rainbowUNITED Ausgabe 04/19

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UNITED rainbow

Das Queere Magazin fĂźr Les-Bi- Schwul- Trans* & Inter*

Preis: 0,75 Euro

Ausgabe 04/19

In Kooperation mit

rainbowUNITED Ausgabe 19/04 vom 20.11.2019


EDITORIAL Hallo an ALLE, ein ereignisreiches Jahr geht zuende und ich möchte euch hiermit in der vierten, und damit letzten Ausgabe unseres Vereinsmagazins im Jahr 2019 willkommen heißen. An dieser Stelle darf ich mich auch offiziell von der HOSI-Tirol und damit von der Redaktion der rainbowUNITED verabschieden, da ich privat andere Wege einschlage. Bei allen Lensenden möchte ich mich die Aufmerksamkeit und treue Leserschaft bedanken. Dem neuen Vorstand und dem Verein wünsche ich alles Gute für die Zukunft, und ich darf nun den Staff(ler)-Stab des Redaktionsleiters an Markus und das neue Redaktionsteam weitergeben. Jetzt aber viel Spaß beim Lesen der Beiträge! Alles Gute, Euer Steve

IMPRESSUM

Offenlegung laut §25 Mediengesetz Medieninhaber: Verein HOSI Tirol / ZVR: 071298153 Kapuzinergasse 43 6020 Innsbruck Tel. & Fax: 0512/587 586 Mail: office@hositirol.at www.hositirol.at Mitglieder des Vorstands: Markus Möller Katharina Berktold Thomas Lechleitner Raphael Fuchs Armin Götsch Eva Fuchs

Chefredaktion: Stefan Kleinhans (Steve) redaktion@rainbowunited.at Redaktions- und Erscheinungsort: Innsbruck Grafik/Layout: Stefan Kleinhans, Markus Möller Druckerei: online Druck GmbH A 2351 Wr. Neudorf

Nächste Ausgabe: Redaktionsschluß: 20. Januar 2020 Erscheinung: 15. Februar 2020 Bankverbindung: Bank für Tirol und Vorarlberg IBAN: AT57 1600 0001 1918 1186 BIC: BTVA AT22

Redaktion/Mitarbeiter&Mitarbeiterinnen: Stefan Kleinhans, Nicola Heissig, Mag.a Valerie Purth, Paul Haller rainbow UNITED ist das periodisch erscheinende Vereinsmagazin der HOSI Tirol. Gemäß den Statuten bezweckt der gemeinnützige Verein die Angleichung der Rechte Homosexueller und Transidenter Menschen an die in der Menschenrechtskonvention festgelegten Grundrechte, sowie die Beseitigung gesellschaftlicher Diskriminierung. Druckauflage 1000 Exemplare mit zusätzlicher Veröffentlichung auf www.rainbowunited.at (Onlineblättermagazin). Die Beiträge, sowie Anzeigenschaltungen geben die Meinung des Verfassers/der Verfasserin und nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und/oder der Hosi Tirol wieder. Die Abbildung oder Erwähnung einer Person ist kein Hinweis auf deren Sexuelle Orientierung und/oder sexuelle Identität. Für unverlangt eingesandte Beiträge und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Ein Recht auf Abdruck besteht nicht. Bei allen Beiträgen behält sich die Redaktion das Recht auf Kürzungen vor. Vorbehaltlich Druckfehler.

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INHALT rainbow UNITED Live Evil oder Mrs. Gorilla Regenbogen Splitter United Cooking Stadtplan & Adressen Termine

AFLZ 4-5 6 22-23 24-25 26-27

Würde unabhängig von Leistung

AIDS Hilfe Tirol Positive Stimmen – Conchita und Jonathan

Hosi Tirol

QUEERATTACK! Neuer Vorstand der HOSI-Tirol

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Courage Neuer Behandlungspfad für trans*ident empfindende Menschen in Südtirol

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Fit for Love

Gleichbehandlungsanwaltschaft Eine Frage der Unternehmenskultur

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SoHo Tirol Beitrag entfällt diesmal leider Das gesamte Team der Redaktion und der HOSI-Tirol gratuliert herzlich zu 20 Jahren SoHo

Löwenherz 8-10

Schwule und Oper Casta Diva

20-21

GRÜNE Andersrum Tirol Queere Repräsentanz im hohen Haus

18-19

Immer am Laufenden! rainbowUNITED findest Du auch online zum Blättern auf unserer Webseite www.rainbowunited.at oder bestelle Dir dein persönliches Abo um 10,00 Euro pro Jahr (Versandkosten)

WE &A B BO

Neben den gesamten Ausgaben findest Du auf unserer Webseite nützliche Informationen und alle Termine auf einem Blick

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rainbowUNITED Ausgabe 19/04 vom 20.11.2019

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Titel - Gastbeitrag

LIVE EVIL oder: Mrs. Gorilla Mama, was sind Farben?“ Die kleine Luise kniet über einem Zitronenfalter, die Pupillen so groß, wie das Tier selbst. „Ach, Farben“, setzt die Mutter an, „Farben sind die verschiedenen Frequenzbereiche innerhalb des Spektrums zwischen Ultraviolett und Infrarot, die für uns erst dann sichtbar werden, wenn die Lichtwelle auf ein Objekt trifft, von diesem reflektiert wird und das Licht in unser Auge umleitet und sobald sie dann unsere Netz-“. Sie bricht mitten im Wort ab. Sie hat wohl den verständnislosen Blick des Mädchens mitbekommen. Luise steht langsam auf. Geplättet von solch einem Wissenschaftsvortrag denkt sie angestrengt nach, wohl sich fragend, ob ihre Mutter denn überhaupt selbst verstanden hatte, wovon sie da spricht. „Heißt das, es gibt eigentlich nur zwei Farben?“, will Luise wissen, „Violett und Rot?“ „In gewisser Weise... ja, mein Kind, gibt es nur Violett und Rot.“ ... Arme Luise. Was dem Mädchen in dieser Geschichte widerfährt, ist nicht mehr und nicht weniger das, was dem Großteil der Menschheit seit Generationen widerfährt. Neugierig und offen für die Fülle dieser Welt geht unsere Reise los und ehe man sich versieht, steckt man fest verwurzelt in der Rolle einer Mutter, die ihrem Kind ernsthaft erklären möchte, es gäbe nur zwei Farben. Wir denken als Gesellschaft grundsätzlich dual, grundsätzlich einfach. Sind grundsätzlich bestrebt, diese Lebensperspektive vehement zu verteidigen und sei ihre Dysfunktionalität noch so offensichtlich. Die Vielfalt des Seins bricht an allen Ecken und Winkeln dieser global vernetzten Gemeinschaft hervor und dennoch, wir halten an ei-

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nem dualen System fest. Männlich-weiblich, straight oder queer, gläubig oder Atheist. Dies ist schlichtweg ein Kindermodell. Ein unendliches Universum auf genau zwei Richtpunkte zu begrenzen ist sowohl banal, als auch gefährlich. Denn es entspricht nur einem kleineren Teil des großen Ganzen. Unbestritten gibt es Einiges zu tun, neu zu durchdenken, Grenzen zu verschieben, wenn wir uns der Vielfalt öffnen, denn ab hier fahren wir ohne Stützrad weiter, fahren wir schneller, fahren wir mutig neuen Fragen entgegen. Bin ich nun weiblich, weil ich Besitzer eines gebährfähigen Körpers bin oder bin ich weiblich, weil ich sexuell der Männlichkeit fröhne? Oder vielleicht haben wir ja sogar alle unsere Weiblichkeit hie und da? Manchmal so und manchmal so? Nun mag solch eine Thematik dem allgemeinen Konsens noch weitgehend fern geblieben sein, doch keineswegs müssen wir uns deshalb auf vage Behauptungen und Spekulationen verlassen. Glücklicherweise weiß die Biologie schon mehr. Neben transsexuellen Fischen und schwangeren Seepferdchenmännchen ist Queer-Sexualität in der Natur gang und gäbe und Mawww.rainbowunited.at


www.rainbowunited.at triarchate funktionieren seit Äonen von Jahren. Die Extravaganz ist bei den Tieren meist dem Männchen vorbehalten, da das sich Schmücken doch tatsächlich von Stärke und Gesundheit zeugt. Nur wer überlegen ist, kann es sich leisten, unnötige Verzierungen umher zu tragen. Und darüber hinaus: Haben nicht schon Könige und Kaiser Perrücke, Strumpf und Stöckel getragen, lange noch bevor unsereiner das Wort „Drag“ überhaupt in den Mund nahm? Ja, es wird zu Komplikationen führen, ja, es wird harte Arbeit bedeuten für uns, und dennoch ist es von ungeheurer Wichtigkeit, zu erkennen, dass unser altes Geschlechtermodell nicht mehr passt. Es ist zu klein. Wir sind mit unserem Bewusstsein dem dualen Modell schlicht über den Kopf gewachsen und tun nicht gut daran, an ihm festzuhalten. Wir brauchen ein neues Modell, eine vollkommen neue Perspektive. Stellen Sie sich einmal ein Gorillaweibchen vor. Wie es an einem Ast hängt, genüsslich an ein paar Blättern kaut und die anderen Affen ihres Stammes beobachtet. Es beobachtet sie nacheinander und bei jedem Familienmitglied fühlt es etwas anderes. Fühlt sich zugeneigter, fühlt sich abgeneigter, je nach dem, welche Erfahrungen es mit dem momentanen Beobachtungsobjekt bisher gesammelt hat. Glauben Sie, dass es sich vor Allem den anderen Weibchen im Stamm zugehörig fühlt? Weil es sie als ähnlicher sich selbst empfindet, als die Männchen? Oder wäre es sogar möglich, dass die Tierwelt solch ein radikales GeschlechterTrennen gar nicht kennt? Vielleicht findet sich das Gorillaweibchen vor allem in der Spate der behaarten Artgenossen wieder oder in der der gefühlvollen, wer weiß? Ist diese absolute Trennung von Vagina und Penis also vielleicht eine vom Menschen konstruierte, den universalen Gesetzen aber gar nicht innewohnend? Wir Menschen haben eine polarisierte Wahrnehmung der Welt, doch ob die Fülle des großen Ganzen nun in zwei, drei oder 125 Bereiche aufgeteilt wird, es ist und bleibt die gleiche unendliche Fülle. rainbowUNITED Ausgabe 19/04 vom 20.11.2019

Im Grunde kann die Summe der meisten unserer Denkfehler auf ein einfaches Gleichnis reduziert werden: gut = gut schlecht = schlecht Aber: Es gibt auch ein gutes „Schlecht“. Das weiß jeder, der sich schonmal die Hand an der Herdplatte verbrannt hat und seit diesem Tag an den direkten Kontakt zu jeglicher Flamme meidet, seien es die kleinen Flämmchen im Gasherd oder die Monster eines alles verschlingenden Waldbrands. Der vermeintlich böse Schmerz kann uns vor weitaus größeren Schmerzen bewahren und uns somit etwas Gutes tun. Schlecht ist also nicht gleich schlecht. Ebensowenig ist männlich gleich Mann oder weiblich gleich Rosa, was ehrlich gemeint war, kann trotzdem eine Lüge sein und Gesetze werden nach Lust und Laune umgeschrieben, wenn es denn Profit verspricht. So ist und bleibt die objektiv richtige Sicht auf die Dinge ein unnahbares Mysterium, welches jedoch jeder schonmal gesehen haben will. Auf der ganzen Welt werden deswegen Konflikte ausgetragen, Kriege werden im Namen der Wahrheit und im Namen [„des wahren guten“ -Anm.d.R.] Gottes geführt. Doch wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, haben wir doch alle keinen blassen Schimmer, was die Wahrheit eigentlich bedeuten soll. ... „Du bist komisch, Mama. Wenn es so viele schöne Farben gibt, warum willst du nur Violett und Rot sehen?“ Die Mutter blickt beschämt zu Boden. Sie fühlt sich erkannt, fühlt sich gesehen, will nicht gesehen werden. Nach einem tiefen Atemzug schaut sie ihrer Tochter in die Augen und sagt mit leicht gebrochener, aber lauter Stimme: „Weil es einfacher ist, Luise. Man muss dann nicht mehr selbst entscheiden!“ Dann fügt sie noch hinzu: „Komm, wir kaufen dir was Schönes. Was hältst du von der Gorillapuppe dort drüben?“ „Ich will ein Pferd, Mama!“ Text&Bild: Nicola Heissig

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Hosi Tirol REGENBOGEN Splitter

Kritik am deutschen Gesundheitsminister Jens Spahn ... kommt von den Grünen: Das Verbot von „Konversionstherapien“, welche die Heilung Homosexueller vorgeben, habe zu große Lücken, kritisieren sie. Spahn hat nun einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgestellt, der aber einige Lücken hat. So bleiben die „Behandlingen“, die von der medizinischen Fachwelt einhellig abgelehnt werden, bei „einwilligungsfähigen Volljährigen“ erlaubt, wenn sie im Vorfeld über die Therapie nicht getäuscht oder gezwungen wurden. Ausnahmebestimmungen gehen an der Realität vorbei, kritisieren die Grünen. Auch bei unter 18-Jährigen gibt es eine gravierende Ausnahme vom Verbot von „Konversionstherapien“: Bei 16- bis 18-Jährigen soll es nicht greifen, wenn der Behandler den Nachweis erbringen kann, dass der Person Tragweite und Risiken der Behandlung bewusst sind. Für die Grüne Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws, Sprecherin für Queerpolitik ihrer Fraktion, ist das Verbot von Konversionstherapien Zar „überfällig“ – wegen der Ausnahmen hat der Gesetzesentwurf aber „einen wichtigen Makel“. „Da in der Praxis Jugendliche unter anderem von ihren Eltern unter enormen Druck gesetzt werden, würde eine solche Regelung an der Realität vorbei gehen“, kritisiert Schauws. Zudem müsse das Verbot auch für trans und inter Menschen gelten, es brauche eine Kampagne zur Aufklärung, fordert sie. FDP-Abgeordneter zweifelt am Zeitplan Jens Brandenburg, LGBTI-Sprecher der FDPBundestagsfraktion, forderte ebenfalls eine möglichst schnelle Umsetzung des Verbots: „Der versprochene Zeitplan lässt sich jetzt schon nicht mehr halten. Die menschenverachtenden Konversionstherapien müssen noch Anfang 2020 verboten werden.“

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Ursprünglich hatte Spahn zu Beginn des Jahres angekündigt, schon bis zum Sommer einen Gesetzentwurf vorzulegen – was sich allerdings verzögerte. Im Schweizer Kanton Aargau darf ein Zwillingspärchen nicht in einer Spielgruppe mitmachen, weil ihre Eltern zwei Männer sind. Weder in der Politik noch bei Pädagogen und Community-Vertreten hat man für die Entscheidung der Gruppenleiterin Verständnis. Die beiden Väter wollten ihre Zwillinge in eine anerkannte Spielgruppe geben – doch daraus wird jetzt nicht Rafael und Raul sind Zwillinge, dreieinhalb Jahre alt, und leben mit ihren beiden Vätern Roshan und Michael im beschaulichen Lenzburg. Da beide Männer auswärts arbeiten, kümmert sich untertags ein Kindermädchen um die Buben. Nach dem Willen der Väter sollten die Kinder nun halbtags in eine Spielgruppe gehen. Ausgesucht hatten sie eine, die auch von der Stadt offiziell empfohlen wurde. Doch daraus wird nun nichts: Den Kindern wurde die Aufnahme in die Spielgruppe verweigert. Ein schwules Elternpaar sei „weder normal noch natürlich“, meinte die Gruppenleiterin Denn ihre Eltern sind “ein homosexuelles Paar, was die betreffende Spielgruppenleiterin den Eltern gegenüber mit den Worten kommentierte, dass eine solche Konstellation weder normal noch natürlich sei”, wie der Lenzburger Bezirks-Anzeiger berichtet. Die Leiterin der Gruppe, eine Frau Ende Fünfzig, habe der Zeitung diese Aussage auch bestätigt. Andreas Schmidt, der zuständige Stadtrat in Lenzburg, ist empört: “Ich persönlich habe für die Haltung dieser Spielgruppenleiterin kein Verständnis. Im Zentrum steht das Wohl des Kindes. Die Lebensform der Eltern sollte bei der Aufnahme in eine Spielgruppe keine Rolle spielen”, erklärt er der Aargauer Zeitung. Auch beim Dachverband der Spielgruppen ist man über diese Entscheidung entsetzt. Text & Fotos: ggg.at

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Gleichbehandlungsanwaltschaft

www.hositirol.at gleichbehandlungsanwaltschaft.gv.at

Eine Frage der Unternehmenskultur Herr O ist schwul und geht damit auch im Arbeitskontext offen um. Sein neuer Vorgesetzter macht regelmäßig unangebrachte und beleidigende Bemerkungen und „Witze“ über Herrn O in Zusammenhang mit dessen sexueller Orientierung. Herr O leidet darunter massiv und zieht sich mehr und mehr zurück. Schließlich endet das Dienstverhältnis einvernehmlich. Er wendet sich an die Gleichbehandlungsanwaltschaft (GAW). Situation von LGBTIQ-Personen am Arbeitsplatz Trotz rechtlichen Schutzes durch das Gleichbehandlungsgesetz (GlBG) erleben Menschen mit gleichgeschlechtlichen Orientierungen oder einer abweichenden Geschlechtsidentität auch heute oftmals noch Schwierigkeiten und Benachteiligungen beim Zugang zu und in der Arbeit selbst. Laut einer Studie zur Situation von LGBTIQ-Personen am Arbeitsplatz haben sechs von zehn LGBTI-Personen schon einmal mindestens eine Diskriminierungsform persönlich erlebt und immerhin jede_r zehnte LQBTIQ-Beschäftigte gibt an, von zumindest einer Form der Diskriminierung regelmäßig betroffen zu sein. Die Annahme, dass sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität am Arbeitsplatz keine Rolle spielt, entlarvt sich bei genauerer Analyse als „Asexualitätsfiktion“. In vielen Betrieben wird nach wie vor von Heterosexualität als der Norm ausgegangen, wobei die Norm unausgesprochen gilt. Die Herstellung und Reproduktion von Heteronormativität erfolgt über Alltagspraktiken. Wie selbstverständlich wird etwa in den Pausen über Wochenendaktivitäten oder Familienbelange gesprochen. Die Heterosexualität des Gegenübers wird dabei angenommen und gar nicht erst thematisiert. In vielen Betrieben sind sowohl Heteronormativität als auch Heterosexismus nach wie vor Realität. Für LGBTIQ-Personen stellt sich damit stets aufs Neue die Frage, ob sie ihre gleichgeschlechtliche Orientierung bzw. ihre Geschlechtsidentität als trans* oder intersexuell offenlegen oder verheimlichen sollen. Umgang mit Diversität Der Umgang mit Diversität ist immer auch eine Frage der Unternehmenskultur. Arbeitgeber_innen können durch die Bestimmung der Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass in ihrem Betrieb ein respektvolles und anerkennendes Miteinander gelebt wird. In der angeführten Studie gaben die befragten LGBTIQ-Beschäftigten an, dass sie rainbowUNITED Ausgabe 19/04 vom 20.11.2019

sich konkrete Richtlinien für den Umgang mit LGBTIQ-Personen und LGBTIQ-Themen im Betrieb, eine klare Positionierung gegen Diskriminierungen seitens ihrer Unternehmensführung und themenspezifische Weiterbildungen oder Diversity-Trainings wünschen. Gendersensible Formulierungen in der internen Kommunikation werden immer noch von knapp mehr als der Hälfte als zumindest ziemlich hilfreich betrachtet, symbolische Maßnahmen (z.B. Regenbogenfahnen, Poster und ähnliches) von 47 %. Vielen geht es dabei letztlich vor allem um die Sichtbarmachung von LGBTIQ-Personen und –Themen. Diese Unterstützungsforderungen decken sich mit den Erfahrungen der GAW. Die GAW richtet ein Schreiben an den ehemaligen Arbeitgeber von Herrn O, um eine unternehmensinterne Diskussion zum Thema Umgang unter Kolleg_innen im Allgemeinen sowie mit LGBTIQ-Kolleg_innen im Besonderen anzuregen. Der Arbeitgeber nimmt den Vorschlag eines moderierten Gesprächs in den Räumlichkeiten der GAW umgehend an. Durch das Gespräch wird ein Raum für Begegnung geschaffen. Der Geschäftsführer und Herr O begegnen sich offen und auf Augenhöhe. Dass das Dienstverhältnis bereits beendet und Schadenersatzansprüche zu diesem Zeitpunkt bereits verjährt sind, mag ein Faktor für das Gelingen des Gesprächs sein, da sich der ehemalige Arbeitgeber nicht mehr in die Defensive „gedrängt“ fühlen musste. Umgekehrt jedoch hätte er gerade deshalb jedes Gespräch ablehnen können, ohne (rechtliche) Konsequenzen zu fürchten. Herr O konnte von der Struktur seines neuen Arbeitsplatzes erzählen, an dem er sich sehr wohl fühlt: Dort ist die Hierarchie relativ flach organisiert, in Projektteams werden regelmäßig die (Führungs-)Rollen gewechselt und eine offene Fehler- und Konfliktkultur wird gefördert. Nach dem Gespräch fühlte sich Herr O gesehen und gehört, also respektiert – er konnte gestärkt aus dem Gespräch gehen. Text: Mag.a Valerie Purth

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Courage Neuer Behandlungspfad für trans*ident empfindende Menschen in Südtirol Der Versorgung von trans*identen Personen in Südtirol wurde seit jeher wenig Beachtung geschenkt. Einerseits hat sich der Südtiroler Sanitätsbetrieb dieser Personengruppe nicht ausreichend angenommen und zum anderen fehlt es in Italien immer noch an gesetzlichen Rahmenbedingungen, welche die Versorgung von Trans*personen im Sinne der „Betroffenen“ selbst auf stabile Beine stellen. So muss beispielsweise eine Vornamens- und Personenstandsänderung von einem Familiengericht entschieden werden. Auch eine geschlechtsangleichende Operation muss vorher von einem Gericht genehmigt werden. Die Krankenkasse weigerte sich teilweise die Behandlungskosten zu übernehmen bzw. mussten diese oftmals auf gerichtlichem Wege erstritten werden, was für die „Betroffenen“ selbst manchmal ein enormen finanziellen Aufwand bedeutete. Diese ungünstigen Ausgangspositionen verursachten Unsicherheiten bei Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Ärzt*innen und Jurist*innen. Trotzdem hatten sich vereinzelt Fachpersonen unterschiedlicher Disziplinen dem Thema angenommen und teilweise unabhängig voneinander trans*idente Menschen begleitet. Vernetzung gab es keine. Der Autor dieses Artikels hat diese Notlage erkannt und im Jahre 2016 Expert*innen zu einem Netzwerktreffen eingeladen um eine Arbeitsgruppe zu gründen. Anwesend waren vier Psychotherapeut*innen, ein Psychiater, ein Endokrinologe und zwei Jurist*innen. Vertreten waren sowohl die deutsche als auch die italienische Sprachgruppe. Diese Arbeitsgruppe hat sich selbst den Auftrag gegeben, Behandlungsempfehlungen für Südtirol zu entwickeln und diese im öffentlichen Gesundheitssystem Südtirols zu implementieren. Unter der Leitung von Michael Peintner traf sich das Team in viermonatigem Abstand. Als Arbeits- und Diskussionsgrundlage dienten die aktuellen österreichischen Behandlungsempfehlungen, die der Südtiroler Realität und der italienischen Gesetzgebung angepasst werden sollten. Im Laufe dieses Prozesses hat eine Richterin des Famili-

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engerichtes die gesetzliche Lage erklärt und von ihren bisherigen Erfahrungen berichtet. Nach einem ersten Entwurf folgten zahlreiche Gespräche mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb. Die ersten Gespräche verliefen leider ergebnislos. Erst durch den neuen Sanitätsdirektor kam es zu einer positiven Wendung. Er hatte die Notwendigkeit erkannt und stand dem Thema sehr offen gegenüber. Weitere sanitätsinterne Sitzungen folgten. Im Herbst 2019 wurde der neue Behandlungspfad vorgestellt, welcher nun im öffentlichen Gesundheitssystem Südtirols verankert werden soll. Im Südtiroler Sanitätsbetrieb wurde ein Referenzteam, bestehend aus zwei Psychotherapeut*innen, zwei Psychiater*innen, einem Urologen, einem Gynäkologen, einem Endokrinologen sowie einer Kinderendokrinologin eingerichtet, welches die Behandlung und Betreuung der trans*identen Patient*innen (Minderjährige und Erwachsene) übernehmen wird. Zielsetzung:  Der Behandlungspfad gewährleistet den betroffenen Patient*innen die notwendigen Behandlungen von der Fallübernahme über die Diagnose bis zur Hormontherapie und den chirurgischen Eingriffen • Der Psychologische Dienst Bozen fungiert als Referenzdienst zur psychologischen Einschätzung und psychotherapeutischen Begleitung von Personen mit Gender-Dysphorie • Diagnostik im Rahmen der Gender-Dysphorie • Im Bedarfsfall wird eine psychiatrische Einschätzung eingeholt • Psychotherapeutische Begleitung für die Personen mit Trans*identität bzw. GenderDysphorie; diese Begleitung (Information, Beratung und Unterstützung) wird in Absprache mit den Betroffenen selbst, auch den Angehörigen angeboten • Erstellung eines psychologischen Befundes www.rainbowunited.at


www.courage-beratung.at am Ende des diagnostischen Prozesses bei Bestätigung der Gender-Dysphorie, bei der die Hormontherapie als nächste Maßnahme zur Angleichung an das Wunschgeschlecht empfohlen werden kann Der Psychologische Dienst Bozen händigt auf Anfrage der Patient*innen mit Gender-Dysphorie diesen psychologischen Befund für das Ansuchen bei Gericht um Namens- und Personenstandsänderung und chirurgischen Eingriffe aus. Bei Überweisung an die Ärzt*innen bezüglich operativer Eingriffe händigt der Psychologische Dienst den Patient*innen eine Checkliste über die bereits durchgeführten Maßnahmen aus und spricht die Empfehlung für die gewünschten Operationen aus. Familienberatungsstellen, welche akkreditiert und mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb vertragsgebunden sind, können auch weiterhin die psychologische Betreuung und Begleitung von trans*identen Personen übernehmen und entsprechende Gutachten zur Hormontherapie erstellen. Vorausgesetzt sind eine entsprechende fachliche Kompetenz und Erfahrungen in der Betreuung und Begleitung von Personen mit Gender Dysphorie. Hormonbehandlung Im Südtiroler Sanitätsbetrieb wird die geschlechtsangleichende Hormontherapie im Rahmen der Gender-Dysphorie im Krankenhaus Bozen durchgeführt. Der Endokrinologe klärt in einem ersten Beratungsgespräch die Patient*innen über die geschlechtsangleichende hormonelle Behandlung auf, und steht für klärende Fragen und Informationen zur Verfügung. Weiters führt er eine genaue medizinische Anamnese durch, um eventuell notwendige medizinische Untersuchungen veranlassen zu können, und erstellt eine Liste mit erforderlichen Laborparametern, welche vor Behandlungsbeginn abgeklärt werden müssen. Auch die Kontrollvisiten nach Beginn der hormonellen Behandlung werden durch das Krankenhaus Bozen gewährleistet. Bei minderjährigen Patient*innen ist die informierte Einwilligung („informed consent“) bei den Eltern einzuholen; eine feminisierende oder maskulinisierende Hormontherapie ist, gemäß der Erfahrung und Literatur, erst frühestens ab dem 16. Lebensjahr empfohlen. Laut Auskunft der Rechtsmedizin gilt für minderjährige Patient*innen: „Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr sollten rainbowUNITED Ausgabe 19/04 vom 20.11.2019

mitbestimmen dürfen, die rechtliche Verantwortung und damit die definitive Entscheidung haben aber die Eltern. Sollte es zu schweren Differenzen bei den Behandlungswünschen zwischen Jugendlichen und Eltern kommen, sollte vor einer Entscheidung für die Behandlung auf Wunsch des/der Jugendlichen und gegen den Wunsch der Eltern dieses Problem mit dem Jugendgericht besprochen werden.“ Chirurgische Eingriffe Der Südtiroler Sanitätsbetrieb ist bestrebt eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit einer Fachklinik zu formalisieren. Bis es eine solche formalisierte Zusammenarbeit gibt, gilt Folgendes: Patient*innen, welche chirurgische, geschlechtsangleichende Operationen vornehmen lassen wollen, können sich an den Urologen wenden, der die entsprechende Überweisung an eine/n ausgewiesene/n Spezialist*in im europäischen Raum ausstellen wird, damit der öffentliche Gesundheitsdienst die Kosten übernehmen kann. Zum ersten Gespräch sind mitzubringen:  Kopie des Gerichtsurteils, in dem die chirurgischen Eingriffe genehmigt sind (bei Fehlen dieses Dokumentes übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht)  Schreiben vom behandelnden Psychologen/ Psychotherapeuten mit der Auflistung der bereits durchgeführten Behandlungen und geschlechtsangleichenden Maßnahmen (Checkliste)  Die Patient*innen sollen auch einen Vorschlag äußern, an welcher Klinik bzw. bei welcher/m ausgewiesenen Spezialist*in er/sie die Operationen machen möchten. Für die Zukunft gilt es vor allem auf politischer Ebene noch Einiges zu erreichen. Die Änderung der Personenstands- und Vornamensänderung sollte direkt in den Standesämtern der Wohnsitzgemeinde möglich sein und die Freigabe von geschlechtsangleichenden Operationen durch ein Gericht muss abgeschafft werden. Für einen Erstkontakt ist es sinnvoll, sich direkt an den Psychologischen Dienst Bozen zu wenden: Galileo-Galilei-Straße 2/E, Eingang Stiege A, 2. Stock, Tel.: +30 0471 435 001; psichol.bz@sabes.it Foto/ Text: Mag. Michael Peintner COURAGE Stephanie Gonot / Wappen: wikipedia/Südtirol

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Courage

KONTAKT: COURAGE Innsbruck Salurner StraĂ&#x;e 15 / 2. St./ (Casino-Hilton-Passage) A 6020 Innsbruck Tel.: +43(0)699/166 166 63 innsbruck@courage-beratung.at www.courage-beratung.at

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QUEERATTACK! Termine DIE LES-BI-SCHWULE CLUBNACHT TIROLS

23.12.2019

von 21:00 - 02:00 Uhr

Ein neuer, sicherer Heimat-Hafen für deine hafenlose Lieblings-Party:

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TREiBHAUS

das Kultureller Nahversorger und Buffet der Vielfalt mit Lebensmitteln für die Seele

Eintritt

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e Sp freiwilig

k n Zwec e t u g r fü

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dem tion mit ra e p o - in Ko HAUS - TREIB

Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck

+an alle Mitglieds-Personen: nehmt bitte eure Ausweise mit! +Limited Welcome-Drinks +Lichter-Umzug zur offiziellen Afterparty im Bacchus +im ganzen TREiBHAUS wird schrille Weihnacht gefeiert - ein Abend voller Highlights: Rap-Combo: von Seiten der Gemeinde, Comedian Feminists, Streetnoise Orchestra, DJ-Henrik und die fidelen Sternspritzer, uvm.

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Hosi Tirol Neuer Vorstand Wie fast überall in diesem Jahr, so kam auch in der HOSI-Tirol 2019 einiges im Bewegung. Aus jeweils beruflichen Gründen und wegen Wohnortwechseln haben unser langjähriger Obmann Ing. Markus Aigner und unser ebenso ausdauernder Kassier „Nico“ Jürgen Preisegger sowie unser fleißiger Obmann-Stellvertreter „Steve“ Stefan Kleinhans ihre jeweiligen Ämter weitergegeben. Schon im Oktober wurde zu einer außerordentlichen Generalversammlung der Mitglieds-Personen am 14.11.2019 aufgerufen, die Posten Obmann/-frau/-x, den Stellvertretungsposten sowie Kassier/-in/-x zur Nachbesetzung bzw. Bestätigung durch Neuwahl ausgeschrieben und die Vereinsbuchhaltung geprüft. Am Abend der Generalversammlung gab Steve zunächst einen kurzen Jahresrückblick, das Ergebnis der Rechnungsprüfung wurde präsentiert und der „alte“ Vorstand durch die anwesenden Mitglieds-Personen entlastet. Anschließend wählten die Anwesenden durch eine geheime Wahl den „neuen“ Vorstand. Alle Gewählten haben die Nominierung durch die Generalversammlung angenommen und im Folgenden dürfen wir das aktuelle Team kurz vorstellen:

v.l.n.r. Katharina Berktold, Armin Götsch, Eva Fuchs, Thomas Lechleitner, Markus Möller, Werner Gruber, Carola Schöpf, Raphael Fuchs

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www.hositirol.at Obmann: Markus Möller, leitender Büroangestellter, Verwaltung Markus ist seit Mai 2010 ein engagierter Teil des Hosi-Teams und den Meisten durch die Mitarbeit bei der QUEERATTACK!©, dem CSD, oder bei den offenen (Grill-) Abenden bekannt. Sein Hauptbestreben liegt darin die Vernetzung in der „Szene“, zwischen den einzelnen Organisationen und Institutionen weiter auszubauen, und Vielfalt sichtbar zu machen. Zitat: „Es geht nur gemeinsam, nur wer da ist, kann dabei sein“ Obmann-Stellvertreter: Raphael Fuchs, Mitarbeiter im Personenverkehr Raphael ist seit 5 Jahren ein Teil des HOSI-Tirol -Teams und war auch der stellvertretende Jugendgruppenleiter. Liegt ihm etwas am Herzen, oder hat er sich etwas in den Kopf gesetzt ist er kaum davon abzubringen und setzt sich mit vollem Elan für die Sache und den guten Zweck ein. Zitat: „Die HOSI-Tirol soll für alle ein Ort zum Ankommen sein.“ Schriftführer: Thomas Lechleitner Gemeinderat Innsbruck Thomas bringt nun schon zum dritten Mal sein Organisationstalent und seine Erfahrung in Sachen Öffentlichkeitsarbeit mit in das Vorstands-Team. Zitat: „Jede*r soll sich in der HOSI sicher und willkommen fühlen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Glaube, Herkunft, oder wen sie*er liebt.“ Schriftführer-Stellvertreterin: Eva Fuchs, Logistik und Transportwesen Eva kam vor einigen Jahren als Regenbogen-Mama zur Hosi-Tirol und ist seit

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dem eine engagierte Unterstützerin der Community und koordiniert weit mehr als nur den Ablauf der CSD-Parade in Innsbruck. Zitat: „Geh dua weita“ und „mochma des a so!“ Kassierin: Katharina Berktold, Buchhalterin und Lohnverrechnerin Katharina ist nicht nur im Umgang mit Zahlen eine Meisterin, sondern auch durch ihre fröhliche und offene Natur und ihren unermüdlichen Einsatz bei der alltäglichen Vereinsarbeit und den verschiedenen Angeboten der HosiTirol eine wertvolle Ergänzung des Teams. Zitat: „Ah geeh, des machmer scho!“ (+Grinser)

Kassierin-Stellvertreter: Armin Götsch, Tischlermeister Armin gehört schon seit vielen Jahren zur HOSI-Tirol, und wird mit seiner ruhigen, bekannt-reflektierten und vorausschauenden Art weiterhin die Vereinsarbeit mitgestalten. Zitat: „Stillstand ist Rückschritt und Veränderung ist Leben, lasst und gemeinsam leben und nach vorn schreiten“ Rechnungsprüfung: Carola Schöpf, leitende Büroangestellte in einem Sozialen Betrieb Zitat: „Schaug auf Di!“ und Werner Gruber, Bankkaufmann Zitat: „Was gibt´s neichs, was gibt´s zu tun?“

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AFLZ Autonomes Frauen- & Lesbenzentrum

- Würde unabhängig von Leistung ? „Ich glaube schon, dass es wichtig ist, eine säkulare Personenbeschreibung zu fassen, die von all diesen Dingen unabhängig ist, gleichgültig was ich einmal leiste, die Würde von der Gesellschaft zugesprochen zu bekommen, und wirklich unabhängig von all dem was mich ausmacht und das ist nicht der Fall und das ist für Männer auch nicht der Fall …. warum muss ich was leisten, um Würde zu bekommen, ich möchte sie einfach haben!“ Marlene Streeruwitz, Literatin (Zitat aus der Podiumsdiskussion „Jede Stimme zählt“ am 27.9.2019, Innsbruck, Treibhaus)

Dieses Zitat hat mich in seiner unglaublichen Prägnanz und Tiefe zu weiterführenden Gedanken inspiriert.

herrschenden, in der Regel noch viel mehr leisten als Männer, damit ihnen ein quäntchen Würde zuteil wird.

Im gelebten Alltag erfahren wir Würde meist tatsächlich nur über Leistung. Fragen, wie produktiv wir sind, ob wir genügend zum „Wohle der Gesellschaft“ beitragen, ob wir die an uns gestellten Anforderungen ausreichend erfüllen, zeigen sich meist als Kriterien für die Anerkennung von Würde.

Sehr häufig wird beim ersten Aufeinandertreffen von Menschen die Frage gestellt: „Was machst Du?“ respektive „Was leistet Du?“ Es geht also nicht darum den Menschen mit seinen Facetten und seiner einzigartigen Persönlichkeit kennenzulernen, sondern zuallererst darum herauszufinden, welche Leistungen dieser erbringt.

Allein schon die Tatsache, dass bestimmte Menschen für ihre Leistungen öffentlich gewürdigt werden, veranschaulicht das mehr als deutlich. Würde wird also mit Verdienst gleichgesetzt. Dies obwohl Menschenwürde keine besondere oder zusätzliche Eigenschaft ist - Menschenwürde haben wir alleine dadurch, dass wir Menschen sind. Jedoch müssen Frauen aufgrund der patriarchalen Strukturen, welche schon seit Jahrtausenden vor-

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Wenn uns Würde abgesprochen wird, sobald wir nicht den jeweiligen gesellschaftspolitischen Anforderungen gerecht werden, hat dies weitreichende Folgen. Es führt einerseits zu zahlreichen körperlichen wie psychischen Krankheitsbildern, andererseits vermindert es Kreativität, Authentizität und Diversität. Durch Anpassung, um dazuzugehören und letztlich würdig zu sein, verlieren wir unsere Individualität und verleugnen damit unsere Perwww.rainbowunited.at


www.frauenlesbenzentrum.at

sönlichkeit. Dass Anpassung der Zugehörigkeit sogar im Wege steht, war eine der größten Überraschungen einer groß angelegten Studie der US-amerikanischen Sozialwissenschaftlerin und Autorin Dr. Brené

und die Würde, die uns damit zuteil wird. Aber nur „Tun aus dem Sein“ bringt unsere Individualität zum Vorschein, ermöglicht es, unsere ureigenen Talente und Fähigkeiten zu unserem eigenen Wohle und letztendlich auch zum Wohle anderer auszudrücken. Um das in unserer Gesellschaft zu erreichen, bedarf es noch weitreichender Veränderungen in nahezu allen Lebensbereichen.

Brown: „Bei Anpassung geht es darum, ... ...eine Situation zu bewerten und zu der Person zu werden, die Du sein musst, um akzeptiert zu werden. Zugehörigkeit erfordert jedoch nicht, dass wir ändern, wer wir sind; es erfordert von uns, zu sein wer wir sind.“ Würde durch Leistung bedingt, dass wir nach dem Konzept des „Sein aus dem Tun“ leben. Über das Tun definiert sich unser Sein

Aber ich bin überzeugt, dass es auch in unserer eigenen Verantwortung liegt, daran zu arbeiten, uns selbst würdig zu sehen und zu fühlen, einfach um unserer selbst willen auch wenn wir dies im Außen nicht immer so erfahren.

Öffnungszeiten: Dienstags 19:00 - 23:00 Uhr ( nur in den Wintermonaten)

Freitags 19:30 - 24:00 Uhr Bürozeiten : Mittwochs 13:00 - 16:00

Tel.: +43 512 / 58 08 39 Text: Petra Müller/Gerti Eder Bilder: AFLZ Innsbruck

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AIDS Hilfe Tirol Positive Stimmen – Conchita und Jonathan Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag. Der weltweite Tag für Solidarität mit von HIV betroffenen Menschen. Warum haben sich zwei Prominente mit ihrer HIV-Infektion geoutet?

Conchita:

„Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv.“

Conchita Wurst hat für Österreich den Song Contest mit „Rise Like A Phoenix“ gewonnen. Conchita hat sich unfreiwillig geoutet. Die Hintergründe erklärte Conchita auf Instagram: „Ich bin seit vielen Jahren HIV-positiv. Das ist für die Öffentlichkeit eigentlich irrelevant, aber ein Ex-Freund droht mir, mit dieser privaten Information an die Öffentlichkeit zu gehen, und ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen.“ Was sprach für Conchita dafür, den HIV-Status nicht offenzulegen?

kamente nimmt und nachweislich unter der Nachweisgrenze liegt, hat damit diese Verpflichtung auch beim Sex erfüllt und könnte auf das Kondom verzichten.

„Ich wollte aus mehreren Gründen bisher nicht damit an die Öffentlichkeit gehen, nur zwei davon will ich hier nennen: Der wichtigste war mir meine Familie, die seit dem ersten Tag Bescheid weiß und mich bedingungslos unterstützt hat. Ihnen hätte ich die Aufmerksamkeit für den HIV-Status ihres Sohnes, Enkels und Bruders gerne erspart. Genauso wissen meine Freunde seit geraumer Zeit Bescheid und gehen in einer Unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem Betroffenen wünschen würde. Zweitens ist es eine Information, die meiner Meinung nach hauptsächlich für diejenigen Menschen von Relevanz ist, mit denen sexueller Kontakt infrage kommt.“ Conchita gehört dabei auch zu denjenigen, die von einer erfolgreichen Therapie profitieren: „Seit ich die Diagnose erhalten habe, bin ich in medizinischer Behandlung, und seit vielen Jahren unterbrechungsfrei unter der Nachweisgrenze, damit also nicht in der Lage, den Virus weiter zu geben.“ Rechtlich gesehen müssen HIV-positive übrigens in Österreich niemanden über ihre HIV-Infektion informieren. Sie sind aber verpflichtet, eine Weitergabe zu verhindern. Wer seine Medi-

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Jonathan: „Ich bin ein stolzes Mitglied der wundervollen HIV-positiven Community.“ Der Hairstylist Jonathan Van Ness hat sich als HIV-positiv geoutet. Er ist einer der Stars der erfolgreichen Netflix-Realityshow „Queer Eye“. In der mit mehreren Emmys ausgezeichneten Serie krempeln in jeder Folge fünf schwule Männer das Leben von Menschen um. Vom Styling über Essen bis zur Wohnungseinrichtung. Vor seinem Outing als HIV-Positiver in seiner aktuellen Autobiografie „Over The Top“ hatte er Angst: „Ich hatte die letzten drei Monate jede Nacht Albträume, weil ich Angst davor habe, verletzbar zu sein.“ Den HIV Test hatte er mit 25 Jahren machen lassen, nachdem er plötzlich ohnmächtig geworden war.

Das positive Ergebnis schockierte ihn zuerst: „Dieser Tag war genauso verheerend, wie man es sich vorstellt.“ Inzwischen nimmt Jonathan erfolgreich die HIV-Medikamente und hat das Ergebnis verarbeitet. Er hat auch einen Drogenentzug hinter sich und achtet mehr auf seine Gesundheit. Jonathan: „Ich bin gesund und ein stolzes Mitglied der wundervollen HIV-positiven Community.“ Sein Outing versteht Jonathan als sichtbares politisches Zeichen gegen die derzeitige US-Regierung: „Die Trump-Regierung hat alles getan, was sie tun kann, um die Stigmatisierung der LGBTCommunity um mich herum zu fördern.“ Text: Matthäus Recheis

Der GROSSE FIT FOR LOVE CHECK Testung auf HIV – Syphilis – Tripper – Chlamydien. Wer als Mann Sex mit Männern hat, sollte sich einmal im Jahr auf diese Infektionen checken lassen – auch ohne Symptome! AIDS-Hilfe Tirol - der Checkpoint für die Gesundheit von Männern, die Sex mit Männern haben Anonyme Testung in der AIDS-Hilfe Tirol: Montag 17 – 18.30 Uhr, Dienstag 13.30 – 15 Uhr. Kostenloser Labortest auf HIV. Kostenpflichtiger Syphilis-Labortest . Schnelltest: Kostenpflichtiger HIV-Test mit Befund innerhalb von 30 Minuten. Kostenpflichtiger Tripper/Chlamydien-Labortest. rainbowUNITED Ausgabe 19/04 vom 20.11.2019

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Grüne Andersrum

Queere Repräsentanz im Hohen Haus

Seit der Angelobung hat der Nationalrat erstmals einen Anteil an offen lesbischen, schwulen und bisexuellen Abgeordneten, für den man sich nicht schämen muss. Nur FPÖ und SPÖ lassen aus. Zehn Jahre nach dem Wechsel von Ulrike Lunacek (Grüne) vom Nationalrat ins Europaparlament sind Lesben endlich wieder im Nationalrat vertreten! Mit Henrike Brandstötter (NEOS) gibt es erstmals sogar eine offen bisexuelle Nationalratsabgeordnete. Insgesamt haben damit vier lesbische, drei schwule und eine bisexuelle Abgeordnete ein Mandat ergattert. Spitzenreiter sind dabei die Grünen mit

Ewa Ernst-Dziedzic, Faika El-Nagashi, Meri Dioski und David Stögmüller. Nico Marchetti und Martina Kaufmann, die sich im Wahlkampf bei Podiumsdiskussionen der queeren Community öffentlich outeten, wurden auf ÖVP-Tickets wiedergewählt. Yannick Shetty zieht als offen schwuler NEOS-Abgeordneter in den Nationalrat ein. SPÖ ohne LGBTIQ-Sprecher Bislang hatte die SPÖ mit Mario Lindner den einzig offen schwulen Nationalratsabgeordneten. (Wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns auch hier nochmal bei Mario für seinen unermüdlichen und enorm wertvollen Einsatz sowie die gute Zusammenarbeit zu bedanken – GRÜNE). Nun verliert die krisengebeutelte Partei ihren erfahrenen Sprecher für Gleichbehandlung, Diversität und LGBTIQ (Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans, inter

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und queere Menschen) – aus der queeren Community hagelt es Kritik an der schlechten Platzierung Lindners. FPÖ und SPÖ sind damit die einzigen Fraktionen ohne offen queere Nationalratsabgeordnete. Lindner könnte noch nachrücken, falls ein Mandat auf der SPÖ-Bundesliste frei wird. Eine neue Generation Politiker*innen?

an

queeren

Die neuen lesbischen, schwulen und bisexuellen Abgeordneten im Hohen Haus sind auffällig jung, weiblich und divers – zwischen 24 und 44 Jahre alt, mit teils unterschiedlichen Migrationsbiografien. Ideologisch trennen sie Welten. Verständlich, denn die sexuelle Orientierung macht noch keine politische Haltung. Auch wenn homo- und bisexuelle Abgeordnete kein Garant für eine progressive LGBTIQ-Politik sind, ist die längst überfällige Repräsentanz erfreulich. Junge Lesben, Schwule und Bisexuelle sollen mit einer neuen Generation an queeren Politiker*innen aufwachsen, die sich nicht verstecken, sondern selbstbewusst in der Öffentlichkeit stehen! Öffentlich OUT zu sein reicht alleine nicht aus

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Öffentlich out sein, reicht alleine nicht aus. Politisch beurteilen werden wir die NeoAbgeordneten anhand ihrer Taten. Wie stehen sie zur Ausweitung des Diskriminierungsschutzes (Stichwort: LevellingUp)? Setzen sie sich für eine unabhängige Rechtsberatung für geflüchtete Menschen ein, auf die gerade Queer Refugees im besonderen Maße angewiesen sind? Kämpfen sie für den Schutz intergeschlechtlicher Menschen vor nicht-notwendigen medizinischen Eingriffen? Fordern sie Sichtbarkeit und Inklusion vielfältiger Lebensweisen im Bildungssystem ein? Bekämpfen sie Diskriminierungen von LGBTIQ-Personen im Gesundheitssystem und im Berufsleben? Setzen sie sich für eine nationale Anti-Bullying-Strategie an Schulen ein, die LGBTIQSchüler*innen schützt? Und schließlich: Werden sie den Weg ebnen für trans*, inter*, nicht-binäre oder andere queere Politiker*innen, deren Repräsentanz im Hohen Haus noch fehlt?

Text: Paul Haller

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Löwenherz Casta Diva Der schwule Opernführer bietet Artikel zu rund 100 Komponisten und zu mehr als 150 Werken des Opernrepertoires - von Claudio Monteverdis L‘Orfeo (1607) bis hin zu Charles Wuorinens Brokeback Mountain (2014): Opern, die von schwulen Komponisten oder schwulen Librettisten geschaffen wurden; Opern, die eine schwule Geschichte erzählen oder in denen schwule Figuren auftauchen; Opern, in denen sich Männer als Frauen verkleiden, in die sich dann Männer verlieben (und umgekehrt); Opern, in denen Frauenpartien von Männern gesungen werden (ebenfalls: und umgekehrt) - oder einfach nur Opern, die schwule Fans zur Identifikation mit Lieben und Leiden ihrer Heldin oder ihres Helden einladen. - Jeder Artikel enthält neben den Angaben zu Entstehung, Besetzung und Inhalt detaillierte Informationen zu den schwulen (und gegebenenfalls lesbischen) Aspekten des jeweiligen Werks. Ein ausführliches Vorwort führt ein in die mehr als 400-jährige Geschichte des Musiktheaters und seiner schwulen Verehrer, ein Glossar der Fachbegriffe erlaubt auch dem Novizen einen mühelosen Zugang in die Opernwelt, und ein Register erleichtert die gezielte Suche nach Personen und ihren Werken. Ebenso informativ wie vergnüglich zu lesen, ist Casta Diva der Opernführer, auf den wir schon immer gewartet haben.

Schwule und Oper Viele Schwule Männer haben eine ganz besondere Beziehung zur Oper. Es gibt wahrscheinlich keine eindeutige Antwort auf die Frage, warum das so ist, aber es hat zweifelsohne etwas mit Mitfühlen und Mitleiden zu tun, sich für die Dauer einer Vorstellung wiederfinden und hineinfühlen in übergroße Heldinnen und Helden und damit, dass Oper eine schräge und widerständige Kunstform ist, für die Schwule wahrscheinlich ein besonderes Sensorium haben. Jedenfalls sind überdurchschnittlich viele schwule Männer passionierte Operngänger und für dieses Stammpublikum des Musiktheaterbetriebs gibt es nun erstmals ein eigenes Lexikon, das der Berliner Querverlag herausgebracht hat: »Casta Diva« - der erste schwule Opernführer weltweit.

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www.loewenherz.at mehr Löwenherz-Themen auf: http://www.loewenherz.at/themenseiten.php Neu: Löwenherz-Themenseiten haben jetzt Filterfunktionen!

Eine Zeitreise von den Pariser und Wiener Konzertsälen der 1860er Jahre bis zu den Wolkenkratzern New Yorks im 21. Jahrhundert: Der schwule Rechtsanwalt Martin ist zwar erfolgreich, hat aber ein seltsam losgelöstes Verhältnis zu seinem Leben im Manhattan, er hadert mit seiner Vergangenheit. Lucien ist ein junger Pariser auf dem Weg, die großen Opernhäuser Europas zu erobern - doch der Weg an die Spitze ist steinig und führt ihn nach Wien, wo er im Architekten der Staatsoper, van der Nüll, einen ebenso leidenschaftlichen wie künstlerisch seelenverwandten Liebhaber findet. Maria will die Tristesse ihrer Heimatstadt hinter sich lassen, und Anna, ein aufsteigender Opernstar, merkt schnell, dass Ruhm auch Schattenseiten hat. Der Schlüssel dafür, dass all diese Geschichten in Wahrheit eine sind, liegt in der ewigen Jugend Luciens. Matthew Gallaway: Die Sache Metropolis Dt. v. Andreas Diesel. D 2016, 464 S., geb., € 25.69

Ola Klingberg: Der Ring D 2009, 356 S., Broschur, € 12.34

Anderthalb Jahre war der rationale James mit dem gefühlsbetonten Raymond zusammen, nachdem sie sich in der Oper kennen gelernt hatten. Letztlich war ihre Beziehung daran gescheitert, dass beider Lebensstile und Erwartungen an den Alltag nicht zusammenpassten. Nach Raymonds Tod besucht James noch einmal dessen Wohnung, liest in Tagebüchern und unveröffentlichten Texten. Außerdem bittet er einen schwedischen Journalisten, in dem man unschwer den Autor Klingberg erkennt, seine Geschichte aufzuschreiben. Doch immer mehr verschwimmen die zahlreichen Realitäts- und Phantasieebenen miteinander, denn auch der scheinbar unbeteiligte Journalist kann die aufzuschreibende Geschichte nicht von seiner eigenen trennen. Ein traumhaftes schwules Beziehungsgeflecht rund um Wagners Ring.

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UNITED Cooking Fleckerl mit Wirsing

Man nimmt 50 g 100g 350g 6 3 EL 4 EL gerieben

Schalotten durchwachsener Speck Wirsing Lasagne-Blätter - 100g Schmand Öl Schale von 1/2 Bio-Zitrone Salz, Pfeffer, Muskat

Schalotten in feine Ringe schneiden. 100 g durchwachsenen Speck fein würfeln. Aus 350 g Wirsing den dicken weißen Strunk herausschneiden. Wirsing in mundgerechte Stücke schneiden. 6 Lasagne-Platten (100 g) in mundgerechte Stücke brechen. Reichlich Salzwasser in einem großen Topf aufkochen. Nudelstücke darin in 8-10 Minuten bissfest kochen. Nach 5 Minuten den Wirsing zugeben. Nudeln und Wirsing abgießen, abschrecken und gut abtropfen lassen. 1 El Öl in einer kleinen Pfanne erhitzen, Speck und Schalotten darin goldbraun braten. 3 El Öl in einer großen Pfanne erhitzen, Nudeln und Wirsing darin hellbraun braten, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Speck und Schalotten zugeben und alles gut mischen. Direkt beim Servieren 2-3 El Schmand zu den Fleckerln geben und mit der Schale von 1⁄2 Bio-Zitrone (fein abgerieben) servieren.

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UNITED Cooking

Winterlicher Flammkuchen Man nimmt 1 1,5 EL 100 g 80 g 1 Pkg 150 g 100 g 1 EL

mittelreife Birne, (200 g) Zitronensaft Chicorée Limburger Käse, (20 % Fett i. Tr.) Salz, Pfeffer, Lorbeer Flammkuchenteig Crème légère, (15 %) Radicchio Olivenöl

1 mittelreife Birne (200 g) vierteln, entkernen, in feine Scheiben schneiden. Mit 1⁄2 El Zitronensaft mischen. 100 g Chicorée putzen und längs in Streifen schneiden. 80 g Limburger Käse (20 % Fett i. Tr.) würfeln.

Kirschtraum im Glas Man nimmt 100 g 100g 1 Glas 125 g 125 g 125 g 1 Pkg 1 Tl

Amarettinis Spekulatius Schattenmorellen Frischkäse Joghurt Magerquark Vanillezucker Zitronensaft Zucker, Zimt

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Ein Blech im heißen Ofen bei 250 Grad vorheizen. 1 Pk. Flammkuchenteig (Kühlregal, 260 g, 40 x 24 cm) mit dem Backpapier entrollen. Teig mit 150 g Crème légère (15 %) einstreichen. Birnenscheiben, Chicorée und Käse darauf verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Flammkuchen mit dem Papier auf das heiße Blech ziehen. Im heißen Ofen bei 250 Grad im unteren Ofendrittel 15–20 Min. backen (Umluft nicht empfehlenswert). 100 g Radicchio putzen und in Streifen schneiden. Mit 1 El Zitronensaft und 1 El Olivenöl mischen, salzen und pfeffern. Flammkuchen mit Radicchio bestreuen und sofort servieren. Amarettini und Spekulatius in einen Gefrierbeutel geben, zerbröseln und auf 4-6 Gläser oder Dessertschalen verteilen. Jeweils 2 Esslöffel Kirschsaft und einige Kirschen darauf geben.Den Frischkäse mit Joghurt und Quark glatt rühren und mit Zucker und Vanillezucker nicht zu süß abschmecken. Auf die Gläser verteilen. Die restlichen Kirschen ohne Saft pürieren und mit Zucker süßen, wer mag, kann auch etwas Zimt dazugeben. Als oberste Schicht auf das Dessert geben und evtl. mit Amarettini und Zitronenmelisse garnieren.

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Stadtplan 1 15 14 7

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© OpenStreetMap

GRUPPEN

1 Verein CSD-Innsbruck c/o HOSI Tirol 1 HOSI-Tirol* Kapuzinergasse 43 Homosexuelle Initiative Tirol 6020 Innsbruck Tel/Fax: 0512/587 586 Kapuzinergasse 43 office@csd-innsbruck.at 6020 Innsbruck www.csd-innsbruck.at Tel/Fax: 0512/587 586 office@hositirol.at 2 SoHo Tirol www.hositirol.at Salurnerstraße 2/4/403 6020 Innsbruck 1 Redaktion * Tel: 0699/12903606 Rainbow UNITED soho-tirol@gmx.at c/o HOSI Tirol www.soho.or.at Kapuzinergasse 43 6020 Innsbruck 3 Grüne Andersrum Tirol redaktion@rainbowunited.at Ing.-Etzel-Straße 9 www.rainbowunited.at 6020 Innsbruck

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* 7 MInuten zu Fuß zum Bahnhof

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Tel: 0664/1869128 tirol-andersrum@gruene.at www.tirol-andersrum.at

4 Autonomes Frauen Lesben Zentrum & Café Anchorage Liebeneggstraße 15 6020 Innsbruck Tel/Fax: 0512/58 08 39 info@frauenlesbenzentrum.at www.frauenlesbenzentrum.at

GESUNDHEIT & BERATUNG 5 Beratungsstelle Courage Salurnerstraße 15, 2. Stock 6020 Innsbruck Tel: 0669/166 166 63 innsbruck@courage-beratung.at www.courage-beratung.at www.rainbowunited.at


Adressen 6 Männerberatung Mannsbilder Anichstraße 11 6020 Innsbruck Tel/Fax: 0512/57 66 44 beratung@mannsbilder.at www.mannsbilder.at 7 Psychotherapiepraxis Dr. Ulrike Paul Neuhauserstraße 13a 6020 Innsbruck Tel: 0699/10 90 48 52 praxis@ulrikepaul.at www.ulrikepaul.at 8 Visionmove Institut für Bewegung und Entwicklung Dipl. Physiotherapeutin Mag.a Angela Popelar Schmiedgasse 9/1 6020 Innsbruck Tel: 0699/10 86 22 41 visionmove@gmx.at

12 Aids-Hilfe Tirol Kaiser-Josefstraße 13 6020 Innsbruck Tel/Fax: 0512/563 621 tirol@aidshilfen.at www.aidshilfe-tirol.at 13 Dr. med. Petra Lugger Fachärztin für Chirurgie - Viszeralchirurgie, Gesundheitswissenschaftlerin MEDICENT Innsbruck Innrain 143 6020 Innsbruck Tel: 0512/90 10 50 40 Mobil: 0664/23 45 828 mail: chirurgie@dr-lugger.at www.dr-lugger.at

RECHT

11 Rechtsanwältin Dr. Tanja Sporrer LL.M. European Law Rechtsanwältin und 9 Gleichbehandlungsanwaltschaft, Regionalbüro Europarechtsexpertin Templstraße 22 Tirol, Salzburg, Vorarlberg 6020 Innsbruck Leipziger Platz 2 Tel: 0512/ 58 11 64 6020 Innsbruck Fax: 0512/58 11 65 Tel: 0512/343032 office@ra-sporrer.at Fax: 0512/343032-10 www.ra-sporrer.at ibk.gaw@bka.gv.at www.gleichbehandlungsanwaltschaft.at

10 Psychologische Beratungsstelle für Studierende Schöpfstraße 3 6020 Innsbruck www.studentenberatung.at Evangelische Auferstehungskirche Pfr.in Assunta Kautzky Gutshofweg 8 6020 Innsbruck Tel: 0512-34 44 11 pfarramt.innsbruck@auferstehungskirche.at

www.auferstehungskirche.at

AUSGEHEN 14 Dom Café-Bar Pfarrgasse 3 6020 Innsbruck www.domcafe.at 15 M+M Bar Innstraße 45 6020 Innsbruck www.mm-bar.at

17 Cafe-Bar DANZN Maximilianstraße 5 6020 Innsbruck ChillIn Oskar Pirlo-Straße 11 6330 Kufstein www.chillin.at

18 Queerattack! VAZ Hafen Innrain 149 6020 Innsbruck Termine auf www.hositirol.at

UNTERKUNFT Alpenhotel Tirolerhof Clemens-Holzmeister Str. 38 A-6166 Fulpmes Tel: +43 5225 62422 Fax: +43 5225 62422161 info@tirolerhof-fulpmes.at www.tirolerhof-fulpmes.at Haus Romeo Blaiken 71 6351 Scheffau am Wilden Kaiser Tel: 05358/43 131 Fax: 05358/43 131 32 info@hausromeo.at www.hausromeo.at Villa-Bella-Vista Reith 245 6391 St. Jakob in Haus Tel: 05354/88 792 info@villa-bellavista.com www.villa-bellavista.com

16 Schickeria Maria-Theresien-Straße 49 6020 Innsbruck www.schickeria.party

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Termine DEZEMBER 2019

DEZEMBER 2019

Donnerstag, 05.12.2019 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Montag, 23.12. 2019 ab 22:00 Uhr QUEERATTACK! Dieses Jahr findet die Weihnachts-Queer im Treibhaus Innsbruck statt! (Seite 11)

Samstag, 07.12.2019 10:00 - 17:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

FROHE WEIHNACHTEN !

Donnerstag, 12.12.2019 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Samstag, 14.12.2019 ab 18:00 Uhr LeZZdoit - Girls ONLY HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 19.12.2019 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Samstag, 21.12.2019 15:00 - 00:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 26.12.2019 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Die Radiosendung der AIDS-Hilfe Tirol auf Radio Freirad ab 20:00 Uhr Ein Song – mein Song Diese Musik hat mich berührt. Lieblingslieder HIV-positiver Menschen.

PROST NEUJAHR !

* Bei den offenen Abenden im Vereinszentrum der HOSI-Tirol gibt es immer ein kleines Abendessen, lasst euch überraschen! (nähere Infos auf der Homepage www.hositirol.at oder der Facebook Seite.

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Termine JANUAR 2020

Februar 2020

Donnerstag, 02.01.2020 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Samstag, 01.02.2019 15:00 - 00:00 Uhr JuB aktiv – die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Samstag, 04.01.2020 10:00 - 17:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 06.02.2020 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 09.01.2020 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Samstag, 08.02.2020 ab 18:00 Uhr LeZZdoit - Girls ONLY HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Samstag, 11.01.2020 ab 18:00 Uhr LeZZdoit - Girls ONLY HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 13.02.2020 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 16.01.2020 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Samstag, 15.02.2019 15:00 - 00:00 Uhr JuB aktiv – die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Samstag, 18.01.2019 15:00 - 00:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 20.02.2020 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 23.01.2020 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 27.02.2020 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

Donnerstag, 30.01.2020 ab 19:00 Uhr Offener Abend* an dem Alle herzlichst Willkomen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck rainbowUNITED Ausgabe 19/04 vom 20.11.2019

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Vielen Dank fĂźr ein tolles Jahr! amte s e g Das er d m Tea

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Euch t h c wĂźns

allen

n e t h nacund einen h i e W e h den fro n u s ge chsel! e w s e r Jah

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