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FRAUENBAD & JUDENTUCK Eine Geb채udedokumentation


INHALT

Frauebad und Judentuck Eine Gebäudedokumentation

Bet Tfila

Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa Seminarleitung Dipl.-Ing. Mirko Przystawik Dr.-Ing. Katrin Keßler Seminarteilnehmer Ulrike Knauer # 2957001 Robert Uhl # 2937199


INHALT

Inhaltsverzeichnis 005 006 008 009 010 011 012 014 016 020 018 048 057

Abstract Die Stadt Felsberg Die Synagoge von Felsberg Der jüdische Friedhof in Annastraße Die jüdische Elementarschule Die Situation der Juden nach 1938 Das jüdische Ritualbad Die Zeremonie des „Reinigens“ Die Situation der jüdischen Gemeinde von Felsberg vor 1820 Die Dokumentation der Mikwe in der Untergasse 19 Die Dokumentation der Mikwe in der Obergasse 5 Fazit


ABSTRACT

Abstract In dem Seminar Frauenbad und „Judentuck“ eine Gebäudedokumentation, des Institutes Bet Tfila - Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa handelt es sich um die Analyse und Gebäudedokumentation einer jüdischen Mikwe. Das Seminar wird in Anlehnung an das von der German Israeli Foundation geförderte Forschungsprojekt „Jewish Ritual Baths (Mikwa’ot) in Germany“ veranstaltet, das zusammen mit der Universität Haifa durchgeführt wird. Die Ergebnisse der Studienarbeiten gehen in das Forschungsprojekt mit ein. In regelmäßigen Seminartreffen wurden zunächst die Grundlagen des jüdischen Bades erörtert, historische Frauenbäder analysiert und im Seminar ein Überblick über die Entwicklung des Bautyps Mikwe unter religionsgesetzliche Vorschriften vermittelt. Bei einer Exkursion nach Halberstadt haben wir einen praktischen Einblick über jüdische Architektur und Mikwen im Bundesland Sachsen-Anhalt gewonnen. Nachdem der theoretische Teil abgeschlossen wurde, begaben sich die einzelnen Seminargruppen auf individuelle Reise durch Deutschland. In unserem Fall begaben wir uns auf die Reise nach Hessen in die Stadt Felsberg 05


FELSBERG

Die Stadt Felsberg Felsberg ist eine kleine Stadt in Bundesland Hessen, sie befindet sich etwa 30 Kilometer südlich von Kassel. Als ein Teil der westhessischen Senke liegt die Stadt in einem während des Tertiärs entstandenen Senkungsgebiet. Die Stadt Felsberg und dass dazu gehörige Umland wird von dem Fluss Eder durchflossen. Die Gemeinde umfasst derzeitig 2500 Einwohner jeder Altersgruppe, obwohl die ältere Bevölkerung augenscheinlich überwiegt. Die Stadt ist auf einen Hügel erbaut wurden, auf dessen Spitze die Felsburg das Zentrum der mittelalterlichen Gemeinde bildete. Doch bereits im 1. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung war der Landstrich Siedlungsgebiet des germanischen Stammes der Chatten. Die Altstadt wuchs unterhalb der Burg zu einer Fachwerkstadt heran. Die erste urkundliche Erwähnung von Felsberg als Stadt hat im Jahre 1286 stattgefunden. Der historische Stadtkern war typischerweise seit dem 13. Jahrhundert mit einer Stadtmauer von 830 Metern Länge umgeben, die heute noch in Teilen erhalten ist. Die Region rund um Hessen war eine der bedeutendsten Ballungszentren für den jüdischen Glauben und deren Gemeinden in Deutschland. Viele Juden lebten bereits seit dem 11. Jahrhundert beziehungsweise seit dem 12. Jahrhundert in Städten wie Frankfurt am Main, Friedberg, Fritzlar, Marburg oder Kassel. Wobei Frankfurt am Main damals für lange Zeit als das „Jerusalem des Nordens“ bezeichnet wurde. Infolge der geografischen Analysen stellte sich heraus, dass die Stadt Fritzlar von Felsberg nur 11 Kilometer entfernt liegt. Daher kann man darauf schließen, dass auch in 06

der näheren Umgebung und im Umland von Felsberg sich bereits im Mittelalter Juden angesiedelt haben. Zum ersten Mal offiziell wurde jedoch 1592 die Niederlassung eines Schutzjuden1 in Felsberg erwähnt. Über die folgenden Jahrhunderte nahm die Anzahl der jüdischen Bewohner stetig zu. Statistisch gesehen bedeutet das, dass 1773 erst 26 Juden in Feldberg lebten und bereits 1835 schon 206 Juden in der Stadt lebten. Im Jahr 1842 war dann ein Sechstel der Gesamteinwohnerzahl (1206 Einwohner) Mitglied der jüdischen Gemeinde. Aus einem Text2 über die Juden von Felsberg kann man entnehmen, dass Sie sehr bodenständige Menschen waren. Die meisten von Ihnen sind in Felsberg oder in einer der umliegenden Gemeinden geboren. Sie waren als Metzger, Viehhändler Kolonialwaren. oder Textilhändler wirtschaftlich gut gestellt. Die Felsberger Juden waren eine streng religiöse Gemeinde. Das bedeutet, dass die Kaufleute und Geschäftstätigen ihre Läden am Sabbat geschlossen hielten und sich am Samstagnachmittag zum Spielen und zur Unterhaltung am Fuße des Burgberges trafen.

1 Schutzjude
vom Ausgang des Mittelalters bis ins 18. Jahrhundert ein Jude, der gegen Leistung besonderer Abgaben dem Schutz eines Fürsten oder einer städtischen Obrigkeit unterstellt war und gegenüber der Mehrheit der Juden bestimmte Privilegien genoss.
Gefunden auf http://www.enzyklo.de/lokal/42303 2 Statistiken; Städtebau; Archivakten: StA Wiesbaden, Marburg; - Informationen von Ortsbehörde und Privatpersonen; ferner Zeitungsnotizen (Jüdische Wochenzeitung Kassel 1925) S. 174


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Fritzlar

Felsberg

Neubrunslar

Kassel


SYNAGOGE

Die Synagoge Die Stadt erlebte zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Hochphase des jüdischen Glaubens. Gleichsam bedeutet, dass das innerhalb kürzester Zeit, die drei wichtigsten jüdischen Einrichtungen entstanden sind. Diese religiösen Institutionen sind für die Juden zum einen eine Synagoge, eine Begräbnisstätte und eine Mikwe. Ohne diese drei Orte kann laut Glaubensvorschrift keine eindeutige Religiosität praktiziert werden. Im Jahr 1842 stellte die jüdische Gemeinde bei den Behörden einen Antrag für den Bau einer Synagoge. 1845 wurde mit der Grundsteinlegung begonnen und am 14. Oktober des Jahres 1847 konnte die Synagoge eingeweiht werden. Das Gebetshaus befindet sich in der Ritterstraße unterhalb der Felsburg. Die Pläne dazu stammten, von Landbaumeister Augener aus Melsungen, einem Nachbarort von Felsberg. Die Architektur des Gebetshauses war stattlich, als Material verwendete der Baumeister ­Gensunger Sandstein in Schichtbauweise. Die Synagoge1 hatte etwa 100 Sitzplätze für Männer und 80 weitere Plätze für Frauen, auf einer Empore über dem Gebetsraum. Laut der Überlieferung sei Sie im Inneren sehr schön ausgestattet gewesen. So besaß die Gemeinde beispielsweise 15 Thorarollen, die von ehemaligen Bewohnern und wirtschaftlich einflussreichen Juden gestiftet wurden. Nach 1945 wurde die Synagoge zur Turnhalle umfunktioniert, gegenwärtig ist Sie eine Gastwirtschaft und nicht mehr als Solche zu erkennen, der gesamte Innenraum

1 Statistiken; Städtebau; Archivakten: StA Wiesbaden, Marburg; - Informationen von Ortsbehörde und Privatpersonen; ferner Zeitungsnotizen ( Jüdische Wochenzeitung Kassel 1925) S. 175 08

ist völlig verbaut und nichts erinnert mehr an einen Gebetsraum jüdischen Ursprungs. Auch von Außen deutet nichts mehr auf die Geschichte dieses Hauses hin. Die oben beschriebene Sandsteinfassade ist auf der Vorderseite überputzt wurden und sämtliche Rundbogenfenster sind zugemauert wurden.

Synagoge; Zeitraum unbekannt

Synagoge; 2012


FRIEDHOF

Der jüdische Friedhof Der jüdische Friedhof von Felsberg liegt westlich der Felsburg, in der Annastraße. Er ist cirka 1000 Quadratmeter groß und wurde im 19. Jahrhundert gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam noch eine Friedhofshalle hinzu. Der Begründer1 dieses heiligen Ortes war Joseph Paust Stern, der ebenfalls auf dem Friedhof bestattet wurde. . Die erste Beerdigung fand 1866 statt und die Letzte vermutlich im Jahre 1936. Der Friedhof wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und anschließend in zwei Teile geteilt. Auf dem vorderen Teil wurden nach dem Krieg Einfamilienhäuser erbaut. Inzwischen ist der Friedhof wieder hergestellt und der Zugang zur Ruhestätte auf die ehemalige Rückseite verlegt.

1 Statistiken; Städtebau; Archivakten: StA Wiesbaden, Marburg; - Informationen von Ortsbehörde und Privatpersonen; ferner Zeitungsnotizen ( Jüdische Wochenzeitung Kassel 1925) S. 176 09


ELEMENTARSCHULE

Die jüdische Elementarschule Die Felsberger Juden waren Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer so großen und bedeutsamen Gemeinde herangewachsen, dass es sich anbot, eine jüdische Elementarschule zu gründen. In den Jahren von 1868- 1870 besuchten 44 jüdische Kinder die Grundschule. Nach 1870 verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage im Ort aber so sehr dass viele Familien sich dazu entschlossen haben die Stadt zu verlassen. Übrig geblieben sind nur noch 31 Schüler. Erst 10 Jahre später waren es wieder 47 Kinder, die in dem Ort zur Schule gingen. Lehrer an dieser Schule war Heinemann Neumark aus dem Nachbarort Altenburg. Ab 1900 übernahm Susmann Dannenberg den Unterricht der Schüler und blieb auch Lehrer bis zu seiner Pensionierung 1925. Er war nicht nur Lehrer, sondern auch Vorbeter (Chasan1) in der jüdischen Gemeinde. Aus dieser Tätigkeit heraus gründete er 1924 einen gemischten Synagogenchor.

Gebäude der ehemaligen jüdischen Schule; Zeitraum unbekannt

Nach 1925 löste ihn Barusch Kleeblatt als Lehrer ab, doch bereits 1930 wurde die Schule mit nur noch 6-7 Kindern aufgegeben.

1 Chasan: der Vorsänger beziehungsweise Vorbeter im Gottesdienst der Synagoge; ursprünglich ein dazu aufgerufenes Gemeindemitglied, heute der (in der Regel hauptberuflich) im Dienst einer jüdischen Gemeinde stehende Kantor.
http://www.enzyklo. de/lokal/42134 10

Gebäude der ehemaligen jüdischen Schule; 2012


1938

Die Situation nach 1938 In den Jahren 1933- 1938, als die Nationalsozialisten mit der Judenverfolgung begonnen haben, kam es in der Nacht des 9. November zum Judenpogrom1. In der Nacht vom 9. zum 10. November kam es in gesamt Deutschland zu gewaltsamen und brutalen Ausschreitungen gegenüber Juden. In Bad Hersfeld brannte in der Nacht die erste Synagoge. In Fulda, Melsungen, Baumbach und Fritzlar wurden fast alle jüdischen Wohnungen und Geschäfte demoliert und im Verlauf der Nacht wurden eine Vielzahl Juden misshandelt. In Felsberg gab es das erste jüdische Todesopfer in Kurhessen. Es war der Textilhändler Robert Weinstein und seine Familie, die in der Obergasse 6 wohnten. Siegfried Weinstein, der Sohn des verstorbenen Robert Weinstein, beschreibt die Vorkommnisse der Nacht des 9. November so: „Mit dicken Steinen warfen sie in unsere Wohnung in den 1. Stock, sodass wir im Hause vor Angst umherirrten. Dann hörten wir, dass nebenan das Synagogengebäude von der Masse der Gewalt geöffnet wurde und unter Johlen und Geschrei der Nazis wurden die heiligen Einrichtungen zertrümmert und zerschlagen. Daraufhin zog die Gruppe erneut vor das Schulgebäude und zertrümmerte die Haustür, um dann gewaltsam in unsere Wohnung einzudringen. Die Rohlinge forderten uns unter Drohungen mit eisernen Geräten bewaffnet auf, das Gebäude mit meinem kranken Vater auf der Stelle zu verlassen. [...] " Nach dem die Familie Weinstein aus ihrer

Wohnung vertrieben wurde, ist der Vater, Robert Weinstein auf der Straße zusammengebrochen, nachdem ein SS Mann Ihm einen kräftigen Schlag versetzt hat. Seit einem Vorfall aus dem Jahr 1933 litt Robert Weinstein, an akuten Herzbeschwerden, Schuld daran, war der gleiche. Max Wolfram ließ 1933 Robert Weinstein von der SA abholen und trieb ihn wie ein wildes Vieh durch die Straßen von Felsberg. Im Zweiten Weltkrieg wurde Felsberg und die nähere Umgebung durch Luftbombenangriffe und die Destruktion der Edertalsperre stark zerstört.

1Judenpogrom: Ausschreitung und Gewaltmaßnahmen gegen Minderheiten und Randgruppen in dem Fall gegen Juden 11


RITUALBAD

Das jüdische Ritualbad Das jetzt noch Ausstehende und unter anderem bedeutsamste Bauwerk in der jüdischen Architektur ist die Mikwe. Bedeutsam nicht nur für die Juden im Allgemeinen, sondern auch als Hauptthema dieser Seminararbeit. Im Gegensatz zu einer Synagoge und den jüdischen Friedhof wird die Mikwe wird als ein nicht „heiliger1“ Ort beschrieben. „Trotz der fehlenden ‘K°duscha‘, Heiligkeit, existieren ‘Mikwot’ nicht nur um etwa 600 Jahre vor Synagogen und „Totenhöfen “für sie galten auch zahlreichere und strengere religiöse Baunormen und Bauvorschriften2. “Mikwe“ ist ein biblisch – hebräisches Kurzwort für ‘Mikwe HaMajim’. Was in der Übersetzung so viel bedeutet wie Wasseransammlung, Wasserbecken oder Beckenbrunnen. Mikwen existieren bereits seit 2300 Jahren in der jüdischen Geschichte. Im Mittelalter wurden Mikwen als „Judenbrunnen“ bezeichnet. Im späten 18. Jahrhundert als „Judenbad“ und im 19. Jahrhundert als „Ritualbad“. In der heutigen Zeit benutzt man den Begriff „jüdisches Frauenbad“. Jeder dieser Bezeichnungen beinhalten die Begriffe „Bad“ oder „Brunnen“. Eine Mikwe durfte aber nur im hygienisch „reinen“ Zustand von Frauen und Männern betreten werden. Was eine gründliche Reinigung im Vorfeld des ritu-

1 Die Heiligkeit einer Synagoge ist zeitweilig, da sie von der Präsenz der Torarolle und der Gegenwart von mindestens 10 Erwachsenen Juden abhängt. (=Minjan). Sind beide nicht zugegen, ist die Synagoge nur ein Gebäude das z. B. zu Begräbnisstätten verkauft werden kann. Vgl. ansonsten: Rabbi Sch. Ganzfried/ Rabbiner, S. Bamberger, Kizzur Schulchan Aruch, 2 Bände, Basel 2. Auflage 1998, Bd. 1, § 13,1, S. 74-75. (i.f. KSA) 2 Zink, Wolfgang Se’ev: Denkmalpflege in Hessen. ‘Mikwot’ im Herzogtum Nassau um 1840. Die „Judenbäder“ zwischen traditionellem Religionsgesetz und staatlichen Hygienevorschriften. 2/1997, S. 44 12

ellen Aktes voraussetzte. „Heute ist das Bad bei vielen frommen Juden, auch eher eine geistige Hilfe, besonders am Vorabend des Sabbats oder vor hohen Feiertagen zum Beispiel vor dem Versöhnungstag3.“ Unter dem Wort Brunnen verstand man zu jener sowie zu dieser Zeit, einen Ort, an dem man Wasser für Menschen und Tiere4 entnehmen konnte. Doch keiner der beiden Begriffe trifft auf eine Mikwe zu, denn der Besuch dieses Ortes ist rein religiöser Natur mit besonderer Bedeutung für die Juden. Schenkt man der Aussage des ehemaligen Frankfurter Rabbiner Ahron Daum gehör, so nimmt die Mikwe in einer hierarchisierten Positionierung der vorhin genannten Bauwerke, einen höheren Stellenwert ein, denn: „Beten kann man überall. Aber für rituelle Reinheit braucht es eine Mikwe5.“ Die wichtigsten Voraussetzungen für eine Mikwe sind neben den baulichen Bestimmungen, dass Sie nur von „lebendigem“ Wasser gespeist wird. Unter dem Wort „lebendig“ verstehen die Juden, Wasser, was in einem unentwegten Fluss ist und sich ständig von alleine reinigt. Gemeint sind damit Wasservorkommen aus dem Meer, aus Quellen oder Flüssen, aus Brun-

3 Altaras, Thea; Das jüdische rituelle Tauchbad; und Synagogen in Hessen-Was geschah seit 1945? Teil II; Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG, Königstein im Taunus; Die Blauen Bücher; 1994; Seite 6 4 Zink, Wolfgang Se’ev: Denkmalpflege in Hessen. ‘Mikwot’ im Herzogtum Nassau um 1840. Die „Judenbäder“ zwischen traditionellem Religionsgesetz und staatlichen Hygienevorschriften. 2/1997, S. 44 5 Uber, Heiner: Mit Haut und Haaren. Seit biblischen Zeiten gibt es die Mikwe, das Kultbad der Juden; eine Austellung in Frankfurt dokumentiert ihre Geschichte.Zeit –Magazin – Bd. 47,1992


RITUALBAD

nen oder dem Grundwasser. Ein weiteres Kriterium für „lebendes“ Wasser ist in der Geschichte des Ritualbades der Umstand, dass die Wasserleitung einer Mikwe nicht aus Metall sein durfte. Man ging davon aus, dass das Wasser nicht durch menschliche Eingriffe qualitativ verändert werden sollte. Drum waren die Öffnungen meistens sehr schlichte Holzröhren, die das Wasser ins Beckeninnere führten. Im Gegensatz zum „bewegten“ Wasser steht das „tote“ Wasser. Als „totes“ Wasser werden ruhende Gewässer wie Seen und Tümpel gezeichnet. Neben den zuerst genannten Seen und Tümpeln werden auch Thermalquellen als unrein (­hebräisch „­tame“) bezeichnet. Das rührt daher, dass sie durch ihre natürliche Trübung einen unreinen Eindruck vermitteln6. Das jüdische Bad hat nicht nur eine ganz alte und lange Tradition, es hat auch eigene zeremonielle Regeln. Die religiösen und hygienischen Vorschriften der Tora schreiben ein Untertauchen von Menschen, „unreinen“ Stoffen, Fellen, Geräten und Geschirr vor. Der Besuch einer Mikwe war immer dann geboten, wenn Frauen oder Männer in Kontakt mit „unreinen“ Speisen oder Geräten kamen, nach dem Geschlechtsverkehr und der Pollution oder wenn sie in Verbindung mit Toten oder Aas kamen. Den Männern in der Gemeinde war ein Besuch immer nur zu Feiertagen oder dem Sabbat empfohlen. Frauen aber gingen vor ihrer Hochzeit, nach der Geburt und einmal

6 Zink, Wolfgang Se’ev: Denkmalpflege in Hessen. ‘Mikwot’ im Herzogtum Nassau um 1840. Die „Judenbäder“ zwischen traditionellem Religionsgesetz und staatlichen Hygienevorschriften. 2/1997, S. 44

im Monat nach Beendigung ihrer Menstruation in die Mikwe. Diese ehelichen Absonderungs- und Reinigungsvorschriften hat eine Frau strengstens einzuhalten und zeigt zugleich die Wertigkeit von Mann und Frau im Judentum. „In der Schöpfung ist die Frau zwar als vollständiger Mensch anerkannt. Aber schon durch die Beschränkung der religiösen Pflichten auf drei Gebote (nebst Speisevorschriften ‘Kachrut’): Das Anzünden der Kerzen vor dem Sabbat oder Feiertagen (‘Hadlakah‘), die Entnahme eines kleinen Stückens Teig, das sie beim Brotbacken verbrennen muss (‘Challah‘) und die monatliche Reinigung (‘Twila‘) wird der geringere Wert der Frau offenkundig. Die noch deutlich niedrigere Einstufung der Frau gegenüber dem Mann zeigt sich erst recht in der auferlegten Einhaltung der Religiösen Reinigungsgesetzte insgesamt und dem anschließenden rituellen Untertauchen, weil sie erst danach eine sexuelle Verbindung mit dem Mann eingehen darf7.

7 Altaras, Thea; Das jüdische rituelle Tauchbad; und Synagogen in Hessen-Was geschah seit 1945? Teil II; Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG, Königstein im Taunus; Die Blauen Bücher; 1994; Seite 6 13


DIE REINIGUNG

Die Zeremonie des „Reinigens“ Die Zeremonie des „Reinigens“ verläuft immer gleich, man betritt den Raum, legt die Kleider und den Schmuck ab, öffnet die Haare und begibt sich langsam in das Becken. Während man in das Bad hinabsteigt, spricht man ein „Bracha“ einen jüdischen Segensspruch, der übersetzt so viel bedeutet wie: „Gelobt seiest du ewiger Geist, König der Welt, der uns befohlen hat das Eintauchen in die Mikwe1.“ Ist die Frau erst einmal im Wasser, darf nichts mehr ihren Körper bedecken. Gemeint sind damit Dinge wie Lippenstift, Nagellack, Lidschatten, Haarnadeln oder gar ein Pflaster. Eine jüdische Taucherin kontrolliert diesen Vorgang und ist der Garant für eine religionstreue Durchführung. Sie achtet darauf, dass die Person im Becken in Gänze mit Kopf und Haar untertaucht. Den Vorgang des vollständigen Untertauchens nennt man hebräischen Twila, ein dreimaliges Abtauchen ist dabei Pflicht. Während man sich unter der Wasseroberfläche befindet, muss man darauf achten, dass man die Augen nicht zu fest zusammenkneift und sich am gesamten Körper keine Falten bilden.

Bei den baulichen und konstruktiven Bestimmungen sind genau wie bei den Rituellen auch feste Regeln einzuhalten. So darf ein Tauchbecken nur benutzt werden, wenn es nicht vorgefertigt und anschließend an Ort und Stelle aufgebaut wurde. Laut jüdischer

Glaubensvorstellung gibt es jedoch keine Probleme, was die Wahl des Standortes betrifft. Mikwen dürfen auf einem Felsen oder auf der Erde errichtet werden. Dabei spielt die Wahl des Baumaterials keine Rolle, jeder verfügbare Baustoff darf verwendet werden. Beim Bau des Beckens muss jedoch darauf geachtet werden, dass das Becken wasserdicht ist, denn jede undichte Stelle, Risse oder Spalten machen es unbrauchbar. In der Regel haben einfache Ritualbäder annähernd die gleichen Ausmaße, sie sind zwischen 80 - 100 Zentimeter lang und breit und haben eine Höhe von mindestens 120 Zentimetern. Die Höhe garantiert einer stehenden Person beim Beugen der Knie ein problemloses Untertauchen. Die Größe einer Mikwe muss so konzipiert sein, dass sie ein Fassungsvermögen von 40 Seah aufnehmen kann. Das Maß von 40 Seah2 sind nach heutigem Verständnis von Mengen. - und Maßangaben circa 500 - 1000 Liter und berechnet sich aus der Wasserverdrängung und der Durchschnittshöhe beim gebückten Untertauchen3. Im Laufe der Geschichte haben sich verschiedene konstruktive Lösungen entwickelt. Die Einfachste war der Gang ins Meer oder in eine Quelle. Später nutzte man das natürliche Grundwasser oder legte Kanäle und Zuleitungen von einem Bach oder Fluss in Richtung Mikwe. Wollte man Schnee, Regen oder Hagel benutzen, so sah

2 ein antikes hebräisches Holzmaß, 1 Sea = 1/3 Efa = ca. 13 l 1 Uber, Heiner: Mit Haut und Haaren. Seit biblischen Zeiten gibt es die Mikwe, das Kultbad der Juden; eine Austellung in Frankfurt dokumentiert ihre Geschichte. Zeit –Magazin – Bd. 47, 1992 (38), S. 22-28 14

3 Zink, Wolfgang Se’ev: Denkmalpflege in Hessen. ‘Mikwot’ im Herzogtum Nassau um 1840. Die „Judenbäder“ zwischen traditionellem Religionsgesetz und staatlichen Hygienevorschriften. 2/1997, S. 44


DIE REINIGUNG

man bei Bau der Mikwe, zwei Becken vor, weil die Kontinuität und Menge des zu benutzenden Wassers erheblich schwankte. Nach der Befüllung ist im Talmud4 auch die Entleerung einer Mikwe (‘Mikwot’, Abschnitt 6 /10) festgelegt. Da das Becken früher keinen Abfluss hatte, wurde die Mikwe durch Ausschöpfen geleert, später installierte man Abflussrohre oder saugte das Wasser mit einem Schlauch ab. Diese Prozeduren ermöglichten ein einwandfreies Reinigen des Beckens. Das Erwärmen des Wassers war früher nicht üblich, das liegt daran, dass die klimatischen Bedingungen des Ursprungslandes ein Aufheizen nicht erforderten. In kälteren Gebieten, wo das Wasser lediglich um die 8 Grad im stehenden Zustand und 12-14 Grand im fließenden Zustand haben, ist eine Erwärmung des Wassers gar nicht wegzudenken. Dr. Abraham Geiger5 ,, Stadtrabbiner von Wiesbaden setzte sich 1837 mit genau dieser Problematik auch auseinander. Er war einer der führenden Köpfe bei der jüdischen Reformbewegung und bemängelte die eisigen Zustände während des Baderituals. Seiner Meinung nach, waren die jüdischen Frauen seiner Zeit stark gesundheitsgefährdet, einher mit dem Bad gehen Krankheiten wie: Gliederlähmung, Blindheit, Taubheit und sogar der plötzliche Tod6. Doch sind

diese Aussagen reine Spekulation, es ist nämlich bekannt, dass man sich bereits viele Jahrhunderte früher darüber Gedanken gemacht hat, wie man das Wasser erwärmen kann. Der Überlieferung zu folge, warf man eine Vielzahl von heißen Steinen in das Becken, um die Wassertemperatur anzuheben. Eine offene oder geschlossene Feuerstelle mit Kesseln für das Erwärmen des Wassers, das zu dem „Reinen“ zugegeben werden durfte, gab es sicherlich schon vor Beginn des 19. Jahrhunderts und entkräftet damit die Aussagen des Rabbiners. Heute wird das Wasser, wenn nötig mit Hilfe von modernen Heiz. – und Warmwasseraufbereitungsanlagen erhitzt und je nach Bedarf hinzugefügt.

4 Talmud
(wörtl. etwa ‘Lernen’, ‘Unterricht’) Aus 6 ‘Ordnungen’ und insgesamt 63 Traktaten bestehendes Hauptwerk der mündlichen jüdischen Lehre, die die schriftliche Lehre (Tora) begleitet und erläutert. 5 Abraham Geiger (* 24. Mai 1810 in Frankfurt am Main; † 23. Oktober 1874 in Berlin) war ein deutscher Rabbiner. Er war einer der ersten und wichtigsten Vordenker des Reformjudentums sowie ein bedeutender jüdischer Gelehrter im Bereich der Wissenschaft des Judentums. 6 Zink, Wolfgang Se’ev: Denkmalpflege in Hessen. ‘Mikwot’ im

Herzogtum Nassau um 1840. Die „Judenbäder“ zwischen traditionellem Religionsgesetz und staatlichen Hygienevorschriften. 2/1997, S. 42 15


1820

Die Situation der jüdischen Gemeinde von Felsberg vor 1820 Um auf den Bau der Mikwe in Felsberg eingehen zu können, muss man in die Vergangenheit zurück schauen. Die Felsberger Juden haben in ihrer Besiedlungsgeschichte die gleiche Entwicklung erfahren müssen, wie viele andere Gemeinden es in Europa auch tun mussten. Damit ist die Zeit es Mittelalters gemeint, in der die Christen und besonders die katholische Kirche Europa dominierte. Die europäischen Staaten und die Kirche bildeten eine zusammenhängende Einheit. Seit dem Hochmittelalter betrachteten die Katholiken das Judentum als eine veraltete und fremdartige Religion. Sie entwickelten ein gehöriges Misstrauen und Hader gegenüber diesen andersdenkenden Minderheiten. Kam es in der Welt zu Krieg, Krankheiten, Epidemien oder Hungersnöten gab die Gesellschaft, der Staat und die Kirche den Juden die Schuld daran. Es setzte eine Art Judenpogrom1 ein, Massenmorde, Verbrennungen und Folter waren dabei nicht unübliche Maßnahmen. Im Zuge dieser Ausschreitungen exterminierte man alle Juden in für sie bestimmte Gettos oder verlagerte ihren Wohnsitz vor die Mauern der Stadt. Man vermutet, dass dieses beschriebene Vorgehen auch in Felsberg durchgesetzt wurde. Wie bereits im Text beschrieben umgab die Stadt eine Stadtmauer. Mit schätzungsweise 900 Metern Länge legte sich die Mauer aus Basaltsteinen wie ein Befestigungsgürtel um die heutige Altstadt und ließ die Stadt wie eine große Burg aussehen. Aus der Über-

1 Judenpogrom (v. russ. pogrom, urspr. = Verwüstung, Unwetter, später Ausschreitung gegen Minderheiten und Randgruppen) 16

lieferung kann man entnehmen, dass die Mauer zwischen vier bis sechs Meter hoch war und etwa eine Stärke von einem Meter hatte. Wer in die Stadt wollte, musste durch eins der drei bewachten Stadttore hindurch. Aus den historischen Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass hauptsächlich die jüdische Gemeinde vor den Mauern der Stadt sesshaft wurde. Da es zu dem im späten Mittelalter und auch in den folgenden Jahrhunderten noch keinerlei jüdische Einrichtungen in der Stadt Felsberg gab, waren die Anhänger des jüdischen Glaubens dazu gezwungen nach Alternativen zu suchen. So kann man nur vermuten, dass der Gottesdienst wahrscheinlich in einem oder zwei gemieteten Räumen eines Privathauses abgehalten wurde und somit zum Beth Tefila dem Haus des Gebets wurden. Zum rituellen Bad gingen die Felsberger Juden nach Neuenbrunslar einer kleinen Nachbargemeinde, die heute zur Stadt Felsberg gehört. Das Dorf wurde erstmalig 1154 urkundlich erwähnt und liegt an der Eder, einem Fluss, durch den die Region Schwalm Eder Kreis ihren Namen hat. Zur damaligen Zeit als es noch keine Mikwen in der Stadt Felsberg gab wanderten die Frauen etwa 5 Kilometer nach Neuenbrunslar um sich im Fluss reinzuwaschen. Das Eintauchen in den Fluss musste zu jeder Jahreszeit und zu allen Witterungslagen vollzogen werden.


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Felsberg

Neubrunslar


MIKWE IN DER UNTERGASSE 19

Die Dokumentation der Mikwe in der Untergasse 19 Nach dem das bisherige Leben der jüdischen Gemeinde ausführlich dargestellt wurde, soll es in den nächsten Abschnitt vordergründig um die Dokumentation und Beschreibung der Mikwe von Felsberg gehen. Wie bereits einen Absatz höher beschrieben, gingen vor allem die Frauen in ganz regelmäßigen Abständen nach Neuenbrunslar um sich rituell reinzuwaschen. Doch jüngste Ausgrabungen haben ergeben, dass es bereits ab 1820 eine öffentliche Mikwe in der Stadt Felsberg gegeben haben muss. Sie befindet sich in der Untergasse 19 in Felsberg. Wie der Straßenname Untergasse bereits verrät, befindet sich die Mikwe tatsächlich am untersten Fuße des damaligen Burgberges und hinter der ehemaligen Stadtmauer. Was ein weiteres Indiz dafür ist, dass auch die Felsberger Juden vor die Stadtmauern getrieben wurden. Die zu analysierende Mikwe ist ein zufälliger Fund, der Familie Eitel, die in ihrem Garten hinter dem Haus einen Birnenbaum pflanzen wollten und unerwartet auf die Grundmauern des Beckens gestoßen sind. Wenn die Angaben des Archäologen stimmen und die Mikwe bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert existiert, dann ist sie die erste und älteste jüdische Einrichtung der Stadt Felsberg. Denn sowohl der Friedhof als auch die Synagoge und die jüdische Elementarschule entstanden erst 20-40 Jahre später. Das würde unsere Annahme unterstreichen, dass es nicht unüblich war, dass das Gebet, der Gottesdienst und der Unterricht in angemieteten Räumen von Privatpersonen abgehalten wurden.

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Doch der Besuch eines Tauchbades war unabwendbar und somit war der Bau einer Mikwe ganz dringend notwendig. Wir glauben, dass es sich bei der Mikwe von Herrn Eitel um eine öffentlich zugängliche Mikwe gehandelt haben muss. Da es keinerlei Indizien dafür gibt, das jemals ein Wohnhaus darüber stand. Bei der Beschreibung der Anlage wird zunächst der momentane Istzustand beschrieben und in Folge der Dokumentation werden Vermutungen anstellt, wie die Mikwe in Felsberg mal ausgesehen haben könnte und mit welcher Mikwe wir denken Sie vergleichen zu können. Das rituelle Bad im Garten der Familie Eitel ist eine alte Sandstein Anlage vermutlich aus dem Jahr 1820. Sie ist, wie bereits erwähnt durch einen unerwarteten Zufall freigelegt wurden und in mühevoller Handarbeit restauriert wurden. Bei der Beckenanlage handelt es sich um einen L-förmigen Grundriss, mit einer Seitenlänge von 185 Zentimetern mal 290 Zentimetern. Die Stufen zum Becken führen um eine Ecke auf ein Zwischenpodest und dann noch weitere Stufen hinunter zum Tauchbecken. Der Abgang zum Wasser hinunter ist im derzeitigen Zustand nur noch 59 Zentimeter breit weil die Eheleute Eitel ein Teil der historischen Anlage mit gewöhnlichen Betonsteinen überpflastert haben. Die folgenden Stufen, die man herabsteigt, sind dann aber 84 Zentimeter breit und haben eine Auftrittslänge von 26 Zentimetern. Insgesamt muss man 5 Stufen bis zum Po-


Mikwe Untergasse 19

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MIKWE IN DER UNTERGASSE 19

dest herabsteigen, wobei die erste Stufe deutlich höher ist, als die anderen, da Herr Eitel gut eine Schicht von 24 Zentimetern neu auf den Bestand gesetzt hat. Mit neu sind zwei Reihen Betonpflasterstein mit jeweils 5 bzw. 6 Zentimetern Höhe gemeint und eine Sandsteinschicht die gut 11 Zentimeter hoch ist, die als lose Fundstücke wieder mit verbaut wurden. Die nächsten drei Stufen haben insgesamt eine Höhe von 21 Zentimetern, wobei der Sandstein 19 Zentimetern hoch ist und eine Schicht Mörtel mit 2 Zentimetern dazu kommt. Die letzte Stufe vor dem Podest ist 24 Zentimeter hoch und ist damit ein wenig höher als die Anderen. Das Zwischenpodest hat insgesamt eine Länge und Breite von 86 Zentimetern. Das besondere an dem Podest ist, das es aus zwei großen Sandsteinblöcken besteht, einem 46 Zentimeter breiten und einem 33 Zentimeter breiten Sandstein, der größere von beiden ist nach 20 Zentimetern Länge diagonal gebrochen. Der größere Teil des Steins ist im Laufe der Zeit und unter den Witterungseinflüssen abgesackt und fällt zum Rand hin ab. Am äußeren Rand befinden sich noch 7 Zentimeter breite Füllsteine, die aller Wahrscheinlichkeit nach erst nachträglich eingesetzt wurden. Um zum Wasserbecken zu gelangen müssen weitere 4 Stufen überwunden werden. Die in der Regel eine Auftrittsbreite und eine Steigung von 26 Zentimetern haben. Nur die letzte Stufe ist mit einer Steigung von 15 Zentimetern ungewöhnlich niedrig. Die Stufen sind im Vergleich zu den anderen Steinstufen breiter. Sie sind 105 Zentimeter breit und dadurch sehr komfortabel zu begehen. Die Stufenanlage ist, wie alles an der Mikwe auch aus Sand20

stein, der sein ganz natürliches Vorkommen in der Region hat. Der Gensunger Sandstein ist ein beliebtes Baumaterial in der Stadt gewesen, denn sowohl die Synagoge, die Stadtmauer, die Wohnhäuser und auch die Mikwe sind aus Sandstein. Das eigentliche Tauchbecken hat ein Grundmaß von 105 mal 122 Zentimetern. Andere Mikwen, über die wir gelesen haben, sind vergleichsweise genau so groß. Die Mikwe aus Königstein, im Main Taunus Kreis hat auch eine Grundfläche von 90 mal 90 Zentimeter und eine Tiefe von 110 Zentimetern. Sie wurde 1837 erbaut und eignet sich für uns als Vergleichsexemplar. Die Bodenplatte der Mikwe konnte man leider nur erfühlen, weil die Mikwe mit Wasser gefüllt war und man leider nicht bis auf den Grund des Bodens schauen konnte. Es lies sich aber erfühlen, dass der Boden nicht aus einer zusammenhängenden Platte bestand, sondern aus vier einzelnen Blöcken. Das Tauchbecken wird von der Familie Eitel heute nur noch als Bewässerungsbecken für den Garten und die Pflanzen benutzt. Das Wasser dafür kommt aus dem Boden, denn die Mikwe ist Grundwasser gespeist. Die Nähe zur Eder und der hohe Grundwasserspiegel versorgten früher und heute die Mikwe mit ausreichend „lebendigem Wasser“. Zum aktuellen Zeitpunkt stand das Wasser aufgrund von Straßenumbaumaßnahmen und dem geringeren Grundwasserspiegel nicht mehr so hoch. Aber dennoch reicht der Wasserspiegel aus, damit das Becken nicht austrocknete. An dem Tag, an dem wir die Mikwe analysiert und vermessen haben stand, das Wasser ungefähr 30 Zentimeter hoch. Das Tauchbecken, hat aber insgesamt eine Höhe von 2,2


MIKWE IN DER UNTERGASSE 19

Metern, wo aber genau die Wasserkante aufhörte ist nicht mehr zu rekonstruieren, dafür gab es keinerlei Anzeichen mehr. Wir vermuten nur, dass das Wasser bis zum Zwischenpodest gereicht haben muss damit man in Gänze Untertauchen konnte. Um ein vollständiges Untertauchen gewährleisten zu können, ist mindestens eine Höhe von 120 Zentimetern nötig. Genau die Höhe hat das Becken erreicht , wenn das Zwischenpodest unter Wasser steht. Die gesamte Gartenanlage von Familie Eitel ist sehr stark gegenüber dem Urzustand verändert worden. Eine ganz neue Wegeführung, Betonpflastersteine und Bepflanzungen lassen nicht mehr erahnen, wie es zu früherer Zeit ausgesehen haben könnte. Was wir heute noch erkennen können, ist das die Mikwe circa 1,5 Meter unter dem normalen Straßenniveau liegt. An der Stelle, an der die Familie heute ihren Zaun gesetzt hat und die Grundstückgrenze verläuft, muss früher die alte Stadtmauer von Felsberg verlaufen sein. Ein Blick zur anderen Seite zeigt, dass es sich nicht nur um eine Spekulation handelt, sondern noch Teile der alten Stadtmauer zu erkennen sind. Nach einem Gespräch mit unseren Gastgebern haben wir erfahren, dass es sich bei dem Wohnhaus um das Elternhaus von Herrn Eitel handelt. Seiner Beschreibung nach wurde das Haus, nachträglich vergrößert. In dem Bereich, in dem angebaut wurde, war zu seinen Kindheitstagen noch der hauseigene Garten. Das bedeutet, das es schon immer einen schmalen Weg hinter dem Haus und dem Garten gegeben hat, erst dann die Stadtmauer kam und da hinter dann die Mikwe ihren Bestimmungsort hatte.

Durch einen Besuch des Stadtarchivs von Genungen konnten wir recherchieren, dass in dem Elternhaus der Familie Eitel, früher die jüdische Familie Löwenstein gelebt hat. Jacob Löwenstein und seine Frau bewohnten damals das Haus in der Untergasse 19 und besaßen die Flur 279. Das konnten wir der historischen Flurkarte von 1879 entnehmen, die wir ebenfalls im Stadtarchiv von Gensungen bekommen haben. Mit der Familie Löwenstein lebten noch viele andere jüdische Familien in der Nachbarschaft. So waren in der Straße unter anderen die Familien Ploch, Goldschmidt, Kafs und die Familie Weingarten ansässig. Wir vermuten, dass im gesamten Einzugsgebiet rund um die Untergassen sehr viele jüdische Familien lebten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es in unmittelbarer Nähe, diese von uns zu analysierende Mikwe gab. Die bestehende Situation der Mikwe zu rekonstruieren, ist nur Versuch und basiert lediglich auf Vermutungen unsererseits, da es leider keine weiteren Aufzeichnungen darüber gibt, die wir in unsere Analyse hätten mit einfließen lassen können. Das eine existierende Bild der zu bearbeitenden Mikwe ist mit dem Tod des Besitzers verschollen. Einen Zeitzeugen, der sich an den Bau erinnern könnte, gibt es leider nicht mehr. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als das Ritualbad mit einem ähnlichen Gebäude zu vergleichen. Wir denken, dass es sich bei dem jüdischen Badehaus um ein typisches Fachwerkgebäude handelt, mit Ständerwerk, Brustriegeln und einer Ausfachung aus Backstein-Mauerwerk. Das Badehaus wurde gemäß der historischen Flurkarte an die Stadtmauer heran gebaut und eventuell 21


MIKWE IN DER UNTERGASSE 19

wurde das Becken aus dem gleichen Gensunger Sandstein gebaut, wie die Stadtmauer. Das Gelände hinter der Mauer ist abfallend, es handelt sich um circa 1 Meter Höhenunterschied, zwischen dem Weg, der Mauer und dem Grundstück hinter der Mauer. Um die Mikwe zu getreten, muss man in unserer Rekonstruktion 6 Stufen herabsteigen, erst dann betritt man das Badehaus. Die Grundfläche von vermutlich 4 mal 5 Jochen war möglicherweise unterteilt in zwei Bereiche. Der größere von beiden, diente vielleicht als Warteraum und Umkleide und hatte einen direkten Zugang von der Straße aus. Das in L-Form angelegte Tauchbecken befand sich in der südöstlichen Ecke des Gebäudes. Höchstwahrscheinlich befand sich in diesem Haus auch ein Ofen um das Gebäude zu heizen, ob der Ofen auch für die Warmwasseraufbereitung genutzt wurde, ist leider nicht mehr zu rekonstruieren. Eine alte Wasserleitung oder ein Warmwasserzulauf, beziehungsweise deren Befestigungen sind am derzeitigen Zustand der Mikwe nicht zuerkennen. Wir gehen davon aus, dass das Wasser eventuell mit heißen Steinen erwärmt wurde. Das Wasser für die Mikwe kam wie bereits vorher erwähnt aus dem Grundwasser, die Nähe zur Eder ermöglichte einen nahezu konstanten Wasserspiegel. Wenn wir den Innenraum beschreiben, so wie wir uns den vorstellen, dann sind die Innenwände verputzt. Auf dem Fußboden sind dicke, schwere Holzdielen verlegt und ein Holzgeländer führt die Treppenstufen zum Wasser herunter. Auf der Südwest Seite des Gebäudes befanden sich vermutlich ein paar Fenster, die wir in der Rekonstruktion auf eine Höhe von 2,3 Metern gebaut haben. Die beträchtliche Höhe verhindert ei22

nen unerwünschten Einblick in das Innere der Mikwe. Ergänzend ist dazu zu sagen, dass ein Westfenster dienlich sein kann, um den Anbruch der Nacht und so eine korrekte Tauchzeit überprüfen zu können. Während Herr Eitel in seinem Garten die Überreste der Mikwe aushob, stieß er auf Backsteine, mit denen höchstwahrscheinlich das frühere Fachwerk verfüllt wurde. Vermutlich wurde die Mikwe im Zuge des Zweiten Weltkrieges und der damit verbundenen Deportation der Juden aufgegeben, beziehungsweise haben bereits früher, reichere Juden sich private Hausmikwen in den eigenen Kellerräumen errichtetet. Ein weiterer Grund für die Aufgabe der Mikwe könnte auch die Schließung durch Beamte im frühen 20. Jahrhundert sein, da die Mikwe nicht mehr den hygienischen Standards entsprach.


Mikwe

11 Felsberg 1 Isometrischer Schnitt, Zustand, 2012 Ohne MaĂ&#x;stab


b

d

217 cm 185 cm

c

c

a

a

030

106 cm

030 b

d

290 cm

030

166 cm

Mikwe

0

50

100

150

200

250

500

11 Felsberg 1 Schnitt c_c, Zustand, 2012 MaĂ&#x;stab 1 :50


Mikwe

0

20

40

60

80

100

11 Felsberg 1 Schnitt d_d, Zustand, 2012 MaĂ&#x;stab 1 : 20 200 cm


Mikwe

0

20

40

60

80

100

11 Felsberg 1 Schnitt d_d, Zustand, 2012 MaĂ&#x;stab 1 :20 200 cm


Mikwe

0

20

40

60

80

100

11 Felsberg 1 Schnitt d_d, Zustand, 2012 MaĂ&#x;stab 1 : 20 200 cm


Mikwe

0

20

40

60

80

100

200 cm

11 Felsberg 1 Schnitt b_b, Zustand, 2012 MaĂ&#x;stab 1 : 20


Mikwe

11 Felsberg 1 Fassadenabwicklung, Zustand, 2012 MaĂ&#x;stab 1 : 20


Mikwe

11 Felsberg 1 Isometrischer Schnitt, Rekonstruktion Ohne MaĂ&#x;stab


N c

a

d

d

b

b

c

a

Mikwe

0

50

100

150

200

250

500

11 Felsberg 1 Grundriss, Rekonstruktion MaĂ&#x;stab 1 : 50


Mikwe

0

50

100

150

200

250

500

11 Felsberg 1 Schnitt a_a, Rekonstruktion MaĂ&#x;stab 1 : 50


Mikwe

0

50

100

150

200

250

500

11 Felsberg 1 Schnitt b_b, Rekonstruktion MaĂ&#x;stab 1 : 50


Mikwe

0

50

100

150

200

250

500

11 Felsberg 1 Schnitt c_c, Rekonstruktion MaĂ&#x;stab 1 : 50


Mikwe

0

50

100

150

200

250

500

11 Felsberg 1 Schnitt d_d, Rekonstruktion MaĂ&#x;stab 1 : 50


MIKWE IN DER OBERGASSE 5

Die Dokumentation der Mikwe in der Obergasse 5 Als wir im Herbst die Stadt Felsberg bereist haben, begegneten wir durch einen glücklichen Umstand einem weiteren rituellen Tauchbad. In diesem Fall handelt es sich um eine Mikwe, die höchstwahrscheinlich von einer Familie privat erbaut wurde. Die Mikwe befindet sich in der Obergasse 5 in der gleichen Straße, wie die jüdische Elementarschule und die Synagoge. Das Gebäude wird heute von dem Schriftsteller Detlef Lecke bewohnt. Die Mikwe wird durch einen separaten Kellereingang erschlossen, der an der Seite des Gebäudes liegt. Ein Tor verhindert das Eindringen unerwünschter Personen. Der Zugang ist sehr schmal und eng, er entspricht gerade mal einer Laufbreite von 80 Zentimetern. Insgesamt führen 14 Stufen in den Keller, wobei die ersten acht Stufen neu betoniert wurden und die restlichen Sechs aus alten Sandsteinen sind. Betritt man den Keller, so empfindet man auf der Haut eine gewisse Kälte und Feuchtigkeit, es richt nach Moder und Erde. Die Anlage entspricht vom Typus her einem Kellerraum mit Tonnengewölbe. Der Kellerraum hat insgesamt ein Ausmaß von 6 Metern mal 4 Metern und einem kleineren Bereich mit 2,3 Metern mal 2,5 Metern. In dem hinteren separaten Bereich befindet sich auch das Tauchbecken. Die Höhe des Kellers variiert zwischen den Bereichen, im vorderen Teil der Anlage ist die Decke 2 Meter hoch, in dem Bereich des Beckens ist die Decke nur noch 1,6 Meter hoch. Die gesamte Kelleranlage besteht aus Naturstein, Bruchstein und Geröll, die Steine sind mit Lehm, Sand und Ton verfüllt. Das Becken ist ebenfalls aus Naturstein und ein Teil aus Sandstein gebaut. 48

Die Beckenanlage ist 80 Zentimeter breit undschmale Stufen führen zum Wasser herab. Das Stufenmaß beträgt, 18 Zentimeter Auftrittsbreite und ebenfalls 18 Zentimeter Auftrittshöhe, insgesamt führen 6 sichtbare Stufen ins Becken herunter. Ein Sockel aus Sandstein umfasst die linke Seite des Beckens. Der Sockel ist 20 Zentimeter hoch und 30 Zentimeter breit und besteht aus einzelnen Sandsteinblöcken, insgesamt sind es 5 einzelne Blöcke. An dem Tag unserer Besichtigung stand Wasser in der Mikwe, wie hoch, konnten wir leider nicht genau ablesen, doch es waren ungefähr 50 Zentimeter Wasser im Becken. Alles in allem hat das Tauchbecken ein Ausmaß von 1 Meter mal 0,8 Meter und eine Höhe von Unterkante zu Oberkante von 1,50 Metern. Der Zustand der Anlage ist gut erhalten, lediglich die Feuchtigkeit könnte dem Keller in Zukunft schaden. Herr Lecke benutzt die Räumlichkeiten als Weinkeller und das Wasser aus dem Becken als Brauchwasserreservoir. Ein Kaminschacht neben dem Becken lässt darauf schließen, dass der Keller mit Kohle oder Holz beheizt wurde. Wir vermuten aber, dass ausschließlich der Kellerraum beheizt wurde, da es im Becken und am Beckenrand keinerlei Anzeichen einer Warmwasserleitung oder eines Warmwasserzulaufes gab. Eine kleine Fensteröffnung auf der Südseite des Gebäudeteils lässt ein wenig Licht in das dunkle des Kellers. Wir gehen aber davon aus, dass es sich bei der Öffnung eher um ein Kohlenfenster handeln muss und weniger um ein Fenster zur


Mikwe Obergasse 5


MIKWE IN DER OBERGASSE 5

Belichtung. Das Fenster ist 50 Zentimeter groß und befindet sich auf 1,50 Meter Höhe. Was uns sich nicht erschlossen hat, ist in wie weit das Gebäude früher einmal erschlossen wurde. Was wir aber wissen ist, dass das Wohnhaus komplett saniert und umgebaut wurde. Es wurde von giebelständig zu traufenständig verändert und hat dadurch die äußeren Gebäudekanten verloren. Mit aller Wahrscheinlichkeit lag der Eingang nicht wie heute außerhalb des Wohngebäudes, sondern ließ sich von innen erschließen. Wie Alt die Mikwe und damit auch das Wohnhaus ist, lässt sich zum jetzigen Augenblick nicht sagen. Wie viele private Mikwen es in Felsberg gab wissen wir nicht, aber wir sind sehr erfreut darüber, dass wir diese eine Mikwe im Keller von Herrn Lecke noch ausfindig machen konnten. Leider lässt sich nicht mehr herausfinden, was für eine jüdische Familie in diesem Haus gewohnt hat, doch scheinbar muss sie recht wohlhabend gewesen sein, da es nicht üblich war, dass sich einzelne Juden eine solche Mikwe leisten konnten. Zudem kommt hinzu, dass das Wohnhaus nicht wie üblich vor der Stadtmauer stand sondern an einer der prominentesten Stellen in der Obergasse 5, in unmittelbarer Nähe zur Synagoge und der jüdischen Schule und dem Burgberg.

50


Mikwe

11 Felsberg 2 / 3 Schnittisometrie, Zustand, 2012 Ohne MaĂ&#x;stab


a 400 cm

170cm 080 cm

230 cm

035

600 cm

600 cm

460 cm 525 cm

Tonnengewรถlbe 2.0 m hรถhe

030

140 cm 045

735 cm

Tonnengewรถlbe 1,6 m hรถhe

135 cm

6 Stufen 18/18

14 Stufen 27/21 cm

a

Mikwe

0

50

100

150

200

250

500 cm

11 Felsberg 2 / 1 Grundriss, Zustand, 2012 MaรŸstab 1 : 50


Mikwe

0

50

100

150

200

250

500 cm

11 Felsberg 2 / 2 Schnitt a_a, Zustand, 2012 MaĂ&#x;stab 1 : 50


FAZIT

Fazit So groß die Bedeutung der jüdischen Mikwe, als Ort des rituellen Bades, der Reinigung und Teil des religiösen Ritus, umso ernster ist deren heutige Umnutzung. Obgleich das Bad als Brauchwasserspeicher oder steinerne Regentonne genutzt wird, so entspricht keine der Nutzungen den Vorstellungen des Erbauens und die Klassifizierung des rituellen Ortes fällt umso schwerer. Das Vergessen solcher Stätten und das Verdrängen aus unserem Bewusstsein verstärkt die Bedeutung dieser Seminararbeit als Abhandlung über Orte und deren Genius, die längst vergessen scheinen. Nicht auszumalen wie viele von solchen Mikwen schlummernd in deutschen Kellern auf ihre Entdeckung warten. Durch die Entdeckung solcher historischen Anlagen und dem nötigen Fleiß vieler privater Eigentümer tragen wir jeden Tag ein Stück dazu bei, diese Schätze des jüdischen Glaubens aus der Versenkung zu heben. Durch diese Arbeit ein Teil dazu beigetragen zu haben, Vergangenes besser zu verstehen und unscheinbare Orte besser Deuten zu können. Als wahrscheinlich kleinster Nenner eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes. Diese Arbeit lässt nun den Schluss zu, dass entgegen aller Erwartungen, die Bewahrung ehemaliger Kulturstätten noch lange nicht selbstverständlich geworden ist. Es ist zu hoffen, dass in Zukunft noch mehr Menschen sich an dem Erhalt und der Instandsetzung jüdischer Kulturgüter beteiligen. Wir können nur hoffen, dass es in naher Zukunft noch häufiger solche Funde getätigt werden, damit noch mehr Mikwen unter Denkmalschutz gestellt werden können und sie mehr dadurch mehr zur Selbstverständlichkeit werden. 57


MIKWE UNTERGASSE

58


MIKWE UNTERGASSE

59


MIKWE OBERGASSE

60


MIKWE OBERGASSE

61


VERZEICHNISSE

Internetseitenverzeichnis

Literaturnachweis

h t t p : / / w w w. d e . c h a b a d . o r g / l i b r a r y / article_cdo/aid/1191397/jewish/ Eine-Feministin-zum-Thema-Mikwe.htm

Die vorstehende Arbeit ist auf der Grundlage der nachfolgend zitierten Literatur entstanden.

http://www.alemannia-judai ca.de/felsberg_synagoge.htm

Altaras, Thea; Das jüdische rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen- Was geschah seit 1945? Teil II; Die blauen Bücher; Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Verlagsbuchhandlung KG, Königstein im Taunus; 1994

http://articles.denkmalpflege-hessen. de/cgi-bin/home.pl?session=7dc32d8d67c7c71b2bdb4a54387f5e23&pgreg=content&id=261&event=View

Zink, Wolfgang Se’ev: Denkmalpflege in Hessen. ‘Mikwot’ im Herzogtum Nassau um 1840. Die „Judenbäder“ zwischen traditionellem Religionsgesetz und staatlichen Hygienevorschriften. 2/1997 Uber, Heiner: Mit Haut und Haaren. Seit biblischen Zeiten gibt es die Mikwe, das Kultbad der Juden; eine Ausstellung in Frankfurt dokumentiert ihre Geschichte. Zeit –Magazin – Bd. 47, 1992 (38), S. 22-28 Weinstein Siegfried F. ; an Office of Military Gouvernement Melsungen vom 24.2.1947; Spruchkammer Melsungen; HHStA, Abt. 520/Me, Nr. B II 60/1169, Bl. 9. Vgl. zu einigen der genannten Schilde, „Jedermann wusste, dass es nicht gestattet war, Juden zu misshandeln, zu ermorden...“ Statistiken; Städtebau; Archivakten: StA Wiesbaden, Marburg; - Informationen von Ortsbehörde und Privatpersonen; ferner Zeitungsnotizen ( Jüdische Wochenzeitung Kassel 1925)

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