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Dezember 2010 | 3 €

Das Magazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Salzburg

Runder Tisch Vier Wissenschaftlerinnen über die weiblichen Kurven in der Forschung

Gute Verbindung Es ist nicht weit von Salzburg nach Yale. Der Weg führt über John Geibel

Gesunder Slalom Prävention auf Skiern: Was Wintersport so herzerfrischend macht

Diagnose Menschlichkeit Soziale Kompetenz ist mehr als nur ein Wort. Wie man sie an der Paracelsus Universität lebt und lehrt


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Die Allrad-Kompetenz der Pappas Gruppe. 17 Baureihen und über 60 Modelle. Wer Sicherheit will, ist bei der Pappas Gruppe genau richtig. Denn dort finden Autofahrer alles, was sie in ihrem Alltag brauchen: beste Traktion, Fahrsicherheit auf und abseits der Straße bei Regen, Laub, Schnee und Eis sowie Wirtschaftlichkeit und Komfort. Nähere Infos zu den zwölf erhältlichen Mercedes-Benz und fünf Jeep Baureihen mit Allrad erfahren Sie unter www.pappas.at/allrad oder bei Ihrem Verkaufsberater der Pappas Gruppe.

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Edito r ial | Inhalt

Die Zukunft (gehört) der Forschung Der Forschergeist weht, wo er will. Auch in dieser zehnten Ausgabe von Paracelsus Today.

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Dr. Katrin Seidel ist Chefredakteurin von Paracelsus Today.

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Unternehmen der Pappas Gruppe sind: Georg Pappas Automobil AG, Pappas Automobilvertriebs GmbH, Retterwerk GmbH, Konrad Wittwar Ges.m.b.H., Pappas & Werlin GmbH, Pappas Auto Ungarn

I NHALT

Happy Birthday Paracelsus Today! Denn vor Ihnen liegt die zehnte Ausgabe des Magazins: mit spannenden, zukunftsweisenden Themen rund um die noch junge, aber bereits bestens etablierte Paracelsus Medizinische Privatuniversität. Albert Einstein hat einmal gesagt: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“ Kaum ein Gedanke bringt die geistige Grundmotivation von Forschung und Entwicklung besser auf den Punkt. Auch die Kliniken und Institute der Paracelsus Uni bauen mit hervorragenden Forschungsleistungen auf einigen wissenschaftlichen Kerngebieten an dieser Zukunft mit. Gerade diese Jubiläumsausgabe erzählt viele solcher Geschichten. Die Universitätsklinik für Innere Medizin I (ab S. 22) und unser Round Table (ab S. 26) sind hervorragende Beispiele dafür, wie sich Forschung, universitäre Lehre und Patientenbetreuung auf höchstem Niveau gegenseitig befruchten können. Eine fruchtbare Zusammenarbeit verbindet aber auch die Paracelsus Uni mit renommierten internationalen Partnern wie John Geibel von der Yale University, dessen Forschungsarbeit eines Tages Millionen Kindern das Leben retten könnte (ab S. 10). Das wäre genau die Zukunft, in der zu leben es sich lohnt. Interessanten Lesestoff wünscht Ihnen Katrin Seidel

Impressum: „Paracelsus Today“ ist das Magazin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg • Auflage: 30.000 Stück • Medieninhaber und Herausgeber: Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg – Privatstiftung, Strubergasse 21, 5020 Salzburg, Tel. (+43) 0662/44 2002-0, www.pmu. ac.at • Projektleitung Paracelsus Universität: Dr. Gottfried Stienen • Projektkoordination: Stefanie Illmer • Verlag: Styria Multi Media Corporate GmbH & Co KG, Geiselbergstraße 15, 1110 Wien, Geschäftsführung: Mag. Erich Schönberg, Oliver Olbrich • Chefredaktion: Dr. Katrin Seidel • ArtDirektion: Sigrid Raditschnig • Textchef: Andrea Fehringer, Xpertmedia • Produktion: Dr. Katrin Seidel • Redaktion: Andreas Aichinger, Univ.-Prof. Dr. Johann Bauer, DI Dr. Alexander Berzler, Eva Brutmann, Dr. Karoline V. Greimel, HR Univ.-Prof. Dr. Gunther Ladurner, Mag. Maria Lährm, Dr. Florian Santner, Ilse Spadlinek, Dr. Gottfried Stienen • Fotos: Wild&Team Fotoagentur GmbH, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, SALK, Getty Images • Coverfoto: Corbis/PhotoAlto/Odilon Dimier • Litho: m4! • Druck: Neografia, a.s. • Alle Angaben ohne Gewähr, Haftung für Irrtümer und Änderungen ausgeschlossen. Satzund Druckfehler sowie alle Rechte vorbehalten.

Spenden-Box: „Paracelsus Today“ würde sich über Ihre Sympathiespende sehr freuen. Wir werden jeden Euro sinnvoll für neue Magazinausgaben mit anspruchsvollem und spannendem Lesestoff einsetzen. Bitte geben Sie bei der Anweisung Ihrer Spende beim Verwendungszweck „Paracelsus Today“ an. Unser Spendenkonto: Salzburger LandesHypothekenbank, Konto: 10400013375, BLZ: 55000, SWIFT-Code: SLHYAT2S, IBAN: AT03 5500 0104 0001 3375

4 Short Cuts Neues aus der Uni. 6 Spotlight. Profi-Clown und Familien-Doktor Patch Adams in Salzburg. 8 Very Personal. Christian Menzel – Porträt eines Vollblutarztes. 10 Outside. Die Paracelsus Universität und ihre Yale-Connection. 14 Alumni. Was man von der Mayo Medical School in Sachen Netzwerk lernen kann. 16 Education. So wird soziale Kompetenz an der Paracelsus Uni gelebt und gelehrt. 18 Research. Auf zur herzerfrischenden PistenGaudi. Was Skifahren so gesund macht. 20 Research. Heilsame Erfolgsnachrichten für Schmetterlingskinder. 22 Research. So erfolgreich verbindet die Uniklinik für Innere Medizin I erstklassige Patientenbetreuung mit ambitionierter Forschung. 26 Round Table. Vier ausgezeichnete Forscher diskutieren am runden Tisch über Barrieren und Karrieren. Und: Was Paracelsus dazu sagen würde. 30 Body-Check. Was ist Tinnitus? Symptome, Therapie, Prävention. 32 Sponsoring. Freund und Förderer, Genussmensch, Schauspieler, Denker: Segafredo-CEO Claudius Neumayr im Gespräch mit „Paracelsus Today“. 34 Point of View. Persönliche Ansichten von Gunther Ladurner zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Medizin in Salzburg.

Paracelsus Shop: Ganz in der Tradition renommierter internationaler Hochschulen bietet auch die Paracelsus Universität edle und praktische Produkte ihren Freunden, Studierenden und Besuchern zum Kauf an. Das gesamte Sortiment finden Sie im Internet unter: www.pmu.ac.at/shop

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Gute Verbindung in die Schweiz

Sh or t C ut s

Die Paracelsus Universität hat nun auch ein Lehrkrankenhaus im schweizerischen Thurgau.

Einmal Kanada und zurück

Dinner im Glashaus

Eugen Trinka beerbt Gunther Ladurner als Vorstand der Uniklinik für Neurologie in Salzburg.

Man gab auf die Symbolik acht: Es war das achte Dinner mit acht kulinarischen Schätzen und acht Musikbeiträgen. Die Zahl Acht bedeutet Glück. Und das hat die Paracelsus Uni mit ihren Sponsoren. Ein Abend für die Förderer, ein Abend des Dankes, ein Abend der Rückschau und ein Abend der Gemeinsamkeit. Das Sponsorendinner der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität ist ein fester Bestandteil im Jahreszyklus und viele Förderer folgten der Einladung der Uni. Man traf sich im Glashaus. Und niemand hat mit Steinen geworfen. Das achte Sponsorendinner der Paracelsus Uni wurde bewusst auf den 8. Oktober gelegt, weil die Zahl Acht in einigen Kulturkreisen als Glückszahl gilt. Und Rektor Herbert Resch weiß um das Glück der vielfältigen Unterstützung der Universität durch die Förderer – es sind mehr als 80, die schon über viele Jahre für Forschung und Lehre in Salzburg in die Tasche greifen. Die Paracelsus Universität ist in vielen Bereichen anders als die anderen, aber stets auf Qualität bedacht.

Der Rektor durfte in seiner Dankesrede mit Stolz auf die stete positive Entwicklung der Universität hinweisen. Worte, die seitens der privaten Sponsoren gerne gehört werden. Beim herbstlichen Dinner mit acht kulinarischen Überraschungen in der einzigartigen Atmosphäre des Glashauses Schmeikal wurde an acht Tischen angeregt geplaudert. Unterbrochen wurden die Gespräche der Gäste von den Sangeskünsten vierer ausgebildeter Opernsänger des Mozarteums, die mit acht Musikstücken von Kurt Weill, begleitet von einem Pianisten, begeisterten. Der Wohlfühlfaktor war hoch, die Lichter gingen erst lange nach Mitternacht aus. Ein herzliches Danke ist an dieser Stelle der Firma Synthes auszusprechen. Wie schon in den Jahren zuvor wurden die Kosten des Dinners übernommen. Eine große Geste! –

Überzeugender Auftritt Man war sich einig: Eva Rohde setzte sich beim Expertenhearing bravourös durch und folgt Primaria Dorothea Stahl nach. Die Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin hat seit Oktober eine neue Primaria. Eva Rohde konnte sich beim Expertenhearing unter 14 Bewerbungen durchsetzen und wurde einstimmig zur Nachfolgerin von Dorothea Stahl erkoren. Eva Rohde kommt aus der Steiermark, ist 42 Jahre, verheiratet und zweifache Mutter. Rohde hat sich an der Medizinischen Universität Graz im Bereich der Stammzellenpräparation spezialisiert. „Die Salzburger Blutzentrale genießt einen ausgezeichneten Ruf, den ich in dieser hohen Qualität weiterführen möchte. Der Bedarf an hochwertigen transfusionsmedizinischen diagnostischen und therapeutischen Leistungen für eine moderne universitäre Hämo- und Zelltherapie steigt konsequent; ich werde die Klinik in diesem Sinne weiterentwickeln“, sagt die neue Primaria in Salzburg. – 4

Freuen sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit (v. li.): Christoph Stuppäck (Forschungsdekan der Paracelsus Uni und Vorstand der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie I in Salzburg), Günther Dammann (Klinikdirektor der Psychiatrischen Dienste Thurgau, Münsterlingen), Friedrich Martin Wurst (Vorstand der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie II in Salzburg) und Gunther Ladurner (Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Salzburg/Christian-Doppler-Klinik).

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität hat einen neuen wissenschaftlichen Partner gewonnen. Im Oktober wurde offiziell die akademische Kooperation zwischen den Psychiatrischen Diensten Thurgau (PDT) der Spital Thurgau AG und der Paracelsus Uni unterzeichnet. Künftig können Studierende der Medizin in Salzburg ihr Psychiatriepraktikum auch im Thurgau absolvieren, die Kooperation sieht eine gegenseitige Lehrtätigkeit vor. Schwerpunkte der wissenschaftlichen Zusammenarbeit liegen im Bereich der Erforschung der Abhängigkeitserkrankungen und der Ärztegesundheit. Damit hat die Paracelsus Universität 21 Lehrkrankenhäuser in Österreich, Deutschland und der Schweiz. –

Uni goes Web 2.0 Ab sofort ist die Paracelsus Universität auf Facebook und Twitter vertreten. Mittendrin statt nur dabei. Social Media haben das Internet und unsere Kommunikation massiv verändert. Die Paracelsus Universität will da nicht nachstehen und präsentiert sich jetzt auch interaktiv auf Facebook und Twitter. Web 2.0, häufig auch als „Social Media“ bezeichnet, bezieht sich primär auf die veränderte Nutzung und Wahrnehmung des Internets. Passive Rezipienten wurden durch aktive Benutzer abgelöst, die in entscheidendem Maße selbst

Der ehemalige Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie in Salzburg, Gunther Ladurner, freut sich über einen ausgezeichneten Nachfolger. Eugen Trinka, 46, hat diesen Chefposten übernommen und darf als Heimkehrer begrüßt werden. Von 1991 bis 1998 absolvierte er die Ausbildung zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie an der Salzburger Christian-Doppler-Klinik. Nach einem Forschungsaufenthalt in Kanada wechselte Trinka an die Innsbrucker Uniklinik und etablierte dort einen international beachteten epileptologischen Schwerpunkt. Eugen Trinka sieht der Zusammenarbeit mit der Paracelsus Universität ebenfalls mit Freude entgegen. Versorgung, Forschung und Lehre in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander betrachtet Trinka als Grundanliegen. –

Inhalte erstellen, bearbeiten und verteilen. Inhalte werden also nicht nur von Medienunternehmen produziert und über das Netz verbreitet, sondern auch von vielen Nutzern, die sich untereinander vernetzen. Facebook, Twitter, Youtube & Co sind nicht mehr wegzudenken. Die Universität beschreitet auch hier neue Wege und nützt diese interaktiven Technologien, um Inhalte multimedial anzubieten und mit Interessierten in Kontakt zu treten. Sollten wir Ihre Neugier an diesen neuen Angeboten geweckt haben, freuen wir uns auf Ihren Besuch auf Facebook und Twitter. Erweitern Sie Ihr Netzwerk, tauschen Sie sich mit anderen Freunden der Universität aus und bleiben Sie top-informiert! – http://twitter.com/PMUSalzburg http://facebook.com/PMUSalzburg 5


Spo tl i g ht

Seine Arzneien sind Charme und Witz. Seine Botschaft ist heilsam. Patch Adams gab Unterricht in der Therapie namens Humor.

URVATER DER KLINIK-CLOWNS Er hilft den Menschen mit seinem Lächeln, seinem Für Adams steht fest, dass die Gesundheit des Einzelnen Charme, seinem Witz. Bekannt wurde Patch Adams durch nicht von der Gesundheit der Gesellschaft zu trennen ist, und den gleichnamigen Film, in dem er vor zwölf er arbeitet an der Realisierung des „First Funny „Die Nase ist ein Jahren von Robin Williams verkörpert wurde. Free Hospital“ in den USA. Dem unermüdlichen Doch der Mediziner ist viel mehr als die Rolle Kämpfer für eine „Free Clinic“ geht es darum, Symbol für den Willen, des lustigen Arztes, wie im Hollywoodfilm darsich dem jeweils Nächsten zuzuwenden und gestellt. Er ist Clown, Aktivist, Gründer des über die Norm hinaus- Spaß dabei zu haben. „Gesundheit! Institute“ und Idealist. zugehen.“ Patch Adams Die Jungmediziner-Initiative „Einherz“, die Patch ist 300 Tage im Jahr unterwegs. sich als Plattform für alle versteht, die das Er hält international Vorträge und auf seinen Gesundheitswesen aktiv gestalten wollen, hat den berühmten humanitären Clown-Trips in Krisengebiete infiltriert er MediArzt zur Kurz-Visite nach Salzburg geholt. Mit „The healing zin und Gesellschaft auf einzigartige Weise mit Lebensfreude, relationship between doctor and patient. Why are joy, humor Freundschaft, Humor. Sein Plädoyer für mehr Menschlichkeit and compassion so essenin der Medizin ist ein Teil seiner Mission. Als ewiger Hippie tially needed in medicine?“ lebt er den „Spirit of 69“ und will alle mit Love and Peace P ATCH A DAMS begeisterte er im überfüllten anstecken: „My dream is a world where no one can rememgeboren als Hunter Doherty großen Uni-Hörsaal die Zuber what the word war means!“ Dass er damit als Träumer gilt, Adams 1945 in Washington, D.C., hörer. ist ihm bewusst, doch weist er die Kritik lächelnd von sich und gründete 1972 das „Gesundbeendet seinen Vortrag mit: „I’m gonna stay unrealistic.“ heit! Institute“. Patch Adams und Schon während seiner Mitglieder des Gesundheit! Institute Studienzeit erkannte er die „Es wird immer gesagt, es ist nicht realistisch, so viel Zeit hielten bereits Vorträge in über heilende Kraft des Humors mit Patienten zu verbringen, alle ausreichend zu versorgen ... 65 Ländern auf fünf Kontinenten. und entschloss sich zum Wenn wir offen sind, können wir viel mehr Patienten versorMehr als 1.300 Menschen pro Jahr „exzessiven Glücklichsein“. gen. Es gibt genügend Ärzte und es gibt jede Menge angehelfen bei den verschiedensten Dieses Leitmotiv lebt der hende Mediziner, die vielleicht gar keinen Job bekommen. Ich Projekten wie beispielsweise den Visionär unbeirrt seit mehr würde mich freuen, mit ihnen allen gemeinsam zu arbeiten. humanitären Clown-Trips mit. als 30 Jahren. Durch seinen Ich hoffe, dass viele junge Menschen meinem Beispiel folgen Humor, den er in die Spitäler brachte, ebnete er den Weg für und gerne aus Mitgefühl und Menschlichkeit Arzt sind, und Organisationen wie die „Roten Nasen“ oder die „CliniClowns“. nicht des Geldes wegen.“ – 6

FOTOS: EINHERZ, R. SCHAFFLER OEKZ

Im Oktober besuchte Patch Adams Salzburg. Er ist mit 65 noch der gleiche Idealist wie mit 18. Und verschenkt sein Lächeln. Von Maria Lährm


Ve r y Pe rso n al

PARACELSUS TODAY

DIE KUNST DES LOSLASSENS 36 Jahre hat Christian Menzel für seine Patientinnen gelebt. Am 31. Dezember wird er zum letzten Mal auf seiner Station Dienst tun. Der Primar der Universitätsklinik für Spezielle Gynäkologie geht in Pension. Ein Abschied, der ihm nicht leichtfällt. Von Eva Brutmann Es ist wie immer. Die Patientenlisten sind lang, die OPJahrzehnte gezeigt, dass die Zusammenführung aller diagnosListen noch länger. Es ist 15 Uhr, als Christian Menzel nach tischen und therapeutischen Schritte samt Nachsorge in sieben Stunden aus dem OP kommt. einer Abteilung und von einer Hand verantEtwas müde, aber zufrieden. „Meine wortungsvoll geführt sein sollte. Das näm„Das Projekt Paracelsus Mitarbeiter und ich – wir sind eine eingelich erzeuge Vertrauen und Wohlbefinden Universität ist eine positive schworene Gemeinschaft“, sagt er, „das bei den Patienten. „Wenn meine Klinik in passt einfach.“ ihrem Leistungsspektrum so beschnitten Jahrhundertentscheidung.“ Und doch ist es nicht ganz wie immer. wird, macht eine Weiterführung keinen Es mischt sich Nachdenklichkeit in die Sinn“, sagt Menzel, der 1974 als TurnusChristian Menzel Worte des einst mächtigsten Mannes arzt am Landeskrankenhaus seine Karriere des Salzburger Landeskrankenhauses. Am 31. Dezember hat begonnen hat, und lässt Verbitterung im Ton mitschwingen. Menzel seinen letzten Arbeitstag. Es fällt ihm nicht leicht, Ab„Nach fast vier Jahrzehnten stellt man sich den Abschied aus schied zu nehmen. „Am schwierigsten wird es wohl, meinen diesem Haus anders vor. Das ist eine große Enttäuschung, vielen Mitarbeitern, die im Laufe der Jahre und Jahrzehnte von der ich heute noch nicht sagen kann, wie ich sie bewälgeholfen haben, diese wunderbare Klinik aufzubauen, Adieu tigen werde.“ zu sagen.“ Der Gedanke, seinen Mitarbeitern in Zukunft nicht mehr helDer anerkannte Arzt darf mit der von ihm geleisteten Arbeit zu Recht mehr als zufrieden sein. Österreichweit erreicht sein fen zu können, nicht einzugreifen, mitzugestalten, macht ihm zu schaffen. Umso mehr, als die bestehenden Strukturen und Brustzentrum Spitzenwerte bei der erfolgreichen Behandlung Organisationsabläufe in seiner Klinik von Politik und Teilen der von Brustkrebs. Jede siebte Frau ist hierzulande davon beÄrzteschaft in Frage gestellt wurden. Beabsichtigst wird, die troffen. Menzel gibt aber auch zu, dass er heute einige Entscheidungen anders treffen würde. Ein großes Ziel habe er Universitätsklinik für Spezielle Gynäkologie, das Brustzentrum, nicht erreicht. Weder als ärztlichem Direktor noch als mediziohne eigenen Primar betreiben zu wollen. Das ist für Menzel eine gravierende Fehlentscheidung. Seine Erfahrung habe über nischem Geschäftsführer sei es ihm gelungen, die Übersiedlung der Neurochirurgie in die Chirurgie West durchzusetzen, Christian Menzel und sein Team waren eine eingeschworene die seit Jahrzehnten dringend notwendig gewesen wäre. Und Gemeinschaft. Jeder Einzelne davon wird ihm fehlen. noch ein persönliches Versäumnis spricht er an: Er habe es über all die Jahre versäumt, Freundschaften zu pflegen. Er sei immer mit Leib und Seele Mediziner gewesen. Die gegenwärtige Ausbildung der Turnusärzte sei belastet durch zeitintensive administrative Arbeiten. Papierkram habe zu seiner Zeit als junger Arzt nur einen minimalen Anteil ausgemacht. Auch Patienteninformation und -aufklärung hätten heute einen höheren Stellenwert. Der Druck auf die Mediziner steige. Die Sorge vor ärztlichen Fehlentscheidungen sei deutlich spürbar, das Risiko für den einzelnen Arzt wesentlich höher. Dennoch rät Christian Menzel jungen Leuten nicht ab, Medizin zu studieren. Im Gegenteil: Er hat zu seiner Zeit als ärztlicher Direktor gemeinsam mit dem wirtschaftlichen Direktor Hans Friedrich Günther das Projekt zur Gründung einer Medizinuniversität in Salzburg mit allen Kräften unterstützt. Die Paracelsus Uni stelle eine positive Jahrhundertentschei8

Christian Menzel ist und bleibt mit Leib und Seele Frauenarzt und Geburtshelfer. Er wird sich auch weiterhin mit aller Kraft für seine Patientinnen einsetzen.

dung für das Land, die Salzburger Universitätskliniken und die Salzburger Bevölkerung dar. „Die Paracelsus Uni sichert für den Standort Salzburg die bestmögliche, dem letzten Stand medizinischer Forschung entsprechende Medizin. Sie ist Garant für medizinische Qualität.“ Als Lehrender will Christian Menzel der Universität auch in Zukunft treu bleiben. Er genießt die Arbeit mit den Studierenden, bezeichnet sie als wichtiges Standbein für seine persönliche Zukunft. Apropos Zukunft: Die hat für den Mediziner aus Leidenschaft bereits begonnen. Menzel wird weiter als Gynäkologe mit dem Schwerpunkt Senologie tätig sein. „Das bin ich meinen Patientinnen schuldig“, sagt er und lächelt. Zudem gebe es mehrere Angebote. Er freut sich auf das Mehr an privater Zeit für Familie, Freunde und seine „Freizeitschwerpunkte Tennis, Bergwandern und Skitouren“. Seine Praxis in Salzburg will der 66-Jährige erweitern: „Zu jeder Zeit war es für mich das Wichtigste, mich mit aller Kraft primär in mei-

ner medizinischen Tätigkeit als Frauenarzt und Geburtshelfer meinen Patientinnen zu widmen. Und das werde ich auch weiterhin tun.“ Es wird nicht mehr wie immer sein. Sein Team wird ihm fehlen – die vielen loyalen Ärzte und Schwestern, die er an seiner Seite hatte, einige davon über Jahrzehnte. „Ohne sie alle wäre das Erreichte nie zustande gekommen. Wir waren uns immer einig über die Art und Weise einer professionellen medizinischen Versorgung, vor allem über den Umgang mit den uns anvertrauten Patientinnen. Stichwort: menschlicher Umgang.“ Den hat er stets auch mit seinen Mitarbeitern gepflegt: „Wir haben um sechs Uhr in der Früh gemeinsam gefrühstückt, anschließend die Übergabe gemacht, ich war immer dabei.“ Ab 1. Jänner 2011 wird er nicht mehr dabei sein, wird einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Neue Herausforderungen warten. Herausforderungen, die Menzel gerne annehmen wird. Trotzdem: Loslassen fällt schwer. – 9


PARACELSUS TODAY

O u ts i de

IM INTERVIEW

DIE YALE-CONNECTION

Weihnachten in Innsbruck, irgendwann Anfang der 80erJahre. John Geibel(1) besucht die Heimatstadt seiner Frau, einer Lehrerin, die er während eines Austauschprogramms in den Staaten kennen- und lieben gelernt hat. „Wir spazierten durch die Universität Innsbruck“, „Die Qualität der erzählt er, „und kamen dabei am Physiologie-Institut Studierenden, die in vorbei. Dort begegnete ich Professor Walter Pfaller und meinem Labor Professor Florian Lang, die gearbeitet haben, am Institut gearbeitet haben, während alle anderen war außergewöhnlich gerade im Weihnachtsurlaub waren.“ Eine zufällige und mit Sicherheit Begegnung mit weitreichenjener der Yaleden Konsequenzen: Man kommt ins Gespräch und Medizinstudenten schon bald wird dem jungen Amerikaner angeboten, ebenbürtig.“ in einer NierenphysiologieJohn Geibel Arbeitsgruppe mitzuarbeiten. Es folgen fünf spannende Jahre an der Uni Innsbruck, in denen Geibel unter anderem die Flüssigkeitsaufnahme und die Glukosekonzentration in Nieren-Sammelrohren misst. 10

Rezeptor als Rettung. Danach geht Geibel nach Yale und legt an der renommierten Universität eine wissenschaftliche Bilderbuchkarriere hin. Zu seinen größten Erfolgen zählt ein Meilenstein in der Behandlung von Durchfallerkrankungen, denen besonders in Entwicklungsländern Millionen von Menschen – vor allem Kinder – zum Opfer fallen. Der Hintergrund: Geibel hat durch die Aktivierung des so genannten „calciumsensitiven Rezeptors“ auf Darmzellen einen Weg gefunden,

FOTOS: WILD&TEAM, MICHAEL MARSLAND/YALE UNIVERSITY

Der US-Amerikaner John Geibel forscht an der Yale University, liebt Österreich und unterhält beste Kontakte nach Salzburg. Seine Arbeit könnte mithelfen, Millionen Kinder vor einem qualvollen Tod zu bewahren. Von Andreas Aichinger

Paracelsus Today: Wie sehen Sie die Zukunft Paracelsus Today: Herr Professor Geibel, wie genau dieser Zusammenarbeit? kam es zur Zusammenarbeit zwischen der Yale John Geibel: Die Zusammenarbeit zwischen der ParaUniversity und der Paracelsus Universität? (2) celsus Universität und Yale war bisher aufregend und proJohn Geibel: Markus Ritter , der damals in Innsbruck duktiv, und ich freue mich in naher Zukunft auf eine zusätztätig war und den ich schon seit Studententagen kannte, liche Ausweitung. Wir haben darüber gesprochen, dass die hatte mir schon in einem frühen Stadium von den Plänen Paracelsus Uni mehr als zwei Studierende auf einmal nach für eine neue Medizinuniversität erzählt. Wir haben uns daYale schicken könnte. Eine weitere Ausweitung unserer mals regelmäßig getroffen und so konnte ich mitverfolgen, Zusammenarbeit ist die erfolgreiche Bewerbung um EUwie der Traum Paracelsus Universität Realität wurde. Die Mittel zum Austausch von Wissenschaftlern Zusammenarbeit begann mit einer „Die Zusammenarbeit und Studierenden, gemeinsam mit der Mayo Seminarreihe für Studierende zu phyClinic und der Universität Mailand. Auch das siologischen Themenstellungen, die zwischen der Paracelsus ist ein wunderbarer Weg, um Ideen auszuich gemeinsam mit Markus Ritter ins tauschen und zusätzliche Verbindungen zwiLeben gerufen habe. Bei einem dieUni und Yale war bisher schen unseren Programmen zu schaffen. ser Seminare in Salzburg haben wir dann über die Möglichkeit gesproaufregend und produktiv.“ Paracelsus Today: In Ihrer eigenen Forchen, dass Studierende der Medizin John Geibel schungsarbeit spielt ein Rezeptor-Protein ihr Forschungstrimester in meinem im Zusammenhang mit Durchfallerkrankungen eine Labor absolvieren könnten. Ich habe diese Idee gleich sehr wesentliche Rolle … aufregend gefunden. John Geibel: Wir konnten hier Fortschritte erzielen. Um unsere Arbeit zu den Patienten in Entwicklungsländern zu Paracelsus Today: Welche Erfahrungen haben Sie bringen, bemühen wir uns um Mittel der Bill & Melinda Gates seither mit den Studierenden aus Salzburg gemacht? Foundation und arbeiten auch mit einem großen PharmaJohn Geibel: Fantastische Erfahrungen. Die Qualität der Unternehmen zusammen. Wir haben festgestellt, dass es Studierenden, die in meinem Labor gearbeitet haben, war ein nicht absorbierbares Molekül gibt, das zur Stimulation außergewöhnlich und mit Sicherheit jener der Yale-Medizindes (calciumsensitiven) Rezeptors verwendet werden kann. studenten ebenbürtig. Alle waren begierig, etwas Neues zu Das bedeutet, dass ein zukünftiges Medikament direkt und lernen, und viele haben wissenschaftliche Veröffentlichunausschließlich am Rezeptor im Darm ansetzen und rasch gen verfasst oder mit mir nationale Präsentationen gemacht. und ohne Nebenwirkungen den Durchfall stoppen kann. Aufgrund ihres engen Zeitplans arbeiten die Studierenden der Paracelsus Universität im Labor sogar noch härter als Paracelsus Today: Was sollte sich die Paracelsus amerikanische Studenten. Dadurch sind sie in der Lage, in Universität von Yale abschauen? kurzer Zeit ein beachtliches Arbeitspensum zu bewältigen. John Geibel: In Yale wird großer Wert darauf gelegt, die In der jüngeren Vergangenheit hatte ich das Glück, dass Studenten zu Bindungen und zu Zusammenarbeit anzuleizwei Absolventen der Paracelsus Universität – Michael ten, während des Studiums und danach. Medizin im SinMurek und Sascha Kopic – für ein Post-Doc mit mir nach ne des Patienten erfordert einen teamorientierten Zugang, Yale zurückgekehrt sind. ein Zugang, der in Yale zu lebenslanger Verbundenheit der Studenten führt. Wir sehen das am Alumni-Wochenende, Paracelsus Today: Wie qualifiziert sich eine kleine, wenn ein großer Teil eines Jahrgangs an die Uni zurückjunge Universität aus Salzburg für eine Zusammenkommt, um die jüngsten Erfahrungen mit alten Freunden arbeit mit der weltberühmten Yale University? auszutauschen. Wir feiern dieses Jahr 200 Jahre Medical John Geibel: Zunächst ist es wie gesagt ein großes VerSchool, also funktioniert diese Philosophie. Ich würde die dienst von Markus Ritter. Ich hatte ja seine Karriere verfolgt Paracelsus Universität ermutigen, ebenfalls starke Bindunund war mir sicher, dass die Arbeit seines Labors ebenso gen zwischen Studierenden zu entwickeln, damit sie auch hohen Standards genügen würde wie unsere. Von der Quain Zukunft untereinander in Kontakt bleiben. Sie bilden lität der Studierenden, ihrem Antrieb und ihrer intellektuellen die Grundlage für eine neue Gruppe von Unterstützern in Neugier war ich unglaublich beeindruckt. Jede Zusammenfinanzieller und gesellschaftlicher Hinsicht, die die Erfolgsarbeit ist natürlich nur so gut wie die beteiligten Personen. geschichte der Universität weiterträgt. Und ich hatte nie das Gefühl, dass ich da schlecht wegParacelsus Today: Vielen Dank für das Gespräch. komme.

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O u ts i d e

um zu starke Flüssigkeits-Absonderungen zu unterbinden und so speziell „sekretorischen“ Durchfall zu lindern. Das Credo des heute 55-jährigen Forschers passt da perfekt: Wissenschaft darf kein Selbstzweck sein, sondern muss am Ende dem Patienten zugute kommen. In den erfolgreichen Jahren in New Haven reißt aber auch der Kontakt zur Alpenrepublik nie ab. Geibel wird österreichischer Staatsbürger, weil „Österreich einen teuren Platz in meinem Herzen hat“. Und er wird zum Geburtshelfer einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen der jungen Paracelsus Uni und der altehrwürdigen Institution in den USA. Jugend forscht. Sascha Kopic gehörte zu den ersten Humanmedizinern, die 2008 an der Paracelsus Uni promoviert haben. Und er ist so etwas wie das Aushängeschild der Yale-Connection, die im Laufe der Jahre etabliert werden konnte. Nach dem Forschungstrimester bei Geibel und seinem Abschluss in Salzburg kehrt Kopic nach Yale zurück, hat mittlerweile gemeinsam mit seinem Mentor bereits sieben wissenschaft-

(1)

John Geibel, M.D., D.Sc. ist Professor of Surgery sowie Professor of Cellular and Molecular Physiology an der Yale University School of Medicine in New Haven, Connecticut. Geibel ist stellvertretender Institutsvorstand des Department of Surgery sowie Director of Surgical Research. (2) Univ.-Prof. Dr. Markus Ritter ist Vorstand des Instituts für Pathophysiologie und war über viele Jahre auch Forschungsdekan der Paracelsus Universität.

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Yale akzeptiert jährlich nur einen ausländischen Ph.D.-Studenten. Die Wahl fiel auf Sascha Kopic.

liche Veröffentlichungen publiziert und nebenbei ein Ph.D.-Studium am Department of Cellular and Molecular Physiology der Yale School of Medicine begonnen. Geibel: „Eine Glanzleistung, weil Yale dafür nur einen ausländischen Absolventen pro Jahr akzeptiert.“ Auch Kopic streut dem selbstlosen Mentor Rosen: „Er hat mir einmal gesagt, dass er karrieretechnisch im Leben schon erreicht hat, was er wollte. Und dass es ihm jetzt wichtiger sei, guten wissenschaftlichen Nachwuchs heranzubilden und jungen Leuten die Möglichkeit zu geben, sich zu verwirklichen.“ –

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Al u m n i

ALUMNI @ MAYO CLINIC Tief im mittleren Westen der USA liegt der Ursprung einer der renommiertesten Kliniken der Welt. Ihr auĂ&#x;erordentlicher Ruf hallt weit Ăźber die Grenzen des amerikanischen Kontinents hinaus. Nicht ganz unschuldig daran ist ein weltweites Alumni-Netzwerk. Von Florian Santner als 1,8 Millionen Patienten pro Jahr versorgt. In Salzburg sind es jährlich etwa 430.000 Patienten.

Geschichtsforschung im Gespräch. Alumni Florian Santner mit Karen Herman, Direktorin der Mayo Alumni Association.

Die Frage war: Was ist Mayos Erfolgsrezept und welchen Schluss kĂśnnen wir daraus ziehen? Um Antworten zu bekommen, traf ich mich mit Karen Herman, Direktorin der Mayo Alumni Association, und Barbara Porter, stellvertretende Dekanin fĂźr akademische und studentische Angelegenheiten. Die Geschichte der Mayo Clinic spielt eine bedeutende Rolle. Mayo lebt seine Tradition und gibt das auch an alle Studenten, Besucher und Mitarbeiter weiter. Es ist die Idee von einem Krankenhaus, das gemäĂ&#x; der Philosophie seiner GrĂźndungsväter William und Charles Mayo die BedĂźrfnisse des Patienten in den Vordergrund stellt: „The best interest of the patient is the only interest to be considered.“ Seit Rochester 1883 von einem Tornado verwĂźstet und die erste Verwundetenstation von den GebrĂźdern Mayo errichtet wurde, hat dieser Grundsatz bestanden und dieses Haus zu dem gemacht, was es heute ist: die grĂśĂ&#x;te NonProďŹ t-Klinik der Welt. Allein in Rochester werden täglich mehr als 200 chirurgische Eingriffe durchgefĂźhrt und mehr 14

Intensive FĂśrderung von Wissenschaft und Forschung, ein stetig weiterentwickeltes Ausbildungssystem und ein weltweites Alumni-Netzwerk sind SchlĂźsselelemente des MayoErfolgs. Seit 1915 hat sich ein Pool aus mehr als 17.000 Alumni in praktisch allen medizinischen Disziplinen entwickelt, deren steter Austausch durch regelmäĂ&#x;ige Veranstaltungen in den USA und Europa, vor allem durch die deutschsprachige „Mehr als 17.000 Alumnigruppe, passiert. Der Alumni aus allen Erfolg ist bei den Studenten zu suchen, die vom ersDisziplinen gibt es an ten Tag an von Graduierten der Mayo begrĂźĂ&#x;t werden der Mayo seit 1915.“ und bei Alumni-StudentFlorian Santner Meetings Kontakte knĂźpfen kĂśnnen, um aus dem Erfahrungsschatz älterer Kollegen zu schĂśpfen. Wichtig ist auch das Mentorenprogramm, fĂźr das fĂźhrende PersĂśnlichkeiten aus Klinik und Forschung den Studierenden als Ansprechpartner zur Seite stehen und so eine exzellente EinstiegsmĂśglichkeit in die Wissenschaft bieten. Die noch junge Salzburger Partner-Uni und deren wachsende Alumni-Gemeinde setzten bereits viele Ideen erfolgreich um und lassen groĂ&#x;es Potenzial erkennen. Doch es braucht Geduld und Kontinuität in den nächsten fĂźnf bis zehn Jahren, ehe die FrĂźchte des Paracelsus-Way zum Tragen kommen kĂśnnen. – Florian Santner sucht Einblick. Bei der Arbeit und in die Mayo-Erfolgsgeschichte.

Jede vierte Flasche weltweit  .+/)(#(+HGFEDC (&! 6&&--#%--#+-)+/+*%-(3!&#"#(0& 0 "'#(%&+&-#(-+4(% &,"!5 (-0#+  # "((,-"(B A ,,,##"+(#"+,#"-)+#"+(("&-#(+HGFEDC (&!/+(%-

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PARACELSUS TODAY

Edu c a ti o n

N ACHGEFRAGT … bei Studierenden der Paracelsus Uni Wie wichtig ist soziale Kompetenz? „Ich halte das Thema soziale Kompetenz für sehr wichtig. Wir lernen sehr viel und werden von Professor Thun-Hohenstein gefordert. Manchmal sind vier Unterrichtsstunden am Stück anstrengend, weil zu diversen theoretischen Themen, beispielsweise Arzt-Patienten-Beziehung, in Gruppen gearbeitet und präsentiert wird. Es ist viel Interaktivität dabei, und dann werden fünf Stunden eben lang.“ Karl Schweiger aus St. Veit im Pongau, 2. Jahrgang Humanmedizin

DIE KARTE FÜRS LEBEN Ein Arzt ohne soziale Kompetenz ist wie ein Chirurg ohne Skalpell. An der Paracelsus Uni wird diese soziale Kompetenz gelebt. Und gelehrt. Von Gottfried Stienen Begrifflichkeiten haben so ihre Tücken und Unschärfen. der Arzt-Patienten-Beziehung nahe. Außerdem lernen sie viel Beim Begriff „soziale Kompetenz“ findet man in der einschläzum Verhalten in einer Gruppe, einem Team.“ gigen Literatur viele Erklärungen mit viel Wahrheitsgehalt und Entscheidend für die Qualität bei der Vermittlung von sozialer viel Spielraum zur Auslegung. Die einzig richtige Definition Kompetenz an die Studierenden sei das durchgängige Prinzip zu finden ist schwierig. Im Absolventenprofil der Paracelsus aller theoretischen Lehrveranstaltungen und klinischen PraktiUniversität sind vier Eckpfeiler formuliert. Die angehenden ka. Die regelmäßige Interaktion mit Patienten und die ständige Ärztinnen und Ärzte sollen sich durch klinische HandlungsReflexion darüber fördern und stärken diese Haltung. kompetenz, kommunikative und soziale Kompetenz, Internationalität und die Bereitschaft zu wissenschaftlichem Arbeiten Unsere Studierenden sind ab dem ersten Studientag mit und lebenslangem Lernen auszeichnen. Für jeden dieser vier der sozialen Kompetenz konfrontiert. Im „Beginners’ Seminar“ bedeutenden Bereiche sind so genannte lernt sich die Gruppe kennen. Man verLängsschnittkoordinatoren in der Lehre sucht sich so, als Ganzes zu entwickeln, „Der Fokus liegt auf den engagiert. die Lust aufs Studieren einzupflanzen, die Dynamik der Gruppe zu spüren und den ethischen, psychosozialen Leonhard Thun-Hohenstein und sein Umgang mit sich selbst und anderen zu und kommunikativen Grund- reflektieren. Der primäre Ort zum Erlernen Team (Walter, Neissl, Hammerer) ist im Thema soziale Kompetenz über die gesozialer Kompetenz ist traditionell die Falagen der Arzt-Patientensamte Studienzeit in der Verantwortung. milie und dann die Schule. Dort kann viel „Diese Tätigkeit ist kontrollierend, begleiVorarbeit geleistet werden – durch RollenBeziehung.“ tend und organisatorisch, mir obliegt es, spiele, durch Gruppenbildungen und die Leonhard Thun-Hohenstein alle Lehrveranstaltungen abzugleichen, Lösung von persönlichen Konflikten in der um Parallelen zu vermeiden. Es gibt pro Gruppe und in speziellen Situationen. Jahr fünf Lehrveranstaltungen dazu. In diesen speziellen An der Paracelsus Uni erleben die Studierenden viele spanLehrveranstaltungen bringen wir unseren Studierenden die nende Momente – im Umgang mit den KollegInnen, den ethischen, psychosozialen und kommunikativen Grundlagen Lehrenden und im klinischen Alltag. Besonders die ersten

„Ich finde das Angebot ,Soziale Kompetenz‘ an der Paracelsus Universität ziemlich gut. Es prägt die Gruppengemeinschaft und ist eine gute Hilfe für unseren späteren Beruf. Wir reflektieren sehr viel. Schon die ersten drei Wochen an der Uni zum Kennenlernen sind wirksam. Dass sich die Paracelsus Uni zu diesem Thema so viele Gedanken macht, ist für uns sehr hilfreich.“ Lena-Sophie König aus Rosenheim, 2. Jahrgang Humanmedizin

Patientenabklärungen sind aufregend. Der wertschätzende Umgang mit den Patienten, die notwendige Empathie sind Grundvoraussetzungen. Thun-Hohenstein: „Es sind anfangs ungewohnte und später manchmal auch schwierige Situationen. Die Studierenden lernen, wie sie kommunizieren und konkret reagieren müssen, wenn sie eine Diagnose übermitziale Kompetenz. „Ich bin überzeugt, dass die Gruppe an sich teln. Es ist die Weitergabe der Information an den Patienten zu unsere Studierenden im Laufe der fünf Jahre durch das Studileisten und die eigene Emotionalität zu beherrschen. Bei allem um trägt. Das gemeinsame Lernen in kleinen Teams trägt zu Verständnis für die Patienten soll keine persönliche Betroffeneiner geringen Drop-out-Rate bei. Jeder Jahrgang ist in zehn heit dabei sein. Diese Gespräche richtig Gruppen à fünf Personen aufgeteilt und zu führen üben und lernen wir.“ jeder Einzelne wird im Laufe des Studi„Bei den Lehrveranstaltungen ums eine Gruppe auch ein bis zwei Mosoziale Kompetenz ist Thun-Hohenstein selbst hat im Launate leiten.“ Probleme und Lösungen fe der mehr als 25 Berufsjahre einen werden protokolliert und mit den Verant100-prozentige Anwesenheits- wortlichen diskutiert. „Die RückmeldunSchutzschild aufbauen müssen. „Persönliche Betroffenheit ist nie gänzlich gen auf diese Idee sind überwiegend pflicht vorgeschrieben.“ auszuschalten. Man durchlebt einen positiv, und bei der intensiven Belastung Leonhard Thun-Hohenstein dauernden Lernprozess.“ Seit 2004 leitet durch unser Curriculum ist Teamarbeit Thun-Hohenstein die Universitätsklinik für auch eine Burn-out-Prophylaxe“, so Kinder- und Jugendpsychiatrie. Vorher wurde er auf der KinThun-Hohenstein. „Viele lernen, sich auf die Hinterfüße zu der-Onkologie immer wieder mit schwersten Krankheiten und stellen, soziale Interaktionen dort einzusetzen, wo sie richtig dem Tod konfrontiert. Soziale Kompetenz ist in beiden Arbeitsund notwendig sind, und die individuellen Handlungsziele mit bereichen tagtäglich notwendig. Thun-Hohenstein leitet seit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen. 25 Jahren Gruppen und Teams. Die Arbeit als LängsschnittDamit wird auch geübt und gelernt, Teamverantwortung und koordinator soziale Kompetenz an der Paracelsus Uni macht Führungsverantwortung zu übernehmen. Das wird im Leben ihm Spaß. Sie ist herausfordernd. Doch nicht nur die Studieeines Arztes auf jeder Station wichtig sein, die Arbeit muss renden erarbeiten in überschaubaren Gruppen ihre Teamhöchst professionell sein – Faktoren, die für gute Ärzte Vorausfähigkeiten und Möglichkeiten zur Selbstreflexion. An der setzungen sind.“ Paracelsus Universität wird auch ein Teach-the-Teacher-Programm gefahren. Dabei spielen Referenten der Universität Auf die Frage, welche Erkenntnis nach fünf Jahren durchverschiedene Rollen und festigen Führungsqualitäten und den gängiges Lernen sozialer Kompetenz bei den Absolventen Umgang mit den anderen Kollegen und Studierenden. vorhanden sein soll, antwortet Thun-Hohenstein spontan mit Thun-Hohenstein ist quasi der Supervisor beim Thema sodem Satz: „Wir haben eine Karte fürs Leben.“ –

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PARACELSUS TODAY

Re s e a r c h

ABFAHRT INS GESUNDE LEBEN Wer einen Hang zum Skifahren hat, lebt gesünder. Denn: Skifahren ist herzerfrischend. Und das ist wortwörtlich zu verstehen, wie Sportmediziner Josef Niebauer wissenschaftlich belegen kann. Die wahren Götter in Weiß sind also nicht die Mediziner. Sondern die Berge. Von Andreas Aichinger

Josef Niebauer zeigte erstmals, dass Skifahren einen Anstieg der Progenitorzellen bewirkt. Was für ein seltsamer Zufall, dass man sie auch Vorläuferzellen nennt.

Die Gipsbomber fliegen wieder. Und bringen auf Österreichs Pisten verunfallte Skifahrer und Snowboarder zurück in die Heimat. Doch das gerne in den Medien überstrapazierte Bild von der allgegenwärtigen Gips-Gefahr ist bestenfalls die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist so gar keine Bedrohung von Leib und Leben, sondern ausgesprochen erfreulich. Wir reden hier vom Thema Wintersport und Prävention, das sich deutlich vielfältiger und facettenreicher darstellt, als es auf den ersten Blick den Eindruck macht. Neben den erwartbaren Empfehlungen zur Unfall-Prävention rückt zusehends ein völlig anders gelagerter Aspekt in den Blickpunkt des Interesses: die präventive Wirkung des Skisports in puncto Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese gesundheitsfördernde Wirkung lässt sich jetzt auch belegen. Josef Niebauer(1) ist so etwas wie die perfekte Verkörperung der Sportmedizin. Der 47-jährige Vorstand des Universitätsinstituts für präventive und rehabilitative Sportmedizin in Salzburg ist gleichermaßen für wissenschaftliche und sportliche Höchstleistungen gut. So hat er als erster Nicht-Amerikaner die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der USFachgesellschaft für Herz-Kreislauf-Rehabilitation („American Association of Cardiovascular and Pulmonary Rehabilitation“)

Skifahren als Jungbrunnen. Die konkreten Ergebnisse der Untersuchung (SASES – „Salzburg Skiing for Elderly Study“), die Niebauer gemeinsam mit Erich Müller(2) von der Universität Salzburg zwischen Dezember 2009 und April 2010 durchgeführt hat, sollen demnächst publiziert werden. Altbekannte, aber nunmehr besser argumentierbare Folgerung: Skifahren im Rahmen der Primärprävention uneingeschränkt zu empfehlen. Josef Niebauer: „Skifahren fordert und fördert Kraft, Koordination, Balance und Flexibilität.“ Aufgrund der frei wählbaren Pausen käme es zu einer intervallartigen Belastung, die bei gesunder Selbsteinschätzung vor Überlastungen schützen würde. Niebauer weiter: „So wird das Herz-Kreislauf-System trainiert, ohne es zu überfordern. Auch wenn es zu Spitzen bei der Herzfrequenz kommt, so ist man im Mittel im submaximalen und somit empfehlenswerten Bereich unterwegs.“ Inaktivität als Epidemie. Die Ergebnisse fügen sich perfekt in eine Reihe weiterer Forschungsarbeiten, die Niebauer und sein Team zum Thema Ski Alpin durchgeführt haben: So konnte gezeigt werden, dass Skifahren unter anderem die Selbstregulation des Blutzuckerspiegels begünstigt und einem Kupfermangel im Blut entgegenwirkt. Niebauer geht aber noch einen Schritt weiter. Entgegen lang gehegter Mythen von der bedingungslosen Schonung herzkranker Patienten empfiehlt der Sportmediziner alpinen Skilauf auch zur Sekundärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: „Bei gut untersuchten

FOTOS: GETTY IMAGES/THE AGENCY COLLECTION/WESTEND61; SALK

erhalten. Der Facharzt für innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin konnte zeigen, dass regelmäßiges Ausdauertraining speziell bei Patienten mit koronaren Herzkrankheiten, Herzmuskelschwäche oder Diabetes mellitus Typ 2 tatsächlich der Verkalkung von Gefäßen entgegenwirkt. Zuletzt hat Niebauer, der auf seiner Instituts-Webseite (www.salk.at/ sportmedizin.html) stets auch auf die aktuellsten sportlichen Erfolge seines Teams verweist, speziell den alpinen Skilauf unter die Lupe genommen. Niebauer: „Erstmals konnten wir zeigen, dass es durch Skifahren zu einem Anstieg endothelialer Progenitorzellen kommt.“ Eine herzerfrischende Nachricht im wahrsten Sinn des Wortes: Diesen Vorläuferzellen kommt entscheidende Bedeutung bei der Neubildung von Gefäßen und der Reparatur beschädigten Endothels zu, also der zellulären Innenauskleidung unserer Arterien, etwa auch der Herzkranzgefäße.

Carven statt rasen. Am Ende doch noch ein Blick auf die – selbstverständlich nicht wegzuleugnende – Verletzungsgefahr. Die Unfallstatistik der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in Salzburg zeigt: Während beim Skifahren Knieverletzungen (24,8 Prozent) die Statistik anführen, sind es beim Snowund mediboarden primär Handgelenks-Verletzungen (26,4 Prozent), kamentös gut die Probleme bereiten. Das Tragen eines Helms sei generell eingestellten Herzeine „gute Lebensversicherung, die obendrein auch noch patienten spricht in sportlich-attraktiv ausschaut“, empfiehlt Sportmediziner der Regel nicht nur nichts Niebauer. Eine Lektion, die noch nicht alle gelernt haben. gegen, sondern viel öfter sehr Ausgerechnet die Uniqa Versicherung plakatierte vor kurzem viel für das Ausüben des alpinen Ski-Heldin Marlies Schild actionreich bei einem Sprung mit Skisports.“ Dann – und nur dann – hätSnowkite – und trotz der gefährlichen Sportart ohne Helm. te er „prinzipiell mehr Angst davor, dass sie Niebauer warnt: „Die Geschwindigkeiten sind auf den glatt keinen Sport treiben, als dass sie zu viel oder polierten, autobahnähnlichen Hängen so rasant geworden, das Falsche machen“, so der dass alle die Ski einfach laufen renommierte Sportmediziner. Und lassen und das mit Carving ver„Unser gesellschaftliches Niebauer bemüht in diesem Zusamwechseln.“ Problem ist nicht das Übertraining. menhang ein einprägsames Bild: „Unser gesellschaftliches Problem ist nicht Gesunde Gaudi. Die Tipps des Ich habe mehr Angst davor, das Übertraining. Auch nicht das Zuviel Experten: „Vorbeugen kann man an Sport. Es ist der Bewegungsmangel durch eine insgesamt gute körperdass Herzpatienten keinen Sport in Zeiten der noch immer anhaltenden liche Fitness, aufgewärmte Mustreiben, als dass sie zu viel Epidemie der körperlichen Inaktivität.“ kulatur und einen angemessenen Fahrstil.“ So vorbereitet, steht der oder das Falsche machen.“ Nordisch oder narrisch? Während gesunden Gaudi im Schnee nichts der alpine Skilauf so in herzgesunde mehr im Weg. Im Zweifelsfall ist Josef Niebauer Bereiche vordringt, die bisher Ausdauerein Gips immer noch das deutlich sportarten wie dem Skilanglauf vorbehalten schienen, so gilt geringere Übel im Vergleich zu ungebremst fortschreitenden nach wie vor: Auch die Bewegung in der Loipe ist eine herund am Ende lebensbedrohlichen Gefäß-Schädigungen vorragende Möglichkeit, der eigenen Gesundheit im Winter durch falschen, bewegungsarmen Lebensstil. Besser gut etwas Gutes zu tun – und das bei einem geringen Verletvorbereitet und entsprechend geschützt ein vergleichsweise zungsrisiko. „Auch ist Skilanglauf eine ideale Sportart für Gegeringes Restrisiko eingehen als Wintersport primär passiv sunde sowie gut behandelte Herzpatienten“, sagt Niebauer. auf der Couch zu konsumieren. Überspitzt formuliert: Im„Das Herz-Kreislauf-System wird hier ideal gefordert und alle mer noch besser, ein Autsch in Kauf zu nehmen als auf der großen Muskelgruppen eingesetzt und trainiert, was besonCouch zu versauern. In diesem Sinn: Ski (und Snowboard) ders wertvoll ist.“ Sein Fazit: „Es ist zweifelsfrei belegt, dass heil! – beide Sportarten gut für das Herz-Kreislauf-System und dem Gesunden beziehungsweise dem gut untersuchten Patienten (1) Prim. Univ.-Prof. DDr. Josef Niebauer ist Facharzt für innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin und Vorstand des Universitätsinstituts für uneingeschränkt anzuraten sind.“ Bewegung ist also auch im präventive und rehabilitative Sportmedizin in Salzburg. Winter Trumpf, egal ob alpin oder nordisch. Ein Narr, wer sich (2) Univ.-Prof. Mag. Dr. Erich Müller ist Fachbereichsleiter des interfakultären Fachbereichs Sport- und Bewegungswissenschaft (USI) der Universität Salzburg. dem inneren Schweinehund kampflos ergibt. 19

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ÄRZTEZENTREN MEDICENT

Re s e a r c h

GEN-IALER ERFOLG

VORSORGE, CHIRURGISCHE EINGRIFFE, THERAPIE UND NACHSORGE – ALLES UNTER EINEM DACH. MEDICENT STEHT FÜR UMFASSENDE MEDIZINISCHE KOMPETENZ – TÜR AN TÜR MIT WELLNESS, FITNESS UND BEAUTY.

Es ist mehr als ein Flügelschlag zum Erfolg. Es ist ein Forschungsdurchbruch für Schmetterlingskinder. In der Uniklinik für Dermatologie legte man den Grundstein für eine heilende Gentherapie. Von Johann Bauer

Ein breiter Mix unterschiedlicher Fachrichtungen sorgt für zahlreiche Synergieeffekte und vereinfacht die umfassende Betreuung der Patienten.

Mit ihrer Genschere-Methode erzielten Johann Bauer und Eva Murauer einen bahnbrechenden Forschungserfolg. Es ist, als verliehen sie Schmetterlingskindern Flügel.

Unter der Leitung von Johann Bauer hat die veröffentlicht und beim „Annual Meeting of the Wissenschaftlerin Eva Murauer nun im Labor Society of Investigative Dermatology“ in Helsin(1) Univ.-Prof. Dr. Johann Bauer, des EB-Hauses die innovative Transsplicing ki präsentiert. MBA ist Leiter des Labors für molekulare Therapie und Spezialist Technology (Genschere) für die dystrophe für blasenbildende Erkrankungen Form der EB (DEB) so weit entwickelt, dass DEB wird durch einen Defekt im Kollagenan der Universitätsklinik für Dermatologie in Salzburg. Hautzellen damit vollständig repariert werden 7-Gen hervorgerufen. Bei der Genscherekönnen. Diese Arbeit wurde im führenden Methode wird ein individuell hergestelltes RepaWissenschaftsjournal „Journal of Investigative Dermatology“ raturmolekül, das nur einen Teilabschnitt des Kollagen-7-Gens trägt, in die Hautzellen des DEB-Patienten eingeschleust, um DEBRA A USTRIA den fehlerhaften Abschnitt des Kollagen-7-Gens in der Zelle ganz gezielt zu ersetzen. So kann wieder ein intaktes KollagenO gemeinnützige Patientenorganisation für Betroffene von 7-Protein erzeugt und der Zusammenhalt der Hautschichten Epidermolysis bullosa wiederhergestellt werden. Bei dieser ex-vivo-Gentherapie O zur nachhaltigen Verbesserung der medizinischen Versorgung und Heilung gegründet werden also körpereigene Hautzellen im Labor vermehrt und O bringt jährlich ca. 600.000 Euro für Patientenversorgung, mit dem Reparaturbaustein versehen. Die behandelten Zellen Forschung und Ausbildung auf lässt man dann zu einer hauchdünnen Hautschicht wachsen, Fünf Jahre EB-Haus Austria die als Transplantat auf wunde Hautareale verpflanzt wird. O das weltweit erste Zentrum seiner Art Die transplantierten Zellen entwickeln sich zu normalen HautO „Center of Excellence“ in Versorgung und Erforschung zellen weiter und stellen das fehlende Protein wieder her. Die von Heilungsmöglichkeiten für EB europaweit Wunde schließt sich und die neue Haut wird so fest wie geO 2005 in Kooperation mit der Uniklinik für Dermatologie sunde. Diese Therapie soll im Rahmen des von der EU, vom (LKH Salzburg, Paracelsus Medizinische Privatuniversität) Land Salzburg und von DEBRA Austria geförderten Interregund DEBRA Austria in Betrieb genommen IV-Projektes „Therapie für Schmetterlingskinder“ zusammen O gehört zur Universitätsklinik für Dermatologie mit Partnern aus Südtirol und Modena zur klinischen AnwenO Vorbild für die Versorgung von Patienten mit seltenen, dung an EB-Betroffenen geführt werden. – aber schwerwiegenden Erkrankungen 20

Dank technischer Fortschritte und neuer Operationsmethoden werden heute viele chirurgische Eingriffe ambulant durchgeführt, so dass ein Krankenhausaufenthalt nicht mehr unbedingt erforderlich ist. Top-Standard-Eingriffsräume mit modernstem Gerätepool sowie komfortabel ausgestattete Erholungsräume bieten das höchste Maß an Sicherheit. Die Rezeption in anspruchsvollem Ambiente ist die kompetente Anlaufstelle für Fragen aller Art. Die umfassende Behandlung in einem Haus ist ein wesentlicher Schwerpunkt des MEDICENT-Konzepts. Mit über 180 Ärztinnen und Ärzten von A bis Z (von Augen- bis Zahnarzt), chirurgische Fächer (z.B. Plastische, Ästhetische & Rekonstruktive Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie) finden Patienten im MEDICENT alles an einem Platz.

FOTOS: GETTY IMAGES/AHLIN EWA/JOHNER IMAGES, DEBRA, BEIGESTELLT

Die vererbte Hautkrankheit, unter der die Schmetterlingskinder leiden (Epidermolysis bullosa, kurz auch als EB bezeichnet), ist bislang unheilbar. Jetzt ist es dem Forschungsteam des Salzburger EB-Hauses weltweit erstmalig gelungen, die Hautzellen von EB-Betroffenen in der Petrischale und am Versuchstier mittels Genschere zu „heilen“. Ursache von EB sind Defekte in einem der elf Gene, die Struktur-Proteine für den Zusammenhalt von Oberhaut und Unterhaut produzieren. Fehlt ein solches Protein oder funktioniert es nicht richtig, ist die Verankerung unvollständig. Es kommt bereits bei geringer mechanischer Einwirkung zur Blasenbildung – verbunden mit starken Schmerzen.

Hinter den MEDICENT Ärztezentren steht die Philosophie niedergelassenen Ärztinnen/Ärzten und deren Patienten sowie medizinischen Dienstleistern das bestmögliche Umfeld zur optimalen Gesundheitsversorgung zu schaffen.

Das umfangreiche Leistungsspektrum deckt dabei sowohl funktionelle Störungen als auch ästhetische Probleme ab. Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im MEDICENT beraten und behandeln kompetent.

ÄRZTEZENTRUM MEDICENT SALZBURG Innsbrucker Bundesstraße 35 – 5020 Salzburg Tel: 0662 / 90 10 Mail: rezeption@medicentsalzburg.com Web: www.medicentsalzburg.com

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Ein eigenes Internetportal, Patienten-Informationsabende sowie Berichterstattungen in den Medien informieren über die neuesten Trends im MEDICENT. So ist man bei den Themen Vorsorge, Chirurgische Eingriffe, Therapie und Nachsorge immer up-to-date. Betrieben werden die MEDICENTs von der Dienstleistungsorganisation M‘Management GmbH (www.mmanagement.at), die sich auf Ärztezentren spezialisiert hat und sich als ein Partner für extramurale Kooperation sieht.

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MEDICENT WIRD GEMANAGT VON DIE KOMPETENZ FÜR ÄRZTEZENTREN

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INNERE ANGELEGENHEITEN Die Universitätsklinik für Innere Medizin I zeigt, dass erstklassige Patientenbetreuung und ambitionierte Forschung kein Widerspruch sind. Mit Paracelsus 10.000 ist ein ambitioniertes Mega-Projekt in Planung, das Aufsehen erregen wird. Von Andreas Aichinger

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F ORSCHUNGS -H IGHLIGHTS Frisch von der Leber weg

FOTOS: GETTY IMAGES/LIFESIZE/PAUL BURNS; WILD&TEAM

„Ich merke den Unterschied“, es schon manchmal Engpässe gesagt Frieder Berr(1). „In den Zeiten, geben. Einfach weil wir ein breites Spektrum mit wenigen Leuten abzuals ich gekommen bin, war alles decken haben.“ Es umfasst über die noch ganz anders.“ Berr ist seit drei klinischen Schwerpunkte – Leber2002 Vorstand der Universitätsklinik und Verdauungskrankheiten, Nierenfür Innere Medizin I, mit Gastroenteerkrankungen und Diabetes sowie rologie–Hepatologie, Nephrologie, Stoffwechselerkrankungen – hinaus Stoffwechsel und Diabetologie, und die gesamte innere Medizin. „Von diespielt mit seinem Vergleich nicht zusen drei internistischen Abteilungen letzt auf die fruchtbare Wechselwirsind wir die, die das breiteste Spekkung mit den Studierenden an, die in trum anbietet“, erklärt Bernhard Paulden vergangenen Jahren durch die weber(3), seit 2006 Leiter des SonderAnbindung an die Paracelsus Uni zu beobachten sei. „Die Kommunikatiauftrags Stoffwechselerkrankungen onskultur hat durch die Studierenund medizinische Molekularbiologie den gewonnen, man wird öfter von der Inneren Medizin I. ihnen hinterfragt“, sagt der gebürtige Bayer, der nach eigenen Angaben Top im Ranking. Nicht zuletzt in München durch den Österreicher Paulweber selbst ist es zu verdanken, „Unsere Kommunikationskultur Gustav Paumgartner(2) medizinischdass die Klinik auch in Sachen Forhat durch die Studierenden schung kräftig aufzeigt. Formaler Beakademisch geprägt worden ist. weis sind jene 38 wissenschaftlichen Zur Erinnerung: Anfang des gewonnen: Wir werden Publikationen, mit denen die UniverJahres 2007 waren das Landessitätsklinik für Innere Medizin I das krankenhaus Salzburg und die öfter von ihnen hinterfragt.“ absolute Ranking sämtlicher Institute Christian-Doppler-Klinik offiziell zum Frieder Berr und Kliniken im Jahr 2009 anführt. Universitätsklinikum der Paracelsus Gemessen an Impact-Faktor und Score-Punkten konnte sie Medizinischen Privatuniversität erhoben worden. Neben jeweils einen sehr guten fünften Platz belegen. Kern der klider Förderung einer hochqualitativen, praxisnahen Ausbilnischen Forschung in der Inneren Medizin I ist das seit drei dung der Studierenden sollten durch diesen Schritt auch Jahrzehnten international anerkannte molekularbiologische die Forschungs-Ambitionen der Kliniker stimuliert werden. Labor der Abteilung, das auch formal eigenständig von Die Frage ist: Halten die hoch gesteckten Erwartungen dem Paulweber geführt wird. Klinik-Vorstand Berr: „Unter seiReality-Check stand? ner Anleitung haben sich zumindest sieben Kollegen durch Co-Publikationen habilitiert und sind inzwischen mehrheitRund ein Drittel der Patienten der Internistischen Notlich zu außerordentlichen Professoren avanciert.“ Und auch aufnahme des Universitätsklinikums wird heute von der Paulweber streut Rosen: „Bei uns herrscht ein Klima, in Inneren Medizin I übernommen. Mehr als 3.000 stationäre dem Forschung immer sehr gefördert wurde. Das ist nicht Patienten jährlich werden auf 84 Betten auf universitärem selbstverständlich für eine klinische Abteilung.“ Niveau medizinisch versorgt, fast zehnmal so viele in den elf Ambulanzen. Inklusive Pflegepersonal wird das ArbeitspenStoff für die Forschung von morgen. Derzeit wird ein sum von einem Team mit etwa 105 Mitarbeitern bewältigt, besonders ambitioniertes Forschungsprojekt geplant, das darunter 16 Abteilungs- und neun Turnusärzte. Berr: „Die in dieser Größenordnung in Österreich einzigartig sein soll: erste Medizin hat in den vergangenen zehn Jahren keine Paracelsus 10.000. Dabei handelt es sich um ein großes Ausbaumöglichkeit erfahren und im klinischen Bereich hat

Macht der Igel den Krebs? Die gastroenterologische Onkologie und speziell das Gallengangskarzinom (etwa die photodynamische Therapie, die beim Gallengangstumor schon erfolgreich klinisch eingesetzt wird) bilden einen zentralen Forschungsschwerpunkt der Klinik. In der Grundlagenforschung wird speziell die Rolle von zellulären Signalwegen wie Hedgehog (Igel) bei der Entstehung von Krebs unter die Lupe genommen. Hunger-Hormon. Das Hormon Adiponektin (das unter anderem an der Regulierung des Hungergefühls beteiligt ist) rückt als neuer therapeutischer Ansatzpunkt bei Arterienverkalkung und Typ-2-Diabetes immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Die Adiponektin-Konzentration im Blut(serum) hängt indes offenbar in hohem Maß von genetischen Faktoren ab, deren molekulare Hintergründe untersucht werden. Leber-Ersatz. Bei mangelhafter Leberfunktion können Giftstoffe nicht mehr ausreichend entfernt werden, eine künstliche Entgiftung wird – analog zur Dialyse bei Nierenproblemen – notwendig. Insgesamt stehen dazu derzeit drei Methoden zur Verfügung, eine davon wurde im Rahmen einer multizentrischen Studie („Helios“) zusammen mit führenden hepatologisch-nephrologischen Zentren in ganz Europa erfolgreich untersucht. Gender-Getränk? Im Rahmen des Projekts Gendermiks soll der Frage nachgegangen werden, ob der Einsatz von Lactobacillus casei Shirota in probiotischen Getränken wie Yakult geschlechtsspezifisch unterschiedliche Effekte auf die Darmflora und in weiterer Folge auf die Behandlung von Stoffwechselstörungen hat.

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Wer bung

Re se a r ch

Ein Schwerpunkt der überaus erfolgreichen Universitätsklinik sind Stoffwechselerkrankungen und Molekularbiologie. 105 Mitarbeiter mit 16 Abteilungsund 9 Turnusärzten geben ihr Bestes.

populationsbasiertes Forschungsprojekt, das in den nächsten drei Jahren 10.000 Salzburger zwischen 20 und 70 Jahren erfassen soll. 10.000 Personen, die nach dem Zufallsprinzip aus dem Wählerregister ausgewählt und in der Folge einer ausführlichen Basisuntersuchung unterzogen werden sollen. Nach entsprechender Aufklärung und Einwilligung der Freiwilligen sollen verschiedene biologische Proben – wie Vollblut, Serum, Harn oder bakterielle DNS aus Stuhlproben – entnommen und archiviert werden. Bei einem Drittel der Teilnehmer sollen dann zusätzliche Spezialuntersuchungen – wie Knochendichteuntersuchungen, Lungenfunktionstests oder ein Fitnesstest auf der Sportmedizin – durchgeführt werden. So der ehrgeizige Plan. Paracelsus 10.000. Sämtliche Institute der Paracelsus Uni, die Salzburger Universitätskliniken, aber auch die Lehrkrankenhäuser sollen zur Teilnahme eingeladen werden. Paulweber: „Paracelsus 10.000 soll eine Basis für alle Kliniken und Institute der Universität werden. Wir hoffen, dass uns die Salzburger unterstützen, weil es eine große Chance ist.“ Das Land Salzburg und die Paracelsus Uni haben ihre finanzielle Unterstützung zugesagt, der Startschuss soll 2011 fallen. 24

Große Hoffnungen setzt die Klinik auch in diverse, bereits beschlossene Infrastruktur-Projekte – unter anderem ein leistungsfähiges Nieren-Referenzzentrum und ein interdisziplinäres Bauchzentrum. „Ich freue mich über diese strukturelle Aufbesserung und Weiterentwicklung“, sagt Frieder Berr und erwartet sich, „dass wir mit unseren endoskopischen Methoden – speziell auch mit den Spezialtechniken der Frühkarzinomtherapie – gute Fortschritte erzielen werden.“ Hohe Erwartungen erfüllt. Fehlt neben Patientenbetreuung und Forschung nur noch der dritte Eckpunkt im Aufgaben-Dreieck einer modernen Universitätsklinik: die Lehre. Und auch hier ist die Innere Medizin I heute sehr aktiv. Der Lehrveranstaltungs-Bogen für Humanmedizin-Studierende spannt sich unter anderem von der Klinischen Pathophysiologie der Stoffwechselerkrankungen im dritten Studienjahr über die Ernährungsmedizin im vierten Studienjahr bis zur Möglichkeit, ein Forschungstrimester an der Klinik zu absolvieren. „Bei uns herrscht ein Dabei hat die zusätzliche Klima, in dem Aufgabe anno 2005 anfangs für Kopfzerbrechen gesorgt. Forschung immer Speziell in der Übergangsphase sei die Lehrtätigkeit sehr gefördert wurde. für viele Kollegen eine „starDas ist nicht selbstke Belastung“ gewesen, erinnert sich Paulweber. Am verständlich für eine Ende seien aber alle Vorgaben locker erreicht worden, klinische Abteilung.“ die unterschiedlichen AufBernhard Paulweber gabenbereiche hätten sich sogar gegenseitig befruchtet. Bernhard Paulweber: „Durch die stärkere Förderung vonseiten der Paracelsus Uni ist es eindeutig aufwärts gegangen. Ich finde es besonders positiv, dass dieser Boden aufbereitet wurde und dass mehr geforscht wird.“ Der Zukunftswunsch von Klink-Chef Berr ist da nur konsequent: „Der universitäre Geist möge sich so gut weiterentwickeln wie bisher.“ – Weiterführende Informationen: www.salk.at/m1.html

(1) Prim. Univ.-Prof. Dr. Frieder Berr ist Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin I in Salzburg. 2) Univ.-Prof. Dr. Gustav Paumgartner war Direktor an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Klinikums Großhadern der Universität München. (3) Univ.-Doz. Dr. Bernhard Paulweber ist stellvertretender Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin I in Salzburg sowie Leiter des Sonderauftrags Stoffwechselerkrankungen und medizinische Molekularbiologie.

Für das Pistenvergnügen hat Atomic die perfekte Ski-Ausrüstung parat – egal ob beim Ski, beim Schuh oder beim Helm (unten im Bild der „Blackeye Ti“, der „Burner 120“ und der „Xeed Ritual“).

DIE NEUE GENERATION DER ALLESKÖNNER Das All-Mountain-Zauberwort der Saison 2010/11 heißt Adaptive Camber. Die neuen Atomic-Modelle begeistern dank innovativer Technologie. Und fühlen sich im weichen Schnee genauso wohl wie auf harten Eishängen. Bisher waren Mittelbreite, Taillierung und Flex die wichtigsten Parameter beim Skibau. Nun gibt es mit dem Camber ein neues wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Das Camber-Profil definiert die Vorspannung und die Kontaktpunkte des Skis mit dem Schnee und beeinflusst entscheidend Fahreigenschaften und Einsatzgebiet des Skis. Atomic führt die technologische Entwicklung mit drei unterschiedlichen Camber-Profilen an. Der Traditional Camber ist ideal für On-Piste-Skifahrer, die auch bei härtesten Schneebedingungen perfekten Kantengriff erwarten. Der Adaptive Camber ist perfekt für All-MountainFahrer, die sowohl bei weichem Untergrund als auch bei harten Pistenverhältnissen unterwegs sein wollen. Und der Rocker Camber schließlich eignet sich optimal für Freeskier, die perfekten Auftrieb im Powder suchen und trotzdem sichere Stabilität auf hartem Schnee zu schätzen wissen. Die All-Mountain-Modelle von Atomic präsentieren sich nun als Adaptive-Camber-Konstruktionen; dadurch geben sie sich auf der Piste fehlerverzeihend und überzeugen durch einfache Schwungeinleitung. Im Powder und bei weichen Schneeverhältnissen liefern sie optimalen Auftrieb. Zu den perfekten Allroundern gehören der mit Titanium-Einlagen verstärkte „Savage Ti“ als Top-Produkt ebenso wie das Multitalent

„Blackeye Ti“. Alternativ stehen im All-Mountain-Segment noch der dynamische „Coax“ und der wendige „Panic“ zur Wahl. Diese beiden TwinTip-Modelle geben sich im weichen Pulverschnee wie auch bei härteren Schneeverhältnissen besonders agil und drehfreudig. All-Mountain-Schuhe mit höherem Stand. Speziell für die Bedürfnisse der All-MountainFahrer wurden der „Burner“ für Herren und der „Medusa“ für Damen konstruiert. Das neu entwickelte Enduro-Chassis verbessert dank fünf Millimeter mehr Standhöhe den Kantengriff mit breiteren Skiern und sorgt so für eine eindrucksvolle Pisten-Performance der All-Mountain-Skier. Bequemer, sicherer Helm. Als perfekter Helm für den All-Mountain-Einsatz gilt der „Atomic Xeed Ritual“; er kombiniert ABSAußen- und EPS-Innenschale, was optimalen Schutz trotz geringen Gewichts garantiert. Belüftungsschlitze sowie das präzise und einfache AFS-Größeneinstellungssystem garantieren hohen Tragekomfort und perfekten Halt.

M EHR I NFOS www.atomicsnow.com 25


PARACELSUS TODAY

Rou n d Tabl e

A USGEZEICHNET ... ... mit dem Wissenschaftspreis der Paracelsus Universität in Gold 2010: Univ.-Prof. Mag. Dr. Barbara Kofler, Biochemikerin, Leiterin Laura Bassi Centre – THERAPEP an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Rezeptorbiochemie und Tumorstoffwechsel sind ihre Forschungsschwerpunkte, wobei ihre Gruppe vor allem in der Rezeptorbiochemie arbeitet. Es geht um die Rolle kleiner Eiweißhormone (Neuropeptide) in der Entzündungsreaktion im Körper. Da Medikamente wie Cortison unerwünschte Nebenwirkungen haben, sucht man nach neuen Optionen.

FORSCHUNG MIT GEFÜHL Paracelsus Today: Frauen an der Spitze sind noch immer rar. Aber es scheint besser zu werden. Ist die Zeit der Frauen in der Wissenschaft angebrochen? Barbara Kofler: Es dauert noch. Zwar gibt’s beim Studium im Verhältnis mehr Studentinnen, auch in Biologie und den Naturwissenschaften. Aber nach oben hin – ab Habilitation oder Professuren – hat sich, jedenfalls bei uns, kaum etwas verändert. Männliche Kollegen erfahren mehr Unterstützung, aber auch mehr Druck von außen, Karriere machen zu müssen, sich zu habilitieren. Frauen müssen das aus sich selbst heraus wollen. Es braucht mehr Eigeninitiative. Tanja Hartmann: Ich habe immer Schwierigkeiten mit einer allgemeinen Genderdiskussion, weil ich mich persönlich nicht benachteiligt fühle. Allerdings haben einige meiner Freundinnen eine Position, wie ich sie habe, nicht erreicht und sind auf dem Weg zur Habilitation ausgestiegen. Die Ursachen waren unterschiedlich und meistens 26

persönlicher Natur. Vor allem: Versorgung der Eltern, dem Ehepartner ins Ausland folgen, Kinder und Karenz. Richtige Gleichstellung haben wir erst, wenn es wirklich nach Leistung geht, und nicht nach Quoten oder nach Beziehungen.

„Männliche Kollegen erfahren mehr Unterstützung, aber auch mehr Druck, Karriere machen zu müssen, sich zu habilitieren.“ Barbara Kofler Brigitte Mlineritsch: Ich meine, dass ein Aufbruch da ist. Aber in der Medizin – auch in der Onkologie – ist es so, dass Ärztinnen sich immer noch eher um die Patientenbetreuung kümmern und deshalb nicht den Schritt weiter in die Wissenschaft machen. Da tun sich die Männer leichter. Aus meiner Erfahrung muss ich sagen: Ab dem Moment, als ich wirklich Wissenschaft machen

Frauenpower am runden Tisch. Vier erfolgreiche Wissenschaftlerinnen diskutieren über Barrieren in den Karrieren. Und damit über die weiblichen Kurven in der Forschung. Von Ilse Spadlinek

wollte, konnte ich das auch. Meine wissenschaftliche Karriere begann später, als meine Kinder schon aus dem Gröbsten heraus waren. Paracelsus Today: Müssen Frauen besser sein, um eine wissenschaftliche Karriere zu machen? Monika Killer: Frauen müssen nichts besser machen, aber sich vielleicht mehr anstrengen, um dieselben Freiräume zu erkämpfen, damit sie gewisse Dinge genauso selbstverständlich tun können. Im Spitalsalltag bekommt unsereins vom Klinikchef oft frauenspezifische Arbeiten zugeteilt. Und da behaupte ich, dass Frauen etwas mehr Einfühlungsvermögen für Patienten oder auch mehr Pflichtgefühl zeigen und daher diese Arbeiten selbstverständlich ausführen, anstatt sich ihre Freiräume einfach zu nehmen. Paracelsus Today: Was macht einen Wissenschaftler, eine Wissenschaftlerin erfolgreich? Kofler: Man muss viele Kontakte pflegen. Man muss sich präsentieren können, vor allem Netzwerke sind wichtig. Das machen Männer viel besser als Frauen, auch bei Kongressen. Hier passieren wichtige vorbereitende Schritte oft

Priv.-Doz. Dr. Monika Killer, Neurochirurgin, NeuroscienceInstitut am Universitätsklinikum Christian-Doppler-Klinik. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Neurointervention – ein Fachbereich zwischen Radiologie, Neurochirurgie und Neurologie. Spezialisiert auf die Behandlung von Gefäßerkrankungen des Gehirns, Rückenmarks und der Halsschlagader. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung von Stents, die ohne exzessive medikamentöse Therapie Schlaganfälle verhindern sollen. Weiters tätig in der Entwicklung und Anwendung von neurointerventionellen Methoden zur akuten Schlaganfallbehandlung. Priv.-Doz. Dr. Brigitte Mlineritsch, Onkologin an der Universitätsklinik für Innere Medizin III (Kernpartner Brustzentrum). Ihr Forschungsschwerpunkt ist die medikamentöse Therapie des Mammacarcinoms (Hormon-, Chemotherapie und zielgerichtete Therapie im präoperativen, postoperativen und metastasierten Setting). Die verbesserte Knochendichte, aber auch die Verminderung des Rezidivrisikos beim operierten Mammacarcinom durch Verabreichung eines Knochenaufbaumittels zusätzlich zur antihormonellen Therapie fand international besondere Beachtung. Dr. Tanja Hartmann, Immunbiologin, Labor für Immunologische und Molekulare Krebsforschung an der Universitätsklinik für Innere Medizin III. Ihre Arbeitsgruppe erforscht die Interaktionen von Leukämiezellen mit der Tumor-Umgebung mit Schwerpunkt auf der Chronisch Lymphatischen Leukämie und beschäftigt sich dabei mit der Wanderung von Leukämie-, Stamm- und Immunzellen aus der Blutbahn ins Gewebe und zurück. Chronisch Lymphatische Leukämie ist in den westlichen Ländern die häufigste Leukämieform des Erwachsenenalters.

lange nach den Vorträgen. Da gehen dann die meisten Frauen abends ins Bett und nicht in die Bar. Klingt vielleicht eigenartig, aber so geht das berühmte Networking. Man kann noch so gut sein, man braucht auch in der Wissenschaft diese Art an Kontakten. Killer: Ich glaube, dass man nicht wirklich ein Problem hat, in ein Männernetzwerk hineinzukommen. Wenn man nicht mitredet, ist es eher die Scheu, nicht akzeptiert zu werden. Aber Männer werden auch nicht sofort akzeptiert, wenn sie neu irgendwohin kommen. Man muss sich das effektiv erarbeiten, sich trauen, Vorträge zu halten, sich hinstellen vor tausend Leute und sagen, was man zu sagen hat. Und das in 27


Ro u n d Tabl e

M ASTERMIND

Was Paracelsus sagen würde … Der Corpus, der Leib, er steht im Mittelpunkt unseres Tuns und Denkens. Wie regeneriert er, wie kann er all diese Kräfte bis ins hohe Alter erhalten? Krankheiten entzünden und berauben den Corpus trotzdem seiner Kraft. All die Wissenschaft, ob Mann oder Weib, muss weiter denken, weiter forschen. Ein Mysterium ist unser Corpus, meine ich, Paracelsus. Doch aus diesem Behufe lohnt es sich, all die Anstrengungen zur Heilung fortzusetzen. Die Welt ist groß, doch Salzburg hat eine gute Schule gegründet. Viele helfen mit, den Krankheiten Einhalt zu gebieten. Gebt denen, die fleißig sind, ein Lob. Treibt sie an, gebt ihnen Geld und teilt späteren Ruhm mit ihnen. -gosti-

bestimmter Art und Weise, auch wenn Kritik kommt. Die muss man entweder widerlegen, diskutieren oder auch einmal einstecken können. Dann ist man sehr schnell akzeptiert. Mlineritsch: Für mich war der Wettbewerb stets schwierig, das Kompetitive hab ich immer gescheut. Ich habe mir Nischen gesucht. Zu Beginn war selbst die Onkologie noch eine Nische. Da gab es auch kaum Männer, die sich um dieses Fach gerissen haben. Aber sogar hier habe ich festgestellt, dass Männer die Sache sehr sportlich angehen. Paracelsus Today: Frauen gelten als emotional, Männer als rational. Gehen Frauen an knifflige Forschungsfragen anders heran? Kofler: Das wird immer wieder diskutiert, aber auch im Laura-Bassi-Zentrum sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es keine Unterschiede gibt. Man geht als Frau nicht anders an Forschungsfragen heran. Es gibt einfach Strategien, die sinnvoll sind, die verfolgt man. Da ist nicht so viel daran zu ändern. Vielleicht sind wir auch alle männlich erzogen in der Forschung. Hartmann: Emotion darf sein, muss sein in der Forschung. Denn ohne fehlt der Antrieb, die Freude. Das gilt für Frauen und Männer. Emotion darf aber nicht so weit führen, dass Führungsqualitäten darunter leiden. Aber wie man wissen28

schaftlich an eine Frage herangeht, hat nichts mit Mann und Frau zu tun. Das ist eine Frage der wissenschaftlichen Erziehung. In der Biologie und der Medizin gibt es unterschiedliche Ansätze, wie man an Fragestellungen herangeht. Beides ist gleich gut und beides gleich wichtig, aber das Studium ist einfach anders dargebracht. Man muss diese Herangehensweise zum Schluss wieder kombinieren, damit wirklich sehr gute Medizin herauskommt. Paracelsus Today: Sind die Disziplinen in der Forschung gleichberechtigt? Mlineritsch: Es muss jeder vom anderen ein bisschen lernen. Am Anfang meiner wissenschaftlichen Arbeit habe ich den Medizinern gegenüber schon diese Arroganz der Biologen zu spüren bekommen. Nicht jede Forschung muss Grundlagenforschung und molekularbiologisch sein. Ich komme aus der klinischen, habe mich mit klinischen Themen habilitiert. Mit Entstehen der Molekularbiologie gab es dann in den vergangenen zehn Jahren den Durchbruch in der Onkologie. Da hat sich eine Welt aufgetan – für die gesamte Medizin. Kofler: Im Gegensatz zu anderen medizinischen Universitäten habe ich hier und am Klinikum kaum Gegensätze bemerkt. Das Spannungsfeld zwischen Naturwissenschaft und Medizin kommt ja häufig in einer Klinik zum Tragen, wenn es um Karriere geht. Und die ist vor allem auf die Medizin fokussiert. Die Naturwissenschaft fühlt sich oft allein gelassen. Aber die Medizin lebt von der Wissenschaft. Killer: Wir haben Parallelentwicklungen – eine klinische, wo wir sehr weit gekommen sind, und die Basisentwicklung. Wir Mediziner kommen ja selber immer mehr in die Molekularbiologie hinein, sind also dazu angehalten, uns in der Forschung damit auseinanderzusetzen. Wir lernen langsam, voneinander zu profitieren. Das Zusammenführen dieser Spezialitäten macht den wissenschaftlichen Fortschritt aus.

„Ich glaube, dass man nicht wirklich

So schmeckt Österreich!

ein Problem hat, in ein Männernetzwerk hineinzukommen.“ Monika Killer chen, einander respektieren und gemeinsam Probleme lösen. Das kann man nur dann erreichen, wenn man jedem den eigenen Bereich lässt und gleichzeitig Wertschätzung gibt. Wir brauchen die Integration des molekularbiologischen Wissens in die Klinik. Dafür ist es wichtig, alle an einen Tisch zu bringen und zu sagen: Okay, das ist jetzt eine komplexe Welt, wie reden wir miteinander? Paracelsus Today: Welches Karriereziel hat eine Forscherin? Den Nobelpreis? Kofler: Na, die Chance kann man sich ausrechnen bei so vielen Wissenschaftlern weltweit. Man muss auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, am richtigen Thema forschen. Vieles ist Zufall. Also ich glaube, das kann man nicht steuern.

„Gleichstellung

% 0 0 1 BIO

haben wir erst,wenn es nach Leistung geht. Nicht nach

„Mit der klinischen Forschung ist der Nobelpreis nicht zu erreichen, mit

Quoten oder Beziehungen.“ Tanja Hartmann

der molekularbiologischen durchaus.“ Brigitte Mlineritsch Hartmann: Ich habe früher auch Missachtung von Medizinern erfahren, hier im Forschungslabor nie. Wir folgen dem Idealbild von translationaler Forschung, wir sind auch als Forschungsinstitut so gegründet worden – mit maximaler Synergie und gleichzeitigem Respekt zwischen Medizin und Biologie. Es ist ein Bench-tobedside-Modell. Das ist neu und hat Vorbildcharakter. Es geht darum, dass Kliniker und Biologen die gleiche Sprache spre-

Killer (lacht): Sind wir nicht alle noch zu jung? Den Nobelpreis kriegt man, glaub’ ich, knapp vor der Pension oder knapp nachher. Mlineritsch: Mit klinischer Forschung ist das eher nicht zu erreichen, aber mit molekularbiologischer Forschung durchaus. Ich denke, dass es sehr wohl Frauen gibt und in Zukunft noch mehr geben wird, die das anstreben und auch erreichen können. Hartmann: Da bin ich wahrscheinlich zu sehr Frau. Nobelpreis – das klingt sehr, sehr weit weg. Vielen Dank für das Gespräch.

Br au k u n s t au f höc h s t er S t u fe.

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The Hearing Implant Company

B od y - C heck

Nach 20 Jahren Taubheit liebe ich jeden Tag des HĂśrens!

Z UR P ERSON

WAS IST TINNITUS? â&#x20AC;&#x17E;Niemand glaubt mir, wie viel Qual mir der Schwindel, das Klingen und Sausen der Ohren verursacht.â&#x20AC;&#x153; (Martin Luther, Tischrede vom 13. März 1533)

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Symptome:

Therapie:

Prävention:

Tinnitus ist eine TonempďŹ ndung, die ohne Vorhandensein eines externen Signals wahrgenommen wird. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen: tinnire = klingeln. Ohrgeräusche kĂśnnen in einem oder in beiden Ohren, aber auch im Kopf auftreten. Sie werden als TĂśne und Geräusche wie Pfeifen, Zischen, Rauschen, Knistern, Zirpen, Brummen usw. beschrieben und kĂśnnen nur von Betroffenen wahrgenommen werden. Die Lautstärke ist unterschiedlich, quälend ist vor allem das GefĂźhl, den Ohrgeräuschen ausgeliefert zu sein und nichts dagegen tun zu kĂśnnen. Tinnitus gilt in der Medizin nicht als eigenständige Krankheit, sondern als Symptom, das im Rahmen verschiedenster Erkrankungen auftreten kann.

Hinsichtlich der Dauer der Symptomatik unterscheidet man zwischen akutem (weniger als sechs Monate) und chronischem (mehr als sechs Monate) Tinnitus, hinsichtlich der Beeinträchtigung zwischen kompensiertem (ohne subjektive Beeinträchtigung) und dekompensiertem (mit subjektiver Beeinträchtigung) Tinnitus. Beim akuten Tinnitus stehen medizinische MaĂ&#x;nahmen im Vordergrund, die auf die Abklärung einer mĂśglichen organischen Ursache und die Beseitigung gerichtet sind. Beim chronischen Tinnitus geht es um die Bewältigung der Ohrgeräusche mit primär psychologischen MaĂ&#x;nahmen (FĂśrderung der Habituation, Aufmerksamkeitsumlenkung, Entspannungsverfahren, kognitive Umstrukturierung etc.).

Auch wenn man die genauen Ursachen und den Entstehungsmechanismus von Tinnitus bis heute nicht kennt, weiĂ&#x; man, dass er gehäuft in Zusammenhang mit SchwerhĂśrigkeit und psychischem Stress auftritt. Daher sind Lärmschutz und Stress-Prophylaxe MĂśglichkeiten, die Auftrittswahrscheinlichkeit von Tinnitus zu verringern. Ist Tinnitus vorhanden, sollte nicht mit immer neuen Methoden dagegen angekämpft werden, denn das kann genau das Gegenteil bewirken: Durch die auf den Tinnitus gerichtete Aufmerksamkeit kann dieser verstärkt und intensiver wahrgenommen werden. Wenige, aber gezielte Therapien auf Basis einer exakten medizinischen und psychologischen Diagnostik sind sinnvoller.

Lebensfreude. Ab diesen Zeitpunkt waren fßr mich die Geräusche reiner, es war auch kein HÜrtraining mehr erforderlich, meine Selbstsicherheit kehrte zurßck.

hÜren, dann wurde ich durch eine schwere Krankheit unerwartet beidseitig gehÜrlos. Durch eine fast 20-jährige Taubheit war ich isoliert von meiner gewohnten Umgebung, es war ein sehr schwerer Lebensabschnitt fßr mich.

Seither sind 8 Monate vergangen und ich kann Musik immer besser hĂśren, jetzt ist eine instrumentale >YSVHRYRKWILVLmY½KQ}KPMGLMQ4VMR^MT[YVHIMGL â&#x20AC;&#x161;hĂśrsĂźchtigâ&#x20AC;&#x2DC;.

Nach einer langen Entscheidungsphase entschloss ich mich fßr ein CI, nach 16 Monaten hatte ich zwei MED-EL Implantate. Die Eindrßcke der wahrgenommenen Geräusche nach meiner ersten Operation waren fßr mich unbeschreiblich, auch wenn anfangs eine Geräuschzuordnung schwer mÜglich war. Deshalb war ein intensives HÜrtraining notwendig.

Mein Leben hat sich grundsätzlich geändert, ich besuche Konzerte, hĂśre CDs, genieĂ&#x;e die alltäglichen zwischenmenschlichen Gespräche, wie auch intensive Diskussionen und liebe jeden Tag die Welt des HĂśrens. Ich nehme immer wieder neue GeräuscheindrĂźcke wahr, dass ich MED-EL verdanke, es ist mein Lotto-6er.

Der absolute HĂśhepunkt war die zweite Operation, ich erhielt durch das MED-EL Implantat neue

FOTOS: SALK, BEIGESTELLT, GETTY IMAGES/SCIENCE PHOTO LIBRARY

WISSEN IST GESUND:

â&#x20AC;&#x17E; Ich heiĂ&#x;e Elisabeth und konnte 24 Jahre ganz normal

Dr. Karoline V. Greimel ist klinische Psychologin und Psychotherapeutin, seit 1981 am Universitätsinstitut fĂźr Klinische Psychologie tätig und auf psychologische Diagnostik und Behandlung bei organischen Erkrankungen (speziell im HNO-Bereich) spezialisiert. Sie war leitende Psychologin an der Psychosomatischen Klinik Bad Bramstedt und absolvierte einen Forschungsaufenthalt an der Georgetown University/Washington D.C. (Institute for Cognitive and Computational Sciences) mit Schwerpunkt kortikale Reorganisation bei Tinnitus. Im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelte sie einen Fragebogen zur Erfassung tinnitusspeziďŹ scher Beeinträchtigungen, der in Kooperation mit dem franzĂśsischen Forschungsinstitut MAPI in 13 Sprachen Ăźbersetzt und linguistisch validiert wurde.

Das Ăśsterreichische High-Tech-Unternehmen zählt zu den Pionieren der Branche, bereits 1977 wurde das von den MED-EL GrĂźndern entwickelte, weltweit erste mikroelektronische Mehrkanal-Cochlea-Implantat einem Patienten eingesetzt. Heute ist MED-EL mit implantierbaren HĂśrsystemen â&#x20AC;&#x17E;made in Austriaâ&#x20AC;&#x153; weltweit fĂźhrend und ermĂśglicht Tausenden von Menschen weltweit die Nutzung ihres wichtigsten Sinns: HĂ&#x2013;REN.

www.medel.com MED-EL Niederlassung Wien, Liechtensteinerstr. 22a/I/Mezz/5, 1090 Wien 8IP  *E\  SJ½GI$EXQIHIPGSQ



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PARACELSUS TODAY

S po n s o r in g

EIN ESPRESSO & EIN HAUCH PHILOSOPHIE

„Wir brauchen Eliten. Es muss Schulen geben, die Eliten ausbilden. Die Gesellschaft braucht bestens ausgebildete junge Leute. Egal, ob so eine hervorragende Ausbildung an den AHS, Unis oder anderswo angeboten wird.“

„Es muss Schulen geben, die Eliten ausbilden. Wir

Dieser Mann ist Genussmensch, Schauspieler, Denker und Chef von Segafredo. Er lebt nach seinen Grundsätzen, vertritt klar seine Meinung und hilft, wo er helfen kann. Besonders gern unterstützt er die Paracelsus Universität: „Weil wir Eliten brauchen.“

brauchen bestens ausgebildete junge Leute.“ Claudius Neumayr Und der Segafredo-Chef, der um die immerwährende Diskussion zum Thema Elitenausbildung weiß, legt noch eins drauf: „Ich stehe für die Ausbildung von Eliten. Ich scheue mich nicht, diesen Ausdruck zu gebrauchen. Diese Leute prägen die Gesellschaft.“ Er selbst hat seinerzeit das Werkschulheim Felbertal besucht. „Wenn jemand mit zwei Händen etwas machen kann, ist das großartig. Handwerkliche Arbeit ist auch eine Form von Bildung, eine Ausbildung.“

Von Gottfried Stienen Claudius Neumayr in einem Gespräch zu erleben ist ein Erlebnis. Auf dem kleinen Glastisch in seinem Büro steht eine Tasse Espresso (logisch). Man sieht, dass jeder Kaffee für ihn ein Genuss ist. „Genuss subsumiert Lebensfreude. Es gibt für mich das Ritual des Genießens und die Wertigkeit für Genuss“, sagt er. Und schon entspinnt sich daraus eine Gedankenkette: „Wertschöpfung entsteht durch Wertschätzung. Schätze ich meine Mitarbeiter, entsteht Freude an der Arbeit, Dynamik und Nachhaltigkeit. Das Gesetz der Resonanz lautet: Put the money where the money comes from. Der Erfolg einer Organisation kommt von innen.“ An dieser Stelle ist es nicht falsch, zu erwähnen, dass 280 SegafredoMitarbeiter in acht Ländern einen Jahresumsatz von 100 Millionen erwirtschaften. Claudius Neumayr ist der CEO Central Europe und seit 25 Jahren Geschäftsführer von Segafredo Austria in Hallwang bei Salzburg. Claudius Neumayr versteht es ausgezeichnet, Kaffee als Quelle von Lebensfreude unter die Leute zu bringen. Das ist eine Seite von ihm. Eine andere Seite ist der Schauspieler. Richtigerweise würde man jetzt von einem Laiendarsteller sprechen, was aber mit der Qualität des Schauspielers Neumayr nichts zu tun hat. Es ist ausgesprochen vergnüglich und kurzweilig, ihn in anderen Rollen auf einer Bühne zu sehen. „Theater ist eine Lebensschule“, meint er dazu. Er wäre gern Schauspieler geworden. Heute spielt er mit Freunden auf mehreren Bühnen – unregelmäßig, aber gern. Sie stehen in Hamburg, Monte Carlo, Rom und in Hallwang. 32

Gespielt wird, um für andere Geld zu sammeln und Leute zu unterhalten. Was für ein sinnvolles Theater. Stichwort Geld. Claudius Neumayr unterscheidet zwischen gutem und schlechtem Geld. „Geld mit meiner Arbeit und Tüchtigkeit verdient ist gutes Geld. Ein Lotteriegewinn oder Drogengeld macht den Menschen unglücklich.“ Man muss nicht lange nachdenken, um dieser Theorie etwas abzugewinnen. Insbesondere bei einer privat finanzierten medizinischen Universität spielt Geld eine erhebliche Rolle. Seit dem Gründungsjahr 2003 unterstützt Segafredo die Paracelsus Universität. Zwei Faktoren hält Neumayr dabei für wesentlich:

Die Paracelsus Universität hat mit Claudius Neumayr einen Förderer, der nach dem Grundsatz „Geben ist seliger denn Nehmen“ lebt. „Es tut doch der Seele gut, wenn man etwas gibt“, sagt er. „Und es ist nicht entscheidend, wie viel, auch nicht, ob man einen Zweitnutzen ziehen kann – Publicity etwa. Es soll von Herzen kommen.“ Neumayr ist überzeugt, dass seine Spende auf fruchtbaren Boden fällt. Die Uni habe enorm viel positive Energie und sei schon heute ein Erfolg. Und sie sei zum richtigen Zeitpunkt gegründet worden. „Es ist kein Zufall, dass Paracelsus hier in Salzburg geboren wurde. Weltoffenheit ist gefragt, der Blick über den Tellerrand hinaus. Dafür steht auch diese Uni.“ Für Claudius Neumayr ist der Mensch etwas Besonderes. Ein zentrales Lebensthema mit all seinen schönen und unangenehmen Momenten. Und Mister Segafredo ist ein besonderer Mensch. Weitere Gespräche mit ihm werden folgen, Aufzeichnungen darüber wird es keine geben. –

Ein herzliches Dankeschön Neben dem Land und der Stadt Salzburg und den Salzburger Gemeinden unterstützen folgende namhafte Persönlichkeiten, Firmen und private Mäzene die Paracelsus Medizinische Privatuniversität. ACM Projektentwicklung GmbH | Aicher, Max | Ambience Sound + Light GmbH | Bankhaus Carl Spängler & Co. AG | Capsumed Pharm GmbH | Carbo Tech Composites | CSS Health Care Services GmbH | DBS Gesellschaft – Kubin, H. und Kainberger, P. | DBW Industrieberatung Naue KG | die ärztebank | Die Hayward Privatstiftung | dm drogeriemarkt GmbH | Dragenopharm Apotheker Püschl GmbH | G. Hinteregger & Söhne Bauges. mbH. | Gasteiner Mineralwasser G.m.b.H. | Gebrüder Woerle Ges.m.b.H. | Genelin, Ellen & Frank | General Electric Austria GmbH | Georg Pappas Automobil AG | Greither, Andreas | Großglockner-Hochalpenstraßen AG | HALI Büromöbel GmbH | Hansjörg Wyss Foundation | Haslauer, Veronika & Claus | Intertops Sportwetten GmbH – Train, Detlef | Jacobs, Klaus J. † | Jacoby Pharmazeutika AG – Jacoby, Heinrich | Johnson & Johnson | Kahn, Donald | Kastner & Partners | Kellerhals, Helga & Kirchmair, Erich | KTM Sportmotorcycle AG | Kuhn Baumaschinen GmbH | Kuhn, Irmgard | Laber Holding und Laber Druck | Laber, Inge | Lagermax | Landeshypo Salzburg | Lohmann & Rauscher GmbH | M. Kaindl Holzindustrie | MED-EL | Medpreneur GmbH | Miele GesmbH | Moosleitner Ges.m.b.H | Mundipharma GmbH | Oesch-Hayward, Irene | Österreichische Lotterien | Papp, Christoph | Paracelsus Rotary Club | Pro Salzburg Stiftung – Ruckser-Giebisch, Gertraud | Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co | Red Bull – Mateschitz, Dietrich | Rexam | Roche Diagnostics GmbH | Roche Group | Sallmann Bürotechnik | Salzburg Aluminium AG | Salzburger Sand- und Kieswerke GmbH | Salzburger Sparkasse Bank AG | Sanitas Ges.m.b.H | Schoellerbank AG | Schön Privatstiftung | Schröcksnadel, Peter | Schwarzkopf, Klaus | Segafredo Zanetti Austria Ges.m.b.H. | SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgmbH | Senoplast Klepsch & Co GmbH & Co KG | Siemens AG Österreich | Stahlwerk Annahütte Max Aicher GmbH & Co KG | Stieglbrauerei zu Salzburg. Privatbrauerei | Stiller, Ingrid und Franz | Synthes Österreich GmbH | von Mierka, Johanna † | VR meine Raiffeisenbank eG, Altötting-Mühldorf (D) | Windhager, Gernot | Wozabal Textilservice GmbH & Co KG | Wüstenrot Versicherungs-AG 33


P oi n t of Vi ew

GUTE AUSSICHTEN Wird sich Max in meinem Alter eine gute Behandlung leisten können?

Schauen wir auf mehr als drei Jahrzehnte Medizin zurück, können wir zuversichtlich nach vorn schauen. Die Zukunft ist nichts, um das wir besorgt sein müssen. Von Gunther Ladurner

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Wir sorgen weltweit für bessere medizinische Versorgung bei geringeren Kosten: mit innovativen Technologien und effizienten IT-Lösungen. Die steigende Lebenserwartung der Menschen hat immer höhere Gesundheitskosten zur Folge. Wir bieten innovative Lösungen für eine bessere Patientenversorgung vor, während und nach der Behandlung: von hochpräzisen Diagnostiksystemen bis hin zu Software-Lösungen, die helfen, klinische Arbeitsabläufe zu optimieren. Das senkt Kosten und hilft dem Patienten.

FOTOS: SALK

HR Univ.-Prof. Dr. G. Ladurner 34 Jahre Neurologie – davon 26 in Salzburg – zeigen, was ist noch möglich, sondern war über viele Jahre Primar der wie sehr sich in einer Generation medizinisches Wissen, gein welche Richtung und bis zu Universitätsklinik für Neurologie sellschaftspolitischer Hintergrund mit medico-legalen und welcher Tiefe die Diagnostik und Ärztlicher Leiter der Christian-Doppler-Klinik des ökonomischen Aspekten, aber auch die Mediziner selbst weiter betrieben werden soll. Universitätsklinikums Salzburg. verändert haben. Zu Beginn meiner Tätigkeit definierte das Daran schließt sich eine Theüberlieferte Wissen („Schulen“) den Handlungsspielraum. rapie an, die international vernetzt, häufig durch Studien geGrößere Vernetzungen waren selten. Die Systeme waren trieben und evidenzbasiert ist. Dabei sind immer das Risiautoritär, hierarchisch und es ging priko-Nutzen-Profil und der Blick auf die Kosten „Die Gründung der mär um die Entwicklung des Einzelnen. nötig. Der Arzt ist Teil eines Expertenteams Wissenszuwachs fand eher durch Wisgeworden, das Diagnostik, Therapie und Paracelsus Universität senstransfer von außen, weniger durch medico-legale Situation mit Aufklärung und die eigene Entwicklung statt. Wahrung der Patientenautonomie und vor alund die überregionale VerIn der Neurologie waren die bildlem auch mit der Ökonomie abgleichen soll. netzung haben in Salzburg gebenden Verfahren äußerst beHier in Salzburg hat neben der überreschränkt. Ein Patient mit 65 war so alt, den Blick erweitert.“ dass im Sinne der Kosten-Nutzen-Degionalen Vernetzung die Gründung der ParaGunther Ladurner finition das Alter oft schwer wog. Opecelsus Medizinischen Privatuniversität den Blick erweitert. Damit ist in einem System rationen waren wesentlich riskanter als heute. Der Begriff Altersmedizin existierte kaum. Und die eines konventionellen Gesundheitsversorgers eine Situation Krankheitsbilder, die heute in der Neurologie, aber auch auentstanden, die die Chance einer Synthese von Praxis und ßerhalb vieles definieren, waren nur in Lehrbüchern vertreForschung so miteinander verknüpft, dass Forschungsergebnisse unmittelbar in den Alltag und das Entwickeln von ten. Ärzte und Patienten stellten eine Risikogemeinschaft Modellen einfließen können. So konnten sich kreative Fordar, in der Selbstbestimmung, Aufklärung und exakte Risikoabwägung nur bedingt vorkamen. schungseinrichtungen entwickeln, wobei die Gesamtstruktur SALK, PMU und NAWI entsprechend genützt worden In den letzten 30 Jahren hat sich durch neue Technoloist. Damit konnten auch Begabte aus anderen Systemen in gien eine rasante Entwicklung in der Bildgebung (CT, MRTs, den Leistungsknoten Salzburg aufgenommen werden. Spect, Pet) ergeben. So stellt sich heute nicht die Frage, Aufgabe wird es sein, neben der Forschung an sich auch die Umsetzung der Forschungsergebnisse in den klinischen Alltag zu erreichen und Versorgungsmodelle zu evaluieren, um sie dann zu etablieren. Hierbei wird neben der adäquaten Versorgung auch die Ökonomie eine wesentliche Rolle spielen. Dabei hat Salzburg aufgrund der Synthese von Paracelsus Universität und SALK die Möglichkeit, neue Wege zu gehen und neue Entwicklungen mit zu beeinflussen. Daher glaube ich auch, dass die Zukunft nicht etwas ist, um das wir besorgt sein müssen. Wir sollten sie in unserem System als spannende Herausforderung erleben, die – unter Wahrung unserer komplexen Möglichkeiten – uns auch die Chance der Mitgestaltung und der Gunther Ladurner ging mit Ende Oktober 2010 als Primar der Uniklinik für Neurologie in den Ruhestand. weiteren Entwicklung unseres Systems, aber auch des EinDie Zukunft ist für ihn eine spannende Herausforderung. zelnen, ermöglichen wird. –

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Paracelsus Today Dezember 2010  

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