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Vorwort Die Luft wabert durch den Raum, wir sitzen zusammen, denken, raunen, fragen laut, wägen ab, vergleichen, diskutieren Kleines und Großes. Dazwischen Pausen der Stille, die vom Klicken der Maus und dumpfem Tastentippen eine Hintergrundmelodie erhält. Die Produktion ist im Gange, spürbar aber leise. Bis diese Reiff Life in deiner Hand liegt ist ein wenig Arbeit nötig. Wir müssen nachdenken, ausdenken, recherchieren, Anstöße geben. Soweit das Ziel. Nebenbei wollen wir Lust auf Lesen und Schreiben machen, denn das ist unserer Meinung nach ebenso wichtig im großen Architekturkosmos, wie das Interesse für Kunst, Statik, räumliches Denken und so weiter. Diese Ausgabe erscheint unter dem Titel Atmosphäre. Was ist das überhaupt? Wir haben versucht dieser Frage nachzuspüren und sind auf verschiedene

Weise zu Ansätzen gekommen. Sie entsteht, wie z.B. während einer Masterarbeitsvorstellung, zu der -anstelle eines Vortrags- ein Text vorgelesen wird („Lieber Plinius“, S.16), oder bei einem Austellungsbesuch („Biennale“, S.30). Das Buch „Hypothesen zum Prozess der räumlichen Wahrnehmung“ von Elisabeth Blum strahlt eine ganz eigene Atmosphäre aus (S. 12) und macht Lust aufs Selberlesen. Den ersten Schritt möchten wir mit dieser Ausgabe der Reiff life machen. Vielleicht ist ein wenig die Atmosphäre des Herstellungsprozesses in ihr geblieben: Mühe und Sorgfalt. Zu Letzt noch ein Hinweis: Wir brauchen Mitarbeiter.

Rebecca Tritscher


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Elisabeth Blum „Hypothesen zum Prozess der räumlichen Wahrnehmung“:

laut nachgedacht

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fachschaft

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Architektur als konkretes Phäno m en Seite 34

Biennale

Natur_ At m osphäre

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Ein Rationalisierungsversuch

D efinition

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titelthe m a:

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Atmosphäre


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kalender

EIn BUch von Peter Zumthor Seite 38

rausgekramt 41

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Quellen Impressum Reiff Life Werbung

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zuletzt

Brief an Plinius, Masterarbeit SS 2012 Seite 16

Solardecathlon Seite 18

mitgemacht

Interwiev mit AXel Sowa Seite 6

nachgetragen


Fachschaft

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Mittagsdienstzeiten im WS 12/13 (Johanna) Montag 13:00-14:00 Uhr (Verena & Gesine) Dienstag 13:00-14:00 Uhr (Konrad & Gesine) Mittwoch 13:00-14:00 Uhr

Modellbauwerkstatt am Baumhaus 10:00-18:00 Montag bis Freitag

(Christa)

Wir wollen euch die Suche nach einem Praktikum erleichtern! Du hast schon mal ein oder mehrere Praktika gemacht? Dann wäre es toll, wenn du dir 5 min Zeit nehmen könntest, um uns und anderen Studenten über deine Erfahrungen zu berichten. Fülle dazu einfach unser PDFFormular auf der Homepage aus und schicke es uns zu. Wir, die Fachschaft, wollen die Suche für ein hilfreiches und schönes Praktikum (für euch und die kommenden Semester) erleichtern! Somit erfahren alle Studierenden, in welchem Büro ein Praktikum zu empfehlen ist, wie und ob bezahlt wird, ob ihr 24 Stunden abrufbereit sein müsst, den ganzen Tag nur schöne Modelle baut oder tatsächlich etwas lernt.

14:00-15:00 Uhr

(Fredy & Silvana) 16:00-16:45 Uhr (Tobi) Donnerstag

14:00-15:00 Uhr

in der Fachschaft könnt ihr euch Hilfsmittel zum Modellbau ausleihen, weitere Hilfe und Hilfsmittel findet ihr in den Modellbauwerkstätten Öffnungszeiten der Modellbauwerkstätten Modellbauwerkstatt Rochusstraße 12:00-13:00 Montag bis Donnerstag

Erfahrungsberichte Praktikum


Komm einfach zum Treffen: Donnerstag 18:00 im Fachschaftskeller

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Du bist engagiert oder möchstest dich engagieren? Die Fachschaft sucht Helfer, die Fachschaft sucht dich! Um sich für uns Architekturstudenten einsetzen zu können braucht es Mitdenker und Mitmacher. Jeder kann ein bisschen zum Leben hier am Reiff beitragen und es auch besser machen. Die Fachschaft ist die Vertretung von uns Studenten und sorgt für den Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden. Es werden Vorschläge für eine sinnvolle Förderung unterschiedlicher Projekte besprochen und eingebracht. So kommen zum Beispiel neue Styrocuts in Umlauf...

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In der Fachschaft mitarbeiten!?


nachgetragen

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INTERVIEW MIT AXEL SOWA VOM 25.01.2012 Dem Erscheinen des Interviews in dieser Ausgabe der ReiffLife geht ein Prozess vorweg, den wir hier kurz darstellen wollen, weil er Teil des Interviews geworden ist. Das hier abgedruckte Interview mit Professor Sowa fand am 25.01.2012 statt und sollte eigentlich in der letzten Ausgabe der ReiffLife erscheinen. Ein gedrucktes Interview durchläuft einen redaktionellen Prozess, den sowohl wir als Autoren als auch Herr Sowa als Beteiligter, geführt haben. Leider hat die Redaktion der damaligen Ausgabe die von uns übermittelte Arbeitsversion vor dem Druck nicht mehr ausgetauscht. Nachdem wir diesen Fehler bemerkten, haben wir als verantwortliche Autoren die weitere Verteilung der Zeitung stoppen müssen, die leider nie in korrigierter Version neu erschienen ist. Dass nun eine ganze Ausgabe unter diesem Fehler leiden musste ist ein unglückliches Ergebnis. Um den Bemühungen von Herrn Sowa sowie unserem Interesse als Autoren an dem Artikel und seiner Verbreitung gerecht zu werden, haben wir als Redaktion dieser neuen Ausgabe der ReiffLife beschlossen, das Interview nun verspätet in der fertigen Fassung abzudrucken.


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AXEL SOWA Ihre Einschätzung kann ich nachempfinden. Im Verlauf ihres BachelorStudiums werden Sie mit sehr vielen, oft unverbundenen Inhalten konfrontiert. Dass dabei die Frage nach dem Grundsätzlichen oder gar nach den Grundsätzen der Architektur entsteht ist nachvollziehbar. Durch Ihre Frage wird auch die Problematik der Disziplin Architektur aufgerufen. Sie kennen vielleicht Umberto Eco, den Autor des Romans „Der Name der Rose“. Eco ist in seinem eigentlichen Beruf Semiotiker. Auf die Frage, was die Semiotik eigentlich sei, hat Eco geantwortet: Die Semiotik ist keine Disziplin, sondern ein Feld. Ich habe lange darüber nachgedacht, was er eigentlich damit meint und habe versucht, seine Gedanken auf die Architektur zu übertragen. Auch in unseren Zusammenhängen kann man sich fragen, ob wir es

mit einer Disziplin zu tun haben. Das würde allgemein anerkannte Methoden, Modellbildungen und gängige wissenschaftliche Spielregeln voraussetzen. Doch ein Blick hinter die vielen Lehrstuhltüren des Reiffs belegt, dass es sich nicht so verhält. Auch schon bei einer flüchtigen Bestandsaufnahme entdeckt man eine atemberaubende Vielfalt. Dem wissenschaftlichen Personal unserer Fakultät ist die Bewahrung, Weitergabe und Vermehrung von ganz unterschiedlichen Wissensbeständen aufgegeben. Diese Bestände verdanken ihre jeweilige Existenz einer ingenieurwissenschaftlichkonstruktiven, sozialwissenschaftlichen oder auch historischen Neugierde. Hinzu kommen Haltungen, deren Ursprung eher in der Berufspraxis als im akademischen Alltag zu verorten ist. Eine wesentliche Aufgabe der Architekturtheorie ist es meiner Ansicht nach, die Wissenskultur der Architektur zu beschreiben und zu befördern. Wie gelangt man eigentlich auf dem weiten Feld der Architektur zu verallgemeiner- baren Erkenntnissen? Welche Modelle werden verwendet? Wie ist der Einfluss neuer Techniken einzuschätzen? Wie verhält es sich mit der Beständigkeit von Bautypen? Welche Akteure sind an der Entstehung von Bauten beteiligt? Um Antworten

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REIFFLIFE Wir haben seit dem dritten Semester angefangen, uns mit Architekturtheorie zu beschäftigen, weil wir das Gefühl hatten, in unserem Studium extrem viele verschiedene Fächer mit extrem vielen verschiedenen Schwerpunkten zu haben, die sehr intuitiv gewählt zu sein scheinen. Das hat bei uns dazu geführt, dass wir einen Zugang zur Architektur gesucht haben, der einen grundsätzlicheren Ansatz ermöglicht.


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auf diese Fragen zu finden, haben wir Candide. Journal for Architectural Knowledge gegründet. Diese Zeitschrift ist ein Forum für die Wissenskultur der Architektur. REIFFLIFE Die Vielfalt ist also Teil dieses Studiums. Es lässt sich nicht verhindern, dass man mit diesen verschiedenen Ansätzen konfrontiert wird? AXEL SOWA Nein, ich glaube, die Vielfalt lässt sich nicht künstlich einschränken. Ältere Architekten, mit denen ich als Journalist zu tun hatte, haben immer wieder beteuert, dass der Prozess der Reife sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Wenige Architekten bauen interessante Dinge, bevor Sie 40 Jahre alt sind. Nicht nur darin unterscheidet sich Architektur von Rockmusik. Das heißt, Sie werden auch nach diesem Studium noch eine Weile brauchen, um zu einer Haltung zu gelangen, ohne die überhaupt keine Architektenexistenz vorstellbar ist. Wenn Sie die Notwenigkeit eigener Haltungen bedenken, so erscheint Ihnen vielleicht auch das seltsame Spektakel der Vielfalt der Lehrmeinungen und Lehrinhalte etwas plausibler. Vor Ihren Augen bringen sich verschiedene Protagonisten in Stellung und reden über ihre Passion, ihre Leidenschaft, ihre Gedankengebäude und auch

über ihren Streit mit Bauherren und Ämtern. REIFFLIFE Wie orientiert man sich in diesen Dingen? Würden Sie sagen dass man zu dieser Orientierung kommt wenn man sich über viele Jahre viele Dinge anschaut und viel erfährt und dann für sich selber aussortiert? AXEL SOWA Wenn man noch nicht auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, muss man sich nach Methoden und Theorien umsehen, die einem helfen die Komplexität zu ordnen. Eine Möglichkeit, um für sich selbst einen ersten Überblick zu gewinnen, bestünde vielleicht darin, eine eigene Sammlung, ein Inventar anzulegen. Mit Studierenden des ersten Studienjahres haben wir kürzlich eine Fahrt zum NAIM nach Maastricht unternommen. Dort wurde eine sehr umfangreiche Ausstellung zum Werk von Alison und Peter Smithson gezeigt. Zu besichtigen war dort unter anderem das sogenannte Scrap-Book von Alison Smithson, in das die Architektin über Jahre hinweg alles eingeklebt hat, was ihre Sinne und Gedanken stimuliert hat. Dieses ScrapBook dokumentiert auf sehr eindrucksvolle und intime Weise die Möglichkeit einer persönlichen Sammlung, die dennoch weit über das Persönliche hinausreicht. Ich denke, von diesem


REIFFLIFE Welche Bücher könnten Sie uns denn schon jetzt empfehlen? AXEL SOWA Vor vier Jahren, als ich meine Tätigkeit an der RWTH aufgenommen habe, entstand das Aachener Handlexikon der Architektur, das AaHA! Sie finden es auf myReiff unter „ReiffWiki“. Die Einträge wurden von Studierenden des BachelorStudiengangs angelegt. Dort finden Sie eine Auswahl an Grundlagenliteratur, die von den Studierenden jeweils zusammengefasst und kommentiert wurde. REIFFLIFE Wo positioniert sich Ihr

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einen recht überschaubaren Bestand von 20 mal 20, also 400 Büchern, mit dem Sie sich als ArchenBesucher von Zeit zu Zeit studierend auseinandersetzen könnten. Die Figur der Arche transportiert die Aufforderung zur Selbstbeschränkung. Mit der Bachelor-Bücher-Arche würde das Abenteuer der Vielfalt noch aufregender werden. Es käme auf einen Versuch an. Das wäre auch eine schöne Stegreif-Aufgabe. Die Arche wäre so etwas wie eine größere Visitenkarte der Fakultät, deren Inhalt Aufschluss über eine spezifisch-Aachener Sammlung ergäbe. Die Inhalte der Dortmunder oder Stuttgarter Archen sähen bestimmt anders aus...

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Scrap-Book geht geradezu ein Appell aus. Er sagt soviel wie: Arbeiten Sie mit großer Beharrlichkeit an Ihrer eigenen Position! Versuchen Sie die Spuren Ihrer Denkbewegungen aufzuzeichnen! Errichten Sie das Mikro-Museum Ihrer eigenen Denkbilder! Und sobald das ein wenig in Gang gekommen ist, werden Sie sich fragen: Wie sieht eigentlich meine Sammlung aus? Welche Stoffe gehören dazu? Was habe ich mir angeeignet? Und: Was habe ich bewusst weggelassen? Gewiss hat das auch mit Ökonomie, mit gefilterter Aufmerksamkeit und mit Auswahl zu tun. Besonders dann, wenn Sie, aufgrund Ihres vollen BachelorStudiums, nur wenig Zeit haben. Ich glaube auch, dass es sehr anregend sein kann, die jeweils persönlichen Sammlungen zu vergleichen. Vielleicht bemerkt man Ähnlichkeiten; vielleicht kristallisiert sich da sogar eine Art Gemeinsinn heraus. Es wäre letztlich auch für unsere Fakultät eine interessante Sache, nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Ich hatte der Bibliothekskommission vorgeschlagen, eine BachelorBücher-Arche einzurichten. Jedes Lehrgebiet würde aufgefordert werden, dort in diese Arche 20 Bücher hineinzustellen, welche dann zum unverzichtbaren, intellektuellen Proviant der ersten drei Studienjahre gehören würden. Das ergäbe


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Lehr- und Forschungsgebiet in dieser theoretischen Vermittlung von Wissen? AXEL SOWA Im Grunde hat Ihr ganzes Studium einen eher theoretischen Charakter. Es unterscheidet sich ja von der Architekturpraxis, wie man sie auf einer Baustelle oder im Alltag eines Architekturbüros beobachten kann. An der Hochschule lernen Sie schwimmen und haben dazu ein großes Schwimmbecken ohne Wasser zur Verfügung. Sie werden mit mehr oder weniger intelligenten Trockenübungen konfrontiert, in deren Verlauf Sie lernen, mit den Instrumenten der Architektur umzugehen. Sie lernen die Entäußerung Ihres Denkens in Form von Modellen, Plänen und Schnitten. Im akademischen Kontext hat die Architekturtheorie einen großen Vorteil: Sie ist nicht auf Simulationen der Berufspraxis angewiesen. Unser Basismaterial ist ja eher die Schrift, zuweilen auch das Bild. Wir interessieren uns dafür, was Architekten über ihre Arbeit verfasst haben, um sich selbst zu erklären, was sie tun und um ihr Tun anderen zu erklären. Das heißt, es geht um Traktate, Manifeste, Abhandlungen, Verlautbarungen, Willenserklärungen und all die Haltungen, Erfahrungen und Beobachtungen, die darin zur Sprache kommen. Gewiss ist, die Architekturtheorie ist eine gute Begleiterin

auf dem weiten Feld der Architektur. Sie ist nicht nur bei der Orientierung behilflich, sondern lädt auch zu Grenz- überschreitungen ein.

Das Interview führten Sebastian Peter und Wilko Potgeter


Candide. Journal for Architectural Knowledge- „Diese Zeitschrift ist ein Forum für die Wissenskultur der Architektur“

- Aachener Handlexikon der Architektur

Bibliotheken finden sich in nahezu jedem Lehrstuhl. Es handelt sich um Präsenz- bibliotheken. EIn kleiner HInweis: Gute Anregungen zur Anschaffung neuer Bücher werden meist gern entgegen genommen. Die Öffnungszeiten findet ihr auf der jemeiligen Lehrstuhlhomepage oder über http://arch.rwth-aachen. de/cms/Architektur/Die_Fakultaet/ Einrichtungen/~nvk/Fakultaetsbibliothek/ Architekturtheorie/ Baukonstruktion/ Bauplanung und Baurealisierung/ Bildnerische Gestaltung/ CAAD/ Denkmalpflege/ Gebäudelehre / KOOP-Bibliothek /Konstruktives Entwerfen / Kunstgeschichte / Landschaftsarchitektur, Freiraum- u. Grünplanung/ Plastik/Raumgestaltung/ Stadtbaugeschichte /Tragkonstruktionen/ Baugeschichte und Denkmalpflege / Hauptbibliothek der RWTH

das AaHa. Eine Sammlung zu Begriffen der Architektur, bearbeitet von Studenten unserer Architekturfakultät. zu finden unter myreiff> ReiffWiki> AaHa

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AaHa

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No. 6 erscheint in der 42. Kalenderwoche (MayerscheBuchhandlung)


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laut nachgedacht

das Buch

Elisabeth Blum

„Hypothesen zum Prozess der räumlichen Wahrnehmung“:

Ein Buch der Erfahrung. Es macht Spaß. Man sieht es, lässt seine Hände über den Einband gleiten und spürt einen angenehmen, ein wenig samtenen Widerstand. Blättert man es durch, empfängt einen auf 250 Seiten ein eigentümlicher Duft, der von den Seiten und dem Einband auszugehen scheint. Elisabeth Blum beschreibt, losgelöst von Ordnung und Verstand, mit Hilfe von collagenhaft wirkenden, szenischen Kombinationen von Bild und Text die atmosphärische Raumerfahrung. Was sind Orte, Objekte und Räume? Der Mensch verlässt sich auf historische, städtebauliche, kunstwissenschaftliche Informationen.

Was aber bestimmt unsere körperliche, emwotionale und imaginative Erfahrung im Raum? Wie kommt Atmosphäre zustande? räumliche Wahrnehmung ein interaktiver Prozess In Bewegung und flüchtig will Blum erklären, ohne festzulegen. In sieben Kapiteln verdeutlicht sie so, dass räumliche Wahrnehmung ein interaktiver Prozess ist. Wir können gar nicht anders, als wahrzu-nehmen. Farben, Gerüche, Formen und Klänge stürmen auf uns ein. Die Verarbeitung des Wahrgenommenen ist subjektiv und hängt von unseren Ängsten, Träumen und Wünschen ab.


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Das Subjekt entwirft sich also selbst die Atmosphäre, es richtet sie sich ein. So könnte man sagen, dass Situationen Unsichtbares bergen – jedoch auch Sichtbares. Das Buch ist ein Weg. Man nimmt es zur Hand, streift darin rum und denkt darüber nach. Toll. Gina Rauschtenberger


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Niklas Fanelsa studiert nach der RWTH am Tokyo Institute of Technology im Tsukamoto Laboratory. Sein Blog mit weiteren Beobachtungen seines Aufenthaltes: meguro-ku.tumblr.com

Kawanishi Camping Cottage, Atelier Bow-Wow


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Getr채nkeautomat


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mitgemacht

25.09.12 Lieber Plinius, Du fragst mich, warum ich so von Zeeland schwärme und mir dort ein Ferienhaus gebaut habe? Lass dich von mir führen und du wirst sehen. Zweihundertachtzig Kilometer liegt das Haus von Aachen entfernt in der kleinen Ortschaft Vrouwenpolder. In nur etwa zweieinhalb Stunden Autofahrt ist man dort und kann dem matt gewordenen Alltag in den geruchlosen Straßen Aachens entfliehen. Ich fahre selbst für zwei Nächte dorthin. Die Autobahn führt durch Holland, Belgien und wieder Holland. Der Weg durch Belgien ist der längste der Strecke und doch nicht langweilig. Dicht sind Hallen, Bauernhäuser, Malls, Showrooms, Wälder und Felder an die Straße gebaut. Bis ins 19. Jahrhundert war Zeeland eine Insel. Trotz der schmalen Verbindung zum Land ist die Entfernung immer noch spürbar. Es ändert sich wenig hier. Die Wege liegen höher als die Felder, wie ein Netz von Stegen über der Landschaft. Das Haus liegt direkt in den Dünen. Nachdem du den Ortskern durchquert hast, kannst du das Auto dort parken wo die zwei alten Häuser der Pumpstation stehen. Von hier sind es zu Fuß nur noch zehn Minuten. Wenn man durch die wundersame Landschaft zum Haus geht, ist man in einem Moment im Wald, geht entlang des schilfbewachsenen Kanals und bald fühlt man sich wie in einer afrikanischen Savanne, so weit und grasig ist es. Das ist mein Vorgarten. Folge dem Schotterweg, bist du den Muschelpfad abzweigen siehst. Wenn du zu viel zum Boden schaust, wirst du dich darin suchend verlieren. Blicke nach oben und du siehst rechts einen Turm über den Dünenkamm schauen, der an einen Hochsitz erinnert. Der Weg führt dich zu einem Bretterzaun zwischen den Dünenkämmen. Den Turm siehst du jetzt nicht mehr. Öffnest du das Tor im Zaun, kommt der freudigste Moment der Anreise. Du siehst das Meer! Zuerst begegnet uns eine Terrasse. Sie ist klein, aber so gelegen, dass die Sonne ab dem Mittag bis zum Untergang dort scheint. Ihr Holz ist im Sommer angenehm zum liegen. Manchmal kommen Rehe bis an die Plattform heran. Geht man etwas tiefer hinein, ist man windgeschützt zwischen Haus und Zaun. Hier kann man den Sand abduschen, wenn man vom Strand zurückkommt. Vorräte, Fundstücke und Werkzeuge liegen sichtbar in der Abstellkammer. Die umlaufenden Regale nehmen alles auf, für das sonst kein Patz ist. Am Ende der Kammer dringt etwas Licht aus der Höhe hinab. Auf die Sonnenterrasse folgt die Veranda. Sie ist ein vortrefflicher Ort zum lesen an warmen Regentagen. Dann sieht man den Regen in Fäden vor sich und hört ihn aufs Dach prasseln. Nebel zieht in Schwaden vorbei und hinterlässt das Gefühl, dass er nur für den Menschen erfunden wurde. Von hier gelangt man zur Küche und zum Esszimmer. Seine zentrale Lage macht das Zimmer zum lebendigsten Ort im Haus: Von oben hört man Stimmen, von draußen kommt jemand. Öffnet man die Faltfassade, erweitert sich der Raum nach außen, zur Veranda und über die Dünenhügel hinweg bis zum Meer. Abends scheint die Sonne tief in den Raum hinein. Gehen wir weiter gelangen wir zum Meerzimmer. Ruhiges Nordlicht beleuchtet den niedrigen Raum. Ich


EIN HAUS Masterarbeit von Leonard Wertgen Entwurf eines Ferienhauses nach der Referenz des Briefes „An Gallus“ von Plinius dem Jüngeren Theoretische Arbeit: Eine Idiographische Sammlung zur Atmosphäre in der Architektur Betreut durch: Prof. Anne-Julchen Bernhardt, Lehrstuhl für Gebäudelehre Prof. Wim van den Bergh, Lehrstuhl für Wohnbau

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verliere mich gerne ich der Weite des Meerblicks. Das Zimmer ist so gelegen, dass es sich auch als Gästezimmer eignet. Die stapelbare Liege schafft Platz für zwei Gäste. An kalten Tagen ist das Meerzimmer auch Kaminzimmer. Hieran schließt sich das Schlafzimmer an, dass je nach dem ob der Vorhang zum Meerzimmer offen oder geschlossen ist, weit oder eng erscheint. Ist der Vorhang offen sieht man vom Bett das Meer. Ein kleines Ostfenster bringt Morgenlicht ins Zimmer und lässt sich öffnen für frische Luft. Ich schlafe gerne draußen weiter, wenn es warm genug ist. Eine Klappe an der Kopfseite des Bettes erweitert dann das Bett nach draußen. An das Schlafzimmer ist das Bad angeschlossen. Das Bad ist ortlos. Weiches Licht fällt von oben auf die feinen Fliesen. Das Bad ist ein Durchgangsbad und führt uns zurück in die Küche. Die Treppe führt dich nach oben, folge dem Licht und der Form. Oben habe ich meine Bücher, auf dem niedrigen Sitzregal und an den Wänden entlang bis zum Erkerzimmer. Dieser Raum ist morgens direkt nach dem aufstehen am schönsten. Von hier sieht man das Meer, links und vorne, und rechts das Land. Ich sitze dort und lasse mich von der Sonne wärmen, während die ersten Wanderer auf dem Weg zum Strand vorbeigehen. Rechts vom Erker tritt man auf eine schmale Dachterasse, die wie ein Schiffsdeck wirkt. Hier ist es windig. Wir gehen wieder zurück durch das Bibliothekszimmer und in die Schlafkammer die daran anschließt. Sie ist niedrig und eng. Durch das Dachfenster sieht man im liegen den Himmel. Die Kammer hat ein Bett und einen Schrank und dient als Gästezimmer. Von hier führt eine schmale Tür hinaus in den Turm. Seine Konstruktion ist, wie in einer Scheune, mit einer einfachen Holzschalung vernagelt. Steige die Leiter hinauf zum Ausguck und setze dich in die Nische. Von hier siehst du im Osten das Meer. Im Süden siehst du über die Düne hinweg das weite Land. Hierhin ziehe ich mich gerne zurück, fernab von allem. Unter dem Haus ist viel Platz um Sachen zu verstauen, die Terrassenmöbel für den Winter, Fahrräder und das Holz für den Kamin. Die Gasflasche steht immer dort. Der Pfad führt am Haus vorbei hinunter zum Meer. Im Frühling wächst er mit Brombeeren und Dünendorn zu und muss freigelegt werden. Über den Strand könnte ich einen eigenen Brief schreiben so schön ist er. Blickst du zurück zeigt sich das Haus am Hang im wettergrauen Zedernholz. Gehe weiter den Strand hinunter und das Haus verschwindet hinter den Dünen. Wenn du mir immer noch nicht glaubst wie schön es hier ist, komm doch einfach vorbei und überzeug dich selbst. Lebe Wohl!


...beim internationalen Studierendenwettbewerb zur Verbesserung des Bewusstseins für Solarenergie. Ziel war es, ein innovatives Haus zu entwickeln, welches ausschließlich mit solarer Energie betrieben wird. Das interdisziplinäre Studierendenteam der RWTH Aachen hat in einer zweijährigen Projektphase ein 46m² großes Solarhaus entwickelt und sich in den letzten zwei Wochen in Madrid einer internationalen Konkurrenz von 18 Universitäten aus 13 Ländern gestellt. In diesem Zeitraum wurden die Solarhäuser in mehreren Disziplinen wie „Architecture“ oder „Sustainibility“ durch namenhafte Jurys bewertet.

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mitgemacht

Counter Entropy House belegt den 5. Platz

In den einzelnen Wettbewerbskategorien erreichte das Counter Entropy House folgende Wertung: 2. 1. 3. 1. 3. 3. 4. 4.

Preis Preis Preis Preis Preis Preis Preis Preis

Architektur Lichtdesign Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Innenarchitektur Industrialisierung & Realisierbarkeit Nachhaltigkeit und lobende Erwähnung Energieeffizienz Innovation


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Auf der Award Ceremony am 29. September im Pabellón XII in direkter Nähe zum Wettbewerbsgelände wurde es noch einmal richtig spannend. Vier der zehn Wettbewerbsdisziplinen wurden erst ganz zum Schluss bekannt gegeben. Der große Saal war bis auf den letzten Platz belegt und über 400 Decathleten verfolgten gespannt die letzten Preisverleihungen. Die RWTH erreicht in der Gesamtwertung den 5. Platz. Den 1. Platz belegt das französische Team „Canopea“. Mit dem Thema „Re-think. Re-use. We build.“ als Hauptmotiv hat das Team ein Haus aufgestellt, das nicht nur hohen architektonischen und technischen Ansprüchen gerecht wird, sondern durch

die Wiedernutzung von verschiedensten Materialien den ökologischen Einfluss auf die Umwelt minimiert. So wurde aus 46.000 CDs eine witterungsbeständige Fassade, aus Trägern der Tribüne des alten Aachener Tivoli Stadions ein über 200m² großer Parkettfußboden und aus alten Möbeln und LKWPlane die Inneneinrichtung produziert. Durch diesen Ansatz erhofft sich das Team eine Sensibilisierung dafür, wie man alltägliche, nicht mehr verwendete Gegenstände in anderer Art und Weise wieder einer neuen Nutzung zuführen kann. Das Counter Entropy House wird in einigen Monaten zentral im Forschungszentrum Jülich für weitere Forschungszwecke und interessierte Besucher errichtet. Pressetext

Team Solar Decathlon


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A T M O S P H Ä R E

At m osphäre, Substantiv, fe mininu m, At·mo·sphä·re [ʔatmosfɛːʀə ] / (Pl.) At·mo·sphä·ren [ʔatmosfɛːʀə n] von griechisch ατμός, atmós = Luft/ Druck/ Dampf und σφαίρα, sfära = Kugel (1)Astronomie: Gashülle eines Himmelskörpers (2)wahrnehmbare Stimmung an einem Ort (3)Physik, Technik: gasförmiges Medium in einem abgeschlossenen System/ alte Einheit des physikalischen Drucks

Im weiteren Sinne das „Drumherum“, Grund unseres Empfindens.


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Foto: Gina Rauschtenberger


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e i n r a t i o n a l i s i e r u n g s v e r s u c h Nicht selten erscheinen Atmosphären unerklärlich. Und besonders die Atmosphären, die uns berühren, sind oft schwer nach zu vollziehen. Der folgende Text ist ein Versuch Atmosphäre zu rationalisieren und eine Anleitung der Magie von Orten auf den Grund zu gehen. 1. Am Anfang stehen immer wir selbst, als individuelle Personen, die durch Erziehung und Erfahrungen einen eigenen Geschmack entwickeln. Dieser Geschmack sorgt für eine ganz spezielle, subjektive Wahrnehmung, welche sich durch immer neu dazu kommende Erfahrungen laufend verändert. 2.1 Wenn wir uns nun einem Ort nähern, stellt sich zunächst die Fragen: Kennen wir den Ort? Haben wir die dort herrschende Atmosphäre schon einmal auf uns wirken lassen? Wenn ja, dann haben wir eine gewisse Erwartung an den Ort. 2.2 Haben wir den Ort noch nicht besucht, besteht eine gewisse Spannung. Wenn wir den Ort gezielt besuchen wie z.B. ein touristisches Ziel in einem Urlaubsort, machen wir uns häufig vorher ein Bild durch das Anlesen von Informationen und sind somit in gewisser Weise voreingenommen. Wir betrachten Dinge so auf eine ganz andere Art und Weise. Besucht man einen Ort ohne jegliches Hintergrundwissen, ist die Wahrnehmung unvoreingenommen und kann frei auf uns wirken.


Sebastian Peter

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Da sich ein Ort normalerweise durchgehend verändert, wird die Zeit zum Parameter der Atmosphäre. 3. Wenn man sich einem Ort aussetzt, nimmt man diesen mit allen fünf Sinnen wahr: man sieht, hört, tastet, riecht und schmeckt den Ort. Diese Wahrnehmung gleicht man dann mit seinem Geschmack und seinen bisherigen Erfahrungen ab. Der Prozess läuft in der Regel automatisch ab, das Resultat ist eine bestimmte Gefühlslage. Ebenfalls entscheidend für den Gemütszustand kann die Aufenthaltsdauer sein. Wer den Atmosphären gewisser Orte auf den Grund gehen möchte, befragt sich einfach selbst nach den Punkten eins bis drei. Wenn man sich über die Wahrnehmung einer anderen Person wundert und dieser auf den Grund gehen möchte, führt man die Befragung mit dieser Person durch und gleicht diese mit sich selbst ab. Trotz Rationalisierungsversuch gibt es Atmosphären, die mit bloßem Menschenverstand nur schwer oder gar nicht nachvollziehbar sind. Diese Magie ist wahrscheinlich unmöglich zu ergründen, doch es ist in der Kultur der modernen Welt verankert, alles zu hinterfragen und allem auf den Grund zu gehen. Wer sich diese Magie wahren möchte, kann eine Rationalisierung einer Atmosphäre im Entwurf eines Ortes anwenden, sollte jedoch bei zauberhaften, geliebten Orten auf eine genaue Analyse verzichten.


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Wir leben in einer Zeit und einer Gesellschaft, in der Begriffe wie Nachhaltigkeit, Ressourcen-schonendes Bauen und Energieeffiziente Architektur die Titelzeilen fast aller Architekturzeitschriften prägen. Doch fragt man sich, was steckt eigentlich hinter dieser ganzen Bewegung? Geht es darum, durch eine besondere Formen-, Material und Technologiesprache eine Annäherung an die Natur zu schaffen und damit eine Symbiose von Natur und Architektur zu erzeugen? Dieses Entwurfskonzept mag auf dem Skizzenpapier des Architekten zu einem augenscheinlich vollkommenen Entwurf führen. Doch reicht das aus, um das animalische Bedürfnis des Menschen nach einer Umgebung, in der die Natur eine maßgebliche Rolle spielt, zu stillen? Liegt es nicht in der Natur unserer Spezies sich nur gut und heimisch in einer natürlichen Umgebung zu fühlen? Doch wie definiert sich nun diese natürliche Umgebung? Reicht es schon aus, sich einen billigen Laminatfußboden aus dem Baumarkt ins Wohnzimmer zu legen? Grüne Palmen in der linken Zimmerecke und auf der Fensterbank, und im Sinne des Feng Shui entsteht eine deutlich verbesserte WohlfühlAtmosphäre im Raum?

n a t ü r l i c h


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Oder ist es für den Menschen unsere Tage schon natürlich, mit besonders widerstandsfähigen Kunststoffoberflächen und möglichst natürlich nach Holz aussehenden Möbeln aufzuwachen und einzuschlafen. Begnügt sich der moderne Mensch damit? Natürlich ist das alles auch eine Sache des Preises, wer gibt schon gerne mehr Geld für einen Küchenschrank aus, wenn der Schrank mit Kunststoffoberfläche sowieso widerstandsfähiger ist als sein natürliches Vorbild aus massivem Eichenholz. Noch extremer: Dämmen mit Schilfrohrmatten, hoch ökologisch und von den Materialkosten her kaum teurer als ein Wärmedämmverbundsystem mit ähnlicher Dämmstoffdicke. Aufwändiger in der Verarbeitung, dadurch alles in allem teurer und daher in Deutschland selten eingesetzt. Doch ist das nicht alles eher eine Frage der Wertschätzung? Das es anders geht zeigen uns die ursprünglichen Bauten einiger „Primitiver Völker“, die mit einfachsten Materialien und Techniken Gebäude errichten, die optimal auf die lokalen klimatischen und persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind. Doch mag man hier zurecht einwenden, dass die Anforderungen an diese Hütten meist weitaus geringer sind als die Anforderungen an die europäische Architektur. In afrikanischen Ländern wie Mali sind die klimatischen Bedingungen aus europäischer Sicht weniger anspruchsvoll und das macht eine ENEV und vergleichbare selbstauferlegte Regularien, Richtlinien und Standards anscheinend überflüssig.Doch gibt es auch Gegenbeispiele in Europa, die es trotz Energiestandards schaffen mit und in der Natur zu bauen und dadurch auch in ihren Innenräumen eine natürliche (im Sinne von: aus der Natur geschaffene) und menschliche (im Sinne von:


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für den Menschen zum Wohlfühlen geschaffene) Atmosphäre zu entwickeln. In der Region des Voralbergs (Österreich) gibt es sogar politische Bestrebungen, die beispielsweise mit der Unterstützung des Bauens mit lokalen Materialien und der Energieautarkie eng mit den Grundsätzen der Neuen Voralberger Bauschule zusammen gehen. Die NVB ist ein Label für eine anspruchsvolle Architekturhaltung, die eine fruchtbare Auseinandersetzung zwischen traditioneller Bauweise und moderner Interpretation beschreibt. Einer, der mit seiner konsequenten Architektur einen beispielhaften Weg aufgezeigt, wie man mit regionalen Materialien und einfachsten Techniken natürlich bauen und damit eine natürliche Atmosphäre erzeugen kann, ist Martin Rauch. Inspiriert durch seine EntwicklungshelferTätigkeit in Afrika verfolgt der ausgebildete Keramiker und Ofenbauer eine „konkrete Utopie“: _so zu bauen, _dass sich ein Haus nach hundert Jahren rückstandsfrei, ohne jede „Kontamination“ in die Architektur zurückverwandeln, sich in sein Ausgangsmaterial „dekonstruieren“ kann; _dass es im Einklang mit den natürlichen Kreisläufen steht und dass die aufgewendete Energie der Herstellung, des Betriebs und des Abbaus von Gebäuden absolut minimiert wird; _dass man den naheliegendsten und kostenlosen Stoff, das Erdreich des Baugrundes, so weit und so pur wie möglich als das Material der Architektur nützt; _ dass eine Mehrheit der Weltbevölkerung dies in Selbstertüchtigung nachahmen und zur wesentlichen Verbesserung ihrer Lebensumstände nutzen kann; (aus Bauen an der Erde; Essay von Otto Kapfinger) Wovon der Autor hier redet, ist in dem Wohnund Atelierhaus von Martin Rauch und Roger Boltshausen, dem Haus Rauch in Schlins, in seiner reinsten Form zu erkennen. Martin Rauch verwendete für sein monolithisches Gebäude zu 85 Prozent Aushubmaterial. Aufgrund der guten Wärmespeicherkapazität, der vollständigen


Stefanie Kerner

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Wiederverwertbarkeit und der einfachen Verarbeitung, ist der Lehm für Rauch im Sinne der Nachhaltigkeit ein besonders wertvoller Rohstoff. Aus der gestampften Erde formulierte er Böden, Gewölbedecken, Wandoberflächen, Treppenstufen, Fliesen, Duschen und Ziegel für das Dach. Rohe Wände aus Stampflehm, grobporig und erdig, empfangen den Besucher im Keller, man erschließt das Gebäude von unten. Oben in den Wohnräumen, vor allem in den Schlafräumen wirkt das ganze hell und freundlich. Die gewachsten Lehmfußböden, die geglätteten und mit fein-körnigem Putz überzogenen Wände wirken mit den Fliesen und den schwarz gebrannten Waschbecken zusammen sehr edel. Mit der konstant angenehmen Luftfeuchte, dem Geruch nach Erde, der wolligen Wärme, die aus den Wänden kommt, der weite Ausblick ins Tal und die naturbelassenen Oberflächen erzeugen eine einzigartige, natürliche Atmosphäre. Ein heißer Tee, serviert im selbstgetöpferten Service, eigentlich reicht das doch schon?! Ob sich die Architekten und die Raumausstatter, die das neue Hochschulzentrum in der Mies-Vander-Rohe Straße anstatt von den altbekannten Karman-Sitzgruppen mit einfachen Holzbänken und Holztischen bestückt haben, wohl Gleiches gedacht haben?


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Niklas Fanelsa studiert nach der RWTH am Tokyo Institute of Technology im Tsukamoto Laboratory. Sein Blog mit weiteren Beobachtungen seines Aufenthaltes: meguro-ku.tumblr.com

Shamisen Spielerin im Miyashita Park


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Miyashita Park von Atelier Bow-Wow in Shibuya


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Venedig liegt vor mir. Etwa 40 Minuten Wasserüberquerung laufen ab jetzt. Mühsam und laut beginnt der Innenborder das Wasser aufzuwühlen, woraufhin der Ponton quietschend und schrill antwortet.

V E N E D I G

Alle 20 Minuten die gleiche Prozedur. Wartende Menschen, Aussteigen, Einsteigen und hektisches Beeilen, obwohl die Fähre 10 Minuten hält. Die Crew, blickt leicht genervt durch die Fliegerbrille. Lässt zwischendrin ein „attentione“ verlauten; mehr aus Gewohnheit, als aus Interesse und bedient die Gatter. Es ist eine Massenabfertigung der anstürmenden Touristen. Viele deutsch und betagten Alters. Die Sommerferienzeit in Deutschland ist seit letztem Wochenende abgelaufen. Die Stimmung ist angespannt. Man muss schließlich den richtigen, direkten Weg zum gewünschten Ziel finden. Sehr deutsch. Davon kann ich mich auch nicht frei sprechen und streichle den Linienplan in meiner Hand mit meinem Zeigefinger. Alle um mich herum hocken auf den hellblauen MDF-Bänken, stereotypischen Beschäftigungen nachgehend, wie Bilder machen, die mitgebrachten Vorräte kontrollieren und die Nase in den Fahrtwind halten. Mit Vaporetto-Plan (Kleinfähren-Linienplan) und Stadtführer bewaffnet steigen fast alle am Markusplatz aus. Für mich soll es ein Stück weiter gehen.Ich will zur Biennale. alle zwei jahre findet sie statt, deshalb heißt sie auch so bi (lat. „zwei“) und ennale (lat. annus „jahr“) auf der „Garten Insel“, in den Gardini.


Unnützes Wissen für euren Besuch übernächstes Jahr. Einsteigen, Gatter schließen, Aufwühlen, gemeines Quietschen und weiter geht es. Ich habe das Gefühl die Fähre fährt schneller. Das kann auch an der geringeren Entfernung zur venezianischen Inselarchitektur liegen, die schneller vorbei zieht, als ihre Weitsicht. um mich herum ist es nun ruhiger. natürlich sind wir alle Touristen, aber auf eine andere Art und Weise. Unser Ziel eint uns. Wahrscheinlich hat jeder ähnliche Gedanken und ist froh, dass sich für eine kurze Zeit, alle zwei Jahre, die Tore in eine andere Welt von Venedig öffnen: Gardini. Angekommen. Der Fährangestellte freut sich über ein „Arrivederci“, welches ich mit meinem italienisch Halbwissen an ihn richte und diesmal höre ich die Fähre nicht einmal abfahren. Den Schildern nach erstehe ich die Eintrittskarten (12 Euro für unter 25Jährige) und muss nicht einmal eine Minute anstehen. Alle sind hier, um einen schönen Tag mit ein wenig Architektur und dementsprechenden Themen zu verbringen. Kein Gedrängel, kein unangenehmes Aufrücken. Die Parklandschaft ist weitläufig. Die Pavillons stehen verteilt, in Reihe, vis-avis, versteckt oder auf Hügeln. Alle Formen sind vertreten; Vom russischen Massivbau von 1914, über den Stil des Neoklassizismus, des deutschen Pavillions aus dem Jahre 1938, der International Style von Bruno Giacometti für die Schweiz von 1950, bis zum skandinavischen Betonkunstwerk des Architekten Sverre Fehn (Norwegen) von 1958. Das einende Thema lautet Common Ground-gemeinsame Erde- und wird vom großen David Chipperfield kuratiert. Ich lasse mich durch die Gebäude treiben. Liege in Hängematten (Brasilien) und springe Trampolin (Spanien). Die meisten Besucher


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machen es ebenso. Die Besuchermasse verteilt sich ganz von allein: Jeder nimmt sich seine Zeit für

die Ausstellungen und wenn es gerade einmal etwas voller wirkt, kommt man zu späterer Zeit wieder. Die Gelassenheit ist spürbar. Vielleicht geht sie auch ein wenig von den Gebäuden aus, die erhaben auf dem Gelände stehen, aus dem reinen Vergnügen, sich alle zwei Jahre herauszuputzen. Zeit ist relativ. Man kommt als Passant. Die Ausstellung ist 12einhalb Wochen geöffnet. Sie ist leise, verglichen mit der Biennale des Films, zu der Massen zu bestimmten Zeiten ihr Interesse kundtun. Man schlendert, kommt vielleicht mehrfach, konzentriert sich und wählt seine Route über das Ausstellungsgelände der 28 vertretenen Länder. Da es unmöglich ist alle Pavillons an einem Tag zu erfassen, muss man sich entscheiden. Hier bleibt man länger, dort läuft man kurz durch und manche Ausstellungen bleiben außen vor. Eine Auswahl muss getroffen werden. Ich treffe sie rein subjektiv. Dann ist es auf einmal 18Uhr. Die Wandelnden werden Richtung Ausgang verwiesen. Freundlich aber bestimmt. Ich stelle fest, dass Venedig in den Gardini tagsüber dem abendlichen, Venedig ähnelt, nachdem die meisten Touristen wieder das Festland aufgesucht haben. Es ist lebendig, aber man ist rücksichtsvoller. Es herrscht eine Grund-Gelassenheit. Wenn sich die Pavillons um 18Uhr vom Besucher verabschieden und in Ruhe gelassen werden wollen, streift man gen Ausgang. Komischer Weise fällt auch dann nicht auf, wie viele Menschen hier versammelt waren. Ich suche mir eine freie Stelle an der Wasserkante. Eine Fähre legt an. Der Ponton quietscht. Rebecca Tritscher


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ARCHITEKTUR

ALS

KONKRETES

PHÄNOMEN

Die Abgrenzung von Architektur zum einfachen Bauen scheint immer häufiger an den Begriff der „Atmosphäre“ gekoppelt. Es ließe sich, ohne hier den funktionalen oder konstruktiven Aspekt zu betrachten, paraphrasieren: Bauen wird zur Architektur, wenn Atmosphäre geschaffen wird. Diese reduzierte Definition wird dem Wesen der Architektur nicht gerecht. Wer sich mit den Büchern von Christian Norberg-Schulz auseinandersetzt wird immer wieder auf die Beschreibung der Architektur als „konkretes Phänomen“ stoßen: „Dies ist ein Buch über Architektur. Architektur ist ein konkretes Phänomen.“ (Rückseitentext „Vom Sinn des Bauens“.) Diesen Terminus versucht der Text zu ergründen. Ausgehend davon müssen nun drei Begriffe definiert werden, hier exemplarisch anhand der Texte aus der deutschsprachigen Wikipedia: „Atmosphäre wird etwa gleichbedeutend mit „Stimmung“ oder „Aura“ gebraucht und bezeichnet aus rezeptionstheoretischer Sicht eine subjektive Stimmung, die sozial und von der äußeren Umgebung vermittelt wird.“ „Das Phänomen (...) ist ein mit den Sinnen wahrnehmbares einzelnes Ereignis, im weiteren Sinne die sinnliche Wahrnehmung eines Ereignisses.“ Aus dem deutschsprachigen Wiktionairy lässt sich unter dem Stichwort „konkret“ finden: „ [1] sinnlich erfahrbar, anschaulich; wirklich; gegenständlich [2] deutlich formuliert, sachlich, bestimmt, genau“. Die letztgenannte Definition scheint auf den ersten Blick eine Disjunktion der beiden Fälle zu erlauben, woraus sich eine Ambivalenz des Begriffes „konkret“ ableiten ließe. Überprüfen wir aber beide Fälle kommen wir zu einem anderen Ergebnis. Im Sinne des ersten Falles würde also Architektur, sofern als „konkretes Phänomen“ verstanden, in einer Reihung der Definitionen zum „gegenständlichen, sinnlich erfahrenen Ereignis“. Doch hier wird deutlich, dass der Zusatz „konkret“ zum Begriff „Phänomen“, in dessen Definition zwingend die sinnliche Wahrnehmung enthalten ist, den Begriff im Wesentlichen nur doppelt, wenn er im ersten Sinn verstanden werden sollte. Das „gegenständliche, sinnlich erfahrbare Ereignis“ weist auffallende Parallelen zur Begriffsdefinition der Atmosphäre auf. Der äußeren Umgebung entspricht hier das Gegenständliche,


Wilko Potgeter

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während die Stimmung aus der sinnlichen Erfahrung herrührt. Unterstellen wir, dass der Zusatz „konkret“ bewusst gewählt worden ist, ohne eine Dopplung hervorrufen zu wollen, also gehen wir von einer eindeutigen Begriffsdefinition aus, so müssen wir prüfen, inwiefern sich der 2. Fall anwenden lässt. Um ihn zu prüfen lohnt sich ein Blick auf den Begriff der „konkreten Kunst“, hier beschrieben von Theo van Doesburg: „Das Kunstwerk muss im Geist vollständig konzipiert und gestaltet sein, bevor es ausgeführt wird. Es darf nichts von den formalen Gegebenheiten der Natur, der Sinne und der Gefühle enthalten. Wir wollen Lyrismus, Dramatik, Symbolik usf. ausschalten. Das Bild muss ausschließlich aus plastischen Elementen konstruiert werden, d. h. aus Flächen und Farben. Ein Bildelement hat keine andere Bedeutung als sich selbst.“ Hier taucht das „sachliche“ auf, die „deutliche Formulierung“. „Konkrete Kunst“ zeichnet sich hier dadurch aus, dass sie nicht als Abstraktion von etwas gegebenem, wie einem vorhandenen Bild einer realen Situation, entsteht. Ähnliches gilt für die Architektur: Sie entsteht nicht als Abstraktion von etwas Gegebenen (zum Beispiel löst die Form eines Pferd nicht die Bauaufgabe des Bahnhofs), sondern wird zum Selbstzweck. Daraus folgt keineswegs eine Bedeutungsfreiheit. Sie entsteht aus abstrakten Phänomenen. Die vorliegenden Umstände sind für den Architekten abstrakte Phänomene, er konzipiert daraus im Geist, indem er das Abstrakte „deutlich formuliert“. Als konkretes Phänomen wird Architektur also etwas „deutlich formuliertes“, dessen Zugang die Sinne werden, Architektur ist also etwas „deutlich formuliertes mit den Sinnen Erfahrbares“. Gehen wir also davon aus, dass der Begriff „konkret“ eindeutig definiert ist durch eine Konjunktion der beiden Fälle, so wird ersichtlich, wie genau der Begriff des „konkreten Phänomens“ die Architektur definiert. Architektur ist etwas „gegenständliches, deutlich formuliertes sinnlich Erfahrbares“. Die Ansicht, Architektur ist, wenn Atmosphäre durch Bauen geschaffen wird, erfüllt also nicht zwingend den eindeutigen Terminus „konkretes Phänomen“ und stellt sich damit als unzureichende Definition dar, die das Wesen der Architektur nicht vollständig begreift, aber leider heute viel zu oft vertreten wird. Wenn wir Architektur wieder als „konkretes Phänomen“ im eindeutigen Sinne verstehen, erlaubt das, all die nur atmosphärischen Entwürfe, die nichts Abstraktes konkretisieren, aus dem Terminus „Architektur“ auszuschließen, der so wesentlich enger gefasst wird.


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Bild aus Istanbul, im Schatten der S端leymaniye, Exkursion vom Lehrstuhl f端r


37 Seite Baukonstruktion und Lehrstuhl der Architekturtheorie im Oktober 2012 (R.Tritscher)


ausgekramt

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Atmosphären Ein Buch von Peter Zumthor Das Buch „Atmosphären“ ist eine schriftliche Fassung des gleichnamigen Vortrags, den Peter Zumthor am 1.6.2003 auf dem Musik und Literaturfest „Wege durch das Land“ hielt. Das Buch fasst neben seinem wortwörtlich abgedruckten Vortrag, drei Nachträge. In diesem Vortrag erklärt Peter Zumthor seine persönliche Wahrnehmung von Atmo-sphären und strukturiert seine architektonische Herangehensweise, um diese Atmo-sphäre in seinen Bauwerken umzusetzen. Einführend nähert sich der Autor dem Begriff der Atmosphäre mit einigen Bildern, die er selbst als besonders atmosphärisch empfindet. Dennoch versucht er eine allgemeine Definition für Atmosphäre zu formulieren. Er betitelt Atmosphäre als ein Gefühl, welches sich in Bruchteilen von Sekunden einstellt und vor allem die emotionale Wahrnehmung anspricht. Für Peter Zumthor ist ein gutes Gebäude ein Gebäude, das ihn berührt. Außerdem betont er die Subjektivität der Wahrnehmung: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters und ist durch die Wechselwirkung von Mensch und Ding bestimmt“. Diese Erfahrungen mit architektonischer Atmosphäre benutzt er als Ausgangspunkt für seine eigene Architektur. Im Hauptteil seines Vortrages beschreibt er die wesentlichen Punkte, die Indikator sei-ner Bauwerke sind. Er strukturiert diese zunächst in 9 Punkte: 1. Der Körper der Architektur 2. Zusammenklang der Materialien 3. Der Klang des 4. Die Temperatur des Raumes 5. Die Dinge um mich herum 6. Zwischen Gelassenheit und Verführung 7. Die Spannung zwischen Innen und Außen 8. Stufen der Intimität 9. Das Licht auf Dingen


Sebastian Peter

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Peter Zumthor versucht die Gegebenheiten durch die Umgebung mit ihrem Klang, ihrer Temperatur etc. aufzunehmen und das neu Entstehende mit seinem speziellen Nutzen dazu in Beziehung zu setzen. Diese Beziehung bestimmt dann die Atmosphäre. Diese kann nur mit den Werkzeugen genauer Analyse und der Erfahrung mit der Wirkung sämtlicher Indikatoren erreicht werden. Dabei überlässt Peter Zumthor nichts dem Zufall. Die 9 Punkte beschreibt er als „relativ objektivierbar“. Abschließend formuliert er drei Nachträge, die im Gegensatz dazu besonders persönlich sind: 10. Architektur als Umgebung 11. Stimmigkeit 12. Die Schöne Gestalt Die Form entsteht ganz zum Schluss, als Abguss des Nutzens: „Das Größte Kompli-ment für mich ist, wenn man einem Gebäude keine Form ablesen kann und sagt: Aha, da hast du jetzt eine super-coole Form machen wollen, sondern wenn alles seine Erklärung findet im Gebrauch“. Wenn diese entstehende Form allerdings nicht „schön“ ist, geht Peter Zumthor noch einmal ganz zurück an den Anfang. Das Buch ist nicht nur ungemein lehrreich und interessant, sondern auch amüsant zu lesen. Peter Zumthor gibt sich unheimlich bescheiden und wirkt sehr sympathisch. Es macht Spaß seinen romantischen Vorstellungen zu folgen. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Muss in jeder Büchersammlung!


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DIE REIFFLIFE STIRBT. Die Redaktion der Reifflife hat kaum noch Zulauf. Nur eine handvoll Leute erklären sich jedes Jahr oder Semester bereit, sich für die Zeitschrift zu engagieren. Wir finden, eine von Studenten herausgegebene Zeitschrift ist eine Bereicherung für das Fakultätsleben. Um eine hohe Qualität, Aktualität und Regelmäßigkeit zu erreichen, braucht es eine größere Basis.

wir sind in der Fachschaft zu finden


Fachschaft Architektur reiff life SchinkelstraĂ&#x;e 1 52062 Aachen

vielen Dank an

Rebecca Tritscher Wilko Potgeter Sebastian Peter Stefanie Kerner Gina Rauschtenberger

Axel Sowa

Fotos

Redaktion und Layout

Herausgeber

I M P R E S S U M

Alle Bilder und Fotos ohne Quellenangabe wurden mit Einverständnis des Urhebers gedruckt.

Rebecca Tritscher Niklas Fanelsa Gina Rauschtenberger Lehrstuhl Architekturtheorie

Niklas Fanelsa Leonard Wertgen Anna Gassner Bjoern Teutriene Tobias Wagner UniCopy

r e i f f l i f e 07.01.2013 Ausgabe 03

WS 2012/2013 im Dezember 2012



r e i f f l i f e wintersemester2012/2013