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news us em huus QDZ Künzle-Heim & Huus Emmersberg

Ausgabe Nr. 13 / März 2014

• Spitex - bei Ihnen zu Hause • Interview mit Nadia Buonamano, Coiffeuse • Bewohnerportrait


EDITORIAL Heute muss alles schnell gehen. Kommt man nicht mit, ist man draussen. Das Tempo muss man mithalten können. Ich erlebe dies im täglichen Berufsleben, aber auch im privaten Leben zu Hause.

man damit verfolgt. Nebst der FaGe gibt es auch die FaBe (Fachfrau/-mann Betreuung), welche unterdessen auch einen Platz in der Altenpflege gefunden hat. Dann gibt es das Studium zur diplomierten Fachfrau / zum diplomierten Fachmann Pflege HF, wo man sich anschliessend noch bei einer Fachhochschule den Titel Bachelor, Master oder Pflegeexperte/-in APN (Advanced Practice Nurse) aneignen kann. Nun klagen alle Spitäler, ambulanten und stationären Organisationen, dass sie zu wenig qualifiziertes Personal anstellen können. Ich frage mich aber, wer mit einem Titel Bachelor in Pflege am Patienten arbeiten, die Grundpflege verrichten, sich die Hände schmutzig machen wird? Gut, Entwicklungsmöglichkeiten sind immer spannend und geben Perspektiven. Es ist zu hoffen, dass dies dazu beiträgt, den Pflegberuf attraktiver zu machen.

Im Berufsleben habe ich Glück, dass ich mich für Technik interessiere und mehr oder weniger auf dem Laufenden bin. Trotzdem ist es anstrengend. Ich muss mich laufend fort- und weiterbilden. Ich muss alle Trends und mögliche Veränderungen im Auge behalten und sofort aufspringen können, wenn es die richtige Zeit ist. Manchmal wäre der Zeitpunkt schon lange gewesen…

Das Schnelllebige fällt mir aber auch zu Hause auf. Meine Kinder sind in einem Alter, wo technische Geräte und deren kompetente Anwendung „normal“ sind. Ich frage mich, ob es wichtig ist, dass ich meine Freizeit mit WhatsApp, SMS, Chats, Facebook, Twitter oder ähnlichen Möglichkeiten verbringe? Ist es sinnvoll, dass ich mit dem Joystick umgehen kann, dass ich Autorennen fahren kann, dass ich Aliens abwehren kann und die Welt virtuell rette? Oder ist es nicht doch besser, dass ich mich in der freien Natur aufhalte und mich um den Garten kümmere? Beim Letzteren bin ich der Profi in der Familie und kann über Vieles eine kompetente Auskunft geben… Im Garten fällt es mir einfach zu sagen, was ein Unkraut ist und was eine Nutzpflanze. Dies im virtuellen Raum zu entscheiden, fällt mir schon viel schwerer.

Wenn ich aber beobachte, wie sich der Pflegeberuf entwickelt, macht mir das schon Angst. Es ist eine hoch entwickelte, technisierte Welt geworden. Alles muss (selbstverständlich elektronisch) erfasst und gespeichert werden. Alles muss bewiesen sein. Es gibt schon fast keine Zufälle mehr. Die Entwicklung in der Berufswahl und in den Ausbildungsmöglichkeiten ist spannend. Es gibt immer noch den Kurs zur Pflegehilfe SRK. Die Pflegeassistenz- ausbildung dauert heute ein Jahr länger und heisst AGS (Assistent/in Gesundheit und Soziales). Die Ausbildung zur Fachfrau / zum Fachmann Gesundheit (FaGe) gibt es nun schon einige Jahre und hat sich bewährt. Die FaGe-Ausbildung kann ganz normal oder mit der Berufsmatura absolviert werden. Fragen Sie mich nicht, was das bringt und welchen Sinn und Zweck

Werner Gasser, Leiter QDZ 2


M I T A R B E I T E R I NNEN UN D M I T A R B E I T E R Herzlich willkommen!

Februar 2014 Roberto De Miguel Koch (tempor채r)

Dezember 2013 Andreas Bosshard Fachmann Pflege und Betreuung

Samuel Furrer Fachmann Pflege und Betreuung Januar 2014 Nicola Aschwanden Leiterin Hauswirtschaft

Anina Rahm Auszubildende Fachfrau Hauswirtschaft

Urs Burri Koch (tempor채r, aus dem Alterszentrum Breite zur Entlastung unseres K체chenteams)

Adieu und alles Gute! Susanne H체bscher Stationsleiterin Claudius Keller Mitarbeiter Betriebsdienst Andrea Wetter Leiterin Hauswirtschaft 3


P O R T R A I T A f e rdita dzaf e ri Heute möchte ich Ihnen gerne unsere Mitarbeiterin in der Pflege und Betreuung des Huus Emmersberg - Teams vorstellen: Frau Aferdita Dzaferi.

eine nebenberufliche Herausforderung, die Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit nach Art. 32 (Erwachsenenbildung) in Angriff genommen. Dass sie während der Ausbildung auf die Unterstützung ihrer Familie und am Arbeitsplatz auf ihre Teamkolleginnen und -kollegen zählen konnte und weiterhin kann, darüber ist sie sehr froh. Zur Zeit steckt sie mitten in der Abschlussprüfung. Dazu gehört auch ihre Vertiefungsarbeit, welche Aferdita über ihr Herkunftsland Mazedonien verfasst hat. Es liegt ihr sehr am Herzen, nach den eigenen Wurzeln zu forschen. Jeweils in der Urlaubszeit fährt sie mit ihrem Mann und den Kindern nach Mazedonien, um der Familie Kultur und Sehenswürdigkeiten dieses Landes aufzuzeigen. Jede Stadt in diesem Land hat andere Bräuche und Rituale.

Aferdita Dzaferi ist in Gostivar, Mazedonien geboren. Schon mit zwei Jahren kam sie mit ihren Eltern und Geschwistern in die Schweiz. Sie wuchs in Sumiswald im schönen Emmental auf. Die Schulzeit und ihre anschliessende Ausbildung als Pflegeassistentin absolvierte sie dort im Kanton Bern. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, die Aferdita als Ausländerin während der Schulzeit erfahren musste, kämpfte die Familie für eine gute Integration in die schweizerische Kultur. Die grosse Unterstützung der Eltern und der starke Familienzusammenhalt erlebte sie sehr positiv. Mit 20 Jahren heiratete Aferdita ihren Freund, welcher auch in der Schweiz aufgewachsen ist. Sie gründeten eine Familie mit drei gesunden Kindern. Ihr Mutterglück ist mit dem Mädchen Amra und den Jungen Amar und Uran vollkommen. Als der Jüngste aus dem Windelalter kam, beschloss Aferdita den Wiedereinstieg ins Berufsleben. So begann sie vor drei Jahren die Arbeit im Quartierdienstleistungszentrum Künzle-Heim. Sie liebt und schätzt die vielfältigen Arbeiten in der Betreuung der älteren Menschen im Huus Emmersberg und in den Alterswohnungen. Besonders die Aktivitäten mit den Heimbewohner/innen bereiten ihr grosse Freude. Mutig hat sie noch

In Aferditas Geburtsort Gostivar wohnt die Braut bis zur Heirat bei den Eltern. Die Hochzeit ist etwas Besonderes und wird jeweils mit über 300 Gästen gefeiert. Einen Tag vor dem Hochzeitstag besuchen die Familienangehörigen des Bräutigams das Elternhaus der Braut. Da werden sie von den Angehörigen empfangen und die Braut trägt an diesem Tag ein rotes Kleid mit rotem Schleier und lässt das dazugehörige Ritual über sich ergehen. Dabei wird der Braut Henna in die Handflächen gelegt und nach einer gewissen Zeit, während die Gäste um sie herum tanzen, wird geschaut, 4


richt ist die «Pite me presh», ein gefüllter Lauchkuchen. Aferdita kocht für die Familie leidenschaftlich gerne.

ob sich die Haut rot verfärbt hat. Dies bedeutet dann, dass es eine glückliche Ehe werden wird. Am Hochzeitstag selber trägt die Braut ein weisses Kleid. Es wird viel musiziert, getanzt und gegessen. Dies jedoch als Besonderheit, ganz ohne Alkohol. Die Hochzeitstorte wird dann am Schluss vom Brautpaar angeschnitten und verteilt. In dieser Kultur ist es sehr wichtig, dass die Familien zusammen Freude und Spass innerhalb dieser Tradition erleben.

Mazedonien ist ein sehr interressantes Land und wirklich eine Reise wert!

Ohridsee

Gostivar liegt am längsten Fluss des Landes, dem Vardar. Umgeben ist die Stadt von Gebirge und unzähligen Dörfern. Es gibt seit einigen Jahren Gymnasien dort. Man kann den erfreulichen Fortschritt erkennen. Das gesellschaftliche Image hat sich seit der früheren Generation verändert. Die Frauen sind besser integriert und die Männer beginnen sich an den täglichen Hausarbeiten und der Kindererziehung zu beteiligen. Kinder gelten heute in den Familien als das Wichtigste im Leben. Mazedonien besitzt sehr attraktive und schöne Reiseziele. Der berühmte Ohridsee ist nur eines davon. Die Einheimischen nennen ihn «das kleine Meer Mazedoniens». Es sollen besondere Fischarten in diesem tiefen See versteckt leben.

Amra, Amar und Uran

Aferdita schwärmt von diesem wunderbaren Ort, denn mit den Kindern dort schwimmen zu gehen und danach fein zu essen macht grosse Freude. In den Sommermonaten kann das Klima über 40 Grad Celsius heiss werden. Begeistert ist sie auch von der kulinarischen Küche. Ihr Lieblingsge-

Das Portrait von Aferdita Dzaferi für die News us em Huus zu Papier gebracht hat Marlies Knobel, Fachfrau Pflege und Betreuung, Huus Emmersberg 5


s pit e x - b e i i h n e n z u h a u s e Ein Arbeitstag der HauswirtschaftsMitarbeiterin Snjezana Devcic, Spitex-Team QDZ Künzle-Heim

Um 13.30 Uhr beginne ich bei einer anderen Klientin mit meiner Arbeit. Sie freut sich auch wenn ich komme und erwartet mich schon. Wir reden auch ein wenig, sie erzählt ob es ihr gut geht und bei welcher Arbeit ich sie heute unterstützen kann. Sie hilft beim Abstauben oder sortiert die schmutzige Wäsche zum Waschen. Weil sie alleine lebt, hat sie nicht bei jedem Einsatz viel zum Waschen. Wir gehen manchmal auch einkaufen und sie freut sich auf diese Zeit. Wir verstehen uns gut und sie ist sehr dankbar für meine Hilfe. Wenn ich bei ihr fertig bin, geht sie dann mit ihren Kolleginnen spazieren.

Mein Arbeitstag beginnt an diesem Montag um 08.00 Uhr. Die Arbeitszeit ist nicht immer gleich. Meine Klientin erwartet mich bereits und begrüsst mich herzlich. Sie hat vor meinem Eintreffen bereits die Wäsche zum Waschen vorbereitet. Ich bringe die gesamte Wäsche in die Waschküche und starte die Waschmaschine. Wir reden danach, wie es ihr so geht. Ich habe einen schriftlichen Arbeitsauftrag und frage, was ich ihr sonst noch helfen kann. Sie macht für sich ein Frühstück und ich beginne die Wohnung zu staubsaugen, anschliessend helfe ich ihr in der Küche das Geschirr abzuwaschen. Die Klientin trocknet das Geschirr und gemeinsam versorgen wir es. Ihr Ehemann steht später auf und er wird dann für uns alle einen Kaffee zubereiten. Er redet ein wenig mit uns, sonst ist er sehr ruhig. Ich mache nach kurzer Pause weiter, die Klientin kann mir nun nicht mehr helfen. In der Waschküche wartet viel Wäsche zum Aufhängen. Wenn diese am Abend trocken ist, wird ihr Mann die ganze Wäsche wieder in die Wohnung bringen. Ich arbeite hier einmal die Woche, das Ehepaar schätzt meine Arbeit und ist sehr dankbar. Es ist Mittag geworden, ich habe meine Mittagspause.

Manche Klienten kenne ich schon längere Zeit und da ist ein Vertrauen entstanden. Am nächsten Tag beginne ich mit meiner Arbeit erst um 09.00 Uhr bei einem anderen Ehepaar.

Die Fotos durften wir bei Herrn und Frau Feichtinger aufnehmen, dort helfe ich zwei Mal wöchentlich bei der Hausarbeit. Herr und Frau Feichtinger schätzen meine Arbeit.

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Ni c h t s i s t s e lb s t v e r s t ä n dli c h Ein paar Zahlen und Fakten zum Spitex-Team QDZ Künzle-Heim

Frau Rohrer, Bewohnerin Alterswohnungen QDZ Künzle-Heim, hat uns diese Zeilen zum Druck in der News us em Huus abgegeben.

• wir betreuen zur Zeit 112 Klientinnen und Klienten

Nichts davon ist selbstverständlich

• im Team arbeiten 20 Mitarbeiterinnen mit Pensen zwischen 20% und 80%

Wenn ich morgens den Wasserhahn aufdrehe, kommt warmes Wasser heraus, so viel wie ich will.

• wir bieten einen Ausbildungsplatz für Fachfrau Gesundheit EFZ an

Ich schalte die Kaffeemaschine ein und in wenigen Minuten habe ich duftenden Kaffee.

• unsere Mitarbeiterinnen sind bei jedem Wetter jeden Tag unterwegs mit dem Velo, mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Ich brauche nur den Kühlschrank zu öffnen und kann Butter, Milch, Käse herausnehmen.

• pro Tag starten in unserem Team rund zehn Mitarbeiterinnen ihre Einsatztour

Alle zehn Minuten fährt ein Bus zur Stadtmitte. Während ich warte, kann ich per Handy mit einer weit entfernten Freundin plaudern.

• über Nacht von 21.30 bis 07.00 Uhr steht eine Mitarbeiterin in Pikettbereitschaft

Wenn mir etwas weh tut, kann ich zum Arzt gehen.

• im Jahr 2013 unterstützten wir total 154 Personen in der Pflege und/oder im Haushalt im Alter zwischen 7 und 96 Jahren

Jederzeit kann ich Musik hören, die mir gefällt. Ich kann ein Buch kaufen, das mich interessiert. Ich kann weit entfernte Freunde besuchen und in ferne Länder reisen. Abends habe ich ein Dach über dem Kopf und ein warmes Bett. Nichts davon ist selbstverständlich.

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bo m bardi e r u n g S c h aff h a u s e n 1 . A pril 1 9 4 4 In memoriam an die Bombardierung von Schaffhausen am 1. April 1944 (vor 70 Jahren!)

Herr Schoch - mein Papa - war Chef der Stadtpolizei Schaffhausen. Die beiden Ämter der Herren Schoch waren der Grund der Verwechslung.

Als kaufmännische Auszubildende bei der Firma Quidort AG, im Haus zum Ritter an der Vordergasse in Schaffhausen, war es meine tägliche Aufgabe, stets um 11.00 Uhr mit Paketen, Einzahlungsscheinen und Geld zur Post zu gehen. So auch an diesem Tag. In der Buchhaltungsabteilung im ersten Stock stand ich vor dem Fenster am Pult und zählte das viele Geld, das ich einzahlen sollte. Plötzlich sah ich aus dem Fenster helle Lichter vom Himmel schweben. Kurze Zeit zum staunen, denn schon gab es einen unbeschreiblichen Knall. Alle vom Büro stürzten zur Türe (das viele Geld blieb einfach liegen), dann runter über den Innenhof, dem Keller zu. Der ganze Boden war bedeckt mit Glassplittern. Unter dem Haus zum Ritter befindet sich ein Gewölbekeller. Dieser war unsere Zuflucht. Verängstigt und unwissend was passiert war, hielten wir uns dort unten auf. Nach langer Zeit kam ein erster Mensch zu uns hinunter und erzählte von der Bombardierung und dass an der Beckenstube ein Herr Schoch (mein Papa) getötet und ohne Kopf gefunden worden sei. Mir schlotterten die Knie und Tränen rannen. Ich war total verzweifelt. Der zweite Mensch, der uns da unten besuchte, war mein lebendiger Papa. Glücklich fielen wir uns in die Arme. Papa konnte mir auch sagen, dass meine Mami und die Schwester wohlauf seien. Meine Erleichterung und Dankbarkeit kannten keine Grenzen. Beim ersteren Herrn Schoch handelte es sich um den Regierungsrat, der zweite

Lange Zeit mussten wir unten im Keller warten, wussten nicht weshalb, bis wieder ein Mensch kam. Dieser erklärte uns, dass an der Münstergasse (über unserem Keller) im Benzin- und Oellager der Firma Shell (Quidort AG) eine Blindgänger-Bombe liege, die erst noch entschärft werden müsse. Nicht auszudenken, was die Bombe angerichtet hätte, wenn sie explodiert wäre. Als wir dann nach Stunden unseren Unterschlupf verlassen durften, staunten wir, weil kein Schaufenster an der Vordergasse mehr ganz und die Strassen dicht mit Glasscherben überzogen waren. Es war

ein absoluter Schock, dies alles zu sehen. Als dann noch Lastwagen mit vielen frisch gezimmerten Särgen bei mir vorüberfuhren ahnte ich, wie schlimm das alles war. Vierzig Menschen mussten sterben. Zum grossen Glück war unsere Familie gut davongekommen und wir waren unendlich dankbar dafür. Trudi Opitz-Schoch, Bewohnerin Alterswohnungen QDZ Künzle-Heim 8


B EW O HNE R I NNEN UN D B EW O HNE R Herzliche Gratulation zum runden Geburtstag! Wir nehmen Abschied

Dezember 2013 21. Dezember 1928

Reich Erich

Januar 2014 8. Januar 1929

Chiozza Hannelore

18. Januar 1929

Mathys Margrit

20. Januar 1919

Huser Martha

Februar 2014 10. Februar 1929 19. Februar 1929

Löchle Nanni Keller Elisabeth

Bächtold Theodor 27.06.1920 - 18.12.2013 Grimm Lisel 22.09.1924 - 05.01.2014 Gehring Gerhild 20.11.1919 - 01.02.2014 Herzlich willkommen im QDZ Künzle-Heim und Huus Emmersberg!

Lagler Charlotte 25.03.1945 - 01.02.2014

Neueintritte

Rüegg Ruth 26.05.1924 - 05.02.2014

Gnädinger Paula, Huus Emmersberg Häusler Othmar, QDZ Künzle-Heim Klaiber Rosa, Huus Emmersberg

Bonnert Rita 25.02.1937 - 06.02.2014

Feriengäste QDZ Künzle-Heim Hauser Barbara Schudel Margrit 9


I N T E R V I EW M I T C O I F F EUSE N A D I A B U O N A M A N O Mir kommt da gleich etwas in den Sinn: Ich erinnere mich, wie ich eines Tages bei dir im Coiffeursalon vorbeischaute und das erste Mal in meinem Leben einen Mann mit Lockenwicklern im Haar sah. Ich konnte mich vor lauter Lachen fast nicht mehr beruhigen. Ich wusste bis dahin nicht, dass es Männer gibt, die sich freiwillig eine «Duurwälle» machen lassen. Wenn wir schon dabei sind; welche Frisur ist deiner Meinung nach die Beliebteste?

Fünf Fragen an Nadia Buonamano, Coiffeuse im QDZ Künzle-Heim

Liebe Nadia, wir schauen auf eine lange, sehr lange Zeit zurück. Du bist nämlich bereits seit über 25 Jahren im Künzle-Heim als Coiffeuse tätig. Da gibt es sicherlich viel zu erzählen. Aber beschränken wir uns auf die eindrücklichen Momente. An was erinnerst du dich besonders gerne? (Lacht) Genau hier beginnt das Problem. Ich habe so viele Erinnerungen in meinem Kopf. Stell dir einmal vor, ich schaue auf eine wirklich lange Zeit zurück. Da erinnert man sich häufig an Bewohnerinnen und Bewohner des Künzle-Heims. Menschen, mit denen man sich oft in Gesprächen austauschte. Viele erzählten mir jeweils aus ihrem Leben, ganz persönliche Sachen. Ich glaube, das liegt insgesamt gesehen an unserem Beruf, wir sind ja zu einem Teil auch Psychologen.

Ich denke es kommt auf die Altersgruppe an. Die älteren Frauen bevorzugen eine Dauerwelle, ganz klar. Als junge Frau bin ich mit der «Duurwälle» gross geworden und ich mache sie auch gerne. Es sieht einfach sehr schick und gepflegt aus, was ich von heutigen Frisuren nicht immer behaupten könnte. Aber da haben alle einen unterschiedlichen Geschmack und über diesen lässt sich bekanntlich streiten. Bei den Männern war es in früheren Jahren übrigens angesagt, eine Dauerwelle zu machen. Da wollten alle lockige Haare haben.

Ich erinnere mich einfach gerne an die zahlreichen, für mich wertvollen Begegnungen. Da stimmt es mich offen gesagt jeweils auch traurig, wenn ich an diese Menschen zurückdenke. Es heisst leider auch immer wieder loslassen, Abschied nehmen von liebgewonnen Menschen. Neben dem Nachdenklichen könnte ich aber auch zahlreiche lustige Episoden erzählen.

Trends kommen und gehen, meist so schnell wie sie gekommen sind. In einem Punkt sind wir uns aber alle einig: Eine tolle Frisur lässt uns automatisch gepflegt und schön erscheinen. Dies ist wichtig und schliesslich auch das, was zählt.

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In welchem Turnus kommen die Bewohnerinnen und Bewohner bei dir vorbei? Gibt es jahreszeitliche Unterschiede?

Gibt es noch etwas das du uns allen weitergeben möchtest, vielleicht gerade auch in Bezug auf den Frühling?

Die Frauen kommen alle zwei bis drei Wochen vorbei, gewisse auch häufiger. Es ist meinem Erachten nach weniger von der Jahreszeit abhängig. Vielmehr stehen die Feiertage im Mittelpunkt wie beispielsweise Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Oder natürlich beim Besuch an der Konfirmation des Urenkels, da möchte man gut aussehen und bucht einen Termin! Die Männer kommen weniger zum Coiffeur, dies hat sicherlich auch mit den im Alter weniger vorhandenen Haaren zu tun, ungefähr 70% haben eine Alopezie.

Ich selbst bin wie der Frühling. Ich gehe auf wie eine Blume und werde aktiv. Schöpfe Kraft in der Natur, in Vorfreude auf den Sommer. Dann bin ich so oft wie möglich am Wasser und geniesse die Sonne. Wird es dann wieder kühler, beginne ich auch ruhiger zu werden. Es ist wichtig einen Kreislauf zu durchlaufen, für den persönlichen Ausgleich im Alltag. Ich wünsche unseren Bewohnerinnen und Bewohnern eine ganz schöne Frühlingszeit. Geniessen Sie die warmen Sonnenstrahlen und erfreuen Sie sich an den Blumen. In diesem Sinne Alles Gute und bis bald wieder.

Nun haben wir über dich in deinem Beruf gesprochen. Was machst du in deiner Freizeit am liebsten?

COIFFEUSE NADIA jeweils Donnerstag und Freitag im QDZ Künzle-Heim

Meine Familie ist mir sehr wichtig! Oft verbringe ich Zeit mit meinem Mann, aber auch mit meiner «Mama», meinen Töchtern und meinen Enkelkindern. Ich bin also ziemlich gefordert und ausgefüllt (lacht).

Termine: Tel. 052 643 62 15

Immer wieder gehen wir gemeinsam auf Reisen. Besonders erlebnisreich und schön sind Tauchgänge in Ägypten im Roten Meer. Aber auch mit Wintersport haben wir wieder begonnen und stehen regelmässig auf den Skiern. Wir wollen uns einfach fit halten und versuchen uns so oft wie möglich körperlich zu betätigen, damit wir unsere Zeit (nach der Pensionierung) dann als vitale Rentner geniessen können (lacht)!

Das Interview mit Nadia Buonamano für die News us em Huus geführt hat Patrick Portmann, Fachmann Pflege und Betreuung QDZ Künzle-Heim 11


P O R T R A I T F R A U klara s c h ä fli bekam ich aber auch die Unsicherheiten der Kriegszeit lebensnah zu spüren. Das Schlimmste geschah eines Sonntagmorgens, als unheimliches Motorengeräusch immer näher kam. Ich stand draussen beim Gartenschuheputzen, so sah ich am Himmel die Bomberflugzeuge auf die Stadt zu kommen. Sie luden ihre Fracht über dem Gundeldinger Quartier ab. Die Bevölkerung hatte es schwer getroffen.

Am 27. November 1927 kam ich in Pfyn im Kanton Thurgau zur Welt, als Viertälteste von sechs Kindern. Einen Kindergarten kannte man damals noch nicht. Meine Eltern waren mausarm. Und in den Dreissigerjahren herrschte ja die grosse Arbeitslosigkeit. Damals gab es für meinen Vater Arbeit im Strassenbau, da die Naturstrasse von Pfyn nach Steckborn betoniert wurde. Auch meine Mutter unterstützte die Familie als Taglöhnerin bei den Bauern. Uns Kinder musste sie immer mitnehmen. So gingen wir weite Strecken zu Fuss und das Jüngste war im Kinderwagen mit dabei. Mit dem Verdienst der Eltern war eine grosse Sorge etwas kleiner geworden. Während der Primarschulzeit fanden meine Eltern, ich sei gross genug, um mein Brot selbst zu verdienen. So erlebte ich das traurige Kapitel als Verdingkind. Zuerst war ich im Dorf bei einer Familie im Restaurant Frohsinn untergebracht. Als dann meine Familie nach Felben umzog, holten sie mich zurück, um bei anderen Bauersleuten zu arbeiten. Das Schulhaus lag nur schräg gegenüber des Hofes, so hatte ich kaum eine freie Minute ausserhalb der Schulzeit. Ich musste mit der Meisterin zum Feld gehen, um den Mist zu zerstreuen. Es war eine strenge Arbeit. Die Hände konnte ich kaum mehr auf und zu machen, vor lauter Rissen und Schwielen. Später kam ich nochmals zu einer anderen Familie im Oberthurgau und ich blieb dort bis zu meiner Konfirmation am 2. April 1944.

Ich zog nach drei Jahren zurück in den Kanton Thurgau. Dort fand ich Arbeit in der Vigogne-Spinnerei in Pfyn und auch in der Käserei in Felben. Zu dieser Zeit lernte ich meinen hübschen Mann Walter kennen und wir schwebten beide auf Wolke sieben. Er arbeitete als Telefonmonteur an den Telefonleitungen im Gebiet der Thur. So heiratete ich 1952 meine grosse Liebe. Ein Jahr darauf wurden uns die ersten Zwillinge geschenkt. Heinz und Marianne kamen 6 Wochen zu früh auf die Welt. Im Kinderspital Schaffhausen (Ungarbühlstrasse) wurden sie dann medizinisch betreut bis wir sie nach Hause nehmen konnten. Und 1954 bekamen wir nochmals Zwillinge,

Auf Grund einer Empfehlung der Nach- barstochter fand ich danach die Arbeitsstelle in einer Gärtnerei in Basel. Meine Aufgabe war es dort, den Haushalt zu besorgen, um die siebzigjährige Mutter zu entlasten. Monatslohn 30 Franken, inklusiv Kost und Logis. Der Sohn und die beiden Töchter führten die Gemüsegärtnerei. Während der Saison durfte auch ich beim Pikieren der Setzlinge und der Gemüseernte mithelfen, das mir grosse Freude bereitete. Damals

Weihnachten 1956 die beiden Buben Kurt und Max. Unser Lohn stieg nicht so schnell an, wie sich die Familie vergrösserte. Ich musste sparsam haushalten. Deshalb achtete ich darauf, die Kinderkleider selber zu nähen 12


und zu stricken. Unsere Kinder waren sehr ruhige Lieblinge. Die Spaziergänge mit ihnen waren besonders schöne Zeiten. Allmählich konnten wir dann in eine grössere Wohnung in einen Wohnblock für das Bundespersonal am Grubenstieg 11 einziehen. In dieser schönen Wohnung mit Balkon und Zentralheizung waren wir überglücklich. Und froh, nicht mehr mit Holz heizen zu müssen. Unsere Kinder machten uns viel Freude. Alle wohnten bis zum Lehrabschluss zu Hause. Eins nach dem anderen heiratete. Ein Sohn lebt mit der Familie seit 22 Jahren in Riverton, Wyoming. Sie sind Amerikaner geworden. Die anderen Kinder sind in der Nähe geblieben. Die Familie hat sich nun auf 13 Enkel und 9 Urenkel ver-

auch viel Schönes auf einer Donau- und Rheinflussfahrt. Und eine Kreuzfahrt nach Rhodos war wunderbar. Nach der Pensionierung meines Mannes besuchten wir Kenia, den Amboseli Nationalpark. Dort sahen wir eine beeindruckende Windsandhose aufsteigen, zum Glück aus der nötigen Distanz. Über eine längere Zeitspanne reisten wir jedes Jahr zur Fango-Kur nach Monte- grotto bei Abano, weil mein Mann an einem Hüftleiden litt. Es war immer sehr schön dort und mit den Gästen entstanden tolle Freundschaften. Bei meinem Walter nahmen die gesundheitlichen Beschwerden immer mehr zu. Bis er vor eineinhalb Jahren verstarb. Es ist ein grosser Verlust für mich. 60 glückliche Ehejahre hatten wir zusammen verbracht. Ich befasste mich mit dem Gedanken ins Alterheim zu ziehen. Nach reiflicher Überlegung entschloss ich mich, das Angebot vom QDZ Künzle-Heim für eine Alterswohnung anzunehmen. Seit dem 1. April 2013 bin ich nun hier, habe mich gut eingelebt und es fehlt mir an nichts. Ich bin froh, diesen Schritt gemacht zu haben.

mit unseren Kindern im Juni 2002 zur goldenen Hochzeit im Garten in Hallau grössert. Nach dem Wegzug der Kinder begann für mich und meinen Mann ein neuer Lebensabschnitt. Wir unternahmen mit dem Gewerkschaftskartell viele schöne Reisen. So führte eine Car-Reise nach Berlin. Beim Grenzposten Jack Point Charly wurden alle Reisenden vor der Weiterreise in die ehemalige DDR haargenau kontrolliert. Auch beim Car nahmen es die Zollbeamten sehr genau. Noch einige andere Länder wie Österreich, Bulgarien, Türkei, Russland und Ägypten hatten wir besucht. Wir erlebten

Klara Schäfli, Bewohnerin Alterswohnungen QDZ Künzle-Heim 13


r ü c kbli c k v e ra n s talt u n g e n

Konzert Salonorchester Schaffhausen

uch us zu Bes la h ic m a S seli der utzli und E mit Schm

Musik u nd Unte rhaltung dem Du mit o “Hein z und H einz” Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Juni 2014 Redaktionsschluss: 15. Mai 2014 Redaktionsteam: Werner Gasser, Marlies Knobel, Marianne Lutz, Patrick Portmann, Annette Schaffner, Sonja Schibli Auflage: 620 Exemplare Druck: Copy + Print AG, Schaffhausen 14


ö ff e n tli c h e v e ra n s talt u n g e n März 2014

Kunstausstellung

• Musig Tannzapfeland Mittwoch, 12. März 2014, 15.00 Uhr im QDZ Künzle-Heim

öffentliche Kunstausstellung im QDZ Künzle-Heim • Bernd Luz - Abstrakt Pop 4. April 2014 - 29. Juni 2014 Vernissage: Freitag, 4. April 2014, 18.30 Uhr

• Probieren ohne Stress! Schuh-, Nacht- und Unterwäschepräsentation Dienstag, 18. März 2014, 09.30 - 11.30 Uhr im QDZ Künzle-Heim

öffentliche Vortragsreihe QDZ Künzle-Heim • Vortrag «Leben mit Demenz» Karin Beyeler, Alzheimervereinigung SH Mittwoch, 5. März 2014, 19.00 Uhr

April 2014 • Dia-Vortrag «Zion Nationalpark USA», Jörg F. Schuler Mittwoch, 23. April 2014, 19.00 Uhr im QDZ Künzle-Heim

• Vortrag «sicher gehen» Rosmarie Fehrlin, Pro Senectute SH Mittwoch, 2. April 2014, 19.00 Uhr • Vortrag «in der Fremde daheim» Kurt Zubler, Geschäftsleiter Integres Mittwoch, 7. Mai 2014, 19.00 Uhr

Mai 2014 • Konzert Akkordeon-Duo Freitag, 9. Mai 2014, 15.00 Uhr im QDZ Künzle-Heim

• Vortrag «Tücken im Haushalt» Marianne De Ventura, Spitex SH Mittwoch, 4. Juni 2014, 19.00 Uhr

• Modeschau Modeservice Modrow Mittwoch, 21. Mai 2014, 15.00 Uhr im QDZ Künzle-Heim

ko n takt QDZ Künzle-Heim & Huus Emmersberg Bürgerstrasse 36 8200 Schaffhausen www.qdz.ch

Zentrale Tel. 052 630 46 00 Fax 052 630 46 01 15


ASADO

im QDZ Künzle-Heim

Argentinisches Grillfest

mit musikalischer Unterhaltung und Untermalung

Freitag, 13. Juni 2014 15.00 - 20.00 Uhr

(Der Anlass findet nur bei guter Witterung statt. Verschiebedatum 20.06.2014)

frische Salate, saftiges Fleisch mit verschiedenen Saucen und Beilagen, Vegi-Spezialitäten, gluschtige Desserts, landestypische Getränke… … lassen Sie sich von unserem vielfältigen Angebot überraschen!

Highlights 15.30 Uhr & 18.00 Uhr Tango Argentino Tanzshow & Chacarera Tanz zum Mitmachen QDZ Künzle-Heim Bürgerstrasse 36 8200 Schaffhausen www.qdz.ch

Hauspost März 2014  
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