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SPECIAL

Neo Romantic

€ €6,80 7,50

DEUTSCHLAND DEUTSCHLAND SCHWEIZ SCHWEIZSFR SFR12,80 13,00 ÖSTERREICH ÖSTERREICH€ 7,50 € 8,00 BENELUX BENELUX € 7,50 € 8,00

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WYNE MCGREGOR Body Language | SOFIA COPPOLA Bag in translation | ZÜRICH Behind the scene | MEMENTO Good things need time


Im Im Zeitalter Zeitalter derder Aufklärung Aufklärung stellt stellt Pierre Pierre Jaquet Jaquet Droz Droz in Paris in Paris regelmäßig regelmäßig seine seine Kreationen Kreationen Ludwig Ludwig XVI. XVI. undund Marie-Antoinette Marie-Antoinette vor.vor.

Grande Grande Seconde Seconde Circled Circled Lady, Lady, J014013227 J014013227 Weißes Weißes Perlmuttzifferblatt. Perlmuttzifferblatt. RingRing undund Gehäuse Gehäuse in 18in Karat 18 Karat Rotgold Rotgold mit mit 88 und 88 und 248248 Diamanten Diamanten besetzt, besetzt, Schließe Schließe mit mit 24 Diamanten 24 Diamanten besetzt, besetzt, insgesamt insgesamt 2,186 2,186 Karat. Karat. Automatikwerk. Automatikwerk. 68 Stunden 68 Stunden Gangreserve. Gangreserve. Durchmesser Durchmesser 39 mm 39 mm WW WW.J W W. AQUET-DROZ. JAQUET-DROZ.C C O MO M


INHALT Quality 1/36 – Dezember/ Januar 2014

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94 70

Romantic

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36 Pete Eckert Der blinde Fotograf

64 Andraschko Kaffee nach Maß

78 Villa Stuck Im Tempel des Ich

Neo 34 Levi‘s Kunst verwoben

54 Schwitzkasten Skurrile Saunen

66 Motion Winter Power

94 Coppola Bag in translation

100 Weihnachtshäuser Nightmare before Christmas

106 Essay Früher war auch mehr Lametta

116 Beauty Bad Hair Day

124 Architektur High above the sky

146 Schnapsidee Ruder-Challenge mit Talisker

Retro 18 Flaschenpost Ruinart auf Reisen

24 Burlesque Tradition mit Körpereinsatz

48 Auguri Glück mit roten Dessous

88 Fashion Verbotene Früchte

110 Interview Parov Stelar

160 Valextra

132 Betten

Eine Mailänder Manufaktur

Best friends

168 Fashion

152 Wayne McGregor

Office affairs

Körpergrammatik

186 Rückblick

8

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Good things need time


pLEASE DRINK RESpONSIBLY - www.MASSVOLL-GENIESSEN.DE

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Editorial Quality 1/36 – Dezember/Januar 2014

M

it Siebenmeilenstiefeln rennen wir durch jedes Jahr, kaum Zeit, innezuhalten und all die Schönheit und die wunderbaren Menschen, die uns begegnen, gebührend wahrzunehmen. Zum Jahresende erwacht in vielen der Wunsch, die nicht gelebten Emotionen und Werte schnell nachzuholen, die wir während des Jahres verpasst haben. In guter Regelmäßigkeit scheitern wir jedoch an den zu hoch gesteckten Ansprüchen an uns selbst. Die Sehnsucht nach Genuss, Entschleunigung, Tiefsinn und Entspannung ist auch in unserer Redaktion ein immer wiederkehrendes Thema. Mit unserem Special Neo Romantic schaffen wir unseren Lesern die Optionen, einen Moment innezuhalten und eigene Inseln der contemplation zu finden. Einige Themen sind schon seit einiger Zeit im Fokus und wert, darüber zu berichten. So haben wir bei dem Besuch eines Betten Concept Stores festgestellt, dass erholsamer Schlaf auf vielfältige Art und Weise erreicht werden kann, aber vor allem durch Betten, die der Prinzessin auf der Erbse alle Ehre gemacht hätten. Doch vor dem guten Schlaf steht die Entspannung, die geistige wie auch die körperliche. Wie ist diese besser zu erreichen, als durch Saunieren. Einige der ungewöhnlichsten Saunen stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe vor. Von der Tea-Time im Mandarin Oriental, über hervorragenden Kaffee eines Barristas, hin zu neuen Cocktails und dazu die liebgewordenen Rituale der sogenannten Festtagsfilme. Liest man diese Quality aufmerksam, so ist das Feiertagsprogramm gerettet. Spannende Bücher, Musik und interessante Ausstellungen, die virtuose Welt der Dance Performances von Wayne McGregor gehören ebenso dazu. Denn oft sind es die kleinen, vermeintlich unwichtigen Dinge, die uns persönlich am meisten berühren. Die Ideen des japanischen Architekten Teruno-

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bu Fujimori erinnern an fliegende Kapseln, an beschützte Räume und sind im ursprünglichsten Sinne das, was wir von unserem Wohnraum erwarten sollten. Wir finden es lohnenswert, diese kreativen Bauten weiter zu verfolgen. Auch wenn ich die Themen des Genusses und der Entspannung vielfältig weiterführen könnte, so gibt es grundsätzlich ein Thema, welches uns mehr interessiert, als alles andere. Es sind die Menschen, die im Laufe eines Jahres unsere Wege kreuzen, die intensiven Gespräche und der unglaubliche Spirit, der diese Menschen umgibt. Viele spannende Interviews haben wir führen dürfen, und es erwachte der Wunsch in uns zu dem ein oder anderen zurückzukehren, um zu sehen, was das Leben Neues gebracht hat. In diesem Special haben wir deshalb erstmalig einigen Persönlichkeiten mit unserer Retrospektive eine neue Plattform geschaffen, die uns selbst und hoffentlich auch Sie erfreut. Verspüren Sie Lust, das ein oder andere Interview noch mal komplett Revue passieren zu lassen? Dann finden Sie viele davon in unserem Online Magazin quality-magazine.ch wieder. Die Feiertage stehen direkt bevor und ich wünsche Ihnen von allem genug, genug an Emotionen, an Entspannung, an Begeisterung und ebenso an guten Geschichten. Ich hoffe, wir können als gute Geschichtenerzähler ein wenig dazu beitragen. Bleiben Sie uns gewogen.


IMPRESSUM Quality 1/36 – Dezember/Januar 2014

Editor In Chief Creative Director Susanne Filter

Art Director Dipl.-Des. Barbara Schork

Senior Consulting Corporate Manager Matthias K. H. Arens

Kulturredaktion Sarah Kirsten

Moderedaktion Manuel Almeida Vergara

Grafik Margrét Hügemann Reinzeichnung Christoph Schmid Caroline Heinecke Clemente Pesce

Redaktionsmanagement Violeta Berisha

Musik-/Kunstredaktion Violeta Berisha

Designredaktion Norman Kiezmann

Real Estate Redaktion Matthias K. H. Arens Volker de Boer

Motionredaktion Matthias K. H. Arens Peter Klösener Alexandra Felts

Redaktionsassistenz Louisa-Marie Berg Sandra Friebel Alexandra Brechlin

Fotografen Anja Frers, Mathias Dorner-Müller, Markus Henttonen, John Brönstrup, Andreas Ortner, Stephan Milev

Autoren Norman Kietzmann, Nikolai Wojtko

Verlag/Herausgeber Interlinx Holding AG Tiefenackerstrasse 49, CH-9450 Altstätten SG Telefon +41 71 755 27 30 Fax +41 71 755 27 31 Verwaltungsrat: Günter Wüst Firmennr: CH-020.3.033.781-7 info@interlinx-holding.ag www.interlinx-holding.ag

Marketing & Sales International Gustav-Maurerstr. 7 CH-8702 Zürich-Zollikon Marketing & Sales Tiffany Fiore Mancini Telefon: + 49 30 54 81 07 01 Fax: + 49 30 54 81 07 10 fioremancini@quality-magazine.ch

Vertrieb Axel Springer Vertriebsservice GmbH Süderstraße 77 D-20097 Hamburg Telefon: + 49 40 34724012

Quality Abo-Service Deutschland Nithackstr. 7 – Kontorhaus, D-10585 Berlin Telefon: + 49 30 54 81 07 01 Fax: + 49 30 54 81 07 10 abo@quality-magazine.ch

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Vertrieb/Abo Peter Klösener kloesener@quality-magazine.ch

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Cover-Credits: Quality Abo-Service International Interlinx Holding AG Tiefenackerstrasse 49 CH-9450 Altstätten SG abo@quality-magazine.ch

NEO ROMANTIC Glas „Altdorfer Jagd“ von Lobmeyr mit Schliff einer Jagdszene von Albrecht Altdorfer (1480-1538)

Kontributoren Heiko Palach, Brigitte M. Wilhelm, Julian Henzler, Julia Thalhofer, Ele Kittel, Leonard Engel, Julia Kantim, Irina Skadkowski, Carolin Jarchow, Jeanette Johansson, Oliver Rauh, Pablo Kümin, Florian Rogoss, Iris Grob, Marco Natali, Sebastian Reuter, Christina van Zon, Astrid Glänzel, Susanne Marx, Beatrice Schüll, Dorothee Meyer

Redaktion Deutschland Interlinx Holding AG nicht selbstständige Niederlassung Nithackstraße 7 – Kontorhaus, D-10585 Berlin Telefon: + 49 30 54 81 07 01 Fax: + 49 30 54 81 07 10 info@quality-magazine.ch

Redaktion Niederlande ACI-International BV Beethovenlaan 158 NL-1077 JV Amsterdam info@aci-international.eu www.aci-international.eu

Finance /Controlling BGW Treuhand AG Tiefenackerstraße 49 CH-9450 Altstätten SG Print & Online Sales national & international Gustav Maurerstraße 7 CH-8702 Zürich - Zollikon

www.quality-magazine.ch Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt im Sinne des Presserechts: Susanne Filter. Alle Rechte vorbehalten. Die Zeitschrift sowie alle darin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Der Export von Quality und der Vertrieb im Ausland sind nur mit vorheriger Genehmigung statthaft. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommmen.

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KONTRIBUTOREN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

DR. NIKOLAI WOJTKO Nikolai Wojtko ist promovierter Philosoph und passionierter Kulinar: „Es ist nichts im Verstand, was nicht zuvor in den Sinnen war“. Unter diesem Motto erforscht er die Bedeutung von Genuss in den unterschiedlichsten Lebensbereichen des Alltags. Sind es die Sinne oder der Verstand, die alle Jahre wieder zur selben Stelle, am selben Ort weihnachtliche Filmklassiker aus dem Dornröschenschlaf auferstehen lassen und nicht nur die Einschaltquoten, sondern auch die Frequenz unserer im Weihnachtsmodus schlagenden Herzen in die Höhe treiben? Für Quality arrangiert der praktizierende „Gastrosoph“ die cineastischen Zutaten zu einem literarischen Feinschmeckermenü für Körper und Geist.

MARKUS HENTTONEN Der Finne Markus Henttonen entdeckte durch das Skaten seine große Leidenschaft: die Fotografie. Damals war es der Wunsch, die Bildstrecken der Skatermagazine zu verbessern, heute beschäftigen ihn die großen Metropolen der Welt. Seine aktuelle Soloausstellung „Silent Night“ zeigt die weihnachtlich geschmückten Einfamilienhäuser der amerikanischen Prototypen-Vororte von Los Angeles. Eine Atmosphäre entsteht, die über die eindimensionale, makellose Weihnachtsidylle hinaus die Interpretation des Betrachters in Frage stellt. Stille Nacht, heilige Nacht – friedlich und besinnlich oder beängstigend und verlassen? Die Herausforderung zur individuellen Wahrnehmung der Adventszeit.

ANJA FRERS Ihre Referenzenliste ist ebenso lang wie breit gefächert. Roeckl, René Lezard und die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter wurden bereits von der Preisträgerin des „European Award for Women Photographers“ abgelichtet. Auch ihr visuelles Feingefühl ist unerschöpflich. In dieser Ausgabe führt uns die Münchner Mode- und Beautyfotografin in die fantastische Welt faszinierender Haarkunst. Am ästhetischen Nerv der Zeit treffen Meisterwerke der Flechtkunst auf futuristisch modellierte Turmfrisuren. Fragile Poesie und ästhetische Extreme lassen sie zu einem Gemälde verwegener Romantik verschmelzen.

ANDREAS ORTNER Seit über 20 Jahren lebt und arbeitet der im Fashion-Business etablierte Österreicher Andreas Ortner in den führenden Metropolen der Welt. Für seine aktuelle Fotostrecke hat er sich in die Chefetagen der Business-Welt eingeschlichen und dort die geheimen Fantasien des Büroalltags aufgespürt. Zwischen Bürostuhl und Briefbeschwerer ergänzen sich intensives Retroappeal und hochaktuelles Styling zu einer reizvollen Liaison.

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KONTRIBUTOREN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

OLIVER RAUH Der selbst ernannte „Mr Big Smile“ hat ein sensibles Gespür für Stil. Stets gut gelaunt schafft er es mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit, die richtigen Looks zu zaubern. Das schätzen die internationalen Größen der Modeszene, von Hermès bis Lady Gaga. In dieser Ausgabe präsentiert sich das kreative Multitalent als Stylist der inspirierenden Haarkreationen in Zusammenarbeit mit der Fotografin Anja Frers. Auch als Fotograf ist der in München lebende Oliver Rauh häufig für Quality im Einsatz. Er liebt es, seine Strecken zu inszenieren und bis ins Detail zu arrangieren.

NORMAN KIETZMANN Für seinen Beitrag „Entworfen für die Ewigkeit“ erhielt er den COR Preis für journalistischen Nachwuchs. Auch in dieser Ausgabe entdeckt Norman Kietzmann zwei Talente, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Stärke des Zeitlosen auseinandersetzen. Der japanische Stararchitekt Terunobu Fujimori führt uns zu sinnlichen Ruheoasen, eine groteske Landschaft traditioneller Teehauspoesie, während sich die Interpretation von Beständigkeit des jüngsten Chefdesigners AG Fronzoni im puristischen Design des italienischen Traditionshauses Valextra manifestiert. Ob hochwertige Taschen oder einzigartige Orte des Rückzugs, beide überzeugen mit ihrem Gespür für exklusive Materialität.

JOHN BRÖMSTRUP „Fotografie ist eine ästhetische und zugleich feinsinnige Möglichkeit, mich auszudrücken“, so der gebürtige Hamburger. Mit einem exzellentem Auge für subtile Details folgt er seiner Phantasie. Seine Aufnahmen erzählen einzigartige Geschichten, inspiriert von den Szenerien des Alltags. Eine grafische Bildsprache zieht sich durch seine maskuline Modestrecke „Seeker of the Truth“. Tiefgründig und kontemplativ – schlicht at its best.

SUSANNE MARX Seit fünf Jahren verleiht die quirlige Stylistin Susanne Marx effektiven Werbeproduktionen und bezaubernden Editorials mit fleißigen Händen und einem geübten Auge den modischen Schliff. Stets mit einem fröhlichen Klang auf ihren Lippen, durfte sich auch die Quality schon oft über einen Anruf und anschließende kreative Zusammenarbeiten mit ihr freuen, schnell avancierte Susanne Marx zum Darling unserer Moderedaktion. Für diese Ausgabe realisierte sie gemeinsam mit dem Fotografen Andreas Ortner eine hinreißende Modestrecke. „Office Affairs“ erzählt in pudriger Farbwelt und dramatischer Inszenierung von Liebe und Leid einer Büroaffäre – selbstverständlich bestens gekleidet!

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DEZEMBER/JANUAR Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Teatime with Jimmy‘s shoes Zugegeben, Füße und Leckereien gehören nicht unbedingt in einen Kontext – zumindest nicht für Jedermann. Bekannt für besondere Überraschungen zu allen Jahreszeiten, schafft das Münchner Mandarin Oriental allerdings eine charmante Verbindung! In Kooperation mit Modelabel Jimmy Choo und Teespezialist Jing präsentiert das distinguierte Hotel eine besondere Teestunde: Von November bis Februar 2014 veranstaltet das Mandarin Oriental für Mode- und Naschbegeisterte den exklusiven „Jimmy Choo Afternoon Tea“. Zu sprudelndem Champagner und dem exquisiten Jing-Tee, den man in Deutschland bisher nur hier genießen kann, werden neben Macarons und Teegebäck auch kleine Törtchen in Schuh- und Taschenform gereicht, die von der aktuellen Kollektion Jimmy Choos inspiriert sind. Bon Appétit! www.mandarinoriental.com

Ein Spruch weiß zu berichten: „Das Leben ist gut, die Kunst ist schön – Schuh, nur Du kannst in beiden bestehen!“ Das weiß Peter Schmid wie kein Zweiter! Nicht nur an die Füße und in den Alltag trendbewusster Schuhliebhaber haben es seine Kreationen geschafft, auch das MOMA in San Francisco stellte bereits Modelle des deutschen Designers aus. Bereits seit 15 Jahren überzeugt Schmid mit ungewöhnlichen Formen und neuen Manufaktur-Methoden für die Sport-Marke Puma oder HighEnd-Labels wie Donna Karan, Jil Sander oder Alexander McQueen. Auch unter eigenem Namen präsentiert Peter Schmid alles andere als gewöhnliches Schuhwerk: Modelle unterschiedlichster Silhouette sind mit aufwändigen Grafiken gemustert. www.schmid.cc

Trittfest

Furoshiki Ob das Second-Hand-Kleid, die Mehrwegflasche oder das nachfüllbare Feuerzeug – Nachhaltigkeit hat viele Gesichter! In Japan steht auch die schöne Tradition des Schenkens ganz im Zeichen der ökologischen Sinnhaftigkeit. Funktioniert die Wiederverwendung des hübschen Geschenkpapiers in unserem Kulturkreis höchstens in Form von „vorsichtig auspacken und sanft glatt streichen“, hat der Ferne Osten dies längst stilisiert: Das „Furoshiki“ wird traditionell gleich mehrmals als Geschenkverpackung genutzt. Ohnehin für soziales Bewusstsein und Umweltschutz bekannt, haben sich jetzt auch die britische Kosmetikmarke Lush und DesignRevolutionärin Vivienne Westwood dem quadratischen Tuch verschrieben: Seit November gibt es in den Lush-Stores limitierte Furoshikis made by Westwood zu erstehen. Auspacken, freuen, wieder einpacken! www.lush-shop.com 16


DEZEMBER/JANUAR

NEU

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Modern Tree Gold-rote Kugeln, Strohsterne, bemalte Holz-Figürchen aus dem Harz – in vielen Haushalten hat die Tradition den Weihnachtsschmuck fest im Griff! Den Beweis, dass es an den Feiertagen auch ohne Kitsch und Klüngel geht, treten beispielsweise Marken wie Alessi mit Kugeln in stilisierter ComicÄsthetik, oder Glas-Spezialist Christoball mit ungewöhnlichen Themen von Orient bis Indien an. Auch die Einrichtungsmarke Ferm Living weiß mit Modernität statt Brauchtum zu bestechen: aus Papier und Porzellan präsentiert das Dänische Label Weihnachtsschmuck in minimalistischer Formsprache und dezenter Farbwelt. www.fermliving.com

Ich will doch nur spielen! Winterzeit ist Spielezeit! Wenn draußen der Schnee fällt und drinnen der Glühwein fließt, bereichert so manche Spielerei den Abend in gemütlicher Runde oder schafft erholsame Stunden allein. Wer dabei nicht immer wieder auf das alte Kartendeck, kleinteilige Puzzle oder abgegriffene Gesellschaftsspiel zurückgreifen will, der wird jetzt bei connox.de fündig. Das Online-Versandhaus präsentiert Geschicklichkeitsspiele aus bestem Holz von Designer Christian Lessing. Mit Geduld und Feingefühl müssen hier hölzerne Türme oder Mauern errichtet werden. Das Mauerspiel von Lessing Produktgestaltung wurde unlängst mit dem Form Designpreis ausgezeichnet. Bis zu 70 verschiedene, handgefertigte Steine aus unterschiedlichen Harthölzern müssen hier zu einem stabilen Mauerwerk kombiniert werden. Gutes Gelingen! www.connox.com

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DESIGN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

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xquisiter Geschmack, feine Perlen, wertvoller Genuss für die schönsten Momente – es gibt viele Gründe, warum dem Champagner große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Doch nicht nur Gusto und Prestige, auch Behältnis und Verpackung des edlen Tropfens sind es wert, seine Geschichte zu erzählen. So charakterisiert die Silhouette der Champagnerflasche die Marken und gibt Hinweis auf Tradition und Stil des jeweiligen Hauses. Der runde Körper und verlängerte Hals der Flaschen von Ruinart wurden bereits im 17. Jahrhundert geprägt. Momentan stehen weniger die fein geschwungenen Flaschenkörper der 1729 gegründeten Marke im Rampenlicht des Hauses. Es sind die Verpackungen, die dem feinen Schaumwein in Perfektion und Grandezza in Nichts nachstehen. In Kooperation mit dem Designer Piet Hein Eek lässt Ruinart die Holzkiste wieder aufleben. Bereits am 21. März 1769 verzeichnen die Geschäftsbücher des Labels die ungewöhnliche Nutzung von Holzkisten zum Warenversand. Wurden die Flaschen zuvor noch in Körben geliefert, so war Ruinart mit seinen hölzernen Kästen Vorreiter. Vor den Gefahren des Transports – und vielleicht auch vor so manch langfingrigem Kutscher – geschützt, konnte der Champagner unversehrt und in voller Stückzahl bei seinen Liebhabern ankommen. Schnell sprach sich diese Revolution in distinguierten Kreisen des 18. Jahrhunderts herum und wohlhabende Feinschmecker in St. Petersburg, Krakau oder Riga orderten exklusiv bei Ruinart. Heute müssen Champagnerflaschen keine holprigen Kutschfahrten oder hohen Seegang überstehen. Trotzdem überrascht Ruinart mit den robusten Holzkisten. Zum Entwurf der kunstvollen Verpackungen befand sich das französische Haus in bester Gesellschaft: Piet Hein Eek ist ein wahrer Holzliebhaber und kennt den traditionellen Werkstoff wie kein Zweiter. Vor allem das „Holz mit Geschichte“ steht für ihn im Mittelpunkt. Seit über 20 Jahren präsentiert Piet Hein Eek Möbel aus alten Hölzern, die über die Zeit eine natürliche Patina erhalten. Die Holzkisten Ruinarts von 1769 interpretiert er trapezförmig und empfindet die Silhouette der Champagnerflaschen nach. Das sorgfältig ausgewählte Kiefernholz weist Schattierungen von gräulich über weiß bis crème auf, eine Farbwelt, die Piet Hein Eek an den Ruinart Blanc de Blanc erinnerte, der jetzt die Kästen mit köstlichem Inhalt füllt. Jede der Geschenkverpackungen verlässt sein Atelier handsigniert und nummeriert. Über die schönen Holzkisten hinaus wagte sich Piet Hein Eek für Ruinart auch an ein skulpturales Kunstwerk: zwölf trapezförmige Module recken sich fünf Meter in die Höhe. Mittig eingebettet erinnern 26 Flaschen an die Abenteuer der ersten Holzkisten aus dem 18. Jahrhundert. 224 Flaschen Blanc de Blanc bestücken die Seiten des Kunstobjektes. www.ruinart.com.

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Piet Hein Eek © Jesaja Hizkia


DESIGN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Flaschenpost von Manuel Almeida Vergara

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MODE Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Macho Macho Man Kraft – mit diesem Attribut umschreibt Donatella Versace diese Saison das vermeintlich starke Geschlecht. Breit in den Schultern präsentieren sich die Jacketts als Hommage an das „Power-Dressing“ der 1980er. Auffällige Musterungen wie großflächig stilisierte Animal-Prints und akkurate Prince of Wales-Karos setzen ihren Träger klar in den Mittelpunkt des Geschehens. Auch im Material fiel Versaces Wahl auf das kraftvolle Statement: Ausladende Pelze und glattes Leder sind ebenso Thema wie erotisierende Spitzen und robustes Denim. Letzteres setzt die italienische Designerin in Komplettlooks um, wagt kreative Ausflüge in die Szene der Grafitti-Kunst. Auch hier thematisieren die Drucke männliche Klischees: Großspurig prangt das Wort „Macho“ hier und da auf Hose und Jackett. www.versace.com

In der Ruhe liegt die Kraft Neue Saison, gleicher Lemaire. Auch diesen Herbst präsentiert sich der Franzose klar und schnörkellos, schön und still. Christophe Lemaire ist kein Mann für die Schnelllebigkeit saisonal wechselnder Trends oder modischer Effekthascherei. Er versteht es wie kein Zweiter, in der stilistischen Ruhe kreative Kraft zu finden. Selbst auffällige Blumenprints in seinen Designs vermögen Ruhe auszustrahlen. Als dauerhafte Inspiration verweist Christophe Lemaire auf den Fotografen August Sander, der Stimmung und Schönheit des frühen 20. Jahrhunderts maßgeblich prägte. Auch der Herbst 2013 zeigt sich im Hause Lemaire beeinflusst von Ästhetiken der Arbeiterkleidung und Uniformität der 30er und 40er Jahre. Was lange währt war schon immer gut. www.christophelemaire.com 20


MODE Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

A girl named Chloé Clevere Geschäftsfrau, begnadetes Designtalent, liebevolle Mutter – Clare Waight Keller ist eine echte Superwoman. Ihre Mode erzählt von Frauen, die scheinbar spielerisch von Business zu Privat wechseln, sich in allen Bereichen ihres Lebens geschickt bewegen. Seit 2011 entwirft die Britin gleichermaßen lässige wie elegante Kollektionen für Chloé. Eine moderne Sicht auf die romantische Ader der 1952 gegründeten Marke steht immer im Fokus. Diese Saison nimmt Keller klaren Bezug zur britischen Schneiderkunst und UniformÄsthetik und stilisiert eine moderne Frau mit nahezu jungenhaftem Charme. Reizvoll bindet sie auch die erwartete Feminität in ihre Linie ein: Reiche Volants und glanzvolle Details zieren Looks in weiß und vanille. www.chloe.com

Romantic Touch Ob Anna Suis Vorliebe für Nostalgie und Folkloristik oder Viktor & Rolfs avantgardistisches Spiel mit dem kitschigen Element: die Romantik hat im modernen Modedesign noch immer ihren festen Platz. Bereits seit 1977 entwirft auch Anna Molinari für ihr Label Blumarine verspielte Linien. Stickereien und Schleifen, Chiffon und leichter Strick, endlose Variationen des floralen Prints bestimmen ihre schmuckreiche Handschrift. In ihrer aktuellen Linie beweist die Italienerin, dass „Grande Romanza“ auch minimalistisch geht und präsentiert einen Mantel in schlichter Silhouette aus puderfarbenem Kaschmir. www.blumarine.com

Second Chance Von Wert und Wahnsinn eines zweiten Versuchs kann Véronique Branquinho Geschichten erzählen! 2009 gab die Belgierin die Aufgabe ihres Labels bekannt. Drei Jahre später meldete sich Branquinho mit dem Relaunch zurück. Die Branche war begeistert, gehört die Designerin doch zu den Darlings der Antwerpener Szene. Für den Sommer 2013 wagte sie einen „frischen Start, erwachsener und eleganter“. Véronique Branquinho führt ihre neu entdeckte Designidentität in dieser Saison fort. In einfacher Farbwelt, vorwiegend in schwarz, kamel und crème, fallen glänzende Stofflichkeiten wie textile Wasserfälle die weibliche Silhouette hinab. Auch für den kreativen Ausbruch des klassischen Designs „made in Antwerp“ findet Branquinho Platz: Frappante Farbakzente, Cowboyhüte und überdimensionierte Armreifen avancieren zu aufregenden Blickfängen. Bienvenue de retour, Véronique! 21


MOTION Quality 1/36 – Dezember/ Januar 2014

Herzensangelegenheit So manch einem Mann ist sein Auto wohl das Liebste auf Erden. Damit er diese Liebe auch im kleinen Detail zum Ausdruck bringen kann, hat Swarovski den Schlüsselanhänger Tasha kreiert. Der Aufwand der Herren für das Herzstück Auto ist immens: gepflegt und gehegt, poliert und chauffiert. Genauso aufwendig verarbeitet ist auch das Herz des Anhängers: in filigranem Muster und Kristallpavé gefertigt. www.swarovski.com

Pflegeleicht Was einer Frau die Handtasche bedeutet, ist für den Herrn das Auto. Damit das liebste Stück auch rund um gepflegt ist, entwarf das Label Louis Vuitton das „Nomade Care Kit“. Edel verpackt imponiert dieses Päckchen für die Vielreisenden, deren Autos und Handtaschen als ständiger Begleiter im Leben unabdingbar sind. Das Care Kit besticht vor allem durch seine Funktionalität: Mit der Pflegemilch und hochwertigen Tüchern à la Louis Vuitton lassen sich sowohl Ledersitze als auch Handtaschen auf Hochglanz polieren. www.louisvuitton.com 22


MOTION Quality 1/36 – Dezember/ Januar 2014

Gefährten LADY LIKE Den lasziven Augenaufschlag kann Frau ab sofort ihrem Auto überlassen. Mit „Car Lashes“ kann jedem Auto ein femininer Touch verliehen werden. Egal ob BMW, Beetle oder Cadillac, diese Wimpern stehen jedem Auto. So können auch die Männer dem Augenaufschlag ihrer Frauen huldigen. Bleibt nur zu hoffen, dass bei all den verführerischen Blicken die Unfallrate nicht rasant steigt. www.carlashes.com

Luxus unter der Windel Ganz der Papa! Die Kleinen können nun auch „Bentley fahren“. Ob sie sich dem Luxus unter der Windel bewusst sind bleibt unerheblich. Mama und Papa können jedoch beruhigt sein, denn der lederbezogene Prachtsessel von Bentley ist nicht nur sicher, sondern auch bequem und elegant. Mehr Luxus kann Kindern auf vier Rädern wohl kaum geboten werden. www.bentleymotors.com

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(halb) Nackte Tatsachen

von Violeta Berisha

„Burlesque ist eine Kunst der Ausgelassenheit: extrem glamourös auf großen Bühnen, down and dirty in kleinen Bars, und alles dazwischen.“ Paul Green

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BÜCHER

australischen Heimat, am Rande eines Charity Events, kam Green mit Burlesque in Berührung. Die Faszination zu dieser besonderen Art des erotischen Tanzes, der sich zwischen Verführung und Glamour bewegt, brachte ihn nach Berlin, wo er zunächst Tänzerrinnen der Pinky’s Peepshow fotografierte. Je mehr Fotografien der tanzenden Frauen zusammen kamen, je mehr Vertrautheit sich zwischen Fotograf und Modell entwickelte, desto mehr gestaltete sich die Idee, daraus ein Buch zu machen. Mithilfe von Crowdfunding und einem späteren Verlag konnte „Burlesque in Berlin“ als Fotoband realisiert werden. In seinen Bildern porträtiert Green die Tänzerinnen und inszeniert sie in ihrer Performance. Seine Bilder sind direkt, offen, zeigen viel Haut und erotisierenden Spirit. Ein intimer Blick auf die Tänzerinnen, die sich bevorzugt provokant, trotzig und frech in Szene setzen. Schon früher zeigten schöne Frauen in eindrucksvollen Kostümen im Moulin Rouge in Montmartre, am New Yorker Broadway oder in verrauchten Bars

in der Friedrichstraße viel Haut, aber nie zu viel. Greens Bildband ist auch ein Dokument der Wiedergeburt des New Burlesque, der die Metropolen dieser Welt zurückerobert. Stets darauf bedacht, nicht ins Vulgäre abzudriften. Glattes Parkett auf dem sich Burlesque bewegt, insbesondere in der Darstellung des kurzen Moments, in dem auch Fragen aufgeworfen werden, wann nackte Haut und erotisierendes Tanzen pornografisch sind und wann Kunst. Warum ist der Besuch einer Burlesque Bar salonfähig, während Pole-Dance Etablissements auf der Reeperbahn unsittlich und zweifelhaften Rufes sind. Wer ist hier der Herr oder besser die Herrin des guten Geschmacks?

Fotos: © Paul Green

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in schummriger Raum, die Bühne in Nebel getaucht und durch rötlich schimmerndes Licht gebrochen. Oder ein übergroßes Champagnerglas auf der Bühne mit einer sich räkelnden, unnahbaren Verführerin. Denkbare Kulissen für einen Burlesque-Auftritt. Nicht zuletzt durch seine bekannteste Vertreterin Dita Von Teese, erlebt Burlesque eine Renaissance, die sich mittlerweile in allen Teilen der Gesellschaft widerspiegelt. Burlesque konnte seinen frivol anrüchigen Beigeschmack ablegen und gilt als gesellschaftsfähig. Die Ursprünge finden sich im traditionellen Unterhaltungstheater. Zentrale Attraktion: sich ausziehende Damen. Anders als beim Striptease ziehen sich die Frauen aber nie ganz aus. Der Akt des Ausziehens wird kunstvoll inszeniert, weniger das verheißungsvolle Ergebnis. So wird das Abstreifen der langen Handschuhe zu einem andauernden erotischen Spiel zwischen Versprechen und Dementi. Weniger ein ausgeklügelter Produktionsplan als vielmehr der Zufall brachte den australischen Fotografen Paul Green zur Berliner Burlesque Szene. Bereits in der

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Chansons de Carla

Foto: © Richard Dumas

Über Carla Bruni wird viel geschrieben. Am besten schreibt das ehemalige französische Model allerdings selbst, und zwar Chansons. Ganz in der Tradition der großen französischen Chansonniers, sich vor eben diesen Helden der französischen Musikkultur verneigend. Ihre „little french Songs“ enthüllen charmante Geständnisse, temperamentvolle Träumereien und lebhaft gezeichnete Portraits. Eine angenehme Tiefe zeigt sich in ihren sanft provokanten Stücken, die nicht nur in Texten, sondern vor allem in ihrer rauchigen Stimme spürbar ist. „Ich mag das Älterwerden“, gesteht die Sängerin und spielt damit auf das reifere, rauchige Timbre ihrer Stimme an. „Mir stehen dadurch viel mehr Wege offen“. Als nächster Halt auf dem Weg ihrer außergewöhnlichen Karriere steht die Rückkehr ins Rampenlicht. Ein Zwischenstopp, auf den wir uns genauso freuen, wie die charmante Songwriterin selbst. Carla Bruni – Konzertauswahl: 25. Januar 2014 Theatre de Beausobre, Morges, Schweiz 09. Januar 2014 Kursaal Oostende, Belgien 03. Februar 2014 Philharmonie – Grand Auditorium, Luxemburg 14. März 2014 Wiener Konzerthaus, Wien 16. März 2014 UdK Konzertsaal Hardenbergstraße, Berlin-Charlottenburg 26


KONZERTE Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Dass Philippe Jaroussky sein Fach beherrscht wie kein anderer, manifestiert die weitreichende Liste von Auszeichnungen, wie dem ECHO Klassik, den er als bisher erster Countertenor erhielt. Countertenöre avancieren derzeit zu den Superstars der Klassik. Sein neues Album – ein Meilenstein in der Interpretationsgeschichte der barocken Musik, das er in diesem Winter auf den großen Bühnen und ausgewählten Kammersälen renommierter Konzerthäuser präsentiert, bietet die Chance, sich von der einzigartigen Stimme des Ausnahmetalents zu überzeugen. Gemeinsam mit der Starsopranistin Julia Lezhneva lässt er das Stabat Mater von Pergolesi, eines der kostbarsten Werke der Kirchenmusik, in ungewohntem Glanz erstrahlen – dem Glanz seiner Stimme, die mit schwebender Leichtigkeit exotische Sopranlagen und nuancierte Koloraturen vereinigt. Seine außergewöhnliche Darbietung ist eine vielversprechende Kollision sakraler Anmut und opernhafter Emotionsstärke, die sich zu einem eindringlichen Loblied an die Mutterliebe fügt.

Classic Popstar Philippe Jaroussky – Konzertauswahl: 20. Dezember 2013 Victoria Hall, Genf, Schweiz 15. Januar 2014 Philharmonie Essen 17. Januar 2014 Baden-Baden Festspiele 21. Januar 2014 Luzern

Foto: © Marc Ribes licensed to Erato Warner Classics

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KONZERTE Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

WIEN EN ROSE

Ein Must-Hear für alle Klassik- und Klassiker-Liebhaber, denen Wiener Blut in den Adern fließt, ist der legendäre Stummfilm von Robert Wiene „Der Rosenkavalier“. Unter der Leitung von Cornelius Meister untermalt das ORF Radio Symphonieorchester Wien den 1926 entstandenen Klassiker mit der originalen Filmmusik von Richard Strauss. Das restaurierte Filmmaterial der Erfolgsoper ist am Silvesterabend im Theater an der Wien zu sehen. Mit delikaten Melodien und berauschenden Walzerrhythmen belebt das renommierte Orchester das intime Ambiente des historischen Konzerthauses. Eine stilvolle Variante, jenseits von Party, Pyronale und Polonaise, die letzten Stunden des Jahres klangvoll ausklingen zu lassen. Der Rosenkavalier – Silvesterkonzert im Theater an der Wien 31. Dezember 2013

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Zehn klangvolle Rekorde der deutschen Musikgeschichte

DAS URGESTEIN Peter Maffay erreichte 2010 mit seinem Album „Tattoos“ bereits zum 14. Mal Platz 1 der Charts und zeitgleich seine 1000. Chart-Platzierung. Damit zählt er zu den erfolgreichsten Künstlern Deutschlands und bricht sämtliche Rekorde.

FÜR DIE EWIGKEIT 347 Wochen hielt sich das Best Of-Album der deutschen Schlagersängerin Andrea Berg in den deutschen Charts. Kein Künstler hat das vorher geschafft. Damit wären die abfälligen Bemerkungen über Schlager endgültig überflüssig.

ONE-HIT-WONDER Mit „Spirit in the Sky“ schaffte es Norman Greenbaum im Jahr 1969 in vier Ländern auf Platz 1 der Charts. Weitere musikalische Erfolge blieben aus. Dank der Tantiemen klingelt seine Kasse immer noch.

DIE EWIG ERSTPLATZIERTEN Niemand schaffte es so oft an die Spitze der deutschen Charts wie die Beatles. Mit 12 Nummer-1-Hits, sind sie unangefochtene Spitzenreiter. Ihr Song „I want to hold your hands“ hielt sich 8 Wochen lang auf Platz 1 der Charts.

LEGENDE Sänger, Schauspieler und Entertainer Peter Alexander hält einen legendären Rekord. Die meisten seiner Singleauskopplungen haben es in die Charts geschafft. „Eventuell“ und über 50 andere seiner Songs schafften eine Platzierung.

IN EIGENER KONKURRENZ Er gehört zu jenen Künstlern, die postum fast noch erfolgreicher sind als zu ihren Lebzeiten. Kurz nach seinem Tod belegte er mit Alben wie „Thriller“ Platz 1, 2, 7 und 9 der Charts. Zur gleichen Zeit vier Alben in den Top Ten.

STAFFELLAUF DER KÜNSTLER Selten und ungewöhnlich, wenn ein Künstler sich selbst vom Podium kickt. Der US-amerikanische Sänger Pharrell Williams löste mit „Blurred Lines“ seinen eigenen Nummer-1-Hit „Get Lucky“ ab. Außergewöhnlich!

DER TIEFSTE FALL Getreu dem Motto „Wie gewonnen, so zerronnen“, erlebte die Synthie-Pop-Band Depeche Mode 2001 den wohl größten Rückschlag ihrer Bandgeschichte. Ihre Single „Dream On“ fiel von Platz 1 auf Platz 15. Nie gab es einen tieferen Fall.

IM CYBERSPACE Die US-amerikanische Popsängerin Lady Gaga ist für ihre bizarren Outfits bekannt. In Bezug auf musikalische Rekorde schlägt sie auch neue Wege ein. Ihr Song „Born this Way“ belegte Platz 1 der DownloadCharts.

SKURRILITÄTEN „Schnappi“ mag der sonderbarste Song der deutschen Musikgeschichte sein, der es je auf Platz 1 schaffte. Ursprünglich für „die Sendung mit der Maus“ geplant, stieg das Kinderlied – unfassbar aber wahr – in weiteren 6 Ländern auf Platz 1.

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SPIRITUOSEN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Averna mia! Streng behütet ist das Familiengeheimnis aus dem Hause Averna: das Genuss- und Erfolgsrezept für den Kultlikör der sizilianischen Spirituosendynastie. Vor über 150 Jahren wurde es Salvatore Averna als Dank für seine Unterstützung des dörflichen Klosters St. Spirito geschenkt und wird seitdem nach derselben Manier hergestellt. Ein gesundheitsförderndes Elexier aus wohltuenden Kräutersorten, das bis heute auf die Zugabe chemischer Essenzen und Aromen verzichtet. Doch das Traditionsunternehmen gewährt uns einen Einblick in die mediterane Lebensart. „Le Ricette della Nonna“ heißt das kürzlich erschienene Kochbuch, das uns die kulinarischen Köstlichkeiten der Großmutter Anna Maria, erfolgreiche Unternehmerin des heutigen Weltkonzerns verrät. Ein besondere Leckerbissen ist der „Chicco Italiano“. Der winterliche Cocktail vereint Nuancen von Vanille und Karamell mit dem intensiven Aroma dunkler Waldbeeren und einem Hauch Minze. Ein hervorragender Genuss für die kalte Jahreszeit – Passion pur! www.averna.it

Ru(h)mreich Ron Zacapa entführt uns nach Guatemala. Centenario 23 gilt derzeit als beliebtester Tropfen für alle Rum-Liebhaber. Das fruchtige Aroma mit feinen Noten von Holz, Vanille, Karamell und Schokolade bringt die Augen der Genusstrinker zum Leuchten. Die edle Holzverpackung fügt sich stilvoll und verweist gleichzeitig an die Fässer, in denen der Premium-Rum reifte. Auch Ron Zacapa XO wird in diesem Winter in einer außergewöhnlichen Hülle präsentiert. Die rustikale Box gibt den Blick auf den kostbaren Inhalt frei: Zwei Gläser, die zu einer unverzüglichen Verkostung des edlen Rums einladen. www.zacaparum.com 30


SPIRITUOSEN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Diamonds are forever Zeitlos, elegant und glamourös: Der kommende Winter steht ganz im Zeichen von Diamanten. Mit Rémy Martin begeben wir uns auf eine Zeitreise in die 70er Jahre und gönnen uns gemeinsam mit Sean Connery alias James Bond ein Glas vollmundigen Cognac. Unter dem Motto des gleichnamigen Films „Diamonds are forever“ präsentiert Kellermeisterin Pierrette Trichet den Centaure de Diamant – das neue Glanzstück im Hause Rémy Martin. Grundweine aus den besten Anbaugebieten Frankreichs und die lange Reifezeit in Barrique verleihen dem Cognac die mahagonibraune Farbe und garantieren das besondere Aroma von Pflaume, Feige, Haselnuss und Orange. Ein Cognac, der uns selbst in Diamantenfieber versetzt! www.remymartin.com

Blood Orange Sanguinelle, Tarocco und Moro – was zunächst nach einem amüsanten Dreigespann klingt, ist die wohl berühmteste Spezialität Siziliens. In fruchtbaren Gebieten am Fuße des Ätna gedeihen die beliebten Blutorangen-Sorten besonders gut und erleben nun als alkoholische Versuchung einen fulminanten Auftritt. Als klassisch italienischer Aperitif oder als süße Ergänzung für Cocktails, Brennmeisterin Lesley Gracie präsentiert den Likör als beschwipste Version der Blutorange – Solerno Blood Orange. Die perfekte Mixtur aus der Frische Italiens. Die tiefrote Farbe der Frucht findet im Murano Glas ihre optische Vollendung. www.solernoliqueur.com

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MEDIEN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Wer sagt denn, dass Vergnügen und Arbeit nicht zusammengehen ...

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Time goes by – das Gründungsteam

Henner mit Superstar Beth Dito

Max Riemelt

Macht auch ohne George eine gute Figur: Stacy Keibler

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Joseph und Maria Fiennes mit Laurèl-CEO Dirk Reichert

enn ein Supermodel wie Claudia Schiffer oder ein Superstar wie Penélope Cruz in Escada, Prada oder Gucci über den roten Teppich läuft, ist das ganz und gar kein Zufall. Ob den Damen die Kleider gefallen oder nicht, ob sie die Roben selbst ausgesucht haben ist vollkommen unwichtig. Obwohl es sicherlich einen kausalen Zusammenhang zwischen Bekanntheitsgrad und Mitspracherecht gibt. Solch einem Auftritt geht womöglich ein ausgeklügelter Plan voraus: Etliche E-Mails, Telefonate und sicherlich so manch eine Bankanweisung. Celebrity Marketing gibt es schon so lange, wie es Celebrities gibt. Halle Berry machte bei der Oscar Verleihung in 2002 den damals noch vollkommen unbekannten Designer Elie Saab in einer atemberaubenden Robe weltberühmt und Madonna verhalf den Tattoo T-Shirts von Ed Hardy zum Durchbruch. Doch wie genau entstehen diese prominenten Beziehungen? Wer bringt die Marke zum passenden Promi? An dieser Stelle tritt das Berliner Unternehmen „Think Out of the Box“ auf den Bildschirm. Die Agentur bringt Marken und Prominente durch Celebrity Marketing zusammen. Dabei fungiert das Unternehmen als Bindeglied und entwickelt Marketingkonzepte zum erfolgreichen Celebrity Marketing. Es kann ja nun mal nicht jede Prada tragen. Henner Ceynowa, Dr. Shamsey Oloko und Philippe Bahlburg gründeten die Agentur vor mehr als drei Jahren, damals „Kaiorize“, und holten sich mit Dana Schweiger nicht nur weibliche, sondern auch prominente Unterstützung an Bord. „Das ging damals alles ganz schnell“, erzählt uns Dana Schweiger im Gespräch. „Ich habe mich mit Henner getroffen, er hat mir von der Idee erzählt und ich fand es spannend und attraktiv. Nicht nur aufgrund von Bellybutton habe ich ein ganz gutes Gespür für Business.“ Mittlerweile hat das Unternehmen das Management der prominenten


MEDIEN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Businessfrau übernommen. Auch wenn der Fokus von „thinkOOTB“ nicht im Bereich Management liegt, vertraut Dana Schweiger auf das Team. „Man braucht jemanden, der weiß, was er da macht und dem man vertrauen kann. Es passt wirklich gut.“ Das Unternehmen mit Sitz in Berlin und Los Angeles, konnte sich erfolgreich auf dem Markt etablieren. Die Online-Lounge gibt es nicht mehr. Der Promi bestellt nicht mehr bequem am Computer. Ab jetzt sitzt er bei der Agentur auf dem Sofa, trinkt einen Kaffee und nimmt gleich mit, was gefällt. Exklusives Shoppen und dann auch noch umsonst? Willkommen im ShoppingParadies, aber natürlich nicht für jedermann. Kleider, die sich Normalsterbliche niemals leisten könnten, werden hier unter privilegierten Promis verschleudert. Na herzlichen Dank auch. „thinkOOTB“ versteht sich mittlerweile als Kreativagentur. Einen Prominenten mit einem bestimmten Produkt auszustatten, ist nur die Basis. Das zu kommunizieren ein weitaus wichtigerer Schritt. „Im Idealfall kommuniziert der Prominente selbst, nutzt sich als Medium, was in Deutschland allerdings noch nicht bis gar nicht stattfindet. Anders als in den USA läuft dieser Bereich in Deutschland noch vollkommen unprofessionell“, sagt Henner Ceynowa. Die Möglichkeiten aber seien groß, der Kreativität seien hier keine Grenzen gesetzt. Insbesondere im digitalen Zeitalter, wo (fast) jedermann online unterwegs ist. Ein Mesut Özil freut sich mittlerweile über mehr als 10 Mio. Fans auf Facebook. Noch mehr freute sich jemand, wenn Ösil über ein Facebook Post seine Marke bewerben würde. Ein strategisch neuer Ansatz, werbewirksame Konzepte umzusetzen. Wobei hier die Prominenten selbst in den Mittelpunkt treten. Glaubwürdigkeit, eine gewisse Anziehung und Bewunderung vorausgesetzt. Die Fans dieser Prominenten sind aktive Fans. Und wenn ihr Idol ständig mit einem bestimmten Produkt zu sehen ist, dann hat das eine immense Wirkung. So banal das klingen mag, so viel Potential steckt womöglich in diesem Geschäft. Und denkt man über Risiken und Fallhöhen nach, bleiben sie recht überschaubar. Denn schlechte Presse ist auch Presse – manchmal sogar die bessere. Das Unternehmen setzt ganz auf Persönlichkeit und Individualität – im besten Fall im intimen Rahmen. Mit ihrem Konzept „money can’t buy Momente“ holen sie stimmgewal-

tige Sänger in ihr eigenes Wohnzimmer. Hautnah-Konzerte für Promis und Markenvertreter. Auch eine werbewirksame Plattform, die zeitgleich dem Netzwerk dient. thinkOOTB steht als Kreativagentur für diese werbewirksamen Konzepte – nicht face-to-face, das wäre zu einfach. Die Ansätze scheinen hier viel subtiler. Analytisch und langfristig, wirkungsvoll und vor allem authentisch und glaubwürdig bewegen sie sich auf weitem Feld: Celebrity Marketing, Product Placement und die RundherumOrganisation von Events als kreatives und strategisches Inszenieren von Marken, Produkten und den Prominenten selbst.

Stacy Keibler, Berenice Marlohe und Escada Chefin Megha Mittal

La Schiffer trägt Prada Zufall oder Kalkül? von Violeta Berisha

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Ganze Magazinseiten, Gemälde, Prosa und Lyrik an Litfasssäulen und Billboards an Bus- und Bahnstationen in Los Angeles, San Francisco, New York, London und Tokio erlauben kein Weitergehen und verstärken die Bedeutsamkeit des Gesehenen. Die enormen Werke und Installationen ziehen alle Blicke auf sich.

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unstwerke lassen sich im Louvre bewundern, sie hängen im Prado oder schaffen ihren Weg ins MoMa, unweit der 5th Avenue. Der Besucher schlendert von Gemälde zu Skulptur, hält kurz inne bei einer Installation und verstrickt sich womöglich bei einem Gläschen Champagner in ein künstlerisches Geplänkel. Der Gang in eine Galerie oder in ein Museum: ein bewusstes Erleben in bekannter Atmosphäre. Aber wie verhält es sich mit den Bildern, die täglich unsere Sinne flüchtig streifen? Jeder kennt es. Man rennt die paar Stufen von seinem Haus auf die Straße, an der ersten Laterne links, nächste Kreuzung rechts. Stehen bleiben, links und rechts schauen, den Gang des Verkehrs beobachtend, weiter geht’s. Mittlerweile sind vollkommen unbeachtet unzählige Bilder an uns vorbeigezogen. Wie viele Botschaften erreichen unser Gehirn nur im Unterbewusstsein oder gar nicht. Werbebanner in U-Bahn-Gängen und an Stationen rauschen durch uns hindurch, hinterlassen nur selten ihre Spuren. Auch vor Magazinen macht diese Art oder Unart nicht Halt. Wir durchblättern sie oft im Schnelldurchlauf und bleiben nur an markanten Bildern und einprägsamen Zeilen hängen. Informationsüberfluss und Reizüberflutung: moderne Erscheinungen unserer übermedialen Gesellschaft. Gönnen wir uns einen Moment des Innehaltens, so die Botschaft des Künstlerkollektivs THE THING. Gemeinsam mit der Premiumlinie Made & Crafted der legendären Jeans- und Kleidermarke Levis’s schufen zwei Kreativköpfe aus San Francisco, Will 34

Verweile

Rogan und Jonn Herschend, das interaktive Magazin „Moment to Moment“. Eine Hommage an die Besonderheit der Magazinkultur. Herausgekommen sind überdimensionale Installationen, die an Litfasssäulen und Billboards die neue Levi’s Made & Crafted Kollektion in ungewohntem Kontext präsentieren. Bewusstes Lesen und Betrachten, statt flüchtiger Kenntnisnahme. Täglich laufen wir an Werbebanner in U-Bahn-Stationen und Bushaltestellen vorbei. Hier eine neue Jeans gegenüber der neuen Stiefelkollektion für kommende kalte Wintertage. Oft brennt sich das Wahrgenommene nur flüchtig in unser Gedächtnis, viel öfter verrinnen die Bilder ins Nichts. Die kreativen Ideen und Designs des Projektes „Moment to Moment“ versuchen die ungeteilte Aufmerksamkeit des Betrachters für sich zu gewinnen. Schrift auf Beton, statt Worten auf Papier heißt es jetzt: Ganze Magazinseiten, Gemälde, Prosa und Lyrik an Litfasssäulen und Billboards an Busund Bahnstationen in Los Angeles, San Francisco, New York, London und Tokio erlauben kein Weitergehen und verstärken die Bedeutsamkeit des Gesehenen. Die enormen Werke und Installationen ziehen alle Blicke auf sich. Das Konzept basiert auf der Idee des Künstlers Dan Graham, der in den 60er Jahren Anzeigeplätze in Hochglanzmagazinen wie Harper’s Bazaar und Vogue nutzte, um seine eigene Kunst zu promoten. Damals mussten werbeträchtige Anzeigenplätze in Magazinen seiner Kunstvermarktung weichen. Wo normalerweise Beautyprodukte beworben wurden, fand sich das Abbild eines echten Dan Grahams. Nicht der gleiche, nicht ganz der umgekehrte Fall, der hier passiert: Der Flüchtigkeit des Momentes entgegenwirken ist das Ziel. Ein gleichermaßen wichtiges Element performativer


DESIGN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Präsentation von Levi‘s Made & Crafted mit THE THING Quarterly in Berlin

© Pascal Rohe

doch! Denn du bist so schön … Kunst und wirkungsvoller Werbung, stets zwischen Einmaligkeit und Ewigkeitsanspruch unruhig hin und her pendelnd. Der Titel des Projekts versteht sich als Reminiszenz auf den französischen Poeten Stéphane Mallarmé, der mit seiner Vorstellung eines dreidimensionalen Buches mit dem gewöhnlichen Leseverhalten brach, um für den Lesevorgang eine neue, performative Dimension zu schaffen. Für die Bedford Street Station in New York verpflichteten sie unter anderem die bildende Künstlerin Susan O’Malley, die Subway-Gänge zu gestalten. Ihre Sätze prangen als visuelle Mantras in einer urbanen Landschaft integriert. Die gewollt erzeugte Redundanz durch die sich ständig wiederholenden Aussagen führt das Leben als ein Hamster-im-Rad-Dasein vor. Aber die Veränderung des Gesehenen durch die Tageszeit, durch das Licht und nicht zuletzt durch die Tonalität des Sprechens bricht mit eben dieser Banalität. „You are all here awake and alive“. Subtile Momente schaffen Kapitel und fragmentarische Reihen von Starlee Kine, Schriftsteller und Radiomoderator. Sie brechen mit dem Alltag, wenn auch nur für einen kurzen Moment. In diesem kunstvollen Kontext eingebettet die Long Sleeve Fluxus Tees kombiniert mit der Pins Skinny Jeans, hier in rot, getragen von einem hübschen blonden Model. Und die beworbene neue Kollektion von Levi’s gewinnt nicht nur mehr Aufmerksamkeit, sondern vielmehr eine tiefer gehende, eine länger andauernde. 20 amerikanische Künstler und Schriftstel-

ler beteiligten sich an diesem Projekt als Maßnahme gegen langweilige Werbeflächen, die, schon oft gesehen, kaum noch Wirkung erzielen. Jonn Herschend und Will Rogan sind die kreativen Köpfe, die hinter THE THING Quarterly stehen, einer Zeitschrift, die regelmäßig in Form eines Objekts auf alltäglichen Gegenständen platziert erscheint. In Form eines Objekets zusätzlich auf nützlichen Gegenständen veröffentlicht wird. Bei jeder Ausgabe kooperieren sie mit anderen Unternehmen, Marken oder Institutionen. Für das gemeinsame Projekt „Moment to Moment“ mit Levi’s Made & Crafted steuerten die Künstler und Filmemacher zwei Videos bei, „Rock“ und „Bonsai“, in denen beide auf ihre ganz individuelle Art die Themen Momente und Zeit inszenieren. Wer bedient sich an wen? Versucht Mode etwas von der Ernsthaftigkeit der Kunst abzustauben oder bedient sich die Kunst des modischen Kommerzes? Wenn sich jemand ein Kunstwerk kauft, weil es farblich zu seinem Sofa passt, gilt er als Banause. Aber ist dem wirklich so? Der Diskurs über die Verdinglichung von Kunst führt an dieser Stelle zu weit – in Zeiten, wo Edvard Munchs „Schrei“ inflationär auf Postkarten gedruckt wird. Darum geht es hier aber auch nicht. Das Schärfen der Sinne, mit den gewohnten Verhalten von Aufnehmen und Rezipieren brechen und neue Wege der Wahrnehmung zu schaffen. Das ist das erfolgreich erreichte Ziel dieses Projektes.

Ausstellungsobjekte bei der Berliner Präsentation

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KUNST Quality 1/36 – Dezember/Januar 2014

Sinn

Pete Eckert lebt mit der Dunkeltheit. Durch eine Krankheit verlor der Amerikaner seine Sehkraft und doch ist es gerade die visuelle Welt, die er sich zu Eigen gemacht hat. Nach seiner Erblindung entdeckte der Bildhauer die Fotografie.

von Manuel Almeida Vergara

Früher haben Sie auch Holzschnitzereien angefertigt. Das wirkt im Grunde einfacher für eine blinde Person, schließlich konnten Sie Ihre Arbeiten erfühlen. Warum sind Sie von dieser Kunstform zur Fotografie gewechselt? Ich will mehr ausdrücken, als es mir mit den Schnitzereien möglich war. Ich brauchte eine Möglichkeit, detaillierter und vor allem schneller zu arbeiten. Dazu habe ich angefangen, mit Hilfe meiner Erinnerung und meines Tastsinns Fotografien zu inszenieren. Mit Hilfe meines Gedächtnisses erstelle ich Konzepte für Lichteffekte, die ich dann umsetze. Das Resultat ist eine Mischung aus Fotografie und Gemälde, die vor meinem inneren Auge entsteht. Diese Werke präsentiere ich dann Ihnen in der visuellen und hellen Welt. Die hauptsächliche Arbeit passiert also in Ihrem Kopf. Haben Sie dort ein klares Bild Ihrer Fotografien? Ich habe immer ein sehr klares Bild meiner Arbeiten vor meinem inneren Auge. Mache ich einen technischen Fehler, dann verändern sie sich ein wenig. Natürlich gibt es einige Unterschiede zwischen dem Bild in meinem Kopf und der gedruckten Version. Aber mein Verständnis von ihnen und die Kontrolle, die ich bei ihrer Produktion übernehme, lassen die beiden sehr ähnlich aussehen. Wie können Sie entscheiden, was Sie letztendlich fotografieren wollen? Hilft Ihnen jemand bei der Wahl des richtigen Motivs? Das ist ein ganz eigenständiger Prozess. Jemanden zu haben, der mir hilft, wäre wie Betrug. Es würde das Konzept verderben. Ich stehe für die Welt der Blinden, zeichne mit Licht, um von den Sehenden wahrgenommen zu werden. Ich weigere mich beim fotografieren Hilfe anzunehmen. Wenn jemand meine Kamera auch nur anfasst, entferne ich sofort den Film, um alles darauf zu zerstören. Und bei der Auswahl Ihrer Werke verlassen Sie sich auch nicht auf die Sehenden? Ich arbeite zwar mit großartigen Kritikern zusammen, letztendlich entscheide aber nur ich was gedruckt wird. Gute und auch schlechte Kritiken helfen mir dabei. Ich vergleiche das, was ich vor meinem inneren Auge gesehen habe mit ihren Beschreibungen. Bei meinen Ausstellungen spreche ich dann auch mit den Besuchern, ich liebe es mit Menschen über meine Arbeit zu diskutieren. Ich kann so den Betrachter, oder zumindest einen Teil von ihm aus der Galerie in den Prozess des Entstehens mitnehmen. Sind diese Beschreibungen sehr unterschiedlich? Die Menschen haben immer ihre eigene Meinung und ich nehme sie alle an, ohne mich zu beschweren. Die Beschreibungen variieren sehr. Aber auch Explosionen zersprengen meist auf eine berechenbare Art. Ich weiß, was ich geschaffen habe, suche nach Bestätigung und nach Fehlern gleichermaßen und akzeptiere unterschiedliche Ansichten.

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KUNST Quality 1/36 – Dezember/Januar 2014

„BC“ von Pete Eckert

Bild

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KUNST Quality 1/36 – Dezember/Januar 2014

Ist es schwierig, sich auf andere Sichtweisen und Geschmäcker zu verlassen? Ja, ich traue im Grunde nur meinem eigenen Geschmack, sammle aber wie gesagt viele Meinungen. Können Sie diesen Geschmack verschlagworten? Was ist die Essenz Ihrer Werke, worauf basieren sie? Überlegung. Ideen sind die Grundlage meines Spiels. Ich suche nach Wegen, die surreale Welt der Blinden auszudrücken. Unsere verbleibenden Sinne entwickeln sich über das normale Maß hinaus weiter. Ich arbeite mit ihnen und suche nach Symboliken, die unsere Blindheit ausdrücken. Und wie verbildlichen Sie diese Symbole? Was macht für Sie ein perfektes Bild aus? Wahrheit. Schönheit. Emotion. Geschwindigkeit. Leben. Was wollen Sie mit Ihrer Kunst noch erreichen? Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Momentan spiele ich mit dem Gedanken an Filme und experimentiere mit digitalen Geräten, die sind aber nicht gerade blindenfreundlich. Wohin mich die visuelle Kunst führen wird, weiß ich nicht, aber ich werde sicher meinen Spaß mit ihr haben. www.peteeckert.com

„SErEnE“ von Pete Eckert

„Ich SUchE NAch WEgEN, DIE SUrrEAlE WElT DEr BlINDEN AUSzUDrücKEN.“

„nEw BEginningS“ von Pete Eckert

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KUNST Quality 1/36 – Dezember/Januar 2014

„ElECtro man“ von Pete Eckert

„PantagES“ von Pete Eckert

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ACCESSOIRES Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Aus anderen Sphären In der griechischen Mythologie gab es die Vorstellung, dass die Erde der Mittelpunkt eines Himmelsgewölbes aus durchsichtigen Kristallschalen, einer großen Sphäre, sei. Nicht weniger geheimnisumwoben erscheint auch die „Sphären Clutch“ von Alexander McQueen. In unergründlich changierenden Grüntönen aus Plexiglas wirkt sie wie das perfekte Abbild der einzelnen Himmelsschalen vom Olymp, über den Äther bis zur Unterwelt. www.alexandermcqueen.com

Hüftgold Ausgefallenheit in Kombination mit Kunst, Mode und Schlichtheit. „Die wahre Macht liegt in der Fantasie“, so das Credo von Viktor & Rolf. Nach großen Erfolgen erweiterte das Designer-Duo aus Holland ihr Repertoire um Parfum, Schuhe und besondere Accessoires. Stets elegant und zeitgemäß lassen sie sich nur schwer einer Stilrichtung zuordnen. Sie setzen ganz auf Individualität und das Besondere: Hier trifft Rock‘n‘Roll auf Haute Couture und weiches Leder auf glänzendes Gold. Für eine perfekt goldene Mitte. www.viktor-rolf.com

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ACCESSOIRES Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Der Stoff aus dem Legenden sind Ein Rahmen aus Stuck, Rosen, Meerjungfrauen und jede Menge arabeske Verzierungen bilden einen überraschenden Mix fantasievoller Elemente, die Märchen erzählen. Klingt nicht unbedingt wie das typische Accessoire für den Mann, wird aber durch seine grafischen, schwarz-weißen Elemente zu einem Stoff aus dem Legenden sind. www.givenchy.com

Light Illusion Licht bietet die faszinierendsten Schauspiele. Es absorbiert, reflektiert, wirft Schatten oder lässt Dinge gar verschwinden. Diese Illusion wurde jetzt in einem Schuhdesign von Jimmy Choo eingefangen. Der Wellencharakter des Lichts wird holographisch erfasst und changiert in einem märchenhaften Wechsel zwischen violett und seegrün. www.jimmychoo.com

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INTERIOR Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Ramayana Als zweites indisches Nationalepos hat das „Ramayana“ eine lange Historie. Die Kunstdichtung soll bereits zwischen dem 4. Jahrhundert v. Chr. und dem 2. n. Chr. entstanden sein. In schönen Worten wird hier die fantastische Welt von Rama und Sita umschrieben. Eine tragische Liebesgeschichte mit Prinzen, Dämonen und Stiefmüttern, an deren Ende Sita eine Feuerprobe bestehen muss. Die Königstochter steigt auf den Scheiterhaufen, um dem zweifelnden Geliebten ihre Treue zu beweisen. Sita verbrennt nicht in den lodernden Flammen: gewonnenes Vertrauen und endlose Liebe schließen das letzte Kapitel der Geschichte. Auch der Skulpteur Marco Antonio Noguerón fühlte sich von dieser dramatischen Sage inspiriert und präsentiert für das spanische Porzellan-Haus Lladró eine auf 2000 Exemplare limitierte Figur der Liebenden. In detaillierter Bemalung und reichem Dekor wiegen sich Rama und Sita in trauter Zweisamkeit. Ein Happy End! www.lladro.com

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INTERIOR Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Hausarzt Der Arzttermin gehört im Allgemeinen nicht zu den freudvollen Seiten des Alltags. Der Besuch bei diesem „Mediziner“ gestaltet sich wiederum als äußerst angenehm: Seit 1999 kann der „House Doctor“ bei Problemen und Wehwehchen der eigenen vier Wände konsultiert werden. Die dänische Marke bietet dekorative Wohnlösungen für jeden Raum. Seinen eigenen Stil beschreibt der Familienbetrieb dabei als „provokant, persönlich und nicht übermäßig formell“. Mittlerweile arbeiten 35 Hausärzte an dem detaillierten Sortiment, das so ziemlich alles umfasst, was die kränkelnden Patienten zur Genesung gebrauchen könnten – vom minimalistischen Lampendesign bis zum stilisierten Nagel. Gute Besserung! www.housedoctor.dk

vis-à-vis

Gilt der kleine Bruder des Sofas, der „loveseat“ in kuschelig kleiner Größe, als Inbegriff des intimen Sitzvergnügens zu zweit, so fordert der Doppelsitz zum frontalen Augenkontakt. Hier hat man seinen Sitzpartner nicht neben, sondern vor sich. Kein anderes Möbelstück lädt offensiver zum Dialog ein. Der Designer Michael Jouannet weiß um die kommunikative Stärke dieses ungewöhnlichen Möbels und entwarf für Pouenat eine moderne Version des gepolsterten Klassikers. Ohnehin für seine Vorliebe für das kalte Material bekannt, präsentiert Jouannet auch diese Bank in schwarzem Metall. Für hitzige Diskussionen und liebevolle Süßholzraspeleien. www.pouenat.com

Du, die Wanne ist voll! Geht es um zeitgenössisches BadezimmerDesign, so kommt man um die italienische Marke Agape kaum umhin. Seit 1973 präsentiert das Label alles, was im Bad schön und praktisch ist: von Spiegel bis Stöpsel, von Schrank bis Schüssel. Dass weißes Porzellan längst nicht mehr die Hauptrolle spielen muss, beweist eindrucksvoll die „Woodline“. In natur, dunkler Eiche oder Teak präsentiert Agape hier ein rechteckiges Wannendesign, dessen Innenleben die Form eines Chaise Lounge nachzeichnet. Der besondere Clou: Das Stück ist keinesfalls für einsame Stunden gemacht, die großzügige Wanne bietet Platz für zwei! www.agapedesign.it

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TECHNIK Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

High-End-Kommunikation Sind Smartphones doch ohnehin begehrenswerte und recht kostspielige Begleiter des täglichen Lebens, so bilden die feinen Mobiltelefone von Vertu die unangefochtene Spitze der exklusiven Telekommunikation. 1998 von Nokia gegründet und 2012 vom schwedischen Finanzinvestor EQT übernommen, präsentiert die Marke an technischer Qualität und erstklassigem Design unübertroffene Handys. Auch die neue Constellation-Linie des Labels unterstreicht den luxuriösen Charakter des Hauses. Das Gehäuse aus hochwertigem Titan Grade 5 ist mit exquisitem Kalbsleder in schwarz, orange, himbeere, mocca oder cappucino überzogen. Der 4,3 Zoll große High Definition Screen wird von Saphirglas geschützt, das nur ein Diamant anzukratzen vermag. Der Service „Vertu Life“ verschafft dem distinguierten Besitzer Zugang zu ausgewählten Privatclubs oder exklusiven Events, auf denen Schnappschüsse mit der integrierten 13-Megapixel-Kamera gemacht werden können. Dass Vertu den guten Stil bis ins kleinste Detail verfolgt, beweist auch die perfekte Akustik des Smartphones: Die Klingeltöne wurden eigens vom London Symphony Orchestra eingespielt! www.vertu.com

Secret Service Tatort Privatwohnung: Alle 4 Minuten wird in Deutschland eingebrochen, kostspielige Wertgegenstände und geliebte Erinnerungsstücke werden gestohlen. Mit dem RWE SmartHome Sicherheitspaket haben Haus und Wohnung nun ihren persönlichen Bodyguard. Sensoren für Tür und Fenster sowie Bewegungsmelder des Rundum-Service bieten Schutz vor ungebetenen Gästen, der Rauchmelder vor verheerenden Bränden. Doch nicht nur Sicherheit, hat das System zu bieten. Die individuelle Temperaturreglung des RWE Smart Home bringt zusätzliches Wohlbefinden. Eine starke, technische Schulter zum Anlehnen! www.rwe-smarthome.de 44


TECHNIK Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Großes Kino Die Einen mögen‘s gruselig, die Anderen gefühlsbetont, komisch oder spannend. Ob fürs blutige Gemetzel oder die dramatische Romanze – der Fernseher ist aus kaum einem Haushalt wegzudenken! Vom schwarz/weiß-Bild mit ständiger Störung zum hochauflösenden KinoErlebnis zu Haus war es ein langer Weg, der heute in großformatigen Geräten modernster Technik gipfelt. Technisch ohnehin immer vorne mit dabei, präsentiert auch Samsung mit dem „UHD TV S9 Timeless“ das heimische Filmerlebnis in einer neuen Dimension: scheinbar freischwebend zieht der 85 Zoll große Bildschirm mit einer 4K Ultra High Definition-Auflösung quasi mitten ins filmische Geschehen. Ein technischer Gigant, der geradezu „Let me entertain you“ zu schreien scheint! www.samsung.com

Big Brother is watching you Spätestens seit der NSA-Affäre ist das Thema Datenschutz äußerst präsent. Auch die Firma Leitz verschreibt sich nun dem unbewachten Internet-Genuss. Durch Frontklappe und integrierter Schutzfolie der Marke wird das Geschehen auf dem Tablet vor neugierigen Blicken geschützt. Eher unwahrscheinlich, dass der indiskrete Sitznachbar in Café, Bahn oder Flugzeug ausgerechnet ein Mitarbeiter der National Security Agency ist, trotzdem verleiht Leitz einen angenehmen Schutz der Privatsphäre – zumindest von außen! www.leitz.de

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APPS Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsstress. Um genau diesen meistern zu können, präsentiert Ihnen QUALITY hilfreiche Apps rund um das Thema Geschenke, Geschichten und Glühwein.

CHRISTMAS LIST Um beim Geschenkekauf nicht den Überblick zu verlieren, erstellt Ihnen die App „Christmas List“ eine Übersicht zu Geschenken und Kosten. Damit Ihre Wahl auch geheim bleibt, lässt sie sich zudem vor neugierigen Blicken per Passwort schützen.

WEIGHTBOT - KOMMANDO GEWICHTSKONTROLLE Festtagspfunde: Einbildung oder Tatsache? Um dieser Grübelei zu entgehen, behalten Sie mit dem Weightbot Roboter Ihr Gewicht immer im Blick und definieren Ihr persönliches Ziel. Fortschritte und auch Rückfälle lassen sich anhand von Diagrammen verfolgen.

WEIHNACHTSMÄRKTE Damit Sie schnell und unkompliziert mit einem Glühwein in Festtagsstimmung kommen, bringt Sie diese App direkt zum nächstgelegenen Weihnachtsmarkt und informiert Sie über Öffnungszeiten und die lokalen, typischen Besonderheiten.

MEIN IPHONE SUCHEN Mit dieser App finden Sie jedes im Weihnachtsstress verloren gegangene iPhone wieder. Voraussetzung die Anmeldung bei iCloud. Die App lokalisiert das verlorene oder nur verlegte Handy und unterstützt Sie durch einen lautstarken Signalton beim Wiederfinden.

WEIHNACHTSGESCHICHTE AM KAMINFEUER Diese App lässt Kinderaugen strahlen. Mit Kaminfeuer inklusive Knisterton stimmungsvoll inszeniert, präsentiert die App spannende Hörbücher wie beispielsweise „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens.

MERRY CHRISTMAS Um (fast) allen Menschen weltweit „Fröhliche Weihnachten“ wünschen zu können, übersetzt Ihnen die „Merry Christmas“ App den Gruß in (fast) alle gewünschten Sprachen. Außerdem können Sie sich das Ergebnis auch anhören, um einen perfekt weihnachtlichen Eindruck zu hinterlassen.

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Blacklight Neon Illuminator

ABSOLUTE NAVIGATION | Introducing the GA-1000

g-shock.de


BEAUTY Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

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Auguri

aclett, Bleigießen, Wunderkerzen – jedes Jahr werden die gleichen Rituale zum traditionellen Übergang ins neue Jahr vollzogen. Sind wir an groteske Figürchen aus geschmolzenem Blei und in kleinen Pfännchen brutzelnde Leckereien längst gewohnt, überraschen fremde Länder mit versteckten Bräuchen zum Jahreswechsel. Spanier bauen für die guten Neujahrswünsche auf die Weintraube: zu jedem Glockenschlag bei Mitternacht stecken sie sich hastig eine Traube in den Mund und es darf sich etwas gewünscht werden, Verschlucken bringt Unglück. In Anbetracht der Finanzkrise ziemlich verdächtig, dreht sich Neujahr in Griechenland ums Glücksspiel. Neben dem Casino-Besuch stehen auch Karten- und Würfelspiele in privater Runde auf dem Neujahrsprogramm der Griechen. Vom Abend des 31. Dezember bis zum Sonnenaufgang am 1. Januar wird hier gezockt. Wer gewinnt hat auch im neuen Jahr kein Pech zu erwarten, für die Verlierer bleibt nur ein Hoffen auf das Glück in der Liebe. Dem lustvollen Charakter des Landes entsprechend, spielt in der italienischen Silvesternacht die Verführung eine glückbringende Hauptrolle: Am letzten Tag des Jahres tragen Lei und Lui rote Unterwäsche. Die Dessous, die als Geschenk zum Träger gelangt sein müssen, versprechen sinnliche Stunden im Neuen Jahr. Mit der ersten Minute nach Zwölf soll Dank der roten Höschen auch das Glück Einzug halten. Angeblich wussten schon die alten Römer um die Wirkung dieses aphrodisierenden Brauchs. Andere Quellen besagen, dass Marco Polo die Tradition, genau wie die Nudel, von einem seiner vielen Asienreisen mitbrachte. Traditionsbewusste Chinesinnen, die im Jahr des Pferdes geboren wurden, tragen das gesamte Jahr hindurch rote Wäsche. Die Dessousmarke La Perla ist seit 60 Jahren für den geschickten Spagat zwischen Tradition und Moderne bekannt und findet auch hier zu ihren distinguierten Wurzeln. Zwar ließ sich Chefdesigner Giovanni Bianchi in Form, Farbe und Detail in dieser Saison von Spanien inspirieren und widmete die Kollektion dem rassigen Land, trotzdem wird gerade der abergläubische Italiener in dieser Saison bei La Perla fündig: In verheißungsvollen Nuancen von Purpur bis Rubin verführt die Marke aus Bologna diesen Winter mit vielversprechenden Dessous für die Silvesternacht. 5, 4, 3, 2, 1 … Buon Anno! www.laperla.com

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von Manuel Almeida Vergara


Die Dessousmarke La Perla steht seit 60 Jahren f端r den geschickten Spagat zwischen Tradition und Moderne.

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AUSSTELLUNGEN Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Momentaufnahme Leben

Mick Jagger, Frankfurt am Main, 1970 © Barbara Klemm

Momentaufnahmen in starker und authentischer Bildsprache. Mit ihrer Kamera fing Fotografin Barbara Klemm subtil die Emotionen wichtiger, historischer Ereignisse ein. Schwarz-weiß Aufnahmen, die berühren. Der Martin-Groupius Bau Berlin präsentiert mit jenen Bildern geschichtlich oder gesellschaftlich relevante Wendepunkte der letzten 45 Jahre. Von Studentenaufnahmen über Bürgerinitiativen, bis hin zu einprägsamen Portraits von Künstlern und Musikern wie Andy Warhol oder Janis Joplin – Dokumentarjournalismus in künstlerischem Gewand! Barbara Klemm. Fotografien 1968-2013 16. November 2013 bis 19. März 2014 Martin-Groupius-Bau Berlin Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin

Revolutionär Plakative Erotik gepaart mit surrealistischen Elementen, Witz und einer gehörigen Portion Charme. Mit seiner Neudefinition von Modefotografie galt Guy Bourdin in den 70er Jahren als Revolutionär. Schon vor Zeiten digitaler Bildbearbeitung überzeugten Bourdins Arbeiten mit kraftvoller Farbigkeit. Er schminkte nicht nur seine Modelle, sondern ließ auch Meer und Bäume einfärben. Ein Perfektionist par excellence! Dem Meister der Provokation widmen die Deichtorhallen Hamburg eine gebührende Ausstellung und zeigen sein Gesamtwerk in einer Retrospektive. Eine Gratwanderung zwischen Erotik, Tod, Mode und Schönheit!

1954 © The Estate Guy Bourdin: o.T.,

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of Guy Bourdin, 201

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Guy Bourdin Retrospektive 1. November 2013 bis 26. Januar 2014 Deichtorhallen Hamburg, Haus der Photographie Deichtorstraße 1-2 20095 Hamburg

Pentax-Kalender 1981. Asahi Optical Company Limited. Tokyo, Japan © The Estate of Guy Bourdin, 2013


Isabella Blow, 1997 © Mario Testino

Remember!

Alexander McQueen and Isabella Blow, 1996 © David LaChapelle Studio Inc

Kreativität kennt keine Grenzen! Alexander McQueen, Philip Treacy und Julian McDonald – sie alle zählen Modeikone Isabella Blow zu ihrer persönlichen Entdeckerin und Mentorin. Nach ihrem tragischen Selbstmord im Jahr 2007, bewahrte Daphne Guinness die schillernden Kleider und das Lebenswerk ihrer Freundin auf. Nun zeigt die Isabella Blow Foundation in Kooperation mit dem Central Martins College den besonderen Spirit, der noch heute in ihren Kleidern weiterlebt. Neben den über 100 unerschrockenexperimentierfreudigen Ensembles, zählen besonders die Fotografien von Nick Knight zu den Highlights. Denn wer könnte Alexander McQueen gekonnter als Schneewittchen in Blow-Couture in Szene setzen als Knight?

Qui qu`a vu Coco? Wie keine andere prägte Coco Chanel die Mode des 20. Jahrhunderts und trug dabei wesentlich zur Entwicklung der französischen Hauptstadt als Modezentrum bei. Dabei avancierten das typische Chanel Tweed-Kostüm und das kleine Schwarze zu zeitlosen Modeklassikern und verschafften dem verschränkten Doppel-C bis heute unsagbaren Ruhm. Das Gemeentemuseum Den Haag widmet sich nun mit der Ausstellung „Chanel: Die Legende“ der berühmten Modeschöpferin. Zu den Highlights zählen Chanel-Kostüme von Ikonen wie Romy Schneider und Marlene Dietrich. Chanel: Die Legende 12. Oktober 2013 bis 02. Februar 2014 Gemeentemuseum Den Haag Stadhouderslaan 41 2517 HV The Hague, Niederlande

Isabella Blow: Fashion Galore! 20. November 2013 bis 2. März 2014 Somerset House London Strand London WC2R 1LA

Coco Chanel, FPG - Getty Images Karl Lagerfeld für Chanel, Zomer 2001, Foto: Christin Losta, Collectie Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Duitsland © Draiflessen Collection, Mettingen

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BEAUTY Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Eye Contact Anstrengende Arbeitstage oder lange Nächte hinterlassen unübersehbare Spuren: Make-Up und besonders Lidschatten setzen sich ab, unschöne Ränder und Ablagerungen entstehen. Shiseido kreierte nun einen Cremelidschatten mit dem sich dieses Beauty Malheur vermeiden lässt. Schimmernde Pigmente versprühen Lebendigkeit und ein intensiver Glanz bleibt den gesamten Tag erhalten. Mit verschiedenen Tönen wie Lemoncello, Esmeralda oder Nightfall wird die Kraft des Augenaufschlages zelebriert. www.shiseido.de

ALLERHAND! Auch unsere Hände möchten königlich verwöhnt werden. Besonders im Winter leiden sie unter großer Trockenheit. Royal Apothic schafft mit mikroniziertem Distelöl Abwehr. Die nostalgisch angehauchten Cremes spenden tiefenwirksame Feuchtigkeit und eignen sich für besonders trockene Hände, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen. Jederzeit bereit für einen majestätischen Handkuss. www.royalapothic.com 52


BEAUTY Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Caviar Performance Romantik liegt in der Luft! Beim ersten Rendezvous möchte Frau jeden Alters stets strahlend und frisch wirken. Um einen makellosen ersten Auftritt zu garantieren, entwickelte ARTDECO eine besondere Pflegeserie. Mit der Linie Caviar Performance werden alters- und sonnenbedingte Pigmentflecken abgemildert und vorgebeugt. Das Brightening Perfecting Serum bildet dabei die perfekte Ergänzung zur täglichen Pflege. So steht der neuen Liebe, zumindest aus kosmetischer Sicht, nichts mehr im Wege. www.artdeco.de

Lippenbekenntnis In diesem Winter sind Lippen so verführerisch wie zu Marilyn Monroes Zeiten. Ganz im Sinne dieser Erotik präsentiert sich die L’Absolue Velours Linie von Lancôme in brillant leuchtenden, verführerischen Rottönen. Während der klassische Lippenstift oft eindimensional auf der Haut liegt, konzentriert sich der neue Samtton auf die Farbkraft und kombiniert die Auftragetechnik eines Glosses mit der Deckkraft und dem Halt eines Lippenstiftes. Dabei enthält L’Absolue Velours sechsmal mehr leuchtende Pigmente, als ein Gloss. Lippen, so samt und sinnlich wie nie! www.lancome.de

Flower of Romance Kaum eine andere Blume symbolisiert Liebe und Romantik wie die Rose. Auch das Modehaus Chloé verschrieb sich vor fünf Jahren für die Kreation seiner ersten Fragrance den Duftaromen der Rose und steht bis heute für „Neo Romantic“. Mit jugendlicher Frische verströmt Chloé Roses den Duft von Maiglöckchen, Amber und Zitrusnoten. Ganz im Stil des Originals brilliert der Flakon durch eleganten Schliff. Die Rosefarbene Schleife setzt einen verspielt femininen Akzent. www.chloé.com 53


WELLNESS Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Im Schwitzkasten Die skurrilsten Saunen der Welt Wir tun es täglich beim Sport, in hektischen Situationen und unter der sengenden Sommersonne: Schwitzen. Für manch einen eine unangenehme Laune der Natur, für den anderen das pure Vergnügen. Der fest verankerte Saunen-Kult hat sich mittlerweile weltweit verbreitet. Vom türkischen Schwitzbad Hamam bis hin zur 200 Grad heißen Kohlesauna in Korea. Ganz schön heiß sind auch die folgenden skurrilen Saunen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

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WELLNESS Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Heißer Ofen auf dem Wasser

Das Saunaschiff M/S Glöskar Finnland und seine einmalige Naturlandschaft gehören ebenso untrennbar zusammen wie Finnen und Saunen. Wie tief verwurzelt beides in der finnischen Kultur ist, davon zeugt ein verwunschenes, kleines Hausboot auf dem See Larsmo. Von weitem erscheint die M/S Glöskar als normales Boot, das sich erst aus der Nähe betrachtet als schwimmende Sauna entpuppt. An warmen Sommertagen sollte man das Hausboot mieten und quer durch das Naturschutzgebiet Sieben-Brücken-Schärenstraße schippern. Bis zu 20 Personen können dabei gleichzeitig schwitzen und sich danach direkte Abkühlung in der kalten See verschaffen. Die kleine Grillstelle auf dem Boot garantiert die kulinarische Versorgung. Nach Entwürfen der Besitzer eines kleinen Ladens mit Restaurant und Café in dem Dorf Larsmo gebaut, ist es damit das Einzige seiner Art. Näher lässt sich eine Symbiose aus Natur und Erholung nicht erfahren. www.strandis.fi

Das große Schwitzen

Wo würden Sie die größte Sauna der Welt vermuten? In Norwegen, Kanada oder etwa am Fuße des Himalaya in China? Weit gefehlt, denn die größte Sauna befindet sich laut Guinness in Sinsheim, einem sehr beschaulichen Fleck Erde in Baden Württemberg. Sie ist ein Teil der Badewelt und Saunalandschaft Sinsheim und umfasst ganze 166,10 qm. Verstärkt wird die beeindruckende Größe durch das Panoramafenster, das sich hinter einem Aquarium mit gold-schimmernden Kois befindet und der Sauna, inklusive japanisch angehauchtem Interieur, den Namen Koi-Sauna einbrachte. Auch sonst ist die Saunalandschaft in Sinsheim mit neun unterschiedlichen Themensaunen sehr ungewöhnlich. Die Kino-Sauna zeigt während des Saunierens Hollywoodfilme, die Tropen-Sauna hat eine eigene Vogelvoliere, inklusive exotischer Vögel, während das Wiener Kaffee Haus mit echten Wachmachern und einem Guten-Morgen-Aufguss mit Düften von Kaffee, Amaretto und Vanille punktet. Natürlich darf auch die klassische Sauna nicht fehlen. Im Holzstadl wird mit klassischen Düften wie Fichtennadel und Zedernholz bis zu 90 Grad aufgeheizt. www.badewelt-sinsheim.de 55


Wie im Fluge

Unten blaue Piste, oben blauer Himmel, ein eindrucksvolles Panorama bietet sich dem Reisegast der finnischen Seilbahn im lappländischen Wintersportgebiet Ylläs Fäll. Von Skibekleidung und -ausrüstung sollte bei Betreten der hölzernen Gondel jedoch abgesehen werden – die 15-minütige Fahrt bis zur Bergstation auf 718 m Höhe reicht weit über das Aufwärmen der eingefrorenen Finger- und Fußspitzen hinaus. Bis auf 80-100 °C erhitzt ein elektronischer Ofen den komfortablen Innenraum, der experimentierfreudige Saunagänger durch den paradiesischen Winter Lapplands bringt. Oben angekommen können sich die Schöngeschwitzten nach finnischer Façon zur Abkühlung im Schnee wälzen. Wer das konventionelle Beautyritual bevorzugt, findet im „Café Gondel“ mit wohltuenden Duschen, Saunen und einem romantischen Kaminzimmer absolute Entspannung. www.yllas.fi

Abgetaucht

„Unsere größte Herausforderung ist es, Träume wahrzumachen“, sagt das schwedische Unternehmen über sein ausgefallenes Saunakonzept. In der Tat ist aus der Zusammenarbeit mit dem Royal Institute for Technology in Stockholm ein beeindruckend surreales Entspannungserlebnis entstanden. In den Fjorden der skandinavischen Schärtenlandschaft können Saunaliebhaber ihr Dampfbad in freischwimmenden Luxuskajüten genießen. Panoramafenster gewähren einen geheimnisvollen Ausblick in die verborgene Welt jenseits der Wasseroberfläche. Die sanft wiegende Unterwassersauna beruhigt, entspannt und regeneriert Körper und Geist. Eine exklusive Auszeit in stilsicherem, schwedischem Design – traumhaft! www.nordicmarineliving.com 56


WELLNESS Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Über den Wolken

Traditionell gesehen steht Après-Ski vor allem für Skihütten, Alkohol und Discjockeys. Wer nicht darauf angewiesen sein will, sich die Kühle der Alpen warm zu trinken, ist als Gast in der Schutzhütte „Schöne Aussicht“ perfekt aufgehoben: 2.845 Meter über den Tiroler Dächern steht mitten im Freien die höchst gelegene Sauna Europas. Schwitzen mit Aussicht ist hier Programm, umgeben von den immer weißen Gletschern des Hochjochs. Ein Superlativ jagt das nächste, denn die Sauna wurde in Lappland gefertigt, per LKW eingefahren und anschließend mit einem Helikopter auf die Hütte gebracht. So heiß lassen sich die Ötztaler Alpen nirgendwo erleben und bei zu viel Hitze sorgt der angrenzende Freiluftpool für Abkühlung. www.goldenerose.it

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INTERIOR Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Wohlriechende Aromen kreieren eine heimelige Atmosphäre und verwandeln unser Zuhause in ein olfaktorisches Wunderland. Die magische Zusammensetzung von Wachs, Duft und Farbe wird dabei von vielen Firmen wie Floris, Diptyque oder Acqua di Parma zelebriert.

DUFTreiz

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Foto: Holger Homann

Auf seiner Seite www.scentury.com zeigt Helder Suffenplan spezielle Düfte im kulturellen Kontext.

von Stephanie Baumgärtner

Ganze 24 Stunden dauert die aufwändige Fertigung einer Acqua di Parma Kerze. Die Liebe liegt im Detail!


INTERIOR Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Noch heute, über 280 Jahre nach dem Karrierebeginn von Gründer Juan Floris, gilt das gleichnamige Unternehmen als Spezialist auf dem Gebiet Duftreiz.

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ange Arbeitstage, kalte Winternächte – wenn die Sonne schon früh am Horizont versinkt und uns die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben scheint, wird es Zeit für Entspannung: Wohlriechende Aromen kreieren eine heimelige Atmosphäre und verwandeln unser Zuhause in ein olfaktorisches Wunderland. Flackerndes Licht und sinnliche Duftnoten vermögen in fremde Welten zu versetzen und führen gleichzeitig an Orte voller Erinnerungen. Das erste Rendezvous, die eigene Hochzeit oder der erdige Geruch von frischem Gemüse aus Omas Garten – einprägsame Erlebnisse, bei denen ein ganz besonderer Duft in der Luft lag. Wenn bekannte Düfte an unseren Nasen vorbeiziehen, beginnen unsere Synapsen sich zu verknüpfen. Wir träumen uns in die Vergangenheit oder in andere Welten unserer Phantasie. Eine nostalgische Duftreise beginnt, der

sich auch Helder Suffenplan verschrieben hat. Auf seiner Seite www.scentury.com zeigt er spezielle Düfte im kulturellen Kontext und lässt Persönlichkeiten aus Design, Kunst und Kultur sprechen: Geschichten und Assoziationen zu ihren persönlichen Parfums. Scentury nutzt die Macht der Erinnerung, um uns Düfte zugänglicher zu machen. Gerne würden wir dabei den Erinnerungen von Schauspieler Johnny Depp bei Kerzenschein lauschen. Bekannt für seinen Spleen, zu jeder Tagesund Nachtzeit Duftkerzen brennen zu lassen, gilt er als wohl bekanntester Liebhaber der aromatischen Lichtquellen. An was ihn die favorisierten Noten von Lavendel und Gewürzen erinnern, bleibt leider ein Geheimnis. Die magische Zusammensetzung von Wachs, Duft und Farbe wird dabei von vielen Firmen wie Floris, Diptyque oder Acqua di Parma zelebriert. Im Jahr 1730 gelangte Juan Famenias Floris von seiner Heimat Menorca nach England, wo er seine Karriere als Barbier in London startete. Schmerzlich vermisste er die mediterranen Aromen seiner Heimat und machte sich

daran Erinnerungen durch Düfte, Öle und Essenzen aufzufrischen. Ein Duftgenie war geboren. Es dauerte nicht lange, so stattete das heute renommierte Unternehmen auch das britische Königshaus mit seinen Produkten aus. Noch immer gilt Floris als Lieferant der Royal Family. Auch bei Acqua di Parma wird die flüssige Zusammensetzung von Wachs, Duft und Farbe nahezu zelebriert. Ganze 24 Stunden dauert die Fertigungszeit einer einzigen Kerze. In verschiedensten Variationen wie Rose Buds, Tea Leaves, Red und Gold Berries gelten die Flower Candles als wachsgefasste Edelsteine. Wenn Stress in der Luft liegt und uns der Alltag stinkt, möchte Ruhe in den eigenen vier Wänden genossen werden. Die Flucht in die aromatische Duftglocke schafft einen perfekten Rückzugsort und beweist: Parfümierte Kerzen sind längst nicht mehr nur den Esoterikern vorbehalten.


SCHMUCK Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Sags mir, Dior! Gerade in der gedankenversunkenen Stimmung des ausgehenden Jahres erfreut sich die Astrologie größten Interesses. Hoffnungsvoll werden Jahreshoroskope studiert und gute Wünsche für die Zukunft ausgesprochen. Auch Christian Dior greift jetzt nach den Sternen: mit „Tell me Dior“ präsentiert die Marke eine Linie an Kettenanhängern, jedes einem Tierkreiszeichen gewidmet. Goldfarbenes Metall und feine Glasperlen finden zu zwölf stilisierten Figürchen zusammen, die an den romantischen Hang Christian Diors zum Aberglauben erinnern. www.dior.com

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Herz an Herz Modernität zeichnet die Handschrift von Annika Inez aus. Klare Linien und schnörkellose Designs sind stilistischer Kern der Modeaussage ihres New Yorker Schmucklabels „By Boe“. Dabei findet die gebürtige Schwedin doch immer wieder Platz für verspielte Romantik. In ihrer aktuellen Kollektion präsentiert Inez ein Paar beweglicher Ohrringe in der Silhouette des unumstößlichen Symbols für die Liebe: bei jeder Bewegung ihrer Trägerin geraten die klopfenden Herzen tänzelnd außer Takt. www.byboe.com


SCHMUCK Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Die Uhr schlägt zwölf Benannt nach jenem sagenhaften Schwert, das König Artus als treuer Begleiter in glänzendem Silber zur Seite stand, präsentiert Roger Dubuis die mystische Linie feingliedriger Uhrenmodelle „Excalibur“. Auch Artus menschliche Weggefährten ehrt die Schweizer Marke mit einem eigenen Modell: jede Ziffer der „Excalibur Table Ronde“ wird von einem Ritter der Tafelrunde in rotgold bewacht. Das Gehäuse schimmert fein rötlich im selben Material. Das schwarze Armband wurde aus Alligatorenleder handgenäht. Königlich. www.rogerdubuis.com

La Bohème Das Fernweh hat viele Facetten. Ben-Amun verleiht der sehnsuchtsvollen Emotion ein glanzvolles Gesicht: Die New Yorker Marke erzählt gleichermaßen von der Begierde nach vergangenen Zeiten wie von der Faszination der weiten Welt. Die großzügigen Schmuckstücke des Labels bedienen sich fremder Kulturen und nostalgischer Stimmung. Diese Saison erzählt Isaac Manevitz mit arabischer Pracht und nostalgischem Charme von einem lustvollen Moment der Bohème: kunstvoll und verschwenderisch, romantisch und frei. Damit beweist Manevitz einmal mehr, dass er der Anlehnung seines Markennamens an den ägyptischen König „Tutanchamun“ gerecht wird und stilisiert „Ben-Amun“ zur Personifikation königlicher Opulenz. www.ben-amun.com

Statussymbol Galt der Armreif einst als Schutzschild für Jäger und Krieger, entwickelte er sich im Laufe der Zeit zu einem Symbol adliger Abstammung und einhergehender Macht seines Trägers. Zwar ist der Armreif heute längst nicht nur Königinnen, Gräfinnen, Baroninnen und Co. vorbehalten, trotzdem avancieren die kleinen Begleiter zu den liebsten Schätzen einer Frau. Der mit Brillanten besetzte Cuff von Bucherer weiß, von gutem Geschmack und einer Passion für das Prunkvolle zu berichten. Funkelnd wie aus Tausend und einer Nacht bringt er jede Frau zum Strahlen – innerlich wie äußerlich. www.bucherer.com 61


SHOPS Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Parfüms umgab schon immer etwas Geheimnisvolles. Um sie ranken sich Abenteuer und Legenden, die von Königinnen, Revolutionen, Verführung und Leidenschaft erzählen. Mit Düften Geschichten erzählen will auch Marija Aslimoska, die Besitzerin der Parfumarija (ausgesprochen „Perfume Maria“), der ersten irischen Nischenparfümiere in Dublin. Schon in den geräumigen Schaufenstern baumeln kleine Parfümfläschchen und laden zum Verweilen und Träumen ein. Im Bruch mit den klinischen Details der Kacheln und silbernen Stahlregalen, schaffen die zarten Lavendeltöne ein sensibles Design und geben den exklusiv ausgesuchten Parfüms ein harmonisches Zuhause. www.parfumarija.com 62

smell so well

Art Bakery

Aufmerksamkeit erregen, das ist das oberste Prinzip des modernen Einzelhandels. Doch gilt das auch für eine Bäckerei? Diese Frage stellte sich das Architektenteam von Paulo Merlini, als sie im Herzen der Stadt Porto in Portugal einen Auftrag zur Gestaltung eines Backstores erhielten. Noch bevor die ersten Zeichnungen angefertigt wurden, besuchten sie ähnliche Orte und Gebäude, analysierten sie und suchten nach Fehlern, die es zu verbessern galt. Das Ergebnis: ein ganz neues Bäckerei-Konzept. Dabei wurden drei unterschiedliche Ambiente angelegt, angepasst an die verschiedenen Tagesstimmungen. Der Gast hat freie Platzwahl, seiner Befindlichkeit entsprechend. Getrennt werden die einzelnen Bereiche durch Holzpaneele, die eine wellige Zimmerdeckenstruktur bilden und an das Topping von Kuchen erinnern, was unterbewusst Lust auf Kuchen macht. Eine innovative Design-Bäckerei mit Wirkung. Gondomar, Porto – Portugal


SHOPS Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Fall in Love Madonna weiß es schon lange: „Schuhe sind besser als Sex, denn Sie sind dauerhafter.“ Es wurde wohl nie statistisch festgehalten, aber fast jede Frau liebt ihre Schuhe mehr als ... Das überlassen wir lieber der individuellen Sicht. Schuhe passen immer, denn anders als Kleidung haben sie, einmal gekauft, ein Leben lang die passende Größe. Eine Hommage an diese Romanze ist das Schuhgeschäft von Charlotte Olympia in London. Hier gibt es Schuhe soweit das Auge reicht: sie hängen von Decken und Wänden, stehen auf Tischen und nehmen sogar die Form eines Telefonhörers an. Im gemütlichen Retro-Chic, das an ein Wohnzimmer aus den 50er Jahren erinnert, lässt sich ganz in Ruhe nach der Liebe seines Lebens suchen. www.charlotteolympia.com

Der Showroom des tschechischen Designer Duos Alešbáry lässt sich sowohl auf wenige Worte als auch auf wenige Möbelstücke reduzieren: Ein Regal, zwei Tische und aneinander gesteckte Neonröhren, an denen ihre Fashion-Designs hängen – Minimalismus in Reinkultur. In der Reduktion findet der gehetzte „Shopper“ die Ruhe, sein Hauptaugenmerk ganz auf die Kleidung zu richten. So soll es sein! www.alesbary.cz

Minimal

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FOOD Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Die Andraschkos kennen die Lieferanten und die Plantagen-Betreiber persönlich, denn es ist ihnen wichtig, dass die Lieferanten die Produkte genauso gut behandeln, wie ihre Mitarbeiter.

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er erste Espresso wurde gereicht und an meinem Gaumen ergoss sich ein honig-samtiger Aromenstrom, voller Würze und von beachtlicher Dimension.“ In diesem Moment mutierte der Berliner Spitzenkoch Tim Raue vom Teetrinker zum Kaffeetrinker. Was ist das für ein unglaublicher Espresso, der selbst einen nicht Kaffee affinen Spitzenkoch so beeindrucken kann? Eine Espresso-Kreation der Andraschko Kaffee Manufaktur in Berlin. Willy und Elisabeth Andraschko stellen diesen Kaffee mit Leidenschaft her, und diese Leidenschaft ist verständlich, wenn man bedenkt, dass die gebürtigen Wiener passionierte Kaffeehausgänger sind. Gerade Willy Andraschko soll die Wiener-Kaffeehaus-Kultur besonders ausgiebig gelebt haben, und er tut es auch heute noch. Die Eröffnung des Café Einstein, in dem Willy Andraschko schon bald mit individuellen Kaffeeröstungen begann, markiert den Auftakt seiner Karriere. Wie immer, wenn Leidenschaft zum Beruf wird, ist das Potential zur Spitzenqualität gegeben und dies ist hier definitiv der Fall. Bei der Herstellung der aromatisch duftenden Kaffeesorten, wird jedes einzelne Glied der Produktionskette berücksichtigt, kontrolliert und bedacht. Beginnend mit der Entstehung der Kaffeebohne. Hier kennen die Andraschkos die Lieferanten und Plantagen-Betreiber persönlich, denn es ist ihnen wichtig, dass die Lieferanten die Produkte genauso gut

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behandeln, wie ihre Mitarbeiter. Bei Kaffeebohnen verhält es sich wie mit Weinen: Jahrgang, Lage, Wetter und Verarbeitung haben allesamt großen Einfluss auf den Geschmack. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Röstung. Die Andraschkos orientieren sich dabei an der bewährten und traditionsreichen Triestiner Röstung. Dafür haben sie sich oft auf Reisen begeben, um immer wieder ihre Herstellungsrezepte zu verfeinern. Es wird nicht nur auf Tradition gesetzt. Die neue Generation von Kaffeeproduktion setzt ganz nach amerikanischer Art auf heller geröstete Singles. Das bedeutet, es werden nur noch Bohnen derselben Plantage verwendet, anstatt diverse zu mischen. So werden Tradition und moderner Zeitgeschmack zusammengebracht. Wer jetzt denkt, dass es sich bei der Andraschko Kaffeeproduktion um einen dieser großen seelenlosen Produktionsfirmen handelt, liegt vollkommen falsch. Im vierten Stock eines alten Berliner Backsteingebäudes stehen die Jutesäcke mit den frisch gelieferten Bohnen zur Röstung bereit. In Trommel-Röstmaschinen wird ihnen eingeheizt und dann geht es ab in die Versuchsküche: Zum Testen, Verfeinern und Genießen. Dem Geschmack von Tim Raue als Andraschko-Kaffee Genießer, folgen auch seine Kollegen Tim Mälzer und Sarah Wiener. Das berühmte Restaurant Grill Royal, sowie das neue Waldorf Astoria in Berlin sind ebenfalls treue Andraschko-Kaffee-Anhänger. Höchste Zeit, dass auch wir diesem Kaffee verfallen. QM-Red. www.andraschkokaffee.de


FOOD Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

KÜSS DIE HAND! Bei der Herstellung der aromatisch duftenden Kaffeesorten, wird jedes einzelne Glied der Produktionskette berücksichtigt, kontrolliert und bedacht. Beginnend mit der Entstehung der Kaffeebohne.

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MOTION Quality 1/36 – Dezember / Januar 2014

Sportlich unterwegs Je schneller desto besser: dieses Gebot gilt seit jeher im Motorsport. Auch im Skisport mittlerweile ein Credo. Begnügte man sich noch vor 4000 Jahren mit den zwischenzeitlich wieder aktuell gewordenen Yeti-Boots, erreichen professionelle Skifahrer heute eine Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h.

Fast olympische Ringe Audi als Sprungbrett für junge Snowboardtalente mag für viele vorerst suspekt klingen. Aber Audi Snowboard Series ist mittlerweile eine der wichtigsten Nachwuchstouren Europas im Snowboardbereich. Auf dem Glacier 3000 fand im November der Slopestyle Open statt, der jungen Snowboardern auf dem Weg an die internationale Spitze auf die Sprünge hilft. Einen rasanteren Support kann man wohl kaum erwarten! www.audi.ch

Go for speed

Audi A8LW12 quattro

Skier dienen heutzutage nicht nur der Fortbewegung, vielmehr müssen sie auch einem ästhetischen Check standhalten. Das beweist der deutsche Automobilhersteller Audi. Mit Carbon Ski concept entwickelte Audi hochwertige Skier im puristischen Design. Hergestellt aus erstklassigem Carbon, kann sich jeder Wintersportler in St. Moritz sehen lassen. Die technische Qualität erlaubt die sichere Abfahrt (fast) jeder Piste. www.audi.ch 66


Eiskalt Bentley

Luxus, Geschwindigkeit und ein Höchstmaß an Komfort: dafür steht der britische Automobilhersteller Bentley. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine standesgemäße Fortbewegung im Schnee zu garantieren. In Kooperation mit der Schweizer Ski-Manufaktur Zai entwickelte Bentley für die Wintersaison Luxus-Skier, die auf 250 Stück limitiert ein einzigartiges Fahrgefühl versprechen. Wie alle Zai Skier wird auch hier das Komplettpaket aus Skistöcken, Skiband und Skitasche geboten und ist dabei Bentley-verliebt en Detail: Die Leder-Griffe sind handgenäht, mit dem Bentley B bestickt und selbst das Innenfutter der Tasche ist im typischen „Bentley-Stil“ abgesteppt worden. Die perfekte Begleitung für alle Liebhaber des noblen Fahrzeugs, die auch in der Wintersportsaison nicht auf Bentley verzichten können. www.bentleymotors.com

Hollywood on ice Einen DVD Abend der anderen Art könnten Sie mit Rollei erleben. Schauten Sie gestern noch den neuesten Blockbuster, haben Sie nun die Möglichkeit, ihren ganz eigenen Action Film zu drehen. Je nachdem, wie ski-erfahren Sie sein mögen, könnte daraus auch eine Komödie werden: es bleibt aber eine besondere Möglichkeit, den Winterurlaub festzuhalten. Mit der Rollei Actioncam S-50 WiFi Ski Edition können Freunde und Verwandte die Skifahrt über das Iphone via App von zu Hause verfolgen. Für all diejenigen, die das Ganze aus der Ich Perspektive hautnah und in Echtzeit erleben möchten, gibt es die Rollei Skibrille mit FullHD-Video-Auflösung integriert: Ein (nicht) garantiert knochenbruch-freies SkiErlebnis, aber mit guter Aussicht auf einige Clicks bei YouTube. www.rollei.com 67


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Eleganter Damen-Autofahrerhandschuh aus feinem Haarschaf-Nappaleder, wahlweise in steingrau oder sattelbraun, ungefüttert in Größe 6,5, 7 oder 7,5.

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Top SAINT LAURENT PARIS Maske LA PERLA Ohrring GIVENCHY

So bl체he denn, W채lsungen Blut PRODUKTION HEIKO PALACH FOTOS STEFAN MILEV STYLING BRIGITTE M. WILHELM

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ALEXA: Bluse HOLY GHOST Korsage & Cape LA PERLA Handschuhe SPORTMAX Schuhe JIMMY CHOO ALEK: Hose PATRICK MOHR

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Kleid MICHAEL KORS, Jacke BOSS, Arm Piece GOLDKNOPF COUTURE, Kragen RITA IN PALMA Schmuck SWAROVSKI

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Hose JOHN GALLIANO

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Shirt ALEXANDER MCQUEEN, Ohrring GIVENCHY

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Kleid DIMITRI, Handschuhe ROECKL, Kette MARILYNS MILLIONAIRE

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Produktion: Heiko Palach | Photo: Stefan Milev / www.setefamilev.com | Fotoassistenten: Julian Henzler, Julia Thalhofer | Styling: Brigitte M. Wilhelm / www.brigitte-margareta-wilhelm.com | Hair: Heiko Palach using SHU UEMURA, Makeup: Heiko Palach using CHANEL | H&M Assistent: Ele Kittl | Models: Alexa / www.miha-modelmanagement.com, Alek / www.tune-models.com

Top MARKUS LUPFER Kleid GLOW, WeiĂ&#x;es Kleid IRENE LUFT, Ring SWAROVSKI, Schmuck THOMAS SABO


Hose & Shirt KARL LAGERFELD, Gürtel LA PERLA, Fliege STEFANEL, Hut HERMÈS 169 77


Franz von Stuck Selbstbildnis, um 1888/91, Radierung Museum Villa Stuck © Wolfgang Pulfer

Rechte Seite: Franz von Stuck, Der Wächter des Paradieses, 1889 © Museum Villa Stuck

Tempel des Ich

Im

Museum Villa Stuck © Jens Weber

„Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera liest sich anders, womöglich noch besser in den Straßen Prags. Ähnlich die Romane von Auster und Murakami, in denen New York und Tokio zu überragenden Protagonisten der Geschichten werden. Die Präsenz der Stadt und die besondere Aura tragen maßgeblich zur Rezeption der Literatur bei. In Künstlerhäusern scheinen Geist und Seele des jeweiligen Künstlers unsterblich weiter durch die Gänge der Gemäuer umherzuziehen. Die Villa Stuck in München ist selbst ein markantes Beispiel dafür. von Violeta Berisha 78


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unehmend verstehen sich Künstlerhäuser als Stätte des kulturell-künstlerischen Austausches. Eine sehr moderne Variante ist die Villa Massimo in Rom, die seit Jahrzehnten Künstler aus Musik, Tanz, Literatur und bildender Kunst zu Werkstipendien einlädt. Die Ursprünge finden sich im 19. Jahrhundert in einigen deutschen Städten, wobei die Künstlerhäuser Möglichkeiten boten, in Ateliers und Werkstätten zu arbeiten, darüber hinaus in den Räumlichkeiten der jeweiligen Villen ihre Werke auszustellen und zugleich in ihnen zu leben. Dabei hatten die Künstler maßgeblich Einfluss auf die Gestaltung der Häuser, erbauten sie zum Teil selbst, oder veränderten sie durch Umbauten in ihrer Grundstruktur. Die Häuser selbst wurden zum Objekt ihres Schaffens. Der Künstlerverein ‚Malkasten‘ in Düsseldorf und ‚Die Glocke‘ in Stuttgart, beide Mitte des 19. Jahrhundert gegründet, sind die ersten und bekanntesten Häuser dieser Art, in denen Arbeit, Wohnen und Leben unter einem Dach vereint wurden.

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Linke Seite: William Morris Red House, Bexleyheath Edward Burne-JonesThe Backgammon Players, 1861 © The Fitzwilliam Museum, Cambridge Linke Seite Mitte: William Morris Red House, Bexleyheath The East front of Red House with the well in the foreground © National Trust Images / Andrew Butler Unten: Claude Monet vor seinem Haus und Garten, Giverny, 1921, Musée d‘Orsay, Paris © RMN-Grand Palais (Musée d‘Orsay) / Patrice Schmidt Rechts: Claude Monet, Le bassin aux nymphéas, harmonie verte, 1899, Musée d‘Orsay, Paris © RMN-Grand Palais (Musée d‘Orsay) / Hervé Lewandowski

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Oben: Haus und Garten des Malers Jacques Majorelle in Marrakesch Jacques Majorelles Le Souk des soieries Š Artcurial, Paris Links: Atelierhaus und Garten des Malers Jacques Majorelle in Marrakesch Š Jardin Majorelle, Marrakesch

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it der neoklassizistischen Villa Stuck schuf sich der deutsche Maler, Bildhauer und bekannte Zeichner Franz von Stuck Ende des 19. Jahrhunderts seine individuellen Räume zur künstlerischen und persönlichen Entfaltung. Die Entwürfe zum Bau des Gebäudes stammen von Franz von Stuck, wofür er noch kurz vor seinem Tod mit dem Ehrendoktor der TH München geehrt wurde. Ein später hinzugefügtes Atelierhaus, angrenzend an die Villa, komplettierte seine Vorstellung der Symbiose von Kunst, Arbeit und Leben an einem Ort. Künstler verewigen sich in ihren Werken. Aber es ist nicht nur einer biografischen Hermeneutik geschuldet, dass das Leben eines Künstlers immer im Fokus des Betrachters steht. Es mag uns helfen, sein Werk zu deuten, aber noch mehr, seine Persönlichkeit zu erfassen, um zu interpretieren und zu bewerten. Ein Besuch in Prag führt beispielsweise immer zum Geburtshaus Franz Kafkas. In Zürich kommen wir nicht umhin, den Wohnort Lenins zu besuchen, wo etliche weltbekannte marxistische Schriften entstanden. Mit dem TeatreMuseu Dalí in seiner katalanischen Heimatstadt Figueres setzte sich Salvador Dalí noch zu Lebzeiten selbst ein Denkmal. Manche Besuche sind romantisierend, einige auch inhaltlich bereichernd. Die Villa Stuck als Künstlerhaus ist beispielgebend für all das, was ein Künstlerhaus auszudrücken vermag. Weit über Selbstdarstellung und Repräsentanz hinaus, diente das Haus eines Künstlers als Inspiration, als Ort der Arbeit und vielmehr noch als Vereinigung aller Künste: Architektur, Malerei, Design und Raumkunst. Das Haus selbst wird zum Kunstwerk – zu einem Gesamtkunstwerk. Es dient als Spiegelbild der Persönlichkeit des Künstlers und seiner Kreativität, Schöpfungskraft und geistigen Haltung. Insbesondere die im 19. Jahrhundert vollzogene Rückbesinnung auf die Huldigung des schöpferischen Genies eines Künstlers, führte dazu, dass das Künstlerhaus als eine Art „zweite Haut“, den Künstler selbst offenbarte, sein Innerstes nach außen kehrte, das Ich ins Zentrum stellte. Der französische Maler Jacques Majorelle, Sohn des berühmten Jugendstil-Möbeldesigners Louis Majorelle, ging 1919 aufgrund von Herzproblemen in das damals noch besetzte Marokko, nach Marrakesch. Hier schuf er sein größtes Kunstwerk, das bis heute Tausende von Besuchern täglich anzieht: Jardin Majorelle. Für das Schaffen des Gartens nutzte Majorelle einen ganz speziellen Blauton, der mit Majorelle-Blau nach ihm benannt wurde. 1980 kaufte der Modeschöpfer Yves Saint Laurent mit seinem Partner Pierre Bergé das Anwesen, welches sie in den Jahren nach und nach wiederherstellten. Das Künstlerhaus Majorelle’s diente dem Modedesigner bis zu seinem Tod als große Inspirationsquelle für seine Kollektionen. Seine Liebe und tiefe Verbundenheit mit dem Anwesen ging so weit, dass nach seinem Tod seine Asche im Rosengarten des Künstlerhauses verstreut wurde. Jardin Majorelle setzt sowohl dem französischen Maler und dem Designer ein Denkmal. Die Ambiguität des Künstlerhauses zeigt in ganz besonderem Maße die Vereinigung von Kunstform, SchöpfungsOben:: Theo van Doesburg, Selbstkraft und Ausdruck über biografiporträt im Atelier, um 1929 sche und zeitliche Grenzen hinaus. Cultural Heritage Agency of the Netherlands (RCE ) Heute lassen sich Werke des Künstlers, Stoffe des Designers Rechts: Theo van Doesburg, Atelierund der Zauber des Geheimniswohnhaus, Meudon-Val-Fleury/ vollen und Ungewöhnlichen an Paris undatiert (vor Mitte 1935) RKD, Den Haag diesem Ort erfahren. 83


Links: Kurt Schwitters Merzbau, 1933 Rauminstallation Foto: Kurt Schwitters Archiv im Sprengel Museum Hannover Fotograf: Wilhelm Redemann, HannoverRepro: Michael Herling / Aline Gwose © VG Bild-Kunst, Bonn Mitte: Kurt Schwitters, Verschiebungen, 1930K urt und Ernst Schwitters Stiftung, Leihgabe im Sprengel Museum HannoverCredit: Kurt Schwitters Archiv im Sprengel Museum Hannover, Repro: Aline Gwose / Michael Herling, Sprengel Museum Hannover © VG Bild-Kunst, Bonn Unten links: Max Ernsts Haus in Sedona, Arizona Max Ernst am großen Fries, Sedona, Arizona, 1948 © Bob Towers

Der deutsche Künstler Max Ernst, Mitbegründer der Kölner Dada-Gruppe und einer der wichtigsten Vertreter der surrealistischen Bewegung, ging in den 40er Jahren, wie viele andere Künstler seiner Zeit, ins amerikanische Exil. Mit seiner vierten Ehefrau, der Malerin Dorothea Tanning, brach er auf in die Wüste Arizonas nach Sedona, wo sie gemeinsam ein kleines, einsam gelegenes Haus bauten: das Capricorn Hill. Dort entstanden einige wichtige Werke des Künstlerpaares. Insbesondere der Kontakt zu Ureinwohnern, den Hopi, ihr Interesse für die Kunst und ihr Kunstverständnis inspirierten zu rätselhaften Bildkombinationen, bizarren Wesen und phantastischen Naturbegebenheiten. Dieses Künstlerhaus wurde ebenfalls nicht nur als Werkstätte des Schaffens genutzt. Die Friese an den Häuserwänden zeigen die Verwendung und Wandlung des Raumes als Kunstwerk selbst, als Ausdruck künstlerischer Entfaltung und Haltung.

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Oben: Georgia O‘Keeffe, Widderschädel, blaue Winde 1938, Georgia O‘Keeffe Museum, Santa Fe © VG Bild-Kunst, Bonn Links: Georgia O‘Keeffe am Eingang zum Haus der Ghost Ranch, 1964, Todd Webb Courtesy Betsy Evans Gallery und Estate of Todd & Lucille Webb, Portland Maine

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Leighton House, London The Arab Hall, 2010 Š Justin Barton Links: Leighton House, London Frederic Lord Leighton Music Lesson, 1877 Š Guildhall Art Gallery, City of London

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as heutige Musée National Gustave Moreau in Paris befindet sich seit 1903 im ehemaligen Atelier des französischen Künstlers, der großen Einfluss auf den Fauvismus und den Surrealismus ausübte. Abseits der weitläufigen Museumsräume befindet sich das Atelier, ein exklusiver Ort des Künstlers, der nach seinen individuellen Wünschen im familiären Herrenhaus eingerichtet wurde: eine öffentliche Präsentation seiner Arbeit und Werke. Unterstützt von Albert Lafon, einem jungen und befreundeten Architekten, entstand eine Art Mausoleum als Liebeserklärung für fauvistische Malereien und frühe surrealistische Werke seiner Zeit. Ebenfalls entlarvt das Künstlerhaus seine Hingabe und Faszination für die alte Kunst, seine Bewunderung griechischer und arabischer Bildwelten und Kostbarkeiten. Die untere Etage diente als Wohnraum, vollgestopft mit Erinnerungsstücken. Große Glaskonstruktionen im zweiten Stock eröffnen den Blick auf Werkstatt und Arbeitsraum. Eine elegante Wendeltreppe führt in den dritten Stock des Künstlerhauses, an den Wänden Tausende von Zeichnungen in Holzrahmen eingefasst. Die besondere Architektur, das Farbenspiel an den Wänden bis zur hohen Decke der Räume erlauben einen tiefen Blick in die Seele des Künstlers und seiner Werke. Symbolik, Mystik, Geheimnisvolles und Verborgenes, alles vereint und erlebbar im Künstlerhaus Gustave Moreau’s im IV. Arrondissement Paris. Die Villa Stuck in München widmet sich mit ihrer aktuellen Ausstellung „Im Tempel des Ich“ diesem Phänomen und zeigt berühmte, existierende Künstlerhäuser und zudem auch längst verloren gegangene, teils neu entdeckte Projekte, die nicht primär aus dem Blick der Architektur offengelegt werden, sondern im Kontext des Künstlers, seines Lebens und Gesamtwerkes. Neben den Künstlerhäusern zeigt die Ausstellung auch dementsprechende Werke, die aus diesem Quell der Inspiration entstanden sind. ‚Selbstportrait im Atelier‘, ein abstraktes Gemälde vom niederländischen Maler Theo van Doesburg, ‚Hésiode et la Muse‘ von Gustave Moreau, ‚Le bassin aux nymphéas, harmonie verte‘ von Claude Monet und viele andere berühmte Werke vermögen in diesem Kontext neue Ansätze beim Betrachten und Empfinden zu eröffnen. Die banale Funktionalität des Künstlerhauses als Werkstatt und Atelier, als Raum des Schaffens, erlangt erst in ihrer Symbiose als Raum des Lebens, der unweigerlich die Bedürfnisse des Künstlers und des Menschen wiederspiegelt, seine Vollendung.

Oben: Musée Gustave Moreau, Paris Gustave MoreauHesiod und die Muse (Hésiode et la Muse), 1891Öl auf Holz, 59 x 34,5 cmMusée d‘OrsayCredit: RMN-Grand Palais (Musée d‘Orsay) / Hervé Lewandowski Links: Musée Gustave Moreau, Paris Das große Atelier der zweiten Etage mit der 1895 von Albert Lafon erbautenWendeltreppeCredit: RMN-Grand Palais, Frank Raux

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Kleid CHRISTIAN DIOR via Unger, Schmuck BALENCIAGA


Forbidden fruit ... FOTOS MaThiaS DOrner-M端ller | STYlinG leOnarD enGel

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Kleid VALENTINO


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Kleid TORROX, Dessous CHANTELLE, Kette LANVIN via Unger


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Models: Therese Fischer (M4 Models) / Gina Pastor (Modelwerk) / Paul Francis (Kult) | Hair & Makeup: Carolin Jarchow | Foto Assistenz: Julia Kantim | Styling Assistenz: Irina Skladkowski | Hair & Makeup Assistenz: Jeannette Johansson

Kleid LANVIN via Unger, Ohrringe POMELLATO


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Korsett AUSGUSTE BODENSTEIN, Rock jOHN GALLIANO


BAG IN TRANSLATION

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Von dem Wunsch einer besonderen Handtasche über das Design eines eigenen Modells bis zum internationalen Mode-Erfolg. Nach einem Besuch in den Werkstätten von Louis Vuitton, kooperierten das Label und die Regisseurin. Sofia Coppola übersetzte ihren persönlichen Stil in den Entwurf eines ikonischen Taschenmodells. Ein modernes Märchen. von Manuel Almeida Vergara 95


E Always on the run: Mit der „SC Bag“ realisierte Sofia Coppola gemeinsam mit Louis Vuitton die perfekte Tasche für den Trubel der Großstadt.

Über eine kindliche Passion, das Bewundern von Pracht und Prada der Welt ihrer Eltern hinaus, formte sich ein echtes Interesse an Mode.

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s war einmal in Asnières … Eigentlich hatte Sofia Coppola „nur“ vor, eine Spezialanfertigung in den historischen Werkstätten Louis Vuittons zu ordern. Niemand hätte damals gedacht, dass sich nur vier Jahre später modebegeisterte Frauen rund um den Erdball über die „SC Bag“ freuen – am wenigsten Sofia Coppola selbst. Heute gehört ihr Design, zu dem sie sich von den berühmten Modellen „Speedy“ und „Keepall“ inspirieren ließ, selbst zu den Icons der Marke. Das stilistische Gespür und der feine Geschmack, die zur Kreation einer erfolgreichen Tasche erforderlich sind, wurden Coppola quasi in die Wiege gelegt. Als Tochter der Filmlegende Francis Ford Coppola ist sie heute selbst als Regisseurin erfolgreich. In den illustren Kreisen ihrer Eltern aber wurde früh ein großes Interesse an schönen Stoffen und prunkvollen Präziosen geschürt. „Schon als Kind war ich immer von den Schmuckstücken und Accessoires der Freunde meiner Eltern fasziniert, später habe ich dann liebend gern in der französischen Vogue oder The Face geblättert“, erinnert sie sich. Ihre früheste Mode-Erinnerung führt sie zurück in die Silvesternacht ihres zwölften Lebensjahres, in der ihr ein gewisser Yves Saint Laurent, Freund ihrer Eltern, Aufmerksamkeit schenkte. In den frühen 1990ern gehörten Anna Sui und Marc Jacobs zu ihrer New Yorker Clique – über eine kindliche Passion, das Bewundern von Pracht und Prada der Welt ihrer Eltern hinaus, formte sich hier ein echtes Interesse an Mode. Marc Jacobs war es auch, durch den Sofia Coppola zu Louis Vuitton gelangte. Jacobs hatte ihr einige seiner Mitarbeiter vorgestellt. Nach besagtem Besuch in Asnières-sur-Seine etablierte sich die Idee zum gemeinsamen Projekt: „Ich hatte eine Vorstellung von


Homestory: Sofia Coppola öffnet die Türen ihrer Pariser Privatwohnung und beweist, dass sich die „SC Bag“ auch hier perfekt einbringt.

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dem, was ich gesucht habe. Eine Tasche für den Tag, in die alles passt, was ich benötige, die aber nicht zu groß oder schwer ist, chic und diskret.“ Mit Hilfe der erfahrenen Kunsthandwerker Louis Vuittons entstand schnell ihre ideale Tasche, die „SC Bag“: eher minimalistisch als schmuckvoll, eher sportlich als formell. Heute ziert der kleine Begleiter als Highlight die neue „Parnasséa-Kollektion“ des Hauses. Unlängst lancierte das Label ein weiteres, zierliches Modell aus der Feder Sofia Coppolas. Die „BB“ verfügt über einen langen Tragegurt, ideal, um sie schräg über den Körper zu tragen. Zur Produktneuheit gesellt sich jetzt auch eine neu entdeckte Lust auf die aufregende Nuance. Präsentierten Coppola und Vuitton die „SC“ vorerst in einem dunklen Ton, erfreuen sich die neuen Modelle einer besonderen Farbenvielfalt – von tiefem violett bis frappantem orange, von aufregendem türkis bis zu naturbelassenen Brauntönen. uch der Pariser Department Store „Le Bon Marché Rive Gauche“ ließ sich von der perfekten Kombination aus Sofia Coppola und Louis Vuitton begeistern und bat die Regisseurin jüngst um eine ganz spezielle Variante. Seit Oktober erstrahlen die Schaufenster der Nummer 24 in der Rue de Sèvres in ganz besonderem Glanz. Inmitten der üppigen Ensembles thront die spezielle Edition der „SC Bag“. In navy gibt sich diese vorerst klassisch und überrascht mit Ziernähten in leuchtendem Fuchsia. Das traditionsreiche Warenhaus enthüllte hier eine romantische Inszenierung, eine fantastische Welt, verträumt und doch modern, wie sie auch Sofia Coppola stets in ihren Filmen zu umschreiben weiß – originell wie „Lost in Translation“, mädchenhaft wie „The Virgin Suicides“, ausladend wie „Marie Antoinette“. „Die Idee zur Inszenierung der Fenster war, die Tasche als einen besonderen Leckerbissen darzustellen – wie ein Geschenk, das du dir selbst machst und für viele Jahre genießt. Vielleicht irgendwann einmal deiner Tochter weiter gibst.“ www.louisvuitton.com

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Speziell für ihr Pariser Lieblingsgeschäft „Le Bon Marché Rive Gauche“, entwarf Sofia Coppola die „SC Bag“ in Navy mit fuchsiafarbenen Nähten.


Traumwelt: In verspielter Inszenierung präsentiert das Schaufenster des „Le Bon Marché Rive Gauche“ die Kooperation zwischen Sofia Coppola und Louis Vuitton.

„Die Idee zur Inszenierung der Schaufenster des „Le Bon Marché Rive Gauche“ war, die Tasche als einen besonderen Leckerbissen darzustellen – wie ein Geschenk, das du dir selbst machst und für viele Jahre genießt. Vielleicht irgendwann einmal deiner Tochter weiter gibst.“ Sofia Coppola

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nightmare before FOTOS MARKUS HENTTONEN

christmas

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Markus Henttonen schöpft aus dem Alltag kreative Kraft: „Mich reizt das Gewöhnliche, die Szenerien und Kulissen, vor denen die Menschen ihren Alltag erleben.“ Mit seiner Serie „Silent Night“ nähert sich der finnische Fotograf dem Besonderen und Bizarren: „Auf diesen Bildern wurde die Oberfläche der Häuser hergerichtet und zum Glänzen gebracht. Das strahlt eine gewisse Ambivalenz aus. In „Silent Night“ geht es um die Spannung zwischen dem, was du siehst und dem, was du fühlst. Wenn die Oberfläche dieser Häuser so geschmückt wurde, dann wirkt ihr Inneres umso geheimnisvoller”, findet Henttonen und folgt mit dieser Serie seinem künstlerischen Credo: „Eine narrative Annäherung, spezielle Beleuchtung und eine cineastische Ästhetik vereint all meine Arbeiten.“

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Berieselung mit Knall Früher gab‘s mehr Lametta Vom Nikolai Wojtko

Stille Nacht, heilige Nacht...“ schon das bekannteste Weihnachtslied, das heute in mehr als 300 Sprachen zur Weihnachtszeit gesungen wird ist Ausdruck einer ganz praktischen Verlegenheit: Just am 24. Dezember 1818 knabberte eine Maus den Blasebalg der Orgel einer Kirche im Salzburger Land an. Damit ließ das kleine Geschöpf dem laut klingenden Instrument im wahrsten Sinne des Wortes die Luft ab und machte die Orgel über die Feiertage unbrauchbar. Eigentlich wunderbare Voraussetzungen, um die Heilige Nacht in aller Stille feiern zu können. Aber der Hilfspriester der betroffenen Gemeinde entsann sich an ein Gedicht, welches er vor einiger Zeit zu Papier gebracht hatte und das man in der Not auch als Liedtext nutzen könnte. So stimmte er die Melodie zum Lied vor seiner Gemeinde an, um der besinnlichen Stille der defekten Orgel an diesem Heiligen Abend ein bedrohliches „Halleluja“ entgegenzuschmettern, oder wie es im Text heißt: „Tönt es laut bey Ferne und Nah: Jesus der Retter ist da!“. Der Hit der Weihnacht ward geboren und trat seinen tönenden Siegeszug rund um den Globus an. 107


Damit Sie nichts verpassen: Weihnachten bei Hoppenstedts NDR/RB Fernsehen • Dienstag, 24. Dezember 2013, 21:50 Uhr Mittwoch, 25.Dezember 2013, 17:35 Uhr • Der kleine Lord im Ersten 20.12.13 20:15 Uhr • Der Medicus Weltpremiere am 16.12.2013 im Zoo Palast Berlin • Dinner for one in der Dauerschleife auf NDR unter anderem um 19:40 Uhr und 23:35 Uhr Alle weiteren Weihnachtsklassiker waren unauffindbar, laufen aber sicherlich im Nachtprogramm.

och dies war lediglich der Beginn einer sich jährlich steigernden Welle von Medienangeboten rund um die Weihnachtszeit, die alles ist und sein darf, aber auf gar keinen Fall still. In diesem Jahr läuft ab dem 25.12. „Der Medicus“ in unseren Kinos an. Die Mischung aus Mittelalter, Orient und Heilversprechen erscheint besonders für das Feiertagspublikum prädestiniert. Zuhause zelebrieren wir den alljährlichen Filmkult durch den Duft der Weihnachts-Tanne, Kerzenlicht flackert und allerlei süße Schmankerln verhelfen zu einem rundum Wohlfühlpaket. Da der Gang in die Kirche mittlerweile flächendeckend durch den Gang ins Kino oder praktischerweise durch das Sitzenbleiben vor dem Fernseher abgelöst worden ist, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie uns heutzutage medial die Stille der Heiligen Nacht erreichen kann. Zerstört nicht schon der Gesang nach Stille die Angerufene? Werfen wir also vorab schon mal in aller Stille einen Blick in die flimmernde Besinnlichkeit des Berieselungsangebotes. Mit seiner Karikatur der weihnachtlichen Gemütlichkeit „Weihnachten bei Hoppenstedts“ lieferte Loriot nicht nur eine Komödie, sondern zugleich eine sezierende Analyse vom Gefühl der Gemütlichkeit seiner Landsleute. Wie für sie ein gelungener Weihnachtsabend aussieht, gibt Mutti Hoppenstedt sinngemäß so zu Protokoll: „Dicki sagt ein Gedicht auf, dann gibt es Geschenke, danach wird aufgeräumt und dann machen wir es uns vor dem Fernseher gemütlich.“ Die Zeiten haben sich nicht wesentlich geändert, mit einer Ausnahme: wir haben nun mehr Fernsehsender zur Auswahl als die Hoppenstedts Anno 1978. Mittlerweile sind die Feiertagsfilme zu Weihnachten und Silvester Legion. „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ darf dabei so wenig fehlen wie alle drei Folgen von Sissi, auch wenn diese Filme keinerlei direkten Bezug zu den Festtagen haben. Sie vermitteln jedoch ein melodramatisches Gefühl, welches für die feiertägliche Gemütlichkeit eine wichtige Zutat zu sein scheint. Ob kleine oder große Mädchen, fast alle genießen den romantischen Flashback und können sowohl die Musik mitsummen, als auch in guter Regelmäßigkeit das ein oder andere Tränchen verdrücken. Das Hauptthema von drei Nüsse für Aschenbrödel hat in so manchem Wohnzimmer das traditionelle Weihnachtslied bereits abgelöst .Allerdings nicht für das männliche Geschlecht. Was auf der einen Seite pure Euphorie hervorruft, ist für das männliche Pendant 108


genauso befremdlich wie pinkfarbene Barbiepuppen. Doch damit ist lediglich die Spitze des Gefühlseisbergs beschrieben. Die Stimmungsorgel muss alle Register ziehen, denn wir wollen von der besinnlichen Weihnacht bis zur krachenden Silvesterparty mit allen zur Verfügung stehenden Gefühlsfacetten bedient werden. Kein Wunder also, dass uns neben „Dinner for one“ ebenso „Ein Herz und eine Seele“ mit dem sprichwörtlichen Ekel Alfred in dieser Zeit so sehr ans Herz gewachsen ist. Die Feiertagsfilme haben sich zu liebgewordenen Ritualen gemausert und sind längst nicht mehr mit filmischen Maßstäben zu messen. Dabei ist das Angebot an Silvester und Weihnachtsfilmen tatsächlich so vielschichtig, dass für jeden Geschmack, jedes Geschlecht und jede Altersgruppe gesorgt wird. Wenn also Mutti Hoppenstedt fragt, ob sie an Weihnachten auch zugucken darf, dann ist dies mittlerweile ausdrücklich gewünscht, denn Klassiker wie „Der kleine Lord“, „Ist das Leben nicht schön“ oder „Die Geister die ich rief“ sollen die ganze Familie vor dem Fernseher versammeln . Da darf Mutti natürlich nicht fehlen. Glänzen dürfen aber auch solche Filme, die eine klassische Vorstellung von Besinnlichkeit konterkarieren. Gremlins, die kleinen Monster bezeichneten den Beginn dieses Genres, welches in „Nightmare before Christmas“ oder dem „Grinch“ weitere Klassiker eines humoristischen Blicks auf die Jahresendzeitstimmung vorlegte. Während die Hoppenstedts lediglich eine einzige Explosion am Weihnachtsabend produzierten, da Vati Hoppenstedt den Bastelsatz des Spielzeugatomkraftwerks fehlerhaft zusammenbaute, kommen die beliebtesten Filme zur Weihnachtszeit nicht mehr ohne massenhaften Mord und Todschlag aus. Nicht zufällig gehören „Stirb langsam“, „Brügge sehen...und sterben?“ und die „Herr der Ringe“-Trilogie zum festen Bestandteil des Sendeangebots. Statt Stille stehen tatsächliche Kracher im Angebot für die nominal besinnlichen Tage. Doch was ist – wenn man es denn noch so nennen mag - mit dem Kern der christlichen Botschaft geschehen? Wo ist die Liebe hin? Die Liebe gibt sich am ehesten in romantischen Komödien zu erkennen. In „Tatsächlich...Liebe“ erfahren wir beim Blick auf das vorweihnachtliche Treiben am Flughafen London-Heathrow von einer göttlichen Stimme aus dem Off: „Liebe ist tatsächlich überall“ und dann überschlagen sich die einzelnen Episoden des Films zum Happy-End, bei dem sich alle mehr oder weniger glücklich finden. Allen Actionkrachern zum Trotz sind es die feel good movies, die zum Kuscheln, Knabbern und genießen einladen, um uns mal mehr dramatisch, mal mehr komödiantisch, immer aber romantisch ins neue Jahr gleiten zu lassen.


THE ART OF PAROV STELAR Hommage oder Kritik, Zitat oder Ideenklau. Was bewegt einen K체nstler, sich eines St체cks zu bem채chtigen, um es neu aufzulegen, neu zu interpretieren oder als Grundlage eines neuen, eigenen Songs zu remixen? Interview von Violeta Berisha

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Š Etage Noir Recordings 111


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ftmals drängt sich der Verdacht auf, den Künstlern fehle es an neuen Ideen und kreative Schaffensblokkaden seien die Hauptmotivation. Das liegt vor allem an vielen Negativbeispielen, die zeigen, dass die Interpretationen dem Original selten etwas Interessantes oder Neues hinzuzufügen haben. Anders bei Parov Stelar, alias Marcus Füreder.. Der gebürtige Österreicher bringt mit „The Art of Sampling“ sein neues Album auf den Markt und blickt mit diesem Album auch auf mehr als ein Jahrzehnt seiner eigenen Musikgeschichte zurück: auf Schaffen, Komponieren, Remixen und eine umfangreiche Discographie, die mittlerweile selbst als Quelle neuer Auflagen dient. Bedeutet Dein Alias Flucht oder die Chance, in eine neue Rolle zu schlüpfen?

Hm, Jein. Ich dachte, ich möchte international Karriere machen und mit Marcus Füreder tut man sich sehr schwer. Bei dem Nachnamen klingt das dann so, als ob jemand zu viel Bier getrunken habe. Was bedeutet Parov Stelar? Das ist lediglich ein Phantasiename. Klingt ein bisschen osteuropäisch. Ja, der Vorname schon. Ich hatte als Jugendlicher ein großes Faible für alte Spionagefilme und habe diese Moskauromantik in mir getragen. Vielleicht kommt es daher.

© Gerd Schneider

In welchem Genre warst Du zu Beginn Deiner Karriere zu Hause? Begonnen habe ich als Produzent und zwar sehr elektronisch. Das war die alte Kölner Schule. Minimal-Techno und sehr DJorientiert. Mit der Zeit wurde meine Arbeit immer organischer. Heute sieht man in Dir einen der Mitbegründer des Genres „Electroswing“, welcher vor ca. 10 Jahren entstand. Richtig? Natürlich kann ich das nicht gänzlich abstreiten. Letztens sagte ein Journalist zu mir, sie nennen mich den „King des Elektroswings“. Ich höre das nicht gerne, weil jeder König irgendwann mal geköpft, vergiftet oder abgesetzt wurde. Wir stehen für mehr. Natürlich hat uns dieses Genre sehr geprägt, weil wir von dort gestartet sind. Aber es geht genauso um Soul, Pop und vieles andere. Jeder, der ein Konzert besucht hat, weiß, das ist nicht nur Elektroswing! Seit Oktober bist Du mit Deiner Band auf Tour. Wie sah die Vorbereitungszeit aus? Die Fertigstellung des Albums beinhaltet viel mehr, als die Songs zu komponieren. Was das Proben angeht, sind wir fit. Da wir das ganze Jahr touren, werden nur einzelne, neue Tracks getauscht. Die proben wir ganz kurz. Wir spielen ca. 70 Konzerte im Jahr, somit haben wir 70 Proben. Wie viel Improvisation passiert auf der Bühne? Sehr viel. Es gibt ein Grundgerüst, das ich auf meinen Laptops vorgebe. Meine Musiker kommen aus dem Genre, daher ist der Jazzeinfluss sehr wichtig. Das ist Improvisation. Bei Live-Musik muss etwas passieren, diesen Anspruch gestehe ich jedem Besucher eines Live-Konzerts zu. Er soll etwas erleben, was noch niemand vor ihm erlebt hat und niemand nach ihm erleben wird. Sonst wäre es nur Musik aus der Konserve.

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Bilder von Petr Klapper


Elektro und Beats Samples von DJs haben mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass nur ein paar druntergelegte Beats keinen neuen Song bedeuten. Wie wehrt man sich dagegen? Ich bin mit so einem Vorwurf noch nicht konfrontiert worden, weil ich eine andere Art von Sampling bevorzuge. Mein Sampling besteht darin, es selbst als Musikinstrument einzusetzen. Das heißt, ganz kleine Mikroanschläge zu nehmen und diese dann mit Mirkoanschlägen von einem anderen Song zu verbinden. Ich hab zum Teil 200 bis 300 Spuren in meinem Arrangement. Das heißt konkret, das ist kein Sampling, bei dem ich bekannte Phrasen von irgendetwas nehme und diese unterlege. Wobei ich sagen muss, dass alles seine Existenzberechtigung hat. Es kommt auf die Qualität an. Ein Wiener Schnitzel ist nicht gleich Wiener Schnitzel. Wie machst Du Dich an die Arbeit? Ich bin kein klassischer Komponist, der am Klavier sitzt und eine Nummer in Noten grob vorschreibt, die dann von den Musikern umgesetzt wird. Meine Herangehensweise ist am Anfang ein Beat oder ein Sample Loop. Dann höre ich, sample weiter, setze Beats ein, verwerfe einen Versuch und so weiter. Du bist bekannt für Deine eindrucksvollen Live-Shows. Wie entstehen die Ideen zu den Shows? Wir haben eine grobe Setliste, die während der Show verändert wird. Es ist wichtig, mit dem Publikum in Verbindung zu treten. Wenn man uns auf der Bühne erlebt, dann merkt man, dass es hundertprozentig ehrlich ist. Diese Verbindung mit den Zuhörern baut sich parallel zur Dauer des Konzerts auf. Das lässt sich nicht en detail planen und ist somit Improvisation und zugleich Kunst. Du stehst hinten auf der Bühne. Stehst Du da gerne? Ja. Ich stehe da sehr gerne. Ich hab nicht den Anspruch, weiter vorne zu stehen. Das machen die Jungs ganz gut. Die graue Eminenz im Hintergrund ist mir lieber als der Stürmer, der die Tore schießen muss. Dein neues Album heißt „The Art Of Sampling“ . Was ist das eigentlich Neue, gibt es eine Weiterentwicklung Deiner Musik? Die Arbeitsweise ist die gleiche geblieben. Vielleicht sind die Einflüsse andere geworden oder ich gehe andere Wege. Wenn ich jeden Tag Pizza esse, habe ich irgendwann mal Lust auf Steak. So ist es auch in der Musik. Die Arbeitsweise ist gleich, ich schneide immer noch mit Messer und Gabel. Aber es kommt darauf an, ob ich einen Jazzsong zerschneide oder einen Popsong. Bei den neuen Projekten mit „The Art of Sampling“, ist z. B. der Song mit Marvin Gaye kein ganz typischer Parov Song, wobei ich glaube, dass die Handschrift ganz klar zu erkennen ist. Aber es macht auch Spaß, mal in ganz andere Richtungen abzubiegen. Handelt es sich bei Deinem neuem Album um ein „best of“ Album? Viele alte Songs und einige neue. Wie hast Du die Auswahl getroffen? Ein Best of Album ist für mich eine klassische Ansammlung von Hits. Das kann man hier nicht sagen. Es ist eine Kollektion von Songs, eine Werkschau: Was ist passiert in den letzten zehn Jahren. Ich wollte eine Übersicht über die Bandbreite geben. Diese ist sehr viel breiter, als nur Elektroswing oder Songs, die bekannt geworden sind.

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Gibt es einen Song, für den Du Dich schämst? Den gibt es bestimmt. Aber den hab ich dann nicht veröffentlicht. Zeigt „Keep on dancing feat. Marvin Gaye“, dass Marvin Gaye eine Art Idol für Dich ist? Welche Bedeutung hatte dieser großartige, aber auch tragische Musiker für Dich? Ich kann nicht sagen, dass er ein Idol für mich ist. Ich mag die ganze Motown Geschichte sehr gerne, ich mag fast alle Künstler, die dort releasen. Die Ära Motown ist für mich sehr prägend gewesen. Marvin Gaye war eine der Gallionsfiguren dieses Labels. Der Mann hat viel durchlebt, aber viel wichtiger für mich ist die musikalische Komponente. Er war ein Gott. Was der mit seiner Stimme machen konnte! Deine Musik soll zum Tanzen animieren? Gehen dabei die melancholischen, nachdenklichen Aspekte verloren? Insbesondere die ersten Arbeiten von mir waren sehr melancholisch angelegt. Damals habe ich mehr Kraft in der Zerstörung gesehen als im Positiven. Jetzt empfinde ich das anders. Diese tragischen Aspekte sind mir manchmal zum Herausarbeiten zu pubertär. Es ist ganz amüsant, alles positiver anzugehen.

Bild von © Petr Klapper

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Zerbrichst Du Dir den Kopf über die Zukunft Deiner Karriere? Ich zerbreche mir viel zu viel den Kopf darüber, wie es weitergeht. Immer dann, wenn etwas gut läuft, ist da automatisch die Angst, man könne es wieder verlieren. Mittlerweile versuche ich alles mit mehr Leichtigkeit zu betrachten. Welche konkreten Ziele stehen bei Dir an? Ganz ehrlich, ich habe mehr erreicht, als je gedacht. Ich bin gerade dabei, zu verarbeiten und zu sortieren. Als ich 15 war habe ich mir gedacht, wenn ich ein Mofa hätte, könnte ich auch eine Freundin haben. Dann fühle ich mich sicher genug, um zu beeindrucken. Als ich das Mofa hatte, dachte ich, ich bräuchte ein Auto, um das Ganze zu realisieren – und so geht es immer weiter. Dabei ist es viel wichtiger, zu versuchen, das, was man jetzt hat, zu leben und zu genießen, anstatt sich schon auf das Nächste zu freuen. Bei welchem Newcomer siehst Du aktuell viel Potenzial? Klingt nach Eigenwerbung, aber ich habe jetzt gerade eine Band, die auf meinem Label läuft, die heißt „La Rochelle Band“. Die nehme ich mit auf Tour, denn sie sind echt großartig. Was machst Du, wenn Du mal Zeit hast? Die habe ich nie. Früher habe ich viel gelesen. Leider kommt Lesen zu kurz, deswegen bin ich auf Hörbücher umgestiegen. Ich komme aus der Malerei und wenn ich mal Zeit habe, dann versuche ich Bilder zu malen. Sonst widme ich mich der Familie und mache Sport. Nimmt man seine Musikkarriere ernst, dann bedarf es der dazugehörigen Bereitschaft. Als Schütze mit Aszendent Wassermann gibt es nur ganz oder gar nicht. Ich danke Dir für das interessante Gespräch.

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Kleid ESCADA Kette GABRIELE FRANTZEN Ring POMELLATO 67

FOTOS ANJA FRERS | STYLING OLIVER RAUH

bad hair day 116


Top LOUIS VUITTON

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Kleid SERKAN CURA COUTURE

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Kleid MICHALSKY Kette GABRIELE FRANTZEN Schuhe LOUIS VUITTON

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Kleid CLAIRISSE HIERAX Armband SCHUMACHER Ring POMELLATO Schuhe PRADA

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Kleid MANISH ARORA

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Fotos ANJA FRERS | Styling OLIVER RAUHO- | Produktion PABLO KÜMIN | Assistenz Styling FLORIAN ROGOSS | Hair PABLO KÜMIN (using Redken & Balmain hair) | Assistenz Hair IRIS GROB, MARCO NATALI | Perrücke HAAR VITAL | Makeup HEIKO PALACH (using Chanel) Retouch SEBASTIAN REUTER | Models ROKSANA (Izaio models ), ANU ( m4 models )

Kleid TORY BURCH Sonnenbrille TOM FORD Armband PHILIPPE AUDIBERT für ATELIER SWAROVSKI


Kleid PRADA Collier GIAN PAOLO MARIA for ATELIER SWAROVSKI

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Das Storchenhaus in Raiding misst 37 Quadratmeter und wurde ausschlieĂ&#x;lich aus Holz, Stroh und Ziegeln konstruiert.

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Stor chen nest Terunobu Fujimori ist ein Magier unter den Architekten. Fragil, unwirklich und mysteriös wirken die Teehäuser, Museen und Pavillons,

die er seit Beginn der neunziger Jahre konstruiert. In ihrer archaischen Naturverbundenheit könnten sie den Kulissen eines Herr-der-Ringe-Films entsprungen sein.

Doch Terunobu Fujimori meint es ernst. Der japanische Baumeister schafft poetische Orte des Rückzugs und der Auszeit, die mitunter sogar den Boden unter den Füßen verlieren. Von Norman Kietzmann | FOTOS Akihisa Masuda

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s gibt zwei Gruppen von Architekten: Die einen, die bauen. Und die anderen, die gerne bauen würden. Terunobu Fujimori wählte einen anderen Weg. Über Jahrzehnte widmete sich der japanische Baumeister der Architekturgeschichte, bevor er selbst mit dem Entwerfen begann. Doch das lange Warten hat sich gelohnt. Die Gebäude des architektonischen Spätzünders sind alles andere als leblose Hüllen oder gar profane Schuhschachteln: Sie wirken vertraut, fremdartig, archaisch und fragil zugleich. Kurzum: Sie sind gebaute Poesie. Terunobu Fujimori ist ein Zeitreisender durch die Geschichte des Bauens. Mit seinen Architekturen befördert er längst vergessen geglaubte Baumethoden und Materialien in die Gegenwart. Der Bruch gegenüber dem heutigen Standard konnte größer kaum sein. Seine Wände bilden keine glatten Flächen, sondern sind zu schiefen, geradezu grotesken Formen verzogen. Türen und Fenster folgen ebenso keinem rechten Winkel, während der Zutritt häufig allein über klapprige Leitern erfolgt. Anstelle von Beton kommen Stein, Erde, Lehm, Hölzer, Kohle, Rinde, Papier und Mörtel zum

Das Storchenhaus in Raiding ist eines von zehn geplanten Gästehäusern aus japanischer Architektenhand. Auch für die weiteren Gebäude konnten prominente Baumeister wie SANAA, Sou Fujimoto, Kengo Kuma, Toyo Ito und andere verpflichtet werden.

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Einsatz, und zwar in unbearbeiteter Form. Keine Zusatzstoffe sollen die Materialien und ihre ursprünglichen Eigenschaften verfremden. Die Folge: Gebäude werfen jeden Anker über Bord, mit denen man sie zeitlich verorten könnte.

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Terunobu Fujimoris erstes Gebäude: Das Jinchokan Moriya Geschichtsmuseum in der Präfektur Nagano (1990-1991).

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as Ziel von Terunobu Fujimori sind keine Bruttogeschossflächen, sondern Orte mit einer starken, sinnlichen Identität. Dennoch nimmt es der Professor an der Tokioer University of Industrial Science mit dem klassischen Kanon nicht allzu eng und zeigt auch eine gesunde Portion Humor. Seine Architektur kokettiert mit der Tradition und schafft auf diese Weise etwas Eigenständiges und Neues. Den Grund dafür liefert nicht zuletzt auch die Topografie. Selten bespielen seine Bauten urbane Situationen und erst recht keine geschlossenen Häuserblöcke. Stattdessen erobern sie Baumwipfel und schweben mitunter sogar über den Boden hinweg. Vor allem seine Häuser für die traditionelle, japanische Tee-Zeremonie entpuppen sich als wahre Kletterkünstler. Sie bilden Orte des Rückzugs, die gerade einmal Platz für zwei Personen bieten. Doch genau darin liegt ihre Stärke: Sie offenbaren Größe inmitten der geschrumpften Dimension und loben auf diese Weise Einsamkeit und Ruhe – ein wertvolles Gut in einer rundum vernetzten Gesellschaft. „Das 20. Jahrhundert ist bereits die zweite Ära, in welcher die Sprache der Architektur internationalisiert wurde. Die erste greift auf Tausende von Jahren zurück, als die Menschen an den verschiedensten Orten auf der ganzen Welt Häuser für sich selber bauten und die – grob betrachtet – eigentlich alle gleich aussahen. Was ich gelernt habe, ist: wenn man zeitlich weit genug zurück geht, sind die Menschen überall auf der Welt – egal ob in Japan, Europa, dem ursprünglichen Amerika oder Afrika – gänzlich unabhängig voneinander mehr oder weniger auf die gleiche Lösung gekommen: Die Hütte“, sagt Terunobu Fujimori. Geboren 1946 in der Präfektur Nagano, studierte er an den Universitäten von Tohoku und Tokio Architektur. Neben dem Verfassen theoretischer Arbeiten näherte er sich der gebauten Umwelt durch Beobachtung. Zusammen mit ein paar Freunden gründete er die Gruppe „Architektur-Detektive“, die sich auf die Suche nach frühen Einflüssen westlicher Architektur in Japan machte und diese in einem umfangreichen Bildband veröffentlichte. Seine Sinne sollte Terunobu Fujimori jedoch vor allem durch die Gründung der „Roadway Observation Society“ im Jahr 1986 schärfen. Auch diese Architektengruppe nutzte die Kamera als Medium und dokumen-


Fragiles Raumwunder: Das „Takasugi-an“ (Zu hohes Teehaus) misst in seinem Inneren nur 6,2 Quadratmeter.

Die Gebäude werfen jeden Anker über Bord, mit denen man sie zeitlich verorten könnte.

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Prominenter Auftraggeber: Das „Ichiya-tei“ (Teehaus für eine Nacht) baute Terunobu Fujimori 2003 für den japanischen Ex-Premierminister Morihiro Hosokawa.

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tierte Phänomene im urbanen Raum. Im Fokus standen keine Gebäude, sondern beiläufige und scheinbar unbedeutende Dinge wie der Schatten eines Baumes, der auf eine Wand geworfen wird. Auch diese Haltung ist exemplarisch für seine Herangehensweise: Architektur wird nicht als autarkes Handeln oder pure Dinglichkeit verstanden. Sie ist eingebettet in die Natur, in die Stadt und nicht zuletzt auch in die Geschichte.

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en Sprung von der Theorie in die Praxis vollzog Terunobu Fujimori erst 1990 im Alter von 43 Jahren mit dem Bau des Jinchokan Moriya Geschichtsmuseum in der Präfektur Nagano. Das zweigeschossige Gebäude wirkt wie ein Schlüssel für seine späteren Projekte, die ebenso nur schwer als Architekturen jüngeren Datums zu erkennen sind. Der Reiz liegt in der Sinnlichkeit der Materialität. Die Außenfassade des Hauses wurde nicht mit gewöhnlichen Brettern verkleidet, sondern mit Zedernholz, das von Hand in Richtung der Holzfaser gespalten wurde. Das Ergebnis ist eine raue, stark reliefierte Oberfläche, die jeglichen Einfluss von Maschinen negiert. Für die Wände im Innenraum wurde ein Gemisch aus Mörtel, Lehm und Stroh verwendet, wobei sich letzteres als subtiles Muster auf der Oberfläche der Wände abzeichnet. Das Haus könnte schon vor hunderten von Jahren gestanden haben, wenn nicht ein kleines Detail den Betrachter skeptisch machen würde: Die Stämme der Zedernbäume, die zugleich die tragende Struktur des Gebäudes bilden, durchstoßen das holzgedeckte Dach in eindrucksvoller Geste und weben eine Spur Mad-Max-Pop in die Architektur mit ein.

Auch wenn Terunobu Fujimori in Japan längst nicht nur in Architektenkreisen bekannt ist, wurde die internationale Öffentlichkeit erst 2006 auf ihn aufmerksam. Der heute 67-Jährige hatte auf der Architekturbiennale in Venedig den japanischen Pavillon mit seinen poetischen Bauten bespielt. Vor allem ein Projekt zog die Blicke magisch auf sich: Das 2004 realisierte Teehaus „Takasugi-an“, das nur wenige Kilometer vom Jinchokan Moriya Museum entfernt, errichtet wurde. Der Name, der „zu hoch“ bedeutet, ist durchaus passend gewählt: das Teehaus wurde zwischen zwei Bäumen, in einer Höhe von über sechs Metern, eingespannt. Um das Haus zu betreten, müssen Besucher eine filigrane, hölzerne Leiter hinaufklettern. Der Höhensprung funktioniert gleich auf zweifache Weise. Während die Besucher wie bei traditionellen, japanischen Teehaus-Architekturen gezwungen werden, einen kurzen Halt vor dem Betreten des Hauses einzulegen, kommt dank der wackelnden Leiter ein weiterer Aspekt hinzu: Eine wohl kalkulierte Mischung aus Unsicherheit und Angst. Die Architektur ist an dieser Stelle nicht nur eine schützende Hülle – wenngleich sie diese Aufgabe durchaus erfüllt. Doch vermeidet sie den Eindruck eines festen, statischen und unverrückbaren Bauwerks, das Jahrhunderte zu überdauern vermag. Das Gebäude vermittelt das Ephemere, den flüchtigen Charme des Moments und schärft auf diese Weise die Sinne für seine Bauweise. Dass eine gesunde Portion Ironie nicht fehlen darf, zeigt die Installation „Flying Mud Boat“ aus dem Jahr 2012. Auch hier handelt es sich um eine kompakte Architektur, die allerdings bewusst den Boden unter den Füßen verliert. Das Teehaus gleicht einer schwebenden Kapsel, an vier Stahlseilen zwischen zwei hölzernen Trägern eingespannt. Das Spannende an diesem Entwurf ist der Bruch mit den gewohnten Perspektiven: Wer hat schon je ein Haus von unten gesehen? Fujimori beantwortet diese Frage mit einer schiffsartig abgerundeten Unterseite aus Lehm, während das Dach mit Blättern von gealtertem Papier gedeckt wurde. Im Inneren des Hauses steht neben einem Tisch und zwei schmalen Bänken, ein Ofen für die Tee- zubereitung. Auf einer Fläche von nur sechs Quadratmetern hat Terunobu Fujimori einen heiligen Ort des Rückzugs und des Wohlbefindens geschaffen. Eine Schutzhütte im besten Sinne des Wortes – selbst wenn diese an dünnen Stahlseilen über dem Boden schwebt. 131


Bereits seit 1852 produziert H채stens in kompletter Manufakturarbeit Betten mit Schwebegef체hl.

Best friend 132

Von Violeta Berisha


chlafen in einem fliegenden Bett als Teil der Soma-Ausstellung im Hamburger Bahnhof oder Übernachten ohne Heizung im ewigen Eis, all das scheint sehr paradox. Doch kann der Schlaf selbst paradox sein? Die Wissenschaft hat längst den Begriff des paradoxen Schlafes für sich vereinnahmt. Gemeint ist etwas, was jeder von uns schon erlebt hat, ein Stadium zwischen Schlaf und Wachsein. Dies ist das Resultat aus einer erhöhten Gehirnaktivität, oftmals ausgelöst durch heftige Träume und der Grund dafür, dass das System nicht herunterfahren kann. Wie ein Computer, der im Ruhemodus zwar lethargisch scheint, sich aber im „Untergrund“ noch weiter abarbeitet. Schlaf ist ein Zustand der äußeren und inneren Ruhe, ein weites Feld, das bis heute nicht gänzlich erklärt werden kann. Unumstößlich ist, dass der Mensch ohne Schlaf nicht überleben könnte. Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir nicht nur liegend, sondern auch schlafend. Wobei die langen Schlafphasen im Babyalter die spätere senile Bettflucht wieder aufwiegen. Dieser Zustand erscheint uns so selbstverständlich, dass wir den Schlaf nur dann hinterfragen, wenn er sich als Mangel bemerkbar macht. Es ist ein Hochgenuss, zur Ruhe zu kommen, um neue Energien für den Tag mobilisieren zu können. Unerreichbar scheint der Wunsch nach der Einhaltung der perfekten Voraussetzungen, wie gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und eine grundsätzlich zufriedene Einstellung zum Leben. Unser Fokus liegt daher voll und ganz im Horizontalen: ein gutes Bett, individuell angepasst auf die physischen Bedürfnisse des Einzelnen, ohne dabei die Belange seiner Seele gänzlich auszuklammern. Denn auch wenn wir es uns nicht immer erklären können, liegt ein unwiderlegbar kausaler Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele. 131 133


Die Suche nach der perfekten Unterlage kann sich ähnlich langwierig gestalten, wie die Suche nach dem perfekten Partner. Allerdings ist die Aussicht auf Erfolg im ersten Fall weitaus realistischer. Federkern oder Schaumstoff? Harte oder weiche Unterlage? Die Meinungen gehen auseinander, was nicht nur daran liegt, dass die wissenschaftlichen Studien sich stets erneuern, sondern vermutlich maßgeblich daran, dass die Bedürfnisse sehr individuell und durchaus sprunghaft sind. Während die Deutschen noch etwas hinterherhinken, haben in den USA diese vielgelobten Betten längst Einzug in die amerikanischen Schlafzimmer gehalten: Boxspring-Betten. Sie bestehen aus zwei oder drei Einzelelementen, passen sich an jeden Körper an und bieten somit ein ergonomisch gesundes Liegen. Außerdem erübrigt sich bei Boxspringbetten der lästige Zusammenkauf von Lattenrost und entsprechender Matratze. Ein Boxspring-Bett ist sozusagen ein All-in-One-Bett, höher liegend als herkömmliche Betten, womit Ein- und Aussteigen auch für die nicht ganz Elastischen erheblich erleichtert wird, als Vorbeuge vor dem gefährlichen falschen Fuß. Der Trend aus den USA ist mittlerweile in den Luxushotels dieser Welt zu Hause. Ein Argument, das uns überzeugt. Haben sich Luxushotels doch verschrieben, ihren Gästen insbesondere die Nächte so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Boxspring-Betten haben auch eine weitreichende Tradition in Skandinavien und den Niederlanden. Die amerikanische Variante sieht eine ca. 30 cm dicke Matratze als Grundlage des Bettes vor. In Schweden wird der Basis des Bettes noch ein sogenannter Topper draufgesetzt. Je höher, desto besser. Der Bettenbauer Hästens aus Schweden produziert seit 1852 handgefertigte Betten. Oberstes Ziel der Firmenphilosophie: eine bessere Welt zu schaffen Dank guten Schlafs. Dafür finden ausschließlich beste Naturmaterialien Verwendung. Die Luxus-Betten werden nach wie vor komplett in der eigenen Manufaktur gebaut und Produktionsgeheimnisse von Generation zu Generation weitergegeben. Einen Hauch Exklusivität vermitteln die mitteleuropäischen Modelle aus dem Hause Hästens und verleihen dem Liegen ein Gefühl von Schwerelosigkeit. Liebe zum Detail und einzigartiges Design stehen in dieser Manufaktur im Vordergrund: optimaler Liegekomfort ist selbstverständlich. Das Unternehmen Auping begann vor 125 Jahren als Schmiedewerkstatt in Deventer. Mittlerweile zählt Auping zu den Marktführern in den Niederlanden, wenn es um Schlafspezialisten geht. Nachdem sich das Unternehmen auf die Unterfederung für Betten spezialisierte, wurden in logischer Konsequenz auch Boxspring-Betten ins Sortiment aufgenommen. Basierend auf den Eckpfeilern Durchlüftung, Unterstützung und gleichmäßiger Druckverteilung werden in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und renommierten Designern Qualitätsbetten produziert, die mittlerweile auch Luxushotels weltweit ausstatten. Der programmatische Slogan steht für sich: Auping nights, better days!

Das Modell „Criade Square“ der Marke Auping transportiert Wohndesign ganz im Trend der 70er.

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Oberstes Ziel der Bettenhersteller: eine bessere Welt zu schaffen, Dank guten Schlafs.

Schlafen wie die Prinzessin auf der Erbse. Modell Viceroy Divon von VI Spring - vielschichtig, nat端rlich und ohne Druck

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Ein gutes Bett: für Gäste ein immer wichtigeres Kriterium bei der Wahl ihres Hotels

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Linke Seite: Somnus steht für natürliche Produktionskette mit eigenen Schaffarmen in Großbritannien. Rechte Seite: Modernes und eindrucksvolles Design der Somnus vereinen Ökospirit mit Luxusappeal.


Schlafpsychologe und Coach, Dr. Günther W. Amann-Jennson hat etliche Hotelbetten getestet und als Gründer von SAMINA optimale Schlaflösungen entwickelt, die nicht nur medizinisch, sondern auch ästhetisch überzeugen. Harmonisch aufeinander abgestimmte Einzelelemente, bestehend aus einem doppelseitigen Lamellenrost, der freischwingend konstruiert, eine Abstützung der Lendenwirbelsäule bewirkt. Gleichzeitig werden Bandscheiben und Muskulatur entlastet. Die hochwertige Matratze aus 100 % Naturkautschuk sorgt für optimale Rückfederung. Ausnahmslos natürliche, unbehandelte und qualitativ wertvolle Rohstoffe werden bei den handgefertigten Produkten verwendet. Oberstes Ziel: so vielen Menschen wie möglich zu einem gesunden Schlaf zu verhelfen. Das Wort System verbirgt schon, dass es mit einem Bett noch nicht getan ist. Das SAMINA Schlafsystem beinhaltet darüber hinaus noch Licht, Raum- und Geräuschkonzepte, die in ihrer Gesamtheit dafür sorgen sollen, dem Hotelgast ein erholsames Schlaferlebnis zu gewähren. Ein gutes Bett nimmt bei den Gästen einen immer höheren Stellenwert ein. Die power sleeping rooms der

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Gesund schlafen ist kein geringes Kunststück

SAMINA Hotels, eine großartige Idee für die Menschen, die die Sehnsucht nach erholsamem Schlaf umtreibt, finden auf Grundlage schlafbiologischer Studien immer mehr Zuspruch. Aber wie findet man heraus, welches Bett am besten zu einem passt? „Wer gesund leben will, der muss vor allem gesund schlafen, zuhause und im Hotel“, sagt Dr. Amann-Jennson. Eigentlich haben wir es schon längst gewusst und dennoch steht bei den meisten die Anschaffung eines zugegebenermaßen nicht ganz billigen Bettes immer noch nicht an oberster Stelle auf dem Wunschzettel. Ein Zweitwagen, eine Luxusuhr oder eine Kreuzfahrt können dem guten Schlaf zu Hause schnell den Rang ablaufen. Das Bett wird aber immer mehr zum wichtigsten Möbelstück im Haus. Es gilt viele Voraussetzungen zu erfüllen, um einen erholsamen Schlaf zu bekommen. „Gesund schlafen ist kein geringes Kunststück, denn man muss den ganzen Tag dafür wach bleiben, einiges unter Tags unternehmen, um die Müdigkeit und den Schlaf zu fördern und dann für die Nacht alle notwendigen, elementaren Voraussetzungen schaffen, um tatsächlich ausgeruht, erholt und gestärkt aufzuwachen“, sagt Dr. Amann-Jennson. Dass dabei Stress, Lärm und viele andere Faktoren von außen, nicht zuletzt das Schnarchen des Partners lästig und störend sein können, unterstreicht ebenfalls Prof.Fietze, Schlafmediziner an der Berliner Charite. Seine Empfehlung: „Nicht am Schlaf sparen, wenn nachts zu wenig, dann am Tage durch ein Power-Nap den Schlaf nachholen.“ Weiterhin betont Professor Fietze, dass 7 bis 7,5 Stunden mit geringem Wachanteil perfekt wären für ein frisches Aufwachen am Morgen. Seitenschläfer, Bauchschläfer oder Rückenschläfer, für die Wirbelsäule scheint nur eine Lage optimal, nämlich die Rückenlage. Ganz wichtig ist natürlich der ästhetische Aspekt. Bequem und trotzdem schön, ist die Devise. Vor Kurzem eröffnete in München der Betten ConceptStore, der seinen Kunden nicht nur das Möbelstück in passendem Ambiente vorstellt, sondern sich mit der ganzen Welt des Schlafens befasst. Luxusbetten und ausgewählte Schlafaccessoires erlauben dem Besucher, seine Schlafstätte individuell zu gestalten. Boxspring-Betten, bei Wunsch auch maßgeschneidert, liefert die LuxusMarke Vi-Spring aus dem Groß-Britannien. Materialien wie Cashmere, Pferdehaar, Kamelhaar, Schafwolle, Seide oder Flaks werden für die handgearbeiteten Matratzen verwendet. In Deutschland wird nun das Vi-Spring Bett mit original Hermès Stoffbezug präsentiert, Design individuell wählbar. Die hand made Luxus-Betten aus dem Hause Somnus stammen ebenfalls aus dem Vereinigten Königreich und setzen in Sachen natürliche Bestandteile ganz auf die hauseigenen Produktionsstätten. Wolle und Rosshaar stammen von der eigenen Farm in Yorkshire, wo Nachhaltigkeit und Qualität aus kontrolliertem Anbau garantiert wird. Die organischen Materialien gewährleisten Atmungsaktivität, Elastizität sowie Frische in gesunder Schlafatmosphäre.

Das Potential wunderschöner Betten mit optimalem Schlafkomfort ist riesig. Die Wissenschaft der Somnologie, ein vergleichsweise junges medizinisches Fachgebiet, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Lehre des Schlafs und der damit verbundenen Schlafforschung. So wird Schlafen auf dem Rücken statt auf dem Bauch empfohlen, was nicht jedermanns Sache ist. Mehr Protest ruft sicherlich die Aussage hervor, dass alleine schlafen der menschlichen Natur eher entspricht, als der gemeinsame Schlaf. Getrennte Schlafzimmer gelten als nahezu fahrlässig für jede Partnerschaft. Dem gegenüber steht doch ganz klar, dass das gemeinsam geteilte Bett für Sicherheit, Schutz und Geborgenheit steht. Damit wären wir wieder am Anfang: Körper, Geist und Seele müssen im Einklang stehen. Wenn der Geist und die Seele mehr – oder weniger – im Gleichklang sind, muss man noch dem Körper gerecht werden: mit dem richtigen Bettentyp. Dabei kann man ruhig nach der berühmten Erbse suchen – bei den von uns beschriebenen Produkten allerdings eine kleine Herausforderung! Der neu eröffnete Betten Concept Store in München präsentiert große Auswahl und Kompetenz im Segment der Boxspringbetten.

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Hästens, die schwedische Bettenmanufaktur ist bekannt durch das weiĂ&#x;-blaue Karo, aber auch durch Verwendung von Rosshaar

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seeker of

truth FOTOS JOHN BRÖMSTRUP | STYLING CHRISTINA VAN ZON

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Hose KILIAN KERNER, Hemd SADAK, Schal BECKSÖNDERGAARD

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Hose MADS DINESEN, Hemd SOPOPULAR, Weste SADAK, Kette NCA-BERLIN

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Hose STARTSYLING, Hemd HIEN LE, Weste VLADIMIR KARALEEV, Socken FALKE, Schuhe TIGER OF SWEDEN, Cap NCA-BERLIN

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Fotos: John Brömstrup (Syndikat Artists) | Styling: Christina van Zon (Nude Agency) | Hair & Makeup: Astrid Glänzel (Liganord) | Model: Tronje (Promod)

Rock HENRIK VIBSKOV, Hemd HANNIBAL, Weste TOMMY HILFIGER, Socken BURLINGTON, Schuhe TIGER OF SWEDEN, Hut NCA-BERLIN


Hose MADS DINESEN, Hemd SCHMIDT TAKAHASHI, Shirt STARSTYLING, Mantel HANNIBAL 145


S P A N SCH IDEE Wenn Schotten mit dem Feuer spielen, führt dies mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem hochprozentigen Edelbrand. Einer der besten unter den erlesenen Tropfen stammt aus dem Hause Talisker. Die Traditionsdestillerie steht für exquisiten Whisky und außergewöhnliches Risiko. Abenteuerlust liegt ihnen im Blut, und die einfallsreichen Destillateure haben dafür eine Aufsehen erregende Lösung parat: die „Talisker Challenge“, eine Schnapsidee im besten Sinne des Wortes. von Sandra Friebel Fotos von: Talisker

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15 Meter hohe, stahlgraue Wellen, Kälte, Hunger, Haie und ungezählte Stunden Schlafentzug - es gibt Menschen, denen bei dem Gedanken an diesen Zustand absoluter Erschöpfung das Serotonin durch die Synapsen rauscht. Sie alle sind Teilnehmer der Talisker Challenge, dem härtesten Ruderrennen der Welt, das 1997 von der schottischen Destillerie ins Leben gerufen wurde. Der Wettbewerb geht zurück auf die beiden norwegischen Ruderer George Harbo und Frank Samuelson, die 1896 als erste den atlantischen Ozean überquerten. Im 2-Jahres Rhythmus reisen die unerschrockenen Extremsportler zu Winterbeginn nach San Sebastian, La Gomera, um sich von dort aus in die Fluten des Atlantiks zu stürzen. 90 Tage kann es dauern, die 4.500 Seemeilen bis nach Nelson´s Dockyard English Harbour auf Antigua zurückzulegen, genauer gesagt zu rudern. Es gibt tatsächlich Sportfreaks, die sich schon mehrfach diesem Wahnsinn gestellt haben: diese Routinierten erreichen das Ziel

Chris Walters mit seinem Team „the Corinthians“ trotzt wilden Stürmen des Atlantiks

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Der Fels der schottischen Talisker-Insel Skye ist das Wahrzeichen der Challenge

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bereits nach 6 Wochen. Allerdings geht es bei diesem Event nicht um Schnelligkeit oder kompetitives Kräftemessen. Dabei sein ist alles, Überwasserhalten noch mehr. Denn nicht alle schaffen es bis in die karibische Hafenstadt. Während wir in der vorweihnachtlich gemütlichen Redaktion diese Zeilen schreiben, fällt auf La Gomera am 2. Dezember 2013 der Startschuss für die 45 Teilnehmer. Sobald sie den sicheren Hafen der kanarischen Insel verlassen haben, sind die 1- 5 personenstarken Teams auf sich allein gestellt. Im großen Ozean der unberechenbaren Naturgewalten kämpfen sie gegen Wind und Wetter. Wer bereits das relativ betrachtete Glück genossen hat, in einem gut ausgestatteten Fitnesstudio, Bi- ,Tri- und beliebige -Zeps am Rudersimulator in Form zu bringen, kann ermessen, was es heißt, sich gegen diesen Widerstand zu behaupten und wird dankend die Position des Steuermannes übernehmen. Doch das Fitnessstudio ist die Badewanne unter den Weltmeeren. Hier wird nach Komplimenten gefischt, nicht nach Nahrung, gefährliche Wellen sind ausschließlich in Form von komplizierten Yogaübungen existent und im schlimmsten Fall beißt der Muskelkater, nicht der Hai. Vor allem aber kann das Laufband jederzeit abgestellt werden, Auslaufphase, Stopp, Ende. Nicht so am Tag 32, irgendwo in den Tiefen des Atlantik. Von Sonnenaufgang bis tief in die Nacht, ununterbrochen ruft die Einsamkeit aus erster Hand. Während die Daheimgebliebenen unter dem Weihnachtsbaum einen „Port Ruighe“ genießen oder das neue Jahr mit der „Destillers Edition“ begießen, feiern die furchtlosen Ruderer auf hoher See. Statt Whiskey wird Meerwasser destilliert, Tiefseefischen statt Höhenfeuerwerk. Sich selbst überlassen wird das Zusammenleben auf engsten Raum zu einer wahren Belastungsprobe. 2 mal 7 Meter misst das speziell angefertigte Boot, inklusive der winzigen Kabine, die vor Hurrikans schützen soll. Einmal gestartet gibt es keine Möglichkeit, die Crew medizinisch oder mit Lebensmitteln zu versorgen. Kurzum: körperliche und psychische Ausdauer werden so wichtig, wie die salzige Luft zum Atmen, um dieses waghalsige Experiment zu bestehen.

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as führt die 45 Teilnehmer dazu, sich diesen Ausnahmebedingungen, einem lebensbedrohlichen Risiko auszusetzen? Ist es Euphorie, Leichtsinn, Nervenkitzel oder gar das Fehleinschätzen der eigenen Kräfte? Siebzehn überwiegend britische und schwedische Teams treten in diesem Jahr das Rennen an. Viele der Teilnehmer waren zuvor in der Armee beschäftigt. Ob als Mitglied der Marines oder Teil der Air Force, sie alle suchen einen Ausgleich nach Beendigung ihrer militärischen Karriere. Es erklärt sich von selbst, dass debütantische Aufwärmübungen wie der NYC Marathon oder der „Ironman“ in diesem Fall nicht ausreichen, um an die persönlichen Grenzen zu stoßen. Daneben gibt es die Vertreter der beruflichen Umschulung – vier britische Polospieler sind als „Atlantic Polo Team“ im Namen des noblen Whiskeys unterwegs. Auch Mike Burton und Tom Salt, zwei erfahrene Profisegler, die in den großen Weltmeeren zu Hause sind, haben sich neue Ziele gesteckt und diese in der Überquerung des Atlantischen Ozeans gefunden. Auf den ersten Blick ein klarer Heimvorteil, doch die Perfektion nautischer Kenntnisse auf hoher See scheint absurd, denn keiner der beiden hat je zuvor ein Ruder in der Hand gehalten. 149


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ür einige Teilnehmer auf der Startliste bewegt sich das Rennen zwischen Verwirklichung des eigenen Lebenstraums und einem persönlichen Aufruf. Die beiden Kriegssoldaten Scott Blaney und Cayle Royce wurden bei einem militärischen Einsatz so schwer verletzt, dass nur Amputationen ihre Leben retten konnten. Ein Leben veränderndes Ereignis, das die beiden dazu brachte, die Talisker Challenge anzutreten. Sie sind nicht nur hier, um sich selbst zu beweisen, was möglich ist, sondern vielmehr, um zu zeigen, dass es sich lohnt, ungeachtet aller Hindernisse, etwas aus diesem einzigen Leben zu machen, sich Herausforderungen zu stellen und über sich selbst hinauszuwachsen. Auch die beiden jüngsten Teilnehmer in der Geschichte des Rennens, beide 21 Jahre alt, teilen diesen Gedanken. Sie möchten junge Menschen motivieren, das Ruder buchstäblich in die Hand zu nehmen und ihr Leben zu gestalten.

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Um diesem Aufruf Nachdruck zu verleihen, sammelt jedes Team Geldspenden bei den eigenen Sponsoren, die unterschiedlichen Charity-Organisationen wie dem Projekt „Help vor Heros“ einer Stiftung für Kriegsverwundete, zugutekommen. Es ist ihr Wunsch, denen zu helfen, die es besonders schwer haben, ihre Träume zu verwirklichen. So unterschiedlich die Menschen und ihre Motivationen, sich in diesem Jahr erneut der Königsdisziplin des Rudersports zu stellen auch sind, eines haben sie gemeinsam: sie alle wollen und werden an ihre Grenzen stoßen und mit titanischer Willensstärke kämpfen. Ein sportiver Aufruf, ein beispielloser Irrsinn oder ein eisernes Erfolgsrezept, gelebt und gesponsert durch das Traditionsunternehmen Talisker - die Botschaft ist klar und deutlich: Das Ziel erreichen!


Land in Sicht: das Team „Box Number 8 erreicht 2011 als erstes das Ziel in Port Saint Charles, Barbados

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Wayne Mc Gregor inszenierte als Resident Choreograf des berühmten Sadler‘s Wells Theatre London „FAR“, inspiriert durch Roy Porter und den Philosophen Diderot

Was man im Kopf hat, Der Zusammenhang von Mensch und Maschine, die Digitalisierung des Körpers, die Mathematik seiner Bewegung: das sind die Themen Wayne McGregors. Der britische Choreograf wurde mit ungeahnten Zugängen und unvorstellbaren Inspirationen zum Weltstar des modernen Ballett. von Manuel Almeida Vergara 152


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hat man in den Beinen.

„Dancing in the rain“ diesmal ganz anders: Die Company von McGregor tanzte über 24 Stunden in der Rain Room Installation der Barbican Curve Gallery und stand somit einen Tag lang im Regen.

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O Tänzerische Perfektion gepaart mit Wissenschaft und Überraschungsmomenten.

ft sind es Erinnerungen aus der Kindheit, die uns zu Großem motivieren und zu Erfolgen beflügeln. Für Wayne McGregor waren es die Filme „Saturday Night Fever“ und „Grease“, die ihn nachhaltig beeindruckten und mit acht Jahren in die Welt des Tanzes entführten. Heute erinnert nur wenig in den Werken McGregors an die paillettenbesetzte Disco-Ära oder die postpubertäre Liebelei zwischen Danny und Sandy. Modernes Ballett: Eine völlig neuartige Verbindung aus Tanz und Technologie bestimmen den Stil des britischen Choreografen, eine detaillierte Kunstform, die für den jungen Wayne zunächst außerhalb seiner Vorstellungskraft lag. Am Bretton Hall College in Leeds studierte er Choreografie und machte auch in Semiotik einen Abschluss. Allzu gern bedient sich McGregor heute der philosophischen Zeichentheorie, der Wissenschaft über Symbol und Signal und der Lehre urmenschlicher Gestik. Auch Jahre an der New Yorker Schule José Limons, dem bedeutenen Tänzer, der mit seiner Form des Modern Dance die tänzerische Bewegung des 20. Jahrhunderts maßgeblich bestimmte, prägten Wayne McGregor sichtlich. Nach seiner Rückkehr gründete er 1992 seine eigene Kompanie und wurde mit „Random Dance“ weltberühmt. Unorthodox und überraschend, maschinell und modern präsentiert er mit seinem Ensemble immer wieder Choreografien, die von unerwarteten Momenten leben. Kaum lassen sich die schnellen und vielfältigen Positionen visuell erfassen. Erst der perfekte Ablauf und die Genauigkeit jeder einzelnen Bewegung ergeben das makellose Gesamtbild seiner künstlerischen Darbietungen. Sind Wayne McGregors Choreografien selbst für erfahrene Kritiker nicht leicht in Worte zu fassen und für den Laien nur schwer zu verstehen, so werfen die Entstehungsprozesse hinter den Tänzen teilweise Rätsel auf. Seinen Ideen liegen nicht nur Emotionalität und Schönheit zu Grunde, auch komplexe Themen der Humanwissenschaft, Genetik und Robotik finden in den Aufführungen McGregors ihren Anklang. Er befasst sich während seiner täglichen Arbeit mit biometrischen Daten und Mathematik. Das Zählen der eigenen Schritte, das Aufzeichnen des Herzschlags und das Messen des Pulses: immer wieder strebt Wayne McGregor an, seinen und die 155


Atomos: eine dreidimensionale Performance. McGregors visueller Remix wurde von seinem Ensemble „Random Dance“ kunstvoll ausgeführt.

Technische Forschung auf Weltniveau fasziniert durch eine neue Ästhetik getanzter Kunst.

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Oft findet er ungeahnte Bezüge zwischen Mensch und Maschine

oben: kreatives Projekt für Max Mara und deren Stiftung Collezione Maramotti im Teatro Municipale Reggio Emilia, Valli. „Scavenger“, der Lumpensammler, eine skurrile Verbindung zum Luxuslabel. unten: „Entity“Mechanismen eines Systems in Bewegung und Raum

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Körper seiner Tänzer zu mathematisieren und die nüchternen Ergebnisse in ausdrucksstarken Tanz umzuwandeln. Der Kontrast zwischen der fehlerfreien Präzision der Bewegungsabläufe hochmoderner Maschinen und der sanften, unvorhergesehenen Gestik des Menschen begeistern ihn. Oft findet er ungeahnte Bezüge zwischen Mensch und Maschine. 1997 inszeniert McGregor eine Simultanvorstellung zweier Tanzgruppen in Berlin und in Kanada und koordiniert die Tänzer mit Hilfe einer Satellitenübertragung. „Ataxia“ bespricht 2004 in tänzerischer Bewegung die Koordinationsstörung. Sich dieser möglichst reell nähernd stattet Wayne McGregor die Protagonisten mit Prismenbrillen aus. Ein Jahr später schickt er sie zum Kardiologen, um ihre Herzrhythmen aufzeichnen zu lassen. Das bewusste Erleben ihres inneren Rhythmus sollte ihre Ausdrucksweise und Tanzstile für das Stück „Amu“ beeinflussen. Seit 2006 ist Wayne McGregor Resident Choreograf des Londoner „Royal Ballet“, 2011 wurde er als „Commander of the Order of the British Empire“ ausgezeichnet. Wayne McGregor hat etwas bewegt, nicht nur auf zahllosen Bühnen, sondern in der gesellschaftlichen Wahrnehmung des Tanzes. Er hat manifestierte Ideale der darstellenden Künste gebrochen und neue Zugänge zu Choreografie und Tanzästhetik gefunden, eine Brücke geschlagen zwischen der hochmodernen Technologie unserer Zeit und der Jahrhunderte alten Kunst des Ballett. Sein letzter Coup erwuchs ebenso aus diesem beispiellosen Verständnis, dass sich kunstvoller Tanz unterschiedlichster Inspirationen bedienen kann. Im historischen Hauptsitz der Modemarke Max Mara im italienischen Reggio Emilia, der sonst die kontemporäre Kunstsammlung „Collezione Maramotti“ beherbergt, führte McGregor im November sein neuestes Projekt auf. „Scavenger“, der „Straßenkehrer“ oder „Lumpensammler“, ergibt sich aus drei Aspekten: der chorischen Vision McGregors, der eigenen Kreativität jedes einzelnen Tänzers und einem dritten, unerwartetem Element. „Becoming“, eine Art zusätzlicher, virtueller Tänzer. Die technische Skulptur basiert auf einer Software, die Impulse und Regungen der Tänzer digitalisiert und auf einem Bildschirm optisch wiedergibt. Am 15. November feierte das Stück im Teatro Valli Weltpremiere und wurde zusammen mit


McGregors „Atomos“‟ präsentiert. Auch „Atomos“‟, das „Unsichtbare“,‟ resultiert aus der Vernetzung von Körper und Maschine. Dem Namen entsprechend stand zu Beginn der Konzeption die Frage, wie sich der menschliche Körper zerstäuben lässt, seine untrennbaren Strukturen aufzubrechen sind. Zusätzlich ließ sich der Choreograf von einem Film inspirieren, dessen Titel er verschweigt. Nicht nur der bildliche und körperliche Inhalt des Streifens, auch seine Emotionalität wandelte McGregor in einem detaillierten Prozess in tänzerische Bewegungen um. In 12.000

Teile geschnitten, ließ er jeden seiner Tänzer eines der Einzelbilder wählen, von denen sich diese angezogen fühlen, sei es durch bloße farbliche Vorlieben, inhaltliche Aspekte oder emotionale Bindung. Nach ausführlicher Analyse der einzelnen Bilder, ihrer Bewegung und Stimmung entstand eine virtuose Choreografie, die aus zahlreichen kleinen „Miniaturtänzen“ besteht. Aus zahllosen Atomen, die gemeinsam ein großes Ganzes bilden: die Bewegung in der Gemeinschaft, die Choreografie, das Ballettstück, ein eigener Film.

Mark Wallinger kreierte das aufwendige Bühnenbild von „undanced“ und wurde sowohl in London als auch in LA gezeigt.

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Die Essenz der sieben Sachen Mit dem Modell „Avietta“ ersann die Mailänder Taschenmanufaktur Valextra das erste Reisegepäck des Jetzeitalters. Die puristische Strenge ihrer Entwürfe verdankt sie einem Minimalisten par excellence: dem Mailänder Architekten, Designer und Grafiker AG Fronzoni. Unter neuem Eigentümer und neuem Designchef wagt die Traditionsmarke nun den Angriff im heiß umkämpften Luxusmarkt. Von Norman Kietzmann

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Noch vor allen anderen Luxusmarken brachte Valextra maßgeschneiderte Hüllen für apfelaffine Elektronikprodukte auf den Markt. Im Bild: Die aktuelle Ipad-Tasche aus der Herbst-Winter-Kollektion 2013/2014.

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Die Werkst채tten von Valextra befanden sich in den Anfangsjahren direkt 체ber den Verkaufsr채umen an der Piazza San Babila in Mailand. Rechts: iphone-Tasche aus der Herbst-Winter-Kollektion 2013/2014.

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ine Tasche ist mehr als eine Tasche. Sie ist eine Frage der Haltung. Ihre Kunden in unfreiwillige Werbeträger zu verwandeln, kommt für Valextra nicht in Frage. Die einzigen Initialen, die die Mailänder Manufaktur in ihren Taschen, Koffer und Accessoires prägt, sind diejenigen ihrer Kunden. Bereits nach ihrer Gründung im Jahr 1937 wurden keine altmodischen Schrankkoffer produziert. Stattdessen wurde die Zukunft des Reisens ins Visier genommen. Valextra entwarf das erste Gepäck des Jetzeitalters, erfand den Trolley, die 24-Stunden-Tasche und brachte noch vor allen anderen Luxusmarken maßgeschneiderte Hüllen für apfelaffine Elektronikprodukte auf den Markt. Statt mit Logos überzeugen die Produkte mit einer klaren wie zeitlosen Formensprache und werden seit mehr als einem halben Jahrhundert fast unverändert produziert. Um der Moderne und nicht der Mode zu folgen, ging die Manufaktur unter der Regie ihres Gründers Giovanni Fontana in die Offensive. 25 Farben umfasst die Palette, in der sämtliche Lederwaren zur Auswahl stehen – ergänzt um zwei Sonderfarben in jeder Saison. Nicht Trends bestimmen, was die Kunden heute tragen (und in der nächsten Saison möglich schnell wieder ad acta legen sollen), sondern allein ihr persönlicher Geschmack. „Wir wollen, dass unsere Taschen auch

in zwanzig, dreißig oder fünfzig Jahren noch getragen werden. Sie geben ein sicheres Gefühl“, sagt Marco Scarpella, Executive Director von Valextra. Dem Zeitgeist folgt die Manufaktur durch ein waches Auge auf den Gebrauch. Als in den sechziger Jahren besonders schmale Zigarettenhosen in Mode waren, reagierte Valextra mit der weltweit ersten Handtasche für den Mann. „Tric-Trac“ heißt das kompakte Modell, das sich locker am Handgelenk tragen lässt und Platz für all jene Dinge bietet, die in den engen Hosentaschen keinen Platz mehr finden. Auch beim Reisegepäck war die Manufaktur Vorreiter. 1954 wurde die Aktentasche „24 ore“ vorgestellt, die Platz für ein zusätzliches Hemd und Wechselwäsche bot und auf Anhieb mit dem italienischen Designoscar „compasso d‘oro“ ausgezeichnet wurde. Mit dem Modell „Avietta“ wurde Ende der fünfziger Jahre die erste Reisetasche speziell für Piloten entwickelt, die zur Blaupause für die gesamte Trolley-Industrie wurde. Auch wenn die ersten Modelle ausschließlich aus Leder gefertigt wurden, kommt für die aktuelle „Avietta“ ein eigens für Valextra entwickeltes Hightech-Textil zum Einsatz. Selbst Messer können das extrem leichte Fasergemisch aus Kevlar und Polyamid nicht durchtrennen. „Um die Tasche zu zerstören, müsste man schon auf sie schießen“, sagt 163


Oben: Klassiker aus dem Jahr 1973: Die Aktentasche „Premier“ von A.G. Fronzoni Unten: Damenhandtasche „Milano“ aus Krokodil (Frühjahr-Sommer-Kollektion 2014)

Marco Scarpella sichtlich zufrieden. Dass die Manufaktur bis heute ihrem Gründergeist verbunden bleibt und reißerischen Entwürfen zu widerstehen vermochte, mag ungewöhnlich erscheinen. Doch Valextra verdankt seine strenge Linie einem Puristen par excellence: dem Mailänder Architekten, Designer und Grafiker AG Fronzoni, der in den sechziger und siebziger Jahren als Art Director die kreativen Geschicke des Unternehmens leitete und Klassiker wie die Aktentasche „Premier“ entwarf. Fronzoni war es auch, der dafür sorgte, dass sämtliche Verschlüsse, Schnallen und Griffe patentiert wurden und heute bei keinem anderen Hersteller zu finden sind. „Die „Premier“ und ihre Zeitlosigkeit sind der Schlüssel zu jeder Kollektion. Es ist Dasselbe wie in der Kunst: Die besten Arbeiten haben keine Zeitlimits“, sagt Marco Scarpella.

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ennoch steht auch Valextra vor einem Neuanfang. Im März diesen Jahres übernahm der britische Finanzinvestor Neo Capital die Mehrheit an der Manufaktur, die der Unternehmer Emanuele Carminati Molena im Jahr 2000 von der Gründerfamilie gekauft und seitdem geleitet hatte. Neben der Londoner Parfümmarke Miller Harris gehören ebenso die Pariser Bäckerei Paul sowie die Patisserie Ladurée zum Portfolio der Briten, die ihren Schwerpunkt vor allem auf die Internationalisierung von Marken gelegt haben. Die Ziele für Valextra sind hoch gesteckt. Unter der Regie des neuen Geschäftsführers Marco Franchini, der zuvor das Europa-Geschäft von Gucci verantwortete und als langjähriger CEO der Schweizer Traditionsmarke

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Bally tätig war, wagt die Manufaktur den Angriff im heiß umkämpften Luxussegment. In fünf Jahren, so die Prognose, soll der Umsatz verfünffacht werden. Ein ehrgeiziges Vorhaben nicht nur aus Sicht des Verkaufs, der sich bislang auf zehn eigene Boutiquen in Japan und Südkorea sowie den Stammsitz an der Via Manzoni in Mailand konzentriert. Auch in puncto Produktion wird sich die Manufaktur neu positionieren müssen. Denn bislang werden sämtliche Gepäckstücke und Accessoires allein in Bergamo am Fuße der Alpen hergestellt. Rund 50 Mitarbeiter sind heute in der Produktion tätig, knapp 90 im gesamten Unternehmen. Rund 37.000 Produkte werden dort im Jahr von Hand gefertigt, dieser Wert soll auf 150.000 Artikel ansteigen. „Die Produktion wird auch in Zukunft nur in Italien erfolgen“, beruhigt Marco Franchini vorab schon die Gemüter.


Eleganz ohne Logo: Die einzigen Initialen, die die Mail채nder Manufaktur seit 1937 in ihre Taschen, Koffer und Accessoires pr채gt, sind diejenigen ihrer Kunden.

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Sämtliche Gepäckstücke und Accessoire werden in Handarbeit in Bergamo am Fuße der Alpen hergestellt. Unten: Exotische Ledersorten haben bei Valextra Tradition. Tasche „Brera“ in Eidechse (Frühjahr-Sommer-Kollektion 2014)

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Die Besonderheit der Fertigung liegt in der persönlichen Verantwortung: Jede Valextra-Tasche wird von nur einem Handwerker hergestellt, dessen Kürzel zusammen mit der Seriennummer und dem Herstellungsdatum diskret im Innenleben vermerkt wird. Auf Wunsch können auch Monogramme der Kunden eingebunden werden, während ein eigener Maßservice sämtliche Sonderformate bedient.

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ine Neuausrichtung erfolgte ebenso im Design. Nahm in den vergangenen Jahren auch Firmenchef Emanuele Carminati Molena Einfluss auf die Gestaltung, wurde im Sommer Álvaro González zum neuen Design Director berufen. Der gebürtige Spanier entwarf 2002 die ersten Handtaschen für Jimmy Choo und war ebenso für Valentino, Loro Piana, Tod‘s und andere Marken tätig. 2012 übernahm er die kreative Leitung von Stuart Weitzmans Luxuslinie SW1, bis er von Valextra abgeworben wurde. Seine erste Kollektion für FrühjahrSommer-2014, die während der Mailänder Modewoche Ende September vorgestellt wurde, verspricht vor allem eines: mehr Sinnlichkeit und Opulenz.

Mit den beiden neuen Handtaschen „Milano“ und „Manzoni“ brachte González eine weichere und rundere Formensprache ins Spiel, ohne mit der geometrischen Strenge der bisherigen Kollektion zu brechen. Die Spielwiese von Valextra ist seit jeher die Materialität. Neben weichem Kalbsleder bestimmen vor allem Krokodil und Eidechse die neue Kollektion, die mit zwei neuen Gelb- und Blautönen auf komplementäre Kontraste setzt. Selbst die zum Unisex-Modell gewandelte „TricTrac“ erhält in glänzendem Reptilienleder eine eindeutig feminine Erscheinung und kann am Abend wie am Tag gleichermaßen getragen werden. Exotische Ledersorten haben bei Valextra Tradition und werden vor allem bei Maßanfertigungen mit Vorliebe bestellt: Schon Maria Callas ließ sich einst ihre Hutboxen aus Nilpferdleder anfertigen, während der Emir von Kuwait gleich vierzehn Flugzeug-Koffer aus Elefantenhaut bestellte. Schließlich darf eine Spur von Extravaganz über den Wolken nicht fehlen. Zeitlosigkeit hin oder her.

Oben: Mit dem Modell „Tric-Trac“ erfindet Valextra in den frühen sechziger Jahren die Männerhandtasche. Unten: Der Stammsitz von Valextra in der Via Manzoni in Mailand.

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FOTOS ANDREAS ORTNER | STYLING SUSANNE MARX

Office Affairs

Rock BY MALENE BIRGER via net-a-porter, Bluse KAVIAR GAUCHE, Armreif MANIK MERCIAN made with SWAROVSKI elements, Armbanduhr JAEGER-LECOULTRE, Ringe KONPLOTT, POMELLATO

Kleid HALSTON & HERITAGE via net-a-porter, Kette LEKA made with SWAROVSKI elements

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Kleid DAWID TOMASZEWSKI, Str端mpfe WOLFORD, Ring POMELLATO

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Rock MISSONI via Mytheresa, Bluse HERMÈS, Collier ON AURA TOUT VU made with SWAROVSKI elements, Stift MONTBLANC

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Hose CHLOÉ via net-a-porter, Bluse MICHALSKY, Gürtel ESCADA, Ohrringe & Kette POMELLATO, Armreif KONPLOTT

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Kleid LEVER COUTURE, Schuhe & Armreif CHANEL Ohrringe & Ringe KONPLOTT

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Fotos: Andreas Ortner (Schierke Com) | Styling: Susanne Marx (Ballsaal Artist Management) | Hair & Makeup: Dorothee Meyer | Set-Design: Beatrice Sch端ll | Model: Maria (Izaio Models)

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Š Zßrich Tourismus Bruno Macor

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Fränkli & Grüezi Bei einer Umfrage nach der besten Partystadt Europas würde es Zürich bei den Meistgenannten nicht unter die Top-Ten schaffen. Die größte Stadt der Schweiz verfügt weder über die hedonistische Ausstrahlung Londons und Berlins, nicht über den Glamour von Paris, keine nennenswerte Mystik umgibt die Schweizer Stadt so wie Prag. von Violeta Berisha

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Die Kronenhalle in Zürich: Seit 1924 Treffpunkt für Freunde, Familie und Künstler.

Rote Fabrik und Fabrikjazz präsentieren jährlich das Taktlos Festival: Experimentell und neu. Foto: Schwarz-Torda

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a gibt es den Nationalhelden Wilhelm Tell, das war der mit dem Apfel, der den großen deutschen Dichter Schiller zu einem Bühnenstück inspirierte. Und die Schweizer werden nicht müde, es immer und immer wieder aufzuführen. Zürich: das sind Bankiers, viel Geld und teuerster Shopping-Boulevard der Welt, Fluchtort für arbeitslose Europäer. Zürich ist geordnet und neutral, zählt mit Singapur, Riga und Kopenhagen zu den saubersten Städten der Welt. Hier beobachtet man eher selten Menschen beim unaufmerksamen Wegschnippen einer Zigarettenkippe oder Wegwerfen von Kaugummipapier. Was sich in vielen anderen Orten in den Alltag eingeschlichen hat, bleibt in Zürich Seltenheit: für eine saubere Stadt. In Berlin gibt es Neukölln, mittlerweile ein Szeneviertel, es gibt Marzahn, Problembezirk. In New York sind es Harlem und die Bronx. In Zürich? Die Namensgebung scheint weniger kreativ. Kreis 1 – 12 stellt wohl ihre Liebe zu Zahlen unter Beweis. Banker, Fondue, Schokolade und nicht zu vergessen Uhren: alles Schweizer Markenzeichen des neutralen, renommierten Staates in Europa. Aber man verfehlte die „Große kleine Stadt“ am Zürcher See, wenn man sie auf die Banalitäten eines Durchschnitttouristen reduzieren würde. Zürich hat viele verborgene Tiefen und man glaubt es kaum, auch eine andere Seite. Die allerdings so versteckt ist, dass in diesem Zusammenhang das Wort „Underground“ tatsächlich ernst genommen werden kann in seiner echten, tiefen Bedeutung. Um derartig verborgene Locations aufzutun, braucht man vor allem eines: gute Kontakte. In Modedesigner Julian Zigerli haben wir einen absoluten Volltreffer gelandet. Er liebt seine Heimat, unmöglich das während des Interviews verbergen zu können. Aber warum auch. Nach 6-jährigem Modeasyl in Berlin kehrt er vor drei Jahren nach Zürich zurück und fackelt nicht lange, als es darum geht, sein eigenes Label zu gründen. Jetzt lebt und arbeitet das neue, junge Talent in Zürich und fühlt sich pudelwohl. Auch wenn zwingende Ausflüge nach New York, immer wieder Berlin, Paris, Mailand und London eine gelungene und noch mehr willkommene Abwechslung bedeuten, ist Zürich wieder zu seinem Lebensmittelpunkt geworden, zu Hause eben. Um dem ganzen Trubel manchmal zu entgehen, geht er am liebsten im nahegelegenen Park joggen. Da gibt es eine kleine Grünfläche, die

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verspricht Natur pur ohne Touristenschwärme. Was sich allerdings bei Erscheinen des Quality Magazins schlagartig ändern würde, verrieten wir die genauen Koordinaten. Denn wer möchte nicht gerne einem smarten, gutaussehenden Single-Designer beim Gedankenschweifen zusehen. Am Abend trifft man den jungen Zigerli hingegen gerne in der Langstraße an, oder „Longstreet“, wie die eingefleischten Zürcher sagen. Umgeben von Bars und Cafés gilt besonders der Kreis 4, jener Bezirk in dem sich auch sein Atelier befindet, als Szene Hot Spot. Als treuer Gast wird sich am Feierabend gerne mal das ein oder andere Bier in der Sports Bar gegönnt. Die wohlverdiente Pause vom harten Designeralltag. „Wir sind alle noch sehr jung und gehen gerne aus – da hat Zürich einiges zu bieten, es wird nie langweilig. Bedenkt man dabei die Einwohnerzahl, ist das eigentlich unglaublich!“, so Zigerli. Im Ausgleich zu Stress und Hektik, dient ihm Zürich als perfekter Lebensmittelpunkt und gleichzeitig als enorme Inspiration. Seine Entwürfe vereinen auf unbeschwerte Weise Lebensfreude und viel Liebe zum Detail. Die besondere Natur und Aura der Schweiz scheinen sich auf das Leben und Schaffen des Designers positiv auszuwirken. Was er am meisten an seinen Landsleuten schätzt? Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Offenheit – doch scheint ihm hin und wieder auch die derbe ‚Berliner Schnauze‘ zu fehlen. Zum Netzwerken und besonders zur Präsentation seiner neuesten Kollektion verschlägt es Zigerli zurück in die deutsche Hauptstadt. Ein Leben als Spagat zwischen Städten, die konträrer nicht sein könnten. Wir sind jedenfalls gespannt auf die neuste Kollektion des „deutschen Schweizers“ im kommenden Januar. Ob abermals sein Heimatbezug in der Mode wahrnehmbar ist? Wir werden sehen. Klein, überschaubar und doch sehr kompakt. Zürich widersetzt sich dem Vorurteil der Langsamkeit. Trotz des Prädikats „Reich und Schön“ steht Zürich seinem kantigen Bruder Berlin in Nichts nach. So besetzten Aktivisten von „Brot & Aktion“ das leerstehende Fußballstadion Hardturm, um unter dem Motto „Brotäktschen“ das Stadion in einen selbstverwalteten Erlebnispark umzuwandeln. Beeindruckende Wagenrennen à la Ben Hur, Konzerte und allerlei Verpflegungsbuden lockten rund 6000 Besucher in den umfunktionierten Hardturm. Doch wie in anderen Städten Europas und Metropolen weltweit, hatte die Undergroundszene ihre Blütezeit in den 60er und 70er Jahren. Illegale Bars und besetzte Clubs mussten nach und nach auch in Zürich legal geführten Betrieben weichen. Dieses entstandene Vakuum machte Platz für hippe Bewegungen und Subkulturen. Bis dahin wenig bekannte Musikrichtungen ertönten in den kleinen Hintertreppenbars und verrauchten Clubs, unpopuläre Töne, die in der breiten Öffentlichkeit kaum

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Modedesigner Julian Zigerli Foto: Mary Scherpe

Martine Feipel & Jean Bechameil: Among silent rooms Installation in der Galerie Katz Contemporary


Katz Contemporary zeigt nicht nur etablierte K체nstler, die Galerie bietet vor allem Nachwuchsk체nstlern eine Plattform sich zu pr채sentieren.

ZIGERLI UNDER YOUR SKIN KNIT SCARF A/W 13

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gehört werden. Immer noch sehr beliebt der Club „Exil“ und das Kulturzentrum „Rote Fabrik“, jährlich Austragungsort des „Taktlos Festival“ für experimentelle und neue Musik. Beide Lokalitäten verwehren sich dem Mainstream und zelebrieren das Unbekannte, das Neue und vor allem das Schräge – mit Erfolg. Pittoreske Berglandschaften, der Hang zu Käse, gepflegte Langsamkeit: Zürich hat sich gegen einige Bilder in den Köpfen der Menschen zu behaupten. In jedem Klischee, in jedem Witz steckt ein kleines Fünkchen Wahrheit. Nehme man die Schweizer Schokolade: Lindt, Sprüngli, Melt, Suchard (heute Milka) und viele andere Schokoladenfabriken, die zum Teil bereits im 19. Jahrhundert gegründet wurden. Lindt & Sprüngli taten sich zusammen und sind seitdem weltweit bekannte Schokoladenlieferanten, die durch traditionelles Handwerk als eine der renommiertesten Konfiserien Europas gelten. Auf Diät gesetzt sollte man mit Scheuklappen durch Zürich laufen. Insbesondere Sprüngli am Paradeplatz ist für viele Caféliebhaber ebenso wichtig wie das Café Florian am Markusplatz in Venedig. Ein kaum verzichtbarer Hochgenuss. Überall finden sich verstreut Läden, Cafés und Restaurants, die die süße Schweizer Versuchung anbieten. Bis heute produzieren die Schweizer vor allem für sich selbst: der weltweite pro-Kopf Verbrauch von Schokolade ist nirgendwo so hoch wie in der Schweiz und dennoch, fast alle Schweizer sind schlank. Freunde der britischen Teekultur finden seit Oktober diesen Jahres im ältesten, familiengeführten Grand Hotel der Welt ihren präferierten Rückzugsort. So bietet das berühmte Baur au Lac in der zugehörigen Hotelhalle „Le Hall“ einen Afternoon Tea. Neben besonderen BioTeespezialitäten kommen die Gäste in den Genuss hausgemachter Scones, Sandwichs und feinster Patisserie. Die wohl perfektionierteste Teezeremonie, in einem Ambiente, in dem bereits berühmte Persönlichkeiten wie Bertha von Suttner und Alfred Nobel ihren Afternoon Tea genossen. Feinstes Porzellan und stilvolle Blumenbouquets lassen allerdings keinen Zweifel offen: 250-jährige Traditionen gilt es zu bewahren! Die Hotelhalle ist nach wie vor das Herzstück des Hotels und wird sowohl von Hotelgästen als auch von Zürchern als die gute Stube der Stadt verstanden. Angeregte Kommunikation ist ein gewohntes Bild. Ein solches Herzstück zu verändern ist heikel, aber Pläne für die Wiederherstellung der Glaskuppel aus dem Jugendstil liegen bereits vor. Wer hohen Wert auf Historie und Tradition legt, erlebt im Widder Hotel einen exklusiven Aufenthalt – Luxus und Komfort selbstverständlich im Fokus. Neun Häuser und 700 Jahre Geschichte bilden den Hotelkomplex im Herzen der Zürcher Altstadt unweit der Bahnhofsstraße. Die neun mittelalterlichen Gebäude des Hotels Widder vereinen Geschichte, Kunst und Design und beherbergen Adlige, Handwerker, Kaufleute und Zunftmeister, die maßgeblich zur individuellen und schmückenden Entfaltung beigetragen haben. Nach langjähriger Umbauphase eröffnete das renommierte Fünf-Sterne-Hotel 1995 erneut seine Pforten und zählt als einzigartiges Anwesen neben dem Baur au Lac, Eden au Lac und 182


Fotos: Juan Rubiano

Zürich hat viele verborgene Tiefen und man glaubt es kaum, auch eine andere Seite.

The Dolder Grand zu den besten Swiss Deluxe Hotels. Ein Meisterwerk der Schweizer Architektin Tilla Theus als perfekte Vereinigung von Altem und Neuem, Tradition und Moderne. Die beeindruckende Art Collection mit Gemälden und Skulpturen namhafter Künstler setzt zusätzlich unverwechselbare Akzente, die sich in der Lobby, im Restaurant und in allen Gästezimmern befinden. Leitmotivisch vertreten der Widder, Wappentier des Hotels: Andy Warhol’s WidderBildnis „Ram“, -„Skulptur 2 Homme“ von Roberto Benazzi und auch Sophie Taeuber-Arp findet sich hier mit einer unbetitelten, abstrakten Widder-Referenz. Mit besonderen Angeboten schafft das Hotel Widder, sich von anderen Deluxe Hotels Aufmerksamkeit zu verschaffen. „For Girls Only“ verspricht ein Ladies Wochenende inklusive Wellness, Spa und Luxusshoppen, während der männlichen Gäste mit „Man’s Night“ in Form von sportlichen Limousinen und wahrem Gentleman’s Feeling gedacht wird. Zürich ist eine Stadt der Kunst. Gibt man „Galerien Zürich“ bei google maps ein, sieht man vor roten Treffern kaum noch ein Fleckchen Karte. Die „Kunst Zürich“ steht für Qualität, ganz wie ihre große Schwester, die „Art Basel“. Nächstes Jahr feiert die Kunstmesse in Zürich 20. Jubiläum und wird zeitgenössische Kunst von mehr als 70 Galerien aus dem In- und Ausland präsentieren. Aber um Kunst zu genießen, bedarf es nicht nur der jährlichen Kunstmesse im Herbst. Der Zürcher kann ganzjährig von Galerie zu Galerie tingeln, allein in der Kernstadt finden sich über 50 Museen und noch mehr Galerien. Einen Großteil des kulturellen Aufschwungs mit internationaler Anerkennung verdankt die Stadt zahlreichen Malern, Komponisten und Schriftstellern, die ihre markanten Spuren hinterlassen haben. Max Frisch, James Joyce, Thornton Wilder, Hermann Hesse und Thomas Mann. Die künstlerische und literarische Bewegung des Dadaismus erlebte 1916 in Zürich ihre Geburtsstunde. 183


Die Rote Fabrik: Das ehemalige Fabrikarsenal wird heute als Kulturzentrum genutzt. Foto: Hans Van Ween-Moor

Die Räumlichkeiten des Cabaret Voltaire dienten insbesondere Kriegsflüchtlingen als Ort der freiheitlichen Proklamation ihrer Kunst und ihres Denkens. Das Dada-Haus in Zürich ist bis heute noch ein Ort der Kunst und befindet sich in unmittelbarer Nähe von Lenins ehemaliger Exilwohnung in der Spiegelgasse. Mitten im Herzen Zürichs befindet sich das „Haus zur Katz“, eine Galerie für zeitgenössische Kunst. Katz Contemporary zeigt nicht nur etablierte Künstler, die Galerie bietet vor allem Nachwuchskünstlern eine Plattform sich zu präsentieren. Im Untergeschoss der Galerie befindet sich der sogenannte „Show-Room“, der von jungen Talenten unabhängig von laufenden Ausstellungen genutzt werden kann. Die Galeristin Frédérique Hutter, gebürtige Zürcherin, lebt seit 20 Jahren in der Stadt und kennt sich gut aus und ist als gute Netzwerkerin bekannt. „Zürich ist klein, kompakt und überschaubar. Trotzdem ist es überraschend szenig. Auch wenn ich mich in Zürich sehr gut auskenne, begegnet mir immerfort Neues. Aus Film, Theater und Fashion“, sagt Frédérique Hutter charmant über ihre Heimat. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele internationale Kontakte ich in Zürich knüpfen kann.“ Das Beste an Zürich ist, dass fast alles in fußläufiger Entfernung liegt. Ein Argument, was Menschen aus Großstädten sehr gut nachvollziehen können, insbesondere dann, wenn man nach dem Dinner eine Stunde braucht, um noch einen Absacker in seiner Lieblingsbar zu trinken. Der Zürcher läuft oder nimmt das Fahrrad. Somit begeben wir uns auf einen kleinen virtuellen Spaziergang mit Frédérique Hutter. Wir starten in der Rämistraße beim Bellevue-Platz, mitten Im Viadukt: Reges Treiben in der Markthalle. Foto: Ralph Hut

Zunft zum Widder in der Augustinergasse

Wurst und Moritz Konkurrenz für Curry 36 in Berlin Kreuzberg. Wurst und Moritz: ein Paradies für Zürcher Wurstspezialitäten. Den Leckerbissen Willhelm, Wurst + Brot + Getränk, inklusiv Sternekochsauce, gibt es für CHF 11.www.wurstundmoritz.com

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Denkmal und Wahrzeichen für das Luxus Hotel Widder

Taos Lounge In Zeiten des allgemeinen Rauchverbots: Genießen Sie Ihre Zigarre in der Tao’s Bar Smokers Lounge.www.taos-lounge.ch Schwarzenbach Kolonialwaren, die kaum Wünsche offen lassen. Seit 1864 bietet das traditionelle Familienunternehmen Kaffee, Tee, Teigwaren und viele andere Köstlichkeiten in feinstem Ambiente an. www.schwarzenbach.ch

Markthalle im Viadukt Der Slogan „Alles unter einem Dach“ hält, was er verspricht. Urbanes Leben und Treiben, Shoppen und Vergnügen im alten Eisenbahnviadukt in Zürich. Das Herzstück der Anlage ist die Markthalle, die Platz bietet für die frischen Waren von 20 Bauern und Händlern aus der Umgebung. www.markthalle.im-viadukt.ch


im Zentrum Zürichs, und besuchen eines der ältesten Restaurants der Stadt. Die Kronenhalle hat Geschichte und erfreut sich bis heute prominenter Gäste. Picasso, Joyce, Warhol und Grass waren hier zu Gast, Schriftsteller wie Dürrenmatt und Frisch betrachteten die Kronenhalle als ihr zweites Wohnzimmer. Ein who is who der Künstlerszene, heute noch erfahrbar: so können sie hier im Beisein eines echten Picassos‘, Miros‘ oder Chagalls‘ speisen. www.kronenhalle.ch Ausgesprochen gute italienische Küche, ohne ihr Budget zu sprengen, genießen Sie im Restaurant Italia in der Zeughofstraße. Hier erwarten Sie italienische Spezialitäten in warmer Atmosphäre, perfekt serviert. Und Sie befinden sich inmitten von Kreis 4: Insiderorte in Hülle und Fülle für Trinken, Ausgehen und Tanzen. www.ristorante-italia.ch Vor allem im Sommer sollten Sie es nicht versäumen, direkt am Zürcher See der Fischerstube einen Besuch abzustatten. Die spektakuläre Uferlage an der Spitze des Zürcher Horns ist einzigartig. Das Holzgebäude steht auf Pfählen im Wasser und bietet ausgezeichnetes Essen in entspannter, einfacher und unkomplizierter Atmosphäre. www.fischstube.ch Wie immer im Leben kommt das Beste am Schluss. Die Schweizer brüsten sich damit, die Deutschen suhlen sich in Eifersucht und Neid. Die berühmteste Neuschweizerin wohnt in Küsnacht, direkt am Zürcher See unweit der Hauptstadt: keine geringere als die prominente Musiklegende, the one and only Tina Turner. Wenigstens in ihrer Bräutigamwahl hat sie uns Deutschen den Vorzug gelassen, wenn schon nicht in der Wahl des Wohnortes.

Frau Gerolds Garten: Stadtgarten, Eigenanbau, Kunst und Shops, ein Ort der Begegnung.

Das historische Luxus Hotel im Zentrum von Zürich, direkt am See: Baur au Lac

Fischers Fritz Camping Auf dem einzigen Campingplatz der Stadt Zürich lassen sich Abenteuer in wilder, freier Natur genießen. Sport- und Spaangebote, Safarizelte und aufgehübschte Cottages machen aus ihrem Urlaub ein Camping de Luxe. www.fischers-fritz.ch

Péclard Zürich Tradition und Innovation in denkmalgeschützer Architektur. Verantwortlich für Patisserie, Frankreichs bekannter Starpatissier Patrick Mesiano, die Zürcher Confiserie Honold liefert die Truffels Maison, für Kaffee und Tee steht Heini Schwarzenbach Rede und Antwort. www.peclard-zurich.ch

Frau Gerolds Laden Der Stadtgarten ist eine Oase inmitten von Zürich West. Im eigenen Nutzgarten werden hier die Zutaten für gastronomische Köstlichkeiten selbst angebaut. Garten, Bar & Restaurant, Kunst & Design: perfekte Symbiose schafft viel Raum für Begegnung und Kommunikation. www.fraugerold.ch

Monkey Bar Fumoir Auch hier ist blauer Dunst erlaubt und gern gesehen. Das Menü bietet nicht nur exquisite Cocktails und Drinks, sondern auch eine große Auswahl kubanischer und karibischer Zigarren. www.bluemonkey.ch

Sonnenberg Restaurant Mit Blick über dem See und die Dächer der Stadt verzaubert Spitzenkoch Jacky Donuts seine Gäste an 365 Tagen im Jahr. Nicht verpassen sollten Sie das bekannt Kalbskotelett „Jacky“. www.sonnenberg-zh.ch

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Good things need

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time

ie verdienen es, sich ihrer zu erinnern, Menschen und Stories, die uns besonders beeindruckt haben. Kennen Sie die „Was macht eigentlich….?“ Seite, die häufig als letzte Seite eines Magazins ihren Lesern Personen ins Gedächtnis ruft, die sie schon fast vergessen hatten? Schreiben gegen das Vergessen – so der Plan unserer SPECIAL QUALITY. Ein redaktionell spannendes Jahr neigt sich dem Ende und wir erinnern uns an die ganz besonderen Momente, Menschen und Geschichten, die wir erleben durften und an denen Sie über das Jahr verteilt, teilhaben durften. Die Geschichten dazwischen und danach wollen wir Ihnen nicht vorenthalten.

Für unsere Doppelausgabe im Herbst hatten wir das große Glück eine der begehrtesten Karten des Jahres zu bekommen. Monatelang im Voraus ausverkauft gab es für Normalsterbliche kaum eine Chance, die Deutschlandpremiere von Sasha Waltz‘ Stück „Sacre“ im Schillertheater live mitzuerleben. Dieses Glück hatten wir und hoffen, dass Ihnen unser Beitrag die Inszenierung etwas näher bringen konnte. Aber das wirklich Aufregende an diesem Abend war, dass zwei Reihen vor uns die Schauspielerin Natalie Portman mit ihrem Ehemann Benjamin Millepied saß. Wie sich auf der späteren Premierenparty leise aber deutlich herumsprach, verabredeten sich der Balletttänzer und Choreograph Millepied und Sasha Waltz, um eine mögliche Zusammenarbeit an der Pariser Oper 2014 zu besprechen. Das werden wir für Sie auf keinen Fall verpassen.

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© Bernd Uhlig


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a wir beim Thema „Nicht Vorenthalten“ sind: Das hatte sich die Luxusmarke Louis Vuitton sicherlich anders vorgestellt. Das Hotelzimmer reserviert, das Ticket nach Moskau gebucht. Dann kurzfristige Planänderung: man könnte nahezu von höherer Gewalt sprechen, auch wenn die stürmischen Proteste weniger wetterbedingt waren. Heftige Kritik der Bevölkerung und/ oder Regierung verbannten Louis Vuittons gigantischen Koffer vom Roten Platz. Mit viel Aufhebens und heißen Pressevorberichten hatte das Label einen Reisekoffer von 10 mal 34 Metern Größe als Ausstellungsraum für berühmte Koffer und ihre Besitzer auf dem bekannten Platz der russischen Hauptstadt installiert. Der Rote Platz lässt bei allen vor 1980 Geborenen Erinnerungen wach werden, an Mathias Rust, der vor 26 Jahren mit einer Cessna unweit des Roten Platzes landete. 14 Monate im Lefortowo-Gefängnis dürften ihm eine gehörige Lehre gewesen sein. Ganz anders die Louis Vuitton Aktion, die ihre Ausstellung in Moskau minutiös geplant hatten. Der Erlös der Ausstellung des Modeunternehmens in Zusammenarbeit mit dem Nobelkaufhaus GUM sollte einer russischen Stiftung zugutekommen. Im Frühjahr trafen wir Patrick Vuitton in Asnières zum Gespräch. Seine Leidenschaft und Hingabe zu perfektem Reisegepäck wurde deutlich anhand vieler persönlicher Koffergeschichten und ihrer Reisen. Am Spannendsten war für uns der Geheimcode mit dem die Conciergen anhand der wunderschönen Hotelaufkleber direkt auf den Koffer das Profil des Reisenden kodierten.Wir sind sehr gespannt darauf, welche Geschichten Patrick Vuitton zukünftig erzählen wird, eine davon wird vielleicht eine russische sein?

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reffen mit interessanten Persönlichkeiten gehören zu den interessantesten Aufgaben unseres Berufsalltags. Besonders dann, wenn die Celebrities sich als herrlich normale Menschen offenbaren, ohne jegliche Allüren. Für unser großes Uhrenspecial sprachen wir mit Jean-Claude Biver, CEO der Luxusuhrenmarke Hublot, eine Koryphäe in der Welt exklusiven Tickens und Aufziehens. Unprätentiös, leger und charmant plauderte Herr Biver über Marketingstrategien, die Sinnhaftigkeit teurer Uhren und seinen natürlichen Umgang mit Superstars wie Jay-Z und Cindy Crawford. Was wir ihm auf Anhieb glauben, strahlt er doch genau diese Gelassenheit aus. Jemand, der wichtig ist, sich selbst aber nicht allzu wichtig nimmt. Der Rap-Mogul Jay-Z alias Mr. Shawn Carter kreuzte unseren Weg auf einem Hublot Brunch in Zürich zum Launch der neuen Shawn Carter Uhr. Erfahrungsgemäß kreuzen sich die Lebenslinien mehr als ein Mal, so auch bei Jay-Z. Der US-amerikanische Modedesigner Rick Owens, der auch in Sachen Möbel Talent beweist, entwarf für Mr. Shawn Carter eine Lederjacke für die Barneys Holiday Collection. Auch wenn Mr. Owens sich bezüglich der Musik von Jay-Z eher bedeckt hält, überzeugt er uns im Herbst von seinen neuen GeweihMöbeldesigns. Bei der Pariser Fashion Week überraschte Rick Owens mit der Präsentation seiner Frühjahrskollektion 2014: In Aussicht auf gewohnt ausdruckslos blickende 1,80 große Mädchen, immer der Versuchung widerstehend, ihnen etwas zu Essen geben zu wollen, legten feminin gerundete Tänzerinnen, von der Norm eines gängigen BMI abweichend, eine lautstarke Performance auf die Bühne. Für uns der Weckruf des Jahres!

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or fast einem Jahr berichteten wir über den japanischen Künstler und Designer Tokujin Yoshioka. Beeindruckt von seinen Werken wundert es uns nicht, dass seine Installationen weltweit fester Bestandteil von Ausstellungen sind, wie im MoMa in New York. Wie sagte er doch in seinem Interview: „Erwartungen zu brechen, finde ich sehr reizvoll“, etwas, dass auch uns im Redaktionsalltag vorantreibt. Japan und seine Menschen waren in 2013 eine nahezu unerschöpfliche Inspirationsquelle und es wäre lohnenswert eine komplette Ausgabe mit den grandiosen Designern, Künstlern und Sammlern zu füllen.

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icht zu vergessen die Musik, die immer wieder viel Raum in unseren Magazinen bekommt. Oft haben wir mit Künstlern gesprochen, die kurz vor ihrem Startschuss in die internationale Karriere auf unserem Sofa Platz nahmen. Unvergesslich der Gesang und die Stimmen der Superstars der klassischen Musik, der Countertenöre. Anfang des Jahres haben wir über die Geschichte der Falsettisten berichtet und über die Begeisterung, die sie mit den hohen Obertönen der Kopfstimmen in den Opern der Barock-Zeit auslösten. Seinerzeit als Kastraten bekannt ist die Spezies der Countertenöre jetzt wieder zurück im Rampenlicht der Opernszene, allerdings durch eine ausgefeilte Gesangstechnik , denn durch körperliche Eingriffe. Daran ist maßgeblich der französische Countertenor Phillip Jaroussky beteiligt. In der Ausgabe, die Sie jetzt in den Händen halten, sprechen wir über sein neues Album Stabat Mater von Pergolesi. Mit seiner außergewöhnlichen Sopranstimme und theatralischer Wucht verführt er uns in die hohen Sphären der sakralen Anmut und bringt damit eines der kostbarsten Werke der Kirchenmusik zurück in das 21. Jahrhundert. Im Herbst brachte ihm dies erneut den ECHO Klassik Preis ein.

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anchmal passiert es in einem Interview, dass es ein Gespräch unter Freunden wird, obgleich man sich gerade erst kennengelernt hat. Peter Schmidt, designerisches und konzeptionelles Universalgenie ist einer der Menschen, die nicht nur durch fachliche Vielfalt und Kompetenz beeindrucken, sondern mehr noch durch ihre Persönlichkeit, Verbindlichkeit und kreative sowie menschliche Energie. Der Mann, der sich mehr und mehr ins Privatleben zurückziehen wollte, hat gerade erst für seinen langjährigen Kunden Linde Ag Gold beim Multimedia Award gewonnen.

© Oliver Fantitsch 189


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ass die Frescobaldis einen sehr ausgeprägten Familiensinn haben und aus gelebten, grundlegenden Werten schöpfen, stellten wir bereits im Frühling fest. Als eine der ältesten Adelsfamilien aus Florenz, seit über 30 Generationen im Weinbau, setzt sie auch heute noch viele Masßtäbe.Gespannt verfolgen wir, wie besagte Familie vorbildlich ihr soziales Engagement unter Beweis stellt. Wir wagen also einen Blick hinter schwedische Gardinen, hinein in das soziale Projekt „Frescobaldi für Gorgona“, das Strafgefangenen Perspektiven für ein neues Leben nach der Haft eröffnen soll. Die Häftlinge wurden fit für den Weinanbau gemacht und präsentierten bereits im Juni ihre ersten Weißweine. In diesem Sinne Prost und auf ein frohes Neues!

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uter Wein und wertvolle Gläser bildeten schon immer eine Genusssymbiose. Haben Sie sich gewundert, warum unser Cover ein kunstvoll geschliffenes Glas von der Manufaktur Lobmeyr zeigt? Für uns enthält es viel von dem, was wir an Sie transportieren wollen. Nicht nur die Menschen selbst haben eine Aura sondern auch die Produkte, die sie mit Liebe und Empathie erzeugen. Dieses Glas ist demzufolge nicht nur pure Handwerkskunst, sondern auch ein kleines Kunstwerk, das uns die Welt des Neo Romantic näher bringt und Emotionen von Festlichkeit und Winterzeit erweckt. Der Hirsch hat längst die Gefilde des Barock verlassen und Einzug in die Welt des modernen Designs gehalten, wie Rick Owens uns gerade erst wieder bewiesen hat. Auch wenn uns dieses Gebilde wie ein Kunstwerk erscheint, zu guter Letzt ist es ein Trinkgefäss, mit dem wir uns in den Feiertagen genussvoll zuprosten können. 190


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as sind wir schon um den Globus gereist, stets angetrieben von einer unstillbaren Sehnsucht, die viele Menschen antreibt, auf der Suche nach Neuem, Fremdem und Unbekanntem. Nicht nur imaginär in unseren HerbstZeitzonen mithilfe Jules Vernes, sondern tatsächlich und real: der duftende Hafen Hongkong, das florierende Florenz, wenn der langersehnte Sommer endlich da ist, die Unnahbarkeit Nordkoreas, der Sportkrimi des Jahres, der Americas Cup in San Francisco, Shanghai und die Ausstellung Esprit Dior, oder Osaka und die Erstbespielung der neuen Festhalle durch Marcel und die Münchner Philharmoniker. Nicht zuletzt die andere Seite Zürichs, von der die meisten nicht einmal wussten, dass sie existiert. Wer da sucht, der findet, das besagt schon das Matthäusevangelium. Reiselust und eine gesunde Portion Neugier stoßen uns auf die Dinge, die es wert sind gesucht zu werden. Wenn Sie in Quality suchen, werden Sie garantiert fündig!

© Rick Owens 191


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Quality No. 37 erscheint im Februar 2014 192


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