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Beratungsscheck Mülheim

Unternehmen in Mülheim, Buchheim und Buchforst Seite 3

Mülheims Wirtschaft gestern

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WIRTSCHAFTSZEITUNG MÜLHEIM

NUMMER 1 • Februar 2014 • www.wirtschaft-muelheim2020.de

EDITORIAL Ute Berg, Beigeordnete für Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Köln Foto: Brigitta Petershagen

Foto: Michael Feithen/© Stadt Köln

Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer, liebe Gründungsinteressierte aus Mülheim, Buchheim und Buchforst, Mülheim, Buchheim und Buchforst haben eine wechselhafte Geschichte. Gewachsen aus einem bedeutenden Industriestandort ist Mülheim heute Standort für circa 2.000 Unternehmen aus fast 50 Branchen, darunter zahlreiche ethnische Unternehmen, Unternehmen aus Kreativwirtschaft, Gastronomie und Einzelhandel. Die große Vielfalt birgt wirtschaftliche und sozio-kulturelle Herausforderungen, aber auch erhebliche Potenziale. Das Strukturförderprogramm MÜLHEIM 2020 hat das Ziel, diesen Herausforderungen zu begegnen und die Potenziale zu nutzen.

WIRTSCHAFTSSTANDORT MÜLHEIM

MÜLHEIMS WIRTSCHAFT – HEUTE UND IN ZUKUNFT Das Stadtviertel birgt Herausforderungen, bietet aber auch große Potenziale Mülheim hat in den letzten Jahren einen tiefgreifenden Strukturwandel durchlebt. Von den einst hier ansässigen weltweit operierenden Industrieunternehmen haben die meisten ihren Standort aufgegeben. Erst im letzten Jahr hat die Deutz AG ihre letzte Betriebsstätte in Mülheim verkauft. Ende 2013 gehörten von den insgesamt 1.800 in Mülheim ansässigen Unternehmen nur noch 59 zum produzierenden Sektor. Dies bedeutet aber nicht, dass das produzierende Gewerbe keine Zukunft mehr in Mülheim hat, wie man an sehr erfolgreichen Unternehmen wie DWK Drahtwerke Köln, Radeberger Gruppe oder auch den ACLA-Werken sehen kann. Sie produzieren am und beliefern vom Standort Mülheim aus weltweit wettbewerbsfähige Spitzenprodukte. Betrachtet man die Mülheimer Wirtschaft in ihrer Gesamtheit, ist diese heute bunt und vielfältig. Zunächst sticht die starke sogenannte ethnische Wirtschaft

ins Auge, die mit 440 Unternehmen, insbesondere im Einzelhandel, der Gastronomie und im Dienstleistungsbereich, rund 25 % aller Unternehmen ausmacht. Auch die Kreativ-, Internet- und Medienwirtschaft hat sich in den letzten 20 Jahren hervorragend entwickelt. Insgesamt 200 Unternehmen gibt es davon in Mülheim, darunter so bekannte wie Bastei Lübbe, Brainpool, Wunderman, Kayser Games und Bonito TV. Sie werden in den nächsten Jahren weitere Unternehmen an den Standort Mülheim ziehen, wie auch an den Neuansiedlungen der letzten Monate zu sehen ist. Mit Telefónica, Flowfact, Radio Köln und Fröbus sind bspw. wieder vier namhafte Unternehmen nach Mülheim gezogen, die allein in der Summe rund 600 neue Arbeitsplätze nach Mülheim bringen. Stark sind auch die Gastronomie, Hotellerie und Eventwirtschaft: Hier verfügt Mülheim mit dem Palladium, dem E-Werk, dem Hotel New Yorker, dem

Dock One oder dem Bootshaus über überregional bekannte Objekte. Trotz dieser positiven Nachrichten darf man nicht die Augen davor verschließen, dass die Arbeitslosigkeit in Mülheim, Buchheim und Buchforst immer noch höher ist als im Stadtdurchschnitt und dass der Leerstand auf den Geschäftsstraßen zu hoch ist und deren Attraktivität durch fehlende Fachgeschäfte sowie durch eine nicht übersehbare Anzahl an Wettbüros und Spielhallen zu gering ist. Im Programmteil „Lokale Ökonomie“ von MÜLHEIM 2020 wurden und werden die oben stehenden Themen gezielt bearbeitet. Die „Mülheimer Job.Factory“ wendet sich an Langzeiterwerbslose und Erwerbslose mit Vermittlungshemmnissen. Das Projekt „Frau & Beruf“ zielt auf die berufliche Integration von Frauen ab, die wegen einer Vielzahl von Gründen bisher dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen. Fortsetzung auf Seite 2

2. WIRTSCHAFTSDIALOG MÜLHEIM – EIN VOLLER ERFOLG Zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer folgten der Einladung des „Büro Wirtschaft für Mülheim“ und kamen am 19. Februar in der Probebühne des Schauspiels Köln zum „2. Wirtschaftsdialog Mülheim“ zusammen. Der Abend

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stand unter dem Leitthema „Mülheimer Wirtschaft: Vom Weltkonzern bis zum Kleingewerbe – Vielfalt gewinnt?“. Zu dieser Frage referierten und diskutierten unter reger Beteiligung des Publikums: Dr. Weltrich, Hauptgeschäftsführer der

HWK Köln, Dr. Soénius, Geschäftsführer der IHK Köln im Geschäftsbereich Standortpolitik, Nadja Schwellenbach, Geschäftsführerin der Fliesen Müller GmbH, sowie Herr Grosenick, CEO der FlowFact AG. Weiteres zur Veranstaltung auf Seite 8

Seit April 2013 haben die Stadtteile durch das Büro Wirtschaft für Mülheim (BWM) als Teil von MÜLHEIM 2020 eine wichtige Unterstützungsinstanz gewonnen. Im Herzen Mülheims, am Wiener Platz, bietet das BWM eine Vielzahl von Beratungs- und Serviceleistungen für Unternehmerinnen und Unternehmen sowie Gründungsinteressierte. Die Stadt Köln und das Büro Wirtschaft für Mülheim beschleunigen und stärken die Prozesse zur Wirtschaftsförderung im Programmgebiet. Hierzu gehören unter anderem die Unterstützung der Interessengemeinschaften der Geschäftsstraßen und die Initiierung von lokalen Unternehmenskooperationen und -netzwerken. Das Netzwerk der Kölner Wirtschaftsakteure, wie der Industrie- und Handelskammer zu Köln, der Handwerkskammer zu Köln, dem Einzelhandels- und Dienstleistungsverband und dem Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln, arbeitet dabei in enger Kooperation mit dem BWM. Mit dem Programm MÜLHEIM 2020 wollen die Stadt Köln und das Büro Wirtschaft für Mülheim gemeinsam ein lebendiges urbanes Quartier entwickeln, in dem zukunftsträchtige Wirtschaftsunternehmen Raum bekommen. Mit einer Stärkung des Wirtschaftsstandortes Mülheim wird nicht nur die Kaufkraft in Mülheim zunehmen. Wir werden damit auch erreichen, dass die Wohn- und Lebensqualität in Mülheim steigt. Lassen Sie uns den eingeschlagenen Weg gemeinsam fortsetzen. Das Engagement lohnt sich. Ihre Ute Berg

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WIRTSCHAFTSSTANDORT MÜLHEIM AUS DEM INHALT Seite 2: • Fortsetzung: Perspektiven und Chancen für die Mülheimer Wirtschaft • Das „Büro Wirtschaft für Mülheim“ Seite 3: • Beratungsscheck Mülheim Seite 4 und 5: • Unternehmen in Mülheim, Buchheim und Buchforst

Seite 6: • Das Netzwerk des „Büro Wirtschaft für Mülheim“ Seite 7: • Mülheims Wirtschaft gestern Seite 8: • 2. Wirtschaftsdialog Mülheim • Termine

MÜLHEIMS WIRTSCHAFT – HEUTE UND IN ZUKUNFT Fortsetzung von Seite 1. Das „Büro Wirtschaft für Mülheim“ (BWM) konzentriert sich auf die Unternehmen und Gründungswilligen in Mülheim. Diese werden gemeinsam mit dem in Köln bestehenden Netzwerk an Beratungsstellen von der Stadt Köln, den Kammern sowie weiteren Stellen durch vielfältige Beratungs- und Hilfeleistungen unterstützt. Das BWM hat sich mittlerweile als fester Ansprechpartner etabliert. Von den rund 1.800 Unternehmen im Programmgebiet wurden inzwischen schon 1.500 in unterschiedlichster Form direkt kontaktiert. Das sind rund 80 Prozent aller Firmen vor Ort. In der einzelfallbezogenen Unterstützung wurden bisher über 330 Unternehmen und 80 Gründungswillige beraten, wobei rund 75 Prozent der Kunden einen Migrationshintergrund haben. Auch die Stärkung der Geschäftsstraßen im Programmgebiet ist vorangeschritten. Für jede Geschäftsstraße wurde ein individueller Ansatz entwickelt, das Einzelhandelsportfolio zu verbessern. Gestärkt wurden ebenfalls die Interessengemeinschaften. So konnten mit Hilfe des Wirtschafts-

büros die Gründung der IG Buchheimer Straße unterstützt sowie die IG Keupstraße und IG Frankfurter Straße wieder aktiviert werden. Ein wesentliches Ziel im Handlungsfeld „Lokale Ökonomie“ ist es, für nachhaltige Entwicklungen zu sorgen. Eines steht fest: Mülheim hat als Wirtschaftsstandort große Potenziale, wie eine sehr gute Verkehrsanbindung und strukturprägende Unternehmen mit Sogkraft. Auch bietet die Vielfalt von Ethnien und Branchen sehr gute Bedingungen für die Zukunft. Wenn sich über den verstärkten Austausch zukünftig branchenübergreifende Netzwerke und Kooperationen bilden, kann dies nur förderlich sein. Dazu muss man es schaffen, die Kaufkraft der Menschen, die in Mülheim wohnen oder arbeiten, auch nach Mülheim, Buchforst und Buchheim zu verlagern. Noch profitieren die Mülheimerinnen und Mülheimer zu wenig von dem Aufschwung in Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie sowie der Kreativbranche. Noch gibt es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mülheimer Unternehmen zu wenig Anreize, sich in Mülheim vor oder

nach der Arbeit aufzuhalten. Dies muss sich in den nächsten Jahren maßgeblich ändern. Mülheim braucht attraktivere Geschäftsstraßen mit einem vielfältigen Einzelhandel und einer ansprechenden Gastronomie. Mülheim benötigt auch mehr bezahlbare Büro- und Gewerbeflächen, auf denen sich junge und kreative Start-up-Unternehmen sowie Künstlerinnen und Künstler ansiedeln können. Mit einer florierenden Wirtschaft sowie über die bestehenden vielfältigen Qualifizierungsprogramme erhöhen sich die Chancen, dass auch die heute schwer vermittelbaren Arbeitslosen in Mülheim wieder eine Anstellung finden. So wird derzeit mit Hochdruck an der Etablierung von Unternehmensnetzwerken gearbeitet, die über den Projektzeitraum hinaus bestehen bleiben. Dabei sollen insbesondere die Schwerpunkt- und Perspektivbranchen in Mülheim stärker als bisher vernetzt und gezielt weiterentwickelt werden. Dies sind vor allem die Kreativ-, Internet- und Medienwirtschaft, die Gastronomie-, Hotellerie- und Eventwirtschaft, der Einzelhandel sowie die ethnische Wirtschaft.

DAS „BÜRO WIRTSCHAFT FÜR MÜLHEIM“ Kostenloses Unterstützungsangebot für hier ansässige Unternehmen und Gründungswillige

Oben, von links nach rechts: Max Metzemacher, Carsten Effert, Dr. Michael Rosenbaum (Projektleiter), Ramazan Tastekin (stellv. Projektleiter), Sascha Schellenberg. Vorne (v.l.n.r.): Meltem Dinc, Hannah Borjans, Feyza Evci, Selcuk Muti Das im Rahmen des Strukturförderprogramms „MÜLHEIM 2020“ im April 2013 eröffnete „Büro Wirtschaft für Mülheim“ (BWM) ist eines von mehreren Teilprojekten im Handlungsfeld „Lokale Ökonomie“ und verfolgt den klaren Auftrag, die lokale Wirtschaft in den Stadtteilen Mülheim, Buchheim und Buchforst zu stärken und miteinander zu vernetzen. Als zentrale Anlaufstelle vor Ort stehen die elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BWM unter der Leitung

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des Wirtschaftsberaters Dr. Michael Rosenbaum den im Programmgebiet ansässigen Unternehmerinnen und Unternehmern kostenlos mit Informationen sowie Unterstützungs- und Vermittlungsangeboten zur Verfügung. Die Gespräche können in mehreren Sprachen, u.a. Türkisch, Italienisch und Russisch, geführt werden. Neben der konkreten Unterstützung im Einzelfall organisiert das BWM-Team auch zahlreiche Veranstaltungen. Neben der reinen Informationsvermittlung geht es dabei

häufig auch um die bessere Vernetzung der Unternehmen im Programmgebiet. Über die Arbeit des BWM und über viele andere interessante Aspekte der Mülheimer Wirtschaft wird in dieser und in den folgenden Ausgaben dieser Zeitung noch ausführlich berichtet. Nähere Informationen über das Unterstützungsangebot des BWM finden Sie unter: www.wirtschaft-muelheim2020.de

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BERATUNGSSCHECK MÜLHEIM

EINMALIGES FÖRDERANGEBOT FÜR „JUNGE“ UNTERNEHMERINNEN UND UNTERNEHMER Professionelle Beratung ist teuer. Häufig hilft ein externer Blick aber, Strukturen zu überdenken und aufzubrechen. Unternehmerinnen und Unternehmern aus den Kölner Stadtteilen Mülheim, Buchheim und Buchforst bietet sich nun die einmalige Gelegenheit, sich kostenlos beraten zu lassen. Ob wirtschaftliche, strategische, werbliche, organisatorische oder personalpolitische Fragestellungen – die Unternehmen werden in ihrem Anliegen unterstützt.

Unternehmer/-innen und Berater/-innen erarbeiten gemeinsam Lösungen

Folgende Fragen können dabei beispielsweise geklärt werden: • Was sind die Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens? • Was ist am bestehenden Angebot gut und kann fortgeführt werden, wo sind Verbesserungen möglich? • Wie können neue Kundengruppen erschlossen und Bestandskunden gehalten werden? • Wie muss das Schaufenster bzw. die Ladeneinrichtung gestaltet sein, damit das Profil deutlich wird? • Wie kann die finanzielle Stabilität des Unternehmens gesichert werden? • Wie können notwendige Investitionen nachhaltig finanziert werden? • Worauf muss bei der Beantragung von Genehmigungen geachtet werden? Zu diesen und weiteren Fragestellungen können gemeinsam mit den Beraterinnen und Beratern Lösungen erarbeitet werden, um das Unternehmen weiterzuentwickeln oder zu stabilisieren. Vor allem jüngere Unternehmen stehen vor großen Herausforderun-

gen und haben nur selten die Möglichkeit, Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Das „Büro Wirtschaft für Mülheim“ gibt deshalb den sogenannten „Beratungsscheck Mülheim“ aus. Dieser fördert gezielt kleine und mittlere Unternehmen, die zwischen zwei und fünf Jahren am Markt sind.

BERATUNGSBEDARF

ERSTGESPRÄCH

• STRATEGIE

• PRÜFUNG DER VORAUSSETZUNGEN

• MARKETING • FINANZEN • PERSONAL • etc.

• AUSWAHL EINER BERATERIN/ EINES BERATERS AUS DEM BERATERPOOLS

Der Beratungsscheck ermöglicht die kostenlose Inanspruchnahme von Beratungsleistungen im Gegenwert von mindestens zwei Tagewerken. Insgesamt werden 180 dieser Beratungsschecks ausgegeben. Eingelöst werden können diese bei Mitgliedern unseres Beraterpools, der eigens aufgebaut

wurde und in den 80 ausgewählte Beraterinnen und Berater aufgenommen wurden. Interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer können sich gerne an das Büro Wirtschaft für Mülheim unter der Rufnummer 0221/26 13 78 01 oder an info@wirtschaftmuelheim2020.de wenden.

BERATUNG

ABRECHNUNG

Beraterin/Berater

Büro Wirtschaft für Mülheim

STABILISIERUNG DES UNTERNEHMENS

• AUSGABE DES BERATUNGSSCHECKS

Büro Wirtschaft für Mülheim

HINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUM BERATUNGSSCHECK Zielgruppe sind Unternehmen, die • zwischen 2 und 5 Jahren am Markt und • im Programmgebiet ansässig sind

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Förderung • im Wert von 1.000 € brutto • mit mindestens 2 Tagewerken à 8 Stunden

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UNTERNEHMEN I BUCHHEIM UND

1 STICHBOX NÄHCAFÉ Gönül Gürbey hat ihre kleine Nähstube im Juli 2012 auf der Buchheimer Straße 38 in Köln-Mülheim eröffnet. Neben einem Änderungsservice werden im „Stichbox Nähcafé“ auch Nähkurse sowie Nähplätze zur Miete angeboten. Der Stadtteil Mülheim war für die gelernte Bekleidungstechnikerin nicht die erste Wahl für ihr Geschäft gewesen. Nachdem sie sich zuvor Ladenlokale in Nippes und in der Südstadt angesehen hatte, waren es vor allem die etwas moderateren Mieten, die sie von einer Geschäftsgründung in Mülheim überzeugten. Als sie das freie Ladenlokal auf der Buchheimer Straße zufällig bei einem Besuch in Mülheim entdeckte, war sie sofort begeistert und hat es umgehend angemietet. Mittlerweile ist sie sehr froh, dass sie sich für diesen Stadtteil entschieden hat. „Vieles ist im Umbruch in Mülheim, und es wird inzwischen einiges geboten“, findet die türkische Unternehmerin. Besonders die Ansiedlung neuer Geschäfte und Unternehmen aus der Kreativ-Wirtschaft

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begrüßt sie sehr. Weniger begeistert ist Frau Gürbey von der mangelnden Sauberkeit in der Buchheimer Straße und insbesondere auch auf dem Wiener Platz. „Obwohl sich hier täglich so viele Leute aufhalten, würde ich mir wünschen, dass der Platz mehr kontrolliert würde.“ Aber auch von den Anwohnerinnen und Anwohnern selbst wünscht sie sich mehr Verantwortungsgefühl für ihren Stadtteil.

Die vielen kleinen inhabergeführten Geschäfte, Werkstätten und Lokale prägen das Bild von Mülheim, Buchheim und Buchforst. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige dieser Unternehmen näher vorstellen. Wir haben neue und alteingesessene Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen und aus den verschiedenen Stadtteilen und Geschäftsstraßen ausgewählt und besucht. Die Inhaberinnen und Inhaber wurden von uns gebeten, ihr Geschäft kurz zu beschrei-

ben Mülh habe bewe dels“ Unte vorz info@ scha

2 AUGUSTA-APOTHEKE DIE GARDINE

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Seit 1977 arbeitet Ursula-Charlotte Graf bereits in dem gemütlichen Laden „Die Gardine“ auf der Buchheimer Straße 12. „Früher konnte man mit Bodenbelägen und Gardinen noch ein gutes Geschäft machen, und es kamen Kunden aus ganz Köln zu uns“, erzählt Frau Graf. „In Zeiten von Laminat und Rollos ist es schwieriger geworden.“ Heute bietet Inhaber HansJürgen Prenger, der das Geschäft 1989 übernommen hat, daher neben Gardinen auch einige Möbel an. So stehen in seinem Laden antike Schränke neben ausgefallenen Designerstücken aus den 60er und 70er Jahren. Zwischen Stoffrollen und Gardinenstangen findet man außerdem Puppenmöbel, Lampen in allen Größen und antikes Geschirr. Mit Mülheim fühlen sich die beiden eng verbunden. „Man trifft an jeder Ecke ein bekanntes Gesicht, und der Wochenmarkt ist ein großer Gewinn für unser Veedel“, so Frau Graf. Nicht so gut gefallen ihr der Müll auf einigen Straßen, die steigende Kriminalität und die vielen „Ein-Euro-Läden“ und Spielhallen überall. Auch Hans-Jürgen Prenger findet, dass Mülheim an Flair verloren hat, und wünscht sich wieder mehr Vielfalt auf den Geschäftsstraßen. Dass sich so viele Künstlerinnen und Künstler am Mülheimer Hafen niedergelassen haben, gefällt ihm dagegen sehr, und er könnte sich durchaus eine Zusammenarbeit mit ihnen vorstellen. Eine Kunstausstellung in allen Geschäften der Buchheimer Straße wäre zum Beispiel etwas, von dem alle profitieren könnten.

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Der Apotheker Wilhelm Bach eröffnete die Apotheke auf der Waldecker Straße 35 in Köln-Buchforst bereits im Jahre 1957 und benannte sie nach seiner Frau Augusta. Vor rund 40 Jahren ging die AugustaApotheke dann in den Besitz der Familie Brugger über. Seit Februar 2000 leitet Valentin Brugger die Apotheke, in die er schon als Kind beinahe täglich von seiner Mutter Anneliese Brugger mitgenommen wurde. Der gelernte Apotheker kennt aber nicht nur jeden Winkel in seiner Apotheke, sondern auch den Stadtteil Buchforst und die Menschen, die hier wohnen, seit über 40 Jahren ziemlich gut. Er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen sich viel Zeit für jeden einzelnen Kunden und jede einzelne Kundin und sowie deren individuelle Bedürfnisse. Der Stadtteil Buchforst ist für Valentin Brugger ein Stück Heimat, hier ist er aufgewachsen, in den Kindergarten „Tante Maria“ und die Gemeinschaftsgrundschule in der Kopernikusstraße gegangen. Aufgrund dieser sehr persönlichen Verbundenheit zu Buchforst liegen ihm der Stadtteil und seine weitere Entwicklung auch sehr am Herzen. „In den letzten Jahren hat sich hier viel zum Positiven bewegt, und Buchforst ist auf einem guten Weg“, findet er. „Es liegt aber auch noch viel Arbeit vor uns.“ Von der Politik wünscht sich Valentin Brugger, dass bei all den eingeleiteten Maßnahmen vor allem die Wirtschaft in seinem Stadtteil nicht vernachlässigt wird. Der Einzelhandel, die kleinen und mittelständischen Unternehmen und der Buchforster Wochenmarkt seien schließlich das Rückgrat von Buchforst.

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MEN IN MÜLHEIM, UND BUCHFORST

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ben und zu erzählen, warum sie sich gerade hier in Mülheim, Buchheim oder Buchforst niedergelassen haben. Auch wollten wir wissen, wie sie den Standort bewerten und was sie sich für die Zukunft ihres „Veedels“ wünschen. Sollten auch Sie Interesse haben, Ihr Unternehmen oder Ihr Geschäft in der BWM-Zeitung vorzustellen, wenden Sie sich bitte einfach per E-Mail info@wirtschaft-muelheim2020.de an das Büro Wirtschaft für Mülheim.

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4 YASSAY BRAUT- UND ABENDMODEN Obwohl Yasemin und Savas Calisir ihr Geschäft erst vor zwei Jahren auf der Keupstraße 116 eröffnet haben, sind sie schon auf der Suche nach einem größeren Ladenlokal. Mit ihrem Geschäft für Braut- und Abendmode, in dem sie auch eine Meisterschneiderei integriert haben, kommen sie insbesondere bei ihren türkischen Landsleuten gut an. „Mir ist aufgefallen, dass es zwar sehr viele Juweliere auf der Keupstraße gibt, aber kein einziges Brautmoden-Geschäft. Ich glaube, ich habe damit eine Marktlücke getroffen“, erklärt sich Frau Calisir ihren Erfolg. „Nachdem uns die Idee zu unse-

rem Geschäft gekommen war, haben wir gezielt auf der Keupstraße nach freien Geschäftsräumen gesucht. Die Straße war schon immer unsere erste Wahl für einen eigenen Laden.“ Neben Braut- und Abendkleidern, die sie auf Wunsch auch in der Türkei anfertigen lassen, bieten die Eheleute Calisir Kleider für die Kinderkommunion oder Taufe sowie eine große Auswahl an Stoffen an. An Mülheim und insbesondere an der Keupstraße schätzen sie vor allem die Lebendigkeit und dass ihre Kundinnen und Kunden aus so vielen unterschiedlichen Nationen kommen. Diese multikulturelle Vielfältigkeit macht den Stadtteil so attraktiv für sie.

ALEXANDRA LENZ SIEBDRUCK

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Alexandra Lenz ist im September 2012 aus privaten Gründen von Münster nach Köln-Mülheim gezogen und hat im Oktober vergangenen Jahres auch ihre Siebdruck-Werkstatt in ein gemütliches Ladenlokal mit eigener Werkstatt auf der Mülheimer Freiheit 88 verlegt. In den schönen Räumlichkeiten mit Blick auf den Rhein hat die diplomierte Textildesignerin genügend Platz, um ihre eigenen Entwürfe im Siebdruckverfahren in kleiner Auflage von Hand zu produzieren. Charakteristisch für ihre Arbeit sei die Neuinterpretation von alten Mustern, Ornamenten und alltäglichen Formen. „Durch außergewöhnliche Farbkombinationen und Gewichtungen erwecke ich die alte Handwerkskunst des Siebdrucks zu neuem Leben“, beschreibt Alexandra Lenz ihre Arbeit. Dabei verwendet die Designerin vor allem kostbaren alten Leinenstoff, dessen Gebrauchsspuren für einen besonderen Charakter sorgen. Darüber hinaus bietet Alexandra Lenz in ihrer Werkstatt auch unterschiedliche Kurse

und Workshops für Erwachsene, Jugendliche und Kinder an. An Mülheim schätzt die Künstlerin neben der Nähe zum Rhein und der schönen Rheinpromenade vor allem die durchwachsene Bevölkerungsstruktur und das nicht so durchgestylte, sehr lebendige und interessante Umfeld. Für die Zukunft erhofft sie sich, dass sich noch mehr Künstler, Kreative und Designer hier niederlassen, dass mehr Kölnerinnen und Kölner aus anderen Stadtteilen für einen Besuch oder einen Ausflug nach Mülheim kommen und dass weitere interessante und die Gemeinschaft fördernde Projekte, wie zum Beispiel die Mülheimer Nacht, stattfinden.

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6 6 JÖRGS WEINSHOP

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Seit 30 Jahren gibt es „Jörgs Weinshop“ schon auf der Frankfurter Straße, und Weinhändler Jörg Thunemann ist nicht nur im Stadtteil Mülheim ein bekanntes Gesicht. Der gebürtige Südstädter veranstaltet bereits seit vielen Jahren Stadttouren mit den unterschiedlichsten Themenschwerpunkten in ganz Köln und kennt jeden Stadtteil wie seine Westentasche. In seinem kleinen, liebevoll dekorierten Laden auf der Frankfurter Straße 56 bietet er neben vielen verschiedenen Wein-, Whiskey- und Rumsorten auch über 30 selbsthergestellte Produkte an. Auch kreiert er auf Wunsch spezielle Liköre für große Unternehmen, die diese dann als Präsent an ihre Kunden weiterverschenken. Eine gute Gelegenheit zum Kennenlernen und zum gegenseitigen Austausch haben die

Mülheimerinnen und Mülheimer jeden Samstag beim „Schwadlappentreff“ in seinem Weinshop. Hier kann jeder etwas zu Essen mitbringen und sich in geselliger Runde bei einem Glas Wein über die neuesten Ereignisse aus dem Veedel informieren. Traurig findet er, dass der ehemals so wichtige Industriestandort Mülheim in den vergangenen Jahrzehnten von der Stadt etwas vernachlässigt wurde. Inzwischen sieht er den Stadtteil aber auf einem guten Weg. Die kulturelle Vielfalt, die Ansiedlung neuer Branchen aus dem Kreativbereich und die Verschönerungsmaßnahmen in allen Bereichen seien ein großer Gewinn für Mülheim. „Man muss den Dingen allerdings auch die nötige Zeit lassen, sich zu entwickeln“, findet Jörg Thunemann und lädt uns spontan zu einem Glas selbstgemachtem Traubensaft ein.

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DAS NETZWERK DES „BÜRO WIRTSCHAFT FÜR MÜLHEIM“ Das „Büro Wirtschaft für Mülheim“ (BWM) bietet eine Vielzahl von Unterstützungsleistungen für Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Existenzgründerinnen und

Existenzgründer an. Dabei steht allerdings weniger die direkte Begleitung durch das BWM selbst im Mittelpunkt, sondern vielmehr die Vermittlung in das bestehende

VIER PARTNER BEI DER BERATUNG VON UNTERNEHMEN UND GRÜNDUNGSVORHABEN

DAS STARTERCENTER BEIM AMT FÜR WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG Das beim Amt für Wirtschaftsförderung angesiedelte Startercenter der Stadt ist zuständig für Hochschulabsolventinnen und -absolventen, Freiberuflerinnen und Freiberufler sowie Franchisenehmerinnen und Franchisenehmer oder wenn es sich um eine Gründung aus der Arbeitslosigkeit heraus handelt. Das Team des Gründerbüros hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gründerinnen und Gründer aus Köln auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit wirksam zu unterstützen. Potenziellen Jungunternehmerinnen und -unternehmern wird eine kostenfreie und kompetente sowie individuelle Beratung für jede Existenzgründung angeboten. Im Rahmen dieser Beratung informiert das Startercenter über grundlegende Fragen der Existenzgründung, das Vorgehen im Gründungsprozess, über Voraussetzungen für Fördermittel von EU, Bund und Land sowie zusätzliche Beratungsmöglichkeiten. Aufgaben: • Beratung zur Existenzgründung • Fördermittelberatung

• Informationen zu geförderter Beratung • Informationen und Veranstaltung zu erfolgreicher Unternehmensführung • Beratung und Unterstützung im Krisenfall • Beantragung Beratungsprogramm Wirtschaft Nordrhein-Westfalen und Gründercoaching Deutschland

Kontakt Marlies Knodel Leitung Amt für Wirtschaftsförderung – Gründungsberatung – Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Telefon: 0221/221-28052 marlies.knodel@stadt-koeln.de

DER UNTERNEHMENS-SERVICE BEIM AMT FÜR WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG Der Unternehmens-Service der Stadt Köln ist eine eigens geschaffene Anlauf- und Kontaktstelle für Unternehmen in Köln. Die dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen den Betrieben als Partner und Vermittler mit wichtigen Informationen zur Seite. Schnell und unbürokratisch unterstützt der Unternehmens-Service als zentraler Ansprechpartner bei allen Abstimmungsprozessen in der Verwaltung, sei es bei Neuansiedlungsvorhaben, geplanten Unternehmenserweiterungen oder -verlagerungen. Aufgaben: • Standortberatung und Standortentwicklung • Vermittlung von Gewerbegrundstücken oder Bestandsimmobilien • Begleitung bei Anliegen gegenüber der Stadtverwaltung (z.B. Baugenehmigungen) • Fördermittelberatung

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Kontakt Reinhard Schüller Leitung Amt für Wirtschaftsförderung – Unternehmens-Service – Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Telefon: 0221/221- 22222 reinhard.schueller@stadt-koeln.de

Netzwerk an öffentlichen Beratungs- und Förderstellen. In dieser und den folgenden Ausgaben dieser Zeitung werden verschiedene Partner aus unserem Netzwerk vorge-

stellt. Den Anfang machen vier Partner, mit denen das BWM bei allen Fragen rund um die Beratung von Unternehmen und Gründungsvorhaben zusammenarbeitet.

DIE GRÜNDUNGS- UND UNTERNEHMENSBERATUNG BEI DER IHK KÖLN Das Startercenter der IHK Köln ist zuständig für alle Gründungsvorhaben im gewerblichen Bereich, also u.a. im Einzelhandel oder in der Gastronomie. Die Beraterinnen und Berater der IHK unterstützen auf dem Weg in die Selbstständigkeit bei der Klärung konzeptioneller Fragen, geben Hinweise auf Finanzierungshilfen und stellen ergänzende Angebote vor. Neben der persönlichen Beratung und Begleitung bietet die IHK mit dem Planungstool „Gründungswerkstatt Nordrhein-Westfalen“ auch ein virtuelles Instrument, mit dem bspw. – unterstützt durch Tutoren – ein kompletter Businessplan erstellt werden kann. Aber auch bestehende Unternehmen können die Unterstützungsleistungen der IHK in Anspruch nehmen – sei es zu Fragen der Finanzierung, der Unternehmensführung, der Unternehmenssicherung oder der Unternehmensnachfolge. Aufgaben: • Gründungsberatung • Fördermittelberatung • Informationen zu geförderter Beratung

• Informationen und Veranstaltungen zu erfolgreicher Unternehmensführung • Beratung und Unterstützung im Krisenfall • Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge

Kontakt Mathias Härchen Stellv. Geschäftsführer, Leiter Unternehmensförderung, Geschäftsbereich Standortpolitik, Verkehr, Unternehmensförderung Industrie- und Handelskammer zu Köln Unter Sachsenhausen 10–26 50667 Köln Tel.: 0221/1640-430 mathias.haerchen@koeln.ihk.de

DIE GRÜNDUNGS- UND UNTERNEHMENSBERATUNG BEI DER HWK KÖLN Das Startercenter bei der HWK berät Gründungswillige in persönlichen Gesprächen unbürokratisch und schnell und hilft bei der Weiterleitung der notwendigen Unterlagen an die zuständigen Behörden. Alle Unterlagen können über das Internetangebot auch direkt digital bearbeitet werden. Auch die HWK bietet überdies zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten für bestehende Unternehmen. Die kaufmännische Unternehmensberatung berät in allen Fragen der Unternehmensführung, u.a. bei der Suche nach neuen Kundenzielgruppen oder bei der Senkung der Betriebskosten. Aufgaben: • Gründungsberatung/Beratung bei Betriebsübernahmen • Beratung bei der Rechtsformwahl • Markt- und Standortbeurteilung • Finanzierung (inkl. staatlicher Fördermittel) • Beratung bei diversen betrieblichen

Fragestellungen, u.a. zu Marketing, Rechnungswesen etc. • Durchführung von Betriebsanalysen/ Betriebsvergleichen.

Kontakt Dirk Hecking Leiter der kaufmännischen Unternehmensberatung Ansprechpartner für den Stadtbezirk Köln-Mülheim Handwerkskammer zu Köln Heumarkt 12 50667 Köln Tel.: 0221/2022-229 hecking@hwk-koeln.de

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MÜLHEIMS WIRTSCHAFT GESTERN Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis weit nach dem 2. Weltkrieg war Mülheim am Rhein ein bedeutender Industriestandort und bis 1914 sogar eine eigenständige Stadt. Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ließen sich in Mülheim zahlreiche bedeutende Unternehmen nieder, wie zum Beispiel 1851 die Bleiweiß-

fabrik Lindgens & Söhne, 1872 die Schamottefabrik Martin & Pagenstecher, 1872 das Walzwerk Böcking & Cie. und 1874 die Drahtseilerei Felten & Guilleaume. Auch die weltberühmte Klöckner Humboldt Deutz AG hatte ihren Stammsitz bis 2007 in KölnMülheim und sorgte für viele Arbeitsplätze in der Region. Erst in den 80er Jahren des

letzten Jahrhunderts setzte ein grundlegender Prozess des Strukturwandels ein, der die Schließung von Industriebetrieben und einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen mit sich brachte. Auch die Geschäftsstraßen in Mülheim, Buchheim und Buchforst haben sich im Laufe der Jahrzehnte sehr verändert, wie

man auf den folgenden Fotos gut erkennen kann. Die ehemalige Wolfstraße ist heute die Keupstraße. Während die Windmühlenstraße zu 90 Prozent durch den Krieg zerstört wurde und heute nicht mehr als Geschäftsstraße gilt, hat sich die Waldecker Straße zu einer wichtigen Geschäftsstraße in Buchforst entwickelt.

Das Mülheimer Stadtbild um die Jahrhundertwende. Links: Buchheimer Straße, rechts: Keupstraße, die damals noch Wolfstraße hieß

Mülheimer Fleischwarengeschäft um 1920

Der Wiener Platz in den 60er Jahren

Regentenstraße in Köln-Mülheim (30er Jahre)

Veranstaltungs-Info:

Impressionen aus den 20ern: ein Gasthof (l.) und ein Rasiersalon

Fotoausstellung 100 Jahre Eingemeindung. Kreuz und Quer durch KölnMülheim vom 24.03.2014 bis 13.04.2014 im Kulturbunker Berliner Str. 20 Täglich von 11.00 bis 19.00 Uhr Der Eintritt ist frei Veranstaltet vom Mülheim-Archiv Schmitter

Hinweis/Kontakt: Wenn Sie über alte Fotos von Köln-Mülheim verfügen, können Sie sich gern per E-Mail an das Mülheimarchiv wenden unter: ps-muelheimarchiv@t-online.de

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Fotos: Mülheimarchiv (Originale: Herr Nicolay)

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2. WIRTSCHAFTSDIALOG MÜLHEIM

WIRTSCHAFT DISKUTIERTE ÜBER MÜLHEIMS ZUKUNFT Rund 120 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Programmgebiet folgten der Einladung des „Büro Wirtschaft für Mülheim“ und kamen am 19. Februar 2014 in den Räumlichkeiten der Probebühne des Schauspiels Köln zusammen. Der Abend stand unter dem Leitthema „Mülheimer Wirtschaft: Vom Weltkonzern bis zum Kleingewerbe – Vielfalt gewinnt?“. Entsprechend dem Leitthema des Abends war die ganze wirtschaftliche Vielfalt Mülheims bei der Veranstaltung vertreten: Unternehmerinnen und Unternehmer aus Weltkonzernen ebenso wie aus dem Kleingewerbe. Alteingesessene und junge ethnische Unternehmensvertreter nutzten die Gelegenheit gleichermaßen für einen regen Austausch und eine weitergehende Vernetzung. Nach der Begrüßung durch den Hausherrn Stefan Bachmann, boten Dr. Ortwin Weltrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, und Dr. Ulrich Soénius, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Köln, den Anwesenden zunächst einen Einblick in die Sicht der Kammern auf den Wirtschaftsstandort Mülheim. Die beiden Vertreter der Kammern lobten die Vielfalt, befürworteten jedoch, dass sich die einzelnen Kul-

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IMPRESSUM Herausgeber: Der Oberbürgermeister Amt für Wirtschaftsförderung Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Chefredaktion: Amt für Wirtschaftsförderung V. i. S. d. P.: Karl-Heinz Merfeld Redaktion: Büro Wirtschaft für Mülheim (Projektleitung: rosenbaum | nagy unternehmensberatung GmbH) Dr. Michael Rosenbaum (verantwortlich) Hannah Borjans (HB) Carsten Effert (CE) Feyza Evci (FE) Natascha Rosenbaum (NaRo) E-Mail: info@wirtschaft-muelheim2020.de

Von links nach rechts: Dr. Ortwin Weltrich Lars Grosenick Nadja Schwellenbach Dr. Ulrich Soénius Dr. Michael Rosenbaum turkreise stärker vernetzen und Interessen gemeinsam vertreten. In der anschließenden Podiumsdiskussion erörterten dann Nadja Schwellenbach, Geschäftsführerin der Fliesen Müller GmbH, und Lars Grosenick, CEO der FlowFact AG, mit den beiden Vertretern der Kammern die Bedeutung und die Perspektiven des Standorts Mülheim. Unter reger Beteiligung des Publikums wurden die Potenziale der wirtschaftlichen Vielfalt Mülheims, insbeson-

dere der ethnischen Vielfalt, diskutiert. Am Ende der Podiumsdiskussion waren sich alle Redner einig, dass in Mülheim viel passiert und man auch nach MÜLHEIM 2020 von der Aufbruchstimmung profitieren müsse. Im Anschluss an die Veranstaltung nutzten viele der Anwesenden die Gelegenheit, sich bei einem Imbiss und kühlen Getränken mit anderen Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem Programmgebiet auszutauschen.

Konzeption und Layout: Büro Wirtschaft für Mülheim Köln.Sport Verlag GmbH Schanzenstraße 36, Geb. 31 b, 51063 Köln Produktion: Köln.Sport Verlag GmbH Frank Schwantes (verantwortlich) Druck: Köln.Sport Verlag GmbH Bilder: Büro Wirtschaft für Mülheim, wenn nicht anders angegeben Hinweis: Nachdruck (auch auszugsweise) ist nur mit Genehmigung und Quellenangabe gestattet.

TERMINKALENDER Termine Forum Wirtschaft

FORUM WIRTSCHAFT: MÜLHEIMER UNTERNEHMEN AN EINEM TISCH Mit dem Ziel, über MÜLHEIM 2020 hinaus nachhaltige Strukturen im Programmgebiet zu schaffen und die Unternehmerschaft stärker zu vernetzen, möchte das „Büro Wirtschaft für Mülheim“ (BWM) ein „Forum Wirtschaft“ ins Leben rufen. Der Grundgedanke dabei ist, dass sich Unternehmerinnen und Unternehmer aus Mülheim, Buchheim und Buchforst auch über die Programmlaufzeit hinaus eigenständig in regelmäßigen Abständen treffen und über aktuelle und wichtige Themen austauschen. Aufgrund der Vielfalt der Mülheimer Wirtschaft soll es zunächst vier „UnterForen“ geben: das „Forum Kreativwirtschaft“, das „Forum Gastro- und Eventwirtschaft“, das „Forum Ethnische Wirtschaft“ sowie das „Forum Einzelhandel“. Hier soll zunächst branchen- bzw. zielgruppenbezogen diskutiert werden, wie sich Mülheim aus Sicht der Unternehmen entwickeln soll, und natürlich soll es bereits hier einen kollegialen Austausch sowie eine stärkere Vernetzung geben. Die hier geleisteten Vorarbeiten fließen dann ein in das „Haupt-Forum“, bei dem neben Vertreterinnen und Vertretern der „Unter-Foren“ auch die 50 größten Unternehmen aus dem Programmgebiet eingeladen und in dem dann bestimmte standortbezogene Themen übergreifend diskutiert werden sollen. In dieser Struktur sind für 2014 mindestens sechs Veranstaltungen geplant.

Das Büro Wirtschaft für Mülheim wird gefördert durch:

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18. März 18.30–20.30 Uhr, Forum Kreativwirtschaft 19. März 14.00–16.00 Uhr, Forum Gastro- und Eventwirtschaft 25. März 14.00–16.00 Uhr, Forum Ethnische Wirtschaft 26. März 18.30–20.30 Uhr, Forum Einzelhandel April, 1. Forum Wirtschaft August/September, 2. Forum Wirtschaft

Rahmen des Frühstücks Kontakte zu anderen Unternehmerinnen und Unternehmern zu knüpfen sowie Initiativen auszulösen. Die Business-Frühstücke finden in der Regel am letzten Freitagmorgen eines Monats statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Nächstes Business-Frühstück: 28. März 2014, 8.30–10.00 Uhr, ISS-Netzwerk gGmbH, Genovevastraße 94

Termine Mülheim Weitere Termine Info-Veranstaltungen Das BWM bietet Info-Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, die sich an bestehende Unternehmen sowie Gründungswillige im Programmgebiet richten. Sie finden in der Regel mittwochabends statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

5. Mülheimer Nacht 29. März 2014, ab 20.00 Uhr Straßenfest Frankfurter Straße (mit Laufevent & Fußballturnier) 28. und 29. Juni 2014 Straßenfest Keupstraße 8. Juni 2014

Business-Frühstück Frühstücken – Weiterbilden – Netzwerken: Mülheimer Tag 2014 Sie haben die Möglichkeit, im angenehmen 7. September 2014

Die genauen Termine und Inhalte der Veranstaltungen finden Sie auf unserer Homepage unter www.wirtschaft-muelheim2020.de

20.02.2014 16:17:00 Uhr

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Wirtschaftszeitung Mülheim  

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