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No. 9 Jan/Feb/M채rz 2012

R EG G A E Rhein-Main

Re gg ae - & Da nc eh all -N ew s ou tta di ar ea

Im Ge sp r채 ch m it

Sister Nancy L채 nd er in fo

Thailand

In te rv ie w m it

Im In te rv ie w m it

R ichie

Spice

Skarra Mucci


Editorial Liebe Reggae Rhein-Main-Leser, heute präsentieren wir Euch die neunte Ausgabe des Reggae RheinMain-Magazins, welches für Euch kostenlos an unseren Auslagestellen erhältlich ist. Wir hoffen, Ihr seid gut ins neue Jahr gerutscht und habt irie Feiertage verbracht. Als nachträgliches Weihnachtsgeschenk gibt es in dieser Ausgabe von uns für euch ein Interview mit dem großartigen Richie Spice, welcher auch die Titelseite unseres aktuellen Magazins ziert. Weiter findet Ihr im aktuellen Mag ein Interview mit Sister Nancy, der ersten weiblichen Künstlerin in der Geschichte des Dancehalls. Unsere Redakteurinnen Anja und Azieb trafen außerdem Uwe Banton für Euch zum Interview auf dem diesjährigen Afrikanischen Kulturfest des Senegal-Vereins im Solmspark, Frankfurt.

Zusätzlich gibt es auch einen Festivalbericht über das 17. Reggae-Jam in Bersenbrück. Des weiteren findet Ihr einen Bericht über den aus Jamaika stammenden Skarra Mucci, und wir stellen Euch das Soundsystem Yard Impact aus Frankfurt am Main vor. In dieser Ausgabe werdet Ihr leider auf die gewohnte Rubrik Natural Beauty verzichten müssen. Dafür werden wir Euch in unserer Länderinfo diesmal Thailand vorstellen und eine gemeinnützige Organisation, die ihren Sitz in Thailand hat, näher beleuchten. Für den Fall, dass unser Magazin an den besagten Auslagestellen vergriffen ist, Ihr nicht im Rhein-Main Gebiet wohnt oder aus anderen Gründen keines unserer Magazine ergattern könnt, habt Ihr die Möglichkeit, auf Anfrage (unter reggae-rheinmain@gmx.de) entweder als PDF per Mail oder gegen eine Versand-

und Bearbeitungsgebühr von 2,– Euro auf dem Postweg zu erhalten – solange der Vorrat reicht. Auch dieses Mal möchten wir darauf hinweisen, dass wir noch immer dringend auf der Suche nach Anzeigenkunden sind, um weiter bestehen zu können, da unser Magazin nur durch Anzeigen finanziert wird! Wir würden uns sehr freuen, wenn noch weitere Kunden hinzukämen, die in unserem Magazin für ihre Sache werben und damit unser Projekt unterstützen! Anzeigen nehmen wir jederzeit unter obiger E-mail-Adresse entgegen. Die Anzeigenpreise findet Ihr auf der letzten Seite des Magazins sowie auf unserer Myspace-Seite unter www.myspace.com/ reggaerheinmain. Stay positive! Viel Spaß beim Lesen! Euer Team von Reggae RheinMain. (if)

Inhalt 12

Yard Impact

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Bersenbrück Reggae Jam

We can make it, if we try

Fünf Jungs mit Ambitionen

Sommer im Klostergarten

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Sister Nancy

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Thailand

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Mascha‘s Top 20

First female voice inna di Dancehall

& CD-Tipps

Uwe Banton

Traditionelle Schönheit und ein umfassendes Touristenangebot

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Warmheart Worldwide Die Realisierung eines Traumes

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Richie Spice

Ich glaube an das Gute

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Skarra Mucci

The Lyric Millionaire

Sister Nancy

20 22

Warmheart Worldwide

Impressum Herausgeber: z-medien, Jens Zeidler Am sonnigen Hang 12, 64689 Grasellenbach z-medien@t-online.de reggae-rheinmain@gmx.de Redaktion: Mascha Wembacher, Stephanie Reichelt, Anja Elsner, Azieb Yohannes, Isabelle Fichtner, Patrick Neudel, Franziska Zeidler, Eva Ensling, Ali Jameel, Abass Ba, Olaf Heinrichsen

Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012

Fotos: Titelbild von VP Records. Martina Markwart, VP Records, Anja Elsner, Mascha Wembacher, Nini Martini, André Lepszy, Isabelle Fichtner, Franziska Zeidler, Dubs till Dawn, Soundbwoys Destiny, Ute Anzeigen: reggae-rheinmain@gmx.de Layout/Gestaltung: Franziska Zeidler

Druck: Buch- und Offsetdruckerei Häuser KG, Köln Auflage: 1000 Exemplare Verteilung: Auslagestellen im Rhein-Main-Gebiet Das Magazin ist kostenlos. Erscheinungsweise: alle drei Monate

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Party-Konzert-Guide Partyberichte Was war los in der Area?

Reggae Jam 2011 Nachdruck/Copyright: Alle Urheberrechte für Text und Gestaltung liegen bei z-medien. Ein Nachdruck der Texte und Fotos, die in Reggae Rhein-Main veröffentlicht sind, ist – auch in Auszügen – nur mit schriftlicher Genehmigung von z-medien erlaubt. Haftung: Namentlich oder mit Kürzel des Autors gekennzeichnete Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung des Herausgebers.


Im Interview mit

Richie Spice We can make it, if we try

Text: Mascha Wembacher / Fotos: VP Records, Martina Markwart, Anja Elsner Wer kennt ihn nicht – den Botschafter des Conscious-Reggae mit den „flammenden Lyrics“ – von der Frontline des RootsReggae derzeit nicht mehr wegzudenken? Den „Prince of Fire“, der mit Hymnen wie „Earth a run red“, „Gideon Boot“ oder „Youth so cold“ kontinuierlich für das Gute und gegen Kälte und Unmenschlichkeit auf der Welt streitet? Bekannt ist er vor allem für seine tiefgründigen und häufig sozialkritischen Lyrics, kombiniert mit spiritueller Inspiration und einem unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen – getragen von seiner warmen, souligen Stimme zu feinsten Roots-Klängen. Häufig direkt an die Jugend gerichtet, beklagen seine Songs Gewalt und Kriminalität sowie Diskriminierung und die Zerstörung der Natur und setzen dem die zentrale Botschaft der Liebe und des friedlichen Miteinanders entgegen. Beharrlich aber unaufdringlich erteilt der Künstler Ratschläge für eine bessere Zukunft, mit dem Ziel, möglichst vielen Menschen weltweit Kraft zu geben. Auch zeigt er eine äußerst respektvolle Haltung der Damenwelt gegenüber, was leider nicht bei allen Artists selbstverständlich ist, und – wen wundert’s – von den Ladies sehr geschätzt wird. Straight conscious! Wenig bekannt jedoch ist den Meisten der lange Weg des im September 1971 im Kingstoner Vorort St. Andrews geborenen Richell Bonner von den Anfängen seiner musikalischen Laufbahn bis hin zu seinem wohlverdienten Erfolg der letzten Jahre. „Gut Ding will Weile haben“ – dieses Sprichwort trifft den musikalischen Werdegang des eher zurückhaltenden, talentierten Künstlers mit der tiefsinnigen Message ziemlich genau. Hineingeboren wurde er in eine äußerst musikalische Familie – so ist sein älterer Bruder kein geringerer als Pliers, der gemeinsam mit Chaka Demus den DancehallDauerbrenner „Murder she wrote“ landete, der bis heute auf keinem Dance fehlen darf. Weitere Brüder sind „Spanner Banner“, der in den 90er Jahren mit „Life goes on“ einen

großen Hit verzeichnete, sowie der Deejay „Snatcher Dogg“. Sein Bruder Spanner Banner war es dann auch, der ihn das erste Mal zu Aufnahmen mit ins Studio nahm. Richie war damals – so sagt er selbst – noch nicht bereit für die professionelle Studioarbeit, der Besuch vermittelte ihm dennoch einen ersten Eindruck vom Musikgeschäft und der Professionalität und unermüdlichen Arbeit, die für den Erfolg nötig ist. Bereits in den 90ern schrieb er Songs und machte sich einen Namen als Live-Performer, trat jedoch lediglich als Support-Act für andere Artists auf. Dies änderte sich, als er Clive Hunt kennenlernte, einen Veteranen im Reggae-Business, der die Produktion der Hit-Single „Groovin my Girl“ übernahm, mit der Richie der erste Durchbruch gelang. Ebenfalls von ihm produziert wurde 2000 Richies erstes Album „Universal“ – ein abwechslungsreiches Album mit zahlreichen Gastauftritten und dem Song „Earth a run red“, der jedoch erst später zu seinem ersten richtig großen Hit werden sollte. Noch fehlte dem Künstler ein Label und damit die nötige Promotion, um seiner Musik wirklich Gehör zu verschaffen. So unterschrieb er 2004 beim 5th Element-Label, unter dem im gleichen Jahr sein

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zweites Album „Spice in your Life“ mit Songs wie „Folly Living (Blood again)“ und „Ghetto Girl“ erschien. Mit dabei noch einmal der apokalyptische Titel „Earth a run red“, der nun, richtig vermarktet, die jamaikanischen und internationalen Hitlisten stürmte. Nun erhielt Richie Spice erstmals die Gelegenheit, die Früchte seiner kontinuierlichen Anstrengungen zu ernten. Als drei Jahre später in Zusammenarbeit mit VP Records sein drittes Album „The Streets to Africa“ erschien, war er im internationalen Reggae-Bizz schon lange kein Unbekannter mehr. Und Hits des Albums wie „Youths so cold“, „Open the door“ und „Brown Skin“ trugen dazu bei, seinen Platz in den vordersten Reihen auch weiterhin zu festigen. Nach seinem vierten Meisterwerk „Gideon Boot“ (2008) mit dem gleichnamigen Song sowie den Hits „The plane land“ und „World is a cycle“ erschien Anfang dieses Jahres das nunmehr fünfte Album mit dem Titel „Book of Job“ mit gewohnt hochwertigem Roots-Reggae und tiefgründiger Message. Wir sind gespannt auf die weitere musikalische Entwicklung dieses sympathischen, hoch talentierten Künstlers. So freuten wir uns auch besonders, Richie Spice in diesem Jahr auf dem Reggae-Jam in Bersenbrück live bewundern zu dürfen, und hofften natürlich auf die Gelegenheit zu einem Interview. An dieser Stelle geht unser herzlicher Dank an Martina Markwart und Dirk Ebmeyer, die für die Interview- und Fototermine während des Festivals zuständig waren, und sich trotz Zeitstress, Terminverschiebungen und allen möglichen Unvorhersehbarkeiten eines Festivals viel Zeit für uns nahmen und stets super-freundlich darum bemüht waren, alle Interview-Anliegen und Extrawünsche zu erfüllen. So war es uns denn dann auch möglich, Richie Spice zwischen Auftritt und Weg zum Flughafen noch ein paar Antworten zu einigen kurzen Fragen zu entlocken, die wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012


Wenn wir uns deine Lyrics anhören, fällt auf, dass sie vor allem Botschaften an die Jugend enthalten. Weshalb ist es dir so wichtig, vor allem die Jugend zu stärken? Weshalb mir das so wichtig ist – nun ja, die Jugend ist die Zukunft, die Jugend ist unsere Hoffnung für morgen. Deshalb ist es wichtig, die Jugend zu stärken. Denn das Leben ist sehr wichtig, weißt du, und etwas sehr Kostbares für mich. Schreibst du all deine Songs selbst? Ich schreibe fast alle meine Songs selbst. Aber auch mit Hilfe von anderen Leuten, Weißt du, manchmal arbeite ich an einer Strophe und probiere zum Beispiel eine Melodie zu einem Vers aus, und jemand hört sich’s dann an und sagt, nimm dazu lieber einen anderen Vers, oder sowas… Wenn man versucht, Gutes zu tun, Positives in die Welt zu bringen, muss man oft feststellen, dass eine Menge Negatives auftaucht und versucht, sich einem in den Weg zu stellen. Aber du bleibst kontinuierlich dabei, gute Vibez zu verbreiten – was ist deine Motivation, dein Ziel? Nun ja, alles ist in Bewegung. Weißt du, es ist nicht möglich, all die Herausforderungen des Lebens ’straight’ und ohne Probleme zu meistern. Egal ob du Gutes tust oder Schlechtes tust, es gibt immer Leute, die über dich urteilen und daran etwas auszusetzen haben. Das Leben besteht aus Negativem und Positivem. Manche Menschen fokussieren das Negative, ich konzentriere mich lieber auf das Positive – welches das Leben selbst ist, yeah. Dein Album “Gideon Boot” kam 2008 heraus. Weshalb “Gideon” Boot? Nun, weshalb der Name für diesen Song – ich möchte die Jugend wissen lassen, ihr müsst euch jetzt zusammenreißen und anstrengen und aufhören mit Raub und Plünderungen und so. Was immer ihr tut, sorgt dafür, dass

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es etwas ist, das ernsthaft und progressiv und positiv ist. Können wir bald mit einem neuen Album rechnen? Oh ja, ich arbeite definitiv gerade an einem neuen Album, das nächstes Jahr herauskommen soll. Ja, ich mache immer noch instrumentale Musik, weißt du, ein Acoustic-Album. Es wird komplett „nice“,

so wie andere vorige Tracks von mir, wirklich, nun ja, mit anderen „Beats“. Für all die Leute, die diese Musik lieben. Deine Message an unsere Leser in Deutschland? Nun ja, meine Message im Augenblick ist „always Good over Evil and Life over Death“. Passt auf Eure Brüder und Eure Schwestern auf und gebt auf die Jugend acht, auf die Jüngeren. Lehrt die Jugend das Richtige zu tun und den richtigen Weg zu gehen, yeah. Dann vielen Dank! Yeah, respect for life. Bless.


Im Interview mit

Sister Nancy First female voice inna di Dancehall Text: Mascha Wembacher / Fotos: Anja Elsner, Ute, Martina Markwart Ihre Geschichte begann zu einer Zeit, in der sich die Ragga-Tunes, mit denen die Soundsystems in der Hitze der jamaikanischen Dancehalls gegeneinander antraten, vollständig in Männerhand befanden, und sich nur männliche Deejays und Selectors an den Mics und Turntables gegenüberstanden und um die Gunst des Publikums stritten. Dancehall war Ende der 70er Jahre gerade erst geboren und reine Männersache, und die Rolle der Ladies beschränkte sich in erster Linie aufs Zuhören, Tanzen und Anheizen der Dances. Doch nach und nach begann eine unverkennbare, klare weibliche Stimme, sich inmitten ihrer männlichen Kollegen Gehör zu verschaffen. Sie gehörte Sista Nancy, ihres Zeichens weltweit erster female Dancehall-Deejay und Wegbereiterin für alle nachfolgenden weiblichen Dancehall-Artists, die heute aus der Musik nicht mehr wegzudenken sind. „I’m a lady and not a man … I come feh nice up Jamaica – what a bam bam“ – wer kennt ihn nicht, diesen eingängigen Dancehall-Hit, inzwischen mehrfach gesampelt und in verschiedensten Versionen produziert, der auch heute noch weltweit auf den Dances gespielt wird … 1962 geboren, begann Sister Nancy, deren bürgerlicher Name Ophlin Russell-Myers lautet, bereits als Teenager in verschiedenen Soundsystems zu deejayen. Der er-

ste große Schritt zum Durchbruch gelang ihr 1980 mit der Aufnahme ihrer ersten Single “Papa Dean“ im Studio des jamaikanischen Produzenten Winston Riley unter seinem Techniques Label. Die Single wurde in Jamaika ein Erfolg und verhalf Sister Nancy in der Folgezeit als erstem weiblichen Artist zu einem Auftritt auf dem legendären Reggae-Sunsplash Festival, dessen weltweite Übertragung sie auch international bekannt machte. Mit Singles wie „One Two“, „Transport Connection“ und ihrem größten Hit „Bam Bam“ konnte sie an den Erfolg anknüpfen und brachte 1982 ihr Debut-Album “One Two“ heraus; ebenfalls produziert von Winston Riley. Neben o.g. Hits stärkte das Album mit weiteren Songs wie ”Only Woman DJ with Degree” und ”Ain’t no Stopping Nancy“ ihren Platz im Dancehall der 80er Jahre. Im selben Jahr veröffentlichte sie auch gemeinsam mit Yellowman, Fathead und Purpleman das Album „The Yellow, The Purple And The Nancy“ auf Greensleeves Records. Es folgten zahlreiche Live-Auftritte, “on stage“ und in den Dancehalls – oft gemeinsam mit ihrem unter dem Namen “Brigadier Jerry“ bekannten Bruder und dessen Soundsystem “Jahlove Music Sound System“. Als erste weibliche Dancehall-Künst-

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lerin Jamaikas ging sie international auf Tour und erlangte weltweit Anerkennung für ihre Musik. 1996 zog Sister Nancy nach New Jersey in die USA, wo sie auch heute noch lebt. Bis zum Jahr 2000 brachte sie kontinuierlich Singles heraus, dann wurde es eine Weile still um die Künstlerin. Musik blieb jedoch ihre „first love“ und so kehrte sie 2007 mit dem Album “Sister Nancy Meets Fireproof“ auf dem Special Potato Records Label zurück. In Deutschland durfte sich die Dancehall-Massiv dieses Jahr auf dem Reggae-Jam Bersenbrück davon überzeugen, dass “Muma“ Nancy es heute wie damals bestens versteht, ihr Publikum ordentlich zum Feiern zu bringen. … und für uns war es natürlich eine ganz besondere Ehre, dass sich die außergewöhnliche Künstlerin nach dem Konzert noch einmal extra Zeit für uns und für ein kurzes Interview nahm. Auch hier geht unser Dank natürlich ebenfalls an Martina und Dirk von der Presseorga, die uns das Interview ermöglicht haben! Du bist die erste weibliche Künstlerin, die im Dancehall-Business bekannt wurde … Ja, ich bin die Erste im Dancehall, the first one! … und wie du eben in deinem ersten Song auf der Bühne erzählt hast, hast du im Alter von fünfzehn Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012


Jahren damit angefangen … Fünfzehn, ja – angefangen habe ich sogar noch ein bisschen früher. Wie kamst du dazu, wie fing deine musikalische Karriere an? Ja, weißt du, mein Bruder ist damals auch schon DJ gewesen – Brigadier Jerry, das ist mein Bruder. So fing ich dann auch an, ich hörte mir seine Sachen an und folgte ihm einfach damit. Ich schloss mich einfach dem an, was er machte. Es gefiel mir, also machte ich es wie er. Aber war das nicht schwierig, in dieses … (fällt ins Wort) Ja, das war es, als Frau, auf jeden Fall! Als Frau damals in den Siebzigern / Achtzigern, das war “rough”. Aber es war etwas, was ich unbedingt machen wollte, deshalb war mir das egal, ich habe einfach immer weitergemacht. Denkst du, dass es heute in dem Bereich immer noch schwierig ist – schwie-

riger für weibliche Artists? Nein, das ist es nicht, mittlerweile ist es sehr leicht geworden für sie. Es ist viel einfacher für weibliche Artists heute als früher. Zum Beispiel werden sie für ihre Auftritte bezahlt. Ich wurde damals nicht bezahlt. Damals hast du das einfach gemacht, weil es dir wichtig war, weil du Spaß dran hattest; du versuchtest einfach, dass deine Stimme gehört wurde und bekannt wurde. Aber heute ist es leicht für sie. Sieh mal, die singen und deejayen einfach irgendwas, und es kommt an. Damals musste man hart arbeiten. Ich musste echt arbeiten, um mir Gehör zu verschaffen. Weißt du, heute ist es viel einfacher, sehr einfach, eigentlich kann das heute jeder machen – aber nicht zu meiner Zeit, das war anders. Du bist Rastafarian, richtig? Yes, by faith. Give thanks. Waren du und deine Musik somit von Anfang an durch die Rastafari-PhilosoReggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012

phie beeinflusst? Ja. Weißt du, ich habe neun Brüder und Schwestern, mit denen ich aufgewachsen bin. Und die waren eigentlich immer Rastafarians. So I seek and I find and I chose. Ich denke, dies ist auch für mich der richtige Weg. Du weißt, was ich meine. Als die erste Dancehall-Lady bist du Vorbild für viele spätere … (unterbricht) Für alle heutigen weiblichen DJs bin ich ein Vorbild! Und was denkst du über die neue Generation … Das gefällt mir überhauptnicht! Weißt du, das was zur Zeit gemacht wird, ist für mich einfach zum Abgewöhnen; nein, ich mag’s einfach nicht. Ich meine, jede von ihnen muss das tun, was sie tun muss – denn sie sind ja gut, alle von ihnen sind gut. Ich will nicht sagen, dass sie nicht gut sind – aber mir persönlich gefällt es einfach nicht. Es ist nicht wie zu meiner Zeit. My time was better, nicer, sweeter. Und die Musik war Musik. Was das heute ist, weiß ich nicht, aber damals war Musik richtige Musik. Ich weiß nicht, wie man das jetzt bezeichnen kann, denn das ist keine Musik. Ich weiß es wirklich nicht. Deine Lyrics sind ja auch ganz anders als das, was die meisten heute singen … Völlig. Total anders. So, was sind deine Pläne für die nahe Zukunft? Ich will eigentlich vor allem LivePerformances machen. Das ist mein Ding. Ich mag es, live zu arbeiten. Ich habe echt lange nicht mehr aufgenommen. Mir gefällt es einfach, live zu arbeiten, auf der Bühne oder in der Dancehall. Ich liebe das. Ich fühle die Menschen, und die Menschen fühlen mich. Ich mache das lieber als alles andere. Ich bin eine Live-Performerin, that’s it. Was man eben auch sehen konnte ... Oh ja, hast du das Publikum gesehen? They always love me. Und das ist mein viertes Mal hier. Ich war schon viermal hier. Also, nicht auf diesem Festival, aber in Deutschland – das ist mein vierter Besuch. Das freut uns! Wir hoffen, dich auch noch weitere male in Deutschland sehen zu dürfen. Das werdet ihr, da bin ich sicher. Hast du noch eine Message an unsere Leser?? Ja, hört einfach weiter meine Musik, und wann immer Ihr erfahrt, dass ich in eure Gegend komme, kommt und seht Euch mein Konzert an! Und für die Ladies, die versuchen wollen, dasselbe zu tun: ich denke, man muss wirklich über die Begabung verfügen und dazu geboren sein. Denn wenn du nicht dazu geboren bist, eine Sängerin zu sein, wirst du niemals wirklich eine Sängerin sein. Denn dann wirst du nur für eine Zeit lang singen und dann aufhören, weil es nicht wirklich das ist, was du tun möchtest. Wenn es nicht

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das ist, was du liebst, oder wovon du weißt, dass es deine Bestimmung ist, solltest du besser nicht damit anfangen. Denn es ist ein harter Weg. Und es ist ein schöner Weg. Und du musst es zu jeder Zeit durchziehen. Und das ist das, was ich versuche zu tun – es durchzuziehen. Ich sage immer: ich war die erste, und ich werde die letzte sein. Yes I! And Jah guide and protect every living soul - Rastafari! Vielen, vielen Dank für das Interview! Jederzeit gerne. (lacht) To Reggae RheinMain, to all a di ladies: keep the good thing going, ‘cause we’ ladies and we’ strong! Trust me, we’re better than the men - let them know that. I say dat. Original thing. Original Muma say dat! Grand slam – what a bam bam (lacht)! … Bless


Nice to meet

Uwe Banton „Ich glaube an das Gute.“ Text: Anja Elsner, Azieb Yohannes / Fotos: Anja Elsner Der Sommer gab nochmal alles. Zum Afrika-Kulturfestival in Frankfurt Ende August. Die Füße durften nochmal barfuß über den Rasen laufen, die Sonne wärmte die Seele, und viele nette Menschen kamen zusammen um dies zu zelebrieren – wie jedes Jahr. Und wir konnten den besonderen Tag nutzen, um uns mit Uwe Banton zu unterhalten. Der sich die Zeit vor seinem Auftritt nahm, entspannt mit uns in der Sonne auf dem Festivalgelände zu sitzen und uns ein paar Fragen zu beantworten, die uns wichtig waren und sind. Uwe Banton ist schon viele Jahre bekannt in der deutschen Reggaeszene. Bereits Anfang der 90er Jahre trat er Junior Mandingos Band „One Vibe“ bei, im Sommer 1993 versammelte er selbst einige Musiker um sich und sie gründeten die Band „Movements“. Uwe komponierte bereits zu dieser Zeit, textete und interpretierte als Leadsänger viele Songs. Schon früh arbeitete er mit Yah Meek zusammen, viele gemeinsame Auftritte folgten, um später die Söhne Mannheims und Xavier Naidoo auf der „Zion-Tour“ zu begleiten. Seit 2004 entwickelte sich auch der Soloweg des Bielefelders. Gemeinsame Projekte mit House of Riddim, Ganjaman, der Sharp Axe Band, Culcha Candela, der Oneness Band und vieler mehr folgten. Everything‘s gonna take its rightful place. Mother nature gonna take her rightful place. Jah children will take their rightful place. (aus dem Song „rightful place“) Im Internet kann man ja schon einige Informationen über dich finden, besonders über deine tolle Page. Unter anderem fanden wir dort heraus, dass du schon im Alter von 15 Jahren nach Jamaica gingst. Wie kam es dazu? Mmh, ich „ging“ allerdings nicht dahin, sondern war erstmalig auf Urlaub dort. Nicht, dass das falsch rüber kommt. Dennoch recht früh ;-) Ich habe eine Tante, die auch jetzt noch in Jamaica wohnt und sich schon damals dorthin orientierte.

Deswegen bin ich im recht jungen Alter dorthin gekommen. Hattest Du da schon den Kontakt zum Reggae? Das begann ungefähr ein Jahr vorher. Du hattest auch schon in recht jungen Jahren in Bielefeld Kontakte zur Army. Wie kam es dazu? Dadurch hattest du auch die ersten jamaikanischen Kontakte? Ich habe über die Musik unter anderem Leute kennengelernt, die in der Armee waren. In der britischen Armee. Da waren auch einige Jamaikaner dabei, aus London, Birmingham. Und mit denen fing ich an zu jammen und im Club Freestyle zu machen. Das war im Neon, Mitte der 80er Jahre. Ich hörte, du bist durch Costa Rica getourt. Vielleicht würdest du dahin ziehen?

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Der Buschfunk … (alle lachen) Mutmaßung!!! Da habe ich im Moment jedenfalls keine konkreten Pläne gefasst. Es ist ein wunderschönes Land, nette Leute und eine schöne Reggae-Szene, eine junge ReggaeSzene. Aber das war im Zusammenhang einer kleinen Tour, die ich gemacht habe. Wann war das? Im April. Um mich einfach mal dem Land, der Reggaeszene und den Leuten dort vorzustellen. Es war sehr sehr nice! Wie lang warst du dort? Ungefähr zwei Wochen getourt, mehrere Stationen. Du hast ja gerade ein neues Lied … du prangerst die Finanzwelt bzw. die Banken an. Du sagst, sie brechen die „Golden Rule“. Was war der Auslöser, so einen Song zu machen? Na, der Anlass war einReggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012


fach, zu versuchen zu verstehen (Betonung auf „versuchen“), wie dieses ganze Finanzsystem funktioniert. Und ich habe gesehen, dass es ja eigentlich nur um einen virtuellen Wert geht. Kein Wert, der mit Geld verbunden ist oder einer Währung, Nichts was mit einem reellen Wert verbunden werden kann. Auch wenn z.B. 100 e drauf stehen, kann und wird es sein, dass diese 100 e in zwei Jahren keine 100 e mehr wert sind. Und dass es aber in dem Zusammenhang, in diesem Geldsystem Menschen gibt, die durch Spekulation gewinnen. Ohne, dass sie irgendwas an Wert produzieren, sich dumm und dämlich verdienen können. Das war genug Anlass, ein Lied darüber zu schreiben. Und in dem Lied singe ich „the Money turn

wird nicht für immer sein. Ich glaube halt an das Gute. Ich glaube an die Kraft und an den Sieg des Guten. Ich versuche den Leuten zu vermitteln, dass sie positiv sein sollen und zuversichtlich in ihren Gedanken. Und die guten Gedanken festhalten. Und nicht aufhören sollen, für das Gute zu kämpfen. In dem Bewusstsein, dass es einen allmächtigen Gott gibt, und dass dieser Gott gut ist, und dass am Ende das Gute über das Böse siegt. Schöne Worte! Etwas ganz anderes, das uns auch begeistert hat: Du hast mit Steffen vom Sandwichmaker ein Gericht kreiert. (Uwe lacht) im Kochbuch, mmhh... Und wir sind insgesamt sehr begeistert von diesem Kochbuch-Projekt. Wie kam

dem into fool“ … also die lassen sich vom Geld zu Dummköpfen machen. Mit dieser „Golden Rule“ ist nach meinem Verständnis, die goldene Regel des Zusammenlebens der Menschen gemeint. Getreu dem Motto „Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg‘ auch keinem andern zu!“. Diese Menschen sitzen in irgendwelchen Hochhäusern, in irgendwelchen Büros und entscheiden über den Wert einer Ware, die sie nicht selbst produziert haben. Waren die Menschen in armen Ländern produzieren, und diese Menschen, die diese Ware produziert haben, haben keinen Einfluss darauf, einen Gegenwert für ihre Arbeit zu bekommen, den sie sich vorstellen, oder der gerechtfertigt wäre. Und dieser Wahnsinn dahinter oder auch dieses Übel, so wie ich es sehe, dann ich kann darin nicht viel Gutes sehen, das möchte ich rüberbringen und anprangern. Und hoffe, dass die Leute es erkennen. Du sprichst da etwas an, was uns auch sehr oft zweifeln lässt, was uns an der Welt zweifeln lässt. Deine Lieder sind so beruhigend. Die Songs, die Texte. Woher nimmst du die Energie, auch wenn du weißt, es ist alles so unfair? Woher nimmst du die Kraft weiter soviel Niceness zu verbreiten? Na einfach in dem Bewusstsein, dass alles seine Zeit hat, und auch dieses System eine Zeit hat. Und diese Zeit

es dazu? Die Initiative ist natürlich von Steffen ausgegangen, als Initiator des Ganzen. Er hat mich angesprochen, wir kennen uns schon mehrere Jahre, wir treffen uns oft auf Festivals. Und er ist eines Tages an mich heran getreten, hat mir von seiner Idee zum Kochbuch erzählt, und dass er mich ganz gern dabei hätte. Und ich sollte ein Rezept fürs Buch und einen Song für die CD beisteuern und ich habe gerne sofort eingewilligt. Habt ihr das wirklich so gemacht: Das ist mein Lieblingsrezept? Ich sollte das Rezept mitbringen und jeder, der daran teilnahm hat so sein Rezept mit eingebracht. Super Sache! Bist du ein guter Koch? ;-) Ich versuche soweit es geht, mein Essen selbst zu kochen, und mir macht es auch Spaß, das Essen selbst zu kochen. Wichtig ist einfach für mich und mein Bewusstsein, was ist in dem Essen drin. Das nicht etwas drin ist, was ich nicht mag, nicht vertrage oder ablehne. Und man isst auf jeden Fall besser, wenn man das Essen selbst kocht oder natürlich, wenn es von jemandem gekocht wird, zu dem man das Vertrauen hat. Der weiß, was man möchte oder nicht möchte. Azieb sprach eins deiner neuen Lieder schon an. Wir sind natürlich total gespannt, wird es ein neues Album geben in naher Zukunft? Jaja! Also ich arbeite

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dran, nicht mit einem konkreten Zeitziel vor Augen, aber ich arbeite dran. Und es wird, sobald das fertig ist, auch wieder ein neues Album geben ;-) Schööön! Auf dem dem Reggaejam bekamen wir mit, dass Junior Banton sich umbenannte, jetzt anders heißt. Mmh, Speaker Davis. Die eigentliche Frage, die uns mehrfach gestellt wurde: Hat das etwas mit deinem Namen zu tun? Weiß ich nicht, glaube ich nicht. Warum er sich anders nennt kann ich euch so nicht sagen. Da müsst ihr ihn einfach mal fragen. Ich kenne ihn auch, wir sehen uns gelegentlich. Aber er hat nichts dazu gesagt: „Ich nenne mich jetzt anders, weil du auch so heißt.“ Also nicht aufgrund auftretender Verwechslungen? Nee, es gibt ja auch andere Bantons*. Es gibt ja Buru Banton, Buju Banton, … glaub nicht, dass es was damit zu tun hat. Damit wä ren wir dann auch schon bei der Creme de la Creme-Frage zum Abschluss: Was wünschst du dir für die Zukunft? Na, dass sich die Dinge weiterhin zum Positiven verändern. Ich glaube, es wird noch einiges passieren müssen, bis die Menschheit, oder die Mehrheit der Menschheit erkennt, was wichtig ist im Leben und was eigentlich zählt, und ich wünsche mir einfach, dass wir aus der Reggaeund Rastacommunity mehr tun können um einfach dieses Bewusstsein zu schaffen, den richtigen Weg zu leben. Jeder, zu jeder Zeit. Ein großer Dank an dich. Und auch ein großer Dank von Herzen für dein Lied: „Love Reggae night and day“! Danke. Freut mich! Rastafari!! * Banton ist im jamaikanischen ein Name für einen Deejay, der voller Texte ist.


Im Gespräch mit

Skarra Mucci The Lyric Millionaire Text: Eva Ensling / Fotos: Nini Martini Calvin Davis aka Skarra Mucci (eine patoisierte Kurzform für „Ska, Reggae, Musik“) nahm sich, direkt nach seinem Auftritt in Portugal und trotz vollem Terminkalender, die Zeit für ein sehr sympathisches Gespräch. Hi Skarra! Wie war Portugal? Absolut nice! Wirklich, ich liebte es. Ich hatte eine großartige Show! Ich hatte auch eine großartige Show in Münster, es war wirklich verrückt! Ich habe in Münster zwei Stunden performt, das gleiche in Portugal. Die Leute wollten mich gar nicht wieder von der Bühne lassen! Schön! Geboren bist du in Jamaika und schon in jungen Jahren hast du mit deiner Musikkarriere begonnen. Mit 12 Jahren hast du beispielsweise bereits deine erste Single veröffentlicht. Es war schon etwas früher. Ich war erst zehn! Ganz schön früh! Wie fing das mit dem Singen an und mit wem hast du zusammengearbeitet? Ehrlich gesagt habe ich mit dem singen begonnen, als ich geboren wurde (lacht). Die meisten schreien, ich singe! Ich habe aber schon sehr früh angefangen in der Kirche zu singen, mit drei oder vier. Ich habe in einem Gospel Chor in der Seventh-Day Adventist Church in St. Catherine gesungen. Ehrlich gesagt, habe ich die ganze Zeit gesungen. Von der Kirche direkt in die Dancehall irgendwie … Ein interessanter Wechsel … Yeah! Well, ich habe mit vielen Leuten gearbeitet. Mein Mentor war Yellowman! Er war der erste, der mir, als ich jung war, eine Chance gegeben hat. Selbst heute, wenn wir uns treffen, ist es, als ob es erst gestern war. Er ist es, der mir nicht nur die Chance gegeben hat, sondern auch den Vibe, es zu schaffen! Ich habe mit vielen Menschen gearbeitet. Ich habe mit Vulcano Sound zusammengearbeitet, und ich habe einen Song für Upsetter gemacht. Und das ging so weiter und weiter … Du lebst seit Jahren in Deutschland und warst Frontman bei den Gruppen Dread Colours und Ganglords. Well, ich lebe! Ich würde nicht sagen, dass ich in Deutschland lebe, sondern wir sind hier auf diesem Planeten, also … Aber hier in Deutschland bin ich seit 1993, und meine erste Band in Europa war auf jeden Fall Dread Colours aus der Konstanz-Area. Wie ergab sich die langjährige Zusammenarbeit mit dem Deebuzz Sound aus

Mannheim? Es war im Jahr 2000, da traf ich einen der damaligen Crewmitglieder von Deebuzz, der mir einen Mix gab. Ich gab diesen dann David Rodigan und fragte nach einer Kopie, die ich dann im Auto angehört habe. Ich habe schnell gemerkt, dass es sich um einen großartigen Mix handelt. Zu dieser Zeit standen sie noch am Anfang, und wir wurden irgendwie gute Freunde, haben zusammen gechillt, und ich half ihnen, Parties zu planen, und wir haben im Keller ein bisschen aufgenommen. Es war einfach zum Spaß, ich hatte ja meine Band Ganglords, mit der es zu der Zeit sehr gut lief. Mit meinen Erfahrungen in Liveshows und als Frontman habe ich den Sound unterstützt. Seit 2001 bin ich ein ständiges Mitglied, und 2005 bin ich dann von Zürich in die Area gezogen, um näher zu sein, um zu helfen, den Sound und den Club zu pushen. Sebastian, Mr. Winter und ich sind Freunde fürs Leben, und Mahatma Ganja ist auch mein Bruder. Wir sind eine große Familie! Und wie entwickelte sich der Kontakt zu Kingstone Records? Well, mit Kingstone Records meinst du wahrscheinlich Rodney. Ich traf ihn bei so einer German Dancehall Promotion-Sache. Der Sound King Stone, wie vielleicht in meiner Biographie erwähnt, ist ein anderer Sound. Als ich 1993 nach Deutschland kam, war es das Soundsystem King Stone von Konstanz, dass mich hierher holte. Und Kingstone mit Rodney lernte ich erst durch die Deebuzz-Connection kennen. Er ist ein großartiger Freund von mir. Mit deiner kräftigen Stimme und deiner Vielseitigkeit überzeugst du sowohl auf Roots- wie auch auf Dancehall-Produktionen. Du wirst „Lyric Millionaire“ genannt und wechselst zwischen Soul, Gospel, Reggae, Dancehall, Rap und R&B. Wie hast du deinen einzigartigen Style gefunden? In meiner Jugend habe ich Gospel gesungen. Als ich zum Dancehall kam, machte ich mehr den Deejay-Style, Raggamuffin-Style. Ich liebte das Singen und Deejaying, und ich erinnere mich an den Tag zurück, als Junior

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Reid mir sagte, ich solle mich für eins entscheiden. Das war populär in den 80er und selbst in den 90er Jahren, erst in den späten 90er Jahren wurde der Singjay-Style bekannt, davor war es entweder das Singen oder das Deejaying. Mein Style entwickelte sich, nachdem ein Typ aus Kalifornien mir ein paar R&B- und HipHop-CDs gab und ich realisierte, dass in meiner Musik auch ein bisschen von Rhythm and Blues und ein bisschen von Soul steckte. Und als ich nach Europa kam, sah ich, dass die Bands nicht wirklich Dancehall spielten sondern mehr Reggae, und ich fing einfach an, auf jeden Riddim zu singen. Ich war mit hartarbeitenden Leuten wie Garnett Silk, Dennis Brown, Shabba, Bounty und noch einigen mehr auf der Bühne und habe mir von ihnen auch irgendwie die ein oder anderen Entertainment-Skills angeeignet. Ich lerne jeden Tag wie ein Kind dazu und werde dadurch immer besser. Es sind wirklich die Menschen, die Musik und die Situation, in der ich bin, die mich dazu animieren, die ganzen unterschiedlichen Styles zu singen. Wenn ich jetzt in Europa bin, da mögen manche den Sing-Style, andere mögen den Raggamuffin-Style und wiederum andere den Singjay-Style, und ich kann jedem geben, was er braucht! Ob Band oder Soundsystem, mit beidem hast du bereits vielfältige Erfahrungen gesammelt. Welche Art des Performens sagt dir eher zu und worin besteht der Unterschied für dich? Worin liegen die Vor- und Nachteile? Okay, ich bin mit den Soundsystems aufgewachsen, aber in jungen Jahren wurde ich auch schon von Bands unterstützt. Ich kann also mit beiden sehr gut arbeiten und fühle mich mit beiden wohl. Das Gute einer Band ist … ich liebe es einfach! Ich bin flexibler, und ich kann die Leute wirklich besser unterhalten. Mit einem Soundsystem ist es mehr wie eine Playback Show, ich muss auf jedem Beat sein und zusehen, dass alles sitzt. Man hat nicht so viele Freiheiten in den Flows. Aber durch meinen Style kann ich auch im Dancehall-Style kreativ sein. Beides ist also gut, ich toure aber lieber mit Band. Ich verstehe nicht, warum ich nicht mit Band gebucht werde, da ich doch die großartigste Band um mich habe! Ich werde aber immer mit Soundsystem gebucht. Ich denke, das liegt an den Kosten. Die weltweite Finanzkrise, du weißt schon. Mit meiner Band spiele ich auch viel vom alten Zeug wie „Stop the War“ oder Rise & Shine“ und mit einem Soundsystem halt eher Dancehall-Sachen. Ich liebe beide Shows, aber spiele lieber mit der Band. Im März 2007 erschien dein Debut Solo Album „Rise & Shine“, gefolgt von „912“ Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012

im Jahr 2009. Dein neustes Album mit Namen „Skarrashizzo“ kann man sich seit September 2010 anhören. Was machen deine Alben aus, gab es eine Entwicklung? Yeah, die Sache ist, das „Rise & Shine“ Album sollte eigentlich schon im Jahr 2004 erscheinen, es gab aber einige Schwierigkeiten. Eine lange Geschichte. 2005/2006 fing ich dann an das „Skarrashizzo“ Album mit dem Label Paraschizzo aufzunehmen, aber es gab kein Geld, um es zu veröffentlichen. Also wurde es erstmal liegen gelassen. Ich hatte also eigentlich schon drei Alben – eins mit Dread Colours, eins mit dem King Stone Label (und ich rede hier von dem aus Konstanz) und das mit Paraschizzo. Ich war ein bisschen frustriert, ehrlich gesagt. Ich ging zu einem Freund, der sagte: „Yeah, worauf wartest du noch mit dem Gospel-Album?“ und ich dachte: „Welches Gospel-Album?“, und er sagte: „Rise&Shine“ und „Protect my Soul“ und all diese Songs“. Und ich entschied, sie zu überarbeiten und rauszubringen. Also fragte ich Sebastian von Deebuzz, und sie halfen mir das Album zu veröffentlichen. Es war nach 28 Jahren von Musik, es war wirklich … yeah! Es war Zeit für ein Solo-Album! Es waren mehr als 20 Jahre … yeah eine lange Zeit! Mit dem „912“ Album war es so … jeder war von dem „Rise & Shine“ Album überrascht, es war so rootsig. Also dachte ich mir, ich sollte mit „912“ ein dynamischeres Album rausbringen. Da Deebuzz nicht wirklich Zeit hatten, dass Album fertigzustellen, fragte ich Soulforce, mir damit zu helfen. Es war mein zweites Album, mein kleines Baby. Weil... weißt du, sie steckten mich ins Gefängnis, das System legte mich für eine Weile lahm. Während ich wartete, stellte ich aber sicher, dass ich zurück kam. Ich entschied mich an einem neuen Projekt zu arbeiten, also nicht mehr an „Rise & Shine“. Nachdem das Album im März erschien, musste ich schon im Oktober zum Staat, und hatte so keine Zeit, es zu pushen. Ich entschied also, ein neues Album rauszubringen, und das war „912“! Mit „Skarrashizzo“ war das so: nachdem wie es zur Seite legen mussten, nutzten wir schließlich den Kontakt zu Sebastian. Er unterstützte uns, das Album rauszubringen. Weißt du, Jah segnet uns unaufhörlich! Und jetzt bin ich bereit für das nächste Album! Es wird am 9. März erscheinen, und wir bringen die Rückkehr des Raggamuffin. Die Releaseparty wird am 10. März im Rude7 stattfinden. Okay, cool. Gut zu wissen! Ja! Ich muss sagen, es sind wirklich die Menschen um mich herum, die die Anerkennung verdienen. Michelle und Arist2Event und all die Leute drum herum, sie stecken viel Arbeit in all das. Du bist auch schon überall auf der Welt aufgetreten und hast neben jamaikanischen Künstlern auch mit Künstlern aus der europäischen Szene wie General Levy,

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D-Flame, Marlon B oder Patrice performt. Well, ich hatte mit allen genannten Artists schon Kollaborationen. Yeah, aber General Levy ist mein Freund fürs Leben, D-Flame ist mein Bruder fürs Leben! Es gibt eine Menge Artists, zu denen ich super-connected bin, aber zu den beiden am meisten! Welche Namen nanntest du noch? Marlon B. und Patrice. Yeah, Maaaarlon B., Marlon B.! Real back, real back!! Weisst du, schon lange! Yeah Mister Marlon Brando man! Well, diese drei Artists, D-Flame, General Levy und Marlon B., wären eine mad combo! Und stehen irgendwelche Kooperationen für die nahe Zukunft an? Well, es sind einige Kooperationen geplant, aber im Moment will ich die Katze noch nicht aus dem Sack lassen. Lasst uns abwarten, was sich ergibt, ich freue mich auf den Start von ein paar richtig guten Kombinationen. Nice! Zu guter Letzt bitte noch eine Message an unsere Leser … Yeah man! An alle da draußen: Reggae ist Leben, Musik generell ist Leben! Tu das Beste für Musik und spread the Love! In allem, was du tust, sei liebevoll, sei nett und großzügig. Yeah! Und sei hilfsbereit, weil jeder deine helfende Hand braucht. Und vergiss nicht: Es ist alles ein Kreis. Was du anderen Gutes tust, kommt irgendwann zu dir zurück! Tu Gutes, und Gutes wird dir folgen. Jah may bless you all! Unterstützt weiterhin die Musik! My love to all of you! Trust me! Skarraaaa!!! Vielen Dank für das nette Interview, Skarra! Mein Dank geht an die Reggae RheinMain-Crew. Mein Respekt! Ich freue mich, Leute wie euch zu sehen, die ihre Zeit und Energie in all das investieren. Jah bless you! Danke schön! Ich hoffe euch alle im Rude7 zu sehen! Definitiv! Yabba yabba yooo!


Soundsystem

Yard Impact Fünf Jungs mit Ambitionen Text: Eva Ensling, Ali Jameel / Fotos: André Lepszy, Yard Impact Yard Impact - das sind Jonas aka Paco (MC und Booking), Dominik aka Dom (MC), Flo aka Jahliboo (Selector und Booking), Marc aka Ixi (Selector) und Andre aka Al Burndee (Selector). Gegründet haben sie ihr Soundsystem zwar erst vor zwei Jahren, und doch stand der vielversprechende Sound schon unter anderem mit Lutan Fyah, Jah Mason, Ganja Man oder D-Flame auf einer Bühne. Die hochmotivierten Jungs wollen etwas in der RheinMain-Area bewegen und starten jetzt erstmal mit ihrem Regular „Come Around“ in Mainz durch. Wir sind gespannt, was die Zukunft des jungen Sounds so alles bringen wird! Big up yourself Jungs! Wir freuen uns, dass ihr euch Zeit für Reggae Rhein-Main nehmt. Ihr seid ein noch relativ junges Soundsystem, vor 2 Jahren gegründet, wie fing das alles an, wie habt ihr euch kennengelernt, und woher kommt die Liebe zu Jamaican Music? Jonas: Flo und ich kennen uns schon länger. Als ich zum ersten Mal auf dem Summerjam war, ich glaube das war so 2004? Flo: Ja genau 2003 … 2004 … Jonas: Genau so um den Dreh. Jedenfalls hatte ich da den ersten Kontakt mit der Musik gehabt und die Soundsystems gesehen und hab das direkt gefeiert. Andre, der heute übrigens leider nicht dabei sein kann, weil er mit seinem Umzug beschäftigt ist, war ein ehemaliger Arbeitskollege von Flo. So kamen wir miteinander in Kontakt. Marc haben wir über

eine gemeinsame Freundin von uns kennengelernt. Er hört auch schon seit Ewigkeiten die Musik. Marc: Ja, auch schon so seit 2003. Da bin ich auf den Geschmack gekommen und quasi eingestiegen. Als Selector? Marc: Nee nee, so allgemein zum Hören und drauf feiern. Auf verschiedenen Partys sind wir uns dann das ein oder andere Mal über den Weg gelaufen. Jonas: Dominik ist der fünfte im Bunde. Er ist jetzt im Sommer dazu gekommen. Dominik: Ja, wir kennen uns auch schon seit ein paar Jahren. Ich höre die Musik auch schon lange. Im Sommer hat es sich dann so ergeben, dass ich als Verstärkung für Paco (Jonas) als MC dazugekommen bin. Yard Impact ist eigentlich ein Frankfurter Soundsystem? Warum findet eure neue Partyreihe „Come Around“ in Mainz statt? Jonas: Wir haben am Anfang in Frankfurt eine Location gesucht, haben aber nicht wirklich was gefunden. Es ist schwierig, in der Frankfurter Club-Szene eine passende Location zu finden. Zu Mainz haben wir auch eine Art Verbindung, kann man sagen, da wir schon einige Male dort aufgelegt haben, zum Beispiel unter anderem bei einem Lutan Fyah- Konzert. Auch danach waren wir dort noch ab und an am Start. Wir haben dann gesehen, dass in Mainz sehr viele Leute sind, die die Musik feiern. In Mainz gab es bis dahin an Soundsy-

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stems nur Jackpot und Shottarock, die was im Red Cat und Q- Kaff gemacht haben, das waren auch immer geile Partys! Wie wir sehen konnten, gibt es da eine große Massive. Als ersten Schritt in die Richtung, und um noch mehr Erfahrung zu sammeln, haben wir uns mit den Jungs von Free Roots zusammengetan und unsere Partyreihe gestartet. Für die Zukunft haben wir uns aber grundsätzlich auch vorgenommen, in Frankfurt Fuß zu fassen, weil es einfach unser Hometown ist. Marc: Represent! Dominik: Und nicht zu vergessen: die beiden Abduls, also Abdul Pamojah und Irievibes Abdul, die uns auf jeden Fall den Zugang zu den Partys in Mainz ermöglicht haben. Jonas: Ganz genau! Big up an die ganze Pamojah- und IrieVibes- Family! Im Moment ist es schwierig, in der Rhein-Main-Area eine Reggae-Location zu finden. Wie seht ihr die Entwicklung der Reggae-Szene? Flo: Als wir angefangen haben, immer mehr auf Partys zu gehen, das war so zwischen 2003 und 2005, haben wir zum Ende hin gedacht, dass es ein bisschen absackt und weniger wird. Aber jetzt, so die letzten zwei Jahre, seit Island Pop und Modern Roots Reggae und die verschiedenen Musikrichtungen rausgekommen sind, wird auch ein viel größeres Publikum angesprochen. Wir sehen dadurch auch immer mehr neue Gesichter bei den Dances. Wir finden schon, dass das Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012


Potential gewachsen ist. Es ist dennoch hier, in Frankfurt, sehr schwer, gescheite Locations zu finden, wie Paco eben schon gesagt hat. Es gibt vor allem vier Sounds, die sich gemeinschaftlich irgendwie einigen müssen, wer wann spielt. Eigentlich müsste in Frankfurt jedes Wochenende ein Dance sein, dafür ist die Massive aber einfach nicht groß genug, im Gegensatz zu Mainz. Es gibt schon Absprachen zwischen den Sounds? Flo: Auf jeden Fall! Das muss so sein. Auch in Mainz, das ist Unity, das ist selbstverständlich, keiner will dem anderen Publikum wegschnappen! Dominik: Sonst tut man sich da selbst auch keinen Gefallen. Wenn sich die Partys überschneiden, dann ist das für keinen gut. Wie ist der Name Yard Impact entstanden? Cooler Name! Bless up! Flo: Wir haben einen Namen gesucht, der zu dem Sound und zu der Crew generell passt. Deshalb erst mal die Frage: Was haben wir vor? Wir haben vor, nicht nur im RheinMain-Gebiet zu spielen, also im Yard sozusagen. Der Yard, das ist jetzt in dem Fall der Dance, oder die Stadt, die Begrenzung, das Gebiet. Wir touren viel rum und präsentieren den Leuten unseren Style. Es soll sich auch direkt im Kopf der Leute einprägen. Du sollst denken „Yard Impact? Ja, da habe ich schon mal von gehört!“ Und das schlägt eben ein, in jede Richtung. Dominik: Das ist auch das Feedback! Wenn die Leute „Yard Impact“ gehört haben, dann konnten sie sich das einfach immer einprägen. Bis jetzt fand jeder auch den Namen immer ganz cool! Flo: Deswegen „Yard Impact“! Gibt es musikalische Vorbilder? Welchen Artist würdet ihr gerne mal zu einem Dance einladen? Flo: Jeder hat seinen eigenen Favorite! Wir sind halt auch verschiedene Selectors. Jeder spielt seine Richtung, und dadurch hat jeder auch natürlich seinen Lieblings-Artist oder auch seinen Favorite-Sound. Spontan fällt mir jetzt Lutan Fyah ein, find ich persönlich ziemlich gut! Oder aber auch Bounty Killer und Mavado. Jonas: Sizzla! Flo: Oder Sizzla! Es gibt noch so Einiges, was wir vorhaben, wer weiss vielleicht werden wir irgendwann einen dieser Artists einladen. Dominik: Ja, Mann! Bounty Killer einzuladen wäre schon nice! Marc: Oder Capelton! Jonas: Oder Ninja Man! Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012

Flo: So an Sounds sind Pow Pow und Supersonic ganz weit vorn! Marc: Rodigan! Rodigan ist generell der Allerbeste! Ihr beschränkt euch nicht nur auf die Rhein-Main-Area, wo seid ihr schon alles herumgekommen? Flo: Dadurch, dass wir in Frankfurt noch kein eigenes Regular haben, haben wir Kontakte durch Freunde und andere Beziehungen genutzt. Der erste Dance, der außerhalb war, war in Aschaffenburg mit Fire Wheel. Es ist echt cool, so ein Wochenende weg zu fahren und andere Städte kennen zu lernen. Dominik: Und auch die Massive dort kennen zu lernen! Flo: Das ist auch immer eine gute Gelegenheit, unseren Style und unsere Musik woanders zu präsentieren. Dominik: Und zu sehen, wie die Leute darauf reagieren. Flo: Um aber auf die Frage zurückzukommen. Wir waren in Hamburg, in Karlsruhe und Mannheim, wir haben in Speyer gespielt und in Freiburg. In Worms und Minden. Und natürlich in Frankfurt. Es wird immer mehr! Das soll auch so sein! Das ist das, was wir wollen! Jonas: Wir wollen, dass auch die Leute von außerhalb uns kennen. Dominik: Das ist unser Ziel! Wie wichtig sind euch Dubplates? Besteht Interesse von eurer Seite, auch an Clashs teilzunehmen? Jonas: Wir sind ja noch nicht so lange dabei, und es war nie unser Ziel, eigenes Geld in Dubplates zu investieren. Wenns irgendwann mal richtig gut laufen sollte, und die Partys zum Beispiel so viel Geld abwerfen, könnten wir uns schon vorstellen, davon auch was in Dubs zu investieren. Im Moment sehen wir uns aber noch nicht als Dubplate-Sound. Dominik: Bei Dubplates kommt es auch auf die Qualität an. Meiner Meinung nach bringt es nichts, ein Dubplate von einem riesigen Artist zu haben, das auf irgendeinem Standard-Lyrik basiert. Ich möchte dann schon viel Zeit in ein Dubplate bzw. die Lyrics investieren, damit es etwas besonderes und nicht einfach irgendein Standard-Dubplate wird. Flo: Also kurz gesagt, wir sind definitiv interessiert. Wir werden auch unseren Weg für Clashs vorbereiten. Da sind wir dran!

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Never give up! Welche Pläne und Ziele habt ihr für das Jahr 2012? Jonas: Wir möchten auf jeden Fall unsere Party-Reihe „Come Around“ in Mainz richtig etablieren. Da haben wir deshalb auch noch internationale Sounds am Start, die im Rhein-Main-Gebiet noch gar nicht zu sehen waren, aber zu den Top-Sounds gehören. Die laden wir dieses Jahr auf jeden Fall noch ein! Und dann im Sommer, wenn alles gut laufen sollte, wollen wir, wie eben schon angesprochen, unbedingt versuchen auch endlich in Frankfurt mit einem Regular Fuß zu fassen! Dominik: Aber erstmal wird unser Hauptaugenmerk in Mainz liegen bei „Come Around“! Flo: Auch wollen wir weiterhin in andere Städte kommen und einfach weitermachen, wie wir dieses Jahr begonnen haben! Man wird sehen, was noch so kommt und passieren wird. Reggae Rhein-Main wünscht euch auf jeden Fall das Beste. More fire! Never give up. Dominik: Danke, danke. In the same way! Habt ihr noch eine Message, a positive one? Jonas: Es hat uns auf jeden Fall gefreut, dass ihr uns eingeladen habt. Wir finden gut was ihr macht! Auch wenn Frankfurt nicht wirklich die größte Reggae-Stadt hier in Deutschland ist, ihr haltet trotzdem die Fahne hoch! Lasst uns das Beste aus dem Potenzial der Stadt machen, damit 2012 alles nur besser werden kann! Dominik: Wir hoffen für euch, dass es noch viel viel größer wird. Es ist echt ne richtig coole Sache! Respect! Respect for you!


Länderinfo

Thailand Traditionelle Schönheit und ein umfassendes Touristenangebot Text / Fotos: Isabelle Fichtner In dieser Ausgabe möchten wir Euch das wunderschöne Land Thailand vorstellen. Was einem nach der Ankunft in Thailand wohl als erstes auffällt, ist die oft unerschöpfliche Freundlichkeit und Großzügigkeit der Menschen, vor allem in kleineren Städten. Natürlich hat die geschäftsreiche Hauptstadt Bangkok eher weniger Platz für solche Herzlichkeiten, als ein ruhiges, verschlafenes Dörfchen irgendwo, weswegen es sich in jedem Fall lohnt, einfach Mal darauf los zu fahren und eine kleinere Ortschaft zu besuchen. Keine Sorge, als westlicher Ausländer (von den Thais „Farrang“ genannt), bleibt keiner lange alleine, da man als Fremder sehr schnell alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sogar beim Besuch eines Tempels in einer eher kleineren Ortschaft, kann man sich einer Tempelführung durch einen Mönch persönlich relativ sicher sein. Die meisten Touristen landen bei ihrer Reise nach Thailand als erstes in Bangkok, das erste, was hier zu empfehlen ist, ist ganz definitiv das Essen eines der mobilen Essenstsände auszuprobieren. Alles wird frisch zubereitet und unglaublich herzlich serviert. Möchte man den Haupatraktionsplätzen

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wie zum Beispiel dem Siam Square einmal entfliehen, rät es sich, einen Abstecher in den Statteil Thon Buri zu machen. Dort lassen sich günstige Unterkünfte finden und beim Marktbesuch trifft man auch nicht an jeder Ecke auf Touristen. Will man dann doch mal so richtig das Touriflair und Angebot genießen, mit Händlern auf dem Markt um Preise feilschen, ist die Khao San Road nur 15 Taxi Minuten entfernt. Hier gibt es in der gesamten Straße Kneipen bzw. Cafes, in denen an jedem Abend sehr gute LiveMusik angeboten wird. Dort lassen sich auch alle möglichen Fast Food-Ketten finden, falls einem das Thai-Essen, dann doch einmal zu viel wird. Probleme sich hier mit der englischen Sprache zurechtzufinden, wird man kaum haben, allerdings fühlt man sich von

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der Kao San Road auch sehr schnell erschlagen, da es dort auf Grund der sehr vielen jungen und nachts oft volltrunkenen Menschen enorm laut zugeht. Wie fast jede Metropole hat auch Bangkok ein China-Town, was in jedem Fall einen Besuch Wert ist. Hier lässt sich viel Kitsch zum Shoppen finden und natürlich gibt es auch hier wieder wunderbares Essen. Fortbewegt wird sich in Bangkok mit der U-Bahn, dem Bus, einem Taxi (-Meter), wie es dort genannt wird, einem roten Taxi „Songtaews“ (einer Art Sammeltaxi), oder mit einem Tuk Tuk – einem offenenen MiniTaxi, mit dem die Fahrt auf jeden Fall nicht langweilig wird. Nur wenige Autostunden von Bangkok entfernt liegt die historische Stadt Ayutthaya. Sie zeichnet sich aus durch die vom Dschungel überwucherten Tempelruinen, die einst von den Burmesen zerstört wurden. Hier ist es weitaus ruhiger als im chaotisch lauten Bangkok. Die Haupstadt des Nordens, Chiang Mai, wird in Reiseführern fast auschließlich als kulturelles Hauptziel von Thailand gelobt, wer nach Authentizität sucht, ist hier allerdings falsch. Zwar gibt es unheimlich viele Tempel, die wunderschön anzuschauen sind, den Sonntagsmarkt, der nicht nur für Touristen eine Attraktion darstellt, allerdings wirkt der Rest vor allem in der Altstadt wie ein großes Touristenentertainment-Center mit Ladyboy Bars, Tattoo und Piercing Studios, Restaurants mit garantiert echten Kanthoke Shows (kontruiertes traditionelle Essenszeremonie mit Tanz und Musik) und Massage-Studios an jeder Ecke. Des weiteren werden Trekking-Touren, Elephant Camp-

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Touren (unter denen die Tiere teilweise sehr leiden, da sie gezwungen werden, den Besuchern irgendwelche Kunststücke vorzuführen) und Besuche zu den indigenen Ethnien Thailands angeboten, die in den Bergen leben und sich für die Besucher zur Show stellen. Der Norden hat seine eigene Kultur die dort „Lanna“ genannt wird. Dies zeigt sich in der traditionellen Kleidung, der Sprache und in der Kulinarität. Diese traditionelle Kleidung wird zu festlichen Anlässen sowie von Schülern und Studenten getragen. Super-schön ist zum Beispiel die Chiang Mai Papierschirm-Fabrik, in der zugeschaut werden kann, wie die Schirme per Hand her gestellt werden. Die Muster werden frei Hand auf die Schirme gemalt, was enormes Feingefühl erfordert. Pai, eine kleine Stadt im Nordwesten Thailands, zieht besonders junge Leute an, die auf ein wenig Hippie Feeling stehen. Menschen aus aller Welt finden hier zusammen. Zwar ist sie ruhiger geworden in den letzten Jahren, so haben nun viele Bars und Geschäfte geschlossen, allerdings ist das nicht unbedingt ein Manko, was die Atmos-phäre angeht. Die Stadt, von den Bergen umgeben, hat etwas unglaublich gemütliches. Wird sich ein Motorbike gemietet, kann ausgelassen die Natur erkundet werden. Überall ist es grün und hügelig. In der Stadt gibt es hervorragende Second Hand-Buchgeschäfte, in denen man so manche Raritäten von Autobiographien bis hin zu Esoterik-Handbüchern findet. Überhaupt hat Pai ein sehr spirituelles Flair, so werden einige Yoga Kurse und ReikiBehandlungen angeboten. Möchte man die Inselwelt Thailands erleben, muss man in den Süden fahren, wo sowohl im Golf von Thailand als auch vor der Küste des andamanischen Meeres zahlreiche Trauminseln große Mengen von Touristen anziehen. Die einzigen noch etwas ruhigeren und preislich nicht ganz überteuerten Inseln sind Ko Chang und Ko Tao.

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In größeren Städten gibt es oft tolle Reggae-Kneipen mit Live-Musik und guten DJs, da sich die Rasta-Kultur auch ihren Weg nach Thailand gebahnt hat. Was für Rastas üblicherweise Jah ist, sehen viele Thais in ihrem König repräsentiert. Musik verbindet eben doch weltweit! Kleines Central Thai Vokabel Glossar: Weibliche Personen benutzen die Höfflichkeitskform „ka“, die eigentlich direkt übersetzt nichts bedeutet. Männer benutzen die Höfflichkeitsform „krab“ . Shü steht für das weibliche „ich“, „pom“ ist das männliche Pendant. Sawadee ka! – Hallo! Swadee di ka! – Wie geht’s? Kun tschü arai? – Wie heißt du? Shan shü … (Pom shü..) – Ich heiße … Aroi! – Lecker! Mai kau jai! – Ich verstehe nicht! Mai pen rai! – Kein Problem! Kop kun ka! – Danke! Suayl – Das ist schön! Shob mag! – Das gefällt mir gut! / Ich mag es!


Organisation

Warmheart Worldwide Die Realisierung eines Traumes Text / Fotos: Isabelle Fichtner Während meines Thailand-Aufenthaltes kam ich mit der NGO Warmheart Foundation Worldwide in Kontakt. Sie liegt im Norden einer der ärmsten Regionen Thailands. Das Warmheart Kinderheim beherrbergt im Moment 22 Kinder, welche größtenteils von den Bergvölkern Akah oder Lisu stammen. Auf dem selben Grundstück leben auch Michael Shafer und seine Frau Evelind Schecter, zwei der Gründer von Warmheart. Ich besuchte das Heim und Mr Shafer zum Interview. Wann und warum wurde Warmheart Foundation Worldwide gegründet? Hier in Phrao ist die Warmheart-Stiftung, eine registrierte thailändische nicht-staatliche Organisation. Ich bin der Direktor, und meine Frau ist die Finanzdirektorin. Uns gibt es jetzt seit ca. 3 Jahren. Die Idee für die Gründung kam 2007 auf, als ich ein Anti-Human-Trafficing (Anti-Menschenhandel) -Seminar in Me Sai (Stadt in Nordthailand an der Grenze zu Burma) hielt. Währenddessen traf ich einen Thai und seine laotisch-amerikanische Freundin. Wir drei beschlossen, dass wir eine viel effizientere Organisation schaffen könnten, als die, für die wir damals arbeiteten. Meine Frau und ich hatten schon sehr lange überlegt, so etwas zu machen, wenn wir in Rente gehen. Ich war 20 Jahre im Bereich nicht- staatlicher Organisationen und Enwticklungsarbeit tätig, außerdem Professor für internationale

politische Ökonomie in den USA, habe viele non-profit-Projekte gemacht, aber auch einiges an NGO-Arbeit in Afrika, im mittleren Osten, besonders in Ost und Zentraleuropa nach dem Fall der Berliner Mauer. Aber keiner dieser Orte, an denen ich arbeitete, wäre ein Platz gewesen, an dem ich hätte leben können. Jedenfalls kam ich nach dem Tsunami nach Thailand, um ein Projekt zu gründen, und blieb. Warmheart hat verschiedene Projekte? Ja. Warmheart hat sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualität der ärmsten Menschen in unseren Gemeinden nachhaltig zu verbessern. Menschen sprechen über Human Trafficing (Menschenhandel) und meinen dabei oft Kriminelle, die Frauen und Kinder entführen. Ich weiß nicht, wie es an anderen Orten der Welt ist, aber hier in Nordthailand gehen die Mädchen oft von selbst, weil ihre Familien so arm sind, dass eine Prostituierte zu werden, in dem Moment die beste Möglichkeit darstellt. Sie werden also durch die Umstände und nicht durch Gewalt gezwungen? Genau. Der einzige Weg, kommerziellen Sex als eine Option zu eliminieren, ist, die Ärmsten wohlhabend genug zu machen, dass sie sich nicht dazu gezwungen sehen, ihre Töchter in die Prostitution zu entlassen. Aber wir konnten nicht einfach kommen und den Menschen Geld geben, die Veränderungen mussten nachhaltig sein. Wir mussten helfen, Arbeitsplätze zu schaffen, die bestehen bleiben, den Leuten Mittel aufzeigen, wie sie sich selbst helfen können. Wir helfen Kindern von Bergvölkern, die in den Bergen in Gemeinschaften leben und ihre eigene Sprache sprechen. Wenn diese in die Schule gehen wollen, müssen sie hier runter ins Tal kommen, dann sind sie auf sich alleine gestellt, ohne Familie in armseligen Hütten lebend und geraten oft in Schwierigkeiten, wobei die meisten bei ihrer

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Ankunft nicht älter als 7 Jahre alt sind. Da sie kein Thai sprechen, sind sie sehr schlecht in der Schule. 85 Prozent fliegen von der Schule. Wir mussten also sicher stellen, dass Kinder einer Minderheit gleiche Chancen auf Bildung haben. Wir bauten ein Kinderheim, in dem die Kinder sicher leben können. Für diejenigen, die schon Prostituierte sind, und für ältere Menschen, die im allgemeinen kein Land besitzen, kein Handwerk gelernt haben und Analphabeten sind, bieten wir ein Mikro-Unternehmen-Programm an, in dem den Leuten beigebracht wird, Seide herzustellen, zu spinnen und zu weben, und wie Stoffe gefärbt werden. Auf dem thailändischen Markt ist es schwer, ihre Produkte zu verkaufen, also verkaufen wir die Produke in den USA, somit kann auch vom Preis profitiert werden. Wir suchen dringend Plätze in Europa an denen wir diese Produkte verkaufen können. Die Frauen bekommen 50 Prozent vom Netto-Gewinn, somit kann das Einkomen verdreifacht werden. Wir arbeiten außerdem auch im Gesundheitswesen um den Menschen im Tal zu helfen. Viele Menschen leiden hier unter hohem Blutdruck, an Diabetes und Schlaganfällen. Wir klären über Ernährung auf und bieten Schwangeren sowie stillenden Frauen Vitaminpräparate, da wir eine hohe Rate an Kindern haben, die auf Grund von Vitamin A-Mangel blind auf die Welt kommen. Wir sehen die verschiedenen Projekte von Warmheart aus? Wir glauben nicht an Charity. Spenden machen die Menschen abhängig, durch sie wird außerdem eine Art Überlegenheit kreiert. Unser Grundsatz ist aber, dass jeder, mit dem wir zusammen arbeiten, als gleichwertig betrachtet wird. Vieles, was wir bieten, ist nichts Materielles, sondern Wissen. Das Kinderheim steht fast auf eigenen Beinen. Es hat Hühner, Fische, Enten, Schweine. Die Familien unserer Kinder versorgen uns unter anderem mit Reis und helfen bei der Gartenarbeit. Wir planen eine Biogasanlage zu bauen, die Methangas umwandeln kann, welches zum Kochen verwendet werden kann. Sie müssen dann also kein Holz mehr verbrennen, um zu kochen, Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012


was viel Zeit und Arbeit kostet, außerdem ist der Rauch, der dabei entsteht, ein großes Problem für Babys, denn die Menschen leben in Häusern ohne Kamine. Was sind die Probleme im Norden Thailands? Hier untem im Tal lebt ein Drittel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, wir sprechen von 75 US-Cent am Tag. In den Bergen lebt fast jeder von diesem Betrag. Unten im Tal ist der Grund dafür, dass so viele (ein Drittel) der Menschen hier kein Land besitzen. Oft arbeiten die Menschen als landwirtschaftliche Tagelöhner, und diese Arbeit bekommen sie nur während ca. sechs Monaten im Jahr. Wir haben hier also eine sehr seltsame Demographie: viele sehr

junge Kinder und viele alte Menschen aber wir haben nur sehr wenige Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter, da diese alle weg gegangen sind. Was daraus resultiert, sind zum einen verheerende soziale Konflikte, da es viele Familien ohne Eltern gibt. Dann wären da noch jene Familien, bei denen der Vater HIV-infiziert aus der Stadt zur Familie zurück kommt, oder Elternteile, die, während sie fort waren, alkohol- oder drogenabhängig geworden sind. Unsere Gemeinschaft ist voll von sozialen Problemen, die daraus resultieren, dass unser größtes Exportmittel Menschen sind. Wie können unsere Leser helfen? Wir suchen wir immer nach Volunteers, und sind

auch auf der Suche nach Cafes, Geschäften, etc. die die Produkte, die hier von den Frauen hergestellt werden, verkaufen. Auch sind wir dringend auf Kleider-, Bücher- und natürlich Geldspenden (lacht) angewiesen. Vielen Dank Mr Shafer für das Interview und viel Glück noch für die weiteren Projekte! Für mehr Infos besucht doch einmal die Webseite: www.warmheartworldwide.org Auf Facebook: Warm Heart Thailand Und im Shop gibt es super-schöne, fair gehandelte Dinge, mit deren Kauf ihr helfen könnt: warmheartonline.org/shop


17th Reggae Jam

Bersenbrück REGGAE Sommer im Klostergarten

Text: Anja Elsner, Azieb Yohannes, Mascha Wembacher / Fotos: Anja Elsner Ist es schon wieder so lang her? Tage, Wochen, Monate? Dabei kommt es einem noch wie gestern vor … Anfang August 2011 war es wieder Zeit für eine Reise nach Bersenbrück in Niedersachsen. Normalerweise leben in dem schönen Örtchen, zum Kreise Osnabrück gehörend, etwa 8000 Menschen. Am ReggaeJam-Wochenende ist dort dann fast das Dreifache vertreten. Und auf dem Festival selbst mischen sich dann „Original-Einwohner“ durchaus auch gern mal unter die Festival-Besucher. Leicht zu finden ist das ReggaeJam-Gelände. Die Anreise wurde für Einige dennoch etwas verzögert, denn Polizeikontrollen direkt vorm Campingbereich hielten erstmal vom Zeltaufbau ab. Ärgerlich für Festival-Besucher und anreisende Künstler. Einmal auf dem Gelände störte die Festivallaune dann aber nichts mehr. Dank guter Organisation vor Ort fand man schnell einen passenden Zeltplatz und freute sich über bekannte und neue Gesichter. Schon am ersten Tag spürte man, dass das Festival, seines Zeichens 2010 das Schönste Reggaefestival in Deutschland (laut Riddim-LeserProll), seinem Namen alle Ehre machte und außerdem wieder ein bisschen gewachsen war. Dennoch immer noch genug Platz, auf den wunderschönen Wegen durch Mutter Natur zum Festivalgelände zu schlendern. Das Gelände rund um das alte Zisterzienser-Kloster ist ein berauschend schöner Ort, um hier ein paar Tage friedlich zu feiern. Auf dem ReggaeJam beglückt eben nicht „nur“ die Musik, das Line-Up, sondern auch alles drum herum. Begeisterte Stimmung, als Freitag, 18 Uhr, endlich die Bühnenshow begann. Ganjaman, der in diesem Jahr hier sein 10jähriges-ReggaeJamBühnenjubiläum feierte, wurde am Wochenende gebüh-

rend durch hunderte Herzen formende Hände begleitet. Er führte wieder moderierend durch das Programm. Ja, Ganjaman, wir wollen drei Tage Liebe und Gerechtigkeit, und danach am besten auch noch! Die Stimmung war also bombig, auch wenn hin und wieder ein Regentropfen fiel, als am Freitag Abend Stars wie Hawkeye, Pressure und Proteje die Bühnen betraten und die Besucher glücklich strahlen und tanzen ließen. Musik vom Feinsten, den ganzen Abend lang. Zwischendurch etwas Leckeres der zahlreich angebotenen Speisen genießen und/oder einen Rumpunsch trinken. Später faszinierten die Auftritte von U Brown & Prezident Brown, Konshens, und schließlich war auch wieder Luciano vertreten, diesmal in Begleitung von Iripatie. Als am späten Abend das Geheimnis um den „Very Special Guest“ gelüftet bzw. Gerüchte darum dementiert oder bestätigt wurden, war das Gänsehautfeeling komplett. Kein geringerer als Elephant Man trat um 2 Uhr nachts auf die Bühne. Wer nach dem energiegeladenen Auftritt immer noch nicht müde war, konnte auf dem Rückweg zum Campinggelände noch einen Abstecher zum Dancehall- bzw. Soca-Tent oder einer Soundsystem-Station machen. Für die einen erfreulich, wurde das räumliche Zusammenliegen von Camping- und Dancehall-Area von denen, die Schlaf suchten, allerdings teilweise weniger geschätzt. Auch für wenig Begeisterung sorgten Campingplatz-Besucher, die mit eigener Musik aller möglichen Genres nachts oder früh morgens alle wach hielten. Wenn der Schlaf schon gestört wird, dann doch bitte nur durch: Na? … Reggae!!! Dennoch genossen alle dann am Samstagmorgen das Frühstück mit den Zeltnachbarn oder am Sandwichmaker-Stand. Erfischend dazu wirkte eine Dusche, wenn man das Glück hatte, dass das warme Wasser in den Containern ausreichte. Viele andere waren, wie die Jahre zuvor, auch schon mit einem erfrischenden Bad in dem Flüsschen Hase zu begeistern. Und pünktlich um 13 Uhr startete dann das musikalische Bühnenprogramm mit Ganjaman and Friends, dazu gehörten Cornadoor, Benjie, Jennifer Washington, Goldi und Uwe Banton. Wer bis dahin noch nicht vor der Bühne tanzte, wurde spätestens bei den Auftritten von Skarra Mucci und D-Flame aus der Chillposition auf der Wiese gerissen. Begeistern konnten No Maddz, die vier Jamaikaner im 70er Style – Poetry Dub überzeugte auch die, die die Jungs bis dato noch nicht Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012


JAM, 5.-7. August 2011 kannten. Für kurze Enttäuschung sorgte die Absage des für Samstagnacht angekündigten Ky-Mani Marley aufgrund einer Knieverletzung des Artists. Aber dank der grandiosen Auftritte von Sister Nancy, Jahcoustix, Assassin, Romain Virgo und Gappy Ranks wurde der Samstag auch ohne den Marley-Sprößling ein voller Erfolg. Richie Spice und Mono&Nikitaman trugen schließlich den Rest dazu bei. Auch General Degree und Frankie Paul dürfen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Bersenbrück präsentierte sie wieder alle. Das gilt auch für die Auftritte am Sonntag. Nach all den schönen Songs von Ephraim Judah, Martin Zobel und Utan Green, erfrischte es leider von oben mit heftigen Regenschauern. Das kannten wir schon von der Nacht zuvor. Dennoch hielten sich einige Mutige vor den Bühnen. Kein buntes Menschenmeer wie die Tage zuvor, aber dennoch überall lachende Gesichter. Einige Glückliche waren mit Regenjacken ausgestattet, ein schönes Bild boten aber auch die unter den Bäumen im Klostergarten zusammen gerückten Menschenansammlungen. Als Jampara mit unglaublicher

Ausstrahlung feat. Batalion und seinen Burundi Drummers schließlich die Sonne wieder zum Vorschein brachte, war der Sonntag bereits perfekt. Ernsthaft – habt Ihr schon mal die Sonne herbei getanzt? Danach die Legenden Heptones live zu erleben, konnte die Freude unerwartet doch noch steigern, ebenso der Auftritt von Suga Roy und Conrad Crystal. Harmonisch, die beiden unterschiedlichen Stimmen zusammen zu hören. Und dazu: Action! Beide zeigten nämlich keinerlei Scheu vor dem Publikum, und vor allem Conrad Crystal bahnte sich seinen Weg durch die jauchzende Crowd. Danach schmückte Etana mit umwerfendem Gesang die Bühne. Morgan Heritage’s Peetah und Gramps, und Richie Stephens&Evolution machten auch das Ende dieses Tages besonders. Danke, Bernd Lagemann, der als Organisator wieder Großes geleistet hat. Und Danke an all die angereisten, friedlich gemeinsam Feiernden. Das Wochenende war wieder so wunderschön und eindrucksvoll, dass es sich noch so

nah anfühlt. Die Erinnerung ist lebendig und die positiven Vibez fließen. Ja, es ist schon wieder lange her. Aber das Gute daran: Der zeitliche Abstand zum nächsten ReggaeJam wird täglich kleiner!


auf den Turntables

Mascha‘s Top 20 (die individuellen Top20)

01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20

Could a Runaway Love knows no shame Mamacita

Gappy Ranks feat. Delly Ranks

Travelers

Dezarie

World inna crisis

Cornadoor

Down by the river

Morgan Heritage

Let’s do it again

J Boog

After the storm Fade away

Gentleman

Galang gal

T.O.K.

Murder she wrote

Chaka Demus & Pliers

Darnest things I feel it Need to tell you this I write a song She’s royal Gideon Boot Jah live News for you Mr. Bombastic

Lady Saw

CD Tipps

Various Artists

We remember Gregory Isaacs, VÖ - 16.08.2011, VP/Groove Attack, 2 CDs Freut man sich nun über eine Tribute-Platte, oder nicht? Der Anlaß für ein solches Album ist ja meist ein Trauriger, wie auch bei dieser Doppel-CD. Rund zehn Monate nach Gregory Isaacs Tod veröffentlicht VP Records den von Dean Fraser initiierten und produzierten Tonträger zum Gedenken an diesen großen Reggaekünstler. Mit seiner Band spielte der wohl bekannteste Reggaesaxophonist, Bandleader und langjährige Freund Isaacs` die Songs innerhalb eines einzigen Tages äußerst liebevoll und präzise ein. Hinzu gesellen sich die Stimmen von angesagten Künstlern der jamaikanischen Reggae- und DancehallSzene wie Tarrus Riley, Busy Signal, Romain Virgo, Cherine Anderson u.a. Aus dem unendlich scheinenden Fundus des Cool Ruler wählte Dean Fraser für diese Produktion sechzehn

Glen Washington Collie Buddz

ein One Drop-Revival, das große Riddims wie „Seasons“, „Istanbul“ oder „Major“ folgen ließ. All diese One Drop-Riddims, zusammen mit Songs von Protoje und Jah 9, sind hier auf diesem Album als Dubversionen versammelt. Die Stimmfetzen stammen von Protoje („Dread In Dub“, „Wrong Side In Dub“), Pressure („Ghetto Live In Dub“) Jah Cure („Istanbul In Dub“), Buju Banton („Luv A Dub“), Tarrus Riley („Major Riddim In Dub“), Natural Black („Seasons In Dub“) und Jah 9 („Warning In Dub“). Der Titel wird dem Sound dieser Produktion wahrlich gerecht, denn hier erleben wir zehn Dubs in HD Qualität. Auch wenn das Album ein wenig die Wärme von King Tubby Dubs oder die dreidimensionalen Dublandschaften eines Scientist vermissen lassen, ist es Bennett gelungen, seine Riddims in neuem Glanz erstrahlen zu lassen und ganz nebenbei zu beweisen, dass Dub alles andere als tot ist. (oh)

Million Stylez

Mr. Vegas Ziggi Recado DJ Excel Tarrus Riley Richie Spice Bob Marley Tanto Metro & Devonte Shaggy

Various Artists

großartige Hittunes aus, die auf CD 2 nochmal in der Instrumentalversion durch Frasers gefühlvolles Saxophonspiel ergänzt werden. Auf diesem Album gibt es nicht einen schwachen Tune. Besonders hervorzuheben sind Busy Signal („Hard drugs“), Gyptian („My number one“) und D Major („Love is overdue“). Aber auch alle anderen Songs machen diese Veröffentlichung zu einer wunderbar runden Sache. Ja, man sollte sich also freuen über solch ein herausragendes Album! R.I.P. Mr. Isaacs. (oh)

Don Corleon

presents

Dub in HD, VÖ - 21.06.2011, Don Corleon Records Donovan „Don Corleon“ Bennett ist uns bisher als Labelboss und Produzent diverser Dancehall & Modern Roots-Riddims bekannt. Seit seinem „Mad Ants“ Riddim-Debüt 2002 ist Don Corleon immer wieder mit hochklassigen Dancehall-Produktionen in Erscheinung getreten. 2005 generierte Don Corleon dann mit dem „Drop Leaf“ Riddim

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The biggest Ragga Dancehall Anthems 2011, VÖ - 06.09.2011, Greensleeves/Groove Attack Auf dieser Compilation-Reihe des Greensleeves Labels versammeln sich angesagte Künstler sowie Top-Produzenten der gegenwärtigen Dancehallszene und bieten einen repräsentativen Einblick in die derzeitige jamaikanische Tanzmusik. Movado, Assassin, Vybz Kartel, Chino, Bounty Killer, Chan Dizzy und I-Octane reiten Riddims wie „Starboy“, „Bad Acid“, „Pepper“, „Gaza World“, „Run Di Place“ oder „Category 5“ und pfeffern uns ’ruffe’ Lyrics um die Ohren, dass einem vor lauter Autotune das Hören und Sehen vergeht. Es riecht nach Testosteron und Schusswaffengebrauch. Hier findet der Dancehallfan alles, was das Rudeboyherz begehrt. Was allerdings der großartige Rootsknaller „Pot Still Haffi Bubble“ von Queen Ifrica auf dieser Dancehall-Compilation verloren hat, bleibt ein Rätsel. Anspieltipps: Movado „Star Bwoy“, Assassin „Nothing At All“, Movado „When You Feel Lonely“, Chan Dizzy „Hello Badmind“ und Queen Ifrica „Pot Still Haffi Bubble“. (oh) Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012


Party & Festivals

Party - Konzert - Guide 05. Januar 2012 Darmstadt • 20 Uhr, MEA (Music exchange Africa) Concert @ Ponyhof

06. Januar 2012 Darmstadt • 22 Uhr, Into the lion`s Den, Companheiro Leao, live on stage Ganjaman, Jennifer Washington @ Bessunger Knabenschule Frankfurt • 20 Uhr, MEA (Music exchange Africa) Concert @ Kilimanjaro Mannheim • 22 Uhr, Dancehall of Fame, Black & White Edition, Zapata Sound & Banana Sound @ Miljöö

14. Januar 2012

28. Januar 2012

Mainz • 22 Uhr, Wake The Town...! Jackpot ls. Mangotree Sound @ Kulturcafé, Uni Mannheim • 23 Uhr, DeeBuzz Sound @ Rude7

Frankfurt • 22 Uhr, Back in the days, Hightune Soundmashine @ Brunnenwache

18. Januar 2012 Frankfurt • ab 19 Uhr, Konzert, Mono & Nikitaman @ Batschkapp

03. Februar 2012 Darmstadt • 22 Uhr, Into the lion`s Den, Companheiro Leao ls. tba. @ Bessunger Knabenschule

11. Feburar 2012

20. Januar 2012 Frankfurt • 23 Uhr, Dutty Friday, Dj Miss Purple Haze with special guest Markie J, Dutty Dance Crew Casting @ Nachtleben Darmstadt • 20.30 Uhr, Konzert: Adjiri Odametey, Weltmusik aus Ghana @ Bessunger Knabenschule

21. Januar 2012 Mannheim • 23 Uhr, Reggaeneration, David “RamJam” Rodigan (UK), DeeBuzz Muzik @ Rude7 Mainz • 22 Uhr, Come around, Yard Impact ls. Free Roots Sound & Conqueraw Sound (Karlsruhe) @ Baron (Uni)

Mainz • 22 Uhr, Wake The Town...! Jackpot ls. tba. @ Kulturcafé, Uni

18. Februar 2012 Mainz • 22 Uhr, Come around, Yard Impact ls. Free Roots Sound & Squal Unit (Celle/Bielefeld) @ Baron (Uni)

25. Februar 2012 Mainz • 22 Uhr, Irie Vibez Mainz & Dj Qulah present Rasta Benji, Ede Whiteman & Yard Impact @ Studihaus, Uni Campus Mainz • 20 Uhr, Konzert, FATOUMATA DIAWARA @ Frankfurter Hof

02. März 2012 Darmstadt • 22 Uhr, Into the lion`s Den, Companheiro Leao ls. tba. @ Bessunger Knabenschule

10. März 2012 Mannheim • 23 Uhr, Skarra Mucci, AlbumReleaseparty, DeeBuzz Muzik @ Rude7

17. März 2012 Mainz • 22 Uhr, Come around, 2 years Yard Impact, Free Roots Sound, Dubs till Dawn & Hightune Soundmashine @ Baron (Uni)

31. März 2012 Mainz • 22 Uhr, Irie Vibez presents live in concert - Tresha & Fitta Warrior (JA) & Yard Impact @ Studihaus, Uni Campus

13. April 2012 Darmstadt • 22 Uhr, Into the lion`s Den, Companheiro Leao & guests @ Bessunger Knabenschule

More Dates

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J Boog

Backyard Boogie, VÖ - 27.09.2011, Wash House Music Nach seiner „J Boog“EP eroberte J Boog nun mit seinem zweiten Album die Spitze der iTunes Reggae-Charts und die Herzen der Reggaefans im Sturm. Neben seinem Superhit „Let‘s do it again“ präsentiert der Sänger polynesischer Abstammung auch sehr gelungene Kollaborationen mit Pieta Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012

Morgan, Million Stylez und Tarrus Riley. J Boog‘s 16 Tracks starkes Album steht für einfühlsamen Roots- und Lovers-Rock mit einer unverwechselbaren smoothen Stimme. Es sind auch einige „gute Laune-Songs“ zu hören. Man spürt, dass er das Leben liebt und diese Positiveness überträgt. Samoan Reggae Music von Herzen! Davon wollen wir mehr!

Midnite

Kings Bell, VÖ - 01.11.2011, I Grade Records Im Alben veröffentlichen sind sie Weltmeister, nach 14 Jahren Musik und über 45 Alben, erscheint das nunmehr fünfte Album für das Jahr

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2011. Aus dem Hause I Grade Records im typischen MidniteStil zeigt sich auch diese Platte: traditioneller Rootsreggae, sehr melodisch, teilweise schwer, wie in Trance. Gute Lyrics, die sich auf religiöse Themen und auf soziale Ungerechtigkeiten beziehen. Midnite sind und bleiben sehr individuell. Authentischer, meditativer Roots Style aus St. Croix.


Partyberichte & Pics Was war los in der Rhein-Main-Area: Text: Anja Elsner, Franziska Zeidler / Fotos: Anja Elsner, Franziska Zeidler, Dubs till Dawn, Soundbwoys Destiny

07. Oktober 2011: 11 Years Soundbwoys Destiny im Sinkkasten Arts Club

Nach dreimonatiger Sommerpause freuten sich alle auf die Club-Saisoneröffnung der Soundbwoys Destiny im Sinkkasten Arts Club. Das lange reWarten wurde mit einer spektakulären 11-Jah Geburtstagsparty der Soundbwoys belohnt. Hochtone karätige Gäste wie Supersonic Sound und Kings Der mit. rend gebüh feierten diesen besonderen Abend . Man bekam C‘ecile als eres gering nd niema Hauptact live on stage war selbstbeund chen matis charis einer mit w ensho hier eine sexy Bühn em ihr im September erwussten C‘ecile geboten, welche uns unter ander Die Massive war begeistert. schienenes Album „Jamaicanization“ vorstellte. s Big up auch an die Die Stimmung konnte nicht besser sein. Ein große 2012 mit Euch! (fz) Jahr fettes Soundbwoys, weiter so! Wir hoffen auf ein

Heidelberg 30. Oktober 2011: Joy Denalane in der Halle02 in (Support: Y’akoto) zu geben, war allen Dass es berauschend ist, sich Joy Denalane live die musikalische Vorhut schon dass Konzertticket-Käufern bewusst. Aber r. keine umhaut, damit rechnete wohl diese in Person der eleStimmengewaltig und überzeugend zeigte sich n hat sie eine Menge, ganten Y’akoto. Mit ihrem ganz eigenen Stil (davo das Publikum mit musikalisch und optisch) sang sie mit ihren Songs Joy Denalane wurde ein ihrem Afro-Folk in Extase. Mit dem Auftritt von neue Single „Nie wiedie wunderschöner Abend perfekt. Sie stellte u. a. „Niemand (Was wir und nah“ der, nie mehr“ und die Stücke „Der Tag ist nicht! Gleiches geht Soul Mehr vor. nicht tun)“ des „Maureen“-Albums (ae) furt. Frank in n Beide der tte gilt übrigens auch für die Auftri

19.11. 2011: Dancehall University #9

dancin Am 19. November hieß es wieder „come get your zu ihrer luden Dawn till Dubs . degree“ im Café Kurzschluzs die nten beloh und ein urt Frank in beliebten Partyreihe rrahervo Ein . Dance n heiße einem mit r Gäste wie imme steleer lange nicht äche Tanzfl die ließ up Warm gendes um feierte hen. Ein begeistertes und gut gelauntes Publik waren Gast ausgelassen bis in die Morgenstunden. Zu das Yard und Sound e diesmal der Hamburger Cool Breez trotz ling ik-Fee Karab furt. Impact Soundsystem aus Frank (fz) TOP! en. herbstllicher Temperatur

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Reggae Rhein-Main No9/Jan-Feb-März 2012


R EG G A E R­hein-Main

Re gga e- & Da nce hal l-N ew s ou tta di are a

Wir würden uns natürlich über das Interesse weiterer Anzeigenkunden sehr freuen, denn hier könnte Ihre Anzeige stehen. Die nächste Ausgabe von Reggae Rhein-Main wird Mitte April 2012 erscheinen. Anzeigenschluss ist der 20.03.2012. Kontakt unter reggae-rheinmain@gmx.de Im Folgenden unsere Anzeigengrößen:



Reggae Rhein-Main No 9