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Q U I T T E N B AU M Kunstauktionen M端nchen

Auktion 127 C

Moderne Kunst 23. Juni 2016


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Q U I T T E N B AU M Kunstauktionen München

Auktion 127 C Theresienstraße 60 Donnerstag, 23. Juni 2016, ab 15.00 Uhr

Moderne Kunst Vorbesichtigung: Theresienstraße 58 und 60 Donnerstag 16. Juni 10 - 18 Uhr Freitag 17. Juni 10 - 18 Uhr Samstag 18. Juni 13 - 17 Uhr Sonntag 19. Juni 13 - 17 Uhr Montag 20. Juni 10 - 18 Uhr

Q U I T T E N B A U M Kunstauktionen GmbH Geschäftsführer: Askan Quittenbaum Theresienstraße 60 · D-80333 München Tel. (+49)-89-27 37 02 10 · Fax (+49)-89-27 37 02 122 Öffnungszeiten: Di.-Fr.: 15-18 Uhr Donner & Reuschel AG, Konto-Nr. 0226 8802 00, BLZ 200 303 00 IBAN DE57 2003 0300 0226 8802 00, Swift/BIC: CHDBDEHHXXX


Auktion 127 C

Moderne Kunst Donnerstag, 23. Juni 2016, ab 15.00 Uhr Klassische Moderne

594 - 667

Kunst nach 1945

668 - 746

Außereuropäische Kunst

747 - 762

Titel: Kat.-Nr. 649 Karl Schmidt-Rottluff, Künstlerpostkarte 'Zwei gelbe Häuser', 1911. Schätzpreis: E 12.000 - 15.000 Rücktitel: Kat.-Nr. 600 André Evard, 'Kirche mit Landschaft', 1913. Schätzpreis: E 22.000 - 25.000 Innentitel: Kat.-Nr. 610 Erich Heckel, Künstlerpostkarte 'Frau bei der Toilette', 1911. Schätzpreis: E 22.000 - 25.000 Kat.-Nr. 602 August Gaul, 'Katze (Kater)', 1901. Schätzpreis: E 10.000 - 12.000

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Erklärung zu den Katalogeinträgen anhand eines Beispiels / Explanation of catalogue entries by this example: OTTO DILL 'Löwengruppe', 1918

Künstler / Hersteller / Artist / Designer / Manufacturer Objekt / Titel / Entwurfsjahr / Item / Title / Year of Design

Öl auf Hartfaserplatte. Ca. 50,0 x 70,0 cm. Rechts unten sign.: Otto Dill und datiert 1918 (Öl). Verso vom Künstler eigenhändig beschriebenes Etikett mit Titel und Datierung, Etikett der Münchener Kunstausstellung 1919 im Glaspalast mit Exponatnummer 1211 u. weiteres Klebeetikett mit Schenkungsnachweis aus dem Jahr 1922.

Material / Kurzbeschreibung / Maße: Höhe x Breite x Tiefe cm, bzw. Höhe; Durchmesser Material / Description / Size: height x width x depth cm, resp. height; diameter Hersteller, falls bekannt mit Ausführungsjahr / Manufacturer / Year of manufacture (if known) Bezeichnung / Signatur / Inscription / Signature Zustand / Zusatzinformationen / Condition / additional information

Provenienz: Besitz Johanna und Casimir Otto Katz, folgend Claus Bally, seither in Familienbesitz. Hans-Jürgen Imiela, Otto Dill, Karlsruhe, 1960. E 4.500 - 5.000 E 4.500 - 5.000 *

Provenienz / Provenance Literaturhinweis / References

Schätzpreis (Aufgeld wahlweise mit Differenz- oder Regelbesteuerung) / Estimate (buyer’s premium with either Differential taxation or Standard taxation). *R  egelbesteuertes Aufgeld von 19,5% zuzüglich 19% MwSt. auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld / Standard taxation 19.5% VAT of 19% levied on total amount (Detaillierte Informationen zum Aufgeld siehe Versteigerungsbedingungen Punkt 9) / (detailed information on buyer’s premium please confer conditions of sale, subparagraph 9)


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594      BARTOLD ASENDORPF (Stettin 1888 - 1946 Buchenwald) 'Mondnacht', 1930 und 1942 Aquarell und Goauche über Kohle auf chamoisfarbenem Maschinenbütten. 24,0 x 32,2 cm (Blatt). Mittig sign.: Bartold Asendorpf und datiert: 1930 und 1942 (Bleistift). Bl. auf Unterlagekarton in Leinenpassepartout befestigt. Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 1.200 - 1.400

595      BARTOLD ASENDORPF (Stettin 1888 - 1946 Buchenwald) Ohne Titel (Landschaft mit Kühen), 1932 und 1939 Aquarell und Gouache über Tusche auf dünnem, chamoisfarb. Velin. 42,0 x 52,7 cm (Blatt). Mittig am unteren Rand sign.: Bartold Asendorpf und datiert: 1932 (Tusche), rechts daneben datiert: u (19) 39 (Bleistift). Bei Bartold Asendorpf handelt es sich um einen Außenseiter in der Kunstgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dazu erklärt Hubertus Froning: "Bartold Asendorpf ist bis heute einem breiten Publikum weitgehend unbekannt geblieben. Das liegt sicher nicht an seiner künstlerischen Qualität, sondern eher daran, daß er infolge seiner Zurückgezogenheit stets im Schatten der großen deutschen Expressionisten gestanden hat und daß die Verfemung im Dritten Reich eine völlige Abkapselung bewirkte, so daß er erst heute allmählich in das Bewußtsein des Publikums und des Kunstbetriebs Eingang findet." Asendorpf, für den eine umfangreiche Ausstellungstätigkeit bis zum Ausstellungsverbot durch die Reichskulturkammer im Jahr 1943 nachgewiesen werden kann, starb 1946 in dem Konzentrationslager Buchenwald. Die sowjetische Besatzungsmacht hatte in seinem Haus eine zufällig versteckte Luftwaffenpistole entdeckt und ihn in Buchenwald interniert. Er verließ das Konzentrationslager nicht mehr lebend. Asendorpf fand als Postexpressionist in der Verbindung von Impressionistischem und Expressionistischem eine eigene interessante Bildsprache. Seine spröde, aber hochsensible Kunst ist Niederschlag eines Lebensgefühls, ist Existenzmalerei. In den 1930er Jahren, deren Mitte den Höhepunkt von Asendorpfs Schaffen markiert, entstehen überwiegend Arbeiten auf Papier in origineller Technik über schwarzer Tusche mit weißer Kreide gezeichnet. Zu diesen erläutert Hubertus Froning: "Mit Energie und Impetus notiert der Tusch- und Sepiapinsel schnell und sicher die Vorstellung einer Landschaft als die Wirklichkeit. (...) In einer eigenwilligen Rhythmik werden die Dinge nie direkt angesprochen, sondern erfordern Phanatsie, sie zu vervollständigen und sie in einem Zusammenhang zu sehen. Auch bei der Anwendung von Farbe geht Asendorpf äußerst sparsam vor. Während die Tusche oder die mit anderem Material schwarz bezeichneten Stellen das Bildgerüst akzentuieren, sichern die Weißhöhungen und die Verwischungen mit Kreide oder Farbe eine zusammenfassende Kontinuität (...) Die mit handschriftlicher Geste vorgenommenen Verwischungen, die über die Gegenstände hinwegführen, machen, abgesehen davon, daß sie einen wunderbaren Oberflächenreiz verursachen, das Undingliche der Erscheinung sichtbar und lichten das Bild bis zur Immaterialität auf." Arbeiten von Bartold Asendorpf befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, so im Berlin Museum in Berlin, in der Stiftung Pommern in Kiel, im AlbrechtDürer-Haus in Nürnberg und im Goethe-Museum in Weimar. An den vier Ecken auf Unterlagekarton befestigt. Provenienz: Privatsammlung Berlin. Literatur: Bartold Asendorpf 1888 - 1946: Arbeiten auf Papier. Ausstellungskatalog Museum Folkwang, Essen, 1991 (passim). € 1.400 - 1.600

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596      BARTOLD ASENDORPF (Stettin 1888 - 1946 Buchenwald) 'Welle', 1938 Aquarell und Goauche auf grau-grünem Zeichenpapier. 21,0 x 25,0 cm. Rechts unten monogrammiert: B A und datiert: 1938 (Bleistift). Bl. auf Unterlagekarton befestigt. Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 900 - 1.000

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597       ANTOINE-LOUIS BARYE (Paris 1795 - 1875 ebenda) 'Wildkatze', zweite Hälfte 19. Jahrhundert (Entwurf) Bronze, dunkel- und hellbraun patiniert. H.: 16,0 cm (Katze mt Plinthe). Rechts auf der Plinthe sign.: BARYE (Stempel). Nicht bei Poletti/Richarme. Provenienz: Privatsammlung München. € 1.400 - 1.500

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598      EDGAR DEGAS (Paris 1834-1917 ebenda) 'Grande Arabesque', 1885-1890 (Wachsmodell), späterer Guss Bronze, dunkelbraune Patina. H. ca. 42,0 cm, B. 57,5 cm, T. 28,0 cm. Auf der Plinthe neben rechtem Bein Signetstempel: Degas und Gießerstempel: ARA Kunst Altrandsberg. € 1.700 - 1.800

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599      OTTO DILL (Neustadt 1884 - 1957 Bad Dürkheim) 'Löwengruppe', 1918 Öl auf Hartfaserplatte. Ca. 50,0 x 70,0 cm. Rechts unten sign.: Otto Dill und datiert 1918 (Öl). Verso vom Künstler eigenhändig beschriebenes Etikett mit Titel und Datierung, Etikett der Münchener Kunstausstellung 1919 im Glaspalast mit Exponatnummer 1211 u. weiteres Klebeetikett mit Schenkungsnachweis aus dem Jahr 1922. 1922 schenkten Johanna Katz und ihr Mann Casimir Otto Katz, Unternehmer und Pionier der industriellen Bierdeckelherstellung, dieses Gemälde anläßlich seiner Geburt ihrem Enkel Claus Bally. Otto Dill wählte Heinrich von Zügel zu seinem künstlerischen Lehrmeister. Von 1908 bis 1914 bei ihm ausgebildet, lernte Otto Dill mit den Augen Zügels zu sehen. Schon als Student im Jahr 1912 nahm der begabte Dill an der Ausstellung der Münchener Sezession im Glaspalast mit einem Löwenbild teil. Mit dem Schaffen seines Lehrers unvergleichbar werden Dills Löwen-, Tiger- und Pantherbilder, die zugleich zu seinen Lieblingsthemen avancieren. Seine Modelle fand Otto Dill in den Zoologischen Gärten und in der Menagerie des Zirkus Krone, mit dessen Eigentümer er befreundet war. Oft fand man Dill zeichnend vor den Zirkus-Käfigen oder im Sitzrund der Arena. Imiela führt dazu aus: "Diejenigen Bilder, die dem Künstler den Namen 'Löwendill' sichern, entstehen dann seit etwa 1918. (...) Die landschaftliche Umgebung der Tiere ist nur knapp gekennzeichnet. (...) Das wenige vollzieht sich in unheimlicher Spannung. Die Löwen, Tiger und Panther Otto Dills wittern, sind in Bereitschaft, die Agression, das Vorwärtsschnellen steht jeden Moment bevor. Die Details der Umgebung verengen nicht nur den Handlungsbereich, sie unterstreichen das Ereignishafte, indem sie in formale Beziehung gesetzt sind." Literatur: Hans-Jürgen Imiela, Otto Dill, Karlsruhe, 1960. Provenienz: Besitz Johanna und Casimir Otto Katz, folgend Claus Bally, seither in Familienbesitz. Ausstellung: Münchener Kunstausstellung 1919 im Glaspalast zu München. € 4.500 - 5.000


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600      ANDRÉ EVARD (Renau BE bei La Chaux-de-Fonds, CH 1876 - 1972 Le Locle, CH) 'Kirche mit Landschaft', 1913 Öl auf Hartfaserplatte. 44,0 x 43,5 cm. Verso oben am Rahmen Klebeetikett der Stiftung Petra und Jürgen Messmer und Reg.-Nr. 83 und verschiedene handschriftliche Bezeichnungen in französischer Sprache (Bleistift). Die Entwicklung der Künstlerpersönlichkeit von André Evard liegt in der Kunstgewerbeschule in La Chaux-de-fonds im Kreise des Hodler-Schülers, Architekten und Malers Charles L´Eplattenier begründet. Einer von Evards heute b­ erühmtesten Mitstudenten dort war Le Corbusier. Wie im Falle von Le Corbusier, so liegen auch die Wurzeln von André Evard in der sehr besonderen Ausprägung des Schweizer Jugendstil, die von ihrem Lehrer Charles L´Eplattenier geprägt wurde. Charles L´Eplattenier ist als Schöpfer des sogenannten "Style Sapin" in die Kunstgeschichte eingegangen. Übersetzt heißt "Style Sapin" "Tannenstil". Der Name bezieht sich auf das bei L´Eplattenier häufig wiederkehrende Motiv der Tanne und deutet zugleich auf L´Eplatteniers Auffassung hin, die Sujets für seine Malerei an einem intensiven Studium der Natur und an einer künstlerischen Stilisierung der vor Ort vorgefundenen Strukturen festzumachen. In diesem Fall ist dies die häufig in der Landschaft um La Chaux-de-Fonds vorkommende Tanne. Die Suche nach einer strukturalen Logik hinter den Erscheinungsformen der Natur und die geometrische Reduktion in zweidimensionale Formen wie L´Eplattenier sie gepflegt und gelehrt hatte, ebneten Evard den Weg in die Moderne. Das vorliegende Gemälde zählt zu den besonders reizvollen Exemplaren seines frühen Schaffens, dies in formaler und in farblicher Hinsicht. Es entstand noch unter dem Einfluss seines Lehrers L´Eplattenier und überzeugt durch seine der Art Nouveau verpflichtete Stilisierung der Pflanzen, der Bäume und Blumen, und seine prächtige impressionistische farbliche Leuchtkraft. Schon kurze Zeit nach der Entstehung dieses Meisterwerks beging Evard einen anderen Weg. Seit 1917 in Paris angesiedelt, orientierte er sich dort an der neuen, vom Kubismus geprägten Malerei, die derzeit Georges Braque und Robert Delaunay vertraten. Damit trat eine neuartige, elementar-geometrische Formgebung in sein Werk. Provenienz: Messmer Foundation, Riegel a. Kaiserstuhl. € 22.000 - 25.000


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601      LYONEL FEININGER (New York 1871- 1965 ebenda) Maschinenschriftlicher Künstlerbrief mit aquarellierter Zeichnung eines 'Schoner' und Unterschrift, 1953 Aquarell über Feder und Maschinenschrift auf feinem, bräunlichem Schreibmaschinenpapier von Fratelli Picardo (Wz). 31,0 x 21,5 cm. Geschrieben in New York am 24. April 1953 an die Kunsthistorikerin Charlotte Weidler, in dem Feininger seiner großen Bewunderung für die Kunst von Paul Klee Ausdruck verleiht: "Liebes Fräulein Weidler, wir danken Ihnen sehr für das schöne Klee Portrait das Sie uns schenkten. Es sagt uns so viel von dem Klee den wir noch in seinen Dessauer Tagen kannten und liebten. Heute, mehr denn je, staunen wir über diese einzigartige Erscheinung und sein Werk, das je länger wir es kennen, desto beglückender, und zu immer grösserer Bedeutung und Wirkung wächst. Diese vergangenen letzten Wochen waren für Arbeit bis zur letzten Möglichkeit ausgenutzt; ich hätte längst sonst Ihnen geschrieben und bin erschrocken dass unser Dank so spät hier ausgeprochen wird. Ja, kommen Sie nur bald, wir wollen Sie sehr gerne wieder bei uns sehen; und, wenn Sie 'die Photos' machen wollen, werde ich stille halten. Herzlichen Gruss von uns beiden! Julia und Lyonel Feininger (handschriftlich von Lyonel Feininger unterschrieben, Tinte). Bei der Adressatin Charlotte Weidler handelt es sich um eine wichtige Persönlichkeit der deutschen Kunstszene im frühen 20. Jahrhundert, die Ende der 1930er Jahre wie viele ihrer Kollegen ihre Heimat verlassen hatte und nach New York gezogen war. Der Brief ist darüber hinaus ein wichtiges Zeugnis über das Verhältnis von Paul Klee und Lyonel Feininger, das Uta Gerlach-Laxner wie folgt charakterisiert: "Persönlich hatten sich Klee und Feininger vermutlich erst bei Klees Eintritt in das Bauhaus kennengelernt, als Klee Ende November 1920 in Weimar mit Gropius seinen Kontrakt abschloss. Beide müssen schon Jahre vorher das Werk des anderen gekannt haben, denn sie gehörten zu den Künstlern, die auf der großen von Herwarth Walden 1913 organisierten Ausstellung des Ersten Deutschen Herbstsalons in der Galerie Der Sturm in Berlin vertreten waren. In diesem Zusammenhang äußerte sich Feininger in einem Brief an Alfred Kubin begeistert über Zeichnungen Klees, die er damals zum ersten Mal im Original gesehen hatte. Darüber hinaus hat Feininger verschiedentlich seine Wertschätzung über Klee kundgetan, von Klee dagegen ist über Feininger als Künstler keinerlei Äußerung bekannt. Das ist für Klee nicht ungewöhnlich, da er nur selten seine Meinung über Zeitgenossen ausgesprochen hat." Provenienz: Privatsamlmung München. Literatur: Lyonel Feininger - Paul Klee: Malerfreunde am Bauhaus. Hrsg. Uta Gerlach-Laxner und Ellen Schwinzer, Gustav-Lübcke-Museum Hamm, Museum im Kulturspeicher Würzburg, 2009, S. 167 (ganzseitige farb. Abb.), S. 176 Kat.Nr 90 d. € 13.000 - 15.000


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602      AUGUST GAUL (Großauheim 1869 - 1921 Berlin) 'Katze (Kater)', 1901 (Ausführung später) Bronze, dunkelbraune Patina, Augen vergoldet. H.: 15,0 cm (ohne Sockel), B.: 20,0 cm, T.: ca. 5,0 cm; H.: mit Sockel ca. 23,0 cm. An der Rückseite der Plinthe sign.: A. Gaul. Zwischen 1904 und 1910 wurden 15 Verkäufe der frühen Auflage in der Galerie Cassirer verbucht. 1921 wurde eine Auflage von 30 Nachlass-Güssen beschlossen. Es gab jedoch auch noch spätere Güsse, zu denen diese Figur wohl gehört. Josephine Gabler führt zur Bedeutung dieser Skulptur aus: "Gaul stellte für gewöhnlich keine Tiere dar, die von klassischen Tierbildhauern modelliert werden, wie Hunde, Katzen oder Pferde. Diese buckelnde Katze bildet eine seltene Ausnahme. Konzentriert in der Form, kulminiert die spannungsvolle Komposition in der knappen Grundfläche der Plinthe. Die Figur gehört zu den beliebtesten Werken Gauls." Gabler 71. € 10.000 - 12.000


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603      AUGUST GAUL (Großauheim 1869 - 1921 Berlin) 'Die Käuze (Zwei Käuzchen)', 1902 (Entwurf), Guss nach 1945 Bronze, braune Patina, Augen aus braunem Glas. Höhe rechter Vogel vom Schwanz bis zum Kopf 18,0 cm, Breite 15,5 cm, Tiefe 12,0 cm, Graphit-Sockel H. 10,0 x 20,0 x 10,0 cm. Unter dem linken Kauz sign.: A. Gaul, darunter Gießerstempel Noack Berlin. Vermutlich wurden nur wenige Güsse zu Lebzeiten von Gaul ausgeführt, ferner gab es einige wenige posthume Güsse und es gibt einige Güsse neueren Datums. Laut freundlicher Auskunft von Frau Dr. Josephine Gabler handelt es sich hier um einen Guss, der nach 1945 entstanden sein muss. Gabler 94. € 7.500 - 8.000

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604      AUGUST GAUL (Großauheim 1869 - 1921 Berlin) 'Katze' (Petschaft), um 1920 (Guss später) Bronze, hellbraune Patina. Höhe 11,5 cm (Bronze); mit Sockel 12,0 cm. Siegel unterhalb der Plinthe. Von dieser kleinen Version der Katze, die hier als Petschaft gestaltet ist, entstanden vermutlich 1 Guss zu Lebzeiten Gauls, 4 Exemplare als Nachlass-Auflage und einige Güsse neueren Datums. Laut freundlicher Auskunft von Frau Dr. Josephine Gabler ist dieses Exemplar sicherlich ein späterer Guss und stammt nicht aus der Nachlassauflage. Bei Josephine Gabler heißt es zur Dokumentation der Skulptur: "Kleine Kühlerfigur, die Gaul seinem langjährigen Galeristen, Freund und Autonarren Paul Cassirer zum fünfzigsten Geburtstag im Februar 1921 schenkte. Im kleinen Format nimmt Gaul das Motiv der buckelnden Katze von einer seiner erfolgreichsten frühen Plastiken wieder auf (...). Ursprünglich hatte Gaul seinem Galeristen die Urheberrechte an diesem Werk zugesprochen. Offensichtlich wurde diese Entscheidung jedoch angefochten. Auf der Kuratoriumssitzung im November 1921 wurden daher vier posthume Güsse in Bronze der ursprünglich wohl in Messing gegossenen Katze beschlossen." Vgl. Gabler 287. € 5.500 - 6.000 604


quittenbaum.com 605      WILLI GEIGER (Schönbrunn b. Landshut 1878 - 1971 München) 'Amor', 1903-1907 Öl auf Hartfaserplatte. 20,0 x 11,0 cm. Gerahmt. Gerahmt beschrieben. € 350 - 450 606      WILLI GEIGER (Schönbrunn b. Landshut 1878 - 1971 München) 'Kampfszene (Spartacus?)', 1940 Öl auf Leinwand. 160,0 x 230,0 cm. Rechts unten sign.: Geiger und datiert: März 1940 (Öl). Willi Geiger, der Vater von Rupprecht Geiger, besuchte zunächst die Kunstgewerbeschule in München, folgend die Technische Universität am Ort und studierte dann an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Franz von Stuck und Peter Halm, der druckgraphische Techniken lehrte. Zünächst in München als Graphiker tätig, wandte er sich folgend der Malerei zu. 1928 wurde er an die Staatliche Akademie für Graphik und Buchkunst in Leipzig berufen und leitete dort die Malklasse. Fünf Jahre später, es ist das Jahr 1933, sprachen ihm die neuen Machthaber die fristlose Entlassung aus dem Lehramt aus: Seine Kunst wurde nun als entartet angefeindet! Die Ursache dafür lag wohl vor allem in seiner dem Nationalsozialismus feindlich gegenüberstehenden politischen Haltung und weniger in seiner derzeit fast klassischen Malerei begründet. So musste er von 1933 bis 1945 zurückgezogen in einem Bauergehöft in Feldwies am Chiemsee leben, wo er weiterhin in innerer Emigration malte. In dieser Phase, in den Jahren von 1944 bis 1947, fällt die Entstehung eines weiteren Großformates mit dem Titel "Der Generalstab". Erst nach 1945, Geiger war nun fast siebzig Jahre alt, konnte er wieder ungehemmt schaffen. Ein Jahr nach Kriegsende wurde ihm sogar die Leitung der Malklasse an der Akademie der Bildenden Künste in München übertragen. Dieses bislang unbekannte und unveröffentlichte Gemälde, dass sich über einen großen Zeitraum hinweg in Münchener Privatbesitz befand, gibt eine vielfigurige Szene mit stark bewegten, kämpfenden, heroischen Männerakten wieder. Es könnte sich um eine Varation auf die Spartacus-Geschichte handeln, allerdings spricht die durchgängige Nacktheit gegen eine allzu enge Anlehnung an die Überlieferung, die die Geschichte des gegen die Herrscher Roms rebellierenden einstigen Gladiator-Sklaven Spartacus erzählt. Dennoch legte man im Laufe der Geschichte die Figur des Spartacus auch weitreichender, symbolhafter aus. Spartacus stand in der Auslegung des 20. Jahrhunderts als Synonym für den Kampf gegen Unterdrückung und Knechtschaft. So wurde zum Beispiel während des Ersten Weltkrieg im Deutschen Reich von marxistischen Kriegsgegnern in der SPD unter deren Protagonisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht die Spartakusgruppe gebildet, aus der im November 1918 der Spartakusbund hervorging. Dieser berief sich mit seinem Namen auf den Sklavenführer als Symbolfigur für die Erhebung der Unterdrückten gegen ihre Ausbeuter. Den in innerer Emigration künstlerisch schaffenden Willi Geiger mag die Geschichte des Spartacus als Impuls für diese Kampfszene gegolten haben, dies als künstlerischer Ausdruck für seine innere Rebellion gegen die NS-Herrschaft. Literatur: Willi Geiger, Mit einer Einleitung von Richard Hiepe, Dresden, 1959 (passim). Provenienz: Langjähriger Privatbesitz München. € 11.000 - 12.000

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607      WILLI GEIGER (Schönbrunn b. Landshut 1878 - 1971 München) 'Arkadischer Akt am Wasser', 1942 Öl auf Leinwand. 90,0 x 108.0 cm. Links unten sign.: Geiger und datiert: 1942 (Öl). Provenienz: Langjähriger Privatbesitz München. € 6.000 - 7.000

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608      WERNER GILLES (Rheydt 1894 - 1961 Essen) 'Ischitanische Ansicht', 1930er Jahre Aquarell auf Bütten von Fabriano (Wz). 46,0 x 64,0 cm (Passepartoutausschnitt). Rechts unten sign.: W Gilles (Bleistift). Unter Glas gerahmt. Wir danken Herrn Dr. Klaus Heisterkamp für die freundliche Auskunft, dass es sich bei der vorliegenden Arbeit um ein authentisches Werk des Künstlers handelt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Privatsammlung München. € 1.800 - 2.000


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609      ERICH HECKEL (Döbeln 1883 - 1970 Radolfzell) Titelholzschnitt der fünften Jahresmappe der Künstlergruppe Brücke (Ernst Ludwig Kirchner gewidmet), 1910 Holzschnitt auf gelbem Karton. 30,0 x 40,0 cm. Im Stock rechts unten monogrammiert: E H. Rechter Rand oben mit Papierverlust (Ausriss). Dube H 181; Söhn 215-1. € 6.500 - 7.000


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610      ERICH HECKEL (Döbeln 1883 - 1970 Radolfzell) Künstlerpostkarte 'Frau bei der Toilette', 1911 Farbige Kreiden über Tuschfeder auf frankierter Vordruck-Postkarte adressiert und geschrieben an Frau Käthe Bleichröder. Poststempel Berlin SW 17.11.1911. 14,0 x 9,0 cm. Verso vom Künstler handschriftlich in Tusche bezeichnet: "Frau K. Bleichröder Hamburg Hartungstr 7a Sehr geehrte Frau, ich habe mit grosser Freude von Kirchner gehört, dass Sie ein Blatt von mir für Ihre Sammlung behalten haben. Hoffentlich habe ich Gelegenheit Sie hier wiederzusehen. Mit herzlichen Grüssen Ihr sehr ergebener Heckel - Berlin SW Friedrichstraße 214 EG" (letzte Zeile über den Text gesetzt). Das Jahr 1911 markierte eine Wende im Leben von Erich Heckel und seinen Mitstreitern in der Künstlergruppe „Brücke“. Hatte er sich von 1907 bis 1910 lange mit Schmidt-Rottluff in Dangast an der Nordsee aufgehalten, von 1909 bis 1910 in den Sommermonaten mit Ernst-Ludwig Kirchner, Max Hermann Pechstein, Freundinnen und Modellen an den Moritzburger Teichen bei Dresden, so verbrachte er den Sommer 1911 mit seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau, der Tänzerin Sidi Riha in Prerow an der Ostsee im Landhaus „Dorneneck“. In dieser Zeit, stimuliert von der natürlichen, unberührten Umgebung, entwickelte sich der Akt in ungezwungener Bewegung und freier Natur zum Lieblingsmotiv der „Brücke“-Künstler. Es formierte sich generell ein neuartiger Gruppenstil: Nackte Menschen standen nun an den Ufern der Gewässer, Landschaften bekamen durch expressive Farbgebungen einen enorm lebendigen Charakter, spontan wurden Gesichter mit wilden, gestischen Pinsel- oder Tuschfederstrichen festgehalten. Erich Heckel hatte sich schon 1910 in Berlin aufgehalten und dort Otto Mueller kennen gelernt. Im Jahr darauf, im Winter, wohl im Monat Dezember, siedelte er mit seiner Lebensgefährtin Sidi und den anderen Mitgliedern der „Brücke“ endgültig nach Berlin über und übernahm dort das Atelier von Otto Mueller. Diese Karte entstand in der Zeit des Umzugs Erich Heckels von Dresden nach Berlin. Als Information für seine Sammlerin gibt Erich Heckel seine neue Anschrift in Berlin bekannt, die Friedrichstraße 214 in der Berliner Mitte. Die kleine, intime und spontan entstandene Zeichnung steht im Zeichen der heckelschen Aktmalerei dieser Zeit. Da Sidi ab 1911 Heckels Lieblingsmodell für Aktdarstellumgen war, liegt es nahe, dass sie es ist, die in dieser intimen Szene bei der Toilette dargestellt ist - allerdings trug sie eine andere Frisur als der hier dargestellte Halbakt. Provenienz: Sammlung Käthe Bleichröder; Sammlung Dr. Rosa Schapire; Nachlass Dr. Elsa Hopf. Literatur: Rosa. Eigenartig Grün. Rosa Schapire und die Expressionisten. Ausstellungskatalog des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 2009, S. 317 (dort fälschlicherweise 1917 datiert); Die Maler der "Brücke", Sammlung Hermann Gerlinger, Stuttgart, 1995 (passim). € 22.000 - 25.000


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611      ERICH HECKEL (Döbeln 1883 - 1970 Radolfzell) 'In Graubünden', 1947 Aquarell auf Bütten von Canson & Montgolfier France (Wz). 48,0 x 62,0 cm. Rechts unten sign.: Heckel u. datiert: (19)47 und betitelt: In Graubünden (Bleistift). Nach dem Zweiten Weltkrieg zog es Heckel vor, "in Hemmenhofen am Bodensee Zuflucht zu suchen, dem Ort, der später zu seinem Alterswohnsitz wurde. (...) Die Malreisen wurden wieder aufgenommen, wobei er bevorzugt Sylt, den Schwarzwald und die Schweizer Berge besuchte", schreibt Hermann Gerlinger in "Die Maler der 'Brücke' " zu den späten Schaffensjahren des Künstlers. Dank einer Einladung durch amerikanische Freunde ist für Heckel im Winter 1947/1948 ein erster Aufenthalt in den Schweizer Bergen bei Flims in Graubünden möglich, während dessen dieses Aquarell entstand. Die Komposition wird von schneebedeckten Bergen dominiert, deren Hänge durch dunkle Waldpartien strukturiert werden. Im Mittelgrund erkennt man das Dorf Flims unter der Wand des Flimserstein. Verso am oberen Rand an drei Stellen Reste alter Montierung. Laut freundlicher Mitteilung des Erich-HeckelArchiv, Hemmenhofen, stammt dieses Blatt aus dem Heckel-Nachlass und gelangte in den frühen 1990er Jahren in den Kunsthandel. Provenienz: Nachlass Erich Heckel; in den frühen 1990er Jahren Galerie Gottschick, Tübingen; Privatsammlung Südwestdeutschland. € 7.000 - 8.000 612      ERICH HECKEL (Döbeln 1883 - 1970 Radolfzell) 'Blick auf den See', 1961 Aquarell über Kohle auf Ingres Bütten von C.M. Fabriano (Wz). 48,0 x 62,5 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Heckel u. datiert: (19)61 und betitelt: Blick auf den See (Bleistift). Im Jahr 1961 entstehen auf einer weiteren Schweiz-Reise Erich Heckels Berglandschaften mit Ansichten aus dem Oberengadin, zu denen auch dieses Aquarell gehört. Landschaften hatten im Oeuvre Erich Heckels immer einen hohen Stellenwert. Doch anders als in seinem expressiven Frühwerk führt er in dieser Landschaft dem Betrachter die Größe der Natur vor Augen und macht die Erdgeschichte sichtbar. Seine Arbeiten beruhen nun auf einem beobachteten Naturstudium, ein Kennzeichen seines Altersstils. Verso in linker und rechter Ecke oben Reste alter Montierung. Laut freundlicher Mitteilung des Erich-HeckelArchiv, Hemmenhofen, stammt dieses Blatt aus dem Heckel-Nachlass und gelangte in den frühen 1990er Jahren in den Kunsthandel. Provenienz: Nachlass Erich Heckel; in den frühen 1990er Jahren Galerie Gottschick, Tübingen; Privatsammlung Südwestdeutschland. € 5.000 - 6.000


M oderne K unst | 23. Juni 2016 Klassische Moderne 613      HEDWIG HECKEMANN (Münchhausen 1903 - 1991 Freiburg-Günterstal) Anonymer Fotograf, 1926 -1930 Silbergelatineabzug auf Baryt. 22,5 x 17,0 cm. Verso Stempel: Staatliche Hochschule Weimar für Handwerk und Baukunst, der von 1925 bis 1930 verwendet wurde, und bezeichnet u.a.: Heckmann (sic, Bleistift). Seit 1927 leitete Hedwig Heckemann die Werkstätten für Weberei und Färberei an der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst (Bauhochschule) in Weimar. Zum Stellenwert des abgebildeten Teppichs aus dem Jahr 1926 führt Horst Dauer in "Das andere Bauhaus" aus: "Bei einer ihrer bekanntesten Arbeiten, dem 'Passionsteppich' von 1926, kehrte sie zur simultanen Darstellung von Figurenszenen zurück. In der (...) für die Juryfreie Kunstausstellung 1927 entworfenen Evangelischen Sakristei und Traukapelle bildete der Wandteppich an der Stirnseite des Raumes den zentralen Schmuck. Die Darstellung des Passionsgeschehens wird von eingewebten Texten aus dem Neuen Testament begleitet, die sich in runenhaften Formen außerordentlich günstig ausnehmen. Die straffe flächenhafte Figuration vermeidet jeden illustrativen Charakter. Die den Szenen unterlegten Farbflächen bauen sich rhythmisch auf und ordnen die Figurenfülle." Literatur: Das andere Bauhaus, Kat. Bauhausarchiv Berlin, 1996, S. 156 (mit s/w Abb.). € 300 - 400 613

614      PAUL W. JOHN (Löbsch, Danziger Bucht 1887 - 1966 Berlin) 'Oberbayern Eisbildung in der Partnachklamm in Garmisch', um 1930 Bromsilbergelatineabzug auf festem Fotokarton. 29,7 x 23,7 cm. Verso Nachlassstempel des Künstlers (in Rot). Im Passepartout. In den Ecken und am rechten und linken Blattrand mit Fälzelband im Passepartout befestigt. Provenienz: Privatsammlung Berlin. Literatur: Patrick Rössler, Paul W. John fotografiert Deutschland, Stuttgart 1999, Kat.Nr. 786. € 900 - 1.000 615      OSKAR KOKOSCHKA (Pöchlarn, Niederösterreich 1886 - 1980 Montreux, Schweiz) 'Der Apfel der Eva', 1913/1916 Kreidelithographie auf Bütten. 42,0 x 34,0 cm (Passepartoutausschnitt). Rechts unten im Stein monogrammiert: OK. Blatt aus der Folge "Der gefesselte Kolumbus", Ausgabe B. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Wingler/Welz 48. € 250 - 280 614

616      OSKAR KOKOSCHKA (Pöchlarn, Niederösterreich 1886 1980 Montreux, Schweiz) Konvolut 3 Bll. Lithographien: 'Das Weib führt den Mann', 'Die Flehende' u. 'Furcht und Hoffnung', 1914 3 Bll. Lithographien auf dünnem, chamoisfarbenem Bütten. Bis zu 55,0 x 41,0 cm (Blätter). 2 Bll. jeweils rechts unten monogrammiert: OK (Bleistift) und im Stein monogrammiert: OK. Bll. aus der elfteiligen Folge "O Ewigkeit - Du Donnerwort (Bachkantate)." Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Wingler/Welz 61, 62 und 64. € 250 - 300

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617      BRUNO KRAUSKOPF (Marienburg/Westpreußen 1892 - 1960 Berlin) 'Sommerliche Küstenlandschaft mit Segelschiff',1933-1940 (Norwegen) Öl auf Hartfaserplatte. Ca. 87,0 x 120,0 cm. Rechts unten sign.: Bruno Krauskopf (Öl). Gerahmt. Bruno Krauskopf gehörte zu den progressiven Malern seiner Generation, war Mitglied der Freien Berliner und der Berliner Secession, ab 1918 auch Mitglied der Novembergruppe, die sich nach der Revolution in Berlin formiert hatte und nach 1933 ihre Aktvitäten einstellen musste. Enge Kontakte pflegte er zur ersten Generation der deutschen expressionistischen Maler, so zum Beispiel zu Hermann Max Pechstein. Bruno Krauskopfs Arbeiten wurden in Deutschland nach 1933 als entartet eingestuft. 1933 ist auch genau das Jahr, in dem er eine Reise nach Norwegen antritt. Begleitet wird er von seiner Lebensgefährtin, der Norwegerin Lilli Plöen, und deren Sohn - mit beiden hatte er schon seit 1929 in Berlin zusammen gelebt. Die drei kehren von dieser Reise nicht mehr nach Berlin zurück, sondern bleiben in Stavanger in der Provinz Rogaland, die eine beeindruckende Landschaft mit vielen Naturschönheiten kennzeichnet. Eher unfreiwillig und durch eine Verkettung unglücklicher Zeitläufte und Vorfälle verläßt Bruno Krauskopf Stavanger und Norwegen im Jahr 1948, um in die USA zu übersiedeln. Dieses Gemälde entstand während Krauskopfs früher Jahre in Norwegen und muss zwischen 1933 und 1940 gemalt worden sein. Über seinen Aufenthalt in Norwegen geben der Nachwelt allein seine Gemälde Auskunft, da sich keine schriftlichen Quellen aus dieser Zeit erhalten haben. Besonders beeindruckend und inspirierend waren für den Künstler die Naturerscheinungen seiner nordischen Wahlheimat. Der Sohn des Künstlers, Peter Krauskopf, beschreibt die Küstenlandschaft, in der sein Vater viele Jahre lebte und arbeitete so: "Diese Küste ähnelt sehr einer Mondlandschaft und ist auf Grund ihrer besonderen Lichtverhältnisse bei Künstlern sehr beliebt. (...) Die Licht- und Naturverhältnisse sind für den Maler berauschend schön. Stimmungen wechseln von Minute zu Minute. Norwegen ist ein Land mit ungewöhnlich starken Kontrasten. Nicht nur der Wechsel von Sommer und Winter ist imponierend, sondern auch von glühender Mitternachtssonne am Horizont und gewaltigen Orkanen. (...) Daß alles das einen enorm großen Eindruck auf einen Künstler macht, ist ja nicht so erstaunlich (...). Für einen Menschen wie meinen Vater ist ein solches Leben auf den Leib geschrieben gewesen." Bruno Krauskopf war in Norwegen ein sehr geschätzter Maler, seine Werke wurden von fast allen bedeutenden Sammlungen des Landes angekauft. Provenienz: Privatsammlung München. Literatur: Margareta Friesen, Bruno Krauskopf (1892-1960): Ich lebe noch und male weiter, Darmstadt, 1992. € 10.000 - 11.000


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618      FERNAND LÉGER (Argentan 1881 -1955 Gif-Sur-Yvette bei Paris) 'Composition aux Tournesols', 1950/1955 (nach) Farb. Lithographie auf Velin. 62,0 x 49,9 cm (Darstellung). Rechts unten zweifache sign: F. Léger (einmal im Stein, einmal im Blattrand gedruckt), links unten nummeriert (Bleistift). Ex. 195 von 300 Exx. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. € 400 - 450 619      OTTO FRIEDRICH LEU (Düsseldorf 1855 - 1922 Bern) 'Sommerlandschaft', 1911 Öl auf Leinwand. 55,5 x 68,5 cm. Rechts unten sign.: Otto Leu und datiert: 1911 (Öl). Gerahmt. € 900 - 1.000

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620      EL LISSITZY (Polschinok 1890 - 1941 Moskau) 'Kurt Schwitters', 1924/1925 (Abzug 1985) Gelatinesilberabzug von 1985. 18,5 x 13,5 cm (Darstellung). Ein­ malige Auflage für die Griffelkunst von 1985. Rückseitig Herausgeber sowie Copyrightstempel. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. € 500 - 600

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621      FRIEDRICH LUDWIG (Wieslet, Südschwarzwald 1895 - 1970 Gabersee bei Wasserburg a. Inn) 'Nude', 1930 Öl auf glattem chamoisfarb. Karton. 61,0 x 47,0 cm. Rechts unten sign.: F. Ludwig (Öl). Verso am oberen Rand beschriftet: "7 Bella (Kaemmende) 200,- Öl" (Bleistift). Unter Glas gerahmt. Im Jahr 1895 wurde Friedrich Ludwig wurde als neuntes von siebzehn Kindern einer Bauernfamilie in Wieslet geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und einer Malerlehre arbeitete er von 1913 bis 1917 als Dekorateur in Zürich. 1922 reiste er nach Italien, wo er mit dem Werk des Frührenaissance-Künstlers Piero della Francesca (1416 - 1492) in Berührung kam, das ihn nachhaltig beeindruckte. Von 1922 bis 1926 absolvierte Ludwig eine Ausbildung an der Städelschule in Frankfurt am Main. Im Anschluss daran führte er sein Studium an der Akademie Julian in Paris weiter. Diese Privatakademie war nicht nur für ihre gute Ausbildung berühmt, sie galt überdies als Entdecker-Schmiede berühmter Künstler wie Cézanne, Gauguin, Emile Bernard, Maurice Denis, Pierre Bonnard, Edouard Vuillard, Maillol and Achille Laugé. Ludwigs Pariser Jahre, die bis 1930 dauern, gelten heute als seine beste und kreativste Schaffensperiode. Die Stadt und seine künstlerische Umgebung wurden zu seiner wichtigsten Inspiration. Hier erarbeitete er sich seine individuelle expressionistische Farbgebung, seine Lichtführung. In genau dieser Schaffensphase entstand auch diese sehr sinnliche 'Nude'. Rechte untere Ecke Papierverlust (1,5 x 1,5 cm), kleinere Randläsuren, rechter Rand mit Einriß (ca. 5,0 cm, mit Fälzelband hinterlegt). Provenienz: Künstler-Kollektion, London. Copyright: Sigurd Marien € 3.000 - 4.500 622      ELSE MÖGELIN (Berlin 1882 - 1982 Kiel) Konvolut aus drei Holzschnitten, 1956-60 3 Bll. Holzschnitte auf feinem Japan. Bis zu 27,0 x 37,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Else Mögelin und datiert: 1956 u. (19)60, links unten betitelt (Bleistift). Titel: An den Wassern des Lebens, 1956, Sonnengesang des Franz von Assisi, (19)60, u. ein Weihnachtsgruss. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. € 250 - 280

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623      MONOGRAMMIST F.B., Künstler des 20. Jahrhunderts 'Pferde in Landschaft', undatiert Tuschfederzeichnung auf feinem, unregelmäßig geschnittenem Zeichenpapier. 8,5 x 12,5 cm (Blatt). Rechts unten monogrammiert: F. B. (Bleistift). Blatt an drei Ecken u. am rechten Rand mit Knochenleim im Passepartout montiert. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. € 600 - 650 622

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624      GEORG MUCHE (Querfurt 1895 - 1987 Lindau) 'Hand-Herz', 1921-1922, und Künstlerbrief von Georg Muche, 1974 Aquatintaradierung.14,5 x 13,5 cm (Darstellung). 25,0 x 32,5 cm (Kuvert), 15,0 x 21,0 cm (Brief). Rechts unten sign.: G Muche (Bleistift). Blatt 10 der Bauhaus Drucke, Neue Europäische Graphik, Erste Mappe, Meister des Staatlichen Bauhaus in Weimar. Nicht aus der nummerierten Auflage von 110 Exx., sondern ein früherer Druck von der unverstählten Platte. Unter Glas gerahmt. Dabei: Brief (15,0 x 21,0 cm) mit Kuvert (25,0 x 32,5 cm, verso mit von Mucha unterschriebenem Absenderlabel) vom 14.8.1974 von Georg Muche, 899 Lindau-Schachen, Degelsteinweg 11, Tel. (08382) 3353, indem er kurz handschriftlich mitteilt, dass es sich um einen "besonders gute(n) Druck" handelt. Bei Hans Maria Wingler und Peter Schiller heißt es zu Hand-Herz: "Von wunderbar surrealem Charakter ist auch 'Hand-Herz': An einem gerafften Schleier vorbei fällt der Blick auf eine Dünen-Wellen-Formation, über derem niedrigen Horizont man eine weite Himmelsfläche erkennen mag. Hier nun schwebt ein Nebeneinander von verschiedenen räumlichen Bezugs-Systemen aus quadratischen Durchbrüchen, die sich überschneiden, beziehungslos verlaufen, spiegelartig schräggstellt und von einem Gittermotiv verunklärt sind: Im Zentrum eine dunkle Hand, die ein großes Herz-Zeichen fast verdeckt, es zu verletzen scheint. Diese Vision gespenstischer Bedrohung - unbewußte Erinnerung an ein Kriegserlebnis - hatte bezeichnende Nachwirkung; Im Dritten Reich wurde Muche deshalb 'entarteter Künstler'. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Privatsammlung Berlin. Wingler/Schiller 13. € 2.500 - 3.000

625      ZORAN MUSIC (Bukovica 1909 - 2005 Venedig) 'Cavallino istriano', 1953 Farb. Kreiden auf chamoisfarbenem unregelmäßig geschnittenen Karton. 20,0 x 15,5 cm. Rechts unten sign.: Music und datiert: (19)53 (Bleistift). Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Privatsammlung Oberitalien. € 6.000 - 7.000

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626      HALIL-BERG MUSSAYASSUL (Gunib, Daghestan 1896 - 1949 New York) 'Portät eines jungen Mannes' (Selbstporträt?), 1945 Öl auf Hartfaserplatte. 34,5 x 25,7 cm. Rechts unten sign.: Halil Beg Mussayassul und datiert: 1945 (Öl). Verso verschiedene handschriftliche Bezeichnungen (unleserlich, Bleistift). Gerahmt. Halil-Berg Mussayassul begann seine künstlerische Laufbahn mit sechzehn Jahren an der Akademie in Tiflis. 1913 ging er nach München und setzte hier sein Studium fort. Zu Beginn des Ersten Weltkrieg musste er in seine Heimat zurückkehren. Auf der Flucht vor den Bolschewisten kehrte er 1921 über Samsun und Istanbul zurück nach München, um sein Studium an der Akademie u.a. bei Hugo von Habermann fortzusetzen. Zahlreiche Reisen führten ihn durch Europa und Nordafrika. Er beteiligte sich in München an den Ausstellungen im Glaspalast, Deutschen Museum, der Neuen Pinakothek und im Maximilianeum. 1940 heiratete er die Baroneß Melanie von Nagel und zog nach Ambach an den Starnberger See. 1947 reiste er nach New York, wo er zwei Jahre später verstarb. In seinem malerischen Werk konzentrierte er sich auf Porträts, Madonnen und Landschaften im Stil der Neuen Sachlichkeit. Die Gesichtszüge des hier Porträtierten ähneln stark denjenigen des Künstlers. Es ist anzunehmen, dass es sich hier um ein Selbstporträt handelt. Gefirnisst. Provenienz: Langjähriger Privatbesitz München. € 1.300 - 1.400


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627      WILHELM NIEMEYER (Barchfeld b. Eisenach 1874 - 1960 Hamburg), ROSA SCHAPIRE (Brody/ Ostgalizien 1874 - 1954 London) und KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft 1, Januar 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft Januar 1921. Titelholzschnitt auf Bütten (Druckstock Fichte) von Karl Schmidt-Rottluff, gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. 46,0 x 34,0 cm (Umschlag), ca. 41,5 x 32,3 cm (Seiten). Zeitschrift hrsg. von Wilhelm Niemeyer und Rosa Schapire. Vier Bildbeigaben in Holzschnitt (Handpressendrucke) von Karl Opfermann, Gerhard von Ruckteschell, Heinrich Stegemann und Willi Titze. Inhaltsverzeichnis, rückseitiger Umschlag mit handschriftlicher Bezeichnung: "Frau Dr. Elsa Hopf Alsterufer 1" (Bleistift). Die Auflagenhöhe der Zeitschrift "Kündung" betrug nur rund 200 Exemplare. Damit ist sie eine Zeitschrift mit einer sehr niedrigen Auflage unter allen Zeitschriften des Expressionismus. Innerhalb der Aktion "Entartete Kunst" wurde eine unbestimmte Anzahl an Exemplaren der "Kündung" beschlagnahmt. Die Kündung enthielt in der Regel Bildbeigaben in Form von Holzschnitten von expressionistischen Künstlern der zweiten Generation, die Rosa Schapire durch ihre vielseitigen Aktivitäten auf dem Kunstmarkt zu platzieren versuchte. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 53. € 800 - 900

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628      WILHELM NIEMEYER (Barchfeld b. Eisenach 1874 - 1960 Hamburg), ROSA SCHAPIRE (Brody/ Ostgalizien 1874 - 1954 London) und KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft 2, Februar 1921 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft Februar 1921. Titelholzschnitt auf Bütten (Druckstock Fichte) von Karl Schmidt-Rottluff, gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. 46,0 x 34,0 cm (Umschlag), ca. 41,5 x 32,3 cm (Seiten). Zeitschrift hrsg. von Wilhelm Niemeyer und Rosa Schapire. Mit insgesamt vier Bildbeigaben von Lasar Segall, davon zwei Holzschnitte (Handpressendrucke) und zwei Lithographien. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 53. € 800 - 900

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629      WILHELM NIEMEYER (Barchfeld b. Eisenach 1874 - 1960 Hamburg), ROSA SCHAPIRE (Brody/ Ostgalizien 1874 - 1954 London) und KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft 3, März 1921 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft März 1921. Titelholzschnitt auf Bütten (Druckstock Fichte) von Karl Schmidt-Rottluff, gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. 46,0 x 34,0 cm (Umschlag), ca. 41,5 x 32,3 cm (Seiten). Zeitschrift hrsg. von Wilhelm Niemeyer und Rosa Schapire. Mit vier Bildbeigaben in Holzschnitt (Handpressendrucke) von Franz Radziwill. Rückseitiger Umschlag mit handschriftlicher Bezeichnung: "Frau Dr. Elsa Hopf Alsterufer 1" (Bleistift). Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 53. € 800 - 900

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M oderne K unst | 23. Juni 2016 Klassische Moderne 630      WILHELM NIEMEYER (Barchfeld b. Eisenach 1874 - 1960 Hamburg), ROSA SCHAPIRE (Brody/ Ostgalizien 1874 - 1954 London) und KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft 4-6, April, Mai, Juni, 1921 Heft 4 - 6, April-Juni 1921. Titelholzschnitt auf Bütten (Druckstock Fichte) von Karl Schmidt-Rottluff, gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. 46,0 x 34,0 cm (Umschlag), ca. 41,5 x 32,3 cm (Seiten). Zeitschrift hrsg. von Wilhelm Niemeyer und Rosa Schapire. Mit 6 Seiten Bildbeigaben in Form von Photographien Afrikanischer Kunst, Inhaltsverzeichnis. Rückseitiger Umschlag handschriftlich bezeichnet: "Frau Dr. Elsa Hopf Alsterufer 1" (Bleistift). Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 53. € 800 - 900

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631      WILHELM NIEMEYER (Barchfeld b. Eisenach 1874 - 1960 Hamburg), ROSA SCHAPIRE (Brody/ Ostgalizien 1874 - 1954 London) und KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft 7 und 8 , Juli und August 1921 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft 7 und 8, Juli und August 1921. Titelholzschnitt auf Bütten (Druckstock Fichte) von Karl Schmidt-Rottluff, gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. 46,0 x 34,0 cm (Umschlag), ca. 41,5 x 32,3 cm (Seiten). Zeitschrift hrsg. von Wilhelm Niemeyer und Rosa Schapire. Mit insgesamt vier Bildbeigaben in Holzschnitt (Handabzüge) von Siegfried Schott. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 53. € 800 - 900

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632      WILHELM NIEMEYER (Barchfeld b. Eisenach 1874 - 1960 Hamburg), ROSA SCHAPIRE (Brody/ Ostgalizien 1874 - 1954 London) und KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft 11 und 12, Nov. u. Dezember 1921 'Kündung - Eine Zeitschrift für Kunst', 1. Folge, Heft 11 und 12, Nov. and Dec. 1921. Titelholzschnitt auf Bütten (Druckstock Fichte) von Karl Schmidt-Rottluff, gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. 46,0 x 34,0 cm (Umschlag), ca. 41,5 x 32,3 cm (Seiten). Zeitschrift hrsg. von Wilhelm Niemeyer und Rosa Schapire. Mit Bildbeigaben in Holzschnitt (Handpressendrucke) von Emmy Heß, Werner Lange, Charles Crodel u. Werner Ring. Rückseitiger Umschlag mit handschriftlicher Bezeichnung: "Frau Dr. Elsa Hopf Alsterufer 1" (Bleistift). Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 53. € 800 - 900

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633      ARTHUR NISIO (Curityba/Brasilien 1906 - 1974 München) 'Sechs Enten am Teichufer', vor 1945 Öl auf Leinwand. 70,0 x 100,0 cm. Rechts unten sign.: A Nisio (Öl). Gerahmt. Arthur Nisio studierte in München bei Max Bergmann, einem Spätimpressionisten, der sich in der Hauptsache mit dem Thema Tier befasste, Malerei. Ottilie Thiemann-Stoedtner schrieb über ihn anläßlich einer ausführlichen Würdigung Max Bergmanns und der Malerkolonie Haimhausen: "Ein sehr erfolgreicher Schüler Max Bergmanns war der Brasilianer Arthur Nisio. Nisio wurde am 15. Mai 1906 in Curityba (Brasilien) geboren. Er besuchte schon als 17jähriger die Kunstakademie in Porto Alegre (Südbrasilien). Mit einem Stipendium des brasilianischen Staates konnte er ab 1928 in Deutschland weiterstudieren und kam zu Max Bergmann. Hier bereitete er sich für die Aufnahmeprüfung bei Professor Angelo Jank an der Münchner Akademie vor. Bis 1931 war er Janks Schüler, kehrte dann aber zu Bergmann zurück. Sein Plan, sich für dauernd in Wörth niederzulassen (er hatte eine Wörtherin geheiratet), scheiterte an den Kriegsereignissen: Wörth wurde geräumt. So lebte er dann mit Frau und Kind im Hause Bergmann bis zu seiner Rückkehr nach Brasilien 1945." Provenienz: 1930er Jahre Kunsthandlung Ernst Binder, München; seit 1949 im Besitz der Nachfahren von Ernst Binder. € 8.000 - 9.000 634      KURT PRIGNITZ (Hamburg 1914 - 1983 Groß Hausdorf) 'Seelandschaft', 1950er Jahre Öl auf Hartfaserplatte. 40,0 x 50,0 cm. Rechts unten sign.: Prignitz (Öl). Gerahmt. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. € 160 - 180

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635      FRANZ RADZIWILL (Strohausen, heute Rodenkirchen/Wesermarsch 1895 - 1983 Wilhelmshaven) Künstlerpostkarte 'Weiblicher liegender Akt', 1921 Buntstift über Bleistift und Tuschpinsel auf frankierter Vordruck-Postkarte adressiert und geschrieben an Frau Dr. Rosa Schapire in Hamburg. 10,5 x 15,5 cm. Recto links unten monogrammiert: FR (Bleistift). Poststempel (Ort unleserlich) 14.4.1921. Verso von Hand vom Künstler bezeichnet (Bleistift): "Fräulein Dr. Rosa Schapire Hamburg Osterbeckstr. 43 - Fräulein Rosa Schapire. Gestern war ich in Dangast nur nervös (nächstes Wort unleserlich) leider eine Hetzjagd war aber doch schön Ihr Fr. Radziwill." Provenienz: Sammlung Dr. Rosa Schapire, Nachlass Dr. Elsa Hopf. Rosa. Eigenartig Grün. Rosa Schapire und die Expressionisten. Ausstellungskatalog des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 2009, S. 319. € 3.000 - 3.200

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636      FRANZ RADZIWILL (Strohausen, heute Rodenkirchen/Wesermarsch 1895 - 1983 Wilhelmshaven) Künstlerpostkarte 'Landschaft mit Bäumen', 1921 Bleistiftzeichnung auf frankierter Vordruck-Postkarte adressiert und geschrieben an Frau Dr. Rosa Schapire Hamburg. 9,0 x 14,0 cm. Recto unten mittig monogrammiert: F R (Bleistift). Poststempel Dangast, 7.2.21. Verso handschriftlich vom Künstler bezeichnet (Bleistift): "Fräulein Dr. Rosa Schapire Hamburg Osterbeckstr. 43 - 6.2.21 Herzliche Grüße aus Dangast sendet Ihnen Fr. Radziwill." Provenienz: Sammlung Dr. Rosa Schapire, Nachlass Dr. Elsa Hopf. Rosa. Eigenartig Grün. Rosa Schapire und die Expressionisten. Ausstellungskatalog des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 2009, S. 319. € 800 - 900


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637      FRANZ RADZIWILL (Strohausen, heute Rodenkirchen/Wesermarsch 1895 - 1983 Wilhelmshaven) Künstlerpostkarte 'Bildnis eines Mannes', 1921 Buntstift über Bleistift auf frankierter Vordruck-Postkarte adressiert und geschrieben an Frau Dr. Rosa Schapire, dato wohnend bei Frau Anna (Nachname unleserlich) in Brunstorf. 15,6 x 10,5 cm. Poststempel Varel 9.7.21. Verso von Hand vom Künstler bezeichnet (Tinte): "Fräulein Dr. Schapire bei Frau Anna (Nachname unleserlich) Brunstorf bei Schwarzenbeck Kr. Lüneburg - Dangast Ihre Karte habe ich erhalten So ist es recht Reisen macht frei. Herzliche Grüße sendet Ihnen Franz Radziwill" (Franz Radziwill) und "- der malt Gesichter, es ist ganz toll. Herzlichst Ihr Karl Fink. H.K. .. wer ist das?" (Karl Fink, Mediziner in Hamburg und Mitglied des Freundeskreis von Franz Radziwill, bk). Provenienz: Sammlung Dr. Rosa Schapire, Nachlass Dr. Elsa Hopf. € 1.900 - 2.000

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638      FRANZ RADZIWILL (Strohausen, heute Rodenkirchen/Wesermarsch 1895 - 1983 Wilhelmshaven) Künstlerpostkarte 'Weibliches Brustbild', 1925 Aquarell und Tusche über Bleistift auf unfrankierter Vordruck-Postkarte adressiert und geschrieben an Dr. Rosa Schapire in Hamburg. 15,5 x 10,5 cm. Recto oben sign.: Fr. Radziwill und datiert (19)25 (Tinte). Verso von Hand vom Künstler bezeichnet (Tinte): "An Dr. Ros Schapire Hamburg 23, Osterbeckstraße 43 - O.V. 22.12.25 Eine frohe Weihnachten Ein gutes neues Jahr Wünscht Dir Franz u. Inge". Provenienz: Sammlung Dr. Rosa Schapire, Nachlass Dr. Elsa Hopf. Rosa. Eigenartig Grün. Rosa Schapire und die Expressionisten. Ausstellungs­ katalog des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 2009, S. 319. € 2.200 - 2.500

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639      MAN RAY (1890 Philadelphia - 1976 Paris) 'Retour à la Raison', 1923 (Abzug 1991) Gelatinesilberabzug von 1991. 25,9 x 19,0 cm (Darstellung). Einmalige Auflage für die Griffelkunst von 1991. Rückseitig Herausgeber -sowie Copyrightstempel. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. € 500 - 600

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640      MAN RAY (1890 Philadelphia - 1976 Paris) 'Le violin d´Ingres', 1924 (Abzug 1991) Gelatinesilberabzug von 1991. 26,2 x 20,0 cm (Darstellung). Rechts unten im Negativ sign.: Man Ray und datiert: 1924. Einmalige Auflage für die Griffelkunst von 1991. Rückseitig Herausgeber -sowie Copyrightstempel. Unter Glas gerahmt. € 500 - 600

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641      MAN RAY (1890 Philadelphia - 1976 Paris) 'Les Armes', 1932 (Abzug 1991) Gelatinesilberabzug von 1991. 18,2 x 26,0 cm (Darstellung). Einmalige Auflage für die Griffelkunst von 1991. Rückseitig Herausgeber -sowie Copyrightstempel. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. € 500 - 600

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642      MAN RAY (1890 Philadelphia - 1976 Paris) 'Erotique Voilee', 1933 (Abzug 1991) Gelatinesilberabzug von 1991. 26,0 x 19,0 cm (Darstellung). Einmalige Auflage für die Griffelkunst von 1991. Rückseitig Herausgeber -sowie Copyrightstempel. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. € 500 - 600 643      MAN RAY (1890 Philadelphia - 1976 Paris) 'Juliet', 1945 (Abzug 1991) Gelatinesilberabzug von 1991. 26,2 x 17,0 cm (Darstellung). Einmalige Auflage für die Griffelkunst von 1991. Rückseitig Herausgeber -sowie Copyrightstempel. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. € 500 - 600 642

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644      RICHARD RETTIG, in Berlin und Deutschland tätiger Architekturzeichner des frühen 20. Jahrhunderts 'Chicago Tribune' (Architekturzeichnung), 1923 Tusche und Buntstift auf Seidenpapier. 61,0 x 44,8 cm (Blatt). Rechts unten bezeichnet: gezeichnet Richard Rettig Dez. 1923 (Tusche). Heinrich Klotz veröffentlichte 1989 in seiner Publikation "Architektur des 20. Jahrhunderts: Zeichnungen - Modelle - Möbel aus der Sammlung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt a.M" einen von Richard Rettig gezeichneten und nicht realisierten, auf 1930 datierten Entwurf für das Berliner Atlantik-Kino und führte in diesem Zusammenhang aus: "Da Rettig in der Signatur rechts unten seine Rolle auf die des Zeichners beschränkt (...), ist anzunehmen, daß die eindrucksvolle Kohlezeichnung als Präsentationsansicht für das Projekt eines anderen Architekten angefertigt wurde." So verhält es sich auch im Falle dieser Zeichnung, bei der sich Rettig rechts unten ebenfalls als Zeichner, nicht als Entwerfer ausweist. Die Zeichnung verweist mit "Tribune" und ihrer Datierung auf das Ausschreibungsverfahren zum Entwurf des berühmten Tribune Tower als neuer Firmenzentrale für den Chicago Tribune. Der Wettbewerb, für den 100.000 US-Dollar Preisgelder zur Verfügung standen, zog 260 Bewerbungen nach Chicago. Einsendungen von deutschen und europäischen Architekten stammten u.a. von Walter Gropius & Adolf Meyer, Max Taut, Bruno Taut und Adolf Loos. Literatur: Heinrich Klotz, Architektur des 20. Jahrhunderts: Zeichnungen - Modelle - Möbel aus der Sammlung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt a.M., Frankfurt a.M, 1989, S. 103-104. Provenienz: Sammlung Tilmann Buddensieg, Berlin; Privatsammlung Berlin. € 1.800 - 2.000

645      RICHARD RETTIG, in Berlin und Deutschland tätiger Architekturzeichner des frühen 20. Jahrhunderts 'Die Halle im Landhause R. in M.', 1924 Bleistift auf chamoisfarbenem Velin. 65,5 x 49,5 cm (Blatt). Rechts bezeichnet: Rettig u. datiert: (19) 24 (Bleistift). In den Ecken technikbedingt kl. Löchlein von Reißbrettstiftchen. Literatur: Heinrich Klotz, Architektur des 20. Jahrhunderts: Zeichnungen - Modelle - Möbel aus der Sammlung des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt a.M" , Frankfurt a.M, 1989, S. 103-104. Provenienz: Sammlung Tilmann Buddensieg, Berlin; Privatsammlung Berlin. € 500 - 600

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M oderne K unst | 23. Juni 2016 Klassische Moderne 646      CHRISTIAN ROHLFS (Groß Niendorf 1849 - 1938 Hagen) 'Welkende Sonnenblumen mit Blau', 1922 Aquarell und Tusche auf unregelmäßig geschnittenem bräunlichen Papier. 56,0 x 39,0 cm. Links unten monogrammiert: CR und datiert: (19)22 (Gouache). Unter Glas gerahmt. Das Motiv der Sonnenblume reizte Christian Rohlfs im Jahr 1922 zu einigen Kompositionen auf Papier. Vogt listet in seinem Verzeichnis der Aquarelle und Wassertempera für dieses Jahr fünf verschiedene Arbeiten mit diesem Sujet auf, mal sind die Sonnenblumen blühend, mal sind sie verwelkt, mal in einen Krug arrangiert. Vogt resümiert über die stilistische Entwicklung von Christian Rohlfs in den frühen 1920er Jahren, in denen der Künstler schon über siebzig Jahre alt ist: "Wieder ist man von der Wandlungsfähigkeit dieses Mannes überrascht. Niemand würde neben den vielen Werken, die das Dasein betonen und eine farbliche Verdichtung des natürlichen Seins bedeuten, Arbeiten vermuten, die über meist hellem Grund ein Gespinst vergleichsweise kühler und dünn aufgetragener Farbstreifen zeigen, Verwandlungen von Menschen, Tieren oder Blüten zu einem strengen, mosaik­artigen, manchmal dem Dekorativen angenäherten Formensystem." Provenienz: Auktion Karl & Faber München am 12. Juni 1996; Privatsammlung München. Das vorliegende Aquarell wird unter der Nummer CRA 132/16 in das Werkverzeichnis des Künstlers aufgenommen. Mit der Echtheitsbestätigung des Christian Rohlfs Archiv, Hagen, 9. Mai 2016. € 20.000 - 23.000

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647      RUDOLF SCHLICHTER (Calw 1890 - 1955 München) 'Café-Haus-Szene', 1920er Jahre Kohlzeichnung auf bräunlichem Maschinenbütten von Hahnemühle. 46,0 x 59,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: R. Schlichter (Bleistift). Unter Glas gerahmt. Bl. links und rechts oben mit Fälzelband auf Unterlagekarton ­befestigt, Randläsuren. Provenienz: Rheinische Privatsammlung. € 1.700 - 1.900 647


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648      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) Künstlerpostkarte 'Zwei Mohnblüten', 1910 Farbige Ölkreiden auf frankierter Vordruck-Postkarte adressiert und geschrieben an Frau Dr. Elsa Hopf in Hamburg mit Nachsendevermerk. Poststempel Dangast 10.6.1910. 14,0 x 9,0 cm. Verso vom Künstler handschriftlich bezeichnet (Tusche) und mit Vermerken der Post: "Frau Dr. Elsa Hopf Hamburg Bieber Str 3/5 Liebe verehrte Frau Elsa H., Ihnen hier nochmals einen Sommergruß vom 'Meister', der Ihrer doch so gern gedenkt" und von fremder Hand oben über der Anschrift der Nachsendevermerk: "z. Zt. Rantum / Sylt Adr. Chr. Nissen, Rantum 11/6" (Bleistift), unterhalb der Anschrift: "11/6 Rantum auf Sylt" (Tinte). Die Schmidt-Rottluff-Sammlerin Elsa Hopf hielt sich im Juni 1910 auf der Insel Sylt in der Rantumer Privatpension zur "Sommerfrische" auf. Dort hatte Sie, ebenfalls mit Nachsendevermerk, schon wenige Tage zuvor eine andere Postkarte mit Mohnblumen von Schmidt-Rottluff erreicht. Anders als diese auf zwei Mohnblüten beschränkte Darstellung handelt es sich bei der früheren Version um eine Komposition aus vielen freiblühenden Gewächsen (Vgl. Wietek, S. 127/128). Hier füllen zwei Blüten das komplette Bildfeld aus. "Während die untere voll zum Betrachter hin geöffnet ist, steigt die obere auf gekrümmtem Stengel empor und wird von der Seite dargeboten", so Wietek in seiner Beschreibung dieser Künstlerpostkarte. Weiter führt er zum Motiv der Mohnblume innerhalb des Werkes von Schmidt-Rottluff aus:" 'Es waren unglaublich schöne Tage, voll soviel Sonne, wie noch nie hier', heißt es in einem Brief Schmidt-Rottluffs vom 29. Juni 1910 an Gustav Schiefler, nachdem ihm nicht weniger als drei Postkartenzeichnungen mit Mohnblumen im Monat ihrer Blüte vorausgegangen waren (...). Ihr ungebrochenes, durch das Schwarz der Staubgefäße intensiviertes Zinnoberrot wurde in der Frühzeit des Malers gleichsam seine Leitfarbe, die Klarheit, Eindeutigkeit, Leuchtkraft und Ausdrucksstärke symbolisiert und infolge ihrer Fähigkeit zur Selbstbehauptung und strahlenden Entfaltung auf kargem Boden von ihm auch als Naturerscheinung hoch geschätzt worden ist. Bereits 1908 war ein Gemälde 'Roter Mohn' entstanden, mit dem die sich steigernden Farbklänge von Rot und Grün eingeläutet wurden. Das Bild war von der für die Kunst Schmidt-Rottluffs besonders empfänglichen Sammlerin Martha Rauert (1868 - 1958) erworben worden, welche 1931 auch die letzte Postkartenzeichnung mit diesem Motiv erhielt." Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff, Zeichnungen auf Postkarten, Köln 2010, S. 129 und 130, Kat. 37 (mit farb. Abb.). € 12.000 - 15.000


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649      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) Künstlerpostkarte 'Zwei gelbe Häuser', 1911 Aquarell über Tuschfeder auf frankierter Vordruck-Postkarte adressiert und geschrieben an Frau Dr. Elsa Hopf in Hamburg. Poststempel Dangast 3.6.1911. 9,2 x 14,3 cm. Verso handschriftlich vom Künstler bezeichnet (Tusche): "Frau Dr. Elsa Hopf Hamburg Bieber Str. 3/5 Verehrte Frau E. H., werden Sie denn diesen Sommer mal nach Dangast kommen? Es gibt allerdings noch nichts zu sehen, da ich mich sehr mit den Dingen herumquäle. Hat keinen Zug, dies Jahr. Herzlichste Pfingstgrüße Ihr ergeb. S-Rottluff" und mehrere Nachsendevermerke der Post (Bleistift). Wietek führt zu dieser Landschaft in Aquarell-Technik aus: "Die Postkarte mit den leuchtend gelb wiedergegebenen Häusern vom 3. Juni, eine von mehreren, die Schmidt-Rottluff an diesem Tag mit Pfingstgrüßen versah, ist die erste, die Elsa Hopf 1911 aus Dangast erhielt. Hier war der Maler am 4. Mai eingetroffen und hatte erneut im 'Parkschloss' Quartier bezogen. Die Karte ist nach Schierke im Harz adressiert, wo sich die reise- und wanderfreudige Zahnärztin über die Feiertage aufhielt. (...) In seiner Karte fragt er nach einem Besuch der Empfängerin in Dangast und beklagt zugleich noch mangelnde Arbeitsergebnisse (...). Die Postkartenzeichnung gehört zu den wenigen aus der Vorkriegszeit, bei denen der Künstler Wasserfarben für eine offen und ungeschützt auf den Weg gebrachte Karte verwandte. Sie präsentieren sich in grün, blau und gelb verlaufenden Flächen über einem Tuschfedergerüst, das zwei unterschiedliche Häuser, einige Bäume und Geländestrukturen zwar lediglich im Stenogrammstil andeutet, deren charakteristische Merkmale aber dennoch mit genialer Sicherheit erfasst." Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff, Zeichnungen auf Postkarten, Köln 2010, S. 262 und 263, Kat. 88 (mit farb. Abb.). € 12.000 - 15.000


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650      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) Künstlerpostkarte 'Turm hinter Bäumen', 1911 Farbige Fettkreiden über Tuschfeder auf frankierter Vordruck-Postkarte adressiert und geschrieben an Frau Dr. Elsa Hopf in Hamburg. Poststempel Dangast .... 1911. 14,4 x 9,3 cm. Verso handschriftlich vom Künstler bezeichnet: "Frau Dr. Elsa Hopf Hamburg Bieber Str 3/5 Vielmals herzl. Grüsse Ihr S-Rottluff. Dangast - Nordsee." Wietek beschreibt diese Komposition als ein bildliches Gleichnis für die Dominanz der Natur gegenüber den Gebilden von Menschenhand: "Die sechste Postkartenzeichnung für Elsa Hopf von 1911, mit der selbst die Zahl der in diesem Jahr an Rosa Schapire gelangten übertroffen wird, ist in mehrfacher Hinsicht aussagefähig, obwohl zu bemerken ist, dass Tag und Monat der Absendung nicht mehr ablesbar sind und eine genauere zeitliche Einordnung dadurch erschwert wird. Es handelt sich um die letzte erhaltene Postkarte an die Hamburger Zahnärztin aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und trotz ihrer nur kurzen Grußbotschaft um ein wesentliches Zeugnis für das Verhältnis zwischen dem Künstler und der Sammlerin, welches aus dem Gleichklang wesensähnlicher Persönlichkeiten und übereinstimmender Kunst- und Naturauffassungen hervorgegangen war. Hauptmotiv der Zeichnung ist nicht der von Schmidt-Rottluff häufig gemalte und monumentalisierte Turm der Villa Wobick in Dangast, von dem nur der obere Teil im Hintergrund sichtbar wird, sondern ein den Herbst signalisierender Baum vorn, gegen dessen Leuchtkraft die übrige Farben- und Formenvielfalt nicht anzukommen vermag." Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Gerhard Wietek, Karl Schmidt-Rottluff, Zeichnungen auf Postkarten, Köln 2010, S. 279 und 280, Kat. 95 (mit farb. Abb.). € 12.000 - 15.000


M oderne K unst | 23. Juni 2016 Klassische Moderne 651      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Außentitel für die Neumann-Mappe', 1914 Holzschnitt (Druckstock amerikanische Pappel) auf chamoisfarbenem leichten Velin. 53,3 x 35,5 cm (Blatt). Rechts unten sign.: S Rottluff, unten mittig mit der Werknummer: 1914 (Bleistift). Gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 44. € 280 - 300

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652      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Holzschnitt für das Spiel 'Christa'', 1918 Holzschnitt (Druckstock Fichte) auf chamoisfarbenem Velin. 16,0 x 9,0 cm (Darstellung), 35,5 x 26,5 cm (Blatt). Rechts unten sign.: S. Rottluff, mittig unten mit der Werknummer: 1824 (Bleistift). Gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire H 225. € 2.000 - 2.200 653      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) Ex libris 'Hans Diederich', 1919 Holzschnitt auf chamoisfarbenem Velin. 11,0 x 8,5 cm (Darstellung), 19,5 x 15,0 cm. Rechts unten sign.: S Rottluff (Bleistift). Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 48. € 250 - 300

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quittenbaum.com 654      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Das grafische Jahrbuch', 1919 Holzschnitt (Druckstock Linde) auf chamoisfarbenem Velin. 18,0 x 11,0 cm (Darstellung), 35,5 x 26,5 cm. Rechts unten sign.: S Rottluff, links unten mit der Werknummer: 1926 (Bleistift). Gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 45. € 300 - 350

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655      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Titel: Die Rote Erde', 1919 Holzschnitt (Druckstock Fichte) auf chamoisfarbenem Velin. 27,5 x 20,0 cm (Darstellung), 53,0 x 35,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: S Rottluff, links unten Werknummer: 1927 (Bleistift). Gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. Titelblatt der Zeitschrift "Die Rote Erde", Hamburg. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 46. € 500 - 600 655

656      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Titel: Schmidt-Rottluff 10 Holzschnitte. Grafisches Kabinett', 1919 Holzschnitt (Druckstock Fichte) auf chamoisfarbenem Velin. Ca. 53,0 x 35,5 cm (Blatt). Rechts unten gestürzt sign.: S Rottluff, mittig unter der Darstellung mit der Werknummer: 1910 (Bleistift). Gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 42. € 280 - 300

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657      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Kündungsgedicht', 1920 Holzschnitt (Druckstock Linde) auf chamoisfarbenem Velin. 29,0 x 22,0 cm (Darstellung), 56,0 x 36,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: S. Rottluff, links unten mit der Werknummer: 2025 (Bleistift). Gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 54. € 450 - 500

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658      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) Titelblatt 'Kündung - eine Zeitschrift für Kunst', 1921 Holzschnitt (Druckstock Fichte) auf Japan. 30,6 x 24,0 cm (Darstellung), 45,0 x 27,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: S Rottluff (Bleistift). Gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 52-53. € 500 - 600


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660      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'In Ruhe bewegt Jahr um Jahr', 1924 Holzschnitt auf chamoisfarbenem Japan. 25,5 x 19,5 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Schmidt-Rottluff (Bleistift). Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Rathenau/Schapire G 78. € 650 - 700

659      KARL SCHMIDT-ROTTLUFF (Rottluff 1884 - 1976 Berlin) 'Gott und die Gefahr', 1921 Holzschnitt (Druckstock Fichte) auf chamoisfarbenem Velin. 37,5 x 25,7 cm (Darstellung), 55,5 x 35,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: S Rottluff, links unten Werknummer: 2114 (Bleistift). Gedruckt bei Fritz Voigt, Berlin. Ein Ex. von rund 30 Exx. und wenigen Exemplaren, die nicht in den Kunsthandel gelangten. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. Schapire G 69. € 450 - 500

661      THÉOPHILE ALEXANDRE STEINLEN (Lausanne 1849 - 1923 Paris) 'Sitzende Katze (Chat Assis)', 1900 Bronze mit hellbrauner Patina. 7,0 x 4,0 x 7,8 cm. Am unteren Rand sign.: Steinlen (Stempel). Théophile Alexandre Steinlen. Gemälde - Zeichnungen - Graphik - Bronzen, Ausstellungskatalog Galerie XX, Hamburg o.J., Kat. Nr. 22 (mit Abb.). € 1.900 - 2.000 661


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662      JOSEF ULLRICH (1815 - 1867) 'In der Wartehalle', um 1860 60 x 76 cm. Öl auf Leinwand. 60,0 x 70,0 cm. Rechts unten sign.: J. Ullrich (Öl). Gerahmt. Im unteren Bereich zwei kleine Restaurierungen, doubliert. € 5.500 - 6.000

663      ANONYM, Künstler des 20. Jahrhunderts 'Zwei Pferde in Landschaft', undatiert Tuschfederzeichnung auf feinem, unregelmäßig geschnittenem Zeichenpapier. 6,5 x 13,0 cm (Blatt). Blatt an zwei Ecken u. partiell umlaufend mit Knochenleim im Passepartout montiert. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. € 400 - 450

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664      ANONYM Künstlerpostkarte 'Wir gratulieren', erste Hälfte 20. Jahrhundert Aquarell über Tuschfeder und Bleistift mit Goldhöhung auf unfrankierter und unbeschriebener Vordruck-Postkarte. 10,5 x 15,0 cm. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. € 180 - 200


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665      ANONYM 'Landschaft mit Villa und Brücke', 1920/1930er Jahre Öl auf Leinwand. 70,0 x 100,0 cm. € 450 - 500

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666      ALBERT VENNEMANN (Fotograf, tätig in Berlin in den 1920er Jahren) 'Das schöne Berlin', 1920-1929 2 Fotopostkarten, Vintages. Gelatinesilberabzug in Handdruck nach Fotomontagen. Je 10,4 x 14,7 cm. Verso typografisch betitelt: "Das schöne Berlin" und bezeichnet: "Original Handdruck aus der Sammlung Vennemann" und Copyrightvermerk. € 400 - 450

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667      GRETCHEN WOHLWILL (Hamburg 1878 - 1962 ebenda) 'Portrait einer jungen Dame', 1926 Aquarell über Bleistift auf Pergamin. 47,2 x 34,3 cm. Rechts unten sign.: G. Wohlwill und datiert: 1926 (Bleistift). Gretchen Wohlwill gehörte zum Freundeskreis von Rosa Schapire und Elsa Hopf. Beschädigt. Provenienz: Nachlass Dr. Elsa Hopf. € 600 - 700 667


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668      MAX ACKERMANN (Berlin 1887 - 1975 Unterlengenhardt/Schwarzwald) Ohne Titel (Überbrückung), 1973 Farb. Pastellkreiden auf schwarzem Bütten. 50,3 x 21,3 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Ackermann und datiert: (19)73 (Bleitsift). Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Das Pastell ist im Max Ackermann-Archiv, Bietigheim-Bissingen, mit der vorläufigen Werkverzeichnisnummer ACK 6347 verzeichnet. Provenienz: Privatsammlung München. € 4.800 - 5.000

669      WALTER ALLNER (Dessau 1909 - 2006 New York City) 'Pax', 1980er Jahre Serigraphie auf weißem Papier. 92,0 x 62,5 cm. Am linken unteren Rand gestürzt typographisch bezeichnet: PAX. A coloring poster designed by Walter Allner and printed by McCoy Torrington CT 06790 USA. In San Francisco unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Privatsammlung USA; Privatsammlung Berlin. € 450 - 500 670      WALTER ALLNER (Dessau 1909 - 2006 New York City) 'MIR (PEACE)', 1980er Jahre Farb. Lithographie auf Velin. 79,5 x 56,0 cm. Am linken Rand unten in der Darstellung gestürzt typographisch bezeichnet: MIR (PEACE) Poster design by Walter Allner. Am oberen Rand auf Unterlageblatt befestigt. Provenienz: Privatsammlung USA; Privatsammlung Berlin. € 450 - 500


M oderne K unst | 23. Juni 2016 Kunst nach 1945

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671      JOHN ARMLEDER (Genf 1948 - lebt u. arbeitet in Genf u. New York) 'Audrey Hepburn: a woman, the style', 1999/2000 C-Print auf Fotopapier in Leinenmappe, Einzelabzug (Unique Print). 50,0 x 70,0 cm (Blatt), 51,0 x 72,0 cm (Leinenmappe). Verso sign.: John Armleder (schwarzer Filzstift). Für Salvatore Ferragamo waren Mode und Kultur immer eng verbunden, quasi eins. In den 1920er Jahren begann er, Schuhe für die größten Hollywood-Stars anzufertigen. Schon damals inspirierten den Modemacher der Film, die Schauspieler, das Kino und die bildende Kunst. Noch zu seinen Lebzeiten zeichnete Ferragamo für die Organisation verschiedener internationaler Events, oftmals im Verbund mit Museen und Institutio­ nen, verantwortlich. Posthum inspirierte sein Werk Kuratoren und Künstler zu individuellen Arbeiten, so auch im Rahmen der Ausstellung "Audrey Hepburn: a Woman, the Style", die in den Jahren 1999 und 2000 ihre Welt-Tournee antrat. Nicht nur die Mode für Audrey Hepburn von Ferragamo und diesem Thema verbundene Memorabilia wurden gezeigt, auch eine Reihe von international aktiven Künstlern war eingeladen, sich mit Arbeiten an dieser Ausstellungs zu beteiligen. Sie sollten Variationen zum Holzmodell von Hepburns Fuß schaffen, das Ferragamo im Jahr 1954 hatte anfertigen lassen. Unter diesen Künstlern, es beteiligten sich zum Beispiel Marina Abramovic, Louise Bourgeois, Kenny Scharf und Lawrence Weiner, war auch John Armleder, der diese Fotografie mit dem in der Diagonalen monumental abgebildeten Fuß-Modell von Audrey Hepburn als Einzelabzug schuf. Provenienz: Privatsammlung Italien. € 450 - 550

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672      JULIUS BISSIER (Freiburg 1893 - 1965 Ascona) Abstrakte Komposition mit Kreuz und Kreis, 1962 Lithographie auf Japan. 50,0 x 65,0 cm. Rechts unten sign.: J. Bissier, datiert (19)62 u. nummeriert (Bleistift). Ex. 231 von 300 Exx. Unter Museumsglas gerahmt. In guter Erhaltung. Gerahmt beschrieben. € 350 - 450 673      URSULA BÖHMER (Aachen 1965 - lebt und arbeitet in Berlin) 'Lakenfelder' NL (für Niederlanden)-Lexmond, 2000 Gelatinesilberabzug auf Baryt. 27,0 x 27,0 cm (Passepartoutausschnitt). Auf der Rückseite des Passepartouts sign.: Ursula Böhmer, datiert: 2000, betitelt und nummeriert (Bleistift) und Berliner Atelierstempel der Fotografin. Exemplar 4 von 7 Exx. Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 550 - 600 674      FERNANDO BOTERO (Medellín, Kolumbien 1932 - lebt u.a. in New York), nach nach 'Pferd' (kleine Version), nach 2000 Bronze, dunkelbraune Patina. H. 18,0 cm x ca. 19,0 cm x 10,5 cm (Pferd), H. 1,5 cm x 22,0 x 15,0 x (Plinthe). Am rechten hinteren Fuß bezeichnet: Botero, Gießerstempel: Fonderia M Italy und nummeriert (Stempel). Ex. 2 von 6 Exx. Provenienz: Privatsamlmung Italien. € 1.300 - 1.500

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quittenbaum.com 675      HERBERT BRANDL (Graz 1959 - lebt u. arbeitet in Wien) Ohne Titel (Monotypie), 2009 Farb. Monotypie auf Zerkall Bütten. 100,0 x 70,0 cm. Rechts unten sign.: H Brandl u. datiert: 2009, links unten bezeichnet: M.T. (Bleistift). Unter Glas gerahmt. In einem Gespräch mit Hans Ulrich Obrist führt Herbert Brandl zu seiner Motivwelt der Berge aus: "Seit zwei Jahren ist bei mir eine 'gebirgige Phase' eingetreten. Es fing mit unserer Tour auf den Säntis an. Ich hatte schon immer einen Hang zu den Bergen, wusste aber nicht, wie ich dieses Thema in der Malerei umsetzen sollte. Das Bergbild aus dem 19. Jahrhundert kann nicht als Vorbild dienen. Erst in den letzten zwei Jahren habe ich einen Überblick darüber bekommen, welche Bergbilder heute durch die Fotografie vermittelt werden und wohin sich die Ästhetik um den Berg entwickelt hat. Die Bergbilder, die ich heute male, male ich auch nach Bildern aus Hochglanzkatalogen oder Bergsteigerzeitschriften. Es sind Bergbilder ohne Titel. Das heißt, mich interessiert nicht, wie der Berg benannt wurde, sondern eher das Wesenhafte der Form des Berges. Der Prozess von der leeren Leinwand zum Berg auf die Leinwand ist für mich vielleicht das gespielte alpine Erlebnis (privat). Zudem herrschen in meinem Atelier minus 50 Grad im Winter und ich muss immer im Bergsteigeroutfit malen." (Herbert Brandl, Chromophobie I, Ausstellungskatalog Neue Galerie Graz, Hatje Cantz 2002). Gerahmt beschrieben. € 3.300 - 3.500 676      CHRIS BROWN (Hereford, UK 1949) 'Cleaning up Tombstone', 1974 Bleitsiftzeichnung auf Bütten. 35,5 x 93,5 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Chris Brown und datiert: March (19)74, mittig unter der Darstellung betitelt: Cleaning up Tombstone (Bleistift). Wie der Galerist Nicholas Treadwell in seiner Schrift "Super Humanism" überliefert, sollte Chris Brown zunächst Lehrer werden. Da er an Authorität wenig Interesse bekundete, beschloss er einen anderen Weg zu beschreiten und besuchte die Kunstschule in Hereford. Sein Vater, ein pensionierter Elektriker, hatte eine Passion für Cowboy-Filme entwickelt, die bald auch auf Chris überging. Gemeinsam sahen sie sich die Wild Western Filme im Spätprogramm des Fernsehens an. Chris war von den Sujets und der Kulisse so begeistert, dass er die Western-Thematik dann in sein eigenes Werk aufnahm. In seiner Diplomarbeit analysierte er die Beziehung zu Kunst, Gesellschaft und Politik von Western bzw. der Gesellschaft, die in ihnen dargestellt ist. In seinem künstlerischen Werk nutzt Chris Brown die Sprache der Western, um unsere Gesellschaft satirisch zu präsentieren. Literatur: Nicholas Treadwell, Super Humanism: A Bristish Art Movement, London, 1980 (n. pag.). Provenienz: Gallery Nicholas Treadwell, London; Privatsammlung Berlin. € 900 - 1.100

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M oderne K unst | 23. Juni 2016 Kunst nach 1945 677      DANIELE BUETTI (Freiburg, CH 1955 - lebt u. arbeitet in Zürich u. Münster) 'White Tears', 2005/2006 Digitalprint auf Fotopapier. 80,0 x 64,0 cm. Verso auf Klebeetikett mit den technischen Angaben zum Werk und sign.: Buetti und nummeriert (Kugelschreiber). Ex 44 von 100 Exx. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. € 550 - 600 678      JORGE CARRASCO (La Paz, Bolivien 1919 - 2006 Le Menoux, Frankreich) Ohne Titel (abstrakte Figur), 1955 Massives Mahagonieholz, geschnitzt und poliert. Höhe 35,0 x 17,0 x 23,7 cm. Am Boden sign.: Carrasco und datiert: (19)55 (dunkler Faserstift). Jorge Carrasco gilt als Bildhauer der unvollkommenen Geometrie. Seine Skulpturen, seien sie aus Stein oder Holz, verharren in der realen Welt wie Bäume, die ihre Kraft aus der Erde beziehen. Gehören sie auch zur realen Welt, so werden sie dennoch in kosmische, durch ihre eigene Dynamik angetriebene Elemente umgeformt. € 1.200 - 1.400 679      MAURIZIO CATTELAN (Padua 1960 - lebt u. arbeitet in New York) 'A. C. Forniture Sud', 1990-1991 Farb. Serigraphie auf Karton mit Falzen zum Falten und Aufstellen, ungefalteter Zustand. 34,0 x 22,0 cm. Verso sign.: Cattelan (Kugelschreiber). Eines von 1000 Exx. Editiert von Essegni, Padova. Unter Plexiglas gerahmt, verso mit einer Vorrichtung zum Aufhängen. Gut erhalten. € 600 - 700

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680      MAURIZIO CATTELAN (Padua 1960 - lebt u. arbeitet in New York) 'Marcire non Marciare', 1991/92 Lithographie auf weißem, glattem Papier. 88,0 x 15,0 cm. Unterhalb der Darstellung sign.: Cattelan u. datiert: (19)92 (schwarzer Filzstift). Eines von 100 signierten und datierten Exx. von einer Gesamtauflage von 500 Exx. Editiert von Essegni, Ravenna. € 600 - 700 681      MAURIZIO CATTELAN (Padua 1960 - lebt u. arbeitet in New York), nach 'Brodetto di pesce - taverna del lupo - Dupont - PA', 1998 Farbige Serigraphie auf Keramik. Durchmesser 25,4 cm. Editiert von Buon Ricordo America, Inc. Verso auf der Unterseite Signatur, Titel und Editionsnachweis (Stempel), ferner datiert: 1998 und römisch nummeriert (Filzstift). Ex. 4 von 30 Exx. Sehr gut erhalten. Provenienz: Privatsammlung Italien. € 900 - 1.000

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682      CHRISTO (Gabrowo, Bulgarien 1935 - lebt u. arbeitet in New York) und JEANNE-CLAUDE (Casablanca, Marokko 1935 - 2009 New York) 'Wrapped Reichtstag', 1978 Farb. Offset auf glattem beschichteten Offsetkarton. H. 62,0 x 98,0 cm. Links unten sign.: Christo und Datumszusatz: 2013 (farb. Kreide), rechts unten im Druck sign.: Christo, datiert: 1978 und am unteren linken Rand betitelt: Wrapped Reichtstag. Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 450 - 500

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683      CHRISTO (Gabrowo, Bulgarien 1935 - lebt u. arbeitet in New York) und JEANNE-CLAUDE (Casablanca, Marokko 1935 - 2009 New York) 'Umbrellas Japan - USA, 1984-1991', 1991 Photooffset auf weißem festen Offsetkarton. 61,0 x 91,0 cm (Karton). Links oben sign.: Christo a. Jeanne Claude (blauer Buntstift). Photo: Wolfgang Volz, 1991. Edition Nouvelles Images Inc., N.Y., gedruckt in den U.S.A. Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 400 - 450

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684      CHRISTO (Gabrowo, Bulgarien 1935 - lebt u. arbeitet in New York) und JEANNE-CLAUDE (Casablanca, Marokko 1935 - 2009 New York) 'Wrapped Reichstag', um 1991 Farbiges Offset mit silberfarbener Serigraphie auf weißem glatten Offsetkarton. 76,0 x 57,0 cm (Karton). Rechts unterhalb der Darstellung sign.: Christo (blauer Buntstift). Ein Exemplar einer unbekannten, nicht für den Handel bestimmten Auflage verlegt von Christo und Jeanne-Claude. Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 400 - 450

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685      SALVADOR DALÍ (Figueres 1904 - 1989 Figueres) 'Caducée I + II', 1982 2 Skulpturen aus Bronze, teilvergoldet, rotem Marmor und Chrom. Höhen 29,5 und 27,5 cm. Sockel jeweils mit der vergoldeten Künstlersignatur und einem Auszug aus dem hypokratischen Eid in deutscher Sprache. Jeweils unter dem Sockel eine 925-Silberplakette mit Künstlersignatur, Exemplarnummer, Editeur, mit zwei Plombem und Siegel des Editeurs an der Sockelunterseite gesichert. Jeweils Exemplar 298 von 2000 geplanten Exx. Jede Skulptur mit dem nummerierten und von SPADEM signierten Zertifikat. Provenienz: Galerie Orangerie-Reintz, Köln; Privatsammlung Norddeutschland. € 3.200 - 3.500

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686      SALVADOR DALÍ (Figueres 1904 - 1989 Figueres) 'Caducée I + II', 1982 2 Skulpturen aus massivem, patiniertem Silber (925), teilvergoldet, Lapislazuli und Chrom. Sockel jeweils mit der vergoldeten Künstlersignatur und einem Auszug aus dem hypokratischen Eid in griechischer Sprache. Jeweils unter dem Sockel eine 925-Silberplakette mit Künstlersignatur, Exemplarnummer, Editeur, mit zwei Plomben und Siegel des Editeurs an der Sockelunterseite gesichert. Jeweils ­Exemplar 71 von 100 geplanten Exx. Es handelt sich bei diesem Paar "Caducée" um die nur selten in massivem ­Silber ausgeführten kostbaren Exemplare. Ob die 100 geplanten Exemplare ausgeführt wurden, ist nicht überliefert. Jede Skulptur mit dem nummerierten und von SPADEM signierten Zertifikat. Provenienz: Galerie Orangerie-Reintz, Köln; Privatsammlung Norddeutschland. € 10.000 - 12.000 686


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687      KATHARINA FRITSCH (Essen 1956- lebt u. arbeitet in Düsseldorf) 'Mühle Krankenwagen Unken', 1990 3 Venyl-Singles in farbigen, typographisch betitelten Papierhüllen. Durchmesser Singles je 17,3 cm, H. 18,0 x 18,0 cm (Hüllen). Hüllen verso mit Copyrightvermerk und Editionsangaben. Ein Satz-Exemplar von 2000 unsignierten Exx. Edition für Parkett Nr. 25. Ein Exemplar befindet sich im Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main. Provenienz: Privatsammlung Italien. € 300 - 400

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688      GÜNTER FRUHTRUNK (München 1923 - 1982 ebenda) 'Neuer Dreiklang' aus der Edition 'Neuer Dreiklang', 1971 Farb. Serigraphie auf Bütten. 69,5 x 69,5 cm. Verso rechts unten sign.: Fruhtrunk (Belistift). Ein Ex. von 125 Exx. Editiert von der Galerie Hoeppner Essen. Provenienz: Privatsammlung München. € 500 - 600

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689      EUGEN GOMRINGER (Cachauela Esperanza, Bolivien 1925 - lebt in Rehau-Wurlitz, Oberfranken) Mappenwerk 'Mappe 2000: Eugen Gomringer zum 75. Geburtstag', 1999/2000 Orig.-Halbleinenmappe mit 8 Bll. Druckgraphiken bzw. Fotografie auf verschiedenen Papieren von acht Künstlern und drei Vorsatzblätter mit Impressum und einem Gedicht von Eugen Gomringer (signiert, Bleistift). 72,0 x 52,5 cm (Mappe), 70,0 x 50,0 bzw 50,0 x 70,0 cm (Blätter). Die Arbeiten stammen von Rupprecht Geiger, Roland Goeschel, Eugen Gomringer, Alfonso Hüppi, Marcello Morandini, Günther Uecker u. Andreas v. Weizsäcker. 8 Bll. signiert und nummeriert, 5 Bll. datiert u. 1 Bl. betitelt (Bleistift u. Filzstift). Ex. 2 aus einer Auflage von 35 Exx. u. X Exx. Verlegt bei der Edition Waßermann in München. In guter Erhaltung. Provenienz: Privatsammung Südwestdeutschland. € 3.000 - 3.500

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690      RAYMOND GRANDJEAN (Lyon 1929 - 2006 ebenda) Ohne Titel (abstrakte Komposition), 1962 Mischtechnik auf Papier, leinwanddoubliert. 29,5 x 21,0 cm. Verso bezeichnet: Raymond Grandjean, 1962 (auf mittleren Leiste), oben am Keilrahmen: n° 320 (Bleistift) und am unteren Keilrahmen Klebeetikett der Galerie Philadelphie, Paris. € 450 - 500

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691      HAP GRIESHABER (Rot 1909 - 1981 Eningen) 'Karaghiosis', 1967 Farbiger Holzschnitt auf Japanpapier Kochi. 41,0 x 29,0 cm (Darstellung), 67,0 x 52,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Grieshaber, links unten am Blattrand nummeriert (Bleistift). Ex. 14 von 150 Exx. Mit Eindruck aus Grieshabers Gedicht: Unbekanntes drittes Auge. Verlegt von der Büchergilde Gutenberg, gedruckt bei Betschinger. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. Fürst 72/87. € 450 - 500

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692      HAP GRIESHABER (Rot 1909 - 1981 Eningen) 'Wo die Bücher brennen, werden auch die Menschen verbrannt', 1974 Farbiger Holzschnitt auf Velin. 70,0 x 100,0 cm. Rechts unten sign.: Grieshaber, links unten nummeriert (Bleistift), am linken Rand mit gestürzt geklebten Band betitelt: "Wo die Bücher brennen, werden auch die Menschen verbrannt." Ex. 166 von 250 Exx. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. Fürst 74/21. € 600 - 650 692


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693      AL HANSEN (New York 1927 - 1995 Köln) 'Venus', 1982 Collage aus gerauchtem Zigarettenpapier auf schwarzem Karton. 29,5 x 21,0 cm. Rechts unten sign.: Al Hansen (schwarzer Filzstift). Al Hansen war vieles in einer Person: Künstler, Schauspieler, Komponist, Pornoverleger. 1995 starb er 67jährig in seinem Atelier in der Südstadt von Köln, seiner Wahlheimat. Er war gerade dabei, eine Collage aus Streichhölzern zu komponieren, als ihn der Tod mitten aus dem Schaffen riss. Neben wertlosen Verpackungsmaterialien, Zigarettenkippen und Zeitungsausschnitten waren vor allem Streichhölzer und gerauchtes, gebrauchtes Zigarettenpapier seine bevorzugten künstlerischen Materialien. Es scheint, als hätte Hansen sie selbst benutzt, um sie dann für seine Collagen mit den archaisch-humanen Motiven verwenden zu können. Hansen arbeitete oftmals in Serien und wiederholte seine Themen. Eines seiner beliebtesten Motive war die "Venus". Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 5.500 - 6.000

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694      HEINRICH HEIDERSBERGER (Ingolstadt 1906 - 2006 Wolfsburg) 'Architekturansicht', 1960 Gelatinesilberabzug auf Fotokarton. 22,5 x 17,5 cm. Verso Wolfsburger Atelierstempel des Fotografen und Archivstempel mit eingetragener Archivnummer der Aufnahme (Nr. 876/6, eingetragen mit Bleistift). Im Passepartout. Am oberen Rand mit Fälzelband im Passepartout befestigt. Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 650 - 700

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695      ALFRED HRDLICKA (Wien 1928 - 2009 ebenda) 'Die Kreissäge', 1968 Ätzung auf Kupfer auf Velin. 50,0 x 70,0 cm (Darstellung), 63,0 x 90,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Hrdlicka u. datiert: 1968, links unten betitelt: Die Kreissäge u. nummeriert (Bleistift). Ex. 13 von 30 Exx. neben mehreren Epreuves d'artiste. Erste Drucke von Alfred Hrdlicka, spätere von Walter Fischer. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. Lewin 279. € 300 - 400 695


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696      ALFRED HRDLICKA (Wien 1928 - 2009 ebenda) 'Sappho (sapphische Liebe)', 1961/62 (Entwurf), 1972 Ausführung Bronzeplastik mit bräunlich-schwarzer Patina. 27,5 x 35,0 x 35,0 cm. Rechts auf dem Sockel im Gußmodell signiert und datiert. Ein Ex. von 1500 Exx. Gießer Venturi, Bologna. Edition Euroart, Wien 1972. Lewin 45a. € 2.400 - 2.600

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697      ALFRED HRDLICKA (Wien 1928 - 2009 ebenda) 'Die Ermordung des Marat', 1987 Bronze, braun patiniert. H.: 10,0 x 13,0 x 6,0 cm. Am Sockel monogrammiert: A.H. und bezeichnet: E.A. für Épreuve d'Artiste, am Boden Gießerstempel A. Zöttl Wien. Einer von 5 Épreuve d'Artistes neben einer Auflage von 59 arabisch nummerierten Exx. Gegossen bei A. Zöttl in Wien. Lewin 206 a. Provenienz: Privatsammlung Norddeutschland. € 1.200 - 1.300

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698      INDIANA ROBERT INDIANA (New Castle, Indiana 1928) 'Kölner Kunstmarkt' (große Fassung), 1967 Farb. Seidenserigraphie auf Papier. 85,0 x 46,5 cm. Für Robert Indiana, wie auch für andere Pop-Art-Künstler, war das Entwerfen von Plakaten fester Bestandteil ihres künstlerischen Schaffens. Bei dem Plakat "Kölner Kunstmarkt" für den ersten Kölner Kunstmarkt im Jahr 1967, dem Vorläufer der heutigen Art Cologne, griff Indiana auf sein berühmtes LOVE-Motiv mit dem schräggestellten "O" zurück, dessen Position hier das "Ö" aus dem Stadtnamen einnimmt. In der Farbgebung zitiert Indiana die deutschen Nationalfarben, kombiniert sie mit einer minimalistischen Typographie und einer neuartigen, den Tendenzen der Avantgarde-Malerei entsprechenden Farbflächen-Geometrie. Dieses Plakat war Kunstwerk des Monats März 2014 des Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg. Zur Jubiläumsausgabe der Art Cologne im April 2016, die damit gleichzeitig ihren 50sten Geburtstag feierte, wurde ein Exemplar des Plakates in der Messe-Sonderausstellung "Bilder aus 50 Jahren Art Cologne" gezeigt. Ein dokumentarisches Foto in dieser Ausstellung zeigte zudem den Kölner Galeristen und Messegründer Hein Stünke vor diesem Plakat stehend. Literatur: Messekatalog zur Art Cologne 2016, S. 515 (ganzseitige farb. Abbildung). Provenienz: Privatsammung Berlin. € 1.200 - 1.400 699      HORST JANSSEN (Hamburg 1929 - 1995 ebenda) 'Nonnen', 1957 Farbiger Holzschnitt auf chamoisfarbenem Japan. 47,5 x 59,0 cm (Darstellung), 62,0 x 93,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Janssen u. datiert: (19)57, links unten nummeriert (Bleistift). Ex. 15 von 25 Exx. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. Brockstedt H 9a. € 2.900 - 3.000

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700      HORST JANSSEN (Hamburg 1929 - 1995 ebenda) 'Grosser Regen I', 1961 Farbiger Holzschnitt auf chamoisfarbenem Velin. 79,0 x 53,5 cm. Verso rechts unten sign.: Janssen, datiert (19)61 und nummeriert (Bleistift). Ex. 10 von 100 Exx. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. € 3.600 - 3.800


M oderne K unst | 23. Juni 2016 Kunst nach 1945 701      ALLEN JONES (Southhampton 1937 - lebt u. arbeitet in London) Plakat 'Allen Jones complete graphics' in der Galerie Mikro Berlin, 1969 Farbige Serigraphie auf festem Velin. 83,5 x 59,0 cm. Rechts unten sign.: Allen Jones u. datiert: (19)69 (Bleistift). Verwendetes Motiv: "A fleet of buses", 1966. Provenienz: Privatsammlung Berlin. Lloyd 19. € 250 - 300

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702      KONRAD KLAPHECK (Düsseldorf 1935) 'L'impazienza della spinghe', 2002 36,2 x 47,0 cm (Darstellung), 56,0 x 71,0 cm (Blatt). Vollrandige farb. Lithographie auf Velin. Rechts unten sign.: Klapheck, mittig betitelt u. links unten nummeriert (Bleistift). Ex. 50 von 100 Exx. Provenienz: Privatsammlung Italien. € 900 - 1.000 703      YVES KLEIN (Nizza 1928 - 1962 Paris) 'Monochrome und Feuer', 1961 Farb. Offsetdruck unter Glas. 27,5 x 89,0 cm. Hrsg. Museum Haus Lange, Krefeld im Jahr 1961 zur Ausstellung vom 14.1. bis 26.2.1961. Dabei der seltene Ausstellungskatalog "Yves Klein - Monochrome und Feuer", Krefeld 1961. € 550 - 600 704      JEFF KOONS (York, Pennsylvania 1955 - lebt u. arbeitet in New York) Gefälligkeitszeichnung in Buchpublikation 'Jeff Koons Celebration', 2009 Silberner Faserstift auf lilafarb. Buchseite (Vorsatzblatt). 29,5 x 24,4 cm (Zeichnung Blatt), 30,0 x 25,2 x 1,4 cm (Buch). Rechts unten monogrammiert: J K und datiert: 4/12/2009. Provenienz: Italienische Privatsammlung. € 600 - 700

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705      WILHELM LOTH (Darmstadt 1920 - 1993 Darmstadt) 'Relief 3/59 Mythologische Szene (II)', 1959 Stilisierte Figur. 61 x 52 cm. Guss: Strassacker, Süssen. Bronze, anthrazitgrau patiniert. Bez.: WL. Ausst.-Kat. Wilhelm Loth, Torso der Frau, Werkverzeichnis der Skulpturen, Städt. Galerie Karlsruhe 2001, S. 164, WV 248. € 3.500 - 4.000

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706      CLAES OLDENBURG (Stockholm 1929 - lebt u. arbeitet in New York) Ohne Titel, 1961 (Platte), 1962 (Druck) Aquatintaradierung auf Velin von BFK Rives. 25,0 x 19,5 cm (Blatt). Links unten sign.: Claes Oldenburg, rechts unten datiert: 7/1962, links unten nummeriert (Bleistift). Ex. 49 von 60 Exx. Am oberen Blattrand in den Ecken mit Fälzelband im Passepartout montiert. Axsom/Platzker 14.1. € 650 - 700

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707      GAETANO PESCE (La Spezia 1939) und MILENA VETTORE (Padua 1940 - 1967) 'Ohne Titel', 1961 Farb. Serigraphie auf Karton. Verso sign.: Gaetano Pesce, Milena Vettore, betitelt: Problema und datiert 1961, nummeriert (Faserstift) und typographisch bezeichnet: X. Ex. 40 von 50 Exx. Unter Glas gerahmt. Nach dem Studium der Architektur begründete Gaetano Pesce mit Künstlerkollegen in Padua die "Grupo N" und eröffnete 1961 sein erstes Büro mit der früh verstorbenen Designerin Milena Vettore. Beide recherchierten auf dem Gebiet der seriellen und kinetischen Kunst. In den Jahren 1961 bis 1964 entstanden so vier Serigraphien in limitierter Auflage, darunter auch diese. Gerahmt beschrieben. Vgl. Vanlaethem, France: Geatano Pesce Design Art, Mailand 1989, S. 116. € 350 - 400 708      OTTO PIENE (Laasphe 1928 - 2014 Berlin) 'Die Sonne kommt näher', 1974 Farb. Serigraphie auf Porzellan. Durchmesser: 26,0 cm. In der Serigraphie sign.: Piene, datiert: 1974 und betitelt (gedruckt). Verso Editionsstempel Rosenthal Studio line, nummeriert v. Hand und Hängevorrichtung. Ex. 4341 von 5000 Exx. € 250 - 300

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709      RICHARD PRINCE (Panama Canal Zone 1949 - lebt u. arbeitet in New York) 'Cowboy', 2013 Farb. Offset auf festem Papier auf Alu-Dibond. Ca 106,0 x 82,0 cm. Rechts unten sign.: Prince (Filzstift). € 750 - 800 711

710      CARLA VAN DE PUTTELAAR (Zaandam, NL 1967 - lebt u. arbeitet in Amsterdam) Ohne Titel (Busen), 2001 C-Print auf Professional Kodak Fotopapier. 24,5 x 19,5 (Darstellung), 30,5 x 24,0 cm (Blatt). Verso links unten sign.: C v Puttelaar, datiert: (20)01 und bezeichnet: HC für hors de commerce, Auflage außerhalb des Kunsthandels (schwarzer Filzstift), recto links unten geprägter Copyrightstempel der Künstlerin. Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 650 - 700 711      CARLA VAN DE PUTTELAAR (Zaandam, NL 1967 - lebt u. arbeitet in Amsterdam) Ohne Titel (Arm und Hand), 2002 C-Print auf Professional Kodak Fotopapier. 24,3 x 19,5 (Darstellung), 30,5 x 24,0 cm (Blatt). Verso rechts unten sign.: C v Puttelaar, datiert: (20)02 und bezeichnet: HC für hors de commerce, Auflage außerhalb des Kunsthandels (schwarzer Filzstift), recto links unten geprägter Copyrightstempel der Künstlerin. Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 800 - 850 712      ARNULF RAINER (Baden bei Wien 1929 - lebt u. arbeitet in Enzenkirchen u. auf Teneriffa) Ohne Titel (Selbst), 1978-1982 Kaltnadel über Offset auf Velin. 40,0 x 30,5 cm (Darstellung), 54,0 x 38,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: A Rainer, links unten bezeichnet: epr. art für Épreuve d'artiste (Bleistift). In der Platte sign.: A Rainer. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. € 1.200 - 1.300

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quittenbaum.com 713      MEL RAMOS (Sacramento, Ca 1938 - lebt u. arbeitet in Oakland u. Horta de San Juan, Spanien) nach 'Top Flite II', 2001 Farbige Offsetlithographie auf Velin. 64,0 x 100,0 cm. Rechts unten signiert: Mel Ramos (schwarzer Filzstift, Gefälligkeitssignatur). Nicht bei Hilger. € 900 - 1.000 714      GERHARD RICHTER (Dresden 1932 - lebt. u. arbeitet in Köln), nach nach dem Gemälde 'Seestück' von 1970 Farb. Offset, 52,0 x 50,0 cm (Passepartoutausschnitt). Am unteren Rand mittig sign.: Richter (Filzstift, Gefälligkeitssignatur). Dieser Offsetdruck wurde nach dem großformatigen Gemälde "Seascape (Sea-Sea)" gedruckt, dass Gerhard Richter 1970 nach einer Fotocollage aus eigenen Fotografien schuf. Vermutlich wurde es im Jahr 2005 von der Hamburger Kunsthalle anläßlich der Ausstellung "Seestücke" publiziert. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Nicht bei Butin. € 1.300 - 1.400

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716      TATA RONKHOLZ (Krefeld 1940 - 1997 Hürth-Kenderich) 'Firma Hoechst - Köln Knapsack - Altes Gleisanschlusstor', 1983 Gelatinesilberabzug. 26,5 x 37,5 cm (Passepartout­ ausschnitt). Auf rückseitigem Karton sign.: Tata Ronkholz und gewidmet: Für (unleserlich) zum 40. Geburtstag (Bleistift). Unter Glas gerahmt. Von 1977 bis 1985 studierte Tata Ronkholz an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Bernd Becher, der sie im Hochsommer 1979 neben Candida Höfer, Axel Hütte und Thomas Struth für die von Klaus Honnef und Wilhelm Schürmann im Bonner Rheinischen Landesmuseum kuratierte Ausstellung "Deutschland. Aspekte gegenwärtiger Dokumentarfotografie" zur Teilnahme einlud. Die Studenten seiner Klasse fassten dabei die Fotografie in erster Linie als ein künstlerisch reflektierendes Instrument auf. Exemplarisch fasste Tata Ronkholz ihre Methodik in diesem Kontext zusammen: "Entscheidend für meine Arbeit ist die tägliche Auseinandersetzung mit meiner Umwelt, die ich durch meine Photographie künstlerisch sublimiere. Dabei ist die Kamera für mich ein anonymes Hilfsmittel, mit der ich präzise aufzeichnen kann, was sich mir als künstlerische Notwendigkeit darstellt. Formale Gesichtspunkte interessieren nicht, und ich suche auch nicht das schöne Motiv. Das Motiv vermittelt mir die Motivation, die ich über eine bestimmte Form zur Aussage führe" (zit. nach Lippert/Schaden, S. 48). Gerahmt beschrieben. Literatur: Werner Lippert und Christoph Schaden, Der Rote Bulli: Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Photography, Ausstellungskatalog NRW Forum Düsseldorf 2010, S. 48,146-151, 278. Provenienz: Privatsamlmung Berlin. € 2.000 - 2.200

715      GERHARD RICHTER (Dresden 1932 - lebt. u. arbeitet in Köln), nach Nach dem Gemälde 'Kerze', nach 1982 Farb. Offset auf Papier. 40,0 x 42,0 cm (Passepartoutausschnitt). Rechts unten in der Darstellung sign.: Richter (schwarzer Filzstift, Gefälligkeitssignatur). Dieser Offsetdruck wurde nach dem Gemälde "Kerze" (WVZ 511-1) aus dem Jahr 1982 gedruckt. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Nicht bei Butin. € 1.300 - 1.400 715

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M oderne K unst | 23. Juni 2016 Kunst nach 1945 717      DIETER ROTH (Hannover 1930 - 1998 Basel) 'Kaffee Nr 2', 1972 Lithographie auf Bütten von Arches. H.: 76,5 x 56,5 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Dieter Rot, dat.: (19)72 und links unten nummeriert (Bleistift). Ex. 16 von 50 Exx. Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. Dobke 265. € 500 - 600 718      DIETER ROTH (Hannover 1930 - 1998 Basel) 'Palego Goodbye', 1972 Farb. Lithographie auf Velin. 65,0 x 90,0 cm. Links unten sign.: Dieter Rot u. datiert: (19)72, mittig unten nummeriert, rechts unten gewidmet: für Wolfgang Basel 31. 3. (19)84 von D (im Kreis) (Bleistift). Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. Dobke 247. € 1.000 - 1.100

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719      DIETER ROTH (Hannover 1930 - 1998 Basel) 'Ku Ex', 1973 Offsetdruck auf festem Karton. 79,3 x 60,0 cm. Rechts unten sign.: Dieter Roth u. datiert: (19)73 und betitelt: Ku Ex, ferner bezeichnet: Sammlung Cremer und gestürzt gewidmet: für Wolfgang (am 10. 6. 85) (Bleistift). Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. € 300 - 350

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720      DIETER ROTH (Hannover 1930 - 1998 Basel) 'Lichtdruck', 1974 Farb. Lichtdruck auf chamoisfarb. Karton. 43,0 x 31,5 cm (Darstellung), 71,0 x 52,0 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Dieter Roth u. datiert: 19(74), mittig betitelt: Lichtdruck und links unten nummeriert (Bleistift). Ex. 28 von 28 Exx. In der Platte bezeichnet: OriginalHyalographie. Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. Dobke 377. € 1.500 - 1.600

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721      DIETER ROTH (Hannover 1930 - 1998 Basel) 2 Bll. Plakate 'Richard Hamilton Dieter Roth in der Junior Galerie Düsseldorf', 1977 Farb. Offsetlithographie auf Papier, dunkelgrüner Druckzustand, hellgrüner Druckzustand. Je 59,5 x 42,0 cm. Je recto rechts unten sign.: Dieter Roth, eines ferner mit Widmung: Für Wolfgang am 10.06.1985 (Bleistift). Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. € 800 - 900 722      DIETER ROTH (Hannover 1930 - 1998 Basel) Plakat 'Richard Hamilton Dieter Rot in der Junior Galerie Düsseldorf', 1977 Farb. Offsetlithographie auf Papier. Ca. 59,5 x 45,0 cm. Recto rechts unten sign.: Dieter Roth, mittig gewidmet: Für Wolfgang am 10.06.1985 (Bleistift). Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. € 400 - 450

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M oderne K unst | 23. Juni 2016 Kunst nach 1945 723      DIETER ROTH (Hannover 1930 - 1998 Basel) 'Irisette', 1979-1982 2 Pakete mittig zusammengeklebter Irisette-Bettwäsche-Sets. H. 37,5 x 27,0 x 5,5 cm (geschlossen), aufgeklappt: H. 1,5 x 54,0 x 4,0 cm. Recto farb. Zeichnung in Acryl, verso farbige Zeichnung in Acryl, innen Widmung (Filzstift): "Für Wolfgang, mit Dank für Müh und Sorge Dieter München am 4. August 1982." Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. € 2.000 - 2.200

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724      DIETER ROTH (Hannover 1930 - 1998 Basel) Ohne Titel, 1980 Blattgroße Collage aus übermaltem Foto und Filzstiftzeichnung auf Papier. 29,5 x 21,0 cm. Links unten sign.: Roth und datiert: 8.4.(19)80 (Filzstift). An Wolfgang Wunderlich gewidmete Zeichnung mit folgenden Texten: "Lieber Wowu, hab schönen Dank für alle Mühe und deutliche, ausführliche, brauchbare und liebenswürdig. Briefe! Vielleicht auf bald?! Dein D.R."; "herzlichen Osterbraten"; "spät aber doch viell. zur recht. Zt.?". Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. € 900 - 1.000

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725      DIETER ROTH (Hannover 1930 - 1998 Basel) Ohne Titel, 1981 Bleistiftzeichnung auf Papier. 29,5 x 21,0 cm. Rechts unten sign.: von Dieter Roth, datiert: Juni (19)81 und gewidmet: Gruss für Wolfgang Wunderlich (Bleistift). Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Provenienz: Aus dem Nachlass des Kunsthistorikers, Kurators und Kritikers Wolfgang Wunderlich, München. € 900 - 1.000 725


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726      HA SCHULT (Parchim 1939 - lebt u. arbeitet in Köln) 'Biokinetik hinter dem blutorangefarbenen Panzer', 1972 Objektkasten. Mischtechnik in Sand, Erde, Metall, Kunststoff, Farbkulturen, Mikroorganismen. H.: 28,0 x 28,0 x 10,0 cm. Verso signiert, datiert, betitelt sowie ausführlich bezeichnet und mit dem Münchener Adressstempel des Künstlers versehen. Dazu handschriftlich bezeichnet: Dieses biokinetische Objekt ist ein echtes H A Schultobjekt. Es zeigt die Phase einer Situation, der Sie bereits am kommenden Dienstag begegnen könnten. Eberhard Roters führte zu den biokinetischen Landschaften von HA Schult aus: "Die Biokinetik ließ den Künstler nicht mehr los. 1972 zeigte er in der Galerie van de Loo in München seine ersten biokinetischen Landschaften. Das sind unterschiedlich große Objektkästen, in denen zivilisatorische Randsituationen aller Art in kleinteiligem Liliputformat wie im Guckkasten vor uns hingestellt sind. Wohnhäuser, Hochhäuser, Fabriken erheben sich über den Abgründen weitläufiger Abfallkippen. In jede dieser Landschaften ist eine biokinetische Zone eingebaut, eine in durchsichtigem Kunststoff konservierte Bakterienkolonie. Die natürliche Zersetzung und die zivilisatorische sind zueinander in ein dialektisches Verhältnis gesetzt." Im Jahr der Entstehung dieser Arbeit nahm HA Schult mit einer seiner biokinetischen Landschaften an der documenta V in Kassel teil. Provenienz: Privatsammlung Hamburg. € 1.300 - 1.500

727      DANIEL SPOERRI (Galati, Rumänien 1930 - lebt u. arbeitet in Wien u. Seggiani) 'Papiertischdecke für das Restaurant Spoerri, Düsseldorf', 1971 (spätere Ausgabe für Ausstellungszwecke) Farb. Offsett auf dünnem Offset-Papier. 70,0 x 70,0 cm. Nachdruck der Papier-Tischdecke aus dem Restaurant Spoerri in Düsseldorf mit einem Tableau piège. Die erste für das Restaurant gedruckte Version entstand im Jahr 1971 und war auf der Rückseite mit einem Text des Künstlers zur Erläuterung des Stilllebens versehen, der auf den Nachdrucken, der zu Ausstellungszwecken angefertigt wurden, fehlt. Bei der Papier-Tischdecke handelt es sich um einen reinen Gebrauchsgegenstand, der nach der Nutzung im Restaurant Spoerri vernichtet wurde. Deshalb sind die Exemplare der ersten, im Restaurant verwendeten Version sehr rar. Provenienz: Europäische Privatsammlung. € 180 - 200

727

728      TONI STADLER (München 1888-1982 ebenda) Mappenwerk 'Toni Stadler', 1970 Orig.-Halbleinenmappe mit 12 Bll. Farblithographien auf Velin von Arches und einem im Stein vom Künstler signierten Vorsatzblatt mit einem Text des Künstlers. Bll. je 50,3 x 32,8 cm bzw. 32,8 x 50,3 cm. Jeweils monogrammiert: T. St. (Bleistift und schwarzer Faserstift) und nummeriert (nicht eigenhändig, Bleistift). Unterschiedliche Exx. aus einer Auflage von 80 Exx. Verlegt von Carl Schünemann Bremen Verlag der Dietz Offizin. In guter Erhaltung. Provenienz: Privatsammung Südwestdeutschland. € 550 - 600 728


M oderne K unst | 23. Juni 2016 Kunst nach 1945

729      WALTER STÖHRER (Stuttgart 1937 - 2000 Scholderup) 'Farbradierung I', 1971 Farb. Radierung mit Ätzung und Kaltnadel auf Kupferdruckbütten. 61,6 x 49,0 cm (Darstellung), 84,6 x 64,5 cm (Blatt). Rechts unten sign.: Stöhrer u. datiert: (19)71, links unten nummeriert (Bleistift). Ex. 6 von 15 Exx. Gedruckt bei Wilhelm Schneider & Co., Berlin. Unter Museumsglas gerahmt. Gerahmt beschrieben. Meyer zu Eissen/Dethloff 1971.2. € 350 - 400

729

730      ANTANAS SUTKUS (Kaunas, Lithauen 1939) 'Die Hand der Mutter', 1967 Gelatinesilberabzug auf Fotopapier. 40,0 x 29,5 cm. Verso sign.: A. Sutkus (Bleistift), datiert: 1967 (schwarzer Faserstift) und bezeichnet (unleserlich, Bleistift). Der litauische Fotograf Antanas Sutkus (geb. 1939) begann in den 1950er Jahren, die Menschen seines Landes zu fotografieren. Jahrzehntelang arbeitete er an seinem nie abgeschlossenen Zyklus Menschen aus Litauen. Über Jahrzehnte hinweg hielt Sutkus an seiner ebenso direkten wie einfühlsamen Dokumentation der Menschen seiner Heimat fest. Er gehörte zu den Begründern der 1969 gegründeten Litauischen Fotografie-Gesellschaft, die er lange Jahre leitete. Seit 1996 ist er Präsident der neu entstandenen Gesellschaft Litauischer Kunstfotografen. Antanas Sutkus veröffentlichte viele Bücher und erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. Für die Aufarbeitung seines 700 000 Negative umfassenden Archivs erhielt er 2001 ein Hasselblad-Stipendium. Enno Kaufhold schrieb über den Fotografen: "Antanas Sutkus äußerte einmal, er glaube daran, dass in jedem Lebewesen eine Kathedrale stecke. Dass er damit nicht nur eine schöne Idee, sondern sein Credo formulierte, dafür steht seine fotografische Arbeit, die sich in ihrem überwiegenden Teil mit Menschen beschäftigt.“ In ihrer ungeschönten, ehrlichen Sprache stießen die Fotografien von Antanas Sutkus weder zu Sowjetzeiten noch im seit 1990 unabhängigen, demokratischen Staat Litauen auf große Gegenliebe: Beiden Systemen passte das von ihm gezeigte Menschenbild nicht ins Konzept. Literatur: Antanas Sutkus, "Lithuanien Portaits", 2008 Ausstellungskatalog White Space Gallery, London u. "Signs of Time", 2008 Ausstellungskatalog Gallery Photographer.ru., Moskau, S. 66 (ganzseitige Abb.). Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 700 - 800

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731      TOMASZ TATARCZYK (Katowice 1947 - 2010 Warschau) Ohne Titel (Abstrakte Komposition), 1990er Jahre Öl auf strukturiertem Papier auf dünner Sperrholzplatte. 140,0 x 242,0 cm. Das Werk von Tomasz Tatarczyk ist von der Natur inspiriert, die er als abstrakte, sich in verschiedenen Räumen manifestierende Idee begreift. Seine Gemälde sind einfühlsam, erkenntnisreich und analytisch. Sie gründen auf Kontrasten einfacher Gegenstände. Das können ein geschlossenes Tor, Spuren im Schnee, ein See sein. Tatarczyk studierte von 1966 bis 1972 an der Warschauer Technischen Universität und von 1976 bis 1981 als Schüler von Jan Tarasin an der Akademie der Schönen Künste in Warschau. Er wurde mit Stipendien der Kosciuszko Foundation, der Soros Foundation´s ArtsLink und der Rockefeller Foundation bedacht. Im Jahr 1985 begann seine Zusammenarbeit mit der Foksal Galerie in Warschau. Provenienz: Foksal Galerie Warschau; dort vom jetzigen Eigentümer in den frühen 1990er Jahren erworben. € 15.000 - 20.000

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732      RUTH TROBE (Beaver Falls PA 1913 - 2009 Ann Arbos MI) 'Liegender weiblicher Akt', 1960er Jahre Bronze, schwarz patiniert. H. 13,0 x 28,0 x 10,5 cm. Auf weiß lackiertem Künstlersockel aus Holz (3,0 x 42,5 x 11,0 cm) montiert, dort an der Schauseite Metall­etikett sign.: Trobe (geritzt). Trobes Schwerpunkt im Bereich Skulptur lag auf halbabstrakten männlichen oder weiblichen Körpern. Die Arbeiten der jüdischen Künstlerin wurden in Galerien auf der ganzen Welt ausgestellt. Zu ihren bedeutendsten Sammlerm gehört die ehemalige Ministerpräsidentin Israels Golda Meir und der amerikanische Pianist und Dirigent Leon Fleisher. Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland. € 1.200 - 1.300


M oderne K unst | 23. Juni 2016 Kunst nach 1945

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733      TERESA TYSZKIEWICZ (Krakau 1906 - 1992 Lodsch) 'Gest' (Geste), 1966 Öl auf Leinwand. 104,0 x 73,0 cm. Recto rechts unten sign.: Teresa (Öl), verso sign.: Teresa Tyszkiewicz, datiert: 1966 und betitelt: "Gest" (Öl). Provenienz: Privatsammlung Südwestdeutschland. € 4.000 - 5.000

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734      GÜNTHER UECKER (Wendorf 1930 - lebt u. arbeitet in Düsseldorf) Jahresteller in Glas, 1975 Glas, gegossen. Durchmesser 38,0 cm. Am Rand sign.: Uecker, betitelt, datiert: 1975, nummeriert und mit dem Editionsvermerk: Rosenthal Galerie (geätzt). Ex. 731 von 3000 Exx. € 500 - 600


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735      ICA VILANDER (Brüx, Tschechoslowakei 1921 - 2013 Hamburg) 'Les plumes (Denise Sarrault)', 1960, 'La Voilette', 1961 und 'Rückenakt', 1960er Jahre Gelatinesilberabzüge auf Barytpapieren. 26,5 x 19,2 cm; 23,1 x 18,5 cm; 18,2 x 24,0 cm. Verso mit Copyrightstempeln - bzw. Etiketten der Fotografin Ica Vilander. "Les plumes" zudem verso handschriftlich bezeichnet: internat. Starmannequin Denise Sarrault (Bleistift). Provenienz: Privatsammlung Berlin. € 650 - 700

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736      in der Art von MAURICE VLAMINCK (Paris 1876- 1958 Rueil-la-Gadelière) 'Paysage', 20. Jahrhundert Aquarell über Bleistift auf Bütten. 21,0 x 36,5 cm (Blatt). Links unten bez.: Vlaminck (Tusche). € 1.100 - 1.200

736

737      HANNES H. WAGNER (Schneeberg 1922 2010 Halle a.d. Saale) 'Wenn jeder Mensch ahnte, von wie vielen er durchschaut wird' (Elias Canetti), 1994 Farb. Kreiden über Blei- und Filzstift auf dünnem, braunem Papier. 57,0 x 75,0 cm, Rechts unten sign.: Hannes H. Wagner u. datiert: 1994 (Bleistift), mittig unten betitelt (Kreide). Unter Glas gerahmt. Bl. am oberen Rand über die ganze Breite auf Unterlagekarton montiert. € 1.300 - 1.500

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M oderne K unst | 23. Juni 2016 Kunst nach 1945

738      ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 - 1987 New York) 'Campbell's Soup Shopping Bag', 1966 Farb. Serigraphie auf Papiertüte. Ca. 41,0 x 24,0 cm. Unbekannte Auflage, Hrsg. Institute of Contemporary Art, Boston, Massachusetts. Provenienz: Europäische Privatsammlung. Schellmann/Feldman II.4A. € 700 - 800

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739      ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 - 1987 New York) 'Andy Warhol's Index (Book)', 1967 Buch, unpaginiert, Titel farb. Serigraphie, Innenseiten Offset. H. 28,0 x 21,5 x 0,5 cm. Publiziert 1967 von Random House. Frontispitz am linken Rand gestürzt sign.: Andy Warhol (Filzstift). Eines von 365 Exx. Provenienz: Europäische Privatsammlung. € 700 - 800 739

740      ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 - 1987 New York) Gefälligkeitszeichnung von Andy Warhol in: 'The philosophy of Andy Warhol (From A to B & Back Again)', 1975 Filzstiftzeichnung auf Frontispiz des Buches: Andy Warhol, 'The philosophy of Andy Warhol (From A to B & Back Again)', 1975. Unter der Zeichnung sign.: Andy Warhol (schwarzer Filzstift). Gut erhalten. Provenienz: Privatsammlung Italien. € 1.000 - 1.200

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741      ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 - 1987 New York) 'Two Dollar', um 1975 Schwarzer Filzstift auf einer US-amerikanischen Zwei-DollarNote mit der postgestempelten Briefmarke "One Nation Indivisible", die ab 1975 im Umlauf war. 6,5 x 15,5 cm. Recto mittig sign.: Andy Warhol (Filzstift), verso gestempelt: Andy Warhol. Gut erhalten. Provenienz: Italienische Privatsammlung. € 2.500 - 3.000

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742      ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 - 1987 New York) 'Campbell soup metal tin can: Vegetable Soup', 1980 Farbiges Offset montiert auf Blechdose. H. 10,5 cm, Dm. 6,5 cm. Auf dem Motiv sign.: Andy Warhol (schwarzer Filzstift). Dose geöffnet, mit Deckel. Provenienz: Italienische Privatsammlung. € 1.400 - 1.500

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743      ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 - 1987 New York), nach 'Marilyn' (Sunday B Morning), 1967 5 Bll. 90,0 x 90,0 cm. Farb. Serigraphie auf Karton. Je verso rechts unten bez.: Published by Sunday B. Morning, links unten bez.: fill in your own signature (Stempel). Feldman/Schellmann, Andy Warhol Prints, New York 2003, S. 68, S. 213 Edition von Sunday B. Morning. € 900 - 1.000 *

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M oderne K unst | 23. Juni 2016 Kunst nach 1945 744      ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 - 1987 New York), nach 24teiliges Porzellanensemble der Rosenthal studio-line in Holzrahmenkonstruktion Farbige Serigraphie auf Porzellan. 54,0 x 73,5 x 10,0 cm (Orig.-Holzkiste), 66,0 x 45,0 cm (Ensemble). Verso auf der Holzrahmenkonstruktion Etikett der Rosenthal studio-line mit gedruckter Warhol-Signatur und ExemplarNummer. Ex. 46 von insgesamt 49 Exx. € 460 - 520 745      nach ANDY WARHOL (Pittsburgh 1928 - 1987 New York) nach 'Cow', um 1980 Farb. Offset auf Papier. 22,0 x 19,7 cm. Am rechten Rand gestürzt sign.: Andy Warhol (Gefälligkeitssignatur, schwarzer Filzstift). Unter Glas gerahmt. Gerahmt beschrieben. € 550 - 600

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746      ANDREA ZITTEL (Escondido, CA 1965 - lebt u. arbeitet in der Mojave-Wüste, CA) 'Just Like @ A-Z Container', 1997 Dreiteilige Installation. 12 Pappschalen in Speisegröße (Durchmesser 21,0 cm, H. 6,0 cm), 12 Pappschalen in Cocktailgröße (Durchmesser 17,7 cm, H. 3,5 cm), Karton Serigraphie auf Karton (H. 46,0 x B 46,0 x T. 41,0 cm). Ein Ex. von 20 Exx. Andrea Zittel studierte an der San Diego State University und schloss ihr Studium im Jahr 1990 an der Rhode Island School of Design mit dem Master of Fine Arts ab. Zittel verwandelt ihre Werke, die aus Skulpturen und Installationen, aus Einrichtungsgegenständen und Kleidungsstücken bestehen, in eine bewohnbare, artifizielle Welt, in der sich die Grenzen zwischen Kunst und Leben verwischen und die ein eigenes soziales Umfeld entstehen lassen. Angeregt durch modernes Design, zeitgenössische Architektur und die Arbeit der Bauhaus-Künstler gestaltet sie mit spielerischem Witz aus Objekten und Installationen Wohnmodelle, sogenannte „Living Units“ als autonome Lebensbiotope. 1994 bezog sie ein dreistöckiges Gebäude im New Yorker Stadtteil Brooklyn, das sie „A-Z East“ nannte. Sie nutzte dieses Haus dann sechs Jahre für experimentelle Forschungen als Werkstatt und Projektraum. Konkret erforschte sie dort die Ess-, Schlaf-, Bekleidungs- und Waschgewohnheiten temporärer Bewohner. 1999 zog sie mit ihrem Projekt „A-Z West“ auf ein 10 Hektar großes Gelände in der kalifornischen Mojave-Wüste bei Joshua Tree, wo sie ihre „Experiments in Living“ weiterentwickelte. Provenienz: Privatsammlung Italien. € 700 - 800


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747      JAPAN Stockgriff H. 11,3 cm. Geschnitztes Elfenbein, Motiv mit einem Samurai (?) zwischen Bäumen. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. € 110 - 120 748      JAPAN Netsuke. Sennin H. 10,5 cm. Geschnitztes Ebenholz. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. € 110 - 120 749      JAPAN Netsuke. Shishi mit Ball H. 4,8 cm. Geschnitztes Elfenbein. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. € 110 - 120

747

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750      JAPAN Netsuke. Eine Nuß, aus der ein Wurm herauskriecht H. 4,5 cm. Geschnitzte Nuß, Wurm aus Elfenbein. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. € 110 - 120

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751      JAPAN Netsuke. Goshisho H. 6 cm. Geschnitztes Elfenbein, mit beweglicher Zunge. Provenienz: Privatsammlung Westdeutschland. Vgl. Jirka-Schmitz, The Werdelmann Collection, Museum Kunstpalast Düsseldorf 2005, Nr. 85. € 110 - 120

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M oderne K unst | 23. Juni 2016 Aussereuropäische Kunst

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752      FANG, Gabun Stab / Zepter In der Mitte des Stabes eine Grifffläche von ca. 29 cm Höhe. Darunter eine Figur auf einem fein ornamentierten Podest stehend, darüber zwei Figuren und drei Köpfe. Helles, etwas dunkler patiniertes Holz. H. ca. 113 cm. Sehr guter Erhaltungszustand. € 1.700 - 1.900 753      MUMUYE, Nigeria Figur Sehr typische Figur der Mumuye, mit Schlaufenohren, überlangem Hals, angewinkelten überlangen Armen, und eingeknickten, relativ kurzen Beinen. Holz. H. ca. 79,5 cm. Vgl. J. Kerchache, J.-L.Paudrat, L. Stephan, Die Kunst des Schwarzen Afrika, Paris 1988. Abb. 524-528. € 1.500 - 1.600

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754      SUKUMA, Tansania Figur Stehende armlose Figur, grobe Gesichtszüge, breite Nase, geöffneter Mund, runde, kleine Augen. Leicht schräge Körperhaltung. Holz. H. ca. 102,5 cm. Vgl. Ausst.-Kat. Jens Jahn (Hrsg.), Tanzania, Haus der Kulturen der Welt Berlin, Kunstbau Lenbachhaus München, München 1994, S. 280, Abb. 172. € 700 - 800

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quittenbaum.com

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755      NAMCHI, Kamerun Bildplatte Mit vier reliefierten, en face dargestellten, Figuren. Holz. Ca. 31 x 29 cm. € 200 - 300

756      OGONI, Nigeria Zoomorphe Klappkiefer-Maske Vogelgesicht mit dreiteiligem Kopfschmuck, Tatauierungen auf Stirn und Wangen. Holz, krustige Patina. H. ca.18 cm. Provenienz: Ex-Sammlung Bernd Muhlack, Kiel. € 700 - 800 756

758      YOMBE, Demokratische Republik Kongo Fliegenwedel Knieende Figur mit übergroßem Kopf am Griffende. Elfenbein, gold-braune Patina, Elefantenhaar. L. ca. 38 cm. Provenienz: Ehemals Sammlung Peter Loebarth, Hameln. € 500 - 600

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757      BAULE, Elfenbeinküste Maske Mittelbraunes Holz, Frisurenaufbau schwarz eingefärbt, Tatauierungen an den Schläfen. H. ca. 26 cm. € 1.000 - 1.200 758


M oderne K unst | 23. Juni 2016 Aussereuropäische Kunst 759      DOGON, Mali Ring Mit Pferd und Reiterfigur. Bronze. H. ca. 7 cm. Provenienz: Ex Sammlung Werner Fischer. € 600 - 700 760      PAPUA NEUGUINEA Aufhängehaken Stehende männliche Figur mit überdimensional großem Kopf, auf einem relativ kleinen halbmondförmigen Sockel. Mittlerer Sepik-River. Ritztatauierungen auf Gesicht und Körper. Reste von schwarzer, weißer und roter Bemalung. Holz, Kaurischnecken. H. ca. 170 cm. Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Fritz J. Raddatz, erworben in der Galerie Taylor A. Dale, ex. Sammlung Walter Chrysler, erworben bei Walter Randall. Vgl. Ausst.-Kat Tribal Art Centre Basel, Kunst am Sepik, Suzanne Greub (Hrsg.), Basel 1985, Abb 92, S. 192. € 1.800 - 2.000 761      CHINA 'Han'-Pferd Zweiteiliger Pferdetorso, Schweif und Ohren fehlen, der Kopf ist aufgesetzt. Terrakotta, Reste einer Bemalung. H. ca. 37 x 44 x 15 cm. Provenienz: Nachlass Prof. Dr. Fritz J. Raddatz, Hamburg. € 1.500 - 1.800

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762      THAILAND Vase Halbkugelige Form. Ton, rötlicher Scherben mit matter weisslicher Glasur. H. ca. 13,5 cm, Dm. 19,5 cm. Öffnung: Dm. 14 cm. Lt. Einlieferer stammt die Vase aus dem Ort Ban Chiang und ist ca. 2000 Jahre alt. Provenienz: Nachlass Prof. Dr. Fritz J. Raddatz, Hamburg. € 150 - 200

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Geschäftsführer und Versteigerer Askan Quittenbaum +49 89 273702-113

Office Management Ingrid Ilgen +49 89 273702-10

Photographie Kalan Konietzko Jochen Splett

Expertin Dr. Bettina Krogemann (Moderne und Zeitgenössische Kunst) +49 89 273702-119 bettina.krogemann@quittenbaum.de

Buchhaltung Alicja Wika Eduard Egger +49 89 273702-117

Layout Daniela Neumann

Katalog-Bestellung Dr. Claudia Quittenbaum +49 89 273702-113

Website corporate design solutions, München

Logistik und Versand Dirk Driemeyer +49 89 273702-112

Repräsentanz Jochen Fey, Berlin +49 30 44 23 513

M2 Logistik +49 8121 223015

Email: jochen.fey@freenet.de

Presse- und Öffentlichkeits­arbeit Dr. Claudia Quittenbaum +49 89 273702-113

Askan Quittenbaum Geschäftsleitung

Dr. Bettina Krogemann

Murano Glas, Schmuck, Jugendstil und Art Deco

Klassische Moderne, Zeitgenössische Kunst

+49 (89) 273702-113 askan.quittenbaum@quittenbaum.de

+49 (0) 89-273702-119 bettina.krogemann@quittenbaum.de

Produktion und Druck omb2 Print GmbH, München


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Q U I T T E N B AU M Kunstauktionen München

Auktion 127 C

Moderne Kunst

23. Juni 2016

Versteigerungsbedingungen

Conditions of Sale for Auctions

Mit der Teilnahme an der Versteigerung, die live im Internet übertragen wird, erkennt der Bieter nachstehende Bedingungen an:

The translation of these terms and conditions of sale is provided for information only; the German original is the definitive version. Participation in the auction, which will be transmitted live online (for more information please visit our website) implies unconditional acceptance of the following terms and conditions of sale:

1. Die Versteigerung erfolgt freiwillig. Sie wird im eigenen Namen und für Rechnung der Auftraggeber durchgeführt mit Ausnahme der besonders gekennzeichneten Eigenware. 2. Bieter und Käufer haben keinen Anspruch auf deren Bekanntgabe. 3. Die Versteigerung erfolgt in Euro. Der Aufrufpreis wird vom Auktionator festgelegt. Gesteigert wird im Regelfall um jeweils 5% - 10% des vorangegangenen Gebots in Euro. 4.  Die zu versteigernden Gegenstände können vor der Auktion besichtigt und geprüft werden; sie sind ausnahmslos gebraucht und von einem gewissen Alter; manche entsprechen daher eventuell nicht mehr den heute geltenden gesetzlichen Sicherheitsstandards. Ihr dadurch bedingter tatsächlicher Erhaltungszustand, der im Katalog und im Internet durchgehend nicht ausdrücklich beschrieben wird, ist vereinbarte Beschaffenheit (§434 Abs. 1 Satz 1 BGB). Farbige Reproduktionen im Katalog müssen die Gegenstände nicht farbgetreu wiedergeben. Alle Katalogangaben, die nach bestem Wissen und Gewissen gemacht werden, dienen nur der Information; das gilt auch für Angaben über die geographische Herkunft von Objekten. Sie sind nicht vertraglich vereinbarte Beschaffenheit und enthalten keine Garantien im Rechtssinne; das gilt auch dann, wenn Gegenstände im Katalog optisch oder in sonstiger Weise hervorgehoben und / oder außerhalb des Kataloges werblich o.ä. herausgestellt werden. Vereinbarte Beschaffenheit sind nur die Katalogangaben über die Urheberschaft, Signatur, Material, Restaurierung und Provenienz, eine besondere Garantie, aus der sich weitergehende Rechte des Käufers ergeben, wird vom Versteigerer hinsichtlich der entspr. Beschaffenheit ausdrücklich nicht übernommen. Die Vereinbarung über die Urheberschaft, Signatur, Material, Restaurierung und Provenienz begründet auch keine strengere als die im Gesetz vorgesehene Haftung, vgl. §§ 276 Abs. 1, 443, 477 BGB. Für Funktionsfähigkeit und Sicherheit von elektrischen Geräten wird keine Haftung übernommen. Auf Wunsch des Interessenten abgegebene Zustandsberichte (Condition Reports) dienen nur der näheren Orientierung über den äußeren Zustand des Objekts nach Einschätzung des Versteigerers. Wird dem Versteigerer vom Käufer vor Ablauf der Verjährung, die – vorbehaltlich einer vorsätzlichen Rechtsverletzung – ab dem Tage der Übergabe des zugeschlagenen Gegenstandes läuft und ein Jahr beträgt, nachgewiesen, daß Katalogangaben über die 'Urheberschaft', 'Signatur','Material', 'Restaurierung' und 'Provenienz' unrichtig sind, wird dem Käufer auf Verlangen der gesamte Kaufpreis (Zuschlagsumme; Aufgeld; Mehrwertsteuer; Folgerechtsanteil) Zug um Zug gegen Rückgabe des Kaufobjektes zurückerstattet; alternativ ist nach Wahl des Ersteigerers der Kaufpreis zu mindern. Schadenersatzansprüche des Käufers wegen Sachmängeln sowie aus sonstigen Rechtsgründen (einschließlich: Ersatz vergeblicher Aufwendungen) sind ausgeschlossen, soweit nicht der Auktionator oder seine Erfüllungsgehilfen vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt oder vertragswesentliche Pflichten verletzt hat. Unberührt bleibt die Haftung bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Für nicht vorhersehbare oder entfernter liegende Schäden haftet der Versteigerer in keinem Falle. Diese Grundsätze gelten bei Pflichtverletzungen von Erfüllungsgehilfen des Auktionators entsprechend. 5. Der Versteigerer hat das Recht, Katalognummern zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihe auszubieten oder zurückzuziehen. 6. Der Zuschlag wird erteilt, wenn nach dreimaligem Aufruf ein Übergebot nicht erfolgt und der vom Einlieferer vorgesehene Limitpreis erreicht ist. Wird dieser Limitpreis nicht erreicht, kann der Versteigerer das Gebot ablehnen oder unter Vorbehalt zuschlagen; in diesem Fall ist der Bieter 4 Wochen an sein Gebot gebunden. Erhält er in dieser Zeit nicht den vorbehaltlosen Zuschlag, dann erlischt sein Gebot. Wird ein Vorbehalt nicht angenommen, kann die Katalognummer ohne Rückfrage an einen Limitbieter abgegeben werden. 7.  Der Versteigerer kann ein Gebot ablehnen; in diesem Fall bleibt das unmittelbar vorher abgegebene Gebot gültig und verbindlich. Geben mehrere Personen das gleiche Gebot ab, so erhält das als erstes eingegangene Gebot den Zuschlag. Bei Meinungsverschiedenheiten und sonstigen Zweifeln am Zuschlag kann der Versteigerer den Gegenstand erneut ausbieten. Der Versteigerer darf für den Einlieferer bis zum vereinbarten Mindestverkaufspreis (Limit) auf das Lot bieten, ohne dies anzuzeigen und unabhängig davon, ob andere Gebote abgegeben werden oder nicht. Zum Schutz des eingelieferten Objekts kann der Versteigerer den Zuschlag unterhalb des Limits an den Einlieferer erteilen; in diesem Falle handelt es sich um einen Rückgang. 8. Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme und Bezahlung. Mit dem Zuschlag geht die Gefahr für etwaige Verluste, Beschädigungen, Verwechslungen etc. auf den Käufer über. Wird die Erwerbung des Käufers, unabhängig vom Zeitpunkt der Bezahlung, nicht innerhalb von zehn Werktagen nach dem Auktionstermin abgeholt, so gerät der Käufer in Annahmeverzug. Quittenbaum Kunstauktionen lagert die ersteigerten Objekte in diesem Fall auf Kosten des Käufers bei einer Spedition ein. Im übrigen ist der Auktionator nicht verpflichtet, den zugeschlagenen Gegenstand vor vollständiger Bezahlung aller vom Käufer geschuldeten Beträge an den Käufer bzw. den von ihm beauftragten Spediteur herauszugeben. 9. Der Kaufpreis setzt sich zusammen aus der Zuschlagsumme, dem Aufgeld von 23% und der auf die Zuschlagsumme und das Aufgeld erhobenen Mehrwertsteuer in der jeweils gesetzlichen Höhe (Regelbesteuerung) oder aus der Zuschlagsumme und dem Aufgeld von 29,5% inklusive MwSt, die nicht ausweisbar ist (Differenzbesteuerung). Nicht besonders gekennzeichnete Objekte werden grundsätzlich differenzbesteuert, besonders gekennzeichnete Objekte werden regelbesteuert. Außerdem ist vom Käufer ein Anteil an der vom Versteigerer zur Abgeltung des gesetzlichen

1. The auction is voluntary and takes place in the name and on the account of the consignor, with the exception of items put up for sale by the auctioneers themselves, which are specifically identified as such. 2. Bidders and buyers have no entitlement to find out the name of the consignor. 3. The auction is conducted in euros. Starting prices are set by the auctioneer. Bids will normally be raised by increments of between 5 and 10%. 4. Objects to be auctioned may be viewed and inspected prior to the auction. They are, without exception, used and of some age. The actual condition of the objects – corresponding to their age and used state – is expressly never described either in the catalogue or on the Internet, but is agreed specification (German Civil Code Section 434 para. 1, sent. 1). Objects are sold “as is”. Coloured reproductions in the catalogue do not necessarily faithfully represent the true colour of the objects. All descriptions in the catalogue, including those pertaining to geographical provenance of items, have been made with due care and in good faith for informational purposes only. They do not constitute any agreement on the condition of goods and do not give rise to any guarantees in the legal sense. This applies even when objects are highlighted in the catalogue either visually or by other means and/or given special prominence beyond the catalogue for advertising or similar purposes. The only information in the catalogue deemed to be agreed specification is that concerning authorship‚ signature, material, restoration and provenance: on no account does the auctioneer assume any special guarantee regarding condition that gives rise to additional rights on the part of the buyer. The agreement concerning authorship‚ signature, material, restoration and provenance does not form the basis of any liability going beyond that laid down by statute (cf. German Civil Code, Section 276 para. 1, Sections 443 and 477). The auction house cannot be held liable for malfunction or non-function of electrical devices. Condition reports can be sent to interested parties on demand. They serve only to give a better idea of the object's external appearance, based on the auctioneer's assessment. If the buyer can prove to the auctioneer before expiration of the period of limitation, said period running – except in cases of legal infringement with wilful intent – from the date of transfer of the knocked down object and lasting for a year, that information in the catalogue regarding authorship, signature, material, restoration and provenance is incorrect, the buyer is entitled to claim a refund of the total purchase price (hammer price plus premium, value-added tax, and a proportion of artist resale rights) in exchange for the reciprocal and simultaneous return of the lot acquired. Alternatively, the successful bidder may choose a reduction of the purchase price. Claims for compensation made by the buyer based on material defects or any other legal grounds (including compensation for expenses incurred in vain) are excluded, unless they are based on intent or gross negligence or material breaches of contract on the part of the auctioneer or his vicarious agents. Liability for injury to life, limb or health is not affected. Under no circumstances does the auctioneer assume liability for unforeseeable or consequential damages. These principles apply correspondingly to breaches of duty by the auctioneer's vicarious agents. 5. The auctioneer reserves the right to combine or separate lots listed in the catalogue, to offer lots outside the specified sequence, or to withdraw any lot from the auction. 6. The bid is awarded if, after three calls, no higher bid is made and the consignor's reserve price has been reached. If this reserve price is not reached, the auctioneer may either reject the bid or knock down the lot under reserve; in this case, the bidder is held to his or her offer for the period of four weeks. If he or she does not receive unconditional acceptance of his or her offer within this period of time, the bid expires. The lot may be disposed of to a reserve bidder without further consultation. 7. The auctioneer is entitled to reject a bid: in this case, the bid immediately preceding remains the valid and binding offer. If several bidders submit identical bids, the lot will be sold to the person whose bid was received first. In cases of differences of opinion and any other doubts concerning the award, the auctioneer is entitled to re-offer the lot. The auctioneer is entitled to bid on the lot in the consignor's interest up to the arranged reserve without indicating this to the public and regardless of whether other bids are made or not. If the reserve cannot be reached, the auctioneer has the right to knock down the item to the consignor, to protect the consigned object(s); in this case the unsold lot is “bought in”. 8. The award of the bid imposes the obligation to buy and pay. With the award of the bid, the risk of accidental loss, damage, mix-ups, etc. shall pass to the buyer. If the buyer, independently of the date of payment, does not collect the item within ten working days after the auction, he or she will be in default of acceptance. In this case, Quittenbaum Kunstauktionen will warehouse the item purchased by auction with a shipper, at the expense of the buyer. The auctioneer is not obliged to hand over any items before the buyer has paid in full all the amounts due and payable, neither to the buyer him or herself nor to any party commissioned by the buyer to carry out shipping. 9. The purchase price is made up of the hammer price, a premium of 23% and value-added tax, which is be levied on the hammer price and premium at the current applicable statutory rate (standard tax treatment). Alternatively, it comprises the hammer price plus a buyer's premium of 29.5%, including statutory VAT that is not listed separately on the invoice (differential taxation). Unless otherwise indicated on the lots, the purchase price is, by default, subject to differential taxation; items subject


Folgerechts (§ 26 UrhG) zu entrichtenden Abgabe an die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst in Höhe von 0,95% der Zuschlagsumme (zuzügl. MwSt.) zu bezahlen, wenn es sich um ein nach 1900 entstandenes Originalwerk der Bildenden Kunst (Ausnahme: Fotografien; Bild- und Siebdrucke; posthume Abgüsse von Plastiken) handelt. 10.  Ausfuhrlieferungen sind von der Mehrwertsteuer befreit, innerhalb der EU jedoch nur bei Unternehmen mit Umsatzsteueridentifikationsnummer. Sobald der Ausfuhrnachweis erbracht ist, wird dem ausländischen Kunden die Mehrwertsteuer vergütet. 11. Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedürfen wegen Überlastung der Buchhaltung einer besonderen Nachprüfung und eventuellen Berichtigung. Irrtum vorbehalten. Mündliche Auskünfte ohne schriftliche Bestätigung sind unverbindlich. 12. Der Kaufpreis, d.h. der Endpreis (Zuschlag + Aufgeld + bzw. inkl MwSt. + anteiliges Folgerecht) ist fällig mit Zuschlag. Persönlich an der Auktion teilnehmende Ersteigerer haben den Endpreis sofort in bar in Euro an Quittenbaum Kunstauktionen GmbH zu entrichten. Bei späterer Abholung wird auch eine sofortige Überweisung des Rechnungsbetrages akzeptiert. Zahlungen auswärtiger Ersteigerer, die schriftlich, per Email oder telefonisch geboten haben, sind binnen 10 Tagen nach Rechnungsdatum fällig. Zahlbar in bar, per Verrechnungsscheck oder per Überweisung. 13. Verweigert der Käufer Abnahme oder Zahlung oder gerät er mit der Zahlung des Kaufpreises in Verzug, kann der Versteigerer wahlweise entweder Erfüllung des Kaufvertrages oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Der Käufer gerät 10 Tage nach Rechnungstellung in Verzug. Verlangt der Versteigerer Erfüllung, steht ihm neben dem Kaufpreis der Verzugsschaden zu. Dazu gehören auch ein etwaiger Währungsverlust, der Zinsverlust sowie der Kostenaufwand für die Rechtsverfolgung. Verlangt der Versteigerer Schadenersatz wegen Nichterfüllung, so ist er berechtigt, das Versteigerungsgut bei Gelegenheit noch einmal zu versteigern. Mit dem Zuschlag erlöschen die Rechte des Käufers aus dem früher ihm erteilten Zuschlag. Der Käufer haftet für jeden Ausfall, hat keinen Anspruch auf einen Mehrerlös und wird zur Wiederversteigerung nicht zugelassen. 14. Ersteigertes Auktionsgut wird erst nach geleisteter Barzahlung ausgeliefert. Geht eine Zahlung nicht rechtzeitig ein, so haftet der Käufer für alle hieraus entstehenden Schäden. Eine Stundung wird nicht gewährt. Bei Zahlungsverzug werden die bei der Hausbank des Versteigerers üblichen Bankzinsen für einen Überziehungskredit berechnet. Der Nachweis eines geringeren Schadens bleibt dem Käufer vorbehalten. 15. Der Versteigerer lagert alle Gegenstände während eines Zeitraumes von 10 Werktagen ab dem Tage nach der Auktion ein. Danach ist er berechtigt, verkaufte, nicht abgeholte Gegenstände im Namen und auf Rechnung des Käufers und auf dessen Gefahr bei einer Spedition einlagern zu lassen. Der Käufer kann wahlweise die ersteigerten Objekte selber abholen oder durch eine schriftlich bevollmächtigte Person abholen lassen, selber eine Spedition beauftragen oder den Versteigerer schriftlich bevollmächtigen, den Transport des Gegenstandes im Namen, auf Kosten und Gefahr des Käufers durch eine Spedition sachgerecht durchführen zu lassen. Bei Letzterem ermächtigt der Käufer den Versteigerer, dem Spediteur - allein zur Durchführung des Transportes und der Abwicklung des Kaufes - die hierfür erforderlichen Daten mitzuteilen. 16. In den Geschäftsräumen haftet jeder Besucher – insbesondere bei Besichtigungen – für jeden von ihm verschuldeten Schaden. 17. Für Kunden, die an einer Auktion nicht persönlich teilnehmen können, werden schriftliche Gebote entgegengenommen und interessenwahrend durch den Auktionator ausgeführt. Die Gebote müssen bei Besichtigungsschluß vorliegen. Bei schriftlichen Geboten beauftragt der Interessent den Versteigerer, für ihn Gebote abzugeben. Wünscht der Kunde, telefonisch für eine Position mitzubieten, wird ein im Saal anwesender Telefonist beauftragt, nach Anweisung des Telefonbieters Gebote abzugeben. Telefonische Gebote oder Gebote über das Internet während der Auktion bedürfen der vorherigen Anmeldung beim Versteigerer und dessen Zustimmung. Das Auktionshaus übernimmt keine Gewähr für die Verfügbarkeit des Telefon- und Online-Verkehrs und keine Haftung dafür, dass aufgrund technischer oder sonstiger Störungen keine oder unvollständige Angebote abgegeben werden. 18.  Die vom Kunden angegebenen Daten werden in der Kundendatei der Firma Quittenbaum Kunstauktionen GmbH zur Durchführung / Abwicklung der erteilten Aufträge, für etwaige Rückfragen und zur Kundenpflege gespeichert und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften (insbesondere Bundesdatenschutzgesetz) behandelt. Der Kunde kann der Nutzung seiner personenbezogenen Daten zu Marketingzwecken jederzeit sowie der Datenverarbeitung seiner Daten nach Abwicklung des Kaufes für die Zukunft durch eine formlose Mitteilung auf dem Postweg an Firma Quittenbaum Kunstauktionen GmbH, Theresienstraße 60, 80333 München oder durch eine E-Mail an info@quittenbaum.de widersprechen. 19. Es gilt ausschließlich deutsches Recht. 20. Erfüllungsort und Gerichtsstand sind, soweit sie vereinbart werden können, München. 21. Diese Versteigerungsbedingungen gelten entsprechend für alle Fälle des 4-wöchigen Nachverkaufs von Gegenständen, die auf der Versteigerung nicht zugeschlagen worden sind. Der Nachverkauf ist Teil der Versteigerung, bei der der Interessent entweder telefonisch oder schriftlich den Auftrag zur Gebotsabgabe mit einem bestimmten Betrag erteilt. In den vorgenannten Fällen finden die Bestimmungen über Fernabsatzverträge (§§ 312b - 312d BGB) keine Anwendung. Sollte eine oder mehrere Bestimmungen dieser Versteigerungsbedingungen unwirksam sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen davon unberührt. 22. Soweit die Versteigerungsbedingungen in mehreren Sprachen vorliegen, ist stets die deutsche Fassung maßgebend.

to statutory value-added tax are specifically marked as such. Furthermore, the buyer is obliged to pay a proportion of the fees liable by the auctioneer to the Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst [German association for reproduction rights in the visual arts] as compensation for the droit de suite (artist's resale rights) (German Copyright Act, Section 26), in respect of all original works of fine art created after 1900 (with the exception of photographs, reproductions and serigraphs, and posthumous castings of sculptures), the sum payable being 0.95 % of the hammer price (plus VAT). 10. No value-added tax will be charged for objects that are to be shipped to countries outside the European Union (EU) or within the EU where the buyer is a company with a sales tax identification number. Value-added tax will be refunded to foreign customers upon receipt of proof of export. 11. As mistakes can easily be made in the bookkeeping department during and immediately after the auction, all invoices made out this time require particular scrutiny and possible correction. Errors excepted. Information given verbally without written confirmation is not binding. 12. The purchase or final price (hammer price plus premium plus value-added tax, as applicable, plus a pro-rata droit de suite charge) becomes due upon acceptance of the bid. Successful bidders taking part in the auction in person must pay the final price in euros in cash to Askan Quittenbaum Kunstauktionen München GmbH with immediate effect. If collection takes place at a later date, the bidder may also pay the invoiced amount by immediate bank transfer. Payments for bids accepted from bidders not present at the auction, i.e. in written form, by e-mail or on the phone become due within 10 days after the date of the invoice. Payment can be settled in cash, as an account-only cheque or via bank transfer. 13. If the buyer refuses to collect or pay or is in arrears with payment, the auctioneer has the right to demand either fulfilment of the sales contract or compensation due to non-fulfilment. The buyer is in arrears 10 days after the date of invoice. If the auctioneer demands fulfilment, he or she is entitled to the purchase price plus compensation for damage caused by delay. This includes any exchange rate losses, loss of interest and costs of legal action. If the auctioneer claims compensation due to non-fulfilment, he or she is entitled to re-auction the objects at some future point. Upon knockdown, the rights of the buyer arising from the previous award expire. The buyer is liable for any shortfall, has no claim to any surplus receipts and is not admitted to any further bidding. 14. Successfully auctioned objects shall be shipped only after cash payment has been effected. If payment is not received on time, the buyer is liable for any damage suffered as a result. Payment may not be deferred. In the case of payment arrears, interest is charged at the standard bank rate. The buyer reserves the right to prove minor damage. 15. The auctioneer is obliged to store all items for a period of ten working days from the date of the auction. Any objects that have not been claimed within this period may, after this period has been exceeded, be stored by the auctioneer with a shipping company in the name and for the account of the buyer, and at the buyer's risk. The buyer can choose to collect the items purchased by auction him or herself, have them collected by a person so authorised in writing, engage a shipper of his or her own choice or authorise the auctioneer in writing to organise the transport of his or her purchase by a shipping company in the name and at the cost and risk of the buyer. In the latter case, the buyer authorises the auctioneer to pass on such data to the shipper as is required to carry out shipment and completion of the purchase. Upon delivery, commercial buyers have a duty to examine the goods immediately for damage and inform the shipper accordingly. Subsequent claims relating to non-concealed damage are precluded. 16. Visitors to our premises, especially in the case of viewings, shall be liable for all damage caused. 17. For customers who cannot participate personally in the auction, written orders are accepted and executed by the auctioneer in the interest of the customer. Orders must be placed at the latest at the close of viewing. In the case of written bids, interested parties authorize the auctioneer to submit bids on their behalf. If customers wish to participate bidding by phone, a member of staff present in the auction room will be assigned to take instructions from the phone bidder and make bids accordingly. Bids by phone or Internet during the auction must be registered and approved in advance with the auctioneer. The auction house does not guarantee the availability of phone or online services and cannot be held accountable for bids not transmitted or that are incomplete due to technical or other malfunction. 18. Quittenbaum Kunstauktionen GmbH stores the address supplied by the customer exclusively for purposes of transaction and execution of the orders placed, for further queries and customer support. The data, which are stored in Quittenbaum's customer database, are handled in accordance with the statuary provisions (in particular, the Federal Data Protection Act). The customer may withdraw his or her consent at any time to the use of his or her personal data for marketing purposes by sending informal written notice to that effect by post to Quittenbaum Kunstauktionen GmbH, Theresienstrasse 60, D-80333 München, or by e-mail to info@quittenbaum.de. This right of withdrawal applies equally to the buyer's consent to the future processing of his or her data after the purchase has been transacted. 19. The law of the Federal Republic of Germany shall apply exclusively. 20. Insofar as this is legally permissible, Munich is agreed as the place of performance and the place of jurisdiction. 21. These terms and conditions of sale shall apply correspondingly in all cases of the 4-week postauction sales of lots not knocked down at the auction. The post-auction sale is deemed part of the auction in which interested parties place an order, by phone or in writing, for a bid to be submitted for a particular sum. The provisions of Sections 312b–312d of the German Civil Code concerning distance contracts shall not apply in the above named cases. If one or more provisions of these terms and conditions of sale are or become invalid, the validity of the remaining provisions will not be affected. 22. If the terms and conditions of sale are available in several languages, the German version shall always prevail.

Stand: 26. Mai 2016


QUITTENBAUM Kunstauktionen GmbH Theresienstraße 60 · D-80333 München · Telefon 089-27 37 02 10 · Telefax 089-27 37 02 122 info@quittenbaum.de · www.quittenbaum.de

Auction 127 C | MODERN ART | Quittenbaum Art Auctions  

Catalogue of Auction 127 C - 23.06.2016 | MODERN ART | Quittenbaum Art Auctions Munich

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