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Kinder! Menschens-

Ausgabe 1 / 2015

Das Magazin des deutschen Kinderschutzbundes NRW

Schmusen ist gesund für die Seele

Körperkontakt tut gut – der Impuls sollte aber vom Kind kommen

Kinder in der Küche

Es geht auch ohne Fleisch - so schnell und einfach sind gesunde Veggie-Burger gemacht

Freizeit & spass

Klettergärten, Street-Artistik, Badeseen und Basteltipps

Mein Körper und ich

Körperbilder, Körperkult Tattoos, Piercings, Bodybuilding, Extrem-Diäten – auf der Jagd nach dem Ideal.

Landesverband NRW e.V.


So süß war der Sommer noch nie.

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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser, mögen Sie das auch so gerne? Die Geschenke sind ausgepackt, alle Glückwunschkarten gelesen. Jetzt dampft der Kaffee in den Tassen, die ersten Gäste probieren die Festtorte – und Mutter und Vater des Geburtstagskindes erinnern sich daran, wie das damals alles war im Kreißsaal oder zu Hause. Geburtsgeschichten können dramatisch sein oder lustig – und sie haben immer die ganze Wucht des Lebens in sich. Genau deshalb erzählen wir Ihnen in dieser Ausgabe von MENSCHENSKINDER! (von Seite 22 bis Seite 23) drei davon.

MENSCHENSKINDER! hat das ganze Leben im Blick – von Kindern, ihren Familien, ihrem Umfeld In unserem Schwerpunkt geht es darum, was dann folgt – nach dem Abstillen und dem Babyspeck. Wie nehmen Kinder und Jugendliche ihren Körper wahr und wie bewerten sie ihn? Antworten darauf und auch auf die Frage, was Eltern zu einem gesunden Körperbild ihrer Kinder beitragen können, finden Sie ab Seite 12.

Jetzt aber erst mal viel Vergnügen!

Marlis Herterich Landesvorsitzende des deutschen kinderschutzbundes in nordrhein-westfalen

Friedhelm Güthoff landesgeschäftsführer des deutschen kinderschutzbundes in nordrhein-westfalen

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Inhalt

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Blickpunkt: Mein Körper und ich - Jagd nach dem Ideal.

3 Editorial 6

Kurz & knapp

Panorama

8  Fotoreportage  inder und Familien K brauchen öffentliche Räume

Blickpunkt

12  Mein Körper und ich Viele Kinder und Jugendliche hadern mit ihrem Äußeren. Ein falsches Körperbewusstsein kann zu Erkrankungen führen.

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Familie 22 So war die Geburt meines Kindes

Verschiedene Generationen berichten

Ernährung

24 Kinder in der Küche

Rezept für Veggie-Burger

Gesundheit 26 Sarah Wiener

Das gesunde Schulbrot

28 Schmusen ist gesund für die Seele

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FOTOS: Christian Kuck / www.kuck.info; Depositphotos, belchonock, lunamarina, dvrcan; iStockphoto, IPGGutenbergUKLtd

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Rat & Hilfe

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Interview

30 Kinder und Medien Teil 2: Braucht mein Kind ein Smartphone?

Freizeit

Kindsköpfe

33 Hochseilgärten NRW

44 Kinder haben Rechte MENSCHENSKINDER! stellt die Kinderrechte vor

Von Baum zu Baum

36 Urbanatix 

42 Das Leid der Flüchtlingskinder

Gespräch mit DKSB-Präsident Heinz Hilgers

50 Impressum

Moderen Street-Artistik

38 ...nichts wie raus zum See Badestrände in NRW

40 Bastel-Tipps

Strandgut als Fotorahmen

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News

Wie erkläre ich es meinem Kind‽ Vom richtigen Outfit über das Gewicht bis zu Tattoos und Piercings – das eigene Körperbild ist bei Kindern oft schon früh ein Thema. Doch woher kommen die Trends? Ab wann bin ich zu dick? Kinder haben viele Fragen zu diesem Thema. Informieren Sie Ihr Kind in eigenen Worten!

Ist Dicksein ungesund?

Ob etwas größer oder kleiner, etwas schmaler oder breiter – Menschen sind alle verschieden und das ist auch nicht ungesund, sondern ganz normal. Nur wenn jemand extremes Übergewicht hat oder viel zu dünn ist, kann es manchmal ungesund werden. Das erkennt dann aber ein Arzt am besten und kann gute Tipps geben.

Warum machen manche Menschen Diät?

Menschen, die sich mit ihrem Übergewicht nicht wohl fühlen, machen manchmal Diät, um etwas abzunehmen. Dabei verzichten sie z.B. auf zu viel Zucker und Fett. Wichtig ist dabei aber immer eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung.

Viele Leute haben Bilder auf der Haut. Was sind Tattoos?

Tattoos werden mit einer Nadel und Farbe unter die Haut gestochen und bleiben ein Leben lang. Darum sollte man sich gut überlegen, ob man sich ein Tattoo stechen lässt. Viele Menschen suchen sich ein Motiv aus, das sie an ein besonderes Ereignis in ihrem Leben erinnert – oder ihnen einfach besonders gut gefällt.

Kinder auf der Flucht Der DKSB macht sich Sorgen um die Situation der Flüchtlinge in Deutschland, insbesondere der Kinder. Dazu hat die Mitgliederversammlung auf den Kinderschutztagen 2015 die Resolution „Menschen auf der Flucht brauchen Schutz und unser Willkommen!“ verabschiedet. „Es ist unsere Verantwortung, Flüchtlinge, Flüchtlingsfamilien und ihre Kinder in diesen Lebenslagen zu unterstützen und ihnen die Hilfe zu geben, die sie benötigen“, heißt es darin. Fast 50 Prozent der weltweit 57 Millionen Flüchtlinge sind Kinder. Unicef geht nach Schätzungen im Dezember 2014 davon aus, dass mehr als 65.000 Flüchtlingskinder mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland leben (s. auch Seite 42).

Gewinner des Tablets

In der letzten Ausgabe von MENSCHENSKINDER! haben wir gefragt, auf welcher Seite sich die gelbe Zahlenraupe versteckt hält. Die Lösung: Es war Seite 25. Gewusst haben das Stephanie Hahn aus Wülfrath und Annett Schmidt aus Bonn. Sie haben jeweils ein Kinder-Tablet gewonnen, das MENSCHENSKINDER! in Kooperation mit dem virtuellen Online-Abenteuerspielplatz „Club Penguin“ verlost hat. Herzlichen Glückwunsch!

Die Mitgliederversammlung des DKSB hat auf den Kinderschutztagen 2015 eine Resolution zur Flüchtlingsproblematik verabschiedet.

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News

J1 - wichtige Vorsorge für Jugendliche Die vorletzte, sehr wichtige Vorsorgeuntersuchung J1 beim Kinder- und Jugendarzt sollte zwischen dem 12. und 15. Geburtstag stattfinden. Die Kosten für diesen Check der körperlichen und seelischen ­Gesundheit werden komplett von den Krankenkassen übernommen. Dabei werden Größe, Gewicht, Impfstatus, Blut und Harn überprüft. Bei der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt die pubertären Entwicklungsstadien sowie den Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktionen ab. Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben und chronische Krankheiten können frühzeitig erkannt und behandelt werden. Auch auf eventuelle Hautprobleme und Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht wird eingegangen. Der Jugendarzt fungiert als Vertrauensperson. Fragen zu Sexualität und Verhütung, Drogenmissbrauch und Rauchen sowie Probleme mit der Familie und dem sozialen Umfeld können besprochen und geklärt werden.

Zur Vorsorgeuntersuchung J1 sollten Heranwachsende zwischen ihrem 12. und 15. Geburtstag gehen.

FOTOS: Depositphotos, csepregim, pixelmemoirs, imagepointfr

Gewalt ächten Seit 15 Jahren haben Kinder in Deutschland ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig. „Bis dahin war es ein langer Weg“, sagt Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. „Erst im Jahre 2000 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Ächtung der Gewalt im Paragraph 1631 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches verabschiedet – 11 Jahre nach Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention.“ Inzwischen haben 48 Länder Körperstrafen in der Erziehung untersagt.

Erst seit dem Jahr 2000 sind körperliche Bestrafungen in der Erziehung untersagt.

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FOTOreportage

! s n u r fü z t a l äume P R e s h c i l n t n e u ebt uchen öff

Ginder und Familien bra K

Familienbande Schlosspark

FOTO: Christian Kuck / www.kuck.info

Moers Der historische Park stammt aus dem 17. Jahrhundert – und wurde 1932 zum "Volks- und Bürgerpark" umgestaltet – ein Name, den der großzügige Grünstreifen südlich der Innenstadt bis heute verdient: Der Schlosspark ist den ganzen Sommer über ein beliebter Treffpunkt für Familien vornehmlich mit Migrationshintergrund. Mit Teppich und Grill wird der Park für einige Stunden zu Wohnzimmer, Küche und Garten in einem. Ein Ort, an dem drei oder mehr Generationen Brauch und Familienleben pflegen. Auch der Sport spielt eine große Rolle im Schlosspark. Im Bild (v.l.): Yussuf (13), Birkan (13), Furkan (14) und Ramazan (15) von der Moscheegruppe Merkez Camii aus Duisburg.

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FOTOreportage

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FOTOreportage

FOTOS: Cornelius Braun / www.corneliusbraun.de, Caroline Seidel, Christian Kuck / www.kuck.info

AsphaltSurfer!

Skatepark „Im Goldgrund“ Paderborn Mit den Kumpels abhängen, mit der Freundin via Smartphone chatten oder skaten natürlich − Skateparks sind so viel mehr als einfach nur Sportstätten.

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FOTOreportage

Wasserratten

Rhein-Herne-Kanal Wanne-Eickel Leute treffen, in der Sonne brutzeln, grillen, schwimmen, Party. Manchmal suchen sich Jugendliche wie Berkan (16) und Sven (17) ganz eigene Räume – wie hier am Rhein-Herne-Kanal, wo das baden eigentlich verboten ist.

K

inder und Jugendliche suchen und brauchen fernab von Schulhof und Sportplatz Orte, die sie mit Ähnlich-Altrigen für sich entdecken und in Anspruch nehmen können − kostenlos natürlich. MENSCHENSKINDER! hat sich in NRW auf die Suche begeben und öffentliche Räume entdeckt, an denen Jungen und Mädchen verschiedenen Alters für ein paar Stunden verweilen können, ganz unter sich und weitestgehend ohne Kontrolle durch Erwachsene. Im Park, am Kanal, auf der Skateanlage, auf dem Abenteuerspielplatz. Bei aller Action und Aufregung steht dabei eins im Vordergrund: die Kommunikation mit den anderen.

ter s i e m Bau

Bau- und Abenteuerspielplatz Gelsenkirchen Hier können Kinder in Sand und Matsch spielen und mit Holz und Werkzeug richtige Hütten bauen – auch mal ganz ohne Eltern. Im Tierpflegebereich wollen Kaninchen gehegt und gestreichelt werden.

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Mein KĂśrper und ich

Jagd nach dem 12

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Blickpunkt

B

arbie treibt Mädchen in den Magerwahn? Das ist Geschichte. Bei einer Untersuchung des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) wurden Kim Possible und Co. vermessen. Das Ergebnis: Manche Zeichentrickheldin ist extremer proportioniert als die meistverkaufte Puppe der Welt.

Ein falsches Körperbewusstsein kann sich schon früh in der Psyche verankern und zu Erkrankungen wie Magersucht und Bulimie führen. Wichtiger als Äußerlichkeiten ist ein gesundes Selbstwertgefühl.

Ideal Menschenskinder!  01/15

FOTO: Depositphotos, belchonock

Keine gesunden Körperbilder. Aber Eindrücke aus Medien und Umwelt gehen in Auge und Ohr und bleiben im Kopf, gerade bei Kindern. Spätestens in der Pubertät wird der eigene Körper zum ganz großen Thema. Um Idealmaße geht es dabei nicht allein. Das Äußere überhaupt spielt bei der Selbstfindung eine entscheidende Rolle. Drei von vier Mädchen und mehr als der Hälfte der Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren ist es wichtig, sich entsprechend zu „stylen“. Das geht aus einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervor. Schön sein, beliebt sein, sich abgrenzen – Teenies nehmen dafür einiges in Kauf. Mit manchen Wünschen sind erhebliche Risiken verbunden. Ein falsches Körperbewusstsein kann zu Erkrankungen wie Magersucht und Bulimie führen. Wichtig sind ein gesundes Selbstwertgefühl, ein stabiles Vertrauensverhältnis in der Familie und der offene Umgang zwischen Eltern und Kindern. Wie Kinder und Jugendliche ihren Körper wahrnehmen, was Experten dazu sagen und worin Eltern rechtzeitig Gefahren erkennen und helfen können, haben wir in diesem BLICKPUNKT zusammengestellt. Texte: Dr. Ramona Vauseweh, Tatjana Hetfeld

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Ist das wirklich schön?

Die Schönheitsideale von Kindern und Jugendlichen variieren: Schlankes Supermodel, gepiercter Punkrocker, durchtrainierter Topsportler, Serienstar mit coolem Tattoo – den persönlichen Vorbildern in allem nachzueifern, ist nicht immer sinnvoll und teilweise mit erheblichen Risiken verbunden.

Bei Nichtgefallen OP-Termin? Frage nach der Notwendigkeit stehen die damit verbundenen Gefahren. Zum Glück kommen Schönheitsoperationen an Minderjährigen in Deutschland sehr selten vor. „Im Jahr 2012 waren 0,9 Prozent der

In Politik und Medizin wird seit Jahren ein Verbot von Schönheitsoperationen an Kindern und Jugendlichen diskutiert. Neben der

Ästhetik-Patienten Minderjährige“, berichtet Kerstin van Ark, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruk-

„Im Jahr 2012 waren 0,9 Prozent der Ästhetik-Patienten Minderjährige“ Kerstin van Ark, Pressesprecherin der DGPRÄC

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tiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) über aktuelle Zahlen, „die meisten Eingriffe waren Ohrkorrekturen.“ Hinter dem Wunsch nach einem operativen Eingriff steht oft mangelndes Selbstwertgefühl. Besonders Mädchen beginnen in der Pubertät verstärkt ihr Aussehen zu hinterfragen, verbinden Ablehnung und Misserfolg schnell mit äußerlichen Defiziten. ModelcastingShows, Hochglanzmagazine, Werbung oder Web erhöhen den Druck: Erfolg hat augenscheinlich nur, wer gut aussieht. Denn die digitale Bildbearbeitung erzeugt perfekte Körper und Gesichter – und verändert die Wahrnehmung. RV

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FOTOS: Depositphotos, shotsstudio, strigaroman, Patha_L

Laura, der Star von „Deutschland such den Superstar“, hat sich die Brüste operieren lassen. „Krasse Fotos“ davon kann jeder Teenie in der Online-Ausgabe der Bravo sehen. Manchmal weckt das Wünsche: 14 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen neun und 14 Jahren haben bereits über eine Schönheits-OP nachgedacht, so das LBS-Kinderbarometer. Die Wunschliste der Korrekturen entspricht den Sehnsüchten der Erwachsenen: Am wichtigsten sind Fett loswerden, Pickel weg und eine andere Nase.


Blickpunkt

Bilder für die Ewigkeit Was haben Justin Bieber, Katy Perry und viele andere Stars gemeinsam? Mindestens ein Tattoo. Auch Piercings in Nase, Lippe, Augenbraue sind fast schon als normaler Körperschmuck verbreitet. Körperverletzung mit Einwilligung – und dennoch angesagt wie nie, so das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Sich abgrenzen, zur Clique gehören, Stars nacheifern – die Gründe für den Wunsch nach Körperbildern und Körperschmuck sind verschieden. Allerdings, der Totenkopf am Oberarm oder der Stahlstift an der Lippe passen später vielleicht nicht zum Berufswunsch oder zum Selbstbild – denn auf dem Weg zum Erwachsenwerden ändert sich noch vieles. RV

Tattoo-Entfernungen sind möglich, aber aufwendig und kostenintensiv. Ob und wie gut Piercings zuwachsen, lässt sich nicht verallgemeinern. Auf jeden Fall bleibt eine Narbe.

Zuviel tut auch nicht gut „Mein großer Bruder ist total durchtrainiert, so wollte ich auch sein“, sagt Matthias. Bis zu fünf Stunden täglich trainierte der 22-jährige im Fitnessstudio. „Jeder hat meinen Körper bewundert“, weiß er, „aber mir tat nur noch alles weh, am Ende hatte ich keinen Hunger mehr.“ Es gibt sie, die Sportarten mit Magerwahnpotenzial und dem Risiko, sich von fragwürdigen Diätprodukten zu ernähren. Ob Rhythmische Sportgymnastik, Eiskunstlauf, Skispringen oder Leichtathletik-Disziplinen – der erwünschte Erfolg ist mit einem niedrigen Körpergewicht verbunden. Rennwagenpiloten steigen wie Jockeys auf die Waage – auf dem Weg zum Ziel zählt jedes Kilo. Besonders Jungen und junge Männer können geradezu süchtig nach Muskeln werden. Bei Jugendlichen mit gestörter Körperwahrnehmung dreht sich der Alltag nur noch um Training und Ernährung – bis hin zum Griff zu gefährlichen Anabolika. RV

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Schönheitsoperationen ... ... sind ab dem 18. Lebensjahr möglich, bei jüngeren Patienten nur mit Einverständniserklärung der Eltern oder sogar des Hausarztes. Zumeist sind solche Eingriffe Maßnahmen gegen körperliche Beschwerden. „Außerdem nimmt der Arzt Rücksicht auf die körperliche Entwicklung des Patienten“, betont Kerstin van Ark, Pressesprecherin der DGPRÄC (Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen).

Tattoos und Piercings ... ... werden im Jugendschutzgesetz nicht mit klaren Altersgrenzen bedacht. Entscheidend ist die „geistige Reife“ des Jugendlichen. „Von uns zertifizierte Studios setzen ein Mindestalter von 14 Jahren voraus“, so Martina Lehnhoff von der Deutschen Gesellschaft für Piercing e.V. (DGP), „außerdem müssen beide Elternteile zustimmen und die Anatomie ein gefahrloses Piercing ermöglichen.“ Der Verein Deutsche Organisierte Tätowierer (DOT) und der Berufsverband der Tätowierer (BVT) lehnen Tätowierungen unter 18 Jahren ab.

Sport und Fitness ... ... sind in Maßen natürlich gesund. In viele Fitnesscenter dürfen Jugendliche mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten ab 15 eintreten. Wichtig für Eltern: Nicht aus den Augen verlieren, wie ausgiebig sich der Nachwuchssportler mit seinem Training beschäftigt und ob das Einfluss auf sein Essverhalten hat. www.vz-nrw.de/ schoenheitsoperationen www.vz-nrw.de/gesundheitlicherisiken-von-tattoos-1

Herausfinden, was Freude macht Wer früh selbst mit dem Löffel essen will, kleckert eben. Besser kleine Pannen statt erlernte Hilflosigkeit, rät Prof. Dr. Annette Schneider vom Fachbereich Kindheitspädagogik der SRH Hochschule Heidelberg. Eltern können ihren Kinder bis in die Pubertät zu positiven Erfahrungen verhelfen. Wie nehmen Kinder ihren eigenen Körper wahr? Schon die ganz kleinen Kinder nehmen sich mit allen Sinnen wahr. Ganz wichtig ist dabei Bewegung. So lässt sich der Körper in all seinen Funktionen entdecken. Wie können Eltern das Körperbewusstsein ihrer Kinder stärken? Den Bewegungsdrang unterstützen, Geduld haben, wenn etwas nicht gleich klappt und nicht zu ängstlich sein. Bereits die Kleinen brauchen Freiraum, um sich selbst auszuprobieren. Kinder müssen eigene Erfahrungen machen. Der gutgemeinte Hinweis: „Lass das, das kannst du

nicht!“ löst oft Negatives aus: Das Kind traut sich nichts mehr zu. Was verändert sich in der Pubertät? Teenager werden kritischer mit sich selbst. Jungen finden sich oft zu dünn, weil sich noch keine Muskeln aufgebaut haben. Mädchen fühlen sich dick, weil sich erste Rundungen bilden. Zugleich beginnen Einflüsse außerhalb der Familie wie Medien und Freunde, verstärkt eine Rolle zu spielen.

immer Freude gemacht hat, nicht mehr tun. Oder wenn ein Verhalten ins Extreme umschlägt. Wie können Eltern helfen? Eltern sollten ihr Kind darauf ansprechen – aber wertfrei. Es kann helfen, gemeinsame Unternehmungen vorzuschlagen oder den Teenager bei der Suche nach einem Hobby, das Spaß macht, zu unterstützen. Das muss kein Sport sein – auch über Musik, Malen und Kreativität kann man sich positiv erleben.

Was sind Anzeichen für ein falsches Körperbewusstsein? Ein deutlicher Hinweis: Wenn Jugendliche etwas, das ihnen

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FOTOS: Depositphotos, pereca; Photocase, Fraueule; Laura Hagemann, Friedrich-Spee Gymnasium Rüthen

Was geht, was nicht?


Schwerpunkt

Der stumme der Seele

Schrei

Essstörungen gibt es in verschiedenen Varianten (s. Kasten S.18). Alle haben psychische Ursachen. Allein in NRW sind mehr als eine Viertel Million Kinder und Jugendliche betroffen. Die BKK Initiative bauchgefühl will informieren und weiterhelfen. Ein Selfie mit Freunden? Kommt für Lara nicht in Frage. Sie mag nicht mit auf Fotos. Auch wenn ihre Clique das anders sieht – „ich bin viel zu dick!“, davon ist sie fest überzeugt. Eine Diät nach der nächsten hat die 15-Jährige schon probiert und dabei längst das Gefühl für den eigenen Körper verloren. Soziale Medien spielen heutzutage eine zunehmende Rolle, wenn es um die persönliche Wahrnehmung geht. „Vielen Jugendlichen ist es wichtig, sich entsprechend zu vermarkten“, so Maja Schrader vom Team Gesundheit (Experteninterview ab S. 20). Ob auf der Facebook-Seite oder im persönlichen Blog – jeder will möglichst perfekt aussehen. Beeinflusst durch Medien und direkte Umwelt setzen junge Menschen Schlankheit schnell gleich mit Anerkennung und Erfolg. Essstörungen werden allerMenschenskinder!  01/15

dings durch die verschiedensten Faktoren bedingt. „Das können persönlichkeitsspezifische Gründe sein wie ein zu niedriges Selbstwertgefühl oder familiendynamische Ursachen, die in der Beziehung zwischen Eltern und Kind zu finden sind“, erklärt die Gesundheitswissenschaftlerin. „Weitere Umstände sind unter anderem soziokultureller Art – wie falsche Schönheitsideale und ungesunde Diätvorstellungen.“ Damit kein falscher Eindruck entsteht: Um Ernährungsprobleme in der Wohlstandsgesellschaft geht es hier nicht. Bei Essstörungen handelt es sich um ernstzunehmende psychische Erkrankungen. Symptome dafür zeigen in Deutschland mehr als ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen – so ein Ergebnis der KiGGs-Studie zur Kindergesundheit des RobertKoch-Instituts. Besondere Risikogruppe: Mädchen und junge Frauen.

bauchgefühl Unter diesem Titel setzen die Betriebskrankenkassen (BKK) ein Zeichen gegen Schlankheitswahn. Manfred Puppel, Vorstand des BKK-Landesverbandes NORDWEST: „Mit der landesweiten Kampagne wollen wir die Jugendlichen gerade in Zeiten von Germany’s Next Topmodel zu diesem brisanten Thema informieren und sensibilisieren. Denn Äußerlichkeiten sind nicht das Wichtigste im Leben“.

www.bkk-bauchgefuehl.de

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Magersucht erwächst oft dem Wunsch nach Abgrenzung und Kontrolle über den eigenen Körper. Wer unter Bulimie leidet, versucht meist im Alltag, einem Ideal zu entsprechen, sieht sein Ziel aber nie erreicht (s. Seite 19). Beim Binge-Eating werden Stress und negative Gefühle durch häufige und maßlose Essattacken kompensiert. Übergewicht bzw. Adipositas ist keine Essstörung im eigentlichen Sinne, kann aber Folge dieser Erkrankung sein. Längst sind auch Jungen und junge Männer von Essstörungen betroffen. „Zum ersten Mal habe ich für ein Theaterstück in der Schule abgenommen“, sagt Till, „das kam bei allen gut an.“ Der heute 22-Jährige rutschte als Teenager ab in die Magersucht, fand schließlich Hilfe bei einer Beratungsstelle. Essstörungen zentrales Thema Inzwischen erzählt der junge Mann seine Geschichte auf der Webseite der Initiative „bauchgefühl“. Die Aktion wurde von den Betriebskrankenkassen ins Leben gerufen. „Die Prävention von Essstörungen ist ein zentrales Gesundheitsthema unserer Zeit“, betont Schirmherr Karl-Josef Laumann, ehemaliger NRW-Gesundheitsminister. Für Schulen bietet die Initiative bauchgefühl Materialien ür den Unterricht, Infowände, Plakate und Flyer an, um vor Ort präsent zu sein. Außerdem wurde eine spezielle Online-Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer entwickelt. Eltern erhalten auf der Webseite eine Fülle von Infos – immer mit dem Ziel, eine Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu verstehen.

Unverbindlicher, anonymer Erstkontakt für Eltern und Jugendliche „Jeder kann sich melden, anonym, unverbindlich, kostenlos“, erklärt Dorothee Voß vom Therapienetz Essstörungen das Grundprinzip einer Beratung. Ob als besorgter Erziehungsberechtigter oder als Betroffener: „Kommen Jugendliche zu uns, haben wir eine Schweigepflicht den Eltern gegenüber“, sagt die Fachtherapeutin. Kontaktaufnahme ist möglich per Mail, im Chat oder Forum, über das Telefon oder persönlich. Der Erstkontakt sei ein lockeres und unverbindliches Gespräch: „Dann schauen wir, was Sorgen macht, wo es Hilfe geben kann und welche Therapie passt.“ Rat suchen sollte man sich so schell wie möglich – „sobald man feststellt, dass einen das Thema Essen und Gewicht übermäßig beschäftigt.“ Das Hauptaugenmerk von bauchgefühl richtet sich auf Kinder und Jugendliche: Videos und Podcasts geben den Essstörungen ein Gesicht. Einsicht in die eigene Situation ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Gleichaltrige berichten offen von ihrer Krankheit und machen Mut. Die Facebook-Seite lädt zum Gedankenaustausch ein. Wer Fragen hat, kann sich per Mail weiterhelfen lassen. Diese Online-Beratung wird entsprechend qualitativ betreut von Experten des Therapienetzes Essstörungen aus München. BKK-Initiative bauchgefühl E-Mail: beratung@bkk-bauchgefuehl.de www.bkk-bauchgefuehl.de Kooperatioonspartner in NRW: Bonner Zentrum für Essstörungen E-Mail: Fon 0228 - 21 01 26 info@b-z-e.de

Der Kopf bekämpft den Körper Anorexie/ Magersucht ... ... verbindet sich mit einem auffallend schlanken bis dünnen Aussehen. Man wird von der ständigen Angst vor dem Zunehmen beherrscht. Die Folge: Diäten und Abmagerungskuren bis zu Ekel vor Essen und Nahrungsverweigerung.

Perfektes Doppelleben Bulimie/Ess-Brech-Sucht ... ist schwer von außen zu erkennen. Das Gewicht bewegt sich im Normalbereich. Typisch: häufige Essattacken ohne Sättigungsgefühl. Diese werden versucht, rückgängig gemacht zu werden – durch selbst herbeigeführtes Erbrechen, Abführmittel, strenge Diäten, Appetitzügler, übermäßig viel Sport.

Gefühle herunterschlucken Binge-Eating-Störung/Essanfälle ... bedeuten unkontrollierte und häufige Heißhungerattacken. Frust, Stress, Enttäuschung, Langeweile werden quasi heruntergeschluckt. Gewichtsregulierung spielt kaum eine Rolle. Diese Essstörung kann in Fettleibigkeit (Adipositas) münden.

Krankhaft fettleibig Adipositas ... beschreibt Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten mit starkem Übergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Adipositas nach dem Body-Mass-Index (BMI): Ab einem BMI von 30 gilt ein Mensch als adipös. Bluthochdruck, verkalkte Herzkranzgefäße, Diabetes vom Typ 2, Krebs, orthopädische und psychische Probleme sind häufige Folgen.

www.b-z-e.de

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FOTOS: Privat; Depositphotos, pereca

BLICKpunkt


Gemeinsam mit Jens Hasselmann unterstützt Marie Luise Gunst als Theaterduo „die TONabnehmer“ die Initiative bauchgefühl bei Konzeption und Erstellung von Videos und Podcasts.

Ohne Therapie geht es nicht Sechs Jahre bestimmt Bulimie das Leben von Marie-Luise Gunst. Ihre Leidensgeschichte hat die 31-Jährige in einem Theaterstück verarbeitet. Mit einer Wette in der Schule fing es an: Wer nimmt in kürzester Zeit am meisten ab? „Da habe ich meine erste Diät gemacht“, sagt Marie-Luise Gunst. Es bedeutete die Einstiegsdroge in die Essstörung, so sieht sie es heute. 12 Jahre war sie, und „das essgestörte Verhalten war fest bei mir in Körper und Seele verankert.“ Tief im Inneren des sensiblen Teenagers wuchs die Unzufriedenheit mit dem eignen Körper. „Dazu kam

die ständige Angst, nicht gut genug zu sein.“ Essanfälle behoben die empfundenen Misserfolge nur kurz, „nach dem Essen kommt das Gefühl, wieder versagt zu haben.“ Das Leben genießen, „das geht nicht!“, bestätigt Marie-Luise Gunst heute, „ich fühlte mich tief unglücklich.“ Gemerkt hat es niemand. Ein Abi von 1,3 und bereits als Schülerin ein sicheres Auftreten auf der Bühne,

der Studienplatz in Berlin und in der Freizeit als Regisseurin aktiv. Wer sieht da das schüchterne Mädchen, das nicht mit sich umzugehen weiß? Mit 17 steckte sich Marie-Luise Gunst zum ersten Mal erfolgreich den Finger in den Hals, „erst war ich froh, dachte, nun hätte ich die Wunderwaffe gegen meine Fressattacken gefunden“, erinnert sich die junge Frau. Die gefährliche Spirale von Essen und Erbrechen begann. Ihr Äußeres ließ nichts ahnen. Nie war Marie-Luise Gunst übermäßig dünn. Doch der schnelle Wechsel von Essen und Erbrechen greift die Organe an und schwächt den Körper: „Am Ende habe ich Blut erbrochen.“ Mit 21 wollte sie nur noch sterben. Ihr Selbstmordversuch misslang. Marie-Luise Gunst fand Hilfe bei einer Beratungsstelle, bekam ambulante Ernährungs- und Verhaltenstherapie vermittelt. „Ohne Therapie geht es nicht“, betont sie. Die Auseinandersetzung mit ihrer Erkrankung hat Marie-Luise Gunst zurück zu ihrer ersten Leidenschaft, dem Theater, gebracht. Mit ihrem Stück „verDÜNNisiert“ reist die Schauspielerin seit fast zehn Jahren durch die Bundesrepublik. www.dietonabnehmer.com

Wenn Marie-Luise Gunst in „verDÜNNisiert“ die esssgestörte Mia spielt, durchlebt sie auch immer einen Teil ihrer eigenen Vergangenheit.

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BLICKpunkt

„Essstörungen sind Erkrankungen der ganzen Familie“ Der Übergang zwischen der noch normalen Beschäftigung mit Ernährung und dem eigenen Körper zu einer krankhaften Essstörung ist fließend. Woran können Eltern, Freunde und Bekannte erste Anzeichen erkennen und wie können sie im Ernstfall helfen? Antworten auf diese Fragen gibt Maja Schrader, Gesundheitswissenschaftlerin bei der Team Gesundheit GmbH.

Gesundheitswissenschaftlerin Maja Schrader, Team Gesundheit GmbH

Wie entstehen Essstörungen? Das kann man so pauschal nicht beantworten. Essstörungen haben

Rat & Hilfe Behandlung von Essstörungen Oftmals werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten kombiniert. Die Schwerpunkte bilden meist die psychotherapeutische und die medizinische Behandlung. Welche Form der Behandlung sinnvoll ist, sollten Betroffene bei einer Beratung für sich entscheiden.

In welchem Alter treten Essstörungen in der Regel auf? Grundsätzlich kann eine Essstörung in jedem Alter auftreten. Am häufigsten verbreitet ist die Magersucht in der Altersgruppe der 14bis 19-Jährigen – also in der Pubertät. An Bulimie leiden meist Men‑ schen im Alter von 20 bis 30 Jahren sowie zwischen 16 und 19 Jahren.

www.frauenberatungsstellennrw.de/ beratungsstellen www. selbsthilfekoeln.de

Dabei erkranken in beiden Fällen meistens Frauen. Essstörungen sind jedoch nicht ausschließlich „weiblich“: Studien deuten darauf hin, dass jede zehnte bis zwölfte Person mit einer Essstörung männlich ist. Wann spricht man von einer Essstörung? Für eine manifeste, also bereits verfestigte Essstörung gibt es feste Diagnosekriterien. Von einer Magersucht spricht man etwa, wenn der Body-Mass-Index (BMI) unter 17,5 liegt, die Person ein verzerrtes Selbstbild hat und sich trotz des Untergewichts noch als zu dick empfindet.

Unser Blickpunkt zum Thema Esstörungen entstand in enger fachlicher Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner:

www.magersucht.de www.bulimie-online.de www.bzga-essstoerungen.de

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Kronprinzenstraße 6, 45128 Essen Fon: 0201-179-02 www.bkk-nordwest.de Menschenskinder!  01/15

FOTOS: Privat; DKSB Landesverband NRW e. V. ; picture alliance / dpa, Mercier Serge

vielfältige Ursachen – dazu gehören unter anderem persönlichkeitsspezifische Faktoren wie ein geringes Selbstwertgefühl, familiendynamische Faktoren und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise bestimmte Schönheitsideale, die junge Erwachsene haben.


standpunkt

Isabelle Caro wog gerade einmal 31 Kilo,

Schönheit ist vielfältig

als sie sich nackt für eine Kampagne gegen Anorexie fotografieren

Kinder lernen von ihren Eltern − auch, wenn es um das Bild vom eigenen Körper geht. Wir brauchen dabei mehr Gelassenheit und vielfältigere Vorstellungen von Schönheit, meint Friedhelm Güthoff vom Deutschen Kinderschutzbund in NRW.

ließ. Mittlerweile ist das Model verstorben.

Wie erkennt man eine Essstörung? Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen und jede hat ein mehr oder weniger typisches Muster (s. Infokasten auf S.18). Was können Eltern tun? Wenn die oder der Betroffene die Krankheit anerkennt, ist die größte Hürde genommen und einer Therapie steht nichts im Wege. Problematisch ist es, wenn die Betroffenen sich nicht eingestehen können, dass sie krank sind. In diesem Fall sollten Eltern die Betroffenen nicht drängen, sondern ihre eigenen Gefühle spiegeln. Beispielsweise: „Ich mache mir Sorgen um Dich. Auch wenn Du sagst, es geht Dir gut.“ Zudem sollten Eltern auch schauen, was die Krankheit mit ihnen selbst macht und sich nicht komplett von Schuld- und Versagensgefühlen, Hilf- und Machtlosigkeit, Frustration, Angst oder Wut beherrschen lassen. Essstörungen sind Erkrankungen der ganzen Familie. Daher empfehle ich, dass Betroffene und Eltern gemeinsam Hilfe aufsuchen. Angebote gibt es zur Genüge (siehe Infokasten links). Interview: Tatjana Hetfeld

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Was würden Sie an Ihrem Körper gerne verändern? Auf diese Frage finden viele Menschen nicht nur eine, sondern unzählige Antworten. Das können die dünnen Haare sein, der blasse Teint, die Fettpölsterchen, die breite Nase ... Wer mit seinem eigenen Aussehen rundum zufrieden ist, gilt schnell als arrogant. Das finde ich schade – auch für „Was ist schön? In dieser die Kinder. Denn sie lernen Frage wünsche ich mir von ihren Eltern, wie sie sich selbst wahrnehmen und bemehr Vielfalt.“ werten. Wenn Mütter und Väter kein gutes Verhältnis zu ihrem Körper haben, fällt es ihnen auch schwer, ihre Kinder vorbehaltlos anzunehmen und in ihnen das Gefühl zu stärken: Ich bin okay und mit all meinen Seiten liebenswert. Dabei ist es genau diese Gewissheit, die Menschen durch das Leben trägt. Was ist schön? Peergroups und die Medien vermitteln eine klare Vorstellung davon. Sie spielen vor allem für ältere Kinder und Jugendliche eine entscheidende Rolle. In Zeitschriften, Fernsehshows oder dem Internet sehen sie immer wieder perfekt gestylte und durchtrainierte Models – und wollen genauso sein. Um dieses Schönheitsideal zu erreichen, denken einige sogar darüber nach, sich operieren zu lassen und tun dies auch. Das ist aus meiner Sicht – streng medizinische oder psychologische Gründe ausgenommen – Körperverletzung und nicht der richtige Weg. Was ist schön? In dieser Frage wünsche ich mir mehr Vielfalt – in den Medien und in den Köpfen aller, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben.

Friedhelm Güthoff ist Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutz­b undes in NRW.

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Elisabeth Michels aus Neuss Jahrgang 1935 • Mutter von Monika und 4 weiterer Kinder • Großmutter von 12 Enkelkindern • gelernte Fremdsprachenkorrespondentin • seit über 30 Jahren im DKSB aktiv • Alter bei der Geburt des ersten Kindes, Monika: 26 Jahre.

Keine wie die

andere

Die Geburt eines Kindes gehört wohl zu den eindrücklichsten Erlebnissen der Biografie. Doch jede Geburt ist anders. Und in den letzten 50 Jahren hat sich eine Menge verändert. MENSCHENSKINDER! erzählt drei ganz unterschiedliche Geburtsgeschichten. Aufgeschrieben von Jörn-Jakob Surkemper.

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Krankenhaus liegen; das war damals normal. Ich fand das ziemlich langweilig. Monika bekam ich immer nur zum Stillen. Ich hatte sie während dieser Woche immer nur angezogen gesehen. Zuhause erschrak ich, weil die Arme und Beine so dünn aussahen. Bei den Geburten meiner anderen Kinder hatte sich medizinisch schon einiges getan – nicht nur zum Guten. Bei meinen Zwillingen 1976 war ich regelgerecht mit Medikamenten vollgepumpt, die heute nicht mehr zugelassen sind. Zum Glück ist immer alles gut gegangen!

„Ich erschrak, weil die Arme und Beine so dünn waren.“ Elisabeth Michels, Rentnerin

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FOTOS: Privat

Elisabeth Michels (80). Schwangerschaftstests aus der Drogerie und Ultraschall gab es noch nicht. Der Arzt bestätigte meinen Verdacht mit einem hölzernen Hörrohr und einem Zentimetermaß. An einem Samstagmorgen brachte mein Mann Jochen mich mit Wehen ins Krankenhaus. Dableiben durfte er nicht; zum Kreissaal hatten Männer keinen Zutritt. Ich wurde in eine Badewanne gesteckt und anschließend auf eine Liege gelegt, auf der ich bis zur Geburt bleiben sollte. Am Sonntagmorgen kam das Kind; es war ein Mädchen, wie ich da erst erfuhr. Richtig gesehen habe ich Monika aber nur ganz kurz aus der Entfernung. Zum ersten Mal in den Arm nehmen durfte ich sie nach zwei Stunden; da war sie schon gebadet und angezogen. Das war schon unglaublich toll. Man hat vorher eine ganz andere Vorstellung, wie das Kind aussehen könnte. Jetzt erst durfte auch mein Mann zu uns. Eine Woche musste ich im


Meine Geburt

Der Mittdreißiger Jörn-Jakob Surkemper (35). Die Wehen setzten drei Wochen vor dem Termin ein. Zuhause angekommen, wirkte es schon sehr eilig. Eigentlich wollten wir eine Wassergeburt. In der Geburtstation erwiderte die Hebamme aber nur, dass sie nicht wisse, ob das Wasser rechtzeitig eingelaufen sein würde. Es dauerte dann doch noch rund zwei Stunden, in denen ich mich teils recht überflüssig fühlte. Meine klugen Ratschläge aus dem Geburtsvorbereitungskurs über Haltungen und Atemtechnik stießen bei meiner Freundin auf wenig Gegenliebe. Ein bisschen helfen konnte ich dann doch noch. Als Polina schließlich da war und die Augen aufschlug, war es einfach nur überwältigend.

Jörn-Jakob Surkemper aus Essen Jahrgang 1979 • Vater von Polina • freier Journalist • 1 Kind • Alter bei der Geburt von Polina: 34

Simone Hasselbach aus Schwelm Jahrgang: 1991 • Mutter von Noah und einem weiteren Kind • gelernte Verkäuferin • derzeit in Elternzeit • Alter bei der Geburt von Noah: 18 Jahre

Frühe Hilfen in NRW

Die junge Mutter Simone Hasselbach (24). Mit 17 will wohl niemand ernsthaft ein Kind. Dennoch stand unsere Entscheidung von Anfang an fest. Eine Woche nach dem errechneten Termin wurde die Geburt eingeleitet. Auf der Treppe zu einer Untersuchung platzte die Fruchtblase. Der Papa kam gerade noch rechtzeitig, war aber total unbeholfen und tätschelte mir nur im Gesicht rum. Eine Dreiviertelstunde später war der Brocken dann da: 4200 Gramm schwer, 54 Zentimeter groß mit einem Kopfumfang von 36,5 Zentimetern. Die Schmerzen habe ich schon kurz danach total vergessen. Ich war nur noch erleichtert und habe vor Glück geweint. Ich konnte es gar nicht glauben, dass dieses Wesen an meiner Brust ist und ich es mit nach Hause nehmen darf.

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In vielen Städten Nordrhein-Westfalens bietet der Deutsche Kinderschutzbund Unterstützungsangebote während der Schwangerschaft und in den ersten drei Lebensjahren des Kindes an. Dazu gehören etwa Begrüßungsbesuche, Eltern-Kind-Treffs oder Beratungen. Auch das Nationale Zentrum Frühe Hilfen hält vielfältige Informationen für Eltern bereit. Mehr dazu im Internet: www.dksb-nrw.de/fruehehilfen www.fruehehilfen.de

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Kinder in der küche

Veggie-Burger selbst gemacht

en Sie brauch • 6 Möh ren • 200 g Tofu schote, rot • 1 Paprika l • 4 EL Meh er lz u nd Pfeff • etwas Sa nd Sa lat,   • K räuter u hl nach Wa nbraten • Öl zu m A

Viele Kinder sind ganz verrückt nach einem Besuch im Fast-FoodRestaurant. Aber einen leckeren Schnell-Imbiss bekommt man auch in der eigenen Küche ganz einfach hin. Und dass das obendrein auch gut und gerne ohne Fleisch geht, beweisen die Brüder Fiete (gr. Foto links) und Theo (rechts) aus Köln mit ihrem vegetarischen Rezept. Für MENSCHENSKINDER! haben die beiden eine Burger-Variante mit Tofu nachgekocht. Guten Appetit!

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Kochen mit Kindern

Den Tofu grob würfeln und mit einer Gabel zerdrücken. Dann die Paprikaschote waschen, putzen und in kleine Würfel schneiden.

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Alle Zutaten zusammen in eine Schüssel geben, mit Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken, Mehl dazu geben und gut vermischen, bis sich aus der Masse flache Frikadellen formen lassen.

In der Pfanne mit etwas Öl gut anbraten, bis sie schön gebräunt sind.

FOTOS: Thomas Kroeger

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„Ein supereinfaches, gesundes und preiswertes Essen!“

Zuerst die Möhren schälen und mit einer Küchenreibe fein reiben. Dann den Salat waschen und zerkleinern.

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Die Frikadellen können nun beliebig als Burger auf Brötchen oder mit einem knackigen Salat verspeist werden.

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Das gesunde Schulbrot ¸Beliebt bei Kindern: Möhren, Kohlrabi, Radieschen, Cocktailtomaten

Getränk ¸ Ideal zum Durststillen: Leitungswasser aus der Trinkflasche

¸T ipp: saisonales Obst in Stückchen am Spieß animiert zum gesunden Knabbern

Zum Pausenbrot ¸ darf es etwas mit Geschmack sein: Buttermilch, selbstgemachte Milchshakes, Gemüse-FruchtSmoothies (250 ml)

Brot

Belag

Vollkornbrot hält ¸ länger satt und enthält mehr Nährstoffe als Brote mit Auszugsmehl

¸ Tipp: geraspelte Möhren oder Gurken mit Frischkäse vermischen

Helles Vollkornmehl ¸ (z.B. Dinkel) mögen Kinder eher als dunkles

Bio-Butter, Wurst ¸ oder Käse, aufgepeppt mit Radieschen, Paprika oder Gurke

Sarah Wiener Stiftung: „Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen!“ Ein leckeres, gesundes Frühstück ist einfach ein toller Start in den Tag. Zudem spielt es eine wichtige Rolle für unseren Körper und unsere Konzentrationsfähigkeit, was wir zu uns nehmen. Wer am Morgen gut frühstückt, kann sich länger in der Schule oder auch im Büro konzentrieren. Für Morgenmuffel kann es hilfreich sein, schon am Abend alles bereitzustellen. Ein hübsch „vorgedeckter“ Frühstückstisch hebt die Laune, Müsli-Esser können Haferflocken und Körner schon am Vorabend einweichen und brauchen morgens nur noch frisches Obst dazugeben. Mein Tipp zur Brotwahl: Suchen Sie sich einen Bäcker, der noch selbst und handwerklich backt. Am besten in Bio-Qualität. In Sachen Nuss-Nougat-Creme habe ich mich bei meinen Kindern erst gar nicht auf Diskussionen eingelassen, sondern ihnen ganz entspannt andere Dinge angeboten. Das hat sehr gut funktioniert. Sarah Wiener Stiftung im Netz: www.sw-stiftung.de

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FOTOS: Sarah Wiener Stiftung; Depositphotos, Natalia Klenova Photography

Knabber-Beilage

Viel zu viele Kinder gehen ohne ordentliches Frühstück oder sogar hungrig zur Schule. Aber was gehört auf ein gesundes Pausenbrot? Wir haben die Spitzen-Köchin Sarah Wiener gefragt, die sich mit Aktionen und mit ihrer Stiftung für gesunde Kinderernährung einsetzt.


seit 2001

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sozialer Stifter

www.mestemacher.de/ soziale Projekte

Ausschreibung Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres

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2015

2015

Auf dem Bild sind stellvertretend abgebildet Dr. Jan-Peter Siedentopf und René Greif.

MUHITTIN DEMIR

Preisträger Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres 2015 Preisgeld 5.000 Euro

NORMAN HEISE

DAS TEAM EHRENAMTLICHE VÄTERBEAUFTRAGTE DER CHARITÉ - UNIVERSITÄTSMEDIZIN BERLIN

Preisträger Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres 2015 Preisgeld 5.000 Euro

SONDERPREIS 2015 für Pionierleistungen des Teams ehrenamtliche Väterbeauftragte der Charité - Universitätsmedizin Berlin Preisgeld 2.500 Euro

„Die Preisträger sind Vorbilder für eine moderne Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind.“

Prof. Dr. Ulrike Detmers,

Initiatorin „Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres“

Die Festschrift mit dem Grußwort der Bundeskanzlerin steht unter www.mestemacher.de Schirmherrin Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Großbäckerei Mestemacher schreibt für 2016 zum 11. Mal den

Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres aus.

Das Preisgeld beträgt zweimal

5.000 Euro.

Die Teilnahmebedingungen können von der Website geladen werden

www.mestemacher.de/social-marketing/spitzenvater-des-jahres/info oder angefordert werden bei

Mestemacher GmbH Prof. Dr. Ulrike Detmers · Postfach 2451 · 33254 Gütersloh · Telefon 05241 87 09 - 68 ulrike.detmers@mestemacher.de

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Einsendeschluss ist der 31.12.2015

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Serie: Kinder & Medien

Bestandteil im Leben junger Menschen.

Mit dieser Frage müssen sich früher oder später alle Eltern auseinandersetzen: Ab welchem Alter kann mein Kind ein Smartphone haben? Muss es überhaupt eins haben? Und falls ja: Auf was muss ich dann

achten? Ansgar Sporkmann von der Arbeitsgemeinschaft Medienkompetenz ist Experte, wenn es um Kinder und deren Mediennutzung geht. Bei Elternabenden und Schulungen für Pädagogen

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thematisiert der selbstständige Internetberater und Ehrenamtliche beim DKSB Ortsverband Düsseldorf die Schwerpunkte Fernsehen, Internet, Handy sowie PC- und Onlinespiele.

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FOTOS: Privat; Depositphotos, lunamarina

Braucht me ei n S ma r t ph

Moderne Kommunikationstechnik ist zentraler


Serie: Kinder & Medien

ein Kind hone?

E

in Smartphone gehört heute zur Ausstattung von Kindern und Jugendlichen, ist zentrales Kommunikationsinstrument. „Wenn ich es ihnen vorenthalte, nehme ich ihnen auch ganz viel. Ein Smartphone sollte ich einem Jugendlichen zugestehen“, sagt Ansgar Sporkmann. Ein generelles Verbot ist kontraproduktiv. Ein langer Schultag, danach noch Sport oder Musikunterricht, anschließend Hausaufgaben – der Alltag von Schülern hat sich verändert. „Es bleibt kaum noch Zeit, um sich nachmittags mit seinen Freunden zu treffen und abzuhängen“, so Sporkmann. Die Lösung ist dann oft die Kommunikation via Facebook oder WhatsApp über das Smartphone. Was hinzukommt: Anwendungen wie WhatsApp werden auch im Schulalltag genutzt. Es gibt zu Organisationszwecken klassen- oder stufeninterne Gruppen, in denen zum Beispiel der Ausfall von Unterricht kommuniziert wird. Ansgar Sporkmann weiß von Elternabenden: „99 Prozent der Eltern und Kinder nutzen WhatsApp.“ Auch fa‑ milienintern wird die App in Anspruch genommen: Kannst du mich abholen? Darf ich noch länger bleiben? Wann gibt es Abendessen? „Angerufen wird gar nicht mehr“, so Sporkmann. „Es gibt Kinder, die scharren schon mit 9 Jahren mit den Hufen und wollen ein Smartphone haben, an‑ dere halten es sogar noch mit 14 Jahren für nicht nötig.“ Sporkmann empfiehlt, Kindern frühestens im Alter von 12 oder 13 Jahren ein Smartphone zur Verfügung zu stellen: „Besser noch später, aber erfahrungsgemäß ist das das Alter, in dem der Wunsch geäußert wird.“ Für jüngere Kinder eigne sich al-

Ansgar Sporkmann Medienpädagoge

lenfalls ein Handy ohne Internetzugang. Prinzipiell sollten Eltern so lange mit dem Kauf eines Gerätes warten, bis das Kind sich von sich aus meldet. Druck von anderen Müttern und Vätern sollten sie sich nicht machen lassen. Laut der aktuellen JIM-Studie (Jugend, Information, Media) besitzen 90 Prozent aller 12- bis 18-Jährigen ein Smartphone. Natürlich gilt es, einiges zu berücksichtigen. Eines der größten Sicherheitsrisiken bei einem Smartphone ist die im Auslieferungszustand vorab aktivierte GPS-Ortung. Jedes aufgenommene Foto und jeder Facebook-Post wird mit Geodaten versehen. Ansgar Sporkmann warnt deshalb eindringlich davor, blind Fotos aus dem Kinderzimmer ins Netz zu stellen: „Pädosexuelle mussten früher am Schulhoftor stehen und lauschen, um Informationen zu erhalten, heute müssen sie das nicht mehr machen.“ In diesem Zusammenhang erinnert der Medienpädagoge auch nochmal daran, dass es bereits zu Verabredungen gekommen ist zwischen Kindern und Erwachsenen, die sich in sozialen Netzwerken als Gleichaltrige ausgegeben hatten. Darüber hinaus verweist Sporkmann darauf, dass ein Smartphone das primäre Instrument beim Mobbing ist. „Früher war nach Schulschluss Feierabend mit dem Mobbing. Heute wird weiter gesimst, WhatsApp-Nachrichten und Fotos geschickt. Sämt‑ liche Kommunikationskanäle können genutzt werden.“

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Serie: Kinder & Medien

"99 Prozent der Eltern und Kinder nutzen WhatsApp." Ansgar Sporkmann

Eine sehr gute und breit aufgestellte Plattform ist die Homepage www. klicksafe.de. Bei der Einrichtung eines Smartphones sollten die Eltern von Kindern unter 16 Jahren dabei sein. Die GPS-Ortung sollte deaktiviert werden, bei jungen Kindern ebenso die Nutzung von Browsern. Die Online-Nutzung sollte sich auf soziale Netzwerke und Apps beschränken. Auch die Dienste von Filmanbietern sollten altersgerecht beschränkt werden. Von der gemeinsamen Einrichtung des Geräts könnten Eltern unter Umständen sogar profitieren: „Lassen Sie sich von ihren Kindern zeigen, wie eine

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Smartphones zu verteufeln, ist nicht der richtige Weg. Im Gegenteil: Sie sind ein zentraler Bestandteil im kommunikativen Leben junger Menschen. Ansgar Sporkmann: „Eltern sollten sich aber klar machen, dass sie ihren Kindern mit einem Smartphone das Internet überlassen.“ Und das ist längst nicht überall kindgerecht.

Weitere Infos: www.klicksafe.de

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FOTOS: Depositphotos, serrnovik, pressmaster, dvrcan

Das Smartphone macht’s möglich: die totale Überwachung. Immer mehr Eltern setzen ÜberwachungsApps ein, weiß Ansgar Sporkmann. Mit diesen Anwendungen kön‑ nen Erziehungsberechtigte jederzeit nachvollziehen, wo ihre Kinder sich gerade aufhalten. „Die Privatsphäre der Kinder wird ausgehebelt. Ob er sein Kind wirklich überwachen will – diese Frage muss sich jeder selbst stellen.“ Der Experte setzt vielmehr auf gegenseitiges Vertrauen. Ansonsten würden sich Kinder vermutlich auch nicht an ihre Eltern wenden, wenn sie Opfer von Cyber-Mobbing werden. Eltern müssen technische Kompetenz erwerben, rät Ansgar Sporkmann.

bestimmte App funktioniert“, rät Ansgar Sporkmann. „Viele Eltern werden staunen, wie ihre Kinder dann lossprudeln.“ Einen Teil ihres Taschengeldes geben Kinder und Jugendliche übrigens für kostenpflichtige Smartphone-Anwendungen aus. Oft zahlen Eltern auch einen Teil des Taschengeldes in Form von App-Gutscheinen aus.


Freizeit in NRW Serie: Kinder & Medien

m u a B u z m u Von Ba en d n l e d n i w in sch Höhen tterpark s ehr als 20 K le M r: e u te n e b Ruhr und A en Rhein und ch is Nervenk it ze l zw n e rg G ärten gärten so ei bieten die b a D und Hochseil s. k ic k n d Adrenali und für Act ion un ung in Größe sl ch e w b A ch hli d variiert . ierigkeitsgra nicht nur reic w ch S r e d ch ilien it – au usch für Fam ra Weit läufigke n e h ö H r e d e ise wird e Erwachsen Auf diese We rinteressiert e tt le k r . fü is ie n w Freizeiterleb mit K indern spannenden m zu n erblick e p p und Gru n k leinen Üb e in e t a h ! R E KIND M E NSCH E NS ste llt. zusammenge s n a rf e tt le K für

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tree2tree

Kletterpark Neuss

In den Hochseilgärten von tree2tree können Kletterfans mitten im Wald die eigenen Grenzen erfahren. Im Dortmunder Revierpark Wischlingen und im Sportpark Wasserwelt Duisburg Wedau erwarten die Gäste – wie auch im Kletterwald Oberhausen – in dieser Saison wieder viele neue und spannende Attraktionen.

Spaß, Bewegung und Action für die ganze Familie – darum geht es im SalzburgerLand Kletterpark Neuss – nicht nur um sportliche Herausforderungen für Spezialisten. In sieben Parcours, inklusive speziellem Kinder-Parcours, kann jeder mit viel Spaß schwindelnde Höhen genießen. Deutschlands größter freistehender Hochseilgarten

Der Klassiker an drei Standorten Als einer der größten Naturhochseilklettergärten in Deuschland ist der Hochseilgarten in Oberhausen in einen lebenden Baumbestand integriert. Hier finden Gäste Klettern, wo einst über 200 Kletterelemente, die auf 16 Parcours unterflüssiger Stahl flossSchwierigkeitsgrade verteilt sind. Von schiedlichster – das gibt es nur im drei Kinder-Parcours für die Kleinsten über Fun-ParRuhrgebiet. cours für die nicht ganz so Mutigen bis hin zum Extrem Parcours für den ganz besonderen Kick kommt hier jeder auf seine Kosten. Weitere tree2tree Kletterparks gibt es auch noch in Duisburg und Dortmund.

Zwischen den bis zu vierzehn Meter hohen Masten befinden sich 70 abwechslungsreiche Stationen – in drei, vier, sieben und neun Metern Höhe. Hier werden Mut, Geschick und Balancegefühl gefordert und gefördert. Der SalzburgerLand Kletterpark ist Deutschlands größter freistehender Hochseilgarten. In unterschiedlich schweren Parcours findet hier jeder seine ganz persönliche Herausforderung. Dabei sind alle Kletterer ab sechs Jahren permanent durch ein mitlaufendes Sicherungssystem gesichert und können aus dem Alm Biergarten beobachtet werden.





www.tree2tree.de

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www.allrounder.de

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Freizeit in NRW

Ganz schön mutig: In den meisten Hochseilgärten können bereits die Kleinsten den Höhenrausch genießen.

Kletterwald Haltern am See In toller Lage direkt am Halterner Stausee liegt der Kletterwald Haltern. Eingebettet in den Buchenwald, stehen zwölf Parcours, davon zwei Kids-Parcours, zur Verfügung. Schon ab fünf Jahren kann hier geklettert werden. Mit der Seilbahn durch den Buchenwald

Kletterwald Freischütz

Die Parcours sind unterschiedlich lang und schwer, der „Höhenweg“ erreicht zwölf Meter und bietet am Schluss noch einen Extra-Nervenkitzel beim „Basejump“. Das Besondere im Kletterwald: der Partner-Parcours. Hier heißt es mal nicht der Reihe nach klettern, sondern gemeinsam – nur zu zweit ist es möglich, mit gegenseitigem Halten, Stützen und Balancieren, den Parcours zu durchklettern. Ganz anders der „Flying Fox“ Parcours: Hier geht es nur per Seilbahn mit Tempo durch den Wald – nach dem Motto: Tarzan lässt grüßen.

FOTOS: Kletterpark Neuss; Kletterpark Dülmen; Fotolia, theogott; Depositphotos, BestPhotoStudio



www.kletterwald-haltern.de

Mit neuen Herausforderungen ist der Kletterwald Freischütz in die Saison 2015 gestartet: Jede Menge Action erwartet Kletterfans bei den zwei neuen Parcours und beim freien Fall. Weitere Höhepunkte in dieser Saison sind die Superheldenwoche und das Nachtklettern im illuminierten Wald. Neue Attraktionen mit Nervenkitzel Im Winter gebaut, ist der Borneo-Parcours ideal für Baumwipfelfreunde. Mit zwölf Metern ist er der höchste Parcours im Kletterwald Freischütz, aber leicht zu bewältigen. Wer möchte, kann von hier aus auch ein weiteres Highlight testen: den freien Fall – Angel Fall. Durch eine neue Technik erleben Actionfans hier echtes Freifallgefühl bis in die Magengrube – aus zwölf Metern Höhe. Auch neu ist der Himalaya-Parcours. Wie der Name des höchsten Gebirges der Welt sagt, ist er sehr schwierig. Das bisherige Himalaya – das gefürchtete Knotenseil – heißt nun K2. Der anspruchsvollste Berg steht hier Pate. 

www.freiraum-erlebnis.de

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Freizeit in NRW

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ist

Workshops im Bochumer OPEN SPACE Tricker, Parkour-Läufer, Power Mover, Biker, Tänzer und Musiker: Das sind die jungen Street-Artisten der Gruppe URBANATIX. Sie eröffneten als Headliner im Juni 2015 die Ruhr Games, das erste viertägige Jugend-, Kultur – und Sportfestival im Ruhrgebiet. Nun wollen sie ihren jungen Fans in Workshops ihr Können vermitteln. URBANATIX begeistert seit fünf Jahren mit einer rasanten Show aus einem Crossover von Street-Artistik und Weltklasse-Akrobatik. Auch die Initiatoren und Besucher der Ruhr Games konnten die in Bochum angesiedelten Artisten überzeugen und als neue Fans gewinnen. Für alle Jugendlichen, die ihrer Inspiration nachgehen und ihr Hobby intensivieren wollen, werden ab sofort Klettern, wo einst Workshops ab 16 Jahren in der Trainingsstätte OPEN flüssiger floss SPACE Stahl angeboten. Für die jüngeren Fans gibt es jeden –ersten das gibtSamstag es nur im im Monat einen „Kids-Day“. Ruhrgebiet. Die Workshops im OPEN SPACE laufen parallel zu der ganzjährigen Trainingsarbeit der Artisten für die Show. Unter dem Motto „Each one teach one“ und der Leitung von Silvester Kiunka, ehemaliger Tänzer aus dem URBANATIX-Cast, freuen sie sich, ihre Erfahrungen an neue Talente weiterzugeben.

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Informationen zu Workshops und Anmeldung: Vereinssstätte OPEN SPACE Bessemerstraße 85, 44793 Bochum Info@openspace.ruhr 

www.openspace.ruhr

URBANATIX – Der Bildband Gregor Spohr und Stefan Prott Verlag GbR Anton-Bauer-Weg 6, 45657 Recklinghausen Bestellung unter: 02361 / 490 491-10

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FOTOS: Martin Steffen

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Freizeit in NRW

WIR KOMMUNIZIEREN VIELFALT... ... SO ODER SO!

Foto: © Lisa-Blue/Istockphoto.com

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Freizeit in NRW

Sobald die Temperaturen wieder über die 25-GradMarke klettern, dürstet so mancher nach einer kühlen Erfrischung. Ein Badesee ist oft eine gute und kostengünstige Alternative zum Freibad – und NRW hat etliche davon. MENSCHENSKINDER! hat eine kleine Auswahl zusammengestellt – von Nordwest nach Südost.

...nichts wie raus zum See

Eifel: Gemündener Maar, Daun Gemünden

Das 7,2 ha große Gemündener Maar liegt etwa 1,5 km südlich des Ortes Daun. Schwimmen ist hier sowohl im Maar als auch im Naturfreibad erlaubt. Hier finden Wasserfreunde die gewünschte Abkühlung an heißen Sommertagen. Ausreichend Liegewiesen sowie ein Bootsverleih sind vorhanden. StraSSe: MaarstrAsse Kosten: 2,50 € ab 17 Jahren, 1,50 € Kinder bis 16 J.  www.eifel.de/go/sehenswertes detail/gemuendener_maar.html

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Niederrhein/Münsterland: Aasee, Bocholt

Der Aasee Bocholt im Grenzgebiet von Niederhein und Münsterland ist einer der wenigen Badeseen, die zu Fuß von der Innenstadt und vom Bahnhof zu erreichen sind. Er verfügt über einen abgetrennten bewachten Badebereich mit Nichtschwimmerzone. Ein Spielplatz und Gastronomie sind auch vorhanden. StraSSe: UhlandstraSSe 36 Kosten: –  www.seen.de/aasee-bocholt

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Freizeit in NRW

FOTOS: Eifel Tourismus GmbH/H. Gassen, Jpr65/cc, Alter Vista/cc, Flickr / Andreas Siegel (CC0 1.0), Wirtschafts- und Tourismus GmbH Möhnesee, HOWI/cc; Depositphotos, mac_sim, Tsomkaigor

Münsterland/Ruhrgebiet: Silbersee II, Haltern Urlaubsfeeling vor den Toren des Ruhrgebiets – der Silbersee II lockt mit seinen 900 Metern Sandstrand und dem glasklaren Wasser Tagestouristen aus dem ganzen angrenzenden Ruhrgebiet und Münsterland nach Haltern. Etwa 65.000 m² Wasserfläche laden zum Schwimmen, Planschen oder Schnorcheln ein. Sanitäranlagen, Imbiss und eine DLRG-Wachstation sind vorhanden. StraSSe: Zum Vogelsberg Kosten: 2 € ab 6 Jahren, 2 € Parkgebühren  www.silbersee-haltern.info

Ruhrgebiet: Sechs-Seen-Platte/Wolfsee, Duisburg In der reizvollen Landschaft der Sechs-Seen-Platte in Duisburg-Wedau liegt der Wolfsee mit Freibad, einem der beliebtesten Naturschwimmbäder im Ruhrgebiet. Zum Verweilen finden Sonnenanbeter eine Liegewiese mit einzelnen schattenspendenden Bäumen. Ins Wasser gelangt man über einen flach abfallenden Sandstrand. Auch ein Spielplatz mit Kinderbecken und einem Bachlauf zum See ist vorhanden. StraSSe: Kalkweg 262 a Kosten: 4 € ab 17 Jahren; 3 € 14–16 Jahre; 2,50 € ab 5 Jahren  www.freibad-wolfssee.de

Ostwestfalen-Lippe: Lippesee, Paderborn Der 90 ha große Lippesee bei Paderborn liegt am ehemaligen Landesgartenschaugelände, dem heutigen Schloß- und Auenpark. Neben Aktivitäten wie Radfahren, Spazieren, Segeln, Tretbootfahren finden See-Freunde auch einen kleinen Sandstrand zum Baden. Liegewiesen, Kinderspielplätze stehen ebenfalls zur Verfügung. Eine Bushaltestelle liegt unmittelbar am See. StraSSe: Sennelagerstrasse Kosten: –  www.schlosspark-paderborn.de

Sauerland/Soester Börde: Möhnesee Am sog. „Westfälischen Meer“ versprechen das Strandbad „Uferlos“ in Wamel und die Badestellen in Köbecke (Freizeitanlage) und Delecke (Linkstraße 20) Abkühlung an heißen Sommer‑ tagen. Die Badestellen sind frei und kostenlos zugänglich, aber unbewacht und in Delecke ohne Bewirtung. Im Strandbad „Uferlos“ laden 1500 Tonnen feiner, weißer Sand zum Kurzurlaub. Ort: BahnhofstraSSe 28 (Strandbad „Uferlos“) Kosten: 3,- € ab 12 Jahren, 1,50 € Kinder 3–12 Jahre  www.moehnesee.de

Kölner Bucht: Otto-Maigler-See, Hürth Der Otto-Maigler-See, südlich von Köln im Stadtgebiet von Hürth ist besonders wegen seiner Sauberkeit und dem feinen Sandstrand in der gesamten Region beliebt. Am nördlichen Uferbereich befindet sich ein Strandbad mit Gastronomie- und Veranstaltungsangeboten. StraSSe: SchnellermaarstraSSe Ecke „Zur Gotteshülfe” Kosten: 4,50 € ab 15 Jahren, 3 € von 2–14, 3 € Parkgebühr  www.otto-maigler-see.de

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Bastel-tipps

Sommerbasteleien im Freien und am Strand Im Sommer und bei strahlendem Sonnenwetter lautet das Motto so oft wie möglich: Raus aus dem Haus und ab ins Freie. Damit die schöne Zeit möglichst lange anhält, stellt MENSCHENSKINDER! kreative Ideen für sommerlichen Bastelspaß vor, die aus Urlaubsandenken tolle Schmuckstücke machen oder einfach köstlich erfrischen!

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saf t, Silikonförmchen lch oder alternativ Apfel Mi ml 0 20 r, cke Zu el eren, 2 Esslöff 500 g gefrorene Himbe ww w.design-3000.de) i zum Einfrieren (z.B. be beeren kurz antauen iten: Die gefrorenen Him ere zub m kau use Ha zu Fruchteis (alternativ auch Viel schneller kann man ben – Zucker und Milch ge fäß Ge res he hö as xen, bis eine oder ein etw ige Minuten gut durchmi lassen und in einen Mixer ein ab rst rie Pü em ein er chen Mit dem Mixer od schung in die Silikonförm Apfelsaf t) hinzugeben. n entstanden ist. Die Mi he ckc stü cht Fru tig ße fer gro zu Fruchteis dickflüssige Masse ohne nden im Eisfach ist das ch. Nach zwei bis drei Stu rfa frie Ge nießen. ins t ge mi d da un ab chen lösen geben und n – einfach aus den Förm rde we rt bie pro n kan d durchgefroren un

Sie brauchen

Basteltipp: Strandgut als Fotorahmen

Muscheln, Seesterne, kleine Kiesel – im Urlaub am Strand finden sich schöne Dinge, die viel zu schade sind, um in Schachteln und Tüten ihr Dasein zu fristen. Besser: Die tollsten Schmuckstücke einfach nutzen, um die Schnappschüsse aus dem Urlaub gleich entsprechend in Szene setzen – im selbstgemachten Bilderrahmen. Sie brauchen ■ ■ ■ ■ ■

Steinchen, Muscheln und andere kleine Erinnerungsstücke Einen oder mehrere kleine Bilderrahmen (z.B. aus Pappe oder Holz) Bastelkleber und Pinsel Etwas Krepppapier in hellblau und beige Altes Zeitungspapier als Unterlage

Zunächst Zeitungspapier auslegen und die Glasfront aus dem Bilderrahmen lösen. Dann den Bastelkleber mit dem Pinsel über die gesamte Vorderseite des Rahmens streichen – auf die obere Hälfte kommt hellblaues Krepppapier für den „Himmel“, auf die untere beigefarbenes als „Strand“. Jetzt muss eine weitere Lage Kleber auf dem Krepppapier verteilt werden. Überstehende Ecken können umgeklappt und fixiert werden. Zum Schluss werden die Fundstücke auf der mit Kleber bestrichenen „Strandfläche“ platziert. Eine letzte Lage Bastelkleber über das gesamte Bastelwerk verteilen, trocknen lassen, Bild einsetzen – und fertig ist der Urlaubshingucker!

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Hier finden nützliche Fluginsekten ein Zuhause und können in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet werden. Die einzelnen „Zimmer“ können nach Belieben mit Ästen, Stroh, Lehm, Schneckenhäusern oder anderen Fundstücken aus der Natur gefüllt werden. Inhalt

FOTOS: www.imaginarium.de, www.mytoys.de, www.tausendkind.de, www.design-3000.de; Depositphotos, ayo888

26-teiliges Holz-Set zum Verleimen, 4 bis 6 Äste mit Bohrungen, 1 Dach, 2 Gurtbänder, Lehm, Holzleim, Anleitung Merkmale ■ ■ ■ ■

Material: 4 mm starkes Sperrholz, Kunststoff, Polyester Maße fertiges Insektenhotel: L 25,5 x B 21,5 x H 22,5 cm Mindestalter: 3 Jahre Nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet. Erstickungsgefahr aufgrund verschluckbarer Kleinteile.

27,99 € inkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Service- & Versandkosten | www.mytoys.de

Bounce-Haus

Große aufblasbare Hüpfburg mit Rampe und Becken zum Befüllen mit Bällen oder mit Wasser: Hüpfe, klettere und rutsche – das macht Spaß wie im Freibad! Das Bounce-Haus soll die Herz-Kreislauf Stimulation, die körperlich-kinästhetische Intelligenz, die Koordinationsfähigkeit und den Gleichgewichtssinn fördern. Maße

Höhe: 160.00 cm Breite: 360.00 cm Tiefe: 175.00 cm Ab 3 Jahren bis 7 Jahre | 199,– € inkl. gesetzl. MwSt. www.imaginarium.de

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Interview

Das Leid der Flüchtlingskinder

Sie fliehen vor Krieg, Unterdrückung oder politischer Verfolgung – und kommen nach einem langen und gefährlichen Weg auch in NordrheinWestfalen an. Etwa 40.000 Menschen haben hier allein im vergangenen Jahr einen Asylantrag gestellt, so viele wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Zu dieser Flüchtlingsgruppe gehören auch viele Minderjährige. „Der Kinderschutzbund muss in dieser schwierigen Situation an der Seite der Flüchtlinge, insbesondere der Kinder und deren Familien, stehen“, meint Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. Sein Verband organisiert auch in NRW vielfältige Unterstützungsangebote für Flüchtlingskinder – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Dazu gehören etwa Sprachkurse und Hilfestellungen im Alltag – oder ehrenamtliche Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Heinz Hilgers im MENSCHENSKINDER!-Interview:

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Herr Hilgers, was macht den Alltag von Flüchtlingskindern in Deutschland besonders? Viele Flüchtlingsfamilien leben mit ihren Kindern in drangvoller Enge in Gemeinschaftsunterkünften. Niemand kann sich mal zurückziehen, um seine Ruhe zu haben. Die Familien haben keine Möglichkeit, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und den Alltag zu organisieren. Außerdem fehlt den Kindern in den Zimmern der Raum zum Spielen – und sie vermissen gute Freizeitaktivitäten.

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Interview

Heinz Hilgers Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes Beim Kinderschutzbund in Bochum stehen ehrenamtliche Vormünder unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zur Seite

„Flüchtlingskinder kommen mit Hoffnungen und vielen Talenten zu uns“ Heinz Hilgers Damit sie bei uns nicht sprachlos bleiben, können junge Flüchtlinge beim Kinderschutzbund in Schwelm

FOTOS: Jürgen Escher / Adveniat; Privat; DKSB Landesverband NRW e. V.

Deutsch lernen

Was müsste sich denn ändern, um das Leben für die Kinder hier leichter zu machen? Eine ganze Menge. Wir sind gut beraten, wenn wir so schnell wie möglich organisieren, dass Flüchtlinge grundsätzlich in eigenen Wohnungen untergebracht werden. Und die Asylverfahren sollten sehr schnell beendet sein. Ich denke, wir können uns darauf einstellen, dass die Flüchtlinge in großer Zahl in Deutschland bleiben. Und die Gesellschaft – was könnte sie tun? Zunächst einmal müssen wir an unserem Menschenbild arbeiten. Wir sprechen in erster Linie von Flüchtlingen und Flüchtlingskindern als Riesenproblem. Dabei übersehen wir, dass da Kinder zu uns kommen mit großen Hoffnungen, mit Wün-

schen, mit Träumen – und mit Talenten. Das sind Kinder, über die sich unser Land freuen sollte, die es willkommen heißen sollte – auch im Hinblick auf unsere schwierige demografische Entwicklung. Immer mehr minderjährige Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisenregionen kommen ohne ihre Eltern nach Deutschland. Was passiert mit ihnen? Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge muss der Staat die Verantwortung übernehmen. In der Fachsprache heißt es: Die Jugend‑ ämter nehmen die Jugendlichen in Obhut. Nach einem Clearingverfah‑ ren werden sie dann – wenn es keine Verwandten in Deutschland gibt – in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe untergebracht. Wir als Kinderschutzbund setzen uns dafür

ein, dass an möglichst vielen Orten in Deutschland Kompetenzzentren geschaffen werden, in denen man sich um die Bedürfnisse unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge ganz besonders kümmern kann. Die Fachleute dort müssten für die Bearbeitung eventueller Traumata, die die Kinder in Bürgerkriegen, bei der Verfolgung oder auf der Flucht erlitten haben, vorbereitet sein. Sie sollten auch in der Lage sein, die Integration dieser jungen Flüchtlinge in unser Land, in das Bildungssystem, in unsere Arbeitswelt besser zu steuern. Ich bin dafür, dass der Bund solche Kompetenzzentren finanziert. Für die nächste Ausgabe von MENSCHENKSINDER! planen wir einen thematischen Schwerpunkt über junge Flüchtlinge.

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Kinder haben Rechte

UN-Kinderrechtskonvention Artikel 28 und 29:

Mein

Recht auf Bildung

Kinder haben das Recht auf Bildung, Schule und Berufsausbildung. Die Bildung muss darauf ausgerichtet sein, die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen und körperlichen Fähigkeiten des Kindes voll zur Entfaltung zu bringen. Trotzdem gibt es laut Schätzung der UNESCO weltweit etwa 60 Millionen Kinder und Jugendliche, die keine Schule besuchen und deshalb schlechtere Zukunftschancen haben.

Alle Kinder haben die gleiche Rechte: Darum haben vor rund 25 Jahren fast alle Länder der Erde das Übereinkommen über die Rechte von Kindern geschlossen: die UN-Kinderrechtskonvention. Sie legt wesentliche Standards zum weltweiten Schutz von Kindern fest. Am 20. November 1989 ist das Übereinkommen von der UNGeneralversammlung angenommen worden. Am 2. September 1990 trat es offiziell in Kraft. MENSCHENSKINDER! stellt Ihnen in jeder Ausgabe eines der Kinderrechte in Kürze vor. Foto: Christian Kuck · www.kuck.info

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ausstieg

Nichts geht über

Spielen!

Impressum

Landesverband NRW e.V.

Bauklötze, Bälle, Plüschtiere: Kinder entdecken ihre Welt spielerisch. An dieser Stelle finden Sie immer die schönsten Fotos unserer Leser.

MENSCHENSKINDER! ist das offizielle Magazin des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband NRW e.V. Es erscheint vier Mal jährlich. Her ausgeber DKSB Landesverband NRW e. V. Vorsitzende: Marlis Herterich Geschäftsführer (V.i.S.d.P.): Friedhelm Güthoff Hofkamp 102 42103 Wuppertal Fon 0202 7476588-0

Noa h, 8 Mo nate , Boc hum

Chefredak tion Nicole Vergin, Stefan Prott Redak tion Tatjana Hetfeld, Julia Müller, Tobias Mühlenschulte, Inken Strohmann, Jörn-Jakob Surkemper, Dr. Ramona Vauseweh Kooper ationspartner BKK-Landesverband NORDWEST verl ag RDN Verlags GmbH Anton-Bauer-Weg 6 45657 Recklinghausen Fon 02361 490491-10

re, ah re J h ,4 li x , 8 Ja Fe a m Em

Anzeigen Birgit Ridderskamp, Fon 02361 490491-14

M at s, 11 M ona te, Soe st

Konzeption RDN Agentur für Public Relations GmbH & Co. KG, Recklinghausen Fotos Cornelius Braun, Christian Kuck, Caroline Seidel, fotolia, istockphoto, depositphotos, photocase pip (Titelbild), privat

schneetreiben Ein Winter ohne Schnee ist kein richtiger Winter. Schicken Sie uns Ihr schönstes Foto von Kindern im Schnee – bei der Schneeballschlacht, beim Schlittenfahren oder einfach beim Toben. Unter den Einsendern verlosen wir zehn Exemplare des Bildbands „Urbanatix” (s. Seite 36). Mail: redaktion@rdn-online.de

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mach mit!

Gestaltung Art Director: Enrico Klinkebiel, KLINKEBIEL GmbH, Köln LAYOUT: Dejan Petrović Satz und Lithogr afie RDN Verlags GmbH Druck Bonifatius Druckerei, Paderborn preis 4,50 € im Einzelbezug. Die Orts- und Kreisverbände des DKSB in NRW erhalten auf Anfrage Sonderkonditionen.

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FOTOS: Privat; Depositphotos, jenoche

Motto der nächsten Ausgabe


Ressourceneffizienz … Für die Menschen auf den Müllhalden vor den Großstädten Lateinamerikas zählt jedes wiederverwertbare Gramm Wertstoff. Adveniat-Partner vor Ort nehmen diese Menschen in den Blick, entwickeln Bildungsprojekte und Perspektiven für die, die sonst keiner sieht. Unterstützen Sie diese wertvollen und nachhaltigen Initiativen.

Weitere Informationen: www.adveniat.de

Foto: Martin Steffen


Leichtigkeit

Gut versichert:

Die Betriebskrankenkassen in NRW. www.bkk-nordwest.de I www.bkk-webtv.de

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