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[Aus meiner Kurzgeschichtensammlung]

____________________ Meine Schutz- und Nutzungsrechte Ich bitte meine Leserinnen und Leser um Verständnis für die folgenden Hinweise zu den Nutzungsrechten (Urheberschutz) an meinen Texten: Der ganze oder teilweise Vorabdruck, Nachdruck, oder Veröffentlichung auch in Zeitungen, Zeitschriften und im Internet ist ohne meine vorherige, schriftliche Einwilligung nicht gestattet. Der Vertrieb, oder die Veröffentlichung meiner Texte und Bilder in Taschenbuch-, Volks-, Sonder-, Reprint-, Schul- oder Buchgemeinschafts-Ausgaben, sowie allen anderen Druckausgaben, auch durch elektronische Medien (zum Beispiel im Internet, in Foren oder Blogs) ist ohne meine vorherige, schriftliche Einwilligung nicht gestattet. Es ist nicht gestattet, meine Texte auf Vorrichtungen zur entgeltlichen Wiedergabe auf Bild- oder Tonträger (zum Beispiel Hörbücher) zu speichern. Es ist nicht gestattet, deutschoder fremdsprachige Lizenzen zur Nutzung meiner Text- oder Bilddateien zu vergeben. In jedem Veröffentlichungsfall, auch von Auszügen, bin ich als Urheber des Werkes im Sinne des Welturheberrechtsabkommens anzugeben. Dritte sind auf mich als den Urheber hinzuweisen. Meine Texte sind sorgfältig und gewissenhaft recherchiert. Falls an irgendeiner Stelle Schutz- oder Urheberrechte Dritter verletzt werden, ist das unbeabsichtigt geschehen. In diesem Fall bitte ich um Nachricht und um Angabe der Quellen. Für Links (Verweise), zum Beispiel auf fremde Inhalte im Internet, kann ich keine Haftung übernehmen. Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von den Inhalten aller fremden, gelinkten Seiten. Ich mache mir diese Inhalte nicht zu Eigen. Wenn dir mein Text gefällt, freue ich mich über dein Feedback, und vielleicht kennst du einen wagemutigen Verleger, oder einen aktiven Literaturagenten? Meine Schreib-Werkstatt: www.raoulyannik.de Meine Web-Tagebücher für Kommentare und Tipps: http://raoulyannik.blogspot.com/ und http://raoulyannik.wordpress.com/

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[Aus meinem Kurzgeschichtensamlung]

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Für

Viola

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[Aus meiner Kurzgeschichtensammlung]

____________________ „Schatz, ich muss mal mit dir reden.“ „Dann mach es doch, sag doch was du willst.“ „Ich weiß nicht so recht, wie ich es ausdrücken soll.“ „Viola, mach es doch nicht so spannend. Du bist meine beste Freundin. Du kannst alles mit mir besprechen. Dafür sind Freunde doch da.“ „Also gut. Du versprichst mir aber, dass du nicht lachst.“ „Versprochen.“ „Und mit niemand darüber redest.“ „Auch versprochen.“ „Werner hat was gegen Technik.“ „Wieso denn das?“ „Er sagt, sowas kommt ihm nicht ins Haus.“ „Ist der blöd?“ „Du kennst ihn doch. Manchmal ist er etwas seltsam.“ „Dann soll er sich damit auseinander setzen. Sag ihm, er soll die Bedienungsanleitung lesen, dann verliert er auch die Angst.“ „Ich glaube du hast recht. Es ist Angst. Er kennt sich nicht aus und darum ist er dagegen.“ „Na also, dann zeig ihm wie das Gerät funktioniert, dann gewöhnt er sich daran.“ „Du meinst …?“ „Du weißt doch, Technik ist nur ein Mittel zum Zweck.“

„Nichts aber. Technik macht manchen Menschen Angst. Werner ist halt mehr der Zahlenmensch. Vielleicht denkt er, dass

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„Ja klar doch. Aber …“


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[Aus meinem Kurzgeschichtensamlung]

____________________ Technik so etwas wie das Produkt einer höheren Macht ist. Er braucht halt manchmal etwas Führung.“ „Du sag mal?“ „Was denn?“ „Reden wir von derselben Sache?“ „Ja, von einem neuen Handy.“ „Nein, es geht um einen neuen Vibrator.“

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S

chmutzige Hände in dämmrigem Licht. Man kann sie nur schemenhaft erkennen, die schwitzenden Männer, die im Halbkreis knien. Nur ein kleiner Ausschnitt am Boden

wird durch eine starke Lampe strahlend hell ausgeleuchtet. Im Hintergrund, verborgen im Halbdunklen stehen dunkle Gestalten und

beobachten die unwirkliche Szene. Es herrscht atemlose Stille, nur unterbrochen von heiserem, angestrengtem Keuchen. Es ist drückend heiß und die Spannung steigt ins unerträgliche. Was wird passieren? Jetzt ein Aufschrei, der Kreis wird enger, die Zuschauer drängeln sich nach vorn. Wer darf ihn berühren? Wer will ihn in zuerst in die Hand nehmen? Die hübsche Praktikantin auf keinen Fall, sie ist zu jung. Vielleicht die Frau mit der Brille und den hochgesteckten Haaren? Auch der ältere unrasierte Mann im verschwitzten Unterhemd nicht.

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[Aus meiner Kurzgeschichtensammlung]

____________________ Wir wissen nicht wer der Erste war. Aber die Archäologen der Eberhard-Karls-Universität Tübingen haben ihn nach langer Suche in der Höhle „Hohler Fels“ bei Schelklingen auf der Schwäbischen Alb gefunden. Der Fund war eine wissenschaftliche Sensation. Im Juni 2005 wurde ein zwanzig Zentimeter langer, intensiv polierter und gravierter Penis aus Siltstein, einem feinkörnigen Sedimentgestein ausgegraben. Mehrere Radiokohlenstoff-Messungen bewiesen es eindeutig. Der weltweit erste gefundene Steinzeit-Dildo ist über 28.000 Jahren alt. Nicht nur der Fund ist beachtlich. Auch Größe und Form des steinzeitlichen Sexspielzeugs zeugen von einem hohen Gebrauchswert. Die gewichtigen Maße, zwischen 2,8 und 3,6 cm im Durchmesser und 19,8 cm in der Länge sprechen für die hohen Ansprüche der verwöhnten Steinzeitfrau. Dass es sich eindeutig um eine steinzeitlichen Dildo handeln muss, ist zweifelsfrei nachgewiesen. Die extrem lang gestreckte Grundform kommt so in der Natur nicht vor. Auch Spuren künstlicher Bearbeitung durch Steinzeitmenschen zeigen, dass die frühe Menschin ganz so dumm wie oft behauptet, nicht war. Feine Schleifspuren und die starke

umlaufende Linien lassen das Objekt eindeutig als Phallus erkennen.

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Politur auf der Oberfläche, dazu mehrere sorgfältig eingeschliffene,


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[Aus meinem Kurzgeschichtensamlung]

____________________ Aber der Fund war nicht nur ein steinzeitliches Sexspielzeug. Es war auch ein Universalwerkzeug mit mehreren Haushaltsfunktionen. Spuren an der Oberfläche belegen, dass er auch als Schlagstein und vielleicht sogar als Waffe Verwendung fand.

Dildo und Vibrator haben eine lange, historische Geschichte. Der erste bekannte Vibrator stammt aus den Zeiten von Kleopatra. Da es noch keine Batterien gab, mussten im alten Ägypten die Bediensteten der adligen Damen auf Fliegenfang gehen, um den königlichen Vibrator funktionsfähig zu machen. Die summende und brummende Fliegenschar wurde in zu Tüten gerolltem Papyrus gesteckt und verhalf Königinnen und begüterten Damen zu klitoralen Freuden. Heutzutage ranken sich noch viele Fragen und Legenden um das Thema. Schamhaft wird geschwiegen, versteckt und einsam genossen. Nach einer unlängst durchgeführten SPIEGEL-Umfrage behaupten zwar 66 Prozent aller Deutschen, sie wüssten wofür ein Dildo gebraucht wird, aber die Realität sieht anders aus. Ich habe die Umfrage überprüft und weiter geforscht. Meine repräsentative und zugleich tiefergehende Befragung von siebzehn Frauen im mittleren Alter ergab, dass sich der Wissenstand in der Bevölkerung auf den uralten Witz vom Vibrator und dem Rasenmäher beschränkt, den ich aus Gründen einer seriösen Berichterstattung hier nicht erzählen möchte. Das bedeutet, rein wissenschaftlich gesehen, dass erschreckende 33,99 Prozent der erwachsenen Deutschen keine Ahnung von Rasenmähern haben.

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[Aus meiner Kurzgeschichtensammlung]

____________________ Aber nicht nur in Deutschland gibt es gravierende Wissenslücken. Wie mir berichtet wurde, schockte Britney Spears vor einiger Zeit in der britischen Sendung „Popworld“, den Moderator Simon Anstell. Auf die Frage, was sie als letztes im Mund gehabt hätte, antwortete Britney wohl zu schnell, grammatikalisch nicht ganz korrekt und vermutlich auch unbedacht: „Ein Dildo.“ Nach kurzem Nachdenken, soll Britney in Tränen ausgebrochen sein. Die Szene wurde aus verständlichen Gründen und zum Schutz vor unsachgemäßer Anwendung durch jüngere und unerfahrene Fans herausgeschnitten. Daraus kann man ableiten, dass es nicht nur in Prominenten-Kreisen zu massiven Anwendungsmängel kommt, die auf fehlende oder unzureichende Bedienungsanleitungen zurückzuführen sind.

Meine zunächst einfach erscheinende Passanten-Befragung in der Fußgängerzone einer Großstadt in Nordrhein-Westfalen, nach dem Unterschied zwischen Dildo und Vibrator und dem fachgerechten Einsatz erbrachte nur Sprach- und Ratlosigkeit. Dabei liegt die Antwort auf der Hand: Wenn er von alleine nichts tut und faul rum liegt, muss es ein Dildo sein. Oder wie der bekannte Musikproduzent Dieter B. einmal sagte: „Es war dildomäßig - viel Technik und wenig Gefühl“, was auch auf einen Vibrator ohne Antrieb zutrifft, wenn die Batterien alt, schwach und lustlos sind.

dann muss es ein Vibrator sein. Darum fordere ich die Hersteller auf, ihren Produkten verständlichere Bedienungsanleitungen beizulegen.

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Wenn er aber Geräusche von sich gibt, sich bewegt und aktiv ist,


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[Aus meinem Kurzgeschichtensamlung]

____________________ Die Gesellschaft hat ein Recht auf unbeschwerte Freude, frei von restriktiven Moralvorstellungen und schwer lesbaren Anleitungen.

Damit kommen wir zu Fragen, die viele Männer bewegen: „Liebt sie mich wegen meiner inneren Werte? Bin ich nur ein notwendiger Dildo der gebraucht und dann wieder weggelegt werden soll, oder bin ich für die Good-Vibrations zuständig, bis meine Batterien im Schrittmacher schlapp machen? Darf ich einen Dildo im Haushalt dulden, oder wird das Spielzeug zum heimlichen Rivalen? Kann der gut, aber nicht zu gut versteckte Dildo zum Scheidungsgrund werden?“ Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir eine neue Studie von (vorwiegend männlichen) Sexualforschern untersuchen und korrekt interpretieren. Danach befriedigen sich 86 Prozent aller Frauen selbst. Die Studie hat auch eindeutig ergeben, dass viele Frauen Sexspielzeuge verwenden. Nicht bekannt ist die genaue Zahl von Sexspielzeuganwenderinnen in Relation zur bundesdeutschen Bevölkerung. Sehr betont wurde in der Studie, dass Frauen eher kleine Dildos und Vibratoren bevorzugen, die sie zum Beispiel in der Handtasche überall mit hinnehmen können. Das gibt zu denken, denn der Trend zu kleineren Größen ist ein wichtiges Signal, das viele Männer aufatmen lässt. Offensichtlich, und das ist hiermit wissenschaftlich bewiesen, präferiert die Mehrzahl der Frauen Kleineres. Der sogenannte „Hengstschwanz“ scheint aus vielerlei und nicht zuletzt auch aus Transportgründen ausgedient zu haben.

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[Aus meiner Kurzgeschichtensammlung]

____________________ Gesellschaftliche Veränderungen und ein neues Selbstverständnis berufstätiger Frauen erfordern neue Produkte. Der Trend geht eindeutig zum kleinen Zweit-Dildo für unterwegs und für den Arbeitsplatz. Diese neue Freiheit führt zu ersten Auswüchsen, denen die Mehrzahl älterer Männer verständnislos gegenüber steht. In der Filiale einer bekannten, deutschen Supermarktkette nahm die Übersexualisierung bereits überhand. Eine Supermarkt-Mitarbeiterin hatte voller Stolz ihren am Vormittag neu erworbenen Vibrator ausgepackt und zur allgemeinen Begutachtung den Kolleginnen und Kollegen gezeigt. Die Vorfreude währte nur kurz. Konservative Vorgesetzte sprachen die fristlose Kündigung aus. Ich konnte bei meinen Recherchen nicht feststellen, ob außer der Mitarbeiterin, auch Gurken und anderes Gemüse aus dem Sortiment verbannt wurden. Meine schriftliche Anfrage an den Vorstand der Supermarktkette ist bis heute unbeantwortet. Ich werde meine Leserinnen und Leser über die neuesten Entwicklungen und eventuelle Stellungnahmen auf dem Laufenden halten.

Auch die geschlechtsspezifischen Restriktionen in unserer Gesellschaft bedürfen einer schnellen Überarbeitung. Männer dürfen nicht öffentlich ihr Geschlechtsteil zeigen. Das ist sowohl behördlicherseits, als auch aus Wettbewerbsgründen noch verboten, obwohl vergleichende Werbung seit geraumer Zeit gestattet und vom

noch nicht am Arbeitsplatz, aber ungesühnt im Cafe ihren Dildo aus der Tasche ziehen und mit der Freundin über die Funktionsweise

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Gesetzgeber auch gewollt ist. Dagegen dürfen Frauen, zwar immer


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[Aus meinem Kurzgeschichtensamlung]

____________________ diskutieren. Dieser diskriminierende Missstand muss mutig behoben werden.

Aus den fortschrittlicheren Niederlanden gibt es Neues zu berichten. Die ersten Automaten, die Vibratoren und Dildos anbieten, werden seit geraumer Zeit an gut frequentierten Plätzen aufgestellt. Die Bezahlung ist einfach und diskret per Kredit- und Bankkarte. Die Nachfrage ist groß, denn immer mehr im Berufsleben stehende und darum unter Dauerstress stehende Frauen lassen ihren Lieblings-Dildo wie ein Knirps irgendwo lieblos liegen, und im Bedarfsfall muss Ersatz schnell beschafft werden. Ein Lieferservice, vergleichbar mit einem Pizza-Service wäre eine lukrative Geschäftsidee. Dennoch gibt es in dem aufgeschlossenen Nachbarland auch unverständliche Einschränkungen. Der Elektronikkonzern Philips bringt einen neuartigen Vibrator auf den Markt und darf ihn nicht als Vibrator verkaufen. Die doppelte Moral ist auch in den Niederlanden noch überall spürbar.

Die Trendsetter aus der Mode- und Promiszene bestimmen die Ins und Outs der Durchschnitts-Bürgerin. Von der Familie Beckham ist bekannt, dass sie sich so ziemlich jeden Luxus leisten kann. David Beckham hat seiner Gattin Victoria ein ganz besonderes Luxusgeschenk gemacht - einen Platinvibrator. Angeblich soll das dekorative Stück 1,8 Millionen Dollar wert sein. Es ist damit das teuerste Sexspielzeug der Welt, das mit einfachen Batterien von der Tankstelle betrieben wird. Angeblich erwägt auch Mick Jagger den Ankauf dieses Luxus-Sexspielzeugs, um es einer intimen Freundin zu

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[Aus meiner Kurzgeschichtensammlung]

____________________ schenken. So ändern sich die Zeiten. In den Anfangszeiten des Rock, soll Mick Jagger der vor ihm auf einem Tisch knienden Sängerin Marianne (Mary-Juana) Faithfull, vermutlich aus Kostengründen, einen Schokoriegel rektal eingeführt und daran gelutscht haben. Aber eine ausführliche Beschreibung der Umstände führt aus Platzgründen an dieser Stelle zu weit und ist nachlesbare Rockgeschichte.

Nicht nur das Ding an sich, sondern das Design spielt eine wichtige Rolle in der gesellschaftlichen Akzeptanz. DesignerSkulpturen aus Glas, Keramik oder Edelstahl können auch als Schmuckstück auf dem Wohnzimmertisch repräsentative Aufgaben erfüllen. Der Nachteil solcher Geschenke ist, dass Dildo, Liebe und Vibrator früher oder später nur noch verstaubte Erinnerungsstücke sind. Es muss etwas Neues her. „Shag Bags“, Aufbewahrungsbehälter für Vibratoren aus echtem Nerzfell, oder für das kleinere Budget aus Kunstfell waren der Hit im letztjährigen Weihnachtsrummel. Dieses Jahr avanciert der Dildo in saisonal passenden Farben zum Lifestyle Accessoire und gehört in jede Prada-Handtasche.

Der bis vor wenigen Monaten noch meistverkaufte, hautfarbene Standard-Dildo bekommt flippige Konkurrenz. Zunehmend wird er durch leuchtende Farben, vom zarten Hellgrün, bis zum knalligen Rot bedrängt. Der schwarze Doppel-Dildo zum

glitzernden Schmuckstein sind immer gerngesehene Geschenke, die nicht nur die Gefühle, sondern auch die Geschlechtsteile berühren.

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Abendkleid, oder der rektal einzuführende Plug mit einem hübsch


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[Aus meinem Kurzgeschichtensamlung]

____________________ Wer noch unschlüssig ist, entscheidet sich vielleicht für einen kleinen Delphin im zarten Himmelblau mit Pumpvorrichtung, angeblich der Favorit im diesjährigen Weihnachtsgeschäft?

Für konservative Hausfrauenkreise ist nicht nur mehr Mut zu Farbe und Form, sondern zu mehr Gemeinschaftsgeist und umfassende, technische Aufklärung gefordert. Meinem Ruf nach mehr solidarischer Entscheidungsfreude sind fünf Bürokolleginnen einer mittelständischen Präzisionsuhrenfabrik aus Böblingen gefolgt. Um die kurz bemessene Mittagspause sinnvoll zu nutzen, wurde nach wochenlanger Diskussion kurzerhand die Anschaffung eines Vibrators beschlossen und im örtlichen Sexshop realisiert. Leider hatten mich die fünf Damen vor dem Kauf nicht konsultiert. Die Initiative scheiterte an den technischen Hürden. Die fehlenden Batterien mussten nachträglich im Elektronikfachmarkt nachgefragt werden. Die Frage des dienstbeflissenen Verkäufers nach der Batteriegröße konnte nicht beantwortet werden, da die fünf Damen schamhaft unfähig waren, das Gerät aus der diskreten Plastiktüte zu nehmen. Aus dem intelligenten Vibrator wurde ein dummer Dildo ohne Batterien. Damit ist bewiesen, dass der robustere Dildo im Alltagsgebrauch die bessere Entscheidung ist.

Meine nicht nur wegen ihrer selbstbewussten Wesensart besonders bewunderte Freundin Viola kam sehr ins stottern, als der dreizehnjährige Sohn eine brisante Frage stellte: „Mum, darf ich die Batterien aus deinem Vibrator nehmen, meine Playstation geht nicht mehr.“

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[Aus meiner Kurzgeschichtensammlung]

____________________ Mit einem Dildo und vorausschauender Vorratshaltung wäre das nicht passiert. Der technisch interessierte Sohn hätte sich voraussichtlich mehr um seine vernachlässigten Hausaufgaben gekümmert und müsste sich nicht mit einem ADS (AufmerksamkeitsDildo-Syndrom) herumquälen.

Es ist offensichtlich, die Technik überfordert viele Frauen. Darum gebe ich einer Vibrator-Neuheit aus Großbritannien nur geringe Marktchancen. Die Firma Cool & Groovy Toy Company hat einen neuartigen Vibrator entwickelt. Beim Betrachten einer ankommenden SMS wird das Sexspielzeug in Schwingungen versetzt. Es sind drei Bewegungsmodi enthalten, die von der Buchstabenanordnung in der Kurzmitteilung aktiviert werden. Die Übertragung von Handy zum Vibrator erfolgt per Bluetooth-Funk. Das erinnert mich an Viola, die mich vor einigen Wochen, vermutlich in Liebessehnsucht, aus der Umkleidekabine eines Bekleidungshauses in Sindelfingen anrief, mit der Bitte, sie mittels Handy zurück zu rufen. Leider war die Vibrationsalarm ihres Handys zu schwach und auch Violas sexuelle Stimulierung zu meinen Gunsten lässt in den letzten Monaten sehr zu wünschen übrig. Die moderne Technik wirft immer neue Fragen auf: Eine Untersuchung „Zur bakteriellen Kontamination von Telefonen“ ist sicher so titelträchtig wie die über „Penisverletzungen bei

In den USA hat ein Gerät Serienreife erlangt, das unter der Bezeichnung „High Joy Enabled iVibe Controller“ beste

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Masturbation mit Staubsaugern.“


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____________________ Verkaufschancen hat. Das Gerät hat – neben passenden Gummiaufsätzen für wahlweise Mann oder Frau – eine USB Schnittstelle zum Anschluss an den Computer. Das Ideal des gemeinsamen und perfekten Orgasmus via Webcam und Internet mit passende(n) Partner(n) in sozialen Netzwerken, von Facebook bis Twitter. Damit komme ich zum Themenkomplex, der sich mit der Sicherheit von Haushaltsgeräten beschäftigt. Viola unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit erzählt, dass elektrische Zahnbürsten unter Extrembedingungen und im Dauerbetrieb (unter der Dusche) öfter versagen. Und was ist mit Sekt- und Champagnerflaschen? Wer übernimmt die Verantwortung, dass das Staniol-Papier ordnungsgemäß entfernt wird? Wer sichert den Duschkopf, dass er nicht falsch ab- und wieder aufgeschraubt wird. Dem menschlichen Erfindungsgeist sind keine Grenzen gesetzt, und dem Masturbateur ist nichts zu schwör, wie mein Freund Daniel D. aus E. immer zu sagen pflegte. Aber man kann von den Herstellern mehr Produktsicherheit verlangen. Die Stiftung Warentest sollte schnellstens handeln. Auch der TÜV (Technischer-ÜberwachungsVerein) muss endlich in die Pflicht genommen werden, und zum Beispiel auf geordnete Inspektionen der verwendeten Hilfsmittel bestehen. Gut sichtbare Warnhinweise: „Nicht zur Masturbation geeignet“ gehören auf alle Haushaltsgeräte? Globale Märkte und Produkte aus Entwicklungsländern können zur Gefahr unserer hochindustrialisierten Gesellschaft werden. Wer einen aus einem Billiglohnland stammenden, für den amerikanischen Markt bestimmten, elektronisch gesteuerten

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____________________ Vibrator in eine Steckdose europäischer Norm zwängt, verursacht einen Kurzschluss im deutschen Haushalt. Darum möchte ich technisch unbedarfte Damen von der Anschaffung eines nicht TÜV geprüften Vibrators ausdrücklich abraten. Im konservativen Haushalt ist der rustikalere Dildo dem mit sensibler Elektronik ausgestatteten Vibrator haushoch überlegen. Auch als Sportgerät ist der weniger störanfällige Dildo zu bevorzugen. Doch manche Frauen wissen sich zu helfen. In der linksliberalen TAZ lese ich von einer fleißigen Radlerin, die eine Silikon-Slip-Einlage bevorzugt, deren fest angebrachter Dildo für Füllung und eine Noppenzunge für klitorale Reibung sorgt.

Wer sich nicht zwischen Dildo und Vibrator entscheiden kann, dem bietet der Haushalt schon seit der Steinzeit eine Vielzahl von gleichwertigen Gegenständen. Meine allem Neuen aufgeschlossene und experimentierfreudige Freundin Viola hat mir anschaulich die Funktionsweise einer Sektflasche erklärt, die ich verantwortungsbewussten Anwenderinnen weitergeben möchte. Zuerst das störende Papier am Flaschenhals sorgfältig entfernen. Dann mit der Zungenspitze vorsichtig um den Flaschenhals um das Glas auf scharfe Kanten und Unebenheiten zu prüfen. Wer eher zu feuchten Spielen neigt, trinkt die Sektflasche aus und füllt die leere Flasche zu etwa einem Drittel mit lauwarmem Wasser. Für exquisite

Das von besorgten Müttern und misstrauischen Ehemännern kolportierte Gerücht über entstehenden Unterdruck und

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Sauereien ist gut gekühlter und spritziger Champagner zu empfehlen.


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____________________ Ansaugproblemen gehört in den Bereich der Märchen. Alternativ und für vorsichtige Anwenderinnen eignen sich auch die modernen PETFlaschen, in deren Boden aus Sicherheitsgründen ein kleines Loch gebohrt wird.

Zum Schluss möchte ich noch auf die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von elektrischen Zahnbürsten, die gern unter der Dusche verwendet werden, und Haarbürsten mit weichen Borsten hinweisen. Diesen Tipp habe ich von Marianne S. aus Bocholt, der ich an dieser Stelle sehr herzlich danken möchte. Aus der Bildzeitung vom 11. Januar 2006, die ich als Informationsquelle sehr schätze, erfuhr ich, dass von anal eingeführte, tiefgefrorenen Forellen abzuraten ist, da sich beim auftauen die Gräten im Darm verhaken können.

Da dieses Thema aufgrund der Fülle des Themenbereichs noch nicht abschließend behandelt ist, möchte ich an meine Leserinnen appellieren: „Deutschland sucht die Super-Userin. Seien Sie solidarisch. Berichten Sie mir von Ihren Erfahrungen. Ich freue ich mich über Ihre bebilderte Zuschrift. Die Antworten werden für eine wissenschaftliche Studie verwendet. Die sensationellsten Entdeckungen und Anwendungsvariationen auf dem Gebiet der Dildo- und Vibrator-Forschung werden von mir prämiert.

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Raoul Yannik

Geboren im Oktober 1950 in der damals beschaulichen, schwäbischen Kleinstadt Sindelfingen. Nach Abitur und Ausbildung schloss sich ein längeres, aus heutiger Sicht ziemlich nutzloses Studium in Berlin an. Heute, nach einer kurzen Ehe und anderen Missgeschicken lebe ich aus Lebens- und Liebesgründen in Essen. Ich schreibe Essays, Kurzgeschichten und Romane über die Abgründe der Seele, über die Irrwege der Liebe, über das was sein könnte und was ist. Meine Schreib-Werkstatt: www.raoulyannik.de Meine Web-Tagebücher für Kommentare und Tipps: http://raoulyannik.blogspot.com/ und http://raoulyannik.wordpress.com Kontakt und Fragen an mich: kontakt@raoulyannik.de

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Meine Bücher und Veröffentlichungen HEXENMACHT Roman 560 Seiten Schweitzerhaus Verlag ISBN-10: 3939475211 ISBN-13: 978-3939475217 Im Buchhandel und bei Amazon erhältlich

Kurzgeschichten Schweitzerhaus Verlag ISBN 978-3-939475-06-4

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DILDO, VIBRATOR UND ANDERE HAUSHALTSGERÄTE