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Lebensräume

Ab ins kühle Nass

Der Trend zur Bademöglichkeit im eigenen Garten ist ungebrochen. Naturpools sind dabei im Vormarsch, da sie ohne Desinfektion auskommen.

teich auch einmal trüb sein kann, muss man jedenfalls akzeptieren. Wer hingegen über wenig Platz verfügt, glasklares Wasser schätzt und sein Nass nur mit wenigen Pflanzen und Tieren teilen will, dem ist ein Naturpool empfohlen. Diese können sowohl architektonisch, ähnlich einem herkömmlichen Schwimmbad, oder optisch wie ein Weiher gestaltet werden. „Die Pflanzen haben dann nur eine rein dekorative Rolle und tragen zur Nährstofffestsetzung kaum etwas bei“, erklärt Kubacek. Da das Wasser nährstoffarm ist, können nur Pflanzen eingesetzt werden, die in ausschließlich mineralischem Substrat wachsen, alle anderen gehen ein. Wer allerdings weder auf klares Wasser noch auf üppiges Leben im Garten verzichten möchte, dem rät er zu einer Kombination aus Naturpool und Zierteich. Dabei werden die beiden Bereiche bautechnisch voneinander getrennt, optisch bilden sie jedoch eine Einheit. ÜBERSCHAUBARER PFLEGEAUFWAND In puncto Reinigung und Pflege hat der Naturpool gegenüber dem klassischen

Pool die Nase vorn. Auf alle Fälle nötig ist eine jährliche Reinigung der Filter, am besten nach Ende der Badesaison. Auch vor deren Inbetriebnahme im Frühjahr ist eine Spülung sinnvoll. Durch gründliches Spülen sieben bis zehn Tage nach dem Abschalten der Pumpe, wird der abgestorbene Biofilm und damit alle gesammelten Nährstoffe aus den Filtern entfernt. Zwar wächst auch bei Naturpools immer wieder Biofilm in Form von grünem, gelegentlich auch glitschigem Belag auf Folie, Platten oder Steinen. „Während in desinfizierten Schwimmbädern wie etwa Chlorbädern ein Biofilm auf ein echtes Problem in der Wasseraufbereitung hinweist, sind Biofilme auch im Nutzbereich eines Naturpools wichtige Helfer in der Nährstoffbindung und der hygienischen Aufbereitung des Badewassers“, sagt der Experte. Diesen zu entfernen sei daher nicht nötig, um die Qualität des Wassers zu erhalten, sondern habe vor allem optische und im Fall von Einstiegen und etwaigen Flachwasserzonen sicherheitsrelevante Gründe. „Wer damit ein Problem hat, sollte eher zu einem architektonischen Pool

greifen. Dann kann ein Roboter diese Aufgabe übernehmen“, so Kubacek. GUT FÜR KÖRPER UND SEELE Neben dem relativ geringen Pflegeaufwand und der Vermeidung von Chemie sieht Kubacek, der sich seit 30 Jahren mit Naturpools und Schwimmteichen beschäftigt, noch einen anderen wesentlichen Vorteil: „Naturnahe Badegewässer sind reine Wellnessoasen“, ist er überzeugt. Mit einem ph-Wert von 8,3 bis 8,4 seien sie eine Wohltat für die Haut. Anders als in Chlorbädern, die einen ph-Wert unter 7,5 aufweisen müssen, trocknet die Haut auch bei langem Baden nicht aus. „Weiters werden die Haare nicht struppig und es kommt zu keinen Augenrötungen“, zählt er weitere Vorteile auf. Dazu kommt, dass natürliches Wasser ein Energiespender ist. Auch eine Gelsenplage ist übrigens ebenfalls nicht zu befürchten, da die Larven in Naturpools verhungern. Und noch einen Vorteil nennt er: „Naturnahe Gewässer müssen nicht jedes Jahr ausgelassen und neu befüllt werden.“ 1 | 2019 RAIFFEISEN IMMOBILIEN MAGAZIN

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Raiffeisen Immobilien Magazin - Ausgabe Frühjahr/Sommer  

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