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01/02.2012

Ballett-Uraufführung Othello Musiktheater-Premieren Der Wildschütz Morde in Bildern märchen-Uraufführung Der Fischer und seine Frau Konzerte 4. und 5. Kammerkonzert

Das Magazin des Mainfranken Theaters Würzburg


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Liebes Publikum, im gerade zu Ende gegangenen Jahr feierte der Schweizer Schriftsteller Max Frisch seinen 100. Geburtstag. In seinen Tagebüchern hat er sich sensibel und verletzlich mit dem Thema Eifersucht befasst. „Eifersucht“, so schreibt er, „sei die Furcht vor dem Vergleich“. Eine treffende Analyse. Irritierender – zumindest auf den ersten Blick – ist seine Anmerkung zu Shakespeares „Othello“: „Der Eifersüchtige ist immer der Schwarze“, so Max Frisch. Was heißt das? Wenn Eifersucht Angst vor dem Vergleich ist und der Eifersüchtige, als Ängstlicher der Schwarze ist, dann bedeutet das implizit ein stigmatisierendes Minderwertigkeitsgefühl. Othello wird von der herrschenden Gesellschaft nicht akzeptiert, ausgegrenzt. Umgekehrt kann nicht sein, was nicht sein darf: der Ausgegrenzte ist der Bessere und die Verhältnisse – in der Angst vor dem Vergleich – kehren sich um. In unserem Spielzeitthema „Heimat/Fremde“ erkennen wir die Ausgrenzung auch als ein kulturelles Phänomen: das Andere wird ängstlich beäugt, ein Vergleich tunlichst vermieden. Shakespeare hat in seinem Drama dies mit schmerzlicher Intensität thematisiert. Letztlich sind die Mechanismen bei aller subtilen Intrigue non-verbal, eben nur körperliche Signale, Blicke, Augenblicke, Berührungen und Gewalt. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn der Schauspielstoff ohne Angst vor dem Vergleich von unserer Ballettdirektorin adaptiert wird zu ihrem neuen Handlungsballett voller Leidenschaft, Liebe und Hass: das Verbindende trennt, das Vertraute wird fremd. Unterschiede in der Gefühlswahrnehmung stilisiert man zu kulturellen Grenzen. Der Tanz zeigt sie schmerzlich und überwindet sie in Anmut. In diesem Sinne grüßt Sie Ihr Hermann Schneider

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Inhalt

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06 Leute, Leute! Alles, was die (Theater-)Welt bewegt

08 Ballett Uraufführung: „Othello“ 11

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11 Musiktheater „Oper am Klavier“ 12 Musiktheater Premiere: „Der Wildschütz“ 14 Musiktheater Wenn Farben singen

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15 Musiktheater Premiere: „Morde in Bildern“ 16 Schauspiel Premiere: „Die Ermittlung“ 17 Kinder- und Jugendtheater Uraufführung: „Der Fischer und seine Frau“ 18 Schauspiel Ringvorlesung: Bürger, „Asylant“, Illegaler

15

19 Konzerte 2. Familienkonzert 3. Jugendkonzert 20 Konzerte 4. und 5. Kammerkonzert 16

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23 Rosenkavaliere 24 Spielplan / Impressum 26 zanni spezial Theatersanierung

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Gustave Sorgo und Max De Nil

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Alexis Agrafiotis

Joshua Whitener

Leute, Leute! Bei deutschlandweitem Plakatwettbewerb wieder ganz vorne mit dabei Beim Kulturplakat-Wettbewerb „guteplakate.de“ wurden – wie schon vor einem Jahr – wieder drei Plakate des Mainfranken Thea­ters Würzburg bei insgesamt 330 Einreichungen durch Online-Voting unter die ers­ ten zehn Plätze gewählt. Gevotet wurde für drei verschiedene Plakatmotive des Schauspielprojekts „Les funérailles du désert / Die Stadt der Einsamen“.

Alexis Agrafiotis

Joshua Whitener

Alexis Agrafiotis studierte in Athen Klavier an der Akademie „Athenauem“ sowie in Wien an der „Hochschule für Musik und darstellende Kunst“ die Fächer Orchester­ dirigieren und Komposition.

Der Amerikaner Joshua Whitener studierte Gesang an der Indiana University Jacobs School of Music. Bei den Metropolitan Opera National Council Auditions gewann der lyrische Tenor den District Wettbewerb und den dritten Preis in der Mid-South Region.

Im Festengagement arbeitete er als Solorepetitor und Dirigent am Theater Görlitz Whitener war des weiteren Teilnehmer an (1996/97) und am Theater Lübeck (1997 – den Opernstudios der Glimmerglass Opera, 2002). An der Zeitgenössischen Oper Berder Central City Opera, und der Des Moines lin (2002 – 2004) war er verantwortlich für Metro Opera. Im Sommer 2009 sang Joshua die Einstudierung von Opern des 20. JahrWhitener den Don Ramiro in „La Cenerenhunderts, darunter Werke von Rihm, Zentola“ an der Glimmerglass Opera. Beim Cender, Sciarrino, Maxwell Davies. Von 2006 bis tral City Opera Festival 2008 sang er Little Zum viertbesten Kulturplakat deutschland­ 2007 war Alexis Agrafiotis Chefdirigent des Bat in den Kindervorstellungen von Floyds weit wurde das Plakatmotiv mit Anna Symphonieorchesters der Stadt Volos (GR) „Susannah“. Außerdem war Joshua WhiSjöström und Issaka Zoungrana gewählt, und war 2007/08 gastweise am Stadttheater tener in Partien wie Lindoro in „L’Italiana in den fünften Platz erreichte das Plakatmotiv Bern engagiert. Außerdem unterrichtete er Algeri“, Alfredo in „La Traviata“, Camille mit Anne Diemer und Tienhan Kini und auf als Lehrbeauftragter an den Musikhochschu- in „Die lustige Witwe“, Kamern in der nord­ Rang sieben landete das Motiv mit den Geamerikanischen Premiere von Sandstroms sichtern von Max De Nil und Gustave Sorgo. len in Weimar und Bremen. „Jeppe“, Mike in „A View from the Bridge“, Die Plakate entstanden in Zusammenarbeit Von 2008 bis 2011 hatte er ein Festengage­ Dino (Bräutigam) in „A Wedding“, Nemorimit dem Fotografen Falk von Traubenberg, ment am Theater Bielefeld. Er arbeitete mit no in „L’elisir d’amore“, Nanki-Poo in „The Schauspieldirektor Bernhard Stengele (er dem Tonkünstlerorchester Wien, dem KarlsMikado“ und Lysander in „Ein Sommerfotografierte in Ouagadougou Tienhan Kini bad Sinfonieorchester (Tschechei), der Philnachtstraum“ auf der Bühne zu erleben. und Gustave Sorgo) und dem Kommu­nika­ harmonie Györ (Ungarn), dem Preußischen tionsdesigner Uli Spitznagel, der jeweils Kammerorchester Prenzlau, den Philharmo2010 trat er ein Engagement am Theater zwei Schauspielerinnen bzw. Schauspieler zu nischen Orchestern der Städte Ulm und LüPlauen/Zwickau an. Seit dieser Spielzeit ist einem neuen Gesicht verschmelzen ließ und beck sowie in Griechenland mit dem Staatser festes Ensemblemitglied des Mainfranken auch die Plakate gestaltete. orchester und dem Stadtorches­ter ThessaloTheaters Würzburg und gab sein Debüt bei niki, dem Staatsorchester und Rundfunkorder Herbstgala mit der Arie des Don OttaInitiiert wurde die Ausschreibung von der chester Athen und an der Nationaloper vio aus „Don Giovanni“. Seinen Einstand im Agentur ARTEFAKT Kulturkonzepte in Ko­ Athen. Als Komponist hat er Orches­termusik, Großen Haus gab er als Camille du Rossiloperation mit Ströer Out-of-Home Media und verfolgt das Ziel, kreative und öffentlich- Kammermusik, Schauspielmusik sowie weltli- lon in „Die lustige Witwe“, er half als Coche und geistliche Chormusik geschrieben. rentin in Meyerbeers „Dinorah“ die Reihe keitswirksame Plakate, die im Stadtraum für „Oper am Klavier“ aus der Taufe zu heben kulturelle Veranstaltungen aller Genres werSeit der Spielzeit 2011/2012 ist Alexis Agraund wird hier auch als Jakob Michael Reinben, auszuzeichnen. fiotis Studienleiter und Kapellmeister am hold Lenz in „Friederike“ von Franz Lehár Mainfranken Theater Würzburg und wird zu erleben sein. als Musikalischer Leiter von Reinhard Febels „Morde in Bildern“ zu erleben sein. Ferner wird er als Baron Kronthal im „Wildschütz“ sowie im diesjährigen Jahreswechselkonzert zu erleben sein.


Annette Radenheimer

Soziales Engagement: Lyst-Reisen

Leonhard-Frank-Preis 2011

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Annette Radenheimer Die gebürtige Mannheimerin studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Theaterwissenschaften und absolvierte ihre Magisterprüfung unter anderem bei Professor Jens Malte Fischer. Seit 2009 hält sie ein Diplom des Studienganges Theaterund Musikmanagement der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Erste praktische Theatererfahrung sammelte sie bereits zu Beginn ihres Studiums als Regieassistentin unter anderem bei den Bregenzer Festspielen und an der Komischen Oper Berlin bei Harry Kupfers Inszenierung „Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch“. Ihre berufliche Praxis absolvierte sie am Staatstheater Kassel während der Intendanz von Michael Leinert, an der Deutschen Oper am Rhein unter Tobias Richter und am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken während der Intendanzen von Kurt Josef Schildknecht und Dagmar Schlingmann. Dort war sie jeweils als Souffleuse, Inspizientin, Abendspielleiterin und Regieassistentin tätig. Eigene Regiearbeiten waren das Kinderstück „Hexe Hillary geht in die Oper“, das Kindermusical „Strubbeltatz“, „Persephone – eine Kantate für junge Leute“ und die „Große Gala der Opernchöre“ jeweils am Saarländischen Staatstheater. Am 1. Mai 2007 wechselte sie ans Mainfranken Theater Würzburg als Leiterin des Künstlerischen Betriebsbüros. Seit der Spielzeit 2008/2009 war sie als persönliche Mitarbeiterin von Intendant Hermann Schneider beschäftigt. Seit der Spielzeit 2011/2012 ist sie die Künstlerische Betriebsdirektorin des Mainfranken Theaters Würzburg.

Mit Lyst-Reisen zum Kinderund Jugendtheatertag Auch zum dritten Kinder- und Jugendthea­ tertag am 20. November 2011 hatte das Mainfranken Theater Würzburg wieder die Kinder der Gemeinschaftsunterkunft Würzburg eingeladen. Die Kinder wachsen dort auf engsten Raum auf und leiden unter den schlechten Wohnbedingungen. Studierende des „Asyl AK“ der Katholischen Hochschulgemeinde betreuen die Kinder und bieten ihnen ein sinnvolles Freizeitangebot. So besuchten sie mit ihnen den Kinder- und Jugendtheatertag, wo sie viel erlebt haben: Sie konnten sich schminken lassen, haben am Tanzworkshop von Caroline Matthiessen teilgenommen, sich das Märchen „Der Fischer und seine Frau“ angesehen und bei der Premie­re des Weihnachtsmärchens „Ayana Raben­schwester“ mit Ayana und Kashka, dem Hahn, gehofft, dass Ayanas Brüder wieder in Menschen zurückverwandelt werden und der böse Ölzauberer Usiku besiegt wird. Dass diese Idee auch in die Tat umgesetzt werden konnte, ermöglichte vor allem die Firma Lyst-Reisen. Das Busunternehmen, das vom regionalen Linienverkehr und Schülertransport bis zum nationalen und internationalen Reiseverkehr alles anbietet, erklärte sich wieder bereit, den Transfer der Kinder zu übernehmen. Wir bedanken uns bei der Firma Lyst-Reisen für dieses soziale Engagement!

Macht Spiele! Unter dem Motto „Macht Spiele!“ vergibt das Mainfranken Theater Würzburg gemeinsam mit der Leonhard-Frank-Gesellschaft zum sechsten Mal den Leonhard-Frank-Preis für junge Dramatiker und Dramatikerinnen. Der Preis ist mit 4.000 Euro dotiert. Teilnahmebedingungen Die Einreichungen sollten sich künstlerisch mit dem Motto MachtSpiele auseinandersetzen, wobei von Konzepten aus dem Bereich der Performance Art bis hin zu einem geschriebenen Theaterstück alles erwünscht ist. Die Autoren und Autorinnen sollten in der Regel bei Einsendeschluss nicht älter als 35 Jahre sein. Die Texte müssen zur Uraufführung noch frei sein und das Stück sollte mit maximal fünf Darstellern und Darstellerinnen auf der Bühne realisierbar sein. Sofern sich nach Einreichung des Manuskriptes eine Uraufführung mit einem anderen Theater ergeben sollte, wird darum gebeten, das Mainfranken Theater Würzburg darüber zu informieren. Modalitäten Manuskripte bitte in fünffacher Ausfertigung mit einem kurzen Exposé (max. eine Seite) unter Angabe von Namen, Anschrift, Tel.-Nr., E-Mail und Geburtsdatum an: Mainfranken Theater Würzburg, „Leonhard-Frank-Preis 2012“, Theaterstraße 21, 97070 Würzburg. Einsendeschluss: 24. Februar 2012 Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Die abschließende Preisverleihung findet im Rahmen der Autorentheatertage im Mai 2012 statt, wobei die besten Einsendungen szenisch vorgestellt werden. Weitere Infos: www.theaterwuerzburg.de


Ballett: „Othello“

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Fotos: Nico Manger

Fotomontage: Uli Spitznagel


Ballett: „Othello“

Uraufführung: 21. Januar 2012, Großes Haus

Team: Calesso, Vita, Morgenstern, Gärditz, Blitt

Text: Christoph Blitt Foto: photocase.com

Wenn die Gondeln Trauer tragen Venedig als dunkel-mythischer Ort

„Venedig liegt nur noch im Land der Träume“ – So dichtete 1824 August von Platen. Er sprach damit aus, was viele Menschen beim Besuch dieser Stadt empfanden und heute immer noch spüren mögen: Es ist dieser Gegensatz zwischen dem einstigen Ruhm Venedigs, den man immer noch an den prachtvollen Bauten und Kunstschätzen ablesen kann, und der politischen Bedeutungslosigkeit, in die die Stadt spätestens mit der Wende zum 19. Jahrhundert gestürzt war. Denn zu diesem Zeitpunkt war die einst so blühende Groß- und Handelsmacht Venedig am Ende: Politisch ist sie von Napoleon und Österreich derart gedemütigt worden, dass die Stadt wirtschaftlich vollkommen ausgelaugt war. Zudem hatte sie mit Arbeitslosigkeit und einem rapiden Rückgang ihrer Einwohnerzahl zu kämpfen. Hinzu kam der Verfall ihrer einst so prächtigen Bau- und Kunstdenkmäler.

senen Fähnrich Jago noch in Venedig und auf Zypern angesiedelt, verzichtete Rossini auf den Ortwechsel in die venezianische Kolonie im östlichen Mittelmeer und lässt die ganze Geschichte in der Lagunenstadt spielen. Dabei wird namentlich der Schlussakt der Oper, der den Mord Othellos an Desdemona zeigt, von einer unheilschwangerromantisch-traurigen Atmosphäre durchzogen, die richtungweisend für das Venedig-Bild der kommenden Jahrzehnte sein sollte. Die wehmütig-düstere Stimmung bringen dabei drei Verse aus Dantes „Göttlicher Komödie“, die in Rossinis Oper zitiert werden, auf den Punkt, wenn es dort heißt: „Kein größerer Schmerz, als sich im Elend an Zeiten des Glücks zu erinnern.“ Mit bestechendem Scharfblick seziert dagegen Victor Hugo in seinem Drama „Angelo, Tyrann von Padua“ aus dem Jahr 1834 das repressive politische System der Seerepublik Venedig, das geprägt war von Intrigen und einem beängstigend gut organisierten Netz aus Spitzeln, Spionen, Inquisitoren und Henkersknechten. Der Komponist Amilcare Ponchielli wird dieses Schauspiel später zur Vorlage seiner Oper „La Gioconda“ wählen.

Das Verbot des legendären Venezianischen Karnevals durch Napoleon tat ein Übriges, um den Frohsinn aus den alten, sich immer mehr mit einer grünen Algenhaut überziehenden und immer tiefer im Wasser versinkenden Mauern und Palazzi zu vertreiben. Kein Wunder also, dass Platen über Venedig auch schrieb, dass dort „ein langes, ew‘ges Ach zu wohnen scheint“. Die Aura Venedigs als ein Ort des Verfalls und morbiden Charmes Wie dieser Dichter empfanden auch viele andere Künstler zur damawurde nochmals verstärkt, als am 13. Februar 1883 relativ überraligen Zeit die Atmosphäre der Lagunenstadt, deren Schicksal 1814 schend Richard Wagner hier verstarb. Wie sehr dieses Ereignis die end­gültig besiegelt schien, als Venedig an Österreich fiel. Sicht auf diese Stadt in den kommenden Jahren bestimmte, kann man etwa an Thomas Manns berühmter Erzählung mit dem naIn Verbindung mit der damals sich mehr und mehr formierenden hezu programmatischen Titel „Der Tod in Venedig“ aus dem Jahr Geistesströmung der Romantik kam ein düsteres Venedig-Bild zum Tragen, das vor allem die dunklen Seiten der Stadtgeschichte betonte. 1911/1912 ablesen. Diese Novelle zog dann ihrerseits wieder eine ganze Reihe weiterer Werke nach sich wie etwa Luchino Viscon„La Serenissima“ erschien einem nun nicht mehr geheuer: Heim­ tis Verfilmung von 1971, Benjamin Brittens Oper (1973) oder John tückische Intriganten, hinterhältige Spione und gedungene Mörder Neumeiers Ballett, das 2003 uraufgeführt wurde und bezeichnenderbevölkerten nun das Venedig der Dichter und Komponisten. weise unter anderem auf Musik von Richard Wagner zurückgreift. Eines der ersten Werke, das diese dunkle, unheilsschwangere Seite der einstigen Seerepublik in den Vordergrund rückte, war Gioachino Somit hat Venedig bis heute nichts von seiner faszinierenden Ausstrahlung als ein Ort des Sterbens in Schönheit und der morbiden Rossinis Oper „Otello“ aus dem Jahr 1816. Hatte William ShakesDekadenz eingebüßt, so dass die Stadt immer noch als Schauplatz peare in seiner berühmten Tragödie die Handlung um den dunkelund Gegenstand von Träumen und Alpträumen taugt. häutigen Feldherren Othello, seine Frau Desdemona und den geris-

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Musiktheater: „Oper am Klavier“: Franz Lehár: „Friederike“

14. Januar 2012, 20 Uhr, Kammerspiele

Mit: Sua Baek, Christoph Blitt, Nathalie de Montmollin, Young Bae Shin, Frank Sodemann, Joshua Whitener

Text: Christoph Blitt Abb.: Goethe von Andy Warhol, 1982

Prominenz auf der Bühne Probleme und Fallen im Umgang mit historischen Persönlichkeiten

Jesus als Opernheld? Das mag für manchen etwa Pompeius, Mithridates oder Olympia eine etwas befremdliche Vorstellung sein. in den Mittelpunkt stellten. Georg FriedWer würde so dreist sein, Christus quasi rich Händel wiederum trat in seiner Oper persönlich als Tenor singende Bühnenfigur „Giulio Cesare in Egitto“ („Julius Caesar in auftreten zu lassen? Richard Wagner etwa, Ägypten“) quasi die Flucht nach vorn vor den es nie an fehlendem Selbst- und Senden oben skizzierten Problemfeldern an. dungsbewusstsein gemangelt hat, erwog Denn er nahm den römischen Eroberer nicht dies eine Zeit lang. So entwarf er tatsächganz so ernst, sondern zeichnete ihn stattlich eine Oper mit dem Titel „Jesus von Nadessen mit feiner Ironie. Ganz ähnlich verzareth“. Der Komponist hatte dann doch so fuhren knapp 240 Jahre später Regisseur viel Geschmack und Sensibilität, dass er irJoseph L. Man­kiewicz und sein Caesargendwann erkannte, dass der Nimbus und Darsteller Rex Harrison in dem Monumendas Charisma dieser Figur auf dem Theater nur bedingt darstellbar tal-Historienfilm „Cleopatra“ mit Elizabeth Taylor in der Titelrolle. wären. Dementsprechend entschied er sich dafür, dieses Projekt doch Äußerst raffiniert ging auch Giacomo Meyerbeer in seinem Singspiel nicht auszuführen. „Ein Feldlager in Schlesien“ über den Preußenkönig Friedrich den Großen vor. Zwar dreht sich die ganze Handlung um eben diesen Wagner war hier einer Falle gerade noch entkommen, die auf jeden Herrscher, doch tritt selbiger nie auf der Bühne auf, sondern ist lelauert, der sich anschickt, eine allgemein bekannte und berühmte diglich durch sein Flötenspiel hinter der Szene akustisch präsent. historische Persönlichkeit auf die Bühne oder die Filmleinwand zu bringen. Je größer die Popularität und die Aura der betreffenden Es gab aber auch Künstler, die sich voll in den hier angedeuteten Gestalt und je umfangreicher das Wissen über ihr Leben und ihre Fallstricken verfingen. So stellt etwa Oliver Hirschbiegels und Bernd Taten sind, desto schwieriger ist es, dieser Figur in den darstellen­­Eichingers Film „Der Untergang“ aus dem Jahr 2004 eine kaum den Künsten gerecht zu werden. So verliert in den meisten Fällen zu ertragende Verkürzung, die bis in die Verniedlichung abgleitet, der Mythos einer bestimmten Person eben allein durch den Rei­ der Schreckgestalt Adolf Hitler dar. Zum Glück viel weniger brisant bungs­verlust einer bühnenmäßigen Darstellung an Strahlkraft. Was nimmt sich auch Franz Lehárs Singspiel „Friederike“ über die Liebe das heißt, kann man am besten an zwei einfachen Beispielen erkendes jungen Goethe zur elsässischen Pfarrerstochter Friederike Brion nen. So besteht etwa die Gefahr, dass es der jeweilige Schauspieler aus. Lehár wird hier Opfer seiner eigenen Naivität, wenn er den in Hinblick auf Ausstrahlung und Persönlichkeit nicht mit der Rolle, Dichter und seinen Kollegen Jakob Michael Reinhold Lenz einerseits die er verkörpern soll, aufnehmen kann. Je größer hier die Diskreauf die sentimentale Größe von Operettenfiguren reduziert, zum panz ausfällt, umso peinlicher wird die Darstellung der historischen anderen aber den Stoff mit den Wissen um den weiteren ruhmvolFigur wirken. Oder man bedenke, welch Schaden der Nimbus einer len Verlauf von Goethes Leben mit ein wenig zu viel Pathos auflädt. solchen Größe der Weltgeschichte nimmt, wenn auf der Bühne nur Aber immerhin schrieb er dafür eine Musik, die zu dem Schönsten deren Bart ein wenig schief geklebt ist oder dem Darsteller eine gehört, das Lehárs Feder je entflossen ist. Socke heruntergerutscht ist. Theatralisierungen oder Verfilmungen Es sei aber auch nicht verschwiegen, dass auch der umgekehrte Fall des Lebens von bekannten Persönlichkeiten tragen somit immer eintreten kann, nämlich dass etwa ein Bühnenwerk oder ein Film den Kern der eigenen Parodie schon in sich. die Aura einer geschichtlichen Persönlichkeit derart erhöhen kann, Wie geht man aber als Autor, Komponist oder Regisseur mit diesem dass dahinter die historische Authentizität vollkommen verschwinProblem um, wenn man sich dennoch mit wirklichen Berühmtheiten det. Das prominenteste Beispiel stellen hier zweifelsohne die „Sissi“auseinandersetzen möchte? Kluge Köpfe, wie etwa die französischen Filme mit Romy Schneider in der Titelrolle dar, die jedes Jahr an den Autoren Pierre Corneille, Jean Racine oder Voltaire vermieden derWeihnachtsfeiertagen die Zuschauer zu Tränen rühren und die Geartige Gefahren, indem sie in ihren Tragödien (meistens) Persönlich­ schichtswissenschaftler fluchen lassen. Viel Spaß dabei beim diesjähkeiten aus der zweiten Reihe der historischen Berühmtheiten wie rigen Christfest!

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Musiktheater: „Der Wildschütz“

Premiere: 11. Februar 2012, Großes Haus

Team: Sanguineti, Epstein, Franke, Fischer, Popp, Blitt

Text: Christoph Blitt Foto: Uli Spitznagel

Achtung! Feuer! 12

Von Schüssen auf der Opernbühne

Es ist eine der bekanntesten Szenen der Filmgeschichte. Wer wissen möchte, was eine gute Schnitttechnik bedeutet, wie Musik und Bild Hand in Hand gehen können oder wie auch ganz ohne Worte über beinahe zehn Minuten höchste Spannung erzeugt werden kann, der studiere ganz genau jenen Ausschnitt aus Alfred Hitchcocks Streifen „Der Mann, der zu viel wusste“, der während eines Konzerts in der Londoner Royal Albert Hall spielt. Die Situation ist folgende: Bei einer Aufführung der so genannten „Storm Clouds Cantata“ soll der an­ wesende Premierminister von einem Attentäter erschossen werden. Das Filmpublikum ahnt relativ früh, dass dies genau dann geschehen wird, wenn zum ersten Mal im Orchester ein Beckenschlag erklingen wird. Die Spannung steigt, je näher der Moment kommt. Es funktioniert auch (fast) wie geplant: Die Becken werden mit lautem Getöse von dem braven Orchestermusiker zusammengeschlagen und im selben Moment fällt der Schuss, der freilich den Premierminister nur am Arm verwundet. Was an dieser atemberaubenden Szene mit am meisten fasziniert, ist das Verhältnis von Musik und Aktion. So hört man nämlich den Schuss gar nicht, da er von dem Orchestergetöse übertönt wird. Das heißt nichts anderes, als dass ein brutaler Vorgang wie ein Attentat durch die Musik quasi ästhetisiert wird. Wer Hitchcock kennt, weiß jedoch, dass dies nicht geschah, um derartige Brutalitäten zu verharmlosen. Denn vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall: Der Kontrast zwischen der Klassischen Musik und dem Mordvorgang soll vielmehr die Ungeheuerlichkeit des Verbrechens verdeutlichen. Das Verfahren, das Hitchcock in dieser Sequenz seines Filmes anwendet, scheint im Übrigen mancher Opernszene abgelauscht. Nur, dass im Musiktheater in den meisten Fällen das Verhältnis von Musik und Schussgeräusch ein anderes ist. Denn letzteres ist hier in der Regel deutlich zu hören, wodurch der Gegensatz zwischen dem „Kulturklang“ des Orchesters und dem „Unkulturklang“ der Waffe umso stärker hervortritt. Was Hitchcock in besagtem Film aber vor allem von vergleichbaren Opernszenen gelernt hat, ist, dass der Schuss als Zielpunkt einer groß angelegten musikalischen Steigerung fungiert. Man denke etwa an das Vorspiel der ersten Szene zu „Der Freischütz“. Hier komponiert Carl Maria von We-

ber ein gewaltiges Crescendo aus, auf dessen Höhepunkt ein Schuss fällt. Doch obwohl sich die Szenerie in diesem Moment betont volkstümlich und heiter gibt und hier lediglich ein Preisschießen ausgetragen wird, verweist dieses akustische Störmoment auf das kommende Unheil, das in dieser Oper seinen Lauf nehmen wird, und das auch in Zusammenhang mit Kugeln und Schießen steht. Musikalisch-orchestrale Steigerungen vor todbringenden Schüssen finden sich etwa auch in Pjotr I. Tschaikowskis „Eugen Onegin“ oder in Giacomo Puccinis „Tosca“. Und auch in Albert Lortzings Partitur zu seiner Komischen Oper „Der Wildschütz“ ist ein Schuss vorgesehen. Diesmal allerdings bereits in der Ouvertüre. Auch hier wird selbiger als Zielpunkt einer orchestralen Steigerung abgefeuert. Drollig ist im Übrigen, dass, obwohl man von den Komponisten durch die beschriebenen angewandten Verfahren eines großen Crescendos unmittelbar vor der Salve bestens auf selbige vorbereitet wird, viele Zuhörer dann doch im Theater erschreckt zusammenzucken, wenn die Waffe in Aktion tritt. Das mag auch im Falle von Lortzings „Wildschütz“ so sein, ist aber insofern unangebracht, als in dieser Oper kein Mensch erschossen wird. Vielmehr verweist der Knalleffekt in der Ouvertüre auf die Vorgeschichte der Handlung, in der der Schulmeister Baculus statt sich mittels Wilderei einen Rehbraten zu besorgen, seinen eigenen Esel in der Dämmerung umlegt. Doch völlig frei von tragischen Untertönen ist dieses Handlungsmoment dann auch nicht. Denn nicht nur ist der Esel als unschuldiges Opfer zu beklagen, sondern durch seine Wilderei verliert Baculus auch seine Stellung. Einen musikalisch-szenischen, sich immer mehr hochschraubenden Tumult, auf dessen Höhepunkt eine Pistole gezogen wird, gibt es auch in Beethovens „Fidelio“. Doch diesmal bleibt der Schuss aus. Stattdessen kündet ein Trompetensignal davon, dass es keiner Waffen mehr bedarf, da die friedliche Lösung des Konflikts von einem Staatsbeamten, der durch die Trompete angekündigt wird, herbeigeführt werden wird. Somit ist das Fehlen des Schusses, auf den musikalisch eigentlich alles hinausläuft, ein weiteres Moment einer Hoffnung auf eine bessere Welt, an die zu glauben Beethoven nicht müde wurde.


Musiktheater: „Der Wildschütz“

Fotos: Falk von Traubenberg

Fotomontage: Uli Spitznagel

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Musiktheater

Text: Christoph Blitt

Wenn Farben singen 14

Von der Vereinigung der Bildenden Kunst mit der Musik Bildern Klänge wahrzunehmen, gefunden hätte. Man weiß noch nicht einmal, wie viele davon eigentlich betroffen sind. So gibt es Untersuchungen, die davon ausgehen, dass auf 25.000 Menschen ein Synästhet kommt. Andere wiederum setzen das Verhältnis noch größzügiger an, wenn sie behaupten, dass unter 300.000 Menschen sich nur einer findet, der zum bunten Hören oder musikalischen Sehen befähigt ist. Diejenigen, die über diese Gabe verfügen, beschreiben allerdings ganz unterschiedliche Empfindungen. So hört einer ADur als Blau, während ein anderer diese Tonart vielleicht mit Orange verbindet. Im Übrigen gab es schon im 16. Jahrhundert Versuche, entsprechende Instrumente, die Optisches und Akustisches miteinander verbinden, zu konstruieren.

Es gibt Menschen, die können Töne sehen und Farben hören. Die Rede ist dabei nicht von einer bestimmten Klientel, die hier mit gewissen Drogen nachgeholfen haben mag, sondern von Leuten, die verschiedene Sinnewahrnehmungen ohne ihr Wollen und Zutun miteinander verknüpfen. Die Wissenschaft spricht in solch einem Falle von „Synästhesie“, was übersetzt so viel wie „Zusammenempfindung“ heißt. Dieses Phänomen beschäftigt kluge Menschen von der Antike bis heute, ohne dass man bislang eine durch und durch schlüssige Erklärung für diese Fähigkeit, durch Musik Farben und Bilder entstehen zu lassen, beziehungsweise beim Betrachten von

Einen Höhepunkt erreichten derartige Bestrebungen im frühen 20. Jahrhundert. Hier kann man etwa an den Komponisten Alexander Skrjabin denken, der für seine Sinfonische Dichtung „Prometheus“ von 1909/1910 ein speziell konstruiertes Farbenklavier, das zu unterschiedlichen Tönen entsprechend farbige Lichter anschaltete, vorsah. Solche Ideen und Synästhesien sind natürlich der Idee vom Gesamtkunstwerk verpflichtet, die namentlich in der Nachfolge Richard Wagners immer mehr an Bedeutung gewann. Es galt, die Trennung der Künste untereinander zu überwinden, und dem Publikum in einer Sinfonie aus Klängen, Bildern, Tönen, Worten, Farben oder Bewegung allumfassende Sinneseindrücke zu ermöglichen. Was damals als eine Art Kunstreligion gefeiert und idealisiert wurde, kann man heutzutage freilich in profanerer Form beinahe in jeder Dorf-Techno-Discothek mit ihren Lasershows erfahren. Wobei man dann unter Umständen doch wieder bei den eingangs erwähnten bewusstseinserweiternden Hilfsmitteln angekommen wäre.

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Musiktheater: „Morde in Bildern“

Premiere: 22. Februar 2012, Museum im Kulturspeicher

Team: Agrafiotis, Febel, Kasparek,

Text: Christoph Blitt

Kempf, Blitt

„Morde in Bildern“ Drei Kammeropern nach Gemälden von Reinhard Febel – Zeitgenössische Kunst und zeitgenössische Musik im Dialog Eine Brücke zwischen Bildender Kunst, Musik und Theater will auch ein ganz besonderes Projekt schlagen, das das Mainfranken Theater Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Museum im Kulturspeicher realisiert. Hier sollen mitten zwischen den Objekten und Gemälden dieses Museums drei Kurzopern des zeitgenössischen Komponisten Reinhard Febel präsentiert werden. Bei jedem einzelnen Musiktheaterwerk steht dabei ein bestimmtes Gemälde im Mittelpunkt. Auch erzählt der Komponist Geschichten mit und über diese Bilder und tritt so in einen spannenden Dialog über das Verhältnis von Kunst und Künstler, von Kunst und Leben, von Musik und Bildender Kunst, von Vergangenheit und Gegenwart oder von Liebe und Gewalt. Dabei stehen folgende Gemälde im Mittelpunkt:

lchstiche“, 1935) („Ein paar kleine Do cuantos pique titos“ Frida Kahlo: „Unos

Diego Velázquez: „Robeky Venus“ oder „Venus vor dem Spiegel“ (1648-1651)

Edward Hopper: „Gespensterhaus“ (1926)

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Schauspiel: „Die Ermittlung“

Premiere: 15. Januar 2012, Kammerspiele

Team: Rehberger, Kasparek, Kempf, Becker

Text: Mona Becker

Die Gnade der späten Geburt 16

Oder: Warum man Vergangenheit bewältigen muss

1984. „Die Gnade der späten Geburt!“ – Helmut Kohl und die Knesset Um seine Dankbarkeit dafür auszusprechen, durch seine späte Geburt vor Mittäterschaft bewahrt worden zu sein, bemüht Helmut Kohl 1984 in Israel in einer Rede den Begriff der „Gnade“: Ich rede vor Ihnen als einer, der in der Nazizeit nicht in Schuld geraten konnte, weil er die Gnade der späten Geburt und das Glück eines besonderen Elternhauses gehabt hat.1) Der Begriff der „Gnade“ ist prägnant – vor allem, wenn man dazu den Begriff der „Schuld“ nimmt. Schuld ist in dem christlich geprägten Umfeld, in dem wir uns bewegen und in dem sich auch die deutsche Gesellschaft der 1930er und 1940er Jahre bewegte, eine Last, derer man sich durch Buße leicht entledigen kann. Gnade ist etwas, das von einem höheren Wesen mal mehr, mal weniger verteilt wird. Die Frage nach der individuellen und gesellschaftlichen Verantwortung wird so zumindest in der Beschreibung sehr geschickt vom Konkreten ins Metaphysische verlegt. Zudem ist zu bedenken, dass Helmut Kohl, 1930 geboren, die ersten fünfzehn Jahre seines Lebens – also die so prägende Kinderund Jugendzeit – unter nationalsozialistischer Herrschaft verlebte. In den 1950er Jahren wurde er, wie die gesamte Bundesrepublik, Zeuge davon, dass eine braune Vergangenheit mitnichten den Aufstieg von Privatpersonen, Wirtschaftsgrößen oder Politikern beeinträchtigen musste. Von „Gnade der späten Geburt“ kann in diesem Fall also ohnehin keine Rede sein.

2006. „Der Fluch der späten Geburt?“ – Günther Grass und die Waffen-SS Im Sommer 2006 machte Günther Grass wieder einmal Schlagzeilen: Nach sechzig Jahren Schweigen bekannte sich der Schriftsteller – das „Gewissen der Nation“ immerhin – zu seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS. Als 17-Jähriger war er beigetreten und hatte dies, so Grass, damals auch nicht als anrüchig empfunden. Die zweieinhalb Jahre Altersunterschied zwischen Grass und Kohl verwandelten die „Gnade“ der späten Geburt in einen „Fluch“: Grass vollzog mit siebzehn einen Schritt, mit dem er wohl aufgrund seiner weiteren Erfahrungen und linken Prägung für den Rest seines Lebens hadern muss.

1) zitiert nach: http://www.dradio.de/dlr/sendungen/kalender/227514/

Bewältigen oder Überwältigen? Im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus wird häufig von Vergangenheitsbewältigung gesprochen. Doch eine flächenübergreifende und allgemeine „Gegenwartsbewältigung“ hat im Deutsch­ land der 1950er Jahre eigentlich nicht stattgefunden. So verweisen bereits Protagonisten aus Peter Weiss’ Dokumentartheater „Die Ermittlung“ – und somit auch die tatsächlichen Angeklagten des Frankfurter Auschwitzprozesses 1963 bis 1965 – auf die Länge der vergangenen Zeit seit den verhandelten Verbrechen. Heute Da unsere Nation sich wieder Zu einer führenden Stellung Emporgearbeitet hat Sollten wir uns mit anderen Dingen befassen Als mit Vorwürfen Die längst als verjährt Angesehen werden müssen.2) So wird bereits zwanzig Jahre nach den Taten ein historischer Kontext konstruiert. Sich der Verantwortung stellen, die Verantwortung übernehmen – gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch – und daraus klare Konsequenzen zu ziehen, das war im direkten Anschluss an die NS-Zeit kaum das politische Programm. Begriffe wie „Gnade“ und „Schuld“ sind ebenso ein Relikt der Mentalität der 1950er Jahre wie die Kriegerdenkmäler in vielen westdeutschen Dörfern und Kleinstädten. Verweise auf den deutschen Widerstand und deutsche Exilanten sucht man jedoch häufig vergeblich. So entsteht ein Bild der Unabwendbarkeit der deutschen Beteiligung an den nationalsozialistischen Verbrechen, das mit dem aufklärerischen und modernen Konzept der individuellen, moralischen Kompetenz und Verantwortung für das eigene Handeln schwer zu vereinbaren ist. Dabei geht es nicht darum, singuläre Sündenböcke an den Pranger zu stellen, sondern darum, die Mentalität und das System zu begreifen, das Menschen, die keine Kriminellen oder Psychopathen waren, erlaubte, zu Tätern, zu Mördern zu werden. Inzwischen ist die Zeit vergangen, in der man dies durch eine „Gegenwartsbewältigung“ erwirken könnte. Aber auch „Vergangenheitsbewältigung“ ist ein trügerischer Begriff. Vielleicht müssen wir in unserem Zorn die Vergangenheit erst überwältigen, ehe wir sie bewältigen können, um dann als Menschen unserer historischen Verantwortung gerecht werden zu können. 2) Peter Weiss, Die Ermittlung, Frankfurt a.M., 1965


Kinder- und Jugendtheater: „Der Fischer und seine Frau“

Uraufführung: 22. Januar 2012, Kammerspiele

Team: Scheuren, Kasparek, Kempf, Moritz, Becker

Text: Daniela Scheuren

…als das Wünschen noch geholfen hat… „Unsere Wünsche sind Vorgefühle der fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden.“ (Johann Wolfgang von goethe) Der Fischer und seine Frau, ein Wunschexzess

Wunsch im Märchen

Es war einmal ein armer Fischer und seine Frau. Eines Tages fing der Fischer einen Butt. Der war ein verzauberter Prinz und konnte sprechen. Da ließ der Fischer ihn schwimmen. Aber als er nach Hause kam und seiner Frau Ilsebill davon erzählte, wurde diese wütend. Der Fischer hätte sich doch etwas wünschen können! So schickte sie ihn zurück zum Butt mit ihrem ersten Wunsch. Doch ihre Zufriedenheit währte nicht lange und sie wünschte sich noch mehr und mehr und immer mehr…

Viele der bekanntesten Märchen gehören zu den Wunschmärchen. Meistens beginnen sie mit der Eröffnung: „Vor langer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat ...“. Oft ist die Wunscherfüllung mit Zauberei verbunden. Besonders häufig hat der Held drei Wünsche frei, deren Erfüllung ihm zugesichert und gewährt wird. Bisweilen werden die Wünsche aber in anderer Weise erfüllt, als es sich der Wünschende gedacht hat. In manchen Fällen gehen Wünsche aber auch auf natürliche Weise in Erfüllung. So erhält Aschenputtel natürlich am Ende den Prinzen, in den sie sich verliebt hat.

Was ist es nur, das uns Menschen bewegt, uns immer Neues und Besseres zu wünschen? Wünsche sind Ausdruck unserer immer währenden Unzufriedenheit und Motor zur Veränderung. Von der Wiege bis ins Grab treiben sie uns um, sie regen unsere Fantasie an, formulieren Bilder und Visionen, konstatieren einen Mangel und manchmal verwandeln sie sich in ein Projekt oder auch in Besessenheit. Welches sind dann also die richtigen und wichtigen, also die guten Wünsche, die nicht bloß für einen Augenblick sinnvoll sind? Der Wunsch als solcher, erklärt Immanuel Kant, ist „ein Begehren ohne Kraftaufwendung zur Hervorbringung des Objekts“. Ist es also so, dass ein richtiger Wunsch sich nur durch passives Sehnen auszeichnet oder ist er die Vorstufe zum Handeln? Bringt vielleicht doch nur das eigene Aktivwerden die eigentliche Glückseligkeit? So hat sich die Welt längst das Sehnen des Menschen zu Nutze gemacht und besonders in der Vorweihnachtszeit ist mit den langen Wunschlisten der Großen und Kleinen viel Geld zu verdienen. Da fragt man häufig nicht mehr nach Sinn und Unsinn, sondern es geht dabei lediglich um die Erfüllung der Wünsche, ob es nun die neue „Kitchen Aid“, die allerneueste „Play Station“-Version oder die ach so hübsche „Barbie“ sein soll. Auch das „Sich etwas beim Universum wünschen bzw. bestellen“ ist zu einer großen Mode avanciert. Es erinnert an kindliche Wünsche an das Christkind. So vermitteln uns hier fernöstliche Denkungsarten, dass man über autosuggestive Techniken und Visualisierungen des Angestrebten zu dem kommen kann, was man so sehnlich wünscht. Das magische Denken der Märchen nimmt somit Einzug in unsere Lebenswirklichkeit. Kann da vielleicht der Glaube wirklich Berge versetzen oder muss man doch die Ärmel hoch krempeln, um etwas zu erreichen?

Der Wunschexzess unserer eingangs beschriebenen Fischerin Ilsebill erinnert aber nur zu leicht an unsere Konsumgesellschaft, in der die Erfüllung eines Wunsches gleich den nächsten Wunsch nach sich zieht. Das kurbelt die Wirtschaft an; das Wort „Wachstum“ wird heute benutzt wie eine religiöse Botschaft, die einen glauben lässt, dass unser begrenzter Planet unendlich ist. Wöchentlich kommt das allerneuste Handy raus und lässt das gerade gekaufte schon wieder ungenügend erscheinen. Wo wollen wir denn hin wachsen? Beim Besuch einer dritten Klasse zur Vorbereitung der Inszenierung „Der Fischer und seine Frau“ und um beim potenziellen jungen Publikum Inspiration zu sammeln, wurde eines klar: Auch wenn bei den Kindern Einigkeit über die schlimme Maßlosigkeit der Fischerin bestand, waren die materiellen Wünsche der Kinder ebenso unendlich wie die der Fischerin. Diese waren stark von dem abhängig, was gerade auf dem Spielzeugmarkt „in“ ist. Die reizvollste Vorstellung war allerdings eine Wunscherfüllungsmaschine, die alles immer und gleich erfüllt. Doch das, was wahres Glück ahnen ließ, formulierte sich bei den Kindern weniger leicht, schien ihnen aber ungleich nachhaltiger bei genauer Überprüfung: Freundschaft, Mama und Papa, ein liebes Wort, ein Schwesterchen oder Brüderchen oder einfach ein wunderschöner Tag mit lieben Menschen. So wird ab dem 22. Januar 2012 das Thema „Wünschen“ in „Der Fischer und seine Frau“ mit viel Spaß und großer Ernsthaftigkeit mit und für Kinder auf der Bühne verhandelt. Es ist sicher einen Theaterbesuch mit der ganzen Familie wert.

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Schauspiel: Ringvorlesung zu „Die Schutzflehenden“

30. Januar 2012, 06. Februar 2012 und 05. März 2012 (Fortsetzung der Reihe im Sommersemester 2012)

Oberes Foyer, jeweils 19.30 Uhr, Eintritt frei

Text: Ulrich Sinn Fotos: Ulrich Sinn, AFP

Bürger, „Asylant“, Illegaler 18

Transformationen der menschlichen Identität – Ringvorlesung zu: Euripides / Hans-Werner Kroesinger „Die Schutzflehenden“ Hans-Werner Kroesingers Stückentwicklung „Die Schutzflehenden“ liegt eine Recherche zur Jahrtausende alten Geschichte des Asyl zugrunde. Die Ursprünge und Umsetzung dieser hehren Idee werden im Rahmen der Geschichte Europas behandelt. Dabei wird auch der aktuelle Bezug zur „Gemeinschaftsunterkunft“, der sogenannten „GU“, in der Stadt Würzburg hergestellt. Den gegenwärtigen Verhältnissen werden Szenen aus Dramen und Berichte der antiken Überlieferung zu dem im 1. Jahrtausend v. Chr. in Griechenland entwickelten Asylgebot gegenübergestellt. Bereits im Vorfeld der Premiere beleuchten drei Vorträge von Mitgliedern der Universität Würzburg die Umsetzung der Idee eines menschenwürdigen Umgangs mit Schutzsuchenden aus dem Blickwinkel der Geschichte, der Politik und des Rechtswesens. Am 30. Januar 2012 wird Prof. em. Ulrich Sinn von dem Institut für Altertumswissenschaften die Reihe mit seinem Vortrag „Die Wurzeln unseres Asylrechts im griechischen Altertum – Das Schicksal einer Idee im Wandel dreier Jahrtausende“ einleiten. Er wird die Rahmenbedingen darlegen, aus denen heraus sich das Asylrecht entwickeln konnte und dabei auch besonders die Rolle des Theaters diskutieren. Am 06. Februar 2012 wird Prof. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet vom Institut für Politikwissenschaft und Sozialforschung der Universität Würzburg über die aktuellen Verflechtungen von Menschenrechten und Politik referieren. Die Veranstaltungsreihe im Mainfranken Theater Würzburg wird am 05. März 2012 Prof. Eric Hilgendorf, Lehrstuhl für Strafrecht und Rechtstheorie, mit seinem Vortrag über „Menschenrechte – Geschichte und heutige Probleme.“ beschließen.

Bilderrätsel!

... und hier finden Sie die Lösung:

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Seilerstraße 10 · 97084 Würzburg Telefon 09 31/6 34 31 und 6 51 69 Telefax 09 31/61 17 84


2. Familienkonzert 06.01.2012 | 15 Uhr | Großes Haus

Text: Judith Schumann

3. Jugendkonzert 16.02.2012 | 11 Uhr | Großes Haus

Text: Judith Schumann

Von Klangzauberern und Cembaloduellen 2. Familienkonzert

3. Jugendkonzert

„Von Hexen, Gnomen und Zauberern“

Komponistenportrait – Johann Sebastian Bach

Altersempfehlung: 5 bis 10 Jahre

Altersempfehlung: 12 bis 16 Jahre

Wie war das Rezept, um jemanden, den man nicht mag, in eine Kröte zu verwandeln? Eine handvoll Eisenkraut, drei weiße Federn und einen Tropfen Mäuseblut vermischen, anbrennen und die Asche dem Ungeliebten heimlich ins Lieblingsgetränk geben? Oder war das doch eher das Rezept, um jemanden in sich verliebt zu machen? Das wäre aber ganz schön komisch, wenn der, den man nicht leiden kann, plötzlich die ganze Zeit hinter einem herrennt, Liebesgedichte vorträgt und versucht, einen zu küssen. Doch wenn man in der Hexenschule nicht richtig aufgepasst hat, kann es schon mal zu solch lustigen Situationen kommen. Hoffentlich fällt einem da der Zauberspruch ein, mit dem man den ganzen Spuk rückgängig machen kann.

Johann Sebastian Bach gilt als der bedeutendste Barockkomponist. Er war sogar so gut, dass sein Dienstherr, der Herzog von Weimar, ihn ins Gefängnis stecken ließ, als er sich von seinen Weimarer Verhältnissen lösen, sprich kündigen wollte. Der Herzog wollte ihn auf keinen Fall gehen lassen, wusste er doch um die enormen Talente des Musicus, und so wurde Bach schließlich am 6. November 1717 „wegen seiner Halßstarrigen Bezeügung v. zu erzwingender dimission“ eingesperrt und erst am 2. Dezember „mit angezeigter Ungnade“ entlassen. Danach machte er sich auf dem schnellsten Weg nach Köthen, wo er als Hofkapellmeister bedeutende Werke wie die „Brandenburgischen Konzerte“ schuf. In Dresden gewann Bach außerdem einen musikalischen Wettstreit, ohne einen einzigen Ton gespielt zu haben. Denn der berühmte französische Cembalist Louis Marchand, der sich mit ihm messen wollte, verließ Hals über Kopf heimlich die Stadt, um dem Duell am Cembalo zu entgehen – einige Quellen berichten, er hätte Johann Sebastian Bach beim Spielen belauscht. Wie die Musik klingt, für die man sogar eingesperrt wird und den besten französischen Cembalisten flüchten lässt, wird beim dritten Jugendkonzert zu hören sein. Und gewiss gibt es noch mehr spannende Geschichten aus Bachs bewegtem Leben zu erfahren.

Die Hexe, die sich ins Mainfranken Theater Würzburg verirrt hat, ist leider ein bisschen vergesslich, weshalb manche Zauberei misslingt. Doch trotzdem möchte sie von dem Dirigenten das „Klangzaubern“ und die „Ohrenhexerei“, wie sie es nennt, lernen. Er hat nämlich einen richtigen magischen Zauberstab, den er als Taktstock bezeichnet! Und der funktioniert immer – na ja, zumindest wenn er ihn benutzt. 컅 Dirigent: Andrea Sanguineti Philharmonisches Orchester Würzburg

Violine: Sonja Lampert | Dirigent: Andrea Sanguineti Philharmonisches Orchester Würzburg

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WEINHAUS Ecke Theater- / Semmelstraße Mo. 9 –18 Uhr, Di.–Sa. 9 –24 Uhr, So. 11–24 Uhr Telefon +49 931 3503-403

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Foto: Falk von Traubenberg

kammerkonzerte 4. kammerkonzert 15. Januar 2012 | 11 uhr | tOscanasaal Der resiDenz JOsePh haYDn streichquartett nr. 58 in f-Dur op. 74 nr. 2 rOBert schuMann sechs gesänge op. 107, bearbeitet für sopran und streichquartett von aribert reimann ViKtOr ullMann Drei lieder für sopran und streichtrio OttOrinO resPiGhi il tramonto für sopran und streicher ViKtOr ullMann streichquartett nr. 3 op. 46 sopran: silke evers Violine: Yukiko tezuka, sara Birringer Viola: christine steinkrauß Violoncello: Matthias steinkrauß

5. kammerkonzert 5. FeBruar 2012 | 11 uhr | tOscanasaal Der resiDenz erWin schulhOFF concertino für flöte, Viola und kontrabass; Divertimento für streichquartett op. 14; sonate für flöte und klavier op. 61 und esquisses. Flöte: stefan albers Violine: alexander zeiher, tomásˇ hájek Viola: Makoto sudo Violoncello: Matthias steinkrauß Kontrabass: i-shan kao Klavier: Joachim Werner


4. Kammerkonzert 15. Januar 2012

5. Kammerkonzert 05. Februar 2012

Text: Judith Schumann

Foto: Uli Spitznagel

suppen-haydn oder confect-Beethoven anmerkungen zur Dramaturgie von konzerten Für die Abfolge eines Mehr-Gänge-Menüs gibt es gewisse Regeln. Man beginnt etwa mit einer Suppe, irgendwann folgt das Hauptgericht, bis man schließlich beim Dessert anlangt, das dann meist nicht mehr der Sättigung, sondern allein des Genusses willen verspeist wird. Das war vor etwa 150 Jahren nicht viel anders. Doch nichtsdestoweniger führte eine solche Speisefolge zu einem heftigen Streit zwischen Friedrich Nietzsche und David Friedrich Strauß. Letzterer verglich nämlich Haydn mit einem herzhaften Süppchen und Beethoven mit süßem Konfekt, denn er hatte ganz eindeutige Ansichten, wann ein Quartett Haydns oder Beethovens „aufzutischen“sei. Seine Kritik an dem damaligen Aufbau eines Konzerts lautete wörtlich: „Man fängt […] mit Mozart, oder gar gleich mit Beethoven an, als wollte man eine Mahlzeit mit Champagner und Confect, statt mit einer ehrlichen Suppe anfangen.“ Nietzsche stellte daraufhin etwas entrüstet und fassungslos in der ersten seiner „Unzeitgemäßen Betrachtungen“ klar: „Sein Confect-Beethoven ist nicht unser Beethoven, und sein Suppen-Haydn ist nicht unser Haydn“. Ist dieser Vergleich auch sehr gewagt, so spricht Strauß mit seiner Aussage doch eine nach wie vor aktuelle und grundlegende Frage des Konzertbetriebs an: Welche Stücke werden miteinander kombiniert und in welcher Reihenfolge lässt man sie aufeinander folgen? Denn in der Tat ist es doch so, dass es wie bei einem guten Essen auch bei einem Konzert eine gelungenere und eine weniger gelungene Reihenfolge gibt. Die einzelnen Kompositionen werden nicht etwa willkürlich zusammengewürfelt, sondern sie sollen sich in eine gewisse Dramaturgie des Abends (oder auch Vor- oder Nachmittags) fügen. So entwickelten sich in den letzten Jahren immer mehr Konzerte, deren übergeordneter Leitgedanke sich dem Publikum als Motto der Veranstaltung offenbart. Dramaturgen entwerfen dafür Konzepte und versuchen einen in sich stimmigen Konzertverlauf zu planen. Im Detail gibt

es noch mehr zu beachten: So behaupten manche (wie etwa Alfred Brendel), es sei ungünstig, zwei Werke gleicher Tonart aufeinander folgen zu lassen. Wichtig ist zudem, die Zuhörer gut zu entlassen – am besten mit einem brillanten Forte-Finale. Außerdem scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass die solistisch besetzten Stücke vor der Pause gespielt werden. In der Pause werden schließlich die sprachlichen Vergleichsebenen von Konzert und Kulinarischem enggeführt. Da stellt sich dann die Frage: Sekt oder Wein? Laugenbrezel oder Käsekörnerstange? Und selbst der goût, der Geschmack, betrifft ja bekanntlich sowohl die kompositorische als auch die Kochkunst. Manche Veranstalter gehen sogar noch weiter und bieten „OhrenSchmaus“ und „Lunchkonzerte“ an, bei denen zur Musik gegessen, bzw. zum Essen Musik gehört wird. Da gibt es dann vielleicht wirklich Suppe zu Haydn und Champagner und Konfekt zu Beethoven – was Nietzsche wohl dazu gesagt hätte? Auch das 4. Kammerkonzert beginnt mit einem Streichquartett von Haydn – jedoch ohne dass dies als „ehrliche Suppe“ gedacht ist. Joseph Haydns Quartett Nr. 58 in F-Dur op. 74 Nr. 2 rahmt zusammen mit Viktor Ullmanns Streichquartett Nr. 3 op. 46 die übrigen Werke des Kammerkonzerts von Robert Schumann, Ottorino Respighi und Ullmann ein, die mit Sopran und Streichern besetzt sind. Für einen ganz besonderen Hörgenuss wird dabei die Sängerin Silke Evers sorgen. Das 5. Kammerkonzert widmet sich dem Komponisten Erwin Schulhoff (1894 – 1942), dessen kompositorische Kreationen außergewöhnlich vielfältig und erfrischend sind. Eine Empfehlung des Hauses!

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Leichtigkeit, die schwer beeindruckt

BioCafé & mehr...

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Die Rosenkavaliere des Theater- und Orchesterfördervereins des Mainfranken Theaters Würzburg

Rosenkavaliere Platin­kreis (15.000 bis 23.999 Euro): Koenig & Bauer AG, Würzburg | Robert Krick Verlag, GmbH + Co. KG, Eibelstadt | Goldkreis (8.000 bis 14.999 Euro): Renate Bolza-Schünemann, Würzburg | Senator e.h. Dr. Kurt und Nina Eckernkamp, Vogel-Stiftung, Würzburg | Baldwin Knauf, Iphofen | Robert u. Margret Krick, Würzburg | Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH, Würzburg | Silberkreis (3.000 bis 7.999 Euro): Stephan Peter, Babcock Noell GmbH, Würzburg | Bernhard Köppel, Firma Baier + Köppel GmbH+Co., Pegnitz | Claus und Christiane Bolza-Schünemann, Würzburg | Fürstlich Castell’sche Bank, Credit-Casse AG, Würzburg | Daimler AG, Mercedes-Benz, Niederlassung Mainfranken, Würzburg | Ebert + Jacobi, Pharmazeutische Großhandlung GmbH u. Co.KG, Würzburg | Ulrike Freier, Würzburg | KBA-MetroPrint AG, Veitshöchheim | Prof. Dr. Kurt und Ursula Kochsiek, Würzburg | Leuze Geschäftsführungs- GmbH, Owen, Leuze electronic GmbH + Co.KG, Owen, bielomatik Leuze GmbH & Co.KG, Neuffen | Main-Post GmbH & Co.KG, Würzburg | MIWE, Michael Wenz GmbH, Arnstein | PKF Issing Faulhaber Wozar Altenbeck GmbH & Co.KG, Würzburg | Georg Rosenthal, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg | Schaeff­ler Technologies GmbH & Co.KG, Schweinfurt | J.E. Schum GmbH & Co.KG, Würzburg | Siemens AG, Regionalorganisation Deutschland, Norbert Brenner, Würzburg | Sparkasse Mainfranken, Würzburg | Dr. Hagen und Elke Stock, Ochsenfurt | Südzucker AG Mannheim/ Ochsenfurt | Unicredit Bank AG Nürnberg | Volksbank Raiffeisenbank Würzburg eG | Bronzekreis (500 bis 2.999 Euro): Artisant Lederladen, Würzburg | Peter und Gila Back, Bezirkskaminkehrermeister, Würzburg | Benteler Distribution Deutschland GmbH & Co.KG, Mannheim | BHT Stahlrohrlager GmbH, Kornwestheim | Rosemarie Bienek-Pfeiffer, Papier Pfeiffer, Würzburg | Dr. Edgar und Hannelore Bihler, Güntersleben | Gerd und Irmi Blankenhagen, Friseurteam Blankenhagen, Würzburg | BMW Autohaus Rhein, Würzburg | Dr. Werner und Gisela Böhm, Wertheim | Albrecht und Angelika Bolza-Schünemann, Radebeul | Architekturbüro Bruno Bruckner, Würzburg | Eva Christa Bushe, Würzburg | Peter Collier, Editionmios.de, Maidbronn | Arwed und Brigitte Driehaus, Zell | Gisela Duttenhofer, Würzburg | Hanns und Renate Egenberger, Würzburg | Karl Heinz und Maria Eger, Würzburg | Prof. Dr. Hermann und Dr. Ute Einsele, Würzburg | Bruno und Jutta Forster, Würzburg | Herbert und Charlotte Friederich, Würzburg | Dr. Wolfgang und Antje Friederich, Veitshöchheim | FS GMBH, BickenbachRanisch, Heidrun + Roland, Motorex AG, Langenthal-CH-Familie Regenass-Bucher | Dipl. Btw. Willi Fuhren, Steuerberater + vereid. Buchprüfer, Fachberater f. Intern. StRecht, Würzburg | Dr. Bernd u. Dr. Winfried Gärtner, Würzburg | Renate Geier, Würzburg | GÖPFERT Maschinen GmbH, Wiesentheid | Dr. Jörg und Daniela Groß, Würzburg | Dr. Leonhard und Gertrud Haaf, Tauberbischofsheim | Helge und Claudia Hansen, Würzburg | HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Nürnberg | Prof. Dr. Dietrich Henschler, Würzburg | Georg C. Herbst GmbH + Co.KG, Eibelstadt | Dr. Ursula Heupel, Würzburg | Helga Hoepffner, Mitglied des Stadtrats, Würzburg | J.A. Hofmann Nachf., Maintal-Bürofachmarkt GmbH, Würzburg | Balthasar Höhn, Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Würzburg | Dr. Bernd Huke, Würzburg | Bertold Hummel Gemeinnützige Stiftung GmbH, Würzburg-Hamburg | Ingrid Hunger, Würzburg | Hunger DFE GmbH, Würzburg | Dr. Frank und Anne Issing, Würzburg | Prof. Dr. Otmar und Sieglinde Issing, Würzburg | Prof. Dr. Ralf Jahn, IHK Würzburg-Schweinfurt | Dr. Elmar und Rose-Marie Jostes, Würzburg | Werner Kantner, Würzburg | KBA-NotaSys SA, Lausanne, Schweiz | Peter und Barbara Keil, Würzburg | Andreas und Rota Klaeger, Würzburg | Prof. Dr. Bernd Klaiber, Würzburg | Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH, Würzburg | Hans- Werner und Julia Kraft, Würzburg | Werner und Helga Kraft, Würzburg | Max und Charlotte Lamb, Würzburg | Norbert Lang, Würzburg | Klaus Peter Lesch und Silke GroßLesch, Würzburg | LKS Kronenberger GmbH, Metallveredlungswerk, Seligenstadt | Jürgen Löb, Würzburg | Prof. Dr. Martin und Dr. Friederike Lohse, Würzburg | Dr. Lando u. Marisa Lotter, Würzburg | Lübcke & Co. GmbH, Assekuranz seit 1925, München | Dr. Hartwich und Sigrid Lüßmann, Würzburg | Prof. Dr. Kurt und Ruth Magar, Würzburg | Maria Mantel u. Dr. Rainer Schräpler, Würzburg | Rudi May, Unternehmer, Würzburg | RA Holger und Ulrike Mellin, Waldbüttelbrunn | Wolfgang und Elfriede Metzler, Würzburg | Barbara Meyer-Marroth + Hans-Ulrich Mühlschlegel, Würzburg | Christoph Müller und Dr. Christine Bötsch, Würzburg | Helmut und Elke Müller, Rottendorf | Prof. Dr. H.-K. und Ulrike Müller-Hermelink, Würzburg | Rainer und Rita Naebers, Karlstadt | Dr. Ursula Nienaber, Würzburg | Gunther Oschmann, Telefonbuch Verlag Hans Müller GmbH & Co.KG, Nürnberg | Thomas Petsch und Ursula Basler-Petsch, Würzburg | Dr. Margot Raps-Hölscher, Würzburg | Hotel Rebstock zu Würzburg | Ruth Reinfurt, Würzburg | Dr. Helma Röckl, Würzburg | Prof. Dr. Klaus und Christa Roosen, Reichenberg | Rosengarth u. Partner GbR, Wirtschaftsprüfer – Steuerberater – Rechtsanwälte, Würzburg | Rotary Club, Würzburg | Dr. Christian und Dr. Heidrun Rudolph, Burgsinn | Stefan Rühling, Würzburg | Johannes und Beatrice Schaede, Würzburg | Prof. Dr. Dieter und Gudrun Schäfer, Würzburg | Fritz und Hannelore Schäfer, Schweinfurt | Klaus Schinagl, Grafik-Designer BDG, Veitshöchheim | Bernd und Ulrike Schmidtchen, Höchberg | Familie Schmincke, Heidingsfeld | Heribert und Dr. Ingeborg Schneider, Würzburg | Dr. Wolfdietrich Schneider, Tübingen | Hans Schöbel, Direktor Zentrum für Körperbehinderte, Würzburg | Dr. Rainer und Dr. Christine Schöbel, Würzburg | Prof. Dr. Helmuth und Christiane Schulze-Fielitz, Würzburg | Familie Schweizer, Würzburg | Seib KG, Würzburg | Hannemarie Siebert, Würzburg | Reinhart Siewert, Würzburg | Prof. Dr. Stefan und Dr. Heidi Silbernagl, Margetshöchheim | Prof. Dr. Ulrich und Dr. Friederike Sinn, Würzburg | Rudolf Söder und Gertraud Söder-Knorr, Würzburg | Prof. Dr. László Solymosi, Würzburg | Prof. Dr. med. Christian P. Speer, Höchberg | Spindler GmbH & Co.KG, Würzburg | Hans und Irmgard Stößel, Würzburg | Dr. Thomas u. Dr. Kathrin Tatschner, Gerbrunn | Prof. Dr. Wolfgang und Dr. Ulla Tittor, Bad Mergentheim | TNT Express GmbH, Niederlassung Würzburg, Eibelstadt | Martin Kratzer, W & K Gesellschaft für Industrietechnik mbH, Faulbach | Prof. Dr. Helmut Werner und Annemarie Henkels, Würzburg | Prof. Dr. Klaus und Dr. Ute Wilms, Würzburg | Bernhard und Rosemarie Withopf, Tauberbischofsheim | Prof. Dr. Emil Witt, Würzburg | Prof. Dr.-Ing. Horst Peter Wölfel, Höchberg | Prof. Dr. Karl-Heinrich und Jutta Wulf, Würzburg | Dr. Jan-Peter und Jutta Zugelder, Künzelsau | Anonym: 4

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Kein schöner Land! Ein Heimatabend

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Das Erdbeben in Chili

Dyskolos – Der Menschenfeind

Programm 01/02.2012 Schauspiel

Ballett

Konzerte

Kein schöner Land! Ein Heimatabend Musikalisch-literarische Recherche von Deborah Epstein Großes Haus 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr): 07.01./14.01./ 25.01./28.01./15.02.2012 Ab Februar im Anschluss Publikumsgespräch im Oberen Foyer

Dyskolos – Der Menschenfeind Ballett von Anna Vita nach einer Komödie des Menander Kammerspiele 20.00 Uhr: 01.01.2012 Letztmals: 07.01.2012 | 20 Uhr

Jahreswechselkonzert „Heimat“ 01.01.2012 | 19.30 Uhr | Großes Haus Von Smetanas „Moldau“ über „Klänge der Heimat“ aus „Die Fledermaus“ bis zum „Persischen Marsch“ von Strauss

Das Erdbeben in Chili Nach einer Novelle von Heinrich von Kleist Kammerspiele 20.00 Uhr: 11.01./18.01./03.02.2012 Emilia Galotti Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing Kammerspiele 20.00 Uhr: 04.02./07.02./08.02./14.02./ 16.02./22.02./25.02.2012 11.00 Uhr: 15.02.2012 Die Ermittlung Dokumentartheater von Peter Weiss Premiere: 15.01.2012 | 20.00 Uhr Kammerspiele 20.00 Uhr: 27.01./11.02.2012

Kinder- und Jugendtheater Der Fischer und seine Frau Ein Stück für alle ab 5 Jahren nach dem Märchen der Brüder Grimm Uraufführung: 22.01.2012 | 17.00 Uhr Kammerspiele 11.00 Uhr: 23.01./30.01.2012 15.00 Uhr: 05.02./12.02.2012 17.00 Uhr: 29.01./18.02.2012

Othello Ballett von Anna Vita nach William Shakespeare Uraufführung: 21.01.2012 | 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr) | Großes Haus 15.00 Uhr (EF 14.30): 29.01./19.02.2012 19.30 Uhr (EF 19:00): 26.01./01.02./04.02./ 07.02./12.02./24.02./26.02.2012

Musiktheater Die lustige Witwe Operette von Franz Lehár Großes Haus 19.30 Uhr: 04.01./11.01./13.01./15.01./ 20.01./22.01./27.01/03.02./05.02.2012 15.00 Uhr: 08.01.2012 Garderobe Nr. 1 Eine Musicalrevue für zwei Sängerinnen Kammerspiele 20.00 Uhr: 05.01./21.01./28.01./19.02./ 26.02.2012 Oper am Klavier „Friederike” – Singspiel von Franz Lehár 14.01.2012 | 20 Uhr | Kammerspiele Der Wildschütz Komische Oper in drei Akten von Albert Lortzing Premiere: 11.02.2012 | 19.30 Uhr Großes Haus 19.30 Uhr: 17.02./18.02./25.02./29.02. Morde in Bildern Drei Kammeropern von Reinhard Febel Premiere: 22.02.2012 | 20 Uhr | Kultur­ speicher Im Anschluss Publikumsgespräch

2. Familienkonzert „Von Hexen, Gnomen und Zauberern“ 06.01.2012 | 15 Uhr | Großes Haus Altersempfehlung: 5 bis 10 Jahre Carl Maria von Weber „Der Beherrscher der Geister“ Edvard Grieg Peer Gynt Suite Nr. 1 Engelbert Humperdinck „Hexenritt“, Vorspiel zum 2. Akt aus „Hänsel und Gretel” John Williams Ausgewählte Filmmusik zu „Harry Potter“ Dirigent: Andrea Sanguineti Philharmonisches Orchester Würzburg 4. Kammerkonzert 15.01.2012 | 11.00 Uhr | Toscanasaal der Residenz Joseph Haydn Streichquartett Nr. 58 in F-Dur op. 74 Nr. 2 Robert Schumann Sechs Gesänge op. 107, bearbeitet für Sopran und Streichquartett von Aribert Reimann Viktor Ullmann Drei Lieder für Sopran und Streichtrio Ottorino Respighi Il Tramonto für Sopran und Streicher Viktor Ullmann Streichquartett Nr. 3 op. 46 Sopran: Silke Evers Violine: Yukiko Tezuka, Sara Birringer Viola: Christine Steinkrauß Violoncello: Matthias Steinkrauß


Die lustige Witwe

Garderobe Nr. 1

Impressum: Herausgeber: Mainfranken Theater Würzburg Intendant: Hermann Schneider Kaufmännischer Geschäftsführer: Klaus Heuberger Kartentelefon: 0931 / 3908 -124 Projektleitung: Christine Johner Gestaltung: Uli Spitznagel Titelfoto: Nico Manger (Szene aus „Das Erdbeben in Chili“) Gesamtherstellung / Anzeigen: Werbepartner Koob-Sans GbR kosa.werbepartner@t-online.de Mindestauflage: 10.000 Exemplare

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Konzerte

Außerdem

5. Kammerkonzert 05.02.2012 | 11.00 Uhr | Toscanasaal der Residenz

Heut’ gehen wir morgen erst ins Bett 08.01. KLAUS KREUZEDER „Glück gehabt“ Claire Waldoff meets Kurt Weill Kammerspiele 12.01. MATHIAS TRETTER 20.00 Uhr: 08.01./13.01./20.01.2012 „JahresnachgeTRETTERt“

Erwin Schulhoff Concertino für Flöte, Viola und Kontrabass; Divertimento für Streichquartett op. 14; Esquisses de Jazz op. 64; Sonate für Flöte und Klavier op. 61 Flöte: Stefan Albers Violine: Alexander Zeiher, Tomásˇ Hájek Viola: Makoto Sudo Violoncello: Matthias Steinkrauß Kontrabass: I-Shan Kao Klavier: Joachim Werner 3. Jugendkonzert Komponistenporträt – Johann Sebastian Bach 16.02.2012 | 11 Uhr | Großes Haus Altersempfehlung: 12 bis 16 Jahre Johann Sebastian Bach Brandenburgisches Konzert Nr. 3 in G-Dur (BWV 1048) Johann Sebastian Bach Violinkonzert in a-Moll (BWV 1041) Johann Sebastian Bach „Air” aus der Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur (BWV 1068) Violine: Sonja Lampert Dirigent: Andrea Sanguineti Philharmonisches Orchester Würzburg

Matinee: Ballett Othello 15.01.2012 | 11.00 Uhr | Probebühne 1 Lehrerrundtisch: Der Fischer und seine Frau Ein Stück für alle ab 5 Jahren nach dem Märchen der Brüder Grimm 19.01.2012 | 16.30 Uhr | Oberes Foyer Spaziergang hinter den Kulissen 28.01.2012 | 15.00 Uhr | Bühneneingang Matinee: Der Wildschütz 29.01.2012 | 11.00 Uhr | Oberes Foyer 1. Ringvorlesung Bürger, „Asylant“, Illegaler: Transformationen der menschlichen Identität 30.01.2012 | 19.30 Uhr | Oberes Foyer 2. Ringvorlesung Bürger, „Asylant“, Illegaler: Transformationen der menschlichen Identität 06.02.2012 | 19.30 Uhr | Oberes Foyer Treffpunkt Schauspiel: Emilia Galotti Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing 13.02.2012 | 19.00 Uhr | Oberes Foyer Spaziergang hinter den Kulissen 25.02.2012 | 15.00 Uhr | Bühneneingang Franz Schubert: Winterreise 25.02.2012 | 19.30 Uhr | Toscanasaal der Residenz | VVK Falkenhaus Gastspiel mit Claudius Muth und Ulrich Pakusch Matinee: Die Schutzflehenden 26.02.2012 | 11.00 Uhr | Oberes Foyer Treffpunkt Ballett: Othello 27.02.2012 | 19.00 Uhr | Oberes Foyer

04.01. URBAN PRIOL „Tilt – Der Jahresrückblick“

13.01. FLORIAN SCHROEDER & VOLKMAR STAUB „Zugabe“ 14.01. HAN‘S KLAFFL „Restlaufzeit: Unterrichten bis der Denkmalschutz kommt“ 20.01. ANDREAS KRENZKE „Im Arbeitslosenpark – Best of“ 21.01. MORITZ NETENJAKOB „Multiple Sarkasmen“ 25.01. MARTINA SCHWARZMANN Gastspiel Congress Centrum Würzburg 27.01. MÄC HÄRDER „Die Radieschen von oben“ 28.01. THOMAS REIS „Reisparteitag“ 29.01. BERND REGENAUER „Alles eine Frage der Antwort“ 03.02. CARSTEN HÖFER „Frauenversteher“ 04.02. LUISE KINSEHER „Einfach reich“ 10.02. FREDERIC HORMUTH „Charaktersau sucht Trüffelschwein“ 11.02. WERNER KOCZWARA „Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt Teil 2 – Die nächste Instanz“ 17.02. PETER VOLLMER „Frauen verblühen, Männer verduften“ 18.02. HELGE UND DAS UDO „Bis einer heult!“ 22.02. MATHIAS TRETTER „Mathias Tretter möchte nicht Dein Freund sein“ 24.02 HUBERT BURGHARDT „SEX in der KRISE“ 25.02. ANDY SAUERWEIN „Hals- und Stimmbruch“


zanni spezial: Theatersanierung, Teil 1

Text: Hermann Schneider

Theatersanierung 26

Ab dem neuen Jahr 2012 wollen wir zukünftig in der Kolumne THEATERSANIERUNG unser Publikum regelmäßig über alle damit verbundenen Fragen informieren. Vor fast 50 Jahren wurde unser Mainfranken Theater beschlossen und geplant, seit 45 Jahren spielen wir darin für Sie Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Ballett und Konzerte. Mit rund 200 Veranstaltungen pro Spielzeit allein im Großen Haus und 140.000 Besucherinnen und Besuchern gehört unser Theater bundesweit zu den besonders erfolgreichen Häusern seiner Größe.

nierungen in allen Sparten im Großen Haus sowie in der Kammer andernorts anbieten. Denn sowohl von der Logistik eines Baubetriebs wie vor allem auch aus sicherheitstechnischen Gründen ist eine Sanierung im laufenden Betrieb ausgeschlossen, ja unmöglich.

Lange haben wir uns Gedanken über eine Ausweichspielstätte gemacht: Viele Theater mieten etwa ein Zelt, wie man es vom Doch seit der feierlichen Eröffnung im Zirkus her kennt, für eine MillionensumJahr 1966 ist nicht wesentlich investiert me, die dann – wie das bei Mieten nun worden. Kleinere Schönheitsreparatumal so ist – nicht nachhaltig investiert ren, Verschleißarbeiten und einige grösein kann. Nun haben wir aber neben den ßere Investitionen im Bühnenbereich – o.g. Sanierungsmaßnahmen, die aus viehier vor allem in der Beleuchtungstechlerlei Gründen notwendig sind, auch vor, nik in den vergangenen Jahren – wurdas Mainfranken Theater Würzburg nicht den getätigt. Aber in nahezu allen Beallein zu ertüchtigen oder zu verschönern, reichen gibt es einen grundsätzlichen sondern auch für zusätzliche künstlerische und massiven Sanierungsbedarf: Das Formate auszustatten: Es gibt in ganz fängt sicherheitstechnisch beim BrandDeutschland keine vergleichbare Stadt, schutz an, setzt sich fort in den räumlikein vergleichbares Theater, die nicht über chen Unzulänglichkeiten der Kasse, der eine sogenannte zweite Spielstätte verfüBestuhlung, kurz: im ganzen Foyer gibt gen; eine Spielstätte, in der wir insbesones qua Service, Anmutung und Räumdere Schauspiel, aber auch andere Forlichkeiten Bedarf – nicht zuletzt was eimate anbieten können. Unsere Kammerne ungenügende Situation im Sanitärspiele mit den paar Quadratmetern, einer bereich betrifft. Sehr problematisch ist Raumhöhe von 2,90 und 94 Plätzen ist die behindertenfeindliche Ausstattung: eine Studiobühne. Mit bewundernswürdiInnenansicht der Frankenhalle (Foto: Nico Manger) improvisierte Rampen, mehr nicht. Wegem Engagement und Fantasie haben hier der ein Aufzug noch ein entsprechender Zugang in unsere Kamunsere Ensemble und unsere Ausstatter in all den Jahren spannenmerspiele ermöglichen einen behindertengerechten Theaterbesuch. des Theater gemacht. Dennoch ist der Ort bei aller Faszination für Im Zuschauerraum muss dringend die gesamte Original-Bestuhderartige Spielformen gelinde gesagt unzulänglich. lung nach Abertausenden von Besuchen erneuert werden. Im BühNun haben wir aus der Notwendigkeit in der Schließphase während nenbereich und in den Werkstätten setzen sich die Unzulänglichder Theatersanierung und dem berechtigen Interesse an einer zweikeiten fort. ten Spielstätte eine gemeinsame Vision gefunden: die ViehauktionsIn der freien Wirtschaft oder auch im Hotel- und Gastronomie­ halle an der Veitshöchheimer Straße. Eine multifunktionale Spielstätwesen wäre ein Gebäude mit den Standards und der Infrastrukte in den Jahren der Sanierung und ein neues Theater für Würzburg tur von vor 50 Jahren undenkbar. Nach der auch durch das soim aufblühenden Kulturquartier am Alten Hafen: Kulturspeicher und lidarische Engagement unserer Besucher verhinderten TheaterCinemaxx, Bockshorn und Tanzspeicher, BBK und Eventgastronomie schließung vor elf Jahren sind wir stolz und dankbar, dass die Stadt und nicht zuletzt der Hafensommer bieten das faszinierende Umfeld Würzburg unterstützt vom Freistaat nun beschließen will, für eine für ein neues urbanes Viertel, als dessen kulturelles Herz zukünftig stolze zweistellige Millionensumme unser Theater in Stand zu setdie Viehauktionshalle schlagen soll! zen. Eine derartige Baumaßnahme dauert bei dem Investitionsvolumen bis zu zwei Jahren. Solange wird unser Theater eine Baustelle In der nächsten zanni: Theater in der Viehauktionshalle – wie geht sein und wir werden unser künstlerisches Angebot mit Neuinszedas denn?


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Wann ist ein Geldinstitut gut für Mainfranken? Wenn sein Engagement für die Kultur so vielfältig ist, wie die Region selbst. Die Sparkasse Mainfranken Würzburg fördert Kunst und Kultur in unserer Region – und macht sie für viele Menschen zugänglich. Kunst und Kultur setzen schöpferische Kräfte frei, öffnen Geist und Sinne für Überliefertes und Ungewöhnliches. Das ist gut für den Einzelnen und gut für die Gesellschaft. www.gut-fuer-mainfranken.de


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Zanni 01/02 2012  

Das Magazin des Mainfranken Theater Würzburg

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