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NR. 3 DEZEMBER 2012 I € 3,–

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Das Magazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Salzburg

10 Jahre Paracelsus Universität

Tempus fugit – die Zeit vergeht! Freude und Dankbarkeit prägen ein Jubiläum.


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Editorial SUS

JJahre? ahre?

Die Paracelsus Universität ist zehn Jahre alt. Oder jung? Am 30. Jänner 2003 fand in der Residenz zu Salzburg die Gründungsfeier statt. Wie schnell die Zeit vergeht ... In diesem Heft beschäftigen wir uns erinnerlich auf zehn Seiten mit diesen zehn Jahren. Dieser kurze Blick zurück auf arbeitsreiche Jahre sei gestattet. Die Paracelsus Universität hat sich als erste private medizinische Universität in Österreich einen sehr guten Ruf erarbeitet, besonders in der Ausbildung ihrer Studierenden. Die Idee, einer handverlesenen Schar von anfangs 42, dann 50 Studierenden pro Jahrgang in einem verkürzten Studium der Humanmedizin (nur fünf Jahre) eine zwar intensive, aber hoch qualifizierte Ausbildung zu bieten, war richtig. Die Absolventen aus Salzburg sind auf dem „Markt“ gefragt. Rektor Herbert Resch und andere haben auf Nachfrage von Paracelsus Today in der Erinnerungskiste gewühlt, Landeshauptfrau Gabi Burgstaller in einem Interview mit Lob nicht gegeizt. Tut gut! Mit interessanten Geschichten aus der Lehre (zur didaktischen Aus- bzw. Weiterbildung der Lehrenden oder zur Rolle der Tutoren im Unterricht) und der Forschung (Thema Schlaganfall) wollen wir für ihre Kurzweil sorgen. Das Porträt eines erfolgreichen Alumni aus dem allerersten Studienjahrgang 2003 darf nicht fehlen, ebenso der eine oder andere Tipp gegen Erkältungen im Winter. Danke für Ihr Interesse an der Paracelsus Universität in diesen zehn Jahren – und viel Vergnügen beim Lesen! Dr. Gottfried Stienen Chefredakteur

Impressum Paracelsus Today ist das Magazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg • Auflage: 30.100 Stück • Medieninhaber und Herausgeber: Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg - Privatstiftung, Strubergasse 21, 5020 Salzburg, Tel. +43 (0)662/4420020, www.pmu.ac.at • Verlag: Magazinmanagement und Verleger: Schoaß & Partner GmbH, Albrechtgasse 9, 8010 Graz, +43 (0)316/820082, www.schoass.at, Geschäftsführer: Mag. Helmut Schoaß • Chefredakteur: Dr. Gottfried Stienen • Chefin vom Dienst: Stefanie Illmer • Art-Direktor: Tom Wagner • Produktion: m4! Mediendienstleistungs GmbH & Co KG, Schönaugasse 64, 8010 Graz • Mitarbeiter/-innen dieser Ausgabe: Andreas Aichinger, Sabine Ritzinger, Ilse Spadlinek, Dr. Gottfried Stienen • Fotos: wild&team fotoagentur gmbH, iStock, SALK, Land Salzburg, Privatfotos • Coverfoto: istock • Herstellung: Druck Styria GmbH & Co KG • Alle Angaben ohne Gewähr. Haftung für Irrtümer und Änderungen ausgeschlossen. Satz- und Druckfehler sowie alle Rechte vorbehalten.

Offenlegung nach § 25 (2) des Mediengesetzes Paracelsus Today ist das Universitätsmagazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg. Die Themenschwerpunkte umfassen Aus- und Weiterbildung, Forschung sowie gelebte Kooperationen im Bereich Health Sciences. 3-mal jährlich werden unsere Sponsoren, Partner, Freunde und Abonnenten über das Leben und Arbeiten an der Universität informiert. Herausgegeben wird das Magazin vom Rechtsträger der Universität, der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg - Privatstiftung (FN 191581m, Landesgericht Salzburg), die damit gleichzeitig als Medieneigentümer fungiert. Der Stiftungszweck ist vorrangig auf die Förderung, den Betrieb und Erhalt der Universität ausgerichtet.

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Inhalt 4 Short Cuts. Neues aus der Uni. 6 Spotlight. Was der Namensgeber Paracelsus sagen würde ... 8 Inside. Zehn Jahre Paracelsus Uni: Vom Willen, das Neue zu gestalten. 14 Outside. Science sells: Über den Mehrwert von Medizinerkongressen. 16 Inside. Ethik? Ja eh … 20 Fokus On. Was die Medizin von der Luftfahrt lernen kann. 22 Research. Ein Tausendsassa mit Potenzial: Das neu entdeckte Protein PGC-1alpha. 24 Research. Vorteil Uniklinikum: Monika Killer über das Forschungsinstitut für Neurointervention. 28 Update. Schnupfen-Mythen über Rotz und Wasser. 30 Body-Check. Das Wichtigste über den Schlaganfall. 32 Alumni. Thomas Melchardt über genützte Chancen. 34 Education. Genial statt frontal mit dem Lehrgang für Medizindidaktik. 36 Education. Tutorenbetreute Lehre und ihr Nutzen. 38 Friends. Andreas Greither über den Papst, Putin und die Pharmazie. 40 Point of View. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller über die Paracelsus Uni.

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Short Cuts

Das neue Forschungshaus nimmt Gestalt an. Am 20. November fand die Firstfeier statt.

Sanofi-Preise für Jungforscher Zur Förderung der medizinischen Forschung in Österreich vergab die Sanofi-Stiftung zum dritten Mal drei Preise für hervorragende Arbeiten junger Wissenschafter der Paracelsus Universität – dotiert mit 3000 Euro pro Preisträger. Sanofi-Geschäftsführer Roman Gamerith hob die Bedeutung sowohl der Grundlagen- als auch der angewandten klinischen Forschung für die pharmazeutische Industrie hervor. Rektor Herbert Resch unterstrich das hohe Ansehen dieses Preises, der früher unter dem Namen Höchst-Preis verliehen wurde. Besonders für junge Wissenschafter, die hochklassige wis-

senschaftliche Leistungen erbringen, sei diese Auszeichnung sehr motivierend. Die diesjährigen Preisträger weisen bereits ein eindrucksvolles publikatorisches Oeuvre auf, das eine baldige Habilitation und auch für die Zukunft eine sehr erfolgreiche Fortführung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten erwarten lässt. Gratulation den Preisträgern: Johannes Adalbert Mayr (Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde), Eva Murauer (Universitätsklinik für Dermatologie/EB-Haus Austria) und Selma Soyal-Patsch (Universitätsinstitut für Medizinisch-Chemische Labordiagnostik).

Mayo meets Paracelsus

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Fotos: Paracelsus Uni, privat

Die nun zehnjährige Kooperation mit der Mayo Medical School wird auch mit vielen gegenseitigen Besuchen von Führungskräften der beiden Universitäten gelebt. Im Herbst war Jane Meyer (Bildmitte) in Salzburg zu Gast. An mehreren Arbeitstagen wurde die Planung und Abwicklung der Forschungsaufenthalte der Humanmedizin-Studierenden aus Salzburg koordiniert und optimiert. Pro Jahr können bis zu zwölf Studierende der Paracelsus Universität im Rahmen ihres Forschungstrimesters an der Mayo Clinic vier Monate forschen.

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Short Cuts

Führungswechsel im Forschungsdekanat Ehemalige unter sich Der Alumni-Club der Paracelsus Universität lud im Herbst zum Treffen nach Salzburg. Im Mittelpunkt der jährlichen Treffen steht der Netzwerkgedanke zwischen den Absolventen der Studiengänge Humanmedizin, Pflegewissenschaft, Medizinische Wissenschaft und Molekulare Medizin. Club-Vorstand Sebastian Rösch hatte für seine Mitglieder ein Tagesprogramm mit fachlichem Hintergrund und Unterhaltungsaspekten vorbereitet. In einem Koniotomie-Kurs informierte Oberarzt Gerhard Moser in einem Vortrag über Grundsätzliches zum Luftröhrenschnitt und ließ im Anschluss an Präparaten

üben. In der Mitgliederversammlung wählten die Club-Mitglieder den neuen Vorstand (Bild v.l.n.r.), der sich nun aus Sebastian Rösch, Maximilian Einhäupl, Kerstin Illichmann, Klara Mörwald, Barbara Grotz und Lukas Grassner zusammensetzt. Bei einem Gokart-Rennen in St. Pantaleon am Nachmittag kristallisierte sich kein Nachfolger für Sebastian Vettel heraus, der Spaßfaktor war bei allen hoch. Abends faszinierte ein Vortrag des Flugsicherheitsexperten Manfred Müller zum Thema „Was kann die Medizin von der Luftfahrt lernen?“ die Zuhörer. Lesen Sie dazu Auszüge auf der Seite 20.

Das Dekanat für Forschung der Paracelsus Universität hat den Chef verloren. Christoph Stuppäck hat sich auf eigenen Wunsch von dieser bedeutenden und arbeitsintensiven Funktion zurückgezogen. Rektor Herbert Resch nahm den Rücktritt mit Bedauern an und betonte zugleich die sehr gute Arbeit von Stuppäck in den vergangenen drei Jahren. Stuppäck wird sich nun wieder auf seine berufliche Tätigkeit als Primar der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Salzburg konzentrieren. Die interimistische Leitung des Dekanats wird Dozentin Conny Hauser-Kronberger übernehmen, die bereits Vize-Dekanin für Forschung war.

10.000 Euro beim Golf gesammelt Ein großartiges Engagement einer Studentin der Paracelsus Universität bescherte einen warmen Geldregen. Caroline Lukesch hat sich zusammen mit ihrer Freundin Christina Sailer (die Tochter des berühmtesten österreichischen Skihelden Toni Sailer) zusammengetan und ein Charity-Golfturnier in Kitzbühel organisiert. Wer einmal Ähnliches umgesetzt hat, kennt die Mühen im Vorfeld einer solchen Veranstaltung. Auf der Anlage des Golfclubs Kitzbühel-Schwarzsee – traumhaft gelegen mit Blick auf den Wilden Kaiser – spielten zahlreiche Prominente (dabei auch

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Förderer der Paracelsus Universität und ÖSV-Skisportler) um den Turniersieg. Die Gewinner traten diesmal jedoch gerne in den Hintergrund, der Zweck war Geld für die Forschung (Thema Stammzellen) für Salzburg zu „erspielen“. Beim abendlichen Dinner im Clubhaus mit 70 Gästen konnte Caroline Lukesch (im Bild links) mit Stolz einen Scheck über 10.160 Euro an den Fundraisingleiter Gottfried Stienen überreichen. Die Paracelsus Universität bedankt sich auch auf diesem Wege nochmals herzlich für diese besondere CharityAktion.

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Was Paracelsus sagen würde Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus, war ein Pionier der modernen Heilkunde und organischen Chemie. Stets vertrauend auf den Tatsachenbefund „Dass einer wisse und nit wähne!“ starb der große Arzt, Naturwissenschafter, Humanist und Philosph 1541 in Salzburg. Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 trägt die Paracelsus Medizinische Privatuniversität mit Stolz seinen Namen. Autor: Gottfried Stienen . Foto: Salzburg Info

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ielerorts nennt man mich, Paracelsus, einen unbequemen Zeitgenossen, das weiß ich wohl. Ein Kritiker und Mahner will ich doch nur sein und nach vorne blicken, Utopien nahe zur Wirklichkeit führen – getragen von der Kraft der Wissenschaft, vom Geiste, Neues zu erfahren. Neues für die Gesellschaft, Dienste für jedermann – ob in der ärztlichen Kunst, in der Alchemie oder Naturwissenschaft. Unser Leib ist Teil dieser Erde und der Mensch ist tausend und abertausend Partikeln und Gefährlichkeiten ausgesetzt; keinen Augenblick ist man sich seiner Gesundheit oder seines Lebens ganz sicher. Gegen diese Not gilt es zu kämpfen. Das tat ich gerne und hab also Hohe Schulen lange Jahre erfahren, in vielen Landen den Grund der Arznei gesucht. Ich hab nachgefragt, emsig und fleißig, an allen möglichen Orten, Erforschung gesucht bei vielen: bei gelehrten Ärzten, Schwarzkünstlern, Weibern, Klöstern, Gescheiten und Einfältigen. Ich sehe es als Pflicht zur Erfahrenheit im Wandern von Land zu Land, um sein Wissen zu mehren. Auch Salzburg habe ich besucht, in der Stadt gelebt und auch versucht, in den Gauen zu forschen, zuweilen in Gas-

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tein, eine Heilkraft im dortigen Wasser zu entdecken. Die Zeit hat nie gereicht, alles zu erfahren oder gar in Schriften zu fassen. Verstrickungen und Feindschaft von Menschen, die meiner nicht folgen wollten, haben mich vertrieben. Doch halt, ich hab vernommen, dass an dieser Schule, die meinen Namen trägt, in Gastein geforscht wird und doch ein Zusammenhang besteht mit dem Edelmetall und dem Wasser. Diese Schu-

le, diese Universität, sie gedeiht doch prächtig. Zehn Jahre wurde dort nun gelehrt, geforscht und den Kranken geholfen. Die jungen Leut’ sind getrieben von Neugier, emsig, fragen oft und zeigen viel Talent. Das ist gut so. Viele sind schon gut gebildet in der ärztlichen Kunst in Salzburg und in fremden Landen dabei, Menschen zu heilen, zu helfen. Gescheit sollen sie sein, weil diese Schule auf sie achtet, sie fördert und ihnen vieles mitgibt für das Leben nach der Schule. Kritik und Argwohn gab es genug vor zehn Jahren an den Gründern dieser Stätte, wo die jungen Leute freiwillig Jahre zum Lernen verbringen. Doch still ist es geworden um diese Nörgler, die immer meinen, alles besser zu wissen, ohne viel zu tun. Ich, Paracelsus, höre viel Gutes. Kraftvoll und stark wird der eingeschlagene Weg gegangen, begleitet von Lob, Achtung und auch ein wenig Neid. Die Zeit hat gleichwohl manches verändert. Viele helfen dieser Schule – schon viele Jahre. Mit Geld, aber auch mit Zuspruch, mutig zu bleiben. Das Interesse – auch in fremden Landen – ist ob dieser guten Arbeit groß, die Neugierde der anderen ist geweckt, der Weg nach Salzburg wird gesucht. Die Forschung lebt, ein Haus dafür wird bald die Türen öffnen. Neues Wissen wird neue Geister locken und die ärztliche Kunst voranbringen. Menschen werden auf Heilung von Krankheiten hoffen, die dem Leibe heute noch gefährlich sind. Ich, Paracelsus, teile den Geist dieser Schule, verkünde stolz deren Tun. Alle sollten stolz sein und dafür Sorge tragen, dass geforscht und gelehrt werden kann. Nicht noch zehn Jahre, nein 100 Jahre. •

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Charakter. Stark. Die neue Generation des GLK. Bei Ihrem Partner der Pappas Gruppe. Kraftstoffverbrauch (NEFZ) 5,5–8,6 l /100 km, CO2-Emission 143–199 g/km. www.pappas.at/glk

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Inside

Vom Willen, Neues zu gestalten Die Paracelsus Universität wurde vor zehn Jahren akkreditiert. Wie bei Jubiläen üblich, wird gerne in die Vergangenheit geblickt – man erinnert sich an wichtige Ereignisse und geht mit Zuversicht in die Zukunft. Autorin: Ilse Spadlinek · Fotos: Paracelsus Uni/wild+team, SALK

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rst 10 Jahre! Dennoch würde die Chronik der jungen Universität – die noch zu schreiben ist – bereits viele hundert Seiten füllen – mit Zahlen, Daten und Fakten, vor allem aber mit Episoden, Anekdoten und den Erinnerungen jener Persönlichkeiten, die mittelbar oder unmittelbar beteiligt waren. Beteiligt an der Entstehung des „privatmedizinischen Modells“, an unzähligen Diskussionen in den Jahren davor, an der Entwicklung des Projekts und schließlich an der Erfolgsgeschichte der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität – allerorten kurz PMU genannt.

Das Jahr 2013 ist also ein Jubiläumsjahr. Die offizielle Geburtsstunde der Universität schlug am 30. Jänner 2003. An diesem Tag fand in der Salzburger Residenz der Festakt zur offiziellen Universitätsgründung statt, ebenso die Unterzeichnung der Kooperation mit der Mayo Medical School. Im September dieses Jahres begann der erste Studienjahrgang der Humanmedizin, am 30. Oktober folgte die feierliche Inauguration des Rektors, des Kanzlers und der Dekane und die Ernennung der Salzburger Landeskliniken zu Universitätskliniken im Hangar-7. Dabei wurden zum ersten Mal auch der Universitätsname und das -logo präsentiert, mit Paracelsus als Namensgeber, der seiner Zeit stets voraus war und so auch in Zukunft Vorbild für die Universität sein wird. Wenn wir in der Chronik der Erinnerungen blättern, dann könnte die imaginäre Geburtsstunde der Paracelsus Universität auch schon früher geschlagen haben – vielleicht nach dem Besuch einer Delegation im Wissenschaftsministerium in Wien? „Es war am Faschingsdienstag 1998. Von unten klang der Faschingstrubel der Narren zu uns herauf, das war geradezu eine Metapher“, erzählt Rektor Herbert Resch. Eine kleine Gruppe von Primarärzten wollte sich Klarheit darüber verschaffen, wie es um die Chancen

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2003/01: Gründungsfeier in der Salzburger Residenz mit Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit der Mayo Medical School.

für eine öffentliche Medizinuniversität in Salzburg tatsächlich stand, Vorbereitungen dafür waren ja längst getroffen. „Das Gespräch war so ernüchternd für uns, dass ich meinen Freund Julian Frick zum ersten Mal eine Unmenge Bier trinken sah. Die Erfahrung in Wien hat uns gezeigt, dass wir uns auf die eigenen Füße stellen mussten.“

Natürlich gab es Zweifel. Doch hier kommen wichtige Namen ins Spiel: Anthony Windebank, damals Dekan der Mayo Medical School, dem weltberühmten Vorbild und Partner der Paracelsus Universität, kam beratend nach Salz-

2003/10: Der inzwischen verstorbene Ehrenrektor Julian Frick bei der Inaugurationsfeier mit Logopräsentation im Hangar-7.

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burg. „Er motivierte uns und gab uns den Mut, Gedanken auch wirklich umzusetzen.“ Resch ist heute noch dankbar. Mäzen Donald Kahn stellte sich als einer der ersten Geldgeber mit einer hohen Summe ein, das Land Salzburg sagte finanzielle Unterstützung zu – und letztlich war es Dietrich Mateschitz, der durch die Übernahme einer Ausfallshaftung für den im Budget notwendigen privaten Anteil an Geld die finanzielle Basis für die Universitätsgründung schuf. Seit 1999 ermöglichte ein neues Gesetz auch privaten Anbietern, Universitäten zu gründen, wobei die Finanzierung eine wichtige Voraussetzung für die Akkreditierung war. Im Oktober 2002, während einer abendlichen Sitzung des Projektteams, wurde Resch angerufen. Der Österreichische Akkreditierungsrat hatte die „Medizinische Schule Salzburg – Privatstiftung“ akkreditiert, mit Bestnoten übrigens.

2002/10: Spontaner Umtrunk des Projektteams anlässlich des positiven Akkreditierungsbescheides.

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Im Herbst danach fand eine Klausurtagung der Primarärzte in Steinbach am Attersee statt. Auf der Tagesordnung zum wiederholten Mal das Thema „Medizinuniversität“, das schien eine „unendliche Geschichte“ zu werden. Resch: „Ich habe mich schließlich zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass vom Bund keinesfalls Mittel für eine öffentliche Uni zu erwarten seien und man sich wohl auf dem privaten Sektor umschauen müsste.“ Ein Gesetz zur Gründung von

Privatuniversitäten war damals in Vorbereitung. Gesagt – getan: Das Kollegium beauftragte Herbert Resch kurzerhand, sich um die Finanzierung zu kümmern. Julian Frick sollte die Entwicklung eines innovativen, sehr praxisorientierten Curriculums übernehmen. So klar war die Aufgabenverteilung noch nie formuliert worden. Resch erinnert sich noch genau an die Szene auf dem Parkplatz, wo er im Gespräch zu einem Primarkollegen sagte: „Jetzt hab ich wohl den größten Fehler meines Lebens gemacht. Wo um Himmels Willen sollen wir das Geld hernehmen?“


Inside

2003/09: Studienbeginn des ersten Jahrgangs der Humanmedizin.

Der Sommer 2003 hat dann doch alle überrascht: Für den ersten Jahrgang gab es auf Anhieb 408 Anmeldungen, 42 Studierende wurden aufgenommen. An das neue Modell knüpften sich große Erwartungen, in gewissem Sinn fühlten sich alle als Pioniere. Resch: „Wir haben die Kritik und die Anregungen der Studierenden sehr ernst genommen – das wäre in meiner Studienzeit undenkbar gewesen. Sie sind auf einer ganz anderen Ebene zu Partnern geworden.“ Heinrich Magometschnigg, heute ärztlicher Direktor am Landeskrankenhaus des Salzburger Uniklinikums, damals Dekan, zum ersten Jahrgang: „Mir ist aufgefallen, dass die jungen Leute hier ganz anders waren als die Studenten sonst. Sie haben viel mehr eingefordert, mehr hinterfragt. Schon möglich, dass das auch mit der Studiengebühr zu tun hat – aber jedenfalls genügte es nicht, nur die Spitalsroutine abzuarbeiten. Das hat mir sehr gefallen, aber natürlich ist durch das neue akademische Umfeld auch Druck bei einigen Mitarbeitern entstanden.“ Große Medizinuniversitäten haben im Allgemeinen ein ehrwürdiges Alter – die Paracelsus Universität war nicht nur klein und unverschämt jung, sie hatte auch völlig neue Lehr- und Lernmethoden aufzuweisen und vor allem eine kürzere Studiendauer von nur fünf Jahren. Es

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2004/11: Antrittsvorlesung des frisch berufenen Anatomen Felix Eckstein (Bildmitte).

herrschte Skepsis – von verschiedenen Seiten. Magometschnigg hat anfänglich schon recht darunter gelitten: „Man war bei Vorträgen auf Kongressen nicht nur mit neugierigen, sondern häufig auch mit despektierlichen Fragen konfrontiert. Das ging eine zeitlang so, aber dann trat etwas ein, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte: Man begann uns zu beneiden, ob unserer Flexibilität und ob anderer Möglichkeiten, die diese private Trägerschaft bietet. Bei uns war alles auf kürzestem Weg zu diskutieren und in ebenso kurzer Zeit umzusetzen. Das ist sicherlich auch einer der Gründe, warum sich die Paracelsus Universität so rasch entwickelt hat und auch weiterhin entwickelt“. Innovativ, dynamisch und voller Möglichkeiten – die Universität bekam Strahlkraft. Die erfasste einen jungen, ehrgeizigen Anatomen in München, der an Veränderung interessiert war und schließlich eine Bewerbungsmappe losschickte: Felix Eckstein wurde am 1. März 2004 zum Leiter des Instituts für Anatomie und muskuloskelettale Forschung nach Salzburg berufen – dem allerersten Institut der Paracelsus Universität. Sein Eindruck damals war sehr positiv: „Vor allem weil es ja nichts gab. Ich konnte meine eigenen Ideen gestalten und umsetzen, ohne die Normen und gesetzlichen Vorgaben, wie sie an

einer staatlichen Institution eine so große Rolle spielen. Das hat mich geradezu elektrisiert. Die Arbeit im ersten Jahr war wie ein anstrengender Marathon, aber der hat sich gelohnt, weil so viel positive Energie da war.“ Felix Eckstein über den Beginn seiner Lehrtätigkeit: „Wir haben viel Zeit mit den Studierenden verbracht, nicht nur im Hörsaal, auch abends. Das war für mich irgendwie wie eine zweite Studienzeit, weil man so nah an den jungen Leuten dran war.“

Kerninstitute • Anatomie und muskuloskelettale Forschung • Physiologie und Pathophysiologie • Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin • Pflegewissenschaft und -praxis • Pharmakologie und Toxikologie Forschungsinstitute • Molekulare Regenerative Medizin • Biomechanik • Gastein • Technologieentwicklung in der Strahlentherapie – radART • Synergetik und Psychotherapieforschung • Angeborene Stoffwechselerkrankungen • Neurointervention • Sehnen- und Knochenregeneration • Molekulare Sport- und Rehabilitationsmedizin

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2010/09: Großgruppenkonferenz „Universitätsmedizin Salzburg 2016“ mit über 600 Teilnehmern.

Eine Voraussetzung, überhaupt nach Salzburg zu kommen, war für Felix Eckstein, intensiv Forschung betreiben zu können. „Besonders schön finde ich, dass unser Team von anfangs drei auf mittlerweile 15 Mitarbeiter angewachsen ist. Besonders fruchtbar ist in unserer Gruppe die Zusammenarbeit zwischen Medizinern, die Anatomie unterrichten und Methoden hauptsächlich anwenden, und unseren Informatikern und Ingenieuren, die wissenschaftliche Methoden entwickeln. Dadurch ist bei uns vieles möglich, was andere Arbeitsgruppen in dieser Form nicht können.“ Mittlerweile gibt es eine Vielzahl hervorragend besetzter Universitätsinstitute (siehe Kasten), in denen wissenschaftlich auf Hochdruck gearbeitet wird.

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Wenn man an die Visionen denkt, die mit der Gründung einer medizinischen Schule in Salzburg verknüpft waren, und sieht, was in zehn Jahren verwirklicht worden ist, dann kann die Zukunft der Paracelsus Universität nur positiv bewertet werden. Positiv vor allem auch für die Patienten des Universitätsklinikums, denn: Geht’s der Universität gut, geht’s dem Krankenhaus gut, geht’s den Patienten gut. Rektor Resch: „Viele neue Spitzenmediziner kommen deshalb zu uns, weil hier eine Universität ist, und sie ein bestimmtes Umfeld vorfinden, das mit Qualität, Gesinnung und medizinischem Fortschritt zu tun hat.“ Und van der Vorst ist überzeugt: „Die Patienten können sich darauf verlassen, dass die Versorgung medizinisch und pflegerisch auf dem aktuellsten Stand ist. Die Ärzte am Universitätsklinikum, die Universität und die Entwicklung der Forschung sind dafür ein wichtiger Garant.“

Lehre, Forschung, Patientenbetreuung – auf diesen drei Säulen der medizinischen Universitäten ruht seit zehn Jahren auch die Paracelsus Universität, gemeinsam mit ihrem größten klinischen Partner, den Salzburger Landeskliniken bzw. dem heutigen Universitätsklinikum Salzburg. Mitten drin und dennoch als Beobachter agiert Burkhard van der Vorst, der seit 2008 als Geschäftsführer der Salzburger Universitätskliniken die Höhen und Tiefen miterlebt. „Als staatlich geführtes Unternehmen ist ein privatwirtschaftlicher Partner gut für uns, weil er mehr Bewegung hat und die

auch einfordert. Außerdem finde ich es sehr positiv, dass sich hier zwei Partner finden, die bewusst zusammen arbeiten wollen und sich nicht dazu gezwungen fühlen.“ Damit spricht van der Vorst das Strategiekonzept „Universitätsmedizin 2016“ an, in dem rund 600 Mitarbeiter der Salzburger Universitätskliniken und der Paracelsus Universität ihre Visionen für die Zukunft formuliert und so einen gemeinsamen Weg festgelegt haben.

Inside

„Viele neue Spitzenmediziner kommen deshalb zu uns, weil hier eine Universität ist und sie ein bestimmtes Umfeld vorfinden, das mit Qualität, Gesinnung und medizinischem Fortschritt zu tun hat.“ Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch, Rektor der Paracelsus Universität & Vorstand der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie

„Die Patienten können sich darauf verlassen, dass die Versorgung medizinisch und pflegerisch auf dem aktuellsten Stand ist.“ Dipl.-Ing. Burkhard van der Vorst, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken Betriebsgesell. mbH

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CHRO 1962 Wiedererrichtung der Universität Salzburg durch das Bundesgesetz vom 5. Juli 1962. In diesem Gesetz ist erwähnt, dass die Errichtung der Medizinischen Fakultät in einem gesonderten Gesetz geregelt werden wird. 1993 Gründung der Arbeitsgruppe „Medizinische Fakultät Salzburg“ unter dem Vorsitz von Edgar Morscher, Rektor der Universität Salzburg.

1999 Erlass des Universität-Akkreditierungsgesetzes zur Gründung von Privatuniversitäten. Auf eine Privatinitiative von 50 Stiftern und dem Land Salzburg wird eine Privatstiftung gegründet, mit dem Ziel, eine medizinische Privatuniversität zu etablieren. Eine Machbarkeitsstudie wird in Auftrag gegeben.

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2000/12 Auftrag der Landesregierung Salzburg an die Privatstiftung und die Holding der Salzburger Landeskliniken zur Verwirklichung einer medizinischen Privatuniversität.

2002/10 Einstimmiger positiver Beschluss des Akkreditierungsansuchens durch den Österreichischen Akkreditierungsrat mit Bestnoten für das Curriculum des Diplomstudiums Humanmedizin.

2002/03 Ansuchen an den österreichischen Akkreditierungsrat zur Akkreditierung als Privatuniversität mit einem Diplomstudium Humanmedizin und Ph.D.-Studium Molekulare Medizin.

2002/11 Akkreditierung durch das Bildungsministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

2002/10 Dietrich Mateschitz übernimmt die Ausfallhaftung für die noch ausstehenden privaten Gelder.

2003/01 Festakt zur offiziellen Universitätsgründung und Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit der Mayo Medical School. 2003/09 Beginn des Studienbetriebes mit den Studierenden des Diplomstudiums Humanmedizin und Ph.D.-Studiums Molekulare Medizin.

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ONIK 2003/10 Inaugurationsfeier mit Ernennung der Universitätskliniken, Bestellung der akademischen Würdenträger und Vorstellung des Namens und des Logos. 2004/06 Veranstaltung des ersten „Paracelsus Science get together“.

2004/07 Umzug in das neu adaptierte Universitätsgebäude in der Strubergasse 21.

2007/03 Akkreditierung des Bachelorstudiums Pflegewissenschaft. 2007/10 Akkreditierung des Doktoratstudiums Medizinische Wissenschaften.

2007/10 Eröffnung des Hansjörg-Wyss-Hauses für Forschung und Lehre.

2006/01 Erwerb der Liegenschaft in der Strubergasse 21.

2007/11 Ernennung des Landeskrankenhauses und der Christian-Doppler-Klinik zum „Universitätsklinikum der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität“.

2006/03 Habilitation der ersten fünf Privatdozenten.

2008/07 Erste Absolventen des Diplomstudiums Humanmedizin.

2008/10 Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Red Bull, Land Salzburg und Paracelsus Universität: Eine Million jährlich für die Forschung.

2008/11 Akkreditierung des 2in1-Modells Pflege (Bachelor-Studium mit Gesundheitsund Krankenpflegediplom). 2011/01 Akkreditierung des Masterstudiums Pflegewissenschaft.

2011/08 Eröffnung des Studentenwohnheims der Paracelsus Universität. 2011/09 Akkreditierung des Online-Bachelorstudiums Pflegewissenschaft.

2012/03 Spatenstich für das neue Lehr- und Forschungsgebäude mit Querschnitt- und Geweberegenerationszentrum.

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2003/12: Schlüsselübergabe für das ehemalige Gebäude der Wasserwerke in der Strubergasse 21

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2004/07: Umzug in das neu adaptierte Universitätsgebäude

3+4 2008/07: Der erste Studienjahrgang der Humanmedizin promoviert im Hangar-7

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2012/03: Spatenstich für das neue Lehr- und Forschungsgebäude

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2007/11: Das Landeskrankenhaus und die ChristianDoppler-Klinik werden zum Universitätsklinikum

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Alle zwei Jahre findet das „Paracelsus Science get Together“ – ein offenes Forum für Wissenschafter – statt

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Outside

Science sells

Kongresse zu unterschiedlichen wissenschaftlichen Themen statt. Nutzen mit Mehrwert. Eine Veranstaltung der Superlative war der 53. Österreichische Chirurgenkongress im Juni 2012 in Salzburg. Knapp 1000 Teilnehmer, 499 Vorträge, 68 Poster-Präsentationen, zwei Pflegesymposien und eine Industrieausstellung mit 50 teilnehmenden Firmen machten ihn zum Vorzeigeprojekt der Kongressindustrie. Organisiert wurde der Kongress von Hans Werner Waclawiczek, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie und 1. Oberarzt der Universitätsklinik für Chirurgie in Salzburg. In seiner Ansprache wies Waclawiczek auf die „Schönheit und Reize der Mozart-, Kongressund Kulturstadt Salzburg“ hin und trug diesem Ambiente im Rahmenprogramm auch entsprechend Rechnung.

Medizinerkongresse dienen nicht nur der Generierung und dem Austausch von Wissen, sondern sind für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort gleichermaßen wichtig. Autorin: Sabine Ritzinger ∙ Foto: Paracelsus Uni/wild+team

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er Kongress- und Tagungstourismus in Österreich boomt und erweist sich als bedeutender Wirtschaftsfaktor und Wertschöpfungsbeitrag. Salzburg ist im Städte- und auch im Bundesländervergleich nach Wien die Nummer zwei. Wissenschaftliche Kongresse und Tagungen nehmen in der Kongressindustrie einen wichtigen Stellenwert ein: Im mira-Ranking (meeting industry report austria 2011) der Themengebiete führt die Medizin, gefolgt von Wirtschaft, Politik und Geisteswissenschaften. Medizinerkongresse dienen also längst nicht nur der Generierung und dem Austausch von Wissen,

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sondern bewegen enorme Geldflüsse. Sie sind somit für den Wissenschaftsals auch für den Wirtschaftsstandort Österreich gleichermaßen wichtig. Auch die Paracelsus Universität und das Salzburger Universitätsklinikum bemühen sich, hochrangige wissenschaftliche Kongresse und Symposien nach Salzburg zu bringen. Katharina Tschernutter, Leiterin des universitätseigenen Kongressbüros, koordiniert und organisiert diese Events in enger Abstimmung mit den Veranstaltern aus den Universitätskliniken und der Universität. Mit ihrer tatkräftigen Unterstützung fanden allein im letzten Jahr vier internationale

Qualität braucht Partner. Für einen noch umfassenderen Service arbeitet das Kongressbüro mit Salzburg Congress zusammen, das langjährige Erfahrung, moderne Infrastruktur und Verbindungen zu unterschiedlichsten Dienstleistern beisteuert. Die Verlinkung dieser Partner bietet Ärzten und Forschern ideale Voraussetzungen, um ihren Bereich einer internationalen Community zu präsentieren und sich mit der Kollegenschaft auszutauschen. Die Wissenschafter können sich auf ihr Fachprogramm konzentrieren, während sie – über die organisatorischen Agenden hinaus – auch Budget-, Ablauf- und Aufwandplanung, Sponsorensuche und Bewerbung auslagern können. Die bewährte Professionalität von Paracelsus Universität und Salzburg Congress stellt einen entspannten und störungsfreien Ablauf der Veranstaltungen sicher. Und das mit Mehrwert: an einem einzigartigen Ort mit Weltruf, der Qualität, Eleganz, Sicherheit und Ruhe vereint. •

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tion fer a r pe rans o o K ow T e g i hr ow-h ! ä j ng n Kn axis a l ie nde – Pr d r fü anne chaft e k p s Dan inen s issen e W und

„Ich mach mir keine Sorgen im Alter, denn bei SeneCura fühle ich mich rundum wohl.“ Cäcilia Wichernik, Bewohnerin SeneCura Sozialzentrum Grafenwörth

www.senecura.at


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Ethik? Ja eh ‌ Was unterscheidet einen Arzt von einem Mediziner? Soziale Kompetenz und ethisches Handeln zum Beispiel. Autor: Andreas Aichinger ¡ Fotos: Paracelsus Uni/wild+team

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Focus Inside on

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muss unser ständiges Ziel sein, unsere Studenten so auszubilden, dass sie als Salzburger erkennbar sind. Und zwar nicht nur in ihrem Wissen, sondern auch in ihrer Haltung.“ Rektor Herbert Resch weiß, wohin die Reise gehen muss. Einer seiner wichtigsten Reiseführer ist Leonhard ThunHohenstein. Der Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Salzburg koordiniert nämlich alle Lehraktivitäten, die sich rund um das Thema „soziale Kompetenz“ drehen. Im Zentrum steht die gleichnamige Lehrveranstaltung, die sich über alle fünf Studienjahre erstreckt. Thun-Hohenstein: „Die Studierenden sind vom ersten Tag des Studiums bis zum letzten mit dem Thema konfrontiert. Ich habe das Gefühl, dass das sehr gut ankommt.“ Drei Hauptintentionen stünden hinter seiner Lehrveranstaltung, erzählt Thun-Hohenstein: Erstens soll soziale Kompetenz für die Patient-Arzt-Interaktion vermittelt werden. Zum Zweiten soll Sozialkompetenz im Sinn von Führungsverhalten gelehrt werden. Die dritte Stoßrichtung der Lehrveranstaltung ist das Thema Selbststeuerung in belastenden Situationen inklusive Burnout-Prophylaxe für Mediziner.

Perspektivenwechsel gefragt. Neben der zentralen Lehrveranstaltung „Soziale Kompetenz“ kümmert sich Leonhard ThunHohenstein in seiner Eigenschaft als Längsschnitt-Koordinator um die Abstimmung mit verwandten Fachgebieten, etwa Patientenabklärung oder Psychologie. Zusätzlich sorgt er dafür, dass „diese Fertigkeiten und die Haltung, die wir versuchen zu unterrichten“ auch in alle anderen Fächer hinein wirksam wird. Doch eine Frage bleibt: Was aber macht einen sozial kompetenten Arzt, eine sozial kompetente Ärztin überhaupt aus? Thun-Hohenstein nähert sich der Antwort so an: „Einen sozial kompetenten Arzt zeichnet aus, dass er sich in den Patienten hineinversetzen und die Situation, in der sich der Patient befindet, aus dessen Sicht betrachten kann.“ Erst diese Fähigkeit zum Perspektivenwechsel mache es möglich, sich den Bedürfnissen des Patienten anzupassen. Thun-Hohenstein: „Das lässt sich lernen, das kann man trainieren.“ Zu diesem Zweck würden einerseits bestimmte Fertigkeiten – etwa Techniken der Gesprächsführung – vermittelt und andererseits das eigene Erleben miteinbezogen. „Wir versuchen in unserer Lehrveranstaltung, beide Seiten intensiv anzusprechen.“ Emotional belastend. Es gilt auch, Informationen verständlich zu vermitteln, sich Zeit zu nehmen und auch die emotionale Seite des Krankseins entsprechend miteinzubeziehen. Neben diesem Hauptfokus komme aber wie angedeutet ein weiterer Aspekt zum Tragen: die Fähigkeit, mit emotional belastenden Situationen, mit Patientenschicksalen, Nachtdiensten und ähnlichem Unbill auch selbst gut umzugehen. Fazit des Klinikchefs: „Ein sozial kompetenter Arzt ist ein Arzt, der ganz stark patientenorientiert und partnerschaftlich arbeitet. Und der gleichzeitig auch gelernt hat, seine eigenen Ressourcen so zu nutzen, dass

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ihm das auch möglich ist.“ Die Sache mit den eigenen Ressourcen ist tatsächlich ein großes Thema: Zwischen 40 und 45 Prozent der Studierenden würden sich als Burnout-gefährdet einschätzen, so Thun-Hohenstein, der demnächst dazu einen Bericht vorlegen will. Logische Konsequenz: „Burnout-Prophylaxe ist ein großes Thema. Da gilt es, Hilfestellungen anzubieten und die Studierenden zu begleiten, damit sie Gegenstrategien – etwa Entspannungstechniken – erlernen.“ Die Message der Mayo. Ethik? Ja eh! Die Bedürfnisse des Patienten stehen an erster Stelle? Aber natürlich. Doch die Realität zeigt, dass schöne Worte stets erst mit Leben erfüllt werden müssen. Da ist es gut, wenn diese Ansprüche und Werte gleich einer Fahne für alle sichtbar an der höchsten Stelle der Uni gehisst werden. So wie an der Mayo Clinic. „The needs of the patient come first” – dieser wichtigste Grundwert ist Gesetz bei den US-Kollegen. Dazu kommen Wertvorgaben wie Respekt, Mitgefühl oder Integrität. Doch damit nicht genug: Zum „ethischen“ Arsenal der renommierten Institution gehören unter anderem ein „Ethics Consultation Service“ für Forscher, eine eigene „Biomedical Ethics Research Unit“ und schließlich sogar ein Museum: In der „Mayo Clinic Heritage Hall“ werden Wertvorstellungen und Vision der Klinik anschaulich in Erinnerung gerufen. Ethische Aspekte spielen aber auch in der Salzburger Ausbildung eine „große Rolle“, wie Leonhard Thun-Hohenstein bestätigt. Gefragt sei eine humanistische Grundhaltung, die auch viel mit Beziehungsarbeit zu tun habe: „Diese ethische Verpflichtung zur Beziehungsarbeit versuchen wir in unserer Lehrveranstaltung sehr klar zu vermitteln.“ Vor allem im vierten Studienjahr, wenn „Professionalismus in der Medizin“ auf dem Stundenplan steht. Thun-Hohenstein: „Da geht es um ethische Grundhaltungen, etwa auch um Unvereinbarkeiten – Stichwort Zahlungen von Seiten der Pharmaindustrie.“ Ethik oder Moral? Barbara Maier, Universitätsprofessorin an der Paracelsus Universität und mittlerweile auch Chefin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Wiener HanuschKrankenhaus, hat 2008 einen Kooperationsbesuch an der Mayo absolviert. Hintergrund: Maier zeichnet an der Paracelsus Uni für die Lehrveranstaltung „Ethik in der Medizin“ verantwortlich, die 2013 wieder angeboten werden wird. Vor allem der Leitspruch der Mayo Clinic „The needs of the patient come first“ hat auch Barbara Maier nachhaltig beeindruckt: „Unsere Patienten und Patientinnen in den Fokus unseres Denkens und Handels zu stellen – sowohl, was klinische Betreuung, als auch was Fortschritte in Sachen Forschung betrifft – empfinde ich als extrem wichtig, als den Sinn unserer Tätigkeit.“ Als Mitglied der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt ist Maier auch selbst oft mit komplexen und vielschichtigen medizinethischen Fragestellungen befasst. Und versucht, die gesellschaftliche und politische Debatte um wissenschaftliche und ethisch fundierte Argumente zu bereichern. Aus dieser Erfahrung heraus

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ist Maier eine Unterscheidung wichtig: „Wenn Moral definiert werden kann als die meist unreflektierte Übernahme von Wertvorstellungen in einer Gesellschaft, so ist Ethik die kritische Auseinandersetzung mit diesen Wertvorstellungen anhand der Bewertung von Folgen.“ Ethische Kompetenz. Humanmedizin-Studierende sollten daher von Anfang an eine Values Clarification – eine Klärung ihrer eigenen Werte und Haltungen – einüben, fordert Maier: „Und sich überlegen, was es bedeutet, wenn diese in konkreten Situationen für konkrete Patienten angewendet werden.“ Die einzelnen Disziplinen der Medizin, aber auch die einzelnen Forschungsrichtungen wiederum hätten die Aufgabe, „unkritische Moralvorstellungen der Gesellschaft aufgrund ihrer Expertise kritisch zu durchleuchten und zu einer ethisch-kritischen Debatte beizutragen“, so Maier, die gemeinsam mit ihrem verstorbenen Lebenspartner Warren Shibles auch ein Buch zum Thema (siehe Info-Box) verfasst hat. Zur kritischen Auseinandersetzung mit problematischen Fragestellungen empfiehlt sie die Lektüre der Empfehlungen der Bioethikkommission (www. bundeskanzleramt.at/site/3458/default.aspx). Um ethische Kompetenz bereits im Studium zu erwerben, gäbe es vor allem aber ein Rezept: laufende Diskussionen mit Experten, aber auch Kollegen. Die Rettung. Die Botschaft. Im Absolventenprofil der Paracelsus Universität werden „kommunikative und soziale Kompetenz“ ausdrücklich eingefordert. „In speziellen Lehrveranstaltungen werden unseren Absolventen die ethischen, psychosozialen und kommunikativen Grundlagen der ArztPatienten-Beziehung nahe gebracht“, heißt es da. Und vor allem: „Der wertschätzende Umgang mit dem Patienten ist das durchgängige Prinzip aller theoretischen Lehrveranstaltungen und klinischen Praktika.“ In der Praxis trägt der Fokus auf Medizinethik im weitesten Sinn und auf Sozialkompetenz indes bereits an vielen Fronten Früchte. Ein Beispiel: Seit März können sich Studierende freiwillig zu Rettungssanitätern ausbilden lassen und auch bei Einsätzen mitfahren. Der Zuspruch ist mehr als rege: Mittlerweile sind samstags bis zu 15 angehende Ärzte bei Einsätzen mit von der Partie. Leonhard Thun-Hohenstein indes hat noch eine letzte Botschaft an seine Studierenden: „Ich wünsche mir, dass die Studenten sich und den Patienten ernst nehmen. Und dass sie sich und den Patienten in einer ernsthaften Art und Weise begegnen.“ •

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„Einen sozial kompetenten Arzt zeichnet aus, dass er sich in den Patienten hineinversetzen und die Situation, in der sich der Patient befindet, aus dessen Sicht betrachten kann.“ Univ.-Prof. Dr. Leonhard ThunHohenstein, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Salzburg

Thun-Hohensteins Empfehlungen: Eine Systematik der Arzt-PatientInteraktion Systemtheoretische Grundlagen, qualitative Synthesemethodik und diskursanalytische Ergebnisse zum sprachlichen Handeln von Ärztinnen und Ärzten. Peter Nowak, Peter Lang Verlag 2010 Basler Consensus Statement Anforderungsprofil für soziale Kompetenz in der Definition deutschsprachiger Medizin-Unis. www.egms.de/static/pdf/journals/ zma/2008-25/zma000567.pdf Professionalism in Medicine A Case-Based Guide for Medical Students. John Spandorfer et alt. Cambridge University Press. www.cambridge.org/gb/knowledge/ isbn/item2709642

Barbara Maiers naturalistischhumanistischer Zugang: The Philosophy and Practice of Medicine and Bioethics A Naturalistic-Humanistic Approach. Barbara Maier, Warren Shibles, Springer 2010. www.springer.com/medicine/book/ 978-90-481-8866-6

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Focus On

Jeder Fehler rächt sich!

Der Mensch macht Fehler – deshalb braucht es bei sicherheitskritischen Arbeitsabläufen bestimmte Spielregeln, fordert Manfred Müller. Der deutsche Flugsicherheitsexperte sprach auf Einladung des Alumni Clubs der Paracelsus Uni über Risikomanagement und darüber, was die Medizin von der Luftfahrt lernen kann. Autorin: Sabine Ritzinger ∙ Fotos: Paracelsus Uni, istockphoto

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der Luftfahrt wie in der Medizin wird der Umgang mit Technik immer komplexer. „Doch die prinzipiellen Fähigkeiten des Menschen, Daten zu verarbeiten, technische Vorgänge zu regeln und komplexe Geräte zu steuern, haben sich seit Erfindung der Dampfmaschine nicht verändert – und werden dies auch in absehbarer Zukunft nicht tun“, sagt Manfred Müller, Leiter der Abteilung Flugsicherheit des Lufthansa-Konzerns, Dozent für Risikomanagement der Hochschule Bremen, Flugkapitän und Prüfer von Langstreckenflugzeugmustern.

Maschine versus Mensch. Der Flugsicherheitsexperte war auf Einladung des Alumni Clubs der Paracelsus Universität nach Salzburg gekommen, um über die „Anwendung von Sicherheitsstrategien der Luftfahrt auf die Medizin“ zu referieren. Für ein optimales Zusammenspiel von Menschen bzw. Teams und Maschine(n) zur Lösung anspruchsvoller Aufgaben unter Zeitdruck sei die Anwendung und Befolgung systemübergreifender Regeln und Gesetze erforderlich, postuliert Müller. Es sei hierbei von untergeordneter Bedeutung, ob Arbeitsabläufe im Operationssaal oder im Cockpit eines Flugzeuges betrachtet werden. Die Unfallstatistik belegt, dass der Mensch im Cockpit etwa Dreiviertel

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aller Unfälle verursacht. Doch auch ein erhöhter Automationsgrad in der Luftfahrt veränderte den Anteil an menschlichen Fehlern als Unfallursachen nicht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der digitale Rechner nur in „trivialen“ Fällen die Sicherheit erhöhen oder garantieren kann. „Der gesunde Menschenverstand ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Umgang mit komplexer Technik“, weiß der Flugsicherheitsexperte aus eigener Erfahrung. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den meisten Fällen in der möglichst perfekten Organisation der menschlichen Zusammenarbeit. Da ein einzelner Mensch immer hochgradig fehleranfällig ist, braucht

„Die Tatsache, dass sich Kollegen nicht verstehen, steht an erster Stelle der Sicherheitsprobleme.“ Manfred Müller

er die Überwachung und Unterstützung durch einen möglichst hoch qualifizierten zweiten („Two Communication Rule“). So können zwei „Denkmaschinen“ unabhängig voneinander die vorliegenden Fakten sammeln und bewerten, bevor die weitere Vorgehensweise miteinander abgeklärt und besprochen wird. Dadurch entsteht ein Sicherheitsnetz, das Arbeitsfehler auffangen kann. Risikofaktoren und Fehlerquellen. Die Studie „Human Factor Research Project“ an 2070 Piloten zeigte, dass die meisten sicherheitskritischen Situationen durch die Kombination aus Komplikationen und Arbeitsfehlern („Human Errors“) entstehen. „Kommt noch ein negatives soziales Klima im Cockpit dazu, wirkt das auf einen Human Error wie ein Turbolader – und aus einem ,harmlosen´ Fehler wird ein potenziell lebensbedrohlicher Vorfall“, erklärt Müller. Eine wichtige Gegenmaßnahme sei das deutliche und unverschlüsselte Aussprechen der eigenen Gefühlslage bzw. des subjektiven Unwohlseins. Für ca. 78 Prozent der Fälle mit erschwerenden Faktoren in der sozialen Interaktion waren Kommunikationsprobleme verantwortlich. Dabei wurden in 48 Prozent notwendige Aussagen nicht gemacht, entsprechende Hinweise nicht

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Müllers Empfehlungen zur Entschärfung von Sicherheitsproblemen • Der gesunde Menschenverstand ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Umgang mit komplexer Technik. • Eine „Verhaltensoptimierung“ der Menschen und eine Optimierung der Organisationsabläufe erhöhen die Sicherheit bei komplexen, risikoreichen Aufgaben unter Zeitdruck im Zusammenspiel von Mensch(en) und Technik. • Durchdachte Leitlinien, Training (Simulation von Risikosituationen), mentales Training und Wiederholungseinheiten sind Voraussetzung für eine hohe menschliche Leistungsfähigkeit. • Grundlagen für gute Teamarbeit sind die gegenseitige Überwachung in einem optimalen Hierarchiegefälle, die Fähigkeit, aktiv und passiv mit Kritik umzugehen, und die Akzeptanz der eigenen Fehlerhaftigkeit. • Eine optimale soziale Interaktion im Team kann rund 80 Prozent aller menschlichen Fehler in komplexen Situationen entschärfen. • Ein non-punitives Meldesystem (analog zum Beichtgeheimnis der Kirche) hilft, die tatsächliche Arbeitsqualität zu bewerten, um Systemschwachstellen zu erkennen und beheben zu können.

gegeben, unklare Bedenken nicht geäußert, waren wichtige Aussagen unvollständig, unvollkommen oder wurden überhört. Das Versäumnis liegt laut Müller beim „Sender“ der Nachricht, denn der müsse überprüfen, was von der ausgesprochenen Information tatsächlich vom Empfänger wahrgenommen wurde.

Leitlinien befolgen! Großen Anteil an Arbeitsfehlern der Cockpit-Crew hat auch der so genannte Regelverstoß. Eine Arbeitsgruppe von Boeing beschäftigte sich vor einigen Jahren mit diesem Phänomen: In einer Studie wurden Unfälle danach analysiert, was sie verhindert hätte. Die Untersuchung zeigte,

dass rund 80 Prozent aller Unfälle durch diszipliniertes Einhalten der Vorschriften und Regeln verhindert worden wären. „Leitlinien müssen so einfach wie möglich aufgebaut sein und dürfen keine unnötige Komplexität enthalten, sonst werden sie in Ausnahmesituationen nicht berücksichtigt“, der Experte. •

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Research

Ein Tausendsassa mit Potenzial Das Protein PGC-1alpha ist ein Multitalent im Energiehaushalt und beeinflusst wichtige Körperfunktionen. Doch welche Relevanz neu entdeckte Varianten für neurodegenerative Erkrankungen haben könnten, war für das Forschungsteam um Wolfgang Patsch eine überraschende Erkenntnis. Autorin: Sabine Ritzinger ∙ Fotos: Paracelsus Uni, privat

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GC-1alpha – was für NichtMediziner wie die Bezeichnung für einen Roboter anmutet, ist in Wirklichkeit ein Protein; ein richtiger Tausendsassa und ein langjähriger Begleiter von Wolfgang Patsch vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Paracelsus Universität. Das Protein, das seit 14 Jahren erforscht wird, spielt eine wichtige Rolle im Energiehaushalt und beeinflusst eine Reihe von biologischen Programmen. Durch Aktivierung verschiedener Transkriptionsfaktoren an Promotoren von Genen, die den Energie-Metabolismus koordinieren, nimmt PGC-1alpha Einfluss auf wesentliche Körperfunktionen.

Programme besser unterstützt werden, während andere kaum beeinflusst werden.“ Bei der Forschung stieß man auf überraschende Ergebnisse mit Relevanz für neurodegenerative Erkrankungen.

Die ursprüngliche Fragestellung war, inwieweit das Protein auch Einfluss auf Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes und das metabolische Syndrom hat. „Wenn ein Protein für so viele Prozesse von Bedeutung ist, sollte es eine Reihe von Ebenen geben, wie dieses Protein reguliert wird“, erklärt Patsch. „Dazu gehört vor allem die Transkription des Gens – die Übertragung genetischer Information von DNA- auf RNA-Moleküle –, aber auch so genannte post-translationale Modifikationen und die Bildung von unterschiedlichen Transkripten, die für Isoformen codieren. Dadurch wird ermöglicht, dass bestimmte biologische

Nun wurden Transkripte, die von dem neu entdeckten Promotor aus hergestellt werden, weiter untersucht. „Diese Transkripte unterscheiden sich an wichtigen Stellen von jenen, die bisher als Referenz für PGC-1alpha dienten. Anhand dieser Unterschiede konnten wir zeigen, dass diese bisher unbekannten Transkripte speziell in menschlichen Hirnzellen vorkommen und dort mindestens genauso häufig sind wie die Referenz-Transkripte“, erklärt Selma M. Soyal, Erstautorin der nun in „Human Molecular Genetics“ publizierten Daten. Weitere Analysen zeigten, dass die Unterschiede der Transkripte zu Proteinen führen, die sich insbesondere

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Unerwartete Erkenntnisse. Das Forschungsteam um Patsch stellte fest, dass das für PGC-1alpha codierende Gen (PPARGC1A) sechsmal größer ist als bisher angenommen. In einiger Entfernung vom bisher bekannten Gen fand man einen neuen Promotor – einen DNA-Abschnitt, der die Umsetzung genetischer Information in Proteine steuert. Ein wichtiger Zwischenschritt ist dabei die Transkription.

Einleuchtendes Ergebnis: Subzelluläre Lokalisationsmuster eines neu entdeckten Hirn-spezifischen Proteins

am so genannten N-Terminus (einem der beiden Molekülenden) von dem als Referenz dienenden Protein unterscheiden. Weitere Unterschiede wurden innerhalb der Aminosäurekette von PGC-1alpha gefunden. Unerwartet kam auch, dass die verschiedenen PGC-1alpha-Proteine in unterschiedlichen Strukturen von menschlichen Zellen lokalisiert wurden: Während das Referenzprotein vor allem im Zellkern vorkam, fand sich eine der neu entdeckten Varianten nur im umgebenden Zytoplasma und eine andere sowohl im Zellkern als auch im Zytoplasma. Die Unterschiede in den Transkripten könnten laut Wolfgang Patsch die Lokalisation der Proteine in der Zelle beeinflussen. Das wäre insofern wichtig, als dies auf unterschiedliche Funktionen hinweisen würde. Protein mit Potenzial. Die detaillierte funktionelle Charakterisierung der Hirnspezifischen Proteine wäre bedeutsam, da PGC-1alpha mit verschiedenen neu-

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Research

„Viele von uns kennen jemanden oder haben einen Angehörigen in der erweiterten Familie, der an einer neurodegenerativen Krankheit wie Parkinson oder seniler Demenz leidet und sehen nicht nur das Leid der Patienten, sondern auch, wie deren Umkreis davon betroffen ist.“ Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Patsch, Senior Associate am Institut für Pharmakologie und Toxikologie

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rodegenerativen Erkrankungen wie Chorea Huntington, Parkinson und Alzheimer in Verbindung gebracht wird. Ein Zusammenhang, der auch im vom FWF geförderten Projekt Bestätigung fand. Dazu wurden in aufwändigen statistischen Analysen Sequenzunterschiede im neuen Promotor in Proben einer internationalen Studiengruppe von 1706 Chorea Huntington-Patienten analysiert. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Sequenzmustern und dem Alter, in dem die Erkrankung bei den Patienten begann. Weiters konnte gezeigt werden, dass der neu entdeckte Promotor im Nervengewebe aktiv ist. Damit könnte er also tatsächlich eine wichtige Rolle bei den nur teilweise bekannten Zusammenhängen zwischen PGC-1alpha und den neurodegenerativen Erkrankungen haben. Insgesamt deuten die Ergebnisse des Projekts auf eine komplexe Funktion des Proteins im Menschen hin. Wird diese Komplexität besser verstanden, könnten künftig

neue Möglichkeiten für therapeutische Interventionen bei häufig auftretenden neurodegenerativen Erkrankungen geschaffen werden. Relevanter Hoffnungsträger. „Die von uns beschriebenen Proteine werden ganz anders als das bisher bekannte Protein reguliert, es gibt Unterschiede in der Sequenz und sie sind im Gehirn in einem höheren Spiegel als das bekannte Protein vorhanden“, fasst Patsch zusammen. „Deshalb ist zu erwarten, dass die neuen Proteine generell im Gehirn und im zentralen Nervensystem eine wichtige Rolle spielen.“ Es wäre also vorstellbar, dass man diese Proteine im Gehirn aktivieren könnte und somit einen positiven Effekt bei den betreffenden Krankheiten bzw. eine Erhöhung des Erkrankungsalters – theoretisch über die Lebenszeit hinaus – erreichen könnte. Nach dem ersten Hype um die neuen Erkenntnisse arbeitet das Team um Patsch nun an der weiteren Abklärung der Funktion und Regulation der neuen Proteine – in aller Stille. •

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Research

Die Forschungsschwerpunkte des Forschungsinstituts für Neurointervention sind vielfältig und umfassen u.a. die Durchführung quantitativer MR-Untersuchungen der Hirndurchblutung mittels CT und MRI vor und nach den Eingriffen, um Hinweise auf die Epidemiologie eines Schlaganfalles zu erhalten und neue Möglichkeiten der Prophylaxe und Therapie zu erforschen. Nähere Infos zu den Aktivitäten des Forschungsinstituts finden Sie unter www.pmu.ac.at

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Research

Hirn, Hand und Herz Macht „Uni“ einen Unterschied für eine Klinik? Neurochirurgin Monika Killer spricht Tacheles. Und gewährt spannende Einblicke in ihr neues Forschungsinstitut. Autor: Andreas Aichinger ∙ Fotos: Paracelsus Uni/wild+team, istockphoto

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irn spielt eine entscheidende Rolle im Leben von Monika Killer. Es ist nicht nur die Quelle ihrer eigenen, viel beachteten Forschungsaktivitäten, sondern auch der Hauptgegenstand ihres klinischen Interesses. Dabei arbeitet die Neurochirurgin und Leiterin der Neurointervention der Universitätsklinik für Neurologie in Salzburg naturgemäß oft mit ihren geschickten Händen, wenn es darum geht, etwa SchlaganfallPatienten wieder auf die Beine zu helfen. Dass die 49-Jährige aber auch eine Frau mit Herz ist, hat Killer als langjährige Dekanin für Studentische Angelegenheiten der Paracelsus Universität bei vielen Gelegenheiten bewiesen. Und noch heute macht sie aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Etwa wenn es gilt, die Bedeutung der Weiterentwicklung des „alten“ Landeskrankenhauses zum „neuen“ Universitätsklinikum auf Basis eigener Erfahrungen zu bewerten. Killer sieht diese Entwicklung uneingeschränkt positiv: „Es ist toll, dass wir im kleinen Salzburg unseren Patienten Dinge anbieten können, die es sonst nur

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an renommierten amerikanischen Unikliniken gibt.“ Möglich wird das unter anderem durch eine intensive, über viele Jahre gewachsene und zum Teil sogar Europa-exklusive Zusammenarbeit mit führenden amerikanischen (Medizintechnik-)Firmen. Killer eindringlich: „Man muss es wirklich unterstreichen, weil es viele noch nicht verstehen: Sie arbeiten nur mit uns zusammen, weil wir eine Uniklinik sind.“ Ähnlich würden die Dinge hinsichtlich der Kooperation auf Augenhöhe mit Unikliniken in den USA liegen, die es so ohne akademischen Background ebenfalls nicht geben würde. In der Praxis läuft die Zusammenarbeit mit den angesprochenen US-Firmen so: Killer, die sich schon seit ihrer Dissertation Anfang der 90er-Jahre mit minimal-invasiven Neurointerventions-Alternativen zur offenen Chirurgie beschäftigt, definiert konkrete Anforderungen an neue Geräte und medizinische Hilfsmittel. Dabei könnte es sich beispielsweise um weiterentwickelte Stents, also körbchenförmige Gefäßstützen handeln.

Brief ans Christkind. Monika Killer, übrigens eine der anerkanntesten Kapazitäten beim Setzen dieser Stents: „Wir sagen – vergleichbar einer WeihnachtsWunschliste – was wir uns wünschen, formulieren, was das Ding können muss und welches Problem beim Patienten dahinter steckt.“ Die folgende Zusammenarbeit mit Experten verschiedenster Disziplinen, etwa Biochemikern oder Werkstoffwissenschaftern, bringt einen immensen Vorteil für die Salzburger mit sich: die Möglichkeit, neue Produkte in einem sehr frühen Stadium erproben zu können. „Wir bekommen alle weltweiten Innovationen immer zu einem relativ frühen Zeitpunkt und gehören in der Folge auch immer zu den Ersten, die diese Dinge dann auch am Patienten anwenden dürfen.“ Damit einher geht die Teilnahme an vielen, auch weltweiten Studien. „Bei einigen Studien waren wir auch schon das einzige europäische Zentrum“, sagt Killer stolz. Welche Vorteile aber haben diese Kooperationen – und somit letztlich auch der Status eines Universitätsklinikums – für die Patienten in der Klinik? LKW in schmalen Gassen. Am Beispiel Stenting – winzige Stents finden im Gehirn Anwendung, etwas größere in der Halsschlagader – lassen sich diese Vorteile gut illustrieren. Monika Killer: „Da ich von der neurochirurgischen Seite komme und eher die übergeordneten Dinge im Auge habe, kann ich natürlich auch sehr genau selektieren und viel besser indizieren.“ Anders formuliert: „Wir überlegen ziemlich genau, was wir machen, wann wir es machen und womit wir es machen.“ Viele der entscheidenden Faktoren würden im Gegensatz dazu anderswo nicht immer Berücksichtigung finden. Die Neurochirurgin bemüht einen Vergleich: „Wenn man mit einem LKW gleich beim ersten Mal durch eine schmale Gasse fährt, kann

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Research

das nicht gut gehen.“ Das Konzept eines Universitätsklinikums hingegen setzt auf intensives Training als Vorbereitung für heikle Herausforderungen – und auf die selbst auferlegte Verpflichtung zu Wissenschaft und Forschung. „Man ist auf jeden Fall aufgerufen, sein Wissen permanent zu vermehren, immer am letzten Stand des Wissens zu sein und natürlich auch neue Ansätze selbst weiterzuentwickeln“, so Killer. Patienten in Salzburg sollen so darauf vertrauen können, dass Ärzte diese freiwillige Verpflichtung ernst nehmen und wissen, was State of the Art ist. Schließlich könne es schon vorkommen, dass eine zehn Jahre alte Therapie keineswegs mehr jene ist, die das beste Resultat bei minimalen Nebenwirkungen und Gefahren erzielt, gibt die InstitutsChefin zu bedenken. Instituts-Chefin? Richtig gehört… Neues Forschungsinstitut! Das ist Monika Killer mittlerweile nämlich auch – Leiterin des 2011 neu ins Leben gerufenen „Forschungsinstituts für Neurointervention“. Mit seiner Schaffung wurden die universitären Rahmenbedingungen für experimentelle und klinische Forschung auf breiterer Basis und auf internationalem Spitzenniveau geschaffen. Naturgemäß lebt das junge Forschungsinstitut von der reichhaltigen klinischen Erfahrung seiner Chefin. Killer: „Da meine klinische Tätigkeit von minimal-invasiven Arbeiten über die Blutgefäße im Gehirn oder in Rückenmarkgefäßen geprägt ist, widmet sich natürlich auch das Forschungsinstitut diesen Thematiken.“ Die Wissenschafterin nennt ein Beispiel: „Es gibt vielversprechende neue Ansätze vor allem in der Schlaganfalltherapie.“ Ne-

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„Wir können unseren Patienten Dinge anbieten, die es sonst nur in renommierten amerikanischen Unikliniken gibt.“ Univ.-Prof. Dr. Monika Killer-Oberpfalzer, Oberärztin an der Universitätsklinik für Neurologie und Leiterin des Forschungsinstituts für Neurointervention in Salzburg

ben Stents und medikamentösen Therapien sei vor allem auch das optimale Management von Schlaganfallpatienten von Interesse. Die entscheidende Frage: Wo in der Kette kann nach der Erstdiagnose kostbare Zeit eingespart werden, um Gehirnzellen zu retten? Eine Denkvariante wäre eine Art Akut-Medikament, das man zu Hause in der Schublade hat und das im Fall des Falles drei zusätzliche Stunden bringt. Killer schränkt ein: „Das müsste aber ein ziemlich intelligentes System sein, das Blutgerinnsel auflöst, ohne eine Blutung zu verschlimmern.“ Zwar gäbe es erste, vielversprechende Ansätze: „Aber das ist noch sehr weit weg von der klinischen Anwendung.“ Eine der wichtigsten Aktivitäten von Killers Forschungsinstitut ist die Lehre beziehungsweise die Weiterbildung für medizinisches Personal. Killer: „Wir machen sehr viele Kurse und Weiterbildungen in Kleingruppen, vor allem für Ärzte – sowohl für junge als auch für sehr erfahrene.“ Während Anfänger mit 3-Tages-Kursen und Computersimula-

tionen an das Thema herangeführt werden, bekommen auch gestandene Ärzte die Möglichkeit, neue Therapien vor dem Einsatz am Patienten zu erlernen. Eine Chance, die sich anderswo so kaum bietet. Erst recht nicht mit der reichen Erfahrung einer Top-Expertin im Rücken, die Tricks und Tipps aus erster Hand weitergibt sowie Vor- und Nachteile und Gefahren einzelner Methoden qualifiziert aufzeigt. Denn: „Es ist ein Riesenunterschied, ob man den Katheder selbst in der Hand hat oder ob man nur zuschaut.“ Die Zielgruppe ist somit klar umrissen: „Alle, die seriös arbeiten und nicht ihre Patienten für Lernerfahrungen missbrauchen wollen.“ Die bisherige Resonanz ist erfreulich: „Das wird erstaunlich gut angenommen.“ Und zwar so gut, dass Monika Killer, die mit ihrem Mann auch ein Weingut im Südburgenland zum Erfolg führt, schon an ihrem nächsten Ziel arbeitet: 2013 soll die Geburtsstunde einer neuen Master-Ausbildung für neurointerventionelle Therapie werden, die eine Lücke – es existiert keine einschlägige Facharzt-Ausbildung – schließen soll. Das Konzept für den Masterkurs ist bereits ausgearbeitet – der Onlinekurs mit Präsenzwochen in Salzburg soll Interessierten aus aller Welt offenstehen. Jede Wette: Auch das wird eine Sache mit Hand und Fuß. Und natürlich mit Hirn und Herz. •

Nähere Informationen Forschungsinstitut für Neurointervention www.pmu.ac.at/de/1993.htm

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Update Research

Rotz und Wasser

Auch diesen Winter werden wir wieder diversen Schnupfen-Mythen auf den (Sch)Leim gehen. Dabei gäbe es genug Erfolg versprechende Ansatzpunkte im Kampf gegen Erkältungen. Autor: Andreas Aichinger ∙ Foto: Paracelsus Uni/wild+team

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ama hatte also doch recht. „Du musst ausreichend schlafen!“, pflegte sie vor allem in der kühlen Jahreszeit mit beharrlicher Regelmäßigkeit zu predigen. Ausreichender Schlaf ist eine der besten Schutzmaßnahmen gegen Erkältungen, der Hausverstand weiß das. Zigtausende Menschen aber setzen in der Schnupfen-Zeit lieber auf eine Vielzahl von nicht immer astreinen Haus- und sonstigen Mittelchen, deren Wirkung in der Erkältungsprävention mehr als fraglich ist. Selbst medizinisch bestens geschulte Rotznasen lassen das Trivialthema gerne links liegen und agieren wider besseres Wissen. Dabei wären gerade die unerbittlichen Rhinoviren, denen wir die hustende und niesende Misere verdanken, hervorragende Lehrmeister für ernstere Krankheitsbilder. Und genau das macht das Thema Schnupfen so spannend. Schlafen gegen Schnupfen. Die Kombination aus dem harmlos-unvermeidlichen Charakter der Erkrankung einerseits und dem zwar vorhandenen, aber irgendwie scheinbar nicht gesicherten Wissen um die Mechanismen andererseits sorgt dafür, dass die Schnupfenwelle Jahr für Jahr ungebremst über uns hinwegschwappt. Doch gerade in den letzten Jahren gab es immer wieder Aufsehen erregende Studien zum Thema. Der Psychoneuroimmunologe Sheldon Cohen von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh etwa hat 150 Probanden Rhinoviren direkt in die Nase geträufelt und beobachtet, wie sich das Schlafverhalten der Testpersonen auf den Ausbruch einer Erkältung auswirkte. Das Ergebnis: Wer weniger

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als sieben Stunden täglich schläft, verdreifacht sein Risiko zum Schnupfen. Schlechter, also unterbrochener Schlaf verschlimmert das Ergebnis sogar noch. Obwohl das Zusammenspiel von Schlaf und Immunsystem hochkomplex ist und noch immer nicht genau verstanden wird, dürfte eine der besten Anti-Schnupfen-Waffen also tatsächlich in jeder Wohnung zu finden sein: ein Bett. Viren-Eldorado. Damit der Schnupfen sein unheilvolles Werk beginnen kann, müssen im Prinzip nur zwei Faktoren zusammenkommen. Erstens: Die in über 100 Varianten nachgewiesenen Rhinoviren müssen ein menschliches Opfer finden. In der Regel geschieht das durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Und zweitens müssen sich diese Viren wohlfühlen. Neben einem möglichst schwachen Immunsystem hat das vor allem mit der Temperatur zu tun: Rhinoviren ist es nämlich bei normaler Körpertemperatur eigentlich zu heiß. Sinkt sie allerdings nur um ein paar Grad – zum Beispiel, weil die Nase und mit ihr die Nasenschleimhaut bei kalten Temperaturen abkühlt –, so kann die Schnupfen-Party auch schon losgehen. Anders gesagt: Eine kalte Nase ist geradezu ein Eldorado für die Rhinoviren. Was also tun? Ganz einfach: Die Nasenschleimhaut mit allen Mitteln auf normaler Körpertemperatur halten. Im Freien funktionieren hochgezogene Schals, die hohle Faust und natürlich auch spezielle – modisch fragwürdige – Nasenwärmer. Eisiges Fußbad. Spannend ist in diesem Zusammenhang der noch nicht

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Update vollständig geklärte Zusammenhang zwischen kalten Extremitäten – speziell Füßen – und kalten Nasen. Bei Kälte werden Hände, Füße, Nasen und Ohren zu Gunsten des lebenswichtigen Körperkerns vernachlässigt und schlechter durchblutet. Kühlen aber die Füße aus, bleibt das möglicherweise auch für die Nasenschleimhaut und das Virenwachstum nicht ohne Folgen. Der walisische Schnupfenspezialist Ronald Eccles vom „Common Cold and Nasal Research Centre” der Cardiff University fand vor Jahren erste Indizien für einen Zusammenhang im Rahmen einer

Testreihe mit eiskalten Fußbädern. Übrigens: Rauchen verengt die Blutgefäße ebenfalls und sorgt so für kalte Füße und höhere Schnupfen-Wahrscheinlichkeit. Wunderwaffe Seife. Klingt einfach, ist es aber in der Praxis nicht: Vor allem eine simple Präventivstrategie gegen die Ansteckung ist ebenso vielversprechend wie verbesserungswürdig: Hygiene. Eine der effektivsten Hygiene-Maßnahmen überhaupt ist das Händewaschen. Das Problem: Obwohl sich die elementare Bedeutung längst herumgesprochen hat, sind viele Zeitgenossen nachlässig. Und das gilt vor allem auch für jene, die bereits einen Schnupfen haben. Hand aufs Herz: Niesen wir wirklich immer in ein Einweg-Taschentuch oder auch einmal in die Hand? Und verweigern wir umgekehrt so eine Hand, wenn sie uns entgegengestreckt wird? Wer bleibt am Höhepunkt einer an sich harmlosen, aber hochansteckenden Erkältung wirklich für einen oder zwei Tage zu Hause, um seiner Umwelt

Wissen Sie, dass der erste Schirm vor rund 5000 Jahren den Herrschern Ägyptens Schatten gespendet hat? Oder, dass die erste schriftliche Erwähnung eines Regenschirms aus dem Jahr 800 stammt? Der Bischof Arno von Salzburg erhielt von Abt Alcuin von Tours einen solchen als Geschenk mit den Worten „Ich sende dir ein Schutzdach, damit es von deinem verehrungswürdigen Haupte den Regen abhalte.“ Wenn auch Sie sich vor dem Regen schützen oder jemanden eine Freude machen wollen, besuchen Sie den Paracelsus Shop unter www.pmu.ac.at/shop

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konzentrierte Virenattacken zu ersparen? Eine zusätzliche Verbesserung kann naturgemäß erzielen, wer seine Hände konsequent von seinem Gesicht fernhalten kann. Übrigens: Längst ist bekannt, dass selbst medizinisches Personal manchmal bei der Handhygiene schlampt. Harmlose Erkältungen wären somit eigentlich die perfekte Gelegenheit, um sich die Zusammenhänge und hygienischen Best Practices in Erinnerung zu rufen. Schnupfen-Mythen. Neben dem inneren Schweinehund (Handhygiene) und äußeren Umständen (Schlafmangel) spielt auch viel Un- und Halbwissen dem Schnupfen in die Hände. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist der immer noch weitverbreitete Mythos, dass Antibiotika gegen eine Erkältung wirken würden. Aber sorry: Viren sind nun einmal keine Bakterien. Oder: Häufig wird erkälteten Personen geraten, besonders viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die oftmals propagierte Sinnhaftigkeit von verstärkter Flüssigkeitsaufnahme über das normale Trinkbedürfnis hinaus konnte allerdings nie belegt werden. Und was ist mit Vitaminen? Hier ergibt sich ein differenziertes Bild: Diverse Studien zeigen, dass Vitamin C in aller Regel Erkältungskrankheiten nicht verhindern kann. Ähnlich verhält es sich mit dem Vitamin D, wie neuseeländische Forscher erst kürzlich im Rahmen einer placebokontrollierten Studie mit 160 Teilnehmern gezeigt haben. Andere Experten hingegen verweisen auf positive Effekte für das Immunsystem. Ähnlich wissenschaftlich umstritten ist die Gabe von Zinkpräparaten. Eindeutig bewiesen ist hingegen der positiv-präventive Einfluss von sportlicher Betätigung und regelmäßiger Bewegung. Und noch etwas ist fix: Das „banale“ Thema Schnupfen birgt noch viele Geheimnisse. Bis diese gelüftet werden, liegt man mit der goldenen Dreier-Regel sicher richtig: viel schlafen. Hände waschen. Nase warm halten. In diesem Sinn: Gesundheit! • Webtipp: www.rhinologyjournal.com

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Body-Check

Schnell handeln bei Schlaganfall In Österreich kommt es alle sechs Minuten zu einem Schlaganfall, jährlich sind über 20.000 Menschen betroffen. Der Schlaganfall steht weltweit in der Todesursachen-Statistik an zweiter Stelle und zählt zu den häufigsten Ursachen für Behinderung. Autor: Sebastian Mutzenbach · Fotos: privat, istockphoto

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Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung (in 80 % der Fälle) oder einer Blutung (in 20 % der Fälle) im Gehirn. Teile des Gehirns stellen aufgrund der Sauerstoffunterversorgung ihre Funktion ein und sterben ab, so dass in Abhängigkeit von Region und Ausmaß unterschiedlichste Symptome auftreten können.

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Dr. Sebastian Mutzenbach wurde am Klinikum rechts der Isar der TU München ausgebildet und ist seit 2006 Facharzt für Neurologie. 2010 beendete er die Ausbildung für das Additivfach Intensivmedizin. Seit 2004 ist er an der Universitätsklinik für Neurologie in Salzburg tätig und befasst sich schwerpunktmäßig mit SchlaganfallErkrankungen. Er ist leitender Oberarzt der Schlaganfallstation und gilt als Ansprechpartner an der hiesigen Spezialambulanz für Neurointervention und zerebrovaskuläre Erkrankungen. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit unterrichtet er an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität.

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Charakteristisch ist das schlagartige Einsetzen von Krankheitszeichen wie Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühlen (in der Regel auf eine Körperhälfte beschränkt) oder Sprachstörungen, Doppelbildern und Schwindel. Auch ungeübte Personen können mit Hilfe des Merkwortes F-A-S-T (englisch: schnell) einen Schlaganfall innerhalb einer Minute erkennen. Dabei wird beurteilt, ob ein Patient normal lächeln (Face), beide Arme heben und halten (Arms) und einen einfachen Satz verständlich formulieren (Speech) kann. Ist mindestens

einer der beschriebenen Tests auffällig, sollte so schnell wie möglich ein Notruf (Time) getätigt werden.

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Je länger ein Schlaganfall nicht behandelt wird, umso mehr Hirngewebe geht zugrunde. Daher sollte jeder Mensch mit Verdacht auf einen Schlaganfall schnellstmöglich in ein Krankenhaus mit einer Schlaganfallstation gebracht werden. Bildgebende Verfahren ermöglichen die Darstellung geschädigter Hirnareale. Ein eventuell vorhandenes Blutgerinnsel kann durch intravenöse Verabreichung von Medikamenten aufgelöst oder in spezialisierten Zentren, wie der Universitätsklinik für Neurologie in Salzburg, mechanisch durch einen Katheter entfernt werden.

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Vorbeugend wirkt eine gesunde Lebensweise (regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Verzicht aufs Rauchen, Normalisierung des Körpergewichts). Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen sollten unbedingt ärztlich behandelt werden. Beim Vorhofflimmern kann eine sog. komplette Blutverdünnung und bei hochgradigen Verengungen der Halsschlagader eine Operation oder Stent-Implantation notwendig sein. •

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Alumni Mustertext

Jede Chance nützen Vor vier Jahren hat Thomas Melchardt an der Paracelsus Uni promoviert. Jetzt fordert er am Universitätsklinikum seinen Mentor heraus – zum Wohl der Patienten. Autor: Andreas Aichinger · Fotos: Paracelsus Uni/wild+team

Thomas Melchart (rechts im Bild) schätzt den fachlichen Austausch mit seinem Kollegen und Mentor Alexander Egle.

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rinsend erinnert sich Thomas Melchardt an seine Studienzeit: „Wir Studenten haben es der Uni nicht immer leicht gemacht“. Über vier Jahre ist es her, dass der gebürtige Oberösterreicher 2008 als Teil des ersten Humanmedizin-Jahrgangs an der Paracelsus Universität promoviert hat. Melchardt: „Es war eine spannende Zeit, Teil eines wachsenden Betriebs zu sein und daneben auch noch erwachsen zu werden.“ Gleich nach seinem Abschluss hat der heute 28-Jährige eine Ausbildung an der Universitätsklinik für Innere Medizin III in Salzburg begonnen, wo er sich seither seine Sporen in Klinik, Forschung und Lehre verdient. Sein Uni-Zeugnis aus der Alumni-Perspektive: „Mit der Ausbildung bin ich retrospektiv sehr zufrieden.“ Nachsatz: „Im Vergleich zu anderen Universitäten sind wir sehr verhätschelt worden.“

Hohe Auffassungsgabe. Wie früh erste berufliche Weichen oft schon während des Studiums gestellt werden, zeigt Melchardts Beispiel. Dabei wollte der Absolvent des Bischöflichen Gymnasiums Petrinum in Linz nach dem Zivildienst eigentlich in Innsbruck studieren. Dann aber erweist sich die Entscheidung für Salzburg als goldrichtig: „Während der ersten beiden Studienjahre habe ich rasch gemerkt, dass ich immunologische oder genetische Themen interessant finde.“ Speziell im Rahmen der Vorlesung der Inneren Medizin III im dritten Studienjahr wird Melchardt klar, dass er sich mit dieser spezifischen Herangehensweise an Krankheiten und Probleme am besten identifizieren kann. „Ich habe Thomas Melchardt erstmals als Student im Rahmen seiner mündlichen Prüfung aus Innerer Medizin kennen gelernt, wo er mir durch seine bestechende Vorbereitung und hohe Auffassungsgabe aufgefallen ist“, erinnert sich Alexander Egle. Was damals niemand ahnt: Egle, kürzlich mit dem Paracelsus Wissenschaftspreis 2012 in Gold ausgezeichneter Oberarzt an der Universitätsklinik für Innere Medizin III, wird später Melchardts Mentor werden.


Alumni

Teil des Teams. „Ich habe dann meine Dissertation bei Professor Greil im Krebsforschungslabor geschrieben und auch in meiner Freizeit und das restliche Studium über dort mitgearbeitet“, berichtet Melchardt. Durch die Arbeit im Umfeld des renommierten Onkologen und Klinikchefs Richard Greil sei ihm schon während des Studiums vor Augen geführt worden, wie man sowohl „klinisch als auch wissenschaftlich arbeiten muss, um im internationalen Vergleich zu bestehen.“ Schließlich wird Melchardt in ein Team von Naturwissenschaftern und Ärzten aufgenommen, in dem die Arbeit „großen Spaß“ und viel Freude macht und in dem gleichzeitig tragfähige Freundschaften entstehen. Nur ein Aspekt fühlt sich anfangs „etwas merkwürdig“ an: Den Rollentausch vom Studierenden zum Lehrenden zu vollziehen und in just jenem Hörsaal zu unterrichten, den er selbst noch gut in Erinnerung hat. Melchardt: „Mittlerweile halte ich einige Vorlesungen und Tutorials im Rahmen unserer Hauptvorlesungen und betreue Studenten, die Famulaturen und Praktika bei uns absolvieren.“ Der Mentor. Alexander Egle kann sich sofort an den gescheiten Prüfling von einst erinnern, als sich ihr Weg an der hämatologischen Ambulanz zum zweiten Mal kreuzt. Es ist ein Wiedersehen mit Folgen: „Seit diesem Zeitpunkt habe ich ihn besser kennengelernt und versucht, ihn in seiner Entwicklung zu fördern“, so Egle. Und der TopForscher streut Rosen: „Er ist zweifellos ein hoch begabter junger Mann auf dem Weg zu einem ausgezeichneten akademischen Mediziner und Wissenschafter.“ Zudem sei er ein einfühlsamer Arzt und ein angenehmer Kollege. Und last but not least: „Er fordert mich als Mentor immer wieder auf fruchtbare Art sehr heraus.“ Will heißen: Klinische Entscheidungen werden immer wieder kritisch diskutiert. Thomas Melchardt weiß das zu schätzen: „Es ist wichtig, dass man ohne Rücksicht auf Ausbildungsgrad und klinische Rangordnung die beste

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„Es ist wichtig, dass man ohne Rücksicht auf Ausbildungsgrad und klinische Rangordnung die beste Lösung für den Patienten erreichen will.“ Dr. med. univ. Thomas Melchardt

Lösung für den Patienten erreichen will. Das ist aber eine Kultur, die man als junger Assistenzarzt vorgelebt bekommen muss.“ Auch wissenschaftlich arbeitet Melchardt eng mit seinem Mentor zusammen, erste Erfolge haben sich bereits eingestellt: der Trainee-Preis am amerikanischen Hämatologie-Kongress für seine Arbeit über die Behandlung von älteren Lymphom-Patienten beispielsweise. Oder, dass die Ergebnisse von Melchardts Dissertation dazu geführt haben, dass vielversprechende Substanzen zur Behandlung von chronisch lymphatischer Leukämie identifiziert werden konnten. Melchardt: „Am meisten freut es mich, wenn wir unsere Arbeit so vermitteln können, dass Studenten und andere Kollegen an uns herantreten und mitarbeiten möchten.“ Attraktiver Arbeitsplatz. Kein Wunder somit, dass Melchardt das Salzburger Universitätsklinikum als überaus attraktiven Arbeitsplatz empfindet. Faktoren wie die unmittelbare Vernetzung und räumliche Nachbarschaft etwa von Ambulanzen und Krebsforschungslabor tragen dazu bei. Dazu die daraus resultierende, enorme Forschungsleistung. Oder die Möglichkeit, auch seltene und hochkomplexe Krankheitsbilder versor-

gen zu können. Melchardt ist sich sicher: „Spezialisierte Versorgung auf höchstem Niveau in einem Schwerpunkt zur Verfügung stellen zu können, das ist eigentlich nur in einem akademischen Umfeld möglich.“ Derzeit arbeitet er an der neuen onkologischen Ambulanz und betreut Patienten in verschiedensten Phasen einer Tumorerkrankung. Gerade den intensiven Kontakt mit auch im psychosozialen Bereich hilfsbedürftigen Krebspatienten empfindet Melchardt dabei als bereichernd: „Wir erleben dadurch den Patienten viel mehr als Menschen, als dies in vielen anderen Bereichen der Medizin der Fall wäre.“ All diese Faktoren würden seine Arbeit reizvoll und spannend machen, gleichzeitig aber höchste Ansprüche stellen. Laufen und lernen. Für Hobbys bleibt da nur wenig Raum. Für das Laufen am Mönchsberg nimmt sich Melchardt aber trotzdem mehrmals in der Woche Zeit: „Das ist mein wichtigster Ausgleich, um den Kopf frei zu bekommen.“ Tipps für die Studierenden von heute hat der Alumnus natürlich auch in petto: „Ich würde mir je nach Interessenslage rasch eine Arbeitsgruppe aus dem jeweiligen Gebiet suchen, um Praxis zu sammeln und bei möglichen Projekten mitzuarbeiten.“ Nur so könne man feststellen, ob das jeweilige Gebiet wirklich das richtige sei. „Man braucht viel Glück, um Leute und ein Umfeld zu finden, die einen fordern und fördern und einen Vertrauensvorschuss geben“, bringt Melchardt einen entscheidenden Erfolgsfaktor auf den Punkt. Dann würde sich nahezu „automatisch“ eine Konstellation einstellen, die „einen erfüllt und sehr viel Spaß macht.“ Außerdem rät er, jede Chance zu nützen, um etwas zu lernen. Immerhin hätte auch er später viele Inhalte gebraucht, deren Sinnhaftigkeit er während des Studiums noch angezweifelt hatte. Die abschließende Einladung des Oberösterreichers: „Sollte sich jemand besonders für unser Fach interessieren, finden wir rasch ein Projekt für ihn oder sie. Versprochen.“ •

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Education

Genial statt frontal Wie wird man Teacher of the Year? Der Lehrgang „Medizindidaktik“ zeigt neue Perspektiven in der Lehre auf. Autor: Andreas Aichinger Foto: Paracelsus Uni

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Gerhard Moser erklärt, wie man den Luftröhrenschnitt richtig setzt – praktisch geübt wird dieser an Schweinegurgeln.

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ie gute Nachricht gleich zu Beginn: Es gibt an der Paracelsus Universität eine wirklich wunderbare Möglichkeit, um ein (noch) besserer Lehrender zu werden. Denn genau das ist das große Ziel des 2010 ins Leben gerufenen Lehrgangs „Medizindidaktik“. Der Erfolg gibt dem sehr innovativ konzipierten Angebot nach mittlerweile fünf Durchläufen und 80 Absolventen Recht. „Die Studenten goutieren diese Bemühungen“, freut sich die Erziehungswissenschafterin Sabine Revers vom Competence Center e-Learning, die den Lehrgang konzipiert hat und ihm seither ihren Stempel aufdrückt. Revers hat dabei ein hohes Ziel vor Augen: „Ich brenne für die Vision exzellenter Lehre. Genau dieses Feuer möchte ich an der Paracelsus Universität am Brennen halten und in all jenen entzünden, die junge Menschen an dieser Universität ein Stück ihres Weges begleiten.“ Und sie scheint zu funktionieren, die Sache mit dem Feuer: Im vergangenen Studienjahr wurden gleich zwei ehemalige Lehrgangsteilnehmer von den Studierenden des jeweiligen Studienjahrgangs zum Teacher of the Year gewählt. Nur konsequent, dass beide Lehrgangstermine für 2013 bereits ausgebucht sind. Neue Konzepte. „Die Inhalte des Lehrgangs haben mir geholfen, ein besserer Lehrender zu werden“, ist sich Mario Gimona sicher. Und Gimona, hauptberuflich an der Universitätsklinik für Blut-

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„Teacher of the Year zu werden, war für mich eine besondere Auszeichnung und Ehre.“ OA Dr. Gerhard Moser, Universitätsklinik für HNOKrankheiten in Salzburg

gruppenserologie & Transfusionsmedizin in Salzburg beziehungsweise im Querschnitt- und Geweberegenerationszentrum tätig, hat dabei auch viel über sich gelernt. Gimona: „In Summe kann ich jetzt meine Stärken als Lehrender besser nutzen.“ Bei dem reichen Angebot an Kursinhalten wären für jeden Kursteilnehmer viele nützliche Konzepte dabei gewesen, ist er überzeugt. Dabei gab es auch Aha-Erlebnisse: Bisher unbekannte respektive vermeintlich unbrauchbare Konzepte für die eigene Vorlesung – Gimona unterrichtet an der Paracelsus Universität Biologie und Molekulare Zellbiologie im ersten Studienjahr der Humanmedizin sowie im Rahmen der Ringvorlesung Molekulare Medizin – reichern jetzt den Unterricht an. Denn Gimona weiß: „Der Lehrgang hat mir bewusst gemacht, wie sehr unterschiedliche Lehr- und Lerntypen den Lernerfolg beeinflussen.“ Vier Blöcke. Die Motivation für einen Medizindidaktik-Lehrgang liegt auf der Hand: Der enorme Zuwachs an theoretischem Wissen und praktischem Knowhow in der Medizin schreit nach neuen Methoden der Vermittlung. Im Fokus steht die Qualifikation für den Wissenstransfer von abrufbarem Wissen über die Anwendung in einer gelernten Situation bis hin zur Übertragung auf den beruflichen Alltag. Im Lehrgang werden neue Lehr- und Lernmethoden daher nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch unmittelbar zur Anwendung gebracht, da-

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mit aktuelles didaktisches Know-how erfahrbar wird und nachhaltig verinnerlicht wird. Dabei beruht das Lehrgangskonzept auf aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Theorien der Erziehungswissenschaft. Die Zielgruppe für den in jeweils vier Blöcken à eineinhalb Tagen berufsbegleitend abgehaltenen Lehrgang besteht im Kern aus Lehrenden der Paracelsus Uni, des Universitätsklinikums und der Lehrkrankenhäuser sowie der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg. Dazu kommen Personen, die sich an der Paracelsus Uni habilitieren wollen, aber auch externes Lehrpersonal. Lehrveranstaltung neu gestaltet. Was bedeutet das in der Praxis? Mario Gimona: „Die Fächer, in denen ich gemeinsam mit vielen hervorragenden Kollegen unterrichte – Biologie und Molekularbiologie und Genetik – sind traditionelle Frontal-Vorlesungsfächer.“ Mit dem Medizindidaktik-Abschluss in der Tasche hat Gimona Ablauf und Struktur der beiden Lehrveranstaltungsblöcke im Hinblick auf die neuen Lehrmethoden neu gestaltet und inhaltlich so abgestimmt, dass für diese – mit Augenmerk auf eine offenere Form des Lehrens – mehr Platz geschaffen werden konnte. Gimona: „Ich kann jetzt aus einem wesentlich größeren Reservoir an Lehrmethoden schöpfen und hoffe, damit eine größere Zahl von Studierenden mit den Inhalten der Vorlesung zu erreichen.“ Ohne den Lehrgang wäre er hingegen wohl bei seinem alten Frontalunterricht geblieben, glaubt Gimona. Ein unverzichtbares Element des Lehrgangs ist daher, dass die Teilnehmer ein Lehrkonzept für den eigenen Unterricht verfassen. Ein Konzept, das am Ende auch als Abschlussarbeit

Nähere Informationen zum Lehrgang Medizindidaktik unter www.pmu.ac.at/de/1330.htm

„Der Lehrgang hat mir bewusst gemacht, wie sehr unterschiedliche Lehr- und Lerntypen den Lernerfolg beeinflussen.“ Univ.-Doz. Mag. Dr. Mario Gimona, Universitätsklinik für Blutgruppenserologie & Transfusionsmedizin in Salzburg

abgegeben wird. Da daraus unmittelbar eine verbesserte Lehre resultiert, wird diesem Thema größte Aufmerksamkeit geschenkt. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Training von Präsentationstechniken. „Die Teilnehmer schätzen das Videotraining sehr“, weiß Sabine Revers. Teacher of the Year. „Nicht jeder gute Arzt und Wissenschafter ist auch ein guter Lehrer“, weiß Gerhard Moser, seines Zeichens Oberarzt an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten in Salzburg. Um selbst ein noch besserer Lehrer zu werden, hat auch Moser den Medizindidaktik-Lehrgang besucht. Manchmal sei es in der Vergangenheit für ihn kompliziert gewesen, Lernziele zu erstellen, bekennt Moser. Und gibt zu bedenken: „Ein Schiff, das den Hafen nicht kennt, wird nicht ankommen.“ Dass Moser den Hafen nach dem erfolgreich absolvierten Lehrgang jetzt noch zielsicherer ansteuern kann, hat bereits Früchte in Form einer besonderen Würdigung getragen. Moser: „Teacher of the Year zu werden, war für mich eine besondere Auszeichnung und Ehre, mit der ich nie gerechnet hätte.“ Nachsatz: „Das motiviert natürlich zusätzlich und bestärkt mich in dem Gefühl, gut in der universitären Lehre integriert zu sein.“ Ähnlich liegen die Dinge bei Mario Gimona, der nach seiner Teilnahme beim Lehrgang ebenfalls als „Teacher of the Year“ geadelt worden ist. O-Ton Gimona: „ Eine schönere Belohnung kann ich mir als Lehrender nicht vorstellen.“ •

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Education

Ein Fall von Hilfeleistung In der tutorenbetreuten Lehre werden Studierende von Kollegen aus höheren Semestern unterstützt. Ein bewährtes System, von dem auch die Tutoren in verschiedenster Weise profitieren.

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reundlich formulierte Einladungsmails von Sabine Schmidt haben nicht zwingend mit Feierlichkeiten oder Freizeitvergnügen zu tun. Die Wissenschafterin am Institut für Physiologie und Pathophysiologie verschickt sie zu Beginn jedes Studienjahres an zehn bis 15 ausgewählte Studierende, um ihren Tutorenpool mit neuen Lernbetreuern aufzustocken. „Zirka 80 Prozent der Kontaktierten nehmen das Angebot zur Mitarbeit auch gerne an“, sagt die Koordinatorin und Ansprechpartnerin der „Tutorenbetreuten Lehre“ am Institut. Wen sie bei ihrer Auswahl ins Auge fasst, hänge nicht nur von den Leistungen und dem Engagement im Fach Physiologie und Pathophysiologie der Organsyste-

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Text: Sabine Ritzinger Fotos: Paracelsus Uni

me ab, sondern auch von deren sozialer und didaktischer Kompetenz. Hilfe bei Gruppenarbeiten. Das zweite Jahr des Humanmedizinstudiums hat den Schwerpunkt Physiologie und Pathophysiologie und hierbei soll die „Tutorenbetreute Lehre“ den Studierenden Hilfestellung leisten. Eine der Aufgaben der Tutoren ist zum Beispiel die Betreuung von Gruppenarbeiten. Dazu werden die Studierenden in kleinere Arbeitsgruppen eingeteilt, denen jeweils ein etwas vereinfacht dargestellter klinischer Fallbericht samt Fragen zur Bearbeitung zugewiesen wird. Ziel der Übung ist es, innerhalb von zwei bis drei Stunden diesen Fall zu durchdenken, in Form einer Powerpoint-Präsentation

kurz darzustellen sowie die dazugehörigen Fragen ausführlich zu beantworten. Die Aufgabe der Tutoren besteht darin, den Lernprozess zu beobachten und gegebenenfalls in die richtigen Bahnen zu lenken. „Sie sollen nur dann Fragen beantworten, wenn die Studierenden alle anderen Möglichkeiten, sich das notwendige Wissen anzueignen, bereits ausgeschöpft haben und nicht weiterwissen“, erklärt Sabine Schmidt. Gegen Ende der Ausarbeitungsphase sollten die Helfer die Präsentation, welche die Studierenden erstellt haben, noch einmal auf Richtigkeit kontrollieren. Tutorenbetreutes Lernen. Die zweite Form von Hilfestellung besteht im „Tutorenbetreuten Lernen“, das im Rahmen

„Die Lehrenden unterstützen die Tutorentätigkeit, denn unser Engagement wird von ihnen gern gesehen.“

„Das gemeinsame Erarbeiten von Themen in Kleingruppen bringt große Vorteile für die Studierenden.“

Stephan Reumann, Humanmedizin-Student und Tutor

Anna Pink, HumanmedizinStudentin und Tutorin

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Education der Physiologie und Pathophysiologie immer an zwei möglichst zeitnahen Halbtagen stattfindet. Die Studierenden werden wiederum in kleinere Gruppen eingeteilt und jedem davon wird ein – meist pathophysiologisches – Thema zugewiesen. Es wird also kein klinischer Fall bearbeitet, sondern ein Thema, welches Teil des Stoffgebietes des jeweiligen Organsystems ist. Das Lernmaterial sollen sich die Teilnehmer selbstständig organisieren. Die „Expertengruppen“ erarbeiten in diesem ersten Teil ihr jeweiliges Thema. Die Tutoren begleiten die Studierenden beim Lernprozess, ohne ihnen jedoch Arbeit abzunehmen, so dass die Themenfelder völlig eigenständig erarbeitet werden. Im zweiten Teil werden die Gruppen neu gebildet und zwar so, dass in jeder ein „Experte“ aus einer Expertengruppe vom ersten Teil vertreten ist. In diesen Lerngruppen sollen die Studierenden sich gegenseitig ihr erworbenes Wissen vermitteln. Die

Tutoren gehen von einer Lerngruppe zur anderen, um darauf zu achten, dass die Experten kein falsches Wissen vermitteln und dass der zeitliche und inhaltliche Rahmen für die einzelnen Themen eingehalten wird. Freude und Nutzen. „Es macht Spaß, den jüngeren Kollegen zu helfen und mit ihnen Themen zu erarbeiten, denn sie sind motiviert und stellen gute Fragen“, sagt Tutorin Anna Pink, derzeit im vierten Studienjahr der Humanmedizin. Sie hatte im zweiten Studienjahr selbst von der Hilfe älterer Studierender profitiert. Ein Vorteil dieses Lehrsystems sei unter anderem, dass man bei Tutoren weniger Hemmungen habe, Fragen zu stellen als bei den Lehrenden. Auch für ihren Kollegen Stephan Reumann, ebenfalls im vierten Studienjahr, ist die Arbeit als Tutor eine interessante Erfahrung. „Die Leute sind sehr engagiert, haben den Willen, etwas selbst zu erarbeiten und

Freude am Lernen“, streut der Student seinen jüngeren Kollegen Rosen. Das Tutorensystem hat für beide Studentengruppen – Betreute und Betreuende – Sinn und Vorteile. Die Arbeit als Tutor ist freiwillig und unbezahlt – und zahlt sich für die derart engagierten Studierenden dennoch aus. „Im dritten Studienjahr profitieren wir Tutoren, weil die klinischen Fächer stark vertreten sind und die Pathophysiologie ein wichtiger Teil davon ist“, sagt Stephan Reumann. „Und auch jetzt kann ich bei der Lernbetreuung mein physiologisches Wissen wiederholen und vertiefen.“ Und auch Anna Pink schätzt es, dass sie sich im Umgang mit den Betreuten wieder „richtig mit dem Thema Physiologie auseinandersetzen muss und den wichtigen Stoff wiederholt“. Darüber hinaus zeugt das Tutorenzertifikat der Universität bei künftigen Bewerbungen vom sozialen, über das Studium hinausgehenden Engagement. •

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Friends

Der Papst, Putin und die Pharmazie Die glücklichsten Jahre seiner Kindheit hat Papst Benedikt in einem Haus im bayerischen Tittmoning verbracht. So schreibt er in seiner Biographie. Heute ist dieses im Jahr 1550 gebaute Haus ein Geschäftslokal mit Büros. Das Benedikt-Palais ist im Besitz von Andreas Greither, einem Förderer der Paracelsus Universität. Autor: Gottfried Stienen . Fotos: Paracelsus Uni/wild+team

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etroffen haben sich die beiden Herren übrigens noch nicht, soll aber noch passieren. „Das habe ich mir aufbehalten und vorgenommen“, erzählt Greither im Gespräch mit Paracelsus Today. Nun, die Bayern sind nicht nur stolz auf ihre vielen Weißbiersorten, sondern auch auf „ihren“ Papst. Das ist gut so. Greither hat dieses ehrwürdige Gebäude mit privatem Geld renoviert und somit für die kleine Gemeinde ein Stück Kulturgut erhalten. Eine Investition des Herzens, wie manch andere Unterstützung auch, die Andreas Greither leistet. Die Paracelsus Universität gehört zu seinen Liebkindern, so diese Namensgebung bei Projekten, die man fördert, zulässig ist. Der 65-Jährige ist für viele Ideen begeisterungsfähig und kann selbst auch begeistern. Sein einfaches Credo: „Es macht mir Spaß, mit Menschen zu reden.“ Damit ist er vielleicht gar nicht mehr so zeitgemäß, in Zeiten der elektronischen Unterhaltung, mit e-Mails, SMS und dergleichen. „Beim Reden kommen die

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Leut` zusammen“, sagt der Volksmund. Wie wahr, wenn man Andreas Greither zum ersten Mal im Leben trifft. Ein geplanter Termin von maximal einer Stunde dauert ab und zu länger, wie der Autor dieser Zeilen selbst erfahren hat. Nicht leidvoll (auch solche Termine gibt es),

„Ich habe immer zuerst mich selbst gefragt, was mache ich falsch und nicht bei den anderen Fehler gesucht.“ Dr. Andreas Greither

sondern lustvoll. Das Resultat eines dreistündigen Gesprächs im Jahr 2002 war die ehrliche Zusage, die Paracelsus Universität zu unterstützen. Mit bayerischer Handschlagqualität, ohne Vertrag („Sie können mir schon glauben, aber von mir aus schicken´s mir halt ein paar Zeilen zu ihrer internen Dokumentation“) und mit der Vorfreude auf ein nächstes Treffen. Andreas Greither unterstützt die Paracelsus Universität seit nunmehr zehn Jahren. „Gerne“ und „weil diese Universität ein sehr erfolgreiches Unternehmen mit akademischem Charakter geworden ist und sich in der kurzen Zeit eine Identität und einen guten Ruf erworben, nein erarbeitet hat. Das ist einmalig.“ Zweifelsfrei ein großes Lob aus berufenem Mund. Greither ist selbst Doktor der Medizin (er studierte in München). Sein Bildungshunger konnte damals kaum gestillt werden. Ein Studium der Pharmazie, die Ausbildung zum klinischen Pharmakologen und Toxikologen und ein zweijähriger Studienaufenthalt in San Francisco an der School of Pharmacy belebten damals die Tage von Andreas Greither. Stationen seines beruflichen

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Friends

Werdegangs waren unter anderem ein Job als klinischer Direktor für Arzneimittel bei GlaxoSmithKline und zwei Jahre Tätigkeit bei Sanofi.

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In den zwei Jahrzehnten als Firmenchef hat Greither viel Wert auf Ausbildung gelegt. „Ich habe mich immer gefragt, was kann der oder die, wo ist eine Weiterbildung notwendig.“ Greither hat Arbeitsplätze geschaffen, im In- und Ausland. Er hat grenzüberschreitend gedacht und seine Großzügigkeit auch in diesem Bereich gezeigt. Ein Beispiel: Dragenopharm hat einen Ostaustausch in der deutschen Wirtschaft geschaffen. „Wir haben Apotheker aus Russland, Litauen, China oder Japan ausgebildet. Diese Leute waren ein bis zwei Jahre bei uns in Bayern und haben hier eine ausgezeichnete Ausbildung erfahren. Nach der Rückkehr in ihre Heimat haben viele leitende Positionen bei Pharmafirmen etc. gefunden.“ Noch heute hat der Unternehmer Kontakt mit vielen und trifft sie

gerne. Stichwort kennenlernen: Gerhard Schröder (für politisch Uninteressierte: Schröder war jahrelang deutscher Bundeskanzler) und Russlands Präsident Wladimir Putin haben mit Greither schon zu Mittag gegessen. Ob auch eine Mass bayerischer Gerstensaft getrunken worden ist, sagt offiziell keiner der Genannten. Der ambitionierte Versuch von Paracelsus Today, beim Kreml-Chef Putin zu recherchieren musste scheitern und ist ein solcher geblieben. Kleine Geschichten, Episoden wie diese außergewöhnlichen Treffen erzählt Greither selten, eher gar nicht, aber: „Es hat Spaß gemacht, interessante Leute zu treffen. Persönlichkeiten, die etwas schaffen oder geschafft haben.“ Dazu zählt auch Greither selbst, wenngleich er im tiefen bayerischen Akzent solches von sich weist und herunterspielt. Seine Lust am Gestalten lässt nicht nach, die Energie dieses Mannes ist ansteckend. Greither betreibt am Tegernsee nun ein Hotel. Aber nicht eines von vielen Hotels, nein, es muss mehr dahinter stecken. „Ich habe das Hotel ,Der Westerhof‘, das 1017, also vor 995 Jahren erstmals

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Sein Vater, selbst mit 86 noch aktiver Reformbio-Unternehmer mit der Firma Salus-Haus, übergab Andreas Greither im Alter von 40 Jahren die Firma Dragenopharm Apotheker Püschl GmbH mit immerhin zehn Mitarbeitern, aber sieben Millionen Schulden – D-Mark wohlgemerkt. Kein leichtes Erbe. „Man muss im Leben immer positiv denken“, meint der bayerische Unternehmer und fügt hinzu, dass „Probleme durch Ängste entstehen“. Sein Umgang mit Problemen war stets die Suche nach guten Lösungen. Dann heißt es mit den Mitarbeitern reden, zuhören und schlussendlich entscheiden. Mitarbeiter sind der wesentliche Kern jedes Unternehmens. „Ich hatte immer eine offene Tür für meine Mitarbeiter“, sagt Greither. Ein Vorzimmer hatte der Chef nie, ein Gesprächstermin wurde mit jedem rasch gefunden. Das stärkt das Miteinander und erstickt Unsicherheit im Keim, beantwortet oftmals schnell Fragen. Greither: „Kleine

Probleme sind die Basis für große Probleme.“ Wie recht dieser Mann doch hat! Der Erfolg bestätigt sein Tun: Als Andreas Greither 20 Jahre nach der Firmenübernahme im Jahr 2007 das Unternehmen verkaufte, produzierte Dragenopharm in Tittmoning 10 Milliarden Tabletten im Jahr. 700 Mitarbeiter waren beschäftigt.


Friends urkundlich erwähnt ist, gekauft. Natürlich musste einiges renoviert werden, aber das Haus steht auf einem Traumplatz in meiner Heimat und ich wollte es unbedingt erwerben. Heute sind wir laut Internetportal die Nummer eins am Tegernsee und ich denke schon an Ausbau.“ Greither mit einem Lächeln, breit wie der Mond: „Es ist schön, zu sehen wie etwas läuft, das nicht läuft.“ Noch Unklarheiten, liebe Leserinnen und Leser? Der Kultschlager von Udo Jürgens („Mit 66 Jahren fängt das Leben an“) wird auf Greither hundertprozentig zutreffen. Das sei schon heute gesagt. Untätigkeit befindet sich nicht im Sprachschatz des Bayern, daher kennt er dieses Gefühl auch gar nicht. Seine Familie ist ihm enorm wichtig, die Zeit mit seiner Frau und seinen drei Töchtern wertvoll. Als er

Dank den Förderern

bei bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London weilte, hatte dieser Aufenthalt einen guten Grund. Zwei seiner Töchter sind erfolgreiche Kunstturnerinnen und die deutschen Olympiateilnehmer fühlten sich im Westerhof schon sehr wohl. Mit dem Geld aus eigener Tasche hat Greither in Tittmoning eine Halle für den dortigen Turnverein bauen lassen. Deutsche und österreichische Meister und Nationalteams samt Betreuern haben dort schon trainiert. Ihm selbst sind sportliche Talente verborgen geblieben, er hatte auch keine intensiven Ambitionen. Was nicht heißen soll, dass der „Turnvater“ Greither bei den nächsten Olympischen Spielen in vier Jahren nervös seiner Tochter beim Wettbewerb um Medaillen zusehen wird. Sein Heimatort Tittmoning ist Greither lieb und teuer. Seine Beziehung und

Bindung zu Salzburg sind ihm lieb und angenehm (er ist etwa Mitglied bei einem Rotary Club) und teuer – schon wegen der großzügigen Unterstützung der Paracelsus Universität. Und der Unternehmer hat für die Studierenden in Salzburg eine Rechnung parat. „Es ist billiger, an der Paracelsus Uni zu studieren als an einer staatlichen Universität in Deutschland oder Österreich, weil das Geld für die Studiengebühren rasch wieder verdient wird: mit einer ausgezeichneten Ausbildung und besten Jobchancen.“ Herzlichen Dank für diese Wertschätzung, die finanzielle und ideelle Unterstützung! Vielleicht gibt es beim nächsten Wiedersehen schon etwas vom persönlichen Treffen mit dem Papst zu erzählen ... •

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Neben dem Land und der Stadt Salzburg und den Salzburger Gemeinden unterstützen folgende namhafte Persönlichkeiten, Firmen und private Mäzene die Paracelsus Medizinische Privatuniversität:

Aktive Förderer: ACM Projektentwicklung GmbH • Agrana Zucker GmbH • Aicher, Max • Bankhaus Carl Spängler & Co. AG • Brettenthaler, Rainer • Capsumed Pharm GmbH • DBS Gesellschaft - Kubin, H. und Kainberger, P. • DBW Industrieberatung Naue KG • die ärztebank • Die Hayward Privatstiftung • dm drogeriemarkt GmbH • Frey, Bernhard • Fürst Developments GmbH • G. Hinteregger & Söhne Bauges. mbH. • Gebrüder Woerle Ges.m.b.H. • Genelin, Ellen & Frank • General Electric Austria GmbH • Georg Pappas Automobil AG • Greither, Andreas • Großglockner-Hochalpenstraßen AG • HALI Büromöbel GmbH • Hansjörg Wyss Foundation • Imtech ICT Austria GmbH • Intertops Sportwetten GmbH - Train, Detlef • Jacobs, Klaus J. † • Jacoby Pharmazeutika AG - Jacoby, Heinrich • Johnson & Johnson • Kastner & Partners • Kellerhals, Helga & Erich • Knauf-Wahl, Jutta • Krones AG • Kuhn Baumaschinen GmbH • Kuhn, Irmgard • Lagermax • Landeshypo Salzburg • Lenz, Gerhard • Lohmann & Rauscher GmbH • M. Kaindl Holzindustrie • MED-EL • Medpreneur GmbH • Miele GesmbH • Moosleitner Ges.m.b.H • Mubea Carbo Tech GmbH • Mundipharma GmbH • Neumann, Jacob und Daniel • Oesch-Hayward, Irene • Österreichische Lotterien • Papp, Christoph • Paracelsus Rotary Club • Pro Salzburg Stiftung - Ruckser-Giebisch, Gertraud • Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co • Red Bull - Mateschitz, Dietrich • Rexam • Roche Diagnostics GmbH • Roche Group • Sallmann Bürotechnik • Salzburg Aluminium AG • Salzburger Sand- und Kieswerke GmbH • Salzburger Sparkasse Bank AG • Sanitas Ges.m.b.H • Schön Privatstiftung • Schröcksnadel, Peter • Segafredo Zanetti Austria Ges.m.b.H. • SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgmbH • Senoplast Klepsch & Co GmbH & Co KG • Siemens AG Österreich • Stahlwerk Annahütte Max Aicher GmbH & Co KG • Stieglbrauerei zu Salzburg. Privatbrauerei • Straniak Stiftung, Hermann und Marianne • Synthes Österreich GmbH • von Schilgen, Eva Maria und Wolf • VR • meine Raiffeisenbank eG, Altötting-Mühldorf (D) • Wozabal Textilservice GmbH & Co KG • Zürcher Kantonalbank Österreich AG Vormalige Förderer: Ambience Sound + Light GmbH • Angora Med Gesellschaft mbH • Asamer & Hufnagl Kies- und Betonwerke GmbH • Bayer AG Austria • Boston Scientific GmbH • Ebewe Pharma Ges.m.b.H. Nfg. KG • Eli Lilly Gesellschaft m.b.H. • Gasteiner Mineralwasser G.m.b.H. • Institut für Computerthomographie - Schuster, Werner • Kahn, Donald • Kirchmair, Veronika & Haslauer, Claus • KTM Sportmotorcycle AG • Laber Holding und Laber Druck • Laber, Inge • Molkerei Meggle Wasserburg GmbH & Co. KG • Omnimed Medizintechnik • Österr. Gesellschaft für Zahn-Mund-Kieferheilkunde Sbg. • Pfizer Cooperation Austria GmbH • Quehenberger, Rudolf • Sanitätshaus Tappe • Schwarzkopf, Klaus • von Mierka, Johanna † • Wiberg GmbH • Windhager, Gernot • Wittschier, Otto † • Wüstenrot Versicherungs-AG

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nr. 3/2012 Paracelsus Today


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Point of View

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Ein Vorbild in der Ausbildung

Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller bekennt sich zur Paracelsus Universität.

Paracelsus Today: Die Paracelsus Universität ist zehn Jahre alt. Welche persönlich besonderen Momente haben Sie in Erinnerung? Gabi Burgstaller: Die Paracelsus Universität ist ein Vorbild für alle Bildungseinrichtungen. Ich habe eine sensationelle Erinnerung: Bei einem Besuch vor sieben Uhr Früh in einer Universitätsklinik wurde ich gebeten, gleich in eine Vorlesung mitzugehen. Der Hörsaal war voll, an einem Freitag, um diese Zeit. Das hat mich beeindruckt. Eine zweite spontane Erinnerung ist die Begegnung mit jungen Studierenden an den Salzburger Universitätskliniken. Ich habe sie dort engagiert arbeiten gesehen, mit einer hohen Empathie. Und noch etwas: Es hat beson-

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ders zu Beginn viel Kritik gegeben, weil vermutet worden ist, dass ohnehin nur Kinder von Ärzten in Salzburg studieren würden. Ich weiß aber, dass viele Studierende ein Stipendium beziehen, weil sie sich die Studiengebühren nicht leisten können. An der Paracelsus Uni wird keine Ausbildung für eine Elite geleistet, sondern für alle, die dafür geeignet sind. Paracelsus Today: Wie kurz oder wie lange haben Sie diese zehn Jahre, auch in Ihrer Funktion als Stiftungsratsvorsitzende, denn empfunden? Gabi Burgstaller: Sie sind unglaublich schnell vergangen. Es wurde der Beweis erbracht, dass hier eine Ausbildung in höchster Qualität geboten wird, nicht vergleichbar mit anderen Universitäten. Auch in der Forschung wurde schon viel geleistet. Zu guter Letzt soll alles zum Nutzen einer noch besseren Patientenversorgung sein. Paracelsus Today: Welche Rolle nimmt die Politik in Hinblick auf die Entwicklung des Landeskrankenhauses zum Universitätsklinikum ein? Und zwar konkret in den Bereichen Lehre, Forschung, Patientenversorgung und Finanzierung? Gabi Burgstaller: Die Aufgabe des Landes als Eigentümer der Klinik liegt klar in der optimalen Patientenversorgung. Wir – die Klinik, die Universität und die Politik – haben einen klugen Weg des Miteinanders gesucht, das Karrieremodell ist ein Beispiel dafür. Ärzte, die Patienten versorgen, können Karriere im Haus machen wie Kollegen, die auch lehren und forschen. Die Gemeinsamkeit muss allerdings noch spürbarer

Foto: Land Salzburg

werden. Bei der Finanzierung kämpfe ich beim Bund unaufhörlich, um eine teilweise Refundierung des klinischen Mehraufwandes zu bekommen. Wir wollen Geld nur ergebnisorientiert: Das heißt, für bestens ausgebildete Absolventen. Eine subjektbezogene Förderung also, keine allgemeine. Paracelsus Today: Das Land unterstützt die Paracelsus Universität seit ihrer Gründung. Bleiben Sie eine bekennende Förderin? Gabi Burgstaller: Dazu möchte ich erwähnen, dass ich froh und stolz auf die Paracelsus Universität bin, die es geschafft hat, den Anteil der privaten Mittel zu erhöhen. Ich gebe ein klares Bekenntnis zur Paracelsus Universität ab, und wir werden zur laufenden Mitfinanzierung auch weiter bei Sonderprojekten helfen. Dort, wo klare Qualitätsansprüche sind, ist das Land auch finanziell dabei. Die Studenten sind aus innerer Überzeugung dort, sie müssen auch darauf brennen, Arzt zu werden und zu sein. Das Land zahlt auch zum neuen Forschungshaus einen Beitrag in Millionenhöhe, leistet Unterstützung in der Pflege, in der Forschung und bei Instituten. Und wir müssen die Allgemeinmediziner besser ausbilden, um das Gesundheitssystem kostenmäßig zu entlasten. Auch in diesem Bereich ist die Universität vorbildlich. Paracelsus Today: Ihr Wunsch für die Zukunft? Gabi Burgstaller: Bildungshungrige Studierende, ein erfolgreiches Team in der Lehre, ein Feuerwerk an Erfolgen in der Forschung und zufriedene Patienten in der Uniklinik. Der Wert der Paracelsus Universität liegt auch in der Steigerung der Versorgungsqualität. Die Fragen stellte Gottfried Stienen.

3/2011 Paracelsus Today


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Paracelsus Today Dezember 2012  

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