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FEBRUAR | AUSGABE 03/2017 | Deutschland € 2,80

UMBAU21 I N N O VAT I O N E N F Ü R D I E E M S C H E R- L I P P E - R E G I O N

EMSCHER-LIPPE EINE TEILREGION DER

FLÄCHENENTWICKLUNG

FREIRÄUME FÜR NEUES BOTTROP | CASTROP-RAUXEL | DATTELN | DORSTEN | GELSENKIRCHEN | GLADBECK | HALTERN AM SEE | HERTEN | MARL | OER-ERKENSCHWICK | RECKLINGHAUSEN | WALTROP

GRAF BISMARCK

IKEP MITTE

KREISLAUFWIRTSCHAFT

GRÜNDERGEIST

Stadt am Wasser lockt mit guter Lage und Infrastruktur

Der schlafende Riese zwischen Bottrop und Essen erwacht zu neuem Leben

Ressourcen effektiv nutzen durch zirkuläre Wertschöpfung

Wie wir Start-ups fördern und Nachwuchs coachen


Wir fördern das Gute in NRW.

Sportanlage Nordwalde, umgesetzt mit der individuellen Beratung der NRW.BANK. Wenn es darum geht, ein komplexes Projekt zum Leben zu erwecken, ist gute Teamarbeit Gold wert. Die NRW.BANK ist Partner rund um alle kommunalen Fragestellungen. Im Sinne einer fachlich versierten Unterstützung beraten unsere Spezialisten unabhängig, individuell und kostenlos. Sprechen auch Sie mit uns über Ihre kommunalen Herausforderungen. 0211 91741-4600 www.nrwbank.de/teamarbeit


Eine Region – viel besser als ihr Ruf!

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ir sind Weltmeister! Was klingt wie der Stoff für den nächsten Sommernachtstraum, ist in der Emscher-Lippe-Region ein glasklarer Fakt. Es stimmt: Keine andere Industrieregion auf dem Globus hat es geschafft, in so kurzer Zeit so viele Bergbau- und Industriebrachen für eine neue Nutzung zu entwickeln wie wir.

er in der Emscher-Lippe-Region unterwegs ist – ob mit dem Auto, Bus und Bahn oder beim Wandern mit der Halden-Hügel-Hopping-App –, kann das mit bloßem Auge nachvollziehen: an Schmuckstücken wie der restaurierten Zeche Waltrop oder der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck, an neuen Gewerbestandorten auf historischen Bergbauarealen wie in Gelsenkirchen, Recklinghausen, Marl, Herten oder Datteln, an spannenden Parks wie im Recklinghäuser Süden, auf Prosper oder Nordstern oder an modernen Dienstleistungszentren wie Schwerin in Castrop-Rauxel. All das hat nicht nur dazu beigetragen, dass Tausende hochwertige Beschäf-tigungsmöglichkeiten geschaffen wurden. Auch die Lebensqualität, die Vielfalt und Attraktivität unserer Städte ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich gestiegen.

Peter Karst Geschäftsführer WiN Emscher-Lippe GmbH

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ie wird man Weltmeister? Eins gilt wohl für jede Disziplin: Es geht nur mit einem gut eingespielten Team. So ist das auch bei uns: Was wir geschafft haben, konnte nur gelingen, weil die interkommunale und regionale Zusammenarbeit zwischen Emscher und Lippe seit Jahrzehnten vorbildlich funktioniert und das Land und die Bezirksregierung uns unterstützen. Davon können sich andere gerne ein Scheibe abschneiden. Aber Weltmeister bleiben wir! Und weil man als Titelverteidiger nicht nur stolz sein, sondern auch mit Zuversicht nach vorne schauen darf, stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe von UMBAU21 die wichtigsten Projekte für heute und morgen vor. Nach dem Motto: Viel Platz für Zukunft!

Zum Titelbild: Landrat Cay Süberkrüb (l.) und Marls Bürgermeister Werner Arndt (M.) mit Thorsten Sega, Projektverantwortlicher Metro Logistics, auf der Baustelle für das Metro-Handelslogistikzentrum, das 1.700 Arbeitsplätze für die Region verspricht.

Titelbild: Marco Stepniak

Foto: André Chrost

Inhalt

04 NEWS

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08 SCHWERPUNKT: FLÄCHEN 10 Graf Bismarck 12 IKEP-Mitte 14 Industriepark Dorsten-Marl 15 Zeche Waltrop / Fürst-Leopold 16 Gewerbepark Ortloh / Mittelstands­park Ost 17 Motorworld 18 newPark 19 gate.ruhr / Stausee-Nordufer 20 Interview: Prof. Dr. Hans-Peter Noll 22 Platz schaffen! Expertenmeinungen

24 UNTERNEHMEN

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Effektive Kreislaufwirtschaft Emscher-Lippe als Modellregion

26 Ressourcen managen

30 ARBEIT Nachwuchskräfte coachen

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Jugendliche / Startercafé

31 Ideen vom Campus

Chemieforum NRW mit 120 Experten

32 Gute Fortschritte, aber noch ein 28 MEINUNG Doppelkopf: Zwei sprechen Tacheles

langer Weg

34 PRODUKTE 29 CARTOON

Aus der Region / Impressum

Emscha & Lippi

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NEWS

EMSCHER-UMBAU: IN HERTEN WIRD DER BAU DER NEUEN ABWASSERKANÄLE VORBEREITET Die Emschergenossenschaft beginnt in den kommenden Tagen mit den ersten Vorbereitungen für den Bau der neuen unter­ irdischen Abwasserkanäle in HERTEN entlang des Resser Bachs und des Backumer Bachs. Um die spätere Bau­ fläche vorzubereiten, finden bis Ende Februar Rodungsund Freischnittarbeiten statt. Die Bauzeit für den ersten Abschnitt des neuen Kanals ist für Sommer 2017 bis Mitte 2020 geplant. 600 Meter Kanal in offener Bauweise sowie ein unterirdischer Vortrieb von rund 1700 Metern müssen bewältigt werden. www.herten.de

Evonik Industries und BP haben eine Heizgas-Fernleitung zwischen dem Standort GELSENKIRCHEN und dem Chemiepark MARL in Betrieb genommen, um die Heizöfen des Werks in GE-Scholven mit Energie zu versorgen. „Das gemeinsame Projekt stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der (Petro-)Chemiestandorte Gelsenkirchen und Marl und wir leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der damit verbundenen Arbeitsplätze in der Region“, sagt Dr. Klaus Niemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der BP Gelsenkirchen GmbH. Beide Unternehmen investierten zusammen einen zweistelligen Millionenbetrag. Höhere Effizienz, weniger Emissionen und geringere Kosten sind die Hauptgründe für den Anschluss der Gelsenkirchener Raffinerie an das Heizgasnetz. Im Vergleich mit anderen fossilen Stoffen gilt Heizgas als emissionsärmerer Brennstoff. www.bpge.de www.evonik.de

EMSCHER-LIPPE-REGION IM REGIOPLANER VEREINT Die Stadt GELSENKIRCHEN ist ab sofort Teil des Regioplaners. Das Online Planungs- und Informationsportal www.regioplaner.de bietet in interaktiven Karten Informationen zu Freiflächen und Immobilienstandorten, strukturelle Daten, Pläne als auch viele weitere Informationen der Städte an. Der Regioplaner beinhaltet mit Gelsenkirchen und Bottrop sowie dem Kreis Recklinghausen eine umfassende Informationsgrundlage für Planer, Investoren, Wirtschaftsförderer und interessierter Bürger. www.regioplaner.de

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32.489 SOZIALVERSICHERUNGSPFLICHTIGE BESCHÄFTIGTE VERZEICHNETE BOTTROP IM JAHR 2015. DAS IST DER HÖCHSTE STAND SEIT DEM JAHR 2000.

UMBAU21 | Ausgabe 03 2017

Fotos: Rupert Oberhäuser, Kolja Matzke, privat, 3dkombinat-fotolia.de

MILLIONENBETRAG FÜR NEUE HEIZGAS-FERNLEITUNG


NEWS

Garrelt Duin (re.), Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk übergibt zusammen mit Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.Bank, den Preis an Birgit Honvehlmann.

FLORISTIKUNTERNEHMEN AUS WALTROP MIT GRÜNDERPREIS NRW 2016 AUSGEZEICHNET Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.Bank, haben junge Unternehmen mit dem Gründerpreis NRW 2016 ausgezeichnet. Platz zwei belegte Birgit Honvehlmann mit ihrem Unternehmen „Moderne Floristik Steinbrecher“ aus WALTROP. Sie sicherte sich damit ein Preisgeld von 6.000 Euro, das von der NRW.Bank gestiftet wurde. Überzeugen konnte Birgit Honvehlmann die Jury mit ihrer engagierten Unternehmerpersönlichkeit. Sie leite ihren Betrieb mit Verantwortung, Kreativität und Fachkompetenz, so die Jury. Honvehlmann übernahm den Blumenladen mit 17 Beschäftigten im Rahmen einer Unternehmensnachfolge. Heute umfasst das Team 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insbesondere bei der Blumenausstattung von großen Events konnte sich Honvehlmann etablieren. So zählt u.a. Borussia Dortmund zu den Stammkunden. www.gruendergipfel.nrw.de/presse

FINANZSPRITZE FÜRS KOMPETENZZENTRUM 3D-DRUCKTECHNIK Das Max-Born-Berufskolleg in RECKLINGHAUSEN wird mit über 400.000 Euro aus Mitteln des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms unterstützt. Mit dem Geld werden unter anderem ein „Kompetenzzentrum 3D-Drucktechnik“ und eine ergonomische, behindertengerechte und digitalisierte Uhrmacherwerkstatt aufgebaut. „Die Berufskollegs sind wichtige Talentschmieden im Kreis Recklinghausen“, sagte Landrat Cay Süberkrüb. „Jede Investition in moderne und zeitgemäße Ausstattung ist eine Investition in die Zukunft.“ Weitere Modernisierungen an den Berufskollegs sind bereits geplant: Das Programm der Landesregierung „Gute Schule 2020“ ermöglicht dem Kreis Recklinghausen, in den kommenden vier Jahren rund 10,5 Millionen Euro in die acht Schulen zu investieren. Breitbandanbindung, neue Ausstattung und Sanierungen der Gebäude werden derzeit geplant. www.kreis-re.de UMBAU21 | Aktuelle Infos unter: www.emscher-lippe.de

INNOVATIONCITY ROLL OUT: BÜRGERBEFRAGUNG FÜR WULFEN-BARKENBERG Die Konzeptphase des InnovationCity roll out ist im Januar mit einer Bürgerbefragung in DORSTEN Wulfen-Barkenberg gestartet. Über eine anonyme Online-Befragung sollen Informationen von Eigen­ tümern und Mietern zu den Gebäuden gewonnen werden, beispielsweise welcher Energieträger zur Wärmeerzeugung verwendet wird und wie das Wasser aufbereitet wird. In den nächsten Monaten entwickelt die Innovation City Management GmbH zusammen mit der Stadtverwaltung ein integriertes Quartierskonzept, das Bausteine zu Klimaschutz­ maß­ nahmen und zur ganzheitlichen Quartiers­ entwicklung beinhaltet. www.icrollout.de/befragung-dorsten

WUL. FENB. ARKEN . BERG .

GLASFASER-KABEL FÜR ALLE ORTSTEILE Die Deutsche Glasfaser wird in allen geplanten Ortsteilen in HALTERN AM SEE Breitbandkabel verlegen und damit einen schnellen Internetzugang ermöglichen. Das erklärte René Fuchs, Projektleiter Vertrieb des Unternehmens. In allen Ortsteilen lag die Vertragsquote am Ende der Nachfragebündelung bei mehr als 40 Prozent, so dass die Ausbauarbeiten voraussichtlich im Frühjahr beginnen werden. Bürgermeister Bodo Klimpel verwies darauf, dass viele Bürgerinnen und Bürger realisiert haben, dass pro Jahr das Datenvolumen um das Zweieinhalbfache steigen wird. „Daran wird deutlich, dass diejenigen, die jetzt einen Vertrag unterschrieben haben, eine sehr wichtige Zukunftsentscheidung getroffen haben.“ „Unsere bisher größte Herausforderung wird ab Februar in Haltern-Mitte beginnen, wenn dort unsere Nachfragebündelung startet“, so Ingo Teimann, Regionalleiter Management. www.haltern-am-see.de

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NEWS

Termine 02.03.2017: RECKLINGHAUSEN Gründung aus der Arbeitslosigkeit www.kreis-re.de

10.03.2017: GLADBECK Nacht der Bibliotheken www.gladbeck.de 17.03.2017: CASTROP-RAUXEL Red Lunch zum 10. Equal Pay Day www.castrop-rauxel.de 22.03.2017: WALTROP Lesen verbindet www.waltrop.de 27.03.2017: GELSENKIRCHEN Zukunftsforum Zirkuläres Wirtschaften www.emscher-lippe.de 02.04.2017: HALTERN AM SEE Verkaufsoffener Sonntag www.haltern-am-see.de 02.04.2017: DORSTEN Tag der Mobilität www.verkehrsverein-dorsten.de

INTERESSANTE ANSÄTZE IM IDEENLABOR Wie verändert die digitale Entwicklung die Arbeitswelt? Das war Thema des Ideenlabors im Dezember 2016 in CASTROP-RAUXEL. Rund 30 Teilnehmer erarbeiteten zunächst zentrale Herausforderungen für die Arbeit im digitalen Wandel, danach wurden Gestaltungsideen entwickelt. Dabei entstanden interessante Ansätze, wie zum Beispiel „Digitalisierungs­ beraterinnen und -berater“, die den Unternehmern in der Region die Vorteile der Digitalisierung aufzeigen. Das Ideenlabor sei erst der Auftakt gewesen, „diese vielfältigen Ideen sollen von einer Arbeitsgruppe in ein erstes Konzept überführt werden“, so Martin Peetzen, Leiter der Regionalagentur Emscher-Lippe. Zudem fließen die erarbeiteten Ideen zum Ende des Jahres in eine „Ideenlandkarte 4.0“ ein, die das NRW-Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales Anfang 2017 veröffentlichen wird. www.arbeitviernull.nrw

SEG DATTELN RICHTET SICH NEU AUS Neues Logo, neuer Internetauftritt: Die SEG Datteln hat sich ganz neu aufgestellt und sucht jetzt außerdem einen Wirtschaftsförderer für DATTELN. Die Richtung ist klar: „Wir wollen Datteln voranbringen“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Datteln mbh (SEG Datteln), Hans-Jürgen Büker. Der frische Wind bei der Wirtschaftsförderung sei maßgeblich auf die Initiative Dattelner Unternehmer zurückzuführen. „Ohne diese Unternehmer wären wir nicht da, wo wir jetzt sind“, sagt Bürgermeister André Dora. Künftig wird bei der SEG Datteln die Mittlerfunktion stärker in den Vordergrund treten. Unternehmensbesuche sollen wieder zum täglichen Geschäft gehören. www.seg-datteln.de

04.04.2017: MARL Finanzieren, aber wie? www.kreis-re.de 24.04.2017: BOTTROP StarterCafé im FabLab www.emscher-lippe.de 28.04.2017: OER-ERKENSCHWICK Wirtschaftsempfang in der Stadthalle www.oer-erkenschwick.de 17.05.2017: GELSENKIRCHEN Vorsorge und Versicherungsplanung für Existenzgründer und junge Unternehmen www.kreis-re.de

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NEUE WIRTSCHAFTSFÖRDERIN IN OER-ERKENSCHWICK Anke Husmann, Diplom-Ingenieurin für Raumplanung, setzte sich gegen 56 Mitbewerber durch und ist als neue Wirtschaftsförderin die Ansprechpartnerin für alle Unternehmen und Gewerbetreibenden in OER-ERKENSCHWICK. Zudem ist sie als Verstärkung für die Stadt­ entwicklung in angetreten. Zuvor hat Husmann in der westmünsterländischen Stadt Velen die Wirtschaftsförderung aufgebaut und bei der interkommunalen Wirtschaftsförderung wir4 in Moers als Stadtplanerin hauptsächlich die Bereiche Gewerbeflächenplanung und Ansiedlungsberatung betreut. Wichtiges Anliegen ist ihr die kooperative Netzwerkarbeit. www.oer-erkenschwick.de

Anke Husmann, neue Wirtschaftsförderin in Oer-Erkenschwick.

UMBAU21 | Ausgabe 03 2017

Fotos: A. Bretschneider, Regionalagentur Emscher-Lippe, Stadt Dorsten

08. - 22.03.2017: HERTEN Wöchentlicher Workshop: Employer Branding für mittelständische Unternehmen www.herten.de


NEUE GESCHÄFTSFÜHRERIN BEIM VGW Seit dem 1. Januar 2017 ist Elisabeth Kolberg neue Geschäftsführerin des Vereins zur Förderung der GLADBECKER Wirtschaft (VGW). Elisabeth Kolberg hat als Betriebswirtin bei der Deutschen Rockwool im Vertriebsinnendienst gearbeitet, anschließend war sie im SAP-Konzern im Vertrieb tätig. Sie ist bereits seit vielen Jahren Vereinsmitglied im VGW und führt seit 2003 das elterliche Unternehmen „Grüne Akzente Kolberg“, die Friedhofs­gärtnerei in Gladbeck-Rentfort. www.gladbeck.de

UMFRAGE ZUM WIRTSCHAFTSSTANDORT Wie zufrieden sind Sie mit dem Wirtschaftsstandort Emscher-Lippe insgesamt? Welche Standortfaktoren sind Ihnen wichtig? Die WiN Emscher-Lippe startet im März eine große Standortumfrage und bietet Unternehmern die Chance, die Region aktiv mitzugestalten. Die Aktion läuft bis Mai. www.emscher-lippe.de/umfrage

Die Verwaltungsvorstände der Städte Marl und Dorsten nach der gemeinsamen Sitzung unter Leitung der Bürgermeister Werner Arndt (4.v.l.) und Tobias Stockhoff (5.v.l.).

ERFOLGSGESCHICHTE FORTSETZEN In einer gemeinsamen Sitzung haben die Verwaltungsvorstände der Städte MARL und DORSTEN unter der Leitung der Bürgermeister Werner Arndt und Tobias Stockhoff interkommunale Themen und Handlungsmöglichkeiten erörtert. Ein Beispiel für gelungene Kooperation sei der gerade vermarktete Industriepark Dorsten-Marl. „Diese Zusammenarbeit ist ohne Frage eine Erfolgsgeschichte“, so die Bürgermeister. Die beiden Städte verbindet auch der „Stärkungspakt Stadtfinanzen“, mit dem die Landesregierung hoch verschuldeten Kommunen seit 2012 strenge Sparbemühungen abverlangt. Damit verbundene Personaleinsparungen führten allerdings dazu, dass es schwierig werde, große Förderprogramme wie „Gute Schule 2020“ oder das „Investitionsförderungsgesetz“ in den Rathäusern umzusetzen, befanden die Verwaltungsvorstände. www.marl.de www.dorsten.de

Aufgaben für die Ewigkeit

Der Steinkohlenbergbau hat das Ruhrgebiet mehr

Diese sogenannten Ewigkeitsaufgaben tragen dazu

als 200 Jahre lang geprägt.

bei, den Wasserhaushalt in der Region unter und

Wenn bis Ende 2018 die letzten noch aktiven

über Tage zu regulieren. Zu den Ewigkeitsaufgaben

Bergwerke die Kohlenförderung einstellen, endet

zählen die Grubenwasserhaltung, der Betrieb von

ein Kapitel Industriegeschichte – nicht jedoch die

Polderanlagen und das Grundwassermanagement.

Arbeit der RAG. Auf das Unternehmen kommen

Oberstes Gebot für die RAG sind dabei der Trink-

dauerhaft wichtige Aufgaben zu.

wasser- und der Umweltschutz.

UMBAU21 | Aktuelle Infos unter: www.emscher-lippe.de

RAG Aktiengesellschaft Shamrockring 1 44623 Herne info@rag.de internet: www.rag.de

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Region schafft neue Räume Das ist eine Rekordleistung: Die Emscher-Lippe-Region hat seit der Jahrtausendwende so viele Industrie­brachen entwickelt wie keine andere Region in Deutschland und Europa. Doch im Struktur­ wandel bleibt keine Zeit, sich auf Erfolgen auszuruhen. UMBAU21 stellt im Schwerpunkt vor, wie die Region jetzt mit weiteren Gewerbe- und Industrieflächen die Weichen für die Zukunft stellt.

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leiß ist der Vater des Glückes“ lautet ein altes Sprichwort. Ein Blick auf Ansiedlungserfolge der vergangenen Jahre bestätigt das: Ob die Motorworld auf Ewald in Herten oder die Metro Group in Marl, Ostermann in Recklinghausen oder Ikea in Bottrop, die Gesundheitswirtschaft im boomenden Arena Park Gelsenkirchen oder die Logistik im ausgebuchten Industriepark Dorsten/Marl – die Region macht wieder Schlagzeilen mit Großprojekten wie mit zukunftsträchtigem Mittelstand. Endlich. Und fast allen Städten liegen konkrete Anfragen für weitere Ansiedlungen vor. „Emscher-Lippe ist offensichtlich ein attraktiver Unternehmensstandort mit Verkehrsgunst, Marktnähe und – ganz wichtig! – Fachkräftepotenzial“, kommentiert Peter Schnepper. „Wenn das so weitergeht, könnte es in etwa sieben Jahren knapp mit Gewerbeflächen werden, bei Industrieflächen noch früher“, prognostiziert der stellvertretende Haupt­ geschäftsführer der IHK Nord Westfalen. Laut offizieller Statistik der Metropole Ruhr gibt es zwar noch Potenzial in Gelsenkirchen (152 ha), in Bottrop (52 ha) und im Kreis Recklinghausen (315 ha) – aber von den

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Die Region ist attraktiv – muss sich aber dringend um neue Flächen kümmern. Peter Schnepper, stellvertretender Hauptgeschäftsführer IHK Nord Westfalen

Gesamtflächen sind mehr als die Hälfte nur begrenzt nutzbar: Oft sind um ehemalige Zechengelände Wohnsiedlungen entstanden, die eine industrielle Folgenutzung ausschließen. Manche Flächen müssen aufwändig saniert

werden, wieder andere setzen komplizierte Planungsvorgänge voraus. Wird die Region also vom eigenen Erfolg eingeholt? Nein. Denn Flächenentwickler und Wirtschaftsförderer auf allen Ebenen arbeiten daran, für den Bedarf der Zukunft vorzusorgen. Der Schlüssel dazu liegt in der Kooperation: „Bei jeder Planung geht es um einen Interessenausgleich“, sagt Peter Haumann, Wirtschaftsförderer beim Kreis Recklinghausen. Naturschutz, Wohnen, Wirtschaft, lokaler Bedarf und landesweiter Flächenverbrauch müssen in Einklang gebracht werden. „Das funktioniert nur noch, wenn wir über Städtegrenzen hinweg gemeinsame Ziele verfolgen“, so Haumann. Dafür gibt es gute Beispiele in der Region: Bottrop und Essen entwickeln über die Stadtgrenzen gemeinsam ein riesiges Areal zwischen Zechen und Hafen (siehe Seite 12). Gelsenkirchen und Herten treiben als Partner die Sanierung der „Neuen Zeche Westerholt“ voran. Dorsten und Marl haben im Inter­ kommunalen Industriepark eine bundesweit beachtetes Modell geschaffen, das für weitere Projekte genutzt werden soll (siehe Seite 14). UMBAU21 | Ausgabe 03 2017


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Verstärker

Wir brauchen Flächen auf Vorrat, um Interessenten in der Region zu halten. Peter Haumann, Wirtschaftsförderung Kreis Recklinghausen

Die Kooperation unter Nachbarstädten wird allerdings auf Dauer nicht reichen, um im Wettbewerb mit Nachbarregionen zu bestehen. „Nur mit einer klugen Flächenpolitik kann das nördliche Ruhrgebiet an die wirtschaft­ lichen Erfolge des Münsterlandes anknüpfen“, glaubt Peter Schnepper. Einen vielver­ sprechenden Ansatz bietet der regionale Austausch von planerischen Flächenkontin­ genten über Stadtgrenzen hinweg: Die Städte im Kreis Recklinghausen stimmen sich zurzeit mit dem Ziel ab, ihre Kontingenten untereinander auszutauschen. Der Hintergrund: Einige Städte können ihre Kontigente nicht nutzen; anderen fällt es schwerer, den lokalen Bedarf nachzuweisen. „Da die gesamte Flächenausweisung streng reglementiert ist, könnte ein geregelter interkommunaler Austausch helfen, Kontin­ gente dorthin zu leiten, wo sie kurzfristig nutzbar sind“, sagt Peter Haumann. Die Bürgermeister der zehn Städte im Kreis Recklinghausen haben sich darauf verstän­ digt, künftig immer drei bis vier große Flächen über 10 Hektar bereitzuhalten – als Vorrat, damit auch Interessenten mit hohem Platz­ bedarf in der Region gehalten werden können.

Regional bedeutsame große Flächen können unabhängig vom lokalen Bedarf als soge­ nannte Kooperationsstandorte entwickelt werden. Dazu gehört vor allem gate.ruhr, das 90 Hektar große Areal der ehemaligen Zeche Auguste Victoria in Marl, oder die Fläche des noch aktiven Bergwerks Prosper Haniel in Bottrop. Auch Areale wie der „Schwatte Jans“ in Marl/Dorsten oder Brachen wie das ehemalige Kraftwerk Knepper in Castrop-Rauxel bieten Chancen über 10 Hektar Größe. Noch mehr Platz verspricht der newPark in Datteln: Als eine von nur fünf landesweit bedeutsamen Flächen in NRW böte sich der newPark sogar für große internationale Industrieansiedlungen an – wenn er schon schon kurzfristig verfügbar wäre. Denn bei allen Planungen bleibt eine Erfahrung: Wenn ein Unternehmen einen Standort sucht, muss dieser in kurzer Frist verfügbar sein. Peter Schnepper von der IHK: „Sind erst aufwendige Planungsverfahren nötig, wird wertvolle Zeit verschenkt. Deshalb: Ein guter Flächenvorrat zieht Unternehmen an, die Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen. Flächenmangel ist ein KO-Kriterium für Investitionen. Isso!“ Die Emscher-Lippe-Region hat diese Heraus­ forderung angenommen – nach dem Motto: Nur wer Grenzen überwindet, schafft Frei­ raum für Neues. Stefan Prott

Planungsrecht ist komplex und hat biswei­ len Auswirkungen, die weder absehbar noch beabsichtigt sind. Die Flächen­ planung beruhte lange auf Prognosen zu Branchenstrukturen und Beschäf­ tigtenzahlen – für manche Experten ein Mechanismus nach dem Prinzip: „Wer hat, dem wird gegeben“. So konnten Kommunen mit viel Freiräumen wie im Münsterland große Gewerbegebiete ausweisen, zogen damit Unternehmen an – und erhielten aufgrund des prognostiziert hohen Bedarfs neue Kontingente für Gewerbeflächen. Ein Selbstverstärker-Prozess, bei dem die eng besiedelte Emscher-Lippe-Region oft den Kürzeren zog. Im Zuge der Neuaufstellung der Regionalplanung auf Ebene der Metropole Ruhr kommt eine neue, monitoring-basierte Methode zum Einsatz, die flexibel berücksichtigt, wie viele Unternehmen sich lokal tat­ sächlich ansiedeln. ptt

Verständnis

Besuch auf der Baustelle beim größten Ansiedlungsprojekt der Region: Landrat Cay Süberkrüb (l.) und Marls Bürger­ meister Werner Arndt (M.) informierten sich über den Baufortschritt beim Projekt Metro. Westlich vom Chemie­ park entsteht bis Anfang 2018 auf dem Areal von 60 Hektar eines der größten Handelslogistikzentren Europas – mit zwei riesigen Hallen von ca. 230.000 m2 Fläche und rund ca. 1.000 Arbeitsplätzen. Um die Ansiedlung zu ermöglichen, mussten kurz­fristig eine Kreisstraße sowie ein Bachlauf verlegt werden. Projektverantwortlicher Thorsten Sega (r.) dankte allen Beteiligten für das Verständnis und die große Flexibilität.

www.regioplaner.de

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Lebendige Stadt am Wasser „Graf Bismarck“ in Gelsenkirchen lockt mit guter Lage, Infrastruktur und Nachhaltigkeit

Die Lage am Rhein-Herne-Kanal ist reizvoll und verkehrsgünstig zugleich.

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ohnen und Arbeiten zwischen Wald und Wasser, das bietet das neue Stadtquartier „Graf Bismarck“ in Gelsenkirchen. Dort, wo fast 100 Jahre lang Steinkohle gefördert und Energie produziert wurde, entsteht ein attraktives, modernes Quartier. 148 Hektar Gesamtfläche werden „recycelt“ und völlig neu genutzt. Aus dem ehemaligen Kraftwerkstandort mit rund 80 Hektar entwickelt die Stadt Gelsenkirchen gemeinsam mit NRW.Urban eine „Stadt am Wasser“ mit einer Mischung aus Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsflächen.

viertel. Die Nachfrage war groß: Die 96 Ein­ familienhausgrundstücke sind bereits verkauft und größtenteils auch schon bebaut und bewohnt. Eine städtische Kindertagesstätte mit 75 Betreuungsplätzen eröffnete bereits im Sommer 2015. HAFEN IM MITTELPUNKT

BELIEBTES WOHNVIERTEL „Der Rhein-Herne-Kanal mit dem ehemaligen Werkshafen im Norden und die Industriewaldflächen im Süden machen den besonderen Reiz des Standortes aus“, sagt Burkhardt Bahrenberg, Projektleiter bei NRW.Urban. Die landeseigene Entwicklungsgesellschaft hat das Gelände angekauft, hergerichtet und erschlossen. Das riesige Areal ist in fünf Gebiete unterteilt, die unterschiedlich genutzt werden dürfen. NRW.Urban vermarktet das Gelände gemeinsam mit der Wirtschafts­ förderung Gelsenkirchen. Gestartet wurde mit dem „Gartenviertel“, einem reinen Wohn-

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Graf Bismarck wird ein energieeffizienter Standort. Der ressourcenschonende Umgang mit Energie senkt auch die Betriebskosten. Rainer Schiffkowski Wirtschaftsförderung Gelsenkirchen

Das Herzstück „Graf Bismarcks“ soll das Quartier um den alten Hafen werden. Eine neue Brücke wurde schon errichtet und ein Teil der Hafenpromenade fertiggestellt. Mehrgeschossige Gebäude mit Geschäften, Restaurants, Büros und Wohnungen werden für städtisches Flair sorgen. Die Uferplätze im Grünen und die Gastronomie sind auch für die rund 800.000 Touristen gedacht, die jährlich auf dem „Emscher Park Radweg“ unterwegs sind. Arbeiten, wo andere ihre Freizeit verbringen, können demnächst die Angestellten des Dienstleistungsunternehmens Stölting Service Group. Das Gelsenkirchener Familienunternehmen hat mit dem Bau seiner neuen Unternehmenszentrale direkt am westlichen Hafenkopf begonnen. Insgesamt 15 Millionen Euro wird Stölting in den Bau des neuen Firmensitzes investieren – wobei zwei Besonderheiten mit einkalkuliert sind: Im Erdgeschoss wird eine Bäckerei mit Café UMBAU21 | Ausgabe 03 2017


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einziehen, außerdem sind weitere Räume für Gastronomie vorgesehen. Diese ist nicht nur für die Bürger und Angestellten gedacht, sondern auch für Freizeitkapitäne: Die Stölting Group wird auch die Marina-Idee vorantreiben und eine Promenade und Steganlage für bis zu 60 Boote bauen.

Fotos: Hans Blossey, Uwe Jesiorkowski. Zeichnung: Stadt Gelsenkirchen

ERFOLGREICHE ANSIEDLUNGEN Auch andere Ansiedlungen im Hafen- und angrenzenden Kanalviertel versprechen sowohl städtebaulich als auch strukturell die Vision von „einer Stadt am Wasser“ zu verwirklichen. Direkt an der Wasserkante des Hafenbeckens errichtet das Unternehmen Hofschröer Projektbau aus Lingen ein terrassiert angelegtes Wohn- und Geschäftshaus mit 26 Wohnungen und acht Büroeinheiten einschließlich Tiefgarage. Baubeginn ist jetzt im März. Unmittelbar am Rhein-HerneKanal entstehen auch 17 barrierefreie Service-Wohnungen sowie drei Wohn­ gemeinschaften für demenziell veränderte Menschen, die vom APD (Ambulante Pflegedienste Gelsen­ kirchen GmbH) betreut werden. Auf den Gewerbe­flächen im „Parkviertel“ tut sich ebenfalls einiges. Der Gelsenkirchener Brandschutzspezialist Otto Doetsch war das erste Unternehmen, das

sich im Mai 2015 auf Graf Bismarck niedergelassen hat. Das neue Quartier bot genug Erweiterungsfläche für Büro, Ausstellung, Produktion, Schulungsräume und Parkplätze. Ein Jahr später eröffnete die Kaldunski+Löhr Torsystem GmbH ihre großzügige „Industrieund Garagentor Arena“. Im Mai wird ein weiteres Gelsenkirchener Unternehmen nach Graf Bismarck umsiedeln: Dann verlegt die Nema GmbH, die Feinbleche und Industrieisolierungen herstellt, ihren Sitz hierher. VERMARKTUNGSERFOLG

Gelsenkirchen weit verbreitete Glasfasernetz sorgt auch im Quartier Graf Bismarck für schnelle Internetverbindungen. Zukunfts­ weisend wird die Energieversorgung: Eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage und gute Wärmedämmung sind für jedes wohnbzw. mischgenutzte Gebäude Pflicht. Intelligente Energieversorgungslösungen wie Pellet­ heizungen oder Wärmepumpen gehören ebenfalls zum Konzept. Das Stadtquartier Graf Bismarck soll nicht nur optisch hoch­ wertig gestaltet werden, sondern durch nachhaltige Bauweise in die Zukunft weisen. Claudia Schneider

Die Wirtschaftsförderung Gelsenkirchen freut sich auch über einen Zuzug aus Bochum: Der Honig- und Maronenspezialist Enka-Food hat im November sein Bauvorhaben an der Johannes-Rau-Allee gestartet. „Zurzeit verhandeln wir mit weiteren sechs Firmen, die sich für den Erwerb von Gewerbeflächen interessieren“, sagt Rainer Schiffkowski, Leiter der Gelsenkirchener Wirtschaftsförderung. „Insgesamt ist die Nachfrage im Stadtquartier Graf Bismarck sehr gut.“ Kein Wunder, das Viertel punktet mit einer idyllischen und gleichzeitig verkehrsgünstigen Lage zu den Autobahnen A 42 und A 2 zwischen den Städten Gelsenkirchen und Herne. Noch schneller ist man auf der Datenautobahn unterwegs: Das in

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grafbismarck.gelsenkirchen.de

80 Hektar Unternehmen | Dienstleistungen Büros | Praxen | Gastronomie Handel | Wohnen | Freizeit ab sofort Burkhardt Bahrenberg 0231 4341-280 Rainer Schiffkowski 0209 169-4726

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Der schlafende Riese „IKEP Mitte“ soll 1700 Hektar im Bottroper Süden und Essener Norden zu neuem Leben erwecken.

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BETRACHTUNG ZUKÜNFTIGER UND BESTEHENDER GEWERBEFLÄCHEN

ittelständler, aber auch große Industrieunternehmen könnten sich nach dem endgültigen Kohle-Aus 2018 neu auf ehemaligen Bergbauflächen ansiedeln. Doch vorher muss ein Konzept für mögliche Nutzungen und – vor allem: zur infrastrukturellen Erschließung des riesigen Gebietes an der Bottrop-Essener Stadtgrenze her. Um ein solches bis Ende 2018 zu erarbeiten, steht jetzt die Machbarkeitsstudie IKEP_Mitte in den Startlöchern. Von deren Ergebnissen könnten nach dem Willen der Projektpartner (RAG MI und beide Städte) auch bereits entwickelte Gewerbe­ flächen in dem Areal profitieren.

Hier setzt der „Interkommunale Entwicklungsplan zur Revitalisierung der Gewerbeund Industrieflächen im Essener Norden und Bottroper Süden“, kurz: IKEP_Mitte, an – mit einer vom Land mit 1,35 Millionen Euro geförderten Machbarkeitsstudie. In deren Fokus stehen 152 Hektar ehemalige und noch genutzte Bergbauflächen, 52 Hektar davon auf Bottroper Gebiet (Prosper II, Sturmshof und Welheimer Mark; in Essen Emil Emscher / Hafen Coeln). Die Hälfte dieser Flächen liegt bereits brach, die andere wird noch bergbaurechtlich genutzt, teils als Kohle­ lagerfläche wie der Sturmshof. Aber auch die bestehenden Gewerbegebiete südwärts, um MC Bauchemie, Essener Hafen und Aluminium­ hütte sollen mit einbezogen und zukunfts­ sicher gemacht werden, so Dickmann: „Auch dort klagen viele über eine schlechte Anbindung“. Und das, obwohl die A 42 mitten durch das Gebiet führt, Ausfahrten aber nicht an den richtigen Stellen liegen.

Der alte Malakoffturm am Bergwerk Prosper II in Bottrop. Von oben überblicken Ursula Dickmann und Christina Kleinheins vom Planungsamt Bottrop das Projektgebiet. Noch laufen die Transportbänder in der Zeche nebenan und befördern die Kohle aus dem Abbaugebiet Prosper-Haniel unter Kirchhellen hierher zur Weiterverarbeitung in der so­ genannten Vergleichmäßigungsanlage. Abteilungsleiterin Ursula Dickmann zeigt auf ein rundes, vergleichsweise flaches Gebäude. 2018 wird dieses Gelände brachfallen. Andere Flächen im Projektgebiet hat dieses Schicksal bereits ereilt – wie die einer ehemaligen Kohle­ölanlage in der Welheimer Mark. Die Planerin und Projektverantwortliche deutet neben die gewaltige Kulisse der Kokerei Prosper, aus der riesige Dampfschwaden aufsteigen. „Dieses Gebiet könnte heute schon genutzt werden, wenn die einzige Zufahrt nicht durch ein Wohngebiet führen und durch den geplanten A-52-Ausbau womöglich ganz abgeschnitten würde“, erklärt sie. Das Beispiel mache deutlich, wie wichtig eine ganzheitliche und nachhaltige Betrachtung des Gebietes ist: „Einzelne Flächen­ vermarktungen funktionieren bereits seit Jahren wegen der fehlenden leistungsfähigen Infrastruktur nicht. Daher ist ein losgelöstes einzelnes Flächenkonzept zum Scheitern verurteilt, wenn nicht die großräumigen Abhängigkeiten und Verflechtungen mit bewertet werden“, so Dickmann.

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MACHBARKEITSSTUDIE IN ZWEI PHASEN

Es gibt gute Aussichten für Unternehmen auf alten Bergbauflächen: (v. l.) Gernot Pahlen (Projektleiter, RAG Montan Immobilien GmbH), Ursula Dickmann (Abteilungsleiterin Planungsamt Bottrop) und Steffen Lenze (Leiter der Bauleitplanung Gewerbe, Stadt Essen).

In der ersten Phase der Machbarkeitsstudie sollen nun ab Sommer 2017 mehrere Planungsbüros ein Zielkonzept mit unterschiedlichen Entwicklungsszenarien für die Branchenentwicklung und die infrastrukturelle Erschließung erarbeiten. Einzelne Leistungsbausteine wie das Projektmanagement oder die wirtschaftliche Betrachtung sind bereits vergeben bzw. befinden sich in der Ausschreibung; andere – die Bausteine Szenarien und Zielkonzept sowie Verkehr – sollen bis Mitte Februar (nach Red.schluss) ausgeschrieben sein. „Zum Beispiel wären eher industrieoder eher Freizeitwirtschaft-betonte Szenarien denkbar“, erläutert Planungsamtsleiterin Christina Kleinheins ein mögliches Ergebnis der ersten Phase. Dabei könnten in Bottrop tendenziell eher kleinteiligere Gewerbe­ nutzungen entstehen, während sich die größeren Flächen in Essen eher für industrielle Nutzungen eignen könnten. Wichtiger als das sei aber, dass die beiden Städte sich nicht als UMBAU21 | Ausgabe 03 2017


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Städte Pioniere

#Datteln RuhrZink-Gelände: Abriss der letzten Gebäude hat begonnen und dauert voraussichtlich bis Mai > www.datteln.de #Haltern Erster Spatenstich: Bauarbeiten für das neue St.-Sixtus-Haus mit 15 barrierefreien Wohnungen haben begonnen > www.kath-altenwohnhaeuser-haltern.de #Oer-Erkenschwick Klemm-Kaufhaus: Gebäude ist verkauft, Detailplanung ist in den letzten Zügen > www.oer-erkenschwick.de #Recklinghausen General Blumenthal: Wirtschaftsausschuss gibt grünes Licht zur Erarbeitung eines Vermarktungskonzepts > www. general-blumenthal.de

Wettbewerber um Unternehmen sehen, sondern potenziellen Interessenten die jeweils passendste Fläche vermittelten. „Für die Menschen, die später in den Unternehmen arbeiten, ist es egal, ob nun dies- oder jenseits des Rhein-HerneKanals“, so Kleinheins. In der zweiten Phase ab Anfang 2018 (Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie) geht es dann u. a. um konkrete Flächen­ nutzungspläne und Infrastruktur­ konzepte. Ende 2018 soll das Projekt abgeschlossen sein und die Umsetzung beginnen. Auch dann können wieder Förder­ mittel abgerufen werden – übrigens auch durch Unternehmen, wie Dickmann sagt. Zwar könnte etwa auf dem Zechengelände von Prosper II, wie auf den meisten heute noch genutzten Flächen, frühestens ab 2020 etwas Neues entstehen; einzelne kleinere Gebiete, wie der angrenzende Parkplatz und ein Birkenwäldchen von insgesamt

2500 bis 5000 m² stünden aber auch schon früher zur Verfügung. UNTERNEHMEN KÖNNEN MITWIRKEN In der ehemaligen Waschkaue nebenan indes ist die Umnutzung bereits Realität. Nachdem zunächst ein Liebhaber das Gebäude erworben hatte, nutzt es seit zwei Jahren ein Hamburger Unternehmen und errichtete dort „Deutschlands größtes Grusellabyrinth“. Ob in bestehenden Gebäuden oder auf vollständig neu bebauten Flächen – die Nutzungsmöglichkeiten seien vielfältig, so Dickmann. Überhaupt lädt die Planerin Unternehmen aus dem Gebiet oder solche, die dort Flächen suchen, ein, sich schon während der Machbarkeitsstudie einzubringen, ihre Bedarfe anzumelden und an den Entwicklungsszenarien mitzuwirken. Ansprechpartner ist die Wirtschaftsförderung. Jörn-Jakob Surkemper

#Gladbeck Abrissarbeiten gestartet: Hertie-Areal wird ab Juni neu bebaut, Bezug ist für Ende 2018 geplant > www.gladbeck.de #Castrop-Rauxel Marktplatzumbau: Der zweite Bauabschnitt wird Ende Februar abgeschlossen, Beleuchtung und Bepflanzung sind fertig > www.castrop-rauxel.de #Dorsten Starke Quartiere - starke Menschen: Projektidee zur Förderung Arbeitsloser erhält Förderbescheid von 180.000 Euro > www.emscher-lippe.de #Herten Landesregierung gibt positive Signale für Projekt „Neustart Innenstadt“ – Start des Stadtteilbüros für Mitte 2017 geplant > www.herten.de #Gelsenkirchen Das Logistikunternehmen Proreserv ist ab sofort Mitglied im Logistiknetzwerk LogCoop. > www.proreserv.de #Marl Anbindung des neuen Logistik-Parks: Vorarbeiten zum Ausbau der Kreisstraße K6 (Brassertstraße) sind gestartet > www.marl.de #Waltrop „Im Dicken Dören“: Minister Duin sichert Langendorf bei Expansion Unterstützung zur Beantragung von Fördermitteln zu > www.waltrop.de

152 Hektar Industrie | Gewerbe | Freizeit ab sofort bis 2022

#Bottrop Karstadt-Umbau liegt im Zeitplan: Entkernung soll bis Ende Februar abgeschlossen sein, im Anschluss beginnt Sanierung > www.bottrop.de

Gernot Miller, 02041 704792

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Grenzenlos gut Den Interkommunalen Industriepark Dorsten/Marl haben die beiden Städte gemeinsam mit der STEAG entwickelt. Heute sind 73 Hektar komplett vermarktet – an 20 Firmen mit 1.700 Arbeitsplätzen im Endausbau. Er gilt bundesweit als Erfolgsmodell, wie Kommunen und Wirtschaft mit vereinten Kräften mehr erreichen.

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as Ruhrgebiet, Mitte der 1990er: Die große Zeit der Kohle geht zu Ende, immer mehr Zechen werden geschlossen. Die Zukunft der Steinkohlenkraftwerke als hünenhafte Zeugen der Bergbau-Ära wird immer häufiger in Frage gestellt. So auch in Dorsten: Der Energie­ erzeuger Steag gibt seine Pläne für einen Kraftwerksneubau am Wesel-Datteln-Kanal auf – ein gigantisches Vorhaben, für das bereits seit 1977 Grundstücke erworben wurden.

Signal, die Zusammenarbeit über die Stadtgrenzen fortzusetzen: „Wir sind überzeugt, dass die hohen Hürden bei großen Flächenentwicklungen von einzelnen Kommunen kaum noch allein bewältigt werden können“, erklärt Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff. Die Kooperation der beiden Städte ist inzwischen auch von der Landesregierung als wegweisend eingestuft und beim Deutschen Städtetag als beispielhaft vorgestellt worden. ANFRAGEN AUS DER GANZEN WELT

Zeit für einen Neubeginn ohne Denkverbote. Plötzlich steht den Planern ein gut angebun­ denes Areal mit der Größe von 130 Fußballfeldern zur Verfügung. Und ein Partner, der bereit ist, in die Flächen zu investieren, die zum Teil auf Marler und auf Dorstener Stadtgebiet liegen. Auch die Politik erkannte die einmalige Chance: Die Städte Marl und Dorsten gründen 1997 den Zweckverband, setzen im Konsens mit der Region eine Zielabweichung im Landesentwick­ lungsplan durch, ändern Flächennutzungs­ pläne und entwickeln einen Bebauungsplan – alles in nur zwei Jahren. Die Eigentümerin Steag bringt Know-how ein: Sie beteiligt sich an der Projektgesellschaft Industriepark Dorsten/Marl GmbH, die das Gelände bis Ende 2004 erschließt und dann vermarktet. „Ohne den Partner Steag hätten sich die Städte die Zähne an diesem Projekt ausgebissen“, glaubt Dr. Manfred Gehrke, Leiter der Wirtschaftsförderung Marl und einer der Paten des Projektes. Tatsächlich entwickelt sich der interkommunale Industriepark rasch zu einer Erfolgsstory, die internationale Großinvestoren aufmerksam macht. 230 Millionen Euro wurden bis heute hier investiert, Investoren loben die Effizienz und straffe Entwicklung.

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Das Team ist eingespielt – jetzt erweitern wir das Spielfeld. Dr. Manfred Gehrke und Josef Hadick

Offenbar bleibt der innovative, professionelle Ansatz im Gedächtnis – denn nach wie vor erhalten die Wirtschaftsförderer attraktive Anfragen zu Großprojekten. Allein: Der Indus­ triepark ist voll, und verfügbare große Indus­ trieflächen sind im Ruhrgebiet knapp. „Unsere Kooperation hat sich einen guten Namen gemacht. Deshalb wollen wir sie fortsetzen und weiterentwickeln“, sagt Josef Hadick, der nach einer Karriere in der Industrie im vergangenen Jahr als Geschäftsführer der kommunalen Windor GmbH die Verantwortung für die Dorstener Wirtschaftsförderung übernahm. „Das Team ist bestens eingespielt, jetzt wollen wir unser Spielfeld erweitern“, ergänzt Dr. Gehrke. „Es wäre schade, wenn das Interesse und die Anfragen, die uns vorliegen, ins Leere laufen würden.“ Auch die Politik gibt das

Durchaus denkbar also, dass die Kooperation über Grenzen einen Schritt weiter geht: Warum sollten Kommunen ihr Know-how und ihre Ressourcen nicht bündeln, um zukunftsträchtige Flächen außerhalb des eigenen Stadtgebietes zu entwickeln und vermarkten? Letztlich geht es um das gemeinsame Ziel, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Der Zweckverband Dorsten-Marl soll daher erhalten bleiben. „Wir erhalten laufend Anfragen großer Projektentwickler aus der ganzen Welt – und haben daher die begründete Hoffnung, dass unsere Region davon profitieren wird“, so Marls Bürgermeister Werner Arndt. Die geballte Verwaltungspower mit gut eingespielten, effizienten Prozessen soll natürlich auch den lokalen Unternehmen zugute kommen – denn die Bestandspflege ist den Wirtschaftsförderern mindestens so wichtig wie neue Ansiedlungen. Stefan Prott 73,5 Hektar Industrie | Logistik seit 2004, alle Flächen vermarktet Dr. Manfred Gehrke, 02365 992201 Josef Hadick, 02362 663461

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WALTROP Der Gewerbepark Zeche Waltrop wurde erweitert, um dem Bedarf ansässiger Unternehmen Rechnung zu tragen und Neuansiedlungen zu ermöglichen. Die 1.800 bis 5.000 qm großen Grundstücke sind maßgeschneidert für mittelständische Unternehmen, die die Nähe zu historischen Zechengebäuden schätzen und auf eine besondere Architektur Wert legen. Die Anbindung an das Verkehrsnetz ist optimal, der Flughafen Dortmund liegt in unmittelbarer Nähe. Der Airport Düsseldorf ist ebenfalls unter einer Stunde erreichbar. 2,5 Hektar Gewerbe | Dienstleistungssektor ab sofort Burkhard Tiessen, 02309 930230

DORSTEN Neue attraktive Gewerbeflächen werden derzeitig im Gewerbegebiet „ehem. Zechenfläche Fürst-Leopold“ in Dorsten angeboten. Sie erweitern damit das bestehende Gebiet Wenge-West. Bis zu 3 Hektar große, voll erschlossene Grundstücksflächen, teilbar ab ca. 2.000 m², stehen Gewerbetreibenden zur Verfügung. Das Gebiet liegt in unmittelbarer Stadtnähe und ist hervorragend an das überregionale Straßennetz und den ÖPNV angebunden. 11 Hektar Gewerbe ab sofort Günter Aleff, 02362 663451

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RECKLINGHAUSEN Im Gewerbepark Ortloh in Recklinghausen werden an der Maria-von-Linden-Straße klein­ teilige Flächen für den handwerklichen Bereich angeboten. Realisierbar sind individuelle Hallen- und Bürokonzepte, die sich an den Bedürfnissen kleiner Unternehmen orientieren. Die Fläche befindet sich in unmittelbarer Nähe der A2, öffentliche Verkehrs­mittel sind in Kürze fußläufig erreichbar. 7.000 Quadratmeter Handwerk | Produktion | Dienstl. ab sofort Jörg Smolka, 02361 501403

CASTROP-RAUXEL Der Mittelstandspark Ost an der Klöcknerstraße in Castrop-Rauxel ist auf die An­ forderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen ausgerichtet und bietet um­ geben von Grünflächen zwischen 2.000 und 19.000 qm große Grundstücke. Weitere freie Flächen (0,3 Hektar) stehen an der Lange Straße zur Verfügung. Die Grundstücke wurden saniert sowie aufbereitet und sind über die A42 und A2 an das Verkehrsnetz angebunden. 11,5 Hektar | 0,5 Hektar Mittelstand | Industrienahe Dienstl. ab sofort Thomas Ratte, 02305 1062314

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Motorworld in den Startlöchern

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m Anfang war die Immobilie. Danach haben wir überlegt, wie wir sie bespielen können“, sagt Martin Rinke, Geschäftsführer der Zeche Ewald Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG (ZEE). Heute, fünf Jahre später, hat die ZEE alle Gebäude auf Ewald gekauft. Auf der insgesamt 60.000 Quadratmeter großen Fläche soll in den kommenden zwei Jahren ein Zentrum für mobile Leidenschaft entstehen – die Motorworld. Hochwertige Fahrzeugausstellungen, Gastronomie, Kongresse und mehr sollen hunderttausende Besucher aus dem gesamten Ruhrgebiet, Münsterland und Holland anlocken. „Die atemberaubende Architektur und die gute Infrastruktur verleihen dem Standort eine besondere Strahlkraft“, so Martin Rinke. 250 Arbeitsplätze könnten nach der Fertigstellung auf Ewald entstehen, dazu weitere Jobs für das lokale Handwerk in der Bauphase. Ein Mammut-Projekt, das Martin Rinke und sein Geschäftspartner Marc Baumüller mit einem 20-köpfigen Team bis Anfang 2019 stemmen möchten. „Die Basis ist geschaffen. Die Bauanträge können voraussichtlich im April eingereicht werden und die Arbeiten damit beginnen“, so Marc Baumüller, 6 Hektar Geschäftsführer der Motorworld Zeche Ewald – Ruhr. Was einfach klingt, Gewerbe | Dienstleistungen ist das Ergebnis langjähriger Planung. „Die Zusammenarbeit mit Stadt 2019 und Behörden ist unglaublich schnell und unkompliziert verlaufen. Wir merken, dass wir willkommen sind“, betont Martin Rinke. TH Helma Sperling 02366 9520130

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Große Ratsmehrheit für newPark

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er Rat der Stadt Datteln hat im Januar 2017 mit großer Mehrheit zwei wichtige Beschlüsse gefasst, die das Bebauungsplanverfahren für die Realisierung von newPark vorantreiben. Zum einen wurde am 18.01.2017 im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss die Vergabe von Aufträgen für Planungs­ leistungen für das Bebauungsplanverfahren Nr. 100 „newPark“ beschlossen. Die Erarbeitung des Bebauungsplans einschließlich Umweltbericht sowie die Erstellung der sogenannten landschaftspflegerischen Fachbeiträge werden von externen Fachbüros geleistet, die auf der Grundlage des Rats­ beschlusses nun beauftragt werden können.

Hintergrund zur Bauleitplanung: Die Stadt Datteln stellt den Bebauungsplan für die Fläche des newParks auf, mit dem das Baurecht für das Gebiet geschaffen wird. Unter anderem werden Art und Maß der baulichen Nutzung auf den zukünftigen Grundstücken geregelt, aber auch der ökologische Eingriff und Ausgleich betrachtet. Parallel zum Bebauungsplanverfahren läuft die bereits weit fortgeschrittene Neuaufstellung des Flächen­ nutzungsplans weiter. Der „FNP“ trifft Aussagen für die städtebauliche Entwicklung des gesamten Stadtgebietes für die nächsten 15 Jahre. Die Fläche des newParks soll als gewerbliche Baufläche dargestellt werden; Grünflächen gliedern das Gebiet und vernetzen die angrenzenden Freiflächen. 156 Hektar Industrie ab 2018 Dr. Petra Bergmann, 02363 107322

Mueller + Partner Landschaftsarchitekten BDLA, Willich

Zum anderen wurde am 25.01.2017 mit 27 zu sechs Stimmen bei einer Enthaltung die Durchführung der sogenannten frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden beschlossen. Zwar hat im April 2013 bereits eine solche Beteiligungsrunde stattgefunden; aufgrund der Größe des Be­bau­ungs­plangebiets, der daraus resultierenden Komplexität des Planverfahrens sowie der vergangenen Zeit sollen nun mit dem zwischenzeitlich erarbeiteten Stand der Unterlagen die Verfahrensschritte der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden wiederholt werden – auch um eine möglichst große Transparenz des Verfahrens zu gewähr­ leisten. Alle interessierten Bürger werden Gelegenheit haben, sich über die Planunter-

lagen im Internet oder vor Ort im Rathaus zu informieren und Stellungnahmen einzu­ reichen. Voraussichtlich im März 2017 wird es zudem einen Erörterungstermin, bei dem die Ziele und Grundlagen der Planung erläutert und Fragen beantwortet werden, geben. Zeiten und Orte wird die Stadt Datteln kurzfristig bekannt geben. Die eingegangenen Stellung­nahmen werden ausgewertet und im weiteren Planverfahren berücksichtigt.

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MARL gate.ruhr soll eine der größten gewerblichindustriell genutzten Flächen der Region werden und wird als einer der wenigen Kooperationsstandorte der Metropole Ruhr international vermarktet. Das Gelände des ehemaligen Bergwerks AV 3/7 ist über Straße, Wasser und Schiene erreichbar und bietet Chancen für Industrie, Logistik, Großhandel und Endfertigung. Derzeit läuft die zweite Phase einer Machbarkeitsstudie. Das Gelände soll ab 2020 vom Norden der Fläche aus­ gehend entwickelt werden. 90 Hektar Gewerbe | Industrie 2020 Dr. Manfred Gehrke, 02365 992201

HALTERN AM SEE Umgeben von Ausflugslokalen sowie einer Jugendherberge liegt die Entwicklungsfläche Stausee-Nordufer in Haltern am See. Das Gebiet dient derzeit hauptsächlich der Landwirtschaft sowie dem Kreisjugendzeltplatz. Künftig soll die Fläche nahe dem Halterner Stausee für Ferien- und Freizeiteinrichtungen genutzt werden und so das Tourismus- und Freizeitangebot der Stadt weiter fördern. Das Stadtzentrum sowie die Autobahn sind nur wenige Kilometer entfernt. 18 Hektar Freizeit | Tourismus mittelfristig Maria Lichter, 02364 933272

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Vor dem Abschluss: Der Zukunftsstandort Zeche Ewald in Herten.

Wir können Wandel! Mehr als 20 ehemalige Bergbaustandorte sind seit der Jahrtausendwende in der Emscher-Lippe-Region revitalisiert worden – von Kommunen, oftmals in Kooperation mit dem Flächentwickler RAG Montan Immobilien und meist mit Unterstützung des Landes NRW. Ein Interview mit Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien GmbH.

Prof. Dr. Hans-Peter Noll: Es wird deutlich, dass der Bergbau zu seiner Verantwortung

Prof. Dr. Hans-Peter Noll blickt im Interview zurück auf 20 Jahre Struktur­wandel.

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steht: Wir lassen die Region nicht allein, sondern sehen unsere Aufgabe in der Nutzbarmachung dieser Standorte. Die Erfahrung aus 20 Jahren hat aber auch gezeigt, dass man Respekt haben muss vor diesem Prozess: Das ist kein Selbstläufer. Ein Bergwerk ist schnell geschlossen. Daraus wieder ein neues Stück Stadt zu machen, die Fläche in den Wirtschaftskreislauf zu bringen, Altlasten

zu sanieren und neue Betriebe, neues Leben, neues Wohnen anzusiedeln – das braucht seine Zeit, manchmal 5, 10 oder 15 Jahre. Muss man Flächenentwicklung heutzutage anders angehen? Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist es, künftig noch stärker gemeinschaftlich zu handeln – von der Kommune mit Planungshoheit über die Wirtschaftsförderer bis zum Eigentümer der Fläche. Wo das gelingt, ist es ein erfolgreiches Projekt. Auch wenn der Ruf nach mehr Gewerbe­ flächen laut ist, hängt an den Zechen viel mehr als nur die Chance, die von der schieren Größe des Areals ausgeht. Welche Interessen fließen in Ihre Über­ legungen noch ein? Wir wollen etwas für den Markt entwickeln. Da muss man schauen: Was passt planungsrechtlich auf diesen Standort? Und was braucht der Markt? Im Moment braucht der Markt Industriegebiete. Aber städtebaulich haben wir hier einen Mangel, weil wir im Ballungsraum 350 Meter Abstand zur WohnUMBAU21 | Ausgabe 03 2017

Fotos: RAG Montan Immobilien/T. Stachelhaus, Camp David

Seitdem der Kohlekompromiss der Bundes­regierung die massive Reduzierung des Bergbaus beschlossen hat, sind 20 Jahre Strukturwandel vergangen. Welche Bilanz ziehen Sie als Flächenent­ wickler des Bergbaukonzerns RAG heute?


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Vor der Entwicklung: gate.ruhr in Marl soll Standort für neue Industrie werden.

bebauung brauchen. Deshalb gilt: Wo wir eine Option haben, Industriegebiete auszuweisen, müssen wir diese Chance nutzen – wie zum Beispiel bei gate.ruhr in Marl. Einen solchen Standort zu revitalisieren dauert allerdings Jahre. Deshalb müssen wir schauen: Wie können wir gemeinsame Genehmigungsund Planungsabläufe optimieren? Da sind wir schon gut unterwegs. Wenn nach der Sanierung alles in neuem Glanz strahlt, ist das Lob groß – aber der Weg dahin ist beschwerlich. Wünschen Sie sich manchmal mehr Akzeptanz für Ihre Arbeit? Wir brauchen für das, was wir tun, Akzeptanz. Aber die stellt sich nicht von alleine ein, darum muss man werben oder sogar ringen. Früher hat man vieles einfach beschlossen und umgesetzt. Heute müssen wir Mehrheiten organisieren, genau zuhören. Da hat sich etwas fundamental verändert. Industriedenkmäler wie Zollverein oder der Zukunftsstandort Ewald in Herten finden als Leuchttürme viel Aufmerk­samkeit. Was sind für Sie die innovativsten Ideen? Das spannendste ist die Vielfalt. Wir suchen für jede Fläche die richtige Nutzung – vom Logistikstandort bis zum Biotop, vom Stadtquartier bis zum Kreativquartier, vom Gewerbegebiet bis zum Freizeitgebiet. Das ist faszinierend und gibt uns große Kraft.

Welches sind aus Ihrer Sicht die interes­ santesten Projekte der nächsten Jahre? Das wird die Motorworld als Abschluss auf dem Zukunftsstandort Ewald sein. Dann sicher gate.ruhr: Es ist eine Herausforderung, den ehemaligen Standort von Auguste Victoria so hinzubekommen, dass dort wieder viele Arbeitsplätze entstehen und diesen Standort für die Wirtschaftskraft der Region nutzbar zu machen. Und drittens sehe ich eine große Chance im interkommunalen Gebiet IKEP zwischen Essen und Bottrop: Das ist ein fantastisches Areal in einer guten und exponierten Lage – dieses Potenzial muss gehoben werden.

Was interessiert junge Menschen? Wie können wir in dieser Region für junge Menschen attraktiv werden? Vor allem in der Wahrnehmung: Wie kann das Ruhrgebiet sexy oder in werden? Damit wir auch zu einer Schwarmstadt werden, die Junge anzieht.

Das Wort „Strukturwandel“ ist für manche heute negativ konnotiert – als mühsam, langwierig, vielleicht sogar kraftlos. Braucht man ein neues Paradigma, mit dem die Region in die Zukunft geht? Ich bin kein Freund von Umdeutungen und sage: Diese Region hat eine besondere Wandlungskompetenz, sowohl prozessual wie auch auf Projektebene. Dass eine Stadt wie Essen heute Grüne Hauptstadt Europas sein kann, ist ein tolles Beispiel für Wandel. Ich bleibe beim Begriff des Wandels.

Entwicklungsbrüche können auch große Chance bieten. Wenn Sie an unsere Region in 30 Jahren denken: Was sehen Sie? Ich glaube, dass auch die Emscher-LippeRegion über diese große Wandlungskompetenz verfügt, dass sie sich als Region versteht und weiterhin im Wandel bleibt – und hoffe, dass die Menschen offen bleiben und möglichst viele Junge hier leben.

Geht es dabei nicht um mehr als nur um Strukturen? Es geht um ganz neue Themen. Ein wichtiger Faktor ist die Jugend. Wir müssen uns fragen:

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Sie sind viel international unterwegs. Ist der Blick von außen schärfer? Im asiatischen Raum ist das Ruhrgebiet Kult – weil sich zum Beispiel die Chinesen genau anschauen: Wie geht Wandel? Da sind wir hier in der Region beispielhaft für Deutschland, und das wird von außen auch so wahrgenommen.

Das Interview führte Stefan Prott.

Kontakt RAG Montan Immobilien GmbH Im Welterbe 1-8 · 45141 Essen 0201 378-0 www.rag-montan-immobilien.de

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Platz schaffen! UMBAU21 hat drei Experten gefragt, wie die Region Raum für wirtschaft­liche Entwicklung gewinnen kann.

Gemeinsam Zukunft machen Wie kann der Bedarf nach Gewerbe- und Industrieflächen in unserer Region gedeckt werden? Cay Süberkrüb: Das gelingt uns nur, indem wir regional miteinander kooperieren: Gute regionale Standorte bekommen wir nur noch gemeinschaftlich entwickelt – indem wir über Stadtgrenzen hinausschauen und fragen: Was ist für Unternehmen attraktiv? Wie können wir diesen Bedarf bedienen? Kleinere Standorte gehören zum Tagesgeschäft, das Wirtschaftsförderer und Planer in den Städten hervorragend beherrschen. Wo sehen Sie den größten Bedarf? Wir haben nach wie vor starken Bedarf im Bereich Großhandel und Verkehrsgewerbe, im verarbeitenden Gewerbe wie zum Beispiel im Maschinenbau – aber auch im Bereich der Umweltwirtschaft wie der Ver- und Entsorgung. Nicht zu vergessen sind die damit verbundenen Dienstleister – von der Werbeagentur bis zum Ingenieurbüro. Zurzeit haben wir Bedarf nach größeren zusammenhängenden Standorten: Kurzfristig gibt es mehrere Interessenten für Ansiedlungen über 10 Hektar Fläche. Wir bedauern, dass wir die aktuellen Anfragen nicht sofort bedienen können. Wie können Flächenentwicklungen beschleunigt werden? Die zunehmende Komplexität der Gesetzeslage, die wir heute schon haben, erschwert die Verfahren. Außerdem gibt es gestiegene Ansprüche an alle Lebensbereiche - sei es beim Wohnen, beim Naturschutz oder im Verkehr. Das bedeutet auch, dass die Empfindlichkeiten größer werden und damit die Verfahren länger dauern. Leider ist nicht immer das Verständnis vorhanden, dass große Flächen­ projekte notwendig für unsere Entwicklung sind. Hier herrscht in Deutschland oft die Devise: Am besten nicht vor der eigenen Haustür – wobei das Verständnis in unserer Region im Vergleich zu anderen Gegenden sogar recht hoch ist. Welche Chancen sehen Sie in regionaler Kooperation? Einerseits bei der Entwicklung von Kooperationsstandorten, andererseits in der gemeinsamen Ansprache von Investoren. Und drittens erleichtert regionale Kooperation wesentlich die Umsetzung: Großprojekte wie die Metro-Ansiedlung klappen nur, wenn alle Institutionen von der Kommune über die Kreisverwaltung bis zur Bezirksregierung und den Landesbehörden an einem Strang ziehen.

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Brachflächen aktivieren Wie kann der Bedarf nach Gewerbe- und Industrieflächen in unserer Region gedeckt werden? Karola Geiß-Netthöfel: Damit in Zukunft ausreichend Flächen für die Ansiedlung von Unternehmen zur Verfügung stehen, gerade im Emscher-Lippe-Raum, müssen wir unbedingt Brachflächen aktivieren. Von derzeit 2.150 Hektar planerisch gesicherten Flächenpotenzialen im Ruhrgebiet sind 53 Prozent mit Nutzungs­ restriktionen belegt. Über die Hälfte dieser Flächen sind Industrie­ brachen mit zum Teil schwerwiegenden Restriktionen, etwa Altlasten oder mangelnder Erschließung. Hier muss geprüft werden, inwieweit diese Flächen entwickelt werden können. Nur so gelingt es uns, möglichst wenig Freiraum für Gewerbeansiedlungen in Anspruch nehmen zu müssen. Wo sehen Sie den größten Bedarf? In den zurückliegenden Jahren hatten u.a. die Wirtschaftszweige Handel, Verkehr und Logistik sowie Dienstleistungen die größten Flächeninanspruchnahmen. Diese Entwicklung setzt sich nahtlos fort. Erfreulicherweise hat auch das verarbeitende Gewerbe entscheidend zum Beschäftigungsaufbau in der Region beigetragen. Positive Impulse kommen auch aus dem Bereich der Umweltwirtschaft. Hier ist es gelungen, mittlerweile mehr als 100.000 Jobs zu schaffen – Tendenz steigend. Wie könnten Flächenentwicklungen beschleunigt werden? Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg in einer frühzeitigen Einbindung aller Akteure, um Planungsprozesse zu beschleunigen. Dazu gehört auch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Ziel muss es sein, geeignete Flächen möglichst schnell vermarktungsreif zu machen. Welche Chancen sehen Sie in der regionalen Kooperation? Regionale Kooperation gewinnt im Ruhrgebiet immer mehr an Bedeutung. Daher werden wir im neu aufzustellenden Regionalplan Ruhr, neben den kommunalen Flächenbedarfen für Wohnen und Gewerbe, zusätzlich erstmals rund 1.000 Hektar regional bedeutsame Gewerbeflächen darstellen. In Übereinstimmung mit dem Landesentwicklungsplan werden diese Regionalen Kooperations­ standorte in Zukunft Angebote für großflächige Ansiedlungen und für neue Arbeitsplätze in der Metropole Ruhr schaffen. UMBAU21 | Ausgabe 03 2017


KOOPERATION

ENTWICKLUNG BEDARF

Cay Süberkrüb, Landrat Kreis Recklinghausen, Karola Geiß-Netthöfel, RVR-Regionaldirektorin und Bernd Tischler, OB Stadt Bottrop

Bestand sichern Wie kann der Bedarf nach Gewerbe- und Industrie­ flächen in unserer Region gedeckt werden? Bernd Tischler: Wichtig ist eine frühzeitige Abstimmung der Planung mit Erfordernissen der Wirtschaftsförderung auf regionaler Ebene. Hierbei muss der Fokus auf die Beseitigung von Engpässen, insbesondere durch Restriktionen bei den Gewerbeflächen gelegt werden. Über den Flächennutzungsplan sind eine große Zahl von Flächen für die gewerbliche Entwicklung gesichert, können aber aufgrund der Vielzahl von Nutzungseinschränkungen nicht marktgerecht entwickelt werden. Hinzu kommt die notwendige, aber auch aufwändige Aktivierung von Brachflächen oder von mindergenutzten gewerblichen Flächen. Wo sehen Sie den größten Bedarf? Mein Fokus liegt zunächst auf den Bestandsunternehmen, losgelöst von Branchen. Diesen Unternehmen müssen ausreichend Flächen bereitgestellt werden, damit sie sich am Standort Bottrop weiterentwickeln können. Bei externen Nachfragen nach Gewerbe­flächen sind alle Branchen vertreten, wobei eine große Zahl der Anfragen aus der Logistikbranche kommt. Grundsätzlich muss die EL-Region in der Lage sein, möglichst alle Flächengrößen bedienen zu können – angefangen von 2.000m² bis über 30 ha. Wie könnten Flächenentwicklungen beschleunigt werden? Alle Akteure müssen frühzeitig in die Flächenentwicklung bzw. in die Planungsprozesse einbezogen werden – und zwar nicht nur in der Kommune, sondern auch auf regionaler Ebene sowie beim Land. Hier müssen die

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Herausforderungen der Region Berücksichtigung finden. Dazu gehören Themen wie Abbau von Restriktionen, die Bereitstellung von Mitteln für die Sanierung von Brachen oder für die Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur. Ein wichtiger Aspekt ist mit Blick auf die Bergbauflächen nach meiner Erfahrung auch ein möglichst frühzeitiger Planungsbeginn bei der Neu­entwicklung dieser Gewerbeflächen. Welche Chancen sehen Sie in der regionalen Kooperation? Regionale Kooperation ist in einer so dicht zusammen gewachsenen Region wie der Emscher-Lippe-Region nicht nur eine Chance, sondern eine Notwendigkeit. Das planerisch-räumliche Denken kann nicht an der Stadtgrenze auf­hören, wenn sinnvolle Flächenentwicklungen entstehen sollen. Erschließungsmöglichkeiten, Erweiterungsoptionen oder auch arbeitsteilige Nutzungskonzepte können nur im Rahmen von regionalem Handeln zielführend geplant und umgesetzt werden.

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U N T ER N EH M EN

Effektive Kreislaufwirtschaft Emscher-Lippe als Modellregion für zirkuläre Wertschöpfung

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n der Natur funktionieren die biologischen Kreisläufe perfekt. Nichts geht verloren, alles wird wieder verwertet. „Das müssen wir auch bei den technischen Kreisläufen hinbekommen“, findet Lars Baumgürtel, Geschäftsführender Gesellschafter von Voigt & Schweitzer. Das Gelsenkirchener Unternehmen hat sich auf die Oberflächenveredelung von Stahl durch Feuerverzinken spezialisiert. Drei Jahre lang hat die hausinterne Forschungsund Entwicklungsabteilung zusammen mit Kunden und Lieferanten daran gearbeitet, den Herstellungsprozess und die Produkte so zu verändern, dass alle Stoffe wieder­ verwertet werden können. Dazu gehören abwasserfrei geführte Prozesse, Strom aus erneuerbaren Energien und ein mit den Lieferanten abgestimmter Recyclingprozess für die anfallenden Zinknebenprodukte. Das patentierte Stückverzinkungsverfahren „microZINQ“ kommt mit einer dünneren Zink-Aluminium-Oberfläche aus, schützt den Stahl aber sehr lange vor Korrosion. Für diese Innovationen wurde Voigt & Schweitzer bereits zum zweiten Mal unter die Top 3 des Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewählt und kann eine „Cradle-to-Cradle“-Zertifi­ zierung vorweisen. IDEE IN DIE REGION TRAGEN Zirkuläre Wertschöpfung ist ein Markt mit Zukunft – ökologisch und ökonomisch. Die Emscher-Lippe-Region hat ein hohes Potenzial in diesem Bereich. Aus diesem Grund unterstützt die Landesregierung die zirkulär­ wirtschaftlichen Aktivitäten der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft WiN Emscher-Lippe GmbH in Herten. Die WiN hat die Vision, das Thema zirkuläre Wertschöpfung gemeinsam mit den Unternehmen voran­zutreiben. „Wir wollen vor allem kleine und mittlere Unternehmen dafür gewinnen, Stoffkreisläufe innerhalb der Produktion zu schließen. So wie es z.B. die Firma Voigt &

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Schweitzer in Gelsenkirchen vorgemacht hat“, sagt Dr. Klaus Rammert-Bentlage, der bei der WiN für das Modellprojekt „cirC2ess“ zuständig ist. Die WiN bindet Unternehmen in der Region ein und hat die Hochschulen der Region ins Boot geholt. Sie sollen neue Werkstoffe und Verfahren erfinden, denn „wenn wir erreichen wollen, dass die Unternehmen aus alten Produkten neue Produkte gewinnen, ohne dass es zu einem Qualitätsverlust kommt, sind Innovationen nötig“, erklärt Rammert-Bentlage. UMWELTWIRTSCHAFT UND NACHNUTZUNG CO2 Um das Thema zirkuläre Wertschöpfung fundiert voranzu­ treiben, hat die WiN EmscherLippe GmbH auch einige Studien in Auftrag gegeben. Eine Studie befasst sich z.B. mit dem Potenzial der Umweltwirtschaft in der Emscher-Lippe-Region, eine andere mit den Nachnutzungsmöglichkeiten von Kohlendioxid. Auf beiden Gebieten sehen die Forscher der Institute EPEA und IfaS sowie der Prognos AG gute Chancen und verweisen auf bereits vorhandene innovative Projekte und Akteure in der Region. „Die Themen Wasserstoff, Brennstoffzellen, Energiespeicher und erneuerbare Energien sind in der Emscher-Lippe-Region bereits seit Anfang des 21. Jahrhunderts fest verankert. Früh haben Unternehmen und Kommunen das Potenzial UMBAU21 | Ausgabe 03 2017


U N T ER N EH M EN

Einladung zum Zukunftsforum Am 27. März veranstaltet die WiN Emscher-Lippe GmbH zusammen mit der KlimaExpo.NRW im großen Saal der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, Neidenburger Straße 43, das „circ.EL – Zukunftsforum Zirkulärwirtschaft“. Von 9.30 bis 14.45 Uhr informieren und diskutieren Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker – darunter ist auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin – über die Chancen der Zirkulär­­ wirtschaft in der Emscher-Lippe-Region. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. natalie.schulz@emscher-lippe.de

erkannt“, heißt es in der CO2-Studie. Eine Schlüsselrolle kommt dem Rohstoff Wasserstoff zu. „Insbesondere regenerativ erzeugter Wasserstoff aus der Elektro­lyse von Wasser kann unter Nutzung von CO2 in Methan umgewandelt werden und somit als Kraftstoff für Fahr­ zeuge, zur weiteren chemischen Nutzung oder als Substitut für fossile Gase verwendet werden“, erklären die Forscher. h2-ANWENDERZENTRUM

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Das h2 AnwenderZentrum in Herten ist die zentrale Anlaufstelle rund um das Thema Wasserstoff. Seit dem Jahr 2009 haben sich hier rund um das AnwenderZentrum zahlreiche Firmen angesiedelt. Im Fokus steht die Entwicklung von Technologien, die für die Produktion und auch die Nutzung von grünem Wasserstoff interessant sein können. Die Forscher von EPEA und IfaS verweisen auch auf die wichtige Rolle der Hochschulen und Unternehmen in der Region. 2001 wurde z.B. das Energie-Institut der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen gegründet, das als Partner und Knotenpunkt für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie fungiert. In der Praxis sind die beiden in Marl ansässigen Unternehmen Air Liquide Deutschland GmbH sowie die Linde Group besonders relevant im Bereich Wasserstofftechnologie. Die Air Liquide

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Deutschland GmbH betreibt im Chemiepark Marl das größte europäische H2-Abfüllwerk und ist speziell im Bereich des Brenn­ stoffzellen­ antriebs aktiv. Die Linde Group nimmt als Anbieter von technischen Gasen und Wasserstoffanlagen weltweit eine Spitzenposition ein, wenn es darum geht, den Energie­ träger Wasserstoff in konkreten Anwendungen nutzbar zu machen. KOOPERATIONEN FÖRDERN In der Emscher-Lippe-Region tut sich viel auf dem Gebiet Zirkulärwirtschaft. Hier hat sich die WiN Emscher-Lippe GmbH zum Ziel gesetzt, die verschiedenen Akteure stärker zu vernetzen und Kooperationen von Firmen zu fördern. „Wir gehen davon aus, dass bei der Produktion häufig Reststoffe anfallen, die schon heute in Partnerunternehmen weiterverwertet werden könnten. Jetzt gilt es, diese Firmen zu identifizieren, zusammen zu führen und somit Lücken in Wertschöpfungsketten zu schließen“, sagt Peter Karst, Geschäftsführer der WiN Emscher-Lippe GmbH in Herten. Er sieht auch ein erhebliches Potenzial für Start-up-Unternehmen im Bereich Umweltwirtschaft. Schon jetzt ist die Umweltwirtschaft sehr relevant für den Arbeitsmarkt. Die Umweltwirtschaft in Emscher-Lippe beschäftigt über 15.000 Erwerbstätige (2014). Dies sind 5,4 % aller Erwerbstätigen in der Region. Die Branche ist somit stärker ausgeprägt als in Nordrhein-Westfalen insgesamt, wo sie 4,7 % der Erwerbstätigen beschäftigt. Claudia Schneider

Kontakt Dr. Klaus Rammert-Bentlage 02366 1098-31 klaus.rammert-bentlage@emscher-lippe.de www.emscher-lippe.de

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U N T ER N EH M EN

Ressourcen managen Beim Chemieforum NRW diskutierten 120 Experten über die Chancen zirkulärer Wertschöpfung

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urch zirkuläre Wertschöpfung könnte die Effektivität der Chemie­ branche noch einmal gesteigert werden – das war ein Fazit des Chemieforums NRW, zu dem die ChemSiteInitiative nach Marl eingeladen hatte. Wirtschaftsminister Garrelt Duin räumte der zirkulären Wertschöpfung steigende Bedeutung für die NRW-Wirtschaft ein: „Das ist ein Bereich, in dem wir Potenzial sehen und Motivation geben wollen.“ Prof. Dr. Henning Friege, dessen Nachhaltigkeitsberatung sich seit Jahrzehnten mit zirkulärer Wertschöpfung beschäftigt, sah gerade in der Chemie hohe Wertschöpfungs-Potenziale: „Die Chemieindustrie hat hervorragende Chancen, das Ressourcenmanagement gemeinsam mit anderen Akteuren zu verbessern.“ Allerdings gebe es dabei eine Reihe von Stolpersteinen: Der Trend zu immer höher verdichteten Speicherchips und immer kleineren Bauteilen mache es heute nahezu unmöglich, die enthaltenen Spurenmetalle wirtschaftlich effizient zurückzugewinnen. Zudem habe Recycling immer eine soziale Dimension: In wohlhabenDiskutierten über Chancen zirkulärer Wertschöpfung (v.l.): ChemSite-Chef Prof. Dr. Michael Dröscher, Prof. Dr. Henning Friege und Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

den Ländern werde der Lebenszyklus vieler hochwertiger Produkte immer kürzer – und der Anreiz zum Reparieren oder Verwerten sei oft kaum noch gegeben. Diese Sicht teilte auch Hans-Jürgen Mittelstaedt, Geschäftsführer der VCI NRW: „Es muss eine Knappheit der verwertbaren Güter da sein – erst dann ist ein ökono­ mischer Treiber vorhanden, dass es sich lohnt.“

schöpfung realisieren will, braucht man häufig reine Materialflüsse - mit dem Face-out von Stoffen, die Probleme beim Recycling ver­ ursachen“, sagte Hans-Jürgen Mittelstaedt. Das dürfe allerdings nicht bedeuten, problematische Stoffe von vornherein auszuschließen, forderte er. CHANCEN BEIM MITTELSTAND

DEN BLICK AUF EFFEKTIVITÄT RICHTEN Der Fokus auf effiziente Produktion reicht nicht aus, erklärte Lars Baumgürtel: Erst, wenn der Blickwickel auf die absolute Effektivität einer Produktion bis zum „End of Life“Punkt erweitert werde, stellten sich weder Wachstumsgrenzen noch Ressourcenprobleme, so der geschäftsführende Gesellschafter der Voigt & Schweitzer GmbH & Co. KG. „Es muss ein Life-Design sein, das die Lebensdauer optimiert und die Verwertung am Ende des Lebenszyklus berücksichtigt“, so ChemSite-Vorsitzender Prof. Dr. Michael Dröscher. Auch NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin sah auf der Grundlage einer neuen Studie jedoch durchaus Chancen, besser zu werden: „Wir sollten uns fragen: „Gibt es eine Möglichkeit, Akteure in der Wertschöpfungskette zusammenzuführen, so dass sie besser vernetzt sind?“ „Wenn man zirkuläre Wert-

Diese Befürchtung wies Garrelt Duin zurück: „Es geht nicht darum, nach dem Ordnungsrecht als Keule zu greifen, sondern es geht darum, Kompetenzen für zirkuläre Wertschöpfung zu entwickeln und in die Breite zu tragen“, so der Wirtschaftsminister. Mit Blick auf den Mittelstand erkenne man, dass sich viele kleinere Unternehmen noch gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hätten. Hier gelte es, Chancen auszuloten – immer im engen Kontakt mit der chemischen Industrie. „Wir leben in einer Welt, in der heute nicht vorhergesagt werden kann, wie Wertschöpfungsketten in 25 Jahren aussehen“, so Prof. Dr. Michael Dröscher. „Zirkuläre Wertschöpfung ist für die Industrie eine Herausforderung und Chance – und für Mittelständler eher eine Möglichkeit, den Pionieren schnell zu folgen.“ www.emscher-lippe.de

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Wir machen Ausbildung möglich

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F L ÄC H EN

DOPPELKOPF

Hier wird Tacheles gesprochen: Je zwei Köpfe der Region sagen in UMBAU21 offen ihre Meinung. Ungefiltert. Deutlich.

Zeichnungen: Dirk Pleyer

W, dass möglichst Wir wollen als NABU NR e Fläche im Land lich aft ch wenig landwirts d Wohnen zufür Straßen, Gewerbe un d. Deswegen wir künftig bereit gestellt n täglichen de g, run ist unsere Forde W auf mittelFlächenverbrauch in NR langfristig fristig 5 ha pro Tag und Landwirt. ken auf Netto -Null zu sen n wir in he uc bra e ch schaftliche Flä hrungsZukunft dringend für Na hstoffe Ro de mittel, nachwachsen reiche en art e ein aber auch für r sind he Da . aft sch nd Kulturla Ziele es unsere vorrangigen vorn, hte dic Bebauung zu ver r in de wie en ch Flä mals genutz te bei da d un en ng bri Nutzung zu an vor d ren intelligent und flächenspa Jos ef Tum brinc k , da es t gib e zu gehen. Zielkonflikt Lan de svo rsi tze nd er ten utz gen alig em NA BU NR W wo sich auf eh arten ­ 0211 15 92 510 Fläch en ein e besond ers t. ha reiche Natur eingestellt

kümmern. h frühzeitig um die Probleme en für die Zunächst mal muss man sic , welche Bedeutung Fläch teiligten Das heißt rechtzeitig klären Be n Dann gilt es, sich mit alle n die ma Natur bekommen haben. wie d un zu überlegen, ob etz ges zusammenzuset zen und utz sch tur Na s Da t bekommt. g gan Um Belange unter einen Hu den einen Paragraphen, der er­ ed Wi in NRW hat dafür extra die elt und die Hürden für mit „Natur auf Zeit“ reg ter Flächen herabset zt. utz nutzung ehemaliger gen

wenn die ntarium reicht völlig aus, d Fach­ Das bestehende Instrume un sen fas mit der Materie be ziehen. Planer sich rechtzeitig be ein utz sch en Art Natur- und Kosten personal für die Fragen von die Verzögerungen und auch nicht er Dann kommt es nicht zu ab gen mt man diese Fra bleiben überschaubar. Nim n es zu Verzögerungen und zu kan hen die rechtzeitig in den Blick n. Seitens des NABU ste me kom Kosten­steigerungen Beteiligung immer offen. Türen für eine frühzeitige

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Probleme sondern Für uns sind das keine rungen. Wir als rde Chancen und Herausfo durch die ja rn de Unter nehmen för ustrie -/ Ind er alig em eh Revitalisierung ere ing n VerZechenstandorte den ger d schützen un brauch von Freiflächen e Boden. urc sso Re so die wertvolle Situation, die oft r abe h sic Für uns stellt ich l z­ en und dass aufgrund der geset ben selbst rga planungsrechtlichen Vo industriell ls ma vor die Nutzung von Gewerbe - und genutzten Flächen mit vo r all em Logis tikansie dlu ngen , unden -St wenn es um eine 24 wer sch r seh Nutzung geht, t es gib rn ofe Ins . umset zbar ist edarf, sb on ssi ku Dis h rlic he dort sic n de t mi wie man gemeinsam n da Kommunen und der Regio kann. n Vo lke r Du dd ek de fin e eg gsw neue Lösun Projek ten twi ck ler

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d Baumaß ion für Entwicklungs- un Auch bei der Kompensat haben ja extra mit der Vivawest Wir nahmen sind wir vorne. ntur Plus, det, die Landschaftsage rün geg r hte Toc e en eig e ein d für indivisgleichflächen anbietet un opunkte die maßgeschneiderte Au Ök d mpensationsflächen un duelle Baumaßnahmen Ko regionaler Ein d langfr istig betreut. zur Verfügung stellt un dschafts Lan en sig säs tteln- Ahsen an Da in r de kt un erp hw Sc Recklinghausen. agentur Plus ist der Kreis

ndsgrenzen, ungstatbestände, wie Absta gel Re ige ein um da t geh Es als Region regelungen etc. Wenn wir Immissionsschutz, Verkehrs eitsplätzen wünschen, dann müsArb rscht die Wachstum mit zusätzlichen flexibler werden. Zu oft her und nen öff da uns auch die sen wir ss mu s Da ht. nic r Haustür bitte Grundeinstellung vor meine rch die An­ die Unternehmen u.a. du ngen und Politik Flagge zeigen und gu en geset zl. Rahmenbedin passung der erforderlich erstützen. unt n one Förderungsrestrikti Region die Änderung bestehender die in ht nic st son n werden wir einer und Vor allem Neuansiedlunge tes ierten Arbeitskräfteangebo en. ung ind locken, trotz eines qualifiz anb chaus guten Infrastruktur zen­tralen Marktlage mit dur


ÜBER TAGE MIT EMSCHA & LIPPI Plan oder kein Plan? Zwei Kumpel wagen den Blick aufs wahre Leben. Diesmal: Auf Expedition im Waltroper Grünzug „Im Dicken Dören“.

Foto: Stefan Kuberka

Der Zeichner: Michael Holtschulte aus Herten ist als Cartoonist u.a. für Süddeutsche Zeitung, taz, stern, Titanic, YPS tätig. 2014 erhielt er den „Deutschen Karikaturenpreis“. Auf dem Hof Wessels in Herten startete er die Reihe „Cartoons im Pott“ mit Ausstellungen namhafter komischer Künstler.

Irgendwas mit Medien … … passiert in diesem Haus immer.

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A R B EI T

Nachwuchskräfte coachen Jugendliche Das Projekt „ZukunftsBande EmscherLippe“ geht in die zweite Halbzeit

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reitags bleiben Arzu und Nurcan gerne etwas länger in der Schule, denn in der 7. und 8. Stunde haben sie das Fach „ZukunftsBande“. Die beiden 15-jährigen Mädchen gehen auf die WolfgangBorchert-Gesamtschule in Recklinghausen und nehmen freiwillig an einem innovativen Projekt der WiN Emscher-Lippe GmbH teil. Bei der ZukunftsBande geht es um Peer Learning: Nachwuchskräfte coachen Jugendliche. Über ein Schuljahr hinweg betreut ein Zukunftscoach jeweils zwei Schüler/Schüler­innen. Alle 14 Tage trifft sich diese „Dreierbande“ und schmiedet Pläne für die schulische und berufliche Zukunft.

und Supervisionen bereiten auf die Aufgaben vor und bilden die Coaches während des gesamten Schuljahres weiter. „Auch der Austausch mit den anderen Coaches ist sehr interessant“, sagt Alexander Kaß. Ihm macht es Spaß, sein Wissen an Jüngere weiter­zugeben. Beim Girls‘ Day oder auf Berufsbildungsmessen hat er das schon öfter gemacht. Aber jemanden über ein Schuljahr hinweg zu begleiten, das sei eine viel intensivere Geschichte. VERANTWORTUNG MOTIVIERT

Das Projekt stärkt die Persönlichkeit und motiviert zusätzlich

PEER LEARNING „Ich fühle mich jetzt viel sicherer, denn Alexander hat uns schon viele gute Tipps gegeben“, erzählt Arzu. Alexander Kaß, das ist ihr Zukunftscoach. Der 26-jährige absolviert derzeit eine Ausbildung als IT-Systemkaufmann bei der Gemeinsamen Kommunalen Datenzentrale Recklinghausen. Zuvor war er bei der Bundeswehr und hat einige Semester studiert. Dieser breite Erfahrungsschatz

Marius Mann Personalleiter Voigt & Schweitzer

kommt dem Auszubildenden jetzt zugute, denn die beiden Coaches haben viele Fragen an ihn. Als Zukunftscoach wird man aber nicht ins kalte Wasser geworfen: Trainings

Teilnehmer gesucht für nächstes Schuljahr Das Projekt ZukunftsBande EmscherLippe wird im Schuljahr 2017/18 fortgeführt. Projektleiterin Johanna Luttermann von der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand e.V. Bochum freut sich schon jetzt auf Anmeldungen von Unternehmen und Schulen aus der Region. Johanna Luttermann 0234 5797-5782, www.zukunftsbande.de

Genau dieses Prinzip macht das Projekt auch für die 18 teilnehmenden Unternehmen aus der Region Emscher-Lippe interessant. Sie haben zusammen genommen 40 Auszubildende für die ZukunftsBande entsandt. Voigt & Schweitzer aus Gelsenkirchen ist eines der Unternehmen, die sich in dem Projekt engagieren. Personalleiter Marius Mann findet das Projekt spannend: „Der persönliche Kontakt der Auszubildenden zu einer kleinen Gruppe von Schülern über einen längeren Zeitraum hat uns neugierig gemacht. Unsere Auszubildenden übernehmen hier ein Stück weit Verantwortung und werden durch diese Aufgabe zusätzlich motiviert.“ Vier Auszubildende von Voigt & Schweitzer sind als Coach tätig. Sie haben sich freiwillig gemeldet. Von den bisherigen Schulungen sind sie begeistert, weiß Marius Mann. Im nächsten Schuljahr wird das Projekt ZukunftsBande fortgesetzt. Marius Mann kann sich gut vorstellen, dass Voigt & Schweitzer dann wieder dabei ist. Claudia Schneider

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A R B EI T

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Ideen vom Campus

niversitäten sind voll von jungen Talenten. Um sie zu fördern und bei der Gründung ihres Start-ups zu unterstützen, hat die WiN Emscher-Lippe GmbH das Projekt „Die Ideen liegen auf dem Campus“ ins Leben gerufen, an dem die Westfälische Hochschule mit den Standorten Gelsenkirchen und Recklinghausen sowie die Hochschule Ruhr West Bottrop teilnehmen. Zwei Gründer stellen sich vor:

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rof. Dr. Mark Oelmann und ich haben das Beratungsunternehmen Mocons gegründet, um mit unserem Know-how die Wasserwirtschaft bei ökonomischen Fragestellungen zu unterstützen. Wir fühlen uns der Hochschule Ruhr West (HRW) sehr verbunden. Unsere Erfahrungen aus der Praxis fließen in die Lehre ein, sodass die Studenten einen guten Einblick in relevante Themen erhalten. Mit der HRW, mit der wir einen Kooperationsvertrag geschlossen haben, möchten wir die guten Synergiemöglichkeiten ausbauen und Lehre, Forschung und Beratung noch enger verzahnen. Das Thema Digitalisierung interessiert uns besonders.“ Christoph Czichy, Geschäftsführender Gesellschafter www.mocons.de Mocons GmbH & Co. KG

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ir wollen den Umgang mit der digitalen Identität revolutionieren und Passwörter komplett überflüssig machen. Aus dieser Idee entstand XignQR, ein IT-Infrastruktur- und Softwaresystem, das es dem Nutzer ermöglicht, sich mit seinem Smartphone an Webseiten sicher einzuloggen. Die Westfälische Hochschule (WHS) in Gelsenkirchen ist Teil des Startercampus. Da wir als junges Start-up aus der WHS kommen und uns der Standort Ruhrgebiet sehr am Herzen liegt, freuen wir uns über ein Projekt zur Stärkung der Region. Gerade mit dem Thema IT-Security können wir über den Startercampus zeigen, welches Potenzial das Ruhrgebiet als Start-up-Standort aufweist.

Markus Hertlein, CEO & CO-Founder XignSys GmbH

www.xignsys.com

Fotos: privat

NEUE VERANSTALTUNGSREIHE STARTET Ab dem 24. April 2017 wird es eine neue Veranstaltungsreihe namens StarterCafé geben. Dieses Café wird abwechselnd an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen und Recklinghausen und an der Hochschule Ruhr West Bottrop mit verschiedenen Themenschwerpunkten stattfinden. Dabei können die Studierenden Impulsvorträge hören und sich danach interaktiv austauschen, mitteilen und aus eigener Erfahrung berichten. Das Format soll dazu dienen, den Studierenden das Thema Gründung mit seinen einzelnen Facetten näherzubringen. Themenschwerpunkte werden unter anderem sein: Ideenmining, Gründe fürs Gründen, Frauen und Gründungen, Crowdfunding, etc..  Pia Grandt, 02366 1098-19

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A R B EI T

Gute Fortschritte, aber noch ein langer Weg Frau Kersting, Sie leiten das Zentrum Frau in Beruf und Technik (ZFBT). Es existiert seit 1994. Was hat sich seitdem in puncto Gleichstellung getan? Seit langem haben wir die am besten ausgebildeten Frauengenerationen aller Zeiten, mit steigenden Quoten und sehr guten Ab-

schlüssen. Gerade feiern Elternzeit und Elterngeld ihr zehnjähriges Bestehen. Auf dieser Grundlage konnten Väter messbar an der Kindererziehung und -betreuung beteiligt werden. Eine steigende Anzahl von Unternehmen trägt zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ihrer Beschäftigten bei. Die Kinder­ betreuungsinfrastruktur hat sich verbessert. Vor zwei Jahren ist auch endlich ein Gesetz in Kraft getreten, das eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in großen Unternehmen der Privatwirtschaft zum Ziel hat. Wo gibt es noch Nachholbedarf? Auch wenn Frauen die Gewinnerinnen bei Bildung und Ausbildung sind, sind sie weniger oft erwerbstätig als Männer und verteilen sich weder gleichmäßig auf alle Berufe noch auf alle beruf­ lichen Positionen. Z.B. sind junge Frauen in der dualen Berufsausbildung unterdurchschnittlich vertreten, technische oder die neuen IT-Berufe spielen kaum eine Rolle. Ein vergleichbares Bild gibt es in den MINT-Studiengängen. Viele Führungsetagen in weniger großen Unternehmen werden auch noch länger frauenfrei bleiben, wenn es keine flankierende Unterstützung gibt. Welchen Beitrag leisten die regionalen Kompetenzzentren Frau & Beruf? In der Emscher-Lippe-Region unterstützen wir mittelständische

Unternehmen dabei, mehr weibliche Beschäftigte zu gewinnen, zu binden und ihnen attraktive Karriereperspektiven zu eröffnen. Gerade in altindustriellen Regionen wirken überkommene Frauen- und Familienbilder sehr lange, nicht zuletzt, da sie durch Beschäftigungsverbote Frauen explizit ausgegrenzt haben. Das Nachtarbeitsverbot für Arbeiterinnen hatte 100 Jahre Bestand und ist erst 1992 gefallen. Rollenbilder überhaupt sind auf beiden Seiten wirksam. Frauen selber fehlt es oft an ermutigenden Netzwerken. Ein sehr wirksames MentoringNetzwerk hat die Landesregierung schon vor fast 20 Jahren mit KIM – Kompetenz im Management ins Leben gerufen. Talentierte Nachwuchsführungsfrauen werden von einer erfahrenen Managerin als Mentorin für ein Jahr auf ihrem beruflichen Karriereweg begleitet. Von diesem Empowerment profitieren die Mentees, aber auch das Netzwerk insgesamt. Im Verlauf der Jahre hat sich gezeigt, dass große Teile der Mentees sehr schnell Karriere gemacht haben. Was steht der Gleichberechtigung noch im Wege? Eine Dimension sollte man nicht außer Acht lassen, das sind gesellschaftliche Fehl­ anreize wie z.B. das Ehegattensplitting. Aber auch Teilzeitarbeit, aufgrund derer die Erwerbsquote von Frauen maßgeblich gestiegen ist, sichert ihnen weder auskömmliches Einkommen noch ihre Altersversorgung. Das Interview führte Claudia Schneider

KOMPETENZ AUS SCHWABEN Anke Traber aus Baden-Württemberg leitet seit Jahresanfang die Agentur für Arbeit (AA) in Recklinghausen. Die 53-Jährige war zuletzt Geschäftsführerin der Arbeitsagentur in Balingen. Balingen liegt am Fuß der Schwäbischen Alb und war früher eine Textilhochburg. In den 1970er und 80er Jahren gingen dort viele Arbeitsplätze verloren. Anke Traber kennt sich somit aus mit dem Thema Strukturwandel und freut sich darauf, den Strukturwandel in der Region Recklinghausen zu unterstützen. Sie bleibt bis Ende 2017; danach wird Dr. Dietmar Thönnes wieder zur AA zurückkehren. Er hat dieses Jahr eine Aufgabe in der Geschäftsführung eines Bochumer Klinikverbundes übernommen. www.arbeitsagentur.de

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Anke Traber leitet dieses Jahr die Agentur für Arbeit in Recklinghausen.

UMBAU21 | Ausgabe 03 2017

Fotos: André Grabowski, Stadt Bochum, privat

Petra Kersting, Leiterin Zentrum Frau in Beruf und Technik, Castrop-Rauxel


h2herten

Wasserstoff-Kompetenz-Zentrum

Die Stärke liegt in den Netzwerken

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roße Investitionen werfen ihren Schatten voraus – aus diesem Grund bereiten sich die Akteure des Arbeitsmarktes schon jetzt auf die Bedürfnisse der Logistikriesen vor, die sich derzeit im nördlichen Ruhrgebiet ansiedeln. „Die Entwicklung bestehender und neuer Gewerbe- und Industrieflächen für Unternehmen aus den Zukunftsbranchen schafft Perspektiven für die Unternehmen sowie die dringend benötigten, neuen Arbeitsplätze für die Arbeitsuchenden“, sagt Dominik Schad, Leiter des Jobcenters Kreis Recklinghausen. Darauf bereitet sich das Jobcenter Kreis Recklinghausen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit vor und führt bereits in der Bauphase wichtige Gespräche mit den Unternehmen, wie beispielsweise der Bertelsmann-Tochter Arvato.

„Bei der Ansiedlung des Warenverteilzentrums im interkommunalen Industriepark Dorsten/Marl haben wir mit Arvato eine enge Zusammenarbeit vereinbart und ein umfangreiches Dienstleistungspaket geschnürt, um sicherzustellen, dass Arvato seinen Personalbedarf mit Arbeitsuchenden aus dem Kreis decken kann“, berichtet Schad. Voraussichtlich im April nimmt der Arvato-Standort den Betrieb auf. Bewerber-Veranstaltungen für die ersten, gut 60 neuen Mitarbeitenden hat das Jobcenter bereits durchgeführt. In diesem Jahr wird Arvato voraussichtlich 100 Stellen schaffen. Im Endausbau werden im neuen Standort bis zu 800 Menschen arbeiten. „Neuansiedlungen und hohe unternehmerische Investitionen, zuletzt etwa in der Logistikbranche, belegen, dass die Region attraktiv ist – auch für Großprojekte mit hohem Personalbedarf“, so Schad.

Anwender-Zentrum h2herten • Erstes Technologiezentrum für Firmen der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik • Büroräume und Technika • Integrierte Wasserstoffversorgung • H2-basiertes Energiekomplementärsystem • Meetingräume inklusive Präsentationstechnik

Die Neuansiedlungen zeigen, dass die Region attraktiv ist. Dominik Schad Leiter Jobcenter Kreis Recklnghausen

Das Jobcenter bereitet sich nun auf weitere Großprojekte in der Region vor und strebt dabei eine Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren an. Im Blick sind hier vor allem die Metro-Ansiedlung in Marl und die Entwicklung des Logistikzentrums Westfalenhütte in Dortmund. Mit den Dortmunder Kollegen wird insbesondere bei der Personalvermittlung eng zusammengearbeitet. www.jobcenter-kreis-recklinghausen.de UMBAU21 | Aktuelle Infos unter: www.emscher-lippe.de

Kontakt: info@h2herten.de www. h2herten.de

Gefördert durch:

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PRODUK TE

Aus der Region – für die Nation Schnelle Autos, nachhaltige Produkte und umweltfreundliches Fahren – Mobilität aus der Emscher-Lippe-Region begeistert. Hier stellen wir Ihnen ein paar dieser Produkte vor: SAUBERE ENERGIEN Die Hydrogenics GmbH aus GLADBECK entwickelt saubere Energielösungen. Kerngeschäftsfelder sind Brennstoffzellen, erneuerbare Energien und Power-to-Gas. Hydrogenics exportiert seine Produkte bis nach China. www.hydrogenics.com

SCHICKE FLITZER Bereits neun Mal in Folge ist Brabus aus BOTTROP vom Magazin „Auto, Motor und Sport“ zum „Best Brand“ gewählt. Das Unternehmen verkauft seit fast 40 Jahren getunte Sportwagen. Auch Modelle aus den Bereichen Classic und Business sind in den Competence Centern in über 106 Ländern weltweit erhältlich. www.brabus.com

UMBAU21 – Innovationen für die Emscher-Lippe-Region Ausgabe 3-2017

Redaktion: Claudia Schneider, Jonas Alder, Tatjana Hetfeld, Anna Roskosch, Jakob Surkemper, Raphaela Willwerth

UMBAU21 erscheint viermal jährlich.

Fotos: André Chrost, Markus Mucha, Christian Kuck, Marco Stepniak

Einzelpreis: 2,80 Euro / Ausgabe Abonnement des Magazins UMBAU21 12,00 Euro / Jahresabo inkl. Versand

UMWELTFREUNDLICHE MOBILITÄT Hase Bikes aus WALTROP exportiert seine Fahrräder in 21 Länder weltweit. Mit dem Klimax 2K gewann das Unternehmen nicht nur den Eurobike Green Award für ein herausragendes ökologisches und nachhaltiges Produkt – auch den IF Gold Award und den Red Dot Design Award konnte das Trike gewinnen. Der Spezialradhersteller Hase wurde für viele weitere Modelle mit verschiedenen Awards ausgezeichnet. www.hasebikes.com

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Abonnement-Verwaltung: RDN Verlags GmbH, Anton-Bauer-Weg 6, 45657 Recklinghausen Herausgeber: WiN Emscher-Lippe GmbH Herner Straße 10, 45699 Herten V.i.S.d.P.: Peter Karst Verlag: RDN Verlags GmbH, Recklinghausen Chefredakteur: Stefan Prott

Layout: Jens Valtwies Satz & Lithographie: RDN Agentur, Jens Valtwies Anzeigen: Birgit Ridderskamp, Lisa Höltervennhoff Druck: news-media Druck und Werbung e.K., Marl Kooperationspartner: RAG Montan Immobilien GmbH, Essen

Fotos: www.hydrogenics.com, Brabus, hasebikes

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UMBAU21 03 | 2017  

Das Wirtschaftsmagazin Magazin UMBAU21 stellt als erster Titel die ganze Vielfalt und Dynamik der Region dar – mit dem Blick darauf, was die...

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