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Zum AIK-„Manifest“ „Völker zerschlagt Amerika!“ In Sätzen wie „Die Dogmas dieses neuen Kults sind Geld, Konsumismus, Individualismus, Sozialdarwinismus, Technologie und Wissenschaft“ erkennt man deutlich die rückschrittliche Seite des AIK-Weltbilds. Wir halten Technologie und Wissenschaft nicht für etwas „Kultisches“. Befreit von den Zwängen der Profitwirtschaft und auf Grundlage einer demokratischen Planwirtschaft werden die Wissenschaften positive Instrumente in der Hand der Menschheit sein, ihre Zukunft friedlich und harmonisch zu entwickeln. Von der Notwendigkeit einer demokratischen Planwirtschaft (als Grundlage des Sozialismus) findet sich kein Wort im „Manifest“. Nicht der Konsum oder „Konsumismus“ ist das Problem der Menschheit, sondern dass sich Millionen Menschen keine ausreichende Gesundheitsvorsorge, angemessene Wohnung und oftmals auch Nahrungsmittel leisten können und selbst in den „reichen“ Industrieländern Armut (= Verhinderung des Konsum) rapide zunimmt. Wir halten diese Verhinderung des Konsum nicht für etwa Gutes! Der Logik der AIK zufolge müsste es das sein. Die Beanspruchung des „Recht(s, ) antiamerikanisch zu sein, als Antiamerikaner zu sprechen und so zu fühlen, gegen den Nazismus des neuen Jahrtausends“ durch die AIK ist ein nächster Meilenstein auf dem Weg in die Verwirrung und unwissenschaftliche Gleichsetzung verschiedener Phänomene. Der US-Imperialismus muss nicht dem Nazismus gleichgesetzt werden, um von ArbeiterInnen und allen unterdrückten Schichten der Welt bekämpft werden zu müssen. Auch im deutschen, französischen, japanischen, britischen, italienischen … Imperialismus und deren Gesellschaften finden sich gewiss so manche Elemente von „Nazismus“. Die Natur des Faschismus der Zwischenkriegszeit sowie des Verhältnis von Nazismus zum Kapitalismus und Imperialismus wird dadurch nicht geklärt, im Gegenteil wird sie noch weiter verwässert. Die Schlussfolgerungen und Forderungen des AIK-Manifests sind aber dann doch mit jenen vergleichbar, die innerhalb der globalisierten Protestbewegung nicht gerade den konsequenten sozialistischen Flügel darstellen: „Politik muss über die Wirtschaft bestimmen, ebenso wie die Ethik die Wissenschaft regulieren muss.“ sowie für „eine(r) neue(n) Gemeinschaft, die auf den universellen Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit begründet ist.“ hört man auch von Strömungen, die den Kapitalismus nicht grundlegend in Frage stellen. Der anfangs so bombastisch klingende Ansatz, der die sozialen Bewegungen gefährlicherweise vom Internationalismus wegführen möchte, entpuppt sich schlussendlich wieder als durchschnittliches Lippenbekenntnis ohne konkrete Alternative. Diese Alternative liegt unserer Meinung nach in der unabhängigen Politik der internationalen ArbeiterInnen-Bewegung auf Grundlage eines sozialistischen Programms. Weitere Gemeinsamkeit: • Beide Seiten verwenden den Begriff Faschismus bzw. Nazis mehr als leichtfertig!


SLP zum AIK-Manifest Völker zerschlagt Amerika