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»Ach sind wir uns doch nah!« Tirolerisch gedacht

Bayerisch gedacht

Versuchung

Die Versuchung und auch die Möglichkeit, ein bissl Schwarzgeld beiseite zu räumen, und gerade in Tourismusbetrieben groß. Kurzzeitgäste nicht anmelden, ein wenig bei der Anmeldung schummeln, „doppelte Buchhaltung“ und diesen oder jenen Kaffee nicht in die Registrierkasse eintippen. Mit den paar Euros muss man nicht ins Ausland - das Geld gelangt gleich wieder in den Umlauf, wenn Aushilfen „schwarz“ bezahlt werden müssen und anderes mehr. Millionen werden damit nicht gescheffelt. Bei den aktuellen Steuerschwindeleien geht es jedoch um ganz andere Kaliber. Etwa so: Geht einer mit entsprechendem Köfferchen in der Schweiz in eine Bank und verlangt den Direktor zu sprechen. Er geht ganz nahe an ihn heran und flüstert ihm mit heißerer Stimme ins Ohr: „Ich möchte bei Ihnen eine Million auf ein Nummernkonto anlegen“. Der Direktor antwortet: „Sie brauchen nicht zu flüstern, Armut gilt in der Schweiz nicht als Schande“. Meint Euer Othmar Crepaz

Verein gerettet (Joho) Große Erleichterung beim Touristikerverein in Krün. Nachdem sie kurz vor der Auflösung standen, stellte sich Rosi Pfeffer als neue Obfrau zur Verfügung. Rund 40 Mitglieder zählt der 17 Jahre alte Verein. Nachdem die erste Sitzung in Sachen Vorstandswahl ergebnislos blieb, gelang es nun beim zweiten Streich. Rosi Pfeffer ist Obfrau, Stellvertreter wird Andreas Zick. „Bringen wir alle unsere Erfahrung als Vermieter ein und vertreten unsere Interessen gegenüber der Gemeinde“, ist Pfeffers Ziel. plateauzeitung

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Schwarzgeld hier und da! (OC) Das Thema „Schwarzgeld“ geistert seit der Selbstanzeige des FC Bayern München-Präsidenten Uli Hoeneß durch alle Medien und Talkshows. Zeitgleich machen die USA und die EU Druck auf Österreich, als letztes Land das Bankgeheimnis zu lockern und damit Veranlagungen von Schwarzgeld zu erschweren. Hier bestehen zwischen Bayern und Tirol tatsächlich erhebliche Unterschiede. Was vielen nicht bewusst ist: Auch wenn die Schweiz jahrzehntelang als Hort der anonymen Geldanlagen galt: Im Gegensatz zu Österreich waren Geldanlagen dort nie wirklich anonym. Die so genannten „Nummernkonten“ natürlich schon, aber um ein solches eröffnen zu können, musste man sich legitimieren, die persönlichen Daten wurden akribisch festgehalten. Aber man konnte sich bisher auf das Bankgeheimnis verlassen. Damit ist es vorbei, seit ungetreue Bank-Mitarbeiter diese Daten auf CD gebrannt und den betroffenen Ländern für Millionen angeboten haben. Das Auftauchen solcher CDs mit vollständigen Namen und Kontodaten hat nicht nur Herrn Hoeneß in Schwierigkeiten gebracht – es dürfte für viele Schweißperlen und schlaflose Nächte Betroffener gesorgt haben und weiterhin sorgen. Tausende haben daraufhin in Deutschland bereits Selbstanzeigen gemacht.

Bis zur Jahrtausendwende gab es hingegen in Österreich das wirklich anonyme Konto und das sowohl für Sparbücher, als auch Wertpapierdepots. Man konnte die Sparbücheln als „Überbringer-Sparbuch“ oder mit irgend einem Phantasienamen eröffnen und mit einem Losungswort absichern. Sie waren damit sogar übertragbar, und zur Glanzzeit dieser Anlageform nutzten Tausende In- und Ausländer diese Möglichkeit. Nicht umsonst bangen Österreichs Geldinstitute, dass mit der Abschaffung des Bankgeheimnisses ein zweistelliger Milliardenbetrag aus bestehenden Schwarzgeldkonten ins Ausland abfließen könnte. Der Abbau des Bankgeheimnisses erfolgt stufenweise. Seit 2002 müssen alle Sparbücher (auch die „Überbringer-Büchln“) legitimiert werden. D.h. der Besitzer muss namentlich bekannt und mittels amtlichem Personaldokument ausgewiesen sein. Was aber nicht bedeutete, dass diese Angaben weitergegeben werden, es sei denn im Strafverfahren. Die Zinserträge werden mittels der „Kapitalertragssteuer“ (25 Prozent) abgeschöpft. Damit soll nach den Wünschen der EU nun auch in Österreich Schluss sein, d.h. Bewegungen ab gewisser Größenordnung bzw. Auslandstransfers sind dann meldepflichtig. In Deutschland gab es diese anonymen Veranlagungsmöglichkeiten nie, alle Konten

Deutsche Steuerbetrüger durften sich auch nach dem gescheiterten Steuerabkommen mit der Schweiz nicht sicher fühlen. Seit Februar haben nämlich die deutschen Steuerfahnder eine neue Methode, um „Schwarzlern“ auf die Schliche zu kommen. So können ab sofort sogenannte „Gruppenanfragen“ an die Schweiz gestellt werden. Diese Gruppenanfrage filtert sich einen Personenkreis mit bestimmten Verhaltensmustern heraus, die den Verdacht auf Steuerflucht begründen. Warum auch nicht? Jedes Mittel, diese Betrüger zur Strecke zu bringen, ist mir recht. Auch wenn es sich um die Steuern eines populären Fußball-Magnaten handelt. Denn wehe, wir als kleine Ottonormalverbraucher sind einmal kurzzeitig dem Finanzamt was schuldig. Nicht auszudenken, meint euer Josef Hornsteiner mussten stets legitimiert sein. Hier ist also von unversteuertem Geld („Schwarzgeld“) die Rede. Dabei gibt es aber völlig legale Wege, keine Steuern zu bezahlen. Insbesondere internationale Großkonzerne bedienen sich dieser Möglichkeiten. Hierzu werden in wohlbekannten Steuerparadiesen Firmen, Holdings oder Trusts gegründet, die dort nur als „Briefkasten“ bestehen. In einem Fall in Delaware bestehen über 200.000 Geschäftsadressen unter einer einzigen Hausnummer! Vereinfacht ausgedrückt, stellen diese „Briefkästen“ ihren Muttergesellschaften in Europa hohe Rechnungen über Lizenzgebühren, Beratung oder sonstige Leistungen, welche die zu versteuernden Gewinne abschöpfen. Der weitere Weg innerhalb der Firmenverflechtungen ist dann kaum mehr nachzuverfolgen .... 7. juni 2013

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