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Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing

2|2010

Nachhaltigkeit in allen Lebenslagen Menschen Thomas Krautschneider, CEO Salesianer Ökologiegespräch Die Krise ist vorbei? Reportage Wissensmanagement


inhalt

Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing

2|2010

Nachhaltigkeit in allen Lebenslagen Menschen Thomas Krautschneider, CEO Salesianer Ökologiegespräch Die Krise ist vorbei? Reportage Wissensmanagement

Qualität im Mittelpunkt Beharrlichkeit und Ausdauer gehören zu den Stärken von Thomas Krautschneider, CEO der Salesianer-Gruppe.

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editorial ANDREA WEBER

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menschen Mag. Thomas Krautschneider.

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steuer Stundung oder in Raten: Beides möglich unter bestimmten Voraussetzungen. 6 recht Ein Überblick über das „baumfreundliche“ zivilrechtliche Nachbarrecht.

Nachbarrecht

aktuelles

Das Gehölz an der Grundstücksgrenze kann einen mächtigen Schatten auf das Nebeneinander werfen.

GF MAG. MICHAEL OHNER:

Seite 8

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Entwicklung des Leasingmarktes 2009. 11 coverstory „Grün“ ist die Zukunft: Nachhaltigkeit in allen Lebenslagen.

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meinung GF MAG. PETER ENGERT:

Lifestyle

Nachhaltigkeit by Raiffeisen-Leasing.

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Hilfe, die ankommt: In Costa Rica werden Grundstücke freigekauft, um den EsquinasRegenwald zu retten.

ökoprojekte Ökologiegespräch im Zeichen der Krise. 22 Startschuss für den Praxisbetrieb.

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Elektro-mobil in Niederösterreich.

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Mission: Neue Standards schaffen.

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Leas•mich


editorial

„Grün“ ist die Zukunft

Think green

Ein Elektroauto in der Garage, „Green Fashion“ im Kleiderschrank, eine Solaranlage auf dem Dach oder Bioprodukte im Kühlschrank – das Thema Nachhaltigkeit ist längst im Alltag angekommen.

ANDREA WEBER Leiterin Marketing und PR in der Raiffeisen-Leasing

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immobilien Der ganz normale Shopping-Wahnsinn. 26 In Egg steht Österreichs 1. Öko-Bank.

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FH St. Pölten: „Best Practice Certificate“. 27 Eröffnung Sportzentrum Zeltweg.

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reportage Stellt sich die Frage, … Wissenmanagement ist Programm.

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Raiffeisen Factor Bank AG: Liquiditätsmanagement.

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Windenergieanlage im Wirtschaftswald: Streit um Standort. 30 lifestyle Regenwald der Österreicher.

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facts&figures

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Als Finanzdienstleister, der in nachhaltige Projekte investiert, und als Unternehmen bekennt sich die Raiffeisen-Leasing zu einem verantwortungsvollen Umgang mit allen Ressourcen, die sie im Zuge ihrer Geschäftstätigkeit in Anspruch nimmt – den menschlichen ebenso wie den von der Natur bereitgestellten. Denn eine „nachhaltige Entwicklung“ beinhaltet nicht nur die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens oder einer Institution, sondern berücksichtigt ebenso die umweltpolitische Dimension und eine soziale Gerechtigkeit. So wird heuer bereits zum vierten Mal ein auch in den jährlichen Geschäftsbericht integrierter Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Nachdem eine nachhaltige Entwicklung ein sich ständig verändernder Prozess ist, hat das Unternehmen in der Statuserhebung einen großen Schritt nach vorne gesetzt. Das Reporting orientiert sich zum ersten Mal an den Sustainability Reporting Guidelines G3 der Global Reporting Initiative, die Indikatoren zu den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit vorgeben – Ökonomie, Ökologie und Soziales. Im Zuge dessen wurde die Erhebung nachhaltiger Prozesse und Projekte im Unternehmen implementiert und standardisiert. In unserer Coverstory werden die vielfältigen Facetten dieser Zukunftsthematik beschrieben (ab Seite 12). Wissen ist Macht, doch erst das Handeln zeitigt Ergebnisse. Die Raiffeisen-Leasing hat auch in schwierigen Zeiten ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen und im Sinne der Nachhaltigkeit zahlreiche Initiativen gesetzt. Ein Beispiel: In Costa Rica werden vom Verein Regenwald der Österreicher Grundstücke mithilfe von Spenden „freikauft“ und der Republik Costa Rica geschenkt. Die Raiffeisen-Leasing hat sich im Rahmen einer befristeten Aktion an dieser Rettungsaktion beteiligt – für jedes leasingfinanzierte Auto wurden drei Bäume zur Wiederbewaldung in Costa Rica angekauft. Lesen Sie mehr über dieses Projekt mit Vorbildwirkung in unserer Lifestyle-Rubrik ab Seite 32. Dass der grüne Wirtschaftsmotor auch Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, ungeahnte Perspektiven eröffnen möge, wünscht sich

IMPRESSUM Medieninhaber: Raiffeisen-Leasing GmbH., Hollandstr.11–13, 1020 Wien, Tel. 01 71601-8440, Fax: DW 98448, Internet-Adresse: http://www.raiffeisen-leasing.at, E-Mail-Adresse: leasing@rl.co.at Herausgeber: Prok. Andrea Weber Koordination: Ulrike Capelare Produzent: Verlagsgruppe NEWS Gesellschaft m.b.H., FN 183971 HG, Taborstr. 1–3, 1020 Wien Geschäftsführung: Dkfm. Helmut Hanusch Objektleitung: Klaus Edelhofer Redaktionsbüro: Vojtisek KG, E-Mail-Adresse: act.vojtisek@aon.at Grafische Gestaltung: Greiner & Greiner, 1050 Wien Fotos: Wo nicht anders angegeben: Raiffeisen-Leasing, Buenos Dias, Fotolia Herstellung: Sibylle Bauer Druck: Druckerei Berger, 3580 Horn Vertrieb: Mediaprint-Zeitschriftenvertriebsgesellschaft, 1235 Wien Die Raiffeisen-Leasing GmbH übernimmt keine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Aus Gründen der Lesefreundlichkeit sind alle Formulierungen durchgängig geschlechtsneutral zu verstehen und richten sich daher gleichermaßen an Frauen und Männer.

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Ihre Andrea Weber

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menschen

Qualität im Mittelpunkt Beharrlichkeit und Ausdauer gehören zu seinen Stärken. Als geschäftsführender Gesellschafter der Salesianer-Gruppe mit 2.300 Mitarbeitern in acht Ländern sind diese Charaktereigenschaften für Mag. Thomas Krautschneider essenziell. Über allem aber steht Menschlichkeit und Offenheit. „Ja, wir sind Marktführer. Aber durch Qualität und Service, nicht nur durch Größe.“ Damit eröffnet Mag. Thomas Krautschneider ein sehr amikal geführtes Interview im Besprechungsraum der Salesianer Gruppe im 22. Wiener Gemeindebezirk. Im Laufe seiner 39 Lebensjahre – schmunzelnd betont er, dass er noch keine 40 ist – hat er aber schon bewiesen, dass er Unternehmer mit Leib und Seele ist. Seit dem Jahr 2000 gehört er zur Geschäftsleitung von Salesianer Miettex, dem führenden Mietwäscheservice-Unternehmen Österreichs. Schon während seiner Ausbildung hat er einen anspruchsvollen Weg gewählt: Schuljahre am Lycée Francais de Vienne, ein Wirtschaftsstudium in Frankreich, gefolgt von einem MBA in San Francisco. „Mein Vater hat Sprachen als Mittel der Völkerverständigung als sehr wichtig empfunden und mir von klein auf den Vorteil einer zweiten Muttersprache mitgegeben.“ Auf Bildung und Weiterentwicklung legt der SalesianerChef großen Wert: „Wir verpflichten uns zur Fortbildung unserer Mitarbeiter in allen Bereichen.“ Mitarbeiter-Qualität und Qualität generell haben bei Salesianer Miettex den allerhöchsten Stellenwert. „Ich lebe diese Philosophie seit Beginn meiner Tätigkeit im Unternehmen, das sind zwischenzeitlich 14 Jahre“, resümiert er. Seit kurzem trägt Krautschneider als geschäftsführender Gesellschafter die operative Eigentümer-Verantwortung, seine Mutter leitet mittlerweile den Aufsichtsrat. Zudem ist er für die operative Leitung des Gesundheitswesens im Unternehmen zuständig. Flankiert wird er von drei Ge-

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schäftsführer-Kollegen, die weitere Unternehmensbereiche im In- und Ausland managen. „Ich liebe die sehr polyvalente Tätigkeit im Gesundheitsbereich. Sie erfordert Vertriebs-Knowhow, medizinisches Fachwissen, technisches Verständnis für die Produktion, man ist Ansprechpartner für Ärzte, Schwestern und Krankenhausverwaltung“ erklärt der Firmenchef. „Bei Salesianer Miettex weiß jeder, wofür er täglich arbeitet. Man sieht die Erfolge, die wir erlebt und teilweise auch erkämpft haben. Die Aufgaben, die noch vor uns liegen, spornen uns alle weiter an.“ Ausschlaggebend für den Erfolg ist eine perfekte Organisation: „Aus dem Wäschereibetrieb von 1916 hat sich eine Unternehmensgruppe mit 2.300 Mitarbeitern in acht Ländern entwickelt. Trotzdem sind wir ein schlankes Unternehmen geblieben,“ meint der Firmenchef. „Ich bin voll in das Tagesgeschäft eingebunden. Es gibt laufend Jour Fixe, wo Vertrieb und Betrieb zusammenkommen, um Kundenbeziehungen und Optimierungspotenzial zu besprechen.“ Der Erfolg gibt dem Unternehmer recht. Salesianer Miettex ist Marktführer in Österreich und unter den führenden Anbietern in Europa. „Die Kunden schätzen es, wenn rasche und klare Entscheidungen fallen.“ Auch den Mitarbeitern gegenüber tritt der Geschäftsführer offen und amikal auf. „Das ist eine Selbstverständlichkeit der Familie Krautschneider. Meine Großeltern und Eltern haben es so vorgelebt, ich führe diese Ethik weiter. Bei Problemen können mich die Mitarbeiter rasch erreichen. Diese persönliche Note weiß das Team zu schätzen.“

Zu schätzen weiß Krautschneider auch die Zusammenarbeit mit der Raiffeisen-Leasing. „Nach einigen kleineren Projekten haben wir 2008 die bislang größte Firmeninvestition getätigt. Im Zuge der Übernahme des Weißwäschegeschäftes von MEWA in Österreich wurde der Grazer Standort über die Raiffeisen-Leasing finanziert.“ Leasing stellt für den Ökonomen eine bedeutende Finanzierungsform in Bezug auf Liquidität und Working Capital dar. „Wir sind mit der Raiffeisen-Leasing sehr zufrieden, so zufrieden, dass wir bereits über weitere Projekte verhandeln“, urteilt Mag. Krautschneider überaus positiv. Erfahrung für seine umfassenden Geschäftsführer-Tätigkeiten hat der 39-jährige reichlich gesammelt, auch bei der Konkurrenz. „Während meines Studiums habe ich immer wieder bei Branchenkollegen hineingeschnuppert. Ich habe internships in Frankreich gemacht, in Hongkong und in den USA. Die Branche ist recht offen.“ Bei Salesianer Miettex hat er als Jugendlicher in den Ferien mitgearbeitet. An eine Gegebenheit kann er sich besonders gut erinnern: „Einmal war ich helfende Hand hinter einer sogenannten Mangel. Das sind zwei große Walzen, die sich gegenläufig drehen und z. B. Leintücher flach bügeln. Daher kommt der Ausdruck „In die Mangel nehmen. Ich habe zwar nur wenige Stunden an der Maschine mitgearbeitet, aber am nächsten Tag hatte ich davon einen extremen Muskelkater“, erinnert er sich. Einen Firmen-Muskelkater bekommt der Familienvater mittlerweile nicht mehr. „Ich bin kein Workaholic, arLeas•mich


„Wir können stolz sagen, wir sind die Nachhaltigkeit par excellence.“ MAG. THOMAS KRAUTSCHNEIDER Geschäftsführender Gesellschafter der Salesianer-Gruppe

beite aber sehr gerne und nicht wenig. Das Wochenende bleibt aber heilig, es gehört ganz der Familie. Mit den Kindern treiben meine Frau und ich Sport, wir treffen Freunde und versuchen immer neue Dinge zu erleben.“ In Österreich findet Krautschneider dafür das perfekte Angebot. Salesianer Miettex begleitet ihn auch in den Ferien. „Wir haben schon oft bei unseren Kunden gegessen und übernachtet. In der „eigenen“ Bettwäsche zu schlafen, ist ein sehr gutes Gefühl. Ich kann es nur jedem NUMMER 2| JUNI 2010

empfehlen“, lacht der überzeugte Österreicher. Etwas Kultur steht bei der Familie Krautschneider auch am Programm, da gibt es dem Unternehmer zufolge aber noch Handlungsbedarf. „Meine Frau ist Französin. Ich versuche, sie für Nestroy und Grillparzer zu begeistern, aber das ist mir leider noch nicht gelungen“, schmunzelt er. Erfolg hat er mit dem Umweltschutzgedanken in seiner Firma. „Wir können stolz sagen, wir sind die Nachhaltigkeit par excellence. Unsere Ma-

schinen benötigen pro Kilo Wäsche die Hälfte des Wasservolumens einer herkömmlichen Hauswaschmaschine, weiters verwenden wir nicht einmal 1/3 der waschaktiven Substanzen.“ Bei 350 Tonnen Wäsche, die täglich bearbeitet werden, sind das gewaltige Einsparungen. Dem Trend zu Einweg stellt sich die Firma unter anderem im Gesundheitswesen entgegen. „OPs in Krankenhäusern arbeiten mit sterilen Abdeckungen. Mit unseren OP-Sets können die Spitäler Kosten sparen – und das bei zumindest gleichen Hygienestandards. Außerdem werden in Österreich Arbeitsplätze geschaffen und unsere Produkte tragen zu einer positiven Umweltbilanz bei.“ In Bezug auf seine Kinder schildert Krautschneider den Umgang mit Sauberkeit im eigenen Haushalt. „Meine Kinder sind dazu erzogen, sich jedes Mal die Hände zu waschen, wenn sie nach Hause kommen. Das ist die beste Schutzmaßnahme gegen Krankheiten. Ich habe aber keinen Waschzwang“, lacht er und schließt das Interview mit einem persönlichen Eindruck und einer Vision. „Es macht mir Freude, dass sich mein kleiner Sohn bereits für die Firma interessiert. Er möchte das Unternehmen besser kennenlernen, sich anschauen, wie alles funktioniert. Matthäus überlegt schon, ob er Raketeningenieur werden soll oder doch zu Salesianer stößt. Ich mache keinen Druck. Ein junger Mensch braucht Entscheidungsfreiheit, um sich und seine Vorlieben zu finden. Man macht nur das gut, was man gern tut. Die Nachfolgefrage ist außerdem nicht aktuell, ich bin ja noch keine 40“, schließt er lachend. ı

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recht&steuer

Stundung oder Ratenzahlung Oft ist es einem Unternehmer nicht möglich, fällige Abgaben sofort oder auf einmal zu entrichten. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, beim Finanzamt um Zahlungsaufschub anzusuchen. Dafür müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein.

Bei der Stundung wird der Zeitpunkt der Entrichtung der Abgabe hinausgeschoben, bei einer Ratenbewilligung wird die Entrichtung des aushaftenden Betrages in Teilzahlungen gestattet. Der gebührenfreie Antrag sollte spätestens bis zum Fälligkeitstag eingebracht werden. Durch eine fristgerechte Antragstellung kann man Säumnisfolgen wie die Vorschreibung von bis zu drei Säumniszuschlägen (zunächst 2 %, nach drei Monaten 1 % und nach weiteren drei Monaten nochmals 1 % des nicht zeitgerecht entrichteten Abgabenbetrages) und Vollstreckungsmaßnahmen vermeiden. Eine Zahlungserleichterung (ZE) kann vom Finanzamt nur bewilligt werden, wenn die sofortige oder volle Entrichtung der Abgabe für den Abgabepflichtigen mit erheblichen Härten verbunden wäre und die Einbringlichkeit der Abgabe durch den Aufschub nicht gefährdet wird. Eine erhebliche Härte liegt vor, wenn keine leicht verfügbaren Mittel vorhanden sind und vorhandenes Vermögen kurzfristig verschleudert werden müsste bzw. die sofortige volle Entrichtung der Abgabenschuld zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Abgabenschuldners und seiner unterhaltsberechtigten Angehörigen führen würde. Es muss also tatsächlich eine wirtschaftliche Notlage oder eine finanzielle Bedrängnis vorliegen. Das bloße Erstreben eines Zinsvorteils reicht als Begründung einer wirtschaftlichen Härte nicht aus, auch die Fremdfinanzierung der Abgabe kann unter Umständen zugemutet werden. Als weitere Voraussetzung darf die Einbringlichkeit der Abgabe durch den Aufschub nicht gefährdet werden. Das

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wird angenommen, wenn nur kurzfristig ein finanzieller Engpass besteht und die Zahlungen durch künftige Einnahmen oder durch Vermögenswerte gesichert sind. Da es sich bei der Gewährung von Zahlungserleichterungen um einen sogenannten Begünstigungstatbestand handelt, ist die Behörde einerseits streng an den Antrag gebunden (keine über das Ansuchen hinausgehende Erledigung) und andererseits hat der Antragsteller von sich aus alle Gründe vorzubringen, welche die Gewährung der Zahlungserleichterungen rechtfertigen. Bei Ablehnung eines fristgerecht eingebrachten Zahlungserleichterungsansuchens ist für die Zahlung eine Nachfrist von 1 Monat zu gewähren. Bei der Gewährung von Zahlungserleichterungen für Selbstbemessungsabgaben (z. B. Umsatzsteuer, Lohnabgaben) legt das Finanzamt einen strengeren Maßstab an, weil es sich dabei um Abgaben handelt, die von Dritten getragen werden und vom Abgabepflichtigen für das Finanzamt einzubehalten sind. Bei diesen Abgaben wird eine Zahlungserleichterung nur in Ausnahmefällen gewährt. Bei Zahlungserleichterungen für Abschlusszahlungen nach Zugehen der Steuerbescheide wird die Ursache der Nachforderung zu berücksichtigen sein. In der Begründung des Zahlungserleichterungsansuchens sollte man offenlegen, warum die zeitgerechte Entrichtung der Abgabenschuld nicht möglich ist. Dabei wird man insbesondere auf die konkreten Umstände des Einzelfalles (z. B. Saisonbetrieb, bisher pünktliche Zahlung) hinweisen. In einem Antrag auf Ratenzahlung ist ein Abstattungsplan vorzuschlagen. Da-

bei sind nicht nur die ausstehenden Beträge, sondern auch die im Ratenzahlungszeitraum fällig werdenden laufenden Zahlungen (z. B. Vorauszahlungen an Einkommen- oder Körperschaftsteuer, nicht aber die Selbstbemessungsabgaben) einzubeziehen. Die Raten des angebotenen Zahlungsplanes sollten auch bereits dann entrichtet werden, wenn das Ansuchen um ZE noch nicht erledigt worden ist. Bei Ratenzahlungsansuchen ist es zweckmäßig, einen Teil des offenen Betrages (etwa 1/3) sofort anzuzahlen und den Rest auf maximal 12 Monatsraten aufzuteilen. Achtung: Werden während der Laufzeit der Ratenzahlung am Abgabenkonto sonstige Gutschriften verbucht, werden diese in der Regel nicht auf die nächsten fälligen Raten angerechnet, sondern verkürzen die Laufzeit der Ratenvereinbarung. Es müssen also die Raten in voller Höhe termingerecht weiterbezahlt werden. Wenn eine Zahlungserleichterung bewilligt wurde, sind neben den vereinbarten Raten auch die laufenden Selbstbemessungsabgaben pünktlich zu bezahlen, da sonst Terminverlust eintritt und der gesamte Steuerrückstand auf einmal fällig wird. Von diesem Betrag können dann auch noch bis zu drei Säumniszuschläge vorgeschrieben und Vollstreckungsmaßnahmen eingeleitet werden. Daher ist es zweckmäßig, bevor eine Rate nicht bezahlt werden kann, neuerlich um Zahlungserleichterung anzusuchen. Übersteigen die Abgabenschuldigkeiten, für die ein Zahlungsaufschub eintritt, den Betrag von EUR 750,– sind Stundungszinsen in Höhe von 4,5 % über dem Basiszinssatz (seit 13. 5. 2009: Leas•mich


Was soll man tun, wenn man Steuern nicht bezahlen kann? In der Bundesabgabenordnung sind Ansuchen um Zahlungserleichterung und Aussetzung der Einhebung vorgesehen.

0,38 %, insgesamt demnach 4,88 %) zu entrichten. Stundungszinsen unter EUR 50,– werden nicht festgesetzt. Aussetzung der Einhebung Wenn ein Abgabepflichtiger mit einer Steuervorschreibung nicht einverstanden ist (z. B. nach einer Betriebsprüfung), kann er dagegen berufen. Eine Berufung hat aber keine aufschiebende Wirkung, d. h. die Abgabe muss trotzdem bis zum Fälligkeitstag entrichtet werden. Die Fälligkeit tritt also unabhängig davon ein, ob der Bescheid selbst rechtskräftig wird. Der Abgabepflichtige hat aber die Möglichkeit, einen Antrag auf Aussetzung der Einhebung zu stellen. Dieser bewirkt einen Zahlungsaufschub. Ein solcher Antrag ist nicht gebührenpflichtig und sollte gleichzeitig mit der Berufung, also vor dem Ende der Zahlungsfrist, eingebracht werden. Grundsätzlich kann ein Antrag auf Aussetzung der Einhebung zwar auch später, bis zur Erledigung der Berufung, eingebracht werden. Ein frühzeitiges Einreichen des Antrages im Rechtsmittelverfahren NUMMER 2| JUNI 2010

„erspart“ jedoch Exekutionsmaßnahmen. Die Aussetzung kann nur für jene Abgabenvorschreibung bewilligt werden, die „strittig“ ist. Dieser Betrag muss im Antrag rechnerisch dargestellt werden. Der ausgesetzte Betrag wird vom Abgabenkonto weggebucht. Eine Aussetzung der Einhebung wirkt so lange, bis vom Finanzamt der Ablauf verfügt wird (meist mit Erledigung der Berufung). Auf die Bewilligung der Aussetzung der Einhebung besteht ein Rechtsanspruch. Sie darf jedoch nicht zuerkannt werden, wenn ÿ die Berufung nach Lage des Falles wenig erfolgversprechend erscheint, ÿ mit der Berufung ein Bescheid in Punkten angefochten wird, in denen er nicht von einem Anbringen des Abgabepflichtigen abweicht, oder ÿ das Verhalten des Steuerpflichtigen auf eine Gefährdung der Einbringlichkeit der Abgabe gerichtet ist. Für ausgesetzte Beträge, die nach Erledigung der Berufung doch zu zahlen sind, müssen Aussetzungszinsen in

Höhe von 2 % über dem jeweiligen Basiszinssatz (insgesamt demnach 2,38 %) entrichtet werden. Aussetzungszinsen unter EUR 50,– werden nicht festgesetzt. Beispiel: Gegen den ESt-Bescheid 2006 wird berufen. Laut Aussetzungsantrag wird sich bei vollinhaltlicher Stattgabe der Berufung die mit dem angefochtenen Bescheid festgesetzte Nachforderung an ESt 2006 von EUR 100.000,– auf EUR 70.000,– reduzieren. EUR 30.000,– werden daher ausgesetzt.Tatsächlich anerkennt das Finanzamt in seiner Berufungserledigung die zusätzlich geltend gemachten Betriebsausgaben nur zum Teil, sodass die Nachforderung an ESt 2006 jetzt EUR 80.000,– beträgt. Vom ausgesetzten Betrag (EUR 30.000,–) müssen daher EUR 10.000,– bezahlt werden. Für diesen Betrag fallen Aussetzungszinsen an. Die Aussetzungszinsen werden mit einem eigenen Bescheid vorgeschrieben, die Zinsen werden binnen eines Monats nach Zustellung dieses Bescheides fällig. Zur Tilgung von Abgabenschuldigkeiten, deren Einhebung ausgesetzt ist, dürfen Zahlungen oder Steuergutschriften nur auf ausdrückliches Verlangen des Abgabepflichtigen verwendet werden. Sollte über Ihr Vermögen zur Hereinbringung von Abgabenschulden bereits Exekution geführt werden, „spart es Zeit, Geld und Nerven“, wenn Sie umgehend mit einer Sachbearbeiterin oder einem Sachbearbeiter des für Sie zuständigen Abgabensicherungsteams bei Ihrem Finanzamt Rücksprache halten. Oft werden auch in derartigen Fällen Zahlungsvereinbarungen getroffen, die nur wenige Nebenkosten verursachen. ı Quelle: finanzpolitische Abt. der WKÖ

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recht&steuer

… wenn’s dem Nachbar nicht gefällt Das Gehölz an der Grundstücksgrenze kann einen mächtigen Schatten auf ein gedeihliches Nebeneinander werfen. Ein Überblick über das „baumfreundliche“ zivilrechtliche Nachbarrecht von Mag. Andreas Gugl, Rechtsabteilung der Raiffeisen-Leasing Manch unschuldiger Baum hat sich schon unversehens zum Zankapfel entwickelt. Dem einen ist der Schatten zu groß oder wird die schöne Aussicht verstellt, den anderen stören die von den überhängenden Zweigen herabfallenden Früchte und Blätter. Streitigkeiten wegen der Einwirkung fremder Bäume und Pflanzen auf den Nachbargrund werden daher immer wieder an die Bezirksgerichte herangetragen, denn die Interessenlage, die Nachbarkonflikten zugrunde liegt, ist komplex. Der Grund- und Baumeigentümer kann Bäume und andere Gewächse dort anpflanzen und wachsen lassen, wo es ihm gefällt. Abstandsvorschriften muss er im Allgemeinen nicht beachten. Er kann im Gegenteil Bäume bis an die Grundgrenze setzen oder dort wachsen lassen und er kann die Grenzen des Grundstücks voll ausnützen, die Lichtund Schattenverhältnisse auf seinem Grund nach Belieben gestalten und sich den ihm notwendig erscheinenden Sicht- und Schallschutz verschaffen. Der Nachbar kann dagegen durch die fremden Pflanzen in der Nutzung seines Grundstücks massiv beeinträchtigt werden. Dabei muss es sich keineswegs nur um die beeinträchtigte Aussicht handeln, sondern es können auch materielle Interessen betroffen sein, wie etwa die Minderung der Ernte im Gemüsegarten oder höhere Stromkosten wegen Beeinträchtigung der Solaranlage. Die aktuelle Rechtslage begünstigt zweifelsfrei die Erhaltung des Baum-

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bestandes und zieht erst bei Vorliegen einer offensichtlichen Unzumutbarkeit eine „Notbremse“ ein. Da der Weg zum Bezirksgericht aber meist einer mit ungewissem Ausgang ist und die Gerichte vor einem Ansturm wegen Nachbarstreitigkeiten bewahrt werden sollen, hat der Gesetzgeber mit Einführung des Zivilrechtsänderungsgesetzes 2004 den zwingenden Versuch einer außerprozessualen Streitbeilegung vorgesehen. Außergerichtliche Streitbeilegung Eine Klage im Zusammenhang mit dem Entzug von Licht oder Luft durch fremde Bäume oder Pflanzen darf daher nur dann bei Gericht eingebracht werden, wenn vorher der Versuch einer gütlichen Beilegung des Nachbarstreits unternommen worden ist. Dabei bleibt es dem Kläger überlassen, ob er eine Schlichtungsstelle befassen, einen Antrag auf einen prätorischen Vergleich stellen oder den Streit einem Mediator unterbreiten will. Eine Klage ist erst dann zulässig, wenn nicht innerhalb von drei Monaten ab Einleitung des Schlichtungsverfahrens, ab Einlangen des Antrags bei Gericht oder ab Beginn der Mediation eine Einigung erzielt worden ist. Der Kläger hat seiner Klage eine Bestätigung der jeweiligen Streitbeilegungsinstitution über das Scheitern des Einigungsversuchs anzuschließen. Die Kosten der Schlichtung, des prätorischen Vergleichsversuchs oder der Mediation hat zunächst der potenzielle

Kläger zu tragen. Kann keine gütliche Einigung erzielt werden, so ist er jedoch berechtigt, diese Kosten im Gerichtsverfahren wie vorprozessuale Kosten geltend zu machen. Das Nachbarrecht vereint im Wesentlichen zwei Gedanken: Freiheit des Eigentums – Rücksichtnahme auf Dritte. Die Freiheit des Grundeigentümers in Bezug auf überhängende Baumkronen und eindringenden Baumwurzeln ist nur durch das Selbsthilferecht des beeinträchtigten Nachbarn beschränkt. Überhangsrecht – Selbsthilferecht Einerseits darf der Grundstückseigentümer Gewächse auch in unmittelbarer Nähe der Grundstücksgrenze ansetzen und wachsen lassen, selbst wenn die Äste in den Luftraum und die Wurzeln in das Erdreich des Nachbarn eindringen, andererseits ist der Nachbar diesfalls berechtigt, die eindringenden Wurzeln zu entfernen und die überhängenden Äste abzuschneiden. Allerdings darf er dabei weder die fremde Liegenschaft betreten, noch den fremden Baum erklettern oder an diesen eine Leiter anlegen. Weiters ist ihm die Pflicht auferlegt, dabei fachgerecht vorzugehen und die Pflanze möglichst zu schonen. Würde also etwa das Abschneiden sämtlicher Leas•mich


Wurzeln unmittelbar an der Grundstücksgrenze das Überleben der Pflanze oder die Statik des Baumes gefährden, so hat sich der Nachbar – allenfalls unter Beiziehung eines Fachmanns – auf das Abschneiden der nicht für das Überleben der Pflanze oder die Statik des Baumes notwendigen Wurzeln oder Wurzelteile zu beschränken. Das schonungslose Ausreißen von Wurzeln oder Abschneiden von Ästen, das zum Absterben oder Umstürzen der Pflanze führt, ist rechtswidrig und kann nach allgemeinen Grundsätzen Schadenersatzansprüche (sowohl für den Schaden an der Pflanze selbst als auch für Folgeschäden) auslösen. Die Kosten der Beseitigung von Ästen und Wurzeln sind vom Selbsthilfeberechtigten, also dem Eigentümer oder Fruchtnießer der benachbarten Liegenschaft, zu tragen. Er kann allerdings die Hälfte der für die Entfernung notwendigen Kosten vom Eigentümer der Pflanze ersetzt verlangen, wenn durch die Wurzeln oder Äste ein Schaden entstanden ist oder offenbar zu entstehen drohte. Als Beispiele nennen die Gesetzesmaterialien, dass eindringende Wurzeln Wasser- oder Kanalleitungen zerstören oder verstopfen, die Platten eines Weges so stark anheben, dass dieser manNUMMER 2| JUNI 2010

gelhaft wird, oder dass die überhängenden Äste Schäden am Dach oder an der Fassade eines Hauses verursachen. Wenngleich der beeinträchtigte Grundstückseigentümer in diesen Fällen also Anspruch auf Ersatz der Hälfte der Kosten für das Entfernen der Wurzeln oder Äste hat, gilt dies nicht auch für die Kosten der Behebung eines entstandenen Schadens. Denn aus § 422 ABGB ist nämlich abzuleiten, dass das Eindringen von Pflanzenteilen nicht rechtswidrig ist. Daher scheidet ein Schadenersatzanspruch nach allgemeinen Grundsätzen aus, es sei denn, das Verhalten des Eigentümers der Pflanze müsste als Verstoß gegen das Rücksichtnahmegebot des § 364 Abs. 1 ABGB eingestuft werden, etwa wenn der Grundstückseigentümer, dem der Swimmingpool des Nachbarn ein Dorn im Auge ist, absichtlich „aggressive“ Flachwurzler an der Grundstücksgrenze ansetzt und es ihm geradezu darauf ankommt, dass diese den Swimmingpool des Nachbarn beschädigen. Vorrang des Verwaltungsrechts Bundes- und landesgesetzliche Regelungen über den Schutz von oder vor Bäumen und anderen Pflanzen, insbesondere über den Wald-, Flur-, Feld-, Ortsbild-, Natur- und Baumschutz, wie beispielsweise das Forstgesetz, das Wiener Baumschutzgesetz, die Salzburger Baumschutzverordnung und verschiedene Bestimmungen in den Naturschutzgesetzen der Länder, gehen dem Abwehranspruch gegen den Entzug von Licht oder Luft durch Bäume oder andere Pflanzen vor. Würde der Nachbar z. B. im Falle der Klagsstattgebung gezwungen, einen unter Naturschutz stehenden Baum in verwaltungsrechtlich unzulässiger Weise zu fällen oder zurückzuschneiden, so wäre die Klage abzuweisen. Schutz vor „positiven Immissionen“ von Pflanzen Die von Bäumen oder anderen Pflanzen ausgehenden positiven Immissionen wie der Befall mit Laub, Nadeln, Früchten, Zapfen, das Abtropfen von Harz oder der Pollenflug sind unzulässig, wenn sie

das ortsübliche Ausmaß überschreiten und zu einer wesentlichen Beeinträchtigung des Nachbarn führen. Dies wird freilich nur in den seltensten Fällen zutreffen. Allein darin, dass der Nachbar im Herbst das abgefallene Laub zusammenrechen und kompostieren muss, liegt sicherlich noch keine wesentliche Beeinträchtigung, lediglich dann, wenn die Einwirkungen der Pflanzen unmittelbar Schaden stiften, kann ein Unterlassungsanspruch angenommen werden; beispielsweise dann, wenn austretendes Baumharz auf den Pkw-Abstellplatz des Nachbarn tropft und das dort abgestellte Fahrzeug zu beschädigen droht. Schutz vor „negativen Immissionen“ von Pflanzen Weiters kann sich der Grundeigentümer in besonders massiven Fällen gegen den „Entzug von Licht und Luft“ (negativen Immissionen) zur Wehr setzen. Gem. § 364 Abs. 3 ABGB kann der Grundstückseigentümer einem Nachbarn die von dessen Bäumen oder anderen Pflanzen ausgehenden Einwirkungen durch den Entzug von Licht oder Luft insoweit untersagen, als diese die Ortsüblichkeit überschreiten und zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung der Benutzung des Grundstücks führen. Diese Bestimmung umfasst sowohl gepflanzte als auch durch natürlichen Anflug gewachsene Pflanzen, wobei sich der Grundstückseigentümer auch jene Gewächse zurechnen lassen muss, die von seinen Rechtsvorgängern angepflanzt worden sind. Bei der Beurteilung des Überschreitens der örtlichen Verhältnisse und der Unzumutbarkeit sind die Art, Widmung und Benützung der benachbarten Grundstücke zu berücksichtigen. Weiters ist auf die Lage und die Größe der Grundstücke Bedacht zu nehmen. Schließlich kommt es bei der Entscheidung, ob ein Unterlassungsanspruch zusteht oder nicht, immer auf die Umstände des Einzelfalls an. Eine unzumutbare Beeinträchtigung liegt vor, wenn größere Teile des Grundstücks wegen des fehlenden Lichteinfalls versumpfen, vermoosen oder sonst unbrauchbar würden oder wenn fremde Bäume zu Mittag an einem helllichten

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recht&steuer Tag eine künstliche Beleuchtung im angrenzenden Haus notwendig machen, oder der Schattenwurf der Bäume zur völligen Unbrauchbarkeit einer schon bestehenden Solaranlage führt. Der Untersagungsanspruch gegen negative Immissionen ist auf den Entzug von Licht oder Luft beschränkt, gegen den Entzug der Aussicht oder auch des Funkwellenempfangs kann sich der Nachbar somit nicht zur Wehr setzen. Der Unterlassungsanspruch kann den „Störer“ allerdings nur dazu verpflichten, zumutbare Verhältnisse herzustellen, z. B. ausreichend auszuästen oder zurückzuschneiden. Keinesfalls kann ein Gerichtsurteil dem Nachbarn ein bestimmtes aktives Tun vorschreiben, etwa das Umschneiden eines bestimmten Baumes fordern. Das Klagebegehren ist daher stets auf Unterlassung eines von den Pflanzen des Nachbarn ausgehenden, ortsunüblichen Entzugs von Licht oder Luft zu richten. Fazit: Dem Gedanken der gegenseitigen Rücksichtnahme folgend kann der beeinträchtigte Nachbar sein Recht auf Immissionsschutz nur unter möglichster Schonung fremder Bäume und Gewächse sachgerecht ausüben. Um ein gedeihliches nachbarschaftliches Zusammenleben zu ermöglichen, gilt es daher im Einvernehmen eine Lösung zu finden und gegebenenfalls sich einer hierzu eingerichteten Schlichtungsstelle zu bedienen. Überblick über den sonstigen zivilrechtlichen Immissionsschutz Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass sich der zivilrechtliche Immissionsschutz nicht auf negative Immissionen von Bauwerken oder nicht lebenden Einfriedungen, wie Zäunen oder Sichtschutzwände, bezieht. Wegen des Vorhandenseins öffentlich-rechtlichen Abstandsvorschriften für Bauwerke verzichtete der Gesetzgeber auf die Schaffung eines zivilrechtlichen Abwehranspruchs gegen negative Einwirkungen durch Bauwerke. Hingegen fehlt es im öffentlichen Recht an entsprechenden Abstandsvorschriften für Pflanzen. Auch ideelle Immissionen, die das sittliche oder ästhetische Empfinden des

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Schneller als man denkt, kann ein Baum einen (Grundstücks-)Grenzstreit entfachen.

Grundeigentümers beeinträchtigen (z. B. Freibad, Bordell, Unrathaufen) sind nicht vom zivilrechtlichen Immissionsschutz umfasst. Gem. § 364 ABGB kann der Eigentümer eines Grundstückes dem Nachbarn die von dessen Grund ausgehenden Einwirkungen durch Abwässer, Rauch, Wärme, Geruch, Geräusch, Erschütterung und ähnliche insoweit untersagen, als sie das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß überschreiten und die ortsübliche Benutzung des Grundstückes wesentlich beeinträchtigen. Eine unmittelbare Zuleitung ist ohne besonderen Rechtstitel unter allen Umständen unzulässig. Verboten ist demnach zum Beispiel die direkte Zuleitung von Regen- oder Gießwasser ebenso wie die von Jauche und anderen Abwässern auf das Nachbargrundstück. Unzulässig können auch optische Einwirkungen wie eine Lichtreklame oder eine Scheinwerferbeleuchtung, die Beeinträchtigung durch elektrische Energie, ionisierende Strahlung oder das Absenken des Grundwasserspiegels sein.

Weiters darf ein Grundstück nicht in der Weise vertieft werden, dass der Boden oder das Gebäude des Nachbars die erforderliche Stütze verliert, es sei denn, dass der Besitzer des Grundstückes für eine genügende anderweitige Befestigung Vorsorge trifft. Ist es dazu gekommen – Mauerrisse oder Setzungen im Nachbarhaus –, ist der frühere Zustand wiederherzustellen. Werden Immissionen durch eine Bergwerksanlage oder eine sonstige behördlich genehmigte Anlage verursacht, so sind sie in dem von der Genehmigung erfassten Ausmaß auch dann zu dulden, wenn sie das ortsübliche Maß überschreiten und die ortsübliche Nutzung wesentlich beeinträchtigen. Dem gestörten Eigentümer wird bei behördlicher Genehmigung der Anlage im Interesse der Wirtschaft der Unterlassungsanspruch genommen, dafür ein Anspruch auf Ersatz des zugefügten Schadens zugebilligt, der ähnlich wie die Entschädigung wegen Enteignung als besonderer Ausgleichsanspruch für den Eingriff aufzufassen ist, weshalb es auf Rechtswidrigkeit und Verschulden nicht ankommt. ı Leas•mich


Foto: Kurt Keinrath

kommentar

Entwicklung des Leasingmarktes 2009 Die österreichische Wirtschaft schrumpfte im Jahr 2009 real um 3,4 %; Warenexport, Sachgütererzeugung und Ausrüstungsinvestitionen gingen im zweistelligen Bereich zurück. Aufgrund der sehr niedrigen Kapazitätsauslastung vor allem der Sachgütererzeuger ist mit einer weiteren Kürzung der Investitionspläne und entsprechenden Auswirkungen auf dem Leasingmarkt zu rechnen. Bereits seit dem Einsetzen der Finanzkrise im letzten Quartal 2008 ist die Nachfrage nach Leasingfinanzierungen weitgehend zum Erliegen gekommen und hat sich auch im letzten Geschäftsjahr nicht wesentlich verbessert. Ob das Anspringen der Exportkonjunktur – wie in vergangenen Aufschwungphasen – rasch in eine Belebung der Investitionen mündet und dabei auch zwangsläufig der Finanzierungsbedarf steigt, wird sich erst im späteren Jahresverlauf bemerkbar machen. Das Bestandsvolumen der Leasingbranche verzeichnete im abgelaufenen Jahr ein Minus von 2,6 %. Insgesamt waren 2009 rund € 23,2 Mrd. in Leasing-Verträgen gebunden, 2008 waren es € 23,8 Mrd. Das Neugeschäft ging im Vergleich zu 2008 um 23,2 % auf € 5,3 Mrd. zurück. Leasing-Neugeschäft in Österreich 2009 (in Mrd. €) ó Immobilien

ó Mobilien

0,9 Mrd. 17 % 1,3 Mrd. 25 %

3,1 Mrd. 58 %

ó Kfz

Kfz-Leasing Trotz steigender Neuzulassungen hatte die Verschrottungsprämie keinen positiven Einfluss auf das Kfz-Leasing. Grund: Die privaten Verschrottungskunden griffen vermehrt auf Barzahlung zurück und die traditionell Leasing-affinen Unternehmer hielten sich bei der Neuanschaffung von Lkw und Bussen zurück. Dies illustriert auch die rückläufige Leasingquote, die 2009 durch den hohen Barkaufanteil von 39,2 % auf 31,3 % zurückging. Während der Bestand mit rund 450.000 Leasingverträgen konstant blieb (– 0,8 %), ging das Neugeschäftsvolumen 2009, gemessen an der Anzahl an Verträgen, um 7 % zurück. Der Bestand des Inlands-Leasingvolumens betrug zum 31. 12. 2009 € 7,2 Mrd. Das entspricht einem Minus von € 406 Mio. (– 5,3 %). Das Inlands-Neugeschäft ist im Jahr 2009 um 16 % zurückgegangen und liegt aktuell bei knapp € 3,1 Mrd. Mobilien-Leasing Das Leasing von Mobilien (Maschinen, Flugzeuge etc.) blieb 2009 auf hohem Niveau. Ausgehend vom Rekordjahr 2008 NUMMER 2| FEBRUAR 2010

MAG. MICHAEL OHNER Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing

wurde, trotz eines Rückgangs von 7 %, mit € 4,07 Mrd. Euro Bestandsvolumen das zweitbeste Ergebnis der Branchengeschichte verzeichnet. Dieser Rückgang des MobilienBestandsvolumens wird begleitet von einer etwas geringeren Reduktion von 3,8 % bei der Anzahl der Verträge im InlandsBestand. Somit verringert sich im Vergleich zum Jahr 2008 die Zahl der Verträge im Inlands-Bestand um 3.357 Stück auf 85.306 Stück. Im Neugeschäft zeigte dieses Segment einen Rückgang von 28 % auf knapp € 1,3 Mrd. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge verringerte sich weit weniger drastisch. Sie ging um 15,6 % bzw. 3.944 Stück zurück. Insgesamt betrug die Anzahl des Mobilien-Neugeschäfts 21.303 Stück. Immobilien-Leasing Mit einem Minus von 35 % (um € 505 Mio. auf € 922 Mio.) verzeichnete das Neugeschäft des Immobilien-Sektors den höchsten Rückgang der Branche. Laut dem Verband Österreichischer Leasing-Gesellschaften ist das auf die Zurückhaltung bei neuen Immobilienprojekten in Gewerbe und Handel sowie im Industriebereich zurückzuführen. Die Anzahl der bis Ende 2009 neu abgeschlossenen Verträge (204 Stück) bedeutet einen Rückgang von 46,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Bestands-Verträge ist um 1,7 % auf 5.047 Verträge gesunken, das Leasingvolumen ist dagegen leicht angestiegen (+ 1,1 %) und beträgt aktuell € 11,8 Mrd. Die durchschnittliche Vertragssumme der 2009 abgeschlossenen Neuverträge beträgt € 4,5 Mio. und liegt damit um 20,4 % (+ € 765.000) über jener des Vorjahres (+ 1,1 %). Einen positiven Trend verzeichnet das Immobilien-Leasing bei Gebäuden der öffentlichen Hand: Hier wurde ein Neugeschäftsvolumen von € 292 Mio. (+ 6,4 %) erreicht. Ergebnis der Raiffeisen-Leasing Inklusive Cross-Border-Finanzierungen erzielte die RaiffeisenLeasing in Österreich mit 15.683 Verträgen ein Neugeschäft von € 721 Mio. (– 34 %). Das entspricht einem Marktanteil von 12,7 % und bedeutet die Marktführung in diesem Segment. Vom Gesamtvolumen entfallen auf die Sparte Kfz-Leasing € 290 Mio., auf Mobilien-Leasing € 175 Mio. und auf Immobilien-Leasing inklusive Eigenprojekte € 256 Mio. Das aushaftende Kapital des Inlands-Vertragsbestandes erreichte im Geschäftsjahr 2009 ein Volumen von rund € 3,6 Mrd. bei 47.314 Leasingverträgen (+ 3,7 % gegenüber dem Vorjahr). ı

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,,GRÜN‘‘ ist die Zukunft

Ein Elektroauto in der Garage, „Green Fashion“ im Kleiderschrank, eine Solaranlage auf dem Dach oder Bioprodukte im Kühlschrank – das Thema Nachhaltigkeit ist längst im Alltag angelangt. Doch was genau bedeutet Nachhaltigkeit und welche (politischen) Vorgaben gibt es?

NUMMER 2| JUNI 2010

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Der Bauer als „Bionier“ in Sachen Nachhaltigkeit: Eine stetig wachsende Zahl von Konsumenten verlangt nach Lebensmitteln natürlicher, unverfälschter Herkunft, die ohne Massentierhaltung und/oder Einsatz von Gentechnik produziert wurden.

achhaltigkeit ist in den letzten Jahren zu einem stark strapazierten Schlagwort geworden: Da gibt es den nachhaltigen Tourismus, einen nachhaltigen Landbau, nachhaltigen Wohnbau, nachhaltiges Investment, nachhaltige Mobilität und generell einen nachhaltigen Lebensstil. Allheilmittel oder inflationäre Floskel? Was steckt tatsächlich hinter dem Konzept einer nachhaltigen Entwicklung? Das Konzept der Nachhaltigkeit avancierte in den vergangenen Jahrzehnten zu einem umfassenden, strategischen Ansatz in der Umweltszene und Wirtschaftswelt. Eine „nachhaltige Entwicklung“ beinhaltet nicht nur die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens oder einer Institution, sondern berücksichtigt ebenso die umweltpolitische Dimension und eine soziale Gerechtigkeit. Diese drei Säulen – Soziales, Ökologie und Ökonomie – bilden das Fundament der Nachhaltigkeit.

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Klimawandel kennt keine Landesgrenzen Mit akuten Problemen wie Klimawandel, Finanzdebakel oder Umweltproblemen sind die Diskussionen und die Forderungen nach nachhaltigen Konzepten neu und vehement entbrannt. Klimaveränderung und ihre Auswirkungen kennen schließlich keine Landesgrenzen. Hier ist auch die Politik gefragt, entsprechende – nachhaltige – Rahmenbedingungen vorzugeben. Obamas Grüne Agenda Nach den Bemühungen der Europäischen Union (vor allem mit dem 2008

Was ist Nachhaltigkeit? „Sustainability“ – zu Deutsch „Nachhaltigkeit“ – avancierte in den letzten Jahren zu einem zentralen Begriff. Nachhaltigkeit und die Idee dahinter sind jedoch keineswegs so neu, wie man anhand seiner steilen Karriere der letzten Jahre vermuten könnte. Das zugrunde liegende Prinzip hat in der europäischen Forstwirtschaft bereits eine jahrhundertelange Tradition. Die Ursprünge des Begriffes selbst gehen zurück bis ins 18. Jahrhundert. Damals begann sich der Ansatz durchzusetzen, nur so viel Holz zu roden wie auch wieder nachwachsen kann. Heute beinhaltet Nachhaltigkeit eine Entwicklung, die auf den drei Säulen Soziales, Ökonomie und Ökologie fußt. Als ethisches Leitbild bedeutet nachhaltige Entwicklung, dass die Nutzung der Ressourcen in der Gegenwart die Zukunftschancen kommender Generationen nicht beeinträchtigen darf. Definiert wurde die „moderne“ Nachhaltigkeit 1987 im sogenannten Brundtland-Report als „Entwicklung, die die Bedürfnisse der gegenwärtig lebenden Generation befriedigt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“ (WCED-Report „Our Common Future“, 1987).

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verabschiedeten Energie- und Klimapaket) setzen nun auch die Vereinigten Staaten ein klares Zeichen. So läutete der amerikanische Präsident Barack Obama kurz nach seinem Amtsantritt mit seiner „Green Agenda“ eine neue Ära in der amerikanischen Wirtschaftsund Umweltpolitik ein. „Um unsere Wirtschaft wirklich zu verändern und unseren Planeten vor der Verwüstung durch den Klimawandel zu schützen, müssen wir endlich saubere und erneuerbare Energie profitabel machen“, so Obama. Energiestrategie Österreich Auch Österreich macht ernst. Immerhin müssen laut EU-Vorgabe bis zum Jahr 2020 34 Prozent des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen kommen. „Wir müssen jetzt einen Weg einschlagen, der die Energieversorgung für Österreichs Bevölkerung und Unternehmen über das Jahr 2020 hinaus nachhaltig und sicher macht“, sagt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, der gemeinsam mit Umweltminister Nikolaus Berlakovich die Energiestrategie Österreich präsentierte. Vom Ministerrat beschlossen wurde sie im April 2010. „Wir müssen die Chancen nutzen, die Energieversorgung Österreichs auf zukunftsweisende, effiziente und erneuerbare Beine zu stellen – speziell auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, ist Leas•mich


Der nachhaltige Geschmack von Schokolade Zotter schöpft seine Schokoladen mit der Hand und seine Nachhaltigkeit aus der Leidenschaft.

sich Berlakovich sicher. Die Schwerpunkte der Energiestrategie liegen daher auf Themen wie Elektromobilität, thermische Sanierung, Ausbau erneuerbarer Energie und die Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Grüne Produkte für zu Hause Ob ein Elektroauto in der Garage, „Green Fashion“ im Kleiderschrank, eine Solaranlage auf dem Dach oder Bioprodukte im Kühlschrank – der Konsum nachhaltiger Produkte ist ein wichtiges Statement und markiert eine wachsende kritische Konsumentenschicht. ÖsterreicherInnen sind zunehmend an ethischem Konsum interessiert – diese Werteverschiebung zeigt auch eine Studie von Sophie Karmasin (2009). Demnach werden in Zukunft Themen wie Recycling, Energie, Technik, Information und Mobilität stärker in die Kaufentscheidung einfließen. Ethische Aspekte im Konsumverhalten sind bereits für 26 Prozent der ÖsterreicherInnen gängige Praxis – Tendenz steigend. Nachhaltigkeit beinhaltet schließlich nicht nur die „ÖkoSchiene“, sondern ebenso soziale Aspekte wie faire Arbeitsbedingungen und soziale Leistungen. Gefördert von Diskussionen rund um Klimaschutz, ethisches Verhalten, Naturkatastrophen und Wirtschaftskrisen wird der grüne Lebensstil also weiterhin die Märkte erobern. NUMMER 2| JUNI 2010

In der Zotter Schokoladen Manufaktur wird handgeschöpfte Schokolade hergestellt – mit viel Leidenschaft, Kreativität und Nachhaltigkeit! Das beginnt schon dort, wo die Schokolade angebaut wird: Der Ursprung der Zotter-Schokoladen ist in Lateinamerika. Laut Ansicht Josef Zotters „tragen wir als kakaoverarbeitender Betrieb Verantwortung für die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kakaobauern in der Dritten Welt.“ Also fördert der Schokoladeproduzent unterschiedliche Projekte wie „Kakao gegen Armut“, bei dem er gemeinsam mit Partnern drei Kleinbauernkooperativen in Nicaragua mit mehr als 600 Kleinbauernfamilien unterstützt. Und noch etwas fördert er: den süßen Genuss. Denn die meisten der Bauern kennen keine Schokolade. Zotter zeigt ihnen, was aus ihren Kakaobohnen gemacht wird. BIO und FAIR von der Bohne weg Zotter, bei dem alle Produktionsprozesse der Schokoladenerzeugung im Haus sind, ist der einzige Europas, der von der Bohne weg ausschließlich in BIO und FAIR Qualität produziert. Und auch auf die Umwelt schaut der Zotter, der täglich mit dem E-Mobil zur Arbeit fährt. Für die Produktion der süßen Verlockungen wird Ökostrom verwendet und die Kakaoschalen landen nicht auf dem Müll, sondern werden zu Wärmezwecken verheizt oder als Dünger im Garten verwendet. Die Schokoladen kommen in Verpackungen mit umweltfreundlichen Farben und ohne Glanzbeschichtung, die Folien werden aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt. Auszeichnungen: Trigos* 2006, Trigos* Steiermark 2008, mehrere Auszeichnungen der von Greenpeace betriebenen Konsumentenplattform Marktcheck www.zotter.at * Erläuterung auf Seite 20

Josef Zotter beim Besuch in Brasilien bei einem der Kakaobauern. Der SchokoProduzent zeigt natürlich auch gerne, was aus den Kakaobohnen gemacht wird.

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Es grünt so grün – auch in der Wirtschaft Gerade das letzte Jahr hat es gezeigt: Nicht der schnelle Erfolg führt zum Ziel, sondern eine langfristige und nachhaltige Performance. Allen Unkenrufen zum Trotz erwies sich die Implementierung von Nachhaltigkeitsstrategien in Unternehmen nicht als Schönfärberei, sondern als ernstzunehmendes Managementtool. Dennoch reicht die Bandbreite von seriösen Umsetzungen bis zu medienwirksamem Greenwashing. Es genügt aber nicht, ein Logo grün zu färben und sich so ein neues Öko-

Image aufzustülpen. Für viele Firmen ist das Konzept der Nachhaltigkeit aber leider immer noch nicht mehr als ein Marketing-Gag. Zahlreiche andere Unternehmen haben die Zeichen der Zeit schon früher erkannt: Ihnen hat die Nachhaltigkeit Erfolg gebracht. Denn Nachhaltigkeit ist keinesfalls als Gegensatz zu Unternehmertum, Gewinn, Wachstum und Wettbewerb zu

Die Performance nachhaltiger Investments kann sich im Vergleich mit konventionellen Veranlagungen durchaus sehen lassen. Langjährige Vergleiche zeigen, dass nachhaltige Investments zumindest gleich performen, in einigen Fällen auch deutlich besser.

Mehr Bio und weniger CO² Seit zwei Jahren wird Nachhaltigkeit bei der REWE (Billa, Merkur, Bipa, Penny, Adeg) großgeschrieben. Um 30 Prozent mehr Bio-Produkte bis 2012, 30 Prozent weniger Treibhausgase bis 2015 – das sind nur zwei von vielen ambitionierten Zielen, die sich die REWE International AG selbst verordnet hat. Hintergrund ist ein intensiver Nachhaltigkeitsprozess, den der größte Lebensmittelhändler Österreichs vor zwei Jahren startete. Nachhaltigkeit ist nun als zentrale Ausrichtung in die Unternehmensstrategie integriert und orientiert sich an den vier Säulen „Grüne Produkte“, „Energie, Klima und Umwelt“, „MitarbeiterInnen“ und „Gesellschaftliches Engagement“. Der erste Nachhaltigkeitsbericht der REWE International AG wurde im Rahmen Erster großer Meilenstein war der Nachhaltigkeitsbericht eines hochkarätig besetzten Stakeholderforums vorgestellt. V.l.n.r. Frank Hensel der REWE, der vergangenen Herbst veröffentlicht wurde (Vorstandsvorsitzender REWE International AG), Monika Langthaler (brainbows, Moderation), Sophie Karmasin (Sophie Karmasin Market Intelligence GmbH), und eine Bestandsaufnahme der bisherigen Nachhaltig- Werner Wutscher (Vorstand REWE International AG). keits-Agenden darstellt. Das Wichtigste sei – so heißt es von der Unternehmensführung –, Nachhaltigkeit mit wirtschaftlichen Interessen zu verbinden. „Nachhaltigkeit muss sich rechnen, weil sie sonst per se der Definition nicht entspricht“. Ressourcenschonung und ein respektvoller Umgang mit Lieferanten und Mitarbeitern sollen bei REWE den Erfolg schließlich auch für die Zukunft nachhaltig sichern. www.rewe-group.at

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Weißes Papier, grün bedruckt Die Druckerei Gugler hat mit Nachhaltigkeit eine Erfolgsstory geschrieben. Wie es gelingen kann, einen Betrieb zu führen, von dem alle profitieren – Kunden, Mitarbeiter, Partner und die gesamte Region.

sehen, sondern vielmehr als umfassende Strategie, die die Zukunft eines Unternehmens sichert. Nicht nur der Umsatz zählt Längst wird der Erfolg eines Unternehmens nicht mehr nur nach seiner wirtschaftlichen Performance beurteilt. Auch ökologische und soziale Kennziffern und damit Aussagen über Ökoeffizienz, Weiterbildungsmaßnahmen und Risikomanagement sind wichtige Faktoren für den langfristigen – und damit nachhaltigen – Erfolg eines Unternehmens. Nachhaltigkeit ist kein ideologisches Nischenthema mehr, sondern längst im Mainstream angekommen. Dies schlägt sich auch immer mehr im Reporting der Unternehmen nieder. Galten Nachhaltigkeits- oder CSR-Berichte vor einigen Jahren noch als etwas Exotisches, sind sie heute für verantwortungsvolle Unternehmen fast schon selbstverständlich. Weltweit legten für das Jahr 2008 über 3.000 Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte vor, die sich an den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) orientieren (so auch die Raiffeisen-Leasing) – und es werden jedes Jahr mehr. Zudem unterzeichnen immer mehr Unternehmen den UN Global Compact und verpflichten sich dadurch zur Einhaltung von Menschenrechten, Umweltnormen und Transparenzgrundsätzen. NUMMER 2| JUNI 2010

Ein Familienunternehmen mit 95 Mitarbeitern hat eine Pionierleistung vollbracht: Gugler hat es geschafft, als erste Druckerei das Österreichische Umweltzeichen und als einziges Unternehmen Österreichs die FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council) sowie das Umweltzeichen für Digitaldruck zu bekommen. Mit dem österreichweit einzigartigen Angebot des „klimaneutralen Drucks“ besetzt Gugler eine Marktlücke, auf die viele Kunden offensichtlich gewartet haben. Unternehmen lassen zunehmend ihre Nachhaltigkeitsberichte bei Gugler drucken und neutralisieren die verursachten Emissionen in Form von Ausgleichszahlungen, die in ein nachhaltiges Klimaschutzprojekt investiert werden. Nachhaltigkeit vom Dach bis zur Küche Nachhaltigkeit hat bei dem österreichischen Vorreiter-Betrieb Tradition, die in jeder Hinsicht gelebt wird: Das Firmengebäude präsentiert sich als ökologischer Musterbau inmitten einer weitläufigen Grünlandschaft. Im weitgehend aus Stampflehm, Glas und Holz errichteten Neubau werden modernste Umwelttechniken genutzt. Ein durchdachtes Energiekonzept sorgt nicht nur für einen schonenden Ressourcen-Einsatz, sondern auch für ein angenehmes Raumklima. So werden beispielsweise die Büros durch die Abwärme der Druckmaschinen beheizt und der gesamte Strombedarf aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. Das Herzstück des Medienhauses ist die Bioküche. Im lichtdurchfluteten Speisesaal wird mit dem täglich zubereiteten Bio-Menü für die gesunde Ernährung der Mitarbeiter gesorgt. Eingekauft wird dabei regional sowie Fair Trade. Auszeichnungen und Mitgliedschaften: Trigos* Gewinner 2004, ASRA* 2008, Mitglied respACT www.gugler.at * Erläuterung auf Seite 20

Ernst Gugler ist der Gründer und Geschäftsführer der Druckerei. Sein Hauptinteresse gilt „der Verbindung von Ökonomie und Ökologie und der Verwirklichung nachhaltiger Prinzipien in einem top-modernen, leistungsfähigen Dienstleistungsunternehmen“.

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Klassische „Ökounternehmen“ wie Hersteller von Solaranlagen oder Windrädern boomen. Sogenannte Green Jobs – also Arbeitsplätze im Bereich Umweltschutz und Ressourcenmanagement – gelten als zukunftsweisend.

Nachhaltigkeit in der Finanzwelt Nachhaltigkeit wird (spätestens mit der Wirtschaftskrise) auch in der Finanzbranche immer wichtiger: Banken, Börsen und Finanzinstitute müssen sich zunehmend auf diese Entwicklungen einstellen – mit ihren internen Strukturen ebenso wie auch mit den Produkten und Dienstleistungen, die sie anbieten. Ob man es als „nachhaltige Veranlagung“, „ökologische Geldanlage“ oder „ethischökologisches Investment“ bezeichnet – all diesen Produkten liegen ethische, soziale oder ökologische Ansprüche zugrunde. Die Performance nachhaltiger Investments kann sich im Vergleich mit konventionellen Veranlagungen durchaus

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sehen lassen. Langjährige Vergleiche zeigen, dass nachhaltige Investments zumindest gleich performen, in einigen Fällen auch deutlich besser. Übrigens: Auch während der Finanzkrise blieb dieser Trend aufrecht. Auch wenn der Anteil ethischer Investments in Österreich im internationalen Vergleich noch gering ist – die Kurve zeigt steil nach oben. In Deutschland, Österreich und der Schweiz geht es dabei um ein Veranlagungsvolumen von rund 3 Milliarden Euro. Grünes Wirtschaftswachstum Insgesamt zeichnet sich eindeutig ein globaler Trend zu mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ab. Da rüsten einerseits Unternehmen in Sachen nachhaltige Performance auf; andererseits boomen „klassische Ökounternehmen“ wie Hersteller von Solaranlagen oder Windrädern. Sogenannte Green Jobs – also Arbeitsplätze im Bereich Umweltschutz

und Ressourcenmanagement – gelten als zukunftsweisend. Die weiteren Entwicklungen werden nun zeigen, ob das Prinzip der Nachhaltigkeit ein Weg ist, der aktuelle (Wirtschafts-)Krisen bewältigen und sie in Zukunft vermeiden kann.

ÜBER DIE AUTORIN: MONIKA LANGTHALER ist geschäftsführende Gesellschafterin der Beratungsfirma brainbows informationsmanagement gmbh. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf die Bereiche Energie & Klimaschutz, Nachhaltigkeit, strategische Beratung & Lobbying sowie Events und Stakeholderkommunikation. www.brainbows.com

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Nachhaltigkeit mit Wasserkraft Ein strukturiertes Nachhaltigkeitsmanagementsystem kann helfen, Lösungen für heikle Themen zu finden. Wie das funktioniert und warum Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen schon lange auf Nachhaltigkeit setzt, erzählt VERBUND-Chef Wolfgang Anzengruber im Interview. Leas•mich: Der VERBUND war eines der ersten Großunternehmen in Österreich, das ein Nachhaltigkeitsmanagement installiert hat. Warum wurde dieser Schritt gesetzt? Wolfgang Anzengruber: Als Stromkonzern mit 90 % umweltfreundlichem Wasserkraftanteil sind wir seit Bestehen ein langfristig orientiertes Unternehmen, das sehr eng mit Umwelt und Menschen verbunden ist. Um unsere Erfolge systematisch erzielen zu können, wurde im Jahr 2003 ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem in die Gesamtorganisation implementiert. Ein Entscheidungs- und ein Arbeitsgremium zeichnen seitdem verantwortlich, Ziele festzulegen, Maßnahmen zu erarbeiten, diese umzusetzen und die Zielerreichung zu kontrollieren. Ein wichtiger Treiber für unser Nachhaltigkeitsmanagement ist unter anderem die Stakeholdergruppe der Investoren. Der Kapitalmarkt hat zunehmend Bedarf an verlässlichen Informationen über börsenotierte Unternehmen, die über die im Geschäftsbericht veröffentlichten Daten hinausgehen. Seit 2002 bringen wir daher jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht heraus. Als Zielgruppe sind übrigens auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr wichtig – die kritischste Interessengruppe, die natürlich auch ein umfassendes Bild des Unternehmens haben möchte. Leas•mich: Welchen Einfluss haben Nachhaltigkeitsüberlegungen auf unNUMMER 2| JUNI 2010

keitsfonds vertreten. Auch Mainstream-Investoren beobachten die Entwicklung auf dem Nachhaltigkeitssektor, und es ist für uns wichtig, hier eine gute Position einzunehmen.

ternehmerische Entscheidungen des VERBUND, etwa auch wenn es um kritische Projekte geht? Anzengruber: Wir haben den Grundsatz einer nachhaltigen Unternehmensführung schon in unserem Unternehmensleitbild festgelegt. Wir arbeiten daran, unsere Position zu schärfen, Bereiche zu definieren, in denen wir nicht aktiv sein wollen und auch in Dilemmasituationen gute Lösungen zu finden. Das versuchen wir bei Trassenfindungen für Stromleitungen – was manchmal länger dauern kann – genauso wie bei unserem Erzeugungsportfolio, wo unser Fokus auf Wasserkraft, ergänzt um Wind- und Gaskraftwerke liegt. Leas•mich: Der VERBUND ist heute in verschiedenen Nachhaltigkeitsfonds gelistet. Anzengruber: Ja, aktuell ist der VERBUND in verschiedenen internationalen Nachhaltigkeitsindices wie z. B. dem FTSE4good-Index oder dem österreichischen VÖNIX gelistet und auch in zahlreichen internationalen Nachhaltig-

Leas•mich: Was sind die wichtigsten NachhaltigkeitsZiele des VERBUND für die nächsten Jahre? Anzengruber: Es ist uns wichtig, nachhaltige Stromerzeugung und -verwendung weiter zu fördern. Die Wasserkraft spielt hier die Hauptrolle. Ein anderes Beispiel dafür ist das Solar-StromPaket des VERBUND, mit dem wir unseren Stromkunden die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach anbieten. Mit der Plattform „Austrian Mobile Power“ wollen wir die Zukunft der Elektromobilität aktiv mitgestalten. Bis 2020 wollen wir 100.000 Elektrofahrzeuge auf Österreichs Straßen bringen. Eine wichtige Aufgabe ist die Sicherstellung unseres Nachhaltigkeitsanspruches nicht nur in Österreich, sondern auch bei unseren Beteiligungen im Ausland. Das heißt, dass wir danach trachten, dass die erreichten Standards z. B. im Umweltmanagement auch in unseren ausländischen Standorten in der Türkei, Frankreich und Italien gelebt werden. Der VERBUND ist Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen und einer der größten europäischen Stromerzeuger aus Wasserkraft. 2009 erzielte der VERBUND mit rund 2.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 3,5 Mrd. Euro. Weitere Informationen: www.verbund.at

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Auszeichnungen für nachhaltiges Engagement

www.trigos.at

ASRA: Der Nachhaltigkeitspreis ASRA (Austrian Sustainability Reporting Award) wird jährlich als Auszeichnung der besten Nachhaltigkeitsberichte österreichischer Unternehmen vergeben. Aus den Kategorien Integrierter Geschäftsund Nachhaltigkeitsbericht, Großunternehmen, KMU sowie öffentliche und private Organisationen prämiert die Kammer der Wirtschaftstreuhänder gemeinsam mit Kooperationspartnern die besten Berichte. Bis 30. September können Unternehmen zum ASRA 2010 einreichen. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Leistungen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. www.kwt.or.at (Rubrik Spezialgebiete/ Umwelt/Nachhaltigkeit/ASRA)

TRIGOS wird jährlich von Wirtschaft und NGO an österreichische Betriebe verliehen.

Foto: KWT

TRIGOS: TRIGOS ist die Auszeichnung für Unternehmen mit Verantwortung, die jährlich von einer Plattform aus Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen an österreichische Betriebe verliehen wird. Mit einer Einreichung in den Kategorien Arbeitsplatz, Gesellschaft, Markt oder Ökologie können Unternehmen ihr soziales und ökologisches Engagement unter Beweis stellen. Alljährlich wird darüber hinaus ein Sonderpreis vergeben, der im europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung diesem Thema gewidmet ist. Einreichende Unternehmen profitieren von einer ersten Bestandsaufnahme bestehender CSR-Aktivitäten bis hin zu einem Imagegewinn bei einer Auszeichnung.

Foto: respACT, oreste.com

TRIGOS und ASRA sind die beiden wichtigsten österreichischen Auszeichnungen für nachhaltiges Wirtschaften

ASRA-Verleihung (v.l.n.r.): Christine Jasch (Wiener Institut für ökologische Wirtschaftsforschung), Wolfram Tertschnig (Lebensministerium), Helmut Petschar (Kärntnermilch) und Helmut Puffer (KWT)

Zur Info: Hilfreiche Links für Interessierte und Tipps zu Fördermöglichkeiten respACT: respACT – austrian business council for sustainable development: führende Unternehmensplattform für Corporate Social Responsibility (CSR) und nachhaltige Entwicklung in Österreich. www.respact.at Betriebliche Umweltförderung des Bundes im Inland (UFI): unterstützt verschiedene betriebliche Umweltschutzmaßnahmen. www.public-consulting.at klima:aktiv: Klimaschutz-Initiative des Lebensministeriums mit den Schwerpunkten Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren sowie erneuerbare Energie. www.klimaaktiv.at KMU-Energieeffizienzscheck des Klima- und Energiefonds: Beratungsförderung für Klein- und Mittelbetriebe. www.kmu-scheck.at und www.klimafonds.gv.at Förderungen in den Bundesländern: Burgenland: www.wibag.at Niederösterreich: www.oekomanagement.at, www.wko.at/noe/uns Salzburg: www.umweltservicesalzburg.at Tirol: www.wko.at/tirol/service Wien: www.oekobusinessplan.wien.at

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Kärnten: www.wko.at/ktn/servicezentrum Oberösterreich: www.energiesparverband.at Steiermark: www.win.steiermark.at Vorarlberg: www.energieinstitut.at

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Foto: Kurt Keinrath

meinung

Nachhaltigkeit by Raiffeisen-Leasing Um Nachhaltigkeit konsequent umzusetzen, braucht es die Bereitschaft, alle Aktivitäten – wirtschaftlicher, strategischer und gesellschaftspolitischer Natur – darauf auszurichten. RaiffeisenLeasing setzt diesen Anspruch in ihrer Unternehmensstrategie um. Nachhaltigkeit im Wirtschaften bedeutet, langfristige Investitionen mit langfristigen Mitteln zu refinanzieren. Nachhaltigkeit im Handeln heißt, Mitarbeitern die Chance auf Weiterentwicklung zu bieten und faire Rahmenbedingungen zu schaffen. Nachhaltigkeit in Kundenbeziehungen verlangt intensive Betreuung und transparente Informationen. Gerade in schwierigen Zeiten finde ich, ist Nachhaltigkeit eine Voraussetzung, um der Krise zu trotzen. Die RaiffeisenLeasing nutzt seit vielen Jahren ihre konsequente Bereitschaft, nachhaltig zu wirtschaften, um ihre Geschäftsfelder stetig um zukunftsträchtige Entwicklungen zu erweitern. Weitblick hat die Raiffeisen-Leasing beispielsweise auch bewiesen, als sie mit der Finanzierung von Projekten und Anlagen zur Erzeugung von alternativen und erneuerbaren Energieformen startete. Was damals als kleines Segment begonnen hat, erweist sich heute als großes Zukunftsthema. Mit dem Thema Nachhaltigkeit übernimmt die RaiffeisenLeasing Verantwortung. Einerseits als Finanzdienstleister, der in nachhaltige Projekte investiert, andererseits als Unternehmen, das als Multiplikator Bewusstsein für diese Themen schaffen kann. Nachhaltigkeitsbericht So veröffentlicht die Raiffeisen-Leasing heuer bereits zum vierten Mal einen im Geschäftsbericht integrierten Nachhaltigkeitsbericht. Nachdem eine nachhaltige Entwicklung ein sich ständig verändernder Prozess ist, hat das Unternehmen in der Erhebung einen großen Schritt nach vorne gemacht. Das Reporting orientiert sich zum ersten Mal an den Sustainability Reporting Guidelines G3 der Global Reporting Initiative. Diese gibt die Indikatoren zu den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökonomie, Ökologie und Soziales (www.globalreporting.org) vor. Im Zuge dessen wurde die Erhebung nachhaltiger Prozesse und Projekte im Unternehmen implementiert und standardisiert. Dieser Nachhaltigkeitsbericht ist das Ergebnis dieser Zusammenschau und bildet – mit Fokus auf Österreich – die NUMMER 2| JUNI 2010

MAG. PETER ENGERT Sprecher der Geschäftsführung der Raiffeisen-Leasing

Jahre 2007, 2008 und 2009 ab. In Zukunft wird die Berichterstattung nicht nur jährlich fortgeführt, sondern zunehmend Daten und Informationen der Töchterunternehmen beinhalten. Im Dialog mit den Stakeholdern Die Raiffeisen-Leasing legt großen Wert auf den aktiven Dialog. Nicht nur mit den Mitarbeitern, die die Basis unseres Erfolgs sind. Oder mit ihren Kunden, großteils langfristige Partner, mit denen wir faire und erfolgreiche Geschäftsbeziehungen pflegen. Auch mit Politik und Behörden, Lieferanten, Mitbewerbern, Medien, Gemeinden und NGOs bleibt die Raiffeisen-Leasing ständig im Gespräch. Ganz wesentlich ist für uns die Kommunikation mit den Stakeholdern, die der Beziehungspflege dient und das Wissen über die Produkte und Dienstleistungen der Raiffeisen-Leasing verbessern soll. Darüber hinaus können durch den Austausch die Chancen und Risiken der Raiffeisen-Leasing in Hinblick auf soziale und ökologische Fragestellungen erarbeitet werden. Unsere diversen Veranstaltungen bieten einen optimalen Rahmen für den Dialog. So findet etwa bei den jährlich veranstalteten „Ökologiegesprächen“ ein regelmäßiger Austausch zu umweltbezogenen Themen statt. Dem Informationsaustausch mit den Mitarbeitern wird in der Veranstaltungsreihe „Freitagmorgen-Gespräche“ Raum gegeben. Mit unserem Kundenmagazin „Leas•mich“ informieren wir laufend Kunden, Geschäftspartner und Interessierte über aktuelle Themen der Raiffeisen-Leasing. Für sämtliche Stakeholder bietet die Unternehmens-Website (www.raiffeisen-leasing.at) ein umfassendes Informationsangebot. Und letztlich nutzen wir mit unserem ÖkoEnergieBlog (www.oekoenergie-blog.at) ein innovatives Medium, um das Wissen über ökologische Alternativen zu erweitern. Schließlich gibt der Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht (www.raiffeisen-leasing.at/geschaeftsber.html) allen Stakeholdern Einblick über die wirtschaftliche Situation, die Aktivitäten des vergangenen Geschäftsjahrs, aber ebenso über unser ökologisches und soziales Engagement. Angesichts des aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfelds bestätigt sich für uns einmal mehr, dass wir mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie den richtigen Weg eingeschlagen haben. ı

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Ökologiegespräch

Die Krise ist vorbei? Haben wir daraus gelernt? Bei den von der Raiffeisen-Leasing veranstalteten Ökologiegesprächen wurden in den letzten Jahren viele aktuelle Themen diskutiert, wie etwa das Auto der Zukunft, die Donau als Verkehrsweg oder der Landwirt in seiner Rolle als Energieproduzent. Beim 5. Ökologiegespräch am 13. April 2010 wurde die Wirtschafts- und Finanzkrise und deren vielfältige Ausprägungen der Nachhaltigkeit beleuchtet.

Mancher wird sich vielleicht fragen, was die Krise mit Ökologie zu tun hat. Doch an diesem Abend wurde rasch klar, dass Menschen, die sich ähnlich der Natur verhalten – also nachhaltig, und damit ist nicht nur Mülltrennung oder alternative Mobilität gemeint –, mit ihren Investments auch während der Krise besser gefahren sind, als diejenigen, die nur auf schnellen Erfolg aus waren. Unter der Moderation von Mag. Peter Engert, Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing, näherten sich die prominenten Diskutanten des Abends – Dr. Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, Dr. Heinz Schaller, Mitglied des Vorstandes der Wiener Börse AG, Dr. Walter Rothensteiner, Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG und Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich, und DI Josef Pröll, Vizekanzler und Finanzminister der Republik Österreich – dem Thema Nachhaltigkeit aus den unterschiedlichsten Perspektiven und fanden doch letztlich eine gemeinsame Conclusio: alle werden ihren Beitrag leisten müssen, um aus der Situation heil rauszukommen und ein Szenario wie dieses in Zukunft zu verhindern. Die Gründe, die zum Ausbruch der Krise geführt haben, sind weitgehend bekannt. Doch auch wenn alle glauben, die Ursachen zu kennen, heißt das noch nicht, etwas daraus gelernt zu haben. Europa ist heute bei vielen Parametern dort, wo es vor 10 Jahren war. Viele Der durch eine Sportverletzung lädierte Josef Pröll erhielt vom Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing, Peter Engert, einen komfortablen, weil motorisierten, Segway überreicht.

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Entwicklungen der letzten Jahre wurden zunichte gemacht, andere sind geblieben. Das Wachstum und die Produktionssteigerungen sind jedoch verloren gegangen. „Wir haben 15 % Industrieproduktion eingebüßt, die Verschuldung der europäischen Staaten ist in den letzten zwei Jahren um 20 Prozentpunkte gestiegen“, verweist Engert bei seiner Eröffnungsrede auf die unerfreuliche Ausgangslage. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben im Sozialbereich. „Noch können wir unseren hohen Lebensstandard und unsere Errungenschaften sichern. Aber viele Staaten – auch Österreich – tun dies auf Pump. Und viele Menschen investieren ihre Ersparnisse in Konsumgüter, weil sie nicht daran glauben, dass Geld seinen Wert behalten wird. So wird die Tatsache, dass wir uns eigentlich im Jahr 2000 befinden, verschleiert.“

„Die Krise ist noch nicht vorbei“, hält auch Pröll fest. „Im Finanzsektor ist sie gut bewältigt, und auch in der Industrie ist das Ärgste verdaut. Die 3. Welle ist jedoch eine Krise der gesamten Volkswirtschaft, und die hat es in sich. Der Dominoeffekt ist eine Gefahr für den Euro und alle EU-Länder, wie am Beispiel Griechenland zu sehen ist.“ Für Sorger steht Österreich in vielen Segmenten zwar besser da als viele andere Länder, aber es gebe eine Aufschubtendenz. „Eine Konsolidierung ist unabdingbar, das sollte in der aktuellen Steuerdiskussion beachtet werden. Zuerst einsparen, dann an Belastungen denken.“ Die Aktienmärkte laufen der Realwirtschaft voraus, doch heißt das, dass die Krise schon vorbei ist? „Wenn man sich die Fundamentaldaten ansieht, schaut es gut aus. Das macht mich zuversichtlich“, so Schaller. „Doch jetzt muss man dazu übergehen, die Ursachen zu bekämpfen, und dabei sollte nicht nur den Finanzinstituten die Schuld zugeschoben werden.“ Bestimmte Grundtendenzen in der gesamten Volkswirtschaft müssten sich verändern. Finanzinvestoren würden nämlich naturgemäß immer dorthin gehen, wo die höchsten Renditen locken, daran wird sich wenig ändern. Auch Rothensteiner sieht das Problem bei den für die Weltwirtschaftskrise verantwortlichen Investmenthäusern, „Wir haben viele Initiativen gesetzt, um Auswüchse wie in der Vergangenheit zu verhindern. Im Bankenbereich teile ich daher diese Sorge nicht.“ „Die Wirtschaft wollte unreglementiert sein und verbat sich jede Einmischung Leas•mich


durch die Politik“, berichtigt Pröll. Dennoch erwarte sie, dass der Staat einspringe, wenn es brenzlig wird. „Die Lehre daraus ist, dass wir die Auswirkungen alle gemeinsam finanziell tragen müssen. Das heißt vor allem zu sparen, aber es braucht auch einnahmenseitige Maßnahmen.“ Pröll will dabei nicht nur an der Steuerschraube drehen, sondern durch Steuerungselemente an der Ökologisierung arbeiten und dabei noch durch Direktinvestitionen „green jobs“ schaffen. Eine Ökologisierung des Steuersystems hält auch Sorger für einen zukunftsträchtigen Weg, wenn der Hauptverursacher – der Autoverkehr – mit eingebunden wird. Für Schaller wären Adaptierungen im Steuersystem, zum Beispiel in Form von Förderungen oder einer Transaktionssteuer, wünschenswert, allerdings unter Erfüllung zweier Bedingungen: kein Alleingang Österreichs, und alle Finanzinstrumente müssten eingebunden werden – nicht nur in Form beispielsweise einer Börseumsatzsteuer. NUMMER 2| JUNI 2010

Rothensteiner plädiert für eine Reform, die alle betrifft: „Saniere dein Haus und hol dir dafür Förderungen“ ist seine Empfehlung für ökologische Investitionen. Eine neue Ära ist angebrochen. Der Kommunismus ist 1989 „verstorben“, der Kapitalismus bzw. Neoliberalismus fand um den 15. September 2008 sein Ende. Inzwischen hat ein Wertewandel stattgefunden. Ökologisches Wirtschaften, ökonomischer Erfolg und soziale Verantwortung sind kein Widerspruch mehr. Im Gegenteil, sie sind vereinbar und wichtig für die Zukunft. An diesem Abend wurde nicht nur ein weiteres Mal über die Krise und mögliche Lernfelder gesprochen, sondern auch über Maßnahmen debattiert, mit denen sie bewältigt und in weiterer Folge möglicherweise eine künftige abgewendet werden kann. Ob die Krise tatsächlich schon vorbei ist, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Aber nicht nur die Investoren und die Politik sind dafür verantwortlich zu machen. „Maßnahmen des Gesetzgebers sind

Hochkarätig besetztes Podium: (v.l.n.r.): Vizekanzler DI Josef Pröll diskutiert mit Dr. Walter Rothensteiner, Mag. Peter Engert, Dr. Heinz Schaller und Dr. Veit Sorger.

immer nur die Leitschienen auf einer mehrspurigen Autobahn, auf der wir alle unterwegs sind. Und wir müssen selbst entscheiden, welche Spur wir nehmen wollen“, mahnt Engert in seinem Schlussstatement die Verantwortung aller ein. Letztlich wird es nämlich an der Einstellung jedes einzelnen Individiums liegen, ob ethisches und nachhaltiges Verhalten im Wirtschaften, in der Gesellschaft und zum Beispiel bei persönlichen Veranlagungsstrategien Platz greifen kann. Vielleicht hat die „Geiz ist geil“Mentalität der Gesellschaft durch die Krise ihren Reiz verloren, den sie davor offenbar ausstrahlte. „Und auch wenn verschiedene Wirtschaftsteilnehmer bisweilen nicht im Sinne der Nachhaltigkeit agieren, möchte ich Ihnen abschließend versichern, dass die Raiffeisen-Leasing auch in Zukunft ihr Möglichstes tun wird, um ethisch und nachhaltig zu handeln. Darauf können Sie sich verlassen!“

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ökoprojekte

Startschuss für den Praxisbetrieb Insgesamt 700 Elektrofahrzeuge der Marke Citroën wollen RaiffeisenLeasing Fuhrparkmanagement und The Mobility House in den nächsten Monaten auf Österreichs Straßen bringen.

Als einer der Vorreiter auf dem Gebiet der alternativen Antriebe ist Citroën Lieferant von insgesamt 500 Citroën Berlingo First Electrique Transportern sowie 200 Citroën C-Zero – und eine der ersten Marken in Europa, die in einem derart umfangreichen Projekt Elektrofahrzeuge einsetzt. Bereits im November 2009 haben Mag. Alfred Berger, Geschäftsführer von Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement, und Philippe Narbeburu, Generaldirektor von Citroën Österreich, einen Letter of Intent über die Lieferung der insgesamt 700 Elektrofahrzeuge an The Mobility House – ein Unternehmen von Raiffeisen-Leasing, der Salzburg AG und The Advisory House – unterzeichnet. Als führender überregionaler Dienstleister für die Einführung innovativer Elektromobilitätslösungen bietet The Mobility House lokalen Betreibern, darunter z. B. Energieversorgungsunternehmen und Städten, den schnellen und einfachen Aufbau eines eigenen Angebots an Elektromobilitätsprodukten. Dabei greift The Mobility House auf ein erprobtes Geschäftsmodell zurück und bietet alles aus einer Hand: von der Geschäftsmodellierung über die Beschaffung von Infrastruktur und Fahrzeugen bis hin zu Abrechnungsservices. Auf diese Weise verschafft The Mobility House einer schnell wachsenden Zahl von Endverbrauchern den einfachen und günstigen Zugang zu innovativen Elektromobilitätsprodukten, die sich in der Praxis bewährt haben. Für Citroën sind Elektrofahrzeuge ein wichtiger Baustein einer weitreichenden Umwelt-Gesamtstrategie. Diese umfasst schon jetzt Diesel-Versionen und 3-Zylinder-Benziner mit einem CO2-Ausstoß von maximal 99 g/km, die bereits zweite

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Enge Kooperation (v.l.n.r.): DI Stefan Hietel, Dir. Kundendienst, Philippe Narbeburu, GD und Mag. Sebastian Haböck, Dir. Vertrieb von Citroën Österreich, Richard Doleys, Einkauf The Mobility House, Kai Karring, MSBA, GF The Mobility House, Mag. Alfred Berger, GF Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagment.

Generation des Stop&Start-Systems mit CO2-Einsparungen bis zu 15 %, sowie ein umfangreiches Entwicklungsprogramm für Hybrid-Fahrzeuge. Insgesamt zählt die Fahrzeugflotte von Citroën aufgrund ihres geringen Verbrauches sowie reduzierter Abgasemissionen zu den umweltfreundlichsten überhaupt: mehr als 30 % aller verkauften Citroëns emittieren weniger als 120 g CO2/km. Auch für die Raiffeisen-Leasing ist die ökologische Nachhaltigkeit ein essentieller Bestandteil ihrer Strategie. „Wir haben uns deshalb in den letzten Jahren verstärkt dem Thema Alternativenergien zugewandt und zählen in diesem Segment zu den größten heimischen Investoren“, erläutert Berger. Kai Karring, Geschäftsführer The Mobility House, ergänzt: „Die Partnerschaft mit Citroën ist ein Meilenstein in der Entwicklung von

The Mobility House. Ziel ist, möglichst vielen Menschen einen einfachen, schnellen und günstigen Zugang zur Elektromobilität zu ermöglichen.“ Philippe Narbeburu verweist auf Elektro-Projekte von Citroën, die bereits seit den 80er-Jahren laufen. „Die Erfahrung, die wir in der Zwischenzeit – auch im Zuge von Feldversuchen – gewinnen konnten, ist bei unserem Kooperationsprojekt mit Raiffeisen-Leasing und The Mobility House von großem Vorteil. Nicht zuletzt dadurch sind wir in der Lage, deren große Nachfrage innerhalb der geforderten Zeiträume nachzukommen und bereits erprobte und praxistaugliche Fahrzeuge zu liefern.“ Die unterzeichnete Vereinbarung liefert die Grundlage, das umfassende Mobilitätsprogramm rasch auf dem Markt zu etablieren. ı Leas•mich


Foto: Thule G. Jug

Elektro-mobil in Niederösterreich Sie wollen gemeinsam der Elektromobilität in Niederösterreich zum Durchbruch verhelfen (v.l.n.r.): Mag. Peter Engert, Raiffeisen-Leasing, Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav, DI Dr. Peter Layr, ecoplus-Projektmanager und Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf.

Umwelt- und Wirtschaftsressort stellen im Zuge einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EVN-Generaldirektor Dr. Burkhard Huber und Mag. Peter Engert, Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing, die Initiative „e-mobil in Niederösterreich“ vor. „Alternativen, umweltschonenden Antrieben gehört die Zukunft im Verkehrssektor“, erläutert Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf. „Die Elektromobilität als wichtiger Beitrag dazu ist effizient, klimaschonend, schafft Arbeitsplätze und sichert unsere Lebensqualität und die künftiger Generationen.“ Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav präzisiert: „Mit dieser Initiative wollen wir gleich mehrere Ziele erreichen: einerseits schaffen wir eine Informations- und Know-how-Drehscheibe, eine Anlaufstelle und einen zentralen Ansprechpartner. Gleichzeitig wollen wir aber auch die Akzeptanz dieser neuen Technolo-

Unter dem Motto „e-mobil in Niederösterreich“ präsentierten Wirtschaftslandesrätin Dr. Petra Bohuslav und Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf die neue Elektromobilitätsinitiative des Landes Niederösterreich. tät durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen ein wichtiges Thema. Wir wollen in Zukunft nicht Autos vermieten, sondern Mobilität. Vor allem in urbanen Bereichen könnte durch eine Verbesserung der Luftqualität eine Reduktion der Lärmbelästigung und des Schadstoffausstoßes die Lebensqualität gesteigert werden.“ ecoplus-Geschäftsführer Mag. Helmut Miernicki ist sich der Erwartungen bewusst, die mit der Umsetzung der E-Mobilitätsinitiative verknüpft sind: „Wir stehen hier vor einer großen Herausforderung. Vor dem Hintergrund unserer zehnjährigen Erfahrung im Aufbau von Netzwerken und Cluster bin ich aber überzeugt, dass es uns unter Einbindung aller Partner wie EVN, Raiffeisen-Leasing oder auch ÖAMTC gelingen wird, auch hier eine positive Spirale für Niederösterreichs Wirtschaft in Gang zu setzen.“

gie in der Bevölkerung erhöhen.“ Mit der Umsetzung dieser Initiative wurde ecoplus, die Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, betraut. Hier wird auch ein eigener Projektmanager für diese Initiative installiert. Er kann bei der Realisierung der engagierten Vorhaben mit der EVN und der Raiffeisen-Leasing auf zwei starke Partner zurückgreifen. EVN-Generaldirektor Dr. Burkhard Hofer: „Die Elektromobilität wird in den nächsten Jahren stark an Bedeutung gewinnen. Die EVN beschäftigt sich seit 20 Jahren mit alternativen Antrieben und investiert mit der Errichtung von Stromtankstellen in der Wachau in die Zukunft sanfter Mobilität.“ Diese Verbindung von Wirtschaft und Klimaschutz ist auch für Mag. Peter Engert, Geschäftsführer der RaiffeisenLeasing, ein Hauptargument: „Für die Raiffeisen-Leasing ist die Forcierung von Mobili-

Mission: Neue Standards schaffen Das Bemühen um Nachhaltigkeit durch erneuerbare Energie wird von der Raiffeisen-Leasing auch im Bereich der Immobilienentwicklung deutlich intensiviert.

Foto: Architekt Podsedensek ZT GmbH

Im August 2009 hat die Raiffeisen-Leasing ein Grundstück in Wien 20, Dresdner Straße 107, für die Errichtung eines rund 20.000 m² Nutzfläche umfassenden Bürogebäudes gekauft. Das grundsätzliche Ziel – die Errichtung eines ökologisch richtungsweisenden Bürogebäudes – wurde in vielen Besprechungen näher definiert und die Eckparameter konkretisiert. Durch den Bau dieses Bürohauses werden aufgrund der Ausstattung und Bauweise zukünftige Standards sowohl in der nachhaltigen Errichtung als auch im kosten- und ressourcenschonenden Betrieb gesetzt. Schon während der Bauphase wird das Projekt viele ökologische Zielsetzungen (eigenes Abfallkonzept, Vermeidung von Staub) verfolgen. Das Gebäude wird als Passivhaus errichtet und somit einen geringen Energieverbrauch für Heizen, Kühlen, Belüften, Beleuchten und Verkehrsstrom (Warmwasser, EDV, Sonstiges) aufweisen. Zu den dafür notwendigen Maßnahmen zählen eine optimal gedämmte Gebäudehülle, der Einbau einer hocheffizienten Haustechnik sowie der Einsatz modernster Beleuchtungssysteme. Das Kühlen und Heizen erfolgt über eine Wärmepumpe, der dafür notwendige Strom wird ausschließlich über die am Dach montierte Photovoltaikanlage erzeugt. Somit ist Autarkie bezüglich Heizen und Kühlen gewährleistet. Die nachhaltige Konzeption des Gebäudes wird zusätzlich über die Auswahl ökologisch vertretbarer Baumaterialien (mit kurzen Transportwegen, Öko-Beton und halogenfreie Elektro-Verkabelung etc.) definiert. Die Umsetzung des innovativen Konzeptes ermöglicht es, die Betriebskosten für den Mieter deutlich zu senken. Sobald eine nennenswerte Vorverwertung gegeben ist, kann Das Büro der Zukunft ist kosten- und ressourcenmit der Umsetzung begonnen werden. schonend mit hohem Nutzerkomfort. NUMMER 2| JUNI 2010

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gewerbliche immobilien

Der ganz normale Shopping-Wahnsinn Nach mehrjähriger Bauzeit wurde das Kaufhaus Tyrol im Rahmen eines feierlichen Festaktes Anfang März eröffnet. Die Tiroler Kletterweltmeisterin Johanna Ernst überreichte symbolisch, die Fassade hinunterkletternd, den Schlüssel an Kaufhaus-TyrolInvestor und Eigentümer René Benko, Bürgermeisterin Hilde Zach sowie an Stararchitekt David Chipperfield und Generalvikar Jakob Bürgler. Nach der Eröffnung eroberten an die 45.000 Schnäppchenjäger das Kaufhaus Tyrol. Der Kaufrausch erreichte ungeahnte Dimensionen und der Wirtschaftskrise wurde die lange Nase gezeigt. Sporadisch musste das Shopping Center sogar geschlossen werden, um Herr der Lage zu bleiben. Bereits am Abend zuvor waren ca. 800 geladene

In Feierlaune: Signa-Boss René Benko, BM Josef Pröll, LH Günther Platter.

Gäste der Einladung von René Benko gefolgt und durften ein „bezauberndes“ Pre-Opening Fest miterleben. Unter den Gästen: Vizekanzler Josef Pröll, Landeshauptmann Günther Platter, Stararchitekt David Chipperfield und eine Vielzahl an Promis aus Politik, Sport, Kunst und Kultur. Für den Innsbrucker René Benko ging mit der Eröffnung ein Kind-

heitstraum in Erfüllung. „Mit so einem Ansturm habe ich nicht gerechnet. Das ist aber der schönste Beweis, dass sich viele auf das Kaufhaus Tyrol gefreut haben.“ Benko bedankte sich bei allen Beteiligten für den gezeigten Einsatz und die professionelle Abwicklung dieses riesigen Projektes in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße.

Öko-Bank Inmitten des Ortszentrums von Egg, gelegen im schönen Bregenzerwald, entsteht in ca. eineinhalbjähriger Bauzeit die erste ökologische Bank Österreichs. Die Raiffeisenbank Mittelbregenzerwald ist ein schlichtes, funktionelles und technisch auf höchstem Standard stehendes Gebäude mit starkem Bezug zur Region. Ziel war es, ein nachhaltiges und energetisch hochwertiges Gebäude mit Vorbildcharakter zu errichten. Durch die Verwendung einer Photovoltaik-Anlage sowie den Anschluss an das Nahwärmenetz erreicht das Gebäude einen primärenergetisch ausgeglichenen Energiebedarf, sodass das Gebäude über das Jahr gesehen emissionsfrei ist. Auf die Verwendung von ökologischen Baustoffen wird größtes Augenmerk gelegt, zum Beispiel wird die gesamte Elektroinstallation mit halogenfreien Rohren und Verkabelungen sowie die Dämmungen der Lüftungsinstallation mit Schafwolle ausgeführt. Bei den Holzfenstern werden Gläser mit einem g-Wert (Energiedurchlassgrad) zwischen 0,34 und 0,50 eingebaut. Die insgesamt über 40 cm dicken Holzaußenwände sind mit Hanf, die Zwischenwände mit Mineralwolle isoliert. Die Fassade wird großteils in Schindelung aus unbehandelter heimischer Weißtanne hergestellt. Die Raiffeisen-Leasing ist ein kompetenter Wegbegleiter bei der Projektsteuerung, welche durch Techniker der Raiffeisen-Leasing Immobilienmanagement aus Innsbruck durchgeführt wird. Dadurch ist gewährleistet, dass der Kostenrahmen, die geforderten Qualitätsvorgaben und der Eröffnungstermin Sommer 2010 eingehalten werden.

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„Best Practice Certificate“

Eröffnung Sportzentrum Zeltweg Unter reger Publikumsbeteiligung fand Mitte März nach eineinhalbjähriger Bauzeit die Eröffnungsfeier des neuen Sportzentrums in Zeltweg statt.

Mit dem Neubau der FH St. Pölten – der Campus wurde im Oktober 2007 eröffnet – wurden in vielerlei Hinsicht neue Wege beschritten.

Planung und Bau Für den Neubau stellte die Stadt eine Liegenschaft von 10.722 Quadratmetern zur Verfügung, wobei der geltende Flächenwidmungsplan der Zielsetzung entspricht. Außerdem wurde ein weiteres Grundstück an der Südseite der Schneidmadlstraße mit einem Ausmaß von 8.340 Quadratmetern zur Herstellung der erforderlichen Kfz-Abstellplätze zur Verfügung gestellt. Brutto-Grundfläche ca. 18.500 m² Gesamtfläche von etwa 16.500 m² 2.600 Betonmischfahrzeuge rollten für den Neubau an 1.400 Tonnen Baustahl wurden verlegt Parkplatz für über 200 Fahrzeuge

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In den Festreden von Landeshauptmann Voves, Landesrat Wegscheider und Bürgermeister Haller wurde mehrfach betont, dass es der Stadt Zeltweg mit diesem Projekt wieder einmal gelungen ist, sich als Sportstadt der Region Obersteiermark zu etablieren. Die Sporthallen, das großzügige Freigelände und die vielen Parkmöglichkeiten ermöglichen es aber auch, das Sportzentrum als Veranstaltungs- und Messezentrum zu verwenden, die Einrichtungen somit multifunktional zu nutzen und dadurch die Besucherzahlen zu erhöhen. „Ein Projekt mit Vorbildwirkung“ führten die Festredner weiters aus. Die Gäste hatten anschließend die Möglichkeit, die Sportstätten für insgesamt 22 Sportarten zu besichtigen.

Foto: Georg Ott

Bei der Ausschreibung der Stadt wurde ein innovativer Weg gewählt. Es wurde nicht nur die Errichtung als Totalunternehmer für Planung und Herstellung ausgeschrieben, sondern auch die Finanzierung sowie Betrieb und Instandhaltung des fertigen Gebäudes. Angeboten wurde vom ausgesuchten Konsortium ein umfangreiches Paket, das nicht nur die Investition zum gegenwärtigen Zeitpunkt optimal umsetzt, sondern auch die Optimierung der Betriebsführung über den gesamten Zeitraum hinweg gewährleistet. Für dieses Konsortium wurden die Siemens AG, die Porr AG, Immorent AG, NÖ Raiffeisenkommunalprojekt Service GmbH, Raiffeisen-Leasing GmbH sowie die Sparkasse NÖ Mitte West AG als Partner ins Boot geholt. Das „Best Practice Certificate“ wurde Anfang November 2009 im Rathaus von Maastricht feierlich an Baudirektor DI Kurt Rameis, Magistratsdirektor Mag. Thomas Dewina, FH-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Gernot Kohl und Dipl.-Ing. Hubert Fritz von Siemens übergeben.

Das Sportzentrum Zeltweg ist auch ein erfolgreiches Projekt für die Raiffeisen-Leasing, ist sie doch mit 20 % an der Kommunal Infrastruktur & Immobilien Zeltweg GmbH, die auch Eigentümerin dieser Immobilie ist, beteiligt. Finanziert wird das Projekt von der Raiffeisen Bausparkasse. Das Baumanagement der RaiffeisenLeasing stellte in bewährter Form sicher, dass die budgetierten Kosten in Höhe von EUR 11,2 Mio. eingehalten wurden und das Projekt termingerecht an die Nutzer übergeben werden konnte.

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reportage

Stellt sich die Frage, … Wissensmanagement ist Programm in der Raiffeisen-Leasing. Das professionelle Management von Wissen ist die Kernkompetenz des 21. Jahrhunderts. Daraus formulierte die Raiffeisen-Leasing ihr strategisches Wissensstatement.

Es gibt keine dummen Fragen (außer vielleicht bei Sportreportern), sondern bestenfalls dumme Antworten, sagt schon ein Sprichwort. Fragen stellen ist das Lebendige am Wissensmanagement – und genau diesen Aspekt sollen die im Wissensmanagement-Programm definierten Aktivitäten hervorheben. Wissensmanagement ist seit 1999 Thema im Unternehmen. Schon damals war es das Ziel, eine allumfassende Datenbank zu schaffen, um das Wissen des Unternehmens langfristig zu sichern

und den Arbeitsalltag für die Mitarbeiter zu erleichtern. Seither ist viel passiert, wenn auch nicht immer unter dem Titel Wissensmanagement. Es wurden keine großen Projekte initiiert, sondern mit den vorhandenen Werkzeugen gearbeitet und diese unter den Gesichtspunkten des Wissensmanagements weiterentwickelt: Werkzeuge des Prozessmanagements wurden implementiert, Projektmanagement-Vorlagen etabliert, die EDV-Systemlandschaft des Unternehmens überarbeitet und auch die Personalentwicklungswerkzeuge unter dem Blickwinkel des Wissensmanagements weiterentwickelt. Eine allumfassende Wissensdatenbank, wie 1999 gefordert, gibt es bis heute nicht. Allerdings wurde mit einem Unternehmenswiki (WikiRL) auf Basis der frei verfügbaren Software Mediawiki die technische Basis zur Wissensdokumentation geschaffen. Zur Verbesserung der Unternehmenskommunikation wurde das Intranet RL4U überarbeitet und neue Ideen zur Kommunikation, wie z. B. das Freitagmorgen-Gespräch (kurz FMG) umgesetzt. Das FMG findet monatlich statt und bietet die Möglichkeit, bei einem vitalen Frühstück Kollegen zu treffen und Inhalte auszutauschen. Im Rahmen eines 20–30 Minuten dauernden Vortrags wird ein spezielles Thema präsentiert – entweder durch die Mitarbeiter selbst oder durch externe Experten. Das FMG wird auf Video aufgezeichnet und im Intranet veröffentlicht. Im Jahr 2009 wurde der Startschuss gesetzt, das Thema Wissensmanagement in die gesamte Organisation zu bringen. Der Wissensbaum als Kommunikationsinstrument der Raiffeisen-Leasing.

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Die Zeit war reif, das notwendige Bewusstsein auf Top-Management- und Mitarbeiter-Ebene war vorhanden. Als einen wichtigen Meilenstein hat die Geschäftsführung im Mai 2009 das Wissensstatement verabschiedet. Dieses Statement bildet den strategischen Rahmen für alle WissensmanagementAktivitäten im Unternehmen und lautet: Das professionelle Management von Wissen ist die Kernkompetenz des 21. Jahrhunderts. Die Raiffeisen-Leasing bekennt sich in ihrer strategischen Ausrichtung auch zu einem umfassenden Wissensmanagement mit drei Aktivitätsschwerpunkten: 1. Kunden: Unser Wissen über Kunden, Finanzierungsprodukte und Technologien ist Grundlage unseres Geschäftserfolges und damit auch Erfolgsbringer für unsere Kunden. 2. Organisation: Personales Wissen für die Organisation nutzbar machen. Der Einsatz von WissensmanagementWerkzeugen erleichtert unseren Mitarbeitern die tägliche Arbeit und erhöht die Effizienz. 3. Kultur: Professionelles Wissensmanagement braucht eine Kultur des Vertrauens, der Transparenz und Offenheit, der Professionalität. Wissen ist neben Menschen und Kapital der zentrale Ressourcenfaktor unseres Geschäftsmodells. 2010 wird erstmals eine Wissensbilanz für die Raiffeisen-Leasing erstellt werden, um eine Standortbestimmung durchzuführen. Im Wissensmanagement-Programm werden die verschiedenen Maßnahmen zum Thema Wissensmanagement gebündelt, um so die Erreichung der Wissensziele sicherzustellen. ı Leas•mich


Liquiditätsmanagement Die Raiffeisen Factor Bank AG hat mit April 2008 die Geschäftstätigkeit aufgenommen. Interessant ist Factoring auch für gewerbliche Leasingnehmer, indem sie Unternehmern schnell zu höherer Liquidität verhelfen kann.

ziell für mittelständische UnterMehr als 900 Millionen Euro nehmen, die auf Exportmärkte angekauftes Forderungsvoluexpandieren, wird die Risikomen 2009, im ersten vollen übernahme interessant sein. Wirtschaftsjahr, lassen das VorStark wachsende Unternehstandsduo der Raiffeisen Factor men werden die umsatzdynaBank (RFB), Gerhard Prenner mische Finanzierung schätzen. und Dr. Alfred Fadinger, zufrieDenn durch den laufenden den zurück und zuversichtlich Forderungsankauf passt sich nach vorne blicken: „In den die Finanzierung an den jeweiletzten Jahren gab es einen ligen, gewachsenen Fordewesentlichen Imagewandel berungsstand an. züglich Factoring“, sagt VorZusätzliche schnelle Liquistandsvorsitzender Prenner. dität – das ist zusammenge„Die Krise hat das Thema fasst der größte Nutzen an Liquidität ins Zentrum der BeFactoring. Denn der Factoringtrachtungen der CFOs gerückt. kunde ist in der Liquidität nicht Wir reden heute mit potenten länger von den langen ZahUnternehmen, für die Factolungszielen seiner Kunden abring vor einem Jahr noch kein hängig. Durch den Einsatz von Thema gewesen wäre.“ Und Factoring als Finanzierungsinweiter: „Viele Untersuchungen strument verbessern sich dazeigen einen deutlichen Trend rüber hinaus auch die Bilanzzu neuen, alternativen Finankennzahlen. Der Verkauf der zierungsformen abseits des Forderungen führt zur BilanzKontokorrentkredits, davon verkürzung und damit zur Verprofitieren wir stark.“ besserung der Kennzahlen Auch das Commitment des und des Ratings. ganzen Raiffeisen-Sektors zum In Zeiten angespannter Factoring trug sein Übriges Möglichkeiten der Außenfinanzum Starterfolg bei. Die Raiffzierung kommt der Reduktion eisen Factor Bank erreichte im Das Vorstandsduo der Raiffeisen Factor Bank, des Working Capital eine beersten vollen Wirtschaftsjahr Gerhard Prenner (rechts im Bild) und Dr. Alfred Fadinger. sondere Bedeutung zu. Durch 2009 einen Marktanteil von Factoring kann der Cash-to-Cash Cycle erhält dafür sofort Liquidität. Die Haupt15 Prozent. erheblich verkürzt werden. Die sofortige aufgabe des Factors liegt dabei in der Factoring wird definiert als der Kauf Liquidität aus dem Forderungsverkauf schnellen Finanzierung und allenfalls in und die damit verbundene Finanzierung steht dem Unternehmen zur Abdeckung der Übernahme des Ausfallsrisikos beim von Geldforderungen aus Warenliefeseiner Verpflichtungen sofort zur VerfüFactoring mit Delcredereübernahme rungen und Dienstleistungen. Factoring gung. Den Komponenten der raschen (Domestic und Export). Die Leistungen bietet daher dem Unternehmer die Finanzierung, der Risikoabsicherung der können für den Ankauf von ForderunChance, Außenstände unmittelbar in liAbnehmer, wird daher in den nächsten gen gegenüber inländischen Unternehquide Mittel umzuwandeln. Das UnterJahren entscheidende Bedeutung zumen und für Forderungen an ausländinehmen verkauft Zug um Zug seine Forkommen. ı sche Abnehmer vereinbart werden. Spederungen an ein Factoring-Institut und NUMMER 2| JUNI 2010

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reportage

Streit um Standort Als einer der größten Investoren im Bereich Windenergie unterstützt die Raiffeisen-Leasing die Initiative PROWind, die für einen Ausbau von Windenergieanlagen in Wirtschaftswäldern plädiert. und die klare Vorgaben und rasche Genehmigungsprozesse fordert. PROWind sieht sich als Stimme für die schweigende Mehrheit der Bevölkerung, die der Windkraftnutzung positiv gegenübersteht. Die Initiative hat bereits in den wenigen Monaten seit ihrer Gründung Anfang des Jahres 2010 von über 2.000 Unterzeichnern Zustimmung erhalten und einiges in Bewegung gebracht. Kernpunkte der Petition waren: ÿ Die sofortige Genehmigung von Projekten, deren Genehmigungsverfahren sich schon über Jahre ziehen. ÿ Die rasche Herstellung von Planungssicherheit für den weiteren Ausbau der Windenergienutzung. ÿ Ein klares Bekenntnis zur Eignung von Wirtschaftswäldern für die Windenergienutzung. Prominentester Unterstützer ist Hermann Scheer, Träger des Alternativnobelpreises. Zudem ist es gelungen, 20 Bürgermeister aus der Region (Innviertel) zu

Foto: PROWind

Windkraft ist weltweit und auch in Österreich die kostengünstigste und am schnellsten verfügbare erneuerbare Stromquelle. Windenergie hat in Österreich derzeit eine installierte Leistung von knapp 1000 MW und erzeugt 18 % des Haushaltsstroms. Die österreichische Energiestrategie sieht einen Ausbau von 700 MW für die nächsten fünf Jahre vor. Während in einigen österreichischen Bundesländern die Ausbauziele durch klare Regeln vorgegeben sind, tun sich andere in den Genehmigungsprozessen für Windkraftprojekte schwer. Entscheidungen ziehen sich über Jahre und bringen Projektträger zur Verzweiflung. Und spätestens seit Wirtschaftswälder als attraktive Standorte in die Planungen einbezogen werden, rüstet eine Gruppe von Waldschützern zum Kampf gegen Windmühlen. Daher wurde die Initiative PROWind gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Diskussion zu versachlichen,

Dr. Hermann Scheer bei der Unterzeichnung der Petition von PROWind – mit Bgm. Martin Voggenberger (rechts) und Amtsleiter Erwin Moser von der Gemeinde Munderfing.

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gewinnen, und die Liste wächst beständig. Eine Facebook-Gruppe PROWind wurde eingerichtet, sie hatte bei Redaktionsschluss über 600 Freunde. Über 1.000 Follower informieren sich über den Twitter Account „Prowindkraft“. Ein breites Netzwerk aus Aktivisten und Unterstützern trägt die Initiative. PROWind unterstützt auch konkrete Windkraftprojekte. Besondere Aufmerksamkeit erfahren fertig geplante Projekte im Wirtschaftswald. Seit Jahren wird um Projekte am Kolomansberg (Salzburg) und im Kobernaußerwald (Oberösterreich) heftig gerungen. PROWind will mit sachlicher Information zur De-Eskalation beitragen. Mit ersten Erfolgen: In einer kürzlich durchgeführten Online-Umfrage regionaler Medien („Braunauer Rundschau“ und „Rieder Rundschau“) haben 65 % bzw. 97 % ihre Stimme für die Realisierung von Projekten abgegeben. Das NIMBY-Syndrom Wie viele Infrastrukturprojekte leidet auch Windkraft unter dem NIMBY-Syndrom. „Ja zu Windenergie – aber in der Nordsee“, „JA zu Photovoltaik – aber in der Sahara“, JA zu Wasserkraft – aber in der Türkei“… „JA zu … – aber NIMBY (not in my back yard). Oft werden auch Äpfel und Birnen durcheinandergebracht, wenn es etwa heißt, Anlagen im Offshore-Bereich produzierten mehr. Das stimmt, von der Ertragsseite her geLeas•mich


Robert Raschhofer

Windenergieanlagen im Wald – kein Problem im Schwarzwald.

rechnet, aber die Investitions- und Wartungskosten sind um ca. 50 % höher. Der Kostenvergleich ist über die Einspeisetarife recht drastisch zu dokumentieren: Die kWh Strom Offshore kostet 15 Cent (EEG Deutschland) und die kWh Strom aus Projekten in Österreich 9,7 Cent. Flächenverbrauch, Lärmbelastung, Störung der Tierwelt, Zerstörung des Ökosystems Wald; die Palette der Ängste ist groß, daher der Versuch einer Richtigstellung: ÿ Windenergie ist kein Flächenfresser. Die Fundamentflächen für alle 13 Anlagen des Windparks Silventus zusammen sind kleiner als ein halbes Fußballfeld, die Rodungsfläche pro Anlage beträgt gerade ein Fünftel eines Fußballplatzes. Bei Demontage kann wieder aufgeforstet werden. Insgesamt sind für Bauplätze und Fundamente ca. 0,1 Promille der Waldfläche des Kobernaußerwaldes erforderlich. ÿ Für den Transport der Anlagen und das Verlegen der Erdkabel wird das bestehende Wegenetz verwendet. ÿ Die Lärmbelastung für Anrainer ist beispielsweise in ganz Oberösterreich nicht so gering wie im unbewohnten Waldgebiet. ÿ Starre Masten sind keine tödlichen Gefahren für Tiere wie fahrende Autos oder Freileitungen. Günter Ratzbor, NUMMER 2| JUNI 2010

Leiter der Deutschen Naturschutz Ring Kampagne „Umwelt- und naturverträgliche Nutzung der Windenergie in Deutschland“, sagt dazu: „Es darf keine Kompromisse geben – bei den unberührten Waldflächen, die etwa 5 % der deutschen Wälder betreffen“ –, gleichzeitig verweist er darauf, dass die forstwirtschaftlich genutzten Wälder oft ein idealer Ort sind, um Windkraftanlagen zu errichten. Windparkprojekte wie jene im Kobernaußerwald und am Kolomansberg sind als Bürgerbeteiligungsprojekte geplant. Regionale Wertschöpfung im besten Wortsinn. Wie bei vielen anderen Projekten in Österreich können sich primär die Bewohner der Region an der regionalen Energieaufbringung beteiligen. Windparks mit Bürgerbeteiligung erzeugen neben sauberem Strom auch Bewusstsein für die Nutzung der regionalen Ressourcen. Die Anleger können sicher sein, dass diese Energie auch in 20 Jahren noch kostenlos ist. Windenergieprojekte können einen wichtigen Beitrag leisten, dass die drohenden CO2-Strafzahlungen in Höhe von Hunderten Millionen Euro verringert werden. Die beiden Projekte im Kobernaußerwald etwa sparen 61.000 t CO2 pro Jahr. Umgerechnet zu gegenwärtigen Preisen von ca. € 13,– pro Tonne sind das nicht weniger als € 800.000,–.

Windenergie ist eine der wenigen Branchen, die auch in der Krise gewachsen ist. Und Windenergie schafft mit dem Wachstum Arbeitsplätze – bei Errichtung und Betrieb, aber auch bei den vielen Zulieferern in Österreich. Österreichische Unternehmen exportierten im Jahr 2008 als Zulieferer bereits in einem Umfang von € 350 Mio., 2.500 Arbeitsplätze wurden durch Windenergie in Österreich geschaffen. Windkraft bedient alle drei Ebenen der Nachhaltigkeit. Die Initiatoren sind davon überzeugt, dass das erneuerbare Energie-Ziel in Österreich mit jedem verhinderten Projekt einen Rückschlag erleidet. Gerade in den Bundesländern Oberösterreich und Salzburg, wo Windenergie bisher nur wenig oder gar nicht Fuß fassen konnte, ist die Realisierung der umstrittenen Projekte ein Meilenstein. Denn in diesen Bundesländern ist Windenergie auf Standorte in Waldgebieten angewiesen. Wenn diese Projekte nicht möglich sind, wird Windenergie hier keine Zukunft haben. Die 100 Windräder, die das Land Salzburg in einer Studie zur „Salzburger Energiepolitik“ als Ziel bis 2020 festgehalten hat, blieben dann ebenso Makulatur wie das Ziel des Landes Oberösterreich, den Strombedarf bis 2030 ausschließlich aus erneuerbaren Quellen zu decken. PROWind versteht Klimaschutz als Umweltschutz und will die Bevölkerung überzeugen, dass Windenergie einen wichtigen Beitrag leisten kann, unsere Wälder auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. ı Alle Informationen sind auf der Website der Initiative www.prowind.at zu finden. Dort besteht auch die Möglichkeit zur Unterzeichnung der Petition.

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lifestyle

Hilfe, die ankommt Ein Tropenparadies zwischen Zerstörung und Rettung: In Costa Rica werden vom Verein Regenwald der Österreicher Grundstücke mithilfe von Spenden „freigekauft“ und der Republik Costa Rica geschenkt. Auch die Raiffeisen-Leasing hat sich im Rahmen einer befristeten Aktion an dieser Rettungsaktion beteiligt – für jedes leasingfinanzierte Auto wurden drei Bäume zur Wiederbewaldung in Costa Rica angekauft. Der etwa 159 km² große EsquinasRegenwald im Süden von Costa Rica ist einer der letzten tropischen Regenwälder an der Pazifikküste Mittelamerikas. Er gehört zu den artenreichsten und biologisch interessantesten Regenwäldern überhaupt und beherbergt neben vielen gefährdeten Arten von Pflanzen und Tieren auch wertvolle Hartholzbäume. Der Wald war bis vor kurzem zur Gänze im Besitz von etwa 140 Privateigentümern aus den umliegenden Dörfern, die den Wald schlägern durften, solange er ihnen gehörte. Um die Abholzung aufzuhalten, hat die Regierung Costa Ricas 1991 das Gebiet zum Nationalpark er-

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klärt. Da aber die Mittel fehlten, um die gefährdeten Grundstücke zu kaufen und damit das Gebiet für immer unter Schutz zu stellen, war sie bei der Verwirklichung ihrer vorbildlichen Umweltschutzpläne auf internationale Hilfe angewiesen. Der 1991 von Michael Schnitzler, klassischer Geiger und Enkel des Dichters Arthur Schnitzler, gegründete Verein Regenwald der Österreicher versucht dieses Paradies zu retten, indem er die Grundstücke mithilfe von Spenden „freikauft” und der Republik Costa Rica schenkt. Ein Vertrag mit dem dortigen Umweltministerium garantiert, dass sie in den Nationalpark Piedras Blancas eingeglie-

dert werden. Alle vom Verein freigekauften Grundstücke (bisher ca. 38 km²) erhalten den symbolischen Namen „Regenwald der Österreicher“. Zwei amerikanische Organisationen sowie die Republik Costa Rica selbst haben sich gleichermaßen am Freikauf beteiligt. Die WilsonStiftung (USA) hat Spenden an den Regenwald der Österreicher in Höhe von USD 425.000,– verdoppelt. Somit stehen heute bereits 70 % des Gebietes unter dem Schutz der Nationalparkverwaltung. Die Grenzen des neuen Nationalparks wurden so festgelegt, dass niemand ausgesiedelt werden musste. Die Grundbesitzer erhalten den ortsüblichen Leas•mich


Verwundbares Ökosystem: Der Esquinas-Regenwald in Costa Rica bei morgendlichem Nebel.

Marktpreis von derzeit etwa € 20,–/ 100 m² und bleiben meist als Bauern in der Gegend. Für den Verein war es anfangs oft ein dramatisches Rennen gegen die Zeit, in dem es galt, das Grundstück rechtzeitig zu kaufen und die Schlägerung zu verhindern, bevor es zu spät war. Heute, 17 Jahre später und dank der Hilfe Zehntausender besorgter Menschen, darf im Esquinas-Regenwald nicht mehr legal geschlägert werden. 70 % des Gebietes sind schon Nationalpark. Die restlichen knapp 30 % gehören zum Teil Personen, die nicht verkaufen, aber den Wald erhalten wollen. Bei anderen Grundstücken sind die Besitzverhältnisse so ungeklärt, dass niemand über sie verfügen kann. Nach wie vor gibt es aber einige Lücken: Im Bonito-Tal müssen noch zwei Grundstücke, im Riyito-Tal noch eines freigekauft werden. Entwicklungshilfeprojekt Da die lokale Bevölkerung durch die Entstehung des Piedras Blancas Nationalparks einen Teil ihrer Existenzgrundlage verloren hat, schlug eine Gruppe von ehemaligen Holzfällern im Dorf La Gamba vor, Ökotourismus als sinnvolle Alternative zur Ausbeutung des Waldes zu betreiben. Die Republik Österreich, die die nachhaltige Nutzung von Tropenwäldern zum Schwerpunkt ihres Entwicklungshilfeprogrammes gemacht hatte, beschloss 1993, das Projekt zu finanzieren und die Esquinas Lodge zu bauen. Der Verein Regenwald der Österreicher wurde mit der Betreuung und Leitung des Projekts beauftragt. Die Lodge wurde 1994 eröffnet und gilt heute als beispielhaftes Öktotourismusprojekt, das Touristen aus aller Welt die Gelegenheit bietet, den einzigartigen Esquinas-Regenwald zu erkunden. Die Republik Österreich übergab die Lodge an den Verein Regenwald der Österreicher, der von 1998 bis 2005 Besitzer war. 2005 wurde sie verkauft, blieb aber in österreichischer Hand. Das Ziel ist es, zu beweisen, dass eine kleine, umweltfreundliche Lodge für nicht mehr als 40 Gäste genügend Umsatz erzielen NUMMER 2| JUNI 2010

kann, um den Lebensstandard einer Gemeinde von 70 Familien langfristig zu erhöhen. Bis auf die Managerin und die Bürokräfte stammen alle Angestellten aus La Gamba. Die Lodge spielt eine aktive Rolle bei der Finanzierung und Implementierung von Gemeindeprojekten. Zum Angebot an Aktivitäten gehören Wanderungen, Reit- und Radausflüge sowie Kajak- und Bootstouren im nahegelegenen Golfo Dulce. Für seinen Einsatz für die Rettung des Esquinas-Regenwaldes wurde Michael Schnitzler 1995 mit dem höchsten Umweltpreis der Republik Österreich, dem Konrad-Lorenz-Staatspreis, ausgezeichnet. Die Nationalparkverwaltung von Costa Rica ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Der Verein erhielt im Jahr 2000 den mit CHF 50.000,– dotierten

Großen Umweltpreis der Binding-Stiftung in Liechtenstein. Das Naturhistorische Museum Wien hat dem Projekt eine Sonderausstellung gewidmet. Der ORF hat in der Reihe „Universum“ eine Dokumentation über den Regenwald der Österreicher produziert. Das BM für Wissenschaft und Kultur, die Österreichische Nationalbank sowie zahlreiche Schulklassen, Privatpersonen, Klubs und Firmen haben bisher über € 2 Mio. gespendet. Viele Zeitungen haben kostenlose Spendenaufrufe veröffentlicht. Wenn Sie einen Beitrag leisten möchten, können Sie unter www.regenwald.at/ wie-koennen-sie-helfen.html mittels Zweckbindung genau jenes Projekt fördern – von Artenschutz bis Wiederbewaldung –, das Ihnen besonders am Herzen liegt. ı

Regenwald-Zertifikat Schenken Sie Ihren Verwandten, Freunden, Bekannten – oder sich selbst – zu Weihnachten, zum Geburtstag, zur Hochzeit oder zu jedem anderen Anlass ein Stück Regenwald. Als Spender erhalten Sie A4-Farbzertifikate über die gewünschten Quadratmeter-Anteile. Sie können Namen (von Beschenkten oder Ihren eigenen) auf das Zertifikat bzw. die Zertifikate vom Verein Regenwald der Österreicher aufdrucken lassen oder selbst eintragen. Sie können jede beliebige Quadratmeterzahl ab 50 m² bestellen. Die Spende für den Freikauf von hundert Quadratmeter beträgt € 20,–. Jede noch so kleine Beteiligung am Freikauf sichert das Überleben tausender Lebewesen.

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facts&figures 5000

Insolvenzstatistik Ó

4000

Insolvenzen Ó Privatkonkurse Ó Neuprotokollierungen

Das erste Quartal ist noch nicht geeignet, den Gesamtjahrestrend aufzuzeigen: die Jahresabschlüsse sind noch nicht alle fertiggestellt. Die Branchen sind sehr unterschiedlich von der Krise getroffen worden, so haben Konsumgüter bislang keinen gröberen Einbruch verzeichnet: Herr und Frau Österreicher haben im Gegenteil das Jahr 2009 nicht selten dazu benutzt, schon länger anstehende Investitionen in Wohnraum vornehmen zu lassen: Die Auftragsbücher bei Bäderinstallateuren, Fenster- und Fassadenfirmen und Dachdeckern waren im Jahr 2009 so voll wie schon lange nicht. Dies wird sich 2010 voraussichtlich nicht fortsetzen lassen. Das Auslaufen der Kurzarbeitsmodelle in vielen Unternehmen wird zu nachhaltigen Freisetzungen führen.

3000

2000

1000

Quelle: KSV

0

1. Quartal 2008

1. Quartal 2009

1. Quartal 2010

Konjunkturtest: positive Erwartungen überwiegen In der EU und in Österreich entwickelte sich die Wirtschaft im 1. Quartal mäßig. Für die künftige Entwicklung überwiegen mittlerweile die positiven Erwartungen. Auch der Außenhandel stabilisiert sich langsam. Die Weltwirtschaft erholt sich weiter, wobei die Dynamik hauptsächlich von den USA und den Schwellenländern in Asien und Lateinamerika ausgeht. In den USA expandierte die Wirtschaft im 1. Quartal um 0,8 %, Konsum und Ausrüstungsinvestitionen waren weiterhin kräftig. Das weltweite Finanzsystem gewann seit dem Herbst 2009 an Stabilität, wird aber weiterhin als labil eingestuft. Die hohe Verschuldung einiger Länder im Euro-Raum wurde zu einer zusätzlichen Belastung für die europäischen Finanzmärkte. In der EU und im Euro-Raum verbesserten sich die Vertrauensindikatoren stetig. Allerdings dürfte sich die Wertschöpfung im 1. Quartal nur mäßig entwickelt haben. Vor allem das Bauwesen verzeichnete wegen des kalten Winters in einigen Ländern Produktionsausfälle. Gleichzeitig entspannte sich die Lage in der Industrie aber etwas. Vorlaufindikatoren deuten auf eine stärkere Konjunkturbelebung im 2. Quartal hin. Auch in Österreich kündigt sich gemäß dem aktuellen WIFOKonjunkturtest in der Sachgütererzeugung nach der mäßigen Entwicklung zu Jahresbeginn eine Belebung im 2. Quartal an. In der Industrie waren die Kapazitäten im April mit 79 % um 3 Prozentpunkte besser ausgelastet als Anfang 2010. Auch zur Langfristige Zinssätze

Kurzfristige Zinssätze

in Prozent

in Prozent

6 USA

5

Quelle: WIFO

4

in Prozent

4

5

3

4

2

Österreich

3

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Japan

2

1

USA Japan

0 2007

2008

2009

2010e

2011e

Österreich

1 Euro-Raum

1

0

Verbraucherpreise

6

3

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künftigen Entwicklung überwiegen mittlerweile die positiven Erwartungen gegenüber den negativen, sodass mit einem Anhalten der Produktionssteigerung zu rechnen ist. In der Bauwirtschaft, welche bislang wenig dynamisch ist, stagniert die Auftragslage auf mittlerem Niveau. Im Handel und Tourismus entwickelte sich die Konjunktur zu Jahresbeginn besser. Der frühe Ostertermin schlug sich im Wintertourismus in einer Zunahme der Nächtigungen nieder. Mit der internationalen Konjunkturerholung stabilisiert sich auch der Außenhandel langsam. Die Inflation beschleunigte sich in Österreich im März auf 2 % (nach 1 % im Februar). Dieser sprunghafte Anstieg ist hauptsächlich auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen, die seit Ende 2009 wieder kontinuierlich steigen. Die Stabilisierung der Konjunktur überträgt sich langsam auf den Arbeitsmarkt. Im April stieg die Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten im Vorjahresvergleich um 17.200. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen verringerte sich erstmals im März (– 4.800 gegenüber dem Vorjahr). Im April setzte sich der Rückgang fort ( 8.600). Allerdings befanden sich auch im April mehr Arbeitslose in Schulungen (+ 26,3 %).

2007

2008

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Japan

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-1 -2 2007

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