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Evangelisches Altenzentrum gGmbH


Vorwort

Inhalt Lebenswelt

Liebe Leserin, lieber Leser, Qualität ist kein Zufall. Bis in tausend Details haben wir beschrieben, was gute Praxis ist. Das Ergebnis ist ein Alltag, den Bewohner, Angehörige und ehrenamtliche, wie hauptamtliche Mitarbeiter als Qualität dieser Einrichtung erleben. Von diesem Alltag berichtet dieses Heft. Unser Qualitätsbericht soll Menschen helfen, die sich für das Leben in einer Pflegeeinrichtung entscheiden müssen oder die anderen dabei behilflich sein wollen. Er ist der Versuch, das Leben hier aus der Perspektive der Kunden zu schildern und gleichzeitig ihre Perspektive durch nützliche Informationen und Hinweise zu erweitern. Er soll Vergleiche mit anderen Häusern erleichtern. Dafür antwortet dieser Bericht auf 150 Fragen nach dem „Weltenmodell für Transparenz“. Dieses Modell wurde in zwei Projekten, die die Sozialministerien in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein 2008 gefördert haben, entwickelt. Der Fragenkatalog ist in Gesprächen und Veranstaltungen mit Bewohnern, Angehörigen, Ehrenamtlichen, Mitarbeitern, Krankenkassen, Sozialdezernenten, Nachbarn, Ärzten, und Seelsorgern entstanden. Das Weltenmodell schreibt darüber hinaus Regeln vor, wie diese Qualitätsberichte zu gestalten sind. Als Einrichtung verpflichten wir uns, wahrheitsgemäß zu berichten, Probleme und Widersprüche nicht zu verschweigen. Um diese 150 Fragen zu beantworten, haben wir ein Redaktionsteam gebildet. Ihm gehören Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter an. Der Bericht gliedert sich in zwei Teile. In dem Tabellenteil am Ende werden die Basisinformationen zur Einrichtung dargestellt. Die Leser sollen sie unkompliziert mit Daten anderer Häuser vergleichen können. Der Hauptteil des Berichtes verbindet konkrete Beschreibungen des Lebens im Haus, persönliche Berichte von Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern mit Hintergrundinformationen zu organisatorischen und pflegefachlichen Fragen sowie praktischen Hinweisen und Tipps. Die Leser sollen selbst bestimmen können, worauf sie Wert legen und welche unserer Qualitäten ihnen besonders wichtig sind. Die Inhalte des Berichtes unterliegen dem ständigen Wandel und können darum nie vollständig und endgültig sein. Aktualisierungen sind fortlaufend geplant. Markus Lowis, Geschäftsführer

Wie werde ich bei Einzug und Eingewöhnung 4 unterstützt? Wie wohne ich in der Einrichtung?

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Kann ich meinen Alltag wie gewohnt leben?

8

Was ist, wenn ich krank oder sehr stark 10 betreuungsbedürftig werde, wenn ich sterben muss?

Außenwelt Welche Möglichkeiten bietet mir die Umgebung der Einrichtung?

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Wie kann ich die Kontakte zu meinen Freunden, Bekannten, Angehörigen und ausserhalb des Hauses pflegen?

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Welt der Institutionen Was muss an Formalitäten vor dem Einzug geklärt sein?

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Welche Gesetze/Verordnungen gelten hier und 25 wer überprüft die Einhaltung? Welche Kosten kommen auf mich zu?

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Wie groß ist die Einrichtung eigentlich und wie 27 ist sie ausgestattet?

Arbeitswelt Wer arbeitet hier alles und wer ist für mich zuständig?

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Welche Informationen werden über mich gesammelt und wer arbeitet wie damit?

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Wie ist die Arbeit hier organisiert und kann ich 36 mitbestimmen, wer mich pflegt oder betreut?

Welt der Gemeinschaft Mit wem wohne ich hier zusammen und welche Regeln muss Ich dabei beachten?

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Welche Gemeinschaftsangebote gibt es hier, welche Feste werden gefeiert?

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Wie werde ich bei Einzug und Eingewöhnung unterstützt? Es tut mir weh zu sehen, wenn meine Mutter in Ihrem Sessel sitzt und weint. Zum Glück werden diese Momente seltener. Sie wohnt jetzt seit einer Woche im Altenzentrum. Hier hat sie ihre alte Schulfreundin wieder getroffen. Angemeldet war sie schon seit 1 ¼ Jahren. Nach einem Oberschenkelhalsbruch war abzusehen, dass sie nicht wieder alleine wohnen könnte. Im Altenzentrum war zunächst kein Bett frei. Dann hatten wir doch Glück. Frau Karsch (PDL) rief uns an, ob wir uns ein frei gewordenes Zimmer ansehen wollten. Mein Mann fuhr mit Zollstock und Fotoapparat bewaffnet hin. Er berichtete mir von dem großen Zimmer mit Blick auf den Brunnen vor dem Haus. Einige Tage später waren wir gemeinsam da und planten, welche Möbel wir mitbringen und wie das Zimmer gestaltet werden könnte, damit meine Mutter es gemütlich hat. Im Krankenhaus hieß es dann plötzlich, dass eine Reha meiner leicht dementen Mutter nicht gut täte. Sie wurde am nächsten Tag entlassen. Das hatten wir uns aber anders vorgestellt! Keine Möbel im Zimmer! Wie soll sie sich da wohl fühlen? Herr Löwen, der Hausmeister, hat dann zusätzlich zum Pflegebett, Nachtschrank und Einbauschrank, die immer im Zimmer sind, noch einen Wohnzimmerschrank, Tisch und Stühle und ein Fernsehregal aufgebaut. Wir haben ein paar Bilder von zu Hause mitgebracht. So ist meine Mutter eingezogen. Es fiel ihr sehr schwer. Sie war die ersten Tage sehr unglücklich und wir mit ihr. Inzwischen hat sie ihre eigenen Möbel im Zimmer und sie beginnt langsam, sich einzuleben. Das tut uns sehr gut. Annegret Spichartz (Angehörige)

Info :

Wer organisiert den Umzug? Der Umzug wird eigenverantwortlich vom Bewohner oder seinen Angehörigen organisiert und durchgeführt. Im Altenzentrum hilft gegebenenfalls der Hausmeister.

Weiterführende Materialien: Einzugsmappe, Anmeldemappe, Heimvertrag, Handbuch Qualitätsmanagement


Wie wohne ich in der Einrichtung? Ein pinkfarbener Brief: „An Frau Hubertine Schmitz." Ich winke ihr damit entgegen. „Machen Sie ihn auf“, sagt sie. Eine Blume und Rosen in drei Blütenstadien. Ich klappe die Karte auf, es prangt der Name „Karl“. Die alte Dame wippt aufgeregt auf ihrem Stuhl. „Ist das nicht schön?“ Mit dem Stock in der Hand geht sie zu ihrem Zimmer. „Kommen Sie, ich muss Ihnen was zeigen.“ Zögerlich folge ich. Im Zimmer: Karten über Karten. Die Wände sind voll davon. „Da müssen wir wohl bald anbauen oder Sie machen im Bad weiter“, lache ich. Auf der Kommode stehen Fotos aus alten Zeiten. „Ist Karl ihr Sohn?“ „Nein, mein Enkel. Meine Tochter wohnt in Holland. Sie und Karl kommen mich besuchen, dann bleiben sie den ganzen Tag und essen hier.“ Ruth Schmitz (Hauswirtschaftliche Leitung)

Seit einiger Zeit gibt es hier einen Snoezelraum. Als ich ihn zum ersten Mal sah, war ich vollkommen fasziniert. Eine beruhigende Musik erklang in diesem Raum und viele verschiedene Lichtquellen erfüllten das dunkle Zimmer mit buntem, aber entspannendem Licht. Ein riesiges Wasserbett stand einladend dort. „Snoezelen kann man nicht beschreiben, Snoezelen muss man erleben“, erklärt Iris Nitsche, Sozialer Dienst. Es ist ein Kunstwort aus den beiden niederländischen Worten „snuffelen“ (schnüffeln) und „doezelen“ (dösen, schlummern). Snoezelen bedeutet, dass man die Sinnesreize eines Menschen anregt und eine angenehme Atmosphäre schafft.

Ein Beispiel: Der Ehemann von Frau M. ist vor kurzer Zeit ganz plötzlich verstorben. Er hatte sie bis zuletzt gepflegt. Die Kinder von Frau M. sind alle berufstätig und können sie nicht versorgen. Auch nach drei Monaten hat sich Frau M. hier noch nicht eingelebt. Sie ist oft bedrückt, weint sehr viel und bindet das Pflegepersonal durch häufiges Klingeln. Seit sie snoezelt, wirkt sie wesentlich ausgeglichener. Sie trauert auch weiterhin, aber das Snoezelen ist für sie eine Erholungszeit im Trauerprozess. Danach ist sie noch stundenlang ruhig und entspannt. Julia Küppenbender (Praktikantin)


„Hier ist Leben in der Bude“, meint der Zivildienstleistende Dennis Vieten. Richtig, darauf legen wir Wert. Das Altenzentrum ist ein Teil von Hückelhoven und so freuen wir uns über jeden Besuch, der ins Haus kommt und nehmen am Geschehen in der Stadt teil. Doch auch unser Altenzentrum ist eine kleine eigene Welt, die immer wieder aufs Neue durch die sich ändernden Bedürfnisse der Bewohner, durch die Stärken der Mitarbeiter und die Ideen von Angehörigen und Besuchern gestaltet wird. Da wir ein kleines Altenzentrum sind, sind die Dienstwege kurz und Verbesserungen können oft auf dem „kleinen Dienstweg“ geschehen. Dazu sind die Bereichsleitungen mit entsprechenden Befugnissen ausgestattet. Von den Mitarbeitern wird ein hohes Maß an Flexibilität erwartet, denn die Altenpflege verändert sich in den letzten Jahren schnell. Jeder Wohnbereich sieht anders aus. Flure und Speisesaal werden liebevoll, entsprechend der Jahreszeit, geschmückt. Begegnungen werden durch viele Helfer ermöglicht. All das versuchen wir durch Medien, wie Hausnachrichten, Heimzeitung und Internet transparent zu machen. Hinzu kommt, dass Anregungen des Heimbeirates und der Angehörigen, Prüfungsergebnisse ebenso wie Umfrageergebnisse und Erkenntnisse durch Beschwerden den Alltag täglich verändern. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Service:

Gibt der Bewohner seine Rechte an der Haustür ab? „Darf ich meine Mutter am Sonntag mit zu mir nach Hause nehmen?“,„Ist die Haustüre nicht abgeschlossen?“ Solche Fragen hört man immer wieder, wenn Gäste ins Haus kommen. Natürlich darf Ihre Mutter Sie besuchen und natürlich ist die Haustüre nur nachts aus Sicherheitsgründen abgeschlossen. Doch die Nachtschwestern haben einen Schlüssel und sind Ihnen bei Bedarf behilflich. Der Bewohner ist der Kunde und verfügt damit auch über viele Rechte. Der Gesetzgeber hat ihn darin in den letzten Jahren deutlich gestärkt. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)


Ist eine Privatsphäre möglich? Im Einzelzimmer ist das gar kein Problem., und die machen immerhin 82% der Zimmer aus. Wenn das Pflegepersonal kurz informiert wird, damit notwendige Pflegetätigkeiten verschoben werden, oder die Türe als Zeichen, dass man ungestört sein möchte, abgeschlossen wird, ist eine private, ggf. intime Atmosphäre sichergestellt und respektiert. Im Doppelzimmer ist das schwieriger. Hier bedarf es zusätzlich der Absprache mit dem Zimmernachbarn und seinen Angehörigen. Paaren, bei denen ein Partner im Doppelzimmer lebt, wird die Möglichkeit der Nutzung eines separaten gemütlichen Raumes angeboten. Selbstverständlich dürfen auch unverheiratete Paare in einem Zimmer wohnen. Außerhalb des eigenen Zimmers bietet sich die Möglichkeit, sich mit seinem Besuch in eine unserer Sitzecken, die es auf jedem Wohnbereich gibt, zu setzen oder die Räumlichkeiten der Cafeteria zu nutzen. Anette Karsch (Pflegedienstleitung)

Info :

Zimmertausch Im Altenzentrum haben wir Einzel- und Doppelzimmer mit verschiedenen Grundrissen. Nicht immer ist beim Einzug das „Wunschzimmer“ frei. Oft ziehen Bewohner zunächst in ein Doppelzimmer ein, weil kein Einzelzimmer frei ist. Wenn wir wissen, dass auf Dauer ein Einzelzimmer gewünscht ist, wird dem Bewohner ein Einzelzimmer angeboten, sobald eins frei wird. Er hat dann Vorrang vor Bewerbern, die noch nicht im Haus wohnen. Anette Karsch (Pflegedienstleitung)

Weiterführende Materialien: Heimvertrag Hausinformation Handbuch Qualitätsmanagement Pflegeplanung Biografiebogen


Hilde Kamp (87) wohnt noch nicht allzu lange im Altenzentrum. Am Anfang ist es ihr schwer gefallen, aber sie hat sich jeden Tag besser eingewöhnt und neue Bekanntschaften gemacht. Ihre Tochter besucht sie sehr oft. Frau Kamp sehr aktiv und hat gerne Menschen um sich. Mit ihrer Tochter geht sie oft außer Haus essen oder sie setzen sich einfach in ein Lokal. Ihr Zimmer wurde gemütlich eingerichtet. Einige alte Möbel hat sie von zu Hause mitgenommen, wie zum Beispiel ihren Fernseher, Sessel, einen kleinen Tisch und zwei große Schränke. Das Einzige, was ihr nicht gehört, sind das Bett und ein Kleiderschrank. Wenn ihre Tochter mal nicht da ist, telefoniert sie mit ihr. Und auch ihre beiden Söhne ruft sie oft an, da diese weiter weg wohnen und sie nicht immer besuchen können. Julia Küppenbender (Praktikantin)

Kann ich meinen Alltag wie gewohnt leben? Bei diesem Projekt machen interessierte Bewohner Vorschläge für die täglichen Menüs. Alle vier bis sechs Wochen treffen wir uns zu diesem Zweck mit den Bewohnern in einer lockeren Runde in der Cafeteria. Das verhilft nicht nur zu mehr Abwechslung beim Essen, sondern auch zu mehr Zufriedenheit bei den Bewohnern, da diese somit auch ein wenig mehr Einfluss auf ihr Leben im Altenheim haben. Eine kleine Auswahl der meistgewünschten Gerichte: •Sauerbraten mit Rotkohl und Kartoffelknödeln •Haxen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree •Bockwurst mit Pommes Frites rot-weiss (also mit Ketchup und Mayonnaise) Auf dem Speiseplan steht unter den gewünschten Gerichten der Bewohner „Dieses Essen ist ein Bewohnerwunschmenü“, damit sichtbar wird, dass die genannten Vorschläge von uns auch umgesetzt werden. Andre Koep (Küchenleitung) und Iris Nitsche(Sozialer Dienst)


Info :

Wellness-Bad im Wohnbereich "Das Dorf" Es gibt keine festen Tage für ein Wellness-Bad. Wenn Bewohner baden möchten, sorgen wir dafür, dass es zeitnah geschehen kann. Die Wanne wird mit Schaumbad und Wasser gefüllt. Es läuft Musik, die der Bewohner gerne hört. Auch sonst werden Wünsche erfüllt, die nicht gerade pflegetypisch sind. Mal ist es eine Zigarette, mal ein Glas Wein, Sekt oder ein Bier. Manche haben irgendwann „Schwimmhäute zwischen den Zehen“. Neben dem Wellness-Bad gibt es selbstverständlich auch die Möglichkeit zu duschen. Gaby Meurer (Wohnbereichsleitung "Das Dorf")

Lisbeth Kant (85) war immer eine aktive Frau: Hausfrau, Mutter und Pflegerin ihrer bettlägerigen Mutter. Darüber hinaus engagierte sie sich im Deutschen Roten Kreuz. Auch der Umzug ins Altenzentrum vor 12 Jahren tat ihrem Tatendrang keinen Abbruch. Sie wurde in den Heimbeirat gewählt, fühlte sich im „Großen Speisesaal“ für das Mittagsgebet und die Geburtstagskerzen verantwortlich. Besonders wichtig ist ihr bis heute das „Erzählcafe“. Es wurde 1997 erstmals mit Studenten aus Mönchengladbach gestaltet. Eingeladen sind neben den Bewohnern des Altenzentrums die Senioren aus den Altenwohnungen, der Kirchengemeinde, der Stadt Hückelhoven und Bewohner anderer Altenheime im Kreis Heinsberg. Das Erzählcafe steht immer unter einem Motto. Gemeinsam erinnert man sich, welche Mode in den 50er Jahren getragen wurde, wie man seinen späteren Lebenspartner kennenlernen konnte oder auch welchen Schabernack man im Leben getrieben hat. Gedichte, Geschichten, Sketche und Quizfragen runden den Nachmittag ab. Wichtig ist bis heute, dass beim Erzählcafe die Erfahrungen und Kenntnisse der „Alten Generation“ gewürdigt werden. Lisbeth Kant ist immer noch dabei, auch wenn es ihr gesundheitlich nicht mehr so gut geht. Sie fragt immer noch vor jeder Veranstaltung „Und, was hast du für mich, was soll ich vortragen?“ Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)


Was ist, wenn ich krank oder sehr stark betreuungsbedürftig werde, wenn ich sterben muss? Da kommt sie wieder, stark geschminkt, in ihrem geliebten Minirock, auf dünnen Beinen. Sie hält bei mir am Empfang an und nimmt sich ein Stück Schokolade. Lächelnd geht sie weiter. Fr. S. ist stark verwirrt und dabei körperlich noch sehr rüstig. Den ganzen Tag läuft sie ihre Runde auf der Suche nach etwas, das sie nicht mehr benennen kann. Dadurch ist sie stark untergewichtig und auch das Trinken ist zu einem Problem geworden. Natürlich ist das beim regelmäßigen Wiegen und in der Pflegeplanung aufgefallen. Deswegen haben die Mitarbeiter ihre Vorliebe für Schokolade ausgenutzt und auf ihrer Runde kleine Schüsseln mit Schokolade hingestellt. Jeder Mitarbeiter, auch wir am Empfang, wissen um die Problematik und bieten auch immer wieder Getränke an. Da kommt sie wieder, schon von weitem sieht sie mich, ihre blauen Augen blitzen. Sie redet für mich unverständliche Worte. Aber als ich ihr den Becher mit Wasser gebe, nickt sie, trinkt ihn fast in einem Zug aus und wandert weiter auf ihrer Abschiedsrunde durchs Leben. Markus Lowis (Geschäftsführer)

Spezialitäten des Hauses:

Ernährung und Flüssigkeitsversorgung Seit 2005 arbeiten acht Altenpflegeeinrichtungen aus Nordrhein-Westfalen bei diesem Thema zusammen. Überprüft wurde das Projekt durch Befragungen von Bewohnern und Mitarbeitern. 2008 hat unsere Einrichtung im Vergleich der acht Häuser am besten abgeschnitten. Einmal monatlich kommt die Ernährungsberaterin aus dem Projekt zu uns ins Haus. Gemeinsam überlegen wir, wie wir Bewohnern helfen können, die stark abgenommen haben. Wir nehmen Kontakt mit den Angehörigen auf und bieten den Bewohnern nach Möglichkeit das an, was sie immer schon gerne gegessen haben. Oder wir sorgen für Zwischenmahlzeiten. Wir überlegen im Team, warum die Bewohner schlecht essen. Unter Umständen bitten wir einen Arzt zu untersuchen, ob der Gewichtsverlust krankhaft bedingt ist. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass jeder Bewohner, der Hilfe beim Essen benötigt, die Speisen und Getränke angereicht bekommt und vor den Folgen der Mangelernährung bestmöglich geschützt ist und ihm das Essen meistens schmeckt. Anette Karsch (Pflegedienstleitung)


Vollbepackt kommen wir in das Zimmer meiner Mutter, um sie zur Weihnachtsfeier in den Speisesaal zu holen. Als wir eintreten, finden wir folgende Situation vor: einen besorgten Wohnbereichsleiter, einen fremden Mann, der im Rollstuhl meiner Mutter sitzt und etwas schreibt, sowie meine Mutter im Bett liegend und nicht ansprechbar. Am Vorabend war bei meiner Mutter ein Magen-Darm-Infekt ausgebrochen, der sich trotz aller Bemühungen des Pflegepersonals so verschlimmerte, dass der ärztliche Notdienst verständigt werden musste. Da der Wohnbereichsleiter wusste, um welche Uhrzeit wir kommen würden, hatte er auf einen Anruf verzichtet. In einem ruhigen und fürsorglichen Gespräch wurde uns alles erklärt. Weihnachten allerdings fiel weitgehend aus, da die Sorge zu groß war. Obwohl ich meine Mutter gut aufgehoben wusste und noch mehrmals mit den Pflegerinnen telefoniert habe. Sabine Neumann-Jähnke (Angehörige)

Info :

Ärztliche Versorgung Jeder Bewohner hat selbstverständlich freie Arzt- und Apothekenwahl. Er kann von seinem Hausarzt bei uns weiter behandelt werden. Ansonsten bieten über 20 praktische und internistische Ärzte aus Hückelhoven und Umgebung Hausbesuche an. Sogar die meisten Fachärzte, wie Gynäkologe, Zahnarzt, Hautarzt, Neurologe, Psychiater, Orthopäde, Schmerztherapeut, Chirurg, Hals-Nasen-Ohrenarzt, Augenarzt, und Urologe machen im Notfall Hausbesuche. Die meisten Arztpraxen sind außerdem in wenigen Gehminuten (oder mit dem Rollstuhl) zu erreichen. Möchte sich der Bewohner von einer speziellen Apotheke beliefern lassen, muss er selber dafür Sorge tragen, wie die Medikamente ins Haus kommen. Wir arbeiten mit einer Apotheke zusammen, die die Medikamente ins Haus bringt. Wenn man eine ansteckende Krankheit hat, muss man nicht gleich ins Krankenhaus, sondern kann nach Rücksprache mit dem Arzt im Zimmer betreut werden. Für diesen Fall gelten besondere Hygienebestimmungen. Sollten doch einmal ein Bewohner ins Krankenhaus müssen, werden ihm alle Dinge, die er benötigt, von seinen Angehörigen gebracht. Sollte das einmal nicht möglich sein, kümmert sich das Altenzentrum um die Versorgung. In jedem Fall halten wir Kontakt zu dem Bewohner. Anette Karsch (Pflegedienstleitung)

Weiterführende Materialien: Handbuch Qualitätsmanagement Hausinformation


Sterbebegleitung Frau B. ist wach, ihre Augen sind geöffnet. Sprechen kann sie nicht mehr. Seit drei Jahren kann sie das Bett nicht mehr verlassen. Sie schaut mich ängstlich an. Ihre Atmung ist schnell und unruhig. Kalter Schweiß auf ihrem Gesicht. Ich spüre, dass sie Angst hat. Ich frage sie, ob sie Schmerzen hat. Reiche ihr meine Hand, sie hält sie fest. Vor zehn Jahren war sie ins Altenzentrum gezogen. Sie hat sich gewünscht, beim Sterben begleitet zu werden. Mit dem Arzt besprechen wir eine Schmerztherapie. Sie soll auch die Ängste hemmen. Am Nachmittag werden die Medikamente von der Apotheke geliefert. Eine ehrenamtliche Hospizhelferin sitzt an ihrem am Bett, betet ihr vor und hält ihr die Hand. Frau B. schläft, die Atmung ist ruhig. Am anderen Morgen begrüße ich sie. Ihre Augen sind geöffnet. Da Frau B. eine besondere Beziehung zur Mutter Gottes hat, betet ihre Schwester für sie Mariengebete. Gemeinsam mit zwei Pflegekräften waschen wir sie und ich singe ihr ein Marienlied. Sie wirkt zufrieden. Die Schmerztherapie scheint anzuschlagen. Ihre Familie kommt zu Besuch. Ihre Tochter kämmt ihr das Haar und bittet, die Kranksalbung von einem Priester spenden zu lassen. Mittags verabschieden sich die Verwandten von Frau B. Es ist 13.30 Uhr, als wir ins Zimmer kommen, um sie umzulagern. Sie ist eingeschlafen, für immer. Sie hat ein leichtes Lächeln im Gesicht. Die Tochter und der Arzt werden informiert. Auf Wunsch der Angehörigen waschen wir sie und kleiden sie elegant. Wir legen ihr den Rosenkranz und ihren Teddybären in die Hände. Gemeinsam mit dem Pfarrer beten wir an ihrem Bett. Wir reichen uns die Hände. Zwei Bewohner, die Frau B. gut kannten, Tochter, Enkelin und ein Teil des Pflegerpersonals sind gekommen, um sich von ihr zu verabschieden. Ich öffne das Fenster und stelle mir vor, wie die Seele von Frau B. davon schwebt. Birgit Sonderegger (Altenpflegerin und Palliativpflegerin)

Berta Kuhn und ihre Tochter sind bereit, mit mir die Sterbefallcheckliste zu besprechen. Seit einigen Wochen wohnt Frau Kuhn bei uns auf dem WB III. Sie ist gesundheitlich in guter Verfassung. Ich erläutere kurz, dass in unserem Haus das Konzept der Sterbebegleitung besteht. Dieses Konzept hilft uns, jeden Bewohner individuell in seiner letzten Lebensphase zu begleiten, seine Wünsche und Eigenarten zu berücksichtigen. Es ist uns ebenfalls wichtig, dass der Bewohner am Lebensende so wenig Schmerzen wie möglich erleiden muss. In diesem Fall arbeiten wir gut mit den Hausärzten zusammen. Dann frage ich Frau Kuhn und ihre Tochter, ob eine Patientenverfügung besteht. Sie sind dankbar, dass ich das Thema angesprochen habe, denn sie hatten sich noch nie damit beschäftigt. Eine Patientenverfügung möchte Frau Kuhn noch machen. Zudem fragte ich nach den Wünschen der Bewohnerin. Weiter frage ich nach den Wünschen der Zimmergestaltung. Frau Kuhn ist evangelisch, sie wünscht ein Kreuz und eine Kerze sowie Blumen auf dem Nachttisch. Eine Kristallleuchte soll beruhigende Atmosphäre ins Zimmer bringen. Außerdem wünscht Frau Kuhn seelsorgerische Begleitung durch den Hauspfarrer. Sie ist nach dem Gespräch erleichtert, dass im Vorfeld alles besprochen wurde. Birgit Sonderegger


Spezialitäten des Hauses:

Abschiednehmen im Altenzentrum Krankheit und Sterben sind Teil des Lebens und werden von uns professionell und seelsorgerisch begleitet. Dabei sind Familienangehörige, Freunde und Verwandte unersetzbare Bezugspersonen und Partner unserer Einrichtung. Sie werden in ihrer Trauer unterstützt und auf Wunsch beim Abschiednehmen begleitet. Zum Abschiednehmen im Haus gehören neben einer Abschiedsfeier, das Führen eines Kondolenzbuches und ein Erinnerungscafe.

Info :

Sterbebegleitung Über das Sterben wird bei uns auch im alltäglichen Leben gesprochen. In einem Alten- und Pflegeheim muss eine menschenwürdige und zugleich professionelle Begleitung Sterbender einen hohen Stellenwert haben. Wir wollen Bewohnern, Angehörigen und nicht zuletzt den Mitarbeitern dabei helfen, sich dem Tod bewusst anzunähern. Der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Christus befähigt uns zur Hoffnung über den Tod hinaus und kann Menschen helfen, ihr eigenes und das Sterben anderer auszuhalten. Fünf ehrenamtliche Hospizhelferinnen arbeiten in unserer Einrichtung. Sie halten, wenn keine Angehörigen zur Stelle sind, Sitzwachen, reichen Essen und Trinken an und übernehmen auch psychosoziale und religiöse Begleitung. Wir begleiten außerdem die Angehörigen. Oft stehen sie vor schwierigen Fragen. Pfarrer Manfred Jung (Heimseelsorger)

Aus dem Bericht einer Hospizhelferin 04. September. Die Altenpflegerin Frau Galle stellt mich Herrn B. vor, einem sterbenden Bewohner. Er ist mir durch meine täglichen Besuche im Altenheim bekannt. Nach einem Schlaganfall ist er in seiner Beweglichkeit und Sprache eingeschränkt. 10. September. Herr B. sieht schlecht aus und ist unruhig. Ich frage, ob er die Zechenzeitung anschauen oder Memory spielen möchte. Er sagt nein. Ich sitze an seinem Bett und halte seine Hand, er schläft immer wieder ein. 13. September. Sein Zustand hat sich verschlechtert, er trinkt nicht mehr. Der Hausarzt hat ihm ein weiteres Schmerzmittel verabreicht. Ich bleibe bei ihm, halte seine Hand und befeuchte seine Lippen. Am Nachmittag kommt seine Tochter. Sie sucht Körperkontakt zu mir. Ich halte sie fest und sie weint. Wir legen die Puppe, die sie mitgebracht hat, ihrem Vater in den Arm. Bis 22.30 Uhr sitze ich noch bei ihm. Herr B. verstirbt in dieser Nacht gegen 2.20 Uhr. Angelika Kamp (Hospizhelferin)


Was müssen meine Angehörigen beachten? Interview:

Interview mit Sabine Neumann-Jähnke. Ihre Mutter wohnt seit viereinhalb Jahren im Haus.

Warum haben Sie sich für unser Haus entschieden?

S. Neumann-Jähnke: Meine Mutter hatte im Januar 2004 einen Schlaganfall. Sie kam erst einmal ins Krankenhaus. Man versuchte sie zu mobilisieren. Das gelang nur bedingt. „Ihre Mutter kommt nur noch einmal in ihre Wohnung“, sagte der Arzt, „aber nicht mehr heraus!“. Da stand ich da.

S. Neumann-Jähnke: Das Evangelische Altenzentrum habe ich über die Kirchengemeinde kennen gelernt. Meine Familie und ich haben uns für das Haus entschieden, weil uns die Lage und die evangelische Ausrichtung wichtig sind. Ich kann meine Mutter hier schnell besuchen. Sie ist im Rollstuhl noch so mobil, dass wir spazieren gehen oder durch die Einkaufszone bummeln können. Besonders wichtig ist mir auch die Zusammenarbeit mit den pflegenden Mitarbeitern. Ich werde in die Entscheidungen einbezogen, dadurch habe ich immer noch das Gefühl, für sie sorgen zu können, obwohl sie nicht mehr bei mir lebt.

Wie haben Sie sich gefühlt, was ging Ihnen durch den Kopf?

Was würden Sie anderen Angehörigen empfehlen?

S. Neumann-Jähnke: Ich war erstmal schockiert, traurig, ratlos. Die Ärzte haben mir empfohlen, mich nach einem Pflegeplatz umzusehen. Dazu konnte ich mich nur schwer entscheiden, denn ursprünglich hatte ich meiner Mutter versprochen, sie im Alter bis zum Schluss bei mir wohnen zu lassen. Ich war traurig, das Versprechen brechen zu müssen. Meine Mutter nahm es relativ gelassen. Hilfreich für mich waren die Gespräche mit dem Sozialen Dienst aus dem Krankenhaus und Kontakte zum Altenheim.

S. Neumann-Jähnke: Wenn abzusehen ist, dass ein Angehöriger zum Pflegefall wird, sollte man sich rechtzeitig Altenheime ansehen und miteinander vergleichen.

Wie kam es zur Anmeldung?


Zitat:

Altenwohnungen " Zum Evangelischen Altenzentrum gehören 36 Altenwohnungen. Wenn Sie Fragen haben oder sich anmelden wollen, dann erreichen Sie mich an den Wochentagen in der Zeit von 9.00 - 12.00 Uhr unter der Rufnummer 02433/9091-612. Ich berate Sie gerne. Bewohner der Altenwohnungen werden bevorzugt behandelt, wenn der Umzug in ein Altenheim ansteht. Ein Hausnotruf inklusive Funkfinger und mit Anbindung an unser Haus ist in den Kosten enthalten und gehört zum Standard. Das Mittagessen kann über das Haus bezogen werden. Auch die Teilnahme an großen Festen, wie dem Sommerfest, dem Bunten Nachmittag, dem musikalischen Nachmittag oder dem Erzählcafe, sind im Angebot enthalten. Aushänge informieren über die aktuellen Veranstaltungen.

Info :

Transparenz Die neuesten Veränderungen sowie die Termine im Haus erfahren Sie durch die monatlich erscheinenden Hausnachrichten, die vom Geschäftsführer herausgegeben werden. Außerdem werden Infoabende zu Themen rund um die Altenpflege wie z.B. Sturzprophylaxe, Demenz oder Ernährung angeboten. Informieren können Sie sich auch bei Angehörigenabenden oder in der Gruppe der pflegenden Angehörigen (siehe unten). Eine Heimzeitung erscheint dreimal im Jahr. Sie kann auch auf unserer Internetseite abgerufen werden. In jedem Bewohnerzimmer befindet sich ein roter Ordner, die sogenannten Hausinformationen. Mit diesem Leitfaden möchten wir dem neuen Bewohner die Eingewöhnung in die neue Umgebung erleichtern und praktische Informationen zu Abläufen im Haus geben. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)


Service:

Treffen der pflegenden Angehörigen Angehörige sind in der Regel die wichtigsten Bezugspersonen für demenzerkrankte Bewohner. Sie bleiben damit pflegende Angehörige, auch wenn der größte Teil der Pflegetätigkeiten durch unsere Mitarbeiter geleistet wird. Sie stehen im engen Kontakt mit unseren Mitarbeitern und überlegen mit ihnen gemeinsam, was ihren Angehörigen gut tut. In vielen dieser Gespräche haben wir festgestellt, dass die zunehmende Demenz des Bewohners bei seinen Angehörigen Unsicherheit, Traurigkeit und manchmal Wut auslöst. Typische Fragen, die (sich) pflegende Angehörige stellen sind: Mein Angehöriger fragt mich mehrmals hintereinander das gleiche. Wie oft und was sollte ich antworten? Mein Angehöriger erzählt mir oft Dinge, die nicht wahr sein können. Soll ich widersprechen? Es ist schwer mit anzusehen, wie mein Angehöriger zunehmend verwirrter wird und sich so sehr verändert. Wie kann ich damit umgehen? Was kann ich für meinen Angehörigen tun? Woran kann ich erkennen, ob es ihm gut geht, wenn er es mir nicht mehr sagen kann? Meine Bekannten können meine Sorgen und Entscheidungen oft nicht verstehen. Mit wem kann ich reden? Darum haben wir ein monatliches Treffen mit Fachvorträgen eingerichtet, wo wir uns mit den Angehörigen zu diesen Dingen austauschen. Anette Karsch (Pflegedienstleitung)

Info :

Angehörige bei uns im Haus Angehörige sind bei uns gerne gesehen und werden in Entscheidungen einbezogen. Selbstverständlich können sie auch Speisen und Getränke mitbringen. Wir möchten Sie jedoch bitten, dies mit der Wohnbereichsleitung abzustimmen, da wir einerseits die Gesundheit des Bewohners im Auge haben und andererseits auf Hygienebestimmungen achten müssen. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Weiterführende Materialien: Hausnachrichten Heimzeitung Hausinformation Internetpräsenz (www.evaltenzentrum-hueckelhoven.de)


50 Jahre im Altenzentrum Ingeborg Müller hat ein Zuhause gefunden. Interessiert verfolgt Ingeborg Müller, 86 Jahre alt, das Geschehen beim türkischen Nachmittag. Die Tabletts mit Kerzen, die bunten Kleider und auch der Hennatanz, der in der Türkei bei Hochzeiten vorgeführt wird, zaubern ihr immer wieder aufs Neue ein Lächeln ins Gesicht. Am 01. Oktober feiert sie ihr 50-jähriges Jubiläum, eine ungewöhnlich hohe Zahl. Doch wer jetzt denkt, „Die Arme!“, der täuscht sich. Denn wenn man sie so in ihrem Rollstuhl sitzen sieht, mit begeistert glänzenden Augen und fröhlich lachend, spürt man, dass sie zufrieden ist mit sich und der Welt. Im Laufe der Jahre wurde das evangelische Altenzentrum ihr ein richtiges Zuhause. Ihr Zimmer, ihr Flur, der Speisesaal, die kleine Wohnbereichsküche, die Leute um sie herum sind ihr vertraut. Ingeborg Müller wurde 1922 in Berlin geboren. Mit drei Jahren erkrankte sie an Mumps und verlor so die Fähigkeit, zu hören und zu sprechen. Da ihre Mutter sie nicht versorgen konnte, lebte sie schon in früher Kindheit in einem Altenheim. Nach dem Tod ihrer Mutter zog sie ins Altenzentrum Hückelhoven, da ihr Bruder in Linnich wohnte. Als das Altenzentrum 1954 eröffnet wurde, lebten dort um die dreißig Bewohner/innen. Der erste Heimleiter, Diakon Erich Höbig, nahm Ingeborg Müller auf. Sie war damals 36 Jahre alt. Otto Heinecke, sein Nachfolger, erinnert sich noch genau an ihre Aufnahmenummer: die 146. Doch Ingeborg Müller war jedoch nicht nur eine Zahl. Mitarbeiter und Bewohner lebten zusammen in einem Haus, man kochte, wusch, aß und putzte gemeinsam, jeder nach seinen Möglichkeiten. Dabei war sie nie alleine, sie kannte alle Mitarbeiter und Bewohner, viele Nachbarn und Gäste und wurde wöchentlich vom Hausvater besucht. Bis vor fünf Jahren konnte Frau Müller mithilfe eines Rollators gehen, was sie auch gerne und oft bei Spaziergängen im Freien tat. Außerdem liebte sie es, Mensch-ärger-dich-nicht zu spielen, mit Brille und Lupe Zeitung zu lesen und Fernsehn zu gucken. Bis heute ist sie an ihrer Umwelt interessiert und freut sich, wenn sie in der Gemeinschaft feiern kann. Sie kann aber auch sagen, wenn sie etwas nicht will. Dazu gehört auch das „snoezelen“. Da sie nur minimal hören und sehen kann, kann sie ohnehin nur einen Bruchteil ihrer Umgebung wahrnehmen. Auch in ihrer Motorik ist sie eingeschränkt und seit fünf Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. Beim Snoezelen werden weitere Eindrücke ausgeblendet. Gerade das kann Ingeborg Müller nicht gebrauchen. Sie liebt Spazierfahrten und Unterhaltungsangebote und nutzt alle Gelegenheiten, bei denen etwas zu sehen ist. An ihrem persönlichen Ehrentag freut sie sich auf ein gemeinsames Kaffee trinken mit Menschen, die ihr heute nahe stehen und den früheren Hauseltern, Inge und Otto Heinecke, die sie lange Zeit auf ihrem Lebensweg begleitet haben. Ihr Durchhaltevermögen wird mit einer Urkunde und einem großen Blumenstrauß belohnt! Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Zitat:

Leben wie zu Hause " Als ich merkte, dass ich nicht mehr alleine zu Hause wohnen konnte, habe ich mich entschieden, ins Altenzentrum zu gehen. Ich wohne gerne hier. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich mich bewusst für ein Heim entschieden habe und Zeit hatte, viele liebe Leute und die Umgebung kennenzulernen. Für mich ist das Evangelische Altenzentrum ein Zuhause geworden." Lisbeth Kant


Welche Möglichkeiten bietet mir die Umgebung der Einrichtung? Als Praktikantin im Evangelischen Altenzentrum Hückelhoven weiß ich, dass das Leben für die Bewohner so angenehm wie möglich sein soll. Alles spielt hierbei eine Rolle: das Essen, die Mitarbeiter, die Einrichtung, aber auch die Umgebung. Meiner Meinung nach erfüllt das Evangelische Altenzentrum alle Aspekte. Besonders hervorzuheben ist der schöne Standort, da das Altenzentrum auf der einen Seite mitten im Zentrum von Hückelhoven liegt, aber auf der anderen Seite eine ruhige Lage im Grünen hat. Somit können die Bewohner gut alle wichtigen Geschäfte und Verbindungen erreichen, aber werden dennoch nicht vom Stadtlärm gestört. Zu meiner wöchentlichen Aufgabe gehört es, mit Bewohnern kleinere Einkäufe zu erledigen. Aufgrund der guten Lage brauche ich nur wenige Meter, um auf der Parkhofstraße mit allen nötigen Geschäften zu sein. Da die Einkaufstraße gleichzeitig eine Einbahnstraße ist, ist der Verkehr dort auch geringer und langsamer (Tempo 30), was dazu beträgt, dass es wesentlich sicherer ist, als auf einer normalen Verkehrsstraße. Egal ob Apotheke, Post, Schreibwarengeschäfte oder Drogeriemärkte, alles ist schnell erreichbar. Auch zum Supermarkt oder zum Bäcker ist es nicht weit. Und falls ein Bewohner mal neu eingekleidet werden soll, muss man nicht extra in eine größere Stadt fahren, da auch im Hückelhovener Zentrum viele Läden für neue Bekleidung sind. Des Weiteren gibt es jeden Freitag einen Markt, bei dem der Bewohner auch frische Lebensmittel kaufen kann. Doch der Standort des Altenzentrums bietet nicht nur Einkaufsmöglichkeiten, sondern auch viele weitere Freizeitangebote. So kann man sich auch mal in ein Café setzen und etwas trinken oder eine Kleinigkeit essen. Und auch an Abendvorstellungen mangelt es nicht. In der nahe gelegenen Aula werden des Öfteren kleine Konzerte gegeben oder Comedians (Markus Maria Profitlich, etc.) gezeigt, sodass auch hier für die Bewohner die Möglichkeit besteht, außerhalb des Altenzentrums an Vorstellungen teilzunehmen. Und interessiert sich ein Bewohner für Theater, so kann er die Aufführungen der Literaturkurse des Gymnasiums ansehen, die jeden Sommer gezeigt werden. Da die Schule direkt neben dem Altenheim liegt, ist der Weg nur ein Katzensprung. Als Praktikantin bin ich froh darüber, dass es so viele verschiedene Möglichkeiten für die Bewohner im Evangelischen Altenzentrum gibt. Und da Hückelhoven immer weiter ausgebaut und erneuert wird, bin ich voller Zuversicht, dass unsere Bewohner es bald noch viel schöner in Hückelhoven haben werden, als es jetzt schon ist. Julia Küppenbender (Praktikantin Sozialer Dienst)

Wo kann ich parken? „Hat ihr Altenzentrum auch Parkplätze für seine Bewohner?“, fragte ein 84 jähriger Mann am Telefon. Er interessierte sich für einen Heimplatz. Natürlich können wir einen Parkplatz zur Verfügung stellen. Allerdings kann man alle Geschäfte, Ärzte oder auch das Rathaus zu Fuß erreichen, da unser Altenzentrum mitten im Stadtzentrum Hückelhovens liegt. Die hervorragende Lage und die vor dem Haus gelegene Bushaltestelle überzeugten den Mann. Er wohnt seit zwei Jahren sehr zufrieden bei uns in einem gemütlich eingerichteten Einzelzimmer. Das Auto hat er inzwischen verkauft. Markus Lowis (Geschäftsführer )


Zitat: Hedwig Schulte (Bewohnerin, WB II)

Am Brunnen vor dem Tore Ab und zu mal vor die Tür zu gehen tut gut. Besonders vor dem Haus am Brunnen ist es sehr gemütlich. Da kann ich das Sonnenlicht genießen. Auch im Winter, wenn es nicht zu kalt ist, kann ich mich dort hinsetzen. Wenn es kalt ist, ziehe ich mir was Warmes an oder man singt sich gemeinsam warm.

Zitat: Annegret Spichartz (Angehörige)

Unsere erste Wahl Für uns war das Evangelische Altenzentrum erste Wahl wegen der günstigen, ruhigen Lage mitten in dem für meine Mutter gewohnten Hückelhovener Zentrum und wegen einer sehr langen Verbundenheit der Familie Kamp mit der evangelischen Kirchengemeinde, u.a. als Presbyter und Kirchmeister.

Wie kann ich die Kontakte zu meinen Freunden, Bekannten, Angehörigen und ausserhalb des Hauses pflegen? Jeder Stern an der Pinnwand sucht einen lieben Menschen, der Zeit und Lust hat, eine gute Tat zu tun. Dort hängen alle Aktivitäten, bei denen wir tatkräftige Unterstützung brauchen. Z.B. bei Ausflügen oder bei Veranstaltungen. „Hallo, hier ist Monika, am Mittwoch möchten wir einen Ausflug zum Ratheimer See machen, ich wollte mal fragen ob Sie Zeit haben, uns zu begleiten…..“ Einen großen Vorteil sehe ich darin, dass die vielen Veranstaltungen eines Monats auf einen Blick ausgehängt werden und der Helfer sich aus dieser Auswahl selbst entscheiden kann, ob er zum "Sternenpflücker" wird. Auch für mich brachte die Sternenwand Vorteile, da viele Telefonate entfielen. Über 50 ehrenamtliche Helfer fühlen sich bei uns zu Hause und geben unseren Bewohnern ein großes Stück Geborgenheit und ermöglichen viele Freizeitangebote. Wir sind sehr dankbar für alle, die uns ihre Zeit schenken. So gibt es Einzelbetreuung, Gymnastik, Töpfern, Begleitung bei Ausflügen, Cafeteria, Bingo, Singen, Marktgang, Hospizhelfer, Hilfe bei Veranstaltungen. Monika Kelzenberg (Sozialer Dienst)


Teil vom Ganzen Seit über 50 Jahren ist das Evangelische Altenzentrum für die Menschen in Hückelhoven und Umgebung ein wichtiger Begleiter beim Älterwerden. Und wie bei einem Puzzle greifen seine verschiedenen Angebote ineinander und geben sich gegenseitig Halt. Und das ist es, was das Evangelische Altenzentrum so besonders macht und was ich als Bürgermeister so schätze. Durch viele ehrenamtliche Helfer, junge Menschen aber auch Mitbürger bis ins hohe Alter, die ihre Verbundenheit mit der Einrichtung zum Ausdruck bringen, können die Bewohnerinnen und Bewohner am kulturellen Leben der Stadt teilnehmen und werden so in das städtische Leben integriert. Hierdurch bleibt der Bezug zum Ort ständig frisch. Diese Aktivität wird von Seiten der Stadt mit einer Festpreisgarantie bei kulturellen Veranstaltungen in der Aula unterstützt. Zudem besteht zwischen dem Altenzentrum und der Stadt im Bereich von Kindergarten und Schule eine enge Zusammen- arbeit. So finden zwischen dem Familienzentrum Traumland und dem Altenzentrum gegenseitige Besuche z.B. zu St. Martin oder zum Zuckerfest statt. Bernd Jansen (Bürgermeister der Stadt Hückelhoven)

Die Kirchengemeinde und das Evangelische Altenzentrum sind einander sehr verbunden und sind sich nicht nur räumlich sehr nah. Viele Gemeindeglieder, die in der Kirchengemeinde ehrenamtlich mitarbeiten, tun dies auch im Altenheim. Viele Gemeindeglieder wählen ganz bewusst, wenn sie ein Altenheim aussuchen, das evangelische Altenheim. Die christliche, die evangelische Ausprägung bildet da, trotz der immer mehr zunehmenden Verwaltungsangelegenheiten einen Schwerpunkt. Gefeiert wird in guter Nachbarschaft mit gegenseitiger Hilfe, sei es bei Sommerfesten, Karnevalfeiern, Gemeindefest und Gottesdiensten u.v.m.. Konfirmandengruppen besuchen regelmäßig das Altenheim und erhalten so einen Einblick in die Betreuung von Senioren. „Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Dieses Wort aus dem Psalm 124 begleitete die Grundsteinlegung 1952 und begleitet die Bewohner(innen), Mitarbeiter(innen) und Gemeindeglieder bis heute. Irene Schlawin (Pfarrerin) und stellvertretende Vorsitzende des evangelischen Vereins für Altenhilfe e.V.


Spezialitäten des Hauses:

Kooperationen „Die soll ich heiraten? Die hat Segelohren wie ein Henkeltopf!“ empört sich Prinz Benedikt alias Onur Ozüsaglan, 12 Jahre alt, unter dem Gelächter der Bewohner und Bewohnerinnen aus dem Evang. Altenzentrum Hückelhoven. Gezeigt wurde das Theaterstück „Die Prinzessin auf der Erbse“ unter der Leitung der Lehrerin Margret Jansen. Schon lange probten die Schüler für die Aufführung, die bis jetzt nur als Probe in der Schule selber gezeigt wurde. Requisiten, Kostüme und Bühnenbild wurden von den Schülern der Arbeitsgemeinschaft eigenständig gestaltet oder zusammengetragen. Margret Jansen, die den Neigungsunterricht mit den Schülern der 5. und 6. Klassen leitet, äußerte sich nach der Aufführung im Evangelischen Altenzentrum begeistert von dem Engagement der Schüler bei den Vorbereitungen und der Aufführung selbst. Auch die Bewohner und Gäste aus dem Evangelischen Altenzentrum waren begeistert und bedankten sich mit einem lang anhaltenden Applaus bei den Akteuren. Darüber hinaus überreichten Anna Förster und Marianne Horvath, beide Bewohnerinnen, Blumen und „Merci“ als kleines Dankeschön. Infos zur Zusammenarbeit Seit Jahren arbeiten die Hauptschule und das Altenzentrum zusammen. Jeden Donnerstag kommen 12 Schüler der Klasse 10 ins Haus. Zu ihren Aufgaben im Rahmen eines Praktikums gehören Einzelbetreuungen, Spielan-gebote, Hilfestellungen bei Gruppenangeboten, Begleitung zum Arzt, Einkäufe und vieles mehr. Schüler der Gruppe „Türkische Folklore“ bereicherten Veranstaltungen im Altenzentrum mit ihren Tänzen. Einmal im Jahr gestaltet die Schule darüber hinaus ein Nachmittagsprogramm in der Schule für die Bewohner und Bewohnerinnen des Altenzentrums. Beim Neujahrsempfang 2010 wird die Kooperation mit dem Regenbogenkindergarten und den Schulen im Mittelpunkt stehen. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Info :

Begegnung zwischen Jung und Alt Von der Grundschule werden wir in der Adventszeit zum weihnachtlichen Singen eingeladen. Auch zur Peter-Jordan Schule und der Hauptschule in Ratheim gibt es gute Kontakte, sodass viele Schüler als Praktikanten zu uns kommen. Jeden Dienstagnachmittag laden wir zum gemeinsamen Spielen mit den „Kleinen“ vom Gymnasium in die Cafeteria ein. Auch wir sind gern gesehene Gäste im Gymnasium. Zu vielen Veranstaltungen, wie Aufführungen der Theater- und Zirkus AG, sind wir herzlich willkommen. Für den Geschichtsunterricht in den verschiedenen Schulen werden oft Zeitzeugen gesucht. Hier sind die Bewohnerinnen und Bewohner oft die richtigen Ansprechpartner. So kommen ab und an Schulklassen zu uns ins Haus und bringen viele Fragen mit. Kein Geschichtsbuch könnte sie lebendiger beantworten. Hin und wieder werden wir auch von Konfirmandengruppen der Kirchengemeinde besucht. Monika Kelzenberg (Sozialer Dienst)


Spezialitäten des Hauses:

Ausstellungen „Eine Ausstellung im Altenheim? Was soll denn das?“ Ausstellungen, egal ob mit Bildern, Skulpturen, Briefmarken, Krippen, Radios, alten Handwerkern, Korbmachern, werden gemacht, weil Menschen sich dafür interessieren. Sie finden da statt, wo Leben ist. Dabei kann man sicher darüber streiten, was schön ist. Passt ein Aktfoto in ein Altenheim oder besser ein Stillleben? Ausstellungen ermöglichen Begegnungen. Menschen aus der Gemeinde, oder solche, die sich für das Thema interessieren, kommen ins Haus. Ausstellungen geben im Haus einen Anlass zum Gespräch. „Also das ist doch keine Kunst, das sind doch nur Farbkleckse.“ „Warum holt ihr den ganzen Müll ins Haus?“, heißt es manchmal über unsere „Schätzchen“, wie z.B. alte Nähmaschinen. Ausstellungen verändern das Altenheim, geben der Umgebung für eine Zeit eine neue Note. Aus einer Ausstellung können sich viele neue Dinge entwickeln: Wir fahren in ein Atelier und sehen zu, wie Skulpturen aus Speckstein gearbeitet werden. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Zitat: Liesel Hagen (Künstlerin)

Ausstellungen Für mich als Künstlerin war die Arbeit mit den Bewohnern sehr bereichernd. Die meisten von ihnen zeigten großes Interesse. Einige wollten vor lauter Freude gar nicht mehr aufhören zu malen.

Spezialitäten des Hauses:

Arbeitskreis Sozialer Dienst Im Wochenplan steht: Schifffahrt auf der Maas mit Bewohnern aus anderen Altenheimen. „Machen alle Altenheime an einem Tag einen Ausflug?“, fragt man sich beim Lesen. Doch die „alteingesessenen Bewohner“ wissen, was gemeint ist. Die Sozialen Dienste aus acht Altenheimen aus der Region haben sich zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen. Erfahrungen werden ausgetauscht, aber auch Materialien und Ideen. Reihum laden die Altenheime zu Veranstaltungen ein. Das ist interessant und spart auch Kosten. Die Bewohner sammeln neue Eindrücke und treffen vielleicht ein altbekanntes Gesicht von früher wieder. Einmal im Jahr wird ein gemeinsamer Ausflug gemacht. Damit man nicht die Übersicht verliert, fährt jedes Haus mit einem Kleinbus, 6-7 Bewohner können mit. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)


Was muss an Formalitäten vor dem Einzug geklärt sein? Bei einer Heimaufnahme fallen viele Anträge und Formalitäten an. Für Angehörige ist dies ein riesiger „Wirrwarr“ und öfters fühlen diese sich verloren. Darum bietet die Verwaltung vor einer Heimaufnahme entsprechende Unterlagen des Qualitätsmanagements an, um die Verwandten eines neu anstehenden Bewohners zu unterstützen. In diesen Unterlagen wird aufgezeigt, was durch die Betreuer/Bevollmächtigten/Angehörigen erledigt werden muss. Entsprechende Gespräche werden zusätzlich geführt. Oft wird von Angehörigen gefragt, wie der Vater oder die Mutter eine Pflegestufe oder Heimbedürftigkeit erhalten könne. Hierfür muss ein entsprechender Antrag auf Leistung der Pflegeversicherung bei der Pflegekasse gestellt werden, auch mit Bitte auf Ausstellung einer Notwendigkeitsbescheinigung. Dies alles erfolgt über den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, mit einem dazugehörigen Besuch zur „Begutachtung“. Falls weitere Hilfestellungen seitens der Verwaltung benötigt werden, versuchen wir diese per Telefon, Fax oder Schreiben zu geben (je nach Vorgang und Möglichkeit). Grit Klein (Verwaltung)

Info :

Was ist für die Heimaufnahme wichtig? Wichtig sind vollständige Unterlagen, sonst kann es zu Verzögerungen bei der Heimaufnahme kommen. Konten der Bewohner sollten, sofern sie keine Selbstzahler sind, aufgelöst werden. Das muss jedoch der Angehörige/Betreuer/ Bevollmächtigte selbst erledigen. Falls ein zukünftiger Bewohner keine Angehörigen hat, kann eine Betreuung eingerichtet werden (evtl. auf dem Wege einer einstweiligen Anordnung). Des Weiteren muss die Kostenfrage geklärt werden. Kann der Bewohner die Kosten selber tragen oder nicht? Grundsätzlich sind auch Kinder gegenüber den Eltern unterhaltspflichtig. Sie müssen ihre Vermögensverhältnisse offenlegen, wenn Sozialhilfe beantragt wird. Das Sozialamt rechnet aus, ob und wie viel Unterhalt die Kinder zu zahlen haben. Zu erst einmal ist wichtig, dass ein Antrag auf vollstationäre Pflege bei der Pflegekasse gestellt oder/und die Notwendigkeitsbescheinigung beantragt wird.Auch muss eine Bescheinigung „frei von ansteckenden Krankheiten“ oder der Überleitungsbogen mit einem entsprechenden Vermerk vorliegen. Wenn die Pflegekosten nicht mit eigenen Mitteln getragen werden können, muss ein Antrag auf Übernahme der nicht gedeckten Heimpflegekosten beim Sozialamt gestellt werden. Bezüglich der monatlich anfallenden Rechnungen wird zwischen Selbstzahlern und Nichtselbstzahlern unterschieden. Wir erstellen am Anfang eines Monats unsere Pflegekostenrechnungen im Voraus und senden sie an die Selbstzahler. Die Bezahlung erfolgt dann per Überweisung oder Lastschrift. Für unsere Sozialhilfeempfänger ist die Berechnung intern über die Abrechnungen mit den Sozialämtern geregelt. Für sie gibt es einige Zuschüsse. Wie z.B. Wohngeld, welches bei der entsprechenden Wohngeldstelle in der Stadtverwaltung beantragt werden kann. Und auch Pflegewohngeld und Bekleidungshilfe kann bei den zuständigen Sozialämtern beantragt werden. Grit Klein (Verwaltung)


Info :

Was ist Betreuung? Von Betreuung betroffen sind Erwachsene, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr erledigen können. Dann wird vom zuständigen Vormundschaftsgericht eine Betreuung eingerichtet. Das kann ein Familienangehöriger, Bekannter, Vereinsbetreuer oder Berufsbetreuer sein. Wenn jedoch eine Person bevollmächtigt wurde (Vorsorgevollmacht), wird ein Betreuer von Amts wegen nicht bestellt. Eine rechtliche Betreuung kann eine große Hilfe sein, wenn es darum geht, Behördengänge und finanzielle Angelegenheiten zu regeln. Die Betreuungsbestellung ist keine endgültige Angelegenheit. Der Betroffene kann beim Vormundschaftsgericht die Prüfung und Aufhebung der Betreuung beantragen. Das Gericht ist verpflichtet, der Prüfung nachzukommen. Von sich aus prüft das Gericht spätestens nach sieben Jahren, ob die Betreuung unverändert fortzuführen ist. Fällt der Handlungsbedarf für eine Betreuung weg, ist die Betreuung vom Gericht aufzuheben. Doris Hofer (Berufsbetreuerin)

Info : Patientenverfügung

Selbstbestimmung Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstbestimmung. Aber was ist, wenn ich einen Unfall habe, krank werde oder in Folge meines Alters nicht mehr in der Lage bin, meinen Willen zu äußern? Für den Fall kann man vorsorgen: 1. Die Betreuungsverfügung 2. Die Patientenverfügung (das sogenannte Patiententestament) 3. die Vorsorgevollmacht. Entscheiden Sie selbst, welche Art der Verfügung bzw. Vollmacht für Sie das Richtige ist,. Wir beraten Sie gern.


Vor einem Einzug sollte ein Angehöriger mit seinem Verwandten über die Möglichkeit eines Altenheims sprechen. Es ist von Bedeutung, dass der ältere Mensch nicht das Gefühl bekommt, aus solchen Entscheidungen ausgeschlossen zu werden. Wichtig ist, dass man immer mit einem Lächeln zu Besuch kommt. Der Bewohner soll das Gefühl erhalten, dass sein Angehöriger auch gerne kommt und es nicht als Pflicht ansieht, ihn zu besuchen. Sonst hat er schnell das Gefühl, eine Last zu sein. Die Stadt vor der Tür bietet viele Möglichkeiten. Natürlich kann man den Bewohner auch mal mit nach Hause nehmen. Jedoch sollte man dies vorher mit dem jeweiligen Wohnbereich absprechen, damit dieser über den Aufenthaltsort informiert ist. Falls man etwas zu Essen mitnehmen möchte, um einen Nachmittag im Altenheim schön zu gestalten, ist es wichtig, dass es keine Lebensmittel mit Sahne sind, da die Gefahr zu groß ist, dass irgendwelche Salmonellen übertragen werden. Bei Entscheidungen, die den Bewohner betreffen, wird der Angehörige mit einbezogen, so dass er über jede Angelegenheit informiert ist. Ganz wichtig ist, dass man seinem Verwandten im Altenheim ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit gibt. Man sollte sich aber auch vor Augen führen, dass man als Angehöriger oft die Verbindung zwischen Pflege- und Verwaltungspersonal und dem Bewohner ist. Somit ist es wichtig, dass man auffällige Angelegenheiten dem Personal meldet. Dass andererseits natürlich auch das Personal mit den Angehörigen über die Pflege und Betreuung spricht. Helgard Schuhmacher (Betreuerin)

Weiterführende Materialien: Handbuch Qualitätsmanagement Einzugsmappe

Welche Gesetze/Verordnungen gelten hier und wer überprüft die Einhaltung? Info :

Interne Prüfungen Zu den offiziellen Prüfungen führen wir zusätzlich interne Prüfungen durch. Diese finden durch Visiten, Beschwerdemanagement, Datenschutzaudit, Arbeitssicherheitsausschuß, Qualitätszirkel, Controlling (Finanz- und Personalkennzahlen) oder Befragungen der Kunden statt. Markus Lowis (Geschäftsführer)

Weiterführende Materialien: Befragungsergebnisse (Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter) können beim Geschäftsführer eingesehen werden


Welche Kosten kommen auf mich zu? Mit den Pflegekosten wird für Pflege, Unterkunft, Verpflegung und die Investitionskosten (Reparaturen, etc.) gezahlt. Der Rest fällt unter private Kosten und muss im Falle eines Selbstzahlers vom Bewohner oder vom Angehörigen selber getragen werden. Zu den privaten Kosten gehören z.B. Frisör, Fußpflege, Ausflüge, privates Telefon und GEZ-Gebühren. Für Sozialhilfeempfänger gibt es einen Barbetrag, so genannte „Taschengeld“, den das Sozialamt festlegt. Grit Klein (Verwaltung)

Interview mit dem Geschäftsführer Markus Lowis

Warum ist ein Heimplatz eigentlich so teuer? Was kostet ein Heimplatz und wie kann er bezahlt werden? Lowis: Das kann man nicht pauschal sagen. Die Pflegestufe entscheidet über den Endpreis! Zieht ein Bewohner mit Pflegestufe I ins Haus, so berechnen wir zurzeit ca. 2400 Euro im Monat. Davon übernimmt die Pflegekasse ca. 1000 Euro. Der Differenzbetrag wird über die Rente, Ersparnisse oder sonst über einen Sozialhilfeantrag aufgebracht. Niemand muss sich schämen, wenn er einen Beihilfeantrag beim Sozialamt stellt. Wussten Sie, dass 50 % aller Altenheimbewohner Zuschüsse über die Sozialhilfe beziehen?! Viele Menschen fühlen sich vor den Kopf gestoßen, wenn sie die Höhe der Preise hören und finden sie „überzogen“. Warum ist ein Platz im Altenheim so teuer? Lowis: Eigentlich sind die Preise zu niedrig, wenn man überlegt, woraus sich die Kosten zusammensetzen: Warmmiete für einen Wohnraum mit Gemeinschaftsräumen, Speisen und Getränke auch zu feierlichen Anlässen, Reinigung der Zimmer, eine 24- Stunden Betreuung durch Fachkräfte, medizinische Betreuung und Versorgung, vielfältige Freizeitangebote, Hausmeisterservice, Instandsetzungskosten, Renovierung und vieles mehr. Das heißt, das Geld reicht nicht? Lowis: Wir wirtschaften so, dass es reicht. Für 106 Bewohner arbeiten zurzeit über einhundert Köpfe. Das Evangelische Altenzentrum ist nicht gewinnorientiert. Gehen wir aus einem Wirtschaftsjahr mit einem Plus heraus, wird das Geld zurückgeführt und in Verbesserungsarbeiten am Gebäude investiert. Das ist nicht immer der Fall. Steigen die Personal- und Pflegesatzkosten, müssen die Heimkosten erhöht werden. Auch die Ergebnisse der Pflegesatzverhandlungen und die Erhöhungen der Pflegestufe nehmen Einfluss auf die tatsächlichen Heimkosten. Was geschieht, wenn sich meine Pflegestufe verändert? Lowis: Wenn sich der Hilfebedarf des Bewohners auf Dauer verändert, wird der Bewohner bzw. sein Betreuer gebeten, einen Höherstufungsantrag zu stellen. Bei Bedarf wird ein Antrag beim Sozialamt gestellt. Eine Teilnahme der Angehörigen bei der Überprüfung des Antrags durch den Medizinischen Dienst ist nach Absprache möglich.

Weiterführende Materialien: Einzugsmappe


Wie groß ist die Einrichtung eigentlich und wie ist sie ausgestattet? „Dennis, kannst du Frau Oymann bitte nach unten zum Frisör bringen?“ Mein zweiter Tag als Zivildienstleistender. Gott sei Dank weiß Frau Oymann, wo sie hin möchte. In den ersten Tagen hab ich mich immer wieder verlaufen. 74 Einzel- und 16 Doppelzimmer plus Cafeteria, Andachtsraum, Konferenzraum…. Jeder der drei Wohnbereiche hat seinen eigenen Stil. Im „Dorf“ dominieren die rustikalen Möbel und das alte Radio aus den 50er Jahren. Von hier aus hat man auch Zugang zum hauseigenen Garten, der speziell für demente Bewohner angelegt ist. Andere Bereiche haben ebenfalls ihren eigenen Charakter. Jeder Bewohner kann eigene Möbel mitbringen, nur das Pflegebett ist „Vorschrift“. Das Haus wurde in den 50er Jahren gebaut und seitdem immer wieder erweitert. Darum sind die Zimmer ganz verschieden. Einige haben einen Balkon. Wenn ein neuer Bewohner einzieht, sieht man Tage vorher die Angehörigen mit dem Zollstock bewaffnet über den Flur gehen. Je nach Zimmer wird ausgemessen, welche Möbel ins Zimmer passen und wie sie angeordnet werden. Dennis Vieten (Zivildienstleistender im Sozialen Dienst)

Info :

Sicherheit Am Empfang steht ein Mitarbeiter für Auskünfte zur Verfügung. Außerdem werden Bewohner, die sich dort aufhalten, mit Getränken versorgt. Die Seiteneingänge sind verschlossen, werden per Videoüberwachung beobachtet und bei Bedarf per Knopfdruck geöffnet. So wissen wir, wer das Haus betritt und wer es verläßt. Ruth Schmitz (Hauswirtschaftsleitung)

Info :

Hauseigenes Reinigungsteam Pünktlich zum Frühjahrsputz 2009 startete das hauseigene Reinigunsgteam unter meiner Leitung. Zu unseren Aufgaben gehört das Reinigen der Bewohnerzimmer, der Fenster und das Auswaschen der Schränke in regelmäßigen Abständen. Wir setzen umweltschonende Arbeits- und Reinigungsmittel, die zudem den hygienischen Erfordernissen entsprechen, ein. Der Reinigungsplan wird, so gut wie möglich, auf die individuellen Lebensgewohnheiten und Bedürfnisse der Bewohner im Haus abgestimmt. Haben Sie Fragen oder eine Anregung, so erreichen Sie mich unter der Telefonnummer 02433/ 90 91 716. Birgit Stommel (Leitung der hauseigenen Reinigung)


An wen kann ich mich wenden, wenn ich Fragen habe oder mich beschweren möchte? Heimbeiratsmitglieder hören und sehen Vieles, sei es im Wohnbereich, bei den Veranstaltungen oder bei den Mahlzeiten. „Meine schwarze Hose ist noch immer nicht aus der Wäsche zurück.“ „Ich möchte nicht neben Herrn Winter sitzen, der schmatzt.“ „Das Fleisch kann ich nicht kauen, es ist zu hart.“ Heimbeiräte sollen ein Sprachrohr für alle Bewohner sein und zwischen Mitarbeitern und Bewohnern vermitteln. Findet sich keine Lösung, ist immer noch der Geschäftsführer als Ansprechpartner da. Die fünf Heimbeiratsmitglieder sind hier im Haus wichtig. Das hat Tradition. Die Geschäftsführung informiert in den monatlich stattfindenden Sitzungen über Neuerungen, Anschaffungen und auch die finanzielle Lage. Schon vor zehn Jahren sind die ersten Heimbeiräte nach Aachen gefahren, um sich dort für ihre Aufgaben bei der Caritas schulen zu lassen. Daraus hat sich ein eigenes Selbstbewusstsein entwickelt. Sie wissen: „Hier sind wir gefragt und haben etwas zu sagen.“ Dazu gehört auch, dass sie sich bei den Mitbewohnern informieren. Alle vier Wochen bietet der Heimbeirat eine Sprechstunde an. Zusätzlich gehen die Heimbeiratsmitglieder über die Wohnbereiche und informieren sich. Auch sonst haben sie Einfluss im Altenzentrum, sei es durch die Mitarbeit im Qualitätszirkel oder bei der Redaktion der Heimzeitung. Erstmals haben sich ehrenamtliche Mitarbeiter in den Heimbeirat wählen lassen. Auch sie sind eine Bereicherung, denn sie lenken den Blick auf andere Fragen. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Info :

Beirat Der Beirat wird für zwei Jahre gewählt. Er besteht bei uns im Haus aus fünf Personen, die sich in regelmäßigen Abständen zusammensetzen und über Probleme sprechen oder Verbesserunsvorschläge machen. Der Geschäftsführer informiert das Gremium regelmäßig. Alle zwei Jahre gibt der Beirat beim Neujahrsempfang seinen Rechenschaftsbericht ab. Jedes Mitglied bringt sich nach seinen Fähigkeiten und soweit es sein körperlicher und geistiger Zustand zulässt, ein. Neben den Besprechungen bietet der Beirat alle vier Wochen eine Sprechstunde an und geht anschließend über die Wohnbereiche, um auch mit den immobilen Bewohnern zu sprechen. Bei Veranstaltungen im Haus und auch außerhalb vertritt er die Bewohnerschaft. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)


„Bohnen kochen können die hier sowieso nicht . Die Bohnen bei mir zu Hause sahen grün und knackig aus und nicht braun und matschig.“ Frau Ritz redet sich in Rage. „Dann nehmen Sie doch Menü 2. „Kommen Sie doch in unseren Küchentreff.“, sage ich. Sie winkt ab. Frau Hurtz wartet nach dem Essen schon auf mich. Sie hat große Angst, dass ihre Wäsche weg sein könnte. „Ich habe nicht viel gehabt und habe gespart. Ich habe immer schwer arbeiten müssen. Das sind alles meine Sachen. Das wäre für mich arg, wenn die weg sind.“ Wir können sie beruhigen: „Der Bettbezug ist da, er muss nur noch gemangelt werden.“ „Und men Tüt, die hat 10 Pfennig gekostet!“. Die Mitarbeiterin dreht sich um und greift nach einer Plastikeinkaufstüte, auf der mit Filzschreiber geschrieben steht „Frau Hurtz, WB II“. Auf dem Weg zum Empfang treffe ich Frau Giesen. „Gibt es eine Veranstaltung heute Nachmittag?“ Als ich sage, sie könne doch im Wochenplan nachschauen, fließen bei ihr die Tränen. „Ich vergesse so viel“, klagt sie. Ich tröste sie und wir sehen gemeinsam nach. Ein Ausflug zum Aqua Zoo in Düsseldorf steht auf dem Plan. „Fahr ich da mit?“, fragt Frau Giesen. Wir finden heraus, dass sie für diesen Ausflug eingetragen ist. Frau Giesen strahlt. Ruth Schmitz (Hauswirtschaftsleitung)

Wäsche „Hilfe! Unserer Mutter fehlt ein Pullover.“ Die Tochter von Frau Mayer ist ganz aufgeregt, sie spricht eine Pflegerin an und meldet den Verlust des neuen Pullovers. „Den habe ich Mutter zum Geburtstag geschenkt und ihr gleich angezogen. Nun fehlt er.“ „Wie sieht der Pullover aus?“, frage ich. „Hellblau mit einem Reißverschluss.“ Die Pflegerin ruft in der hauseigenen Wäscherei an und meldet den Verlust. Er ist da, Glück gehabt. Die Wäschestücke müssen nämlich gekennzeichnet sein. Wir bügeln den Namen ein. Wir waschen alle maschinen- und trocknergeeigneten Wäschestücke hier im Haus. Ruth Schmitz (Hauswirtschaftsleitung)

Weiterführende Hinweise: Handbuch Qualitätsmanagement Befragungsergebnisse Rechenschaftsberichte des Heimbeirats


Beschwerdemanagement „Kann ich Sie einmal sprechen, Sie sind doch vom Sozialen Dienst?“, mit dieser Frage kommt eine Angehörige auf mich zu. Ihre Mutter sei schon drei Wochen im Haus und nehme an keiner Veranstaltung teil, dabei werde doch so viel angeboten. Wir kommen miteinander ins Gespräch und überlegen, wie wir weiter vorgehen. Wir werden gemeinsam mit der Mutter sprechen und klären, was ihr gefallen könnte. Natürlich haben wir ein Beschwerdemanagement, so will es das Gesetz. Jede Beschwerde wird von uns hauptamtlichen Mitarbeitern schriftlich aufgenommen, an die Leitung weitergereicht und bearbeitet . Einer Meldung über getroffene Maßnahmen geht anschließend an den Beschwerdeführer zurück. Ein "Kummerkasten", der im Flur zum Dorf hängt, ermöglicht es anoanym Anregungen und Probleme an die Geschäftsführung weiterzuleiten. Der Kummerkasten wird alle zwei Wochen geöffnet und bis jetzt regelmäßig genutzt. Meistens werden Beschwerden, Kritik, Anregungen oder Wünsche bei uns im Haus gleich umgesetzt. Wir sind ein kleines Haus und können oft den „kleinen Dienstweg“ gehen. Damit erreichen wir genau das, was der Gesetzgeber auch will: Missstände werden behoben und Wünsche der Kunden umgesetzt, sofern es möglich ist. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst) Die Zufriedenheit der alten Menschen ist das oberste Ziel im Evangelischen Altenzentrum Hückelhoven. Darum führt das Evangelische Altenzentrum seit zehn Jahren Kunden- und Mitarbeiterbefragungen durch und lässt sich von neutraler Stelle mit anderen Einrichtungen vergleichen. Die Ergebnisse werden stetig veröffentlicht und Schwachstellen werden verbessert. Das Motto „Von den besten Ergebnissen lernen“ gibt seither die Entwicklungs-richtung der Einrichtung an. Das „Benchmarking- Zertifikat“ belegt, dass das Altenzentrum einem Vergleich stand hält und als oberstes Ziel die Qualitätsentwicklung zum Wohle des Bewohners hat. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Service:

Haustechnik Ob nun eine Glühlampe ausgewechselt werden muss oder ob der Fernseher nicht richtig eingestellt ist, letztendlich stehen für alle handwerklichen Tätigkeiten Mitarbeiter der Haustechnik zur Verfügung. Kann die Haustechnik nicht weiterhelfen, entscheidet der Hausmeister, ob eine Firma beauftragt werden muss. Dennis Vieten (Zivildienstleistender Sozialer Dienst)


Wer arbeitet hier alles und wer ist für mich zuständig? Die Klingel geht, wieder Zimmer 50. Es ist 6.45 Uhr, Frühdienst, wir sitzen bei der Übergabe mit der Nachtwache. Pflichtbewusst springe ich auf, mache mich auf den Weg zu Frau G. Sie kommt mir mit wankendem Schritt entgegen, aus ihrem Zimmer dringt verbrauchte Luft. Sie ist froh, mit jemandem sprechen zu können und sagt, sie habe Angst. Ich lasse Luft und Licht ins Zimmer, helfe ihr bei der Morgenpflege. Sie wünscht heute ihren blauen Hausanzug. Dann kümmere ich mich um die anderen Bewohner. Frau G. wohnt seit einem halben Jahr bei uns. Am Anfang lag sie den ganzen Tag auf dem Bett. Sie hat sieben Kinder, nur eine Tochter kümmert sich um sie. Sie sagt, ihre Mutter war schon immer schwierig. Ich hole Frau G. zum Frühstück in den Wohnbereich, zu den anderen Bewohnern. Nach Wunsch bekommt sie Weißbrot mit Marmelade und Käse. Sie schaut mürrisch. Ich biete ihr eine Vanillesuppe an, die sie mit Genuss isst. Um 9.45 werden die Bewohner zum Singen abgeholt. Frau G. hat keine Lust, sie will zum Bummeln in die Stadt. Der Bewohnerwille ist für uns maßgeblich. Leider ist nicht immer ein ehrenamtlicher Mitarbeiter da, um solche Wünsche zu erfüllen. Aber heute hat Frau G. Glück. Vor dem Mittagessen kommt sie wieder, sie lächelt: ,,Das Eis hat gut geschmeckt!“. Der Speisewagen rollt heran. Das ganze Haus duftet nach Braten. Frau G. isst im Wohnbereich, nicht wie andere im Speisesaal. Ihre Hand zittert und Suppe landet auf der Serviette, das ist nicht schlimm. Nach dem Mittagsessen begleite ich die Bewohner zur Toilette und anschließend zur Mittagsruhe. Medikamente werden verteilt, wichtige Vorkommnisse und Maßnahmen für die Übergabe in den PC eingegeben. Das Telefon geht. Die Tochter von Frau G. erkundigt sich nach ihrer Mutter. Es fällt ihr schwer, mit der Situation klar zu kommen. Ich höre zu, obwohl ich weiter meine Eintragungen sollte. Um 13.45 Uhr ist der Spätdienst da, ich freue mich auf meinen Feierabend. Birgit Sonderegger (Altenpflegerin)

Zitat: Angelika Kamp (ehrenamtliche Mitarbeiterin) Immer, wenn ich ins Haus komme und mich die Bewohner anstrahlen, bin ich glücklich.


Starkes Team der Ehrenamtler Eine Bereicherung für alle sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die Tag für Tag ins Haus kommen. Die Betreuungspalette ist vielschichtig. Jeder Helfer wird nach seinen Stärken wie backen, vorlesen, singen, Schach spielen oder, oder, oder....eingesetzt. Zum Bunten Nachmittag kommen seit über 15 Jahren die Frauen der Evangelischen Frauenhilfe. Mit selbst gebackenem Kuchen und Sketchen bringen sie Freude in die Gemeinschaft. „Es ist so schön, wenn ich sehe, wie sich alle im Saal freuen, das ist mir Dankeschön genug“, strahlt Hannah Maaßen nach einer gelungenen Playbackshow. Das Singen im Speisesaal, das einmal in der Woche angeboten wird, findet unter der alleinigen Regie von einigen ehrenamtlichen Mitarbeitern statt; das gilt auch für das Gymnastikangebot am Montagvormittag. „Meine Nachbarin weiß nicht, wo sie mit den ganzen Boskop-Äpfeln hin soll. Könnt ihr die gebrauchen?“, fragt mich Anne Vasen, eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Nach einer kurzen Rücksprache mit den Wohnbereichen ist meine Antwort ein knappes „Ja“. Zwei Tage später steht eine große Wanne mit Äpfeln in der Küche. Alle drei Wohnbereiche bekommen etwas ab und bereiten mit Bewohnern, denen das Kochen Freude bereitet, einen köstlichen Kompott. Einige Ehrenamtliche ziehen Einzelbesuche vor und freuen sich, wenn ein gesprochenes Gedicht am Bett eines immobilen Bewohners ein Lächeln hervorzaubert. „Ich versorge meine Waltraud, sie braucht eine halbe Stunde, bis sie gegessen hat. Das können die Mitarbeiter doch gar nicht leisten“, unterstreicht Angelika Kamp ihr Tun. Die Betreuung reicht bis zum Sterben. In den letzten Jahren hat sich ein engagierter Kreis von Hospizhelferinnen gebildet. Unterstützt, angeleitet und geschult werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Monika Kelzenberg vom Sozialen Dienst. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Info :

Einsatzmöglichkeiten im Ehrenamt Das Ehrenamt in unserem Haus bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten wie zum Beispiel: -Begleitung bei Ausflügen und Konzerten -Marktbesuche mit Bewohnern -Einzelbetreuung ( Spaziergänge, Vorlesen, Spiele) -Unterstützung bei Veranstaltungen -Sterbebegleitung -Cafeteriadienst -Selbstständige Durchführung von Angeboten wie z.B. Bingo, Singen oder Gymnastik -Heimbeirat -Hilfe in den Wohnbereichen Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)


Eigene Küche Das Küchenteam bereitet täglich für ca. 120 Personen fünf Mahlzeiten zu. Im Wohnbereich I, das Dorf genannt, gibt es auch nachts etwas zu essen, da hier viele demenzkranke Bewohner leben. Zum Frühstück und Abendbrot bieten wir verschiedene Sorten Wurst und Käse an sowie süße Aufstriche, unterschiedliche Brot- und Brötchensorten, außerdem frisches Obst und Gemüse. Zum Abendbrot gibt es zusätzlich Salat und Beilagen wie Kartoffeltaschen, Apfelschnee oder Würstchen im Schlafrock. Unser Küchenteam probiert gerne etwas Neues aus, was auch hin und wieder gut bei den Bewohnern ankommt. Die meisten bevorzugen jedoch traditionelle Gerichte wie Sauerbraten mit Rotkohl oder Rouladen. Seit 2004 haben wir für das Mittagessen eine Menü-Auswahl mit zwei verschiedenen Gerichten. In der Arbeitsgruppe „Wünsche für den Speiseplan“ können die Bewohner ihr Lieblingsessen nennen, das dann in den Speiseplan integriert wird. Neu ist das "Abenddinner", zu dem jeder Bewohner einen Gast mitbringen kann und das "Kochen am Bett", ein Angebot für die immobilen Bewohner. In der Regel versuchen wir den Bewohner zu motivieren, im Speisesaal oder im Gemeinschaftsraum des Wohnbereiches zu speisen. Den meisten Bewohnern tut es gut, in Gesellschaft zu essen. Letztendlich entscheidet der Bewohner jedoch selbst, wo er essen möchte. Erna Löwen (Beiköchin)

Weiterführende Materialien: Hausinformation

Zitat: Thorsten Knur (Nachtwache im WB III)

Warum ich hier arbeite Das Evangelische Altenzentrum ist für mich eine Art Zuhause. Hier fühlt man sich geborgen. Dies liegt vor allem an der familiären Atmosphäre sowie an der Wertschätzung und der Akzeptanz des Einzelnen. Es herrscht ein hohes Maß an Menschlichkeit gegenüber den Bewohnern, insbesondere im Umgang mit Demenzkranken und Sterbenden.


Zitat: Gaby Meurer (Leitung des Wohnbereichs „Das Dorf“)

Viele Gäste, die ins Dorf kommen, freuen sich über die vielen „alten Schätze“, ob es nun alte Küchengeräte, Radios, Puppen, ein Waschbrett oder eine Garderobe mit Kleidern aus den 50er Jahren ist. Im Dorf gibt es davon viel zu sehen. Es soll so gemütlich sein wie zu Hause. Immer wieder regen diese Alltagsdinge zu neuen Gesprächen an und man erfährt oft wichtige Dinge aus der Lebensgeschichte der Bewohner.

Zitat: Nicole Landwehr (Leitung des Wohnbereichs II)

An meiner Arbeit schätze ich den Kontakt mit den Bewohnern. Die Atmosphäre bei uns im Haus ist sehr persönlich. Es ist mir daran gelegen, die Bewohner und die Angehörigen auch in kritischen Situationen so gut wie möglich zu begleiten. Wenn ein Bewohner im Sterben liegt, kann es sein, dass man als Mitarbeiterin aufgrund der engen Bindung an seine Grenzen kommt.


Interview mit Monika Kelzenberg (Sozialer Dienst)

Bewohnerbiografie Wozu die ganzen Fragen zur Vergangenheit der Bewohner? Warum wollen Sie das alles wissen? Antwort: Diese Informationen werden vom Pflegepersonal zu einer Biografie zusammengestellt. Mit dieser Biografie wird die Pflegeplanung geschrieben. Jeder, der mit dem Bewohner zu tun hat, soll dessen Eigenheiten und Wünsche kennen und wissen, worauf er bei der Pflege achten muss. Um was für Informationen handelt es sich dabei? Antwort: Im Grunde werden alle wichtigen Daten und Ereignisse eines Bewohners aufgenommen. Wichtige Lebensereignisse etwa wie Erfahrungen aus dem Krieg. So weiß ein Pfleger zum Beispiel von einem Bewohner, der verschüttet war, dass er Angst vor Dunkelheit oder engen Räumen hat. So was hilft uns allen natürlich sehr, mit den Bewohnern richtig umzugehen. Werden nur Ereignisse aus dem Leben eines Bewohners aufgeschrieben? Antwort: Nein, es geht auch um Angewohnheiten oder Vorlieben. Zum Beispiel, wenn jemand früher ein Ei zum Frühstück gegessen hat oder regelmäßig die Sportschau sieht. Wenn wir das wissen, können wir solche Rituale hier weiter praktizieren. Die Bewohner fühlen sich dann heimischer. Uns ist es auch wichtig, dass bestehende Kontakte innerhalb von Hückelhoven weiter gepflegt werden können. Wir stellen Schüler, Praktikanten oder ehrenamtliche Mitarbeiter als Begleitung zur Verfügung. Wie erfahren Sie diese Dinge? Antwort: Die Biografie wird zusammen mit dem Bewohner und wenn möglich mit den Angehörigen gemacht. Diese ist für das komplette Pflegepersonal offen. Und was passiert, wenn ein Bewohner bestimmte Informationen nicht preisgeben will? Antwort: Grundsätzlich ist es natürlich so: Wenn uns ein Bewohner bei einer Frage keine Antwort gibt, zum Beispiel, ob er verheiratet war, dann akzeptieren wir das. Jedoch kann es sein, dass ein Angehöriger uns darüber informiert. Wie reagiert das Personal denn, wenn ein Bewohner in seine Biografie einsehen möchte? Darf er das überhaupt? Antwort: Die Bewohner können alle Informationen, die wir über sie haben, auch einsehen.

Welche Informationen werden über mich gesammelt und wer arbeitet wie damit? Info :

Datenschutz Wir benötigen von unseren Bewohnern sehr viele Informationen. Das reicht von persönlichen Angaben über Finanzdaten bis hin zu individuellen Vorlieben. Viele Daten werden nach den Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes elektronisch geschützt gespeichert. Wir überprüfen die Sicherheit mit einem externen Unternehmen jährlichen. Datenschutz ist auch der Grund, warum wir am Telefon in der Regel keine Auskunft geben. Markus Lowis (Geschäftsführer)


Wie ist die Arbeit hier organisiert und kann ich mitbestimmen, wer mich pflegt oder betreut? Wie oft schaut jemand nach dem Rechten? Das hängt von den Wünschen und vom Gesundheitszustand des Bewohners ab.Relativ selbstständige Bewohner, die gerne in ihrem Zimmer bleiben, haben die Möglichkeit, über den Notruf Hilfe zu bekommen. Ansonsten sehen Mitarbeiter des Wohnbereichs alle zwei bis drei Stunden nach ihnen. Für ein kurzes Gepräch ist in der Regel Zeit. Ansonsten gibt es ehrenamtliche Mitarbeiter, Praktikanten und Schüler, die die Bewohner besuchen. Bewohne,r die sich in den öffentlichen Bereichen außerhalb ihrer Zimmer aufhalten, können jederzeit einen Mitarbeiter ansprechen. Wenn Bewohner in die Stadt gehen möchten oder von Angehörigen abgeholt werden, ist es uns wichtig, dass sie sich kurz im Wohnbereich abmelden, damit wir uns keine Sorgen machen. Zu bettlägerigen Bewohnern gehen wir stündlich, und nicht nur um dort diverse pflegerische Tätigkeiten (Lagern, Getränke anreichen, etc.) zu verrichten. Nach Möglichkeit werden sie stundenweise in speziellen Pflegerollstühlen mobilisiert, um am Gemeinschaftsleben in der Wohnküche teilnehmen zu können. Verwirrte Bewohner werden überwiegend in den Wohnküchen der Wohnbereiche betreut. Dort ist, außer zu Ruhezeiten, durchgehend ein Mitarbeiter anwesend, der auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen kann. Die pflegerischen und haushälterischen Tätigkeiten, die im Laufe des Tages anfallen, werden von den Bewohnern zu einem kleinen Plausch genutzt. In der Nacht werden die notwendigen pflegerischen Arbeiten turnusmäßig durchgeführt. Nach jedem Bewohner wird ca. 4 x in der Nacht gesehen. Je nachdem, wie er es möchte, oder wie der Bedarf ist, auch öfter oder weniger. Patrick Trüe (Leitung des Wohnbereichs III) Wir arbeiten nach dem Prinzip der erweiterten Bezugspflege. Das heißt, für jeden Bewohner gibt es jeweils eine Pflegekraft als Hauptansprechpartner. Diese examinierte Pflegekraft bespricht die individuellen Bedürfnisse mit dem Bewohner bzw. seinen Angehörigen und plant danach seine Pflege in Absprache mit dem Wohnbereichsleiter und den Kollegen. Die Planung ist wichtig, damit jeder Bewohner individuell so gepflegt wird, wie er es möchte. Die tägliche Pflege wird nach Möglichkeit immer von den gleichen Mitarbeitern durchgeführt. Da wir in 3 Schichten arbeiten und Mitarbeiter freie Tage, Urlaub und Fortbildungen haben und gelegentlich krank sind, klappt das nicht immer. Änderungen im geplanten Ablauf sind jederzeit möglich. Ein Beispiel: Ein Bewohner möchte gern gegen 8:00 Uhr aufstehen und gewaschen werden. Das wird entsprechend geplant. Wenn er jedoch einmal früher aufstehen oder länger liegen bleiben möchte, ist das kein Problem. Wir organisieren die Arbeit dann anders. Gelegentlich kommt es vor, dass ein Bewohner mit einem Mitarbeiter nicht gut zu recht kommt. Meistens liegen die Gründe in einer persönlichen Antipathie. Wenn das so ist, teilen wir die Arbeit anders ein. Anette Karsch (Pflegedienstleitung)

Weiterführende Materialien: Handbuch Qualitätsmanagement Pflegeplanung


Info :

Medikamente Die Medikamente werden im Schwesternzimmer verschlossen aufbewahrt und dort entsprechend der ärztlichen Anordnung von einer examinierten Pflegekraft gerichtet. Bevor sie zum jeweils verordneten Zeitpunkt, in der Regel zu den Mahlzeiten, verabreicht werden, werden sie noch mal kontrolliert. Rechtzeitig, bevor die Medikamente zur Neige gehen, bestellen wir sie neu. Hierbei hilft uns das Computerprogramm, welches speichert, welche Medikamente verordnet sind und wann sie aufgebraucht sein werden. Die Apotheke liefert uns die bestellten Medikamente ins Haus und erstellt für jeden Bewohner separat Rechnungen über ggf. anfallende Zuzahlungen oder Privatrezepte. Diese Rechnungen werden mit dem Barbetragskonto verrechnet oder auf Wunsch sofort an die Angehörigen bzw. Betreuer verschickt. Anette Karsch (Pflegedienstleitung)

Zitat: Markus Lowis (Geschäftsführer)

Flexibilität Weil wir nur das Altenheim und die Altenwohnungen betreiben, kommen unsere Kunden in den Genuss sehr kurzer Entscheidungswege. Vieles kann sofort entschieden werden. Das erhöht die Flexibilität, veränderten Situationen adäquat zu begegnen. Darüber hinaus bietet diese Überschaubarkeit einen direkten Zugang zu den Entscheidungsträgern und ist Grundlage des familiären Miteinanders. Außerdem bleibt das Geld, das hier verdient wird, auch in der Einrichtung. Damit ist die Verschönerung und Instandhaltung zeitnah gesichert.

Info :

Qualifikation Das Haus verfügt über mehr Fachkräfte als vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Zum Jahresabschluss wird der Bedarf an Fortbildungen vom Geschäftsführer ermittelt und ein Fortbildungsplan erstellt. Erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten geben die Mitarbeiter in internen Fortbildungen weiter. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)


Mit wem wohne ich hier zusammen und welche Regeln muss Ich dabei beachten? Interview mit Anton Vaßen

Zusammenleben mit dementen Bewohnern Herr Vaßen, Sie leben nun schon drei Jahre hier. Hatten Sie vor Ihrem Einzug Bedenken, ob Sie sich im „Dorf“, dem Wohnbereich mit einem relativ hohen Anteil an dementen Bewohnern, wohl fühlen werden? Nein, denn zuerst hatte meine Frau hier gewohnt. Sie hatte auch diese Krankheit. Ich habe sie schon vier Jahre zu Hause gepflegt. Sie hat mir viel Kummer gemacht. Hier im „Dorf“ gefiel es mir sofort, das war mir richtig sympathisch. Ehrlich gesagt, ich lebe damit. Den Krach und das Spektakel muss ich haben. Ich habe oft die Türe auf und das Fenster zu, damit ich immer was höre. Gibt es keine Probleme im Zusammenleben mit verwirrten Bewohner? Doch! Man muss sich anpassen. Man muss wissen, womit man es zu tun hat. Sie meinen, man muss das Krankheitsbild kennen? Ja. Schreien nutzt nichts, nur leises Sprechen, sonst werden sie noch wilder.

Gibt es auch Situationen, in denen Sie an Grenzen kommen? Ja. Letztens kam Frau Meier nachts um 11 Uhr, klopfte an die Tür und hämmerte dann dagegen. Da musste ich zwei Mal aufstehen. Ich habe sie gefragt, was sie will. Sie sagte: „Ich suche den Heinrich.“ Ich habe ihr gesagt: „Der Heinrich ist im Himmel.“ Sie wollte wissen, wohin sie denn gehen sollte. Ich sagte „Da hinten ist Ihr Zimmer. Gehen Sie dahin und legen Sie sich ins Bett.“ Das hat sie dann auch getan. Bekommen Sie in solchen Situationen keine Unterstützung durch das Pflegepersonal? Doch, wenn ich klingle, kommen sie und helfen. Aber meistens schaffe ich das auch alleine.


Spezialitäten des Hauses:

Treffpunkt Cafeteria Waffelduft liegt in der Luft, wenn ehrenamtliche Mitarbeiter einmal im Monat in der Cafeteria Waffeln backen. Bewohner, Angehörige und auch ehrenamtliche Mitarbeiter nutzen das gesellige Angebot. Der Raum ist durchgehend geöffnet und kann als Rückzug genutzt werden. Kaffee und Kuchen werden in der Cafeteria montags, dienstags, mittwochs, freitags und sonntags angeboten. Selbstverständlich sind die Angebote für alle Bewohner kostenfrei.

Info :

Kann ich mir meinen Mitbewohner aussuchen? Das kann ich nur bedingt. Bei der Belegung der Zimmer werden die Wünsche der Bewohner berücksichtigt. Ein Zimmerwechsel ist möglich. Die Bewohner begegnen sich auch zu den Mahlzeiten. Ein Großteil isst im großen Speisesaal oder in den Speiseräumen auf den Wohnbereichen. Die Tischordnung wird in Übereinkunft mit den Wünschen der Bewohner geregelt, sodass Personen, die sich nicht verstehen, aus dem Weg gehen können. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Konflikte Es ist nicht immer einfach, wenn man in einer Gemeinschaft lebt. „Was will die denn hier?“ fragt Frau S. aufgeregt. Sie zeigt mit dem Finger auf eine andere Bewohnerin. Ich sage ihr, dass sie gemeinsam mit uns singen wird. „Die singt doch eh nicht mit“. Damit Frau S. sich beruhigt, schaue ich, ob an einem anderen Tisch noch ein Platz für sie ist. Fünf Minuten später sitzt Frau S. fröhlich da und singt. Sie scheint den Vorfall vergessen zu haben, für sie ist die Welt wieder in Ordnung. Frau S. ist dement und reagiert oft aggressiv gegenüber Leuten, die sie nicht so gut kennt. Viele ihrer Mitbewohner wissen damit umzugehen. Manche fühlen sich aber gekränkt und reagieren emotional oder fangen gar an zu weinen. Nach einer Weile entwickelt man als Mitarbeiter ein Gefühl dafür, ob man eingreifen und schlichten muss oder nicht. Dennis Vieten (Zivildienstleistender im Sozialen Dienst)


Respekt gehört dazu „Hallo Oma, wie geht es dir?" Nein, so will und darf ein Bewohner bei uns nicht angesprochen werden. Ein respektvoller und einühlender Umgang wird von jedem Mitarbeiter erwartet. Dürfen Bewohner überhaupt geduzt werden? Für den Sozialen Dienst kann ich die Frage mit „Nein“ beantworten. Das gilt auch für Küche, Hauswirtschaft, Haustechnik und Verwaltung. Auch für Praktikanten sind „Du“ und „Hallo Oma“ den Bewohnern gegenüber absolut tabu. Der Bereich „Pflege“ nimmt eine Sonderposition ein. Zum einen sind die Begegnungen viel persönlicher, beispielsweise bei der Morgentoilette oder wenn Hilfestellungen beim Speisen notwendig sind. Beziehungen wachsen über die Jahre und Bewohner und Pfleger sind miteinander vertraut. Die Erfahrung zeigt, dass ein Teil der orientierten Bewohner, der diese Art der Hilfe braucht, sich das „Du“ wünschen. In diesen Fällen ist es dem Stammpersonal erlaubt, ein "Du“ anzunehmen. Außerdem leben immer mehr demente Bewohner im Altenzentrum. Die persönliche Ansprache mit dem Vornamen ist manchmal der einzige Weg sie zu erreichen. Andere demente Bewohner zeigen durch ihre Reaktion, dass sie sich wohler (und direkt angesprochen) fühlen, wenn die pflegenden Mitarbeiter auf das „Du“ zurückgreifen. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Welche Gemeinschaftsangebote gibt es hier, welche Feste werden gefeiert? Info :

Interessen und Vorlieben In der Regel können lieb gewonnene Hobbys auch im Altenzentrum gepflegt werden. Mensch ärger dich nicht oder Schach spielen, handarbeiten, singen, rätseln, Klavier spielen oder lesen gehören dazu. Wir machen viele kleinen und große Ausflüge und bieten sofern eine Begleitung gestellt werden kann, Spaziergänge an. Wir bemühen uns Freizeitwünsche zu erfüllen, leider ist es uns dennoch nicht immer möglich.


Info :

Musik und Tanz werden hier groß geschrieben Fast alle Bewohner singen gerne und bewegen sich zu der Musik. Darum bieten wir wöchentlich einen „Musikalischen Nachmittag“ oder den „Singkreis“ an. Auch bei anderen Angeboten, wie dem Gedächtnistraining oder bei den Angeboten der Alltagsbegleiter in den Wohnbereichen, hört man Volkslieder, wie „Der Mai ist gekommen“. Zumindest die erste Strophe kennen fast alle! Monatlich findet eine Großveranstaltung im Speisesaal statt. Lieder, Tänze oder Sitztänze gehören zum Programm. In der Regel werden wir von Musikern instrumental begleitet, wie im Bild beim Kartoffelfest. Bewohner, die das Bett nicht verlassen können, werden ebenfalls monatlich von dem Musiker im Bild besucht. Sie können sich ein Lied wünschen. Chöre und Orchester sind gerne gesehene Gäste. Auch das Tanzen erfreut sich großer Geliebtheit. Darum bieten wir immer wieder Tanznachmittage an. Musik ist für die Seele gut!

Auch in den Wohnbereich werden Feste gefeiert Bei unserem Dorffest wurde ich Schützenkönigin. Begleitet von Trommlern, Gefolge und Musik „defilierte“ ich durch unseren Garten. Als ich mich bei allen Besuchern, Bewohnern und Mitarbeitern bedanken wollte, kamen mir – soviel Beifall nicht gewöhnt - die Tränen. Es hat etwas länger gedauert, bis ich mit meiner Dankesrede fertig war. Anschließend wurde gegrillt. Vom Schützenverein bekam unser Wohnbereich eine Holzbank geschenkt, mit den Worten: „Hier möchten wir auch unseren Lebensabend verbringen.“ Gaby Meurer (Wohnbereichsleiterin im Wohnbereich „Das Dorf“ )

Spezialitäten des Hauses:

Muskelaufbau mit Spaß Wir alle sitzen zu viel, das gilt insbesondere im Alter. Das ist gerade im Alter schädlich und hat Einfluß auf die Gesundheit und das Wohlbefinden. Darum haben wir ein Bewegungskonzept entwickelt. Das Fun 2 Go Rad mit Schalensitzen ergänzt bisherige Angebote. Wir bieten außerdem wöchentlich Sitzgymnastik an . Spazieränge und Krafttraining mit Hanteln runden das Konzept ab. Bewegung soll Spaß machen!


Zitat:

Wohlfühlen "Damit alle sich wohlfühlen, ist eine schöne Umgebung wichtig. Ich gestalte die Cafeteria und den Speisesaal jahreszeitlich und sorge für eine schöne Dekoration bei Veranstaltungen. Iris Nitsche.

Bei der Playbackshow wurde es ganz still, als „Ein bisschen Frieden“ erklang. Die Sängerin trat mit einer großen getönten Brille und einem langen türkisfarbenen Kleid auf die Bühne. Das Lied, das die Nicole vor Jahren auf dem Grand Prix für Deutschland sang, kennen fast alle Bewohner. Einige sangen mit, andere bewegten sich im Takt. Beim „Playback“-Nachmittag treten Stars und Sternchen in unserem Altenzentrum auf. Aktivitäten wie diese kommen nur durch die Mithilfe vieler Ehrenamtlicher zustande. Das Publikum bedankt sich herzlich mit einem großen Applaus. Ich habe, als Heintje verkleidet, „Oma, so lieb“ gesungen. Die strahlenden Augen um mich herum waren eine schöne Belohnung. Heinz Maaßen (Sozialer Dienst)

Info :

Angebote und Feste Die Angebote richten sich nach den Vorlieben der Bewohner. Die meisten singen gerne, andere spielen lieber Bingo. Deshalb haben wir für jeden Wochentag ein festes Vormittagsangebot. Dazu gehören außer Bingo und Singen noch die Gymnastik, die Andacht und das Gedächtnistraining.Spezielle Freizeitinteressen versuchen wir mit Hilfe von Ehrenamtlichen und Praktikanten zu ermöglichen. Natürlich feiern wir die Feste im Lebenskreis (Jubiläen, Geburtstage), aber auch im Jahreskreis (Karneval, Ostern, Sommerfest....). Dazu kommen Veranstaltungen wie die Playbackshow oder der Bunte Nachmittag, die in regelmäßigen Abständen stattfinden. Wir sind ein „Evangelisches Altenzentrum“ und legen darum auch Wert auf eine Vielzahl von religiösen Angeboten. Sowohl evangelische als auch katholische Bewohner sollen hier angemessen betreut werden. Das ist uns wichtig. Möchte ein Bewohner seinem Hobby nachgehen, unterstützen wir dies. Wenn beispielsweise Mitspieler für eine Skatrunde gesucht werden, stellen wir gerne den Kontakt zu anderen Skatspielern her. Ute Ossa-Kühnel (Sozialer Dienst)

Weiterführende Hinweise: Wochenplan, Handbuch Qualitätsmanagement, Hausinformation, Hausnachrichten, Aushänge


WIE WERDE ICH BEI EINZUG UND EINGEWÖHNUNG UNTERSTÜTZT?

Kann ich meine Kleidung/Wäsche mitbringen?

Kann ich Probewohnen?

Kann ich die Zeiten zum Aufstehen oder ins Bett gehen selber bestimmen?

Probewohnen ist nicht möglich. Man kann den Heimvertrag jedoch kündigen und im Jahr bis zu vier Wochen über die Verhinderungspflege im Altenzentrum wohnen. Kann ich mir mein Zimmer vorher anschauen? Ich kann mir ein angebotenes Zimmer ansehen und danach entscheiden, ob ich es möchte. Wer kümmert sich vor und bei dem Einzug um mich? Vor dem Einzug ist die Pflegedienstleitung, Anette Karsch, bzw. die Wohnbereichsleitung zuständig. Nach dem Einzug kümmert sich der Einzugsbegleiter und die Wohnbereichsleitung.

Ja.

Ja. Besteht die Möglichkeit zum Friseur oder zur Fußpflege zu gehen? Wie komme ich da hin? An zwei Tagen kommt der Friseur ins Haus. Bei Bedarf werden Sie begleitet. Ein Fußpfleger kommt ins Haus und besucht Sie auf dem Zimmer. Kann ich jeder Zeit das Haus verlassen? Ja. Bitte melden Sie sich vorher im Wohnbereich ab. Darf ich ein Haustier mitbringen? Kleintiere sind in Absprache mit der Heimleitung erlaubt.

WIE WOHNE ICH IN DER EINRICHTUNG?

Siehe Welt der Institutionen

WAS IST, WENN ICH KRANK ODER SEHR STARK BETREUUNGSBEDÜRFTIG WERDE, WENN ICH STERBEN MUSS?

Habe ich eine eigene Toilette und Dusche?

Kann ich meinen Hausarzt und meinen Apotheker behalten?

Jedes Einzelzimmer und ein Großteil der Doppelzimmer verfügen über ein eigenes Bad mit ebenerdiger Dusche und Toilette.

Den Hausarzt kann ich behalten, wenn er Hausbesuche macht. Auch die Apotheke kann ich frei wählen. Es ist sinnvoll die Apotheke zu nehmen, die den ganzen Wohnbereich beliefert.

Wie sieht mein Zimmer aus, wie groß ist es und wie ist es ausgestattet?

Kann ich eigene Möbel mitbringen? Eigene Möbel sind ausdrücklich erwünscht, sofern sie im Zimmer Platz finden. Kann ich mein Zimmer abschließen? Auf Wunsch bekomme ich einen Schlüssel ausgehändigt, auf Wunsch der Bewohner oder der Angehörigen schließen die Mitarbeiter das Zimmer ab. Kann ich meine Wertsachen sicher unterbringen? In jedem Einbauschrank gibt es ein abschließbares Fach. Größere Geldbeträge können auf einem Verwahrungskonto in der Verwaltung hinterlegt werden. Kann ich mich mit einem Rollstuhl überall im Haus bewegen? Ja.

Habe ich die Möglichkeit, bei Bedarf Fachärzte aufzusuchen? Viele Hückelhovener Fachärzte kommen ins Haus, zu den anderen werden Sie begleitet. Werde ich von einer Seelsorgerin/einem Seelsorger besucht, wenn ich dies wünsche? Als Evang. Einrichtung legen wir Wert auf das seelsorgerische Angebot. Ein evang. Pfarrer gehört zum festen Mitarbeiterteam und betreut die Bewohner. Der kath. Seelsorger kommt alle vier Wochen ins Haus. Beide sind in Notfällen durchgängig ansprechbar.

WAS MÜSSEN MEINE ANGEHÖRIGEN BEACHTEN? Können mich meine Angehörigen, Freunde und Bekannte besuchen, wann immer sie wollen?

KANN ICH MEINEN ALLTAG WIE GEWOHNT LEBEN?

Ja. Wir bitten lediglich, auf die Ruhezeiten der Bewohner Rücksicht zu nehmen.

Kann ich die Essenszeiten selber bestimmen?

Bekommen Angehörige einen Schlüssel?

Es gibt feste Essenszeiten. Die Möglichkeit, außerhalb dieser Zeiten zu speisen, besteht grundsätzlich.

Nein.

Kann ich auch außerhalb der Mahlzeiten etwas zu essen und zu trinken bekommen? Ja. Kann ich auch in meinem Zimmer essen? Ja.

Können Angehörige sich an der Pflege beteiligen, z.B. Hilfe beim Aufstehen oder Waschen? Ja.


WELCHE MÖGLICHKEITEN BIETET MIR DIE UMGEBUNG DER EINRICHTUNG? Kann ich markante Punkte der Stadt (z.B. Zentrum, Markt, Bushaltestelle etc.) gut erreichen? Das Altenzentrum liegt im Einkaufzentrum. Dort ist jeden Freitag Vormittag Markt. Zudem besuchen wir regelmäßig Konzerte, die in der Aula des Gymnasiums angeboten werden. Es gibt hauseigene Parkplätze. Welche Möglichkeiten bietet mir die Umgebung der Einrichtung (Café, Parks, etc.)? Man kann Eis essen gehen und durch die Straßen der Innenstadt (verkehrsberuhigt) bummeln. Wo kann ich einkaufen? Durch eine Gasse kommt man auf die Parkhofstraße, die gleichzeitig die Einkaufsstraße ist. Freitags kann man den Markt besuchen. Auf gleicher Höhe befindet sich ein großes Einkaufsgebiet. Ob Kleider oder Lebensmittel, hier gibt es alle Dinge, die das Herz begehrt.

WIE KANN ICH DIE KONTAKTE ZU MEINEN FREUNDEN, BEKANNTEN, ANGEHÖRIGEN UND AUSSERHALB DES HAUSES PFLEGEN? Sind ausreichend Parkplätze vorhanden? Neben öffentlichen Parkplätzen stehen Bewohnern oder Besuchern einige reservierte Parkplätze zur Verfügung. Kann ich meine Familie, Freunde und Bekannten im Haus zum Essen oder Kaffee einladen? Ja. Das Altenzentrum liegt nahe dem Einkaufzentrum und dem Rathaus. Dort findet sich die nächste Bushaltestelle. Auch der Markt ist zu Fuß bzw. mit dem Rollstuhl zu erreichen. Kann Besuch bei mir übernachten? Das Altenzentrum verfügt über eine Art Gästezimmer. Wenn das frei ist, ist eine Übernachtung möglich. Welche Angebote außerhalb des Hauses gibt es, die ich nutzen kann (Kirchengemeinde, Kultur etc.)? Das Altenzentrum liegt direkt neben der evang. Kirche. Zur kath. Kirche ist es auch nicht weit. In der Aula des Gymnasiums werden Konzerte und Theatervorführungen angeboten. Ehrenamtliche Mitarbeiter stehen als Begleitung zur Verfügung. Die Organisation übernimmt regelmäßig der Soziale Dienst.

WELCHE MEDIEN KANN ICH NUTZEN? Kann ich meinen eigenen Fernseher nutzen? Jeder kann seinen eigenen Fernseher mitbringen. Habe ich ein eigenes Telefon? Wenn ein Telefon über das Haus gebucht wird, sind die Gebühren niedriger, als wenn das Telefon über die Telekom bezogen wird.

Kann ich das Internet nutzen? In den Räumlichkeiten des Sozialen Dienstes steht ein PC, der für alle Senioren gut zu erreichen ist. Hat die Einrichtung eine eigene Bibliothek? Das Haus verfügt über eine eigene Bücherwand. Einmal in der Woche erledigt ein Praktikant den Büchereidienst. Bewohner, die möchten, werden in die Stadtbücherei, die in fünf Minuten zu erreichen ist, begleitet und können dort kostenfrei Bücher ausleihen. Kann ein Bewohner die Bücherei nicht selber besuchen, wird ihm die Lektüre nach Wunsch gebracht. Kann ich meine Tageszeitung bekommen? Jeder Bewohner kann auf eigene Rechnung eine Tagesoder Wochenzeitung beziehen. Je ein Exemplar der Rheinischen Post und auch der Heinsberger Zeitung liegen jeden Morgen am Empfang aus und können geliehen werden.


WAS MUSS AN FORMALITÄTEN VOR DEM EINZUG GEKLÄRT SEIN? Welche Unterlagen sind für eine Heimaufnahme erforderlich? siehe Materialien (Mappe mit Anmeldeunterlagen für Interessenten) Wer erläutert mir den Heimvertrag und schließt ihn mit mir ab? Den Vertrag erläutert unsere Mitarbeiterin in der Verwaltung. Abgeschlossen wird der Vertrag mit dem Geschäftsführer.

WIE GROSS IST DIE EINRICHTUNG EIGENTLICH UND WIE IST SIE AUSGESTATTET? Wie viele andere Bewohner leben mit mir hier unter einem Dach? Im Evang. Altenzentrum leben 106 Bewohner auf drei Wohnbereiche verteilt unter einem Dach. Ist die Einrichtung barrierefrei und behindertengerecht ausgestattet? Ja. Welche besondere Ausstattung bietet die Einrichtung noch? Ein Snoezelraum (Traumraum) lädt zum Entspannen ein. Es stehen diverse Räume zur Verfügung, in denen Veranstaltungen stattfinden oder man sich treffen kann.

WELCHE KOSTEN KOMMEN AUF MICH ZU? Was kostet ein Heimplatz? Zurzeit kostet ein Heimplatz zwischen 1900,80 € und 3588,87 € (Stand November 2008). Aktuelle Preise können telefonisch oder im Internet eingesehen werden. Was ist in den Kosten enthalten? Enthalten sind Unterkunft und Verpflegung, Pflege tagsüber und nachts, Betreuung, Zimmerpflege und das Waschen der Wäsche. Wofür muss ich extra bezahlen? Die Reinigung nicht maschinenwaschbarer Kleidung sowie Kaltgetränke außer Wasser und Säfte der Kühlautomaten sind kostenpflichtig, ebenso wie der Friseur, persönliche Pflegeartikel und die Fußpflege. Gibt es Taschengeld? Welche Ausgaben müssen vom Taschengeld bezahlt werden? Läuft die Heimfinanzierung über das Sozialamt, steht dem Bewohner monatlich ein Barbetrag zu. Ansonsten muss das Leben aus den persönlichen Rücklagen finanziert werden. Muss ich für Pflegemittel z.B. Inkontinenzmaterial extra bezahlen? Bei bestehender Inkontinenz wird beim Arzt eine entsprechende Bescheinigung angefordert mit der bei der Pflegekasse die Kostenübernahme beantragt wird.

WELCHE GESETZE/VERORDNUNGEN GELTEN HIER UND WER ÜBERPRÜFT DIE EINHALTUNG? Welche Prüfungen finden regelmäßig statt und wie hat die Einrichtung abgeschnitten? Folgende Prüfungen finden regelmäßig statt: Medizinischer Dienst der Krankenkassen, Heimaufsicht, Gesundheitsamt, Berufsgenossenschaft, Amt für Arbeitssicherheit, Finanzamt, Feuerwehr, Sozialversicherungsträger. Ergebnisse können beim Geschäftsführer eingesehen werden. Welche Vorschriften gibt es, die ich hier beachten muss (im Unterschied zum Leben in meiner eigenen Wohnung)? Man soll stets rücksichtsvoll zu seinen Mitbewohnern sein. Des Weiteren soll man die Essenszeitkorridore achten.

AN WEN KANN ICH MICH WENDEN, WENN ICH FRAGEN HABE ODER MICH BESCHWEREN MÖCHTE? Wo und wann bekomme ich Antworten auf meine Fragen, Kritik und Anregungen? Im ersten Anlauf sollte man sich bei Fragen oder Beschwerden an den Bezugspfleger wenden. Wenn der nicht helfen kann, soll man sich an die Wohnbereichsleitung, an die Pflegedienstleitung und letztendlich an den Geschäftsführer wenden. Der Heimbeirat ist sehr aktiv und setzt sich engagiert für die Interessen der Bewohner ein. Gibt es einen Heimbeirat/Heimfürsprecher und kann ich diesen bei Fragen ansprechen? Ja. Der Heimbeirat besteht aus fünf Vertretern, die die Wohnbereiche unterstützen. In den Fluren hängen Bilder der Mitglieder, sodass jeder weiß, wer im Heimbeirat ist. Alle vier Wochen bietet der Heimbeirat eine Sprechstunde an. Näheres ist im Magazinteil "Welt der Institutionen" zu finden.


WER ARBEITET HIER ALLES UND WER IST FÜR MICH ZUSTÄNDIG?

Wie werde ich nachts versorgt und woher weiß die Nachtschwester, was am Tag passiert ist?

Welche Mitarbeiter (Ausbildung, männlich/weiblich, etc.) arbeiten in der Einrichtung?

Es gibt drei Nachtwachen, die auch nachts nach Absprache bei den Bewohnern Kontrollgänge machen. Durch die Übergabe und die Pflegedokumentation erhalten sie alle nötigen Informationen.

Über 100 Köpfe arbeiten in unserem Altenzentrum, davon ca. 10 Vollzeitbeschäftigte. Mehr als die Hälfte arbeiten in der Pflege, ansonsten sind viele in der Hauswirtschaft, im Szioalen Dienst, in der Haustechnik, am Empfang und in der Verwaltung tätig. Es arbeiten überwiegend Frauen im Altenzentrum, lediglich etwa 10 Männer sind bei uns beschäftigt. Habe ich feste Ansprechpartner oder Bezugspersonen unter den Mitarbeitern? Im Wohnbereich sind der Bezugspfleger und die Wohnbereichsleitung die ersten Ansprechpartner. Darüber hinaus können Fragen an die unterschiedlichen Bereichsleiter gerichtet werden. Gibt es ehrenamtliche Mitarbeiter? Was machen die? Im Altenzentrum arbeiten etwa 50 ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie werden vom Sozialen Dienst angeleitet und geschult. Sie haben sich auf bestimmte Bereiche wie Töpfern, Cafeteriadienst, Hilfe bei Veranstaltungen oder Einzelkontakte mit Hund oder Schachspiel spezialisiert.

WIE IST DIE ARBEIT HIER ORGANISIERT UND KANN ICH MITBESTIMMEN, WER MICH PFLEGT ODER BETREUT? Welches Konzept hat das Haus? Das Haus verfügt über ein Leitbild., indem die Teilkonzepte der einzelnen Bereiche hinterlegt sind. Das Leitbild ist beim Geschäftsführer einzusehen. Wer achtet hier auf Hygiene und Sauberkeit? Es gibt eine Hygienebeauftragte, die darauf achtet, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden. Abläufe sind festgelegt und werden per Checklisten kontrolliert. Für die Umsetzung sorgen die Arbeitsbereiche und die Reinigungskräfte Kann ich bei Bedarf therapeutische Angebote, wie z.B. Logopädie in Anspruch nehmen? Wer kümmert sich um die Finanzierung? Therapeutische Angebote kann man sich vom Arzt verordnen lassen. Dabei ist der Bewohner oder vertretungsweise der Betreuer federführend. Das Haus übernimmt im Aufnahmefall administrative Aufgaben.

WELCHE INFORMATIONEN WERDEN ÜBER MICH GESAMMELT UND WER ARBEITET WIE DAMIT? Welche Informationen werden wo über mich gesammelt und was wird damit gemacht? Es werden alle Daten gesammelt, die nötig sind, um den Bewohner individuell zu pflegen. Jeder Mitarbeiter hat nur Zugang zu den Daten, die er braucht, um damit arbeiten zu können. Beispiel: Die Mitarbeiterin, die für die Abrechnung zuständig ist, hat keinen Zugang zu den pflegerischen Daten. Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.


MIT WEM WOHNE ICH HIER ZUSAMMEN UND WELCHE REGELN MUSS ICH DABEI BEACHTEN? Wer sind meine Nachbarn, wer wohnt mit mir im Wohnbereich? Niemand ist ohne Grund im Altenheim. Jeder Mitbewohner hat eine Behinderung, sodass er nicht mehr alleine leben kann. Welche Möglichkeiten habe ich, meine Mitbewohner kennen zu lernen? Die Nachbarn mit ihren Möglichkeiten und Grenzen lernt man in der Regel bei den täglichen Mahlzeiten oder Veranstaltungen kennen. Der Einzugsbegleiter und der Heimbeirat unterstützen neue Bewohner in der Einzugsphase.

Welche Gemeinschaftsräume gibt es und kann ich sie nutzen? Das Haus verfügt über eine Vielzahl von Räumlichkeiten, wie den Gruppenraum (bis max. 10 Personen) und drei weitere Räume (für ca. 30 Personen). Diese Räume können nach Absprache reserviert werden. Wo kann ich was für meine Gesundheit und körperliche Fitness tun? Einmal in der Woche wird eine Sitzgymnastikgruppe und eine Veranstaltung Singen mit Bewegung angeboten. Krankengymnastik kann vom Arzt verordnet werden. Mitarbeiter aus der Pflege trainieren das Erlernte zusätzlich. Welche Gruppen kommen in das Haus und kann ich daran teilnehmen?

WELCHE GEMEINSCHAFTSANGEBOTE GIBT ES HIER, WELCHE FESTE WERDEN GEFEIERT?

Vereine, Verbände und Musiker aus dem Kreis. Die Veranstaltungen, die im Wochenplan stehen, sind grundsätzlich für jedermann offen. Eine Ausnahme bilden die Aktionen der Wohnbereiche, die das Miteinander der Menschen, die enger zusammenleben, stärken sollen.

Gibt es eine Küche, in der ich mir selber etwas zubereiten kann?

Gibt es besondere Angebote am Wochenende?

Jeder Wohnbereich verfügt über eine Küche, in der Bewohner sich selbst etwas zubereiten können.

Konzert- oder Theatervorführungen. Ein Kirchenbesuch wird auf Wunsch organisiert. Feste und Feiern der Stadt Hückelhoven werden besucht. Im Haus werden in unregelmäßigen Abständen als "Highlight" besondere Veranstaltungen, wie Konzerte, Lesungen oder Ausstellungen angeboten.

Gibt es einen Kiosk, Cafeteria, Bibliothek etc.? Die Cafeteria ist dienstags, mittwochs und freitags von 15.00 bis 16.30 geöffnet. In der Woche gibt es kostenfrei Kuchen oder Gebäck .Das Haus verfügt über eine Bücherwand, die Stadtbücherei liegt in der Nachbarschaft (siehe Mantelteil zur Außenwelt). Welche kulturellen Veranstaltungen (Kino, Theater, Konzerte etc.) finden statt und wie erfahre ich davon? Sie werden durch den Aushang von Plakaten und einem Wochenplan bekannt gegeben. Können Angehörige an den Angeboten teilnehmen? Die Teilnahme ist ausdrücklich erwünscht. Angehörige erfahren langfristig durch die Hausnachrichten und die Heimzeitung von Veranstaltungen. Einladungen erfolgen durch Aushänge, per Post oder Telefonat. Gibt es eine Kapelle, in der auch Gottesdienste gefeiert werden? Der Freitag ist dne religiösen Angeboten gewidmet. Andachten, kath. und ev. Gottesdienste werden angeboten und bei Bedarf immobile Bewohner in ihren Zimmern besucht. Werden auch Ausflüge gemacht, Urlaube angeboten? Einmal im Jahr wird ein Bewohnerurlaub angeboten. Er muss von den Bewohnern finanziert werden. Große und kleine Ausflüge finden das ganze Jahr über statt. Werden Konzerte/Kinos besucht? Regelmäßig, auch in Zusammenarbeit mit der Stadt. Wie werden hier Feste (wie Weihnachten, Sylvester, Ostern, etc.) gefeiert? Die Feste im Jahreskreis werden mit allen Bewohnern im Speisesaal gefeiert. In der Regel besucht ein Musiker oder ein ehrenamtlicher Mitarbeiter die immobile Bewohner, die so in die Feier einbezogen werden. Wie und wo kann ich hier meinen Geburtstag oder goldene Hochzeit feiern? Jeder kann seinen Geburtstag so feiern, wie er möchte. Der Gruppenraum oder die Cafeteria stehen zur Verfügung, wenn man mit den Angehörigen im Altenzentrum feiern möchte. Alle vier Wochen findet ein Geburtstagskaffee für Bewohner statt, die im Vormonat Geburtstag hatten.

Kann ich an Gemeinschaftsangeboten teilnehmen, auch wenn ich mich nicht mehr ohne Hilfe bewegen kann? Im Haus gibt es Pflegestühle, so dass Bewohner, die sonst ans Bett gebunden wären, das Zimmer verlassen und an den Veranstaltungen teilnehmen können.


Über den Träger

Das Evangelische Altenzentrum wurde 1954 gegründet und im Laufe der Jahrzehnte in Trägerschaft des Ev. Vereins für Altenhilfe e.V. immer wieder erweitert. Seit dem 1. Januar wechselte die Geschäftsform in eine GmbH, die schnelle Entscheidungen zum Wohle aller ermöglicht. Wir bieten 106 Bewohnerinnen und Bewohnern ein Zuhause und verfügen zudem über 36 Altenwohnungen.

Impressum

Ev. Altenzentrum Hückelhoven Gemeinnützige GmbH Melanchthonstraße 7 41836 Hückelhoven www.evaltenzentrum-hueckelhoven.de Geschäftsführer Markus Lowis Amtsgericht Mönchengladbach HRB 12355 St.-Nr. 208/5791/2273 Redaktionelle Leitung: Markus Lowis Ute Ossa-Kühnel Dennis Vieten Konzeption: Roland Weigel, Konkret Consult GmbH, Gelsenkirchen Carsten Tesch, Tesch.Texter, Berlin Reimar Kosack, wwsc Märkte und Medien GmbH, Weimar Grafik/Design: wwsc Märkte und Medien GmbH http://wwsc.de Weiterführende Informationen: http://www.qualitätsbericht-pflege.de/ http://qualitätsberichte.online-erstellen.de


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