Page 1

Nr. 54 Jänner 2019

infoaktiv Das Magazin für Investoren von heute und morgen. www.rcm.at

Nachhaltig ist das neue Richtig Mehr auf Seite 6

Kapitalmarkt

Ein gutes neues Jahr? Märkte von morgen

Invasion der Roboter?


Inhalt Kapitalmarkt

Impressum

4 Ein gutes neues Jahr?

Medieninhaber: Zentrale Raiffeisenwerbung, 1030 Wien, Am Stadtpark 9 Herausgeber, erstellt von, für den Inhalt verantwortlich: Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m. b. H., 1190 Wien, Mooslackengasse 12 Hersteller: Druckerei Odysseus – Stavros Vrachoritis Ges.m.b.H, 2325 Himberg Verlagsort: Wien Herstellungsort: Himberg Grundlegende inhaltliche Richtung: Informationen zu den Themenbereichen Investmentfonds, Wertpapiere, Kapitalmärkte und Veranlagung; zusätz­liche Angaben nach dem österreichischen Mediengesetz betreffend infoaktiv entnehmen Sie bitte dem Impressum auf www.rcm.at Projektleitung: Mag. (FH) Irene Fragner, irene.fragner@rcm.at Autoren: Mag. Klaus Glaser, Dipl.-BW Stephan Meier, Mag. Pia Oberhauser, Mag. Christian Pollanz, Fotos: Shutterstock (Cover, S. 5,  6, 8, 10, 12, 15) Grafik-Design: kokode.at

Coverstory

6 Nachhaltig ist das neue Richtig

Märkte von morgen

10 Invasion der Roboter?

Nahaufnahme

12 Vermögen aufbauen mit regelmäßigem Fondssparen

Perspektive

14 Gründe zu investieren

Hinweise Die Performance von Investmentfonds wird von der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, entsprechend der OeKB-Methode, basierend auf Daten der Depotbank, berechnet (bei der Aussetzung der Auszahlung des Rückgabeprei­ses unter Rückgriff auf allfällige indikati­ ve Werte). Bei der Berechnung der Wertentwicklung werden individuelle Kos­ten wie insbesondere die Höhe des Ausgabeauf­schlags bzw. eines allfälligen Rücknah­ me­abschlags sowie Steuern nicht berücksichtigt. Diese wirken sich bei Berück­sichti­gung in Abhängig­ keit der konkreten Höhe entsprechend mindernd auf die Wertentwicklung aus. Die maximale Höhe des Ausgabeaufschlags bzw. eines allfälligen Rück­nahme­ abschlags kann dem Kundeninfor­mations­doku­ment (Wesentliche Anlegerinformationen) entnommen werden. Performanceergebnisse der Vergan­genheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünf­tige Entwicklung eines Fonds oder Portfolios zu. Hinweis für Anleger mit anderer Heimatwährung als der Fonds­währung: Wir weisen darauf hin, dass die Rendite infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen kann. Raiffeisen Capital Management ist die Dachmarke der Unternehmen: Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. Raiffeisen Immobilien Kapitalanlage GmbH Raiffeisen Salzburg Invest Kapitalanlage GmbH Redaktionsschluss 14. Jänner 2019 Das ist eine Marketingmitteilung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH. Alle Daten und Informationen wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt und überprüft, die verwendeten Quellen sind als zuverlässig einzustufen. Es gilt der Infor­mations­stand zum Aktualisierungszeitpunkt. Eine Haftung oder Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen kann nicht übernommen werden.

Gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“ des Österreichischen Umweltzeichens, Druckerei Odysseus Stavros Vrachoritis GmbH, UW-Nr. 830

2 I infoaktiv 54 I Jänner 2019


infoaktiv I Editorial

Warum nicht anders? eigene Verhalten hinterfragen und etwas an­ deres ausprobieren? Anregungen finden Sie beispielsweise unter warumnichtanders.at. Aktuell fällt es nicht unbedingt leicht, den Märkten und politischen Entwicklungen viel Positives abzugewinnen. Traditionell verlaut­ baren Experten aus Wirtschaft und Politik zu Beginn eines neuen Jahres ihre Prognosen und Einschätzungen für die nächsten Monate. Nun, die Herausforderungen werden gewiss nicht kleiner. Unsere Sicht auf die Märkte legen wir auf S. 4–5 dar.

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, Routine hilft uns im Alltag, wiederkehrende Situationen effizient zu bewältigen. Heißt das, dass sie immer zielführend sein muss? Nein. Routine lässt uns nur zu leicht abstumpfen und engt die Sichtweise ein. Genau das Gegenteil, was beim Investieren passieren sollte. Aktiv Fonds managen bedeutet unter anderem, dass wir unsere Investmententscheidungen stets aufs Neue hinterfragen, immer den Blick offen halten für Entwicklungen und Trends, um vielversprechende Investitionsmöglichkeiten aufzuspüren. In Sachen Geldanlage ist der Mensch häufig ein Gewohnheitstier. Ungeachtet der nie­dri­ gen Zinsen hortet er sein Geld auf Sparbüchern oder Girokonten. Ertrag? Derzeit so gut wie keiner. Warum also nicht einmal das

Nachhaltig investieren und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen bedeutet weit mehr, als Unternehmen mit unerwünschten Geschäftspraktiken aus dem Portfolio aus­ zuschließen. Welche Möglichkeiten nachhaltige Investoren im Sinne einer ESG-Integration ausschöpfen können, beleuchten wir in unserer Coverstory. Sozialwissenschafter betonen immer wieder, dass es uns so gut geht wie noch nie zuvor. Wird das möglicherweise noch besser sein, wenn Roboter bald flächendeckend Einzug in unserem Alltag halten? Aber lassen sich Menschen gänzlich ersetzen? Eine spannend aufbereitete Story zum Thema Robotik lesen Sie in unserer Reihe „Märkte von morgen“ auf S. 10 –11. Viel Spaß beim Lesen und ein erfolgreiches Jahr 2019 wünscht Ihr

Rainer Schnabl Vorsitzender der Geschäftsführung der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H.

infoaktiv 54 I Jänner 2019 I 3


Kapitalmarkt | Ausblick

Ein gutes neues Jahr? Von Selbstfahrern und Selbstläufern

Von Ingrid Szeiler Chief Investment Officer

4 I infoaktiv 54 I Jänner 2019

2018 war kein gutes Jahr an den Finanzmärkten. Fast alle Assetklassen verzeichneten Wertrückgänge und kräftige Kursschwankungen. In vielerlei Hinsicht war 2018 ein Spiegelbild des Vorjahres. Das erklärt übrigens schon einen Teil des Warum, auch wenn das manchen vielleicht zu einfach klingt. Finanzmärkte bewegen sich selten kontinuierlich in eine Richtung. Wenn das Pendel weit genug auf eine Seite ausschlägt, schwingt es früher oder später zurück zur anderen. Das konkrete Wann, Wie und Weshalb ist natürlich jedesmal ein anderes.

US-Notenbank (Fed) normalisiert ihre Geld­­politik bereits seit einiger Zeit. Sie erhöht die Zinsen und baut gleichzeitig ihre gewaltigen Anleihebestände ab. Mit diesem Abbau der Fed-Bilanz bei gleichzeitig sehr hoher Neuver­schuldung der USA wird der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten Liquidität entzogen. Einige Notenbanken in den Schwellenländern warnten im Juni vor den für sie bereits sichtbaren negativen Folgen und baten um einen weniger raschen Bilanzabbau.

Schrumpfende Liquidität

Bei der Fed, die natürlich in erster Linie die USA im Blick hat, sah man dafür keinen Anlass. Notenbankpräsident Powell sagte Mitte Dezember, der Bilanzabbau habe bislang keine Probleme verursacht und werde „sozusagen auf Autopilot fortgesetzt“. Er sprach zugleich sehr viel von den ökonomischen Modellen, an denen die Fed ihre Geldpolitik ausrichtet. Möglicherweise war es gerade das, was an den Märkten eine neuerliche Verkaufswelle auslöste. Die Sorge vieler Marktteilnehmer: Die Notenbank könnte vor lauter Modellen zu wenig von der wirklichen Welt wahrnehmen und zu spät „von Autopilot auf manuelle Steuerung umschalten“. Zur Erleichterung der Märkte korrigierte der FedPräsident seine Aussagen Anfang Jänner. Man werde auch den Bilanzabbau immer wieder überprüfen, verlautete er. Das Ganze wirft eine wichtige Frage auf: Wie weit und wie stark sollen sich Notenbanken, Regierungen und, ja, auch Investoren von Modellen leiten lassen? Deren Einsatz boomt ja förmlich.

Unter den vielen marktbewegenden Fakto­ ren des abgelaufenen Jahres möchte ich einen herausgreifen: die Notenbanken. Sie beeinflussen die weltweite Liquiditätsversor­ gung maßgeblich und erstmals seit rund zehn Jahren haben sie diese im Jahresverlauf reduziert. Das dürfte erheblich zu den Kursrückgängen auf breiter Front beigetra­ gen haben. Als Reaktion auf die globale Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/2009 senkten die Notenbanken bekanntlich nicht nur die Zinsen kräftig ab, sondern kauften seither auch massiv Anleihen am Markt. Das unterstützte die Realwirtschaft und in erheblichem Maße auch die Preise fast aller Assetklassen an den Finanzmärkten. Ihre offizielle Maxime war dabei immer, diese außerordentlichen Maßnahmen eines Tages wieder weitgehend zurückzuführen. Die EZB und die japanische Notenbank sind davon noch ein ganzes Stück entfernt, aber die

Geldpolitik per Autopilot?


Ein neues Jahr am Start: Wie viel Dynamik ist zu erwarten?

Der Robotiktrend, auch Schwerpunkt im Artikel auf Seite 10 dieser Ausgabe, hat die Finanzbranche längst erfasst. Eine wachsende Zahl von Investmentfonds fliegt per Autopilot. Angefangen bei jenen, die stur einen Aktien- oder Anleiheindex nachbilden, bis hin zu solchen, die automatisiert hochkomplexe Strategien umsetzen.

anleger und Vermögensverwaltungskunden zu schaffen. Als wir Ende November – noch bevor sich im Dezember der Ausverkauf beschleunigt hat – im Rahmen der taktischen Asset-Allocation entschieden haben, die Aktienquote zu reduzieren, geschah dies durch die Mitglieder unseres Investmentkomitees. Obwohl viele Modelle und Statistiken eher für eine Kurserholung sprachen.

Ein Königreich für ein passendes Modell? Doch wie verlässlich sind Modelle? Können sie tatsächlich eine immer komplexere und immer stärker vernetzte Weltwirtschaft ausreichend erfassen, wo sich doch deren Rahmenbedingungen ständig ändern? Wie modelliert man eine Notenbankpolitik, die es so noch nie gab? Oder Handelskriege und politische Turbulenzen? Lässt sich die Zukunft überhaupt sinnvoll modellieren? Auch wir setzen im Fonds- und Risikomanagement Modelle ein. Sie helfen uns beim Treffen von Entscheidungen, denn durch sie können wir beispielsweise Zusammenhänge besser verstehen oder Trends und Risikoquellen deutlicher sichtbar machen. Wir verlassen uns aber nicht auf sie und schon gar nicht geben wir unsere Entscheidungen an einen Autopiloten ab. Dafür sind bei uns Menschen zuständig, heute und auch in Zukunft. Mitarbeiter mit großer, täglich wachsender Erfahrung, mit Stärken, mit Schwächen und vor allem mit etwas, das Computern fehlt: Intuition, Überzeugung und gesundem Menschenverstand. Für mich sind das überaus wichtige Zutaten, um langfristig Mehrwert für unsere Fonds-

Natürlich werden unsere Entscheidungen nicht immer vom Marktverlauf bestätigt. Niemand liegt stets richtig. Das gilt übrigens ganz besonders für die zu Jahresbeginn so beliebten konkreten Marktprognosen. Ich halte von solchen Vorhersagen wenig, denn auf dieser Basis lässt sich kein Fonds oder Portfolio verwalten. Wir haben selbstver­ ständ­lich Vorstellungen und Meinungen darüber, was Märkte und Volkswirtschaften wahrscheinlich tun werden – kurz-, mittelund langfristig. Und wo wir Chancen sehen, wo Risiken lauern. Wir überprüfen allerdings fortwährend, ob wir unsere Einschätzungen anpassen müssen. 2018 haben wir das zum Beispiel öfter ge­ macht als 2017. Und 2019? Überraschungen scheinen vorprogrammiert und einfach wird das Navigieren auch heuer nicht sein. Prinzipiell gehen wir aber mit einigem Optimismus in dieses Jahr, etwa für Aktien und bestimmte Anleiheklassen sowie Rohstoffe. Sowohl von Intuition und Erfahrung getragen als auch, unter anderem, von Bewertungsmodellen. In diesem Sinne: auf ein gutes, erfolgreiches und – für uns Menschen am wichtigsten – gesundes 2019!

Wichtige Hinweise Einschätzungen und Positio-­­ nierungen stellen eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit und ohne Ankündigung ändern. Sie sind keine Prognose für die künftige Entwicklung der Finanzmärkte oder von Fonds.

infoaktiv 54 I Jänner 2019 I 5


Coverstory I Nachhaltigkeit

Nachhaltig ist das neue Richtig Ist das eigentlich wirklich so neu? Die genossenschaftliche Idee Friedrich Wilhelm Raiffeisens, dessen 200. Geburtstag wir 2018 gefeiert haben, steht für Hilfe zur Selbsthilfe, Wohltätigkeit, Gemeinschaftlichkeit und Solidarität. Auf diesem Fundament steht die österreichische Raiffeisen Bankengruppe bis heute. Von Klaus Glaser

6 I infoaktiv 54 I Jänner 2019


Ebenen einer ESG-Integration

AUSSCHLUSS

1.

Das Zusammenwirken möglichst aller drei Elemente – Vermeiden, Unterstützen, Einfluss – ist Voraussetzung für ein verant­ wortungsvolles Management von nachhaltigen Fonds. Diese Entwicklung kann als zyklischer Prozess verstanden werden.

absolut relativ

VERMEIDEN

3.

wertbasiert normbasiert

2.

EINFLUSS

UNTERSTÜTZEN

und Wirkung entfalten durch Dialog und Engagement

ESG steht für Environment, Social, Governance

Screening

und Verantwortung zeigen

und Nachhaltigkeit fördern

ENGAGEMENT BEST-IN-CLASS

Stimmrechtsausübung (Voting) Unternehmensdialog individuell

thematisches Investieren

Kollaboration Plattformen

Impact Investment Quelle: Raiffeisen KAG, Dez. 2018

Raiffeisen Capital Management bzw. die Raiffeisen KAG ist als größte Fondsgesellschaft der RBI-(Raiffeisen Bank International-)Gruppe in deren Nachhaltigkeitsstrategie eingebettet: Wir verstehen unter Nachhaltigkeit verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln für langfristigen ökonomischen Erfolg im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltigkeit ist für uns zentraler Bestandteil unserer Geschäftspolitik. Selbstverständnis unseres Handelns ist es, verantwortungsvoller Banker, fairer Partner und engagierter Bürger zu sein. Was bedeutet das für Raiffeisen Capital Management? Nachhaltigkeit ist für eine Fondsgesellschaft vor allem „Responsible Investment“, also verantwortungsvolles Investieren. Verantwortungsvoll gegenüber den Menschen, der Umwelt, aber auch gegenüber dem eingesetzten Kapital. Nachhaltigkeit kann deshalb nicht einfach nur ein Nein zu unerwünschten Geschäftspraktiken, Produktionsprozessen oder Branchen sein. Sie geht weit darüber hinaus. ESG-Integration Nachhaltigkeit ist per se aktives Management! ESG-Integration bedeutet das Einbeziehen von umweltbezogenen, gesellschaftlichen und Corporate-Governance-Aspekten und den entsprechenden

Daten und Analysen in den Anlageprozess. Dabei lassen sich unterschiedliche Zugänge herausarbeiten. Die Intensität der Integration kann bloß oberflächlich, aber auch stark detailliert sein, daher kann die Analyse der Nachhaltigkeitsdimension der Portfolios sehr unterschiedlich ausfallen. Wir unterscheiden drei wesentliche Elemente bei der ESG-Integration:

1.

Vermeiden und Verantwortung zeigen: Ausschluss

Das Vermeiden kontroverser Geschäftsfelder und -praktiken basiert auf einem ethisch argumentierten Zugang des Vermeidens der Mitwirkung zum Schlechten und ist – auch in der chronologischen Entwicklung – die erste Stufe einer nachhaltigen Veranlagung. Im Mittelpunkt stehen die Meinungsbildung sowie ethische Positionierung und das Abwenden von Reputationsrisiken. Das dominierende Instrument ist der Ausschluss von kontroversen Geschäftsfeldern bzw. Unternehmen und Staaten (Gebietskörperschaften), die vorgegebene Kriterien verletzen.

2.

Unterstützen und Nachhaltigkeit fördern: Best-in-class

Diese nächste Entwicklungsstufe legt stärkeren Wert auf die Integration von ESG-Research in der Unternehmensbewertung

und folglich der Titelauswahl. Sinngemäß kann das auch für Staaten (Gebietskörperschaften) als Emittenten von Schuldtiteln angewandt werden. Dieser Ansatz folgt der ethischen Position einer Kooperation zum Guten. Der Fokus dieses Ansatzes liegt in der Integration von ESG-Research in den Investmentprozess und in einer Verbesserung des Risikoprofils und damit der Risiko-Ertrags-Relation des Portfolios.

3.

Einfluss und Wirkung entfalten: Engagement Diese dritte Stufe ist das jüngste und auch fortschrittlichste Element einer ESG-Integration. Engagement ist dabei weder eine spezifische Methode der ESG-Integration noch an bestimmte Produkte (wie z. B. Themenfonds) gebunden, jedoch integraler Bestandteil einer Anlagepolitik im Sinne eines „Responsible Investments“. Zu den beschriebenen Elementen der ersten beiden Stufen kommt nun die Unterstützung einer Veränderung, einer sozioökonomischen Wirkung, hinzu: Einfluss auf das Verhalten von Unternehmen, Organisationen und auch Konsumenten zu nehmen. Diese „Impacts“ können durchaus außerhalb der Ertrags- oder Risikoziele eines Portfolios liegen, sie sollten diese jedoch nicht verletzen. Erst durch Engagement wird die Vision einer oft postulierten „doppelten Dividende“ glaubwürdig verfolgt.

infoaktiv 54 I Jänner 2019 I 7


Das „ESG-Momentum“ wird als Verbesserung des „RaiffeisenESG-Scores“ verstanden. Der ESG-Score drückt den Grad der Nachhaltigkeit eines Unternehmens aus.

Ein Beispiel für modernes, aktives, nachhaltiges Investment: Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum „Eine Verbesserung der Nachhaltigkeit im Unternehmen führt zu einem Aktien-Mehr­ ertrag in der Zukunft und einem positiven ,Impact‘ auf Umwelt und Gesellschaft.“ Diese Grundannahme verfolgt der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum explizit: Das „ESG-Momentum“ wird als eine Verbesserung des „Raiffeisen-ESG-Scores“ (die quantitative Grundlage der Nachhaltigkeitsbewertung) über einen bestimmten Zeitraum verstanden. Das ist ein dynamisches Konzept, es geht also nicht bloß um eine hohe Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen, sondern vielmehr um eine positive Entwicklung. Die Grundannahmen im Investmentprozess Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum konzentriert sich auf kleinere und mittlere Unternehmen. Diese können aus Nachhaltigkeitssicht besser als große, komplexe Konzerne beurteilt werden. Auch ist der Nachhaltigkeitsgedanke bei kleineren Unternehmen aufgrund von Risikoaspekten oft stärker verankert.

Wirkung oder „Impact“ nachhaltiger Investments Vergleich der Unternehmen im Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum mit dem Gesamtmarkt.

73 % weniger CO2-Emissionen

19 % weniger Arbeitsunfälle

96 % weniger Abfallmenge

89 % weniger Wasserverbrauch

Quelle: Raiffeisen KAG, 06/2018. Berechnungsmethode: Um die Wirkung der Aktien-Investments im Fonds zu errechnen, wurden die Nachhaltigkeitskennzahlen von Unternehmen aus deren Nachhaltigkeitsberichterstattung übernommen. Die CO2-Emissionen werden üblicherweise in Tonnen CO2-Äquivalenten, Arbeitsunfälle als LostTime-Injury-Rate, die Abfallmenge in Tonnen und der Wasserverbrauch in Kubikmeter angegeben. Die Kennzahlen der einzelnen Unternehmen wurden mit deren Gewicht im Fonds bzw. im Gesamtmarkt multipliziert, die Ergebnisse pro Kennzahl miteinander verglichen. Für Anleiheteile von Fonds führen wir eine solche Berechnung derzeit nicht durch, da wir der Meinung sind, dass der „nachhaltige Fußabdruck“ dem Eigentümer, also Aktionär, zurechenbar ist, aber nicht dem Gläubiger, also Anleihekäufer.

8 I infoaktiv 54 I Jänner 2019

In der Nachhaltigkeitsbewertung wird mehrstufig vorgegangen. Nach Anwendung eines strengen Ausschlusskriterienkatalogs und der Berechnung des Raiffeisen-ESG-Scores mit externem Research und interner Analyse erfolgt die Berechnung des ESG-Momentums anhand dieses Scores. Dabei werden Titel mit negativem Momentum über drei Jahre ausgeschlossen. Die Momentum-Strategie ist nicht nur durch Studien belegt, sondern hat sich auch in der Praxis bewährt: Das Anlagekonzept kann bereits auf über drei Jahre erfolgreichen Einsatz zurückblicken.

Nicht zuletzt ist über den Anlageerfolg hinaus auch eine gesellschaftliche Wirkung messbar.


Nachhaltigkeit I Coverstory

10 % sind bereits nachhaltige Fonds Der grüne Faden zieht sich mittlerweile durch das gesamte Produktangebot: Aktuell werden in allen Fonds von Raiffeisen Capital Management Agrarrohstoffe, geächtete Waffen und Unternehmen mit überwiegender Kohleproduktion und -verwendung ausgeschlossen. Das ist zwar ein kleiner, aber wichtiger erster Schritt. Ebenso hat sich Raiffeisen Capital Management im Rahmen der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative verpflichtet, bis 2030 zumindest 25 % grüne Anlageprodukte anzubieten und die Treibhausgas-Emissionen im verwalteten Volumen um 25 % zu senken. Diese Ziele betreffen alle Fonds. Aktuell sind bereits 10 % des verwalteten Volumens in nachhaltigen Fonds veranlagt, dieser Anteil steigt stetig. Das Konzept der umfassenden und fundierten Messung und Aggregation der Treibhausgas-Emissionen in den Portfolios ist aktuell gemeinsam mit internen und externen Fachleuten in Erarbeitung. Auch die EU-Kommission erstellt gerade ein CO2-Benchmarking. Dies ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Raiffei­sen Capital Management befindet sich jedoch auf einem guten Weg, ein Vorreiter im deutschsprachigen Raum in Bezug auf die Klimaperformance zu werden. Auch das ist ein Ziel der Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative. Nachhaltigkeit muss messbar und auch qualitativ bewertbar sein Die Bestätigung der Qualität von Nachhaltig­ keitsfonds durch externe Prüfer stärkt die Vertrauensbrücke zu Anlegern. Ende 2018 wurden vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), dem Fachverband für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die FNG-Siegel 2019 vergeben. Die Fonds der Raiffeisen KAG zählten wieder zu den besten Nachhaltigkeitsfonds im

deutschsprachigen Raum. Insgesamt wurde an 25 Fonds die Höchstnote „3 Sterne“ vergeben. Ein Drittel davon wird in der Raiffeisen KAG gemanagt. Acht von zehn Nachhaltigkeitsfonds, darunter auch der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum, tragen diese höchste Auszeichnung, zwei weitere das 2-Sterne-Siegel. Die Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds sind auch Träger des Österreichischen Umwelt­ zeichens, das – nach entsprechender ex­terner Prüfung – vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus vergeben wird. Stakeholder-Integration Für einen nachhaltig orientierten Finanzdienstleister sollte die aktuelle Herausforderung nicht beim Produktportfolio enden. Raiffeisen Capital Management will aktiv zur Bewusstseinsbildung und gesellschaftlichen Weiterentwicklung beitragen und einen breiten Dialog und Wissenstransfer unterstützen. „Wir sind dran“, sagt Ernst Ulrich von Weizsäcker, Naturwissenschaftler, Politiker und Co-Präsident des Club of Rome, und meint, wir müssen an tausend Stellen nach Balance streben, beispielsweise zwischen Markt und Staat, zwischen Innovation und Stabilität, zwischen Kurzfristigkeit und Langfristigkeit und vor allem zwischen Mensch und Natur. Investment Zukunft Raiffeisen Capital Management hat die Kommunikationsplattform investment-zukunft.at entwickelt und 2018 bereits drei Veranstaltungen unter dem Generalthema Wasser erfolgreich gestaltet. Außerdem wurde der seit Jahren bestehende Newsletter (newsletter.rcm.at) inhaltlich erweitert und neu aufgelegt. Das wird fortgesetzt.

!

Wichtige Hinweise Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten. Der veröffentlichte Prospekt sowie das Kundeninformationsdokument (Wesentliche Anlegerinformationen) der Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds stehen unter www.rcm.at in deutscher und gegebenenfalls in engli­ scher Sprache zur Verfügung. Marktbedingte geringe oder sogar negative Renditen von Geldmarktinstrumenten und Anleihen können den Nettoinventarwert des Raiff­ eisen-Nachhaltigkeit-ShortTerm negativ beeinflussen bzw. nicht ausreichend sein, um die laufenden Kosten zu decken. Die Fonds Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Aktien, Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum und Raiffeisen-Nachhaltigkeit-EmergingMarkets-Aktien weisen eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können. Die Fondsbestimmungen des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Diversified wurden durch die FMA bewilligt. Der Fonds kann mehr als 35 % des Fondsvermögens in Schuldverschreibungen folgender Emittenten investieren: Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Österreich, Belgien, Finnland, Niederlande, Schweden, Spanien.

Es gibt noch viel zu tun, aber auch eine große Reise beginnt mit kleinen Schritten.

Österre Umwelt ichisches zeichen Nachh altige Fi nanzproduk te

infoaktiv 54 I Jänner 2019 I 9


Märkte von morgen | Megatrends

Invasion der Roboter? Von gefährdeten Jobs, gesicherten Zuwächsen und gewichtigen Fragen Stellen Sie sich vor, 80 % aller heutigen Arbeitsplätze würden mit Robotern besetzt. Nicht gleich morgen früh, aber, sagen wir, in den kommenden 50 Jahren. Wäre die Welt dann eine bessere als heute oder ein einziger Albtraum? Von Stephan Meier

Da unsere modernen Gesellschaften überwiegend durch Steuern und Sozial­ abgaben auf Arbeitsplätze finanziert werden und keines der heutigen sozia­ len Sicherungssysteme eine solche Situation auch nur ansatzweise bewältigen könnte, liegt die Antwort „Albtraum“ auf der Hand. Aber stimmt sie auch? Blicken wir zurück: Vor rund 100 Jahren arbeiteten in der westlichen Welt 75 von 100 Erwerbstätigen in der Landwirtschaft. Heute sind es gerade einmal drei. Nicht nur relativ, sondern auch absolut arbeiten weitaus weniger Personen in der Landwirtschaft als früher. Dennoch kann man weitaus mehr Menschen ernähren und es sind anderswo erheblich mehr neue Arbeitsplätze geschaffen worden, als verloren gingen. Aber wird das auch gelten, wenn Roboter demnächst in großem Stil in unser aller Leben treten? Es gibt Studien, die dadurch sogar mehr neue Arbeitsplätze vorhersagen, als wegfallen werden. Andere Zukunftsforscher prognostizieren genau das Gegenteil und sehen den Sozialstaat und die Gesellschaft grundlegend gefährdet. Selbst einige prominente Multimilliar­-

10 I infoaktiv 54 I Jänner 2019

däre sprechen inzwischen von der Notwendigkeit eines „bedingungslosen Grundeinkommens“ für alle. Aus sozialer Motivation heraus oder eher, weil nur Menschen mit Einkommen auch Geld für all die Waren und Dienstleistungen ihrer Großunternehmen ausgeben können? Roboter kaufen schließlich nichts! Ethisches Neuland Viele weitere Fragen sind völlig ungeklärt. Werden Roboter eines Tages auch so etwas wie eigene Emotionen und Persönlichkeit entwickeln können? Sollten sie – spätestens dann – auch gesetzlich verankerte Rechte bekommen? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn sie etwa gegen Gesetze verstoßen oder Fehler machen? Schaufelt sich die Menschheit mit der Entwicklung intelligenter, weitgehend autonom agierender Roboter gar ihr eigenes Grab? Kann man solchen selbstlernenden Robotern ethische Richtlinien einprogrammieren und wie lange werden sie sich daran halten? Fragen über Fragen. Was jedoch weitgehend gesichert sein dürfte, sind deutliche, anhaltende Zuwäch-


Megatrends I Märkte von morgen

se in der Produktivität und ein gewaltig expandierender Anwendungsbereich. Ebenso wird die Arbeitswelt in vielen Sektoren dank Robotereinsatzes körperlich weniger anstrengend und weniger gesundheitsgefährdend werden. Anders als reine Maschinen können sich Roboter auf ihre Umwelt einstellen, sich in ihr mehr oder minder selbstständig bewegen und mit ihr sowie untereinander kommunizieren. Sie agieren zunehmend wie Menschen, nur mit viel geringeren physischen Einschränkungen. Sie werden nie krank, demotiviert oder mental ausgelaugt. Roboter werden in den kommenden Jahren sehr viele, wenn nicht alle Bereiche unseres Alltagslebens erobern. Warum gerade jetzt? Das haben Sie alles schon vor 20 oder 30 Jahren gehört? Und werden nicht in einigen Bereichen inzwischen wieder Menschen statt Roboter eingesetzt, beispielsweise ausgerechnet beim Automatisierungspionier Toyota? Beides richtig! Dennoch hat es so gewaltige Fortschritte bei Chiptechnologie, Sensorik, künstlicher Intelligenz und Batterien gegeben, dass jetzt beim Robotereinsatz ein Quantensprung ins Haus steht. Bislang waren Roboter vor allem in der industriellen Fertigung vertreten. Nun erobern sie in großem Stil den Dienstleistungsbereich, etwa Versandhandel, Logistik, Medizin, Pflege oder Gastronomie. Dabei unterstützen sie bislang vor allem die menschliche Arbeitskraft, sie ersetzen sie (noch) nicht. Mit wachsender technologischer Vervollkommnung ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis Roboter in der Lage sein werden, etliche menschliche Berufsfelder komplett zu übernehmen. Mit weiteren Fortschritten bei der künstlichen Intelligenz werden sie schon bald echte Unterhaltungen führen und selbstständig komplexe Entscheidungen treffen können. Und auch in Privathaushalten sind Roboter längst angekommen. Staubsaugen oder Rasenmähen sind nur der Anfang. Kurzum, durch weitere Fortschritte bei Chips, Batterien und künstlicher Intelligenz werden sich die Einsatzgebiete von Robotern nahezu täglich erweitern. Kein Wunder, dass jahrzehntelanges Wachstum für diesen Bereich erwartet wird und dass dieser deshalb auch zu den aussichtsreichsten Megatrends aus Investorensicht zählt. Trotz vieler ungeklärter Fragen.

Günther Schmitt Fondsmanager des Raiffeisen-MegaTrends-Aktien

Robotik – ein gewaltiger Megatrend Wie nutzen wir den Robotik-Mega­ trend im Aktienfonds? Wir haben den Markt derzeit in vier Segmente eingeteilt, wobei wir aus ethischen Gründen nicht in den Militärbereich investieren. Industrie: Roboter arbeiten schneller, länger und härter in der Produktion als Menschen Kommerziell: beispielsweise in der Medizin (Pflege, Reha, Opera-­ tionen), in der vorbereitenden Fertigung, in der Landwirtschaft und Logistik, im Hoch- und Tiefbau etc. Privat: z. B. Entertainment, Rasen und Staubsaugroboter, Bildung, Sprachassistenz (Militär: Entminungs-, Kampfro boter, Drohnen etc.; aus ethischen Gründen nicht im Fonds enthalten)

Die rasante technologische Ent­ wicklung von Robotern steht und fällt inzwischen mit dem Thema künst­liche Intelligenz. Deshalb investieren wir in Unternehmen, die auf diesem Gebiet führend sind. Allgemein gesprochen geht es um selbstlernende Roboter. Dieser Bereich steckt aber noch in den

Kinderschuhen und wird angesichts der ihm innewohnenden Risiken sehr kontrovers diskutiert. Ebenso interessieren wir uns für Unternehmen, die die notwendigen technologischen Grundvoraussetzungen schaffen. Beispielsweise Chiphersteller oder Anbieter von Netzwerklösungen, die Robotern eine Kommunikation untereinander erlauben, sowie Zulieferer von kritischen Komponenten. Aktuell sind wir im Raiffeisen-MegaTrends-Aktien in 27 Unternehmen unter dem Stichwort „Robotik“ investiert. Fazit: Roboter sind ein echter Megatrend, der unser gesamtes Leben nachhaltig verändern wird. Wir glauben, dass ihr Einsatz in der Industrie weiter zunehmen und sich zugleich auf viele neue Bereiche ausweiten wird. Deswegen beobachten wir die Entwicklungen entsprechend intensiv, um neue Chancen zu entdecken, aber auch mögliche Bedrohungen für bislang erfolg­rei­che Unternehmen zu erkennen. Denn den überdurchschnittlichen Ertragschancen, die mit dieser technischen Großoffensive verbunden sind, stehen selbstverständlich auch höhere Risiken gegenüber.

Wichtige Hinweise Einschätzungen und Positionierungen stellen eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit und ohne Ankündigung ändern. Der Raiffeisen-­ MegaTrends-Aktien weist eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteils­ werte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können. Der veröffentlichte Prospekt bzw. das Kundeninformationsdokument (Wesentliche Anlegerinformationen) des Raiffeisen-MegaTrends-Aktien stehen unter www.rcm.at sowie www.raiffeisen-salzburg-invest.com in deutscher Sprache zur Verfügung.

infoaktiv 54 I Jänner 2019 I 11


Nahaufnahme | Fondssparen

Vermögen aufbauen mit regelmäßigem Fondssparen Um in Fonds zu veranlagen, muss man nicht vermögend sein. Schon ab 50 Euro monatlich können Sie mit einem Fondssparplan Ihr eigenes Vermögen aufbauen. Von Pia Oberhauser

12 I infoaktiv 54 I Jänner 2019

Das Prinzip eines Fondssparplans ist Folgendes: Der Anleger zahlt über einen längeren Zeitraum regelmäßig einen bestimmten Betrag ein. Die gewählte Ansparrate richtet sich dabei nach seinen individuellen Möglichkeiten und der Summe, die er am Ende in etwa zur Verfügung haben möchte. Von den monatlichen Zahlungen werden Fondsanteile gekauft, die von der Fondsgesellschaft treuhändig verwaltet werden.

werden sollte, ist abhängig vom Ansparziel, der Veranlagungsdauer und der Risikoneigung der Anlegerin oder des Anlegers oder auch davon, ob in einen nachhaltigen Fonds investiert wird oder in einen konventionell gemanagten. Wichtig ist, dass das Investment zu den persönlichen Ansprüchen passt und die Anlagestrategie konsequent weiterverfolgt wird.

Ein wichtiges Merkmal des Fondssparens ist neben dem niedrigen Einstiegsbetrag von 50 Euro monatlich die Möglichkeit, diesen nach der aktuellen persönlichen Lebenssituation zu steuern. Konkret heißt das, dass die monatliche Einzahlung jederzeit erhöht, reduziert oder unterbrochen werden kann. Auch eine größere Zuzahlung ist zu jedem Zeitpunkt möglich. Die Entscheidung, ob in riskantere oder weniger riskante Wertpapiere investiert

Das Vermögen vermehrt sich nicht nur durch die monatlichen Ansparbeträge, sondern auch durch die etwaig erwirtschafteten Erträge, die ebenfalls in die Veranlagung fließen (Zinseszinseffekt). Durch die regelmäßigen Einzahlungen verringert sich zudem das Risiko, zum falschen Zeitpunkt in den Markt einzustei­gen. Wobei Fondsveranlagungen immer den Schwankungen der Kapitalmärkte unterliegen und mitunter auch Kapitalverluste möglich sind.

Zinseszinsen


Fondssparen I Nahaufnahme

Interview

Wichtige Hinweise

Rainer Schnabl Vorsitzender der Geschäftsführung der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH

Anlegen mit Fonds Fonds können – unter Berück­ sich­­tigung der damit verbundenen Risiken – eine sinnvolle Ergänzung zu Sparbuch & Co sein. Worauf Anleger derzeit setzen, erläutert Rainer Schnabl im Interview.

infoaktiv: Kapitalmarktveranlagungen sind gewissen Schwankungen ausgesetzt. Wie kann man als Anleger damit umgehen? Schnabl: Eine der wichtigsten Botschaften in diesem Zusammenhang ist wohl die, dass es bei Fondsinvestments unzählige Ausgestaltungen gibt. Unsere Produkte sind nicht Selbstzweck, sondern orientieren sich an dem, was Investoren nachfragen, bzw. an dem, was für unsere Kundinnen und Kunden Mehrwert bringen kann. In der Praxis zeigt sich, dass die allermeisten Anleger keine hochriskanten Investments wollen, sondern gut durchdachte, breit aufgestellte Produkte, mit denen man auch in schwankungsfreudigen Kapitalmarktphasen gut schlafen kann. Auch deshalb, weil man weiß, dass sich Profis darum kümmern. Welche Produkte sind das beispielsweise? Da Investmentfonds zunehmend an Breite gewinnen, geht der Trend sehr stark in Richtung gemischte Fonds, also Fonds, die global in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Branchen investieren. Dadurch werden die Risiken gestreut. Diese Fonds haben sich seit der Finanzwirtschaftskrise zu einem regelrechten Bestseller in Europa entwickelt. In Österreich sind gemischte Fonds ebenfalls die mit Abstand beliebteste Assetklasse unter den Anlegern. Auch unsere

1

Kundinnen und Kunden schätzen die Eigenschaften von Mischfonds. Welche sind das konkret? Die beliebtesten Fonds dieser Kate­go­rie sind unsere Strategiefonds Raiffeisenfonds-Sicherheit, Raiffeisenfonds-Ertrag, RaiffeisenfondsWachstum und Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Mix. Die Fonds weisen unterschiedliche Risiko-Ertrags-Profile auf. Das bedeutet, dass jedem Investor auf Basis seiner Risikoneigung ein adäquater Investmentfonds zur Verfügung steht. Diese Fonds werden auch oft zum regelmäßigen Fondssparen herangezogen. Seit einigen Jahren setzen Sie auf das Thema Nachhaltigkeit. Wie passen Kapitalmärkte und Nachhaltigkeit zusammen? Sehr gut. Denn auch an den Kapitalmärkten kann man nachhaltig agieren. Als Großanleger stehen wir in der Verantwortung, wie wir Geld erwirtschaften. Dazu ist es wichtig, die Unternehmen, in die wir veranlagen, gut zu kennen und auch aktiv zu hinterfragen, welche Rolle soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie spielen. Der Raiffeisen-Nachhaltigkeitsansatz kombiniert Ausschlusskriterien unter anderem mit intensiven Unternehmensdialogen. Im Rahmen unseres Ansatzes versuchen wir einerseits, einen Mehrwert für das Unternehmen und damit für den Investor zu generieren, und andererseits, auf Umwelt- und Gesellschaftsebene eine positive Entwicklung zu bewirken. Wir haben mittlerweile eine eigene nachhaltige Produktlinie mit insgesamt fünf Publikumsfonds mit unterschiedlichen Risiko-ErtragsProfilen und inhaltlichen Ausrich­ tungen in unserem Fondsangebot.

Raiffeisen KAG steht für Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H.

Ein Investmentfonds ist kein Sparbuch und unterliegt nicht der Einlagensicherung. Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten. Der veröffentlichte Prospekt sowie das Kundeninformationsdokument (Wesentliche Anlegerinformationen) der Fonds der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. stehen unter www.rcm.at in deutscher und gegebenenfalls unter www.rcm-international.com in englischer Sprache zur Verfügung. Im Rahmen der Anlagestrategien des Raiffeisenfonds-Sicherheit, des Raiffeisenfonds-Ertrag und des Raiffeisenfonds-Wachstum kann überwiegend (bezogen auf das damit verbundene Risiko) in Derivate investiert werden. Aufgrund der Zusammensetzung des Raiffeisenfonds-Wachstum oder der verwendeten Managementtechniken weist dieser Fonds eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können. Es ist die Anlagestrategie des Raiffeisenfonds-Sicherheit, des Raiffeisenfonds-Ertrag und des Raiffeisenfonds-Wachstum, überwiegend in anderen Investmentfonds anzulegen. Die Fondsbestimmungen des Raiffeisenfonds-Sicherheit, des Raiffeisenfonds-Ertrag und des Raiffeisenfonds-Wachstum wurden durch die FMA bewilligt. Der Raiffeisenfonds-Sicherheit, der Raiffeisenfonds-Ertrag und der Raiff­ eisenfonds-Wachstum können mehr als 35 % des Fondsvermögens in Wertpapiere/Geldmarktinstrumente folgender Emittenten investieren: Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Schweiz, Vereinigte Staaten von Amerika, Kanada, Australien, Japan, Österreich, Belgien, Finnland, Niederlande, Schweden, Spanien. Der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Aktien und der Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum weisen eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können. Marktbedingte geringe oder sogar negative Renditen von Geldmarktinstrumenten und Anleihen können den Nettoinventarwert des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-ShortTerm negativ beeinflussen bzw. nicht ausreichend sein, um die laufenden Kosten zu decken.

infoaktiv 54 I Jänner 2019 I 13


Perspektive | Warum nicht anders?

Gründe zu investieren Der Jahreswechsel ist für viele von uns die Zeit, über Veränderungen nachzudenken. Und auch wenn so mancher ­Neujahrsvorsatz schnell wieder vom Tisch ist – bei den Themen rund um die finanzielle Vorsorge sollte das nicht so sein. Von Christian Pollanz

14 I infoaktiv 54 I Jänner 2019


Warum nicht anders? I Perspektive

Regelmäßiger Gewinnfreibetrag Natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften können Jahr für Jahr den Gewinnfreibetrag geltend machen. Übersteigt der Gewinn regelmäßig 30.000 Euro, kann für die Nutzung des investitionsbedingten Gewinnfreibetrags ein regelmäßiger Fondssparplan Vorteile bieten – erkundigen Sie sich in Ihrer Raiffeisenbank!

Mit dem Raiffeisen-Depot-Check gut strukturiert ins neue Jahr starten Für bestehende Kunden mit einem breit gestreuten Wertpapierdepot geht es darum, dieses fit für das neue Jahr zu machen. Ganz nach dem Motto: „Retro ist in – außer bei der Geldanlage!“ Auch 2019 werden die Kapitalmärkte in Bewegung bleiben. Ob sich die Aktienmärkte auf breiter Basis nach oben entwickeln, bleibt abzuwarten. Ebenso gespannt darf man auf die Entwicklung der Anlei­ hemärkte sein. Je unsicherer das Kapital­ marktumfeld ist, desto beruhigter kann man sein, wenn man das Management Profis überlässt – so wie es bei den Fonds von Raiffeisen der Fall ist. Warum nicht anders? Nicht jeder verfügt über ein Wertpapierdepot, im Gegenteil. Noch immer machen sich viele Österreicher wenig Gedanken

über die gegenwärtig niedrigen Zinsen bei traditionellen Sparformen. Wenn einem das bewusst ist, ist das natürlich auch in Ordnung. Aber manchmal fehlt einfach nur der Anstoß, über Alternativen nachzudenken. In diesem Sinne kann sich ein Blick auf warumnichtanders.at lohnen – um sich einmal über eine andere Möglichkeit der Geldanlage zu informieren. Das Jahr der Familien 2019 bringt den Familienbonus Plus. Für Familien bedeutet dieser pro Jahr und Kind eine Steuerersparnis von bis zu 1.500 Euro. Exakt berechnen können Sie Ihr individuelles Mehr an Nettoeinkommen auf www.bmf.gv.at. Oder erkundigen Sie sich in Ihrer ­Raiffeisenbank. Wenn Sie langfristig etwas vom Familienbonus Plus haben wollen, könnten Sie diesen – oder einen Teil davon – auf Basis eines Vermö­ gensaufbauplans nachhaltig in Fonds anlegen. Für die Zukunft Ihrer Kinder!

Wichtige Hinweise Ein Investmentfonds ist kein Sparbuch und unterliegt nicht der Einlagensicherung. Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten. Die veröffentlichten Prospekte bzw. die Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG sowie die Kundeninformationsdokumente (Wesentliche Anlegerinformationen) der Fonds der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H. stehen unter www.rcm.at in deutscher Sprache (bei manchen Fonds die Kundeninformationsdokumente zusätzlich auch in englischer Sprache) zur Verfügung.

infoaktiv 54 I Jänner 2019 I 15


Investment-Zukunft. Nachhaltig anlegen.

Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds. Mit gutem Gewissen investieren. Nachhaltiges Investment bedeutet mehr: nämlich Verantwortung und Zukunftsfähigkeit. Der Wandel der Zeit erfordert ein Umdenken, auch bei Investitionen. Genau das bieten die Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds. Mehr Informationen unter www.rcm.at/nachhaltigkeit und investment-zukunft.at.

Raiffeisen Capital Management steht für Raiffeisen Kapitalanlage GmbH. Marketingmitteilung: Veranlagungen in Fonds sind mit höheren Risiken verbunden, bis hin zu Kapitalverlusten. Der veröffentlichte Prospekt sowie das Kundeninformationsdokument (Wesentliche Anlegerinformationen) der Raiffeisen-Nachhaltigkeitsfonds stehen unter www.rcm.at in deutscher und gegebenenfalls auch in englischer Sprache zur Verfügung. Marktbedingte geringe oder sogar negative Renditen von Geldmarktinstrumenten und Anleihen können den Nettoinventarwert des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-ShortTerm negativ beeinflussen bzw. nicht ausreichend sein, um die laufenden Kosten zu decken. Die Fonds Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Aktien, Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum und Raiffeisen-Nachhaltigkeit-EmergingMarkets-Aktien weisen eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilswerte sind auch innerhalb kurzer Zeiträume großen Schwankungen nach oben und nach unten ausgesetzt, wobei auch Kapitalverluste nicht ausgeschlossen werden können. Die Fondsbestimmungen des Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Diversified wurden durch die FMA bewilligt. Der Fonds kann mehr als 35 % des Fondsvermögens in Schuldverschreibungen folgender Emittenten investieren: Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Österreich, Belgien, Finnland, Niederlande, Schweden, Spanien. Erstellt von: Raiffeisen Kapitalanlage GmbH, Mooslackengasse 12, 1190 Wien, Stand: Jänner 2019

Profile for Raiffeisen Capital Management

infoaktiv Jänner | Fonds & Investments  

Jänner 2019: Kapitalmarkt - Ein gutes neues Jahr? , Coverstory - Nachhaltig ist das neue Richtig, Märkte und morgen - Megatrends: Invasion...

infoaktiv Jänner | Fonds & Investments  

Jänner 2019: Kapitalmarkt - Ein gutes neues Jahr? , Coverstory - Nachhaltig ist das neue Richtig, Märkte und morgen - Megatrends: Invasion...