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06/2014

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HEMA TOP-T LAYOFFS &P FINALS

EXKLUSIV Damian Lillard

Storys

•Dwyane Wade •Dirk Nowitzki •NBA-Draft

Finals & Playoffs

CRUNCH

TIME

Analyse: Diese Spieler braucht ein Champion

2 POSTER MEGA-

Magic, Bird, Jordan: Die spektakulärsten Playoffs aller Zeiten

Durant: „Ich habe genug davon, Zweiter zu sein!“

4 POSTER ACTION-

CH: sfr 7,60 | A: 4,40 % GR: 6,00 % | I: 5,25 % P. Cont.: 5,25 % | SK: 5,80 % SLO: 5,30 % | L: 4,60 %


INTRO

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NBA-TOPTHEMA 12 KEVIN DURANT ONE-ON-ONE BASKET hat den Scoring-Champ getroffen und mit ihm über LeBron und seine Zukunft geplauscht. NBA

Im exklusiven BASKET-Interview zeigt sich Kevin Durant von einer neuen Seite und spricht über seinen erbitterten Kampf gegen das drohende Schicksal.

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DIRK NOWITZKI ONE-ON-ONE Wir haben mit Dirk über die Playoffs, Motivations- tricks und seine Postseason-Highlights gesprochen.

33 BASKET-EINWURF Kann die Rivalität zwischen LeBron James und Kevin Durant legendärer werden als „Magic vs. Bird“? 34 DAMIAN LILLARD ONE-ON-ONE Im Interview spricht der Superstar über die Playoffs, Portlands Zukunft und seinen einzigartigen Weg. 64 SO IST EIN CHAMP GEMACHT ANALYSE Das Geheimnis der Titel-Teams der letzten 30 Jahre. 66 PLAYOFF-TYP 1: DER ZUVERLÄSSIGE Jedes Top-Team braucht einen verlässlichen Leader. 68 PLAYOFF-TYP 2: DER DIRTY PLAYER Auf dem Weg zum Titel wird er zum X-Faktor. 70 PLAYOFF-TYP 3: DER CLUTCH-PLAYER Er muss die Franchise in engen Partien tragen. 72 PLAYOFF-TYP 4: DER GLUE-GUY Für die richtige Team-Chemie ist er unersetzlich. 74 PLAYOFF-TYP 5: DER SHOOTER Keine Truppe kann ohne ihn Champion werden. 86 PHÄNOMEN FREIWURF ANALYSE Alles über den wichtigsten Wurf im Basketball! 92 TRAGISCHE HELDEN Diese Legenden konnten nie den NBA-Titel holen. 96

DWYANE WADE Sein Geheimplan soll Miami den Three-Peat sichern.

HISTORY 20 DIE 10 SPEKTAKULÄRSTEN PLAYOFF-SERIEN Vorhang auf für die zehn größten und legendärsten Playoff-Duelle aller Zeiten mit Magic, Dirk und Co.

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Magic, Larry und Co.: BASKET präsentiert die zehn größten Playoff-Serien aller Zeiten!

POSTERAREA

Damian Lillard ist der neue Stern am Basketball-Himmel und anders als der gewöhnliche NBA-Superstar.

Mehr Klasse geht nicht! Kobe Bryant beim Dunk gegen Paul Pierce (Leser) und Dwight Howard im Mega-Format. Dazu LeBrons Gamewinner, Dirk mit der Finals-MVP- und Championship-Trophäe 2011 sowie Allen „The Answer“ Iverson und Bulls-Star Scottie Pippen.

XXL-STORY 26 NBA-FINALS 1998 BASKET blickt zurück auf die beste Playoff-Serie aller Zeiten zwischen Jordans Bulls und den Jazz. DEUTSCHLAND 78 CASEY JACOBSEN ONE-ON-ONE Bambergs Guard über die Playoffs und Titelfavoriten. COLLEGE 82 NBA-DRAFT-PREVIEW 2014 Ist die neue Klasse wirklich so gut wie ihr Ruf? RUBRIKEN 6 EDITORIAL 6 MOVE NBA 32 BASKET.DE 76 BASKET-KOLMUNE 77 MOVE-MIX 85 SHOP 85 SCHUHTEST 85 IMPRESSUM 98 VORSCHAU & OVERTIME Anzeige

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MOVE NBA

#BASKET-KOMMENTAR TIMO BÖCKENHÜSER VON

»Hut ab, Adam Silver! Die Liga hat das richtige Zeichen gesetzt!« Dass Donald Sterling (Foto unten rechts) ein ziemlicher Schwachkopf ist, war lange bekannt. Nachdem der Milliardär 1981 die Clippers für 12,5 Millionen Dollar gekauft hatte, wurden sie mit nur fünf Saisons mit positiver Bilanz in 32 Jahren zur Lachnummer der Liga. „Sporting News“ ernannte Sterling mehrfach zum miesesten NBA-Owner, die „New York Times“ gar zum schlechtesten Club-Besitzer des Profisports. Viel schlimmer als seine sportliche Inkompetenz – über die man noch lachen könnte – ist, dass Sterling ein verbohrter 80-jähriger Mann ist, der glaubt, er könne sich alles erlauben, weil er stinkreich ist. Einige Male wurde er von Ex-Commissioner David Stern zu Strafen verdonnert. Darüber könnte man hinwegsehen, andere Owner leisten sich auch Aussetzer. Doch seit dem 25. April wissen wir, dass Donald Sterling nicht nur aus sportlicher Sicht eine Schande für die National Basketball Association ist! Er ist ein Hohlkopf, der abscheuliches Gedankengut im Hirn trägt. Denn am 25. April veröffentlichte „TMZ Sports“ den Mitschnitt eines Telefonats, das belegt, dass Sterling ein Rassist ist. Die Kernaussagen des erbärmlichen Gesprächs: „Warum machst du Fotos mit Minderheiten? (…) Du kannst mit Schwarzen schlafen, du kannst sie mitbringen, du kannst machen, was immer du willst. Das bisschen, das ich von dir verlange, ist, dass du das nicht öffentlich präsentierst! (…) Es stört mich sehr, dass du dich mit Schwarzen abgibst. Bring ihn nicht mit zu meinen Spielen!“ Mit „ihn“ war kein ­Geringerer als NBA-Legende Magic Johnson gemeint, mit dem Sterlings Freundin Vanessa Stiviano ein Foto auf Instagram gepostet hatte. Doch NBA-Commissioner Adam Silver (Foto links) hat das einzig Richtige getan und ein Zeichen gesetzt! Nach dem schwärzesten Tag seit dem WettSkandal um Schiri Tim Donaghy 2007 hat er ein Exempel statuiert, Sterling die Höchststrafe von 2,5 Millionen Dollar aufgebrummt, ihn lebenslang aus der Liga ausgeschlossen und die anderen Owner aufgefordert, Sterling zu einem Verkauf der Clippers zu zwingen (mindestens drei Viertel der Owner müssen für einen Ausschluss stimmen; Anm. d. Red.). Respekt, Adam Silver! Sie ­haben in der ersten schweren Phase ihrer Amtszeit enorme Stärke gezeigt! Nachdem Spieler, Legenden und sogar Präsident Obama drastische Maßnahmen gefordert hatten, wurden die schärfsten Sanktionen der Sportgeschichte ausgesprochen, mehr ging nicht. Völlig zu Recht, denn Rassismus gehört nicht in die NBA, nicht in den Basketball, nicht in unsere Welt! Mit diesem Zeichen hat die NBA einmal mehr gezeigt, dass sie eine Vorreiterstellung unter den Major Leagues hat. In keiner der großen US-Ligen gibt es so viele Trainer (46 %) und Funktionäre (36 %) mit afrikanischen, ­asiatischen oder lateinamerikanischen Wurzeln. In der NBA spielt der erste Homosexuelle, der sich geoutet hat. Die NBA hat „Latin Nights“, „Green Weeks“ und das Gesundheits- und Fitnessprogramm „FIT“. Und sie hat einen neuen Boss, der nun bewiesen hat, dass er ein starker, konsequenter Commissioner ist, der auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurückschreckt, wenn sie vonnöten sind. Hut ab, Adam Silver! Hut ab, NBA! Timo.Boeckenhueser@basket.de

JOAKIM NOAH (UNIVERSITY OF FLORIDA)

Auf dem College gelang dem französischen Nationalspieler gleich zwei Mal, was er bisher in der NBA noch nicht zustande brachte: eine Meisterschaft zu gewinnen. Mit den Florida Gators sicherte sich Noah 2006 und 2007 den NCAA-Titel. 2006 wurde er sogar zum „Most Outstanding Player“ des Tournaments gewählt. Während seiner Zeit als Gator traf der 2,11-Meter-Hüne, der im „Big Apple“ am 25. Februar 1985 zur Welt kam, nie schlechter als 60,0 Prozent aus dem Feld. In seinen vier Jahren am College markierte er im Schnitt 12,0 Punkte, 7,1 Rebounds und 2,4 Blocks, was die Chicago Bulls überzeugte, ihn 2007 an neunter Stelle zu draften.

BACK TO SCHOOL

Winner: Noah holte mit Florida zwei College-Titel.

KRÖNENDER ABSCHLUSS They did it again! Die UConn Huskies sind erneut NCAA-Champ. Für die Leistungsträger Shabazz Napier und Niels Giffey war ihr zweiter Titelcoup der krönende Abschluss ihrer College-Karriere. Es ist das Material, aus dem Hollywood-Streifen gemacht sind. Der Underdog überrascht die Konkurrenz und die Experten sitzt plötzlich auf dem Thron, während die Favoriten in die Röhre schauen. Diese Erfolgsstory haben die Jungs der University of Connecticut im April zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren geschrieben. Im umkämpften NCAA-Finale besiegten sie vor 79.238 Zuschauern im Stadion der Dallas Cowboys John Calipari und die Super-Freshmen der Kentcky Wildcats 60:54. Niels Giffey war mit zehn Punkten drittbester Huskie hinter „Most Outstanding Player“ Shabazz Napier (22 Zähler) und Ryan Boatright (14). Es war der krönende Abschluss eines starken Senior-Years (8,4 PPS, 3,8 REB, 48,1 % 3er) des Nationalspielers. NCAA-Karriere Wie nach der Titel 2011 steht Coach Kevin Ollie (703 NBA-Spiele) nun ein Umbruch bevor. Neben den Seniors Napier, Giffey und Tyler Olander verlässt auch der zweitbeste Scorer DeAndre Daniels UConn. Den atheltischen Dreier werden wir wohl wie Shabazz Napier 2014/15 in der NBA sehen.

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KOBE BRYANT

BLACK MAMBA

GREIFT WIEDER AN! They did it again! Die UConn Huskies sind erneut NCAA-Champ. Für die Leistungsträger Shabazz Napier und Niels Giffey war ihr zweiter Titelcoup der krönende Abschluss ihrer College-Karriere. Kobe Bryant hat ein wahres Seuchenjahr hinter sich. Erst der Achillessehnenriss kurz vor den 2013er Playoffs, dann das verpatzte Comeback, da er aufgrund eines Bruches des seitlichen Schienbeinkopfes in der Saison 2013/14 nur sechs Spiele absolvieren konnte. Doch wer den Superstar kennt, weiß, dass so leicht nichts die „Black Mamba“ erschüttern kann. Rückschläge stärken sie vielmehr noch, weshalb es auch nicht verwundert, dass der Lakers-Superstar mit Hochdruck an seinem Comeback arbeitet. Nach ESPN-Informationen startete Kobe am 21. April ein sechsmonatiges Trainingsprogramm, das ihn zur Saison 2014/15 topfit machen soll – unter anderem war von knallharten Trainingseinheiten in den frühen Morgenstunden die Rede. Zuvor hatte sich Bryant in Deutschland erneut einer Eigenblutbehandlung am Knie unterzogen. Ein klares Zeichen: Der fünffache

NBA-Champ will es wirklich noch mal wissen und kündigte das auch via Twitter an: „S*** season. Flush it. Forget it. Next Season will be epic.“ Frei übersetzt: Die letzte Saison war mies und ist vergessen. Die kommende Spielzeit wird großartig! Nach der schlechtesten Lakers-Saison (27 Siege, 55 Niederlagen) seit dem Umzug nach Los Angeles kann man der „Black Mamba“ und seinen Mannen in Lila und Gelb ein anständiges Comeback nur wünschen – und die Voraussetzungen dafür stehen gar nicht schlecht. So dürfen sich die Lakers berechtigte Hoffnungen auf einen hohen Pick und damit verbunden ein TopTalent im 2014er Draft machen. Ferner stehen bisher nur Kobe Bryant, Steve Nash und Robert Sacre für die neue Saison unter Vertrag, sodass sich die zweiterfolgreichste NBA-Franchise aller Zeiten auch auf dem Free-Agent-Markt verstärken kann. Und dann ist da ja noch Kobe …

2013/14 legte Kobe in nur sechs Saisonspielen 13,8 Zähler auf.

LEBRON JAMES

RICK ADELMAN

LEBRON AUCH DER KING DER JERSEYS

Coaching-Legende tritt ab

Beim Blick auf die diesjährige Liste der TopTrikotverkäufe der NBA wird deutlich, dass alles beim Alten geblieben ist: Auch in der Saison 2013/14 steht Heat-Superstar LeBron James an der Spitze der Verkaufscharts und dominiert damit den Jersey-Markt. Gemäß der Liste, die sich nach den Verkäufen auf NBAStore.com berechnet, rangiert James’ größter Widersacher Kevin Durant dicht hinter dem „King“ auf Platz zwei – letztes Jahr war „KD“ noch Vierter. Rang drei belegt nach wie vor Kobe Bryant. Die Top Ten der Trikotverkäufe der NBASaison 2013/14 im Überblick: 1. LeBron James, Heat 2. Kevin Durant, Thunder 3. Kobe Bryant, Lakers 4. Derrick Rose, Bulls 5. Stephen Curry, Warriors 6. Carmelo Anthony, Knicks 7. Dwyane Wade, Heat 8. Chris Paul, Clippers 9. Kyrie Irving, Cavaliers 10. James Harden, Rockets

Kurz nach dem Ende der Regular Season gab Rick Adelman, der seit 2011 die Geschicke bei den Minnesota Timberwolves geleitet hatte, nach 23 Jahren als NBACoach seinen Rücktritt vom Trainergeschäft bekannt. Der mit 1.042 Siegen achterfolgreichste Cheftrainer der NBA-Geschichte wird der Franchise aus Minnesota in Zukunft aber in beratender Funktion erhalten bleiben. „Es gibt keinen Zweifel, dass ich das Coaching vermissen werde. Aber es war an der Zeit zu gehen”, so der 67-Jährige. Des Weiteren drehte sich das Trainerkarussel in New York und Utah, wo Mike Woodson (Knicks) und Tyrone Corbin (Jazz) entlassen wurden.

Goodbye: Nach 23 Jahren hörte Rick Adelman mit dem ­Coaching auf.

Top-Seller: Das Heat-Trikot mit der Nummer 6.

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MOVE NBA

PLAYOFF-UPSETS

KLEIN

Upset-Alarm: 1999 gelingt Patrick Ewing und seinen Knicks die Überraschung gegen Alonzo Mournings Miami Heat.

SCHLÄGT GROSS

Wenn es in die Playoffs geht, heißt es immer auch: „David gegen Goliath“. Zumeist setzt sich der Favorit durch, doch manchmal gelingt dem Außenseiter doch die Überraschung. BASKET blickt auf die größten Playoff-Upsets der NBA-Geschichte zurück. Es sind Momente für die Ewigkeit. Der Schock in den Gesichtern der einen, die Extase und pure Euphorie in denen der anderen. Sie sind unvorhersehbar und unerwartet. Die Rede ist von Upsets. Underdog gegen Favorit, David gegen Goliath. Im Laufe der NBA-Geschichte gab es schon einige dieser Überraschungen, manche größer als andere. Doch kein Upset kommt an die folgenden fünf Duelle heran: 1994: Seattle (1) vs. Denver (8): 2:3 Wer sich über den Endstand wundert: Damals wurde die erste Runde noch im Best-of-Five-Modus gespielt. Die Seattle SuperSonics dominieren die Spielzeit 1993/94 mit einer Bilanz von 63:19-Siegen und gelten als Top-Favorit auf den Titel. In der ersten Runde treffen sie auf die jungen und unerfahrenen Denver Nuggets. Seattle beherrscht die ersten beiden Begegnungen und lässt Denver nicht den Hauch einer Chance. Als die Nuggets allerdings die nächsten zwei Partien vor heimischer Kulisse gewinnen und die Serie in das entscheidende fünfte Spiel geht, schleichen sich Zweifel in die Köpfe der SuperSonics. Das

Duell bleibt die gesamte Zeit spannend und geht in die Verlängerung. Dort setzt sich Denver knapp durch und ist somit der erste Achtplatzierte der eine Nummer Eins aus der Endrunde eliminiert. 1999: Miami (1) vs. New York (8): 2:3 Heat vs. Knicks – eine der größten Rivalitäten der 90er erreicht in der Spielzeit 1998/99 ihren Höhepunkt. Nach der Lockout-Season mit nur 50 Spielen treffen die beiden Streithähne in der ersten Runde aufeinander, wo sie sich in fünf extrem physisch und hitzig geführten Duellen nichts schenken. Mit noch vier Sekunden auf der Uhr setzt New Yorks Allan Houston in Höhe der Freiwurflinie zum Wurf an, der mit viel Hilfe des Rings und des Backboards sein Ziel findet und Miamis Titelträume zerstört. Die Knicks kommen anschließend sogar bis in die Finals, wo sie jedoch gegen die Spurs um Tim Duncan den Kürzeren ziehen. 2007: Dallas (1) vs. Golden State (8): 2:4 Ein Jahr nach der bitteren Finals-Pleite (2:4 gegen Miami) fegen die Mavericks (67:15) durch die Spiel-

zeit 2006/07. Als haushoher Favorit treffen sie zuerst auf die Golden State Warriors (42:40). Kanonenfutter möchte man meinen, doch die „Krieger“ erweisen sich als unangenehmes Matchup und sind wesentlich heißer, als es ihre Platzierung ahnen lässt. So gewinnt die Truppe von Ex-Mavs-Coach Don Nelson Spiel eins in Dallas sowie Spiel drei und vier zu Hause. Zwar kann Dallas Game fünf für sich entscheiden, aber in der sechsten Partie haben sie erneut keine Antwort auf den Run-and-Gun-Style der Warriors. Am Ende steht es 86:111 aus Sicht der Mavs, deren Saison ein traumatisches und jähes Ende nimmt. 2010: San Antonio (1) vs. Memphis (8): 2:4 Die Spurs sind, wie so oft seit der Jahrtausendwende, ganz oben im Westen. Allerdings kommt die Truppe von Gregg Popovic gegen Ende der Regular Season in eine Krise und verliert acht ihrer letzten zwölf Partien. Die Grizzlies ziehen daraus einen Vorteil und eliminieren die rhythmuslosen Texaner vorzeitig im Kampf um die Meisterschaft. Statt der fünften Meis­ terschaft muss San Antonio in die Sommerpause.

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NBA

DER BASKET-EINWURF

Besser als „Larry vs. Magic“?!

Seit den Finals 2012 kämpfen die beiden Superstars um die Position des besten Basketballers der Welt. In diesem Jahr wurde Durant MVP und Scoring-Champ, womit er LeBron in den Schatten stellte. Ihre Rivalität spitzt sich zu und könnte legendärer werden als das Duell zwischen Larry Bird und Magic Johnson – oder?

KOMMENTAR VON GREGOR HAAG: Ja, ich bin der Meinung, dass „KD“ und der „King” dazu imstande sind, die Rivalität im Basketball auf ein neues Level zu hieven. Natürlich: Magic Johnson und Larry Bird sind zwei absolute Legenden, zwei der besten Baller aller Zeiten, gehören hinter Michael Jordan zu den fünf bedeutendsten Figuren der Basketballwelt und prägten die NBA in den 1980ern wie kein zweites Duo zuvor. Dennoch glaube ich, dass LeBron James und Kevin Durant sich in den nächsten Jahren ein Duell liefern werden, das die Basketballwelt so noch nie zuvor gesehen hat. Es geht nämlich um nichts anderes als um den Titel des besten Basketballers der Welt; um den komplettesten Spieler dieser Sportart; um die absolute Nummer Eins dieses Spiels. Klar, auch Magic und Larry kämpften um die Vormachtstellung der Sportart, aber ihr Fight war nicht so extrem, nicht so individuell. Bei Bird und Johnson ging es in erster Linie um Lakers vs. Celtics. Aber heute, wenn Durant und James spielen, steht das individuelle Duell der beiden Superstars im Vordergrund und nicht die Rivalität der beiden Teams. Es heißt nicht Thunder vs. Heat, sondern Kevin vs. LeBron. So etwas Großes gab es noch nie in der NBA, so ein erbittertes und hochklassiges Duell zwischen zwei absoluten Ausnahmekönnern. Genau das ist es, was sich von der Magic-Bird-Rivalität unterscheidet: Dieses ultimative Duell zweier Small Forwards um die Krone der Basketballwelt wird legendärer als „Magic vs. Larry“!

KOMMENTAR VON HENNING KUHL: Wo wäre die NBA ohne die Rivalität zwischen den gelben Lakers um Magic Johnson und den grünen Celtics um Larry Bird? Dreimal standen sich die beiden Ikonen im NBA-Finale gegenüber (1984, 1985 und 1987), wobei Boston zweimal als Sieger das Duell verließ. Bis 2014 gab es nur ein einziges Finale zwischen Miami um LeBron und Oklahoma City mit Durant. Trotzdem können sie auf lange Sicht Larry und Magic einholen, vielleicht sogar noch übertrumpfen! James und Durant spielen auf derselben Position, duellieren sich daher jedes Mal direkt und liefern sich packende Fights, bezüglich ihrer Trefferquoten und Vielseitigkeit. Die Spielergeneration, die zurzeit heranwächst oder in den kommenden Jahren den Ball erst noch in die Hand nehmen wird, richtet ihren Blick zu Durant und James, um sich an ihnen zu orientieren – ganz so, wie es in den 80ern bei Larry und Magic der Fall war. LeBron James und Kevin Durant prägen eine neue, ihre eigene Ära. Aber ihre Rivalität kann es nur dann auf eine Stufe mit „Bird vs. Johnson“ schaffen, wenn sie mehr Finals gegeneinander spielen und Durant den Titel holt. LeBron muss scheitern und Durant gewinnen, ansonsten wird ihr Duell nicht zu einer Neuauflage von „Larry vs. Magic“, sondern vielmehr zu einem anderen Duell – Stichwort: „Stars ohne Ring“. Nur wenn Durant Champion wird und LeBron im direkten Finals-Duell schlägt, wird ihr Duell Legendenstatus erreichen und „Larry vs. Magic“ Konkurrenz bereiten!

WAS MEINT IHR?

Wird die Durant-James-Rivalität größer als Magic vs. Larry? Schreibt uns eure Meinung auf www.facebook.com/BASKETD E R N BA-TAL K Magazin. Mehr Diskussionen gibt’s regelmäßig auf BASKET TV! BASKET 06 | 2014

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NBA ONE-ON-ONE DIRK NOWITZKI

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,, Der deutsche Superstar Dirk Nowitzki spricht über die heißeste Zeit des Jahres, den besonderen Reiz der Playoffs, über Motivationshilfen und Taktiktraining.

D

irk, die Erst-Runden-Serie gegen San Antonio war bereits die 25. deiner NBAKarriere. Spürst du da noch so etwas wie Nervosität oder Anspannung? Dirk Nowitzki: Puh, ich wusste gar nicht, dass es tatsächlich schon meine 25. war – ist ja schon eine ganze Menge Holz! Also Nervosität ist wohl etwas übertrieben, aber man spürt durchaus dieses Kribbeln, wenn es in die Playoffs geht. Man fühlt und weiß einfach, dass Playoff-Spiele noch mal etwas Spezielleres und Besonderes sind. Deshalb ist man auch angespannter als beispielsweise bei einem Preseason-Game oder ähnlichen Partien. Die Playoffs sind die größte Bühne, wo jeder hin will, und daher ist das Kribbeln, wenn ein Spiel immer näher rückt und bis es dann losgeht, auf jeden Fall

da. Vor allem, wenn es wie bei unserem Auftaktmatch gegen San Antonio an einem Ostersonntag ist und wir um die Mittagszeit spielen, wenn jeder zuschaut. Das ist einfach ein tolles Gefühl, und wenn ich dieses Kribbeln nicht mehr spürte, dann wäre es wohl an der Zeit aufzuhören. Was macht die Playoffs so besonders? Es ist wie eine neue Saison, ein Wettbewerb auf allerhöchstem Level. Jeder Ballbesitz zählt, und du stehst ständig unter Druck. Die Atmosphäre und das ganze Drumherum bieten einen Riesenspaß. Hast du spezielle Playoff-Rituale? Die Vorbereitung ist bei mir eigentlich immer dieselbe, ob es nun ein reguläres Saisonspiel ist oder eine Playoff-Partie: Ich halte meinen Mittagsschlaf und esse vor dem Spiel meine Pasta. Der einzige

DIRKS PLAYOFF-ZEITLEISTE DIRK NOWITZKI ABSOLVIERTE 2013/14 SEIN INSGESAMT 16. NBA-JAHR UND SPIELTE GEGEN DIE SAN ANTONIO SPURS SEINE 25. PLAYOFF-SERIE. SEIT 2001 SORGT DER DEUTSCHE SUPERSTAR NUN SCHON FÜR FURORE, MIT DEM TIEFPUNKT 2006 UND DEM GLORREICHEN TRIUMPH 2011.

2003 Ganz dicht am Finale: Erst in den Conference-Finals ist gegen San Antonio Endstation (2:4).

2001

2002

2004

Das Debüt: Zum ersten Mal seit 1990 schnuppert Dallas wieder Playoff-Luft. Für den jungen Deutschen geht ein Traum in Erfüllung!

In der zweiten Playoff-Rrunde zahlen die jungen Mavericks Lehrgeld und müssen sich den Kings geschlagen geben (1:4), nachdem sie Minnesota ausgeschaltet hatten (3:0)!

Gegen die favorisier ten Sacramento Kings gibt’s nichts zu holen! Dallas wird mit 1:4 in der ersten PlayoffRunde heimgeschickt.


Unterschied ist, dass Holger Geschwinder zu Playoff-Beginn kommt und wir an meinem Wurf feilen. Haben Rick Carlisle und Co. ein paar Tricks auf Lager, wie sie das Team in den Playoffs noch mal zusätzlich motivieren und heißmachen? Also manchmal schauen wir vor einem Spiel ein spezielles Video mit Highlights aus Spielen, in denen wir gut verteidigen, uns auf die Bälle schmeißen, Offensivfouls annehmen und ähnliche Dinge. Und da machen wir dann ein Musikvideo draus, das wir uns vor den Partien anschauen.

Aber sonst gibt es ehrlich gesagt keine wirklichen Motivationstricks vonseiten des Coaching Staff. Ich meine, in den Playoffs braucht man in der Regel keine zusätzliche Motivation, weil man ohnehin verdammt heiß ist. Hat die letzte Saison, in der ihr die Playoff-Quali verpasst habt, in diesem Jahr denn das Team zusätzlich motiviert? Ja, auf jeden Fall! Das war einfach nur frus­ trierend, letztes Jahr vor dem Fernseher zu sitzen und zuschauen zu müssen. Deshalb wollten wir in dieser Saison unbedingt wieder die Chance haben, als eine von 16 Mannschaften um den Titel zu kämpfen. Und allein dieser Umstand sollte genug Motivation sein, damit sich jeder in den Playoffs richtig reinhängt und alles gibt. Hinzu kam noch die Tatsache, dass wir San Antonio seit mehreren Jahren nicht mehr geschlagen haben, was uns noch mal extra angespornt hat. Wie ändert sich denn das Training innerhalb der Playoffs?

Richtiges Training steht während der Playoffs eher weniger an, damit man sich ausreichend ausruhen und erholen kann. Das geht aber auch nur i­n der ersten Runde, weil du da wegen der TVÜbertragungen mehr Pausen zwischen den Spielen hast. Wenn es in die zweite Runde geht, hast du so gut wie gar keine Zeit mehr für richtiges Training. Dabei muss man aber natürlich zwischen den Leistungsträgern und Rollenspielern unterscheiden: Die Jungs, die weniger Minuten spielen, machen anderes Training – sie steigen beispielsweise auf das Laufband oder Fahrrad – als diejenigen, die viele Minuten auf dem Court verbringen. Konzentriert ihr euch dafür vermehrt auf die Taktik des Gegners und verbringt mehr Zeit vor dem Fernseher, um den Gegner zu studieren? Man macht schon sehr viel Taktiktraining in den Playoffs, mit Videos und allem Drum und Dran. Das kann mitunter auch recht witzig werden, wie bei unserer Serie in diesem Jahr gegen San Antonio. Man muss sich das mal vorstellen: Ich spiele seit 16

sieren und trainieren, ob ich um den Block herum gehe, unter ihm herlaufe oder dopple. Aber das Entscheidende ist, dass man von Spiel zu Spiel denken muss. Vor allem in den Playoffs ist es extrem wichtig, die richtige Taktik zu finden. Das sorgt auch für diesen speziellen Spaß, wenn die Coaches von Spiel zu Spiel umdenken und neue taktische Elemente in das Game einbauen. Seit Einführung des heutigen Playoff-Systems konnten nur die Houston Rockets 1995 ohne Heimrecht die Championship holen. Wie wichtig ist der Heimvorteil in den Playoffs? Du spielst 82 Spiele und versuchst natürlich, so gut platziert wie möglich zu sein, damit du das entscheidende siebte Spiel in eigener Halle hast. Ich hatte aber auch schon mal ein siebtes Game auswärts, in San Antonio 2006, und das haben wir gewonnen. Das war ohnehin eine meiner größten Serien, an die ich immer zurückdenken werde. Wenn es zu diesem siebten Spiel kommt, dann konzentrierst du dich einfach nur auf diese 48 Minuten, und dann ist es auch egal, ob du in Alaska oder sonst wo auf der Welt spielst: Du gibst alles und versuchst irgendwie zu gewinnen. Generell gilt, dass, wenn du auswärts anfängst, du immer hoffst, mit einem möglichst knappen Rückstand in das letzte

„Wir schauen Musikvideos, um uns extra für die Spiele zu motivieren.“ Dirk Nowitzki

Jahren mindestens vier Spiele pro Saison gegen die Spurs, und Coach Popovich hat seit unserem ersten Duell kein einziges seiner Systeme geändert. Ich könnte jetzt auf Anhieb zehn bis zwölf Spielzüge der Spurs aufzeichnen und sagen, wie sie die Plays laufen, welchen Ausstieg sie suchen und alles. Ist die Flexibilität also mehr wert als die akribische Vorbereitung? Der Amerikaner spricht ja gerne von dem sogenannten Adjustment. Natürlich kann man sich auf die Taktik einstellen und vor allem die Pick-and-Roll-Defense organi-

Viertel zu gehen. Denn besonders auswärts ist es extrem wichtig, immer in Schlagdistanz zu bleiben. Du hast die Conference-Semifinals gegen San Antonio 2006 angesprochen. Ist das neben dem Titelgewinn dein All-Time-Playoff-Moment? Ja. Die Playoff-Serie gegen die Spurs 2006 war wohl die beste Serie, die ich in meiner Karriere gespielt habe. Die Serie 2011 gegen Portland war allerdings auch sehr speziell, natürlich auch wegen der späteren Championship. Henning.Kuhl@basket.de

2007 2005 Phoenix entpuppt sich in der zweiten Runde als eine Nummer zu groß: Dirk und Co. scheiden mit 2:4 gegen die Suns aus.

Auf eine überragende Saison (67 Siege, 15 Niederlagen) folgt das böse Ende: Dallas unterliegt als Liga-Primus den Warriors mit 2:4!

2011 Die Krönung: Dirk führt die Mavericks als Finals-MVP zur ersten Championship der Franchise-Geschichte.

2006 Gegen Miami führt Dallas im Finale schon mit 2:0, ehe Wade und die Heat das Spiel noch drehen (4:2). Nowitzki ist am Boden zerstört.

2008

2009

Wieder einmal ist in der ers­ ten Runde Schluss: ­D allas verlier t gegen die New ­Orleans Hornets mit 1:4!

Nach einem 1:4 im ConferenceHalbfinale gegen die Denver Nuggets müssen Nowitzki und Co. die Koffer packen!

2010 Ende in der ersten Runde, in der ­D allas den San Antonio Spurs mit 2:4 unterliegt und ausscheidet.

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NBA

TIM DUNCAN

DAS Tim Duncan hat die Spurs in jeder seiner 17 NBASaisons in die Playoffs geführt!

FU Tim Duncan ist seit 1997 das Gesicht der San Antonio Spurs. Vier NBA-Titel konnte „The Big Fundamental“ mit den Texanern gewinnen, und selbst in seiner 17. Saison spielt die ­lebende ­Legende noch immer ganz oben mit. Ohne ­einen konstanten Typen wie ihn gewinnt man ­keinen Titel. Er ist der „Mister Zuverlässig“.

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NDAMENT K ontinuität beschreibt einen gleichmäßig und immer fortwährenden Prozess. Dieser hält über Stunden, Tage, Wochen, Jahre oder gar Jahrzehnte an. Der immer gleiche Ablauf: tagein, tagaus, Woche für Woche, Monat für Monat, jahrein, jahraus. Klingt so einschläfernd wie das Spiel von Tim Duncan? Ist es auch, und ­somit ist es kein Wunder, dass „The Big Fundamental“ der basketballerische Inbegriff von Kontinuität ist. Seit 17 Jahren versenkt die 2,11 Meter große ­lebende Legende ihren hässlichen, aber ­e ffektiven Bankshot. Seit über 1.465 NBA-Spielen zeigt er die gleichen unspektakulären, aber höchst effektiven Hookshots. Seit über 51.823 Minuten verzückt er uns mit der immer gleichen unemotionalen Ausstrahlung. Mit seiner Kontinuität steht Duncan stellvertretend für eine der erfolgreichsten Sport-Dynastien der Neuzeit. Die Spurs haben unter seiner Herrschaft 15 Saisons in Serie 50 oder mehr Siege eingefahren. Insgesamt sind es in seinen 17 Jahren sogar 16 Spielzeiten, in denen die 50er-Marke fiel. Zum Vergleich: 26 der 30 NBA-Teams haben in

i­hrer Franchise-Geschichte 15 oder weniger solcher Saisons gehabt – unglaublich! Zudem gab es unter Duncan fünf Finalteilnahmen und vier Championships. „Tim ist das Gesicht der Spurs. Ohne ihn gäbe es keinen einzigen Banner in unserer Halle. Das steht außer Frage“, würdigt CoachingLegende Gregg Popovich „TD“. Hätten die Spurs einige Titel in Serie gewonnen, würden die Schreiber der NBAGeschichtsbücher längst von einer „Tim-Duncan-Ära“ sprechen. Timmys Leistungen sind dabei nicht hoch genug einzuschätzen, und das vor allem deshalb, weil er während seiner 17 Jahre eben kontinuierlich abgeliefert hat. Neun Mal hat er über 20 Punkte im Schnitt aufgelegt. Zudem gelangen ihm elf Saisons mit zehn Rebounds und zwei Blocks pro Spiel. Sportler streben nach Perfektion, diese stellt sich meist nur über die Kontinuität ein. „Tim ist kein Spieler, der wilde Pässe hinter dem Rücken spielt oder fette Dunks zeigt“, beschreibt Veteran-Coach Byron Scott die Nummer 21. „Er spielt kein bisschen flashy, sondern ist ein bescheidener Kerl, der einfach seinem Job nachgeht. Und ehe du dich versiehst, hat er 23 Punkte und 20 Rebounds auf dem Konto.“

Planungssicherheit Keine Frage, Spielertypen wie Tim Duncan gewinnen aufgrund ihrer Kontinuität Meisterschaften. Und das sowohl auf als auch neben dem Platz. Denn um einen Superstar, der zuverlässig über ein Jahrzehnt auf All-Star-Level spielt, lässt sich leichter ein erfolgreiches Team bas­teln als um einen Spieler, der mal drei bis vier gute Spielzeiten abliefert. Gerade dann, wenn dieser Spieler auch noch über einen perfekt austrainierten Körper verfügt und fast nie verletzt ist. So bestritt TD im Laufe seiner Karriere 1.465 von 1.559 möglichen Spielen, was einer Quote von

fast 94 Prozent entspricht! Getreu seinem Spitznamen „The Big Fundamental“ verkörpert Tim Duncan also nunmehr seit 1997 das unerschütterliche Fundament aller Spurs-Mannschaften, auf das sich alles andere aufbaut. Doch seinen Spitznamen hat sich der 14-fache All Star, dreifache ­Finals-MVP (1999, 2003, 2005), zweifache Season-MVP (2002–03) und zehnfache All-NBA-First-Team-Player (1998–2005, 2007, 2013) vor allem auf dem Court verdient. Dort mimt er mit seiner ganz eigenen stoischen Ruhe seit seiner Rookie-Saison 1997/98 (22,1 PPS, 11,9 REB) den absolut zuverlässigen Go-to-Guy. Und das an beiden Enden des Feldes, was acht Nominierungen ins All-NBA-Defensive-First-Team (1999–2003, 2005, 2007–08) eindrucksvoll untermauern.

Auf dem Court eine Bank Jeder Champion braucht einen Mann wie Tim Duncan in seinem Team. ­Einen Spieler, der zuverlässig Abend für Abend seine Leistungen abliefert und im Grunde nicht zu stoppen ist. Einen Spieler, dem man im entscheidenden Moment die Kirsche geben kann und der in 80 Prozent der Fälle die zwei Punkte auch macht. Die Heat ­hatten in den letzten Jahren LeBron, die Mavs Dirk, die Lakers Kobe, die Celtics Pierce und die Spurs eben genannten Timothy Theodore Duncan. „Wenn man nach einem furchtlosen Leader sucht, der jeden Abend sein A-Game abliefert, dann wird es schwer, jemand anderen außer Tim Duncan zu nennen. Und zwar in jeder Ära dieses Sports“, lobt Duncans ehemaliger CollegeTrainer Dave Odom von der Wake Forest University. Und dass Tim die Rolle des zuverlässigen Leaders noch immer ausfüllen kann, stellte er zum Playoff-Start unter Beweis. 27 Zähler und sieben Rebounds schenkte er

PLAYOFFTYP 1:

Dirk und den Mavs im Auftaktspiel (90:85) ein. „Tim ist zweifellos der größte Power Forward aller Zeiten. Es ist schwer, jemanden mit ihm zu vergleichen. Er ist eine Klasse für sich“, sagte einst sein Twin-Tower-Kollege David Robinson. ­Eine Klasse für sich, die wie der Club, für den sie steht, immun gegen sportlichen Verfall zu sein scheint. Seit 2010 gönnt ihm Coach Popovich mehr Pausen, nie hat er über 30,1 Minuten pro Partie abgespult. Dennoch lieferte er konstant fast ein Double-Double, 2013/14 waren es 15,1 Punkte, 9,7 Rebounds, 3,0 Assists und 1,9 Blocks in 29,1 Minuten! Stunde für Stunde, Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr. Tim Duncan macht auch nach 17 Saisons mit 38 Jahren nichts anderes, als zuverlässig und kontinuierlich auf allerhöchs­ tem Niveau Basketball zu spielen. Das mag langweilig erscheinen, doch es ist unglaublich erfolgreich. Auf ein solches Fundament werden Champions gebaut! Thomas Huesmann

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DER ZUVERLÄSSIG E

Erfolgsgaran t: Schon im zw eiten Profijahr 1998/99 holte Duncan sein en ersten NBATitel.

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