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aktiv dabei Fachmagazin Bewegung und Sport für Menschen mit Behinderung

SCHWERPUNKT: GANZHEITLICHE REHABILITATION IM HERZSPORT MITGLIEDERVERSAMMLUNG: AUSZEICHNUNGEN FÜR BSNW-VEREINE SOTSCHI 2014: DIE PARALYMPISCHEN SPIELE IM ÜBERBLICK

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Lokal. Spannend. Hintergründig.

Köln.Sport DAS STADT-SPORT-MAGAZIN

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EDITORIAL

Hand aufs Herz 50 Milliliter pro Schlag, rund 200 Liter in der Stunde, 4.800 Liter oder zehn Badewannen voll in 24 Stunden – ein durchschnittliches Herz erbringt täglich eine gigantische Leistung. Das sind übrigens die Werte in Ruhe, unter Belastung steigert sich die Pumpleistung um ein Vielfaches. Dass sich jede Krankheit des Herzens da fatal auswirkt, liegt auf der Hand. Die möglichen Erkrankungen des Herzens sind vielfältig, und in jedem Fall ist zunächst einmal der Gang zum Arzt notwendig. Glücklich kann sich derjenige schätzen, der noch alleine hingehen kann und nicht mit Blaulicht eingeliefert wird, denn dann kommt er vielleicht ohne eine dauerhafte Schädigung des Herzmuskels davon. Ob erlittener Infarkt, Bypass-Operation oder Dilatation: Eine schwere Herzerkrankung wird eine anschließende Reha-Maßnahme notwendig machen, und dazu gehören auch Bewegung und Sport. Anne Piepel-Taeger, leitende Sportlehrerin im Zentrum für Gesundheit und Sport am St.-Antonius-Hospital Eschweiler, leitet seit mehr als 20 Jahren Herzsportgruppen und bildet Übungsleiter in diesem Bereich aus. Sie legt im Top-Thema dieses Heftes dar, wie Sport dazu beiträgt, die Leistungsfähigkeit des Herzens zu erhalten und vielleicht sogar zu steigern. Manche Fälle sind jedoch so schwer, dass Sport nicht mehr möglich ist. Dazu ein Beispiel, das Ihnen vor Augen führen soll, wie wichtig es ist, auch „BagatellErkrankungen“ sorgfältig auszukurieren:

Alaaf und Helau! Wir wünschen unseren Lesern viel Spaß in der Karnevalszeit!

Schuld war eine verschleppte Mandelentzündung. Die hatte sich bei der Mutter eines Freundes nicht auf den Hals beschränkt, sondern den Herzmuskel mit infiziert. Die Folge war eine chronische Herzinsuffizienz, die im Jahr 2002 eine Transplantation notwendig machte. Dabei hatte diese Dame noch Riesenglück: Bereits nach vier Monaten gab es ein passendes Herz für sie. Auch heute, nach zwölf Jahren, geht es ihr noch recht gut, und man darf hoffen, dass ihr mit dem Spenderorgan noch viele Jahre bei guter Lebensqualität vergönnt sind. Aber auch wer Pech hat und kein geeignetes Organ bekommt, kann Hoffnung schöpfen. In unserem Schwerpunktthema „Herzsport“ haben wir einen Artikel einem Kunstherz gewidmet, das in Aachen in Kürze klinisch erprobt werden soll. Ein anderes Thema: Die Olympischen Winterspiele sind gerade vorbei und in Kürze starten die Paralympics in Sotschi. Das guckt sich wohl jeder gerne im TV an. Aber mal Hand aufs Herz: Haben Sie in der letzten Zeit nur halb so viel Sport getrieben wie ferngesehen? Ich auch nicht, aber das sollten wir tun, denn auch die präventive Wirkung für (nicht nur) das Herz-Kreislauf-System ist immens und behütet uns vor Schlimmerem. Nicht auf paralympischem Niveau, aber für die beteiligten Sportlerinnen und Sportler genau so ein Highlight im Sportkalender waren die zehnten Landes-Schulmeisterschaften im G-Judo in Duisburg. Mit viel Herzblut wurde hier um Punkte und den Teamsieg gekämpft. Eine fantastische Veranstaltung, die einmal jährlich durchgeführt wird. Schade, dass sie immer unter großem Zeitdruck stattfindet, denn die Fahrzeiten der Schulbusse bestimmen den Ablaufplan des Tages. Vielleicht kann man das für 2015 ändern, denn auch Zeitstress ist nicht gut für das Herz.

Herzlichst Ihr Andreas Geist

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SPORT ÜBERREGIONAL PARALYMPISCHE WINTERSPIELE In Sotschi messen sich die besten Wintersportler mit Behinderung. Hier erfahren Sie alles, was es zu dem Riesenevent am Schwarzen Meer zu wissen gibt

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6 SPORT ÜBERREGIONAL Die Paralympics im Überblick: In unserer Vorschau finden Sie alles Wissenswerte zu dem sportlichen Top-Ereignis. Dazu: das komplette TV-Programm 7 Angepasst: Wer es bei den Paralympics aufs Treppchen schafft, erhält jetzt die gleiche Prämie wie die Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen

08 KIJU Der TV Jahn Rheine hält für alle Menschen ein breites und umfassendes Sport- und Bewegungsangebot bereit. So behauptet der Verein. „KiJu“ war dort zu Gast und hat beim Test Erfreuliches festgestellt 9 Im Zuge des Freiwilligen Sozialen Jahres müssen die Teilnehmer Seminare belegen. Ein Erfahrungsbericht

SCHWERPUNKT HERZSPORT Wer sich von einem Herzinfarkt oder Ähnlichem erholt, findet in Sportgruppen oft ungeahnte Perspektiven. Wir zeigen, welche Vorteile das Modell hat

Im Mai findet der zweite Qualitätszirkeltag (QZT) für Übungsleiter von Kinder- und Jugendsportgruppen statt

10 SCHWERPUNKT Herzgruppen stellen einen integralen Bestandteil in der kardiologischen Rehabilitation dar und sind aus der Phase III der sogenannten Rehakette nach einem Herzinfarkt nicht mehr wegzudenken 13 Handlungskompetenz für den Alltag entwickeln – das ist eines der großen Ziele für Übungsleiter und ihre Herzgruppen 16 Lebensretter: „ReinHeart“ heißt das neue, voll implantierbare Kunstherz. „aktiv dabei“ hat darüber mit Expertin Dr. Christina Egger gesprochen

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Diese Events erwarten Sie in den kommenden Monaten

Impressum Herausgeber: Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen e.V., Fachverband für Rehabilitation durch Sport, Friedrich-Alfred-Straße 10, 47055 Duisburg, Telefon: 0203/7174-153, Telefax: 0203/7174-163, E-Mail: ageist@bsnw.de, Redaktion: Andreas Geist, Komplettproduktion: Köln.Sport Verlag, Postfach 800620, 51006 Köln, Objektbetreuung im Hause Köln.Sport: Frank Schwantes (Ltg.), Thomas Werner (Red.), Hanna Schmitz (Grafik), Druck: Köln.Sport GmbH, Anzeigen und Vertrieb: Andreas Geist, Anschrift Redaktion und Verlag: BSNW, Behindertensport-Verlag GmbH, Friedrich-Alfred-Straße 10, 47055 Duisburg, Telefon 0203/7174-152, Telefax 0203/7174-163, Geschäftsführung und Verlagsleitung: Herbert Kaul, Reinhard Schneider, Bankverbindung: Sparkasse Leverkusen, BLZ 375 514 40, Kto. 100 1135 47, Bezugsgebühren: Jahresabonnement 18 Euro inkl. Versand (12 Ausgaben), Einzelheft 1,50 Euro inkl. MwSt., Erscheinungsweise: monatlich, Nachdruck: Gegen Quellenhinweis und Belegexemplar gestattet. Einsender von Manuskripten, Briefen u. ä. erklären sich mit der redaktionellen Bearbeitung einverstanden. Alle Angaben ohne Gewähr. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Zeichnungen wird keine Haftung übernommen. Fotos in dieser Ausgabe (sofern nicht gesondert gekennzeichnet): BSNW, Privatfotos 4 | 03/14 | aktiv dabei

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INHALTE DIESER AUSGABE

18 ZIELGRUPPE VEREIN Der Siegburger TV setzt sich intensiv für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im organisierten Sport ein 20 Mit der Veranstaltung „sport grenzenlos Trophy & Concert“ ist am 26. Januar eine einwöchige Inklusionstour in Fulda zu Ende gegangen 21 Zwei BSNW-Vereine wurden auf der Mitgliederversammlung des LSB NRW ausgezeichnet

22 ÜBUNGSLEITER

ÜBUNGSLEITER TISCHTENNIS Sandra Mikolaschek hat unserem Autor im Duell die Grenzen aufgezeigt. „Nebenbei“ trainiert sie für Olympia 2016 in Rio

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Ungleiches Duell: Autor Franz Hünnekens hat sich mit Tischtennis-Spielerin Sandra Mikolaschek gemessen, war aber ohne Chance

23 Trainingstipps – aus der Praxis für die Praxis: Zwei Modell-Einheiten für die Bereiche „Aufwärmen“ und „Ausdauer“

ZIELGRUPPE VEREIN AUSZEICHNUNGEN Auf der Mitgliederversammlung des LSB NRW wurden gleich zwei Klubs aus dem BSNW für ihre besonderen Angebote und Leistungen geehrt

25 SPORT REGIONAL

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Bei der Norddeutschen Torball-Meisterschaft in Dortmund konnten sich die Gastgeber den Titel sichern

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26 Die Teams Geldern und Leverkusen feierten die Titel bei den G-Judo-Landesmeisterschaften in Duisburg 27 Klar verbessert: Der Leistungstest der BSNWSchwimmer brachte erfreuliche Ergebnisse

28 NACHRICHTEN AUS DEM VERBAND Athleten setzen sich für sauberen Sport ein – Praxistest: Sind Radwege in NRW barrierefrei? 30 Finale News

Seite Titelfoto: Bei den Paralympischen Winterspielen in Sotschi will das deutsche Team Topleistungen zeigen. Foto: Ralf Kuckuck, DBS-Akademie

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SPORT REGIONAL LEISTUNGSDIAGNOSTIK Bei den Tests am Schwimmstützpunkt Köln/Leverkusen gab es diesmal Erfreuliches zu vermelden: Die BSNWSchwimmer sind so fit wie nie und bereit für weitere Erfolge

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Die Winterspiele von Sotschi

Titelkämpfe am Schwarzen Meer Seit den Spielen von Lillehammer im Jahr 1994 finden auch die Olympischen und Paralympischen Winterspiele am gleichen Ort statt. Folglich werden die XI. Paralympischen Winterspiele wie die Olympischen 2014 in der russischen Stadt Sotschi am Schwarzen Meer ausgetragen. Vom 7. bis 16. März 2014 messen sich paralympische Athleten aus 45 Ländern in den Sportarten Ski alpin, Para-Snowboard, Biathlon, Langlauf, Sledge-Eishockey und RollstuhlCurling. Die Nominierungskommission des Nationalen Paralympischen Komitees für Deutschland wird die Athleten leider erst nach Redaktionsschluss für dieses Heft benennen. Interessierten raten wir, sich auf der DBS-Internetseite zu informieren: www.dbs-npc.de.

Sportarten in Sotschi Ski alpin beinhaltet sieben Disziplinen: Abfahrt, Slalom, Riesenslalom, Super-G,

Ko m b i n a t i o n s w e t tkämpfe, Mannschaftswettkämpfe (stehende und sitzende Startklassen) und Snowboard. Die Athletinnen und Athleten kombinieren dabei Geschwindigkeit und Beweglichkeit, während sie mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 100 km/h den Berg runter fahren. Snowboardwettkämpfe werden zum ersten Mal bei den Paralympischen Spielen in Sotschi ausgetragen. Die Athletinnen und Athleten starten in der stehenden Klasse und bestreiten jeweils drei Rennen. Die zwei schnellsten Zeiten werden gewertet. Biathlon wurde für Athleten mit körperlichen Einschränkungen bei den Paralympischen Spielen 1998 in Innsbruck

und für Sportler mit Sehbehinderung 1992 in Albertville in das Wettkampfprogramm aufgenommen. Auf den sechs bis 15 Kilometer langen Rennstrecken werden mit dem Luft- oder Lasergewehr je fünf Schuss auf zehn Meter Entfernung abgegeben. Seit 1976 ist Langlauf Bestandteil der Paralympischen Spiele. Die Athleten können auf der kurzen, mittleren und langen Strecke oder als Mannschaft an den Start gehen (2,5 bis 20 Kilometer). Sledge-Eishockey ist ein Zuschauermagnet bei den Paralympischen Winterspielen. Die Athleten sitzen auf Schlit-

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ÜBERREGIONALER SPORT ten und bewegen sich mit Hilfe von zwei kurzen Schlägern fort, die am Ende mit Spikes besetzt sind. Ein Spiel ist in Drittel von je 15 Minuten geteilt. Die Sportart RollstuhlCurling feierte bei den Paralympischen Spielen 2006 in Turin Premiere. Das deutsche Team belegte bei den Paralympics 2010 in Vancouver den achten Platz. Für Sotschi hat sich die deutsche Mannschaft nicht qualifiziert.

Das Deutsche Haus Das Deutsche Haus steht in den Bergen des Kaukasus. Es ist im Restaurant Polyanka im Ski-Resort Krasnaya Polyana beheimatet. Gepunktet hat der Standort in den Bergen neben seinem ländlichen Charme vor allem durch die Nähe zu den Wettkampfstätten, die durch ihre direkte Anbindung an den Straßen- und Schienenverkehr schnell zu erreichen sind: Das Sliding-Center mit Bob- und Rodelbahn ist gerade zwei, das SkisprungZentrum vier Kilometer vom Deutschen Haus entfernt. Die Austragungsorte für

die alpinen Skiwettbewerbe sowie für Biathlon liegen mit sechs und acht Kilometern ebenfalls in unmittelbarer Nähe. Das „Coastal Cluster“ in Sotschi erreicht man in gut 45 Minuten Fahrzeit mit dem Auto, mit der Bahn geht es sogar noch etwas schneller. Nach den Olympischen Spielen wird der Deutsche Behindertensportverband (DBS) Teile der Einrichtung für seinen Auftritt bei den Paralympics nutzen. Denn wie bereits bei den Spielen in Vancouver und London gilt in Sotschi: ein Team, ein Haus. Und das ist auch gut so. DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher begrüßt die Schlüsselübergabe, die mittlerweile beste Tradition hat: „Eine gemeinsame Heimat bei Spielen befördert nicht nur den Stolz und das Selbstbewusstsein unserer Athleten. Sie schärft in der Öffentlichkeit auch das Bild eines ganzheitlichen Auftritts des deutschen Sports in all seinen Facetten.“ Quelle: www.dbs-npc.de Weitere Infos direkt auf der Homepage der Spiele: http://www.sochi2014. com/en/paralympic

BEHINDERTEN-SPITZENSPORT IM TV

Paralympics live am TV erleben! Aktuelle Berichterstattung von den Paralympics in Sotschi können Sie zu folgenden Zeiten erleben: ARD/ZDF

Sendeplan Sendezeiten

Tag

Datum

von – bis Sender

Freitag

07.03.2014

16:45 – 19:00 ZDF 19:25 – 20:15

Samstag

08.03.2014 08:15 – 09:20 ZDF 16:20 – 16:57

Sonntag

09.03.2014 10:30 – 11:05

ZDF

12:10 – 12:25 16:05 – 16:20 Montag

10.03.2014 12:00 – 13:00 ZDF

Dienstag

11.03.2014

12:00 – 13:00 ZDF 15:05 – 16:00

Mittwoch

12.03.2014 09:00 – 09:20 ARD 10:35 – 11:20 12:30 – 14:00

Donnerstag 13.03.2014

09:00 – 09:20 ARD 10:35 – 11:20 12:30 – 14:00 17:15 – 17:45

Freitag

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Gleiche Prämie für Medaillengewinner Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat die Prämien für Medaillengewinner bei Olympia und Paralympics angeglichen. Für Gold gibt es jetzt 20.000 Euro, für Silber 15.000 und für Bronze 10.000 Euro. Honoriert wird zukünftig jeweils der größte Erfolg eines Olympia- oder ParalympicsStarters, um Athleten unabhängig vom Wettkampfformat vergleichbare Unterstützung für ihre sportliche und berufliche Karriere zu ermöglichen. Die Auszahlung erfolgt über zwölf Monate. Prämien für Mannschafts- und Spielsportarten und weitere Platzierungsprämien orientieren sich an der neuen Staffelung, werden jedoch gesondert durch den Gutachterausschuss der Sporthilfe festgelegt. Die olympischen Erfolgsprämien der Sporthilfe waren konstant seit Sydney 2000 bzw. Salt Lake City 2002 und lagen seither bei 15.000 Euro (Gold), 10.000 Euro (Silber) und 7.500 Euro (Bronze). Die Förderprämien für Olympia-Medaillen schüttet die Sporthilfe in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund aus und erhält dafür

einen jährlichen Zuschuss aus der olympischen Vermarktung des DOSB. Die Goldprämien bei den Paralympics hatten sich seit Sydney 2000 (damals 1.350 Euro) kontinuierlich gesteigert, zuletzt in London 2012 auf 7.500 Euro. Silber brachte vor zwei Jahren 5.000 Euro, Bronze 3.000 Euro. Gemeinsame Anstrengungen der Deutschen Sporthilfe und ihrer Partner ermöglichen nun die weitere Steigerung und damit die seit Langem angestrebte Angleichung der Medaillenprämien.

10:00 – 10:25 ARD 12:00 – 13:00 18:30 – 19:30

Samstag

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08:00 – 08:45 ARD 16:40 – 17:00

Sonntag

16.03.2014 08:00 – 08:45 ARD 09:30 – 09:50 18:00 – 20:00

Live-Stream www.sportschau.de/paralympics bietet zusätzlich zwei kommentierte Live-Streams an, in denen nochmals etwa zehn Stunden tägliche Berichterstattung angeboten werden. Das ist eine Premiere für den paralympischen Sport und eine weitere Verbesserung gegenüber der Vergangenheit!

Ohne Gewähr! Bitte beachten sie aktuelle Hinweise der Sender!

FINANZIELLE GLEICHSTELLUNG DER PARALYMPIONIKEN

„Diese Angleichung der Prämien im olympischen und im paralympischen Bereich ist eine immense Wertschätzung der sportlichen Leistungen aller Menschen mit Behinderung. Sie ist eine wichtige Weichenstellung zur Gleichbehandlung und Gleichstellung“, sagte der Präsident des DBS, Friedhelm Julius Beucher. Quelle: Stiftung Deutsche Sporthilfe aktiv dabei | 03/14 | 7

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Fotos: TV Jahn

Keine leeren Worthülsen – beim TV Jahn Rheine wird den Kindern viel Spaß am Sport geboten

KiJu zu Besuch beim TV Jahn Rheine Der TV Jahn Rheine ist ein großer Turn- und Sportverein, der allen Menschen ein umfassendes Sport-, Bewegungs- und Freizeitangebot auf der Grundlage von Ehrenamtlichkeit und Gemeinnützigkeit bietet. So entnimmt es der geneigte Leser dem Leitbild des TV Jahn Rheine. Aber Papier ist geduldig, und dazu müssen auch Leitbilder sowie Internetauftritte gezählt werden. Also hat sich KiJu auf den Weg nach Rheine gemacht, um sich selbst von den Angeboten für Kinder und Jugendliche zu überzeugen. Dort wurde ich durch den Abteilungsleiter Rehabilitationssport, den Geschäftsführer sowie zwei Übungsleiter des Kinder- und Jugendsports sehr herzlich empfangen. Nach einem gemeinsamen Frühstück, bei dem wir uns etwas näher kennenlernen konnten, ging es in die Sporthalle der städtischen Bodelschwinghschule Rheine, in der mir der Direktor, Herr Kindervater, für Hintergrundinformationen sowie Fragen zur Verfügung stand.

Kreativität und Engagement Die Bodelschwinghschule Rheine ist eine Schule des VERA Standorttyps der Stufe 5. Diese Typisierung besagt, dass über 40 % der Schüler – unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit – einen Migrationshintergrund haben. Weiterhin bekommen über 25 % der Schüler Sozialgeld nach SGB II oder kommen aus Familien, die den gesetzlich geregelten Eigenanteil im Rahmen der Lernmittelfreiheit nicht aufbringen können und zur Unterstützung Sozialhilfe nach SGB XII erhalten. Für die Mehrzahl der Schüler gilt, dass die elterliche Wohnung in einem Wohngebiet liegt, dessen Einwohner ein sehr geringes Einkommen aufweisen, in dem der Anteil der Empfänger von SGB-II-Leistungen sehr hoch ist, welches einen sehr hohen Ausländeranteil aufweist bzw. welches einen sehr hohen Arbeitslosenanteil aufweist. Die Mehrzahl der Schüler stammt aus einem Wohnumfeld mit einem geringen Wohnwert. Die daraus für die Gestaltung des Schulalltags resultierenden Herausforderungen verlangen immer wieder nach Kreativität, persönlichem Engagement der Lehrkräfte, aber auch nach einem engagierten Schulumfeld. Dieses fand

der Direktor Kindervater in den Verantwortlichen des TV Jahn Rheine, die in einem ersten persönlichen Gespräch die Möglichkeiten des Krankenkassen-finanzierten Rehabilitationssports darstellte. Rehabilitationssport wirkt mit den Mitteln des Sports und sportlich ausgerichteter Spiele ganzheitlich auf die behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen ein. Diese gesetzlich definierte Leistung wird von den Vereinssportgruppen des BehindertenSportverbandes Nordrhein-Westfalen angeboten und richtet sich an alle Menschen mit einer Behinderung bzw. an alle Menschen, die von einer Behinderung bedroht sind. Dabei legen die Ärzte bzw. Kinderärzte die Art sowie die Intensität des Sports mit der Verordnung fest. Argumente, die für eine ärztliche Verordnung von Rehasport für Kinder und Jugendliche sprechen, liegen im Bereich der Indikation sowie den dazu passenden Inhalten, die von qualifizierten Übungsleitern in den Sportgruppen vermittelt werden. Verschiedene positive Wirkungsweisen garantiert dabei die Organisationsform „Sportgruppe“. Die homogene, indikationsbezogene Zusammensetzung der Gruppe fördert einen Austausch mit anderen und somit die Stärkung des Selbstbewusstseins. Ziel des Rehabilitationssports als Einstieg ist die Begeisterung der Kinder für den Sport. Kinder sollen lernen, welche positiven Wirkungsweisen der Sport für sie hat, wie der Sport sich auf ihre vorhandenen Einschränkungen auswirkt und welchen Mehrwert körperliche Mobilität und Agilität hat. Dabei soll der Sport zu einem Lebensbegleiter werden, der nicht nach der ärztlichen Verordnung endet, sondern in den Breitensportangeboten des TV Jahn Rheine weiterbetrieben werden kann. Hier schließt sich dann der Kreis zu dem Leitbild des Vereins – jeder wird herzlich in die Sportfamilie aufgenommen und sportlich bewegt sowie begeistert. Wir danken den verantwortlichen Übungsleitern sehr herzlich für ihr Engagement, der Geschäftsführung des TV Jahn Rheine für ihre weitsichtige Unterstützung und der Bodelschwinghschule Rheine für die Bereitschaft, sich auf diesen neuen Weg einzulassen. S.-M. Wolfram

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KINDER UND JUGEND

Einführungsseminar FSJ Erfahrungsbericht von Nils Klinge Im Zuge des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im Sport muss ein/e FSJler/in mindestens drei Seminare absolvieren. Das Einführungsseminar, das Zwischen- und das Abschlussseminar. Der Zeitraum der Seminare erstreckt sich über fünf Tage. Im Folgenden werdet ihr einiges über das Einführungsseminar erfahren. Der Beginn des Seminars war am Montagmorgen um 11:00 Uhr in der Willi-Weyer-Sportschule des Landessportbundes in Sundern-Hachen. Nach dem Beziehen der Zimmer gab es eine Einführungsrunde mit anfänglichen Kennenlernspielen, um den ersten Kontakt zu vereinfachen. Grundsätzlich war das Seminar aufgeteilt in Praxiseinheiten, welche alle in der Dreifachsporthalle der Sportschule absolviert wurden, und die Theorieeinheiten im Seminarraum.

Neue Erkenntnisse und Ideen Ein typischer Tag in der Seminarwoche begann mit dem Frühstück um 8.30 Uhr in der Kantine. Ab 9 Uhr ging es dann meist mit einer Theorieeinheit zum Wachwerden los, und ab circa halb elf wurde in der Sporthalle Sport getrieben. Danach ging es zum Mittagessen, und nach der Mittagspause folgten abwechselnd wieder Praxis und Theorieeinheiten. Der Tag endete mit einer Praxiseinheit nach dem Abendessen um circa halb neun. Danach standen den Teilnehmern die Sporthalle und das Schwimmbad zur freien Verfügung, und des Weiteren konnte man sich noch auf ein Bier in der „Tenne“, der Kneipe der Sportschule, treffen. Der Schwerpunkt des Seminars lag darin, den Teilnehmern im Alter von 17 bis 20 Jahren das Leiten von Kindersportgruppen näherzubringen bzw. die bereits durch den Job erworbenen Kenntnisse zu erweitern und neue Ideen für Spiele, Erziehungsmethoden usw. zu vermitteln. So wurden die Praxiseinheiten immer von den Teilnehmern zu bestimmten sportlichen Themen wie Badminton, Hockey oder sogar Cheerleading abgehalten. Im Anschluss an die Stunde bekam jeder „Leiter“ der Sportstunde ein umfangreiches Feedback von den anderen Teilnehmern und der Seminarleitung. In den Theorieeinheiten wurde viel in Gruppen gearbeitet, Diskussionsrunden wurden geführt, und ein Spezialist hielt einen Vortrag zum Thema Versicherungsschutz.

Qualitätszirkeltage KiJu Es ist endlich soweit – am 10. Mai 2014 findet der zweite Qualitätszirkeltag (QZT) für Übungsleiter von Kinder- und Jugendsportgruppen in Duisburg statt. Nach dem erfolgreichen Anlauf des ersten QZT im Bereich des Kinder- und Jugendsports freuen wir uns nun sehr, auch im Ruhrgebiet einen QZT anbieten zu können. Die Einladungen sind Mitte Januar an alle, die sich als Interessierte bei uns gemeldet hatten, versendet worden. Sollten Sie oder Personen aus Ihrem Verein noch Interesse an der Teilnahme haben, melden Sie sich bitte schnellstmöglich bei Sara-M. Wolfram (0203/7174-161, wolfram@bsnw.de). aktiv dabei | 03/14 | 9

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Herzsport heute

Ganzheitliche Rehab il Herzgruppen stellen einen integralen Bestandteil in der kardiologischen Rehabilitation dar und sind aus der Phase III der sogenannten Rehakette nach einem Herzinfarkt nicht mehr wegzudenken.

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SCHWERPUNKT

b ilitation durch Sport

Gemeinsam Sport treiben: Das ist nicht nur mit SpaĂ&#x; verbunden, sondern auch gesundheitlich sinnvoll aktiv dabei | 03/14 | 11

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Besserung in Sicht: Sport stellt bei der Behandlung von Herzinfarkt-Patienten einen wichtigen Faktor dar Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Veränderung der Altersstruktur in unserer Gesellschaft rechnet man mit einer demografisch bedingten Zunahme von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, und der Bedarf an entsprechenden wohnortnahen, zielgruppenorientierten RehasportAngeboten wird weiter steigen. Herzgruppen haben zum Ziel, die Effekte einer stationären oder ambulanten Rehabilitationsmaßnahme, die sich bei einem Herzinfarkt sinnvollerweise nahtlos an die Behandlung in der Akutklinik anschließt, langfristig zu sichern oder sogar zu verbessern. Sekundärprävention ist ein weiteres Ziel, denn ohne entsprechende gesundheitsfördernde Lebensstiländerung ist die Gefahr eines erneuten Infarkts deutlich

Durch Sport können positive Stimmungen erfolgreich verstärkt, negative dafür abgeschwächt werden

höher. Einen wesentlichen Beitrag kann hier die Teilnahme am Herzsport leisten. Beim Rehasport in der Gruppe können vor allem unter psychosozialen Aspekten wirksame Hilfen angeboten werden. Der Aufbau einer individuellen Gesundheitskompetenz wird gerade in der Herzsportgruppe nachhaltig unterstützt. Erfolgreiche Krankheitsbewältigung und die Entwicklung eines gesunden Lebensstils stehen im Mittelpunkt: Weg vom passiven Patienten, hin zum aktiven Gesundheitsmanagement. Dies ist nicht nur die angestrebte Perspektive von Krankenkassen, sondern entspricht unserem heutigen Verständnis von Gesundheitsbildung. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist das übergeordnete Ziel von Rehasport, auch in der Herzgruppe.

Gerade in der Gruppe ergeben sich oft neue, hilfreiche Aspekte von Sport und Rehabilitation

In der neueren Literatur zum Herzsport ist von „Förderung der individuellen Gestaltungsfähigkeit“ die Rede. Dabei geht es darum, Gesundheitsressourcen zu entdecken und eine überdauernde Gesundheitskompetenz zu entwickeln.

Aktiv Einfluss nehmen So erfahren viele Herzinfarkt-Betroffene erstmals in der Herzgruppe die wohltuende, gleichzeitig entspannende und ausgleichende Wirkung z.B. von Ausdauertraining und spüren, dass selbst moderate Anstrengungen wie z.B. beim Nordic Walking schon bald Effekte zeigen. Die Zusammenhänge zwischen Sport, Bewegung und Training einerseits und persönlicher Stimmung andererseits werden erfahren. Die Alternativen zu einem bisherigen ungesunden Lebensstil werden entdeckt und sollen gewohnte, aber eher schädigende Verhaltensweisen ablösen. Gerade in der Gruppe kann der Zusammenhang von Bewegung und Sport und individuellem Stimmungsmanagement wahrgenommen und verändert werden. Der Teilnehmer spürt, dass er durch Sport und Bewegung aktiv Einfluss nehmen kann. Negative Stimmungen können abgeschwächt und positive Stimmungen verstärkt werden. Eine Erfahrung, die Sportler schon kennen.

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SCHWERPUNKT

Auch im Herzsport gilt: Gemeinsam ist es einfach besser

SELBSTSTÄNDIGES SPORTTREIBEN

Edukative Ziele – Handlungskompetenz für den Alltag entwickeln Die Entwicklung von Handlungskompetenz sowie die Vermittlung krankheits- bzw. gesundheitsbezogener Kenntnisse ist Ziel im Rehasport, und die Hilfe zur Selbsthilfe ist übergeordnetes Prinzip. Vor dem Hintergrund trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse ist die Integration von sportlichen Aktivitäten und Bewegungsaktivitäten in den Alltag gewünscht. Hier ist Übungsleiter-Kompetenz gefragt, wenn es darum geht, den Teilnehmer über die Rehasportgruppe zum selbständigen Sporttreiben zu motivieren und auch zu qualifizieren. Nach einem Herzinfarkt bestehen häufig Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Kenntnisse zur individuell dosierten Trainingsbelastung im Alltag, Selbsteinschätzung und Wahrnehmung von Körpersignalen, aber auch z.B. der Umgang mit Puls- und Blutdruckmessgerät, Pulsuhr etc. sind erforderlich.

Auch die Gestaltung eines individuellen Heimtrainings auf dem Fahrradergometer ist immer wieder Thema in der Herzgruppe. So werden immer wieder Informationsphasen zu verschiedenen Themen in die Rehasportstunde integriert und natürlich mit praktischen Erfahrungen in der Sportstunde und konkretem Erleben verbunden. „Bewegter Alltag“ ist ein Lebensprinzip, wie es in der Herzgruppe ideal praxisnah angebahnt werden kann. Sinn und Zweck der jeweiligen Übungen im Herzsport werden vom Herzgruppenleiter erläutert, denn die „Mitarbeit des (Herzinfarkt-) Betroffenen wird am ehesten gewonnen, wenn er mitdenken kann und dadurch in die Lage versetzt wird, den Sinn im therapeutischen Procedere auszumachen …“, so der Kardiologe Prof. C.J. Schuster, 1989 Mitgründer der Herzgruppen im BSNWMitgliedsverein am St.-Antonius-Hospital Eschweiler und früherer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßsport. aktiv dabei | 03/14 | 13

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Im Herzsport kann erfahren werden, dass körperlicher Ausdauersport – am besten in der freien Natur – Erholung bedeutet. Spannung und Entspannung zu erleben ist dabei zielführend für die Regeneration von „Körper und Geist“ (vgl. auch PD Dr. B. Richartz: „Überforderung und Langeweile“ in: HERZ HEUTE, November 2011).

„Herztrainings“ u.a. auf der Ergometerbasis wissenschaftlich entwickelt und begründet. Hamburger und Kölner Modell wiesen den Weg in eine nahtlose Therapiestraße von der Akutklinik über die Rehaklinik bis hin zum lebensbegleitenden wohnortnahen ambulanten Rehabilitationssport in den sogenannten Koronarsportgruppen.

Dem Sport in der Herzgruppe kommt eine besondere Bedeutung zu. Unbestritten ist Bewegung ein entscheidender gesundheitlicher kardiovaskulärer „Schutzfaktor“. Vor dem Hintergrund eines salutogenetisch orientierten Rehasports geht es eben darum, dass die Herzgruppen-Teilnehmer gesundheitsfördernde Verhaltensweisen und Techniken entwickeln, die dauerhaft zu positiver Verhaltensänderung führen. An der Salutogenese, der Entstehung von Gesundheit, orientiert sich der Rehasport im DBS. Zurückzuführen ist dieser Ansatz auf den MedizinSoziologen Aaron Antonovsky (1923–1994), der das heutige Leben mit einem reißenden Fluss vergleicht. Folglich geht es darum, den Menschen zu einem „starken Schwimmer“ für den Strom des Lebens zu machen.

Heute hat sich meist der Begriff Herzgruppe eingebürgert. Das Indikationsspektrum hat sich erweitert und bezieht heute neben der koronaren Herzkrankheit mit Herzinfarkt, Stent- und Bypass-Operation weitere Herzerkrankungen ein. Herzklappenerkrankungen inkl. Operationen, Schrittmacher- und DefiImplantationen sowie Herzinsuffizienz u.a. sind Indikationen, bei denen die Teilnahme am Herzsport verordnet werden kann.

Herzgruppen im Wandel In den 70er Jahren nahm der Herzsport bundesweit seinen Anfang. Hollmann, Knipping u.a. haben seinerzeit die Praxis des

WIE WIRD’S GEMACHT?

Herzsport interessant gestalten Ein „In-die-Aktivität-Versinken“ im Sport durch spannende und zielgruppengerechte Gestaltung des Rehasports lässt viele Teilnehmer immer wieder die positiven Effekte von Sport und Bewegung erfahren. Plötzlich lernen erwachsene Menschen wieder zu spielen, sie können fünf mal wieder gerade sein lassen und erfahren Entspannung und körperliches Wohlbefinden in einem häufig krank machenden, von Leistungsund Zeitdruck geprägten Alltag. Idealerweise sollte der neue Teilnehmer bereits seine erste RehasportStunde als „Kick-off“ für seine weitere, hoffentlich dauerhafte Teilnahme am Rehasport erleben und eine erste Ahnung entwickeln, das Richtige für sich gefunden zu haben.

Selbst Teilnehmer nach Herztransplantationen sind heute in Herzsportgruppen zu finden. Die Zahl der Herzgruppen wächst weiterhin. Schon zwei Monate nach durchgemachtem Herzinfarkt und BypassOperation melden sich heute die ehemaligen Patienten zum Herzsport an, um ihre Gesundheit wieder zu stärken. Im Laufe der Zeit hat der Herzsport einen Wandel erfahren. Mit der zunehmenden Akzeptanz des bio-psycho-sozialen Verständnisses von Gesundheit und Krankheit und der salutogenetischen Sichtweise geht es nicht ausschließlich um die Stärkung funktionalsomatischer bzw. physischer Ziele, sondern im Rahmen eines so und ganzheitlich verstandenen Rehabilitationssports auch um die Umsetzung psychosozialer und edukativer Ziele. (vgl. Georg Schick, Handbuch zum Rehabilitationssport). Dies auch vor dem Hintergrund des aktuellen, mehrdimensionalen Gesundheitsverständnisses der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der Teilnehmer soll Fachmann für seine Erkrankung werden

Im Gegensatz zu früheren Herzsport-Konzepten rückt heute im Sinne einer psychischen Stabilisierung und erfolgreichen Krankheitsbewältigung der Aufbau von Schutzfaktoren in den Mittelpunkt des Geschehens. Darüber hinaus geht es unter edukativen Aspekten um Kenntnisvermittlung darüber, wie Gesundheit gefördert wird und Einsicht in die Zusammenhänge von Training und körperlichem Befinden gegeben werden kann. Der HerzgruppenTeilnehmer soll Fachmann für seine Erkrankung werden, um kompetent und selbstverantwortlich Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden nehmen zu können. Bereits in den Entlassungsberichten der Rehakliniken dokumentieren die Ärzte, was der Betroffene in den einzelnen Zielbereichen erreichen konnte und empfehlen bei entsprechender Belastbarkeit die Teilnahme

Freude an der Bewegung ist Basis der „neuen“ Herzsportgruppen

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SCHWERPUNKT am Herzsport. Ansprechpartner werden genannt, und der Weg zur Herzgruppe wird gebahnt. Jetzt ist der Übungsleiter Rehabilitationssport „Profil Innere Medizin“ gefordert. Ziel ist, den Teilnehmer möglichst langfristig an sportliche Aktivitäten zu binden, Bewegung und Sport als Lebensstil zu integrieren und beim Teilnehmer die intrinsische Motivation dazu zu fördern. Nicht der erhobene Zeigefinger über die Folgen der Krankheit wirkt motivierend, sondern die neu erlernte Freude an der Bewegung, der soziale Zusammenhalt in der Gruppe, das gemeinsame Training (vgl. J. Koepchen/H.-J. Roth, Verein für Gefäßsport bei Durchblutungstörungen Dortmund). Nachhaltigkeit als ein Qualitätskriterium von Rehasport ist einstimmig erklärtes Ziel. Krankenkassen empfehlen daher auch die Mitgliedschaft in einem Sportverein im Anschluss an den verordneten Rehasport.

Wie wird man ÜL? Die Übungsleiter in den Herzgruppen stehen vor der großen Herausforderung, dem hier beschriebenen umfassenden Anspruch gerecht zu werden. In den Lehrgängen des BSNW werden Übungsleiter Rehabilitationssport ausgebildet, um den Sport quali-

fiziert und zielorientiert nach zeitgemäßen Standards gestalten zu können. Darüber hinaus sind kontinuierliche Fachlektüre und auch der Austausch mit anderen Herzgruppenleitern im Rahmen der Qualitätszirkeltage sinnvoll und notwendig, um den Betroffenen ein qualitativ hochwertiges Rehasport-Angebot vor aktuellem wissenschaftlichen Hintergrund bieten zu können. In interdisziplinärer Zusammenarbeit kann so das Konzept „Herzsport“ einen effektiven Beitrag zur Rehabilitation und Sekundärprävention herzkranker Menschen leisten. Der Vorteil von Rehasport liegt auf der Hand – hier treffen sich die Herzgruppen-Teilnehmer regelmäßig und bleiben wortwörtlich „am Ball“. Aktive Mitarbeit und Compliance bei der Bewältigung der Erkrankung können so über die sicherlich emotionale Bindung an den Sport und die Sportgruppe im Sinne einer erfolgreichen Krankheitsbewältigung und Gesundheitsförderung langfristig und nachhaltig gefördert werden. Verhaltensänderung hat eben auch mit Emotionalität zu tun. Im Mittelpunkt der Herzgruppe steht der Übungsleiter mit seiner fachlichen Qualifikation: Sach-, Sozial- und Methodenkompetenz

Die Anforderungen an die Übungsleiter sind vielfältig einerseits und Engagement und Empathie andererseits sind Aspekte, die den Übungsleiter im Herzsport kennzeichnen. Ein Zitat zum Abschluss soll den vielfältigen Anspruch an den Übungsleiter unterstreichen: „Sporttreiben muss Spaß machen. Spaß macht aber nur, was man kann. Können wiederum setzt Üben und Trainieren voraus. Und damit Üben Spaß macht, sind ein gutes Trainingskonzept und ein motivierender und qualifizierter Übungsleiter notwendig!“ (aus: Mommertz-Jauch/Butz/Edel/Bös: Nordic Walking bei Diabetes und metabolischem Syndrom, Stuttgart 2007). Anne Piepel-Taeger Anzeige

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SCHWERPUNKT

Lebensretter Kunstherz

Neue Lebensperspektive Die letzten Skandale in der Transplantationsmedizin haben die Situation von Herzpatienten weiter verschlechtert: Zu wenig Spenderorgane sind verfügbar. Doch für Patienten, die auf ein Spenderherz warten, zeichnet sich nun eine Lösung ab: „ReinHeart“, ein voll implantierbares Kunstherz! Am Institut für Angewandte Medizintechnik AME/Helmholtz Institut an der RWTH Aachen haben findige Wissenschaftler ein Kunstherz entwickelt, das das Problem des Mangels an Spenderherzen lösen könnte. Es ist dafür ausgelegt, wartungsfrei über viele Jahre im Körper eines Menschen zu schlagen. Seine Ausmaße sind so klein, dass es vollständig implantiert werden kann. Das „Herzstück“ im Kunstherz ist eine Pumpeinheit, die von einem wartungsfreien Linearantrieb zum Schlagen gebracht wird. Der Akku, der dafür die Energie liefert, wird ebenfalls implantiert und wird über ein System elektrischer Spulen durch die Haut aufgeladen. „aktiv dabei“ sprach mit der Dipl. Ingenieurin Dr. Christina Egger, die maßgeblich am „ReinHeart“ mitarbeitet. Sie arbeiten an der Entwicklung des Kunstherzens mit. Wo liegen die größten Schwierigkeiten?

Fotos: AME – Institute of Applied Medical Engineering

Dr. Egger: Das Kunstherz ist ein äußerst komplexes System, bei der viele Fachdisziplinen ineinandergreifen und abgestimmt werden wollen: die klassischen Ingenieurwissenschaften aus Maschinenbau und Elektrotechnik, Softwareentwicklung, materialwissenschaftliche Aspekte, Fertigungs- und Oberflächentechnologien, Biologie, Blut- und Biokompatibilität und nicht zuletzt die Medizin mit all ihren Aspekten aus Physiologie, Kardiologie und der Herzund Thorax-Chirurgie. Und wie funktioniert diese Abstimmung? Dr. Egger: Die Auslegung, Entwicklung und Testung der Kernkomponente des ReinHearts, die Pumpeinheit mit Antrieb und Pumpkammern, sind nun so weit fortgeschritten, dass wir uns um Details kümmern und die weiteren implantierbaren Komponenten vom Labormuster zum Prototypen optimieren und testen können: Dazu gehören der Volumenkompensator, die induktive Energieübertragung, interne Energieversorgung und der Controller. Außerdem muss sich das ReinHeart nun im Dauerprüfstand

und in chronischen In-Vivo-Versuchen beweisen. Technische Herausforderungen werden darin liegen, das gesamte ReinHeart-System von der Pumpeinheit bis zum User Interface so zu gestalten, dass es auch auf lange Sicht optimal mit dem menschlichen Organismus interagiert. So soll das Kunstherz dem Patienten nicht nur eine Alternative zur Herztransplantation sein, sondern ein technisches Gerät, in das der Patient Vertrauen hat und das ihm unauffällig und sicher einen angemessenen Alltag ermöglicht.

Kleine Abmessungen, große Leistung: Das Kunstherz soll 2016 in die klinische Erprobung kommen

Wann hoffen Sie, den ersten Menschen mit dem Herz helfen zu können? Dr. Egger: Wir denken, dass wir 2016 das erste Mal einen Menschen mit unserem ReinHeart-System unterstützen können. Diesen Punkt nennen wir „First in Man“, er signalisiert den Beginn der klinischen Studie. Inwiefern wird man dabei mit „Entwicklungshilfe“ unterstützt? Dr. Egger: Das Entwickeln einer solchen Wundermaschine braucht Zeit und ist nicht billig. Vor dem Hintergrund jedoch, dass nur jeder dritte Patient ein Spenderherz bekommt, ist diese Neuentwicklung unbedingt notwendig. Gefördert wird das Kunstherzprojekt daher zur Zeit im Rahmen des „Ziel2-Programms Med in.NRW“ (Förderkennzeichen: 005-GW01206B) von der Europäischen Union (Europäischer Fond für regionale Entwicklung), dem Bundesland Nordrhein-Westfalen und der Erich und Hanna Klessmann Stiftung. Weitere Informationen: www. cardiovascularengineering.com

So funktioniert das ReinHeart: 1 Pumpeinheit, 2 Volumenkompensator, 3 Induktive Energieübertragung, 4 Interne Energieversorgung und Controller, 5 Externer Controller, 6 Externe Energieversorgung

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VERANSTALTUNGEN

… immer was los bei uns … Freitag, 11. April – Sonntag, 13. April 2014

Dienstag, 3. Juni 2014

16. Bernd-Best-Turnier

Laufen und radeln für einen guten Zweck beim 4. Kölner Leselauf

Zum 16. Mal finden auf dem Bernd-Best-Turnier, dem weltgrößten Rollstuhlrugby-Turnier, vom 11. bis 13. April 2014 100 Begegnungen von 46 Teams statt. In drei Sporthallen und vier Leistungsklassen messen sich Teams aus 16 Nationen. Neben zahlreichen deutschen nehmen Mannschaften aus Belgien, den Niederlanden, Polen, Schweden, Finnland, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz, Österreich, Irland, Tschechien, Dänemark und Norwegen teil. Ein ungarisches und ein russisches Team sind zum ersten Mal beim Bernd-Best-Turnier dabei. Erneut musste zahlreichen interessierten Mannschaften aus Kapazitätsgründen abgesagt werden. Die Schirmherrschaft haben Sir Philip Craven (Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, IPC) und der Oberbürgermeister der Stadt Köln, Jürgen Roters, inne. An der Abschlussveranstaltung mit Finalspielen und Siegerehrung am Sonntag, den 13. April sorgen die WDR-Maus und weitere Gäste für ein buntes Programm. Der Eintritt zu allen Begegnungen ist frei. Das Spiel Rollstuhlrugby entstand in den 1970er Jahren in Kanada unter dem Namen „Murderball“. Es wird hauptsächlich von Menschen mit einer Schädigung der Halswirbelsäule (Tetraplegie) oder vergleichbaren Behinderungen gespielt. Alle Spieler/-innen haben Einschränkungen an den Beinen und an Armen oder Händen. In einer spektakulären Mischung aus Autoscooter und Schach versuchen die Spieler, mit einem Volleyball möglichst viele Tore zu erzielen. Dabei krachen sie mit ihren speziell angepassten Sportstühlen regelmäßig aneinander und vereinen raffinierte Strategien mit rasantem Sport. Bernd Best war Mitbegründer des Rollstuhl-Club Köln im Jahr 1969. Er verstarb 1971. Programm • Freitag, 11. April, 14.30 – 22.00 Uhr: Vorrundenspiele (Holweide, Deutz, Höhenhaus) • Samstag, 12. April, 8.30 – 19.30 Uhr: Vorrundenspiele (Holweide, Deutz, Höhenhaus) • Sonntag, 13. April, 8.30 – 12.00 Uhr: Platzierungsspiele (Holweide, Deutz, Höhenhaus) • Sonntag, 13. April, 10.00 – 17.30 Uhr: Finalspiele und Siegerehrung (in Höhenhaus) • Sonntag, 13. April, 13.30 Uhr: Finale Professional League • Sonntag, 13. April, 15.10 Uhr: Finale Champions League • Sonntag, 13. April, 16.45 Uhr: Siegerehrung Spielstätten • Gesamtschule Holweide (Burgwiesenstr. 124, 51067 Köln) • Gesamtschule Höhenhaus (Im Weidenbruch 214, 51069 Köln) • Sporthalle Reitweg (Deutz, 50679 Köln) Weitere Infos unter http://bernd-best-turnier.de und auf www.facebook.com/pages/Bernd-Best-Turnier/401962821188?fref=ts

Leseclubs sind hoch effektive Werkzeuge zur Leseförderung. Mit ihrer hochwertigen Ausstattung wie Büchern, elektronischen Medien und Spielen haben sie eine große Anziehungskraft auf Schüler. Um Lesefähigkeiten zu verbessern, richtet „Run & Ride for Reading“ Leseclubs der Stiftung Lesen für 6- bis 12-jährige Kinder in Schulen in sozial benachteiligten Gegenden ein. Seit 2009 hat „Run & Ride for Reading“ 26 Leseclubs eingerichtet. Davon 25 im Raum Köln-Bonn. Doch die Leseclubs finanzieren sich nicht von selbst, sondern sind meist auf Spenden von Freunden und Gönnern angewiesen. Diese sollen nun über die sportliche Schiene generiert werden. Um Spenden zu sammeln, richtet „Run & Ride for Reading“ Laufveranstaltungen (Run) und Fahrradfahrten (Ride) aus: • Kölner Leselauf: Lauf und Radfahrt rund ums RheinEnergieStadion am 3. Juni 2014 Die Startspende für Köln beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Mit dieser Spende unterstützen Sie die Leseclubs in der Region Köln/Bonn. Los geht es um 18:00 Uhr. • Mit dem Fahrrad durch die USA: Radfahrt über 1.400 km von Seattle bis zum Yellowstone-Nationalpark; 6. bis 20. Juli 2014 (NRW- Sommerferien) Weitere Informationen bei: www.leselauf.de, www.rideforreading.de

Sonntag, 7. September 2014

Gemeinsam rollt’s! Termin vormerken! Unter dem Motto „Gemeinsam rollt’s“ findet am 7. September 2014 in Langenfeld/Rheinland (Langforter-Straße 70) von 10:00 bis 17:00 Uhr eine Sportveranstaltung der besonderen Art statt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Handicap gehen mit ihrem Tandemfahrrad, Liegerad, Einrad, Dreirad, Tretroller, Handbike oder mit Inlineskates in vier Rennen an den Start. Neben dem Sportgeschehen rund um den Freizeitpark lockt ein buntes Rahmenprogramm für die ganze Familie, und die internationale cSc-Schlemmermeile bietet kulinarische Köstlichkeiten. Mehr Information im Internet unter www.gemeinsam-csc.de!

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Inklusion aller Mitmenschen wird beim STV groß geschrieben

Siegburger Turnverein lebt Inklusion

Von Anerkennung, Fürsorge und Zu Für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im organisierten Sport setzt sich der Siegburger Turnverein 1862/92 e.V. (STV) ein. Mit seiner Teilnahme am Projekt „Sport und Inklusion im Verein“ leistet der STV seinen Beitrag zur Entwicklung einer inklusiven Gesellschaft auf der Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention. Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB), dem Behinderten-Sportverband NordrheinWestfalen (BSNW) und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS). Der Umgang mit anderen Kindern, ob mit oder ohne Handicap, Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls, motorische Förderung – das ist gelebte Inklusion beim STV. Mit Unterstützung der Jugendbehindertenhilfe Siegburg Rhein-Sieg e.V. engagiert sich der Verein seit November 2012 für den gemeinsamen Sport von Kindern mit und ohne Behinderungen im Alter von vier bis sechs Jahren. Im „Ball-Kids-Angebot“ geht es darum, die Kinder an verschiedene Ballsportarten heranzuführen und sie für weiterführende Kurse im Verein vorzubereiten. Und das Angebot des STV in diesem Bereich ist groß: Es reicht von Badminton und Bas-

ketball über Faustball und Fußball bis hin zu Handball, Tennis und Volleyball. Cheerleading, Kanu, Nordic Walking, Ski, Tanzen und Turnen runden das Sportangebot ab.

Die Fähigkeiten eines jeden anerkennen „Behinderte und nichtbehinderte Kinder profitieren in einem besonderen Maß voneinander. Dies macht sich im Umgang miteinander, in den gegenseitigen Hilfestellungen und vor allem der Akzeptanz vor den Fähigkeiten des Anderen bemerkbar“, so Übungsleiter David Kadela. Er ist Physiotherapeut und arbeitet in der integrativen

Kindertagesstätte „Kinderburg Veronika Keller“, wo viele Übungseinheiten stattfinden. „Unser Ziel ist es, in möglichst naher Zukunft keinen Unterschied mehr machen zu müssen, ob es ein Kind mit oder ohne Behinderung ist, das am Sportangebot teilnimmt.“

Großer Anklang bestätigt das Konzept Seit gut einem Dreivierteljahr läuft nun das Projekt. Und die ersten Erfolge sind schon sichtbar: Schneller als gedacht wurde eine zweite inklusive Gruppe eingerichtet, die ersten Kinder mit Behinderungen konnten in die reguläre Bambini-Gruppe des STV wech-

Kontakt zum Verein: Marc Lietzau Siegburger Turnverein 1862/92 e.V. Jahnstraße 25 53721 Siegburg 02241 1462494 info@siegburgertv.de www.siegburgertv.de

Geimeinsamer Sport in jungen Jahren ist ein wichtiger Entwicklungsschritt

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Die Angebote beim STV sind vielfältig, Fußball gehört natürlich auch dazu

d Zuwendung seln, und neue Kinder sind von der Warteliste in das Ball-Kids-Angebot nachgerückt.

Ganz wichtig: gut geschulte Übungsleiter

ZIELGRUPPE VEREIN GELUNGENE WEGE ZUM INKLUSIVEN SPORT

Impulse für die Praxis Norbert Killewald, Beauftragter der Landesregierung für die Belange behinderter Menschen, hat eine neue Dokumentation zum Thema „Inklusion und Sport“ vorgestellt. Diese ist das Ergebnis der gleichnamigen Veranstaltung, in der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv mit den Chancen und Herausforderungen zur Realisierung des inklusiven Sports beschäftigt haben. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie gemeinsamer Sport von Menschen mit und ohne Behinderung in der Praxis gelingen kann. Anhand verschiedener Beispiele in Schulen, Sportvereinen und Ausbildung wurde vor allem darüber diskutiert, wie inklusiver Sport in Schulen und Vereinen organisiert werden kann und wie eine entsprechende Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer sowie Trainerinnen und Trainer konzipiert werden sollte.

Inklusive Sportgruppen bedürfen einer besonderen Organisation und Aufmerksamkeit. Denn hier geht es um mehr als um Sport: So müssen Übungsleiter auch pflegerische Tätigkeiten übernehmen und zum Beispiel beim Trinken helfen. Nicht zu vergessen: die persönliche Zuwendung, die gerade Kinder mit Trisomie 21 einfordern, oder die enge Begleitung von Kindern mit hyperkinetischen Störungen im Sozialverhalten. „Wichtig ist insgesamt, sich immer wieder aufs Neue mit den verschiedenen Behinderungsarten und Förderbedürfnissen der Kinder vertraut zu machen, um den psychosozialen Umgang den ‚Gepflogenheiten‘ des Kindes anzupassen“, betont Kadela.

Verena Bentele, die die neue Behindertenbeauftragte im Bund ist, appellierte zum Beispiel aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen als Sportlerin, noch bestehende Unsicherheiten sowohl aufseiten der Sportverantwortlichen in Vereinen und Schulen als auch auf Seiten der Menschen mit Behinderung dringend abzubauen.

Daher legen Verein und Jugendbehindertenhilfe großes Augenmerk auf die Ausund Weiterbildung ihrer Übungsleiter – aus Fürsorge gegenüber den Kindern, aber auch aus Fürsorge gegenüber den Übungsleitern selbst, die so eventuelle Barrieren oder Überforderungen im Umgang mit behinderten Kindern abbauen können.

Bei der BSG Mettmann wurden kürzlich die Sportabende zusammengelegt und die Turnhalle kurzerhand umfunktioniert. Es war die Teilnahme an einem Notfalltraining angesagt.

Mehr Informationen zum STV gibt es online unter www.siegburgertv.de, zur Jugendbehindertenhilfe unter www.jbh-siegburg.de, zum BSNW unter www.bsnw.de, zum LSB unter www.lsb.de und zum Ministerium unter www.mfkjks.nrw.de.

Die Broschüre richtet sich somit insbesondere an alle, die mit dem Thema Inklusion im und durch Sport befasst sind. Unter folgender Adresse kann die Broschüre (ca. 70 Seiten) kostenlos heruntergeladen werden: http:// www.lbb.nrw.de/alles_zum_amt/ pressemitteilungen/140123a/

DER SPORTABEND EINMAL ANDERS

Medizinisches Notfalltraining bei der BSG Mettmann

Für dieses medizinische Notfalltraining hatte unser Sportwart Peter Pumm einen Ausbilder im Rettungsdienst gewinnen können, der in anschaulicher Weise über folgende Themen referierte. • Erkennen von Krankheitsbildern wie Herz-/Kreislaufstillstand, Schlaganfall usw. • Erstversorgung von Verletzungen

• richtige Lagerung von Verletzten • Unterschiede bei Notrufen per Festnetz oder per Handy • Durchführen einer Herz-/Lungen-Wiederbelebung • Erklärungen zum und Arbeiten mit einem Defibrillator Die Turnhalle war gut gefüllt und die Teilnehmer konnten hilfreiche Anregungen mit nach Hause nehmen. Als Fazit kann man sagen: Eine erfolgreiche Veranstaltung, deren Inhalt sicherlich auch für andere Vereine interessant wäre. aktiv dabei | 03/14 | 19

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Inklusionstour

Sportliches Highlight als Abschluss Mit der Veranstaltung „sport grenzenlos Trophy & Concert“ ist am 26. Januar eine einwöchige Inklusionstour in Fulda zu Ende gegangen. Rund 800 begeisterte Zuschauer verfolgten in der Esperantohalle, wie der zweifache Paralympicssieger und Initiator von „sport grenzenlos“, Holger Nikelis, mit seinem Team aus paralympischen RollstuhlTischtennisstars die Profis des aktuellen Tabellenführers in der Tischtennis-Bundesliga, TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, im Rolli klar mit 3:0 besiegte. „Das war ein verdienter Sieg“, sagte Fuldas Nationalspieler Patrick Franziska im Anschluss anerkennend. Zuvor hatten beide gegen die hessische Jungenmannschaft der SG Hettenhausen gewonnen. Eine Begegnung dieser Art fand weltweit erstmals statt. „Dass wir so deutlich gewinnen, hatten wir nicht erwartet“, meinte der Behindertensportler des Jahres und Paralympicsdritte im Rollstuhl-Tischtennis von London 2012, Thomas Schmidberger. Im Anschluss an das Turnier spielte der Rasdorfer Sänger und Gitarrist Philip Bölter mit seiner Band auf

und begeisterte die Zuschauer mit seinen eigens komponierten Songs. Die Veranstaltung setzte den Schlusspunkt hinter eine überaus erfolgreiche Aktionswoche in der hessischen Barockstadt. „Die Inklusionstour ist eine gute Initiative von sehr engagierten Behindertensportlern. Auch für mich ist es eine Herzensangelegenheit, den Sport von Menschen mit Behinderung publik zu machen und das Thema Inklusion voranzutreiben“, sagte die neue Beauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele. Sie war am Samstag eigens aus Berlin angereist, um bei der Lions-Benefiz-Gala im Rahmen der Inklusionstour dabei zu sein. „Ich hoffe, dass Fulda nur ein Auftakt war. Ich würde das Vorhaben gerne weiter unterstützen.“

Vorurteile abbauen Von Montag, 20. Januar bis Sonntag, 26. Januar hatte das „sport grenzenlos“Team um die paralympischen Spitzensportler Birgit Kober (Kugelstoßen und Speerwurf), Michaela Floeth (Leichtathletik), Manuela Schmermund (Sportschießen),

Gedränge an der Tischtennisplatte. Jeder wollte einmal gegen die Paralympicssieger aufschlagen

Sandra Mikolaschek, Thomas Schmidberger, Jannik Schneider, Selcuk Cetin, Holger Nikelis, Charly Weber, Hartmut Freund, Yannik Rüddenklau und Michele Comparato (alle Tischtennis) in Fulda zahlreiche Institutionen, Schulen und öffentliche Einrichtungen besucht, um Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen und für das Thema Inklusion zu werben. Mit Erfolg: Zahlreiche Menschen besuchten die Veranstaltungen, griffen in Show- und Mitmachaktionen selbst zum Schläger und diskutierten mit den Sportlern über Themen wie Barrierefreiheit und Inklusion. „Sie haben die Herzen und Köpfe vieler Menschen erreicht. Ich würde mir wünschen, dass die Ideen der Inklusionstour nachhaltig weitergelebt werden“, sagte Fuldas Stadtrat Wolfgang Arnold. Unterstützt wurde das „sport grenzenlos“Team insbesondere vom Lions Club Fulda, allen voran von dessen Präsident Mathias Leilich. Er hatte zusammen mit Nikelis die Inklusionstour ins Leben gerufen und vor Ort organisiert. Auch die Fuldaer Zeitung als Medienpartner, der TTC Fulda-Maberzell, die Interessengemeinschaft barrierefreies Fulda e.V. (IGbFD) sowie die Agentur alliro GmbH hatten sich als Kooperationspartner in die Aktionswoche mit eingebracht. „Die Inklusionstour war eine ganz tolle Sache. Wir sind mehr als zufrieden und haben während der Woche in viele begeisterte und fröhliche Gesichter geschaut“, meinten denn auch die Veranstalter Leilich und Nikelis unisono.

Das Team von „sport grenzenlos“ zeigte eine Woche lang, dass Inklusion im und durch Sport keine Utopie ist

Und so ist es der große Wunsch des gesamten „sport grenzenlos“-Teams, die Inklusionstour weiter fortführen zu können. „Das Engagement aller Beteiligten in dieser Woche war einfach großartig. Ich würde mir wünschen, dass wir zusammen bleiben und die Inklusionstour vielleicht sogar deutschlandweit etablieren“, sagte Holger Nikelis. Alle Informationen rund um die Inklusionstour sowie Hintergründe, Interviews und Bilder auch im Internet unter www. inklusionstour.de und bei Facebook unter www.facebook.com/sport.grenzenlos Text und Bilder: Barbara Wagner, sport grenzenlos

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Philipps sportliche Ziele:

Foto: TSV Bayer 04 Leverkusen

ZIELGRUPPE VEREIN STECKBRIEF Philipp Waßenberg Geburtsdatum: 15.06.1998 Beim TSV Bayer 04 seit: 2008 Beruf/Tätigkeit: Schüler

Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften sowie den Paralympics 2016 in Rio … und einmal Heinrich Popow „schlagen“

Sportl. Situation: Kaderstatus L-Kader Disziplinen: Dreikampf, 100m, 200m, Weit Größte Erfolge: 6. Platz Deutsche Meisterschaft 2009 (Leverkusen) 7. Platz Deutsche Meisterschaft 2010 (Halle) 3. Platz Jugendländer-Cup 2010 (Schleswig) 4. Platz Deutsche Meisterschaft 2010 (Bottrop) 1. Platz Jugendländer-Cup 2011 (Landshut) 1. Platz Deutsche Meisterschaft 2011 (Singen)

Ehrungen für BSNW-Vereine

Auf der Mitgliederversammlung 2014 des LSB NRW am 8. Februar in Recklinghausen standen sportpolitische Themen im Vordergrund. So wurde die hohe Bedeutung der getroffenen Vereinbarungen zwischen Landessportbund und Landesregierung von LSB-Präsident Walter Schneeloch und Bernd Neuendorf, Staatssekretär im NRWSportministerium, betont und die Bedeutung des 2013 unterzeichneten „Paktes für den Sport“ herausgestellt. Doch auch andere Themen standen auf der Agenda für den Tag. Gemeinsam mit LSBPräsident Schneeloch nahm Reinhard Brücker, Vorstandsvorsitzender der BKK vor Ort, insgesamt vier Ehrungen engagierter Vereine im Bereich „Sport und Gesundheit“ vor.

Rollstuhlgymnastik, Gymnastik für geistig behinderte Menschen, Nordic Walking, und die Abnahme des DOSB-Sportabzeichens. Der Verein hat rund 420 Mitglieder. Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Verein Sport für betagte Bürger Gladbeck e.V. in der Kategorie „Innovation im Bereich Sport und Gesundheit“. Beim Sport mit Älteren stehen Spiel und Spaß, Miteinander und Freundschaft im Vordergrund. Bewegt älter zu werden bedeutet nicht nur, sportlich aktiv zu sein, sondern auch Kreativität und Geselligkeit. Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Vereinen erhalten Sie unter: www. sfbb-gladbeck.de und www.brsg-haltern.de

Die Siebenkämpferin und LSB-Botschafterin Jennifer Oeser sowie Gisela Hinnemann, LSB-Vizepräsidentin Leistungssport, vergaben anschließend die nächsten Nachwuchspatenschaften im Leistungssport. Die Patenschaften sind mit 3.600 Euro pro Jahr dotiert und kommen dem Squashspieler André Igelbrink, der Badmintonspielerin Judith Petrikowski und dem Leichtathleten Philipp Waßenberg vom TSV Bayer 04 Leverkusen zugute. Der beinamputierte Nachwuchsathlet ist eines der größten deutschen Leichtathletik-Talente, von dem wir sicherlich noch viel hören werden.

Fotos: LSB-NRW, Andrea Bowinkelmann

Zwei Auszeichnungen erhalten

Dazu gehörten auch zweiw BSNW-Mitgliedsvereine: Zum einen die Behinderten- und Reha-Sport-Gemeinschaft (BRSG) Haltern e.V., die für ihr soziales Engagement ausgezeichnet wurde. Zu den Angeboten des Vereins gehören Schwimmen, u.a. auch für Kinder und geistig behinderte Menschen, Wassergymnastik, Herzsport, Gymnastik und Rückenschule,

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Gisela Hinnemann (l.) und Jennifer Oeser (r.) vergaben die Nachwuchspatenschaften

Reinhard Brücker und LSB-Präsident Schneeloch ehrten die Vereine im Bereich „Sport und aktivGesundheit“ dabei | 03/14 | 21

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Unser Autor versuchte alles, aber Sandra war einfach zu gut

Eine von Sandras Stärken: Ihr Aufschlag ist kaum berechenbar

Ungleiches Duell

Ein Spielchen mit der Meisterin Sandra Mikolaschek träumt von der Goldmedaille bei den Paralympischen Spielen in Rio 2016. Auf das Großereignis bereitet sie sich im Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf vor. Und das gut, wie Franz Hünnekens erfahren musste. Null Chance. Ultraflach kommt der Ball mit Topspin übers Netz geschossen, titscht auf und verändert seine Bahn auf geradezu groteske Weise. Unbeholfen rudere ich mit dem Schläger in der Luft, während der Ball sich zehn Meter hinter mir in der Bandenwerbung verfängt. Donnerwetter! Der Aufschlag war ein Hammer, und Sandra kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Mit einem verschmitzten „Noch mal?“ fordert sie mich erneut heraus. Leichtsinnig, wie ich bin, lasse ich mich darauf ein, retourniere sogar. Allerdings so stümperhaft, dass ich eine Steilvorlage für eine Schmetteratta-

Lotto-Millionen für den Sport WestLotto hat seit 1955 gut 23,5 Milliarden Euro in die Förderung von sozialen Projekten, Sport, Kultur, Denkmalpflege und Naturschutz in NRW zur Verfügung gestellt. Auch der Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen (BSNW) wird mit Geldern aus dem staatlichen Glücksspiel unterstützt. Insgesamt fließen mehr als 600 Millionen Euro jedes Jahr an das Land NRW. Weitere Infos: www.westlotto.com

cke liefere. Einen Wimpernschlag später hat Sandra ihre Chance genutzt. Ihren Ball habe ich überhaupt nicht gesehen. So geht es einem Tischtennis-Laien, wenn er sich auf ein Spielchen mit der mehrfachen Deutschen und Vize-Europameisterin einlässt. Zurzeit bereitet sich Sandra auf die WM in Peking im September vor und hat die Spiele in Rio schon vor Augen. Die Paralympics wohlgemerkt, denn Sandra Mikolaschek ist seit ihrer Geburt querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. „Gefesselt fühle ich mich überhaupt nicht“, erklärt sie. „Ich mache, was ich kann. Der Rolli war für mich von Anfang an ganz normal. Falsches Mitleid vertrage ich nicht.“

Keine Langeweile Mein nicht ernstgemeinter Tischtennisversuch mit einer Profi-Spielerin fand im Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf statt. Der Trainings- und Wettkampfarena ist ein Internat angegliedert, in dem zehn Talente aus Deutschland wohnen. Als erste behinderte Sportlerin hat die 16-Jährige hier Quartier bezogen. Mit Blick auf den Grafenberger Wald. Darum musste u.a. ein Fahrstuhl eingebaut werden. Inklusion, das Zusammenleben von

behinderten und nichtbehinderten Menschen, ist im Sport angekommen. Morgens geht Sandra in Düsseldorf zur Schule, nachmittags wird mindestens zwei Stunden hart trainiert und abends geht es in den Kraftraum. Tischtennis ist ein Sport für Athleten. Sandra, die aus Wimmelburg bei Eisleben in Sachsen-Anhalt kommt, kann sich über Langeweile nicht beklagen. „Wenn alles gut läuft, und ich 2015 Abi mache, würde ich gerne in Düsseldorf bleiben, um mich hier ein Jahr auf Rio vorzubereiten“, hofft die junge Frau. Übrigens, ihre Schulnoten sind gut. Ein Umstand, der die Aufnahme ins Internat erst möglich machte. „Wenn es in der Schule nicht klappt, klappt’s auch nicht im Sport“, sagt Sandra, die von ihren Eltern unterstützt wird. 500 Euro kostet das Internat im Monat. Training und Fahrten zu Wettkämpfen werden vom BehindertenSportverband NRW unterstützt. Doch ohne Gelder aus dem staatlichen Glücksspiel wäre das alles nicht zu bezahlen, zumal Sponsoren Mangelware sind. Tischtennis ist trotz 600.000 aktiver Sportler in Deutschland alles andere als medienwirksam. Die Krux des rasanten Sports: Der Ball ist zu klein und zu schnell für spannende Fernsehübertragungen. Doch das ist auch die Herausforderung, wie ich selbst erfahren habe. Bilder und Text: Franz Hünnekens, Prisma

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ÜBUNGSLEITER

Übungseinheiten zum Nachmachen

„Aus der Praxis für die Praxis“ – Aufwärmen An dieser Stelle soll möglichst regelmäßig der „Praxistipp“ erscheinen – Übungsleiter Rehabilitationssport stellen hier Beispiele aus ihrer Sportpraxis vor, die zum Nachahmen in der eigenen Gruppe einladen. Praxistipp: Kommunikatives Aufwärmen in der Herzsportgruppe mit älteren Teilnehmern.

Teilnehmerzahl: Beliebig. Bei ungerader Zahl macht der Übungsleiter mit …

Geräte: Stäbe in verschiedenen Farben (vier bis sechs Farben, abhängig von Größe und Belastbarkeit der Gruppe), ggf. Holzstäbe vorher farblich markieren.

Ziel: Kontaktaufnahme, „Get together“ und „Icebreaker“, Kommunikation, Ankommen in der Sporthalle, Kreislauf und Gelenke in Schwung bringen. Gleichzeitig gefordert: „Brain Fitness“.

Zielgruppen: Rehabilitationssportgruppen, Breitensportgruppen. Geräte und Aufgaben an die jeweilige Gruppe anpassen. Auch in einer leistungsstarken, jüngeren Gruppe lässt sich dieses Spiel umsetzen. Entsprechend auffordernde Geräte auswählen! Variation, Modifikation, Differenzierung ist gefragt!

Gelber Stab: Teilnehmer stehen frontal zueinander und „sägen“ mit rechts einen „Baumstamm“. Beine bewegen und Abrollbewegung mit den Füßen – dynamische Ausführung! Blauer Stab: Partner halten einen Stab senkrecht zwischen sich und „rühren“ eine Erbensuppe in einem großen Topf. Grüner Stab: Stab mittig greifen und mit rechts und links senkrecht zum Partner werfen. Holzstäbe sind in jeder Sporthalle verfügbar. Sofern keine farbigen Stäbe vorhanden sind, Stäbe mit buntem Tesaband markieren.

Variation 1: Jeder Teilnehmer hat einen Stab und muss jeweils einen Partner der gleichen Farbe finden. Aufgaben für die einzelnen Farben festlegen.

Variation 2: „Farbkombinationen“: Rot und Gelb: Baum sägen; Grün und Blau: Skilanglauf; Rosa und Violett: Stäbe rechts und links werfen und fangen; grau und Schwarz: Sidestep und sägen … zwischendurch beim Durcheinandergehen die Stäbe immer wieder mit entgegenkommenden Partnern tauschen – so werden immer wieder andere Übungen mit anderen Partnern durchgeführt. Bilder und Text: Anne Piepel-Taeger Anzeige

Erklärung im Kreis: Jeder 2. Teilnehmer erhält einen Stab. ÜL demonstriert Übungen mit den jeweils farbigen Stäben, die später mit dem Partner durchgeführt werden. Bei Spielbeginn gehen alle Teilnehmer nach Musik durch den Raum, verschiedene Zusatzaufgaben mit bzw. ohne Stab werden durchgeführt. Auf ein Zeichen des Übungsleiters sucht sich jeder Teilnehmer ohne Stab einen Partner mit Stab und führt die jeweilige Übung durch. Nach Übungsende wird der Stab an den jeweils anderen Partner abgegeben.

Beispiele: Roter Stab: Partner stehen frontal zueinander, halten den Stab gemeinsam in der Mitte fest und führen abwechselnd Kniebeugen durch. Gleichzeitig Stab kreisförmig auf- und abbewegen. „Draisine“, wie den Teilnehmern in den Rehasportgruppen im Verein Sport und Gesundheit am St.-Antonius-Hospital Eschweiler in der Eifel bekannt ist.

Das Bild der Draisine im Kopf kann als Anschauung für abwechselnde Kniebeugen dienen

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ÜBUNGSLEITER

Übungseinheiten zum Nachmachen

„Aus der Praxis für die Praxis“ - Ausdauer Ausdauertraining ist neben dem Koordinationstraining das „Herzstück“ im Herzsport. Wie kann man das Training einfach mal etwas anders gestalten? Der Übungsleiter Rehabilitationssport ist hier immer wieder gefragt. Voraussetzung: Die Teilnehmer kennen ihr individuelles Gehtempo und haben eine gute Körperwahrnehmung! Teilnehmerzahl: Beliebig. Teilnehmer werden in Gruppen bzw. „Sportclubs” eingeteilt: Schwimmclub, Laufclub, Eishockeyclub …

Geräte: Diverse Geräte, mit denen einfache Übungen im Rahmen eines Ausdauertrainings durchgeführt werden können, z.B. Stäbe, Bälle, Hanteln … (Anzahl je Teilnehmer in den einzelnen Sportclubs), 1 Turnkasten (o.ä.) zum Bereitstellen der Geräte, damit diese ohne große Pause genommen werden können. 4 rote Pylone, 8 gelbe Pylone. 1 „Skizze” zum selbständigen Aufbau durch die Teilnehmer.

Durchführung: Die gesamte Sportgruppe wird in einzelne kleine Gruppen aufgeteilt (möglichst gleiche Belastbarkeit). Die Gruppen starten zeitversetzt und gehen den Parcours

von Hütchen zu Hütchen. 3 Regeln: immer zum gegenüberliegenden Hütchen gehen, an Rot rechts abbiegen, an Gelb links abbiegen. Ein Durchgang ohne Geräte. Im 2. Durchgang nehmen sich die Teilnehmer des 1. Clubs die Geräte aus der Kiste 1, die Teilnehmer des 2. Clubs aus der Kiste 2 usw., führen zuvor vorgegebene Übungen durch und gehen den Parcours entsprechend weiter.

gang ohne Geräte. Im nächsten Durchgang dann die Geräte aus der nächsten Kiste nehmen und paddeln o.ä., je nach Gerät … Immer einen Durchgang mit und einen Durchgang ohne Geräte gehen.

Variationen: • Ab Ausgangspunkt den Parcours in entgegengesetzter Richtung durchgehen, d.h. an Rot links und an Gelb rechts abbiegen. • Andere Anordnung der Hütchen

Übungen: Hantel-Walking, mit dem Stab paddeln, Ball übergeben vor und hinter dem Körper o.ä.; Ballprellen empfiehlt sich nicht, wegen des hohen koordinativen Anspruchs, so dass ein für das Ausdauertraining notwendiges Gehtempo nicht gehalten werden kann bzw. Ballverlust zur Unterbrechung der Ausdauerbelastung führt. Nach einem Durchgang werden die Geräte wieder zurückgelegt und es folgt ein Durch-

Anmerkung: Die Teilnehmer bauen den Parcours selbst auf! Dazu die Skizze (DIN 3 und laminiert) entsprechend den Teilnehmern zeigen und nicht an der Wand aufhängen! Der ÜL sollte nur unterstützend als Hilfe ins Geschehen eingreifen! Anne Piepel-Taeger, St.-Antonius-Hospital Eschweiler e.V.

Der ÜL sollte die Skizze nur zeigen, nicht an der Wand aufhängen Die Gruppe soll in kleine Gruppen aufgeteilt werden

Anhand der Anleitung sollen die Teilnehmer den Parcours aufbauen

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SPORT REGIONAL

Die beiden Dortmunder Mannschaften mit ihren Trainerinnen waren mit ihrem Abschneiden zufrieden Im Spiel Dortmund 1 gegen Dortmund 2 siegte die erste Mannschaft souverän

Norddeutsche Torball-Meisterschaft

Dortmund sichert sich den Titel Am 18. Januar 2014 fand in der Sporthalle „Gartenstadt“ in Dortmund die Norddeutsche Meisterschaft im Torball statt. Neben zwei Teams des ausrichtenden Blinden- & Sehbehinderten-Sportvereins Dortmund (BSSV) nahmen die Mannschaften aus Borgsdorf (Brandenburg), aus Halle und Magdeburg (Sachsen-Anhalt), die Spielgemeinschaft Langenhagen/Wilhelmshaven (Niedersachsen) und Teams aus Kassel, Marburg und Frankfurt (Hessen) sowie aus Dortmund-Kirchderne (NRW) teil. Den Spielern der Mannschaft I des BSSV mit ihrer Trainerin Nina Wolf merkte man bereits im ersten Spiel an, dass sie den Vorjahreserfolg unbedingt wiederholen wollten. Entsprechend konzentriert gingen sie das Turnier an und gewannen das Eröffnungsspiel gegen die Vereinskameraden vom Team Dortmund II souverän mit 5:0. Anschließend wurde Magdeburg ungefährdet 5:2 besiegt. Nachdem man gegen Kassel etwas Schwierigkeiten hatte, ging der BSSV I durch zwei gut herausgespielte Tore von Helmut Jürgen mit 2:1 als Sieger vom Feld. Anschließend überzeugte der aktuelle Vizemeister mit einer starken Abwehrleistung und zwei schönen Toren von Hasan Koparan und schlug Borgsdorf mit 2:0! Die Null stand auch gegen Marburg. Hier zeigte der BSSV Dortmund, dass er auch über eine starke Offensive verfügt, und fegte die Hessen

mit 6:0 vom Platz. Frankfurt, das zweite hessische Team, wurde ebenfalls mit einer beachtlichen Angriffsleistung 5:2 besiegt.

Spannendes Derby Im Derby gegen Dortmund-Kirchderne gab es eine sehr spannende Begegnung. Auch diese Partie wurde zugunsten des Gastgebers entschieden und ging 4:2 aus. Gegen Langenhagen tat man sich zwar zunächst schwer, aber durch das erste Tor von Kevin Barth für den BSSV und zwei schicke Tore von Carsten Bender holte man mit 3:0 einen Pflichtsieg. Im letzten Spiel gegen Halle wollte es der BSSV wissen und führte zur Pause überlegen mit

2:0. Aber in der zweiten Halbzeit drehte das Team aus Sachsen-Anhalt das Spiel um und führte zwischenzeitlich mit 3:2. Die Schwarzgelben ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und holten mit dem 3:3 noch ein Unentschieden heraus. Am Ende des Tages hatte das Team aus Dortmund acht Siege und ein Unentschieden auf dem Konto. Der BSSV Dortmund verteidigte damit seinen Titel und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaft am 15.3.2014 in Berlin. Für Dortmund I spielten: Carsten Bender, Cengiz Koparan, Hasan Koparan, Helmut Jürgen und Kevin Barth. Coach: Nina Wolf Text und Bilder: Karl-Heinz Lauer

Abschlusstabelle: Norddeutsche Torball-Meisterschaft Platz

Mannschaft

Tore

Punkte

1

Dortmund I

35:10

17:1

2

Marburg

30:18

14:4

3

Frankfurt

28:19

11:7

4

Kirchderne

26:19

10:8

5

Borgsdorf

19:16

9:9

6

Dortmund II

17:31

8:10

7

Halle

16:25

6:12

8

Kassel

24:39

6:12

9

Langenhagen/Wilhelmshaven

19:30

5:13

10

Magdeburg

28:35

4:14

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G-Judo

Ippon für Geldern und Leverkusen Bei den Landesschulmeisterschaften im G-Judo in Duisburg wurde hart um jeden Sieg gekämpft. Am 31.1.2013 fanden in der Sportschule Duisburg die zehnten Landesschulmeisterschaften im G-Judo statt. Obwohl nur noch zwei Jungen- und zwei Mädchenmannschaften pro Schule zugelassen werden konnten, gingen immer noch 14 Jungenund acht Mädchenmannschaften an den Start. Die Meldebegrenzung musste eingeführt werden, da besonders die Schüler der Förderschulen für geistige und motorische Entwicklung den Unterricht mit zeitlich fest verankerten Schulbussen besuchen und eine Verlegung der Busabfahrtszeiten in den einzelnen Schulen kaum möglich ist. So können die Judowettkämpfe bei diesen Landesmeisterschaften nicht vor 10:00 Uhr morgens beginnen und müssen spätestens um 13:30 Uhr abgeschlossen sein. Schwerstarbeit mussten an diesem Tag die eingesetzten Kampfrichter leisten. Um die Schulmeisterschaften im vorgegebenen Zeitfenster durchführen zu können, wurde kurzerhand, nach Absprache mit der Chefkampfrichterin Brigitte Laskowski, beschlossen, auf drei Judomatten zu kämpfen. Auch wurden schon die neuen Haltegriffzeiten probeweise eingeführt, so dass bereits nach 20 Sekunden der Sieg (Ippon) ausgesprochen werden konnte. Die redu-

zierten Haltezeiten wirkten sich auf das Wettkampfniveau keineswegs negativ aus, zumal die Kampfrichter das notwendige Feingefühl für die teilnehmenden Judoka mit einer geistigen und/oder körperlichen Behinderung aufwiesen. Arbeitslos blieb an diesem Tag nur der Mattenarzt, Dr. Schirmer. Es gab auch dieses Mal keine Verletzungen und am Ende nur glückliche Gesichter. Die Mannschaften bestanden aus jeweils fünf Kämpfern in den Gewichtsklassen –50 kg, –60 kg, –70 kg, –80 kg und +80 kg bei den Jungen und –40 kg, –50 kg, –60 kg, –70 kg und +70 kg bei den Mädchen. Die Jungen kämpften in vier Gruppen, jeweils jeder gegen jeden. Die Siegermannschaften der einzelnen Gruppen, die Alfred-Delp-Schule aus Hamm, die Mosaikschule aus Grevenbroich, die Waldschule aus Hünxe und die Don-Bosco-Schule aus Geldern, trafen im Halbfinale aufeinander. Hier setzten sich die jungen G-Nachwuchskämpfer aus Hamm und Geldern durch, so dass sie im anschließenden Finale aufeinandertrafen. Das Finale war eine äußerst knappe und hochdramatische Angelegenheit. Beide Schulmannschaften schenkten sich nichts,

und so musste der letzte Kampf über den Landestitel entscheiden. Hier hatten die Gelderner Judoka mit Sven Gregor ihren stärksten Kämpfer, so dass am Ende die Don-Bosco-Schule die Landesschulmeisterschaften für sich entscheiden konnte. Die Mädchen kämpften in zwei Gruppen, jeweils jede gegen jede. Die ersten beiden der einzelnen Gruppen, die Hugo-Kückelhaus-Schule aus Leverkusen, die Montessori-Schule aus Brühl, die Schule am Nordpark aus Wuppertal und die Waldschule aus Hünxe, trafen im Halbfinale aufeinander. Hier setzten sich die Mädchen aus Leverkusen und Wuppertal durch, so dass sie im anschließenden Finale aufeinandertrafen. Aber auch hier stellte sich schnell heraus, dass die Mädchen der HugoKückelhaus-Schule ihren Gegnerinnen klar überlegen waren. Sie konnten mit einem 4:1-Sieg ihren Landestitel verteidigen. Zum Schluss gab es für alle Judoka Medaillen und Urkunden. Die Hugo-Kückelhaus-Schule aus Leverkusen und die Don-Bosco-Schule aus Geldern erhielten den Ehrenpokal des Behinderten-Sportverbandes NordrheinWestfalen. Text: Dr. W. Janko

Endstand Jungen

Fotos: A. Geist

Die Wettbewerbe der Mädchen waren bis zum Schluss spannend

1. Don-Bosco-Schule Geldern 1 2. Alfred-Delp-Schule Hamm 3. Mosaikschule Grevenbroich 3. Waldschule Hünxe 5. Schule am Nordpark Neuss 1 5. Don-Bosco-Schule Geldern 2 5. Schule am Nordpark Wuppertal 1 5. Montessori-Schule Brühl 9. Schule am Nordpark Neuss 2 9. Comeniusschule Essen 9. Schule am Nordpark Wuppertal 2 9. Hugo-Kückelhaus-Schule Leverkusen 1 13. Helen-Keller-Schule Ratingen 13. Hugo-Kückelhaus-Schule Leverkusen 2

Endstand Mädchen 1. Hugo-Kückelhaus-Schule Leverkusen 2. Schule am Nordpark Wuppertal 3. Waldschule Hünxe 3. Montessori-Schule Brühl 5. Mosaikschule Grevenbroich 5. Alfred-Delp-Schule Hamm 7. Don-Bosco-Schule Geldern 7. Schule am Nordpark Neuss

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SPORT REGIONAL

Dezentrale Leistungsdiagnostik in Köln

Erhebliche Verbesserung Ende Januar 2014 fand zum fünften Mal unter der Leitung von Marion Haas-Faller (BSNW/Stützpunkttrainerin) und Landestrainer Schwimmen/Nachwuchs Lukas Niedenzu am Paralympischen Stützpunkt Köln/Leverkusen eine Leistungsdiagnostik in Zusammenarbeit mit dem Olympia-Stützpunkt Rheinland und der Sporthochschule Köln statt. Eingeladen waren die Bundes- und Landeskaderathleten im Schwimmen aus NRW. Ziele dieses Wochenendes waren die Ermittlung des aktuellen Leistungsstandes sowie allgemeiner und schwimmspezifischer Voraussetzungen und das Aufdecken von Stärken und Schwächen. Neben dem Vermitteln von Trainingsempfehlungen und Technikhinweisen stand auch noch die Durchführung einzelner Testreihen an, wie sie im Rahmen der komplexen Leistungsdiagnostik (KLD) zweimal jährlich mit der Nationalmannschaft in Berlin stattfinden. Die an diesem Wochenende erzielten Ergebnisse können wir nun in den direkten Vergleich zu den Ergebnissen der letzten KLD setzen. Auf den ersten Blick konnte man schon sehen, dass alle Sportler im Vergleich zum Vorjahr erhebliche Verbesserungen in Kraft und Ausdauer erzielten.

Oben: Hannes Schürmann gehört zu NRWs hoffnungsvollsten Talenten und schwimmt regelmäßig vorne mit

Als Einstieg ins Wochenende wählten wir eine Athletik- und Spieleeinheit, in deren Anschluss eine Einführung in die Sportpsychologie mit Birte Steven (Sportpsychologin) stattfand. Währenddessen wurden die ersten Sprungtests durch Dr. Bloch (Sporthochschule) durchgeführt.

Unten: Ein ausgiebiger Krafttest gehört in der Leistungsdiagnostik dazu

Der zweite Tag begann für die Gruppe 1 mit einer Einheit Ausdauer- bzw. Techniktraining.

Gruppe 2 absolvierte in dieser Zeit die ersten Kraftmessungen an der Sporthochschule mit Tobias Alt. Am Nachmittag standen für Gruppe 1 die Kraftmessungen an. In der anschließenden gemeinsamen Wassereinheit wurde wieder im Grundlagenbereich und an der Technik der jeweiligen Hauptschwimmart hart und konzentriert gearbeitet.

Erfolge geben recht In der Abschlusseinheit am Sonntagmorgen absolvierten die Schwimmer einen Ausdauer-Stufentest nach Pansold. Die Laktatmessungen und die Auswertung der Ergebnisse übernahmen Mitarbeiter des OSP-Rheinland, der schon seit längerem die Athleten am Paralympischen Trainingsstützpunkt Köln/Leverkusen betreut. Die Ergebnisse der Leistungsdiagnostik des vergangenen Jahres haben uns in die Lage versetzt, Stärken und Schwächen besser zu erkennen, so dass wir im vergangenen Jahr noch gezielter im Wasser und an Land gearbeitet haben. Die Trainingssteuerung der einzelnen Athleten konnte erheblich verbessert werden, und die Erfolge des vergangenen Jahres sprechen eine deutliche Sprache. Marion Haas-Faller

LANDESMEISTERSCHAFTEN TISCHTENNIS

VSG Rheinhausen in Hochform Bei den vom Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen am 26. Januar 2014 in Wuppertal ausgerichteten Landesmeisterschaften im Tischtennis für die Wettkampfklassen (WK) 6 bis AB waren die Akteure der VSG Rheinhausen mit insgesamt acht Medaillen überaus erfolgreich. Mit Erwin Pinno im Einzel in der WK der Allgemeinversehrten der Altersklasse (AK) 60–69 Jahre stellte die VSG den Landesmeister; Bruder Willi gelang es

im Doppel der WK 6–9 ebenfalls, den Titel zu erreichen. Im Einzel der WK 8 der AK 60–69 errang Willi Pinno noch zusätzlich die Vizemeisterschaft; jeweils Bronze gab es für Jürgen Müller im Doppel WK 6–9 und im Einzel der WK 8 60–69. Thomas Döring errang ebenfalls Bronze im Einzel der WK 6, Hartmut Wilhelm in der WK AB 70 und älter. Darüber hinaus erhielt Dietmar Welskes im Doppel WK 10+AB die Bronze Medaille für den dritten Rang. Uwe Kurzweg

Mit Medaillen dekoriert kehrten die Senioren der VSG Rheinhausen aus Wuppertal zurück aktiv dabei | 03/14 | 27

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NEUE INITIATIVE

Athleten für sauberen Sport Die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland (NADA) hat die Initiative „ALLES GEBEN, NICHTS NEHMEN“ ins Leben gerufen und Anfang Februar in Berlin vorgestellt. Unterstützt wird die NADA dabei von namhaften Spitzensportlern. Die ehemalige Eisschnellläuferin Anni Friesinger-Postma, der Boxer Wladimir Klitschko sowie unser Leichtathlet Heinrich Popow zeigen Flagge für den sauberen Sport. „Ich unterstütze die NADA, weil sie uns Athleten dabei hilft, den Sport sauber zu halten, und damit den Werten des Sports eine Zukunft gibt,“ so Heinrich Popow. Die NADA-Initiative finden Sie unter www.alles-geben-nichts-nehmen.de

Heinrich Popow setzt sich für sauberen, dopingfreien Sport ein

Foto: TSV Bayer 04 Leverkusen

Bei der NADA-Initiative für saubere Leistung kann jeder mitmachen. Die NADA hat die Plattform für alle geschaffen, die zeigen wollen, dass sie sauber sind oder

Wir trauern um unsere Verstorbenen Erlbruch, Walter BSG Wesseling e.V. Ertel, Klaus BSG Wesseling e.V. Goertz, Maria BS Nettetal e.V. Hunkirchen, Anita BSG Wesseling e.V. Käsler, Helmut BSG OberhausenSterkrade e.V. Machmüller, Heinz-Jürgen BSG Menden/Sauerland e.V. Opitz, Milda BSG Oberhausen-Sterkrade e.V. Verhülsdonk, Elisabeth BSG Oberhausen-Sterkrade e.V. Weichert, Dieter BSG Krefeld e.V. Wienisch, Margret BSG Oberhausen-Sterkrade e.V.

sich für den sauberen Sport einsetzen. Jeder kann mitmachen, entweder durch ein Foto, durch das Tragen der NADAT-Shirts oder -Buttons oder durch eine Spende. Die ersten 100 „ALLES GEBEN NICHTS NEHMEN“-Shirts sind kostenlos. Sende einfach eine E-Mail an info@nada. de mit Deiner Adresse und Deiner Größe, dann sendet die NADA Dir ein „ALLES GEBEN, NICHTS NEHMEN”-Shirt zu. Im Zuge der Initiative hat die NADA auch ihr Logo und ihr Aussehen verändert. Neu ist auch die URL ihrer derzeitigen Website. Ab sofort ist die NADA unter www.nada.de zu erreichen. Ebenso sind die praktische NADA-Beispielliste zulässiger Medikamente und die „Medicard 2014“ ab sofort auf der NADAHomepage und auf der DBS-Seite unter http://www.dbs-npc.de/anti-dopingdownloads.html zum Download abrufbar.

PRAXISTEST

Sind Radfernwege in NRW barrierefrei? Dies möchte die Ruhr Tourismus GmbH als Projektträgerin des „RuhrtalRadwegs“ und der „Römer-Lippe-Route“ für ihre Radwege in Zusammenarbeit mit dem Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen herausfinden. Daher starten wir Anfang April einen interessanten Praxistest. Weltmeister und Paralympics-Medaillengewinner Hans-Peter Durst und Lily Anggreny, eine der erfolgreichsten DBS-Athletinnen in Rennrolli und Handbike, gehen für uns auf Tour. Beim „RuhrtalRadweg“ (230 km) stehen für Hans-Peter Durst vier Übernachtungen auf der Strecke von Winterberg nach Duisburg auf dem Programm. Für die „Römer-Lippe-Route“ Detmold–Xanten (295 km) wird Lily fünf Tage brauchen. Wir werden auf unserer Internetseite www.bsnw.de fortlaufend über die Touren berichten und Daten, Zeiten und Orte mitteilen, wo Sie die beiden und ihre Begleiter treffen können. Gerne können Sie Hans-Peter und Lily auch ein Stück begleiten. Aber Kondition sollten Sie schon mitbringen, denn eine Tagesetappe hat rund 60 Kilometer. Falls Sie sich vorab über die Radwege informieren wollen, besuchen Sie diese einfach im Internet: www.roemerlipperoute.de oder www.ruhrtalradweg.de. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme! Natürlich freuen wir uns auch über Feedback von Handbikern/Rollstuhlfahrern, die schon erste Erfahrungen am „RuhrtalRadweg“ bzw. auf der „Römer-LippeRoute“ gemacht haben.

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NACHRICHTEN AUS DEM VERBAND

Neue Vereine im BSNW VC Bottrop 90 e.V. Bottrop

Barmer Turn-Verein 1846 Wuppertal Wuppertal

Verein Herner Kegler e.V. Herne

Special Bike Academy e.V. Dorsten

Wassersportfreunde Remscheid e.V. Remscheid

Sp.V. Jungblut 1910 Born e.V. Brüggen

PRO-REVITA Wetter e.V. Wetter

Institut für Bewegungs- u. Sportmedizin Wuppertal e.V. Wuppertal

Turnverein Einigkeit 07/52 Waltrop e.V. Waltrop

ZAR Ibbenbüren e.V. Ibbenbühren

Breitensportgemeinschaft Großdornberg e.V. Bielefeld

Ehrungen Februar 2014 Treuenadel 25 Jahre

10 Jahre Mitgliedschaft

Nachtrag aus Dezember 2013

BSG Kevelaer e.V.

BSG Dortmund-Mengede e.V. Alfred Braun, Angelika Braun, Martha Feige, Hedda Venschröder

Leider wurden einige Ehrungen nicht veröffentlicht. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen und gratulieren nachträglich:

Plettenberger Sportclub e.V. Koronarsportgruppe Dieter Betzler, Gerhard Schütz, Heinrich Eckstein, Jochen Richter

10 Jahre Mitgliedschaft

Ida Heckens, Magdalene Schiffer, Hildegard Voß BSG Oberhausen-Sterkrade e.V. Johanna Ixkes, Anni Klein Reesink, Ilse Schulte zur Hausen, Walburga Wissen BSG Dortmund-Mengede e.V. Josef Buberl, Eva Lammering, Werner Lammering, Erika Stöhr, Josef Stöhr BSG Dortmund e.V. Richard Lawo BSG Eschweiler Helga Seeger, Walter Seeger BSG Velbert e.V. Erika Scharfenberg BSG Bochum-Hövel e.V. Hedwig Kreuz BSG Warendorf e.V. Waltraud Batram, Heinrich Berning, Stefan Mundmann, Petra Piech, Werner Schwaer Ehrenzeichen in Silber BSG Valbert e.V. Agnes Knabben Verein für Bewegung, Sport und Gesundheit Espelkamp e.V. Dr. Petro-Alexander Rarei Ehrenzeichen in Bronze Verein für Bewegung, Sport und Gesundheit Espelkamp e.V. Annika Halwe-Bommelmann, Gertrud Gerdom

15 Jahre Mitgliedschaft Plettenberger Sportclub e.V. Koronarsportgruppe Henryk Rusche, Klaus Hägerbäumer 30 Jahre Mitgliedschaft BSG Kevelaer e.V. Theo Aymans, Elisabeth Thürlings 40 Jahre Mitgliedschaft BSG Oberhausen-Sterkrade e.V. Josef Papierz BSG Bockum-Hövel e.V. Kasper Franke, Paul Karger BSG Warendorf e.V. Monika Teepe 20 Jahre Vereinsjubiläum SC Viktoria Bottrop 50 Jahre Vereinsjubiläum

BSG Essen e.V. Karin Angenendt, Walter Bremer, Else Bruns, Gabriele Dung, Maria FunkeKaiser, Jens Harnischmacher, Nicole Heimann, Roswitha Henningschmidt, Friedhelm Hünselar, Magdalene Junior, Isolde Karner, Gisela Mikolajek, Waltraud Ort, Erika Pierdziwol, Gisela Seussel, Ralf Ständer, Tatjana Polten, Bernhardine Teufer, Hildegard Thoms, Gerhard Trink, Doris Wagner, Therese Werker 15 Jahre Mitgliedschaft BSG Essen e.V. Tim Ajili, Volker Gesell, Heinz Höning, Klaus Lohmann, Ulrich Ruhrmann, Sabine Schönhense, Hildegard Schoppe, Horst Wagner, Jutta Wagner, Mirko Wagner 20 Jahre Mitgliedschaft BSG Essen e.V. Matthias Brell, Börje Lindmark, Friedhelm Sander 30 Jahre Mitgliedschaft

BSG Valbert e.V.

BSG Essen e.V. Käthe Wahl, Marianne Willems

BSG Erftstadt 1964 e.V.

40 Jahre Mitgliedschaft

50 Jahre Mitgliedschaft

BSG Essen e.V. Hanna Grendel

BSG Dortmund e.V. Heinrich Senga BSG Eschweiler Wilhelm Trillen

45 Jahre Mitgliedschaft BSG Essen e.V. Theo Küppers aktiv dabei | 03/14 | 29

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NACHRICHTEN AUS DEM VERBAND

MALWETTBEWERB STARTE T

„Wenn ich fliegen könnte“ Gleich zu Beginn des neuen Jahres startet wieder das große Malprojekt für Kinder mit und ohne Körperbehinderung. „Wenn ich fliegen könnte“ lautet diesmal das Thema des Wettbewerbs, an dem sich wieder Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren beteiligen können. Das Bild sollte ausschließlich im Hochformat (DIN A4) und mit deckenden Farben gemalt werden. Bitte keine Bleistiftzeichnungen und Collagen einsenden. Aus den schönsten Einsendungen wählt die Jury des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. zwölf Monatsbilder und ein Titelbild für den Kalender „Kleine Galerie 2015“ aus. Der Einsendung sollen neben dem Originalbild mit Titelangabe m rin (kein Passbild) beiliegen. Alle eingereichten Bilder bleiben Eigentu auch ein kurzer Steckbrief und ein Foto des Künstlers/der Künstle r theime Altkrau , Galerie“ ausgefüllten Steckbrief an: BSK e.V., „Kleine des BSK e.V. Einsendungen bis 11. April 2014 zusammen mit dem ief Steckbr Der r@bsk-ev.org oder telefonisch unter: 06294/428144. Straße 20, 74238 Krautheim. Alle weiteren Infos per E-Mail an: Kalende kann hier heruntergeladen werden: http://www.bsk-ev.org/jugend

Be the Best Teamer

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KEGELN

Schiedsrichter gesucht Liebe Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, liebe Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter, in der Sportart Kegeln – Schere – haben wir, wie auch in den anderen Sportarten, einen erheblichen Schiedsrichtermangel. Daher meine Bitte: Überlegt einmal, ob das etwas für euch wäre und sprecht mit euren Sportkameradinnen und Sportkameraden, damit diese sich ausbilden lassen. Ein Termin für die Schiedsrichterausbildung steht fest: Samstag, den 26.04.2014 von 10:00 bis 16:00 Uhr Ort: Sporthalle Im Sportpark 20 44652 Herne (Wanne Eickel) Telefon 02325/968300 Weitere Informationen erhaltet ihr bei: Josef Felten Tel.: 0241/47583787 E-Mail: joseffelten@netcologne.de Mit sportlichen Grüßen Josef Felten Spielleiter Kegeln

DER NAME IST PROGRA MM! Sei Teamer des Bernd -Best-Turniers, ein Teil des großen Ganzen, lebe den besond eren Spirit und trage die sen stets bei dir. ALLES IM GRÜNEN BERE ICH! Wir haben Spaß bei der Sache, engagieren uns für das Wachsen des Turniers und die Weiterführung von Jahr zu Jahr. Grün, die Farbe des Lebens und der Hoffnung . Du erhältst dieses Bä ndchen gegen eine Spe nde (von mind. 5 €) während des Turniers im Turnierbüro Hö henhaus (Sporthalle B) oder ab Mit te März auf Anfrage in der BSNW Geschäftsstelle (wolfram @bsnw.de)

Bosselspiel gesucht Die Turngesellschaft Hemer sucht für ein Bosselspiel neue Bürstenteller bzw. ein Bosselspiel mit guten Bürsten. Wer helfen kann, wendet sich bitte an: Alfred Ebbinghaus Tel.: 02372/10260 oder Peter Kowalski, Geschäftsführer Turngesellschaft Hemer Tel.: 0178/5114066

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