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(Joho) Die meisten hielten es wohl nicht mehr für möglich: Aber das „Playcastle“, Seefelds ehemaliges Märchenschloss, hat seine Pforten wieder geöffnet. Über 2.500 Gäste besuchten die große Halloweenparty. Selten wurde so viel spekuliert wie um das Seefelder Playcastle. Zahllose Veranstaltungen wurden immer und immer wieder angekündigt, kurz vorab hagelte es aber doch immer Absagen. Pünktlich zu Halloween war es dann wieder soweit. Eine Party soll wieder Schwung in die Gemäuer bringen. Viel hielt man vorerst nicht von der Ankündigung, dann der Paukenschlag:

Die Feier fand tatsächlich statt. Veranstalter Danijel Alic erweckte das Schloss aus seinem Dornröschenschlaf. Unter dem neuen Namen „Magic Castle“ sollen künftig auch weitere Veranstaltungen über seine Firma „Psybox-Events“ laufen. Freidenker Alic hat dabei große Visionen: „Das Schloss bietet durch seine Größe außergewöhnliche Möglichkeiten“, erklärt er. Auf sechs Ebenen wurde die ganze Burg mit elektronischer Musik von internationalen Acts bespielt. Eine überwältigende Anzahl von 2.500 Besuchern tanzte und feierte bis in den frühen Morgen.

Foto: Neuner

Das Märchenschloss hat wieder geöffnet

Schaurig: Mit einer Halloween-Party hat das Playcastle eröffnet.

Editorial

Josef Hornsteiner Redakteur

Klischees Samstag Abend im Kölner Colloneum. Die Juroren der deutschen Castingshow „Das Supertalent“ warten gebannt auf den nächsten Auftritt, wollen den neuen „Star“ der Nation finden. Unter ihnen Inszenierungskünstler Dieter Bohlen. Als er die drei nächsten Kandidaten auf die Bühne schlendern sieht, hat er ein Déjà vu. „Euch kenn ich doch, ihr wart letztes Jahr auch schon hier, oder?“ Das stimmt. Bereits 2012 gab es die erste Begegnung zwischen dem ehemaligen Modern-TalkingSänger Bohlen und Seydi Selim Dönmez, in Tirol besser bekannt als „Bling Bling Selim“. Der Innsbrucker versuchte damals vor Millionen TV-Zusehern das, was er glaubte am besten zu können – nämlich „rappen“. Doch

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seine mehr schlechte als rechte Sprachgesangs-Performance ging gewaltig in die Hose. Die Fehler von eh und je wollte der Tiroler im Oktober wett machen. Doch beim diesjährigen „Supertalent“ wurde es sogar noch kurioser. Der Erste des Trios flüchtete bereits nach wenigen Sekunden von der Bühne. Lampenfieber oder Scham? Wahrscheinlich beides. Bohlen bezeichnete daraufhin die beiden übrig Gebliebenen als „Dick und Doof“. Seydi rastete aus, beleidigte die Juroren lauthals. Maulend, drohend und unter den Buh-Rufen hunderter Zuschauer flüchtete das Duo von der Bühne, die Blamage war perfekt. Genauso perfekt wie die perfide RTL-Inszenierung, die in diesen sieben Minuten dargeboten wurde. Zwar darf man den Stempel „talentfrei“ den Dreien von Bling Bling Selim in Sachen Sprachgesang mit Sicherheit auf die Stirn drücken. Doch braucht es dafür eine „Supertalent-Bühne“, um das heraus zu finden? Wohl weniger. Dennoch führte der große Sender vor Augen, dass es fürs Geldverdienen keine Menschlichkeit braucht. Sie ist sogar unerwünscht.

Was nach der peinlichen Performance blieb, waren vor lachen tränende Augen und Millionen Zuseher, die sich in ihrer Ansicht über jugendliche Türken im deutschsprachigen Raum bestätigt fühlten - untalentiert, aggressiv und fernab deutscher Grammatik. Derweil wusste vorab schon jeder, der die „Karriere“ des Trios im Internet auch nur halbwegs verfolgte, dass der Auftritt prädistiniert dafür war, ein reines Fiasko zu werden. Und nichts anderes traf ein. Auch die Macher dieses TV-Formats werden das gewusst haben. Doch warum ließen sie dennoch untalentierte Jugendliche mit Migrationshintergrund auf die Bühne, um sich vor Millionen lächerlich zu machen? Natürlich. Die Quote. „Political Cor-

rectness“ wird hier genauso mit Füßen getreten, wie es Rapper Sido wöchentlich mit Kandidaten im ORF macht. Natürlich kann jetzt gekontert werden, dass die vermeintlichen „Stars“ sich dort freiwillig anmelden – aber um es mal drastisch auszudrücken: Oftmals müssen manche Menschen vor ihrer eigenen Dummheit beschützt werden. Dem entgegen steht der Reither Stefan Wanker. Er gilt seit Monaten als Internetphänomen, seine Gesangsvideos feiern täglich zigtausende Zuseher. Auch Wanker ist nicht gesanglich begabt. Aber er ist sympathisch, auf seine eigene, besondere Art. Und deshalb darf man hier gerne einmal mit einem kleinen Schmunzeln ein „Gefällt mir“ geben.

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6. Dezember 2013

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