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No. 6 Feb./M채rz/April 2011

R EG G A E Rhein-Main

Re gg ae - & Da nc eh all -N ew s ou tta di ar ea

In te rv iew m it

Sara Lugo Pr oj ek t in Gh an a

Nima e.V. L채 nd er in fo

Se le ct or

David Rodigan Im G e sp r채 ch m it

Virgin Islands

gentleman


Editorial Greetings Sistren and Bredren!! Hiermit haltet Ihr die sechste Ausgabe unseres kostenlosen Reggae- und Kultur-Magazins für das Rhein-MainGebiet in Euren Händen! Leider musstet Ihr auf diese Ausgabe länger als gewöhnlich warten – denn unser Team produziert das Mag ja nebenberuflich & ehrenamtlich, und wir hatten in den letzten Monaten leider alle extrem viel um die Ohren. Umso mehr freuen wir uns, Euch diese Ausgabe nun endlich präsentieren zu dürfen, in der Euch gleich zu Beginn ein Interview mit keinem Geringeren als Gentleman erwartet, seines Zeichens weltweit bekanntester deutschstämmiger Reggae-Künstler. Außerdem stellen wir Euch mit Sarah Lugo eine Lady vor, die schon seit einiger Zeit in der deutschen Reggae-Szene von sich reden macht, und deren Debüt-Album in Kürze erscheinen wird. Musikalischer Abwechslungsreichtum

Inhalt

ist Programm bei den K-Rings Brothers, einer Gruppe aus der Region um Bad König, die sich nicht nur durch unzählige Live-Auftritte einen großen Bekanntschaftsgrad erspielt haben, sondern inzwischen sogar ein eigenes Festival organisieren und uns einige nähere Einblicke in die Bandgeschichte gaben. Zudem erwies uns ‚The Gentleman Rude Bwoy’ David Rodigan – seit Jahrzehnten wohl bekanntester Reggae- und Dancehall-Selector – die große Ehre eines äußerst netten, informativen und umfangreichen Interviews. Mit Stolz dürfen wir außerdem von einem Besuch bei Radio X in Frankfurt berichten. Die Sundaydancehall Redaktion hatte das Reggae Rhein-Main-Team in die sonntägliche Sendung eingeladen – für uns eine interessante Erfahrung, nun einmal auf der anderen Seite des Mikrofons zu sitzen. Leider wurde die internationale Reggae-Massive im Oktober 2010 durch die Nachricht vom Tod Gregory Isaacs erschüttert, einem der legendärsten Künstler Jamaikas. Er verstarb im Alter von 59 Jahren – viel zu früh, meinen wir, und möchten Persönlichkeit und Lebenswerk des ‚Cool Ruler’ in einem Nachruf würdigen. Außerdem entführt

Euch unsere Länderinfo in dieser Ausgabe auf die amerikanischen Virgin Islands, einem ganz besonders schönen Fleckchen unserer Erde. Auf Reisen war auch eines der Redaktionsmitglieder und besuchte das Hilfsprojekt von Nima e.V. in Ghana, von dem wir in unserer ersten Ausgabe berichteten. Vor Ort wurde deutlich, dass Eure Spendengelder hier beste Hilfe leisten. Auf die Reggae-History mussten wir in dieser Ausgabe leider verzichten. Wie der Kampf um die Freiheit im Jamaika des 19. Jahrhunderts weiterging, erfahrt Ihr in unserer nächsten Ausgabe. Wieder einmal sei angemerkt, dass wir noch immer dringend auf der Suche nach Anzeigenkunden sind! Wir würden uns sehr freuen, wenn noch weitere Kunden hinzukämen, die in unserem Magazin für ihre Sache werben und damit unser Projekt unterstützen. Die Anzeigenpreise findet Ihr auf der letzten Seite des Magazins sowie auf unserer Myspace-Seite www.myspace.com/ reggaerheinmain. Einen wundervollen Start in den Frühling wünschen wir Euch! ONE LOVE und viel Spaß beim Lesen! Euer Team von Reggae Rhein-Main

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Nima e.V.

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Partyberichte

Ein Wiedersehen in Ghana

Was war los in der Area?

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K-Rings

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A Tribute to the Cool Ruler

Es macht einfach Spaß, sich nicht selbst zu limitieren

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CD-Tipps Party-Guide

Sara Lugo

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Virgin Islands

Reggae-Termine

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With God in the center of my life

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David Rodigan

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I look like a dentist, but I‘m a DJ

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Gentleman

Für mich hat Musik einfach eine unglaubliche Kraft

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Gregory Isaacs

Die Karibik von ihrer schönsten Seite 22

Natural Beauty

Positive Winterdepression

Sara Lugo

K-Rings Brothers

Impressum Herausgeber: z-medien, Jens Zeidler Am sonnigen Hang 12, 64689 Grasellenbach z-medien@t-online.de reggae-rheinmain@gmx.de Redaktion: Mascha Wembacher, Stephanie Reichelt, Anja Elsner, Azieb Johannes, Isabelle Fichtner, Ismael Keita, Franziska Zeidler, Patrick Neudel, Eva Ensling reggae-rheinmain@gmx.de

Reggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011

Radio X Zu Gast im Studio

Fotos: Titelbild von Olaf Heine, Alyssa Tomfohrde, Max Alberti, Martin Holzner, David Fischer, Nima e.V., Raphael Schemel, Michael Nissman, Erich Keppler/pixelio.de, Anja Elsner, Franziska Zeidler, Mighty Veit Anzeigen: reggae-rheinmain@gmx.de Layout/Gestaltung: Franziska Zeidler

Druck: Buch- und Offsetdruckerei Häuser KG, Köln Auflage: 1000 Exemplare Verteilung: Auslagestellen im Rhein-Main-Gebiet Das Magazin ist kostenlos. Erscheinungsweise: alle drei Monate

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Patrice Konzert, Wiesbaden Nachdruck/Copyright: Alle Urheberrechte für Text und Gestaltung liegen bei z-medien. Ein Nachdruck der Texte und Fotos, die in Reggae Rhein-Main veröffentlicht sind, ist – auch in Auszügen – nur mit schriftlicher Genehmigung von z-medien erlaubt. Haftung: Namentlich oder mit Kürzel des Autors gekennzeichnete Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung des Herausgebers.


Im Gespräch mit

Gentleman Für mich hat Musik einfach eine unglaubliche Kraft Text: Eva Ensling, Franziska Zeidler / Fotos­: Olaf Heine Er ist eine musikalische Größe, die nicht nur die deutsche Reggae-Landschaft bereichert und prägt, sondern auch international einen beeindruckenden Bekanntheitsgrad erreicht hat. Wir sprechen hier von Tilmann Otto aka Gentleman, der zur Zeit auf Tour die Menschen begeistert. Der gebürtige Kölner und Wahljamaikaner beeindruckt uns wieder einmal mit seinen vielseitigen, durch Features mit hervorragenden Artists verfeinerten, Reggae- und Dancehall-Songs. Anlässlich seiner aktuellen „Diversity“-Tour, haben wir die Chance genutzt mit ihm zu sprechen. Eigentlich hätten wir ihn in Stuttgart vor seinem Konzert persönlich treffen sollen, krankheitsbedingt wurde dieses jedoch abgesagt. Aber Gentleman ließ es sich nicht nehmen, uns eine Woche später in einem Telefoninterview ein paar Fragen zu beantworten. Hallo Tilmann, schön, dass es mit dem Interview noch geklappt hat. Ja, hallo Eva, sorry, aber es war alles ein bißchen viel in letzter Zeit. Kein Problem, wir fangen am besten gleich an und gehen mal gute 20 Jahre zurück. Mit 17 bist du das erste Mal nach Jamaika zu einer Gastfamilie gereist. Dein Bruder hat dich zuvor auf den ReggaeGeschmack gebracht? Wie fing das alles an? Ich war mit 18 Jahren das erste mal in Jamaika. Mein Bruder war tatsächlich derjenige, der die ersten Platten hatte, die ich gehört habe. Das war natürlich Bob Marley, Dennis Brown, hauptsächlich Rootsreggae. Ein Kumpel von mir war nach Jamaika geflogen und brachte Soundsystem-Tapes mit, die es bei uns einfach noch nicht gab. Das war etwas besonderes, dass man Musik hatte, die einfach unglaublich frisch klang. Auch nach dem Tod von Bob Marley hat sich Reggae weiter entwickelt. Es war immer ein Interesse an der Musik da und ich habe auch sehr früh den hohen Wahrheitsgehalt der Texte der Rootsreggae-Sänger gefunden. Es hat auch viel zu meiner inneren Einstelllung gepasst, ich konnte einfach viele Übereinstimmungen erkennen und habe mich mit Rootsreggae immer sehr wohl gefühlt. Ich habe zu dieser Zeit aber auch viel andere Musikrichtungen gehört, das ist auch immer noch so, aber Reggae war irgendwie immer da. Ich hatte auch nie den Plan einmal Reggaesänger zu werden oder so … ich bin ein-

fach selbst mit 18 Jahren nach Jamaika zu dieser Gastfamilie geflogen, bei welcher mein Kumpel vorher schon war. Dort hab ich dann festgestellt, dass Musik einfach viel mehr als Entertainment ist, und es gab einfach mehrere Stationen, die mich dahin gebracht haben, wo ich jetzt bin. Das ist ein langjähriger Prozess gewesen, der immer noch statt findet und der sich wie ein Neverending-Journey anfühlt. In Rootsreggae steckt einfach eine Message, die auch immer aktuell ist, die spirituell ist, die mir viele Fragen beantwortet hat, Zweifel, die ich hatte und habe, bekämpft hat. Ich hatte immer eine Leidenschaft für diese Musik, habe selbst gern Melodien kreiert und gesungen, aber wie gesagt, ich hatte eigentlich nie den Plan, einmal Reggaesänger zu werden. Ich bin auch jemand, der immer gern versucht, im Moment zu leben und auch nicht groß voraus plant, weil das sowieso nie funktioniert. Und ich glaube, das ist auch das, was die Leute in Jamaika gesehen haben, dass da jemand ist, der diese Musik liebt und eine Leidenschaft dafür entwickelt. Dann ist auch irgendwo auf einer gewissen Ebene ein Respekt da. Ich meine, Jamaika kommt auch ganz gut ohne mich aus, aber es geht einfach darum, dass ich dort sehr viel Zeit verbracht habe. Vor allem hatte ich auch zur rechten Zeit die richtigen Leute um mich herum, die mir dann auch geholfen haben meine Leidenschaft in Form von Musik zu bringen. Parallel dazu gab es dann in Deutschland die ersten Soundsystems, die Reggae auch hier voran getrieben haben und so kamen dann viele Punkte zusammen. Anfang der 90er Jahre war eine Zeit, wo eine unglaubliche Entwicklung stattgefunden hat. Du hast zur stetigen Entwicklung des Reggae in Deutschland beigetragen. Durch deine häufigen Jamaika-Aufenthalte bringst du den Reggae in Deutschland einfach glaubwürdig und authentisch rüber. Es kommt einfach bei den Leuten an. Würdest du dich als einen der Wegbereiter des Reggae in Deutschland bezeichnen? Ach, nicht wirklich. Also ich meine, wenn ich nicht wäre, dann wäre je-

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mand anderes da. Es gibt ja immer andere Leute, und das ist ja auch das, was die Musik so stark macht oder was Kunst allgemein stark macht, dass sie eben so verschieden ist. Kunst ist ja auch immer ein Ausdruck von Individuen, die ihre Gedanken damit manifestieren können. Ich habe ja die Musik nicht erfunden. Ich war sicherlich einer der ersten, die Anerkennung gefunden haben. Es gab aber auch schon Leute vor mir, die das gemacht haben, die vielleicht nicht die richtigen Leute um sich hatten oder ein Umfeld, was dazu führt bzw. in eine Richtung geht, die man als Erfolg bezeichnet. Ich mach das ja auch nicht alleine. Ich habe da eine große Band mit mir auf der Bühne, arbeite mit Produzenten zusammen, dann gab es eine Plattenfirma, die mich gepusht hat. Das ist ja auch nie so ein Ding, das man irgendwie allein machen kann. Ich sehe es als ein Gemeinschaftsprojekt, als Zeitgeist auch irgendwie. Das war einfach eine super Zeit, in der ich auch viel Glück hatte. Ich glaube, es ist heute auch um einiges schwieriger, sich als Künstler durchzusetzen. Oft geht ja heutzutage auch durch das Internet die Klasse von der Masse verloren. Einerseits bist du mit den Traditionen und der Musik von Jamaika‘s Bevölkerung tief verwurzelt, hast keine Berührungsängste und andererseits bleibst du deinen Prinzipien treu: „Es werden keine Minderheiten gedisst!“ Bist dir aber wiederum bewusst, „ich kann keine Gesellschaft verändern“. Wie schaffst du als Wahljamaikaner es, dich in den beiden weit auseinander klaffenden Kulturen zu arrangieren? Wie gehst du mit dieser Diskrepanz um? Oh, ich glaube, man kann schon eine Gesellschaft verändern, das habe ich so nie gesagt. Ich glaube, das manche Gesellschaften oder Kulturkreise einfach extrem langsam sind. Irgendwann kommt man einfach an den Punkt, wo man merkt, ok, man dreht sich im Kreis. Man macht die Feststellung, dass es verschiedene Kulturkreise mit verschiedenen Ansichten über verschiedene Sachen gibt. Ich glaube aber trotzdem, oder ich hoffe trotz aller Skepsis, dass man langfristig irgendwie einen Weg finden kann. Und ich meine auch, eine durchaus positive Entwicklung beobachten zu können, auch was die Homophobie angeht. Mitte der 90er Jahre waren die Texte der jamaikanischen Künstler wirklich sehr extrem dahingehend, jeder dritte Song im Radio war eigentlich homophob. Und wenn man jetzt in Jamaika das Radio einschaltet oder sich die aktuell veröffentlichten Songs anhört, dann ist da so gut wie nichts homophobes mehr zu hören. Es wurde einfach begriffen, dass das zu gar nichts führt. Man kann sich jetzt darüber streiten, warum keine homophoben Texte mehr erklingen. Schade wäre sicherlich der Grund, wenn Reggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011

die Leute denken, sie würden ihre Karriere damit ruinieren. Schön wäre es, wenn ihnen auffiele, dass es nichts bringt und eigentlich völlig unmenschlich ist. Dieser positiven Entwicklung im Vergleich zu den 90er Jahren muss man einfach Beachtung schenken. Und der Fehler liegt in der Chronologie, die oft von westlichen Journalisten durcheinander gebracht wird, dass dadurch wieder alte Sachen aufgewühlt werden, und die Fronten sich wieder verhärten. Das ist ja auch ein sehr komplexes Thema, was mich extrem stört. Gut, es gibt in allen Bereichen die eine und die andere Seite der Medaille, im Reggae leider auch, aber ich bin nach wie vor dafür, an den Gemeinsamkeiten festzuhalten, nicht unbedingt die

Unterschiede zu akzeptieren, aber irgendwie versuchen, eine Ebene zu finden, auf der man sich näher kommen kann. Mit deinem aktuellen Album „Diversity“ ist dir wirklich ein grandioses Werk gelungen! Kompliment! Es sind wieder viele bekannte Stimmen zu hören wie Tanya Stephens, Sugar Minott, Patrice, Million Stylez, um nur einige zu nennen. Warum gibt es bei Gentleman immer so viele Kollaborationen? Wird es auch mal ein Gentleman-Album so ganz ohne Features geben? Och, vielleicht. Ich weiß es nicht. Ich finde es immer irgendwie interessanter, es gibt dann nochmal eine andere Klangfarbe durch andere Sänger. Ich habe auch dieses mal keine Kollaborationen vorher geplant,

Gentleman und Christopher Martin (Jamaika)

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das hat sich eher immer zufällig ergeben, dass man sich zusammen im Studio trifft. Ich bin einfach jemand, der gern mit anderen Künstlern zusammenarbeitet, und ich sehe das auch nicht als ein Ding, das ich jetzt sage, das ist nur Gentleman. Umso mehr Leute auf einer Ebene zusammen Musik machen, umso mehr Kraft und umso mehr Vielseitigkeit hat die Musik. Wie gesagt, ich plane ja nicht, vielleicht gibt es ja mal ein Album ohne Features, aber das wäre ja langweilig. Es ist doch viel interessanter, wenn bei einem Song auch noch eine andere Stimme kommt. „Diversity“ ist textlich auch wieder sehr gesellschaftskritisch, was wir sehr gut finden. Du bist Idealist und glaubst an das Gute im Menschen, was einem heutzutage sehr schwer fällt. Welchem Phänomen unseres Zeitalters stehst du besonders kritisch gegenüber und warum? Oh, ähm, schwierige Frage, ich glaube, ich sehe einfach immer mehr die Ignoranz in den Menschen. Ich merke, dass sich Sachen einfach immer wiederholen, ob jetzt auf gesellschaftlicher Ebene oder auf politischer Ebene. Wenn ich mir so den Verlauf der Geschichte anschaue, wie Fehler immer wieder, nur in anderen Formen gemacht werden. Da merkt man einfach, wie komplex das Leben und der Mensch ist. Ich habe früher immer gedacht, es gibt schwarz und weiß, mittlerweile sehe ich eben auch Grautöne. Das hat viele Bereiche, kommt darauf an, welchen Bereich du meinst. Wirtschaftlich, technologisch gesehen fällt mir auf, dass wir uns in einem Wahnsinnstempo bewegen, das teilweise beängstigend ist. Trotzdem glaube ich auch an eine höhere Instanz, ob jetzt Jah Jah oder Gott, eine Kraft, die einfach alles irgendwie zusammenhält, und die auch, obwohl wir selbst entscheiden können wie die Geschichte verläuft, uns doch immer irgendwo an einen neuen Punkt bringt. Vielleicht zerstören wir uns und bauen uns wieder auf. Es gibt durchaus so einige Sachen, die mich gesellschaftlich stören. Die Werte heutzutage führen in eine Richtung, bei der ich mich frage, wo die essentiellen, spirituellen Fragen bleiben? Meiner Meinung nach bleibt das ein bißchen auf der Strecke. Es geht oft nur noch um Belanglosigkeiten, die dann sowieso irgendwann wieder weg sind. Und solche Themen wie „Wo kommen wir her“, „Wo gehen wir hin“ oder den Tod, damit wird sich schon mal gar nicht mehr beschäftigt. Obwohl das eigentlich etwas schönes ist. Ich glaube, in dem Moment, in dem man sich mit dem Tod beschäftigt, bekommt man auch eine ganz andere Sicht auf das Leben.

Die Religionskriege, das anonyme Internet, die unfassbare Schnelligkeit, die Ignoranz der Gesellschaft gegenüber anderen

Kulturen, es gibt ganz viele Sachen, die aber irgenwie immer schon da waren. Ich weiß nicht, ob sich das je ändern wird. Trotzdem glaube ich an diese Kraft, die alles zusammenhält. Ich wünsche mir, dass der nächste Schritt in der Evolution ein spiritueller Schritt sein kann. Weil was soll denn jetzt noch kommen? Mein Großvater ist mit 97 Jahren gestorben und er hat vom Pferd bis zum Internet alles mitbekommen. Er meinte auch, es sei ja unfassbar, wie schnell die Leute sich in den letzten 50 Jahren weiterentwickelt haben. Da frage ich mich, was soll der nächste Schritt noch sein. Was bedeutet Reggae für dich? Eine Lebenseinstellung? Ja, auf jeden Fall! Wie gesagt, für mich hat die Musik an sich einfach eine unglaubliche Kraft. Und die Art und Weise, wie so ein RootsreggaeStück aufgebaut ist. Eine hypnotisierende, meditative Drum‘n‘Bass Geschichte, wenn es dann auch noch einen Text dazu gibt, der zum Nachdenken anregt, der tröstet und auch den Nerv der Zeit trifft, dann ist das ein in sich ein geschlossenes Kunstwerk. Message an unsere Leser: (lacht) Wir haben ja in dem Interview jetzt schon relativ viele Messages rausgeworfen. Ja, also, ich finde immer wichtig, dass man auf der einen Seite kritisch bleibt, Sachen hinterfragt und trotzdem aber irgendwo vertraut. Man sollte mit sich im Einklang sein. Gutes tun zu können sollte an vorderster Stelle stehen! Ok Tilmann, hat mich sehr gefreut, mit dir zu sprechen. Ebenso Eva. Wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner USA-Tour. Danke. Beim nächsten Konzert am 27. April in Mainz werden wir auch auf jeden Fall dabei sein. Ok, alles klar, freut mich. Bis denne. Ciao. Wir möchten uns an dieser Stelle auch bei Kath und Christian von Universal Music und bei Alexandra und Andrea von Another Dimension für die Organisation bedanken.

Tour Dates 03. Feb ‚11 04. Feb ‚11 10. Feb ‚11 11. Feb ‚11 12. Feb ‚11 13. Feb ‚11 26. Apr ‚11 27. Apr ‚11 05. May ‚11

USA Norfolk, VA USA Richmond, VA USA Philadelphia, PA USA New York, NY USA Boston, MA USA Syracuse, NY D Stuttgart D Mainz CH Lausanne

The Norva The National Theatre of Living Arts Bowery Ballroom Paradise Rock Club Westcott Theatre Liederhalle Phönixhalle D!-Club

www.gentleman-music.com

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Reggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011


A tribute to

Gregory Isaacs Cool Ruler Text: Franziska Zeidler / Foto: Alyssa Tomfohrde Gregory Isaacs, eine der größten Stimmen der jamaikanischen Reggaemusik, ist am 25. Oktober 2010 nach einem einjährigen Kampf an Lungenkrebs gestorben. Er erlag seinem Leiden umgeben von drei seiner elf Kinder und seiner Frau Linda Isaacs in seinem Haus in London. Seine Frau Linda berichtet, er sei friedlich von uns gegangen. Gregory Isaacs wurde 59 Jahre alt. Mit ihm verlässt uns ein außerordentlicher, legendärer Sänger, der in 40 Jahren über 60 Alben produzierte und Material für hundert weitere Alben aufnahm. Gregory Isaacs wurde am 15. Juli 1951 in Denham Town, Kingston, auf Jamaika geboren. Seine Leidenschaft zur Musik und zum Singen entdeckte er schon als Teenager. Er trat bei vielen lokalen Talentwettbewerben auf und veröffentlichte schon 1968 sein musikalisches Debut. Danach trat er mit der Band „The Concords“ auf und arbeitete mit dem legendären Prince Buster zusammen. Doch seine eigentliche Karriere begann mit seinen Soloauftritten. Er wird von vielen als Wegbereiter des Loversrock gesehen, angefangen mit dem 1973 entstandenen Song „My only Lover“. Schon 1974 hatte er seinen ersten Nummer-Eins-Hit auf Jamaika mit „Love is overdue“. Gregory verstand es Loversrock mit Consciousness zu verbinden, von Liebesliedern auf sozial-kritische Hintergründe überzugehen. Er besaß die Fähigkeit emotionale, einfühlsame Songs sowie auch gesellschaftspolitische Anklagen zu formulieren. Seine verletzlich wirkende

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Stimme war durchdringend und einzigartig. Gregory arbeitete mit Top-Produzenten von Roy Cousins bis hin zu Lee „Scratch“ Perry zusammen. Besonders in den 70er Jahren war er sehr produktiv und spielte sogar in dem legendären Reggaefilm „Rockers“ mit. Sein internationaler Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem Hit „Night nurse“ von dem gleichnamigen Album, welches bei Island Records erschien und in Bob Marley‘s Tuff Gong Studio produziert wurde. Zu dieser Zeit befand er sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Nach Bob Marley‘s Tod 1981

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betrachtete man Gregory zeitweilig als einzig legitimen Nachfolger der Reggae-Spitze. Doch zeitgleich, Anfang der 80er Jahre, begann auch der traurige Teil seines Lebens, die Drogensucht. Seine musikalischer Erfolg wurde dadurch leider immer wieder ausgebremst. Er kämpfte sehr lange gegen die Crack- und Kokainsucht an, unternahm zahlreiche Entzüge und saß auch mehrmalig im Gefängnis. Trotz allem war die Liebe zum Reggae immer da und er produzierte weiterhin viele Alben und trat bis 2010 in der ganzen Welt auf. Rest in peace, Gregory!


Im Interview mit

Sara Lugo With God in the center of my life Text: Isabelle Fichtner / Fotos: Max Alberti, Martin Holzner

Sara Lugo, Yah Meek, Ganjaman

Sara Lugo, die junge Münchnerin, hat sich mittlerweile einen Namen in der deutsche Reggae-Szene gemacht. Sie überzeugt mit ihrer Gänsehaut bringenden, sanften und doch kräftigen souligen Stimme. Zuvor war sie bereits mit Jamaram, der Band ihres Bruders zeitweise live zu hören. Momentan ist Sara dabei, ihr eigenes Debut Album mit dem Produzenten Umberto Echo fertig zu stellen. Erscheinen wird es am 6. Mai unter dem Titel „What about love“. Was ist dir wichtig in deinen Texten auszudrücken? Was inspiriert dich, um sie zu schreiben? Es ist mir wichtig, Dinge anzusprechen oder über Dinge zu singen, die mich berühren. Ich möchte mit den Texten bewegen, ich möchte, dass die Menschen, die meine Musik hören, etwas fühlen, dass sie tief innen berührt. Ich glaube, dass die Welt Gefühle immer mehr abstumpfen lässt. Aus einer Art Selbstschutz heraus. Um nicht täglich verletzt zu werden und nicht von dem vielen Leid, den Problemen und der zunehmenden Unzufriedenheit und Frustration erdrückt zu werden. Dabei werden, glaub ich, auch die guten Gefühle nicht mehr ganz so stark wahrgenommen. Und ich möchte einfach Texte schreiben, die jeder nachfühlen und mitempfinden kann. Wenn ich als Mensch mein Leben – das was ich fühle und erlebe -Dinge, die mich beschäftigen - teile, werden viele Leute sich darin wiederfinden. Weil sie auch Menschen sind. Und wir alle mehr oder weniger das selbe erleben oder fühlen. Und genau das versuche ich in Worte zu fassen.. um die Leute aufzuwecken, intensiver zu leben und zu fühlen. Damit wir unser Leben nicht gleichgültig an uns vorbei ziehen lassen, sondern dankbar sind für all das, was unser Leben bereichert. Grundsätzlich inspiriert mich das Leben selbst. Musik, Liebe, der Glaube an eine Höhere Macht – einen der uns liebt und erschaffen hat, das Gute und das Böse, das es in dieser Welt gibt.... all diese Dinge inspirieren mich.

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Du hast unter anderem Puerto-ricanische Roots, sprichst du spanisch, hat dich diese Kultur beeinflusst und könntest du dir Vorstellen, einen Song auf Spanisch zu singen? Ja, mein Dad kommt aus Puerto Rico. Ich spreche ein bisschen spanisch. Allerdings habe ich das in der Schule gelernt. Zu Hause haben wir immer nur deutsch und englisch geredet. Die P.R. Kultur hat ein bisschen abgefärbt..aber nur ein bisschen. Ich mag die Menschen, das Essen und die leidenschaftliche Lebensweise! Mein Temperament kommt mit Sicherheit daher … Was die Musik angeht – ja. Ich hab einmal ein Outro auf Spanisch gemacht. Das kann man sich auf der Jamaram CD „OokuChaka“ anhören. Lied 11 glaub ich. Vielleicht mach ich auch nochmal sowas, aber vorerst bleib ich beim Englischen. Was erhoffst du dir für deine musikalische Zukunft? Gibt es evtl. Artists, mit denen du gerne zusammen arbeiten würdest, oder gar wirst? Was die Zukunft bringt? - only Jah know! Was ich mir wünsche? - möglichst viele Menschen mit meiner Musik zu erreichen und zu berühren. Und hoffentlich vielen Menschen mit meiner Musik zu helfen. Oh ja, ich liebe es mit verschiedenen Künstlern zusammen zu arbeiten! Dabei entstehen oft die besten Songs. Ich würde sehr gerne mal mit Queen Omega arbeiten. Und mit David Hinds von Steel Pulse! Mit Fat Freddie‘s Drop, J Boog … und einigen mehr. Es gibt so viele gute Artists! Ich weiß nicht, mit wem ich als nächstes zusammen arbeiten werde, we‘ll see. Das kommt dann alles, wie es kommt. Allerdings kann ich so viel sagen, die Zusammenarbeiten, die ich bis jetzt hatte, haben alle wahnsinnig viel Spaß gemacht und waren gute Produktionen. Zusammengearbeitet habe ich mit Artists wie: Umberto Echo– everlasting pleasure! Er hat mit mir mein Debüt produziert, aufgenommen und komplett gemischt. Wir

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werden das Album (neben „Familiar Stranger“- Soul Selection) bei Oneness Records rausbringen. Mit Naptali habe ich den Song „And they cry“ gemacht, der auf seinem Album rausgekommen ist und nochmal in neu veränderter Form auf meinem Album zu hören sein wird. Daddy Zigo von Dub Incorporation hat „Part of my life“ auf der „Design Riddim“ Selection rausgebracht. Erst kürzlich wurde „Bombs of Love“ auf dem neuen PowPow „Everlasting Riddim“ released. Und brandnew! „They know not Love“ mit Lutan Fyah. Dieser Song ist auf einen neuen Oneness Riddim entstanden und wird auf meinem Album zu hören sein! (Das kommt übrigens im Mai 2011 raus) Die Reggae-Szene ist ja ganz klar männerdominiert. Was glaubst du, woran das liegt, und hast du vielleicht sogar einen Tipp für angehende Sängerinnen dieses Genres? Stimmt. Es gibt in der Musik ca. 90% Männer und 10% Frauen.. Woran das liegt? Keine Ahnung. Das ist einfach so … Hmm, mein Tipp wäre einfach entspannt zu bleiben. Und immer im Hinterkopf behalten, dass es nicht um einen selbst geht, sondern um die Musik! Gibt es einen female Reggae Artist, zu der du aufschaust, oder die dich inspiriert hat? Es gibt einige female Artists, die mich inspiriert haben. Allerdings nicht nur aus dem Reggae. Die Frauen, die mich am meisten inspiriert haben, sind Erykah Badu und Lauryn Hill. Danach kommen Sängerinnen wie India Arie, Queen Omega. Queen Ifrica ist der Hammer! Irie Love, Kimie.. und dann gibt‘s noch so einige Männerstimmen, denen ich verfallen bin. Was erwartet uns auf deinem Debüt Album? Folgt darauf möglicherweise auch eine Sara Lugo Tour? Das Album ist auf jeden Fall etwas für Leute, die Musik lieben. Ich meine wirklich lieben. Jeder Song wurde live eingespielt. Bis auf ein, zwei Songs, die produziert sind. Aber selbst die haben dann echte Bongos oder andere Live-Komponenten drinnen. Die Songs sind alle sehr verspielt und detailverliebt. Es ist diese Art der Musik, wo man immer wieder rewind drücken kann und bei genauem hinhören immer wieder etwas Neues hört. Aber nicht nur die Musik ist interessant gehalten. Vom Meister des guten Sounds aufgenommen, gemischt und mit vielen geilen Effekten und Spielereien verfeinert, ist der Sound der ganzen Platte echt umwerfend! Ich hätte echt nie im Leben daran gedacht, jemals etwas musikalisch - qualitativ so hochwertiges zu haben. Bei Text und Gesang haben wir natürlich auch viel Zeit und Arbeit reingesteckt. Die Backings sind ziemlich geil und ausgecheckt. Alles in allem ist das Album echt schön geworden. Aber am besten, ihr kauft es euch

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und macht euch selbst ein Bild davon! Es wird wohl eine kleine Tour geben. Wir sind gerade dabei, das alles zu planen. Welche Rolle spielt Spiritualität in deinem Leben bzw. deinen Liedern? Ich bin ein sehr gläubiger Mensch. Ich versuche mein Leben so gut zu leben wie es geht. With God in the center of my life. Es ist nicht immer so einfach. Aber durch regelmäßiges Beten fällt alles viel leichter und man hat eine Grundsicherheit im Leben, die vielen Menschen fehlt. Ich muss nicht mehr suchen. Ich weiß, was mir gut tut. Alleine bin ich schwach und zerbrechlich. Deswegen nehm ich die Hilfe an und versuche sie weiterzugeben. Wie können wir uns dein Leben außerhalb des Musikbiz vorstellen? Was machst du gern in deiner Freizeit? Wenn ich nicht im Studio oder auf Konzerten bin, passe ich auf Kinder auf. I teach di youth dem. Ich kann sehr gut mit Kindern umgehen. Es macht mir Spaß - es macht ihnen Spaß. Sie lernen von mir - ich lerne von ihnen. Das ist eine ziemlich gute Sache. Und vor allem kann ich so meine Arbeit um die Musik planen. Das erlaubt mir z.B. auch mal einen Monat auf Tour zu gehen oder spontan eine Recordingsession in der Schweiz zu machen. Wenn ich einen regulären Job hätte, ginge das alles nicht. Ansonsten gehe ich gerne auf Konzerte, treffe mich mit Freunden und Familie. Tanzen ist auch ‚ne gute Sache! I love it! Was misst du nach der Musik, die größte Bedeutung in deinem Leben zu? Menschen. Menschen sind so unglaublich interessant, und jeder ist auf seine Weise einzigartig. Das fasziniert mich! Eines der schönsten Dinge ist es für mich, einfach von Herzen nette und gute Menschen zu treffen. Dann weiß ich, dass die Welt nicht verloren und nicht so schlecht ist, wie man manchmal denkt. Und, dass es eben doch noch Gutes gibt, für das es sich lohnt zu kämpfen! Message an unsere Leser: Das Album kommt im Mai raus. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr das Album kauft und nicht irgendwo zieht. Es steckt viel Arbeit, Energie, Liebe und Geld drin. Und wir versuchen mit ehrlicher Arbeit ehrliches Geld zu verdienen, um davon leben zu können. So, dass wir weiterhin für euch gute Musik machen können. Das geht aber nur, wenn wir als Künstler von unseren Fans und Zuhörern auch unterstützt werden. Gerade weil das Musikbusiness so schlecht läuft, müssen viele das, was sie lieben, aufgeben, weil es sich einfach nicht auszahlt. Deswegen meine Bitte an euch: Bitte kauft die Musik. Unterstützt was gut ist, damit noch mehr Gutes daraus entstehen kann. And be nice people! Spread more love so that this world can become a better place. Sara, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit deinem Debut Album!

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Selector

I look like a dentist, but I‘m a DJ­­­­­­ Text: Mascha Wembacher, Anja Elsner / Fotos: David Fischer, Anja Elsner Es luden ein: das Frankfurter Soundsystem Soundbwoys Destiny. Die Location: Sinkkasten Frankfurt. Der Gast: David Rodigan. Beste Voraussetzungen also für eine grandiose Tanz- und Partynacht in der kalten Jahreszeit. Noch besser für uns: die Soundbwoys selbst ermöglichten uns ein persönliches Interview mit David “Ram Jam” Rodigan. Zwischen Ankunft in Frankfurt und Auftritt im Sinkkasten nahm sich Sir Rodigan ausgiebig Zeit für uns und unsere Fragen. Das Ergebnis: ein offenes, angenehmes und begeisterndes Gespräch. Uns beeindruckte nicht nur seine Ausstrahlung sondern auch sein schier unendlich scheinendes Gedächtnis. Ein wandelndes Musiklexikon, chronologisch sortiert, ständig abrufbar. David, bereits im zarten Alter von 15 Jahren warst du in Clubs und auf Schulpartys als DJ unterwegs. Wie kam es zu der großen Liebe zur Reggae-Musik, wie begann das alles? Das ist einfach – ich hörte damals Ska, 1964. Das waren diese verrückten Backbeats, neu und aufregend die Tunes, die vom New-Beat Label, IslandLabel kamen. „Phoenix City“ von den Skatalites, „My boy Lollipop“ von Millie, Prince Buster’s „Al Capone“, „Guns don’t argue“, all diese Tunes waren groß! Oder auch „Oh Carolina“ von den Folkes Brothers. Und ich war einfach fasziniert. Das war es! Ich war 15 Jahre alt 1966 und überall lief ”007” von Desmond Dekker, großartig, man hörte die Musik überall. Es war eine neue Musikwelt. Die Rolling Stones, die Beatles, Prince Buster, die schon erwähnten Skatalites, die Wailers, alles war neu, nichts eine Kopie. Es gab kein Retro, alles war aufregend und ich hatte das Glück, dabei zu sein. Ja, warum ich Reggae liebe (überlegt) – warum ich es mag? Warum liebt Ihr es? Yeah – gute Frage! Ich erinnere mich, Tippa Irie war noch ein Jugendlicher. Er kam zu meinen Shows Sonntags und stand vor der Bühne und feierte mit und ich gab ihm das Mic. Ich erinnere mich an Brian Auger & The Trinity bei einem Auftritt in Oxford. Oder auch Jimmy Cliff im Stage Club 1966. Und ich erinnere mich da-

ran, wie er den Spencer David-Song „Keep on running, keep on hiding“ (singt) „one fine day you’re gonna be the one“ sang. Diesen Song schrieb Jackie Edwards. Jackie Edwards war bei Island Records. Er schrieb den Song und die Spencer David Group mit Sänger Steve Winwood sang ursprünglich „Keep on running“, es war eine sehr aufregende Zeit. Wie kam es zu deinem ersten Job im Radio 1978? Es gab damals nur eine einzige Reggae-Show im Radio, die „Reggae-Time“ hieß und 1,5 Stunden lief, Sonntag nachmittags bei BBC Radio London. Steve Barnard verließ gerade den Sender, und sie sagten im Radio: „Wir casten Leute, wenn du ein RadioDJ sein willst, sende uns deine Hörprobe.“ Ich dachte nicht, dass ich eine Chance haben könnte, aber meine Freundin schrieb ohne mein Wissen einen Brief dahin. Dann kam da auf einmal dieser Brief, der mir mitteilte „deine Bewerbung ist dabei“. Ich sagte nur „ich habe nichts geschrieben“ und sie outete sich und sagte „ich war’s“. So hatte ich schließlich die Audition, und nach 15 min war alles vorbei. Begründung: falsche Hautfarbe, wir suchen einen schwarzen DJ. Und ich war die einzige weiße Person da. Und dann spielten sie mein Bewerbungstape mehreren schwarzen Produzenten vor, Leuten der Musikindustrie. Offenbar sagten die: „den solltet ihr nehmen“. Sie dachten, ich hätte eine andere Hautfarbe. Und so kam es, dass ich 1978 Sonntags zur Lunchtime, begann. In dieser Zeit dort traf ich The Abyssinians, The Gladiators – ich sah gerade hier im Sinkkasten ein Poster von den Gladiators, das war 1986. 1979 interviewte ich sie bei BBC Radio London. Auch Brenda Collins, Gregory Isaacs, Bob Marley, das war wirklich aufregend! Wie kommt es, dass ein junger weißer Mann zu den größten und meist respektierten Selectors der ReggaeMusik weltweit wurde? Wie hast du es geschafft in der ReggaeSzene auf ein internationales

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Level zu kommen? Das benötigt einiges an Courage… Yeah, also ich wollte soviel wie möglich in der Musik entdecken – es war eine Begierde, wirklich, eine Manie. Da gab es kein Internet, kein Downloaden, keine moderne Kommunikation. Alles, was wir hatten, war das Telefon und eine Flugverbindung nach Jamaika. Und manche Leute sagten zu mir (und das auch heute noch) da gibt es Menschen in Jamaika, die würden selbst nie an die Orte gehen, an denen du warst. Wie die Bondstreet in Trenchtown, in der das Treasure Isle-Studio lag, oder Waterhouse, all diese Plätze. Einmal nahm ich ein Taxi, wir fuhren ca. drei Kilometer, und plötzlich stoppte der Taxifahrer mit der Bemerkung, dass er da nicht rein ginge. Also ging ich zu Fuß weiter, mitten durch Waterhouse. Und die Leute sagten: „Hey, das ist Rodigan“. Wie ich das geschafft habe? Ich liebte es einfach so sehr, dass ich soviel Geld sparte, um im Januar 1979 ins Flugzeug nach Jamaika steigen zu können. Dort verbrachte ich einige Zeit, lebte im kleinen Green Gables


Gästehaus und ging täglich zu einer anderen Anlaufstelle – zum channel One, zu King Tubby’s, zum Harry J Studio, ich traf Bunny Wailer, ich traf Gregory Isaacs. Ich traf auch Big Youth, Cash- and Carry Records, Marcia Griffiths und viele andere und machte Aufnahmen mit Mikey Dread : “Stepping outta Babylon” (singt). Du hast das alles allein unternommen? Yeah! Nein, ich habe gelogen (grinst), ich war mit zwei Freunden unterwegs. Einer von ihnen hatte das Plattenlabel „Mojo“. Und der andere war mein Freund Dave Hamling, ein Fotograf. Einige der frühen Aufnahmen von ReggaeArtists stammen von ihm. Und ich schrieb damals auch für ein Reggae-Magazin, war auch als Journalist tätig. Zwei Jahre nachdem ich King Tubby erstmals traf, sagte er zu mir: „Wir wussten von dir, wir hörten über dich aus London, da gab es diesen weißen Jungen…wir mussten dich unbedingt testen.“ Und ich erinnere mich: sie spielten mir bei der Aufnahme meines ersten Dubplates verschiedene Musik vor und ich sagte zu jedem „no, no, no“, bis sie sich gegenseitig ansahen, lachten und dann zu einem anderen Tape griffen. Und das erste Lied war „nanananana“ (singt) „…I-Man a go mash down Rome in pieces“, Michael Prophet. Und ich sagte: „Das will ich.“ Er sagte: “Da wussten wir, du hast das richtige Gespür dafür.” Um es kurz zu machen: ich liebte all das wirklich, und ich denke, das konnten sie in mir auch sehen. Glücklicherweise kommst du oft nach Deutschland für Gigs. Gibt es da eine besondere Verbindung zu Deutschland? Wir wissen, dass du hier geboren bist… Ja, das stimmt, diese Verbindung gibt es. Und ich erzähle euch warum. Vier Jahre, nachdem ich meinen Job bei BBC Radio London begann, bekam ich einen Job beim British Forces Broadcasting Service BFBS. Die übertrugen zu Stationen der britischen Streitkräfte im Ausland. Da waren unter anderem viele Jamaikaner in britischen Regimes. Sie waren in der britischen Armee z.B. auch am Rhein stationiert, in Dortmund und so. Meine Radio-Show lief Donnerstags Nachts, und es war eine Reggae-Show, da ein großer Teil der Soldaten West Indians waren, die diese Musik liebten. 1984 startete ich, und das Ganze 25 Jahre lang. Ich erinnere mich, als ich später z.B. Ingo von PowPow und einige andere Jungs aus Deutschland traf, die mir dann sagten: „wir kennen dich schon seit unseren Schulzeiten, wir hörten deine Show bei BFBS“. Deshalb wurde ich in Deutschland auch gleich so positiv aufgenommen, Reggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011

als ich dann mit Shows dort begann. Der erste Auftritt da war 1984, in einem Club in Steinhagen, irgendwo im Nirgendwo. Keiner kannte diesen Club, aber es war voll mit Soldaten, West Indians, schwarze Soldaten und auch viele Besucher aus dem Umkreis, die die Musik liebten. Dortmund, Bielefeld, diese ganze Region. Dann gab es einen Gig in Hannover und dann begann das Ganze zu wachsen. Ein bisschen später traf ich auf PowPow, traf Silly

Walks. Die luden mich zu ihren Partys ein. Von Deutschland habe ich immer das Gefühl, dass die Leute hier eine große Leidenschaft für diese Musik haben. Yes! :) (wir bestätigen diese Einschätzung) Oder auch SummerJam. Ich liebe es hier zu spielen. Das freut uns sehr zu hören! Die Reggae Music ist stetig gewachsen in den letzten Jahren, weltweit. Vieles hat sich verändert, vielleicht ist auch einiges kommerzieller geworden. Z.B. ist es jetzt viel einfacher einen Riddim zu produzieren, direkt zu Hause am Computer. Die Musik erreicht heute aber auch viel mehr Menschen. Würdest du sagen, Reggae hat dazu gewonnen oder etwas verloren durch den ganzen Entwicklungsprozess? Es hat etwas dazu gewonnen, weil es heute viel einfacher ist, die Musik zu bekommen, zu verteilen. Aber es hat auch etwas verloren, in dem, was ich als die Kameradschaft bezeichnen würde, die Einheit, die musikalische Zusammenarbeit. Entstanden durch gemeinsames „Jammen“. All diese Riddims können jetzt von ein oder zwei Personen angefertigt werden. Vor gar nicht allzu langer Zeit bist du dafür zu Channel One gegangen. Und da waren Sly und Robbie und einige andere (die Liste ist lang), um gemeinsam zu jammen! Und wenn du zu Treasure Isle gekommen bist, waren da die Supersonics und Thommy McCook, die jammten. (lauscht der Musik draußen) … dieser Riddim gerade ist ein Beispiel: es

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ist kein Dancehall-Riddim, kein ReggaeRiddim, es ist eine Art Kreuzung, eher ein House-Riddim. Es ist alles per Computer entstanden. Es ist faszinierend, da es ein großer technologischer Fortschritt ist. Und ich sehe meine Söhne sich damit beschäftigen, also weiß ich wie es funktioniert. Es ist faszinierend. Meine Kritik daran ist, dass die eigentliche Fusion entstand, wenn Musiker zusammen spielten, “one, two – one, two” und dann ging’s los – das war ein anderes

Gefühl. Heute ist das alles etwas zu perfekt. Mein anderer Kritikpunkt ist, dass zur Zeit zuviel Musik entsteht, die aus CoverVersionen besteht, und mehr an American HipHop Riddims und House Riddims angelehnt ist, wie dieser eben... Wie wichtig sind Dir die Lyrics, die Botschaft der Songs? Gibt es zum Beispiel Songs, die Du nicht auflegst, weil Du Dir denkst: diese Botschaft möchte ich nicht unterstützen oder verbreiten…? Ja, ich finde, es gibt bestimmte Songs, die unerfreulich sind von ihrem Inhalt her, ihrer Thematik und ihren expliziten Lyrics. Es gibt Songs, bei denen es mir widerstrebt, sie aufzulegen, mit einer bestimmten Art von Musik fühle ich mich nicht wohl. Denn ich denke, was Reggae so besonders gemacht hat, war, dass es dabei im Wesentlichen um Liebe ging. Es ging um Freude, um Melodie, ’Sweetness’, Liebe, auch sozialkritische Kommentare, wie z.B bei „Satta Massagana“ von den Abyssinians, „Get up stand up“ – Peter Tosh. Die ganzen großen Hymnen, wisst Ihr, wie „Pressure Drop“ von Toots and the Maytals. Singt: Ahahahaha, I said pressure, oh pressure, pressure’s gonna drop on you… Naja, denn ich fühle Druck in meinem Leben, hier ohne Job in meiner kleinen Wohnung in Dortmund – ich fühle ’pressure’. Und ich höre mir Toots and the Maytals an, und da ist eine Identifikation da. Aber wenn ein Song um die Glorifizierung von Gewalt oder Thug-Lifestyle geht und die Botschaft hat: hey, du kannst zehn Bitches haben und einen dicken Sportwagen fahren, fette Ringe tragen, Leute erschießen und einen Gangster-Lifestyle leben, frag ich mich doch, was soll das? Ich würde sowas nicht wollen, das wollte ich noch nie.   >>


>> Von daher ja, ich fühle mich unwohl mit bestimmten Songs und mit gewissen Artists. Ich finde auch, einige von ihnen sind zu „sexually explicit“. Also, einige Songs, die ich höre… ich bitte Euch… !!! Du hast gerade eine Mix-CD in der Fabric-Live-Reihe auf dem Label des Londoner Clubs Fabric herausgebracht (“Fabric Live 54”). Kannst Du ein paar Worte dazu sagen? Lacht: Ja, ich hab’s sogar dabei. Ich denke, es ist eine sehr spannende Sache, denn das Album wurde von Fabric arrangiert. Vor zwei Jahren bzw. 18 Monaten wurde ich auf diesen Dubstep-Alben gesampelt, sie benutzten meine Stimme von alten Clashs. So kam es, dass Dubstep-DJs wie Caspa mich einluden, bei ihren Dances im Fabric aufzulegen. Das tat ich, und es war absolut beeindruckend. Da waren diese jungen Leute im Alter von 18, 19, 20 Jahren und machten ihr eigene Musik – Dubstep, inspiriert von jamaikanischem Drum’n’Bass und jamaikanischem Dub, und ich konnte die Verbindung fühlen. Und ich legte für sie auf und dachte: wow, das ist dasselbe, wie als ich 18 war – ok, Dub kam auf, als ich 24 war… Jedenfalls fragten sie mich dann, ob ich nicht eine Mix-CD machen wolle. Ich sagte: „Aber ich kann nicht mischen.“ Und sie sagten, das macht nichts, das übernehmen sie dann, worauf es ankommt, ist die Auswahl der Musik. Also, habe ich Songs ausgewählt, die einen Dub-Einfluss haben, wie Ihr auf der TrackListe sehen könnt, und aktuelle Songs und einige alte Vocals. Ich habe versucht, es so zusammenzustellen, dass es interessant ist. Und es beginnt mit “King Tubby meets the Rockers Uptown”, was für mich ein sehr bedeutsames Dub-Stück ist. Und wenn ich das für Dubstep-Leute spiele, flippen sie aus. Die erste Drum, wenn es anfängt, und die Drum anschlägt und Augustus Pablo und King Tubby starten (imitiert den Sound). Augustus Pablo ist übrigens ein guter Freund von mir. Meine berühmte PabloStory war 1986 oder 85 (überlegt kurz), ja, es war 1985, denn meine Frau war zu der Zeit schwanger mit unserem ersten Kind. Da gab es einen großen Clash am Stand in Montego Bay zwischen mir und Barry G. Als wir damals dort ankamen, konnten wir es überhaupt nicht glauben: überall Massen von Menschen, Autos, Stau – es war einfach verrückt. Securities überall am Strand und an den Absperrungen. Man muss dazu sagen, zu dieser Zeit war es üblich, dass auch Artists für dich auftreten konnten gegen den anderen Selector. Und ich stand da nun und wartete, um rein zukommen, als ich eine Hand auf meiner Schulter fühlte. Und als ich mich umdrehte, stand da Augustus Pablo neben mir. Und ich fragte: „Was machst du denn hier?“ und er sagte: „Ich bin gekommen, um für dich zu spielen“, und zeigte mir seine Tasche mit der Melodica. Und wisst Ihr, wie sehr ich

Augustus Pablo liebe! Ich bin ein großer Fan von ihm! Einige Jahre zuvor hatte ich ihn das erste Mal interviewt, und da war es wirklich sehr schwer gewesen, an ihn ranzukommen. Ich musste zu einem Treffpunkt kommen, um dann zu einem anderen Treffpunkt zu gelangen, bis man mich schließlich zu ihm brachte. Nun ja, der Clash lief und lief, bis ich dann schließlich zu meiner Ansage kam: „Ladies and Gentlemen, the Melodica-King, the man who invented the Far East-Rockers sound – Augustus Pablo!“ Im Publikum herrschte für einen Moment ungläubige Stille – dann kam er von hinten langsam nach vorn gelaufen, nahm die Melodica und fing an: Trrrup trrrup, dadadadaaa, trrrup, trrrup… und die Leute flippten aus. Das war Augustus Pablo ’live in the dance’ für mich! Also, er ist auf der CD drauf, mit King Tubby. Das war die erste 17 Single, die als Dub Record in England erschienen ist, herausgebracht von Chris Blackwell’s Island Record Label 1976. Das ist wirklich ein bedeutendes Stück. Und ich habe ein Dubplate von Bitty McLean auf diesem Riddim, das ich heute Nacht auch auflegen werde. Das Verrückte ist, dass es absoluter Zufall war, dass es auf diesem Riddim ist, er hat ihn ausgesucht, nicht ich. Ich bat ihn um ein Dubplate von „Plead my Cause“, dessen Lyrics auf Psalm 35 basieren – wenn andere Leute Euch unter Druck setzen, lest Psalm 35! Dieser Psalm ist ein guter Weg, mit Druck durch andere Leute umzugehen. Und Bitty McLean liebt diesen Psalm, und ich liebe diesen Psalm, und als er ihn in einen Song einbaute, sagte ich zu ihm: „Hey, das ist einer meiner Psalmen“, und er sagte: „Ja, meiner auch.“ Deshalb sagte ich ihm, ich brauche unbedingt ein ’Special’. Er hat es dann für den UK Cup Clash im Frühling für mich aufgenommen. Als ich es dann bekam – denn er hatte mir nichts gesagt, sondern es mir einfach zugesendet – hatte er es auf dem „King Tubby meets the Rockers Uptown-Riddim“ aufgenommen. Ich hatte ihm eigentlich gesagt, ich wolle es auf einem anderen Riddim, dem „Have Mercy-

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Riddim“. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er, er fand, es würde auf diesen Riddim gut passen. Dabei wusste er gar nicht, wie sehr ich diesen Riddim liebe. Da Du gerade Deine Frau erwähnt hast – wir hörten, sie ist Jamaikanerin. Wie habt Ihr Euch kennen gelernt, in Jamaika oder in England?? Meine Frau und ich haben uns 1979 auf einem Dennis Brown-Konzert kennen gelernt. Sie war da involviert, da sie in der Schallplattenindustrie mit Dennis Brown und anderen arbeitete. Sie war zu der Zeit die persönliche Assistentin des Managing Directors von Dennis Brown’s Plattenlabel. Also kannte sie Dennis Brown, arbeitete mit ihm, und er hatte ein Konzert in London, und da habe ich sie dann getroffen – und schließlich geheiratet. Nächstes Jahr ist unsere Silberhochzeit. Sie hat mir zwei Söhne geschenkt und eine Menge ’Happyness’. Eine Frage noch zum Abschluss: gibt es einen Ort auf der Welt, an dem Du noch nicht aufgelegt hast und besonders gerne mal auflegen würdest? Ja, in Australien würde ich gerne einmal auflegen. Sie laden mich immer mal wieder ein, und ich werde es wohl irgendwann auch mal schaffen, dort hin zu kommen. Aber ich liebe es, in Japan aufzulegen, das ist fantastisch! Aber da warst Du schon? Ja, zwei Mal. Ich liebe die Kultur dort, den Respekt, den Lifestyle. Mein Lieblings-Sound, neben „Mighty Crown“, ist ein Soundsystem mit dem Namen „Big Stone“. Checkt die mal im Internet, das ist ein ernstzunehmendes, anspruchsvolles Soundsystem. Die Jungs spielen nur Dubplates und treten in oldschoolKlamotten auf wie in den 70ern. Die sind wirklich ’serious’. Ich folge ihnen auf Twitter. Seid Ihr da auch? Ihr solltet, es ist fantastisch! Wenn ein Dinosaurier wie ich da schon dabei ist (lacht). Aber im Ernst, einige der Riddims, die sie spielen, sind toll. Also, merken: Big Stone. Das werden wir – und sagen: herzlichen Dank für das super-nette Interview und weiterhin alles Gute!

Reggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011


Projekt

Ein Wiedersehen in Ghana Nima e.V.

Text: Azieb Johannes / Fotos: Anna Zaaki Nima e.V. Die Fahrt von Accra nach Tuba zu „One love childrens home“ war am Anfang der Reise ziemlich unspektakulär. Erst als wir Tuba Junction (Kreuzung) erreichten, fing alles an. Zuerst verfuhren wir uns, aber zu unserer Überraschung schien jeder zu wissen, zu wem und wohin wir hin wollten. Am Vorabend hatte es geregnet, und somit waren die Straße mit Matsch und die sogenannten „Pot hole“ (Straßenlöcher) mit wässrigem roten Schlamm gefüllt. Wir als Ortsunkundige konnten natürlich nicht einschätzen, wie tief die „Pot holes“ waren, und so wussten viele, unserem Fahrstil nach zu urteilen, dass wir Fremde waren. Zu meiner Belustigung sagten alle 3 Personen, die wir nach dem Weg fragten, immer das gleiche. „Oh, just right here, only 2 minutes to drive“. Oh, es ist gleich hier, nur 2 min Fahrt. Aber aus 2 Minuten wurden 20-30 Minuten, und so war der Fahrer, der die ghanaischen Straßenverhältnisse nicht kannte, langsam am Verzweifeln. Als wir endlich in Tuba ankamen, holte uns ein sympathischer, hoch gewachsener Mann mit Fahrrad am Dorfplatz ab. Es stellte sich heraus, dass er der Schul- und Heimleiter war. Wir wurden von freundlichen Kindern und Mitarbeitern empfangen. Die Freude meinerseits war riesig, zum einen die Freude über das Ankommen und zum anderen endlich das Projekt Nima e.V. kennenzulernen, in dem wir schon in Reggae Rhein-Main 08/2009 berichtet hatten. Herr Muda, der Schulleiter, nahm sich Zeit, erklärte und zeigte uns das Projekt und das zukünftige Vorhaben, mehr Kinder aufzunehmen. Wir merkten schnell, dass es sein Herzenswunsch ist, den Kindern ein Heim mit Liebe und Wärme zu geben. Während unseres Besuchs waren 2 Praktikantinnen aus Deutschland vor Ort. Sarah, welche den afrikanischen Lebensstil bereits verinnerlicht hatte und die gerade neu angekommene Barbara, die ihrem Vorhaben mit Spannung entgegen fieberte. Passend zur WM-Zeit spielten die Kinder draußen Fußball. Auf meine Frage danach, wer Deutschland und wer Ghana unterstütReggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011

Volontäre von Nima e.V. vor dem „One love children‘s home“

ze, waren Kinder sowie Erwachsene in zwei verschiedene Lager geteilt. So überkam mich der Verdacht, während 99.9% der GhanaBevölkerung ihre Black Stars unterstützten, waren die übrigen 0,1% im Tuba Childrens Home und fieberten für Deutschland. Die Liebe zu Deutschland konnte ich bei den Kinder spüren, da sie anscheinend verstanden haben, dass es ohne die Hilfe von Nima e.V. und den Spenden ihr liebgewonnenes Zuhause gar nicht gäbe. Zu meinem Erstaunen wurde ich von einem kleinen Jungen an das Wort „Gummibärchen“ errinnert, als ich verzweifelt versuchte das englische Wort für Gummibärchen zu finden.

Dadurch, dass ich vorort war, bleibt es mir nur zu sagen, Eure Spenden kommen bei den Kindern und der Dorfgemeinschaft an. Die Dorfgemeinschaft wird mit einbezogen, weil es sehr wichtig ist, dass die Kinder in die Dorgemeinschaft integriert werden, denn dadurch erhält man die kulturelle Identifikation der Kinder. Meine Hochachtung gilt allen Menschen, die sich für dieses Projekt einsetzen und es unterstützen. Ich hoffe, es werden noch mehr Menschen. Auch im Nachhinein danke ich euch, Kinder, für die unvergesslich schönen gemeinsamen Stunden.

„Coach (hier links hinten neben Anna), Mitarbeiter unseres Junior Programms in Nima/Ghana ist am 7. Januar, mit gerade einmal 43 Jahren, verstorben. Er hinterlässt drei Söhne im Alter von 11 – 19 Jahren. Da die Mutter bereits bei der Geburt des jüngsten Sohnes gestorben ist, sind sie nun ganz auf sich gestellt. Unsere Vorstandsmitglieder Amin Zaaki und Günter Frey sind gerade in Ghana und konnten Coach während seiner letzen Tagen begleiten. Amin und Coach waren bereits seit frühester Kindheit befreundet. Nima e.V. hat sich daher sofort bereit erklärt, die drei Söhne zukünftig zu unterstützen. Aufgrund der sehr schlechten medizinischen Versorgung in Ghana ist dies leider kein Einzelfall. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Kindern in ihrer Not zu helfen. Wir möchten daher nochmals allen Förderern von Nima e.V. dafür danken, dass sie uns bei der Umsetzung unserer Ziele zur Seite stehen.“

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Im Interview mit

K-Rings Brothers

Es macht einfach Spaß, sich nicht selbst zu limitieren Text: Franziska Zeidler / Fotos: K-Rings, Raphael Schemel Die K-Rings Brothers, das sind Maximilian, Friedrich und Karl, ein sympathisches Trio, ursprünglich aus Bad König im Odenwald. Seit Mitte der 90er Jahre sind die Brüder schon musikalisch aktiv, zunächst jedoch noch nicht als gemeinsame Band. Es gab experimentelle Phasen im Hip Hop und Crossover. Auch heute noch lassen sie sich in kein bestimmtes Genre drängen, Vielseitigkeit und Experimentierfreude ohne Limits, das sind die K-Rings Brothers. Vorallem handgemacht muss es sein, die Jungs beherrschen mehrere Instrumente. Max ist an der Trompete, Gitarre und dem Keyboard zu hören, Friedrich steuert den Rhythmus als Drummer bei und Karl, der jüngste des Trios, spielt den Bass … und so nebenbei singen natürlich alle drei auch noch. Der Erfolg der Band ließ nicht lange auf sich warten. Die K-Rings tourten durch die europäischen Lande, teilten sich die Bühne mit Arrested Development, Blumentopf, Samy Deluxe, den Beginnern, um hier nur einige zu nennen. Im Jahr 2003 gründeten sie ihr eigenes Label Peripherique Records. Wie das alles anfing, und was die Drei noch so erreichten, erzählten sie uns in folgendem Interview. Seit wann gibt es die K-Rings? Wie kamt ihr auf die Idee eine Band zu gründen? Wer gehört alles zur Band? Also die Band

K-Rings gibt es seit ca. Ende der 90er Jahre. Wir hatten in dieser Zeit verschiedene PunkRock und Hip Hop / Crossover-Projekte. Wir experimentierten viel mit allen Musikstilen. Da wir Brüder sind, wurde dann schließlich aus einem Wortspiel mit unserem Familiennamen der Bandname. Der Kern besteht aus den 3 Brüdern. Wenn wir live auf Festivals unterwegs sind, haben wir noch einen Gitarristen, einen Keyboarder und einen Schlagzeuger dabei. Das rockt dann richtig … (grinst) Wo liegen eure musikalischen Roots? Ihr spielt eine sehr vielseitige Mischung aus Soul, Punk, Reggae, Folk & Rock, wie würdet ihr eure Musik beschreiben? Woher kommt diese Vielseitigkeit? Gab es auch schon Ausflüge in noch andere Musikrichtungen? Unsere Roots liegen in der Plattensammlung unserer Mutter. Also von 50‘s Rock´n´Roll über 60‘s und 70‘s, Soul & Funk, der Ska-Bewegung Ende der 70er, Country Folk, Rock der 80er, bis wir unsere eigene Sammlung in den 90ern mit Grunge, Punk und Hip Hop erweitert haben … Unsere Musik ist eigentlich eine Folge aus diesen Einflüssen. Wir experimentieren ja gerne und so interpretieren wir Songs von uns immer wieder neu. Dadurch entstehen von Country Folk Versionen über Heavy Metal- bis hin zu Elektro-Versionen.

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Es macht einfach sehr viel Spass, sich nicht selbst zu limitieren. (lacht) Ihr habt auch schon mit Xavier Naidoo zusammengearbeitet und seid bei den Söhnen Mannheims als Vorband aufgetreten. Wie kam dieser Kontakt zustande? Der Kontakt hat sich schicksalhaft ergeben. Da wir ja aus der selben Region stammen wie Xavier und die Söhne, bekam man zwangsläufig immer mit, was der andere tat. Das war lustig, weil wir das nicht wussten, dass Xavier unsere ganzen Platten kannte und auch hörte. (schmunzelt) Eines späten Morgens saßen wir in unserem Studio, und es klingelte das Telefon. Naidoo Records am andern Ende. Die Managerin von Xavier. Fritz meinte dann irgendwann, wir wollten eigentlich mit Xavier sprechen und 2 Sekunden später sprachen wir mit ihm und verstanden uns auf Anhieb. Wir verabredeten uns auch gleich in seinem Studio in Mannheim. Er fragte uns dort, ob wir nicht mal zusammen einen Song machen wollten. Klar! Das Ergebnis nach einer sehr entspannten Studiosession findet man auf unserem „Save our Souls“ Album. Ihr seid viel unterwegs, allein für das S.O.S. Album habt ihr ca. 80 Konzerte gegeben. Wir haben euch dieses Jahr in Darmstadt beim Schlossgrabenfest live Reggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011


erlebt, einfach grandios! Es folgten noch einige weitere Festival-Auftritte u. a. das Chiemsee Reggae Summer, wie war euer Eindruck von dem Konzert, dem Publikum und dem Festival überhaupt? Oh ja ;) das war eine anstrengende Tour. Aber es waren echt sehr coole Festivals, auf denen wir gespielt haben! Das Schlossgrabenfest war auch sehr beeindruckend und hat enorm viel Spaß gemacht. Das Chiemsee ist jedes Mal wieder ein Erlebnis. Nachdem mein Bruder Fritz beim letzten Auftrit auf dem CRS im Zelt die Stangen bis zur Decke hochgeklettert ist, haben sie dieses Mal extra alles für uns abgesperrt und uns mit einem Grinsen empfangen. Das Publikum ist immer sehr offen und dankbar. Es feiert einfach die Musik. Echt Gänsehaut, wenn man daran denkt. Davon gibt es auch coole Videos. Müsst ihr mal checken! Und nebenbei kann man mit Shaggy zu Mittag essen. (lacht) Festivals machen uns einfach am meisten Spaß. Da kommen eben auch viele open minded people, die nicht nur an einer einzigen Musikrichtung interessiert sind. Das ganze Drumherum, die Atmosphäre, da kann man richtig Gas geben ;) Regelmäßiger Gast seid ihr auch beim „Sound of the forest“ Festival im Odenwald. Dieses Festival gibt es ja erst seit zwei Jahren, also noch ein Geheimtipp. Habt ihr hier bei der Entstehung mitgeholfen? Ja, das SOTF Festival ist nach einem Song von uns benannt. Es ist schon seit langem ein Wunsch gewesen, ein eigenes Festival zu ma-

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chen, bei dem keine Genregrenzen existieren, und das bei uns im schönen Odenwald stattfindet. Wir haben dann fähige Leute aus der Region gefunden, mit denen so ein komplexes Projekt zu stemmen ist. Und siehe da, wir werden am 26. - 28. August zum 3. Mal das Festival veranstalten. Und als weiteres Highlight wird unser neues Album im Sommer erscheinen. Ihr könnt ja schon auf einige Erfolge zurück schauen, u. a. habt ihr auch drei Stücke der Filmmusik zu „Vorstadtkrokodile“ gemacht, welcher dann gleich mal

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den deutschen Filmpreis abgeräumt hat. Erzählt mal! Wie kamt ihr darauf, für Vorstadtkrokodile Filmmusik zu komponieren? In die Filmbranche zu kommen, war auch schon immer ein Traum von uns. Wir hatten gerade unser „Save Our Souls“ Album rausgebracht, und es gelangte zu einem Meeting für den Film „Vorstadtkrokodile“. Die fanden es auf Anhieb super und wollten Songs für den Film genau im typischen „K-Rings“ Sound. Dass der Film so ein Erfolg wurde, freute uns natürlich riesig. Zwischendurch haben wir noch für weitere Filme Musik gemacht. Aktuell gerade für den kommenden Kinofilm „Wickie und die starken Männer“. Da haben wir wieder musikalisch etwas beigesteuert. Dann wünschen wir euch mal noch weiterhin viel Erfolg und sind gespannt auf das neue Album, welches im Sommer erscheinen wird. Vielen Dank für das nette Interview!

Diskographie • • • • • •

1999: The Legendary Tape 2003: Produktion Peripherique (Peripherique) 2004: Tricolor (K-Rings Brothers) 2005: Produktion von Sortie (Anael & Jeanne ) 2006: Produktion Zimmer 101 (Peripherique) 2008: Save Our Souls - S.O.S. (K-Rings Brothers)

• 2011: new album is coming soon … !

Info

www.k-rings.de www.myspace.com/kringsbrothers www.peripherique.de


Länderinfo

St. Croix – U.S. Virgin Islands Die Karibik von ihrer schönsten Seite Text/Fotos: Michael Nissman; Bearbeitung und Übersetzung: Ana Wittmann, Mascha Wembacher Mahagoni- und Mangobäume verdecken die Sonne über der löchrigen Straße. Tief im Regenwald rattert der zu einem Reisebus umgewandelte Pickup-Truck über die unwegsame Straße und wird von jedem Schlagloch und jeder scharfen Kurve in die Luft befördert. Zwanzig sonnenbebrillte Leute schaukeln im Heck des Pickups auf den eingebauten Bänken. Ein weiches Dach aus Segeltuch ist das einzige, das die Gruppe von den Naturgewalten des tropischen Dschungels trennt. Der Bus biegt in einen Waldweg ein und hält vor einer Bar. Die Reisegruppe strömt in die Bretterbude, und angetrunkene Willkommens-Rufe hallen durch die Bambus-Bar. Hinter dem Tresen steht Mamma Norma, die die Neuankömmlinge mit einem breiten Lächeln begrüßt. „Eine Runde ‚Mamma Wannas’ für das Geburtstagskind und seine Crew“, ruft jemand. „Hey, warum heißt der Drink ‚Mamma Wanna’“, fragt eine Frau. „Weißt du, mein Kind, wenn Mamma ein paar davon getrunken hat, macht sie alles, wozu sie gerade Lust hat.“ Gegenüber der Bar ärgert ein Tourist Buster mit einer Dose Bier. Nachdem er ihn ein wenig hin- und hergelockt hat, schnappt Buster plötzlich nach den Fingern des Touristen und packt das Bier. Es ist offenkundig der erste Aufenthalt des Besuchers in diesem Etablissement: er versäumt es zurückzuspringen, und erhält eine kleine Bier-Dusche, als Buster, das Bier-trinkende Schwein, die Dose im Maul mit seinen Zähnen durchlöchert, wobei das Bier in alle Richtungen spritzt, und die Dose anschließend auf einen Haufen alter, zerdrückter Aluminiumdosen spuckt. Die angeheiterte Gruppe nimmt wieder im Bus Platz und stimmt einen ReggaeSong an – inspiriert von dem Weg, auf dem sie gekommen sind, “Mahogany Road.” *

Vom ursprünglichen Regenwald, der im Nordwesten der Insel liegt, bis zu den süßen Klängen ihres eigenen Roots Reggaes, zeichnet sich die Insel St. Croix durch ihre unberührte Natur und eigenständige Kultur aus, die sie von den üblichen Touristenzielen der Karibik unterscheiden. 213 Quadratkilometer groß, ist St. Croix die größte der U.S. Jungferninseln. Christoph Kolumbus landete hier 1493 auf seiner zweiten Reise. Seitdem nahmen sieben Länder die Insel in Besitz, die letzten 93 Jahre lag / lief / verbrachte sie jedoch unter USamerikanischer Flagge. Die ganzjährig warmen Temperaturen erlauben St. Croix auch die Veranstaltung großer Sport-Events wie des St. Croix Marathon – einem der wenigen Marathons, die jedes Jahr im Dezember stattfinden – sowie des St. Croix Ironman, der aufgrund seiner atemberaubenden Landschaftskulisse aber gleichermaßen hohen Anforderungen gerne auch “The Beauty and The Beast” genannt wird. 2004 gewannen deutsche Athleten ‚the Beast’; Faris Al Sutan aus München siegte unter den männlichen Teilnehmern, und Nina Craft aus Braunschweig gewann auf Seite der Frauen. Allerdings spielt St. Croix nicht nur eine Rolle als Gastgeber für Weltklasse-Athleten, sondern hat auch selbst Weltklasse-Athleten hervorgebracht. So stammen der vierfache NBA-Champion Tim Duncan sowie Laverne Jones-Ferrette, der beim 2010 IAAF World Indoor Championship die Silbermedaille gewann, beide aus St. Croix. Anders als auf den Nachbarinseln, deren Hauteinkommensquelle der Tourismus ist, basiert die Wirtschaft von St. Croix hauptsächlich auf der Industrie. Dabei wartet die Insel mit einer der größten Ölraffinerien der Welt und zwei Top-Rumherstellern auf – ‚Cruzan Rum’ und ‚Captain Morgan’.

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Überbleibsel einer früheren Industrie sind überall auf der Insel noch zu finden; die Ruinen von Zuckerfabriken auf den ehemals majestätischen Anwesen veranschaulichen die ‚süße’ Geschichte der Insel. Nur wenige neue Gebäude sind in den zwei größten Städten Christiansted und Frederiksted hinzugekommen, die dem Besucher so einen Spaziergang durch die Geschichte erlauben. Das Gebäude, in dem Alexander Hamilton als Teenager als Buchhalter arbeitete, bevor er St. Croix verließ, um einer der Gründungsväter Amerikas zu werden, existiert noch heute. Ein weiterer bekannter Exportartikel ist Reggae. Wenn auch ursprünglich auf St. Croix nicht einheimisch, erlangte die Insel in den letzten Jahren zunehmend internationale Anerkennung ihres Conscious Reggae durch Künstler wie z.B. Midnite, die letztes Jahr in Köln ihr SummerJam Debüt hatten. Viele weitere finden sich auf dem Compilation-Album “Joyful Noice” von I Grade Records, einem der meist respektiertesten Labels in der Karibik. Das Album beinhaltet eine Liste viel versprechender Virgin Islands‘ Artists wie Pressure, Niyorah, Junior P und Danny I. Das Album ist außerdem ein Beweis für die musikalische Reichweite von St. Croix: von Jamaikas herausragenden Artists Duane Stephenson, Lutan Fyah und Norris Man bis hin zu Schwedens Nazarenes – alle

Reggae-RheinMain Reggae Rhein-MainNo6/Dez.-Jan.-Feb. No6/Feb.-März-April 2011 2011

kommen sie auf diesem Album zusammen, das im neu errichteten Aqua Sounds Studio aufgenommen wurde, St. Croix’s einzigem hochmodernen Aufnahmestudio. In den wohltuenden Klängen der Musik spiegelt sich das Inselleben wieder. Neben makellosen Stränden, kristallklaren Gewässern und malerischen Städten beherbergen die Virgin Islands vor allem auch eine der kulturell vielfältigsten, ethnisch reichsten und künstlerisch buntesten Gesellschaften in den Tropen. St. Croix hat eine Bevölkerungszahl von 60.000 Menschen. Der aus Deutschland stammende Fotograf Fritz Henle, der St. Croix zu seiner Heimat gemacht hat, bezeichnet die „Crucians“ (wie die Einwohner von St. Croix genannt werden) als „wunderbar gastfreundlich“, und Islands Magazine benannte St. Croix als eine der zehn besten Inseln zum Leben.

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Niyorah


Natural Beauty

Positive Winterdepression Durch positive Gedanken empfinden wir auch positiv Text: Azieb Johannes / Foto: Erich Keppler/pixelio.de Es ist wieder einmal die Zeit, in welcher viele Menschen in den Wintermonaten ein Gefühl der Niedergedrücktheit spüren. Viele nehmen die gedrückte Stimmung in sich wahr, können sich aber nicht erklären, woran es liegt, und warum sie innerliches Unwohlsein und Traurigkeit empfinden. Die Winterdepressions-Symptome scheinen endlos lang. Es reicht von Traurigkeit über Unruhe, Freudlosigkeit, Grübeln, Gedankenkreis, Schulgefühlen, geistiger und körperlicher Müdigkeit bishin zur Selbstaufgabe. Winterdepression kann man ins Positive umwandeln, wenn jeder für sich erst die eigene Stimmung wahrnimmt, dann die spürbar negative Stimmung in positive Gefühle umwandelt. Die Vorraussetzung hierfür ist, dass man sich selbst gut kennt und die eigene Stimmung zuordnen kann, um ein persönlich bezogenes, positives Rezept herstellen zu können. Die Verknüpfung von Winterdepression und dem vielen bekannten

Weihnachtsstress ist für viele Menschen ein großes Problem, denn mit der niedergedrückten Stimmung und dem zur Jahreszeit passende Weihnachtsstress treffen zwei negative Aspekte aufeinander, und dies macht die vorweihnachtliche Zeit für viele ungenießbar, weshalb manche von uns froh sind, wenn Weihnachten endlich vorbei ist. Versuchen wir mal die bekannte Winterdepression in eine positive Depression umzuwandeln, und ihr werdet selbst feststellen, es klappt. Allein der positive Gedanke verbunden mit der richtigen Einstellung lässt ein positive Kopplung entstehen. Durch positive Gedanken empfinden wir automatisch positiv, und so kann man sich wort wörtlich positiv denken. Fangt mit der Kälte an, indem ihr euch positiv verbundene Situationen mit Kälte immer wieder ins Gedächtnis ruft, findet eine eigene Erklärung, warum es gut ist, Kälte zu empfinden. Versucht, die so schnell kom-

mende Dunkelheit als Möglichkeit zu sehen, eigenes positives Licht auszustrahlen, auch mit Hilfe von Kerzen und Duftkerzen … „let it shine, let it shine, let it shine“. Die geliebte Bewegungsfaulheit in Bewegungsfreiheit umwandeln und dies mit viel Freude durchführen. Wann war das letzte Mal, dass ihr absichtlich durch Matsch oder in eine Pfütze gelaufen seid? Als Kinder taten wir das gerne und geschadet hat uns das nicht, also rein in die Pfütze!!! Lächelt, auch wenn die Lippen nicht ganz so recht wissen, in welche Richtung sie sich bewegen sollten. Unsere geliebte Reggaemusik ist die ultimative Medikation für jede Stimmungslage und auch für die Winterdepression als heilende Kraft bekannt. Ich wünsche allen Reggae Rhein-Main Lesern eine POSITIVE Winterzeit ohne negative Depression, aber mit viel positiver Freude für das Jahr 2011


Partyberichte & Pics Was war los in der Rhein-Main-Area:

Text: Franziska Zeidler / Fotos: Franziska Zeidler, David Fischer

baden

7. Oktober 2010: Patrice live im Schlachthof Wies

einem grandiosen Den Auftakt seiner ONE-Tour begann Patrice mit es sofort, die gut te schaff Er hthof. Schlac r Konzert im Wiesbadene Song „The maker“ gefüllte Halle in seinen Bann zu ziehen. Der erste ihn jedoch dank musste jedoch ohne Orchester auskommen, was lsam machte. hervorragender Soundanlage nicht weniger einfüh ers“ eines seiSupow „The Patrice präsentierte mit seiner neuen Band lich, sowohl schaft leiden und ner besten Konzerte, kraftvoll, lebendig bewusster, selbst und reifer wirkte Er er als auch seine Bandmitglieder. Hits. Das n ältere der paar ein auch und spielte viele der neuen Songs den auf e Patric der bei e, Zugab erste die war Highlight des Abends von t gefolg , nahm e Meng der in Bad ein itys Schultern eines Secur sen nah, den Song Trommlern, mit welchen er mittendrin, zum Anfas Hit „Walking alone“. „Kingfish“ performte. Zum Abschluss dann sein ebenso großes ein Einfach große Klasse das gesamte Konzert und Kompliment an die Band „The Supowers“!

11. Dezember 2010: 5 Jahre Wake the town … ! z Jackpot Sound ls. Silly Walks Movement in Main

lte 40 Grad und eine Was soll man dazu sagen … nice Tunes, gefüh im Kulturcafé in ve Massi absolut volle Tanzfläche! PERFEKT! Die tlich aufgeorden Sound ot Mainz (Uni) wurde anfangs von Jackp ihrer Partyum Jubilä ige 5-jähr das heizt, welche an diesem Abend eres gering nd niema war Gast Zu n. feierte Reihe „Wake the town“ Uhr 1.30 gegen so e welch urg, Hamb aus ment als Silly Walks Move erefäch breitg die Plattenteller übernahmen und ein musikalisch kanischen ameri latein hall, Dance , Roots aus Set tes gemix tes, gut Tanzfläche der Von Einflüssen und partytauglichen Hits ablieferten. ot Jackp ieren gratul Wir entfernte sich hier so schnell niemand. und “ Town the „Wake hrigen Sound an dieser Stelle zum Fünfjä nach Mainz! hoffen auf viele weitere Jahre mit euch. Big up

d Ro19. November 2010: Soundbwoys Destiny ls. Davi digan im Sinkkasten, Frankfurt

Gast bei den SoundbSicherlich das Party-Highlight im November, zu Tanzfläche des sehr Die n! Londo woys Destiny, Sir David Rodigan aus Soundbwoys ihr die nd währe , schon e gut gefüllten Sinkkastens kocht in ausgeum Publik ntes gelau gut ein , Set bestritten. Heiße Tunes Rodigan David wurde stert Begei sein. es soll so lassener Stimmung, te der misch gewohnt dann endlich von der Massive empfangen. Wie erhochw ativ qualit Alt-Meister an den Plattentellern ein hochgradig Songs neue brand viele tiges Set ab. Ein Hit folgte dem anderen, auch stieg, wer mal kurz eine wurden vorgestellt. Die Temperatur stieg und Kinosesseln niederlasden in m Auszeit brauchte, konnte sich beque en. sen und dem Treiben weiter zuseh

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auf den Turntables

CD Tipps Gregory Isaacs

Richie Spice

Best of - One man against the world, VÖ- 04.02.2011, VP Records / Groove Attack – Ein Best of Album in Gedenken an Gregory Isaacs, The Cool Ruler, mit 15 seiner besten Songs, wie beispielsweise „Night nurse“, „My number one“ oder „Border“. Big up, Gregory Isaacs!

Book of job, VÖ - 22.02.2011, VP Records­­ – Feinster Rootsreggae, Righteousness and Consciousness, so kennen wir Richie Spice. Sein nunmehr fünftes Album trägt den Namen eines gottesfürchtigen Mannes, Hiob, aus dem alten Testament, der viele Leiden und Entbehrungen erdulden musste. Eine gute Mischung aus RastaHymnen und Culture Reggae mit sozial-kritischen Texten, basierend auf seiner eigenen Lebenserfahrung. 14 Songs, darunter natürlich die Hits „Yap Yap“, „Don‘t call mi no dog“, „Street Life“.

Etana Free Expressions, VÖ - 11.02.2011, VP Records / Groove Attack – In der weiblichen Reggae-Szene Jamaikas tut sich einiges. Etana beehrt uns mit ihrem zweiten Album, ihre Fangemeinde wächst stetig – zu Recht. Sie entfaltet sich in die verschiedensten Richtungen, von romantischem Loversrock über Rootsreggae bishin zu ihrer souligen Seite. 14 Tracks, von denen sie 12 selbst schrieb, womit sie auch ihre Songwriter-Qualitäten beweist. Weiter so!

Ronny Trettmann & Ranking Smo­ Zwei chlorbleiche Halunken, VÖ 12.11.2010, Heckert Empire – Ein deutsches Duo präsentiert uns heißen Dancehall, die Stimmen nach aktuellem jamaikanischem Vorbild mit Autotune „verfeinert“. Die Riddims haben Junior Blender, Big Era, Bassrunner und Ranking Smo beigesteuert. Ein ausgefeilter, raffinierter und facettenreicher Ohrenschmaus mit amüsanten, aber auch ernsthaften Texten. Reinhören! Spaß garantiert!

Lady Saw My Way, VÖ - 07.09.2010, Toasting Music / Diva Records – Das wurde aber auch Zeit! Endlich ein neues Lady Saw Album und noch immer ist sie in Form, selbstbewusst, temperamentvoll und tuff wie eh und je. Sie spricht wieder einmal Klartext, was die Männerwelt angeht, gepaart mit heißen DancehallBrettern. Auch ein paar ruhigere, nachdenkliche Stücke sind zu hören, und sie hat gleich mal ihr eigenes Label DivaRecords gegründet. Einfach TOP!

Bushman Sings the bush doctor, VÖ - 25.01.2011, VP Records – Rootsreggae aus St. Thomas, Jamaika. Das 12 Tracks starke Album verdient auf jeden Fall unsere Aufmerksamkeit. Die Texte verbreiten Positiveness, und die musikalischen Roots sind mit denen Lucianos vergleichbar.

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Israel Vibration Reggae knights, VÖ - 26.11.2010, Mediacom / Groove Attack – Drei Jahre haben sie ihre Fans auf das neue Album warten lassen. Israel Vibration wie gewohnt in höchster musikalischer Qualität, harmonisch mit spirituellen Botschaften. Ein klassisches Roots-Album.

Natural Black­ Mortima Hardly, VÖ 01.10.2010, Rippa Blaxxx / Grillaras Production – Mit einem netten Wortspiel präsentiert uns Mortimer Softley aka Natural Black sein nunmehr neuntes Album. Modern Roots und Culture Reggae mit Tiefgang, ein musikalisch ausgereiftes Werk. Auch ein nices Feature mit der Reggae-Legende Sizzla Kalonji ist zu hören.

Riddim Selection:

Youth Riddim­ Youth Riddim, VÖ Feburar 2011, Urban Tree Music – Mit Spannung haben wir die Youth Riddim Selection erwartet. Das Berliner Musiklabel Urban Tree Music hatte 2010 auch schon das Debüt von Ephraim Juda erfolgreich veröffentlich. Hier nun die zweite Scheibe des jungen Labels. Den Youth Riddim haben Silentone, Foresta und kein geringerer als Ganjaman produziert. Ein besonderes Highlight auf der Selection ist Jennifer Washington mit „Let‘s make a sign“. U.a. sind Junior King, Longfingah, Kimoe, Goldi, Uwe Banton, Junior Banton und Ganjaman zu hören. Absolut nice! Reggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011


Party & Festivals

Party - Konzert - Guide 12. Februar 2011 Mainz • 22 Uhr, Wake The Town … ! Jackpot Sound ls. MASSAYA (HH) @ Kulturcafé Frankfurt • 22 Uhr, Hightune Crew, Under the Bridge Part III, HipHop Classics @ Mainstrand, Schaumainkai, direkt am Eisernen Steg

15. Februar 2011 Frankfurt • 22 Uhr, Che Sudaka, Konzert, Support Cashma Hoody @ Batschkapp

18. Feburar 2011 Mainz • ab 22 Uhr, 21 Shots Salute, Shottarock & Luger3000, Reggae, Dancehall, Bass & more @ Redcat

19. Februar 2011 Wiesbaden • 22 Uhr, Shine ya Light Movement presents Soundsystem showcase feat. „the ruutz dawta“ Christine Miller straight from London (UK)! @ Kreativfabrik Frankfurt • 23 Uhr, Friendly Fyah, Hightune Sound & guests @ Nachtleben

22. Februar 2011 Darmstadt • 20 Uhr, Roots & Tonic @ Baobab

26. Februar 2011

12. März 2011

Mainz • 22 Uhr, Live on stage Lutan Fyah presented by Pamojah Movement, Irie Vibes Sound @ Studihaus, Uni Frankfurt • 22 Uhr, Dubs till Dawn ls. Magic Tuts (Lausanne), Dancehall University #7 @ Café Kurzschluss, FH

Mainz • 22 Uhr, Wake The Town … ! Jackpot Sound ls. STINGRAY 45 DISCO @ Kulturcafé

18. März 2011

04. März 2011 Darmstadt • 22 Uhr, Into The Lion’s Den, Companheiro Leao ls. Lioness Movement (Stuttgart) @ Bessunger Knabenschule Frankfurt • 23 Uhr, Soundbwoys Destiny ls. Black Chiney @ Sinkkasten Mannheim • 22 Uhr, Banana Sound & guests, Dancehall of Fame @ Miljöö

More Dates

check out on www.myspace.com/ reggaerheinmain or Facebook Reggae Rhein-Main

Darmstadt • 22 Uhr, Love & Unity Crew presenting EPHRAIM JUDA (Berlin), Radikal Sunflowers Colectivo (DA), Dynamight Sound (DA) - celebrating 5 years of Love & Unity @ Bessunger Knabenschule Mainz • ab 22 Uhr, 21 Shots Salute, Shottarock & Luger3000, Reggae, Dancehall, Bass & more @ Redcat

26. März 2011 Frankfurt • 23 Uhr, Dancehall, Dubstep, Jungle, Hightune Sound ls. Mr. Speaker (Dubs till Dawn) ls. Selecta Reinier (Vinyl Specialist) @ Nachtleben Münster bei Dieburg • 20 Uhr, Reggae for Ghana, „Ghana-Hilfe-Tag 2011“, Abendprogramm: Afro-Karibik-Party unter dem Motto: FEIERN & HELFEN!!! Unterstützt mit Eurem Besuch des Ghana-Hilfe-Tags unsere Hilfsprojekte in Ghana! Nima e.V. @ Kulturhalle

Die Redaktion übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.

Festival - Preview 01. – 03. Juli 2011

15.-17. Juli 2011

05.–07. August 2010

Köln • 26. Summerjam, Fühlinger See/Köln, VVK 98 Euro inkl. VVK-Gebühr

Rössing (bei Hannover) • Weedbeat Festival 2011, Frühbucherticket (ab 1.1.2011) 23,40 Euro

Gräfenhainichen - Ferropolis (Sachsen-Anhalt) • Splash! Festival 2011, VVK 75 Euro inkl. VVK-Gebühr

Mülheim an der Ruhr • Ruhr Reggae Summer, Festival Ticket 30 Euro, zzgl. Camping-Gebühr

Bersenbrück • Reggae Jam Festival, VVK Staffeln: ab 25.12. 43 Euro, ab 16.02. 48 Euro, ab 16.04. 52 Euro, ab 16.06. 55 Euro

08.–10. Juli 2011

Reggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011

22.–24. Juli 2011

26. – 28. August 2011

Chiemsee, Grabenstätt • Chiemsee Reggae Summer, Festival-Ticket 84 Euro

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01. April 2011 Darmstadt • 22 Uhr, Into The Lion’s Den, Companheiro Leao & guests @ Bessunger Knabenschule Frankfurt • 23 Uhr, Soundbwoys Destiny ls. tba @ Sinkkasten

05 April 2011 Darmstadt • 20 Uhr, Konzert, Hans Söllner @ Centralstation

15. April 2011 Mainz • ab 22 Uhr, 21 Shots Salute, Shottarock & Luger3000, Reggae, Dancehall, Bass & more @ Redcat

16. April 2011 Frankfurt • 23 Uhr, Friendly Fyah, Hightune Sound & guests @ Nachtleben

18. April 2011 Frankfurt • 20 Uhr, Konzert, Jamaram & Jahcoustix @ Das Bett

27. April 2011 Mainz • 20 Uhr, Konzert, Gentleman, Diversity-Tour @ Phönixhalle


Zu Gast bei Sundaydancehall Reggae Selection & News Text: Franziska Zeidler / Foto: Mighty Veit

Die lokale Sundaydancehall ReggaeRadioshow von Radio X erfreut sich großer Beliebtheit unter den Frankfurter Reggaefans. Jeden ersten (und gegebenenfalls fünften) Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr werden neue und alte Tunes aller Reggaerichtungen aufgelegt, daneben gibt es auch immer wieder musik- und themenbezogene Specials, neue Veröffentlichungen, Veranstaltungstermine, Interviews und Studiogäste aus der Stadt bzw. der Region Frankfurt (Soundsystems, Musiker, DJs u.a.).

Auch wir freuten uns sehr über die Einladung der drei Gastgeber Kaiser, Irie B. und Mighty Veit, die unser Magazin seit der ersten Ausgabe interessiert verfolgen. In lockerer, gemütlicher Atmosphäre durften wir einen ausgesprochen netten Nachmittag im Studio von Radio X verbringen und konnten den Hörern von Sunday Dancehall einiges berichten. Für alle, die nicht in Frankfurt wohnen, ist das Radio auch im Internet als mp3-Stream zu hören. Jeden vierten Samstag von 13 bis

14 Uhr findet die Sundaydancehall SpezialSendung mit Sma und Ras Eppstone statt. Hier wird genauer auf einzelne Künstler, Regionen, Länder und besondere Stilrichtungen eingegangen. Auch von politischen Entwicklungen, Literatur oder sportlichen Ereignissen aus Jamaika wird hier einiges berichtet. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für die Einladung. Wir wünschen den Bredren von Radio X Sundaydancehall weiterhin viel Spaß und Erfolg an der Sache. Big up & stay tuned!

Tubeline - Jedes Produkt ein Unikat Neueröffnung im Kombinat, Darmstadt

Text / Fotos: Franziska Zeidler

Tubeline, ein kleines aber exklusives Designerlabel, ursprünglich aus Leidersbach in Bayern, hat den Weg nach Darmstadt gefunden. Seit Mitte Dezember gibt es die ausgefallenen Tubeline-Produkte nun auch in Darmstadt im Kombinat (Rheinstraße) zu kaufen. In dem außergewöhnlich gestalteten Ladenbereich gibt es die originellsten Sachen zu entdecken (Accessoires, Fashion, ...), das Hauptaugenmerk richtet sich auf die Taschen, welche aus Fahrradreifen hergestellt werden. Das Label - eine Homage an „Good old tubes and tires“. Mit ihnen zusammen legen wir tausende Kilometer zurück, erklimmen die höchsten Berge und erfahren neue Horizonte! Die Rede ist von Tubes und Tires (Fahrradschläuche und Reifen), den treuen Begleitern im Grenzbereich. Haben die Kautschuk Weggefährten aber erst einmal ausgedient, blieb bislang leider

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nur der Tritt in die Tonne. Wer ein echter Radfetischist ist, kann jedoch keinen Reifen - der voller Erinnerungen steckt - achtlos wegwerfen! Tubeline fasst sich ein Herz und schenkt euren besonderen Stücken ein neues Dasein! Tubeline fertigt in einer Werkstatt im bayerischen Leidersbach Taschen und Accessories aus Recyclingmaterial. Alle Artikel werden ausschließlich in Deutschland und mit viel Handarbeit hergestellt, was heutzutage eine Seltenheit ist. Jedes Produkt ist ein Unikat und keine Massenware! Sonderwünsche und „special editions“ nimmt Michael Schüßler, der Designer, hinter dem Namen Tubeline, gerne an. Seine Produkte finden weltweit viel Anklang und wurden bereits mit internationalen Auszeichnungen wie dem ISPO BrandNew Award Winter 2006 prämiert. MIT TUBELINE - EINE REIFENLÄNGE VORAUS! Reggae Rhein-Main No6/Feb.-März-April 2011


R EG G A E R­hein-Main

Re gga e- & Da nce hal l-N ew s ou tta di are a

Wir würden uns natürlich über das Interesse weiterer Anzeigenkunden sehr freuen, denn hier könnte Ihre Anzeige stehen. Die nächste Ausgabe von Reggae Rhein-Main wird Mitte Mai 2011 erscheinen. Anzeigenschluss ist der 12.04.2011. Kontakt unter reggae-rheinmain@gmx.de Im Folgenden unsere Anzeigengrößen:


Reggae Rhein-Main No 6  

Reggae Magazine

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