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W iSSen Schaft

Die gefährlichsten Waffen unserer Zeit sind Messer, Gabel & Löffel. Doch die modernen Zivilisationskrankheiten haben einen Feind: ErnährungsProfis vom Schlage der Experten im Umfeld der Paracelsus Universität.

Fotos: Tschibo, Löffler, Herbert Lehmann Rezept aus: Karl und Rudolf Obauer, „Koche lieber leidenschaftlich!“, Knaur Verlag, Juni 2008, 224 Seiten, ca. 29 Euro, ISBN: 3-426-64824-5

Immer mehr Menschen essen sich zu T ode. Dass das Der Leiter des Schwerpunkts Diabetologie an der keine Übertreibung ist, weiß Maria Anna Benedikt (1), leitende Universitätsklinik für Inner e Medizin ist ein gefragter V ortragender zum Thema Diabetes mellitus und Er nährung. Und Diätologin am Universitätsklinikum Salzburg, Landeskran sorgt mit zwei nackten, Besorgnis err egenden Zahlen für kenhaus, aus ihr er fast 30-jährigen Berufspraxis, in der sie Staunen: Die Anzahl der Diabetes-Kranken ist in Österr eich sich mit er nährungsbedingten Erkrankungen beschäftigt. von 252.000 im Jahr 1984 auf derzeit 400.000 hochge Bei Stoffwechselerkrankungen – also erhöhten Blutfettwer schnellt. Bedenklich auch, dass österr eichiten, Diabetes mellitus T yp 2 oder Überge sche Erwachsene im Schnitt vier Prozent ihrer wicht – seien die Patienten zwar ber eit, eine „Bei Crashdiäten Gesamtenergiezufuhr dem Genuss von AlkoZeit lang ihr e Kostform strikt umzustellen. halten Motivation hol verdanken. Dass Crashdiäten oder W undermittel nicht helfen, liegt oft am Mangel fachlicher Bera und Erfolg meist nur Die Zahl der schwer übergewichtigen tung. Egal, die guten V orsätze sind ohnehin Österreicher mit einem Body-Mass-Index von schnell vergessen. Die Kilos kommen zu kurzzeitig an.“ mehr als 30 ist laut Österreichischem Adiporück, die Blutzuckerwerte entgleisen er neut, Maria Anna Benedikt sitasbericht 2006 von 8,5 Prozent 1991 auf der Jo-Jo-Effekt stellt sich ein. Benedikt: „Die 22,1 Prozent nunmehr explodiert. Kein W unAufgabe einer Diätologin ist es, eine Bera der, dass Weitgasser nicht müde wir d, die Grundprinzipien tung mit Zielvereinbarung durchzuführen und den Patienten gesunder Ernährung zu predigen. Der so genannte Er nähbei einer langfristigen Er nährungsumstellung zu begleiten.“ rungskreis der Österr eichischen Gesellschaft für Er nährung Schützenhilfe bekommt sie seitens der W issenschaft. Etwa etwa veranschaulicht, worauf es vor allem ankommt. Erstens: von Raimund Weitgasser(2).

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Paracelsus Today Gesunde Ernährung ist keine Frage von Diäten. Sondern von mehr Information und der Verantwortung für die eigene Gesundheit.

F it -t ipp

Fisch auf dem Tisch Mit den wärmsten Empfehlungen von Rudolf Obauer: Huchen mit mariniertem Blaukraut und Blaukrautsauce Zutaten: 600 g Huchenfilet (mit Haut) • 2 EL Butter • Salz • Für die Sauce: 500 g Blaukraut • 1 Stück Kren (2 cm lang) • 1/2 Zwiebel • 2 EL Zucker • Essig • Thymian • 1 EL Crème fraîche • 2/3 EL Butter • evtl. Tapiokaoder Maisstärkemehl • Salz • Pfeffer • Für das marinierte Kraut: Saft von 1 Orange • Erdnussöl • Salz • Tabasco •

Rezept aus: Karl und Rudolf Obauer, „Koche lieber leidenschaftlich!“, Knaur Verlag, Juni 2008, 224 Seiten, ca. 29 Euro, ISBN: 3-426-64824-5

Von Andreas Aichinger

Mindestens die Hälfte unserer Ernährung sollte aus Kohlen hydraten und Gemüse bestehen. V or allem Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen oder Sojabohnen spielen hierzulande noch eine viel zu geringe Rolle. Dabei ver einen diese starken Früchtchen, die ideal als kleine Zwischenmahlzeiten sind, eine gute Portion an hochwertigen pflanzlichen Eiweißen mit einem hohen Ballaststoff-Anteil und in der Folge einem hohen Sättigungswert. Zweitens: „Ernährungsempfehlungen sollten immer Maßnahmen zu vermehrter körperlicher Aktivität und Verhaltensmodifikation einschließen.“ Zuckerkrankheit ist Fettkrankheit. Gerade im Ber eich Diabetes ortet Weitgasser besonders vieleMissverständnisse: „Die aktuellen Er nährungsempfehlungen für Diabetiker entsprechen im Grunde den Richtlinien einer abwechslungsreichen, vollwertigen Mischkost, wie sie allen Menschen empfohlen wird.“ Also im Wesentlichen reichlich Flüssigkeitszufuhr, betont pflanzliche Kost und weniger tierische Lebensmittel. Dennoch glauben speziell ältere Diabetiker noch immer, eine spezielle Diabetesdiät einhalten und Kohlenhydrate vermei -

Für die Sauce Blaukraut putzen, 300 g davon klein schneiden. Kren und Zwiebel schälen und blättrig schneiden. Kraut und Kren in 1 l Wasser mit Zucker, einem Schuss Essig und ein paar Stängeln Thymian ca. 30 Minuten leise kochen. Blaukrautfond in einem Sieb abgießen und auf 1/8 l einkochen. Crème fraîche und Butter mit dem Pürierstab einarbeiten. Eventuell mit in Wasser angerührtem Tapioka- oder Maisstärkemehl leicht binden (nur nicht zu viel Stärkemehl einkochen; die Sauce soll recht flüssig bleiben). Blaukrautsauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Für das marinierte Kraut restliches Blaukraut feinst schneiden oder hobeln. Unmittelbar vor dem Servieren mit Orangensaft und einem Schuss Erdnussöl sowie Salz und ein paar Spritzern Tabasco marinieren. Vom Huchenfilet die darin verbliebenen Gräten auszupfen. Filets in vier gleich schwere Stücke teilen. In einer Pfanne Butter mit einem Schuss Wasser und etwas Salz erhitzen. Fisch mit der Haut nach oben einlegen und in der bedeckten Pfanne bei mäßiger Hitze gar ziehen lassen (dauert ca. 4 Minuten). Sauce erhitzen. Huchenfilet mit Blaukrautsauce und mariniertem Kraut anrichten. Anmerkung: Für die Bindung kann man auch Maisstärkemehl verwenden.

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den zu müssen. Weitgasser: „Die unglückliche Bezeichnung Zuckerkrankheit unterstützt diese veraltete These. Eine Um benennung auf Fettkrankheit D ie F akten wäre treffender, nimmt doch der Diabetes T yp 2 seinen Gesundes Salzburg 2010: Ausgang im Übergewicht – Projektziel ist mehr Selbstbeund der Insulinresistenz.“

stimmung über die Gesundheit zur Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen. (Laufzeit: Herbst 2006 bis Frühling 2010, Budget: 500.000 Euro)

Die Diabetiker-Falle. Der wichtige therapeutische An satz ist eine Gewichtsr eduktion. Weitgasser: „Nach heu tigem Wissensstand ist ein Fünf Gesundheitsziele: Bewegung, Nichtrauchen, Kohlenhydratanteil von 45 Ernährung, Entspannung, bis 60 Prozent der täglichen Bauchumfang. Zehn Salzburger Gesamtenergie für DiabeGemeinden und die dm-Comtiker sinnvoll. In der Praxis munity haben sich den Aufbau wird oft nicht einmal die un gesundheitsfördernder Struktutere Empfehlungsgrenze erren vorgenommen. Medizinischreicht. Wesentlich ist die Art fachliche Leitung: Bernhard Paulder Kohlenhydrate: frisches weber(4). „Unser Ziel: das Risiko Gemüse und Obst, Hülsen durch Lebensstiländerung um früchte und V ollkorngetrei20 Prozent zu senken. Wir wollen de-Produkte sind bei hohem Salzburg zum Herz-gesündesten Ballaststoffanteil zu bevorBundesland machen.“ Unter www.gesundes-salzburg.at zugen.“ Kommt dazu noch kann man sich ein LebensstilBewegung, sind die Erfolgs Tagebuch herunterladen. aussichten sehr gut. Kaum eine Krankheit spricht auf eine Umstellung des Lebensstils so erfolgr eich an wie eben Typ2-Diabetes. Spezielle Diabetikerprodukte hält W eitgasser aufgrund ihres Fettgehaltes für „nicht mehr zeitgemäß und empfehlenswert“.

Theorie & Praxis. Um beides zu verbinden, haben Diabetikerprodukte Maria Anna Benedikt als Mitentwicklerin der Marke und sind weder Raimund Weitgasser als wissenschaftlicher Berater an zeitgemäß noch der Entstehung von „SP AR empfehlenswert.“ Vital“, der „gesunden“ Eigenmarke des Handelsriesen, Raimund Weitgasser mitgewirkt. Schließlich findet die Schlacht um gesunde Nahrungsmittel vor allem vor dem Supermarkt-Regal statt. Benedikt steht auch mit ihrer Unterschrift auf den SPAR-VitalVerpackungen für den ernährungsphysiologischen Mehrwert der Produkte ein. Mit anderen Worten: Wo Promi-Testimonial Mirjam Weichselbraun drauf ist, sind eigentlich Maria Anna Benedikt und Raimund Weitgasser drin. Benedikt: „SPAR hat vor einigen Jahren begonnen, sich mit gesunder Er nährung auseinanderzusetzen, und Er nährungsexperten gesucht.“ Hintergrund: Der Österr eichische Ernährungsbericht hatte gerade zutage geför dert, dass Herr und Frau Österr eicher trotz riesigem Nahrungsangebot zu wenig Vollkornprodukte, Fisch, pflanzliches Eiweiß in Form von Hülsenfrüchten und zu wenig Obst und Gemüse zu sich nehmen. Dafür aber zu viel Fett, Fleisch und Zucker.

„Spezielle

„Die Folge ist ein Mangel an Vitamin B12, Folsäure, Kalzium und ungesättigten Fettsäuren. Also haben wir versucht, eine neue, gesunde Pr oduktlinie zu entwickeln“, sagt Be nedikt. Die Grundprinzipien: weniger Salz, Fett und Zucker , wenig beziehungsweise gut gekennzeichnete Lebensmittel zusätze, gut definierte, funktionelle Inhaltsstoffe wie Omega3-Fettsäuren in Eiern und Wildlachs, sekundäre Pflanzenstof-

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R e search fe in Sojapr odukten, pflanzliches Eiweiß in Hülsenfrüchten und ausreichend Lebensmittel mit hohem Anteil an Eisen oder Folsäure, Magnesium und V itaminen der B-Gruppe. Maria Anna Benedikt: „Diese Ernährungsinitiative sehe ich als wichtigen Beitrag für eine gesunde Er nährung unserer Bevölkerung. Konsumenten wer R undum G esund den angehalten, sensibel mit Lebensmitteln umzugehen und sich kompetente Information zu holen.“ Doch egal ob die bal laststoffreiche HülsenfrüchteMischung aus der SP AR-Tiefkühltruhe oder der Petersfisch samt Omega-3-Fettsäuren aus dem Hause Obauer in W erfen (siehe Rezept): Es gibt unend lich viele Möglichkeiten, sich gesund zu er nähren und feine Überraschungen zu erleben. Etwa mit Zimt. Die „Benedikt“-Regeln Zusammengestellt von Maria Anna Benedikt

Bei der Jahr estagung der Deutschen Diabetes Gesell schaft hatte Raimund WeitgasRuhe und Genuss. Nehmen ser vor wenigen W ochen GeSie sich Zeit und Ruhe für die legenheit, seine Fachkollegen Mahlzeiten am Tag. über die Ergebnisse einer ein Genießen Sie jedes Essen. schlägigen Studie zu informie Körperpflege. Geben Sie Ihrem ren. Bereits seit einigen Jahr en Körper nur „gutes Futter“ wird nämlich die Rolle von Zimt zur richtigen Körperpflege. Wasser. Trinken Sie genügend, speziell in der Diabetes-Thera am besten Trinkwasser. pie thematisiert und dur chaus Fisch & Vollkorn. Essen Sie kontroversiell diskutiert. Die unbewusst mehr Fisch und ter Weitgassers Federführung Vollkornprodukte. durchgeführte Studie auf Basis Obst & Gemüse. Die Zwischender Daten von 100 Typ-2-Diabemahlzeiten sollten hauptsächlich tikern zwischen 18 und 75 Jahaus Obst und Gemüse besteren brachte vielverspr echende hen. Bevorzugen Sie heimische Ergebnisse: Bei Patienten, die Produkte oder das Angebot der Zimt-Kapseln einnahmen, ließ jeweiligen Saison. sich eine (wenn auch geringe) Verbesserung mehrerer Stoffwechselwerte und des HbA1c erreichen. Resümee: „Eine viermonatige Einnahme von Zimtextrakt führte zu einer Verbesserung des Glukosemetabolismus … Die Studie zeigt den Nutzen bei geringem Risiko von Zimt als Nahrungsergänzungsmittel für Typ-2-Diabetiker.“ DMP-Studie. Um eine optimierte Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus T yp 2 zu gewährleisten, wur de in Niederösterreich, Wien, Tirol, der Steiermark und Salzburg das so genannte Disease-Management-Pr ogramm (DMP) „Therapie Aktiv“ initiiert. Die Idee: Chr onisch Kranke sollen noch besser durch den Arzt betreut werden und selbst mehr

Informations-Salat: Alle reden über Diäten. Mehr Obst und Gemüse hilft gegen Übergewicht.

Wissen und Eigenverantwortlichkeit über ihr e Krankheit erwerben. Hält das DMP-Pr ogramm in der Realität, was es in der Theorie verspricht? Im Rahmen einer bis dato einzig artigen Langzeit-Evaluationsstudie unter der Leitung von Andreas Sönnichsen(3) und Raimund Weitgasser (Studienleiter für das Land Salzburg) soll diese zentrale Frage schon bald beantwortet wer den. Sönnichsen: „Es wur den insgesamt 1.494 Patienten in die Studie aufgenommen, davon 654 in den Regierungsbezirken mit DMP ‚Therapie aktiv‘ (Interventionsgruppe) und 840 Patienten in den Regierungs bezirken ohne DMP (Kontrollgruppe). Wir sind gerade dabei, die Daten der Eingangsuntersuchungen auszuwerten.“ Und wenn im Frühherbst die endgültigen Ergebnisse vorliegen, wird dann mit Hilfe der Paracelsus Universität ein weiter er wichtiger Meilenstein im Kampf gegen die Auswirkungen von Ernährungssünden gesetzt sein. Doch so banal es klingen mag: Der wahre Kampf um eine bewusstere und gesündere Ernährung entscheidet sich letztlich anderswo: in unseren Köpfen. – Maria Anna Benedikt, MSc, ist leitende Diätologin am Universitätsklinikum Salzburg, Landeskrankenhaus. (2) Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser ist Leiter des Schwerpunkts Diabetologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin I in Salzburg. (3) Univ.-Prof. Dr. Andreas Sönnichsen ist Vorstand des Instituts für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin der Paracelsus Universität. (4) OA Univ.-Doz. Dr. Bernhard Paulweber leitet die Stoffwechsel- und Adipositasambulanz sowie das Labor für Stoffwechsel und internistische Molekularbiologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin I in Salzburg. (1)

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Nbei Nturm

Zum zweiten Mal trafen sich Salzburger Forscher aus dem Bereich Life Science, um aktuelle Projekte zu diskutieren und neue zu initiieren. Von Beatrice Bösiger Die besten Köpfe der Region zu versammeln hat sich das Salzburger „Paracelsus Science Get T ogether – Life Science“ im Juni auf die Fahnen geschrieben. „Forscher sol len ihren Elfenbeinturm verlassen und sich der Öf fentlichkeit präsentieren“, erklärt Markus Ritter (1). Und so trafen sich Ex perten der Paris-Lodron-Universität Salzburg, der FH Salzburg und K urz & Kompa Kt : der Paracelsus Universität, um in Paracelsus Science lockeren Fachgesprächen ihr e Get Together jüngsten Projekte vorzustellen.

Salzburger Leistungsschau. Das „Paracelsus Science Get Together“ war eine klar deklarierte Leistungsschau für sämtliche Forschungsaktivitäten im Bereich Life Science, die in Salzburg stattfinden. Markus Ritter: „Wir wollten zeigen, was hier momentan passiert.“ Darüber hinaus galt es aber vor allem auch, den Servicegedanken nicht aus den Augen zu verlier en. In einem zweiten Schritt sollen demzufolge nun neue Kooperationen zwischen den W issenschaftlern der verschiedenen teilnehmenden Institutionen initiiert werden.

Großer Erfolg. Nach der er folgreichen Premiere von 2004 fand die V eranstaltung nun zum zweiten Mal und mit vollem Er folg statt. War doch die Resonanz groß, wie Forschungsdekan Markus Ritter resümiert: „Es gab 108 Abstracts, 140 Posterprä sentationen und 200 Besucher . Thematisch gesehen war ,der gesamte Gemüsegarten‘ der Life Sciences vertr eten. Dabei wurden einige Kooperationen zwischen den teilnehmenden Universitäten realisiert, wobei sich vor allem eine starke Dynamik der regionalen Netzwerke gezeigt hat.“

Attraktiver Forschungsstandort. Und auch vonseiten der Politik ist die Relevanz des Forschungsstan dortes Salzburg längst erkannt wor den. Für die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (2) ist die Forschung einer der Schlüssel, um als Universität inter national überhaupt wahrgenommen zu wer den. Denn: „Eine V erstärkung der Forschungsaktivitäten wirkt auch anziehend auf die Wirtschaft.“ –

Wer: 108 Teilnehmer aus Wissenschaft, Industrie, öffentlichen Institutionen, Öffentlichkeit Was: Fachgespräch und Präsentation neuester Forschungstätigkeiten aus Life Science Wann: Juni 2008 Wo: Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg

Univ.-Prof. Dr. Markus Ritter ist Dekan für Forschungsangelegenheiten und Vorstand des Instituts für Physiologie und Pathophysiologie an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. (2) Mag. Gabi Burgstaller ist Landeshauptfrau von Salzburg und Vorsitzende des Stiftungsrates der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg - Privatstiftung. (1)

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Ihre Gesundheit ist uns viel wert! Über-Lebens-Vorsorge + Vorsorgeuntersuchung = Gesundenbonus

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Zwei auf Str eich

„2in1-Modell Pflege“ – klingt nach neuem Shampoo. Nicht aber bei Paracelsus! 2in1 heißt: universitärer Abschluss plus praktische Pflege-Berufsausbildung. Von Andreas Aichinger

Wir werden immer älter. Und der demografische Wandel bringt Herausfor derungen. Etwa in der Pflege, wie die öffentliche Debatte zeigt. Eine alter nde Gesellschaft und der Fortschritt in der Medizin stellen auch Pflegende vor immer komplexere Situationen. Bestimmte Betreuungsfelder werden in den extramuralen Bereich verlagert, Pflege ist immer weniger an Spitäler gebunden. Das führt zu neuen Anforderungen: Wer in dem Berufsfeld erfolgr eich sein will, muss bei Bedarf auch selbstständig neue Versorgungs-, Beratungs- und Pflegekonzepte entwickeln und anwenden. Bakkalaureat plus Diplom in sieben Semester n. Pfleger müssen mehr wissen und können denn je. Nicht nur eine umfassende, pflegepraktische Ausbildung ist nötig, sondern auch eine fundierte pflegewissenschaftliche Expertise. Ein völlig neuer Anforderungskatalog, dem die Paracelsus Universität jetzt mit einem neuen Studiengang begegnet. Die Besonderheit liegt in der konsequenten Verzahnung der Lehrinhalte von Gesund heits- und Krankenpflegeausbildung mit der des Studiengangs Pflegewissenschaft. Absolvenauf einen B lick : ten erlangen neben dem uni versitären Bachelor of Science Das Studium 2in1 in Nursing (BScN) auch das Dipösterreichweit: einmalig lom für die Berufsber echtigung kombiniert: praktischen in der allgemeinen Gesund Pflegeberuf mit Uni-Abschluss heits- und Krankenpflege. Bakkalaureat und Diplom Beginn: Oktober 2008 Dauer: sieben Semester Kosten: 1.500 Euro pro Jahr maximal: 80 Studienplätze

„Das 2in1-Modell ist in dieser Form für Österr eich einzigartig. Es werden aktuelle Bedürfnisse der Gesellschaft und Erfordernisse der Pr ofession Pflege in einem Studiengang verknüpft“, fr eut sich Jürgen Osterbrink (1). Neben den zentralen Schwerpunkten „allgemeine und spezielle Pflege“ und dem „Basiswissen Medizin“ finden sich im Studienplan auch Einführungen in Public Health und Statistik. Eine Bachelor-Arbeit und diverse Praktika krönen den Studiengang.

Kompetente Partner sind unerlässlich, um die Lehrinhalte durch Kompetenz und praktische Erfahrung mit Leben zu erfüllen. Mit an Bor d sind aktuell: die Rudolfinerhaus BetriebsgmbH in Wien, die Schulen für allgemeine Gesundheitsund Krankenpflege an den Salzburger Landeskliniken, am Klinikum Wels-Grieskirchen und in der Steiermark am Lan deskrankenhaus Stolzalpe. Im Oktober 2008 fällt dann der „Diese Ausbildung Startschuss für das 2in1-Mo dell Pflege. Die Bewerbungsentspricht allen phase für die zunächst einmal einschlägigen maximal 80 Studienplätze hat direkt an den oben genannten europäischen Schulen begonnen.

Anforderungen.“

Auslandspraktikum und Jürgen Osterbrink Masterstudium. Kooperationen mit renommierten Universitäten sichern die internationale Vernetzung. Die Schools of Nursing der University of North Florida und der Glasgow Caledonian University bieten attraktive Auslandspraktika, ein reger Dozenten- und Studentenaustausch ist etabliert. Zusätzliche Option:ein anschließendes Masterstudium der Pflegewissenschaft. Master-AbsolventInnen der Paracelsus Universität wer den dabei auch die entsprechenden Masterabschlüsse der Partneruniversitäten erwerben. Jürgen Osterbrink zieht im Hintergrund die Fäden: „Wir entwickeln bereits zielgerichtete Masterprogramme.“ – Univ.-Prof. Dr. Jürgen Osterbrink ist Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Salzburg.

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Know-how-Transfer Wissenschaft&Praxis

Bezahlte Anzeige

Paracelsus Universität kooperiert mit Pflegeheimbetreiber SeneCura. Seit diesem Jahr wird die Paracelsus Universität von den ExpertInnen der SeneCura mit Know-how aus der Pflegepraxis unterstützt. SeneCura ist einer der größten und meistausgezeichneten privaten Pflegeheimbetreiber Österreichs und führt in sieben Bundesländern mehr als 35 Pflegeeinrichtungen.

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Moderne Pflege- und Therapiekonzepte Eine Vorreiterrolle nimmt SeneCura bei alternativen Pflege- und Therapiekonzepten ein. Im niederösterreichischen Grafenwörth ist eine eigene Demenzstation im Sozialzentrum integriert, auf der 30 BewohnerInnen in speziellen Wohngruppen betreut werden. Dort wird die Validationsmethode nach Naomi Feil nicht nur pflegerisch, sondern auch im Bau- und Raumkonzept umge setzt – eine in Europa richtungsweisende und einzigartige Initiative. In allen Häusern prägen außerdem Basale Stimulation, das Bezugspflegekonzept, Aromapflege und Musiktherapie sowie Psychobiografische Reaktivierung die Pflegepraxis.

ereits seit zehn Jahren setzen wir uns für ein Altern in Würde ein. Als Partner der Län der und Gemeinden schließen wir österreichweit wichtige Versorgungslücken bei öffentlichen Betreuungsplätzen. Durch die Kooperation mit der Paracelsus Universität schlagen wir eine Brücke zwischen Theorie und Praxis. Exkursionen der Studierenden in unsere Einrichtungen und die gemeinsame Entwicklung von PflegeinnovatioNäher am Menschen nen sind bereits in Planung“, so SeneCura-GeschäftsNeben fachlichem Know-how sind Menschlichkeit, führer Thomas Flatz. Aus- und W eiterbildung sowie Wertschätzung und Respekt die zentralen Inhalte, die Mitarbeiterförderung werden in den die tägliche Arbeit in den SeneCura-So SeneCura-Häusern großgeschrieben. zialzentren prägen. Im Grundsatz „Näher „Denn nur durch fachlich und menscham Menschen“ kommen diese Handlungslich kompetente Mitarbeiter ist unse maximen deutlich zum Ausdruck. Dies ist ren Bewohnern täglich eine optimale die integrative Unternehmensphilosophie, Pflegeversorgung garantiert. Deshalb die die Grundlage für ein erfolgreiches Kontakt für nähere bieten wir in allen unseren Häusern Miteinander zwischen BewohnerInnen, Informationen: Aus- und Weiterbildungsangebote an Angehörigen, SeneCura-MitarbeiterInnen SeneCura Kliniken- und und versuchen mit Förderprogrammen und öffentlichen Stellen bildet. Dieser Heimebetriebsgesellschaft den Bedürfnissen unserer Mitarbeiter Unternehmensleitsatz wurde in den ver Capistrangasse 5/1/54 1060 Wien bestmöglich entgegenzukommen“, gangenen Jahren bereits durch viele Aus Tel.: 01/ 585 61 59-0 betont Flatz weiter. zeichnungen bestätigt. Fax: 01/ 585 10 41-19 E-Mail: office@senecura.at Internet: www.senecura.at

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Ed uc a t i o n

Feuertau

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a ttersee

Es war ein Notruf, der nach Routine r och: Ein Mann sei über eine Stufe vom Balkon in den Garten gefallen. Kleine Rissquetschwunde über der Nase und über dem linken Auge, mehr sei nicht zu sehen. Er sei anspr echbar und wurde nicht bewegt. Der Facharzt für Unfallchirurgie, Walter Titze aus Unterach am Attersee, und der 24-jährige Studier ende der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Leopold Ringl, machten sich auf den W eg. Es war der vorletzte T ag von Ringls zweiwöchigem Praktikum in der Akademischen Lehrpraxis. Kein Routine-Fall. Der Patient hatte sich einen Dor nfortsatz gebrochen. Leopold Ringl hat rasch geler nt, dass der erste Eindruck nicht zählt. Und auch sonst alles erfahr en, was man über die Rettungskette wissen muss. Angefangen beim Schutz des Patienten vor „übereifrigen Wendemanövern Dr. Walter Titze, MBA, ist Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Unfallchirurgie, Not- sowie Sportarzt in Unterach am Attersee.

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durch motiviertes Sanitätspersonal“ (W alter Titze) über die rasche Mobilisierung des relevanten Fachwissens bis zur korrekten Stabilisierung der Halswirbelsäule in Bauch-Seitenlage. Schmerzen mussten r eduziert, Taubheitsgefühle permanent abgefragt und – die Angehörigen beruhigt werden. Das 14-tägige Praktikum hat tiefe Spur en hinterlassen: „Ich fand heraus, dass mich die Tätigkeit als Allgemeinmediziner nicht ausfüllen würde, dass ich dennoch auf längere Sicht in den niedergelassenen Ber eich gehen möchte, aller dings als Facharzt. Das Praktikum hat meine Berufsrichtung maß geblich beeinflusst.“ Praktische Lehrerfahrungen direkt an der „Front“ eines niedergelassenen Arztes und eine wertvolle Orientierungshilfe auf dem Weg in die eigene berufliche Zukunft – schöner als mit diesen Erlebnissen und Erfahrungen Ringls lässt sich die Sinnhaftigkeit der Pflichtfamulatur, die im Rah men des Curriculums in Humanmedizin im fünften und letzten Studienjahr vorgesehen ist, kaum illustrieren. 63 ausgewählte „Akademische Lehrpraxen“ der Paracelsus Uni-

Weitere Informationen über Dr. Walter Titze auch unter: www.tiklinik.at; Fotos: Walter Titze/Leopold Ringl

Ein gebrochener Dornfortsatz, hartnäckige Läuse und ein unerwarteter Striptease. Was der Paracelsus-Studierende Leopold Ringl in der „Akademischen Lehrpraxis“ von Walter Titze(1) gelernt hat. Von Andreas Aichinger

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Paracelsus Today „Das Praktikum hat meine Berufsrichtung maßgeblich

aber schwieriger beizukommen. Ringl übte sich als guter Hausarzt, der „das bio-psycho-soziale Gesamtkonzept ernst nimmt“.

beeinflusst.“

Jeder Tag begann um acht Uhr früh. Mit Blutab nahmen und Infusionen bei Patienten, die Dr. Titze am Vortag angeordnet hatte. Dann gemeinsame Untersuchungen, 40 Patienten pr o Tag. Röntgen, Gipsbandwechsel, intraartikulär e Injektionen. Eigenverantwortlich blieben Ringl die Status-Erstellung bei Gesun denuntersuchungen, Impfungen und Infiltrationen mit lokalen Schmerzmitteln. Titze: „Ich gestatte den Studier enden alles, was sie sich unter Aufsicht oder Anleitung zutrauen.“ Auch Erstuntersuchungen samt Erhebung der Krankengeschichte und die Erarbeitung möglicher Diagnosen mit dem Patien ten. Dass Titze Labor, Röntgen und Hausapotheke betr eibt, machte die Sache noch spannender. Offen blieb bloß Leopold Ringls Wunsch nach einer besser nachvollziehbaren Zuteilung durch die Universität. Und mehr Zeit für künftige Praktikanten. Walter Titze nickt: „Im Rahmen der ‚dualen Berufsausbildung‘ in Universität und Lehrpraxis füllen wir W issenslücken in den praktischen Fähigkeiten. Das ist sehr individuell, die Dauer der Ausbildung sollte daher auf mindestens acht Wochen verlängert werden.“

Leopold Ringl

versität (ausschließlich allgemeinmedizinische) stehen dafür bereits zur Verfügung, die meisten davon in Stadt und Land Salzburg, einige auch in Oberösterreich und im angrenzenden Deutschland.

Weitere Informationen über Dr. Walter Titze auch unter: www.tiklinik.at; Fotos: Walter Titze/Leopold Ringl

„Niemals die Freude verlieren.“ Eine behutsame Auswahl der Paracelsus-Lehrpraxen stellt dabei sicher , dass die nie dergelassenen Ärzte ihren Auftrag ernst nehmen und die Studierenden keinesfalls als billige Hilfsarbeiter missbrauchen, wie das anderswo schon vorgekommen sein soll. Leopold Ringl hatte einen hervorragenden Lehr er: „Walter Titze hat mich immer wieder nach meiner Einschätzung gefragt, mir über meinen Wissensstand Feedback gegeben und diesen dur ch kurze Erklärungen ergänzt.“ Er erfuhr , wie man mit Patienten und Bürokratie umgeht und nie die Fr eude am Beruf verliert. Ringl nachdenklich: „Als Hausarzt ist man auch Dienstlei ster und Patienten sind eben auch Kunden.“ Dass die „Kunden“ manchmal besonderes Fingerspitzengefühl brauchen, hat der 24-Jährige, der in Neumarkt am Wallersee aufgewachsen ist und das Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Liefering besucht hat, selbst erfah ren. Da war die Mutter , die mit ihr en drei Kindern wiederholt wegen Laus- und Nissenbefall in der Or dination war. Gegen die Quälgeister half heißes Essigwasser , den Vorurteilen war

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Leopold Ringl ist in Neumarkt am Wallersee aufgewachsen und war Studierender des ersten Studienjahrgangs 2003. Sein Forschungstrimester hat er im elektrophysiologischen Labor der Universität Mailand absolviert, seine Interessen sind „derzeit auf die chirurgischen Fächer“ gerichtet. Seine Hobbys sind Klettern, Motorradfahren und Snowboarding. Bei den „offenen internationalen Anatomie Ski- und Snowboardmeisterschaften 2008“ carvte Ringl zuletzt Gold.

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Sechs Studierende hinterließen bei T itze einen „sehr guten Eindruck“, fünf fertige Ärzte haben ihr en Turnus in Unterach begonnen. Die Patienten halten die ParacelsusSchützlinge des achtfachen Familienvaters T itze regelmäßig für seine Söhne und T öchter. Die übrigens gleich zu Praktikumsantritt mit einem Striptease r echnen müssen. „Bei mir trägt niemand W eiß“, sagt Titze. Kaum war Ringl seine „Schutzkleidung“ los, war er für T itze „ein lustiger, wissenshungriger, völlig unkomplizierter Partner , der sehr rasch begriff, worum es in einer stark frequentierten öffentlichen Praxis geht: um Menschlichkeit, V erständnis und eine Partnerschaft zwischen Patient, Angehörigen und Arzt.“ Dinge, die sich in keinem Hörsaal der Welt vermitteln lassen. In den zahlreichen „Akademischen Lehrpraxen“ der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität schon. –

D er L ehrer : Walter Titze legte nach Handwerkslehre und Berufspraxis in der Holz verarbeitenden Industrie die HAK-Matura ab und studierte Medizin. Es folgten eine Ausbildung zum Facharzt für Unfallchirurgie und zum Arzt für Allgemeinmedizin. Nebenher absolvierte er eine Ausbildung zum Krankenhausmanager und MBA. Titze ist verheiratet und achtfacher Familienvater, in seiner kargen Freizeit arbeitet er mit den Pferden seiner Frau oder faulenzt auf dem Segelboot. 35

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Lange hat es gebraucht, bis in Österreich Privatuniversitäten möglich wurden. Inzwischen ist das Feld bestellt. Diese Landschaft zu beurteilen ist eine interessante Herausforderung. Von Erhard Busek

Ich bin auch überzeugt, dass neben den bestehenden Universitäten traditioneller Struktur genü gend Platz ist, weil sich das Wissenschaftsund Forschungsfeld rasant verändert. Das war bei der Einrichtung der Fachhoch schulen schon so, die bereits eine andere Trägerschaft ausweisen als das traditionell seit Jahrhunderten der Fall ist. W enngleich auch in Österreich öffentlich-rechtliche Körperschaften (Kammern, Verbände) immer noch einen großen Einfluss in diesem Bereich haben.

ein Element, das mit großem Interesse gesehen werden kann. Dadurch entsteht Druck. Wobei zu überlegen wäre, inwieweit nicht eine solche neue W ettbewerbssituation überhaupt die Universitätslandschaft verändern könnte. Voraussetzung dieser Entwicklung ist auch die Bereitschaft, dass man für seine Ausbildung auch entsprechende finanzielle Mittel zur V erfügung stellt. Das übliche Argument dagegen ist wohl in der Frage der Chancengleichheit zu sehen, die aber jederzeit hergestellt werden kann, wenn es ein funktionierendes öffentliches Stipendienwesen unter sozialen Gesichtspunkten gibt. Eine größere Landschaft an Möglichkeiten, die dur ch die Privatuniversitäten eröffnet werden, kann geradezu hilfr eich sein, die Zahl der notwendigen Akademi ker in den Ber eichen zu erhöhen, wo es auch die entsprechende Nachfrage gibt.

Es wird davon abhängen, inwieweit die Wirtschaft bereit ist, auf diesem Gebiet noch aktiver zu wer den, wobei staatliche Grenzen eigentlich hier nicht mehr existie ren. Die W irtschaftsfehler von heute sind europäisch, ja global beschrieben, so dass Was fehlt? Eine entsprechende öffentDr. Erhard Busek ist Vizekanzler a. D. und Rektor der Fachhochschule Salzburg. es eigentlich nur darauf ankommt, welches liche Diskussion, wobei die diversen EmpAngebot in dem einen oder ander en Land findlichkeiten traditioneller Institutionen hier gemacht werden kann. Daher werden sich auch die Einzugsignoriert werden sollten. Es muss sich auch die Politik dieser gebiete ganz entscheidend verändern. Situation stellen, die auf der einen Seite wohl das Recht hat, Qualität einzufordern, andererseits aber auch ein Motivator Ein weiterer Gesichtspunkt wird auch in der Wettbewerbsdafür sein sollte, dass es noch mehr Angebote in Bildungsbefähigkeit in Lehr e und Forschung zu sehen sein. W enn die reichen gibt. Privatuniversitäten in Österreich haben Zukunft, Paracelsus Medizinische Privatuniversität durch ein intensivewenn sie es wollen, wenn sie ein entspr echendes Angebot res Studium eine kürze Studiendauer anbietet, ist das bereits erstellen und sich auch in der Öffentlichkeit artikulieren. –

Fotos: Fachhochschule Salzburg/Richard Tanzer

Zunächst eine grundsätzliche Feststellung. Privatuniversitäten sind notwendig, haben eine Zukunft und sind in Österreich noch weit von dem Punkt entfer nt, wo alle Mög lichkeiten ausgeschöpft sind. Persönlich bin ich überzeugt, dass die Rolle des Staates auch im Bereich der Universitäten zurückgehen wird. Ganz sicher hat der Staat die Rahmenbedingungen zu bestimmen und eine gewisse Qualitätskontrolle durchzuführen. Nicht aber ist er mehr bestimmend, welches Angebot überhaupt besteht.

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Frühes 21. Jhd.

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S po ns o r i n g

Mit

de M

Herzen

einer

Löwin

Gertraud Ruckser-Giebisch gehört zu den großen Salzburger Mäzenen. Seit 2003 unterstützt sie auch die Paracelsus-Studierende Maria Kollmann, die am 18. Juli zum Dr. med. univ. promoviert. Von Gottfried Stienen „Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, son dern im Geben. W er andere glücklich macht, wir d selber glücklich.“ Der Sinnspruch ist auf der Rückseite einer gelblich eingefärbten Visitenkarte zu lesen. Auf der Vorderseite steht der Name Gertraud Ruckser Giebisch. Sitzt man ihr gegenüber , ist sehr rasch Energie, Vitalität, aber auch Sanftheit und gar Scheu spürbar . Eine Kombination an Eigenschaften, die Gertraud Ruckser Giebisch zu einem ganz besonderen Menschen macht. Die Salzburgerin gilt als eine der großen Mäzeninnen im Land, und sie ist es gern. Weniger gern redet sie darüber. Es liegt ihr nicht, Medien für ihre Anliegen zu nutzen. Gertraud Ruckser war einer der ersten Menschen in Salzburg, die ber eits vor der of fiziellen Akkreditierung der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität ihr Ohr und ihr e

Brieftasche öffneten. Vom ersten Moment war sie eine starke Befürworterin der Gründung dieser Universität und hat sich bereit erklärt, die Studiengebühren einer sozial bedürftigen Salzburger Studierenden zu übernehmen. Maria Kollmann aus Mühlbach am Hochkönig hatte damals den Sprung unter jene 42 geschafft, die 2003 als Erste an der Paracelsus Universität zu studier en begonnen haben. Am 18. Juli wir d Maria Kollmann im Hangar -7 nun die Promotionsurkunde und den T itel Dr. med. univ. erhalten, und im Publikum wird Gertraud Ruckser applaudieren. „Ich bin stolz auf die Maria“, sagt sie und zeigt einen Brief, den ihr die Studentin vor kurzem aus Nepal geschickt hat. Dort war Maria Kollmann mehrere Wochen in einem Krankenhaus tätig, um im Ausland wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln. Und genau das gefällt auch der Sponsorin.

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„Die jungen Leute sollen raus aus Salzburg, sie sollen in der Welt Erfahrungen sammeln.“ Gertraut Ruckser spricht aus Erfahrung. Sie selbst hat Salzburg mit 17 verlassen, um als Au-pair-Mädchen in Paris zu arbeiten. „Ich bin nur noch zu Kurzbesuchen heimgekommen“, erzählt sie. Bar celona, England und viele Jahr e in Italien waren ihre weiteren Stationen. Beruflichen Erfolg hatte sie mit zwei Incoming-Reisebüros und etlichen Hotels, privat hat sie mit Josef Bader einen starken Partner und Ehemann gefunden. Seit 2001 lebt Gertraud Ruckser wieder in Salzburg und fördert zahlreiche Initiativen in Stadt und Land. Sie hat die Pro Salzburg Stiftung gegründet, ein eigenes Stiftungshaus für Gäste und diverse Veranstaltungen gekauft, hunderten sozial bedürf tigen Kindern aus dem Land Ferien in Italien oder Skifahren in Saalbach er möglicht, jungen Künst lern die Ausbildung finanziert und vieles mehr. Der Paracelsus Uni versität hat sie 2007 die Errichtung eines Campus mit einer gr oßzügigen Spende ermöglicht. Ger traud Ruckser wur de für ihre Verdienste mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes gewür digt „Ich bin stolz und gilt als Fr eundin der Landeshauptfrau. Oft will auf die Maria.“ sie eine Idee mit einer Gertraud Ruckser-Giebisch Hartnäckigkeit durchsetzen, die es ander en nicht leicht macht. Im Ster nzeichen Löwe gebor en, kämpft sie gerne wie eine Löwin für die soziale Ger echtigkeit. „Ich bin sehr glücklich mit meinem Leben“, sagt die 71-Jährige. Sie werde weiterhin ihr Geld für sinnvolle Aufgaben spenden, denn „ich kann ohnehin nichts mit ins Grab nehmen“. Die Salzburg Pro Landeskulturstiftung hat sie mit einem Grundkapital von 500.000 Euro ausgestattet, der Zinsertrag wir d jährlich einem guten Zweck zugeführt. An Salzburg gefällt ihr alles und sie ist gerne hier daheim. Die eigenen W ünsche dieser wohlhabenden Mäzenin sind bescheiden: das Glück und die Gesundheit ihrer Tochter und der beiden Enkelkinder sowie die Umsetzung einiger Reisepläne. Das nächste Reiseziel ist das Nor dkap. Dann stehen einige Festspielaufführungen auf dem Pr ogramm – unterbrochen lediglich vom 18. Juli, dem T ag der Promotionsfeier der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. –

S pon Soren

Paracelsus Today

Ein h erzliches Dan keschön Neben dem Land und der Stadt Salzburg sowie den Salzburger Gemeinden unterstützen folgende namhafte Persönlichkeiten, Firmen sowie private Mäzene die Paracelsus Medizinische Privatuniversität. addfinity GmbH | Aicher, Max | Ambience Sound + Light GmbH | Angora Med Gesellschaft mbH | Anthos Labtec Instruments GmbH | Asamer & Hufnagl Kiesund Betonwerke GmbH | Atomic Austria GmbH | Bader, Josef | Bayer Austria Ges.m.b.H. | Boston Scientific GmbH Carbo Tech Composites | DBS Gesellschaft – Kubin, H. und Kainberger, P. | DBW Industrieberatung Naue KG | Die Hayward Privatstiftung | dm drogeriemarkt GmbH | Dragenopharm Apotheker Püschl – Greither, Andreas | EBEWE Pharma Ges.m.b.H. Nfg. KG | Eli Lilly Ges.m.b.H. | G. Hinteregger & Söhne Bauges. mbH. | Gasteiner Mineralwasser G.m.b.H. | Gebrüder Woerle Ges.m.b.H. | Genelin, Frank & Ellen | Georg Pappas Automobil AG | Großglockner Hochalpenstraßen AG | HALI Büromöbel GmbH | Hansjörg Wyss Foundation | Hipp Unternehmensgruppe | Institut für Computertomographie – Schuster, Werner | Intertops Sportwetten GmbH – Train, Detlef | Jacobs Klaus J. | Jacoby Pharmazeutika AG – Jacoby, Heinrich | Johnson & Johnson Medical Products Austria | Kahn, Donald | Kastner & Partners | Kellerhals, Helga & Erich | Kirchmair, Veronika & Haslauer, Claus | KTM Sportmotorcycle AG | Kuhn Baumaschinen GmbH | Kuhn, Irmgard | Laber Holding und Laber Druck | Laber, Inge | Lagermax | LKW Augustin Spedition Logistik & Transport GmbH | M. Kaindl Holzindustrie | Mayr-Melnhof, Max | Melasan & Capsumed Pharm GmbH | MicroVention, Inc. | Miele GesmbH | Molkerei Meggle Wasserburg GmbH & Co. KG | Oberbank | Oesch-Hayward, Irene | OMNIMED Medizintechnik | Österr. Gesell. für Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde, Sbg. | Palfinger AG | Pfizer Corporation Austria GmbH | Pro Salzburg Stiftung – Ruckser-Giebisch, Gertraud | Quehenberger, Rudolf | Raiffeisen Volksbank Altötting (D) | Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co | Red Bull – Mateschitz, Dietrich| Rexam | Roche Diagnostics GmbH | Ruckensteiner, Georg | Sallmann Bürotechnik | Salzburg Aluminium AG | Salzburger Sand- und Kieswerke GmbH | Salzburger Sparkasse Bank AG | Sanitätshaus Tappe | Schneiders Bekleidung GesmbH | Schoellerbank AG | Schön Privatstiftung | Schröcksnadel, Peter | Schwarzkopf, Klaus | Segafredo Zanetti Austria Ges.m.b.H. | SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgmbH | Senoplast Klepsch & Co. GmbH & Co. KG | Siemens AG Österreich | Spängler Bank | SPAR Österreichische Warenhandels-AG | Stahlwerk Annahütte Max Aicher GmbH & Co. KG | Stieglbrauerei zu Salzburg. Privatbrauerei | Stiller, Ingrid und Franz | SYNTHES Österreich GmbH | Telekom | TORREX Chiesi Pharma GmbH | Tyco Healthcare Austria GmbH | von Mierka, Johanna † | Wiberg GmbH | Wienen, Peter | Windhager Zentralheizung Technik GmbH | Wittschier, Otto | Wozabal Textilservice GmbH & Co KG | Wüstenrot Versicherungs-AG | 39

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U pd a t e

„Ich

wer de erleben

schn Ittslähmungen Dass Heinz Kinigadner zweimal MotocrossWeltmeister war, hat man noch im Ohr. Weniger bekannt ist, dass er auch Weltmeister darin ist, sich für Menschen zu engagieren, mit denen es das Leben nicht so gut gemeint hat. Seine Stiftung „Wings for life“ setzt sich für die Heilung von Rückenmarksverletzungen ein. Von Gottfried Stienen

, dass Quer he Ilbar s Ind “

In der Joseph und Brigitta T roy-Bibliothek der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität waren das Staunen und die gespannte Aufmerksamkeit spürbar . Am Po dium stand ein Mann, der tr otz seiner erst 48 Jahr e einige Einblicke in ein turbulentes Leben mit Besonderheiten ge währte. Die Zuhörer waren 60 junge Studierende der Medizin und Pflege anlässlich des monatlichen Clubabends. Eingeladen war Heinz Kinigadner, der mit Dietrich Mateschitz die Stiftung „Wings for life“ gegründet hat. Diese will err eichen, dass Rückenmarksverletzungen geheilt werden können. Heinz Kinigadner spricht an diesem Abend zwar mit leiser Stimme, der Mann str otz jedoch vor Kraft. Man ist geneigt zu sagen: ein typischer T iroler halt, ein ker niger Zillertaler. Dieser Mann musste schon einiges wegstecken. Er selbst teilt sein bisheriges Leben in drei Abschnitte: Da wäre der sportliche Werdegang. In geraffter Form beinhaltet diese Zeit die Entwicklung vom gelernten Bäcker zum zweifachen

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Motocrossweltmeister. Ausgefüllt mit österreichischen Meistertiteln, vielen weiter en Erfolgen, oft jäh unterbr ochen von zahlreichen schweren Stürzen von der Maschine. Heinz Kinigadner fesselt die studentischen Zuhörer mit kleinen Episoden, zurückhaltend formuliert, aber einige tun sehr weh. Als Kinigadner seinerzeit in Australien bei Alice Springs mit Tempo 155 km/h samt seiner KTM unsanft in einem Graben gelandet war, mit gebrochenem Becken, Arm, Knochensplitter in der Lunge und fast bewusstlos vor Schmerz, fühlt jeder Zuhörer mit, bis die Rettung und Behandlung erzählt wer den. Mit der Bemerkung „Ich könnte einen Krankenhausführer herausgeben, weil ich auf jedem Kontinent in mindestens drei Spitälern behandelt worden bin“ hat Kinigadner die be wundernden Lacher auf seiner Seite. Dass die Motocr oss-

Karriere gegen Ende der 80er -Jahre spontan mitten in der Saison fr eiwillig ihr Ende fand, war halt so: „Ich bin damals jedes Rennen mit Spritzen gefahren.“

Paracelsus Today Der 28. Juli 2003 sollte seinen dritten Lebensabschnitt einleiten. Damals kam sein Sohn Hannes bei einem Bene fizrennen schwer zu Sturz. Er wur de zwar optimal erstversorgt, auch an der Universitätsklinik Salzburg sofort operiert, aber eine Querschnittslähmung konnte nicht verhindert werden. Von diesem Tag an arbeitet Heinz Kinigadner (dessen Bruder auch an den Rollstuhl gefesselt ist) unermüdlich daran, mit Wissenschaftlern und Ärzten die Rückenmarks forschung weltweit voranzutreiben. Die Erkenntnis war bit ter, dass zu wenig Inter esse an Forschung herrschte, weil es zu wenig Querschnittsverletzte weltweit gibt und daher von vielen medizinischen Pharmafirmen aus ökonomischen

„Mein Leben ist jetzt nicht mehr in

Überlegungen zu wenig Geld investiert wir d. Das führte 2004 zur Gründung der Stiftung „Wings for life“.

Sekunden zu

Erst unlängst war en die 25 wahrscheinlich namhaftesten Forscher zumThema Rückenmark Damit hat Kinigadner den zweiten Ab rechnen, sondern in Salzburg. Für rund 2,5 Millionen Menschen ist schnitt seines Lebens angerissen. Damals das Gehen auf den zwei eigenen Beinen leider war die Firma KTM in schwer en wirtschaftin Jahren.“ nicht mehr möglich. „Wings for life“ (die Stiftung lichen Turbulenzen und der Konkurs 1991 Heinz Kinigadner hat ihren Sitz in Salzburg) geht mit Forschern jeunvermeidlich. Am Heiligen Abend desselben dem Hoffnungsschimmer nach. „Der Fortschritt Jahres übernahm Kinigadner unter ander em in der Forschung ist hierbei langsam. Es ist als Vater frustriemit seinem Freund und jetzigem KTM-Chef Stefan Pierer die rend, aber ich werde es noch erleben, dass QuerschnittslähSparte Motorrad und 4.000 Motorräder . Der wirtschaftliche mungen heilbar sind“, sagte Kinigadner . Das klingt kämpfe Erfolg stellte sich langsam ein, und es folgten die Abenteuer risch, fast trotzig. Und beim Satz „Mein Leben ist jetzt nicht auf der Rallye Paris-Dakar. Heinz Kinigadner war zuerst selbst mehr in Sekunden zu rechnen, sondern in Jahren“ hätte man Fahrer, dann ab 2001 als Teammanager an Bord. „Wir haben eine Stecknadel in der Bibliothek fallen gehört. Paris-Dakar als optimale Präsentationsfläche für KTM gesehen. Es wurden schöne Bilder von den Medien in die W elt Beim abschließenden Frage-Antwort-Spiel mit den gesendet, die den Appetit auf das Motorradfahren bei potenStudierenden ließ Heinz Kinigadner zwei bemerkenswerte ziellen Kunden geweckt haben.“ Von 2001 bis heute hat KTM Sätze fallen. „Neben der Arbeit für die Stiftung ist der Mo die Sparte Motorrad immer gewonnen. H eute verkauft KTM torsport noch immer das Wichtigste in meinem Leben“ und: 100.000 Maschinen, ist börsenotiert, hat ein eigenes Auto „Motorsport ist eine Passion.“ – entwickelt und „es geht uns sehr gut“ (Kinigadner). 41

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Fo c us O n

Die

tr eiben De

Kraft

Im Juli bekommen die ersten Absolventen der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität ihren Doktorhut. Im Hangar-7, wo vor fünf Jahren die Gründungsfeier stattfand. Der Rektor zieht ein sehr persönliches Resümee. Von Ilse Spadlinek Paracelsus Today: Herr Professor Resch(1) – das Jahr 2008 ist ein Meilenstein in der jungen Geschichte dieser Universität. Was bedeutet es für Sie? Herbert Resch: Es ist natürlich ein ganz besonderes Jahr, wenn man den ersten Jahrgang erfolgreich zu Ende gebracht hat. Ein erster Abschnitt, der als erledigt angesehen wer den kann. Obwohl die Absolventen jetzt ihre Bewährungsprobe in der Praxis antreten. Die Universität muss sich nach außen erst beweisen. Unsere Absolventen wird man kritischer, schärfer unter die Lupe nehmen als andere. Paracelsus Today: Welcher Augenblick war der schönste? Herbert Resch: Mehrere. Am meisten vielleicht die Er öffnung des Hauptgebäudes, weil wir damit nach außen sichtbar und „greifbar“ wurden. Möglich gemacht hat das die Großzügigkeit und Treue der Sponsoren, die ich in der Form nicht erwartet habe. Es ging ja nicht nur um eine Unterstützung zu Beginn, sondern auch weiterhin. Dank ihr verfü gen wir heute über Liegenschaft und Gebäude und können uns den Unterricht räumlich wie sachlich in einer Art leisten, wie wir ihn uns nur erträumen konnten. Und besonders berühr te mich auch die gute Umsetzung der Lehr e sowohl seitens der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Paris-Lodron-Universität als auch der Kliniker unseres Klinikums, insbesondere des Mittelbaus, und unser er Lehrkrankenhäuser. Die Kooperation und Unterstützung der Mayo Clinic erwies sich als sehr tragfähig. Auch das Führungsteam unser er Universität ist bis heute nahezu unverändert, wir hatten großes Glück bei der Auswahl unserer Institutsleiter, allesamt stehen sie hun dertprozentig hinter den Ideen unserer Universität. Paracelsus Today: Sind Sie als „Motor der Universität“ manchmal vom Treibenden zum Getriebenen geworden? Herbert Resch: Es gab schon Zeiten, in denen es einem auch zu viel wurde. Es war ja alles neben dem normalenBeruf zu machen. Aber schon tags darauf fühlt man sich wieder

voller Kraft. Eine private Universität muss ja geführt wer den wie ein Unter nehmen, man muss einen Schritt nach dem anderen setzen, sonst ist Stillstand. Jedenfalls bis die Ei genständigkeit in der Überlebensfähigkeit des Unternehmens gegeben ist. Auch hat mir die Fr eundschaft zu Julian Frick sehr geholfen, mit dem ich mich in sol chen Momenten ausgetauscht habe. Frick war ja für mich immer die absolute Vertrauensperson, vor allem auch als Mitbegründer dieser Universität. Paracelsus Today: Mit welchen Gefühlen blicken Sie der Promotionsfeier im Hangar-7 entgegen? Herbert Resch: Mit großer Zufriedenheit darüber, dass man etwas, wenn man es unbedingt will, auch err eichen kann, auch wenn nur wenige d aran geglaubt haben. Der Zufriedenheit, ei nen Typus Arzt oder Ärztin auszubilden, dessen tragende Merkmale Respekt vor den Menschen und das Wissen um lebenslanges Lernen sind. Und Zufriedenheit, den Landeskliniken eine Perspektive als Universitätsklinikum gegeben zu haben. Und dass Salzburg damit eine Zukunft als medizinisches Zentrum hat. –

Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Resch ist Rektor der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität und Vorstand der Universitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in Salzburg.

(1)

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„ALLE M VO RA N STE HT U N SE R E V E RAN TWO RTU NG G EG EN Ü B E R D E N Ä RZTE N , KRAN KE N SC H WE STER N U N D PATI E N TE N , A B E R AUC H GE GE N Ü B E R MÜTTER N, VÄTE R N U N D A L L D E N M E N SC H E N , D I E U N SE R E PRODU KTE V E RW E N D E N O D E R U N SE R E D I E N STE I N A NS P RU C H N E H ME N .“ (CREDO, JOHNSON & JOHNSON, 1. ABSATZ) Wir sind kein Unternehmen wie jedes andere. Unsere Arbeit umfasst die Gesundheit der Patienten ebenso wie das Wohl und den Erfolg unserer Kunden. Deshalb haben wir ein Credo – seit nahezu 60 Jahren unverändert – an dem wir uns täglich messen.

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Paracelsus, Juni 2008, Teil 2