 500 95-3000*. Unsere Experten helfen gerne weiter – rund um die Uhr, 7 Tage die Woche. Denn in Sachen Gesundheit kennen wir uns aus. BARMER Gesundheitstelefon 018 500 95-3000* n n n n n

Herz-Kreislauf Prävention Frauengesundheit Kinder- und Jugendgesundheit Schmerz

* 2,9 Cent pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom


Aktiv und Gesund

Agphotographer, Fotolia/Torsten Schon

Hoppe, Fotolia/CMD, Fotolia/beatuerk, Fotolia/

Fotos: getty images, Fotolia/alle, Fotolia/sven

Biene: Eifrige Honigsammlerin mit giftiger Waffe.

30 BARMER 2/2009

Wespe: Etwa 2 Millionen Deutsche haben eine Insektengift-Allergie. Hornisse: 7 Stiche töten ein Pferd, 3 einen Menschen – sagt der Volksmund. Kann aber nur bei Insektengift-Allergie oder ungünstiger Stichstelle (Hals, Mundraum) passieren.


Aktiv und Gesund

ACHTUNG ALLERGIE-ALARM! Etwa 20 Millionen Deutsche leiden – und es werden immer mehr

Birkenpollen – eine von zahlreichen Pollenarten – gelangen hauptsächlich über die Atmung in den Körper.

S

onnenschein, Vögel zwitschern, zartes Grün, bunte Blumen – endlich wieder frische Frühlingsluft einatmen. Oder lieber doch nicht? Millionen Menschen können den Frühling nicht wirklich genießen. Sie leiden unter der explodierenden Natur, reagieren mit Heuschnupfen auf Blütenpollen oder fürchten sich vor Insektenstichen, weil sie darauf allergisch reagieren. Aber was ist eine Allergie überhaupt? Und kann sie wirklich lebensgefährlich sein? Um die Antwort zur letzten Frage kurz vorweg zu nehmen: Ja, sie kann. Aber mit der richtigen Strategie braucht es gar nicht so weit zu kommen. Der Begriff „Allergie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Fremdreaktion“. Gemeint

Viele Nusssorten – darunter auch Erdnüsse – können Nahrungsmittelallergien auslösen

Wenn die Haut im direkten Kontakt auf bestimmte Stoffe reagiert, spricht man von einer Kontaktallergie.

ist damit die Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe, meist körperfremde Eiweiße, die jedoch irrtümlich als gefährlich eingestuft und deshalb vom Immunsystem durch extreme Histaminausschüttung vehement bekämpft werden. Allerdings ohne die Allergene (Allergieauslöser) wirklich zu besiegen. Das Ergebnis dieser sinnlosen Schlacht sind die typischen allergischen Reaktionen: wie Heuschnupfen, tränende, juckende Augen, Hautausschlag, Magen-, Darmstörungen etc., schlimmstenfalls bis hin zum Kreislauf-Kollaps. Allergene können alle Stoffe sein, die uns in unserer Umwelt um­ geben, egal ob natürlich oder künstlich hergestellt. Warum manche Menschen auf bestimm-

te Stoffe allergisch reagieren und andere nicht, wurde noch nicht herausgefunden. Manche Allergien verschwinden mit der Zeit von selbst wieder, andere können plötzlich auftreten. Und das bedeutet: Es kann jede/n treffen... Wer feststellt, dass er beim Kontakt mit bestimmten Stoffen heftige allergische Reaktionen zeigt, sollte den Arzt aufsuchen. Je früher spezifische Allergene identifiziert werden, desto wirksamer kann man versuchen, sie auszuschalten. Beispiel 1: Insektengiftallergie Schwellung, Rötung, Juckreiz, leichter Schmerz – nicht jede ­Reaktion auf einen Insektenstich ist eine Allergie.

BARMER 2/2009 31


Aktiv und Gesund

GesundexpertenHotline „Allergisches Asthma bei Kindern“ vom 4. bis 8. Mai 2009 Rund 13 Prozent der Sechsjährigen und 18 Prozent der Vierzehnjährigen in Deutschland leiden bereits unter Asthma. Über 40 Prozent der Patienten mit unbehandeltem allergischem Heuschnupfen entwickeln allergisches Asthma (ISAAC-Studie). Zu diesem „Etagenwechsel“ sollte es möglichst erst gar nicht kommen. Informieren Sie sich, wie Sie Asthma vorbeugen bzw. Beschwerden lindern können. Vom 4. bis 8. Mai 2009, jeweils von 16 bis 20 Uhr, ist unter 018 500 95 40 30* eine BARMER Gesundexperten-Hotline geschaltet. Kinderärzte mit dem fachlichen Schwerpunkt Allergologie beantworten Ihre Fragen. Mehr Infos zu Allergien auch unter www.barmer.de. Außerdem ab Mai erhältlich die neue Broschüre „Heuschnupfen“ und speziell für betroffene Kinder: „Ich habe Asthma“. *(2,9 Cent / Minute aus dem deutschen Festnetz)

Geht die Schwellung nicht über die jeweils angrenzenden Gelenke hinweg und treten keine zusätzlichen Symptome auf, reicht ein kühlendes Gelkissen zur Behandlung der Einstichstelle. Anders bei einer schweren allergischen Reaktion auf Insektengift, die den ganzen Körper erfasst: bei Nesselsucht (quaddelförmiger, juckender Ausschlag), Kreislaufproblemen, Hautekzem, Übelkeit und extremen Schwellungen (über die beiden angrenzenden Gelenke hinweg) ist ärztliche Hilfe angezeigt. Kommen Erbrechen, Atemnot und Kreislaufprobleme hinzu, kann dies der Beginn eines lebensbedrohlichen allergischen (anaphylaktischen) Schocks sein. Deshalb bei solchen extremen Reaktionen grundsätzlich den Notarzt rufen. Das gilt übrigens immer für Insektenstiche im Mund- und Lippenbereich sowie Rachenraum. Hier droht allein durch die akute Schwellung Lebensgefahr durch Atemnot und Ersticken. Für Erwachsene und vor allem Kinder mit diagnostizierter Insektengiftallergie empfiehlt sich eine spezifische Immuntherapie (SIT). Nach drei- bis fünfjähriger Behandlung bestehen insbesondere bei Kindern gute Chancen (Er-

folgsrate von 90 bis 100 Prozent), diese Gefahr lebenslänglich gebannt zu haben. In der Zwischenzeit sollten Insektengiftallergiker immer ein Notfallset mit kurzer, verständlicher Gebrauchsanweisung bei sich tragen. Es enthält verschiedene Medikamente gegen mögliche Schockreaktionen, die notfalls auch von anderen verabreicht werden sollten. Beispiel 2: Heuschnupfen und mehr – Kreuzallergien Viele Allergiker leiden gleich mehrfach und reagieren auf Allergene aus scheinbar unterschiedlichen Bereichen. Doch der Schein trügt. Allergenverwandtschaften rufen sogenannte Kreuzallergien hervor. Beispiel: Wer auf Birkenpollen allergisch reagiert, hat häufig auch Probleme mit Äpfeln, Sojaprodukten und Nüssen. Hausstaubmilben-Allergiker können oftmals keine Schalentiere (Krebse, Krabben, Muscheln, Austern usw.) vertragen. Und Menschen, die allergisch gegen Naturlatex sind, reagieren u.a. auch auf Bananen, Kiwi, Avocado und Paprika. Asthma ausbremsen Der wirksamste Weg, AllergieSymptome zu vermeiden, wäre,

Wer niemals mit Erdbeeren in Kontakt kommt, entwickelt auch keine Allergie dagegen. Haustiere: Katzen und Nagetiere lösen häufiger Allergien aus als Hunde.

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den Allergenen auszuweichen. Doch das ist vielfach nahezu unmöglich. Etwa bei den vielfältigen Nahrungsmittelallergien, von denen Erwachsene aber auch Kinder immer häufiger betroffen sind. Besonders problematisch: versteckte Allergene, die sich (teils unbeabsichtigt) in winzigen Mengen oder als Bestandteil eines Stoffes in Lebensmitteln befinden können, in denen man sie gar nicht vermutet, und die dann auch nicht auf den Zutatenlisten der Produktverpackung zu finden sind. Gefährlich für hochsensible Allergiker, bei denen schon geringste Mengen eines Allergens massive Beschwerden verursachen, bis hin zum anaphylaktischen Schock. Eine aktuelle US-Studie belegt zudem, dass Kinder mit Nahrungsmittel-Allergie ein deutlich erhöhtes Asthma-Risiko tragen. Entwickelt sich aus allergischen Symptomen wie Heuschnupfen zum Beispiel ein Asthma bronchiale, sprechen Mediziner vom sogenannten Etagenwechsel, weil die Symptome sich verstärken und von den oberen Atemwegen in die unteren übergehen. Einen solchen Etagenwechsel gilt es möglichst zu vermeiden.

Fotos: Fotolia/Thomas Teufel, Fotolia/rgbdigital.co.uk, Fotolia/Eric Isselee, Fotolia/PeJo

Hausstaubmilben nisten sich in Polstermöbeln, Betten und Teppichen ein.


Aktiv und Gesund

Nicht nur Blütenpollen, auch Duftstoffe können allergische Reaktionen hervorrufen.

Allergien – wie und wann behandeln?

Für die Behandlung von Allergien stehen verschiedene Therapien zur Verfügung.

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? Frau Dr. Petzold, Allergien und Allergiker nehmen in rasantem Tempo zu. Experten gehen davon aus, dass schon bald jeder zweite Mensch in Europa betroffen sein wird. Allein die BARMER muss jährlich rund 35 Millionen Euro für die Behandlung von Allergien aufwenden – von der Lebensqualität der Patienten ganz zu schweigen. Sehen Sie einen Weg, diese Entwicklung zu stoppen? Petzold: Stoppen, nein – da der Ursprung von Allergien trotz intensiver Forschung immer noch unbekannt ist. Aber es besteht die Möglichkeit, diese Entwicklung auszubremsen. Etwa indem man bekannte Auslöser berücksichtigt und vermeidet. Allergiegefährdete Babys, die nicht über Monate ausschließlich Muttermilch erhalten, können vorbeugend hypoaller­ gene Babynahrung erhalten. Generell sollten Kinder nicht in Watte gepackt werden. Das kindliche Immunsystem braucht eine gesunde Konfrontation mit Keimen, damit die Abwehrkräfte sich entwickeln können. Eine hohe Feinstaubbelastung ist jedoch möglichst zu vermeiden. ? Nicht jede allergische Reaktion muss behandelt werden. In welchem „Stadium“ sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen?

Petzold: Grundsätzlich wird ärztliche Hilfe benötigt, um festzustellen, welche Allergene einem zu schaffen machen. Behandlungsbedürftig wird eine Allergie, wenn die Lebensqualität dadurch eingeschränkt wird, spätestens aber bei verminderter Leistungsfähigkeit, trockenem Husten oder Druckgefühl im Bereich der Bronchien. Dies sind bereits Hinweise auf ein Asthma bronchiale. ? Lassen sich allergische Symptome mit Medikamenten in Schach halten oder sollten Betroffene auf jeden Fall eine Immunisierung/Hyposensibilisierung in Angriff nehmen? Petzold: Die Wahl der Medikamente hängt vom Beschwerdebild des Patienten ab und davon, welche Therapie für seine persönlichen Lebensumstände am besten geeignet ist. Wer beruflich viel unterwegs ist, wird vielleicht mit Antihistaminika in Tablettenform und/oder örtlich anzuwendenden Medikamenten (z. B. Sprays, Salben) besser zurechtkommen als mit einer Spritzentherapie beim Arzt. Manche Antihistaminika bewirken bei manchen Patienten Müdigkeit. Das muss nicht sein. Es gibt für jeden Allergiker ein Antihistaminikum, das nicht müde macht. Das müssen Arzt und Patient gemeinsam herausfinden.

? Welche Immunisierungsbehandlungen gibt es, und welche Methode eignet sich für wen? Petzold: Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft ist die Therapie mit Spritzen unter die Haut die wirksamste und die nachhaltigste. Für Kinder oder Erwachsene, denen eine Spritzentherapie nicht zuzumuten ist, gibt es auch die sogenannte Sublin­ guale Therapie (SLIT) mit täglicher Anwendung von Tropfen oder einer Tablette unter der Zunge. ? Wann ist der günstigste Zeitpunkt, mit einer Hyposensibilisierung zu beginnen, wie lange dauert sie, und wie hoch ist die Erfolgsquote? Petzold: Der beste Startzeitpunkt für eine Hyposensibilisierung ist, wenn die Allergenbelastung am geringsten ist. Also bei Pollen­ allergie im Spätherbst und Winter, bei Hausstaub nach der Sanierung des Wohnraums (Entfernung von Staubfängern, richtige Wahl des Fußbodenbelags) usw. Je weniger Allergene behandelt werden müssen, desto höher ist die Erfolgsquote. Im Durchschnitt dauert die Behandlung drei bis fünf Jahre. Pollenallergiker haben gute Chancen, ihre Beschwerden durch eine dreijährige vorsaisonale Therapie mit jeweils vier bis sieben Spritzen zu reduzieren.

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Mit welchen Medikamenten Allergien behandelt werden können und was eine Hyposensibilisierung bringt, darüber sprachen wir mit der BARMER Gesundexpertin Dr. Utta Petzold, Dermatologin und Allergologin.


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Ärzteproteste

Honorarstreit nicht auf dem Rücken der Patienten austragen „Es kann nicht sein, dass Patientinnen und Patienten büßen müssen, wenn die Ärzte ihre Honorarverteilung nicht in den Griff bekommen. Notfalls muss dem einzelnen Arzt mit dem Entzug seiner Zulassung gedroht werden“, so die einhellige Meinung des BARMERVerwaltungsrates anlässlich der anhaltenden Ärzteproteste. „Es ist lächerlich, wenn einige Ärzte behaupten, dass sie beinahe am Hungertuch nagen angesichts der Tatsache, dass die Honorarreform 2009, die die Ärztinnen und Ärzte selbst ausgehandelt haben, den Niedergelassenen ein Honorarplus von satten 10 Prozent beschert“, so Holger Langkutsch, der Vorsitzende des Verwaltungsrates.

Drei Milliarden mehr Eingehend befasste sich die BARMER-Versichertenvertreter auf ihrer letzten Sitzung mit der neu in Kraft getretenen Honorarreform. „Es ging uns darum, die Auswirkungen der Reform genau zu analysieren, denn wenn man allein das Medienecho verfolgt, hat man ja fast den Eindruck, dass die Sympathie zu Gunsten der Ärzte kippt“, so Ulrike Hauffe (BARMER-Versichertenvereinigung), Vorsitzende des Gesundheitsausschusses. „Da-

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Diskutierte das Thema „Arzthonorare“ – der Ausschuss Gesundheit und Verträge des BARMER-Verwaltungsrates.

bei wird völlig unter den Tisch gekehrt, dass das Jahr 2009 für die niedergelassenen Ärzte im Vergleich zu 2007 mit einem Honorarplus von über drei Milliarden Euro begonnen hat, ein durchschnittlicher Anstieg von 17.500 Euro pro Arzt“, so Hauffe weiter. Geld, das von den Beitragszahlern stammt. Sie haben damit ein Recht auf qualitativ hochwertige Versorgung. Einen erneuten Eingriff in die Geldbeutel der Beitragszahler kann und darf es nicht geben, so das einmütige Credo des Verwaltungsrates.

Auf die Summe kommt es an Woran entzündet sich nun der Zorn der Ärzteschaft: Da ist zum einen der tatsächlich in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hohe Zuwachs der Honorare, der sich aus der bundesweiten Vereinheitlichung der Arzthonorare ergibt, wobei festgehalten werden muss:

Keine Region verliert Geld. Zum anderen liegt es daran, dass den Ärzten offensichtlich das neue Honorarsystem noch nicht erläutert wurde. Nur so ist zu erklären, dass sie schon jetzt über hohe Honorareinbußen klagen, obwohl sie bislang nur ungefähr wissen, wie viel sie im sogenannten Regelleistungsvolumen bekommen, einer begrenzten Auswahl von Leistungen, für die sie feste Preise erhalten. Aber das ist längst nicht die einzige Einnahmequelle im Quartal, hinzu kommen Honorare für Leistungen außerhalb der Gesamtvergütung, qualitätsgebundene Zuschläge und Mehrleistungen, für die sie abgestaffelte Honorare bekommen, zum Beispiel für ambulante Operationen, Früherkennungsuntersuchungen oder Akupunktur-Behandlungen. Davon wollen aber die Ärzte gerade in den Regionen wie Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein oder Nordrhein, die in geringerem Maße vom zusätzlichen Hono-


Der BARMER-Verwaltungsrat – ein Ehrenamt, das politischen Gestaltungsspielraum zugunsten der Versicherten und ihrer Gesundheit bietet. Hier nehmen seine Mitglieder Stellung zu aktuellen Themen.

Patientinnen und Patienten fragen:

Zitate

Wie behandele ich meinen Arzt? Dürfen Ärztinnen und Ärzte Vorkasse verlangen, ihre Praxen zum Quartalsende schließen oder eine Behandlung sogar verweigern? Nein. Ein Kassenarzt, der so handelt, verhält sich rechtswidrig und muss mit einer Strafe von bis zu 10.000 Euro und sogar dem Verlust seiner Zulassung rechnen. Ein Kassenpatient, der dennoch seine Behandlung bar bezahlt, muss sich darauf einstellen, dass die Kosten nicht erstattet werden. Was kann man tun, wenn ein Arzt die Behandlung verweigert? Zunächst sollte man den Arzt auf seine Behandlungspflicht hinweisen und anschließend die Krankenkasse informieren. Die Kasse kann bei den ärztlichen Körperschaften auf eine Bestrafung des Arztes drängen. Außerdem sollte sich jeder überlegen, den Arzt zu wechseln, wenn dieser nur mit Euro­ zeichen in den Augen seine Patienten betrachtet. Soll ich Kostenerstattung wählen, um von meinen Ärzten bevorzugt behandelt zu werden? Nein. Von der Kostenerstattung profitiert der Arzt, nicht der Patient. Er wird dann zwar wie ein Privatpatient behandelt, geht aber ein hohes finanzielles Risiko ein, da er nicht alle Kosten erstattet bekommt. Zudem ist er mindestens ein Jahr an diesen Abrechnungsmodus gebunden.

rarkuchen profitieren, nichts hören. Sie protestieren am lautesten. Und das, obwohl die Krankenkassen gemeinsam mit der Kassenärztlichen Βundesvereinigung (KBV) für die Jahre 2009 und 2010 eine Übergangs­phase beschlossen haben, um Facharztgruppen zu schützen, die unter überproportionalen Honorarverwerfungen zu leiden hätten „Was das neue System tatsächlich für den Quartalsumsatz ihrer Praxis bedeutet, kann erst nach Abschluss der Abrechnung des ersten Quartals festgestellt werden“, schrieb denn auch bereits im Januar der Chef der KBV, Dr. Andreas Köhler, die für die Verteilung der Gelder verantwortlich ist, an seine Kolleginnen und Kollegen. Wenn man dazu noch weiß, dass nach Angaben der KBV verschiedenen Arztgruppen „nur“ etwa 40 Prozent ihres Umsatzes aus diesen Regelleistungsvolumina erzielen, ist es für eine GewinnerVerlierer-Bilanz in der Tat noch zu früh.

„Die Honorarreform ist bis zum kleinsten Komma mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt, da kann es sich jetzt nicht entziehen und die Verantwortung auf die gemeinsame Selbstverwaltung abwälzen.“ Eva Beeskow Mitglied des Verwaltungsrates, Mitarbeit im Ausschuss für Gesundheit und Verträge, Liste BARMER GEMEINSCHAFT, Gewerkschaftsunabhängige Interessenvertretung für Mitglieder, Versicherte, Patienten und Rentner seit 1958 – e.V.

„Es ist unbestritten: Leistung muss sich auch für Ärzte lohnen. Aber sie gehören nach wie vor auch zu den Spitzenverdienern. Wenn die Politik jetzt daran denkt, bei den Arzthonoraren noch einmal Geld drauf­ zupacken, kann das nicht einseitig zu Lasten der Versicherten gehen.“ Karl Werner Lohre Mitglied des Verwaltungsrates, Mitarbeit im Hauptausschuss, Liste Deutscher Gewerkschaftsbund, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen

Dialog mit der selbstverwaltung. Schreiben Sie an: Dem Verwaltungsrat der BARMER – höchstes Organ der Selbstverwaltung – gehören 30 Mitglieder an. Sie bilden drei Fraktionen, die in den Ausschüssen für Finanzen, für Wettbewerb, Marketing und Kommunikation, für Gesundheit und Verträge und dem Ausschuss für Personal und Organisation mitarbeiten. Diese Fraktionen sind im Verwaltungsrat vertreten: BARMER-Gemeinschaft Gewerkschaftsunabhängige Interessenvertretung für Mitglieder, Versicherte, Patienten und Rentner seit 1958 – e.V. c/o Thomas Heerbeck, Weißdornweg 6, 76337 Waldbronn BARMER-Versichertenvereinigung Vereinigung von Versicherten, RentnerInnen der BARMER Ersatzkasse e.V. c/o Ilka Biermann, Auerhahnbalz 43, 14169 Berlin Deutscher Gewerkschaftsbund, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen c/o Karl Werner Lohre, Rheinallee 10, 53639 Königswinter

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Servicestark

Das Gesundheitslexikon zusammengestellt von den BARMER gesundexperten

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schönen urlaub! Wohin geht’s dieses Jahr? Spanien oder Österreich? Deutschland oder Frankreich? Dominikanische Republik, Norwegen oder Thailand? Oder ganz woanders hin? Egal, Hauptsache: Sie erholen sich gut. Damit der Urlaub die schönste Zeit des Jahres wird, gibt es hier die wichtigsten Tipps für einen gesunden Urlaub

W

ie man seinen Urlaub vorbereitet, ist sicherlich auch eine Typ-Frage. Die einen beginnen schon Monate vorher mit ihren Vorbereitungen. Andere sind kurz entschlossen, buchen erst ein, zwei Tage vorher und packen noch mal eben einen Koffer voll, bevor die Reise losgeht. Wie auchimmer – mit den Tipps der BARMER-Gesundexperten hat man beste Möglichkeiten, die schönen Seiten des Urlaubs zu genießen.

Fotos: Zefa/Jupiterimages, Fotolia/emmi

Arzneimittel auf Reisen Chronisch kranke Menschen müs­ sen genügend Medikamente mit in den Urlaub nehmen. In Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens (dazu gehören u.a. Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich und Portugal) können Medikamente für Aufenthalte bis zu 30 Tagen eingeführt werden. Empfehlenswert ist ein Medikamentenpass, in dem der Arzt jedes Medikament einträgt. Fällt ein Präparat unter das Betäubungsmittelrecht (häufig bei starken

Schmerzmitteln), braucht man in den Schengen-Staaten eine von der obersten Landesgesundheitsbehörde beglaubigte Bescheinigung. Eine Vorlage dafür gibt es auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (siehe Seite 41). Dort gibt es auch Hinweise für Reisen in Staaten, die nicht zum Schengener Abkommen gehören. Wichtigste Empfehlung hier: Vor der Reise die jeweilige Botschaft fragen, welche Bescheinigungen für Arzneimittel notwendig sind.

Auslandskrankenschein, EHIC und Co. Wer kurz vor der Reise noch seinen Versicherungsschutz komplettieren möchte, findet bei der BARMER schnelle Hilfe. Auf der Internetseite der Gesundexperten kann eine Europäische Krankenversichertenkarte – die EHIC – ange-

fordert oder ein Auslandskrankenschein für das Urlaubsland ausgedruckt werden. Beide Anspruchsausweise können telefonisch bei der BARMER vor Ort angefordert werden. Es gibt sie für 30 europäische Länder – von Belgien bis zum griechischen Teil Zyperns. Neben Auslandskrankenschein bzw. EHIC bietet die BARMER mit ihrem Kooperationspartner HUK COBURG einen zuverlässigen Begleiter auf Reisen rund um den Globus an. Der „AuslandsreiseZusatzschutz“ verbindet attraktive Leistungen mit einem sehr günstigen Preis: Singles zahlen 6 Euro pro Jahr, ab 70 Jahren 17 Euro; Familien können sich schon für 14,50 Euro jährlich absichern. Dafür gibt es einen Notrufservice rund um die Uhr, Übernahme der Kosten für medizinisch notwendige und ärztlich verordnete Krankenrücktransporte, Kostenübernahme bei Ärzten und Fachärzten, inklusive der ärztlich verordneten Arznei-, Heil- und Verbandmittel. Bezahlt wird die Hilfe eines Zahnarztes, der sich eines schmerzenden

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schönen urlaub! zusammengestellt von den BARMER gesundexperten

Diabetiker Diabetiker können – wie andere chronisch Kranke – auf Reisen gehen. Sie sollten allerdings besondere Vorkehrungen treffen. Der erste Gedanke gilt den Belastungen, die durch die Reise entstehen. Tropische Schwüle, Hitze oder Kälte, ungewohnte Nahrung und körperliche Anstrengungen wirken sich auf den Zuckerhaushalt und Insulinbedarf aus. Am besten mit Arzt oder Diabetesberaterin festlegen, welcher Vorrat an Utensilien für die Therapie wie Pens, Einwegspritzen, Insulin, Nadeln, Teststreifen oder Batterien für das Blutzuckermessgerät ins Reisegepäck gehört. Die Vorräte zwischen Gepäckstücken aufteilen. Denken sollte man an die strengen Sicherheitsvorschriften auf Flughäfen. Was genau an ­Vorkehrungen zu treffen ist, können die Fluggesellschaften am genauesten beschreiben. Auf jeden Fall sinnvoll ist ein Attest des behandelnden Arztes (siehe Seite 41).

Durchfall Er kann einem den Reisespaß gründlich verderben, der Reisedurchfall, medizinisch Diarrhöe. Nach drei bis fünf Tagen ist er meist überstanden. Wichtig ist, den besonders Kinder und Ältere belastenden Flüssigkeitsverlust durch viel Trinken zu ersetzen. Dauert die Diarrhöe länger oder kommen Fieber, Erbrechen, Blut im Stuhl oder Kreislaufstörungen hinzu, sollte man zum Arzt gehen. Den besten Schutz vor Durchfall bietet das Motto „Cook it, peel it or forget it“: Was nicht ausreichend gebraten oder gekocht ist oder sich nicht schälen lässt – Finger weg! Meiden sollte man u. a. rohe oder kaum erhitzte Eier, die in den Desserts oder Mayonnaisen verwandt werden, ungeschältes und ungeputztes Obst und Gemüse. Auch rohe Milch und Produkte

daraus besser weglassen. Wasser bietet im Ausland nur abgekocht oder industriell abgefüllt in Flaschen und Dosen Sicherheit. Für Eiswürfel abgekochtes Wasser verwenden.

Gesundheitsbrief für Auslandsreisen Seit einigen Jahren leistet er Reiselustigen gute Dienste – der Gesundheitsbrief für Auslandsreisen der BARMER in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Centrum für Reisemedizin. Er bietet, abgestimmt auf das jeweilige Reiseland, wertvolle Hinweise zu Schutzimpfungen und Malaria­ prophylaxe, nennt wichtige Utensilien in der Reiseapotheke und weist auf aktuelle Gesundheitsrisiken hin. Das alles kostenlos. Unser Tipp: Den Gesundheitsbrief rechtzeitig anfordern, damit die Schutzimpfungen ohne Zeitdruck erledigt werden können. Anforderung: siehe Seite 41.

Herzpatienten Menschen mit Herzkrankheiten sollten große Höhen meiden und sich bei Reisen auf Mittelgebirge beschränken. Bei einer Koronaren Herzkrankheit können sie bei „dünner Luft“ großer Höhen mit ihrem geringeren Sauerstoffanteil Probleme bekommen. Sie leiden schneller unter einem starken Engegefühl oder Schmerzen in der Herzgegend. Dann ist ein Herzinfarkt nicht auszuschließen. Ähnliche Folgen kann zu kalte Luft haben. Ab minus fünf Grad Celsius Außentemperatur steigt das Risiko für herzkranke Menschen. Patienten, bei denen erst vor kurzem eine Koronare Herzkrankheit festgestellt wurde oder eine schwere Form dieser Krankheit vorliegt, sollten auf jeden Fall vor einer Reise ihren Arzt informieren. Wer beim Belastungs-EKG auf dem Fahrradergometer jedoch ohne Probleme eine Leistung von 120 bis 150 Watt schafft, kann beruhigt in den Urlaub fahren.

Krankschreibung Auch Reisende können so ernst-

haft erkranken, dass sie arbeitsunfähig geschrieben werden müssen. Dann sind Urlauber – egal ob sie Arbeitnehmer oder arbeitslos sind oder Krankengeld bekommen – verpflichtet, ihren Arbeitgeber bzw. die Agentur für Arbeit schnellstmöglich über die Arbeitsunfähigkeit und deren Dauer zu informieren (per Telefon oder Fax). Nähere Tipps liefern Merkblätter, die es bei der ­BARMER vor Ort und im Internet für verschiedene Urlaubsländer gibt.

Malaria Gegen die von Stechmücken übertragene Malaria gibt es zwar keine Schutzimpfung. Die Vorbeugung gegen diese gefährliche Erkrankung ist jedoch sogar bei Last-Minute-Reisen noch möglich. Selbst am Tag vor der Einreise kann ein guter medikamentöser Schutz aufgebaut werden. Arzneimittel dafür verordnet der Arzt, der auch Hinweise zur Dauer der Einnahme gibt. Dringend abgeraten wird allgemein von einer homöopathischen Malariaprophylaxe. Sie bietet keinen ausreichenden Schutz. Neben medikamentöser Vorbeugung ist es sehr sinnvoll, sich durch Mückennetze, Insektenschutzsalben und entsprechende Kleidung vor den Mücken zu schützen.

Medizinische Geräte Herzschrittmacher, Insulinpumpe, Rollstühle – all das verhindert Reisen nicht, stellt aber einige besondere Anforderungen. Wer medizinische Geräte oder Hilfsmittel mit auf Reisen nehmen muss, sollte daher Vorkehrungen treffen. Ungewohntes Klima kann sich auf die Gebrauchseigenschaften von Hilfsmitteln auswirken. Hier hilft eine entsprechende Anfrage beim Arzt oder Hersteller. Medizinische Geräte mit Steuerungselektronik wie etwa Herzschrittmacher können bei Flugreisen durch die Strahlung an Kontrollpunkten „aus dem Takt“ kommen. Daher am besten beim Sicherheitscheck auf medizinische Geräte hinweisen.

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Zahnes annimmt, oder der stationäre Aufenthalt als Privatpatient in einem Krankenhaus.


„Als Gesundexperten begleiten wir Sie, damit Sie Ihren Urlaub unbeschwert genießen können: mit Ratschlägen für gesundes Reisen, Tipps für geeignete Zusatz­versicherungen und mit Verträgen, die Ihre medizinische Versorgung im europäischen Ausland sichern.” Birgit Fischer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BARMER

Alles Wichtige auf einen Blick  ipps rund um Reisevorbereitung, Anreise, Aufenthalt T und eine gesunde Heimkehr bei den Geschäftsstellen der BARMER und im Internet unter www.barmer.de.  usterformulare für Arzneimitteleinfuhr in UrlaubslänM der innerhalb und außerhalb Europas bei: www.bfarm.de, Stichwort „Ausland“.  in Formular für Diabetiker auf Reisen bietet der E Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Dia­ betiker Bundes an. Für Mitglieder ist es kostenlos, alle anderen zahlen einen Euro. Zu bestellen über www.ddbbw.de, Rubrik Themen/Soziales oder per Brief (frankierten Rückumschlag nicht vergessen) an den DDB, LV Baden-Württemberg, z. H. Reiner Hub, Referat Sozialrecht, ­Offenbachstraße 12, 74629 Pfedelbach.  äheres zum Zusatzschutz von HUK und BARMER N gibt es unter der Telefonnummer 01 80/2 48 53 45, montags bis freitags 7 bis 20 Uhr (6 Cent pro Anruf aus dem Festnetz der Deutschen Telekom).  tets aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise S in Ländern rund um den Erdball bietet das Auswärtige Amt der Bundesregierung auf seiner Internetseite www. auswaertiges-amt.de. Hier gibt es auch nützliche Informationen über Hilfen, die konsularische Vertretungen deutschen Staatsbürgern in Notfällen bieten.  ie ist das Wetter? Informationen zu Sonne, W Sturm und Regen im Urlaub gibt es beim Deutschen Wetterdienst unter www.dwd.de, Stichwort „Biowetter“ mit Tipps zu Pollenflug, UV-Index und für Wetterfühlige.  ie Faltblätter „Reisevorsorge“ und „Mit der D BARMER sicher fühlen – europaweit“ gibt es in jeder BARMER-Geschäftsstelle.


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Das Gesundheitslexikon

schönen urlaub! zusammengestellt von den BARMER gesundexperten

In allen Ländern der Europäischen Union lassen sich über die Rufnummer 112 Notfalldienste alarmieren, also etwa bei schweren Verkehrsunfällen. Das geht sowohl aus dem Festnetz als auch vom Mobiltelefon aus und ist kostenlos. In vielen Ländern sprechen die Mitarbeiter der Hotlines Deutsch, ansonsten kommt man mit Englisch immer weiter.

Reiseapotheke Dass die Reiseapotheke mit auf die Reise geht, ist klar. Was reingehört, richtet sich nach Reiseziel und Reisedauer. Auf jeden Fall müssen die Medikamente mit, auf die Reisende ständig angewiesen sind. Außerdem sinnvoll sind Mittel gegen (erwartbare) Gesundheitsprobleme wie Insektenstiche, allergische Reaktionen, Schmerzen oder Fieber. Zur Behandlung von Wunden unbedingt nötig sind Desinfektionsmittel, Pflaster, sterile Wundkompressen, Mull- und elastische Binden. Auch Klebeband, Schere, Pinzette und Zeckenzange sollten nicht fehlen. Lohnenswert ist sicherlich auch, ein Fieberthermometer mitzunehmen. Nützlich, aber nicht unbedingt erforderlich sind Medikamente gegen Übelkeit und Durchfall oder andere Beschwerden. Wer zum Beispiel seine empfindlichen Augen kennt, sollte neben der Sonnenbrille etwas gegen (oft allergisch bedingte) Bindehautentzündungen dabei haben.

Schutzimpfungen Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten Reisevorbereitungen. Konkrete Empfehlungen dazu gibt es bei reisemedizinischen Beratungsdiensten, Tropeninstituten oder dem Hausarzt. BARMER-Versicherte können außer-

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dem den BARMER-Gesundheitsbrief für Auslandsreisen nutzen. Wer eine Auslandsreise plant, sollte rechtzeitig mit den Schutzimpfungen beginnen, da manche etappenweise ihren Schutz aufbauen und zwischen den einzelnen Impfungen mitunter längere Abstände vorgeschrieben sind. Schutzimpfungen können in einem internationalen Impfausweis dokumentiert werden. Es gibt sie bei Gesundheitsämtern und Reisebüros.

schutzfaktor beachten) anpassen, lieber mehr als zu wenig Sonnenschutz auftragen. Daran denken, dass Wasser wie ein Brennglas wirkt und Sonnenschutz abwaschen kann. Achtung: Manche Medikamente, aber auch Babyöl erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Öfter einmal Pausen im Schatten einlegen. Bei Sonnenbrand schnell raus aus der Sonne, reichlich trinken und die gerötete Haut kühlen. Bei stärkerem Sonnenbrand zum Arzt.

Schwangere

Thrombosen

Schwangerschaft und Reisen – das passt gut zusammen. Dies gilt zumindest, solange die Schwangerschaft normal verläuft. Verzichten sollten werdende Mütter auf eine Fernreise bei Schwangerschaftskomplikationen jeglicher Art, wenn diagnostische Ein­griffe (Fruchtwasseruntersuchung) weniger als 14 Tage zurückliegen und nach operativen Eingriffen in der Bauchregion. Ein schlechter Allgemeinzustand, chronische Erkrankungen von Leber, Niere oder Herz, Diabetes oder Beschwerden, die zu starken Schwankungen des Gesundheitszustandes führen können, sollten für Schwangere immer ein Argument gegen eine Fernreise sein. In der letzten Schwangerschaftsphase müssen sowohl Lang- als auch Kurzstreckenflüge unterbleiben. Im Zweifel: Vor der Reise Frauenärztin oder -arzt fragen!

Eine Reisethrombose ist zwar recht selten, jedoch nicht ungefährlich. Sitzt man lange in Flugzeug, Bus, Bahn oder Auto, kann sich das Blut in den Beinen stauen und einen Blutpfropf bilden. Das lässt sich durch Bewegung (Aufstehen, Fußkreiseln) und ausreichendes Trinken verhindern. Bleiben Beschwerden wie Kribbeln oder Schmerzen in den Beinen und geschwollene Füße bestehen, sollte man zum Arzt gehen. Ein Tipp zur Thrombose-Vorbeugung: auf Reisen Kompressionsstrümpfe tragen.

Sonnenschutz Sonnenschutz ist besonders für Kinder wichtig. Babys gehören gar nicht in die Sonne, Kleinkinder sollten lockere Kleidung und Kopfbedeckung tragen, wenn sie gut eingecremt für kurze Zeit die Sonne genießen. Ansonsten einfach die bewährten Sonnenschutzregeln beachten: kein Sonnenbad zur Mittagszeit, nie ungeschützt durch entsprechende Mittel (30 Minuten vorher reichlich auftragen, keine Stelle auslassen) in die Sonne, den Sonnenschutz an den Hauttyp (Licht-

Wilde Tiere Fremde Länder bieten nicht nur Attraktionen, sondern oft auch exotische Tiere. Denen sollte man vor allem mit Respekt und Vorsicht begegnen und genügend Abstand halten. Wer sich an gängige Regeln hält, strapaziert sein Glück nicht über Gebühr. Vorsichtige Reisende informieren sich im Vorfeld, wie sie sich vor unliebsamen Begegnungen schützen können. Dass dabei auch mal altbekannte Weisheiten über Bord gehen, zeigt das Beispiel Schlangenbisse. Im Gegensatz zu früher halten Ärzte heute nichts mehr davon, die Bissstelle einzuschneiden und auszusaugen oder Extremitäten abzubinden. Als Erste Hilfe genüge es, den gebissenen Arm oder Fuß ruhig zu stellen und den Betroffenen zu beruhigen. Danach könne man nicht viel mehr tun, als den nächsten Arzt oder die nächste Klinik aufzusuchen.

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Notrufnummer 112


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Bislang konnten die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen ihrer Satzungen  die Beitragsbemessung für ihre freiwillig Versicherten größtenteils eigenständig regeln. Durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz ist diese Befugnis zum 1. Januar 2009 weggefallen. Ab diesem Zeitpunkt legt der GKV-Spitzenverband die Beitragsbemessung einheitlich für alle gesetzlichen Krankenkassen fest. Hierzu hat er die sogenannten  „Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler“ beschlossen. Sie enthalten für die Krankenkassen  verpflichtende Vorgaben zur einheitlichen Bemessung und Erhebung der Beiträge zur Kranken-  und Pflegeversicherung. Diese Beitragsverfahrensgrundsätze sehen teilweise Regelungen vor, die von den bisherigen Satzungsbestimmungen der BARMER abweichen (z. B. bei der Berücksichtigung von Ehegatteneinkünften). Deshalb wird sich bei einer Reihe von Versicherten die Beitragsbelastung verändern. Die BARMER informiert die betroffenen freiwilligen Mitglieder individuell und übermittelt im Laufe des Jahres 2009 neue Beitragsbescheide.  Bei Rückfragen zu diesen Themen sprechen Sie bitte die BARMERGesundexpertinnen und Gesundexperten in Ihrer Geschäftsstelle an. Erstklassig

Wahlspartarife Die für die BARMER zuständige Aufsichtsbehörde, das Bundesversicherungsamt, hat die ihr unterstellten Kassen verpflichtet, das Krankengeld sowie das Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes bei den Selbstbehalt- und Beitragsrückerstattungstarifen anzurechnen. Dadurch kann sich die zu erwartende Prämie reduzieren. Wenn sich dadurch bei der nun anstehenden Abrechnung für 2008 Fragen ergeben, wenden Sie sich bitte an Ihre Geschäftsstelle.

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Beitragsbemessung freiwillig versicherter Mitglieder


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Effizient und flexibel

Weisse ListE Hilft bei der Krankenhaussuche Gute Neuigkeiten für alle BARMERVersicherten, die ein Krankenhaus ganz nach ihren Bedürfnissen suchen: Sie können jetzt das Kliniksuchportal „Weisse Liste“ über www.weisse-liste.barmer.de erreichen. Alternativ dazu gibt es weiter die Möglichkeit, das Suchportal über die Internetseite der BARMER anzusteuern. Einfach im Bereich „Beratung und Kontakt“ auf die „Arzt-, Klinik- und Apothekensuche“ klicken und dann auf den Link zur „Krankenhaussuche Weisse Liste“ – und schon kann die Suche losgehen. Das Kliniksuchportal ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Es bietet Patienten kompetente, unabhängige und verständliche Hilfe bei der Suche nach dem passenden Krankenhaus. Dabei kann man sich für verschiedene Suchwege entscheiden: Entweder sucht man über Körperregionen oder nach einem Ort oder Krankenhaus. In den meisten Fällen dürfte die Suche nach Krankheiten oder Behandlungen die effektivste Suchmethode sein, weil sie auch medizinischen Laien keine Probleme macht. Denn selbst allgemeine Begriffe wie „Bauchweh“, „traurig“ oder „Galle“ führen zusammen mit einer regionalen Eingrenzung über Postleitzahl und Umkreis zu den gewünschten Treffern. Danach können über eine Schnell-

suche sofort alle wichtigen Ergebnisse angezeigt werden. Wer hilfreiche Tipps haben möchte, kann alternativ dazu einen Suchassistenten benutzen. Er zeigt immer nur die Informationen an, die für den jeweiligen Behandlungswunsch bedeutsam sind.

In maximal 16 Schritten können Kliniken in unterschiedlichen Kate­gorien als interessante Favoriten gekennzeichnet werden. Am Schluss zeigt die Zusammenfassung, welche Klinik am besten den Vorstellungen des Patienten nahekommt.

Selbsthilfegruppen DGM Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V.

Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.

Bundesgeschäftsstelle, Im Moos 4, 79112 Freiburg, Telefon 0 76 65/9 44 70, Telefax 0 76 65/94 47 20, Internet: www.dgm.org · E-Mail: info@dgm.org Rund 100.000 Menschen in Deutschland leiden an einer der etwa 800 derzeit bekannten Formen von Muskelerkrankungen, deren wesentliches Merkmal, die geringer werdende Muskelmasse, der Volksmund mit dem Begriff „Muskelschwund“ beschreibt. Betroffene sind dadurch zum Teil erheblich eingeschränkt. Die DGM bietet ihnen u. a. eine intensive Beratung und Hilfe zur Selbsthilfe.

Geschäftsstelle, Wittener Straße 87, 44789 Bochum Telefon 02 34/68 70 55 52, Internet: www.bpe-online.de · E-Mail: kontakt-info@bpe-online.de Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e. V. setzt sich für humanere Lebensbedingungen und wirksamere Hilfen für Patienten ein. Dazu gehört, gängige Lehrmeinungen über Ursachen und Behandlung psychischer Erkrankungen im Sinne der Patienten zu verändern. Seinen Mitgliedern hilft der Verband u. a. beim Aufbau örtlicher Selbsthilfegruppen.

Verein für von der Von-Hippel-LindauErkrankung betroffene Familien (VHL) e.V.

Selbsthilfegruppe Idiopathische Thrombozytopenische Purpura (ITP)

Gerhard Alsmeier, Rembrandtstraße 2, 49716 Meppen, Telefon 0 59 31/92 95 52, Internet: www.hippel-lindau.de · E-Mail: info@hippel-lindau.de Die Von-Hippel-Lindau-Erkrankung ist eine seltene erbliche Tumor­ erkrankung (international VHL abgekürzt), die am häufigsten Augen, Kleinhirn, Rückenmark, Nieren und Nebennieren sowie die Bauchspeicheldrüse befällt. Der Verein unterstützt vor allem Betroffene und fördert die wissenschaftliche Forschung zur Diagnostik und Therapie der Erkrankung.

c/o Gabriele Arnold, Heegstrauchweg 6b, 35394 Gießen, Telefon 06 41/4 98 66 71 · Internet: www.itp-information.de, E-Mail: arnold.gabriele@web.de Bei der seltenen  Autoimmunerkrankung ITP (auch Morbus Werlhof)  produziert das Immunsystem Antikörper, die die an der Blutgerinnung wesentlich beteiligten Blutplättchen (Thrombozyten) angreifen und zerstören. Die Selbsthilfegruppe versucht, Betroffenen mit umfang­ reichen Informationen über Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapie der Erkrankung zu helfen.

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Veröffentlichung der Höhe der Vorstandsvergütung einschließlich Nebenleistungen (Jahresbeträge) und der wesentlichen Versorgungsregelungen der einzelnen Vorstandsmitglieder gemäß § 35a Abs. 6 SGB IV

BARMER ERsAtzkAssE, WuppERtAl Vorjahresvergütung 2008 Funktion

Vorstandsvorsitzender

stv. Vorstandsvorsitzende

Grundvergütung

wesentliche Versorgungsregelungen

variable Dienstwagen Bestandteile auch zur privaten Nutzung

Übergangsregelung nach Ablauf der Amtszeit

in der gesetzl. vergleichbar mit ZusatzverRentenversi- beamtenrechtlichen sorgung/Becherung Regelungen triebsrente versichert

Höhe gemäß Vorstandsvertrag in Euro

gezahlter Betrag in Euro

ja/nein

Höhe/Laufzeit

ja/nein

vergleichbare Besoldungsgruppe

198.440,07

keine

ja

75 % bis Eintritt des Versorgungsfalles

ja

B 11 (unter Anrechnung von Renten und sonstigen Versorgungsleistungen)

nein

B 11 (unter Anrechnung von Renten und sonstigen Versorgungsleistungen)

nein

198.440,07

keine

ja

100 % vom letzten Gehalt für die ersten drei Monate danach 50 % für neun Monate

ja

Zuschuss zur privaten Versorgung

jährlich auf- jährlich aufzuwenden- zuwendender der Betrag in Betrag in Euro Euro nein

vertragliche Regelungen für den SonderregeFall der Amtslungen der enthebung Versorgung oder -entbindung Höhe/ Laufzeit

Höhe/Berechnung einer Abfindung/ eines Übergangsgeldes

nein

Entbindung: 72 % bis Eintritt des Versorgungsfalls Enthebung: keine Ansprüche

nein

nein

Entbindung: 100 % vom letzten Gehalt für die ersten drei Monate, danach 50 % für neun Monate Enthebung: keine Ansprüche

Vorstandsmitglied

198.440,07

keine

ja

Vertragsbedingungen vor Amtsantritt

ja

B 11 (unter Anrechnung von Renten und sonstigen Versorgungsleistungen)

nein

nein

nein

Vertragsbedingungen vor Amtsantritt

VERBAnd dER AngEstElltEn-kRAnkEnkAssEn e.V. (VdAk) / ARBEitER-ERsAtzkAssEnVERBAnd e.V. (AEV) Vorstandsvorsitzender

168.000,00

keine

Freibetrag bei Belastungsgrenze für Kinder geändert Nach Redaktionsschluss unserer letzten Ausgabe wurde eine Änderung des Freibetrages für berücksichtigungsfähige Kinder bei der Belastungsgrenze für Zuzahlungen bekannt. Dieser Betrag wurde durch den Bundesrat erst am 19. Dezember 2008 für 2009 auf 3.864 Euro festgelegt.

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ja

nein

ja

nein

Betriebliche Altersvorsorge gemäß Tarifvertrag zzgl. 12.000,00

nein

nein

75 % bis Ablauf der Amtsperiode

Test auf schwangerschaftsdiabetes kommt gut an 7.500 Versicherte der BARMER haben bisher den seit Juni 2008 angebotenen Test auf Schwangerschaftsdiabetes genutzt. Dieser Test ist sinnvoll, um gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind rechtzeitig zu entdecken und entsprechend zu helfen. Auf den Wert eines solchen Tests hatte erst

vor kurzem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hingewiesen. Dabei stützte es sich auf die im Mai 2008 veröffentlichte HAPO-Studie. Diese Studie bestätigte, dass mit steigenden Blutzuckerwerten das Risiko für Geburtskomplikationen zunimmt. Die BARMER ist bislang

die einzige Krankenkasse, die ihren schwangeren Versicherten bundesweit diesen Test anbietet. Grundlage dafür ist ein Vertrag mit dem Berufsverband der Frauenärzte. Der Test ist freiwillig und für Versicherte kostenlos. Bei der BARMER werden jährlich rund 60.000 Geburten gezählt.


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GEHIRN-JOGGING

SUDOKU

Hier ein bisschen Sport für die grauen Zellen und die Chance, je einen attraktiven Überraschungs-Buchpreis für Erwachsene und für Kinder (bis 12 Jahre) zu gewinnen. Lösungswort auf einer Postkarte bis zum 31. Mai 2009 senden an: BARMER-Redaktion, Stichwort Rätsel, 42271 Wuppertal. Oder per E-Mail: gewinnspiel@barmer.de. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Alle Preise sind gestiftet und nicht aus Mitgliedsbeiträgen finanziert.

FÜR KÖNNER

Das Rastergitter mit den Zahlen 1 bis 9 auffüllen. Dabei darf in jeder Zeile, in jeder Spalte und in jedem 3 x 3-Feld jede Zahl nur einmal vorkommen.

HALLO KINDER

Runter vom Sofa und rein in die Lauf- oder Wanderschuhe. Wer sich regelmäßig mehrmals in der Woche mindestens eine halbe Stunde bewegt und auf eine ausgewogene, fettarme Ernährung achtet, wird garantiert … (siehe Lösungswort).

Schreibt die Wörter zu den Bildchen in der nummerierten Reihenfolge senkrecht in die Kästchen. Die Buchstaben in der grauen Reihe ergeben das Lösungswort. Kleiner Tipp: Macht im Frühling draußen besonders viel Spaß. Unter allen richtigen Einsendungen verlost die BARMER ein spannendes Buch aus dem Boje-Verlag.

IMPRESSUM BARMER – das aktuelle Gesundheitsmagazin, Zeitschrift für Mitglieder der BARMER, Nr. 2, 2. Quartal 2009 Herausgeber: BARMER Anschrift: BARMER, Redaktion, 42271 Wuppertal Telefon: 018 500 99-0 Telefax: 018 500 99-1459

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BARMER 2/2009

Internet: www.barmer.de E-Mail: redaktion@barmer.de

Konzeption: Helmut Fleischer Consulting Layout: Judith Csulits

Chefradaktion: Susanne Rüsberg-Uhrig (verantw.)

Medizinisch-wissenschaftliche Beratung: Dr. Ursula Marschall

Redaktion: Doris Goedecke-Vorberg (Ltg.), Esther Ermert, Axel Wunsch. Mitarbeit an dieser Ausgabe: Bernd Brandemann, Helmut Fleischer, Andreas Hipp

Anzeigenleitung: Adrian Peipp Telefon: 089/92 50-36 49 Telefax: 089/92 50-25 38 Es gilt der Anzeigentarif Nr. 13, gültig ab 1.1. 2009

Herstellung: Hans Schwend, Theo Christoph Druck: Burda GmbH, Offenburg Lagernummer: 6298 2/09 Sämtliche Anzeigen von Fremdanbietern in diesem Heft stehen für sich selbst. Sie beinhalten keine Empfehlung der BARMER. Für eingesandte Manuskripte, Fotos etc. wird keine Haftung übernommen. Der Bezugspreis ist im Mitgliederbeitrag enthalten. Der Innenteil der Zeitschrift wird auf Recycling-Papier gedruckt.


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