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rainbow

UNITED

Das Queere Magazin für Les-Bi- Schwul- Trans* & Inter*

Ausgabe 04/17

Österreich hat gewählt Seite 6-7

VAIR Gemeinsam bewirken

www.vair.at

VAIR Dates – Gemeinsam bewirken Unsere VAIR Dates sind nicht nur für Mitglieder, sondern auch für Interessierte zugänglich. Bei der Versammlungsbegrüßung werden laufende Projekte und deren Fortschritte präsentiert, aber auch anstehende Projekte die noch Unterstützung bedürfen angesprochen. Anschließend wird zu einer Diskussionsrunde eingeladen bei der sich jeder zwanglos einbringen kann. Nach Beendigung der Diskussionsrunde, bietet sich jedem die Möglichkeit eines geselligen Beisammenseins, um sich untereinander besser kennenzulernen.

VAIR – Die soziale Plattform in Österreich VAIRstehen, VAIRmitteln, VAIRhelfen, VAIR sein.

In Kooperation mit

VAIR ist eine Plattform, auf welcher einzelne Personen, Vereine und Organisationen miteinander kommunizieren, um soziale Projekte zu unterstützen oder auch ins Leben zu rufen. Hierbei kann es sich um einmalige, langfristige, regelmäßige, große aber auch kleine Projekte handeln: Sei es die Unterstützung einer Familie im Bekanntenkreis, das Sammeln von Spenden zur Anschaffung eines Rollstuhles oder aktive Flüchtlingsund Obdachlosenhilfe etc. Wir sind stets bemüht zu vermitteln, weiterzuleiten und aktiv zu helfen. Um auch finanziell Schwächeren den Zugang zur VAIR Mitgliedschaft zu ermöglichen ist eine Mitgliedschaft bei VAIR kostenlos. Die Finanzierung setzt sich derzeit rein aus Spenden von Unterstützern zusammen. Werde auch Teil von VAIR unter: www.vair.at/anmeldung

VAIR setzt sich zusammen aus:

Date

Social

Project

In dieser Ausgabe von Rainbow United stellen wir euch unser VAIR Date vor.

Wenn du also Ideen hast, etwas bewirken möchtest – aber nicht weißt wie, wenn du Menschen kennst die Hilfe dringend benötigen oder einfach Lust auf eine gesellige Runde mit interessanten Menschen hast, dann komm doch einfach zum nächsten VAIR Date – gerne auch mit Freunden. Alle anstehenden Termine findest du im RAINBOW UNITED - Termin Kalender. Wir freuen uns auf dich/euch. Euer VAIR Team

Verein für Akzeptanz, Inklusion und Respekt

rainbowUNITED Ausgabe 17/04 vom 15.11.2017

Text: VAIR Fotos: Lilaw Kawani

Preis: 0,75 Euro


EDITORIAL Willkommen zur vierten und somit letzten Ausgabe unseres Rainbow UNITED Magazins in diesem Jahr. Die Titelstory befasst sich dieses Mal mit der Frage wie es nach der Nationalratswahl weitergehen könnte. Während es diesmal der Verein Vielfalt und das autonome Frauenlesbenzentrum leider nicht geschafft haben einen Beitrag zu verfassen, konnte das Courage Innsbruck gar nicht aufhören mit dem Schreiben. So gibt es diesmal gleich 4 Seiten vom Courage. Zusätzlich können wir noch mit einer Doppelseite vom AGPRO (Austrian

Gay Professionals) aufwarten. Natürlich gibt es auch wieder meinen Cooking-Beitrag, eine Splitter-Doppelseite, den Stadtplan und die Termin-Seiten. Außerdem wünsche ich allen ein frohes und schönes Weihnachtsfest, sowie natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr! Nun aber genug ge“Vorwortet“ – ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen Euer Nico Ps.: Wünsche, Anregungen oder Kritik, schreibt mir bitte unter „redaktion@rainbowunited.at“

IMPRESSUM

Offenlegung laut §25 Mediengesetz Medieninhaber: Verein HOSI Tirol / ZVR: 071298153 Kapuzinergasse 43 6020 Innsbruck Tel. & Fax: 0512/587 586 Mail: office@hositirol.at www.hositirol.at Mitglieder des Vorstands: Ing. Markus Aigner Jürgen Preisegger Mario Haas Armin Götsch Thomas Lechleitner Gerd Staffler

Chefredaktion: Jürgen Preisegger (Nico) redaktion@rainbowunited.at Redaktions- und Erscheinungsort: Innsbruck Grafik/Layout: Gerd Staffler

Nächste Ausgabe: Redaktionsschluß: 20. Jänner 2018 Erscheinung: 15. Februar 2018 Bankverbindung: Bank für Tirol und Vorarlberg IBAN: AT57 1600 0001 1918 1186 BIC: BTVA AT22

Druckerei: online Druck GmbH A 2351 Wr. Neudorf

Redaktion/Mitarbeiter&Mitarbeiterinnen: Jürgen Preisegger, Markus M., VAIR, Matthäus Recheis, Gabi Schiffer, Connie Hilber, Christian Berger, Constanze Pritz-Blazek, Sandra Konstatzky, BEd. Dipl.-Päd. Bettina Pendl, Mathias Cimzar rainbow UNITED ist das periodisch erscheinende Vereinsmagazin der HOSI Tirol. Gemäß den Statuten bezweckt der gemeinnützige Verein die Angleichung der Rechte Homosexueller und Transidenter Menschen an die in der Menschenrechtskonvention festgelegten Grundrechte, sowie die Beseitigung gesellschaftlicher Diskriminierung. Druckauflage 1000 Exemplare mit zusätzlicher Veröffentlichung auf www.rainbowunited.at (Onlineblättermagazin). Die Beiträge, sowie Anzeigenschaltungen geben die Meinung des Verfassers/der Verfasserin und nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und/oder der Hosi Tirol wieder. Die Abbildung oder Erwähnung einer Person ist kein Hinweis auf deren Sexuelle Orientierung und/oder sexuelle Identität. Für unverlangt eingesandte Beiträge und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Ein Recht auf Abdruck besteht nicht. Bei allen Beiträgen behält sich die Redaktion das Recht auf Kürzungen vor. Vorbehaltlich Druckfehler.

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INHALT rainbow UNITED

Courage

Titelstory: Österreich hat gewählt Regenbogen Splitter Nachrichten aus aller Welt Regenbogenshop United Cooking Stadtplan & Adressen Termine

6-7

8-9 29 30-31 32-33 34-35

Hosi Tirol Da wird sich blau (und) schwarz ärgern Welt-AIDS-Tag

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Gleichbehandlungsanwaltschaft Queens and Butches

Language Of The Heart

16-19

GRÜNE Andersrum Tirol Thema Homophobie

20-21

AIDS Hilfe Tirol Hilfe, ich habe Tripper! Wie leben positive Schwule heute? Welt-AIDS-Tag

22 22 23

SoHo Tirol Modernes Familien(ge)recht

24-25

10-11

VAIR Gemeinsam bewirken Die Nationalratswahl 2017 und 12-13 der deutlich spürbare Rechtsruck

Löwenherz Österreichische schwule Literatur 14-15

agpro Beruflich fruchtbar, privat bereichernd agpro Lounge agpro Forschungspreis

26 26 27

meritus: schwul lesbisch ausgezeichnet LGBT Business Forum

Immer am Laufenden! rainbowUNITED findest Du auch online zum Blättern auf unserer Webseite www.rainbowunited.at oder bestelle Dir dein persönliches Abo um 6,00 Euro pro Jahr (Versandkosten)

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Das Queere Magazin für Les-Bi- Schwul- Trans* & Inter*

Ausgabe 03/17

Österreich hat gewählt

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WE &A B BO

Seite 6-7

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Neben den gesamten Ausgaben findest Du auf unserer Webseite nützliche Informationen und alle Termine auf einem Blick

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VAIR Gemeinsam bewirken

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VAIR Dates – Gemeinsam bewirken Unsere VAIR Dates sind nicht nur für Mitglieder, sondern auch für Interessierte zugänglich. Bei der Versammlungsbegrüßung werden laufende Projekte und deren Fortschritte präsentiert, aber auch anstehende Projekte die noch Unterstützung bedürfen angesprochen. Anschließend wird zu einer Diskussionsrunde eingeladen bei der sich jeder zwanglos einbringen kann. Nach Beendigung der Diskussionsrunde, bietet sich jedem die Möglichkeit eines geselligen Beisammenseins, um sich untereinander besser kennenzulernen.

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VAIR ist eine Plattform, auf welcher einzelne Personen, Vereine und Organisationen miteinander kommunizieren, um soziale Projekte zu unterstützen oder auch ins Leben zu rufen. Hierbei kann es sich um einmalige, langfristige, regelmäßige, große aber auch kleine Projekte handeln: Sei es die Unterstützung einer Familie im Bekanntenkreis, das Sammeln von Spenden zur Anschaffung eines Rollstuhles oder aktive Flüchtlingsund Obdachlosenhilfe etc. Wir sind stets bemüht zu vermitteln, weiterzuleiten und aktiv zu helfen. Um auch finanziell Schwächeren den Zugang zur VAIR Mitgliedschaft zu ermöglichen ist eine Mitgliedschaft bei VAIR kostenlos. Die Finanzierung setzt sich derzeit rein aus Spenden von Unterstützern zusammen. Werde auch Teil von VAIR unter: www.vair.at/anmeldung

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Date

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In dieser Ausgabe von Rainbow United stellen wir euch unser VAIR Date vor.

Wenn du also Ideen hast, etwas bewirken möchtest – aber nicht weißt wie, wenn du Menschen kennst die Hilfe dringend benötigen oder einfach Lust auf eine gesellige Runde mit interessanten Menschen hast, dann komm doch einfach zum nächsten VAIR Date – gerne auch mit Freunden. Alle anstehenden Termine findest du im RAINBOW UNITED - Termin Kalender. Wir freuen uns auf dich/euch. Euer VAIR Team

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Text: VAIR Fotos: Lilaw Kawani

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Hosi Tirol

Da wird sich blau (und) schwarz ärgern ÖVP und FPÖ werden ihr blaues Wunder erleben und sich gleich zu Beginn des kommenden Jahres Kurz mal Schwarz ärgern dürfen. Auch wenn es Ihnen nichts nutzen wird. Die von den beiden Parteien vehement blockierte und mit Applaus verhinderte Gleichstellung der Rechtsinstitute für Homosexuelle und Heterosexuelle Paare könnte nun durch den Verfassungsgerichtshof vollzogen werden. Am Dienstag den 17. Oktober 2017 kam die Meldung, dass ausgehend von einer Beschwerde die von fünf Kindern gemeinsam mit Rechtsanwalt Helmut Graupner und ihren Eltern [gleichgeschlechtliche Paare] vor dem Verfassungsgerichtshof Österreich eingebracht wurde, dieser nun prüfen will ob durch die Existenz zweier unterschiedlicher Rechtsinstitute für verschieden- und gleichgeschlechtliche Paare diskriminierend sind. Zwar sind die Unterschiede auf rechtlicher Seite nur mehr gering, doch genau dadurch ist es nun fraglich warum es eine Differenzierung zwischen Menschen benötigt, wenn es doch ohnehin um das Gleiche geht – Zusammenleben, Familie sein, in guten wie in schweren Tagen. Laut ORF ZiB2 vom darauffolgenden Mittwoch ist dies vergleichbar mit einem „Ententest“ in der Wissenschaft: was aussieht, schnattert, schwimmt und sich fortbewegt wie eine Ente, kann auch als eine Ente bezeichnet werden. Waren die rechtlichen Unterschiede zwischen Ehe und Eingetragener Partnerschaft bei den bisherigen Versuchen über den juristischen Weg Gleichstellung zu erreichen noch zu groß, so ist nun seit der Möglichkeit der Adoption ( Stiefkind- und Fremdkind-Ad-

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option seit 01.01.2016 ) das größte Argument der Gleichstellungsgegner gefallen, und damit „die Notwendigkeit, oder besser Zulässigkeit für eine Differenzierung nicht mehr gerechtfertigt“. Homosexuelle Partnerschaften sind rein rechtlich ebenso auf Familiengründung ausgelegt, so Graupner. Der VfGH argumentiert, dass unterschiedliche Klassifizierungen „zum Ausdruck bringen, dass Personen mit gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung unter dem Blickwinkel des Gleichheitsgrundsatzes eben nicht gleich den Personen mit verschiedengeschlechtlicher Orientierung sind“. In der Ankündigung des österreichischen Höchstgerichts über die anstehende amtswegige Prüfung heißt es: die unterschiedlichen Regelungen für Hetero und Homosexuelle Paare dürften „Trotz weitgehender rechtlicher Gleichstellung diskriminierend sein.“ Diese Argumentation klingt für Verfassungsjurist Bernd-Christian Funk sehr schlüssig, ja sogar logisch. Er ist sich sicher, dass das EHEVERBOT für Homosexuelle wegen Verfassungswidrigkeit aufgehoben wird. Dieser Schritt wäre sogar noch heuer denkbar, wodurch ab 2018 möglicherweise auch die bisher geschlossenen EP aufgehoben wären. In diesem Fall muss sich die Politik eine Lösung überlegen, wie sie bisher Verpartnerten einen offiziellen Übergang in die Ehe ermöglichen werden. Das Ironische ist, dass genau jene Parteien welche bisher immer eine Gleichstellung verhindert haben –sich dazu sogar selbst applaudierten – nun auf Druck des VfGH gleich zu Beginn ihrer Legislaturperiode jenes umsetzen müssen was sie eigentlich strikt www.rainbowunited.at


www.hositirol.at ablehnen. [Sofern ÖVP und FPÖ die Regierung Österreichs für die kommende Legislaturperiode stellen werden, wie es nach derzeitigem Stand der Dinge wahrscheinlich ist]. Eine Abwendung der Gleichstellung ist nur noch durch eine Verfassungsänderung denkbar, welche aber dann wiederum gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoßen würde. Die Erforderliche 2/3 Mehrheit dafür wäre

auch nur mit Parteien gegeben die Ihrerseits alle eine Gleichstellung befürworten. Somit scheint 2018 sehr gewiss als „Jahr der Hochzeiten und Gleichstellung“ für Österreich in die Geschichte einzugehen.

Quellen: ORF ZiB2, fm4.orf.at

Kenne deinen Status! Kostenloser HIV-Check in der HOSI Tirol Donnerstag, 30. November 2017 20.00 - 21.30 Uhr Kostenloser HIV-, Syphilis- und Hepatitis B/C - Schnelltestmit Sofortbefund in HOSI Tirol mit Dr. Peter Berger und Dr. Fritz Aull von der AIDS-Hilfe Tirol. Eine Aktion von AIDS-Hilfe Tirol und HOSI Tirol im Rahmen der Europäischen Testwoche.

POSITIVE VIBES Solidaritätsfest zum Welt-AIDS-Tag Mit Copy&Taste und Überraschungsacts 2. Dezember 2017 im Jugendzentrum Z6 Dreiheiligenstraße 9 Innsbruck Einlass ab 19 Uhr. Eintritt freiwillige Spenden

ON AIR Radiosendung der AIDS-Hilfe Tirol auf Radio FREIRAD 23. 11.2017 - 20 Uhr - Thema Positiv leben 25.01.2018 - 20 Uhr - Thema: Neue Herausforderungen 22.02.2018 - 20 Uhr - Thema: Armut macht krank. Was macht die Politik? rainbowUNITED Ausgabe 17/04 vom 15.11.2017

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Titelstory

Österreich hat gewählt – und zwar stramm rechts. Die nächste Koalition aus ÖVP und FPÖ könnte das Land jetzt grundlegend verändern. Währenddessen stecken die Linken tief in der Krise. Wie konnte es nur so weit kommen?

So etwas gibt es nur in Österreich: Ein 31-jähriger Studienabbrecher steigt in wenigen Monaten zum mächtigsten Mann des Landes und jüngsten Regierungschef der gesamten EU auf. Zu seinem Stellvertreter macht er einen anderen Studienabbrecher, einen 48-jährigen Zahntechniker, der seine Jugend in der Neonazi-Szene verbracht hat. Seit vergangenem Sonntag ist klar: Dieses Szenario wird voraussichtlich sehr bald Realität in Österreich sein. In der Tat hat ÖVP-Chef Kurz den gesamten Wahlkampf mit klassisch rechtspopulistischen Themen bestritten und Stimmung gegen Einwanderer und Muslime, aber auch Homosexuelle und andere Minderheiten gemacht, die sich „zu Unrecht“ über Ungleichbehandlung und „angebliche Diskriminierung“ beschweren. Kurz inszenierte sich in minutiös geplanten Auftritten als smarter Aufsteiger, mit jungenhaftem Gesicht, wie der perfekte

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Schwiegersohn. Spötter nannten ihn den „Kinderkanzler“. Die SPÖ versank währenddessen in einem Skandal um ihren umstrittenen Berater Tal Silberstein. Der war kurz vor der Wahl bei einer Online-Schmutzkampagne gegen die ÖVP ertappt worden. Im Wahlkampf gab es außerdem eine Übermacht der ÖVP, was Inserate oder Plakate angeht, die von den Konservativen mit Spendengeldern in Höhe von über zwei Millionen Euro finanziert wurden. Und auch die Grünen hatten es im Wahlkampf nicht einfach. Die Themen zu akademisch, die Inhalte viel zu eng fokussiert und doch ecken- und kantenlos. Dass ihre Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek im gesamten Wahlkampf auf Untergriffe, Ausbrüche und Unterstellungen verzichtete und sich konstant ruhig und sachlich gab, wurde in der Politmanege als fad und kontrastlos gedeutet.

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Titelstory Was wir von einer schwarz-blauen Regierung erwarten können? Als erstes eine Umverteilung von unten nach oben. Mit einer Senkung der Körperschaftssteuern, Kürzungen im Sozialbereich, bei den Pensionen und im Gesundheitswesen. 15 Milliarden Euro wollen ÖVP und FPÖ einsparen. Das wird auch Beratungsstellen, Sozialvereine und Anlaufstellen für Bedürftige und Hilfesuchende massiv treffen. „Es ist davon auszugehen, dass jetzt Minderheiten wieder massiv angegangen werden“, sagt der Wiener Rechtsextremismusforscher Julian Bruns. In FPÖnahen Medien werde schon lange gegen Migrant*innen, Homosexuelle und andere Minderheiten gehetzt.

terreichischen Linken wohl in der Opposition, zumindest für die SPÖ. Auf die GRÜNEN müssen wir im Parlament zukünftig verzichten. Sie hinterlassen große Lücken in den Bereichen, Minderheitenrechte, Kontrolle, Menschenrechte, Umweltschutz und Soziales. Es liegt an den Wähler*innen, GRÜNE und SPÖ jetzt in den Ländern und Gemeinden zu stärken, damit sie ihre, gerade für uns als Minderheit so wichtige Arbeit, zumindest von dort aus weiter ausüben können. Text: Herwig Milch Foto/Grafik: Burghardt, APA/ATV Hajek

Vize-Kanzler unter „Schwarz-Blau“ wird voraussichtlich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der seine Jugend in der militanten Neo-Nazi-Szene verbracht hat. Wie Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ belegen, nahm Strache als junger Mann an Wehrsportübungen teil, war ein knallharter Neonazi. Heute spielt er seine dunkelbraune Vergangenheit herunter, erklärt sie zur Jugendsünde. In Österreich sorgt das nicht einmal mehr für Aufruhr. „Die Gewöhnung an die Rechtsextremen und rechtskräftig Verurteilen in der FPÖ ist ziemlich stark ausgeprägt“, sagt Julian Bruns über die Stimmung im Land. Auch er erwartet, dass der Rechtsruck das Land nun grundlegend verändern könnte – und erinnert an die ÖVP-FPÖ-Koalition unter Kanzler Wolfgang Schüssel von 2000 bis 2003: „Die erste ‚schwarz-blaue’ Koalition hat damals den ganzen Staatsapparat umgebaut und in den Ministerien viele linksnahe Beamt*innen entlassen“, sagt Bruns. Ähnliches stehe jetzt wieder bevor. Im Nationalrat liegt die Zukunft der ös-

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REGENBOGEN Splitter DEUTSCHLAND Transfrau kommandiert

Vor 23 Jahren begann Oberstleutnant Anastasia Biefang ihre Bundeswehkarriere als Soldaten-Sohn und unterdrückte lange Zeit ihre Identität im Dienst und Ehe. Vor 2 Jahren teilte sich die 43-jährige mit, als sie bemerkte, dass es ihr psychisch aber auch zusehends Physisch immer schlechter ging. Entgegen Ratschlägen und Zweifeln im Umfeld, offenbarte sie sich und ging den weg der Anpassung. Schwierigkeiten hatte sie nach eigener Aussage nicht, Vorgesetzte und Kollegen akzeptierten sie sofort. Nun leitet sie ein Stellungs Battalion mit 750 Soldatinnen und Soldaten in Brandenburg. Zwar will sie es nicht ständig im Vordergrund wissen, steht aber gern „Rede und Antwort“ wenn sie gefragt wird und will anderen Mut machen. „Wenn Arbeitgeber und Betroffener, also beide Seiten, dazu bereit sind, lässt sich so ein Prozess durchaus managen“ Quellen: Welt.de/ berliner-zeitung.de

DEUTSCHLAND/AUSTRALIEN Das Erste Ja Wort Mann zu Mann Sonntag 01. Oktober 2017, 9.30 am Standesamt im Rathaus Berlin-Schöneberg. Bodo Mende und Karl Kreile sind herausgeputzt und aufgeregt. 2002 waren sie das erste gleichgeschlechtliche Paar welches die Eingetragene Partnerschaft einging und nun werden sie nach 38 gemeinsamen Jahren die Ersten sein, die „richtig“ heiraten. „Es hat immer etwas gefehlt, … Immer eine Kränkung und eine Zurücksetzung“, so

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Karl. Als sie sich kennenlernten galt: „Man war nicht schwul, das gab es nicht“. Auch in Australien könnte die Ehe bis Ende 2017 gleichgestellt werden. Schätzungsweise 60% der Abstimmungs-Teilnehmenden könnten laut Regierungs-Insidern mit „YES“ für die Gleichstellung gestimmt haben. Das Ergebnis der Volksbefragung ist zwar rechtlich nicht bindend, aber die Mehrheit der Regierungsmitglieder hat Ihre Unterstützung für die Gesetzgebung zugesichert, wenn die Bevölkerung mit JA Stimmt. Damit wäre das Parlament in der Lage das Gesetz bis Weihnachten zu verabschieden.

Quellen: derstandard.at, Kurier.at, gaystarnews.com

IRLAND/DEUTSCHLAND Adoption Laut einer Neuregelung der Adoptionsvoraussetzungen können Paare – Homo- wie Heterosexuell – Kinder adoptieren. Einzige Vorraussetzung ist, dass sie mindestens drei Jahre zusammenleben. Das so entstandene Verwandtschaftsverhältnis von Pflegekindern zu Pflegeeltern bleibt nun auch nach dem 18. Geburtstag bestehen. Zuvor konnten nur Kinder von nicht-verheirateten Familien rechtswirksam adoptiert werden. In Deutschland haben nach dem Inkrafttreten der Ehe-Gleichstellung am 01.10.2017 die Familie Korok als vermutlich erstes Schwules Ehepaar ein Kind adoptiert. Der kleine Maximilian lebt von Geburt an bei seinen Pflegevätern, welche am 04.10.2017 die Eheurkunde beim Familiengericht einreichten und dadurch mit www.rainbowunited.at


REGENBOGEN Splitter Zustimmung des Familiengerichts ihr Pflegekind rechtswirksam adoptieren konnten. Von der Absicht einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht konnten die frisch gesprochenen Väter nun absehen, da die diskriminierende Gesetzgebung mit der Ehegleichstellung aufgehoben wurde. Quelle: mannschaft.com

WELT Verschlechterung LGBT Situation Immer mehr Meldungen werden in den Medien laut, welche in Simme das Bild einer Verschlechterung für den nicht-heteronormen Gesellschaftsteil abzeichnen. Hier einige Beispiele: Laut einer Studie von Studie von Stonewall unter 5000 Community zugehörigen Personen ist die Gewalt gegen LGBT Personen in Großbritannien in den letzten vier Jahren um 78% angestiegen. Transpersonen wurden innerhalb des letzten Jahres sogar 41% häufiger Opfer von Hassverbrechen sagt eine Studie von Pride London Anfang des Jahres. Stonewall Empfiehlt 4 Punkte: sichtbar werden und Standpunkt für Gleichstellung beziehen; Freunde und Familie mobilisieren sowie gegenseitige Unterstützung; Online Attacken Melden, wenn und solange es nicht zusätzlich gefährdet; in Geschäften: Vorfälle mit Mitarbeitern oder anderen Kunden melden. Quelle: pinknews.co.uk

Bei einer Razzia in der Schwulensauna T1 in Jakarta gab es 58 Festnahmen, darunter auch andere Staatsangehörige. Sechs Männer wurden wegen Verstoß gegen das Pornographiegesetz bereits verurteilt (6 Jahre Haft). Homosexualität an sich ist in Indonesien nicht verboten. Auch gegen Frauen wurde schon so vorgegangen. Die Anschuldigungen reichen von Prostitution bis hin zu „abnormalen sexuellen Praktiken“.

Berlin-Kreutzberg im September: ein schwuler Radfahrer (42) äußerte laut Polizeimeldung seinen Unmut, als er einem geparkten Auto ausweichen musste und wurde daraufhin von drei Männern angegriffen und am Boden noch getreten bevor sie flüchteten. Im Oktober wurde ein 19-jähriger in einer U-Bahnstation in Berlin Pankow brutal und ohne Vorwarnung mehrmals ins Gesicht geschlagen als er im Gespräch mit einem Unbekannten seine Homosexualität erwähnte. Derartige Fälle häufen sich. Quelle: ggg.at

In Vorarlberg wurde eine 51 -jährige Standesbeamtin mittags aus einem Auto heraus „auf das Übelste beschimpft“ so der Polizeibericht. Erst raste der Wagen auf dem Gehsteig auf sie zu und um dann mit riskantem Manöver auf der Straße zum Stehen zu kommen. Nach den Beschimpfungen raste der Wagen mit den vier Insassen davon. Anlass der bedrohlichen Aktion mit homophoben Beschimpfungen war eine gleichgeschlechtliche Verpartnerung, welche die Beamtin zuvor am 29. September in Hohenems vollzogen hatte. Quelle: ggg.at

In Brasilien wurde einer den Evangelikalen zugehörigen Psychologin per richterlichen Beschluss erlaubt, für eine Konversionstherapie zu werben und Homosexuelle einer angeblichen „Heilung“ zu unterziehen. Sie fühlt sich „von Gott geleitet … zu helfen“. Der Bundesrat für Psychologie kritisierte das Urteil scharf und will dagegen vorgehen. Die evangelikalen Christen sind eine extreme Untergruppe des Protestantismus und rigoros gegen alles Homo- oder Transsexuelle, auch in den Medien. Quelle: ntv.de

Quelle: blu.fm Text: Markus M.

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Gleichbehandlungsanwaltschaft

Queens and Butches

Unkonventionelle Geschlechterperformance und Diskriminierungsschutz Benachteiligungen oder Belästigungen im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis oder beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, die Männer und Frauen deswegen treffen, weil sie anders auftreten, als es von ihnen erwartet wird, beispielsweise als Mann zu feminin oder als Frau zu maskulin, sind nach Ansicht der Gleichbehandlungsanwaltschaft rechtswidrig. Dabei handelt es sich um Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts und/oder der sexuellen Orientierung, die vom Gleichbehandlungsgesetz verboten sind. Geschlechterstereotype und Performance Es gibt Menschen, die sich nicht so verhalten, wie es aufgrund ihres Geschlechts herkömmlich von ihnen erwartet wird. Dazu gehören Männer, die Röcke oder Schmuck tragen, eine zu hohe Stimme haben oder ein zu feminines Verhalten an den Tag legen – unabhängig davon, ob sie homosexuell sind oder nicht. Dazu gehören Frauen, die die Beine beim Sitzen nicht übereinanderschlagen, keine Röcke, keinen Schmuck und eine Kurzhaarfrisur tragen – und die vielleicht lesbisch sind. Betroffen können auch verschiedene Transgender-Lebensweisen sein, also Personen, die ihre geschlechtliche Identität verändern oder ihrer eigentlichen

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Identifizierung anpassen. In all diesen Fällen werden geschlechtsspezifische Dress Codes oder Erwartungen an die weibliche oder männliche Performance bewusst oder unbewusst umgangen, enttäuscht oder verletzt. Der gesetzliche Rahmen für Geschlechternormen Das österreichische Gleichbehandlungsgesetz schützt in der Arbeitswelt vor engen Geschlechternormen, die vom Mainstream als Maßstab gesetzt werden. Nur in Ausnahmefällen dürfen Normen geschlechtsspezifischen Verhaltens als Anforderung an Arbeitnehmer_innen gerichtet werden. Ähnliches gilt beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen. Solche Vorgaben sind eng zu interpretieren und mit Aufmerksamkeit und Sensibilität nach dem jeweiligen Kontext zu beurteilen. Benachteiligungen von transsexuellen Personen hat der Europäische Gerichtshof bereits in den 1990er Jahren als geschlechtsspezifische Diskriminierung angesehen. Dementsprechend sieht die Gleichbehandlungsanwaltschaft bei Regulierungen hinsichtlich geschlechtsspezifischer Dress Codes hohes Diskriminierungspotenzial. Solche Regelungen müssen jedenfalls hohen, grundrechtlich gebotenen Sach-

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www.gleichbehandlungsanwaltschaft.at

lichkeitsvoraussetzungen entsprechen. In den meisten Fällen können sie nicht gerechtfertigt werden und führen in Verbindung mit beruflichen Nachteilen zu Schadenersatzansprüchen nach dem Gleichbehandlungsgesetz für Vermögensschäden und für die Würdeverletzung durch die Diskriminierung. Seit Juli 2017 bieten nun neben der Zentrale in Wien auch die Regionalbüros der Gleichbehandlungsanwaltschaft in Graz, Klagenfurt, Linz und Innsbruck Beratung und Unterstützung zu allen Diskriminierungsgründen des Gleichbehandlungsgesetzes an.

Text: Christian Berger, Constanze Pritz-Blazek, Sandra Konstatzky

Die App der Gleichbehandlungsanwaltschaft ermöglicht es, unkompliziert und anonym diskriminierende Vorfälle zu dokumentieren und zu speichern. Über die App kann man sich auch direkt an die Gleichbehandlungsanwaltschaft wenden und rechtliche Beratung in Anspruch nehmen.

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VAIR Gemeinsam bewirken

Die Nationalratswahl 2017 und der deutlich spürbare Rechtsruck Vor einigen Jahren noch war rechts sein ein Tabu, es wurde immer auf den Nationalsozialismus des dritten Reichs hingewiesen. Aus der Vergangenheit habe man ja gelernt. Mittlerweile hat sich aber viel verändert. Rechts sein wurde wieder Salonfähig. Angefangen von diversen Jugendorganisationen der rechten Parteien, über Burschenschaften und Mittelschülerkardellverbände. Immer mehr junge Menschen schließen sich solchen Verbänden an. Intoleranz wird mit fadenscheinigen Argumenten belegt, die zum Großteil aus Beispielen bestehen. „Aber ich habe da so einen Flüchtling getroffen und der hat...“ ist wohl eines der häufigst gebrauchten “Argumente“. Diese Wahl spiegelt nun wieder, was wir schon lange wissen. Rechtspopulistische Parteien bekommen Zuwachs- das Volk ist unzufrieden. Die Gegenstimmen wäh-

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len oft Mals nur das geringere Übel. Ist das die Zukunft der Politik in Österreich? Uns hat die Wahl trotz allem erschüttert, da wir dadurch mit einem hohen Wahrscheinlichkeitsgrad (Anm. d. Verf.: Zum Zeitpunkt, als dieser Artikel geschrieben wurde stand noch keine Regierung fest) eine rein Rechte Regierung für die kommenden 4 Jahre haben werden. Wir persönlich wollen natürlich jedem, so auch Sebastian Kurz eine Chance geben uns zu beweisen, dass er die Kapazität besitzt unser Land zu führen. Die Konsequenzen der schwarz- blauen Regierung sind noch abzuwarten, viele Menschen in sozialen Berufen bangen jedoch schon um ihre Arbeitsplätze. Wir befürchten mehr soziale Ungerechtigkeit und weniger Zusammenarbeit. Der gesamte Wahlkampf wird von uns kritisch betrachtet, da es zu so vielen Streitigkeiten kam, dass es jetzt fast schon www.rainbowunited.at


möchtest – aber nicht weißt wie, wenn du www.vair.at Menschen kennst die Hilfe dringend benöunmöglich scheint, dass diverse Parteien tigen oder werden. einfach Lust auf eine gesellige zusammenarbeiten Zusätzlich müssen wir unser Bedauern Runde mit„Dieinteressanten Menschen hast, ausdrücken, dass Grünen“ für die nächsten vier Jahre nicht im Nationalrat dann komm doch einfach zum nächsten vertreten sein werden. VAIR Date gerne auch mit Freunden. Wir von VAIR setzen–uns seit mittlerweile fast zwei Jahren für eine gerechtere und tolerante Gesellschaft ein. Für mehr Inklusion als Exklusion. Wir wollen allen Menschen dieselben Chancen geben. Trotzdem sind wir natürlich nicht blind, wir sehen sehr wohl die Problematik, die durch ein wenig durchstrukturiertes System in der Flüchtlingspolitik entsteht. Trotzdem wollen wir dort helfen, wo es am meisten gebraucht wird. Wir gehen direkt auf Menschen zu, wir setzen uns mit den Individuen auseinander und versuchen gemeinsam eine angenehme Zukunft zu gestalten.

Alle anstehenden Termine findest du im Bist du auch unserer Meinung und willst RAINBOW UNITED - Termin Kalender. mit uns für eine gemeinsame Zukunft einstehen? Dann melde dich doch auf unserer Homepage www.vair.at an oder lade dir die VAIR App im App Store und werde Teil der VAIR Community. Wir freuen uns auf dich! Jede Stimme zählt!

Wir freuen uns auf dich/euch. Euer VAIR Team

Verein für Akzeptanz, Inklusion und Respekt Text: VAIR Fotos: Simon Kolb Photography

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Löwenherz

Das Löwenherz-Thema zum Leben nach der Nationalratswahl: schwule Dystopie Jerome Leroy: Der Block Dt. v. Cornelia Wend. D 2017, 320 S., Broschur, € 20.46 Eine Regierungsbeteiligung der extremen Rechten. Der »Patriotische Block« ist eine ultrarechte Partei, nach blutigen Aufständen in den Vorstädten kippen in einer Wahl die Mehrheitsverhältnisse, und für drei Menschen kulminiert ein Leben aus Gewalt, Geheimnissen und Manipulation. Agnès führt als Parteivorsitzende die Verhandlungen. Ihr Ehemann Antoine wartet in seiner luxuriösen Pariser Wohnung auf das Ergebnis, Stanko, der schwule ProloChef des paramilitärischen Ordnerdienstes der Partei, versteckt sich in einem schäbigen Hotelzimmer. Antoine ist morgen vielleicht Staatssekretär Stanko jedenfalls soll morgen tot sein. Ein Vierteljahrhundert lang waren die beiden wie Brüder und sind sie vor nichts zurückgeschreckt.

Christoph Léon: Väterland Dt. v. R. Griebel-Kruip. D 2017, 116 S., Broschur, € 10.18 Gabrielle ist fast 13. Als Baby wurde das aus Somalia stammende Mädchen von einem schwulen Paar adoptiert. George und Phil, ihre Väter, sind seit 15 Jahren verheiratet, doch nun wurde ein Gesetz erlassen, das sie zu Ausgestoßenen macht. Sie müssen eine rosa Raute als Kennzeichnung tragen, in einem Ghetto am Stadtrand wohnen und dürfen nicht mehr als Künstler arbeiten - in der Stadt dürfen sie sich ohne Genehmigung nicht

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mehr bewegen. Um ein Geschenk zu Gabrielles Geburtstag zu finden, riskieren sie alles und fahren ohne Erlaubnis in die Stadt. Doch nachdem sie einen Autounfall gebaut haben und dadurch die Aufmerksamkeit vermeintlich rechtschaffener Bürger auf sich gelenkt haben, können sie niemandem mehr vertrauen. Wie sollen sie Gabrielle warnen, die Zuhause geblieben ist? - Eine schauerliche Dystopie.

Felix Rexhausen: Lavendelschwert D 1999, 310 S., brosch., € 15.42 Schwule proben den Aufstand, machen – lange vor Stonewall – eine Revolution im todlangweiligen, spießigen Deutschland der 60er Jahre. Die schwule Revolution! Welche Bewegungsschwester hätte nicht schon einmal davon geträumt. Und wenn gleich mehrere Schwestern das gleiche träumen, gründen sie natürlich einen Organisationsverein und zerstreiten sich alsbald darüber, wie nun weiter vorzugehen sei. Wie unsagbar komisch diese deutsche und somit selbstverständlich ernste Revolution war, belegt diese verdienstvolle Dokumentensammlung aus dem Jahr danach. Der Satiriker Rexhausen hat mit großer Akribie die erschütterndsten Dokumente zusammengetragen. Pflichtlektüre für alle Aktivistinnen und Aktivisten!

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www.loewenherz.at mehr Löwenherz-Themen auf: http://www.loewenherz.at/themenseiten.php Neu: Löwenherz-Themenseiten haben jetzt Filterfunktionen!

Christian Kurz: Allein unter seinesgleichen D 2016, 204 S., Broschur, € 15.32 In einer Alternativrealität hat Nazideutschland im Weltkrieg die Weltherrschaft errungen und formt nun alle Länder nach seinen Vorstellungen um. Die Weltsprache ist deutsch. Und Schwule gelten als ausgerottet. Jedoch existieren sie weiterhin, wenngleich auch nur im Verborgenen. Aufgrund der NichtInformation hat der junge Wolfgang deswegen keine Ahnung, was es bedeutet, dass er sich in seinen Klassenkameraden Nils verliebt hat. Wolfgang weiß nur, dass es nicht richtig sein kann, dass er diese Gefühle für seinen Freund empfindet. Erst als er in einem Buchladen mit der verbotenen Winkel-Literatur in Kontakt kommt, lernt er das Wort »schwul« kennen. Endlich beginnt er zu begreifen, wer er ist - ein Schwuler und damit ungewollt ein Volksfeind.man eine »fantastische Erörterung« sei.

le - die beiden jungen Männer finden rasch Gefallen aneinander und kommen sich näher. Xaviers Konversion zum Judentum gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht. Bei der Beschneidung passiert ein kleines Unglück - danach ist er um einen Hoden ärmer. Auch die Übersetzung von Hitlers »Mein Kampf« ins Jiddische erweist sich als reichlich fehlgeleitete Idee. Nun steht aber Xaviers Aufstieg zu Macht und Ruhm nicht mehr viel im Weg. Geradezu logisch ist da seine Wahl zum israelischen Premierminister - auf allen Stationen dieses Lebenswegs steht Awrommele an Xaviers Seite - erst als Ratgeber, dann als Liebhaber und schließlich als seine ergebene rechte Hand, auch wenn er der Promiskuität gegenüber der Treue den Vorzug gibt.

Arnon Grünberg: Der jüdische Messias Dt. v. Rainer Kersten. CH 2014, 637 S., Pb, € 13.26 Eigentlich wäre die Familie des 16jährigen Xavier Radek aus Basel furchtbar fad - wäre da nicht der dunkle Fleck der SSVergangenheit seines Großvaters. Um das dem jüdischen Volk Angetane wieder gut zu machen, entschließt sich Xavier selbst Jude zu werden. Unter den Mitgliedern der Basler jüdischen Jugendgruppe befindet sich auch der Sohn des Rabbi, Awromme-

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Courage

Language Of The Heart

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg In unseren Beratungsgesprächen der COURAGE tauchen allgegenwärtig Verhaltensund Kommunikationsmuster von einzelnen Personen, Paaren, Freunden oder Familien in beziehungsrelevanten, erzieherischen, beruflichen sowie gesellschaftlichen Kontexten auf, die einem genaueren Fokus bedürfen, um vorhandene Probleme und Konflikte gemeinsam sowohl zu eruieren als auch konstruktiven Lösungsstrategien zuführen zu können. Gerade die Language Of The Heart – Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg – bietet Chancen für neue Sichtweisen und veränderte Verhaltensmodi sowie erzielt folglich positive und gewinnbringende Resultate ursprünglich schwieriger und belastender Lebenssituationen. Wolfsprache Kennst du das auch? Wenn dich jemand mit Worten angreift, verteidigst du dich. Die Aufmerksamkeit deiner Kommunikation ist darauf gerichtet, was die andere Person falsch macht bzw. was „verkehrt an

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ihr/ihm ist“ und es wird fortschreitend mit negativen Bewertungen der Person sowie ihres Handelns korreliert. Jeder fühlt sich schlecht, bekämpft die Äußerungen des Anderen und weicht aus. Ärger, Frustration, Hilflosigkeit und Ohnmacht werden in der Folge reflexartig mit Gegenangriff, Vorwurf, Kritik, Beleidigung, Verletzung, Rechtfertigung, Drohung etc. abgewehrt. Das offenkundig entstehende Wortgefecht bringt die beteiligten Parts ihren Zielen keinen Schritt näher, hingegen belastet und zerstört es ihre Beziehung zueinander. Die plötzlichen Gesprächsgegner finden sich in Beziehungen, im Alltag oder im Berufsleben in einer mit aufschaukelnden Reaktionen fortschreitenden Spirale wieder, welche mit weiteren Schwierigkeiten, Streit und Krieg, oftmals sogar mit völligem Rückzug endet. Der renommierte amerikanische Psychologe Marshall B. Rosenberg (*1934-2015+) bezeichnet jenes Kommunikationsmuster als Wolfsprache. Sie verursacht schlichtweg Aggressionen und charakterisiert sich im Detail wie folgt:

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www.courage-beratung.at • Probleme/Schwierigkeiten/Streit nehmen kein Ende • Sich im Recht fühlen • Bewertung – „Du bist faul! Du bist dumm! Du bist blöd! Du liegst falsch!“ • Kritik – „So ist das falsch! Das macht man immer so!“ • Verallgemeinerung – „Ihr seid immer laut!“ • Sympathisieren – „Du Arme! Wieder einmal kannst du nichts dafür!“ • Interpretation – „Du machst das, weil/ damit …!“ • Analyse – „Wenn du mich wirklich lieben würdest, …! Wenn du das beachtet hättest, …!“ • Manipulation – „Was dir helfen wird, …! Vielleicht solltest du …! Besser wäre für dich, …!“ • Drohung – „Wenn du nicht sofort …, dann …! Wenn du nun gehst, dann …! Entweder … oder …!“ Giraffensprache als Sprache des Herzens Marshall B. Rosenberg entwickelte aufbauend auf die Humanistische Psychologie nach Carl Rogers in den 70er Jahren das Modell der Nonviolent Communication. „Wenn jemand darauf vertrauen kann, dass er in einem Konflikt gehört und ernst genommen wird, dann stehen die Chancen gut, dass er bereit ist, sich ebenfalls partnerschaftlich zu verhalten.“ (Rosenberg 2013) Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) richtet ihr Augenmerk darauf, was eine Person wahrnimmt, was einer Person wichtig ist und vermeidet in der Kommunikation all jenes, was das Gegenüber als Bewertung, Beschuldigung, Interpretation, Kritik oder Gegenangriff erfassen könnte. Die GFK als Kommunikations- und Konfliktlösungsmethode spürt hingegen die Anliegen der Gesprächsteilnehmenden auf und berücksichtigt diese, um zufriedenstellende Lö-

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sungen für ALLE Beteiligten zu finden. Rosenberg bezeichnet die GFK als Language Of The Heart – Sprache des Herzens oder Giraffensprache – denn die Giraffe ist als Symboltier das Landtier mit dem größten Herzen. Prozess in 4 Schritten „Unsere Gefühle sind ein Indikator dafür, ob unsere Bedürfnisse erfüllt sind oder nicht!“ (Rosenberg 2015) Anklagen, Kritik, Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Drohungen sind nach der Grundidee der GFK verborgene Wünsche und Bedürfnisse nach Zuwendung, Beachtung sowie Ressourcen aller Art. Jede Aggression ist Ausdruck eigener Schwäche, weil wir unbewusst meinen, unerlässlich durch Macht und Stärke das Erfüllen unserer Bedürfnisse zu erreichen. Exakt dies ist der Irrtum! Die GFK nach Rosenberg fokussiert ihre prozesshafte Vorgehensweise in 4 Schritten: • Beobachtungen/Wahrnehmungen als sachliche Beschreibungen OHNE Bewertungen oder Interpretationen • Gefühle wahrnehmen, ernstnehmen, klar benennen, äußern – „Ich bin …!“ • Bedürfnisse/Wünsche wahrnehmen, ernstnehmen, klar benennen, äußern – „Ich brauche/benötige …!“ • Bitten als konkrete Handlungen aus Bedürfnissen heraus klar formulieren, äußern Kreativ-konstruktiver Dialog in der Sprache des Herzens Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst nehmen, tun es andere auch nicht!“ (Rosenberg 2004) Die vier Schritte der Giraffensprache werden erstens als Selbstmitteilung eruiert, indem wir uns mit unseren Wahrnehmungen, Gefühlen und Bedürfnissen zeigen und un-

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Courage sere damit verbundenen Bitten verlauten. Die Wahrscheinlichkeit für das Erfüllen von Bedürfnissen steigt, indem mit respektvollem Bemühen präsentiert wird, wonach gestrebt wird. Zweitens werden die vier Schritte als Einfühlung in den Gesprächspartner durch Empathisches Zuhören, wie es der anderen Person geht und was sie möchte, verstanden. Mit der Einfühlung versuchen wir Bedürfnisse der anderen Person zu erkunden und uns mit ihr empathisch zu verbinden. Die beiden Prozesse inmitten von Selbstmitteilung und Einfühlung bilden gemeinsam die verbindende und transformierende Basis des kreativ-konstruktiven Dialogs nach Marshall B. Rosenberg. Es entsteht ein gewaltlos kraftvoller Dialog, der im Wechselspiel von Selbst- sowie Fremdempathie das Verständnis füreinander in der Sprache des Herzens achtet. „Was ich in meinem Leben will, ist Einfühlsamkeit, ein Fluss zwischen mir und anderen, der auf gegenseitigem Geben von Herzen beruht.“ (Rosenberg 2004)

Dialogbeispiele der Language Of The Heart „Wir alle leben in wechselseitiger Abhängigkeit voneinander. Wer hat welche Bedürfnisse und wie sind sie miteinander im Einklang zu erfüllen? Es ist nichts Schlechtes und Lebensfremdes dabei, Bedürfnisse zu haben, die durch Handlungen oder Worte unserer Mitmenschen erfüllt werden können. Es ist nur natürlich, um das zu bitten, was das Leben bereichert. Das Ziel des Prozesses ist der Ort, an dem alle Bedürfnisse erfüllt sind.“ (Rosenberg 2016) Selbstmitteilung • Beobachtungen/Wahrnehmungen „Du stehst auf und gehst in ein anderes Zimmer, wenn ich mit dir über das Thema Haushalt sprechen möchte.“ • „Wenn ich erkläre, redest du und hörst nicht zu.“ • Gefühle „Ich bin verärgert. Ich bin traurig. Ich bin enttäuscht. Das frustriert mich. Ich fühle mich ratlos …“ • Bedürfnisse/Wünsche „ … , weil ich wissen möchte, was du zum Thema Haushalt denkst. Auch möchte ich von dir wissen, wie ich dich in deinen Vorhaben unterstützen kann.“ „Mir ist es wichtig, dass du meine Ansichten vernimmst!“ • Bitten „Bitte sag` mir, was du brauchst, um mit mir darüber sprechen zu können!“ „Darum ersuche ich dich, dass du leise bist und mir zuhörst!“ Einfühlung • Beobachtungen/Wahrnehmungen „Du stehst auf und gehst in ein anderes Zimmer, wenn ich mit dir über das Thema Haushalt sprechen möchte.“ • Gefühle „Kann es sein, dass du ziemlich genervt bist? Kann es sein, dass du überfordert bist?“ • Bedürfnisse/Wünsche

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www.courage-beratung.at „Kann es sein, dass du im Moment einfach nur Ruhe und Entspannung brauchst?“ • Bitten „Möchtest du, dass wir zu seinem anderen Zeitpunkt darüber sprechen?“ In jeder Kommunikation mit unseren Mitmenschen scheint daher beachtenswert zu sein:

• • • •

KONTAKT: Beratungsstelle COURAGE Innsbruck Salurner Straße 15 / 2. Stock Ost (Casino-Hilton-Passage) A6020 Innsbruck

„Liebe wird allgemein für ein starkes Gefühl gehalten, das wir für eine andere Person haben. Die Gewaltfreie Kommunikation jedoch vermittelt einen weitaus aktiveren Zugang zur Liebe. Demnach ist Liebe etwas, das wir tun. Liebe bedeutet, offen und ehrlich dem Partner, der Familie oder auch Freunden zu offenbaren, was im Moment in uns lebendig ist.“ (Rosenberg 2015)

Text: Mag. BEd. Dipl.-Päd. Bettina Pendl - Literatur über Courage erhältlich Bildmaterial URL: http://www.webquests.ch/gewaltfrei-gluecklich.html, 2017-07-23 URL: http://www.mediation-berlin-blog.com/2016/01/12/inas-helpies_gfkkartenset/, 2017-07-23 URL: http://www.deventhos-akademie.de/seminar_gewaltfreie_kommunikation_gfk.php, 2017-07-23 URL: https://pixabay.com/de/herz-liebe-rot-valentine-157895/, 2017-07-23

Termine nur nach Voranmeldung! Mo bis Do 9°°-15°° Uhr unter Tel.: +43(0)699/166 166 63 oder unter: innsbruck@courage-beratung.at

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WEB: www.courage-beratung.at www.homophobie.at

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GRÜNE Andersrum Tirol

Offen formulierter Hass gegen Menschen aufgrund ihrer Sexualität, ihres Alters, Glaubens, Vermögens, ihrer Herkunft oder gesundheitlichen Verfassung, ist für mich ebenso unerträglich, wie er schrecklicherweise alltäglich ist. Minderheiten, ob sie sich verstecken (können) oder nicht, sind stets mit Diskriminierung konfrontiert. Mal ist sie öffentlich sichtbar, mal untergriffig und zwischen den Zeilen versteckt. Weh tut sie immer.

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Er begegnet uns in Zeitungsberichten und Kommentarspalten, bei Entscheidungen der Regierung und in den Redebeiträgen von Nationalratsabgeordneten. Aber auch in Kirchen, auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Lokalen oder auf dem Schulhof. Viele von uns haben sich schon daran gewöhnt sich klein zu machen, wenn sich eine Gruppe, möglicherweise auf der Suche nach Streit, in ihre Richtung bewegt. Jede*r kennt die Situation, in der man überzeugt davon ist, sein wahres ich zu verbergen und nicht aufzufallen, sei für die eigene Sicherheit zwingend notwendig. Der Grund ist nicht nur eine teilweise (schwer) homophobe und gewaltbereite Gesellschaft, sondern die Tatsache, dass viele überzeugt davon sind: Im Zweifelsfall bin ich allein. Die Hilfsbereitschaft und Solidarität anderer, vermeintlicher Freund*innen, Leidensgenoss*innen aber auch „Unbeteiligter“ wird zu oft gelähmt von Angst und der Erleichterung darüber, nicht selbst im Fokus der Aggression zu stehen. Und das macht es den Täter*innen einfach. Sie verlassen sich darauf, dass Ignoranz und Unwillen, das Offensichtliche zu erkennen und einzuschreiten, allgegenwärtig sind. Es scheint schon lange wieder in Ordnung zu sein, dass Nazis vor den Augen der Polizei den rechten Arm in die Luft strecken. Kaum jemand wundert sich, dass www.rainbowunited.at


www.tirol-andersrum.at „schwule Sau“ das ultimative Schimpfwort ist um Mitschüler abzuwerten und Transsexuelle auf offener Straße beschimpft werden. Umso mehr gilt der Dank jenen, die sich offen deklarieren, die sich zeigen, Konfrontationen stellen und kämpfen. Wir brauchen sichtbare Zeichen, für Solidarität, für uns alle. Ich weiß, nicht jede*r kann das, aus den unterschiedlichsten Gründen. Umso wichtiger ist es, dass alle die es können, es auch tun. Wir sind nicht plötzlich in dieser Welt aufgewacht. Das beständige Kleinreden und Wegschauen, aber auch das Verneinen der eigenen Verantwortung, hat uns an diesen Punkt geführt. Und auch wenn viele weiter die Augen verschließen, weil sie nicht sehen wollen, in was für einer Welt sie jetzt leben, dürfen wir nicht aufgeben. Ich sage: Schluss mit dem homophoben Scheiß. Schluss mit dem Verprügeln von homosexuellen Pärchen, dem anzünden von Obdachlosen, die Schutz in Hauseingängen suchen und dem absprechen der Menschenwürde all jener, die einer Min-

derheit angehören. Schluss mit offiziellen Kirchenvertretern, die Schwule und Lesben zu Kranken erklären und „heilen“ wollen. Ja, die aktuelle politische Situation wird unseren Kamp für Akzeptanz und Gleichstellung in Zukunft nicht einfacher machen, vermutlich sogar das Gegenteil. Aber das ist bestimmt kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen. Jetzt erst recht. Steht auf, wehrt euch, vernetzt euch. Nutzt eure Talente, Ideen und Positionen. Geben wir wieder aufeinander acht und stärken wir uns gegenseitig. Schweigen wird uns nicht schützen. Sichtbarkeit, Zusammenhalt und Alliierte, auch außerhalb der Community, machen uns stark. Wir müssen widersprechen, aufstehen wenn wir als Person und/oder Community bedroht werden und auch mal was dafür riskieren, gegen Diskriminierung aufzutreten. Wir müssen entschlossen handeln, stärker, lauter und schlauer sein. Ich werde nicht aufgeben, ich werden kämpfen. Und ich lade alle herzlich dazu ein, sich anzuschließen.

Text: Herwig Milch - Bilder: Grüne Andersrum

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AIDS Hilfe Tirol

Hilfe, ich habe Tripper!

Immer häufiger wird bei schwulen und bisexuellen Burschen und Männern Tripper diagnostiziert. Die Infektion kann auch ohne Symptome verlaufen. Nur ein Test gibt Sicherheit – bald neu bei der AIDS-Hilfe Tirol! Benni, 19 Jahre, fällt aus allen Wolken. Bei seinem Partner Tom wurde Tripper in der Harnröhre festgestellt. Tom, 20 Jahre, spürte Schmerzen beim Wasserlassen. Benni hatte mit Tom manchmal ungeschützten Analsex. Bei Benni wurde ein Analtripper festgestellt. Obwohl er keine Beschwerden hatte. Wenn Schleimhäute mit dem bakteriellen Gonokokken-Erreger Kontakt haben, droht eine Infektion. Tripper tritt deshalb vor allem bei den Schleimhäuten im Rachen, auf der Eichel und in der Harnröhre und im Analeingang auf. Beim Vorliegen von Symptomen sollte man rasch handeln und zum Arzt gehen. Aber eine Infektion kann vor allem im Analbereich und im Rachen auch ohne Symptome verlaufen. Deshalb die Empfehlung: Sich einmal im Jahr automatisch auf Tripper (und auch auf Chlamydien) testen lassen. Eine Infektion kann mit Antibiotika behandelt werden. Außerhalb der Schleimhäute können die Bakterien nur sehr kurz überleben. Eine Übertra-

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gung durch Handtücher und Klobrillen ist also sehr unwahrscheinlich. Die AIDS-Hilfe Tirol plant neu eine Testung auf Tripper in Kombination mit einer Testung auf Chlamydien anzubieten. Chlamydien treten ebenfalls bei Männern, die Sex mit Männern haben, gehäuft an den selben Stellen auf. Die Eintrittspforten für den Erreger sind auch hier die selben Schleimhäute wie bei Tripper. Bei Männern, die Sex mit Männern haben, ist meist eine Probennahme oder ein Abstrich an drei Stellen zu empfehlen. Zur Vorbereitung auf die Testung sollte man idealerweise zwei Stunden vorher nicht pinkeln. Die Urinprobe und der Analabstrich werden selbst auf der Toilette der AIDS-Hilfe Tirol durchgeführt. Der Ablauf wird vorher genau erklärt. Der Abstrich im Rachen wird vom Arzt im Arztzimmer der AIDS-Hilfe Tirol durchgeführt. Der Befund liegt innerhalb von 2 – 3 Tagen vor. Genaue Infos ab Teststart auf der Homepage der AIDS-Hilfe Tirol.

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Wie leben positive Schwule heute?

Sehenswerte Serien im Internet

Unsure/Positive: Der junge Kieran ist positiv. Eine Webserie, die nicht nur seine Zweifel und Schwierigkeiten im Umgang mit seiner Infektion zeigt. Eine Serie, die auch mit Humor und Hoffnung punktet. Unsurepositivseries.com.

Mess: Erfinder und Hauptdarsteller Paul Victor verarbeitet seine eigenen Erfahrungen mit seinem Schwulsein und seiner HIV-Infektion. Paul: „Jede Entwicklung in der Serie basiert auf Vorfällen aus dem wahren Leben.“ Das Leben ist mit HIV nicht zu Ende. Liebe und geiler Sex kommen in der Serie nicht zu kurz! Zu sehen auf Amazon und Vimeo.

Kuntergrau: Der junge Marcel hat Angst. Er ist positiv und liebt Philipp. Wie wird Philipp reagieren, wenn er ihm von seiner Infektion erzählt? Realistisch gemachte Webserie über Liebe und Leiden einer schwulen Kölner Burschenclique. Kuntergrau.net

Text: Matthäus Recheis Bilder: Aids-Hilfe Tirol

Am 1. Dezember ist weltweit Welt-AIDS Tag. Am 1. Dezember ist weltweit Welt-AIDS Tag. Trag die die rote Schleife – als Zeichen für Solidarität mit HIV-positiven Menschen! AIDS-Hilfe Tirol - der Checkpoint für die Gesundheit von Männern, die Sex mit Männern haben Anonyme Testung in der AIDS-Hilfe Tirol: Montag 17 – 18.30 Uhr, Dienstag 13.30 – 15 Uhr. Kostenloser Labortest auf HIV und Syphilis. Kostenpflichtiger HIV-Test mit Befund innerhalb von 30 Minuten. Neu: Kostenpflichtiger HIV- und Syphilis- Kombitest mit Befund innerhalb von 30 Minuten. Für einen Schnelltest mindestens eine halbe Stunde vor dem Ende der Testzeit zur Anmeldung kommen. Weitere Tests wie Check auf Hepatitis-B/C möglich und kostenpflichtig. rainbowUNITED Ausgabe 17/04 vom 15.11.2017

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SoHo Tirol

Modernes Familien(ge)recht Wir haben etwas geschafft! Seit 1.4.2017 dürfen meine langjährige Partnerin und ich endlich ganz offiziell eine Familie sein. Man hat uns per Gesetz endlich unseren guten (Familien)namen wiedergegeben. Nicht, dass wir uns nicht schon längst als Familie gesehen hätten, aber es fühlt sich für uns trotzdem gut an - dieses kleine Wörtchen „Familie“. Schrittchen für Schrittchen erkämpft sich die Community im überparteilichen Schulterschluss Rechte, die ihr moralisch in einer modernen Gesellschaft schon lange zustehen. So sieht es auch ein Großteil der Gesellschaft. Nur – die Gesetzgebung hinkt weit hinterher! Im Jänner 2018 soll das 2016 novellierte System zum Kinderbetreuungsgeld – kurz KBG genannt – evaluiert werden. Schon jetzt ist allerdings eine Gesetzeslücke aufgetaucht, die Menschen jeglicher sexueller Orientierung in einigen Fällen diskriminie-

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ren kann. Unbestritten fallen hier nur sehr wenige durch den sprichwörtlichen Rost, darauf bildlich gesprochen gegrillt zu werden ist jedoch einfach … Ja, einfach ungerecht! Anfang August dieses Jahres tauchte in den Medien eine Geschichte auf, die uns auf ein Problem beim Kinderbetreuungsgeld aufmerksam machte. ORF, Standard und Falter berichteten. FAmOs, SoHo und einige andere unterstützten und berichteten ebenfalls. Es folgten als Reaktion auf diese Veröffentlichungen auch etliche unschöne Anschuldigungen an die zwei persönlich betroffenen unbestritten mutigen Mütter, die uns diese Lücke garniert mit ihrer persönlichen Geschichte, aufzeigten. Durch ihren Gang an die Öffentlichkeit wollten sie erreichen, dass genügend Menschen auf das Problem aufmerksam werden und eine von ihnen initiierte Petition unterschreiben, deren Ziel es ist „diese [Petition] im Nationalrat zur Diskussion www.rainbowunited.at


www.soho.or.at zu stellen. Des Weiteren soll das Bundesministerium für Familie und Jugend allen betroffenen Familien eine Lösung zur Verfügung stellen.“ (Zitat: http://openpetition. eu/!gleicherechte) Denn das Problem ist kompliziert und es scheint wohl dem Wunsch einer vereinfachten und daher für die breitere Gesellschaft nachvollziehbareren Darstellung geschuldet zu sein, dass es medial so beschrieben wurde, als beträfe diese Gesetzeslücke ausschließlich lesbische in Eingetragener Partnerschaft lebende Paare. Selbst so kluge Köpfe wie der sonst so engagierte LAMBDA – Vorsitzende Graupner haben diese Vereinfachung unhinterfragt hingenommen. Wir von der SoHo tun dies hingegen nicht! Denn tatsächlich ist die ganze Geschichte viel komplexer! Einem verheirateten beziehungsweise in Eingetragener Partnerschaft lebenden Paar, welchem innerhalb eines Zeitraumes von weniger als 182 Tagen jeweils ein leibliches Kind geboren wird, kann für das zuerst geborene Kind das KBG je nach Auslegung der Gesetze ausbezahlt oder eingestellt werden. In einem solchen Fall bietet die gesetzliche Lage nämlich zwei gegensätzliche Möglichkeiten über die Ausbezahlung des KBG zu entscheiden: 1) In den gemeinsamen Haushalt werden innerhalb der Frist von mindestens 182 Kalendertagen zwischen den Geburten zwei Kinder geboren. Dadurch erlischt der KBGAnspruch für das erstgeborene Kind. 2) Die PartnerInnen stehen zum leiblichen Kind der/s jeweils anderen im Verhältnis der Stiefkind/-elternschaft. Dadurch hätte jedes der beiden Elternteile ganz unabhängig voneinander Anspruch auf eine Ausbezahlung eines KBG für das leibliche Kind. Der SoHo ist es wichtig, nochmals aus-

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drücklich darauf hinzuweisen, dass es derartige Fälle nicht nur im Falle homosexueller PartnerInnenschaft gibt oder geben kann. Es könnte zwei verpartnerte Frauen, die durch nicht medizinisch unterstützte Schwangerschaft je ein eigenes Kind innerhalb der 182-Tagefrist zur Welt bringen, betreffen. Genau solches gilt ebenfalls, wenn zwei verpartnerte schwule Männer mit jeweils einer eigenen Leihmutter ein Kind zeugen, die innerhalb des genannten Zeitfensters zur Welt kommen. Es gilt aber auch für Familien, in denen ein Mann, der alleinerziehender Vater eines Säuglings ist, eine Frau ehelicht, und dessen frisch Angetraute ebenfalls innerhalb der 182-Tagefrist ein Kind von ihrem Expartner bekommt. Zugegeben, eine solche Familienkonstellation entspricht mit Sicherheit nicht dem, was ich in meinem Gutmenschen-Lebenskonzept vorsehen würde. Jedoch verwehre ich mich dagegen, eine Gesetzeslücke mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger schließen zu wollen! Hier von Seiten des Gesetzgebers eine sichere Brücke zu schlagen, darf natürlich keineswegs dermaßen angepackt werden, dass man dadurch eine neue Lücke entstehen lässt. Jene Familien, die derzeit schon durch die Gesetzeslage abgedeckt werden, sollen die Sicherheit haben, dass dies auch so bleibt. Wir sind aber auch der festen Überzeugung, dass es dem Gesetzgeber ein Leichtes sein wird, ein modernes und gerechtes Familiengesetz so zu gestalten, bei dem eben auch diese Familienkonstellationen in das KBG-System miteingearbeitet werden.

Text: Gabi Schiffer, Connie Hilber Foto: SPÖ Tirol, Logo SoHo

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agpro

Beruflich fruchtbar, privat bereichernd austrian gay professionals - das ist Netzwerken mit schwulen Selbständigen, Führungskräften und Experten aus unterschiedlichen Berufen. Als Mitglied der agpro profitierst du vom Know-how anderer und knüpfst Kontakte, die dir in deinem Beruf weiterhelfen oder schlicht deinen Freundeskreis erweitern. Seit 1998 tritt die agpro für die Gleichberechtigung Homosexueller am Arbeitsplatz ein, fördert die Vernetzung ihrer Mitglieder und ist als überparteiliche Vereinigung ein zuverlässiger Partner für Wirtschaft und Politik. Als agpro-Mitglied nimmst du Teil an interessanten Events, ob Gespräche mit Vertretern der Politik und Wirtschaft, Aus-

stellungsbesuche, Vernetzungstreffen mit anderen NGOs, Ausflüge oder unsere monatliche Lounge. Willst du mitgestalten, kannst du dich bei den zahlreichen Projekten einbringen, wie dem agpro Forschungspreis oder der Auszeichnung meritus. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten, sich für mehr Offenheit und Gleichberechtigung für Schwule einzusetzen. Denn unser gemeinsames Ziel ist es, dass gleichgeschlechtlich liebende Menschen keine Nachteile durch ihre sexuelle Orientierung erfahren – unser Schwerpunkt liegt bei Themen rund um die Arbeitswelt. www. agpro.at

agpro Lounge Jeden ersten Mittwoch im Monat veranstalten wir die „agpro Lounge“, zu der neben unseren Mitgliedern auch Freund_ innen und Interessenten herzlich willkommen sind. Diese regelmäßigen Treffen bieten die Möglichkeit, die agpro, ihre Mitwirkenden und Aktivitäten kennenzulernen und sich ein Bild unserer Arbeit zu machen. Weiters bietet die agpro Lounge durch interessante aktuelle Themen Wissenswertes und Hilfreiches zu Beruf & Karriere, Kultur, Wissenschaft und persönlicher Entwicklung. Mehr zu Terminen und Themen unter www.agpro.at/termine

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agpro Forschungspreis Alle zwei Jahre vergibt die agpro einen wissenschaftsbezogenen Forschungspreis. Prämiert werden wissenschaftliche Leistungen, die sich mit Homosexualität in Wirtschaft, Recht, Gesellschaft, Technik und Medizin auseinandersetzen. Beim 10. agpro Forschungspreis 2016 wurden dafür € 13.000,- Preisgelder vergeben. Mit dem Preis soll die Forschung in Österreich zu diesem Thema angeregt, wissenschaftlich fundierte Argumente gesammelt und die gesellschaftliche Akzeptanz weiter verstärkt werden. www.agpro.at/forschungspreis

meritus: schwul lesbisch ausgezeichnet

LGBT Business Forum

Mit der Auszeichnung „meritus: lesbisch schwul ausgezeichnet“ werden Organisationen prämiert, die sich im Diversity Management in der Dimension sexuelle Orientierung besonders engagieren. Der Preis wird durch Bund, Länder, Interessenvertretungen und zahlreiche Unternehmen gefördert. Der meritus ist ein wesentlicher Treiber zur Förderung von LGBT*-Themen im organisationalen Kontext. Neben der Auszeichnung für Organisationen wird auch ein Sonderpreis unter dem Titel „LGBTIQ-Business & Innovation“ verliehen. www.meritus.or.at

Voneinander lernen und Erfahrungen teilen – unter diesem Motto richten wir alljährlich gemeinsam mit den QBW das „LGBT Business Forum“ aus. Das abwechslungsreiche Programm mit einem jährlich wechselnden Schwerpunkt bietet CEOs und HR-Verantwortlichen die Möglichkeit, sich in Workshops und Diskussionsrunden über Herausforderungen und Best Practices zum Thema sexuelle Orientierung am Arbeitsplatz zu informieren und auszutauschen. Keynotes von Expert_innen zu diesem Themenfeld runden das Angebot ab. www. agpro.at/lgbtbf16 rainbowUNITED Ausgabe 17/04 vom 15.11.2017

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DIE LES-BI-SCHWULE CLUBNACHT TIROLS

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Handgelenksschweißband (7660) - 7,5 cm breit Versandkosten € 3,00

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UNITED Cooking Der Advent und Weihnachten ist die Zeit der Ruhe und Besinnung aber auch die Vorfreude auf das Fest, dazu gehört auch das Basteln... deshalb ein Rezept von einem Lebkuchenhaus, und damit auch der Genuß nicht zu kurz kommt auch noch ein wenig was anderes!

Lebkuchenhaus Man nimmt 80 g 80 g 160 g 2 TL 2 TL 250 g

flüssiger Honig dunkler Rübensirup Zucker Lebkuchengewürz Zimt kalte Butter

Honig, Sirup, Zucker, Lebkuchengewürz, Zimt und 100 ml Wasser aufkochen, vom Herd nehmen. Butter würfeln und nach und nach unterrühren. Masse in einer Schüssel abkühlen lassen. Mehl und Backpulver mischen und unter die Lebkuchenmasse kneten. Teig halbieren und flach in Klarsichtfolie gewickelt mindestens 3 Stunden kaltstellen.

Ofen auf 190 Grad vorheizen (KEINE Umluft). Die eine Teighälfte auf einer bemehlten Fläche 30 x 21 cm groß ausrollen. Auf ein Backpapier in Blechgröße legen. Zwei Rechtecke à 21 x 15 cm daraus ausschnei-

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600 g 2 TL 6 EL 1 250 g 1 EL

Mehl Backpulver Milch Eiweiß Staubzucker Zitronensaft

den. Die zweite Teighälfte ebenfalls 30 x 21 cm groß ausrollen, 2 gleichseitige Dreiecke mit Seitenlängen von je 15 cm (Höhe 13 cm) daraus ausschneiden.

Aus beiden Dreiecken je 2 Fenster, aus einem der Dreiecke zusätzlich 1 Tür ausschneiden. Teile mit Milch bestreichen, eines evtl. mit Mandeln garnieren. Bauteile auf einem Backblech im heißen Ofen im unteren Ofendrittel 15 Minuten backen, abkühlen lassen. Restteig der Dreiecke für die Bodenplatte des Häuschen ca. 35 x 20 cm groß ausrollen, wie oben backen.

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UNITED Cooking Kugeln formen und als Büsche neben das Häuschen kleben. Mit einigen Waffelkeksen einen Waffelweg legen und alles trocknen lassen. Zum Schluss lassen wir es schneien: Den restlichen Puderzucker darüber stäuben. Gebacken und verziert ist das Knusperhäuschen ca. 4 Wochen haltbar. Übrigens: Das Motiv „Lebkuchenhaus“ geht auf das Märchen Hänsel und Gretel der Gebrüder Grimm zurück: “Knusper knusper Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ heißt es da, als die hungrigen Kinder am Lebkuchenhaus der bösen Hexe naschen. Deshalb bezeichnet man das Lebkuchenhaus auch als Hexenhäuschen. Eiweiß, 250 g Puderzucker und Zitronensaft cremig aufschlagen. In einen Einwegspritzbeutel füllen, vom Beutel eine kleine Spitze abschneiden. Jetzt geht‘s ans Verzieren. Entweder lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf oder machen wie folgt weiter: Hinter die Fensteröffnungen das Transparentpapier kleben. Hausteile mit Waffelkeksen, Zuckerperlen, Salzstangen und Dekorherzen verzieren. Mörtel ca. 1 Stunde trocknen lassen. Restlichen Guss im verschlossenen Beutel kalt stellen.

Eggnog Man nimmt

1 Vanilleschote 1 Messerspitze Muskatnuß 1 Messerspitze Zimtpulver 0,25 l Schlagobers 0,4 l Milch 100 g Zucker 5 Eigelb Cognac oder Brauner Rum nach Bedarf Die Vanilleschote der Länge nach aufgeschnitten und das Mark herauskratzen. Alle Zutaten, bis auf Eier und Zucker, in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Temperatur auf dem Herd erhitzen. Die Masse sollte auf keinen Fall kochen, sie soll wirklich nur heiß werden.

Die Hausteile auf der großen Lebkuchenplatte mit dem restlichen Guss zusammenkleben, evtl. einen Becher 
als Stütze nutzen und kurz trocknen lassen. Eiswaffeln begradigen und als Tannen zum Häuschen stellen. Marzipan oder Fondant zu rainbowUNITED Ausgabe 17/04 vom 15.11.2017

Inzwischen die Eigelbe mit dem Zucker aufschlagen, solange bis sie heller wird. Dann die heiße Milchmischung unter ständigem Rühren (!) ganz langsam zu der Eigelbmasse geben, ohne daß die Eier gerinnen. Anschließend kommt alles zurück in den Topf und wird (ca. 5 Minuten) unter ständigem Rühren erhitzt, ohne zu kochen, bis die Flüssigkeit etwas dickflüssiger geworden ist. Am Schluß mit etwas Cognac oder Rum verfeinern, oder auch nicht. Dann ist der Eggnog schon fertig und kann direkt warm serviert werden oder ihr serviert ihn eiskalt.

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Stadtplan 1

GRUPPEN

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1 HOSI-Tirol Homosexuelle Initiative Tirol Kapuzinergasse 43 6020 Innsbruck Tel/Fax: 0512/587 586 office@hositirol.at www.hositirol.at

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1 Redaktion Rainbow UNITED c/o HOSI Tirol Kapuzinergasse 43 6020 Innsbruck redaktion@rainbowunited.at www.rainbowunited.at 1 Verein CSD-Innsbruck c/o HOSI Tirol Kapuzinergasse 43 6020 Innsbruck Tel/Fax: 0512/587 586 office@csd-innsbruck.at www.csd-innsbruck.at 2 SoHo Tirol Salurnerstraße 2/4/403 6020 Innsbruck Tel: 0699/12903606 soho-tirol@gmx.at www.soho.or.at 3 Grüne Andersrum Tirol Ing.-Etzel-Straße 9 6020 Innsbruck Tel: 0664/1869128 tirol-andersrum@gruene.at www.tirol-andersrum.at VAIR Verein für Akzeptanz, Inklusion und Respekt Technikerstraße 5/5 6020 Innsbruck www.vair.at

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FRAUEN 4 Autonomes Frauen Lesben Zentrum & Café Anchorage Liebeneggstraße 15 6020 Innsbruck Tel/Fax: 0512/58 08 39 info@frauenlesbenzentrum.at www.frauenlesbenzentrum.at

BERATUNG 5 Beratungsstelle Courage Salurnerstraße 15, 2. Stock 6020 Innsbruck Tel: 0669/166 166 63 innsbruck@courage-beratung.at www.courage-beratung.at 6 Männerberatung Mannsbilder Anichstraße 11 6020 Innsbruck Tel/Fax: 0512/57 66 44 beratung@mannsbilder.at www.mannsbilder.at

© OpenStreetMap

7 Psychotherapiepraxis Dr. Ulrike Paul Neuhauserstraße 13a 6020 Innsbruck Tel: 0699/10 90 48 52 praxis@ulrikepaul.at www.ulrikepaul.at 8 Visionmove Institut für Bewegung und Entwicklung Dipl. Physiotherapeutin Mag.a Angela Popelar Schmiedgasse 9/1 6020 Innsbruck Tel: 0699/10 86 22 41 visionmove@gmx.at 9 Gleichbehandlungsanwaltschaft, Regionalbüro Tirol, Salzburg, Vorarlberg Leipziger Platz 2 6020 Innsbruck Tel: 0512/343032 Fax: 0512/343032-10 ibk.gaw@bka.gv.at www.gleichbehandlungsanwaltschaft.at

www.rainbowunited.at


Adressen 10 Psychologische Beratungsstelle für Studierende Schöpfstraße 3 6020 Innsbruck www.studentenberatung.at Evangelische Auferstehungskirche Pfr.in Assunta Kautzky Gutshofweg 8 6020 Innsbruck Tel: 0512-34 44 11

GESUNDHEIT

CLUBBING

12 Aids-Hilfe Tirol Kaiser-Josefstraße 13 6020 Innsbruck Tel/Fax: 0512/563 621 tirol@aidshilfen.at www.aidshilfe-tirol.at

19 Queerattack! VAZ Hafen Innrain 149 6020 Innsbruck Termine auf www.hositirol.at

13 Dr. med. Petra Lugger Fachärztin für Chirurgie - Viszeralchirurgie, Gesundheitswissenschaftlerin pfarramt.innsbruck@auferstehungskirche.at MEDICENT Innsbruck www.auferstehungskirche.at Innrain 143 6020 Innsbruck Verein Vielfalt Tel: 0512/90 10 50 40 Verein zur Unterstützung Mobil: 0664/23 45 828 und Vernetzung von LGBT* mail: chirurgie@dr-lugger.at und Regenbogenfamilien in www.dr-lugger.at Vorarlberg und Tirol Adolf-Pichler-Straße 11/5 6330 Kufstein | Österreich LOKALE Tel: 0650 91 49 630 www.vielfalt.or.at 14 Dom Café-Bar office@vielfalt.or.at Pfarrgasse 3 6020 Innsbruck www.domcafe.at

RECHT

11 Rechtsanwältin Dr. Tanja Sporrer LL.M. European Law Rechtsanwältin und Europarechtsexpertin Templstraße 22 6020 Innsbruck Tel: 0512/ 58 11 64 Fax: 0512/58 11 65 office@ra-sporrer.at www.ra-sporrer.at

15 M+M Bar Innstraße 45 6020 Innsbruck www.mm-bar.at 16 Uni-Café Innrain 55 6020 Innsbruck 17 EASY Bar Salurnerstraße 18 6020 Innsbruck

17 Bacchus Salurnerstraße 18 6020 Innsbruck www.bacchus-tirol.at

UNTERKUNFT Alpenhotel Tirolerhof Clemens-Holzmeister Str. 38 A-6166 Fulpmes Tel: +43 5225 62422 Fax: +43 5225 62422161 info@tirolerhof-fulpmes.at www.tirolerhof-fulpmes.at Haus Romeo Blaiken 71 6351 Scheffau am Wilden Kaiser Tel: 05358/43 131 Fax: 05358/43 131 32 info@hausromeo.at www.hausromeo.at Villa-Bella-Vista Reith 245 6391 St. Jakob in Haus Tel: 05354/88 792 info@villa-bellavista.com www.villa-bellavista.com

18 Schickeria Maria-Theresien-Straße 49 6020 Innsbruck www.schickeria.party

rainbowUNITED Ausgabe 17/04 vom 15.11.2017

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Termine NOVEMBER 2017 Donnerstag, 16.11.2017 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Paprikahendl mit Spätzle und Salat HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 18.11.2017 ab 15:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Donnerstag, 23.11.2017 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Schweinsbraten mit Knödel und Kraut HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 25.11.2017 22:00 bis 4:00 Uhr QUEERATTACK! Tirols TranSchwuLesBische Clubnacht VAZ Hafen, Innrain 149, Innsbruck Donnerstag, 30.11.2017 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Wiener Schnitzel vom Schwein mit Nicos Kartoffelsalat Kenne deinen Status! Von 20 bis 21.30 Uhr - Kostenloser HIV-, Syphilis- und Hepatitis B/C - Schnelltest mit Sofortbefund durchgeführt von Dr. Peter Berger und Dr. Fritz Aull aus der AIDS-Hilfe Tirol. Eine Aktion von AIDS-Hilfe Tirol und HOSI Tirol im Rahmen der Europäischen Testwoche. HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

DEZEMBER 2017 Freitag, 01.12.2017 ab 20:30 Uhr GAY FRIDAY - HOSI meets FETISH (MEN only) Jeder Fetisch erlaubt, ausgenommen naked HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 02.12.2017 ab 15:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

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Samstag, 02.12.2017 ab 19:00 Uhr POSITIVE VIBES - Solidaritätsfest zum Welt-AIDS-Tag Mit Copy&Taste, Jenny & Friends, Auflegerei mit Baki, Vanessa Community and more - Eintritt freiwillige Spenden! Jugendzentrum Z6, Dreiheiligenstraße 9, Innsbruck Donnerstag, 07.12.2017 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Reisfleisch mit Salat HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Freitag, 08.12.2017 ab 20:00 Uhr TRANSGENDERTREFF Umziehmöglichkeit vorhanden HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Donnerstag, 14.12.2017 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Fleischlaibchen mit Erdäpfelpüree und Salat HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 16.12.2017 ab 15:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Donnerstag, 21.12.2017 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Kasspatzln mit Salat HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 23.12.2017 22:00 bis 4:00 Uhr QUEERATTACK! - Weihnachten VAZ Hafen, Innrain 149, Innsbruck Donnerstag, 28.12.2017 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Wiener Schnitzel vom Schwein mit Nicos Kartoffelsalat HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Sonntag, 31.12.2017 www.rainbowunited.at


Termine ab 15:00 Uhr vorglühen SILVESTERPARTY Essen gibt’s vom Buffet Gemischter Abend, bei dem ALLE auf das Herzlichste willkommen sind! HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

JÄNNER 2018 Donnerstag, 04.01.2018 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Chili con carne mit Weißbrot HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Freitag, 05.01.2018 ab 20:30 Uhr GAY FRIDAY - HOSI meets FETISH (MEN only) Jeder Fetisch erlaubt, ausgenommen naked HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 06.01.2018 ab 15:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Donnerstag, 11.01.2018 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Matrosenfleisch mit Nudeln HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Freitag, 12.01.2018 ab 20:00 Uhr TRANSGENDERTREFF Umziehmöglichkeit vorhanden HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Donnerstag, 18.01.2018 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Hirtenmakkaroni mit Salat HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 20.01.2018 ab 15:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

LEGENDE: HOSI Tirol

AIDS Hilfe Tirol

rainbowUNITED Ausgabe 17/04 vom 15.11.2017

Samstag, 20.01.2018 22:00 bis 4:00 Uhr QUEERATTACK! Tirols TranSchwuLesBische Clubnacht VAZ Hafen, Innrain 149, Innsbruck Donnerstag, 25.01.2018 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Wiener Schnitzel vom Schwein mit Nicos Kartoffelsalat HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 27.01.2018 ab 19.30 Uhr Wiener Regenbogenball Parkhotel Schönbrunn, Wien

FEBRUAR 2018 Freitag, 02.02.2018 ab 20:30 Uhr GAY FRIDAY - HOSI meets FETISH (MEN only) Jeder Fetisch erlaubt, ausgenommen naked HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 03.02.2018 ab 15:00 Uhr JuB aktiv –die Jugendgruppe HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Donnerstag, 08.02.2018 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Hexenkotelett mit Seetang und Konfetti HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Freitag, 09.02.2018 ab 20:00 Uhr TRANSGENDERTREFF Umziehmöglichkeit vorhanden HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck Samstag, 10.02.2018 22:00 bis 4:00 Uhr QUEERATTACK! - Fasching Tirols TranSchwuLesBische Clubnacht VAZ Hafen, Innrain 149, Innsbruck Donnerstag, 15.02.2018 ab 19:00 Uhr OFFENER ABEND Es gibt Kartoffelgulasch mit Salat HOSI Tirol, Kapuzinergasse 43, Innsbruck

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Frohe Weihnachten wĂźnschen euch alle Vereine die hier schreiben

www.rainbowunited.at

Rainbow UNITED 2017/4 - Nr. 12  
Rainbow UNITED 2017/4 - Nr. 12  

rainbow UNITED ist das periodisch erscheinende Vereinsmagazin der HOSI Tirol. Gemäß den Statuten bezweckt der gemeinnützige Verein die Angle...

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