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Eine neue Schule für Ostfriesland!

Raum für natürliches Lernen (c) 2017. Raum für natürliches Lernen e.V ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein


Auf eigenen Füßen stehen Die harmonische Entfaltung von Kindern ist ein natürlicher und darum langsamer Prozess. Unsere Aufgabe ist es, die rechten Bedingungen dafür zu schaffen, aber nicht, den Prozess zu beschleunigen. Bringen wir es als Erwachsene fertig, diese inneren Prozesse nicht durch unsere Ungeduld zu stören, sondern ihnen den nötigen Nährstoff zu liefern, so lernt das Kind, auf eigenen Füßen zu stehen und nicht sein Leben lang von äußerer Führung abhängig zu sein.

Rebeca Wild


Liebe Schüler, Lernen macht Spaß! Vielleicht findet ihr diese Vorstellung ungewöhnlich? Wir glauben, dass es auch anders gehen kann, als ihr es kennt. Immerhin lernt ihr ständig etwas, von ganz alleine, auch ohne dass ein Lehrer vorne im Klassenraum steht. Sobald es nur interessant genug ist und ihr die Möglichkeit habt, ein Thema selber zu entdecken, ist gleich viel mehr Freude am Lernen da, oder? Liebe Eltern, Schule macht Spaß? Vielleicht findet ihr diese Vorstellung seltsam, wenn ihr an Eure Schulzeit zurück denkt oder wenn ihr morgens Eure noch halb schlafenden, unwilligen Kinder zur Tür hinaus schieben müsst. Wahrscheinlich denkt ihr auch hin und wieder an eure Schulzeit zurück und werdet das Gefühl nicht los, dass ihr dort kaum etwas für später gelernt habt. Doch Moment – wo, wenn nicht in der Schule, habt Ihr denn all euer Wissen und eure Fähigkeiten und Talente ausgebildet? Irgendwie hat sich das, was Ihr heute wisst und seid, ja in Euch hineingeschlichen, manchmal leicht, manchmal schwerer. Und es gibt immer noch so viel zu entdecken! Uns wird durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse immer mehr bewusst, wie individuell Menschen sich entwickeln und wie notwendig eine darauf abgestimmte Lernhaltung ist. Wie können wir es als Gesellschaft schaffen, Menschen Raum und Zeit für ihre eigene Entwicklung zu geben? Dazu möchten wir einen Beitrag leisten. Wir möchten es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten so zu entfalten, wie es für sie am besten ist. Wir wollen einen Lern-und Lebensraum schaffen, der ihnen eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Lernen ermöglicht. Wir (Pädagoginnen, Eltern und pädagogisch Interessierte) haben im Dezember 2016 dazu den Verein „Raum für natürliches Lernen“ e.V. zur Gründung einer Schule in freier Trägerschaft ins Leben gerufen. Ziel des Vereins ist es, mit einer neuen Grund- und Oberschule als offene Ganztagsschule (genehmigte Ersatzschule) das Bildungsangebot für den allgemeinbildenden Schulbereich in der Region Ostfriesland zu erweitern. Wir möchten hiermit Kinder, ihre Familien und alle bildungspolitisch Interessierten einladen, unsere Vision kennen zu lernen und sich auf die Idee eines neuen Lernens einzulassen. Viel Spaß beim Lesen!

Nina Korneli, Vorstand

Heike Buß, Vorstand


Unsere Welt wird immer schneller und fordert so viel von jedem Einzelnen. Wir haben inzwischen gelernt, dass für ein erfülltes Leben mehr benötigt wird als pures Wissen anzusammeln.

Kreativität und Neugier auszuleben, flexibles Denken zu trainieren und soziales Verhalten zu beherrschen, sind heute enorm wichtige Fähigkeiten, die allgemein akzeptiert oder sogar erwartet werden.


Grundgedanken Wir brauchen Gemeinschaften, deren Mitglieder einander einladen, ermutigen und inspirieren, über sich hinauszuwachsen.“ Gerald Hüther

Jeder Mensch hat das Bedürfnis zu wachsen und zu entdecken. Wenn wir tief in uns hinein horchen, finden wir vielleicht noch diesen Impuls der Neugier auf die Welt, die Freude, Neues kennen zu lernen und in Beziehung zu sich selber zu setzen. Bei uns Erwachsenen ist dieses Gefühl oft mit dem Stoßseufzer „wenn wir nur könnten“ verbunden. Die heutige Elterngeneration ist in einer Blütezeit groß geworden, wie sie wohl noch nie in der Menschheitsgeschichte stattgefunden hat. Wir haben alle die Segnungen von Frieden, Wohlstand und Demokratie kennen gelernt. Anscheinend hat uns unsere Lebens- und Lernbiografie zwar für diese Welt bereit gemacht, jedoch ist auch viel von diesem ursprünglichen Antrieb verloren gegangen. Wir wurden mit der Disziplin der Wiederaufbaujahre erzogen. Streben nach Wohlstand und Sicherheit war das wichtigste Ziel. Die Gemeinschaften, die Hüther anspricht, finden sich nur vereinzelt, und wir fühlen uns seltsam isoliert von unseren Wünschen und der Welt. Dabei haben wir die Zeiten geändert. Wir wissen heute, wie wichtig eine lebenslange Entwicklung für ein erfülltes Leben ist. Dies ermöglicht uns jetzt, für unsere Kinder den nächsten Schritt zu gehen. Ein Schritt, der lange überfällig ist. Wir sind davon überzeugt, dass jedes Kind lernen will und dass es am besten lernt, wenn es selber entdecken darf, was es wissen möchte. Wenn Kinder und Jugendliche ihr Leben und Lernen


selbstverantwortlich in die Hand nehmen, wenn sie wissen, was sie wollen und ihre Ziele aktiv verfolgen, dann ist Bildung gelungen. Die Wurzeln unserer Überzeugung liegen im eigenen Erleben der pädagogischen Praxis und werden aus den Erkenntnissen lerntheoretischer, entwicklungspsychologischer, neurobiologischer sowie sozial- und erziehungswissenschaftlicher Disziplinen genährt und bestätigt. Wir vertrauen auf den eigenen Weg, den Kinder und Jugendliche mit ihren Fähigkeiten, ihrer Neugierde und ihrer Begeisterung gehen und begleiten und unterstützen sie, indem ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt wird. Entwicklung und Lernen verstehen wir als natürlichen Aspekt des Lebens, der zwar in Verbindung mit der Umgebung, aber letztlich von innen heraus geschieht. Wir vertrauen darauf, dass jeder Mensch die Fähigkeit besitzt, selbst zu wissen oder in Erfahrung zu bringen, was er für sein Voranschreiten braucht. Deshalb richtet sich das Lernen und Leben an unserer Schule nach den Bedürfnissen, den Begabungen und dem Lerntempo des einzelnen Schülers und befähigt ihn dazu, dieses Tempo selbst zu steuern.

„Erziehung zur Selbstbestimmung heißt: Man vertraut dem Kind, dass es sich entwickeln will, dass es dazu in der Lage ist - und: dass es ab und zu Fehler macht, denn die gehören zu einem gesunden Lernprozess dazu.“ Prof. Dr. Remo Largo


Wertschätzung Wertschätzung bedeutet für uns, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jedes Mitglied der Schulgemeinschaft wahrgenommen und angenommen fühlen kann – als Individuum mit all seinen Eigenheiten und gleichzeitig zugehörig zur Gruppe. Dies gilt für die Beziehungen zwischen Lehrer und Schüler sowie für das Miteinander unter den Schülern. Die individuellen Bedürfnisse von Erwachsenen und Schülern werden als gleichwertig angesehen und geachtet. Lernen geschieht leichter ohne Angst und auf der Basis vertrauensvoller Beziehungen. Daher ist es uns wichtig, spontanen Gruppenprozessen Raum zu geben und vielfältige Kommunikation unter allen am Schulalltag beteiligten Personen zu ermöglichen.

Kompetenzen

Wir ermöglichen den Schülern individuelle Entfaltung, um den eigenen Platz in der Gesellschaft würdig und selbstbestimmt einnehmen zu können. Dazu fordern wir jedes Mitglied der Schulgemeinschaft auf, sich nach seinen Möglichkeiten zu bilden. Neben den Basisfähigkeiten, die wir heute mit „Schule“ verbinden, schaffen wir einen Raum, in dem Zuversicht, Mut, Selbstbewusstsein, Gemeinsinn, Kreativität und Selbstverantwortung erlebt und eingeübt werden kann.


Bildung Wir wollen Kindern und Jugendlichen in ihrem Entwicklungsprozess die Möglichkeit geben, ihr Lernen selbstbestimmt zu gestalten. Dafür braucht jeder Mensch –auch der Jüngste– den größtmöglichen Freiraum in seiner Lernentwicklung, zum Aufbau eines reflektierten Verhältnisses zu sich, zu anderen und zur Welt. Wir als Schule haben die Aufgabe, die Rahmenbedingungen dafür zu gestalten. Wir stellen den Raum zur Verfügung, in dem das natürliche Lernen stattfinden kann. Dieser Raum ist weitläufig gestaltet, damit die Freiheit nicht verloren geht. Er wird jedoch durch unsere Grundwerte begrenzt.

Offenheit

Offenheit ist eine Grundhaltung, die wir fördern. Ehrlichkeit, Klarheit und Authentizität sind uns im Umgang miteinander wichtig.

In der Schule bezieht sich Offenheit auf die verschiedensten Bereiche unseres Schulalltags. Für die Schüler bedeutet offener Unterricht, dass sie Lerninhalt, Raum, Zeit, Lernpartner, sowie den für sie passenden Lernweg selbst wählen können. Für die Lehrer bedeutet methodische und inhaltliche Offenheit, den Schüler individuell auf seinem Lernweg zu begleiten. Nicht zuletzt fordert der Alltag in unserer Schule eine persönliche Offenheit aller Beteiligten. Das bedeutet, dass jeder die Verantwortung für seine wahren Bedürfnisse und Ansichten übernimmt und den Raum findet, sie klar und authentisch zu vertreten. Uns ist es wichtig, dass die Schule sich ihrer Umgebung öffnet, Impulse von außen aufnimmt und selber Erfahrungen weiter gibt. Wir wollen uns vernetzen und so möglichst viele Dimensionen der Welt für die Schüler erfahrbar machen.


Schüler „Durch die Selbstbestimmung über ihr Leben und Lernen im “offenen Unterricht” lernen die Schüler vom ersten Schultag an, ihr Leben selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen und sich ganz bewusst für oder gegen etwas zu entscheiden. Dabei lernen sie vor allem auch sich selber, ihre Stärken und Schwächen, ihre Ziele und Vorstellungen kennen.” Falko Peschel Lernen ist bei uns nicht an die Einteilung in Fächer gebunden. Die Schüler in unserer Schule entscheiden selbstständig, was, wie, wann, mit wem und wo sie lernen. Natürlich wollen wir, dass Schüler Lesen, Schreiben, Rechnen und eine Fremdsprache als Basisfähigkeiten erlernen. Wir wissen, dass alle Schüler ihrem eigenen Lerntempo folgen. Wir vertrauen ihren Lernimpulsen und unterstützen sie, wenn sie es brauchen. Im Offenen Unterricht ist jeder Schüler für sich und sein Lernen selbst verantwortlich. Selbstverantwortung bedeutet, für sich selber zu entscheiden und diese Entscheidungen mit anderen abzustimmen. Niemand wird dem Schüler diese Entscheidungen abnehmen. Das Lernen sozialer Kompetenzen ist genauso wichtig wie das Lernen von Inhalten. Durch die offene Form der Schule erfahren alle im Schulalltag die Gemeinschaft und haben Gelegenheit, im Umgang miteinander soziale Fertigkeiten einzuüben. Dazu gehören auch die Gemeinschaftspflichten, wie zum Beispiel das Essen zuzubereiten oder die Lernräume in Ordnung zu halten.


„Am Anfang hatte ich gar keine Lust, mit irgendwem was zusammen zu machen - die waren alle so komisch. Inzwischen hab ich ein paar echte Freunde, und mit zwei anderen Jungs kann ich richtig gut zusammen Ideen diskutieren.“ Alleine, zu zweit, in Gruppen, mit dem Lehrer oder ohne - jeder Schüler braucht zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Lernpartner. Wir lassen ihm die Freiheit. „Am besten lerne ich neue Sachen sowieso Zuhause, da habe ich Zeit für mich und meine Gedanken. In der Schule tausche ich mich lieber mit den anderen aus. Wenn ich etwas lesen will, sitze ich am liebsten draußen im Sonnenschein.“ Die Schule bietet Platz für verschiedenste Lernumgebungen. Einzel- und Gruppenarbeitsplätze, drinnen und draußen, und so manche Ecke, in die man sich zurückziehen kann, wenn man lieber alleine denken will.

„Vanessa kann schon lange rechnen, mich interessiert das im Moment noch nicht. Ich kann dafür richtig gute Geschichten schreiben, die alle spannend finden. Ich denke viel nach, aber das mache ich meistens nach der Schule.“

Wer mit wem?

Wo? Wann? Nicht alle Kinder lernen zur selben Zeit das Gleiche. Schon die Eingangsvoraussetzungen sind unterschiedlich. Die individuelle Entwicklung führt zu individuellen Lernpfaden, die wir einzeln begleiten.


Weltwissen ist mehr als die vorherbestimmte Sammlung von Fakten, die in Schulbüchern und Lehrplänen vermerkt sind. Kinder entdecken die Welt nach ihren Wünschen und Interessen. In unserer heutigen Informationsgesellschaft ist Entdecken, Auswählen und Bewerten wichtiger geworden als Auswendiglernen.

Was?

Wie?

„Ich folge meinen Impulsen und Interessen und erforsche, was mir wichtig erscheint, bis ich ein zufriedenstellendes Modell der Welt für mich selber gebildet habe. Wir haben ein paar interessante Bücher, aber meistens gehe ich in die Bücherei für neue Themen oder lese eine Zeitung.“

„Forscher müssen flexibel sein. Ich nehme die Umwelt mit allen Sinnen auf und entscheide selbst, wie ich mir helfe, Fortschritte zu erzielen. Vielleicht lese ich heute etwas, oder ich versuche endlich einmal, alle Zahlen bis 245 auswendig aufzuschreiben. Oder ich arbeite mit meinen Freunden an einem Plakat für unseren Vortrag.“

Die Freiheit des „Wie“ erlaubt nicht nur die Erforschung des Wissens, sondern auch der Methoden, es zu erlangen. Schon früh lernen die Schüler, dass es mehr gibt als Aufgabenblätter und Frontalunterricht. Sie können sich selber beobachten und herausfinden, was ihnen am meisten nützt.


Lehrer Lehrer sind an unserer Schule in erster Linie Lernbegleiter und weniger Wissensvermittler. Da die Verantwortung für die inhaltliche Wissensaneignung beim Schüler selbst liegt, stehen die Lehrer den Schülern als Helfer und Unterstützer zur Seite. Sie begleiten und reflektieren den individuellen Lernprozess der Schüler. Auf der Grundlage einer gesunden Beziehung zwischen Lehrer und Schüler gibt es so einen kontinuierlichen Austausch, der auf Vertrauen und Wertschätzung beruht. Die Verantwortung des sozialen Miteinanders und das Sorgen für eine emotional sichere und von respektvollem Umgang geprägten Umgebung liegt dabei beim Pädagogen. Wir haben ein Kernteam aus fest angestellten Lehrern, die die Aneignung der Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) sicherstellen. Des Weiteren ermöglichen die individuellen Lernwege, dass die Schüler im Schulalltag ihr Fachwissen auch mit anderen Menschen oder Firmen und Institutionen teilen und durch diese ergänzen können. Wir streben Partnerschaften an, die uns helfen, für relevante Bereiche Lernunterstützung anzubieten, um den Schülern eine breit gefächerte Möglichkeit der Wissensvertiefung und -erweiterung zu gewähren. Die Lehrer unserer Schule stehen für unsere Vision und tragen die Verantwortung, diese täglich umzusetzen. Dies ist eine schwierige Gratwanderung, die hohe Anforderungen an den Lehrer stellt. Deshalb werden wir sorgfältig darauf achten, dass Lehrer, die in unserer Schule leben und arbeiten, bereit sind, ihre vorhergehenden Lernerfahrungen zu reflektieren und sich neuen Wegen des Lernens zu öffnen.


Eltern Begrenze dein Kind nicht auf das, was du gelernt hast, denn es ist in einer anderen Zeit geboren. Aus dem Hebräischen An unserer Schule dürfen die Eltern erleben, dass die Schulzeit ihres Kindes ihr eigenes Leben bereichern kann, dass es Spaß macht, an einem sinnvollen, lebendigen Projekt teilzunehmen und dass es spannend ist, neue Lernwege und Möglichkeiten zu entdecken und kennen zu lernen. Doch gleichzeitig ist es für die Eltern auch eine große Herausforderung, sich von ihren eigenen schulischen Lernerfahrungen zu verabschieden und zu ertragen, dass ihr Kind einen ihnen größtenteils unbekannten neuen Weg des Lernens einschlägt. Zweifel treten auf, wenn sich das Kind mit herkömmlichen standardisierten Lerninhalten nicht beschäftigen möchte, zum Beispiel mit dem Üben von Schreibschrift oder dem Lernen des Einmaleins. Oder dann, wenn die Lernerfolge für die Eltern nicht sofort sichtbar und abrufbar sind. Dann stellen sich viele Eltern zu irgendeinem Zeitpunkt die Frage „Lernt mein Kind denn wirklich etwas?“ Jedes Kind lernt mit seinem eigenen Rhythmus und nach seinem eigenen Zeitmanagement. Manche Kinder werden viel Zeit benötigen, um ihren individuellen Umgang mit der Freiheit an unserer Schule zu finden. Besonders gilt dies für Kinder, die von einer anderen Schule an unsere Schule wechseln. Diese individuellen Wege sind für Eltern manches Mal schwer mitzugehen.


Außerdem ist das Leben mit einem respektvoll behandelten Kind oft anstrengend. Wer sich sicher ist, ernst genommen zu werden, fordert sein Recht ein, unüberhörbar und teilweise penetrant. Auch das Kompromisse schließen und die Berücksichtigung der Bedürfnisse der anderen zu lernen und miteinander einzuüben braucht seine Zeit. Dieses Einüben findet bei den Kindern und den Eltern statt und benötigt die Bereitschaft, sich miteinander zu beschäftigen. Hierbei möchten wir als Schule den Eltern behilflich sein und wünschen uns von den Eltern, dass Sie sich mit anderen Eltern und dem pädagogischen Team der Schule austauschen und sich Unterstützung holen. Es ist uns wichtig, dass die Eltern Vertrauen in die Arbeit der Lehrer haben und vor allem in die Fähigkeiten ihres Kindes, seinen Weg selbstbestimmt gehen zu können.

Schulorganisation Unsere Schule soll die Jahrgangsstufen 1 bis 4 der Grundschule und die Klassen 5 bis 10 der Sekundarstufe I umfassen. Eine räumliche Trennung zwischen Grundund Sekundarstufenschule wird es nicht geben, die Angebote stehen prinzipiell allen Schülern und Schülerinnen offen. Die Schule soll als offene Ganztagsschule geführt werden, ihren Standort in Aurich (oder Umgebung) haben und im Sommer 2018 ihren Betrieb aufnehmen. Grundsätzlich kann jeder Heranwachsende unsere Schule besuchen. Die schulischen Rahmenbedingungen sollen so flexibel gestaltet werden, dass eine Pädagogik der Vielfalt nicht nur beschränkt auf Kinder mit zugeschriebener Behinderung ist, sondern dass allen Menschen mit ihren Besonderheiten ermöglicht wird,


gleichwertig am Leben und an Bildung teilzuhaben. Die Aufnahme von Kindern mit besonderen Anforderungen ist dabei von den jeweiligen personellen, technischen und organisatorischen Bedingungen abhängig. Aufgrund der selbstbestimmten Lebensweise wird es keine festgesetzten Stundenpläne, vorgeschriebenen Pausenzeiten oder auf Dauer festgelegten Gruppen oder Klassen geben. Schüler bilden (mit oder ohne Pädagogen) Teams oder Kleingruppen, wenn es der schulischen Arbeit dient und haben die Möglichkeit, sich in der passenden Umgebung (z.B. Ruheraum, Bewegungsraum, Bibliothek, Materialraum, “Konferenzraum”, Werkstatt, Labor, Atelier, Musikraum, Ess- und Kochbereich und so weiter) zu treffen. Wir wollen in wöchentlichen Schulversammlungen mit den Mitgliedern der Schulgemeinschaft alle Belange, die das Schulleben betreffen, besprechen und entscheiden. Wir wollen auf jede Form der Leistungsüberprüfung verzichten. Deshalb gibt es bei uns keine herkömmlichen Schulnoten und Zeugnisse. Der individuelle Lernweg wird in regelmäßigen Beratungs- und Lerngesprächen zwischen Schülern und Erwachsenen gemeinsam beobachtet und reflektiert. Jeder Schüler hat die Möglichkeit sich auf alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse, die im Niedersächsischen Bildungssystem vorgesehen sind, vorzubereiten und diese abzulegen. Die Finanzierung der Schule erfolgt durch Elternbeiträge, Vereinsbeiträge, Spenden, Zuschüsse von anderen öffentlichen und privaten Einrichtungen und staatliche Zuschüsse. Das Schulgeld wird gemäß der Schulgeldordnung erhoben. Bei Eltern, die das Schulgeld nicht in voller Höhe aufbringen können, wird gemeinsam nach individuellen Lösungsmöglichkeiten gesucht, um die finanzielle Belastung zu reduzieren.


Raum für natürliches Lernen e.V. Dickfehler Weg 2b 26605 Aurich Mail: info@raum-fuer-natuerliches-lernen.de Web: raum-fuer-natuerliches-lernen.de Wir freuen uns über Interessierte und über jede Unterstützung! Spendenkonto: GLS-Bank, IBAN DE80 4306 0967 2055 6938 00 oder: paypal.me/rfnl

Raum für natürliches Lernen - Kurzkonzept  

Wie wir unsere offene freie Schule führen wollen.

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Wie wir unsere offene freie Schule führen wollen.

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