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Weinstetter Hof


Die Geschichte des Weinstetter Hofes Als der Firmeninhaber, Dr. Carl-Heiner Schmid 1985 den Weinstetter Hof erwarb, konnte er in seinen kühnsten Träumen noch nicht ahnen, welch historisch wertvolles Juwel er erwarb. Von 1985 -1987 wurde das Hofgut, die Sommerresidenz des Malteserordens, als Niederlassung der Malerwerkstätten Heinrich Schmid, umgebaut. Aus den ehemaligen Stallungen und Ökonomiegebäuden wurden Büro-, Werkstatt- und Lagerräume. Die Villa und das Herrenhaus, mit ihren wertvollen Stuckdecken, verfielen in einen Dornröschenschlaf. An diesen beiden historischen Gebäuden wurde im Sommer 2010 mit den Renovierungs- und Restaurationsarbeiten begonnen.

Weinstetter Hof 1985, Blick auf die Villa


Bei einem Rundgang durch den Weinstetter Hof begegnen uns Geb채ude, Bauteile und Ausstattungsdetails aus unterschiedlichen Zeiten. Solange der Weinstetter Hof besteht, wurde gebaut und ver채ndert. Immer wieder musste renoviert und das Vorhandene den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden. Verschiedene Bauepochen und Baustile mischen sich und bilden doch ein faszinierendes Ganzes. Man kann sich vom gelungenen Ensemble faszinieren lassen, das sich harmonisch zusammenf체gt. Und man kann sich durch die Renovierung und Freilegungen anstecken lassen, um einen Blick auf die Details und die Geschichte dieser einzigartigen Anlage zu werfen.

Ehemaliges Verwaltergeb채ude vor der Restauration

Villa mit Taubenhaus


Urkunde vom Verkauf des Weinstetter Hofes durch die Herren von Ăœsenberg an die Johanniter in Freiburg aus dem Jahr 1271


Geschichte des Weinstetter Hofes Zusammenfassung der wichtigsten Daten der Anlage über die Jahrhunderte.

Wappen auf dem Weinstetter Hof

896 wurde das Hofgut Weinstetten unter dem Namen „Vizzilistat“ erstmals geschichtlich erwähnt. Es ist eines der ältesten Gebäude der Gegend. 1139 wird das Hochstift Basel als Besitzer des Weinstetter Hofes genannt. 1230 bekommt Otto von Staufen den Hof, zusammen mit umfangreichen Ländereien. Er war auch Herr des Kloster St. Trutpert, mit dem er sich wegen der Abgaben ständig im Streit befand. 1271 verkaufen Hesso und Rudolf von Uesenberg den Weinstetter Hof, den sie von Otto von Staufen erworben hatten, an die Johanniter zu Freiburg für 30 Pfund Silber. Der internationale Orden der Johanniter entstand 1040 im Hospital der Kirche des heiligen Johannes zu Jerusalem. Adelige Kreuzritter schlossen sich zusammen, um den Glauben mit der Waffe zu verteidigen und den Armen und Kranken zu dienen.

Großprior Wipert von Rosenbach 1601 – 1607

1272 schenkt Gottfried von Staufen das Hofgut Heitersheim den Johannitern. Beide Hofgüter, Weinstetten und Heitersheim, waren Filialen der Ordenskommende Freiburg. 1331 gelangen die Kirche und das ehemalige Dorf Weinstetten in den Besitz der Johanniter. 1350 wurde Heitersheim zur eigenständigen Kommende des Johanniterordens. So kam auch die Gerichtsbarkeit an die Johanniter zu Heitersheim, die bald zu einem der größten Grundherren der Gegend wurden.

Großprior Fürst Goswin Hermann von Merveldt 1721 - 1727


Kellergewölbe, ältester Teil des Weinstetter Hofes im Keller der Villa

Gewölbemauer aus dem 14. Jahrhundert


1428 wurde Heitersheim Sitz des Großpriors. Das Großpriorat erstreckte sich von den Alpen, den Vogesen, bis Ungarn und Skandinavien. 1482 war die große Rheinüberschwemmung. Die Stadt Neuenburg und das Dorf Weinstetten wurden weggerissen . 1497 wurde die Kapelle in Weinstetten wieder aufgebaut 1530 erhielten die Johanniter von Kaiser Karl V. die Insel Malta als Hauptsitz des Ordens und nannten sich seither auch Malteserorden. Die heiligen Stätten der Christen waren längst verloren gegangen. Von Malta aus übernahm der Orden die Verteidigung des christlichen Abendlandes im Mittelmeer gegen die türkischen Eroberer. Dadurch diente die Kommende Heitersheim, wie in anderen Ländern Europas, der Rekrutierung und Ausbildung der Ritter und ihrer Bediensteten. Die Kommenden waren für die Ausstattung mit Personal und Waffen und Finanzierung der Galeerenflotte im Mittelmeer zuständig. 1548 erhob der Kaiser den deutschen Großprior in Heitersheim, Schilling von Cannstatt, in den Reichsfürstenstand. Heitersheim wurde mit seinen zehn Dörfern zum Fürstentum. 1571 in der entscheidenden Seeschlacht von Lepanto, für die in der gesamten Christenheit der Rosenkranz gebetet wurde und so seine Verbreitung erfuhr, waren auch Ritter aus Heitersheim beteiligt.

Ehemalige Eingangshalle der Villa


Treppenturm von 1606


1606 wurde unter Großprior Wipert von Rosenbach (1601-1607) der Treppenturm und die Villa in ihrer heutigen Form, unter Einbeziehung älterer Gebäudeteile, erbaut. 1613 erwarb der Orden das Dorf Eschbach. 1648 wurde Friedrich von Hessen- Darmstadt Großprior des Malteserordens für Gesamtdeutschland. 1653 nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde aus den Ruinen durch Großprior Friedrich von Hessen-Darmstadt die Villa wieder aufgebaut und das Herrenhaus mit dem glanzvollen Stucksaal neu errichtet. 1727 erbaut Großprior, Fürst Goswin Hermann von Merveldt, die Stallungen und die Landwirtschaftsgebäude, die heutigen Büro- und Lagergebäude. 1806 wurden die kirchlichen Besitztümer aufgelöst, und der Badische Staat wurde Eigentümer. Nach kurzer Zeit wurde der Weinstetter Hof an die „Hohe Schule zu Freiburg“ (Universität) verkauft. Die Universität verpachtet das Hofgut jeweils an Pächter mit Laufzeiten von 15 Jahren. 1929 kaufen die Geschwister Schorr den Weinstetter Hof und setzen einen Verwalter ein.

Landwirtschaftliches Anwesen Weinstetter Hof


Villa vor Restaurierung


1950 wurde der Hof an die Badische Landessiedlung verkauft, die im Zuge des Lastenausgleiches den Hof an das Ehepaar Salewski übergeben hat. 19521953 wurde der Natoflugplatz gebaut. Der Hof hat erhebliche Geländeverluste hinnehmen müssen. Er wurde um 50 ha reduziert. 1983 mieten sich die Malerwerkstätten Heinrich Schmid mit Lagerräumen ein. 1985 wurde das Areal von Dr. Carl-Heiner Schmid erworben. 19851987 wurden große Teile des Hofes generalsaniert. 1988 zogen die Malerwerkstätten Heinrich Schmid von Freiburg auf den Weinstetter Hof um. 2010 wurde mit den Restaurierungsarbeiten an der Villa und dem Herrenhaus begonnen.

Die Anfänge der Malerwerkstätten Heinrich Schmid 1984


Die „Villa“

Bauteile und Ausstattungsdetails des Gebäudes stammen aus unterschiedlichen Zeiten. So liegt auf der heutigen Rückseite des Gebäudes ein Treppenturm mit dem sich nach oben schneckenartig windenden Treppenaufgang. Die Halle und die anderen Erdgeschossräume zeigen eine auffällige Stuckierung und ein flaches Kreuzgradgewölbe. Die hölzerne Treppe dagegen ist relativ jung (vermutlich frühes 20. Jahrhundert). Die älteste nachweisbare Phase stellt der Treppenturm mit der Jahreszahldatierung 1606 dar. Großprior in Heitersheim war von 1601 - 1607 Wipert von Rosenbach. Der asymmetrische Grundriss des Gebäudes deutet darauf hin, dass vermutlich auf ein oder zwei Vorgängergebäude eingegangen wurde und diese mit dem Treppenturm zusammengelegt und erschlossen wurden. In diesem Zusammenhang muss auch bereits das Obergeschoss ausgebildet gewesen sein. Die Datierung 1606 erscheint für diese Baumaßnahme glaubwürdig; stellen doch Gebäude mit einem Schneckenturm an der Hauptansichtsfassade ein typisches Architekturdetail an herausragenden Gebäuden des Breisgaus dar. Der 30jährige Krieg (1618 - 1648) hatte über den Landstrich große Zerstörung und Not gebracht. Vermutlich ist in diesem Zusammenhang auch dieses Gebäude in Mitleidenschaft gezogen worden. Durch bauhistorische Untersuchungen von B. Lohrum (Bauforscher, Kenzingen) konnte festgestellt werden, dass die verwendeten Balken des Dachstuhls sowie der Fachwerkskonstruktion im Obergeschoss ein einheitliches Fälldatum vom Sommer 1653 aufweisen. Offensichtlich hat Großprior Friedrich von HessenDarmstadt in großer Eile die Fertigstellung vorangetrieben Auf dem ältesten Verputz im Obergeschoss lassen sich aufwendige Bemalungen feststellen. Hierbei handelt es sich um Fachwerkfelder mit Bänderungen in Grau, Dunkelgrau und Rot auf weißem Grund. In dieser Form war vermutlich ein Großteil der Wandflächen (Außen- und Innenwände) des Obergeschosses gestaltet.

Schneckenartiger Treppenaufgang im Turm von 1606

Floralbemalung der Kassettenfelder im Obergeschoss der Villa


Deckenstuck in der Kapelle


Die Decken zeigen hierzu eine einfache Rankenbemalung, im nördlichen Teil eine aufwendigere Floralbemalung mit einzelnen Kassettenfeldern. Dieser Bestand ist heute nicht mehr sichtbar, da er sich unter den jüngeren Oberflächen des 19. und des 20. Jahrhunderts verbirgt. Beispiele der Kassettenfelder sind ausgestellt. Kurze Zeit nach der oben beschriebenen Gestaltungsphase wurde der Stuck in einem der Obergeschossräume sowie in allen Erdgeschossräumen eingebracht. Alle Flächen waren ohne Farbabsetzung in einem hellen Beigeton (braun-gelblich) gestrichen. Der große Erdgeschossraum, nördlich neben der Eingangshalle, wurde aufgrund der Baubefunde mit großer Wahrscheinlichkeit als Kapellraum indentifiziert. Bei der Bauuntersuchung konnte weiter festgestellt werden, dass sich ältere Wandmalereien erhalten haben. Derzeit ist ein Darstellungsdetail an der Westwand bekannt. Dort ist eine Figur dargestellt, deren rechte Hand und ein Teil des Oberkörpers mit Gewand frei liegen.... Im Fassadenbereich konnten zur Wiederaufbauphase ab 1653 ebenfalls besondere Details festgestellt werden. Das Fachwerk war außen mit profilierten Balken gestaltet, die mindestens zwei rote Farbanstriche erhalten haben. Die prächtige Gestaltung der Innenräume hatte hier auch im Außenbereich ein Äquivalent. Die Fensteraufteilung, im Erdgeschoss mit Steingewänden, im Obergeschoss mit Holzgewänden, stammt aus dieser Bauphase. Spätere Umbauten im 18. und 19. Jahrhundert haben diese älteren Bemalungen entfernt bzw. durch Überputzen und Verkleiden abgedeckt. Auch Änderungen nach Abbruch des 3/8- Schlusses im Bereich der Kapelle führten zu Änderungen im Obergeschoss. Dort wurden neue Wandbereiche eingefügt und Fensteraufteilungen verändert.

Stuckarbeiten im Erdgeschoss

Ältere Wandmalereien


Restaurierung 2010


Landgraf Friedrich von Hessen-Darmstadt (1616-1682), Großprior in Heitersheim (1648- 1682), Erbauer von Villa und Herrenhaus auf dem Weinstetter Hof Landgraf Friedrich von Hessen regierte 1647 - 1682 als Großprior in Heitersheim. Während seiner Regentschaft ließ er den Weinstetter Hof als Sommerresidenz des Malteserordens ausbauen. 1635 kommt er zum zweiten Mal nach Rom, wo er nach kürzester Zeit durch seinen prunkvollen Lebensstil überschuldet war. Seit einem kurzen Aufenthalt auf der Insel Malta war er begeistert vom Malteserorden, der dem europäischen Adel die Möglichkeit bot, nachgeborene Söhne standesgemäß zu versorgen. 1637 mit 20 Jahren konvertiert er zum katholischen Glauben und trat in den Orden der Malteser ein. Er pflegte einen aufwendigen Lebensstil, reiste gerne und hielt sich viele Jahre in Rom auf. 1640 wurde er zum Koadjutor (Stellvertreter) des Fürst- Großpriors des Deutschen Reiches ernannt, in Malta ernannte man ihn zum Admiral. Sein Bruder Georg, der Landgraf von Hessen-Darmstadt, verschaffte ihm die Mittel, eine Flotte auszurüsten, mit der er die Türken in der Seeschlacht von Goletta bei Tunis besiegte.

Bildnis und Wappen des Großpriors Fürst, Kardinal Friedrich von Hessen


1650 war Friedrich von Hessen- Darmstadt Inhaber von drei Ordenskommenden des Malteserordens

1652 wurde er von Papst Innozens X auf Vorschlag des Kaisers zum Kardinal ernannt, ohne zum Priester geweiht zu sein.

1652 -1655 residierte er erstmals in Heitersheim 1652 -1659 ist er wieder in Rom 1659 - 1666 zurück in Heitersheim 1666 ernannte ihn Kaiser Leopold I. zum Kardinalsprotektor für das Deutsche Reich, also zum Botschafter im Vatikan. Er residiert nun die nächsten 10 Jahre in Rom.

1671 wurde er zum Erzbischof von Breslau berufen 1672 wurde er zum Priester geweiht 1673 wird er zum Bischof geweiht 1675 wurde er vom Kaiser zum Oberhauptmann

über Schlesien ernannt und ließ sich in Breslau nieder

Wappen von Papst Alexander VII (1655 - 1667) im Fürstensaal des Herrenhauses

1682 stirbt er und wird in der Kapelle der Heiligen Elisabeth im Dom zu Breslau beigesetzt


Das „Herrenhaus“ Das Herrenhaus stellt, als schmaler lang gestreckter Bau, mit seinen beiden Nord- und Ostmauern einen Teil der Begrenzungsmauer des Weinstetter Hofs dar. Erbaut wurde es, wie der letzte Ausbau der „Villa“, im Jahre1653 (Dendrochronologie). Das zweigeschossige Gebäude weist im Erdgeschoss heute vier Räume auf, welche mit flachem Kreuzgradgewölbe versehen sind. An den Graten und entlang der Wände sind aufwendige Stuckbänder vorhanden. Zum Teil sind auch die Fensternischen mit breiten Stuckprofilen gerahmt. Die Erdgeschossräume können als Wirtschaftsräume im Sinne einer Küche, Vorratsraum und Lagerraum indentifiziert werden. Durch einen ehemaligen schmalen Treppenaufgang, im heute zentral angeordneten Raum, konnten die Obergeschoßräume erreicht werden. Dieser diente vermutlich der internen organisatorischen Zugänglichkeit. Der offizielle Zugang zum Obergeschoss war über benachbarte Gebäudeteile, äußere Aufgänge oder über einen Laubenaufgang möglich. Somit waren Ergeschoss und Obergeschoss, mit Ausnahme des kleinen Dieneraufganges, auch organisatorisch getrennt. Die Erdgeschoßräume zeigen unter dem Stuck an den Umfassungsmauern (Nord- und Ostwand) noch ältere Putzreste. Offensichtlich wurde eine Vorgängerwand mit in das Gebäude integriert. Es mag zunächst etwas ungewöhnlich erscheinen, dass für Funktionsräume aufwendiger Stuck verwendet wurde. Vergleichsbeispiele aus der Zeit an anderen Orten bestätigen jedoch derart aufwendige Gestaltung für entsprechend genutzte Räume. Der große Saal im Obergeschoss stellt mit seiner aufwendigen Stuckdecke den Höhepunkt in Bezug auf Stuckgestaltung im Weinstetter Hof dar. Die Decke weist eine ornamentale Gliederung, einen figürlich gestalteten Fries und Stuckgesimse zwischen Wände und Decke auf. Die dort vorhandenen figürlichen weiblichen liegenden Akte, Floralmotive, Portraitbüste des Stuck aus dem Fürstensaal (Detail) Landgrafen und das Papstwappen sind außergewöhnlich.


F端rstensaal im Herrenhaus mit Blick auf das Wappen Papst Alexanders VII


Die Decke war farblich angelegt; die Hintergründe mit einem dunkelgrau- anthrazitfarbenen Farbanstrich versehen, um die in der Eigenfarbe belassenen Stuckornamente im Vordergrund stärker hervortreten zu lassen. Im Bereich der stuckierten Perlstab- Eierstabund Würfelornamente wurden die Hintergründe mit durchfärbten Stuckmassen hinterlegt. Diese Art der „Grau-Weiß-Gestaltung“ ist typisch für die Mitte des 17. Jahrhunderts. Es gibt viele Vergleichsbeispiele, vor allen Dingen aus dem alpenländischen, norditalienischen Raum. Gut denkbar, dass Stuckateure aus dieser Region diese Arbeiten ausgeführt haben. Dies ist zurückzuführen auf den über dem Eingangsportal portraitierten Großprior Fürst Friedrich Landgraf von Hessen-Darmstadt. Das Papstwappen über der ehemaligen Eingangstür (heute Fenster) ist das Wappen Papst Alexander VII, der von 1655 bis 1668 in Rom regierte. In dieser Zeit Büste des Großpriors Friedrich von Hessen weilte der Großprior von Heitersheim für mehrere Jahre über dem Eingangsportal zun Fürstensaal in Rom. Die enge Verbindung des Landgrafen zur Kurie in gegenüber dem Papstwappen Rom wird an der Stuckierung und Ausgestaltung des Raumes sichtbar. In dem weiteren Saal, der sich im Obergeschoss nach Osten erstreckt, ist bei der restauratorischen Untersuchung kein Hinweis auf hochwertige Gestaltungen an den Wänden festgestellt worden. Die Decke ist eben, glatt verputzt und zeigt einen schmalen Übergang zu den Wänden; es folgt nach unten ein rauer Putz mit leicht unebener Oberfläche, der in dieser Form sicherlich nicht auf Sicht angelegt war. Dies lässt vermuten, dass die Wandflächen anderweitig gestaltet waren. Hierfür wären Holzvertäfelungen, Spiegel oder Wandbehänge bzw. eine Kombination aus beiden denkbar.


Zu den laufenden Restaurationsarbeiten Die Ergebnisse der restauratorischen Forschungen mit den bauhistorischen Untersuchungen sind interessant auszuwerten. Im Zusammenspiel mit gewonnenen Erkenntnissen lässt sich ein Einblick in das damalige Leben der Malteser am Weinstetter Hof gewinnen. Die davon erhaltenen Reste am Bau werden im Rahmen der durch zuführenden Maßnahmen weitgehend erhalten. Parallel mit einer Dokumentation in Bild und Schrift werden Erkenntnisse einer interessierten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht.

Stuckdecke Villa, 1. Obergeschoss

Wie bei allen, mehrere Jahrhunderte übergreifenden Bauwerke, fällt die Entscheidung nicht leicht, welche Bestände gezeigt und welche weiter im Verborgenen verbleiben. Auch muss Rücksicht auf das jeweilige Nutzungskonzept genommen werden. Das führt dazu, dass ausgehend von den jüngeren Schichten des 19. und 20. Jahrhunderts die dabei belassenen älteren Schichten, wie Stuckierung in der Villa und im Herrenhaus, weiterhin sichtbar bleiben. Dies bedeutet, dass aufwendige Konservierungsarbeiten am Stuck durchgeführt werden müssen. So gerät die Renovierung des Weinstetter Hofes zu einer großen kulturellen Leistung aller Betroffener. Stuckfries Fürstensaal (Detail)


Die Villa


Restaurierter Treppenturm

Nordansicht Villa


Im Sommer 2012 sind die aufwendig ausgef端hrten Resraurationsarbeiten an der Villa und am Herrenhaus abgeschlossen.

Dachstuhl Villa

Eingangshalle Villa Alte Kapelle in der Villa


Herrenhaus nach der Restaurierung


Ehemalige K端che im Herrenhaus


Ehemalige K端che im Herrenhaus


Restaurierter F端rstensaal im Herrenhaus


Restaurierte Stuckdecke mit dem Wappen von Papst Alexander VII


Einweihung am 13.07.2012

Dr. Carl-Heiner, Brigitte, Heinrich, Carlo und Max Schmid


Schlusswort Am Freitag, den 13.07.2012 erstrahlt der Weinstetter Hof im neuen Glanz. Dank Herrn Dr. Carl-Heiner Schmid, der aus Überzeugung und Idealismus das kulturhistorische Anwesen aufwendig und sehr kostenintensiv restaurieren ließ. Die Renovierungsarbeiten wurden historisch detailgenau ausgeführt. In enger Abstimmung mit dem Denkmalamt wurden bauhistorische, bautechnische und bauphysikalische Meisterleistungen erbracht. Es ist beeindruckend, was hier der Nachwelt erhalten wird. Dem Firmeninhaber, Dr. Carl-Heiner Schmid, ist es ein persönliches Anliegen, dass nicht nur schöne Gebäudehüllen entstanden sind, sondern dass die Häuser auch „ihre“ Geschichte weitergeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Dr. Carl-Heiner Schmid

Hier ist ein Kleinod, eine Kommunikationsdrehscheibe, eine Begegnungsstätte mit vielfältiger Nutzung entstanden.


Heinrich Schmid GmbH & Co. KG Weinstetter Hof 79427 Eschbach Tel. 07633 / 40090 Fax. 07633 / 400910 eschbach@heinrich-schmid.de


Imagebroschüre Weinstetter Hof neu